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NATIONAL MUSEUM
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Iris, Dresden, Band X.
Deutsche
Entomolorische Zeitschrift
herausgegeben
von der
Gesellschaft Iris zu Dresden
in Verbindung mit der
Deutschen Entomologischen Gesellschaft
zu Berlin.
Lepidopterologische Hefte.
Fortsetzung des „Correspondenz-Blattes des Entomologischen Vereins Iris“
Band X.
Jahrgang 1897.
Mit 12 Tafeln (4 colorirt) und 4 Textfiguren.
Redacteur: Dr. 0. Staudinger.
———
Druck von Alwin Arnold in Dresden-Blasewitz. | a a nt q
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Inhalts-Uebersicht
des zehnten Bandes*) der Deutschen Entomologischen
Zeitschrift Iris zu Dresden.
Seite
Tahakts-Vepersicht a ne a are en. I—O
Vereins-Naehrichten - . . ... .2...2 2 220.2. IO—IV
Mitglieder-Verzeichniss . . . VE
Staudinger, Dr. 0. Die een as Kine hieke 1—122
: Neue südamerikanische Tagfalter. . . . . . 123—151
Re Drei neue paläarktische Lepidopteren . . . „ 152-156
Schopfer, Eduard. Sächsische Aberrationen . . . ...157—158
Pfitzner, R. Beschreibungen einiger Apekichin aus
meiner Sammlung . . ..0....158—160
Kalchberg, Adolf Freiherr von. Baker 2 Teridohleren:
Fauna von Haifa in Syrien . . Be
Schütze, K. T. Die Grossschmetterlinge der ächsischen
Ober-Lausitz. III. Theil (Noctuae) . . . .... 191—224
Uffeln, Karl. Curiosa aus der Praxis... .. . vv. . 224
Hoffmann, Medicinalrath Dr. 0. Drei neue Tineen-
Gattungen: 2.2... a ENT RN 2200
> Verzeichniss der von DE M. Escherich und
Prof. Dr. L. Kathariner bei Angora in Central-
Kleinasien gesammelten ae „2.231 —240
Eine neue Butalis-Artt . .. ä 241—244
Ribbe, Carl. Noch nicht bekannte Baer amd Barmen
von Schmetterlingen aus dem deutschen Schutz-
gebiete der Neu-Guinea-Compagnie in der Süd-See 245—248
Tomala, Ferdinand. Die Raupe von Sesia Bibioniformis Esp. 249—252
Sommer, (. Beitrag zur ea von Anaitis
Paludata Thnb. . . . er. 1. 27283202
‘Schopfer, Eduard. Zwerghafte Falter a a ee... 202 — 204
*) Heft 1, Seite 1—184 mit den Tafeln I -VI ist am 27. Juli 1897;
Heft 2, Seite 185—412 und I—XI, mit den Tafeln VII—XII ist am
12. Januar 1898 erschienen.
I Inhalts-Uebersicht.
Staudinger, Dr. 0. Vier neue Heteroceren aus Algerien
und Tunesien .
“ Neue Tehidopteran aus Pa
= Lepidopteren des Apfelgebirges
Einige neue Tagfalterarten und Var
Püngeler, Rudolf. Beitrag zur Kenntniss der Geometriden-
fauna Japans \
Caradja, A. v. Ueber neue Bloch ra
Wernicke, Hermann. Zwei neue, von Dr. M. Wocke be-
schriebene an aus dem Gross-
Glockner-Gebiet . . . . ; i le
Wiskott, Max. Lepidopteren- zairler meiner es
” Ueber einige Lepidopteren-Abnormitäten meiner
Sammlung NE , |... ©,
Gaukler, H. Ueber die Zucht und Lebensweise von
Cidaria Picata
Gross, Heinrich. Aglia Tau gt abs Meliigeı
Steinert, Hermann. Acronycta Strigosa SV. ab. Ge
Sommer, C. Sciaphila Osseana Se. v. Niveosana Packard
Bücherbesprechungen:
M&moires sur les Lepidopteres rediges par.
N. M. Romanoff Tome IX. , ;
Die Schmetterlinge der Bukowina von Be
stantin Freih. vv Hormuzakiı
Berichtigungen
Alphabetische Liste a: in ne Bnähe ‚besprenkänen
Namen der Gattungen, Arten, Varietäten und
Aberrationen
©
Seite
265—270
271—319
320—344
344—360
361—371
371—373:
374—376-
377—389%
389—393
394—396
396 —398.
398-399
400—402
403 — 406:
407
+08.
409—412
Vereins-Nachrichten.
Die Vorstandsämter wurden während des Jahres 1897
von folgenden Herren verwaltet:
Dr. 0. Staudinger, erster Vorsitzender,
Prof. Dr. 0. Schneider, zweiter Vorsitzender,
Eduard Schopfer, erster Schriftführer,
Eduard Riedel, zweiter Schriftführer,
Gustav Kretzschmar, Kassirer, und
Hugo Reichelt, Bibliothekar.
Da Herr Dr. O0. Staudinger wegen *) Arbeitsüber-
häufung eine Wiederwahl im Voraus abgelehnt hatte, so
wählte man in der Sitzung vom 15. December für das Jahr 1898
Herrn Prof. Dr. OÖ. Schneider zum ersten und Herrn
Generaldirecttor 0. Kummer zum zweiten Vorsitzenden.
In derselben Sitzung wurde der nunmehr scheidende,
langjährige I. Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. O. Staudinger
einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Die übrigen Vorstandsmitglieder waren bereits in der
Hauptversammlung vom 3. November wieder gewählt worden.
In den Pressausschuss wurden die Herren C. Calberla (als
Vorsitzender), H. Steinert und C. Ribbe gewählt.
Dem Vereine sind im Laufe des Jahres 1897 als Mit-
glieder beigetreten: Frau Dr. Dietz (Saargemünd), die Herren
H. Disque (Speyer), O. Hensel (Gottesberg), Honig, Rittmeister
a. D. (Berlin), F. Kollmorgen (Bordighera), W. Niepelt (Zirlau),
J. Noth (Gera), w. Poppenhauser (Memmingen), A. Freiherr
von Portner (Pola), Capitän Rabenhorst (Nieder-Lössnitz),
Dr. Chr. Schröder (Kiel), ©. Schrottky (Sao Paulo) und
*) An Arbeitsüberhäufung bin ich seit etwa 40 Jahren gewöhnt.
Meine Arbeitskraft hat aber in - Folge chronischer Leiden und durch
mein Alter so abgenommen, dass ich dieselbe voll zusammennehmen
muss, um zu versuchen, noch zwei Hauptaufgaben meines Lebens
fertig zu stellen. Die wichtigste davon ist die, dafür zu sorgen, dass
eine neue Auflage des Catalogs der Lepidopteren des europäischen Eumengebiets
(deren 2., im Januar 1871 erschienene, seit etwa 12 Jahren ganz ver-
griffen ist) sobald als möglich (hoffentlich noch in diesem Jahrhundert)
erscheint. Dann möchte ich gern meine grosse Sammlung Schmetter-
linge aller Faunengebiete vor meinem Tode neu geordnet sehen.
Das sind die beiden Hauptgründe, die mich veranlassen, den
Vorsitz der Gesellschaft und die Redaction der Zeitschrift nieder-
zulegen. Ich habe beide Aemter, seit fast 9 Jahren, nach besten
Kräften und mit Lust und Liebe geführt, wenn ich mir auch durchaus
bewusst bin, dass ich beiden in mancher Hinsicht nur mangelhaft
nachkommen konnte. Ich scheide daher mit aufrichtigem Dank für
die grosse Nachsicht, welche die geehrten Mitglieder unserer Gesell-
schaft mit mir gehabt haben. Dr. O. Staudinger.
16% Vereins-Nachrichten.
Oberlehrer ©. Sommer (Görlitz). Ferner trat der Entomologische
Verein für Karlsbad und Umgebung als korporatives Mitglied bei.
In der ersten Vereinssitzung des Jahres 1898, am 5. Januar,
‘ wurden noch die Herren Dr. ©. Lauterbach (Stabelwitz) und
G. Stange (Friedland in Meckl.) als Mitglieder aufgenommen.
Durch den Tod verlor der Verein die Herren Egon
Kretzschmar (Dresden), Adolphe Launois (Belfort), Custos
Aloys Rogenhofer (Wien) und Dr. Steinhausen (Frankfurt a. M.)
Ausgetreten sind ferner die Herren Dr. von Holwede
(Braunschweig), J. Hahnel (Dresden), Müller-Holzhalb (Zürich),
A.. van Pelt-Lechner (Zevenhuizen), Paul Simon (Halle),
Aurelio Vazquez (Valladolid) und Paul Vuillot (Paris). Die
Herren Th. Klemm (Gadebusch) und G. Wagenmann (Lahr)
zeigten ihren Austritt für das Jahr 1898 an. Gestrichen
wurden aus der Mitgliederliste die Herren F. A. Göpfert
(Teplitz), L. Hoffmann (Santiago), E. Rosen (Herne) und
W. Windrath (Singapore).
Der Verein zählt somit gegenwärtig 6 Ehrenmitglieder,
231 ordentliche und 5 korporative Mitglieder.
Unsere Bibliothek wurde durch die bisher erschienenen
8 überaus werthvollen Bände der M&moires sur les Lepi-
dopteres rediges par N. M. Romanoff, ein Geschenk
unseres Ehrenmitgliedes, Sr. Kaiserl. Hoheit des Grossfürsten
Nicolai Michailowitsch von Russland, wesentlich bereichert. Im
Namen des Vereins sei an dieser Stelle nochmals Sr. Kaiserlichen
Hoheit für diese werthvolle Zuwendung ganz besonders gedankt.
Ferner hat Herr Max Wiskott dem Verein die beiden
Tafeln X und XI, sowie Herr A. v. Caradja die Tafel IX
gestiftet, wofür beiden Herren hiermit der wärmste Dank aus-
gesprochen wird.
Auch dies Jahr will ich nicht unterlassen, die Herren
Mitglieder im Namen des Vorstandes zu bitten, Beiträge, auch
kleinere Aufsätze, die stets gern und dankbar angenommen
werden, für unsere Zeitschrift einzusenden.
Ferner möchte ich noch erwähnen, dass erfreulicherweise im
Laufe des verflossenen Jahres Photographien von auswärtigen
Mitgliedern sehr zahlreich eingegangen sind. Unser Vereinsalbum
birgt jetzt eine stattliche Anzahl von Mitglieder-Photographien,
und werden weitere Eingänge solcher besonders freudig begrüsst,
Der Unterzeichnete vermittelt auf Wunsch den Tausch-
verkehr mit den hiesigen Sammlern.
Eduard Schopfer, z. Zt. 1. Schriftführer.
Mitglieder-Verzeichniss
der
Entomologischen Gesellschaft „Iris“ zu Dresden.
10. Januar 1898.
a
Ehren-Vorsitzender.
Staudinger, Otto, Dr. phil, Lepidopterolog. Blasewitz-Dresden,
Friedrich-Auguststrasse 5 (Villa Sphinx) . . . ... . 1862
Ehren-Mitglieder.
Seine ge Hoheit der EN Nicolai Michailowitsch.
= an re: 1891
Aurivillius, Christopher, Dr. phil. u. Univ.-Professor. Stockholm 1890
Mabille, Paul, Professor. Paris, rue du Cardinal Lemoine 75 1892
Snellen, P. C T., Rentier. Rotterdam, Wynhaven, Luidzyde 45 1892
Wocke, Max, Dr. med. Lepidopterolog Breslau, Klosterstr. 10. 1890
Ordentliche Mitglieder.
Adams, Herbert J., London N., Roseneath Enfield . . . . 189
Albert, Ernst, Direktor des Stadttheaters in Kiel . . 1895
Alpheraky, Sergius, Custos Sr. Kaiserl. Hoheit des Grossfürsten
Nicolai Michailowitsch. St. Petersburg . 1892
Angele, Theodor, Kaufmann. Linz a. d. Donau, Goethestrasse 1891
Arp, Julius, Kaufmann. Rio de Janeiro, Caixa 374 . . 1891
Bang-Haas, Andreas, Kaufmann Blasewitz- Dresden, Villa
Tusculum . 1890
Berg, Carlos, Dr. phil., Univ.-Professor u. Direktor d. Zooloe.
Museums. Buenos Aires (Argentinien) . . 1894
Bernard, E., Königl. Landgerichtsrath. Danzig, Krebsmarkt 4—5 1892
Bethune-Baker, George 1. Birmingham, 19 Clarendon Road.
Edgbaston . . 1892
Biedermann, A., Dr. phil. u. Fabrikbesitzer Winterthur (Schweiz) 1891
Biel, Emilio, Kaufmann. Porto (Portugal). . 1893
Bönninghausen, Vietor von, Kaufmann. Hamburg (Uhlenhorst)
Ki: Schulstr. 4, IE ,.;;.. E : 1890
Bohatsch, Otto, Kaufmann. Wien \, Ziegelofenstrasse B.. 180%
Bornemann, Gustav, Kaufmann. Magdeburg, Junkerstr. 1 1895
Bossanyi, Joseph von, Pfarrer. N&met-Prona, ee Comitat 1888
Die hinter dem Namen stehende Zahl bedeutet das Jahr des
Eintritts des betreffenden Mitgliedes.
Die geehrten Mitglieder werden gebeten, Standes- und
Wohnungs-Aenderungendem Schriftführer Eduard Schopter,
Dresden, Schnorrstrasse 14, rechtzeitig mitzutheilen.
VI Mitglieder- Verzeichniss.
Both, Alexander von, Oberstlieutenant u. Bataillons- Commandeur
im 81. Inf.-Reg. Cassel I, Giesbergstrasse 24
Brabant, Edouard, Morenchies par Cambrai er 2
Brincken, Baron. Leipzig, Weststrasse 4 . ; I
Bruijn, jun.,, L. August. Zandport (Holland). . . 2...
Büchele, 6, Lehrer. Memmingen (Württemberg SUR.
Burmester, Carl E., Hamburg- Barmbeck, Richardstr. 11°
Burghartz, Notar. Cöln a. Rhein . . ;
Caflisch, J. L., Advokat und Staatsanwalt. Chur (Schweiz)
Calberla, Heinrich, Privatus. Dresden, an der Bürgerwiese 8, p.
Caradja, Aristides von, Gutsbesitzer. Tireu Neamtu (Rumänien)
Constant, A., Rentier. Golfe Juan, Villa Niobe. Alpes Maritimes
Courvoisier, Professor, Dr. med. Basel, Steingasse 19 .
Crombrugghe - Picquendaele, Baron. Boitsfort b. Brüssel .
Crowfoot, W. M., Arzt. Beccles, Suffolk (England)
Crowley, "Philipp. Croydon, Waddon House (England) .
Curo, Antonio, Ingenieur. Bergamo (Italien)
Dahlström, Julius, Kassir er bei der Sparkasse. Eperjes (Ungarn)
Daub, M., Architekt Karlsruhe, Beiertheimer Allee 7 .
Demaison, L., Reims, rue Nicolas-Perseval 21
Denso, Paul, Polytechniker. Dresden, Waisenhaussträsse 7, IE.
Dieckmann, H. W., Kaufmann. Hambur g, Ferdinandstrasse 46
Dietz, M., Frau Dr. Saargemünd, Grosshafenstrasse 33 .
Disque, Heinrich, Kaufmann. Speyer .
Dognin, Paul, neeociant. Auteuil-Paris, V illa de la Reunion 16
Dohrn, Heinrich, "Dr. phil. Stettin i
Dörries, Fritz, Futtermeister im Zoolog. Garten Hamburg £
Druce, Herbert, Fabrikant. London NW. The Beeches, 43
Circus Road, St. Johns Wood ; na MEERE
Dueberg, H., Ingenieur. Berlin N., Kesselstrasse 7
Durban, L., Inhaber eines Asentur- und Commissions- Geschäftes.
Nürnberg .
Durrstein, In "Rentier. San Franeisco, 1411 Post Street, Calif.
(U. Ber ) Be EEE Sa N I bi
Eiffinger, A., Eisenbahnseeretär. Sachsenhausen b. Frank-
furt a.M., Wasserweg 34 .
Elwes, H. J., Gutsbesitzer. Oolesborne, Andoversford, R. S. O0.
Gloucestershire (England) .
Engelmann, Hermann, Bildhauer. Dresden- ‚Striesen, Jakobistr. 10
Eppelsheim, Oberamtsrichter. Grünstadt (Rheinpfalz) ;
Erhardt, Robert, Hüttendirector, München, Bavariaring 15, I.
Ficke, H. A, Privatus. Freiburg in Baden . NS
Fischer, Peter, Gutsbesitzer. Mussbach a. d. Haardt
Foetterle, J. &., Musiklehrer. Petropolis (Provinz Rio de Janeiro)
Brasilien A
Francke, A., Dr. med. Halle a. S, "Poststrasse 1
Frings, Carl. Bonn a. Rhein, Bachstrasse 31 .
Fruhstorfer, H., Entomolog. Berlin NW., Thurmstrasse 37
Fürbringer, Max, Dr. phil., Universitäts-Professor. Jena
Galichon, Roger, Sammler. Paris, 29 rue des Ecuries d’Artois
Gallus, H., Dr. med., Sanitätsrath. Blasewitz, Residenzstr. 26
Gauckler, Hermann, Maschinen-Ingenieur. Karlsr uhe in Baden,
Roonstrasse 9 . Ser), h
Geilenkeuser, Ernst, Lehrer. Elberfeld, Strassburgerstr. 25
Mitglieder-Verzeichniss.
&odmann, Frederie Ducane. London W., 10 Chandos Street,
Cavendish Square . .
Graeser, Louis, Entomolog. Hambur g, st. Georg, Hansaplatz 12,1V
Gross, Heinrich, Fabrikant Garsten b. Steyr (Ober- Oesterreich)
6rum Grschimailo, Gr. St. Petersburg, Liteinaja 45, Qu. 31
Gruner, W., Stadthauptkassen-Assistent. Spremberg i. L. .
Guntermann, Joseph, Naturalist. Düsseldorf . i
“urlitt, H., Kaufmann. Hamburg, Bankstrasse 10, Tele;
Gutwasser, Robert, Gastwirth. Dresden, Schützenplatz 13
Harte, Regierungsrath. Magdeburg, Oranienstrasse 2,
Hartmann, Bruno, Stadtrath. Reichenbach in Schlesien
Haude, Georg, Architekt. Elberfeld, Sadowastrasse 12
Hedemann, Wilhelm von, a. D. Kopenhagen, Ay Tol-
bodgade 37 . .
Heissler, Ludwig, Dr. med. Rennertshofen (Bayern)
Heller, Carl M., Dr. phil., Custosam Kgl Zoologischen Museum.
Dresden 2
Hemletzky, Kgl. Regierungsbaumeister. "Bochum, Rothstrasse 38
Hensel, W., Buchdruckereibesitzer. Gottesberg i. Schlesien
Heyden, Lucas von, Dr. phil. honoris causa, "königl. preuss.
Major z. D. Bockenheim b. Frankfurt aM .
Heylaerts, F. J. M., Dr. med. Breda, Haagdyk, B. 377 (Holland)
eymons, Major a. D. Erfurt, Predigerstrasse 6
eyne, Ernst, Buch- u. Naturalienhändler. Leipzig, Hospitalstr. 2 2
Hofmann, K. B., Dr. med. u. Univ-Prof. Graz, Schillerstr. 1
Hofmann, 0., Dr. med., Regierungs- u. Kreismedicinalrath.
Regensburg, Taxisstrasse 75 . a RR ee
Holland, W. J., Rev., Dr. phil. u. Dr. theol., Präsident der
Westlichen Universität von Pennsylvanien. Pittsburgh,
5th Avenue, Penn. (U. S. A.)
Honegger, Hermann, Spediteur. Basel, Leinenstrasse 73 .
Honig, Detlev, Rittmeister a. D. Berlin, W., Kurfürstendamm 25
Hormuzaki, Constantin Freiherr von. Czernowitz (Bukovina)
Horn, Karl, Dr. jur., Stadtrath. Stassfurt .
Ihle, Richard, Tischlermeister. Dresden, Böhmische Strasse 24
Isaak, Julius, Graveur. Zawiercie, Russisch Polen
Janet, A., Marine-Ingenieur. Toulon (Var), Boulevard. du Littor als
Johnas, Wilhelm, INuxt bei Dwinsk in Kurland (Russland)
Jourdheuille, C., Ehrenrichter. Paris, Rue de sus 101
Kalbe, Hermann, Zollbeamter. Hamburg, Kajen 22, III . .
Kalchberg, Adolf, Freiherr von. Wien- -Hietzig, Tirolergasse 4
Kawrigin, W., Beamter St. Petersburg. Peterburgskaja storona
Bolschaja Spasskaja uliza, Haus DA Qu
Kheil, Napoleon, Professor und Handelsschuldirektor. Prag,
"Ferdinandstrasse 38 5
Klein, Julius T. Torrington, Box 325, Litchfield ‚County,
Connecticut (U. 8. A) e Ä
Klemm, Theodor, Kaufmann. Gadebusch i. Meckl. . .
Kliem, Theodor, Kgl. ee a.'D: Würzburg
Paradeplatz fer k
Koechlin-Kern, P., Kaufmann. Basel, Burgunderstrasse 16
Kolb, Oskar von, Apotheker. Kempten (Bayern) .
Kollmorgen, F., Schriftsteller. Bordighera, Villetta Farfalla Ital.)
Korb, Max, Entomolog. München, "Akademiestrasse 2“,
VII
1837
1893
1892
1892
1896
1885
1895
1895
1890
1894 -
1892
1893
1892
1894
1893
1897
1888
1590
1892
1893
1888
1591
1859
1890
1897
1894
1890
1862
1896
1892
1896
1892
1893
1888
1891
1890
1891
1896
1896
1893
1893
1897
1594
a}
VIII Mitglieder-Verzeichniss.
Kraatz, Gustav, Dr. phil., Entomolog. Berlin, Linkstrasse 28
Kretzschmar, Gustav, Kaufmann. Dresden, Bismarcksplatz 6
Krieger, Otto, Kaufmann. Orizaba, Apartado 48 (Mexico)
Krulikowsky, L., Malmisch, Gouvernement Wiatka (Russland)
Krüper, Theobald, Dr. phil., Conservator am Museum zu Athen,
Botasi-Dtrasse BIN. Na en PERLE
Kühn, Heinrich, Naturalist. Key-Inseln (Niederl. Ostindien) .
Kulka, Max, Apotheker. Sagan (Schlesien) al EEE
Kummer, Oskar, Generaldirektor. Dresden, Kaizerstrasse 2
Lahmann, Albert (Heinrich Sohn), Fabrikant. Bremen, Herder-
STEIABSE- Aa Dr TE Dre Sr I FRE RK:
Lamarche, Oskar, Bankdirektor. Liege, Avenue Blondin 3(Belgien)
Lanz, Hermann, Kaufmann. Friedrichshafen am Bodensee ,
Lauterbach, C., Dr. phil., Gutsbesitzer. Stabelwitz b. Deutsch Lissa
Lazarevitsch, Radmillo; Dr. med., kgl. Sanitätsoberst. Belgrad
Jetremoya 'uhza, 20. 2 Mey ar
Leech, J. H., Southern Grange, Lewes, Sussex (England)
Lehmann, Udo, Neudamm (Provinz Brandenburg) SER
Leonhard, Otto, Privatus. Blasewitz b. Dresden, Villa Diana
Macker, Emil, Dr. med., Spitalarzt. Colmar i. Elsass, Pfeffelstr. 11
Mann, F. W., Lehrer der Handelswissenschaft. Frankfurtam Main,
Bossmarkt 13... BE ee
Martin, L., Dr. med, Hofrath. München, Prannerstr. 23, IH.
Mazel, E., Gerant d’ Immeubles. Geneve, rue centrale 1
Meinhard, A. von, Ingenieur. Perm (Russland) .
Meltendorf, A., Lehrer. Brandenburg a. H. En.
Michael, Otto, Maler u. Lepidopterolog, z. Zeit am Amazonas
Mitis, Heinrich, Ritter von, K. K. Militär-Offizial. Wien I,
Fleischmarkt 19, II. Stock EN re RR
Möbius, Dr. phil, Univ.-Professor, Geheimer Rath, Direktor
des Königl. Zoolog. Museums. Berlin NL ee
Mocsäry, Alexander, Dr. phil., Professor. Budapest (Ungarn)
National-Museum NR Take Ko hleh 2 SRENIER ER ENE SERRERRENE
Monteiro, Antonio Augusto de Carvalho. Lissabon, Rua do
Alegrım' 72 7. NN UT ERER R EERFr
Mühlenpfordt, & , Direktor. Hannover, Fabrikstrasse 2
Neubert, Konrad, Mechanikus. Dresden, Poppitz 18 . ah;
Neuhoff, Louis, Fabrikant. Unter-Barmen, Haspelerstrasse 59
Neustetter, H., Kammerdiener. Wien III, Metternichgasse 9. (Im
Sommer: Haus Holenia, Bleiberg bei Villach, Kärnthen)
Ney jun., Felix, Fabrikant. Aachen, Hubertusstrasse 5l . .
Nieeville, Lionel de, Lepidopterolog Caleutta, Kyd Street 13
Niepelt, W., Naturalienhändler u. Fabrikant entomol. Requisiten.
Zirlau b. Freiburg (Schlesien) N N
Noth, Josef, Privatus. Gera (Reuss). . . .» . . 2.2.
Oberthür, Charles. Rennes, Ille-et-Vilaine (Frankreich)
Oeser, Emil, Prokurist. Dresden-Plauen ER T NL
Ott, Wenzel, k. k. Postkontrolleur. Eger, Schulgasse 20
Pabst, M., Dr. phil, Professor u. Konrektor am Realgymnasium.
Chemnitz!" Neefesträasse 16a SEE ee
Pagenstecher, Arnold, Dr. med., Kgl. Geheimer Sanitätsrath.
Wiesbaden, Taunusstrasse 38 ur ee
Paravieini, L., Kaufmann Basel, Küchegässlen 7... .
Paulus, J., Sekretär am Kaiserl. Deutschen Consulat. Jerusalem
Mitglieder-Verzeichniss.
Peschke, Wilhelm, Werkführer. Dresden, Dippoldiswaldaerg. 15
Pfitzner, Pastor. Sprottau (Schlesien) } Bl
Philipp, Josef, Dr. phil. Köln a. Rh., Klingelpütz a
Polansky, Anton, K. K. Oberst a. D. Brünn, Schmerlingstr. 2
Poll, J. R. H. Neervort van de, Entomolog, Risenburg,
Provinz Utrecht (Holland) h
Poppenhauser, H., Maler. Meiningen .
Portner, Albrecht, Freiher von, K. K. Linienschiffslieutenant,
Pola, St. Policarpe - . . BET
Preiss, Paul, Geom. en a. Rh, ÖSE Hear 57
Püngeler, Rudolf, Amterichter‘ Burtscheid b. Aachen, Bismarck-
ER
Rabenhorst, Capitän. Nieder-Lössnitz, Elektricitätswerk 5
Rebel, Hans, Dr. phil., Assistent am K. K. Hofmuseum. Wien VI,
Meslalenensernene ee AN,
Reichelt, Hugo, Kaufmann. Dresden, Waisenhausstrasse 4, I.
Reuter, Enzio, Magister der Philosophie. Helsingsfors, Fredriks-
gatan 45 (im Sommer: Abo, Henriksgatan 11) (Finnland)
Ribbe, Karl, Naturalist. Radebeul, Ober-Lössnitz bei Dresden,
Russenstrasse
Riechelmann, kgl. preuss. ann Halberstadt, Dan 22
Riedel, Eduard, Expedient. Dresden, Freibergerstrasse 37
Riffarth, H., Kunstanstalts- Besitzer. Berlin W., Steglitzerstr. 45/46
Röder, Adolf, Privatus. Wiesbaden, Taunusstrasse 1. . . .
Rothschild, Walter de, Tring-Park, Triug. Hertfordshire . .
Rübesamen, kgl. preuss. Hauptmann. Gr.-Lichterfelde b. Berlin,
K. Kadetten-Anstalt : P
Ruh, August, Fabrikant. Karlsruhe, Wörthstrasse 10°
Ruscheweyh, 6, Kaufmann. Buenos- Aires Boulevard Las
Heras 273 (Argentinien) .
Schaus, W., Lepidopterolog. Ormonde Lodge, "Twickenham,
St. Margarets (England)
Scheffer, Karl &., Postsekretär. Werheime. Ma Eobnhoisir.
Schill, C. H., Broome House, Didsbury near Manchester (England)
Schlumberger, Jean von, Dr., Staatsrath, Präsident des Landes-
ausschusses von Elsass-Lothringen. Gebweiler
Schmidt, C. W., Dr. phil., Kaiserl. Landeshauptmann z. D. ‚Haupt-
mann der Landwehr-Infanterie. Berlin, Kleisttrasse 6 .
Schneider, Oscar, Dr. phil., Realgymnasialprofessor 2. D.
Blasewitz-Dresden, Südstrasse 3
Schopfer, Eduard, Kaufmann. Dr esden, Schnorrstrasse 14
Sehröder, Chr., Dr. Kiel, Knooperweg 61,,p6.0 2%
Schrottky, C., Sprachlehrer. Comp. Paulista, Tundiahy Estado,
Sao Paulo (Brasilien) ;
Schuler, Johann, stud. phil. Tansbrneke Takte 5
Schultze,Arnold, Seconde-Lieutenantim Feldartillerie- ‚Regiment,
Brandenburg a. H., Plauerstrasse 14 ;
Schunke, Otto, Privatus. Dresden, Striesener Str 47, I.
Schütz, &., Apothekenbesitzer. Coeslin a. P. (Adler- -Apotheke)
Schwarz, A. H., Apotheker. Novo Hamburgo, Estado Rio Grando
do Sul (Brasilien) -
Seebold, Theodor, Privatus. "Paris, "Faubourg® St. "Honors,
Square du Roule 2 (Bilbao, calle de Henao 8) . a
X. Mitglieder -Verzeichniss.
Seifert, Otto, Pharmaceut. New-York, 1630, East Eve Avenue,
cornet S+th Street 5
Seiler, Robert, Kaufmann. Dresden, Leipziger Strasse 13
Seitz, A., Dr., "Direktor des Zoolog. Gartens. Frankfurt a.M.
Semper, &eorg, Fabrikant Altona, Klopstockstrasse 14 .
Sharpe, Miss E. M. London S. W., 345 Fulham Road, South
Kensington . .
Smith, Henley Grose, Rechtsanwalt. London W., "Bryanston
Square 5 Hyde Park . .
Smyth, jun., Ellison A., Professor. "Blacksburgh, Va. Polytechnie
Institute (Virginia) U. S8.A.. . "
Sommer, C., Gymnasiallehrer. Görlitz, Emmerikstr. 5$ .
Spemann, Wilhelm, Maler. Klotzsche b. Dresden, Carolastrasse 2
Spengel, J. W., Dr. phil., Univ.-Prof. Giessen, Gartenstr. 17
Speyer, Arthur, Naturalienhändler. Altona, Marktstrasse 53 .
Standfuss, Max, Dr. phil., Docent beider Hochschulen und Oustos
des entomol Museum am Eidgenössischen Polytechnikum.
Zürich :
Stange, 6., Gymnasiallehr er. Friedland in "Mecklenburg
Stehle, Fritz, Fabrikdirektor. Cöslin (Pommern) . .
Stein, F., Direktor der Bayerischen Handelsbank. München .
Steinert „Hermann, Bürgerschullehr er, Dresden, Gutzkowstr. 7,1l.
Steudel, F., Dr. med., Sanitätsrath. Stuttgart, Büchsenstr. 53
Stichel, H., Eisenbahnbeamter. Berlin W., Grunewaldstr, 118
Strecker, Hermann, Dr. phil., Bildhauer. Reading, Box 31,
Berks County Penn, (U. S.A). . .
Sulger, H., Konservator am Museum. Basel. .
Swinhoe, Ernst, Lepidopterist. Oxford, Avenue House (England)
Tanere, Rudolf, Fabrikant. Anklam in Pommern .
Tausig, J., Buchhändler. Prag, %; Nie,
Tetens, H. Berlin NW. Dreysestrasse 31, Wert NER
Thierry-Mieg, Paul, Makler. Paris, Rue des Fosses-Saint-
Bernard 46 ar
Tomala, Ferdinand, Ingenieur. Budapest, Vitezgasse ba
Trechmann, Chas. 0. Dr. phil. Castle Eden, Hudworth Tow er,
Co. Durham (England) : ;
Trotter, Camillo, Dr. jur., k, k. Notar. Schlanders (Tirol)
Turati, Gianfranco, Graf. Mailand Via Maravigli 13 .
Uffeln, Karl, Landrichter. Hagen, Elberfelderstr. 302 (Westfalen)
Uhryk, Fer dinand, Dr. Professor. Budapest, Kerepesi ut. 82
Wagemann, Hugo, Kaufmann. Wiesbaden, Luisenstrasse 56
Wagner, Heinrich, Verlagsbuchhändler. Leipzig, Stephanstr. 16
Waterstradt, Johannes, Entomolog. Gegenwärtig auf Reisen
Watkins, W illiam, Kaufmann. Villa Sphinx, Selwin Road
Eastbourne (England) . ER Se FE
Weiler, A., Dr. phil. Professor. Karlsruhe, Ritterstr. 18 (Baden)
Weinberger, Siegfried, Stadtbahnbe amter. Budapest VI,
Dalfzinhaz RubarS su en er Eee
Weise, Richard, Kaufmann. Dresden, Bartholomäistrasse 11
Weismann, August, Dr. phil., Universitäts-Professor, Geheimer
Rath, Direktor des Zoolog. Museum in Freiburg 1.
Weiss, Julius, Weinbergsbesitzer. Deidesheim (Rheinpfalz)
Wenzel, Paul. Heiligenhaus bei Düsseldorf, Ringstr, 35
Weskamp, A. Mayen (Rheinprovinz) . :
1396
1884
1893
1385
1890
1889
1896
1897
1590
1893
1895
1883
1898
1888
1892
1883
1893
1395
1892
1889
1896
1892
1895
1896
1893
1893
1895
1895
1390
1889
1891
1890
1895
1893
1889
1892
1895
1588
1893
1894
1896
1889
Mitglieder-Verzeichniss. — Schriften-Austausch. N
Weyding, August, Lithograph. Elberfeld, Wilhelmstrasse 17 . 1889
Weymer, Gustav, Beamter Elberfeld, Sadowastrasse 21a 1889
Wiskott, Max, Fabrikbesitzer. Br eslau, Kaiser Wilhelmstr. 69 1885
_ Wolpers, Franz, Kaufmann. Hannover, Bahnhofstrasse 8 . . 1891
Wulffen, Carl Freiherr von, Secondelieutenant d. R. München,
EETSERAEROS I TI ar 0 2.218094
Zeidler, Karl, Modelleur. Meissen, Thalstrasse 94 . . . .. 1896
Ausserdem
Entomologischer Verein für Karlsbad und Umgebung. yet
Hüttner, Schriftführer, I. Volksschule . . . 1897
Internationaler Entomologischer Verein, Guben, Vor sitzender:
H. Redlich . . 1889
Wiener Entomologischer Verein, Schriftführer: Alois Sicher,
Wien XIV, Schweglerstrase 9. . =... 2. .2.2..2...1889
--&-
Die Vereine, mit denen der Entomologische Verein „Iris“
Schriften austauscht, sind:
Asiatie Society of Bengal. Journal.
Berliner Entomologischer Verein. „Berliner Entomologische Zeit-
schrift“.
Brooklyn Entomological Society. „Entomologica Americana“. Hoog-
land Laboratory, Corner Pacific & Henry Streets, Brooklyn
NEN CUNS: ZA)
Cambridge Entomological Club. „Psyche, a journal of Entomology*.
Cambridge Mass., (U. S. A.)
Deutsche Entomologische Gesellschaft in Berlin. „Deutsche Ento-
mologische Zeitschrift“.
Entomological Section of the Academy of Natural Sciences of
EanleipLia. „Entomological-News Philadelphia, Penn. Logan
Square. (U. S.Aı
Entomological Society of London. The Transactions. (M. Champion,
11 Chandos Street. Cavendish Square, London W.)
Entomologiska Föreningen. „Entomologisk Tidskrift“. Stockholm,
Drottninggatan 9. e
Nassauischer Verein für Naturkunde. Wiesbaden (Dr. A. Pagenstecher).
Naturalista Sieiliano. Palermo (E. Ragusa), Hötel des Palmes.
Nederlandsche Entomologische Vereenigung. Tijdschrift voor Ento-
mologie. (D. van der Hoop, Zuidblaak 64, Rotterdam).
Schw eizerische Entomologische Gesellschaft. Mittheilungen (redigirt
von Dr. G. Stierlin). Custos Dr. Steck. Bern, Näeelistr. D.
Societa Entomologica Italiana. „Bulletino della S. E X (Dr. A Senna
Secretaire de la Soc Ent. Italienne. R. Museo, Via Romana 19,
Firenze).
Societas Entomologieca. Zürich-Hottingen. (M. Rühl).
Societas Entomologica Rossica. „Horae S. E R.“
Societe Entomologique de Belgique. Annales et Bulletins. (Ant.
Duvivier, Bruxelles, 20 rue du Musee).
Soeiete Entomologique de France. Annales et Bulletins. (M. J.
Gazagnaire, Paris, 31 Boulevard de Port-Royal).
Verein für 'schlesische Insektenkunde zu Breslau. „Zeitschrift für
Entomologie“.
“ Die Geometriden des Amurgebiets
von
Dr. 0. Staudinger.
Die folgende Aufzählung der Geometriden des Amur-
gebiets wurde bereits vor 6 Jahren von mir geschrieben, und
bildet den Schluss meiner Arbeit über „Die Macrolepidopteren
des Amurgebiets“, die im 6. Bande der Memoires sur les
Lepidopteres par N. M. Romanoft, 1892, erschien. Sie konnte
nicht mehr in diesem schon sehr starken Bande gedruckt
werden, und da die folgenden Bände (von denen bis heute
- erst einer erschienen ist) für die grossen Arbeiten des inzwischen
leider verstorbenen E. L. Ragonot bestimmt waren, so lasse
. ich diese Arbeit, mit Bewilligung des Redaeteurs der M&moires,
Eh”
35
Sr
2
in unserer Zeitschrift drucken. Ich verweise diejenigen Leser,
- die sich speciell für die Lepidopteren des Amurgebiets
interessiren, auf die im 6. Bande der Memoires Romanoft,
S. 83—127 von mir geschriebene Einleitung; meine Arbeit
über die Macrolepidopte: ‚en des Amurgebiets ist auf der Biblio-
thek des Vereins vorhanden.
Zu dieser, vor 6 Jahren geschriebenen Arbeit habe ich
jetzt noch die Zusätze und Veränderungen gemacht, welche
durch eine vierte Arbeit des Herrn L. Graeser über die Lepi-
dopteren-Fauna des Amurlandes in der Berliner Entom. Zeit-
schrift 1892, S. 209—234, sowie besonders auch durch brief-
liche Mittheilungen dieses Herrn mir ermöglicht wurden.
Ferner sammelten die Gebrüder Dörries noch einmal 1894 im
'Sutschan-Gebiet; unter der mir 1895 überlassenen Ausbeute
befanden sich verschiedene Geometriden, die Zusätze zu dieser
Arbeit nöthig machten. Auch konnte ich nach denselben noch
3 neue Arten beschreiben, von denen ich bisher eine (Cidaria
Musculata) noch gar nicht, die anderen beiden (Odontopera [?]
Ochraceata und Lobophora Exportata) nur in je einem Stück,
nach dem eine Beschreibung nicht gut möglich w ar, erhalten
‚hatte,
Dr. ©. Staudinger 5
Bei der vorliegenden Arbeit empfand ich sehr den Mangel
einer grösseren Sammlung richtig bestimmter Geometriden aus
Japan, wo ein grosser Theil der im Folgenden aufgeführten
344 Amur-Arten vorkommt. Leech’s Werk „On the Lepidop-
tera of Japan und Corea“ endet mit den Noctuiden; die von
ihm beabsichtigte Fortsetzung über die Geometriden ist bis ;
jetzt noch nicht erschienen. Herr A. G. Butler hat eine
grosse Anzahl japanischer Lepidopteren, auch ziemlich viele
Geometriden, beschrieben und theilweise abbilden lassen, so
besonders in Part II und III der Illustrations of Typical |
specimens of Lep. Het. in the Coll. of the. British Museum
(1878 und 1879), die ich verglichen habe. Es ist mir aber meist
nicht möglich gewesen, aus Butler’s Beschreibungen allein seine
‚Arten zu erkennen, besonders auch weil er dieselben in ganz
verkehrte oder mir unbekannte Gattungen setzt. Es ist daher
nicht ausgeschlossen, dass einige von Christoph, Graeser,
Hedemann und mir beschriebene neue Amur - Geometriden
bereits von Butler benannt sind, wie auch dieser einzelne
früher schon beschriebene Arten unter anderen Namen auf-
führt. Da Dörries im Sutschan zu den früheren von ihm
(und anderen) im Amurgebiet aufgefundenen, bisher nur von
Japan bekannten (Geometriden noch so auffallende Arten wie
Erebomorpha Consors Butl., Urapteryx Luteiceps Feld. &
Rog., und Urapt. Veneris Butl. auffand, so ist anzunehmen,
dass noch manche andere japanische Arten im Amurgebiet
vorkommen werden.
Von den einzelnen Gattungen ist Cidaria (im oe
schen Sinne) mit den meisten Ar ten, 69, im Amurgebiet ver-
treten, was nicht eben auffallen kann, da diese Gattung auch
in Mittel- und Nord-Europa die artenreichste ist. Dahingegen
war es kaum zu erwarten, dass Acidalia mit 59 Arten an
zweiter Stelle kommt, weil diese meist zarten T'hiere in Europa
im Süden in grösserer Anzahl als im Norden auftreten. Dann
folgen im Amurgebiet die Gattung Eupithecia mit 28 und
Boarmia mit 27 Arten (zu den letzteren könnten eventuell
noch die fünf Jankowskia-Arten gerechnet werden). Sehr
auffallend ist es, dass 11 Lygr is- Arten vorkommen, da
mir in meinem. Catalog 1871 “davon nur 10 für das ganze
europäische Faunengebiet bekannt waren; auch heute kenne
ich für dasselbe nur 14 gute Lygris-Arten. Be.
Da sich gewisse Lokalitätsnamen sehr häufig wieder- ER
holen, so habe ich dieselben fast stets so abgekürzt aufgeführt,
wie in meiner früheren Anıur-Arbeit, aus der auch Genaueres :
Die Geometriden des Amurgebiets. 3
über die Lage dieser Lokalitäten zu ersehen ist. Diese Ab-
_ Kürzungen sind folgende:
- Ask.= Askold (kleine Insel, südöstlich vor Wlad. gelegen).
Baran. = Baranowka (kleiner Ort am Suifun, fällt meist
mit diesem zusammen).
Bik. = Bikin (ein grösserer, östlicher Nebenfluss des Ussuri).
Blag. = Blagoweschtschensck (Stadt am oberen Amur).
Bur.-G. = Bureja-Gebirge (von Hedemann als Chingan-
(ebirge bezeichnet; am mittleren Amur).
Chab. = Chabarowka (Hauptstadt der Amur-Küstenprovinz,
am Einfluss des Ussuri in den Amur gelegen).
Nik. (oder Nikol.) = Nikolajewsk (Hafenstadt. am unteren
Amur, der nördlichsten Lokalität, wo im Amurgebiet
gesammelt wurde).
Pokr. = Pokrofka (Ort am Beginn des Amur, an dessen
- Nordufer gelegen).
Radd. (oder Rad.) = Raddefka (Ort am mittleren Amur, an
den südlichen Ausläufern des Bur.-G. gelegen).
Sid. = Sidemi (kleine Halbinsel, südwestlich von Wlad.).
Suif. = Suifun (Fluss, der sich westlich von Wlad. ins
Meer’ ergiesst).
Uss. = Ussuri (grösster, südlicher Nebenfluss des Amur).
Wlad. = Wladiwostok (bekannte Hafenstadt im südlichsten
Theile der Amur-Küstenprovinz).
&rammicheila Stgr. nov. gen. Admirabilis Oberth.
Etud. X S. 29, Pl. I, Fig. 8; Iris X, Taf. II, Fig. 81.- Oberthür
beschreibt diese wunderbare Art als Metrocampa Admirabilis
nach einem am 23. August bei Sidemi gefundenen $. Dörries
fand am Uss., Suif. und Bik. je ein 2, vom Sutschan brachte
er eine kleine Anzahl von Stücken beider Geschlechter mit.
Graeser fand Mitte Juni die Raupen an Juglans mandschurica
bei Chab. und erzog 29 Stück in der 2. Hälfte des Juli; er
sagt leider nur sehr wenig über die eigenthümliche Raupe.
Jetzt schreibt er mir, dass die grossen Raupen auf ihn den
Eindruck gemacht hätten, dass sie einer grossen, grünen
- Geometra-Art angehören müssten. Diese Admirabilis passte
ebenso wenig in die Gattung Metrocampa (mit eckigen Htfin.
_ und ganz verschiedenen Zeichnungen) wie zu irgend einer
anderen mir bekannten Gattung; ich stelle dafür ein neues
genus — Grammicheila — (grammae, Strich, cheilos, Rand)
auf, das sich bei keiner bekannten Gattung gut einreihen lässt.
_ Ich stelle es, besonders nach Graeser’s Bemerkung über die
1*
ähnlichen Raupen, vor Geometra und characterisire diese
Gattung Grammicheila kurz durch Folgendes: Grosser, nicht
eben schlanker Spanner mit fast glattrandigen, nur auf den
Htfin. schwach gewellten, licht gelbgrünen Flügeln. Die Val.
führen gleich hinter der Basis eine stark segmentförmig nach
aussen gebogene Querbinde; vor dem breiten mit zahlreichen
scharfen schwarzen Längsstrichen versehenen Aussenrande aller
Flügel steht eine schmale weisse, gelblich umrandete Querbinde,
am Ende der Zelle je ein feiner schwarzer Mittelmondstrich. Die
Fühler des 5 sind etwas kürzer als die von Metrocampa und
Angerona gekämmt, die Kämme nehmen allmählich an Länge
nach der Spitze ab, die Spitze selbst ist borstenförmig; die
Fühler des 2 sind ganz borstenförmig. Die ziemlich breiten
weissen, oben schwarzen Palpen überragen die glatte, (beson-
ders beim 5) ein wenig beutelförmig aufgetriebene Stirn fast
ear nicht. Rollzunge kräftig. Scheitel kurz, fast glatt behaart,
Prothorax glatt, Mesothorax, besonders die Flügeldecken,
ziemlich lang und etwas abstehend behaart. Beine verhält- :
nissmässig kurz, Schienen etwas verdickt, die hinteren mit
2 Paar Spornen. Hinterleib robust, von den Htfln. ziemlich
lang überragt, ähnlich wie bei Geometra (besonders beim &
weit stärker und kürzer als bei Metrocampa). Beim 5 ent-
springen Rippen 3 und 4 der Htfl. aus der unteren Ecke
der Mittelzelle, beim 2 entspringt 3 etwas vorher aus der
Mediana; die Rippen 6 und 7 entspringen beim 5 aus der
oberen Ecke, beim 2 7 etwas vorher. Bei einem ist
Rippe 6 nur auf dem linken Htfl. am Ende ziemlich lang
gegabelt. Die fast gleichstarke Rippe 5 entspringt weit näher 2
an 6 als an 4, sie läuft aber in den Aussenrand fast näher ae
an 4 aus. Mein & misst 55, mein grösstes @ 60 mm. Ich
habe diese schöne Art noch einmal abbilden lassen, da de
Oberthür’sche gute und kolorirte Abbildung den wenigsten
Lesern der Iris leicht zugänglich sein dürfte. u
Geometra Papilionaria L. (Herbacearia Men.?).,. Von
Radde im Juli im Bur.-Geb., von Hedemann Anfang August SE
bei Chab. gefunden; Dörries sandte sie mir von Ask., Baran., 3
vom Ussuri, Bikin und Sutschan, Jankowsky von Sid. ein.
(sraeser fand Papilionaria überall im Amurland häufig, nur bei
Nikol. seltener. Die von Menetries, nach einem von Maack
am Amur gefangenen Ö, aufgestellte Herbacearia halte ich jetzt
für ein abgeflogenes, etwas aberrirendes Stück (ohne weisse
Zeichnungen) der @. Papilionaria. Wäre es eine gute Art,
gefunden haben; auch ist in Menetries Beschreibung kein
Unterschied von Papilionaria, die er nicht vom Amurgebiet
aufführt, angegeben.
Geom. Albovenaria Brem. Von Radde im Bur.-Geb,.,
von Maak am Uss. im Juni und Juli gefunden; Christoph
fand am 7. Juli ein & bei Radd., Dörries sandte Stücke von
Ask., vom Uss., Suif., Sutschan und Bik. ein, Rückbeil fand die
Art bei Blag., Graeser nur bei Chab. in wenigen Stücken.
Geom. Valida Feld. & Rogenh. Novara - Reise IV,
Taf. XXVII, Fig. 37 (1874); Dioptasaria Christ. Neue
Lep. Amur S. 9 (1880). Diese Art wurde zuerst im Felder-
schen Novara-Werk 1. c. als Geom. Valida nach einem Stück
von Japan veröffentlicht. Christoph fand Nachts in einem
Hochwalde bei Wlad. am 16. Juli ein 3, am 19. Juli ein 9.
_ nach denen er diese Art als Dioptasaria beschrieb; seine
Originale sind in meiner Sammlung. Dörries sandte mir
283 vom Uss. und einige vom Sutschan, Graeser fand An-
fang Juli en & bei Wlad. Stücke dieser Art wurden mir
auch aus Japan als Geom. Valida zugesandt, sie stimmen
mit denen des Amurgebiets ganz überein.
Geom. Glaucaria Men. Von Maak am Amur bei der
Ussuri-Mündung entdeckt, von Radde im Juli im Bur.-Geb.
gefunden; Dörries sandte sie vom Uss., Sutschan und Suif.,
-Jankowsky von Sid. ein. Graeser fing Anfang Juli bei Wlad.
zwei Pärchen, bei Chab. erzog er ein Pärchen aus Ende Mai
auf Quercus mongolica gefundenen erwachsenen Raupen.
Geom. Sponsaria Brem. Von Radde im Bur.-Geb., von
Maack oberhalb der Ema im Juli gefunden. Dörries sandte
sie von Ask. und vom Bik. ein, Graeser fand Ende Juni 2 88
bei Wlad., Rückbeil fing sie bei Blag. Aus Japan erhielt
ich eine Anzahl ziemlich verschiedener Stücke als Sponsaria,
die der folgenden Art recht ähnlich sind; sie haben feinere
weisse Querlinien, die am Vorderrande der Vdfl. nicht fleck-
artig erweitert sind.
Geom. Dieckmanni Graes. Berl. ent. Zeit. 1883 S. 384.
Diese der vorigen ziemlich nahestehende Art wurde von
Graeser in Mehrzahl aus Raupen erzogen, die er in der ersten
Hälfte des Juni erwachsen auf Quercus mongolica bei Chab.
fand. Bei Wlad. fing er Mitte Juli ein S, Christoph fand
dort Anfang Juli 2 22, Dörries sandte mir die Art von Ask..,
vom Uss., Sutschan und Suif. in gezogenen Stücken ein. Ich ver-
sandte sie früher als Promissaria in litt.; meine kleinsten
Aa
Dr. 0. Staudinger:
Exemplare sind nur 35 mm gross. Aus Japan erhielt ich mit
den oben erwähnten (etwas fraglichen) Sponsaria 6 kleinere
(30—53 mm grosse) Stücke, bei denen die beiden feinen
weissen Querlinien der Vdfl. am Vorderrande schwach fleck-
artig verbreitert sind, weshalb sie vielleicht einer kleineren
Form von Dieckmanni angehören.
Geom. Vernaria Hb. Von Radde im Bur.-Geb., von
Maack oberhalb der Ema gefunden; Dörries sandte sie von
Ask., vom Suif., Sutschan und Bik. ein, Graeser fing die Art Mitte
Juli in Anzahl bei Chab. und erhielt sie aus Blag., wo auch
Hedemann schöne grosse Stücke in der ersten Hälfte des
Juli fing. Von den 4 &8 dieser Art, die Dörries vom
Sutschan mitbrachte, ist das eine von den anderen so ver-
schieden, dass man es leicht für eine andere Art ansehen
könnte. Die beiden weissen Querlinien der Vdfl. stehen weit
dichter bei einander, die äussere ist in ihrem oberen Theil
ziemlich auffallend nach aussen gebogen, was bei keiner anderen
der mir vorliegenden Vernaria vom Amur der Fall ist. Ferner
haben die Htfl. dieses & einen fast ganz runden Aussenrand,
der bei allen anderen Vernaria in der Mitte einen stumpfen
Winkel bildet. Wohl in Folge dieser verschiedenen Flügel-
form verläuft auch die hier breite weisse @Querlinie der Htfl.
ganz (segmentförmig) rund. Bei dentschen Vernaria verlaufen
die beiden Querlinien der Vdfl. fast stets so dicht neben ein-
ander, wie bei diesem Amur-&. Die Ecke im Aussenrande der
Htfl. ist auch verschieden gross, sie verschwindet bei einzelnen
europäischen Stücken fast ganz, so bei einem meiner Sammlung
von Ungarn, bei einem andern von Sicilien fehlt sie völlig.
Da man diese Stücke unmöglich als von Vernaria verschiedene
Arten ansehen kann, so bilden sie wieder einen Beweis dafür,
wie wenig man zuweilen bei Art-Unterscheidungen auf die
Flügelform, sowie auf die verschiedene Form der @uerlinien
und deren Abstand von einander geben kann.
Geom. Zimmermanni Hedem. Hor. XIV, 8. 509,
Taf. III, Fig. 6. Herr Zimmermann fand diese Art Ende
Juni bei Blag. (später in Anzahl). Hedemann fing am 28. Juli
ein Stück im Chingan-Gebirge, Dörries sandte sie vom Ussuri
und Sutschan ein, Graeser fand sie im Juli nicht selten bei
Chab. Hedemann unterscheidet diese Art fast nur durch die
gezähnte weisse (Juerlinie von Vernaria,; auch ich finde sonst
keinen Unterschied, da die Biegung der Querlinien und die
Entfernung der beiden Querlinien von einander bei Vernaria
ziemlich abändern. Ich besitze einige Stücke vom Amur, bei
BE
Bi
a Be 4%
>
=
=
Die Geometriden des Amurgebiets.
1
denen die Querlinie so schwach (kaum) gezähnt ist, dass ich
zweifelhaft bin, wozu dieselben zu rechnen sind. Vielleicht
sind diese Uebergangsstücke als Hybriden von Geom, Vernaria
und Zimmermanni zu betrachten, da beide Arten zusammen-
fliegen; vielleicht mag letztere nur eine (häufiger vorkommende)
Aberration mit gezähnter Querlinie von Vernaria sein. Auch
bei grossen Vernaria aus Kleinasien und Sieilien ist die
(äussere) Querlinie der Vdfl. zuweilen schwach gezähnt.
Aracima Muscosa Butl. Ill. Typ. Lep. Het. Il, S.5
PIERRXVLKis. 85 Vestita.Hedem. Hor. XIV, 8. 508)
Taf. III, Fig. 3. Hedemann fand diese eigenthümliche Art
im Chingan-Gebirge, Christoph fing sie Mitte Juli bei Wlad.,
Dörries sandte sie vom Suif. und Sutschan, Jankowski von
Sid. ein. Graeser fand Ende Juli 5 Stücke bei Nikol., An-
fang August ein 5 bei Pokr. und am 4. August ein 2 bei
_ Wlad. Stücke von Nikol. verlieren die rothvioletten Flecken
fast ganz. Stücke aus Japan sind durchschnittlich nur etwas
erösser als die vom Amur. Butler beschrieb diese Art etwa
eim Jahr früher als Hedemann und stellte danach die Gattung
Aracima auf.
Agathia Carissima Butl. 1. c. S. 50, Fig. 7; Lacu-
naria Hedem. 1. c. S. 512, Fig. 4. ° Diese schöne, zuerst
von Butler aus Japan beschriebene Art wurde im Amurgebiet
nur auf Askold, bei Sidemi und im Sutschan-Gebiet von Dörries
gefunden. Ich besitze auch ein (älteres) Stück aus der
Atkinson’schen Sammlung von Cherra Punji (Nord-Indien),
das mir von Moore als „Visenda Butl.* bestimmt wurde.
Phorodesma Gratiosaria Brem. Von Maack Ende
Juli am „Sungatscha“* entdeckt; Dörries sandte diese Art von
Ask., Sutschan und Suif. ein, Rückbeil fand sie bei Blae:,
Graeser fing Mitte Juli ein 5 bei Chab.
Phor. Tenuisaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1888, S. 35
Iris X, Taf. I, Fig. 1. Graeser erzog ein 8 dieser von Hin
beschriebenen Art aus einer im Monat Juni auf Quercus
mongolica bei Wlad. gefundenen Raupe; ein zweites ver-
krüppeltes Stück fand er daselbst am 16. Juli. Von Christoph
besitze ich 4 Mitte Juli bei Wlad. gefundene Stücke, die der-
selbe für Neriaria HS. hielt. In der That sind sie der
Neriaria, die Graeser nicht gekannt zu haben scheint, sehr
ähnlich; die feinen weissen (@uerlinien der Vdfl. sind fast
genau so gebogen. Sie unterscheiden sich besonders durch
die weisse Unterseite des Htfl. mit schwach gebogener grüner
(uerbinde von Neriaria. Auch fehlt letzterer Art der deutliche
Dr. 0. Staudinger: y
Doppelflecken am Vorderwinkel der Htfl. fast ganz. Die mi
vorliegenden 4 Tenuisaria haben auch etwas spitzere vafl
als Neriaria und die nahe Pustulata, wie die Abbildung zeigt
Phor. Amoenaria Oberth. Etud. V, 8. 48, Pl. IS
Fig. 6. Von Oberthür nach einem am 17. Juli auf Askold €
sefundenem Stück beschrieben; Dörries sandte mir ein geflogenes
Pärchen von Askold, sowie ein gutes Pärchen vom Sutschan
ein. Graeser fand Mitte Juli 53 88 bei Wlad. ;
Phor. Tanerei Graes. Berl. ent. Zeit. 1889, S. 264;
Iris X, Taf. I, Fig. 2. Graeser beschrieb diese ausgezeichnete
Art nach einem Pärchen, das Herr Tancere vom Ussuri ein-
gesandt erhielt. Dörries sandte ein & vom Bikin und.
2 schlechte Stücke vom Sutschan, Jankowski ein Pärchen von
Sidemi ein. Das © von Sidemi ist sehr klein, kaum 21 mm
gvoss, während das 2 31 mm Flügelspannung hat. Ich habe >
das 5 vom Bikin abbilden lassen.
Phor. Albocostaria Brem. Von Maack am Amur a
Ussuri entdeckt, Christoph fand sie Mitte Juli bei Wlad.
Dörries sandte sie von Ask., vom Suif., Sutschan und Uss., Jan-
kowski von Sid. ein. Gr aeser fing sie nur bei Chab. im Jules
am Licht im Mehrzahl. Ein kleines 3 vom Suif. misst kaum
20 mm, während mein grösstes 2 von Ask. fast 35 mm gross
ist. Die Art ist von Bremer Albocostaria, nicht Albicostaria-
benannt, wie in meinem Catalog irrthümlich gedruckt ist.
Die Abbildung ist recht mangelhaft; die erste weisse Quer-
linie der Vafl. fehlt auf derselben ganz, die zweite ist nicht
gezackt abgebildet, und die weissen Mittelflecken, die in der
Mitte einen bräunlichen Strich führen, sind zu klein gemacht.
Ich erhielt ein 2 aus Japan, das den Stücken vom Amur
gleich ist. 12
Phor. Subtiliaria Brem. Maack entdeckte diese Art
Ende Juni am unteren Ussuri. Christoph fand am 2. Juli
ein frisches 5 bei Wlad., Dörries sandte einige Stücke vom
Uss., Suif., Sutschan und Bik. ein, Graeser fand Ende Juni
2 22 bei Chab. > oe
Phor. Smaragdaria Fab. var. Schrenck fand sie im
Juli bei „Dere“, Maack fand sie am Amur. Dörries sandte
mir Smaragdaria vom Suif. und Sutschan ein, Graeser fand
sie einzeln bei Chab. und Wlad., er erhielt sie in Mehrzahl
in grossen Stücken von Blag., die, wie auch meine beiden
Amur-& ö, breitere weisse @uerlinien haben, als solche
gewöhnlich bei europäischen Stücken auftreten.
a
re
Die Geometriden des Amurgebiets. g
Phor. Jankowskiaria Mill. Oberth. Diagnoses, S. 8,
Etud. V, S. 47, PL. TV, Fig. 7. Oberthür erhielt 3 Pärchen
dieser neuen Art von Askold, deren Beschreibung er von
meinem verstorbenen Freund Milliere machen liess, welcher
diese grünen Spanner ganz besonders liebte und genauer Kannte.
_ —_ Milliere trennte sie auch ganz richtig von der folgenden ihr
ziemlich ähnlichen Art. Ich erhielt nur ein ? dieser Phor.
Jankowskiaria durch Dörries vom Suifun eingesandt.
Phor. Chlorophyllaria Hedem. Hor. XIV, S. 510,
Taf. III, Fig. 7. Hedemann beschreibt diese Art nach Stücken
von der Insel Askold, wo sie nicht selten sein soll. Dörries
fand weder diese noch die vorige Art auf Askold, nur vom
_ _ Sutschan sandte er einige Stücke ein. Christoph fand in der
letzten Hälfte des Juli 3 Stücke der Chlorophyllaria bei Wlad.,
_ Jankowski sandte mir ein @ von Sid. ein, Graeser fand auch
nur en 2 bei Wlad. Herz fand am 12. Juni ein Stück
nördlich von Peking.
Phor. (?) Nemoriata Stgr. n. sp. Jankowski sandte
mir ein abgeflogenes 5 von Sidemi ein, das zu Keiner anderen
bereits bekannten Art gehören kann; ich hielt es zuerst für
eine Nemoria oder Thalera.. Es misst 25 mm, ist spangrün
und führt hinter der Mitte aller Flügel eine feine, schwach-
gezackte weisse (Juerlinie, die Vdfl. zeigen noch eine kaum
hervortretende, etwas nach aussen gebogene weissliche Basal-
Querlinie. Vor den theilweise abgeflogenen (weisslichen)
Fransen steht eine dunkle (bräunliche) Zimballinie. Die
weisslichen Fühler sind etwa so lang wie bei Smaragdaria
gekämmt, das gezähnte Ende ist bei dem vorliegenden &
x etwas spiralförmig gedreht. Die Palpen sind sehr dünn und
kurz, dünner und kürzer als bei den anderen Phorodesma-
Arten und selbst als bei Thalera Fimbrialis.. Die Stirn ist
dunkel, bräunlich wie bei den Nemoria- und Thalera-Arten.
Auch die Zeichnung und Form der Flügel haben weit mehr
Aehnlichkeit mit den Nemoria- als Phorodesma-Arten, da die
Htfl. auch in der Mitte des Aussenrandes eine (sehr) kleine
stumpfe Ecke zeigen. Die Beine hingegen sind denen der
Phorodesma-Arten gleich gebildet, namentlich haben die Hinter-
schienen 2 kurze Spornpaare, die bei Nemoria und Thalera
niemals vorkommen. Deshalb setze ich diese Nemoriata vor-
läufig zu Phorodesma, wenn sie auch später wohl in eine
andere (neue) Gattung kommen muss.
Nemoria Viridata L. Von Christoph Ende Juli bei
Wlad., von Hedemann Mitte Juni bis Anfang Juli bei Blae.
a
gefunden. Letzterer erwähnt Stücke mit breiteren weissen
‚Fig. 8. Hedemann beschreibt diese mir unbekannte Art nach
(uerlinien, die er aber sonst nicht von Viridata trennen kann.
Dörries sandte mir ein ö& von Askold, das auch etwas breitere
weisse (uerlinien als gewöhnliche deutsche Stücke hat, vom
Sutschan brachte er ein anderes & mit. Graeser führt Viridata
als einzeln bei Chab., Pokr. und Blag. gefunden auf; ers ‚sandte
mir auch ein abänderndes Stück von Sid. ein. .
Ein $, das Christoph am 10. Juni bei Wlad. fand,
scheint mir fraglich zu Viridata zu gehören. Ich hielt es
zuerst für eine abändernde Nem. Pulmentaria Gn.; doch
lässt sich nach diesem einen abgeblassten Stück nichts Sicheres
feststellen. Einzelne Amur-Stücke von Viridata scheinen dem
etwas gesprenkelten Vorderrande der Vdfl. nach zu Porri-
nata Z. zu gehören, welche ich jetzt nur als eine Form der
Viridata ansehen möchte. er
Nem. Alboundata Hedem. Hor. XIV, S. 511, Taf. III,
Stücken (oder nur einem Stück?) von Blag., Mitte Juli dort
gefunden. . 2
Nem. Confusaria Ster. Iris V, 144. Ich verweise
auf das, was ich früher in dieser ee l. e. über diese
etwas unsichere Art sagte. Meine Amur-Arbeit war damals
(vor 5 Jahren) allerdings im Druck, aber (wie ich bereits am
Anfang sagte) konnte das damals in St. Petersburg befind-
liche Manuskript über die Geometriden nicht mehr im 6. Bande
der Memoires Romanoff gedruckt werden. 2
Nem, Amphitritaria Oberth. Diagnoses 8. 8, Eind. v,
S. 49, Pl. IV, Fig. 8. Oberthür beschreibt diese Art nach
12 im Juni und Juli auf Askold gezogenen 85. Er saset,
dass sie „taille et forme de Thymiaria* (Strigata Müll.) haben,
seine Abbildung macht aber einen recht verschiedenen Ein-
druck von dieser gemeinen Art. Auch stimmt seine kurze
Beschreibung nicht mit der Abbildung überein, die braune
statt dunkelgrüne (vert fonee) Mittelpunkte der Flügel und
einen gelben Vorderrand der Vdfl. zeigt. Sehr auffallend ist
es, dass Oberthür 12 8&& dieser Art von Askold erhielt,
während dieselbe in 3—4 grösseren an mich gesandten
Sendungen von dieser Insel nicht vertreten war. 2
Nem. Strigata Müll. (Aestivaria Hb., Thymiaria Gn.)
Von Radde im Bur.-Geb.. von Maack am unteren Ussuwi
gefangen. Christoph fand sie Anfang Juli bei Wlad,, Dörries
sandte sie vom Bik. und Sutschan ein, Graeser fand sie
häufig bei Chab., seltener bei Wlad. 3
Er.
ES:
B-
BE ENT
EINE al =
11
Thalera Rufolimbaria Hedem. Hor. XIV, S. 512,
Taf. III, Fig. 5. Hedemann beschreibt diese, wie eine sehr
kleine Th. Fimbrialis Sc. aussehende Art nach Stücken, die
er Ende Juni, Anfang Juli bei Blagow. fand. Christoph fing
am 7. Juli ein 5 bei Wlad.,, Graeser 2 835 bei Chab.;
Dörries sandte je ein 2 vom Suif. und Sutschan ein. Einige
Stücke dieser Art erhielt ich aus Japan; Herz fand am 4. Juli
ein ö nördlich von Peking.
Thal. Chlorosaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1890, S. 81
(Fimbrialis Se. var.?). Graeser führt diese von ihm beschriebene
Art zuerst (l. ec. 1888 S. 387) als lichtere Thal. Fimbrialis
var. auf; als solche hatte ich sie auch in meiner Sammlung
stecken. Später beschreibt er sie als eine davon verschiedene
Art, die sich besonders durch ihre hellere, bleichgrüne Färbung
und weit breitere weisse Querstreifen von Fimbrialis unter-
scheidet. Da aber sonst fast alles stimmt, und Th. Fimbrialis,
die ich in einer Reihe von Stücken von Süd-Frankreich bis
Centralasien vor mir habe, ziemlich abändert, so kann diese
Chlorozaria eventuell als Lokalform der Fimbrialis angesehen
werden. Christoph fand sie Ende Juli bei Radd., Dörries
sandte sie vom Bik. und Sutschan, Jankowski von Sid. ein.
(sraeser fand sie selten bei Chab., Blae. und Wlad.; Tancre
erhielt sie auch von Radd.
Thal. Grandificaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1889, S. 266;
Iris X, Taf. I, Fig. 3. Dörries sandte einige 55 vom Uss.
und Suif., sowie einige Pärchen vom Sutschan ein; Graeser
beschreibt diese Art nach einem 8, das Tancre vom Ussuri
erhielt, als Nemoria Grandificaria. Er setzt sie wohl des-
halb zu Nemoria, weil sie der Nem. Strigata sehr ähnlich ist,
nur ist sie bedeutend grösser. Da diese Grandificaria aber
gekämmte Fühler hat, so muss sie, nach der Lederer’schen
Eintheilung, zu Thalera gesetzt werden. Ein 5 vom Suifun
ist abgebildet.
Thal. (?) Lacerataria Graes. Berl. ent. Zeit. 1888,
S. 387; Iris X, Taf. I, Fig. 4. Graeser beschreibt diese
eigenthümliche kleine Art nach einem & von Wlad. Dörries
Sandte mir 6 58 und 2 22 vom Suif., Bik. und Sutschan
ein. Leech sagte mir, dass diese Art der Thalassodes Macru-
varia nahe stehe, aber „the tip of the primaries“ sei ver-
schieden. Ich kenne diese letztere Art nicht, kann auch nicht
finden, wo sie beschrieben ist. „Jedenfalls passt Lacerataria
Graes. zu anderen von Guenee in seine Gattung Thalassodes
gestellten Arten noch weniger als zu Thalera, wohin sie Graeser
Dr. O. Staudinger:
stellt. Durch den tiefen Einschnitt in der Mitte des Aussen-
randes der Htfl. und einen solchen, etwas weniger tiefen im
oberen Theil des Aussenrandes der Vdfl. unterscheidet sich
diese Lacerataria sofort von allen anderen kleinen grünlich
gefärbten Spannern; ebenso durch die 4 dunklen Mittelpunkte
und die dunkle Querlinie im Aussentheil. Die mir vorliegenden
Stücke ändern von 23—27 mm in der Grösse ab; ein 8 vom
Sutschan ist abgebildet.
Iodis Lactearia L. Von Maack am unteren Ussuri
eefangen. Hedemann fand sie in der zweiten Hälfte des ie
Juni nicht selten am mittleren Amur, Christoph fand am
12. Juni ein 5 bei Rad., Anfang Juni 2 bei Wlad., Dörries
sandte ein & von Ask. und 3 Stücke vom Sutschan ein.
Iod. Ussuriaria Brem. Maack fand sie von Mitte Juni
bis Anfang August am unteren Ussuri bis zum Kengka-See.
Christoph fing sie Mitte Juli bei Wlad., Dörries sandte sie
von Ask. und Sutschan, ‚Jankowski von Sid., Rückbeil von 4
Blag. ein, Graeser fand nur 2 22 bei Wlad. Dass Bremers
Abbildung unkenntlich ist, seine Beschreibung aber diese Art
erkennen lässt, bemerkt schon Hedemann, der nicht angiebt,
wo er diese Art fand. Br
Acidalia Perochraria F.R. Graeser sandte mir in
sicheres Pärchen dieser Art als Ac. Ochrata Scop. ein >
welche letztere Art er in seiner Amur-Arbeit als häufig bei ;
Nikol. und Pokr., selten bei Wlad. aufführte. Es dürften wohl
alle seine Ochrata Perochraria gewesen sein, die ich auch von 5:
Saisan (südliches Sibirien) besitze. Bremer führt auch Peroch-
rarja als im Amurgebiet gefunden an. -
Acid. ? Dohlmanni Hedem. Hor. XVI, S. 257. Hede-
mann beschreibt diese mir unbekannte Art nach 2 88 aus
dem Chingan-Gebirge, die er zuerst für schärfer gezeichnete
Stücke der Perochraria ansah. Ich glaube fast, dass die erste
Ansicht die richtige ist, da Perochraria ziemlich stark abändert. 2”
Acid. Falcki Hedem. Hor. XIV, S. 515, Taf. IE =
Fig. 10, 10a. Von Hedemann bei Blag. von Ende Juni bis
Ende Juli nicht selten gefunden. 5
Acid. Muricata Hufn. (Auroraria Bkh.) Von Maack
Anfang Juli zwischen Noor und der Ema-Mündung gefangen.
Christoph fand sie Ende Juli bei Rad., Hedemann fing sie im
Chingan-Gebirge. Graeser fand sie bei Chab. und Blag. selten,
Dörries sandte mir ein Stück von Ask. und mehrere vom _
Sutschan ein. Die Amur-Stücke sind meist etwas dunkler
und mehr violettroth (weniger gelb) als die von Europa gefärbt.
Die Geometriden des Amurgebiets. 13
Acid. Nielseni Hed. Hor. XIV, S. 514, Taf. IIL, Fig. 9.
Hedemann fand sie Mitte Juli ziemlich selten bei Blag.,
Dörries brachte nur ein Pärchen vom Sutschan mit. Ich stelle
diese reizende kleine Art zu Muricata, da die Fühler des 5
_ ebenso borstenförmig und lang bewimpert sind, nicht gekämmt
wie die der Perpusillaria, wo der Autor sie einreiht.
r Acid. Salutaria Chr. Neue Lep. Amur S. 19. Christoph
entdeckte diese neue Art Ende Juli bei Rad. und Wlad.,
- Dörries sandte sie vom Uss., Suif. und Sutschan, Graeser fing
sie im Juli m Anzahl am Licht bei Chab. Da die Rippen
6 und 7 der Htfl. gestielt und die Hinterschienen des 5 unge-
_ spornt sind, so muss diese Art bei Muricata und nicht bei
Rubiginata eingereiht werden.
| Acid. Salubraria Ster. n. sp. (Salutariae var. aestiva?)
Taf. I, Fig. 5. Dörries brachte 3 Stücke (1 geflogenes 8 und
2 frische 9 2) dieser Art mit 5 der vorigen, ihr sehr ähnlichen
Art aus dem Sutschan-Gebiet mit. Grösse 15—18 mm (etwa
wie die der Salutaria); Flügel licht lehmgelb mit schwarzen
- Mittelpunkten, die Vdfl. mit 5, die Hffl. mit 2 vöthlichen
Querlinien, alle Flügel wit etwas dumklerem, violettgrauem
Aussenrande. Die gelbe Flügelfläche ist spärlich mit schwärz-
lichen Pünktchen bestreut. Die Vdfl. haben einen dunkleren,
röthlichbraunen Vorderrand und 3 röthliche Querlinien, ähnlich
wie die weit dunkleren der -Salutaria (die Christoph Quer-
binden nennt), sie sind, wie bei dieser Art in Form und Ab-
stand von einander etwas veränderlich. Der schwarze Mittel-
_ punkt steht bei den 3 vorliegenden Salubraria kurz vor der
2. Querlinie. Der Aussenrandstheil hinter der 3., nach unten
dunkleren Querlinie ist bei beiden ?% in der unteren Hälfte
bindenartig violettgrau ausgefüllt, beim etwas abgeflogenen &
bemerkt man hier kaum eine Verdunkelung. Auf den Htfin.
ist der ganze Aussenrand (hinter der 2. röthlichen Querlinie)
bei den 2 bindenartig violettgrau; der schwarze Mittelpunkt
steht hinter der ersten Querlinie. Auf der glänzend licht-
grauen Unterseite treten die Mittelpunkte sowie die äussere
_ Querlinie scharf dunkel auf, ebenso die 2. Querlinie der Vdfl.,
' während die erste hier ganz fehlt und auf den Htfin. nur
- schwach angedeutet ist. Die borstenförmigen Fühler des 8
a ‘sind kurz bewimpert, weit kürzer als bei Salutaria. Die
- Hinterbeine des 8 sind leider abgebrochen, sie dürften aber
wie die des 2 und wie die sehr dünnen Palpen etc. mit den ent-
sprechenden Theilen der Salutaria (ziemlich) übereinstimmen.
Durch die viel lichtere, gelblicheGrundfärbung und die röthlichen,
14 Dr. O. Staudinger:
nicht dunklen Querlinien unterscheidet sich Salubraria
ziemlich auffallend von Salutaria; es scheint mir aber nicht
ausgeschlossen zu sein, dass sie eine lichtere 2. Generation
von ihr sein Könnte, was erst durch genaue Beobachtungen
festgestellt werden kann. Auf der Abbildung sind die Quer-
linien, mit Ausnahme der äusseren kaum (nicht) zu erkennen ;
die inneren (Querlinien sind auch schwächer als die äussere ;
beim 5 sind sie auf den Vdfln. so gut wie verloschen.
Acid. ? Jakima Butl. Ill. Typ. Lep. Het. III. S. 40,
Pl. L. Fig. 10. Graeser zieht ein bei Wlad. gefundenes &
zu dieser Japan-Art. Ob dies wirklich die mir nur dem
Bilde nach bekannte Jakima oder die folgende dieser ähn- Fe
liche Art war, kann ich leider nicht entscheiden.
Acid. Amoenaria Steger. n. sp. Taf. I, Fig. 9. Christoph
fand am 3. August ein 8 bei Wlad., Dörries sandte 2 2%
dieser niedlichen Art von Askold ein. Grösse 15-20 mm:
Grundfarbe lichtgraugelb (strohgelb), Vdfl. mit einer violetten
(Juerlinie bei */, und einer 2mal ausgebogenen dicken, fast
schwarzen (uerlinie bei ?/, der Länge; an der letzteren
stösst nach aussen eine dunkelwiolette Querbinde, die den
Aussenrand nicht erreicht. Vor der äusseren Querlinie steht am
Innenrande noch ein verloschener vzolettröthlicher Fleck, sowie
am Ende der Zelle ein schwarzer Punkt. Auf den Htfin. ist
der Basaltheil violettroth bestreut (beim 8 nur sehr gering);
am Ende der Zelle steht ein scharfer, schwarzer Punkt.
Dicht dahinter verläuft eine etwas gebogene violette Quer-
linie, die bei dem einem 2 sehr scharf ist und an den Punkt
stösst, während sie bei den anderen beiden Stücken ziemlich
weit davon (durch Gelb) getrennt ist. Dann folgt eine
breite, sich nach aussen allmählich auflösende vwöolettbraumne .
(uerbinde, die nur sehr wenig von der (uerlinie getrennt
ist. Auf der Unterseite aller Flügel treten die Mittelpunkte -
sehr deutlich und grösser, strichartig, auf, ebenso ist die
äussere Querlinie hier scharf dunkel; hinter derselben folgt
auf den Vdflin. die dunklere Binde, die auf den Hfin. nur bei
einem 2 theilweise und verloschen auftritt. Rippen 6 und 7
der Htfl. sind gestielt, die Hinterschienen des & ungespornt,
die des 2 mit einem Spornpaar; die Fühler des 5 sind kurz
bewimpert. Diese Acid. Amoenaria dürfte am besten zwischen
Trigeminata und Politata eingereiht werden. Jakima Butl.
hat 3 deutliche Querlinien auf den Vdfin.. und die dunkel-
violette Aussenbinde stösst (dem Bilde nach) unmittelbar an
den Aussenrand, wodurch sie leicht von dieser Amoenaria zu
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_ unterscheiden ist, deren Zeichnungen auf der Abbildung genau
wiedergegeben sind.
Aeid. Pallidata Bkh. Graeser fand: diese Art bei
_Nikol. sehr häufig, bei Pokr. nur ein 8; mir liegen keine
Amur-Stücke vor.
Acid. Nudaria Christ. Neue Lepid. Amur S. 12, Iris X,
Taf. I, Fig. 6. Christoph fing am 4. und 6. Juli 3 88 bei
Rad. (in einer kräuterreichen Schlucht des Chingan-Gebirges);
er stellt diese neue Art zu der grösseren, weisslich gefärbten
Nitidata HS., ich möchte sie lieber bei der gleichgrossen,
_ ähnlich gefärbten Pallidata einreihen. Sie hat auch ähnliche,
freilich fast ganz verloschene (Querlinien auf den Flügeln,
die beim Thier selbst nur wenig deutlicher als auf der Ab-
bildung hervortreten, welche die Form und Grösse genau
wiedergiebt. Christoph nennt die Färbung dieser Nudaria
„schmutzig ockergelb“, ich würde sie schmutzig (blass) lehm-
gelb nennen.
Acid. ? Obsoletaria Rbr. ab. ? Troglodytaria HS.
Christoph fand am 1. August bei Wlad. ein kleines, nur
11 mm grosses %, das ich fraglich zu der fraglichen Trog-
lodytaria HS. ziehe. Es kommt mit kleinen Stücken, die ich
als solche aus Kleinasien habe, fast ganz überein.
Acid. Bisetata Hufn. var. Extineta Stgr. Von Radde
Anfang Juli am Onon gefunden. Von Christoph erhielt ich
3 Mitte Juli bei Wlad. gefangene Stücke, Dörries sandte sie
von Ask., Baran., Suif. und Bik. ein; Graeser fing 2 Pärchen
bei Nikol. Alle mir vorliegenden Amur-Stücke unterscheiden
sich von typischen deutschen Bisetata dadurch, dass die
dunklen Bindenzeichnungen vor dem Aussenrande aller
Flügel fast ganz verloschen sind, sie verdienen deshalb wohl
als eine ziemlich auffallende Lokalform einen Namen
(v. Extineta). Als Aberration kommt diese Form einzeln auch
an andern Lokalitäten vor, so besitze ich ein solches Stück
aus Preussen, ein anderes von Sarepta (mein einziges von
dieser Lokalität).
Acid. Aequifaseiata Chr. Neue Lepid. Amur 8. 10,
Iris X, Taf. I, Fig. 7. Christoph beschreibt diese, der
Trigeminata sehr ähnliche, aber kreideweisse Art nach 4 88,
die mit anderen Insekten vom Amur nach London gekommen
waren, und die ich dort (1876 von Boucard) erhielt. Hedemann
fand diese Art Anfangs Juli in Gärten bei Blag. häufig;
auch Graeser erhielt sie von dort.
16 ED 70, Staudinger
Bremer führt Acid. Reversata Tr. als von ı Mäahli 7
Ende Juli am Sungatscha gefangen an. Da er sie bi
Scutularia Hb. Fig. 73 eitirt, kann dies vielleicht diese
Aequifasciata gewesen sein, denn ich glaube nicht, dass
Asa seminata Haw. (Reversata Tr.) m Amurgebiet NOTER
kommt. Vielleicht kann es auch Amoenaria Stgr. gewesen
sein, die der Trigeminata so ähnlich ist, dass Christoph das
einzelne von ihm gefangene & zuerst dafür hielt. In der
Abbildung ist diese Aequifasceiata sehr genau wiedergegeben.
Acid. Plumboseriptaria Chr. 1. ce. S. 12, Iris. Re
Taf. I, Fig. 8. Christoph fand diese niedliche kleine Art RB
vom 11 .—19. Juli nicht selten bei Wlad. In seiner Be-
schreibung sagt er irrthümlich „in der ersten Hälfte des
Juni“, aber unter den 5 von ihm gefangenen Stücken meiner
Sammlung (nach denen er beschrieb) steht unter jedem ein
von ihm geschriebener Datum-Zettel mit den oben ange-
gebenen Daten. Wenn der Autor ferner von dieser Art
sagt „Hinterbeine lang gespornt‘, so gilt das nur vom 9,
denn die beiden 88 haben sehr kurze ungespornte, langbe-
haarte Hinterbeine, wie die Arten der Lederer'schen Ab-
theilung A, b. a. 2. 00%. Den eigenthümlichen vier violett-
grauen, etwas bleifarben glänzenden Binden der Flügel nach,
steht diese Plumboseriptaria ganz isolirt da; sie dürfte noch
am besten bei der gleichgrossen Herbariata Fab. und der
ein wenig ähnlichen Isabellaria Mill. einzureihen sein. Dörries
sandte von Ask., Uss. und Sutschan je ein Stück dieser
kleinen Art ein, von der ich das @ von Askold habe ab-
bilden lassen. 2
Acid. Effusaria..Chr.- 1. e&, -8. 13, Tise Par
Fig. 10. Christoph, der diese Art bei Wlad. fand, hat sich
hier im Monat wieder verschrieben, da seine drei "Originale |
meiner Sammlung nach seinen darunter stehenden Datum- E
zetteln am 16. und 26. Juli (nicht Juni) gefangen sind.
Dörries sandte mir diese Effusaria von Ask. und Ussuri ein; 7
sie ist am besten zwischen Holoserieata und Praenstaria- ni
einzureihen. Die Zeichnungen treten auf dem N
5 von Ask. etwas dunkler hervor als sie in Wirklichkeit
sind.
Acid. Nitidata HS. Christoph fand am 24. Julien &
bei Rad., Mitte Juli ein Pärchen bei Wlad., Dörries sandte. R
sie von Ask. und Uss. ein; Graeser fand sie bei Chab: ge-
mein, bei Pokr. nur ein 2. Die von Hedemann als hänfie, 3
Anfangs Juli bei Blag. fliegende Acid. Nitidulata Chr.
it
Die Geometriden des Amurgebiets. RT
1
dürfte wohl zu dieser Art gehören. Christoph hat keine
Nitidulata beschrieben, aber, wenn ich nicht irre, die Nitidata
zuerst unter diesem Namen beschreiben wollen.
Acid. Inornata Haw. (Suffusata Tr.) var. ? Zwei
kleine, von Hedemann am 25. August am Ussuri gefangene
2 292 ziehe ich als eine kleine, blasse, ziemlich zeichnungslose
- (Sommer-) Form etwas fraglich zu dieser stark abändernden
Art. Die Stücke sind nur etwa 20—21 mm gross, es lassen
sich die Zeichnungen der Inornata auf den Flügeln erkennen;
einige kleinere englische Stücke kommen ihnen nahe, sind
aber nicht so licht weissgrau. _ Nach einer Mittheilung
Graeser’s gehören die beiden von ihm bei Nikol. gefangenen
Pärchen, die er als Aversata L. aufführt, zu Inornata.
Ale Acid. Crinitaria Stgr. n. sp. Taf. I, Fig. 11. Dörries
sandte mir nur ein ziemlich abgeflogenes 5 aus dem Sutschan-
Gebiet ein, welches sich durch eine sehr auffallende lange
schwärzliche Behaarung der Hinterbeine von allen mir be-
kannten Acidalien sofort unterscheidet. Grösse beinahe
20 mm; Grundfarbe schmutzig weissgelb mit sehr verloschenen
dunkleren Querlinien und sehr scharfen schwarzen Mittel-
punkten. Die Flügel sind mit dunkleren Schüppchen spärlich
bestreut, auf den Vdfin. bemerkt man eine rudimentäre dunkle
Querlinie unmittelbar hinter dem Mittelpunkt, sowie eine
schwach gezackte feinere Querlinie vor dem Aussenrande, die
auch auf den Htflin. auftritt. Letztere führen noch eine
schwache dunkle Querlinie vor dem Mittelpunkt, sie sind in
der Mitte des Aussenrandes etwas stumpfwinklig ausgebogen,
etwa wie bei Acid. Umbelaria. Da Rippen 6 und 7 aber
lang gestielt, und die Fühler sehr kurz bewimpert sind, so
gehört Ac. Crinitaria in die Lederer’sche Abtheilung A, b.
2. 00 und wird am besten hinter der grösseren Inornata ein-
gereiht. Die kurzen, ungespornten Hinterbeine sind nach
aussen sehr lang licht, nach innen und an den Hüften noch
länger schwärzlich (fast pinselartig) behaart, wie bei keiner
anderen Acidalia. Die Abbildung nach diesem nicht reinen
Stück ist so gut wie nur möglich ausgefallen.
Acid. Immorata L. var. Tessellaria B. ? Nur von
; Graeser bei Nikol. nicht selten gefunden. Diese mir in
| Natur unbekannten Stücke dürften daher zur var. Tessellaria
L- B. gehören, da Graeser mir schreibt, dass sie grösser als
typische Immorata wären und eine viel lichtere, weissliche
A Grundfärbung mit deutlichen dunklen Querbinden hätten.
2
18 Dr. O. Staudinger:
Acid. Rufociliaria Brem. (Rufularia Ev., Rufinaria Stgr.)
Diese von Radde im Juni in Dahurien entdeckte Art ist nach
Erschoff bestimmt Rufularia Ev., welchen Namen ich in Ru-
finaria umänderte, da er bereits in der Gattung Aci-
dalia vergeben war. Nur Hedemann sagt, dass diese Art
über Ost-Sibirien und das Amurland verbreitet, aber überall
selten sei, leider giebt er nicht an, wo sie in letzterem ge-
funden ist; Rückbeil fand sie im östlichen Altai in Anzahl.
Rufoeiliaria steht der Sentinaria Hb. (von Labrador) am
nächsten; die Hinterbene des 5 sind bei beiden Arten
gespornt.
Acid. (?) Accurataria Cr. Neue Lep. Amur 8. 15;
Iris X, Taf. I, Fig. 12. Christoph fand 3 55 dieser neuen
Art bei Radd., das eine am 18. August. Graeser fand ein
Pärchen bei Chab., Hedemann am 18. Juli ein 2 im Chingan.
Christoph sagt von dieser Accurataria: „Zeichnungsanlage der
Rubiginata Hufn., neben welcher sie ihren Platz findet.“
Rubiginata ist ja eine in Färbung und Zeichnung sehr ab-
ändernde Art, von der ich ca. 40 Stück (von Spanien bis
Öentralasien stammend) in meiner Sammlung besitze, aber
. diese Accurataria macht mir einen so verschiedenen Eindruck
von allen diesen Stücken und auch allen anderen mir be-
kannten Acidalien, dass sie mir sogar fraglich zu Acidalia
zu gehören scheint. Indem ich auf die Beschreibung des
Autors, sowie auf die genaue Abbildung des 5 verweise, be-
merke ich nur noch, dass die Hinterbeine lang und gespornt
sind, während Rubiginata kurze, ungespornte Hinterbeine hat.
Acid. (?) Museularia Stgr. n. sp. Taf. I, Fig. 13.
Dörries sandte mir ein gutes 8 dieser der vorigen nahe
stehenden neuen, kleinen Art vom Amurgebiet (ohne genauen
Fundort) ein. Sie hat dieselbe Grösse (ca. 20 mm), ähnliche
schmale, im Apex noch etwas spitzer ausgezogene Vdfl. und
ganz ähnliche (gleiche) Fühler und Beine. Die Fühler nenne
ich borstenförmig, doppelt lang und dicht bewimpert, nicht
„doppelt kammzähnig“ (wie Christoph dies thut). G@rund-
fürbung lehtgrau, grob dumkler bestreut mit einem scharfen
dunklen Mittelpunkt und einer schmalen dunklen Aussen-
binde auf allen Flügeln. Letztere ist fast nur eine breite, dunkle,
im Aussentheil stehende Querlinie zu nennen, hinter der sich
auf den Vdfln. eine sehr schwach verdunkelte, schmale Binde
anlehnt. Die Vdfl. zeigen noch bei ’/, ihrer Länge eine
schräg verlaufende @Querlinie; auf allen Flügeln sind die
Spuren einer mittleren (durch den Mittelpunkt ziehenden)
et a ei tn ine =
NER NERTHENN IR KEITEN PAIR UE ON
I
Die Geometriden des Amurgebiets. 19
Sehattenlinie schwach angedeutet. Vor den Fransen steht
eine ziemlich scharfe dunkle Limballinie. Auf der fast ebenso
lichtgrauen Unterseite aller Flügel tritt nur die äussere
dunkle Querlinie breit und deutlich hervor; die Mittelpunkte
sind nur schwach zu. erkennen. Die photographische Ab-
bildung giebt Form und Zeichnung genauer wieder, als dies
dem besten Zeichner möglich gewesen wäre.
Acid. Rubiginata Hufn. Von Hedemann Ende Juni am
mittleren Amur in sehr dunklen, violettröthlichen Stücken
gefunden; (sraeser führt 2 Pärchen von Blag. auf.
Acid. Vitellinaria Ev. Von Hedemann in der zweiten
Hälfte des Juni am mittleren Amur nicht selten gefangen ;
diese Amur-Stücke sind stärker gezeichnet als meine nord-
_ persischen.
Acid. Fumata Stph. Graeser fing sie häufig bei Nikol.,
bei Pokr. nur ein 8.
Acid. Remutaria Hb. Dörries sandte mir einige Stücke
von Ask. ein, die von deutschen kaum verschieden sind;
Graeser fand sie bei Nikol., Chab. und Wlad.
Acid. (?) Pudicaria Motsch.; Iris X, Taf. I, Fig. 14. Von
Christoph Mitte Juli bei Radd. und Wlad. gefunden, Dörries
sandte sie von Ask. und Sutschan, Jankowski von Sid. ein,
Graeser fand bei Chab. und Wlad. je ein 8. In Lederer’s
Sammlung steckten 2 558 dieser Art von Japan, die als
Cabera Pudicata Motsch. benannt waren. Wo diese Art
beschrieben und ob es wirklich Pudicaria Motsch. ist, kann ich
nicht feststellen; sie steht zwischen Remutaria und Nemoraria.
Die Abbildung eines 2 von Askold giebt die Zeichnungen,
welche nicht immer so scharf auftreten, genau wieder. Die
Färbung ist gelblichweiss mit gelben Querlinien, ganz ähnlich
wie bei Remutaria Frr., von der die Pudicaria vielleicht nur
die östlichste Lokalform sein mag.
Acid. Diselusaria Christ. Neue Lep. Amur S. 20;
Iris X, Taf. I, Fig. 15. Christoph fand diese neue Art vom
20. Juni bis 4. Juli bei Wlad., Dörries brachte 2 ?? vom
Sutschan mit. Wenn Disclusaria auch ähnlich gelb (blass
schwefelgelb) wie Immistaria gefärbt ist, so wird sie doch,
der Flügelform und Zeichnung nach, die von der Abbildung
genau wiedergegeben werden, am besten hier eingereiht.
Acid. Nemoraria Hb. Christoph fand sie Mitte Juni
bei Wlad., Dörries sandte sie vom Ussuri, Ask. und Sutschan
ein, Hedemann erhielt sie von Ask., Graeser fand sie einzeln
2*+
20 Dr. ©. Staudinger:
bei Nikol., häufiger bei Chab. und Wlad. Die Amur-Stücke
sind den deutschen ganz gleich.
Acid. Punctata Tr. und var. (ab.) Dignata Gn. Graeser
führte die typische Punctata von Chab. und Pokr. auf, von
Blag. erhielt er ein Pärchen der var. Dignata, Hedemann fand
nur die letztere Form Anfangs Juli bei Blag., er giebt Näheres
über das Abändern der von ihm gefundenen Stücke an.
Christoph fand am 19. Juli ein 2 der v. Dignata bei Rad.,
Dörries sandte vom Sutschan 2 2% der letzteren Form und
ein 8, das ich nur zu Punetata ziehen kann, dem aber scharfe
schwarze Punkte auf der Oberseite fehlen.
Acid. Caricaria Reutti. Christoph fand Ende Juli
2 kleine Stücke mit wenig hervortretenden Querstrichen bei
Rad.; Graeser führt 2 55 von Chab. auf.
Acid. Apieipunetata Christ. Neue Lep. Amur S. 22.
Christoph fand am 14. Juli ein 5 bei Wlad., nach welchem
er diese hier einzureihende Art beschreibt; das Original ist
in meiner Sammlung. Graeser fand ein Pärchen bei Wlad.
Acid. Corrivalaria Kretschm. Christoph fing am 21. Juli
ein frisches 5 bei Rad., das mit Berliner Stücken ganz über-
einstimmt; ein von ihm am 15. Juli bei Wlad. gefundenes,
recht abgeflogenes & gehört auch ziemlich sicher hierher.
Dörries sandte mir ein frisches 2 von Baran. ein. Die von
Bremer aufgeführte Sylvestraria Hb., von Maack am
unteren Ussuri gefangen, dürfte diese ihr recht ähnliche Corri-
valaria gewesen sein.
Acid. Strigaria Hb. Von Christoph am 21. Juli bei
Rad., von Hedemann am 25. Juni bei Blag., von Dörries auf
Ask., am Uss. und Sutschan gefangen. Graeser fand sie nicht
selten bei Nikol., Chab. und Blag. Die Amur-Stücke sind ein
wenig lichter grau als die deutschen.
Acid. Umbelaria Hb. (Compararia HS.). Von Radde.
im Bureja-Gebirge, von Maack am unteren Ussuri im ‚Juni
gefangen. Christoph fand sie im Juni bei Rad., Graeser sagt,
dass sie überall im Amurland mehr oder minder häufig sei;
Dörries sandte nur vom Sutschan ein kleines $ ein,
Acid. Strigilaria Hb. Von Radde im Bur.-Gebirge,
von Maack am Uss. im Juni und Juli gefangen. Christoph
fand sie Ende Juli bei Wlad., Dörries auf Ask., am Uss.,
Baran. und Sutschan, Graeser häufige bei Chab., selten bei
Wlad. Die Amur-Stücke dieser und der vorigen Art sind den
europäischen fast gleich.
t
Bi
"
£
Die Geometriden des Amurgebiets. 91
Acid. Ornata Scop. Von Hedemann am mittleren Amur,
von Graeser bei Pokr. 3 &5 gefunden.
Acid. Indieataria WIk. Cat. Lep. Het. XXIII S. 809;
- Bütl. Il. Typ. Lep. Het. III S. 43, Pl. LI, Fig. 8. ‚Christoph
fand am 28. Juli ein 5 bei Wlad., Dörries sandte sie vom
Uss., Suif. und Sutschan ein, Graeser fand sie bei Wlad.
Diese Art wurde von Walker nach nordchinesischen Stücken
beschrieben. von Butler nach japanischen abgebildet und zur
folgenden Gattung gestellt; sie scheint mir aber eine richtige
Acidalia zu sein. Meine Japan-Stücke sind weniger gezeichnet
als die vom Amur, während Butler’s Bild ein viel stärker
gezeichnetes Stück darstellt.
Problepsis Phoebearia Ersch. (Deliaria Brem.);
Discophora Fixs. M&m. Rom. II, S. 348, Pl. XV, 4 2 ().
- Von Radde im Bur.-Gebirge, von Maack am unteren Uss. im
Juni gefangen. Hedemann fand sie gegen Ende August selten
am oberen Ussuri, Christoph sandte ein Stück vom Amur ein,
Dörries eine grössere Anzahl &d8 von Ask., Uss., Suif., Baran.
und Sutschan. Er sandte mir ein recht verschieden aus-
sehendes ® ein, das aber wohl nur das dimorphe 2 der
Prob. Phoebearia sein kann. Fixsen beschreibt ein ganz ähn-
liches © aus Korea als Discophora; er kennt von Phoebearia
auch nur 58. Von Japan sind mir 2 Problepsis-Arten
bekannt; zu der einen, Superans Butl. Cist. Ent. III, S. 122
zieht Leech Discophora Fixs. als Synonym, ich glaube, dass
Superans eine andere Art ist, jedenfalls ist es nicht Phoebearia,
für die sie auch gehalten wurde.
Der Gattungsname — Argyris —, den Guenee 1857 gab,
muss dem älteren — Problepsis Led. — (1852) weichen, ebenso
'kann der Artname Deliaria Brem. nicht beibehalten werden,
da er schon vorher von Guenee in dieser Gattung vergeben war.
Micronia Pontiata Gn. Uran. et Phal. II S. 29; Iris X,
Taf. I, Fig, 16. Von Dörries auf Ask., am Suif, Bik. und
Sutschan in kleiner Anzahl gefangen, die Stücke ändern ein
wenig in der Stärke der Zeichnungen ab. Guenee beschreibt
h diese Art aus Nord-China, wo auch Herz am 17. August ein
Stück (nördlich von Peking) fand, ein anderes besitze ich aus
x Japan; beide stimmen mit Amur-Stücken überein, von denen
ich ein 2 von Askold abbilden liess.
Bi». Taeniophila Stgr. n. gen. Unio Oberth. Etud. V, S. 15,
Pl. IX, Fig. 12; Askoldaria Christ. Neue Lep. Amur
8. 27. Oberthür beschreibt diese auffallende Art als „Acidalia“
Unio nach einem, am 5. Juli auf Askold: gefundenen 8; er
Be
22 Dr. O. Staudinger:
giebt eine gute Abbildung desselben. Christoph beschrieb sie
nach einem $ meiner Sammlung, das von Dörries auf Askold
gefangen ist, als Askoldaria und setzte sie fraglich in die
Gattung Abraxas. Falls das dritte Heft des Bulletin de
Moscou, in dem Christoph’s Beschreibung enthalten ist, früher
erschien als Oberthürs Etude V (Ende 1880), was ich kaum
glaube, so hat der Name Askoldaria Chr. die Priorität. Durch
Dörries liegen mir ausser dem Christoph’schen Original noch
2 88 und 1 ® dieser Art vom Suifun sowie ein Pärchen
vom Sutschan vor. Ich stelle dafür eine neue Gattung,
Taeniophila, auf, da sie zu keiner mir bekannten Gattung
passt, einstweilen schiebe ich dieselbe bei Micronia ein, es
einem Systematiker überlassend, ihr später einen vielleicht
richtigeren Platz anzuweisen. Die Gattung Taeniophila
charakterisire ich kurz folgendermassen: Mittelgrosse, schlanke
Art mit ziemlich breiten, weissen Flügeln, die 4—5 (vom
Weiss theilweise durchbrochene) schmale, dunkle (graue) Quer-
binden führen. Fühler faden- (borsten-) förmig, beim 5
äusserst kurz (kaum erkennbar) bewimpert. Palpen sehr kurz
und dünn, die braune Stirn kaum überragend. Beine lang,
glatt beschuppt, die Hinterschienen (kaum verdickt) mit zwei
Paar kurzer Spornen. Hinterleib des 3 mit ziemlich langem
Afterbüschel (wie bei den meisten Acidalien), bei beiden 2 2
ragt die Legeröhre unten kurz hervor. Hinsichtlich des
(seäders verweise ich auf das, was Christoph sehr ausführlich
darüber sagt.
Meine 6 vorliegenden Taeniophila Unio ändern in der
Grösse von 33—40 mm ab. Sie führen nicht 3, sondern 4
dunkle Binden auf den Flügeln; auf den Vdfin. meist 5, wie
dies auch Oberthürs Bild zeigt. Bei dem von Christoph
beschriebenem % fehlt die erste dieser Binden, während die
beiden letzten, vor dem Aussenrande stehenden, so nahe
aneinander gerückt sind, dass er sie für eine ansah; er nennt
diese allerdings nur schmalen Binden — Linien —, 3 der-
selben sind aber über je einen Millimeter breit. Sie sind eigen-
thümlich grau gefärbt, von weisslichen Schüppchen theilweise
stark durchsetzt und durch die Rippen . weiss durchbrochen.
Zonosoma Pendularia Cl. var. Christoph fand sie Ende
Mai bei Rad., Graeser fing sie nicht selten bei Nikol., ein 8
fing er bei Blag. Meine beiden Amur-Stücke sind, wie ein
von Schilde in Nord-Finnland gefangenes Pärchen, dunkler
als typische Pendularia; sie sind dicht grau bestreut, fast
zeichnungslos. Da Graeser mir schreibt, dass dies bei allen
Die Geometriden des Amurgebiets. 23
seinen Amur-Stücken der Fall war, so kann diese dunkle
Form vom. Amur und Finnland als var. Griseolata
bezeichnet werden.
Timandra Amata L. Von Maack am Ussuri und Sun-
gatscha gefangen; Christoph fand am 13. August ein 8 bei
Rad., Dörries sandte ein Stück von Ask. und mehrere vom
Sutschan ein; Graeser sagt „sehr gemein“ bei Chab. und Blag.
Aus Japan erhielt ich Stücke der Amata als „Comp-
taria“ zugesandt.
Tim. Puziloi Ersch; Rectistrigaria Hedem.
_Hor. XVI S. 259, Taf. XII, Fig. 2a. Graeser fand diese
Art selten bei Nikol. und Pokr., ein 8 erhielt er von Blag.
Hedemann hält diese Art für Acidalia Rectistrigaria Eversm.,
die nach Erschoff’s Angabe vielleicht das ? zu seinem Puziloi-
ist. Hedemann lässt das $ sowie auch Puziloi-5 abbilden;
nach diesen Abbildungen scheint es mir aber recht fraglich,
dass das abgebildete 2 als eine Art zu dem abgebildeten &
gehört.
Rhyparia Melanaria L. und ab. Askoldinaria Oberth.
Etud. V, S. 52, Pl. IX, Fig. 11. Schrenck fand Melanaria
von „Kidsi“ bis zur Amur-Mündung, Radde fand sie im Juli
im Bur.-Gebirge, Christoph fing Mitte Juli ein Stück bei Wlad,
Dörries sandte sie von Askold und vom Sutschan, Jankowski
von Sid. ein. Graeser fand sie bei Nikol., Pokr. und Wlad.
nicht selten, er sagt, dass die meisten seiner Amur-Stücke zur
var. Askoldinaria Oberth. gehören. Diese Askoldinaria, die
ÖOberthür nach 2 Stücken von Ask. aufstellt, ist eine ziemlich
unbedeutende Aberration der Melanaria, die ich auch mit
typischen Stücken von Ask. erhielt. Sie unterscheidet sich
durch olivgraue statt weissliche Grundfärbung der Vdfl. und
zusammengeflossene schwarze Flecken (empätement noir) auf
denselben; beides kommt in allen Uebergängen vor. Auch
Hedemann spricht sich Horae XVI S. 259, bei Aufstellung
seiner ab. Hanseni (von Irkutsk) in gleichem Sinne über
die Askoldinaria aus. Rhyparia Fraterna Butl. aus Japan,
von der mir 4 Stücke vorliegen, kann auch nur als eine sehr
unerhebliche Lokalform der so stark abändernden Melanaria
angesehen werden.
Abraxas Flavomarginaria Brem. Von Maack Anfang
August am Kengka-See entdeckt. Christoph fand sie Mitte
Juli bei Rad., Hedemann am mittleren Amur, Dörries sandte
sie vom Bik. und Sutschan, Graeser fand am 24. Juni ein
frisches & bei Chab.
94 Dr. 0. Staudinger:
Abr. Whitelyi Butl. Ill. Typ. Lep. Het. II S. 52,
Pl. XXXVIL Fig. 4 Christoph fand einige Stücke dieser aus
Japan beschriebenen Art gegen Mitte Juli bei Wlad., wo auch
(rraeser Anfangs Juli 2 Pärchen fand. Dörries sandte mir
2 58 von Ask. ein; es scheint, dass diese schöne Art im
Amurgebiet recht selten ist.
Abr. Grossulariata L. Von Radde im Juni und Juli
inn Bur.-Gebirge, von Wulffius an der Possiet-Bai, von Christoph
Mitte Juli bei Rad., Anfang Juli bei Wlad. gefunden. Dörries
brachte einige Stücke vom Sutschan mit. Graeser fand eine
kleine Form bei Ust Strielka, bei Wlad. fing er Grossulariata
häufig, deren Raupen dort merkwürdigerweise auf Sedum
lebten, aus denen er „ganz normale“ Stücke zog. Oberthür
erhielt ein Stück von Askold. Meine Amur-Stücke sind meist 2
etwas kleiner als deutsche, auch mit etwas bräunlicheren
gelben Querlinien gezeichnet; doch ändert diese Art ja überall
stark ab. 2
Abr. Sylvata Scop. (Ulmata Fab.) var. Orientalis Stgr.
Taf. I, Fig. 18. Von Maack im südlichen Theile des Amur- E
sebiets, von Radde im Bur.-Geb., von Christoph Mitte Juli
bei Rad. gefunden. Dörries sandte sie von Ask. und Sutschan,
Jankowski von Ask. und Sid. ein; Graeser fand sie einzeln
bei Chab. und Wlad. Mit Ausnahme eines Stücks sind die
mir vorliegenden Amur-Stücke alle etwas kleiner und bedeutend
dunkler (gefleckt) als die typischen europäischen Sylvata, so
dass sie wohl eine Bezeichnung als Lokalform, v. Orientalis,
verdienen. Aus Japan liegen mir 8 ganz gleiche Stücke dieser
v. Orientalis vor, während 6 andere Stücke aus Japan, die
bedeutend dunkler und grösser als europäische sind, einer
anderen Form (Zeit- oder Lokalform?) angehören, die vom
Butler als Abraxas Miranda beschrieben und abgebildet
ist. Auf Korea fand Herz die Sylvata v. Orientalis, während
er nördlich von Peking, Ende August, Sylvata fand, die den
(grossen) deutschen fast gleichkommen, aber etwas dunkler =
sind. Wenn auch bei Lokalformen meist erst eine Anzahl ;
Stücke einen auffallenderen verschiedenen Eindruck von der
Hauptform machen, so glaube ich doch, dass die Verschieden-
heit auch schon in der Abbildung eines 2 hervortritt.
Abr. Marginata L. und var. (ab.) Opis Butl. Ann. & Mag.
Nat. Hist.-1878, S. 442; Il. Typ. Lep. Het. IH, Pl. LIIE
Fig. 3; v. Amurensis Hedem. Hor. XVI S. 44 und 260.
Von Radde im Bur.-Geb,, von Maack am unteren Uss. im Juni
gefunden. Christoph fand sie Ende Juni bei Wlad., Hedemann
Die Geometriden des Amurgebiets. 35
häufig am oberen und mittleren Amur im Juni, Graeser fand
sie sehr gemein bei Nicol. in der gewöhnlichen Stammform,
sowie als Aberration bei Nikol. und Pokr. Dörries sandte mir
ein Stück der ab. Opis vom Ussuri. Diese von Hedemann
als v. Amurensis benannte dunklere Form, die Butler schon
früher aus Japan als Lomaspilis Opis beschrieb, besitze ich
genau so aus dem Caucasus und vom europäischen Lappland,
sie kommt in allen Uebergängen zu der Stammform vor, bei
der übrigens (nach Clerck’s erster Abbildung) die schwarze
Mittelbinde fast ganz fehlt.
Christophia Steger. nov. gen. Festinaria Christ. Neue
op Amurl 8.25; Dis X," Tat.‘ L: Fig. 1 P Euchera
Agnes Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist: 1878 S. 441, Ill. Typ. Lep.
Het. 1II S. 47, Pl. LII, Fig. 10 var.?) Christoph fand diese
merkwürdige Art in der 2. Hälfte des Juli (20. und 22.) bei
Wlad., er beschrieb sie als Abraxas Festinaria. Sonst erhielt
ich nur noch von Dörries 3 abgeflogene ? ? aus dem Sutschan-
Gebiet. Diese Festinaria muss eine besondere Gattung bilden,
die ich nach dem um die lepidopterologische Erforschung so
vieler Gegenden hochverdienten Entdecker derselben Christophia
nenne und folgendermassen charakterisire: Grosse (5)0—57 mm),
schlanke Art mit nicht breiten Flügeln (die schmäler und
länger als bei Abraxas sind), die Vdfl. im Apex weit spitzer
als bei Abraxas. Die Flügelform (sowie auch die Fühler, die
Palpen und der Hinterleib) stimmt so auffallend mit der der
etwas kleineren Cidaria Fixseni Brem. überein, dass ich zuerst
glaubte, beide Arten müssten in dieselbe Gattung gesetzt
werden. Christophia ist aber durch folgende sehr merkwürdige
Eigenthümlichkeit des 5 von allen mir bekannten Geometriden-
Gattungen verschieden. Der erste Mediunast (Rippe 2) der
Vafl. verläuft nicht fast gerade im den Aussenrand, sondern
macht in seiner ersten Hälfte eine ziemlich starke Biegung
nach unten. An diese Ausbiegung, unterhalb derselben,
stösst auf der Unterseite eine längliche, furchenartige, seitlich
mit längeren Haaren bekleidete Vertiefung. Zwischen dieser
Furche und der Submediana liegt nach innen zu eine flache
(halb-) kreisförmige Vertiefung, die etwa so aussieht wie der
Abdruck einer runden kleinen Münze;etwas Aehnliches ist mir bei
den Lepidopteren ganz unbekannt. Auf den Htfln. entspringen
dieRippen 3 und 4 weit von einander, 5 steht etwa in der Mitte
zwischen 4 und 6 und ist mit diesen gleich stark; 6 und 7
sind gestielt. Die weissen Flügel sind bindenartig schwärzlich-
grau gezeichnet. Die Fühler sind in beiden Geschlechtern
3 SABRINA u TE 25
26 Dr. ©. Staudinger:
fast gleich, borstenförmig mit äusserst schwach hervortretenden
Zäckchen (also eventuell auch „schwach gezähnt“ zu nennen).
Palpen dünn und lang, den Kopf weit überragend; Beine
ziemlich lang und dünn, weit länger als bei Abraxas, etwa
wie bei Cidaria; Hinterschienen mit 2 Paar kurzer Spornen.
Hinterleib schlank und dünn, die Htfl. etwas überragend
(länger als bei Abraxas), gelblich, schwarz gefleckt mit gelb-
lichem Afterbüschel beim &, aus dem unten und seitlich zwei
längere schwärzliche, am Ende gelb gemischte Haarpinsel
hervorragen.
Ich überlasse es einem künftigen Systematiker, dieser
Gattung Christophia ihren richtigen Platz anzuweisen. Ganz
abgesehen von der merkwürdigen Auszeichnung auf der Unter-
seite der Vdfl. passt sie der Flügelform, den Fühlern, Palpen
und Beinen nach gar nicht zu Abraxas, sondern steht danach
der Cidaria Fixseni nahe. Nur durch die schwarz und weisse
Färbung der Flügel und den gelben, schwarz gefleckten Hinter-
leib erinnert sie äusserlich an die Abraxas-Arten, die aber
oanz anders gezeichnet sind. Auch Abraxas Elegans Butl.
aus Japan, mit der Festinaria (nach Christoph) die meiste
Aehnlichkeit haben soll, ist weit mehr gefleckt als gebändert,
sie ist eine richtige Abraxas. Da ich diese grosse (schwarz-
weisse) Christophia Festinaria vor Cidaria nicht einschieben
mag, die dann von den so ähnlichen Lygris-Arten störend
getrennt würden, so mag sie einstweilen zwischen Abraxas
und Halthia stehen, obwohl sie sicher da nicht hinpasst. Das
abgebildete & von Askold giebt die Zeichnungen der Christ.
Festinaria genau wieder.
Wahrscheinlich ist diese Festinaria eine Lokalform der
von Butler aus Japan beschriebenen Euchera Agnes. Was
die von Hübner benannte Gattung Euchera anbetrifft, so sind.
die von Hübner dazu gestellten 3 exotischen Arten so weit
verschieden von Festinaria (oder Agnes), dass diese unmöglich
oder doch nur von einem Autor wie Butler dazu gezogen
werden kann. Euch. Agnes Butl., die mir leider in Natur
nicht vorliegt, unterscheidet sich von Festinaria besonders
durch einen 'breiten schwarzen, in der Mitte weisslich gezackten
Aussenrand aller Flügel, sowie durch den gelben Vorderrand
der Vafl., der bei Festinaria nur dicht an der Basis gelblich
ist. Mr. Leech bezeichnete mir Festinaria direct als Agnes
Butl., doch scheint sie, nach Butlers Beschreibung und Ab-
bildung, eine sicher genügend von ihr verschiedene Lokalform,
vielleicht sogar eine davon verschiedene Art zu sein.
»
NR
Be
. Die Geometriden des Amurgebiets.
180)
-1
Halthia Eurypile Men. Von Maack an den südlichen
Zuflüssen des Amur, von Schrenck am 26. Juni bei Odjal
gefunden. Christoph fing sie im Juni bei Rad, Hedemann im
Juni am mittleren Amur, Dörries sandte sie von Ask. Uss.,
Suif. und Sutschan in Anzahl ein, Graeser fand Anfang Juni
die Raupe (die er leider nicht beschreibt) auf Pyrus bei Chab.
sehr häufig, in einem späteren Jahr fehlte sie dort ganz;
wenige H. Eurypile einer sehr kleinen Form erhielt er aus
Blag. Herz fand diese Art in Korea. Meine vorliegenden
Amur- sowie Japan-Stücke ändern, besonders in der Breite
der schwarzen Zeichnungen, stark ab.
Menetries bildete für diese Art die (Gattung Halthia,
die er vor die Sphingiden setzte, sie muss aber zu den
Geometriden gestellt werden, und unterscheidet sich von der
Gattung Abraxas leicht durch die (schmale) Flügelform, den
(langen) Hinterleib u. s. w.
Cistidia Stratonice Cramer IV S. 234, Pl. 398 K;
VithoraAgrionides Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1895
8.137, Il. Typ. Lep. Het. IL, Pl. XXII, Fig. 3. Christoph
. fand diese merkwürdige Art Ende Juli in kleiner Anzahl bei
Va)
Re
Wlad., auch von Rad. sandte er ein kleines Stück ein. Sonst
scheint nur: Dörries diese Art am Suifun und (häufig) im
Sutschan-Gebiet gefunden zu haben. Sie wurde bereits Ende
des vorigen Jahrhunderts von Cramer nach einem Stück aus
Japan mit falschem Kopf (einer anderen Art) als Stratonice
veröffentlicht; auch ich besitze Stücke aus Japan, die mit
denen vom Amurgebiet übereinstimmen und wie diese in der
Breite der schwarzen Zeichnungen etwas abändern. Der am
Ende etwas verdickten Fühler wesen wurde diese Art von
Butler und anderen für eine Agaristide (Castniine) gehalten,
von Butler als Agrionides beschrieben und in die Gattung
Vithora Moore gesetzt Mein verehrter Freund P. T. C. Snellen,
der zuerst Aufklärungen über diese Art gab, schrieb mir
darüber Folgendes: „Keine Castniine, sondern eine reine
„Geometrine und auch keine neue Art. Butler hat sie als
„Vithora Agrionides beschrieben und abgebildet, sie war aber
„bereits von Cramer, freilich mit falschem Kopf, aus Japan
„als Ph. Stratonice bekannt gemacht und abgebildet. Ich
„habe dies angezeigt und die Stellung der Art angegeben
„(Tijds. XXI, 1877 S. 115), was Butler bestritt. Er suchte
„sich mit der Behauptung zu retten, dass Vith. Agrionides
„die Stratonice nachahme, was aber Unsinn ist. Nirgends
„existirt eine Stratonice mit Fühlern wie sie Cramer abbildet,
ER AUT RREP d : H
# ‘ y
Au)
28 Dr. O. Staudinger:
„sondern alle, sonst mit dem Cramer’schen Bilde ganz über-
„einstimmenden Stücke haben die langen, etwas keulenförmigen
„Fühler. Cistidia Hb. Verz. 174 ist der älteste generische
„Name; auch Felder, Menetries und Motschulski haben Cistidia
„bereits zu den Geometrinen gestellt. Die keulenförmigen
„Fühler findet man auch bei den Spannergattungen Rhopalodes,
„Sauris und Remodes Guen. Die Stellung der Cistidia Stra-
„tonice ist bei Abraxas. Auf Butler kann man Nichts geben,
„sonst läuft man Gefahr, die dümmsten Fehler zu machen.“
Orthostixis (Naxa) Textilis Walk. List. Brit. Mus. VII |
8. 1793 (1856); Iris.X, Taf." 1, Fig. 19. "Bremerane. |
Stgr. Catal. 1871 S. 155; Laetata Brem. Im Junam
unteren Ussuri von Maack gefunden, Dörries sandte sie von
Ask., Uss., Suif. und Sutschan ein, Graeser bekam sie aus
dem südlichen Ussuri-Gebiet. Ich erhielt ein Stück aus Japan |
als Naxa Textilis Walk., welchen Namen mir auch Leech für
diese Art angegeben hatte. Walker beschreibt seine Textilis
nach 7 Stücken von Silhet (Vorderindien); seine Beschreibung
passt so gut zu dieser Amur-Art, dass sie wohl mit der
indischen zusammenfallen dürfte. Walker stellt nach seiner
Textilis die Gattung Naxa auf, doch ziehe ich sie zu Ortho-
stixis, wo sie bisher in meinem Catalog stand. Ich habe
ein & vom Suifun abbilden lassen.
Bapta Bimaculata Fab. (TaminataHb.) Von Christoph
Ende Mai. Antang Juni bei Rad., von Dörries auf Ask. und
im Sutschau-Gebiet gefunden.
Bapt. Temerata Hb. Von Radde im Bur.- Geb., von
Christoph Ende Mai bei Wlad., von Hedemann am mittleren
Amur nicht selten gefunden; Dörries brachte ein ? vom
Sutschan mit. Die Stücke dieser und der vorigen Art sind
den unter sich ja ziemlich abändernden europäischen ganz.
ähnlich.
Bapt. (?) Clarissa Butl. Ill. Typ. Lep. Het. II S. 49,
Pl. XXXVI Fig. 4 Christoph fand Ende Mai bei Rad. und
Wlad. einige Stücke, Dörries sandte ein © vom Bik. ein,
Graeser fing Ende Juni 3 Stücke bei Chab. Butler beschreibt
diese Art aus Japan als Jodis Clarissa; eine Jodis kann sie
niemals sein, ich stelle sie fraglich zu Bapta, wo sie
(sraeser einreiht. Dem äusseren Ansehen nach würde sie
besser zu Cabera passen, sie hat aber keine gekämmten
Fühler. Zwei Stücke von Japan stimmen mit denen vom
Amur ganz überein.
Die Geometriden des Amurgebiets. 39
Bapt. (?) Aetheriata Graes. Berl. ent. Zeit 1883 8. 391.
@raeser beschreibt diese der vorigen sehr ähnliche Art nach
5 Stücken, die er mit ihr bei Chab. zusammenfing. Christoph
fand am 31. Mai ein frisches 2 bei Wlad., Dörries sandte
mir ein Pärchen vom Uss. ein. Das 5 dieser Art hat säge-
2 förmige, ziemlich lang bewimperte Fühler, während sie bei
3 Clarissa nur sehr kurz bewimpert borstenförmig sind.
| Stegania Trimaeulata Vill. var. ? Dörries sandte mir
ein 2 von Askold ein, das ich zweifelhaft zu der mir nur
aus dem südlichen (südwestlichen) Europa und Krain be-
kannten Steg. Trimaculata ziehe. Es fehlt diesem 2 der
3. dunkle Fleck am Vorderrande der Vdfl. (vor dem Apex),
auch verlaufen die Querlinien etwas anders. In meinem
Catalog 1871 gebe ich ab. Cognataria vom Amur und die
ab. Commutaria als fraglich vom Amur an. Ich glaube
jetzt, dass dies irrthümlich geschah, und dass ich die von
Menetries aufgeführte Pylarge Commutaria dafür hielt,
der von Menetries citirten Abbildung Herrich-Schäffers nach
ist dies aber Acidalia Fumata Stph.
Steg. Cararia Hb. Christoph fand am 26. Juni ein frisches
ö bei Rad., Dörries sandte einige Stücke von Ask. und Uss.
ein, die mit europäischen völlig übereinstimmen. Graeser fand
_ ein Pärchen bei Chab.
Steg. (?) Griseolimbata Oberth. Diagnoses S. 9, Etud. V
SESOTBE TV He: 14, Ustulatarıa Christ. Neue. Lep.
Amur S. 31; Nemat. Straminea Butl. Ann. Mag. Nat.
Bist. 18198: 370; Hedem .Hor. 'XVJ, 8.49 u. 261, Taf. X, 2.
Oberthür beschreibt dieseArt zuerst in seinen im September
1879 erschienenen Diagnoses als PhasianeGriseo-Limbata
(nach einem 2 von Askold), später lässt er sie in seinen
Etudes abbilden. Kurz darauf (im November) wurde sie von
Butler nach Japan-Stücken als Nematocampa Satraminea
und dann von Christoph als Stegania Ustulataria beschrieben,
nach 3 Stücken, die er Anfang Juli bei Wlad. fand. Dort
fand auch Graeser ein 2 während Dörries mir einige Stücke
von Ask. einsandte. Diese Art ist sicher keine Phasiane, ob
sie aber eine echte Stegania ist, scheint mir zweifelhaft.
Fe Pogonitis Cumulaa Christ. Neue Lep. Amur 8. 28;
Fe lris X, Taf. IL, Fig. 20. ° Christoph fing diese neue ‚Art
— Anfang Juli in wenigen Stücken bei Rad. und Wlad.,
Graeser fand bei Wlad. ein 2. Christoph beschrieb diese
Art und stellte danach die neue Gattung Pogonitis auf, die
er nach dem eigenthümlichen, lang behaarten (befransten)
EN
Me
3) Dr. ©. Staudinger:
Innenrande der Vdfi. des & benannte. Ich erhielt ein ®
dieser Art aus Japan. Die Abbildung des 8 dieser nicht
scharf gezeichneten Art ist nicht besonders gut gerathen.
Cabera Pusaria L. Christoph fand am 27. Juni ein
kleines, etwas abänderndes 5 bei Rad., Dörries sandte ein
ähnliches kleines $& vom Uss. ein, bei beiden Stücken fehlt
die mittlere Querlinie der Vdfl. Graeser fand Pusaria gemein
bei Nikol., bei Chab. nur ein 2.
Cab. Exanthemata Scop. und v. (ab.) Schaefferi Brem.
Von Maack im Juni am unteren Uss, von Christoph Finde
Juni bei Rad., von Dörries auf Ask, am Uss., Suif. und
Sutschan, von Graeser bei Nikol. und Pokr. gefunden. Die
Amur-Stücke sind etwas lichter gelblich als die deutschen
gefärbt, im Ganzen aber wenig von ihnen verschieden. Noch
lichtere, weissere, wenig oder kaum gesprenkelte Stücke
vom Amur wurden von Bremer als Schaefferi beschrieben ;
er vergleicht und trennt sie nur von der ganz verschiedenen
Acid. Commutaria, nicht von Exanthemata. Aus Lederer’s
Sammlung liegen mir 2 etwas abgeflogene typische Schaefferi
Brem. vom Amur vor, zu denen frische Stücke, die Christoph
bei Rad., Dörries am Suif. und Jankowski auf Sid. fand,
gut passen. Graeser führt Schaefferi als eigene Art auf, die
er im Juli bei Chab. in Mehrzahl fand. Vielleicht fliegt
diese weissliche Form der Exanthemata an einzelnen Loka-
litäten des Amur-Gebiets fast allein, da sie sich aber sonst gar
nicht von den überall in diesem Gebiet lichteren Exanthemata
unterscheidet und alle Uebergänge von der einen zur andern
- Form vorkommen, so kann ich Schaefferi nicht als eine von
Exanthemata verschiedene Art ansehen.
Numeria Pulveraria L. und v. ? (ab.) Violacearia
Graes. Berl. ent. Zeit. 1888. S. 392. Von Radde im Bur.
Geb., von Maack oberhalb der Ema im Juli gefangen.
Dörries fand auf Ask., am Bik. und Sutschan Stücke, die
ebenso gross wie die europäischen (oder ein wenig grösser)
sind, die aber von diesen durch eine etwas verschiedene
dunkle Mittelbinde der Vdfl. abweichen. Dieselbe ist etwas
breiter, nach innen ‚ganz gerade abgeschnitten; bei einem
Stück fehlt sie ganz. Ich hielt diese Stücke zuerst für Num.
Pruinosaria Brem. sehe aber nach einer genauen Ver-
gleichung mit Bremer’s Beschreibung und Abbildung, dass
seine Pruinosaria nur die im Amur-Gebiet vorkommende Form
der Eubolia Semilutata Led. sein kann. Ausser den
grossen Amur-Stücken der Num. Pulveraria erhielt ich eine
Die Geometriden des Amurgebiets. 31
kleine Anzahl davon recht verschieden aussehender, viel
kleinerer Stücke von Ask., Wlad. (2. August), Ussuri und
Sutschan, die statt einer dunklen Mittelbinde der Vdfl. 2 dunkle
Querlinien haben und die etwas violett angeflogen sind.
(raeser hat diese kleine Form nach 2 22 von Wlad. als
ab. Violacearia beschrieben (wir versandten sie früher als
var. Pulverularia in litt.). Vielleicht gehören diese Violacearia
einer 2. Generation des Amur-Gebiets an, sie sehen wie eine
von Pulveraria verschiedene Art aus; ich erhielt niemals aus
Europa auch nur annähernd ähnliche Stücke. Graeser, der
Pulveraria als sehr gemein bei Nikol. und als selten bei Pokr.
und Wlad. aufführt, hält seine (2) kleinen Violacearia nur für
eine Aberration. Die Fühler der 58 sind bei beiden Formen
ganz gleich gebildet; da sie beide an denselben Lokalitäten
(auf Ask., bei Wlad. und Sutschan) vorkommen, und da ich
eine ziemliche Anzahl der Violacearia (von Dörries) erhielt,
so kann es keine blosse Aberration sein, sondern wohl nur
eine 2. Generation der Pulveraria (wenn nicht gar eine davon
verschiedene Art). Ein mir vorliegendes, etwas grösseres
abgeflogenes 2 aus Japan ist zu dieser v. (ab.) Violacearia
zu ziehen.
Eugonia Autumnaria Werneb. (Alniaria Esp.)'
Dörries sandte mir einige Stücke von Ask., Suif. und Sutschan
ein, die mit den ja auch ziemlich abändernden europäischen
ganz übereinstimmen. Graeser fand ein & bei Chab.
Selenia Tetralunaria Hufn. (Illustraria Hb.) und
v. Aestiva Ster. Christoph fand sie Ende Juli bei Wlad.,
am 10. Juli ein kleines & bei Rad., Dörries sandte die Art
von Ask., Bik. und Sutschan ein, Graeser fand sie sehr selten
bei Nikol., Chab. und Wlad. Das kleine 5 von Rad. stimmt
mit deutschen Stücken der kleineren, lichteren Sommerform
v. Aestiva fast ganz überein.
Perieallia Syringaria L. und ab.? Parva Hedem.
Hor. XVI S. 45. Von Maack im Juni am unteren Ussuri
gefangen, Christoph fand Anfang Juli ein & bei Rad. am
29. Juni ein anderes bei Wlad., Dörries sandte ein Pärchen
vom Sutschan, Graeser fand sie ziemlich häufig bei Chab.,
seltener bei Wlad. Diese Amur-Stücke kommen den europäischen
fast gleich. Die von Hedemann nach einem & aus dem Chingan-
Gebirge beschriebene Pericallia Parva möchte ich doch, so
lange sie allein bleibt, nur für eine merkwürdige Aberration
der Syringaria halten, zumal dem Autor dies auch nicht aus-
‚geschlossen zu sein scheint.
39 Dr. O. Staudinger:
Endropia Albonotaria Brem.; Iris X, Taf. I, Fig. 21.
Von Radde im Bur.-Geb., von Maack am unteren Ussuri im
Mai und Juni gefangen. Christoph fand sie Ende Mai bei
Rad. und Wlad., Dörries sandte sie von Ask., Uss., Suif. und
Sutschan, Jankowski von Sid. ein; Graeser fand sie bei Wlad.
häufig. Der weisse (lichte) Fleck im Aussentheil der Vafl.,
nach dem Bremer diese Art benannte, ist häufig breit
schwärzlich umrandet, nicht selten wird er ganz dunkel, wie
bei dem abgebildeten 8 von Askold. Ich liess dasselbe
besonders deshalb abbilden, weil die Bremer’sche Abbildung
nicht gut ist, da ich unter vielen Stücken kein so wenig
gezeichnetes erhielt. Aus Japan erhielt ich ein dunkles, sicher
zu Albonotaria gehörendes 5 als „Eutrapela Rufescen-
taria“ (Butl.?) zugesandt, während andere ‚Japan-Albonotaria
denen vom Amur ganz gleich kommen. Diese von Bremer
zur Gattung Selenia gestellte Albonotaria, die ich in meinem
Catalog zu ÖOdontopera stellte, soll nach Snellen zur Gattung
Endropia (rn. gehören.
Endr. Consociaria Christ. Neue Lep. Amur 8. 36;
Iris X, Taf. I, Fig. 22. Christoph fand diese der vorigen
sehr nahe stehende Art mit ihr zusammen bei Rad. und Wlad.;
Dörries sandte mir ein Pärchen von Ask. ein. Ich verweise
auf Christophs Beschreibung, der sie besonders durch den
Mangel des weisslichen (oder schwärzlichen) Fleckens im
Aussentheil der Vdfl, sowie durch andere Merkmale von
Albonotaria trennt. Auch lasse ich ein charakteristisches &
von Askold abbilden. Aus Japan erhielt ich 6 Stücke dieser
Oonsociaria, die meist dunkler als die vom Amur sind; einige
sind fast ganz braun.
Endr. Indietinaria Brem.; Versicoloraria Christ.
Neue Lep. Amur S. 34; Snelleni Hedem. Hor. S. 46
und 261, Taf. X, Fig. 1. Von. Schrenck bei „Dshai* am
Amur, von Maack am unteren Ussuri Ende Juni gefunden.
Bremer beschreibt diese Art nach sehr kleinen Stücken, seine
Abbildung ist ganz unkenntlich, weshalb es sehr zu ent-
schuldigen ist, dass Christoph und Hedemann sie beide noch
einmal beschreiben. Letzterer konstatirt aber später die
Identität seiner Snelleni mit den Bremer’schen Originalen von
Indietinaria. Die mir in Anzahl vorliegenden Stücke ändern
an Grösse und Färbung stark ab, letztere von lichtbraungrau
bis (dunkel-) braun; Stücke von Rad. und dem Ussuri sind
fast lichtgrau. Christoph fand Indietinaria im Juni bei Rad.,
Ende Mai und Ende Juli (in 2 Generationen) bei Wlad.;
u
1
Die Geometriden des Amurgebiets. 33
Dörries sandte sie von Ask., Uss. und Sutschan ein, Graeser
fand sie häufig bei Chab.
Endr. (?) Hedemanni Stgr. n. sp. Taf. I, Fig. 23.
Dörries sandte mir ein 5 vom Bikin, 2 ?% vom Suifun und
1 ® dieser neuen Art vom Sutschan ein, die ich zu Ehren
des Majors v. Hedemann, der soviel über Amur-Geometriden
schrieb, benenne. Ich setze diese Art nur fraglich zu Endropia,
da sie eine etwas verschiedene Flügelform und verschiedene
Zeichnung von den vorigen Arten hat. Grösse 26—30 mm.
Die Flügel sind bei den 22 (das geflogene 8 ıst fast ohne
Fransen) an den Aussenrändern, besonders der Htfl., schwach
gezackt, der Apex der Vdfl. ist nicht so spitz ausgezogen
wie bei den beiden vorigen Arten. Die Palpen sind kürzer,
dicht an die Stirn liegend, die Fühler des & sind ebenso
stark gekämmt, der Hinterleib ist ebenso schlank und dünn
‚wie bei Indietinaria. Die Flügel sind schmutzig lehmgelb,
mit blassgrauen Pünktchen mehr oder minder dicht bestreut,
die Val. führen in der Mitte zwei dunkle Querlinien, die Ati.
eine dunkle Querlinie. Die beiden Querlinien der Vdfl. sind
denen der Eugonia-Arten ganz ähnlich, sie stehen dicht bei
einander, die erste macht unter dem Vorderrande einen
stumpfen Winkel nach aussen, der bei dem einen $ nur sehr
wenig hervortritt. Die äussere Querlinie verläuft ziemlich
gerade, fast parallel mit der inneren, vom Vorder- nach dem
Innenrande, sie setzt sich auf den Hitfin. fort. Sie ist nach
aussen schmal mattsilbergrau begrenzt, diese Begrenzung tritt
auf der Unterseite weit breiter auf. Die Unterseite ist dunkler
bestreut, die 22 zeigen zwischen der dunklen @uerlinie der
Htfl. und dem Aussenrande noch eine feine dunklere Querlinie,
die bei dem einen ? nur schwach auftritt. Wahrscheinlich
ist diese Endr. Hedemanni eine ziemlich abändernde Art, die
aber mit keiner bekannten zu verwechseln ist. Die Abbildung
des 2 dieser lichtgelben Art ist besonders auf der rechten
Seite viel zu dunkel geworden.
Odontopera Bidentata Cl. Christoph fand am 26. Juni
ein $ bei Rad., Dörries sandte ein 2 vom Uss. und eins vom
Sutschan ein; alle 3 22 sind dunkler grau als gewöhnliche
deutsche Stücke. Graeser fand ein 8 bei Chab.
Odont. (?) Serrata Brem. (OÖrientalis Hedem.
Hor. XVI S. 48.) Maack fand ein schlechtes $ am Ussuri.
Christoph fing diese Art Anfang August bei Wlad., Hedemann
und Graeser fanden sie zur selben Zeit häufig bei Chab.
Dörries sandte sie von Ask., Uss. und Suif.,, Jankowski von
34 Dr. O. Staudinger:
Sid. ein. Hedemann und Graeser setzen diese von Bremer
zu Ennomos gestellte Serrata zur Gattung Ödontopera; mir
scheint sie hier ebenso fraglich wie zu Angerona hin zu
gehören. Nach der breiten Flügelform und den lang gekämmten
Fühlern passt sie besser zu Angerona. Hedemann sagt, dass
die Endropia Serrata Drury aus Nordamerika auch vielleicht
zu Ödontopera zu stellen sei, er schlägt in diesem Falle den
Namen Orientalis für Serrata Brem. vor. Bevor die Geome-
triden nicht einen gründlichen systematischen Bearbeiter
gefunden haben, dessen sie ebenso sehr wie die Noctuiden
bedürfen, scheinen mir derartige Namenveränderungen nicht
an der Zeit zu sein.
Odont. (?) Ochraceata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 1.
Dörries fand im Sutschan-Gebiet ein ziemlich abgeflogenes
Pärchen (1890 ein 2 und’ 1894 ein 8) dieser neuen Art,
von der Haberhauer im Inneren Koreas (bei Gensan) 1894 ein
ganz frisches reines & fing. Da diese Art mit ockerbraunen
Stücken der grösseren vorigen Art ziemliche Aehnlichkeit
hat, so reihe ich sie bei derselben als eine mir gleichfalls
recht fragliche Odontopera ein. Grösse 38—39 mm; Grund-
farbe licht ockerbraun, die Vafl. mit 5, die Htyl. mit 2 dunk-
leren (Juerlinien, von denen die äussere schwach gezackt ist.
Die Flügel sind fein dunkel bestreut, so schwach, dass es
kaum auffällt. Die unfern der Basis stehende, erste dunkle
(uerlinie der Vdfl. macht unter dem Vorderrande einen ziemlich
starken, abgestumpften Zacken nach aussen. Dann folgt eine,
etwa durch die Mitte des Flügels ziehende, breitere, recht
verloschene dunkle Schattenlinie, darauf, etwa bei °/, der
Flügellänge, die 3. scharfe, dunkle Querlinie. Diese ist m
ihrer oberen Hälfte ziemlich stark nach aussen gebogen und
hier theilweise schwach gezähnt (gezackt). Auf den Htiin.
steht die erste dunkle Querlinie etwa bei '/, (oder '/,) ihrer
Länge, sie bildet (bei correct gespannten Stücken) die Fort-
setzung der dunklen Schatten-Querlinie der Vdfl. Die 2. schärfere,
fast überall kurz gezackte, dunklere Querlinie verläuft ziemlich
parallel mit dem Aussenrande, etwas vor */, der Flügellänge.
Vor den gleichgefärbten Fransen steht eine dunklere, auf den
Vdfln. fast in Strichelchen aufgelöste Limballinie. Die Unter-
seite ist etwas deutlicher dunkler bestreut mit 2 breiteren
dunklen Querlinien, die basale Querlinie der Vafl. fehlt hier
canz. Die Fühler des & sind etwas kürzer gekämmt als bei
Odont. Serrata, die einzelnen Kammzähne stehen anscheinend
etwas weniger dicht aneinander; die Fühler des 2 sind kurz
Fu SE
Die Geometriden des Amurgebiets. | 35
sägeförmig, wie bei Serrata. Die kurzen, die Stirn kaum
etwas überragenden Palpen, die Beine und der Hinterleib sind
den entsprechenden Theilen von Serrata ähnlich gebildet. Der
Hinterleib scheint, auch im Verhältniss zur Grösse der Serrata
(die durchschnittlich 50 mm beträgt), etwas schlanker zu sein.
Ich habe (noch nachträglich) das reine & von Korea auf
Taf. IV, Fig. 83 abbilden lassen.
? Himera Pennaria L. Nur Bremer sagt, dass Maack
diese Art Anfang August am Kengka-See gefangen habe.
Da keiner der späteren Sammler diese Art im Amurgebiet
gefunden hat, so halte ich einen Irrthum Bremers für nicht
ausgeschlossen. E
Angerona Prunaria L. und ab. Sordiata Fuessl. Von
Radde im Bur.-Geb., von Maack am unteren Ussuri im Juni
und Juli gefunden. Christoph fand sie Ende Juni bei Rad.,
Dörries sandte die Stammform und die ab. Sordiata von Ask.,
dem Suif. und Sutschan ein, Graeser fand sie sehr gemein bei
Nikol. und Pokr. in einer unansehnlichen kleinen Form, bei
Chab. und Wlad. fand er die gewöhnliche Form mit der ab.
Sordiata. Auch im Japan kommt Ang. Prunaria vor.
Erebomorpha Consors Butl. IM. Typ. Lep. Het. II
8. 82, Pl. XXXVII, Fig. 3; Iris X, Taf. II, Fig. 82. Dörries
tand ein frisches & dieser ganz fremdartig aussehenden grossen
Art im Sutschan-Gebiet. Butler beschreibt die Art aus Japan,
woher ich auch ein & habe, das etwas dunkler als die
Butler’sche Abbildung ist, während das Amur-& fast genau
so breite weisse Zeichnungen wie die Abbildung hat. Wo
die Gattung Erebomorpha WIk. am besten einzureihen ist,
weiss ich nicht. Walker setzt sie zu den Ennomiden, Butler
sagt, sie sei „allied to Abraxas Uompositata“ ; ich schiebe sie
einstweilen vor Urapteryx ein. Ich gebe noch eine sehr gute
‚Abbildung dieser merkwürdigen Art, da die Butler’sche den
meisten Lesern nicht zugänglich sein dürfte. Da diese sehr
auffallende japanische Art, die in Vorderindien 2 ähnliche,
noch grössere Verwandte hat, im Amurgebiet gefunden wurde,
so ist anzunehmen, dass noch manche bisher nur in Japan
gefundene Arten das Amurgebiet bereichern werden.
Urapteryx Sambucaria L. var. Persica Men. Von
Maack am unteren Amur und Sungatscha im Juni und Juli
gefunden, Dörries sandte ein & vom Uss. und ein Pärchen
- vom Sutschan ein; Rückbeil fand die Art bei Blag. Die mir
‚vorliegenden 4 Amur-Stücke gehören alle zur kleinen weiss-
lichen v. Persica.
3%
SY
(ep)
Dr. O. Staudinger:
Urapt. Luteiceps Feld. & Rogenh. Novara Pl. CXXIT,
Fig. 2, 2?Maculicaudaria Butl.? Graeser führt ein
bei Rad. gefundenes, 43 mm grosses © auf, Dörries sandte
ein & vom Sutschan-Gebiet, das 40 mm misst. Dies 5 stimmt
völlig mit grösseren (45—55 mm grossen) Japan-Stücken dieser
Art überein, die ich als „Maculicaudaria* (Butl.?) erhielt
Diese der Sambucaria v. Persica ähnliche Art ist noch weisser,
hat kürzere Schwänze, 2 grössere Flecken vor denselben,
schärfere gelbbraune Querbinden und tiefbraune Fransen; die
männlichen Fühler sind lang gekämmt.
Urapt. Veneris Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878
= 393, Il. Typ.. Lep. Het: Il 8: 29, PL XEVN RB
Dörries sandte mir ein 8 dieser reizenden Art vom Suif. und
ein $ vom Sutschan ein, die mit meinem vorliegenden Japan-
Stück ganz übereinstimmen,
Eurymene Dolabraria L. Dörries sandte sie von Ask.,
Suif. und Sutschan ein, Graeser fand sie einzeln bei Nikol.,
Chab. und Blage.
Heterolocha Laminaria HS.; Niphonica Butl. 111. Typ.
Lep. Het. II, S. 46, Pl. XXXV Fig. 11. Christoph fand am
Juli ein gelbes & bei Wlad., das mit einigen Caucasus-
Stücken dieser sehr abändernden Art fast ganz übereinstimmt.
Dörries sandte mir von Ask., Suif., Bikin und Sutschan eine
grössere Anzahl von Stücken ein, die ähnlich wie die kauka-
sischen und persischen abändern. Graeser führt diese Art
als die von Butler aus ‚Japan beschriebene Niphonica auf.
Die mir vorliegenden 4 55 von Japan sind etwas grösser
als die Amur-Stücke, sie haben alle gelbliche Flügel mit
violettem Aussenrand. Da ich ebenso grosse und ebenso
gefärbte Stücke aus Nordpersien besitze, wird Niphonica am
besten als Synonym zu Laminaria gezogen.
Erosia Exornata Eversm.; Rapha Butl. Ann. & Mag.
Nat. Hist. 1878 S. 403, Il. Typ. Lep. Het. II, Pl. LI, Fig.’
Von Radde im Bur.-Geb., von Maack am unteren Uss. gefunden;
Christoph fand sie Ende ‚Juni bei Rad., Mitte Juli bei Wlad.,
Dörries sandte sie vom Uss., Suif. und Sutschan ein, Graeser
fing sie Ende Juni bei Chab. Da Guenee diese Art in seine
Gattung Erosia stellt, so lasse ich den von mir in meinem
Catalog 1871 gegebenen Gattungsnamen Eversmannia einst-
weilen fallen, obwohl diese Exornata von den anderen Erosia-
Arten so verschieden ist, dass sie später wohl davon getrennt
werden dürfte. Erosa Rapha Butl. von Japan scheint sicher
ABRNET WERT SATT YA F RR 8
Die Geometriden des Amurgebiets, 37
nur als Synonym zu der von Eversmann von Kiachta
beschriebenen Exornata zu gehören.
Eros. Erasaria Christ. Neue Lep. Amur S. 38; Iris X,
Taf. I, Fig. 24. Christoph fand nur ein Stück am 9. Juli
bei Rad. (Pompejefka), nach dem er diese Art beschreibt.
Dörries s.ndte mir noch 3 Stücke von Baran. und dem Bik.
ein, von denen das eine sich durch etwas dickere Fühler von
den anderen unterscheidet und ein & zu sein scheint. Da
das Christoph’sche Original fast ebenso dicke (borstenförmige)
Fühler hat, dürfte es auch ein 5 sein. Die Hinterleiber sind
bei allen 4 Stücken ziemlich gleich, spitz zulaufend, sie sehen
wie die der ?2 aus, sind aber fast zu dünn dafür. Es ist
bei manchen Arten sehr schwer zu entscheiden, welches
Geschleeht man vor sich hat, zumal wenn nur ein oder wenige
Stücke vorliegen. An Grösse ändern meine 4 Erasaria von
21—23 mm ab. Die Abbildung eines ? vom Bikin lässt die
eigenthümliche Flügelform und Zeichnung dieser Art am
besten erkennen.
Eros. Dlotata Christ. 1. e. S. 37. Christoph fand nur
ein 8 am 9. Juli mit der vorigen Art zusammen; es steht
dieser nahe, ist aber bedeutend kleiner (17 mm gross) und
weniger dunkel gefärbt.
Hastina Subfalearia Christ. Neue Lep. Amur S. 14;
his X, Taf. 1, Fig. 25;?Caeruleolineata Moore Deser.
Ind. Lep. Atkins. S. 260 (1887). Christoph fing am 29.
(nicht 20.) Juli ein etwas geflogenes & dieser sonderbaren
kleinen Art, das er als Acidalia Subfalcaria beschreibt und
als 2 ansieht. Das mir gehörende Original ist aber ein
zweifelloses 8, nicht nur seiner borstenförmigen, sehr kurz
bewimperten Fühler wegen, sondern auch wegen des aus
ziemlich langen (anliegenden) weisslichen Haaren bestehenden
Afterbüschels, der vom schlanken dunklen Hinterleib scharf
absticht. Wenn Christoph ferner sagt, dass diese Art von
allen übrigen Acidalien auffallend verschieden ist, so hat er
insofern sehr recht, als es gar keine Acidalia ist, was er aus
den mit 2 Spornpaaren versehenen Hinterschienen des 5 (das
er freilich für ein ® hielt) hätte erkennen können. Diese
Subfalcaria steht der von Moore nach einem 2 von Darjeeling
(Sikkim) beschriebenen Hastina Caeruleolineata (von der ich
das Original besitze) so nahe, dass sie vielleicht damit zu-
sammenfällt, nur sind die Aussenränder der Flügel des indischen
a3
9
> bedeutend mehr ausgeschnitten, Dies kann vielleicht ein
33 Dr..O, Staudinger 3
sexueller Unterschied sein, zumal das Amur-& etwas abgeflogen
ist. Die dunkle schmutzigbraune Färbung ist bei beiden
Stücken dieselbe, ebenso lassen sich bei dem Amur-8 dieselben:
eigenthümlichen bläulichen Querlinien (Christoph nennt sie
Querbinden, sie sind aber linienartig fein) erkennen wie beim
indischen £. Moore stellt diese (mit einem achtsilbigen
Namen belegte!) Art in die Gattung Hastina, die ich annehme
und hier vorläufig einreihe. Die Abbildung dieser Art ist
leider ganz dunkel gerathen, so dass nur die Flügelform, nicht
aber die allerdings sehr delikaten Zeichnungen zu erkennen sind,
Epione Apieiaria Schiff. Graeser führt ein 8 von
Pokr. auf.
Ep. Parallelaria Schiff. Von Radde im Juni im Bur.-
Geb., von Dörries am Uss. und Sutschan, von Graeser bei
Chab. gefunden.
Ep. Advenaria Hb. Von Radde im Bur.-Geb., von
Maack am unteren Uss., von Christoph Anfang Juni bei Wlad.,
von Dörries auf Ask. und im Sutschan-Gebiet, von Graeser häufig
bei Chab. und Pokr., seltener bei Wlad. gefunden; auch in
Japan gemein.
Ep. Exaridaria Graes. Berl. ent. Zeit. 13890 S. 82.
Graeser beschreibt diese, der vorigen nahe stehende Art nach
einem frischen 2 von Rad. aus Tanere's Sammlung.
Ep. (?) Emundata Christ. Neue Lep. Amur S. 40; Iris X,
Taf. I, Fig. 26. Christoph fand am 25. Mai ein frisches &
dieser neuen Art bei Rad., das in meiner Sammlung ist.
Diese lichtgraue Art mit 2 feinen braunen Querlinien der
Vdfl. weicht auch im Flügelschnitt von den anderen Epione-
Arten so ab, dass sie später wohl in eine andere Gattung
gesetzt werden muss. Die auf Tafel I, Fig. 26 gegebene
Abbildung ist sehr gut gerathen.
Scardamia Aurantiacaria Brem. Von Maack Mitte
Juli am Ussuri entdeckt; Christoph fand am 2. August ein
frisches & bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask., Uss.,
Baran. und Sutschan ein, Hedemann und Graeser fanden sie
Anfang August bei Uhab. Ich stellte diese Art in meinem
Catalog 1871 zu Epione, weil ich andere als von Le derer
aufgeführte Gattungen möglichst vermeiden wollte. Nach
Elwes soll diese Auranticaria die Sceardamia Metellarıa
Gn. (nach der Guenee seine Gattung Scardamia aufstellt) aus
„Inde eentrale“ und Ceylon sein. Das kann aber nicht der
Fall sein, da bei Metellaria die Extrabasale sich auch auf
den Htfin. fortsetzt, wie Guenee dies sagt und wie es bei
3
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Die Geometriden des Amurgebiets. 39
Moore Lepid. Ceylon Pl. 185 Fig. 2 abgebildet ist. Dahin-
geren ist Scard. Taprobanes Feld. & Rogenh. Novara
Pl. 123 Fig. 2 ziemlich sicher als Synonym zu Aurantiacaria
zu ziehen, mir scheint es aber fraglich, ob diese Traprobanes
wirklich von Ceylon stammt.
Calcaritis Pallida Hedem. Hor. XVI S. 50, Taf. X,
Fig. 3. Hedemann fing am 19. Juni ein & bei Semenow am
Amur, nach welchem er diese neue Art beschreibt und die
Gattung Calcaritis aufstellt, die am besten bei Venilia einzu-
reihen ist.
Venilia Disparata Stgr. n. sp. Taf. 1], Fig. 27. Dörries
fand ein Pärchen dieser neuen Art bei Baran. und brachte
eine kleine Anzahl frischer Stücke vom Sutschan mit; Herz
fand am 30. Juli ein abgeflogenes & nördlich von Peking.
Ueber die Stellung dieser von allen mir bekannten Geometriden
recht verschiedenen Art war ich lange im Unklaren, jetzt
glaube ich, dass sie trotz der verschiedenen Färbung und
Zeichnung zur Gattung Venilia gehört. Alle Merkmale, die
Lederer von dieser Gattung angiebt, passen ganz oder doch
so ziemlich zu dieser Art, nur die Zeichnung ist sehr ver-
schieden. Die Fühler, Palpen, Beine, Flügel und der Hinter-
leib sind denen der beiden bekannten Venilia-Arten (Macu-
laria L. und Syriacata Gn.) ganz gleich oder doch sehr ähnlich,
nur der Aussenrand der Vdfl. scheint mir etwas weniger stark
gebogen zu sein, dahingegen ist der Aussenrand der Hitfl.
(zwischen Rippen 4—6) ganz Ähnlich schwach eingebogen.
Grösse 24—28 mm, also etwas kleiner als die sehr gemeine
Macularia. Flügel des 8 schmutzig rauchbraun mit einem
grossen gelblichen Apical-Vorderrandsflecken der Vdfl.; Flügel
des 2 bräunlich lehmgelb mit schmaler dunkler (braunschwarzer)
Mittelbinde aller Flügel und verloschener, rudimentärer Extra-
basal-Binde der Vdfl. Die ganze Flügelfläche ist mit schwärz-
lichen Punkten und Querstrichelchen mehr oder minder bestreut,
die besonders deutlich bei den lichteren 2% auftreten. Im
Aussentheil stehen mehr oder weniger dunkle Fleckchen, die
nur bei einem 8 eine vollständige Fleckenreihe auf allen
Flügeln bilden, während sie bei einigen 2? fast gar nicht
auftreten. Bei den (dunkleren) 55 tritt der fast dreieckige,
grosse lichtgelbe Apical-Vorderrandsflecken meist sehr grell
hervor, nur bei dem kleinsten & von Baran. und bei dem von
China ist er fast verdunkelt.e. Bei den 22 fällt die Färbung
dieses Fleckens mit der der Grundfarbe zusammen, er wird
aber durch einen dunklen Apical-Aussenrandsflecken, der oben
N ES RE FRI LT RE TEN
4 ao f Te An
40 Dr. ©. Staudinger:
nach innen scharf begrenzt ist, etwas hervorgehoben. Die
schmale dunkle, nach aussen meist 2mal schwach gewellte
Mittelbinde tritt beim helleren 2 viel schärfer hervor, sie ist
auf den Vdfin. meist in der Mitte durch eine lichtere Quer-
linie getheilt, was auf den Htfln. nur bei 3 Stücken im vor-
deren Theil dieser Binde der Fall ist. Die dunkle Extra-
basalbinde der Vdfl. macht unter dem Vorderrande (der bis
zu derselben auch dunkel ist) einen Winkel nach aussen,
sie läuft dann, öfters ganz rudimentär, fast gerade in den
Innenrand aus. Das Basal- und meist auch das Mittelfeld
sind bei den hellen 22 mehr oder minder verdunkelt. Bei
den meisten Stücken lassen sich auf allen Flügeln dunklere
Mittelmonde, oft nur sehr schwach, erkennen. Die bräunlichen
Fransen sind meist an ihren Spitzen verdunkelt, bei den 88
sind sie öfters ganz dunkel, bei den 22 sind sie an den Htfin.
lichter gelblich. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern
gleich, ziemlich lebhaft gelb, schwärzlich punktirt und gestrichelt
mit scharfer dunkler Mittelbinde und einzelnen dunklen
Flecken vor dem Aussenrande, die bei einem & fast eine
Binde bilden. Die Fransen sind hier stets dunkler, vor den-
selben ist der Aussenrand der Vdfl. zuweilen ziemlich stark
verdunkelt. Die Mittelbinde ist meist etwas gelb durchsetzt,
besonders stark auf den Htfin. des 3 von China. Bei Venilia
Syriacata tritt eine ähnliche dunkle Querbinde auf der Unter-
seite auf, wenn auch hinter der Mitte, ebenso treten bei dieser
Art dunkle Fleckehen vor dem Aussenrande auf, so dass die
Unterseite der Venilia Disparata eine gewisse Aehnlichkeit
mit der der Syriacata hat. Die Abbildung des 2 ist zu
dunkel gerathen, so dass die dunklen Zeichnungen nicht deutlich
hervortreten. ;
Eilierinia Nuptaria Brem. Von Radde im Mai im Bur.-
Geb. gefunden; Christoph fand sie Anfang Juni bei Wlad.,
Graeser bei Chab., Dörries sandte sie von Ask., Uss., Suf.
und Sutschan in wenigen Stücken ein.
Macaria Notata L. Graeser fand sie Mitte Juni bei
Nikol. gemein, die Stücke kommen den europäischen ganz gleich.
Mac. Graphata Hedem. Hor. XVI, S. 51, Taf. X, Fig. 4.
Hedemann fing Anfang August 1 5 und 3 2% bei Chab,
nach denen er diese Art beschreibt und dafür einen neuen
Gattungsnamen — Semiothisa — giebt, ohne diese Gattung
zu begründen. Nach 16 mir vom Amur-Gebiet vorliegenden
Stücken dieser Graphata ist dieselbe eine richtige Macaria,
die am besten bei Alternaria einzureihen ist. Christoph fand
a u re a ee
RR
ar er ae
EFT,
Tree
Ende Juni 2 frische Stücke. bei Rad., Dörries sandte diese
Art vom Uss., Suif., Bik. und Sutschan ein, Graeser führt je
ein 8 von Chab. und Blage. auf. Nur 2 meiner Stücke sind
annähernd so gelblich wie Hedemann’s Abbildung, die anderen
haben die weissgraue, kaum gelb angeflogene Grundfarbe der
Notata.
Mac. Alternaria Hb. Von Maack am unteren Uss. im
Juni gefunden; Dörries sandte ein & vom Uss., Graeser fand
sie bei Chab. und Nikol.
Mac. Signaria Hb. Graeser führt 2 Pärchen von Nikol. auf,
Mac. Intermaeculata Stgr. n. sp. Taf. I, Fig. 28. Dörries
sandte mir ein 5 von Ask. und 4 55 vom Sutschan dieser
von allen anderen Macaria-Arten leicht zu trennenden neuen
Art ein, die am besten bei Signaria einzuschalten ist. Grösse
21—23 mm, also etwas kleiner als Signaria; Flügelform wie
bei solchen Stücken der Signaria, deren Htfl. kaum in eine
Ecke ausgezogen sind. Grundfarbe weisslich (weissgrau)
ziemlich dicht mit grauen Pünktchen und Strichelchen bedeckt,
dei einem 5 so dicht, dass es weit dunkler als die anderen
Stücke ist. Vai. mit 4, Htfl. mit 3 dunklen (Querlinien,
zwischen den beiden äusseren steht auf allen Flügeln je eine
dunklere (schwarzbraune) Fleckchen-Anhäufung, wie eine
solche (aus grösseren Fleckchen bestehende) bei Signaria,
Alternaria und Notata nur auf den Vdfin. vorhanden ist. Die
erste dunkle Querlinie steht etwas vor 'A der Flügellänge,
sie tritt ziemlich scharf hervor und macht im oberen Theil
einen kleinen Winkel nach aussen. Die 2. Querlinie, etwas
vor der Flügelmitte stehend, tritt sehr deutlich hervor, sie
ist fast gerade (nur bei einem & schwach nach aussen gebogen)
und setzt sich auf den Htfin. ebenso deutlich, hier als erste
(Juerlinie, fort. Dann folgen im Anussentheil 2 dicht neben
einander verlaufende, nicht überall scharfe Querlinien. Auf
diesen Linien steht etwa in deren Mitte auf den Vdfln. der
dunkle (schwärzliche) Flecken, der von den (überall) grauen
Rippen und von einer lichteren weisslichen Q@uerlinie in
einzelne Fleckchen aufgelöst wird. Diese dunkle Flecken-
Anhäufung ist nicht so auffallend wie bei den anderen (ähnlichen)
Macaria-Arten, nach dem Vorderrande zu steht kein dunkler
Fleck, sondern es sind hier nur die Querlinien punktartig
verdunkelt. Auf den beiden äusseren Querlinien der Htifl.
zwischen den Medianästen 1 und 5 (sowie auch oberhalb des
letzteren) stehen Ähnliche dunkle Fleckchen wie auf den Vadfln.
2 a u, Du
42 Dr. O. Staudinger:
Vor den weissen, von den Rippen grau durchschnittenen Fransen
steht eine dunklere Limballinie. Die weissliche, stark dunkel
gesprenkelte Unterseite hat auf allen Flügeln 3 Querlinien,
die zum Theil gelbbraun gefärbt sind; die Rippen und der
ziemlich breite Vorderrand der Vafl. sind ganz gelbbraun.
Mac. Zimmermanni Graeser, die ich nur nach der Beschreibung
kenne, scheint der Intermaculata nahe zu stehen, doch hat
erstere auf den Vdiln. nur 3, auf den Htfin. nur 2 Querlinien
(Streifen), die gelblich sein sollen. Hinter der äusseren Quer-
linie der Vdfl. soll eine sehr feine, reinweisse Querlinie stehen,
was bei Intermaculata nicht der Fall ıst, mit der Zimmermanni
die schwärzlichen Flecken-Anhäufungen aller Flügel gemein
hat. Nach der Abbildung des 5 ist diese Art gut zu erkennen.
Mac. Zimmermanni Graes. Berl. Ent. Zeit. 1588 S. 395.
(sraeser beschreibt diese Art nur nach einem Ö, der von
Zimmermann bei Blag. gefangen wurde. Leider konnte ich
das Original vom Besitzer, Herrn Dieckmann, nicht zur Ansicht
erhalten.
Mac. Proditaria Brem. Von Radde im Juni im Bur.-Geb.
entdeckt, Christoph fand sie Ende Juni bei Rad., Graeser
bei Chab., Dörries sandte sie von Ask., vom Uss., Suif. und
Sutschan, Jankowski von Sid. ein. Aus Japan erhielt ich
diese Art in einem etwas dunkleren 5 als „Sinicaria*
eingesandt, Butler hat sie in den Il. Typ. Lep. Het. III,
Pl. LII, Fig. 3 als Maligna abgebildet und als solche (früher)
beschrieben; Bremer’s Name ist aber vıel älter.
Mae. Liturata Cl. Nur Graeser fand ein Pärchen bei Nikol.
Mae. (?) (Epimacaria) Nigronotaria Brem. Von
Maack Mitte Juni oberhalb der Ema-Mündung entdeckt, von
Wulfius am 7. August bei Port Mai gefangen. Christoph fand
sie Mitte Juli bei Rad. und am 8. Juni (?) bei Wlad., Dörries
sandte sie vom Uss., Suif., Bik. und Sutschan ein. Oberthür
erhielt diese Art von Ask., Graeser fand sie Ende Juli bei
Chab. häufig, bei Wlad. selten; aus Japan erhielt ich ziemlich
verschiedene Stücke dieser Art, die auch im nördlichen China
gefunden wurde. Oberthür setzt Nigronotaria zur Gattung
Epione, da die 58 sehr lange, lang gekämmte Fühler haben,
welche bei allen anderen Macaria-Arten borstenförmig, sehr
kurz bewimpert sind; Nigronotaria kann deshalb kaum bei
Macaria bleiben, sie passt aber fast noch weniger zu Epione
und muss wohl eine neue Gattung bilden, die „Epimacaria*
heissen könnte.
EEE ETW! -
Sn ag
Die Geometriden des Amurgebiets. 43
*) Hybernia Leucophaearia Schiff. Christoph fand
am 9. April bei Nikolskaja am Suifun 2 helle, scharf dunkel
gezeichnete 8 3, wie solche ganz ähnlich in Europa vorkommen;
Dörries sandte ein dunkles & vom Sutschan ein; ich erhielt
diese Art auch aus Japan in Stücken, die mit den europäischen
übereinstimmen.
Anisopteryx Aeseularia Schiff. Graeser führt ein am
6. November bei Wlad. gefundenes frisches & auf.
Anis. Membranaria Christ. Neue Lep. Amur S. 41;
Iris X, Taf. I, Fig. 29. Christoph beschreibt diese Art nach
3 von ihm, am 31. März und 7. April, bei Nikolskaja am
Suifun gefundenen 36. von denen 2 in meiner Sammlung
sind. Dörries sandte ein & von Ask. ein, 2 88 erhielt ich
von Japan. Die Abbildung giebt diese zarte, schwach
gezeichnete Art sehr gut wieder.
Anis. (?) Bistriata Hedem. Hor. XVI S. 53, Taf. X,
Fie. 5; ?Lozogramma Bela Butl. Ann. & Mag. Nat.
Hist. 1878 S. 406, Dl. Typ. Lep. Het. III, Pl. LII, Fig. 5.
Hedemann beschreibt diese Art nach 3, in der 2. Hälfte des
October bei Wlad. gefundenen $5. Mir kommt diese Art,
der Abbildung nach, als nicht zu Anisopteryx gehörend vor,
denn abgesehen von der verschiedenen Flügelform (was schon
der Autor bemerkt) haben die Anisopteryx-Arten keine geraden
(ungezähnten) Querlinien der Flügel. Ich möchte diese mir
in Natur unbekannte Bistriata eher für eine Eubolia halten;
aus Japan erhielt ich 3 38, die vielleicht zu dieser Art
gehören, die wahrscheinlich von Butler als Lozogramma Bela
beschrieben wurde, welcher Name dann die Priorität hätte.
(?) Phigalia Pedaria F. (Pilosaria Hb.) Dörries fand
1394 ein flügelloses @ im Sutschan-Gebiet, das wohl nur zu
dieser Art gezogen werden kann, als deren östlichstes Vor-
kommen (mir) bisher der Ural bekannt war. Das 2 ist etwas
grösser und besonders dicker als die grössten mir vorliegenden
deutschen 22 von Ph. Pedaria, in Folge dessen sind wohl
auch die Beine, besonders die Hinterschienen, etwas dicker;
sonst stimmen alle Theile dieses Amur-? mit den entsprechenden
der Pedaria-?2 2 überein. Hinsichtlich der Färbung ändern
die deutschen 22 ziemlich stark ab, so ist bei ihnen der
*) Ploseria Pulverata Thnbg, bei der ich in meinem
Catalog 1871 auch „Amur“ als Vaterland angab, lasse ich lieber fort,
da keiner der neueren Sammler sie im Amurgebiet fand. Die Angabe
Erschoffs in seinem Verzeichniss der russischen Lepidopteren bezieht
sich vielleicht nur auf das nordöstlichste Asien.
44 Dr. O. Staudinger:
z
Scheitel (des Kopfes) meist licht, weisslich oder grau, zuweilen
ist er fast ganz schwarz wie bei dem Amur-®. Die Fühler
des letzteren sind vorherrschend licht (weisslich), schmal und
unregelmässig dunkel geringelt; bei einem deutschen 2 sind
sie noch lichter, während sie bei anderen vorherrschend dunkel
sind. Ich glaubte erst, dies 2 könne vielleicht zu der fol-
genden, auch im Sutschan-Gebiet gefundenen Art gehören,
aber abgesehen davon, dass es mit den Ph. Pedaria-? ? (fast)
ganz übereinstimmt, vermuthe ich, dass Nyss. Lefuarius ein
ganz anderes ungeflügeltes ©, das vielleicht mehr mit dem
von Chondr. Fiduciaria übereinstimmt, haben muss.
Nyssiodes (Biston) Lefuarius Ersch. Hor. VIII 8. 317
(1871) ;; .. Hedem. : Hora'XVT. 8. 262, Tat. XII Reese
Olg’aria Oberth. Etud. V, S.44, Pl. IV, Fig. 12; Eremia
Maturaria Christ. Neue Lep. Amur S. 49. Erschoff
beschreibt diese interessante Art zuerst nach 5, die südlich
von Wladiwostok am Flusse „Lefou* gefangen wurden.
Christoph fand diese Art in der 2. Hälfte des April bei Nikolsk
am Suifun, wo die 558 am Tage auf Grassteppen sehr schnell
umherflogen; Graeser fing sie zu derselben Jahreszeit bei
Wlad., wo sie einzeln und sehr schnell durch das kahle
(Gsebüsch flogen; Dörries sandte einige 88 vom Sutschan ein.
Christoph beschreibt sie als Eremia (nicht Ereuxa, wie Hede-
mann den schlecht von mir geschriebenen Namen las) Matu-
rarla, sagt aber, dass für diese eigenthümliche Art eine besondere
Gattung aufgestellt werden müsse. Freilich zu den sehr viel
kleineren ("/«—/s so grossen), zarten Eremia-Aıten passte sie gar
nicht, aber auch nicht zu den viel dickleibigeren Biston-Arten,
zu denen Erschoff sie stellte. Öberthür beschreibt sie als
„Nyssiodes* Olgaria, welchen Gattungsnamen ich beibehalte,
obwohl ich die Gattung nirgends beschrieben finde. Vielleicht
ist der Name von Oberthür gegeben, der freilich (wie öfters)
nichts darüber sagt, da er aber eine sehr gute Abbildung
der Art giebt, mag auch die Gattung dadurch genügend
gekennzeichnet werden, Hedemann bildet das Erschoff’sche
Original ab, das danach etwas von meinen Stücken verschieden
ist, besonders fehlt die bei allen meinen Stücken vorhandene
weissliche Fleckenreihe im Aussentheil der Vdfl. Aus Japan
erhielt ich ein mit meinen Amur-Stücken übereinstimmendes Ö;
das $ dieser Art wird sicher ungeflügelt sein.
Apocheima (2?) Iuglansiaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1888,
S. 396; Iris X, Taf. I, Fig. 30. Graeser fand am 15. Juni
‚bei Chab. 2 Raupen dieser Art auf IJuelans mandschurica,
AB
Ui N RZ EI Ei da 575 SI Ha Böen HER hllr a aa A BEL DL DRS NH
’ Male KU AUfER iu > £ - WTA,
Die Geometriden des Amurgebiets. 45
von denen er Mitte Mai des nächsten Jahres ein 5 erzog.
Indem ich auf Graesers genauere Beschreibung verweise, ver-
muthe ich, dass diese Art kaum eine Apocheima sein dürfte,
da die bekannte (von mir auch in Sardinien gefundene) kurze
dicke, mit dornartigen Fortsätzen versehene Raupe der
Apocheima Flabellaria (nur) auf niederen Pflanzen lebt. Ein
von Dörries aus dem Sutschan-(rebiet erhaltenes 5 dieser
Iuglansiaria erinnert wohl an Flabellaria, hat aber weniger
spitze Flügel und ganz andere Fühler. Die Fühler sind kaum
so lang gekämmt wie die von Biston Hispidarius, während sie
bei Flabellaria mit wohl 3-4 mal längeren, stark gefiederten
Kammzähnen besetzt sind. Vor der Hand mag luglansiaria,
von der ich nach dem Sutschan-& eine Abbildung habe machen
lassen, bei Apocheima stehen bleiben.
Amphidasis Betularius L. und v. Cognatarius Gn.
Phal. I, S. 208. Dörries sandte mir mit typischen deutschen
Betularius völlig übereinstimmende Stücke von Ask. ein.
Graeser fand sie häufig bei Chab.; er sandte mir 3 dieser
Stücke ein, die ziemlich stark abweichen und die einen Namen
verdienen, wenn sie konstant so vorkommen. Das eine
Pärchen hat statt weisser Grundfärbung eine lichtgraue, ähnlich
wie bei manchen Boarmien, das eine ?, wohl eine Aberration,
ist weisslich ohne alle schwärzliche Bestreuung, nur mit den
dunklen Querzeichnungen versehen. Leider sagt Graeser nichts
über das Aussehen seiner Amur-Betularius. Soeben finde ich,
dass die beiden grauen Amur-Stücke (von Graeser) recht gut
mit Amphid. Cognataria Guen. übereinstimmen, die der Autor
nach einem kleinen 2 aus Nordamerika beschrieb. Vielleicht
kommt diese graue Form vorwiegend überall im Norden des
Amurgebiets vor, ebenso in Nordamerika; sie kann aber wohl
kaum als eine von Betularius verschiedene Art angesehen
werden. Graeser schreibt mir jetzt, dass mit Ausnahme von
2 weissen 29, die er von „echten“ auf Phellodendron
gefundenen Raupen erzog, alle seine Betularius ähnlich grau
gefärbt waren, sie waren auch durchschnittlich Kleiner als
europäische Stücke. Von welchem Baum er diese grauen
Stücke erzog, theilt er mir nicht mit.
Jankowskia Athleta Oberth. Etud. IX, S. 25, Pl. II,
Ä Fig. 7. Oberthür stellt nach 2 von Jankowski aus Sidemi
erhaltenen Arten die neue Gattung Jankowskia auf, die er
äusserst kurz characterisirt; Sie steht der Gattung Boarmia
sehr nahe. Oberthür hätte weit eher Gelegenheit gehabt,
nach anderen seiner neuen Amur-Arten neue Gattungen aufzu-,
re =“
46 Dr. ©. Staudinger:
stellen, da solche gar nicht zu den Gattungen passen, zu denen
er sie zieht. Auch ist es zu bedauern, dass er eine Gattung
nach einem Mann benennt, der weiter kein Verdienst um
die Entomologie hat, als dass er einige Jahre Schmetterlinge
sammelte, zumal Oberthür schon 6—8 Arten „Jankowskii“
benannte. Oberthür scheint von dieser und der nächsten Art
nur 88 gehabt zu haben, obwohl er das Geschlecht bei seinen
Beschreibungen nicht angiebt, was ein Autor stets thun sollte.
Christoph fand am 2. Juli ein kleines, sehr wenig gezeich-
netes & bei Rad., das nur 39 mm misst, und das zuerst von
ihm und von mir für ein etwas abänderndes 2 von Boarmia
Bituminaria Led. angesehen wurde. Dann sandte Dörries
eine kleine Anzahl, zum Theil gezogener Stücke von Ask.,
Uss., Suif. und Sutschan ein, die zwischen 42—58 mm an
Grösse abändern; Graeser führt Athleta von Chab. auf. Meine
unter sich etwas abändernden Stücke sind ein wenig vom
Oberthür’schen Bild verschieden; die 58 sind etwas tiefer
dunkel, das eine (grösste) @ hat im Aussentheil der Flügel
grosse lichtgraue, etwas bräunlich angeflogene Streifflecken,
die bei den andern viel dunkler und verloschener, beim
kleinsten 2 aber nur als bräunlicher Anflug vorhanden sind.
Die 22 haben meist auffallend Zange Legeröhren (bis 6 mm
hervorragend), wie sie bei Boarmia, Nychiodes etc. selten und
nur weit kürzer vorkommen. Dies scheint ‚Jankowskia mit
von Boarmia zu trennen, auch sind die beiden Arten etwas
robuster gebaut; die stark gekämmten, in eine fadenförmige
Spitze endenden männlichen Fühler kommen bei Boar mia-Arten
fast ebenso vor.
Jankowsk. Tendinosaria Brem. Von Maack Ende Juni
am unteren Ussuri entdeckt; Christoph fand am 9. Juli ein
etwas abgeflogenes & bei Wlad., Dörries sandte diese Art
vom Uss., Bik. und Sutschan ein; Graeser erzog 2 2 m
Chab. Er stellt diese von Bremer als Amphidasis beschriebene
Art zu Boarmia; da die 22 aber auch theilweise ziemlich
lang hervorragende Legeröhren haben, setze ich sie zu Jan-
kowskia, falls diese Gattung später überhaupt beibehalten
wird. Bremer’s Bild ist nicht gut, es ist wohl nach einem
etwas abgeflogenen 8 gemacht. Bei reinen Stücken sind der
Basaltheil der Vafl. und ein Costalflecken vor dem Apex (meist)
bräunlich, doch ändert diese Art ziemlich ab. Ein 8 mit
fast verloschenen schwarzen (Juerlinien und ein %, bei dem
die äussere Querlinie der Vdfl. sich vor dem Vorderrande
stark nach aussen biegt, sehen fast wie andere Arten aus;
j rt
R.
Die Geometriden des Amurgebiets. 47
das ? mag sogar vielleicht einer anderen Artangehören. Amphi-
dasis Superans Butl. Ill. Typ. Lep. Het. II, Pl. XXXV,
Fig. 3 aus Japan, von der mir ein & und 2 ?% vorliegen,
ist eine grössere Form dieser Tendinosaria; mein grösstes
Japan-2 misst 81, mein grösstes Amur-? 63 mm, während
mein Japan-& wenig grösser (55 mm gross) als die Amur-5 8,
aber bräunlicher gefärbt ist. Herz fand Tendinosaria nördlich
von Peking in Stücken, die ebenso gross als die vom Amur,
aber zeichnungsloser sind.
Jankowsk. Confusa Stgr.; Boarmia Superans Graes.
Berl. ent. Zeit. 1892, S. 232. Herr Graeser schreibt mir,
dass die von ihm ]. ce. als Superans var. beschriebenen 14 38
von Koslofska am Ussuri von den Jank. Tendinosaria Brem.
so verschieden seien, dass er sie unbedingt für eine davon
verschiedene Art halte Dann sind dieselben auch keine
Varietät von Amph. Superans Butl. aus Japan, die, wie ich
eben sagte, zu Tendinosaria zu ziehen ist. Herrn Graeser
waren Superans Butl. aus Japan in Natur nicht bekannt, es
lag ihm nur Butlers Abbildung vor, die entweder (besonders
hinsichtlich der braunen Färbung) verfehlt (übertrieben) oder
nach einer auffallenden Aberration gemacht ist. Ich schlage
daher für die von (Graeser beschriebene, mir unbekannte
Amur-Art den Namen Üonfusa vor. Ich bemerke noch, dass
alle bei mir in der Gattung Jankowskia aufgeführte Arten,
wie bei Boarmia, ein flaches Grübchen an der Basis der Val.
auf deren Unterseite führen.
Jankowsk. Phantomaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1890,
S. 83; Iris X, Taf. I, Fig. 31. Diese der vorigen nahe Art
wurde von Graeser nach einem bei Rad. gefangenen 5
beschrieben. Indem ich auf Graeser’s Beschreibung verweise,
stelle ich Phantomaria vorläufig zu Jankowskia, die auch, wie
Boarmia, auf der Unterseite der Vdfl. ein flaches Grübchen
haben. Dörries brachte ein etwas geflogenes & dieser Art
vom Sutschan mit, das 47 mm gross ist und bei dem die
beiden Querlinien der Vdfl. nach dem Vorderrande zu ganz
verloschen sind. Ich habe dasselbe auf Tafel I abbilden
lassen.
Jankowsk. Thoraeicaria Oberth. Etud. IX, S. 26, Pl. II,
Fig. 8 Jankowski sandte mir ein 5 von Sidemi ein, das
sicher zu dieser von Oberthür nach 4 Sidemi-Exemplaren
beschriebenen Art gehört; Dörries brachte ein 5 vom Sutschan
mit. Oberthür’s Abbildung ist nicht sehr gut, die Zeich-
nungen treten schärfer auf; meine beiden 55 führen auf
48 Dr. O. Staudinger:
der Unterseite eine durch alle Flügel vor deren Mitte ziehende
dunkle Schattenbinde.
Hemerophila Emaria Brem. Von Maack Mitte Juni am
Amur und Ussuri entdeckt; Dörries sandte sie vom Uss. und
Sulfun ein, Graeser fing im Juli 6 Stücke an der Lampe
bei Chab.
Hemer. (?) Amphidasyaria Oberth. Etud. V, S. 46,
Pl. IX, Fig. 6. Oberthür. beschreibt diese Art nach einem
am 18. April auf Ask. erzogenen $ als Boarmia Amphida-
syaria. Dörries sandte mir ein anscheinend gezogenes 8 aus
Ask., sowie ein reines Pärchen vom Sutschan ein. Alle
3 Stücke sind dunkler -als das abgebildete $, mehr bräunlich
gefärbt, die Vdfl. sind fast ganz dunkel, nur vor dem Aussen-
rand tritt eine verloschene, lichtere Binde auf. Den ziemlich
stark gezackten Flügeln, : besonders den Htfln. nach, passt
diese Art nicht zu den Boarmien; ich setze sie fraglich zu
Hemerophila. Ich würde Amphidasyaria zu Nychiodes gesetzt
haben, aber die männlichen Fühler sind nicht so lang und
dünn gekämmt wie bei den Arten dieser Gattung. Sie sind
auch von denen der Hemerophila-Arten etwas verschieden,
da die einzelnen Kammzähne dicker sind und fast bis zur
Spitze des Fühlers gehen.
Nychiodes Gigantaria Stgr. n. sp. Taf. I, Fig. 32. Von
dieser riesigen Art sandte mir Dörries einige Stücke vom
Suifun und Sutschan ein. Da die männlichen Fühler fast
genau wie bei Nych. Lividaria und Amygdalaria gebildet,
auch die Flügelränder ganz ähnlich, vielleicht noch etwas
stärker, gezackt sind, so halte ich diese Art für eine echte
Nychiodes. Grösse 62—73 mm; Grundfarbe bräunlichgrau,
Vafl. mit 5, meist ganz rudimentären, "unterbrochenen ge-
zackten (Juerlinien und einer unvollständigen dunklen blev-
grauen (@werbinde vor dem dunkelbräunlichen Aussenrande.
Auf den Htfln. tritt die letztere Binde meist vollständig auf,
vor derselben stehen auf der stark dunkel gesprenkelten
Oberfläche zwei (zuweilen verloschene) dunkle Querlinien.
Nur bei einem & sind die 3 unterbrochenen Querlinien
der Vdfl. deutlich zu erkennen, sonst sind nur Theile der-
selben durch Punkte oder kleine Zäckchen angedeutet. Die
eigenthümliche dunkle bleigraue Binde vor dem Aussenrande
reicht nicht bis zum Vorderrand, bei geflogenen Stücken tritt
sie nur am Innenrand als Halbbinde, dann fleckenartig auf.
Vor den schmalen braungrauen Fransen stehen bei einigen
Stücken schwarze Limbalmonde, die bei einem ® in einer
Die Geometriden des Amurgebiets. 49
Limballinie zusammenfliessen. Auf den stark schwarz ge-
sprenkelten, braungrauen Htfln. verläuft meist bei '/, der
Länge eine gerade, dicke, dunkle Querlinie, hinter der Mitte
steht eine gezackte dunkle Querlinie; zwischen beiden be-
merkt man zuweilen die Spuren eines Mittelpunkts. Bei
einem @ fehlen beide Querlinien;; die dunkle Binde tritt fast
vollständig auf, nur im oberen Theile erlischt sie zuweilen.
Die Unterseite aller Flügel ist schmutzig licht-braungrau,
ohne alle Zeichnungen, nur mehr oder minder mit dunklen
Strichelchen gesprenkelt. Zu verwechseln ist Nych. Gigantaria
mit keiner anderen Art, es ist der grösste mir bekannte
paläarktische Spanner. Ich habe auf Tafel I eins der kleinsten
88 abbilden lassen.
Synopsia Strietaria Led. Christoph fand Anfang Juli
2 22 bei Wlad., die von den Lederer’schen Originalen, 2 58,
nur durch das Geschlecht verschieden sind. Graeser fand
diese Art im Juli bei Pokr. ziemlich häufig. Dörries fand
1894 2 858 und 1 2 im Sutschan-Gebiet.
Boarmia Castigataria Brem.; Iris X, Taf. II, Fig. 33.
Suifunaria Christ.Neue Lep. Amur S. 42. Bremer beschreibt
diese Art nach Stücken (oder nur einem 2?), die Maack
Anfang August am Kengka-See fand als Macaria Castigataria.
Er sagt „Form und Grösse gleich Signaria, Grundfarbe ebenso“.
Nur letzteres ist nach seinem Bilde richtig, das eine ganz
andere Form wie Signaria hat, auch grösser ist. Dies Bild
passt von allen Amur-Spannern nur auf kleine, zeichnungslose
blasse Stücke derjenigen Art, die Christoph als Boarmia
Suifunaria beschrieb; Graeser sandte mir solche bei Wlad.
. gefangene Stücke ein, die er als Macaria Castigataria aufge-
führt hat. Aber nach allen Merkmalen, besonders auch nach
dem Kahlen Grübchen auf der Unterseite der Vdfl. des & ist
Castigataria eine bei Occitanaria und Perversaria einzu-
reihende Boarmia, nicht eine Synopsia, als welche Hedemann
und Oberthür sie aufführen. Christoph fand diese Art vom
4.—16. Juni nicht selten bei Wlad.; Dörries sandte sie von
Ask. und dem Sutschan, Jankowski von Sid. ein. Die mir
vorliegenden Stücke zeigen alle eine deutliche dicke, dunkle
@Querlinie (Binde) hinter der Basis der Vdfl., sowie hinter der
ebenso dicken äusseren Querlinie noch eine an dieselbe stossende
bindenartige Querlinie. Erstere fehlt beim Bremer’schen Bild
ganz, letztere ist aber vorhanden, ebenso der dunkle Aussen-
randsfleck unter dem Apex, in welchen diese letzte binden-
artige Querlinie nach oben ausläuft. Vielleicht gehört das
4
50 Dr. O. Staudinger:
zeichnungslosere blasse Bremer’'sche Stück, da es im August
gefunden wurde, einer 2. (Sommer-) Generation an, wie auch
die blässeren von Graeser bei Wlad. gefundenen Stücke.
Immerhin ist es nach dem Bremer’schen Bilde der Castigataria
unbegreiflich, wie der Autor ihr „die Form der Macaria
Signaria“ zuertheilen und sie ın die Gattung Macaria setzen
konnte. Die meisten Stücke, die ich von Castigataria erhielt,
haben eine ähnliche Grösse und ähnliche Zeichnungen wie das
auf Tafel II, Fig. 33 abgebildete 8 vom Sutschan.
Boarm. (?) Crassestrigata Christ. Neue Lep. Amur
S.43 (und ab.’Discreparata Graes. Berl. ent. Zeit. 1890,
S. 82); Iris X, Taf. II, Fig. 34. Christoph beschreibt diese
Art nach mehreren 88, die er Mitte Juni bei Wlad. fing,
er stellt sie zu Boarm. Perversaria. Drei seiner in meiner
Sammlung befindlichen Originale sindunter einander verschieden
gefärbt; nur das eine ist „hellrothgrau reichlich mit braunen
Atomen bestrent“, wie der Autor die Färbung allein bezeichnet.
Das 2. Stück ist hellaschgrau mit dunklen Binden, es stimmt
genau mit der mir von Tanere ein esandten ab. Discreparata
(raes. überein; das 3. Stück steht in der Färbung zwischen
diesen beiden. Von 14 Stücken, die Dörries mir von Ask.,
Baran., Uss. und Sutschan einsandte, gehören nur 3 zu der
bräunlichen Form, wie sie Christoph allein beschreibt, alle
anderen gehören der grauen Form (ab. Discereparata) an, die
‚also die häufigere zu sein scheint. Da Christoph selbst den
von ihm geschriebenen Namenszettel „Crassestrigata* unter
das grane Stück meiner Sammlung steckte, so scheint es
fraglich, ob der Name Discreparata, den Graeser der grauen
(Haupt-) Form gab, für diese als Aberrations-Bezeichnung
bleiben darf, er muss vielleicht besser als Synonym zu Crasse-
strigata gezogen werden. Diese Art kann keine ächte Boarmia
sein, da ihr das kahle Grübchen an der Unterseite der Val.
des & fehlt. Da sie aber eine stake Rollzunge hat, kann sie
auch keine Synopsia sein, deshalb lasse ich sie einstweilen
(als fraglich) bei Boarmia stehen. Ich habe das oben erwähnte
3. 8 der Uhristoph’schen Originale abbilden lassen.
Boarm. Bituminaria Led. Hedemann zog am 7. Juli
ein 2 aus einer am oberen Amur gefundenen Puppe; Graeser
fand 3 Pärchen bei Pokr., ein & bei Wlad. Ich habe kein
Amur-Stück dieser vom Altai beschriebenen Art, von der ich
die Lederer’schen Originale besitze; wie oben bemerkt, hielt
ich zuerst das kleine abändernde $ der Jank. Athleta Oberth.
von Rad. für dieselbe. ,
Die Geometriden des Amurgebiets. 51
- ? Boarm. Insolita Butl. Il. Typ. Lep. Het. III, S. 34,
Pl. XLIX, Fig. 5. Graeser führt diese Art nur mit den
Worten „Chab. ein 2* auf. Ob dies 2 wirklich zu der von
Butler aus Japan beschriebenen B. Insolita gehört, von der
er das 8 abbildet, wurde mir zu vergleichen keine Gelegen-
heit gegeben. Graeser schrieb mir später, er glaube wohl,
(dass er sich geirrt habe, könne aber das fragliche Stück jetzt
bei Dieckmann nicht vergleichen.
Boarm. Cinctaria Schiff. und ab. Consimilaria Dup.
Christoph fand am 17. Mai ein ziemlich dunkles 5 bei Rad.,
Dörries sandte mit typischen Cinctaria von Ask., die lichte
Aberration Consimilaria ein, welche beide Formen Oberthür
als zwei verschiedene Arten von Askold aufführt! Dörries
sandte die lichtere Form auch vom Bik. und Sutschan, Graeser
führt sie von Sid. auf; Hedemann fand Cinctaria, Anfang Juni,
häufig am oberen Amur.
Boarm. Sidemiata Stgr. n. sp.; Taf. II, Fig. 35. Jan-
kowski sandte mir ein 8 dieser neuen Art von Sidemi ein,
ausserdem liegen mir 4 andere 55, die Tancre von dort
erhielt, vor; Dörries brachte ein 2 vom Sutschan mit. Diese
Art steht keiner anderen paläarktischen Boarmia sehr nahe,
sie dürfte noch am besten bei Gemmaria einzureihen sein,
obwohl ihre Fühler von dieser wie den anderen Boarmia-Arten
etwas verschieden sind. Die (männlichen) Fühler sind bei
Sidemiata kürzer, kaum von halber Flügellänge, mit dünnerem
Schaft und etwas längeren Kammezähnen, welche gegen das
Ende hin plötzlich an Länge abnehmen und ein längeres, faden-
förmiges Ende als bei Rhomboidaria haben. Grösse der 88
36—40, des 2? 44 mm. Grundfarbe der Flügel leht bräunlich-
aschgrau mit sehr breitem, dumklerem, graubraunen Aussen-
yrand, der nach innen von einer scharfen, schwach gezackten
schwarzen Querlinie begrenzt wird; die Vdfl. führen noch ein
ähnlich gefärbtes kleines dunkleres Basalfeld, das nach aussen
von einer scharfen, schwarzen Linie begrenzt wird. AmVorder-
rand steht oberhalb des Endes der Mittelzelle ein schwarzes
Fleekchen, vor dem sich bei einem 8 und dem ® die Spuren
einer verloschenen dunkleren, bräunlichen Schattenbinde, in
dem lichteren Mittelfelde, bis zum Innenrande hin erkennen
lassen. Die Flügelfläche ist überall mit feinen, schwärzlichen
Pünktchen schwach bestreut. Der sehr breite, dunkle, bräun-
liche Vorderrand zeigt einige verloschene dunklere Flecken,
sowie eine meist sehr rudimentäre gezackte, lichte Querlinie
vor dem Aussenrande. Die den dunkleren Aussenrandstheil
4*
IL NE TR Ba AR Ne a ab fi
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\
52 Dr. O. Staudinger:
nach innen begrenzende scharfe, schwach gezackte, schwarze
(@uerlinie macht unter dem Vorderrande des Vdfls. meist einen
ziemlich auffallenden Winkel nach aussen, sie verläuft dann
fast gerade in den Innenrand; auf den Htfln. ist sie schwach
S-förmig gebogen und, besonders beim 2, ein wenig gezackt.
Die Htfl. führen (meist) einen dunklen Mittelmond, durch den
bei einigen Stücken eine sehr rudimentäre, dunkle Schatten-
linie zieht. Vor den dunklen Fransen steht eine schwarze,
zuweilen in Mondstrichelchen aufgelöste Limballinie. Auf der
lichter gelbgrauen, sparsam schwarz gesprenkelten Unterseite
tritt die schwarze äussere (Querlinie auf allen Flügeln sehr
scharf und ziemlich dick (breit) auf, 5 Stücke führen deutliche
schwarze Mittelmonde. Zu verwechseln ist diese Sidemiata
mit Keiner anderen Art, sie ist besonders durch das in Kursiv-
schrift Gedruckte leicht zu erkennen und von allen anderen
Arten zu unterscheiden. Ein etwas geflogenes 5 dieser Boarm.
Sidemiata, das fast ganz mit dem oben beschriebenen 3 über-
einstimmt, wurde von Haberbauer im Innern Korea’s (bei
(sensan) gefangen. Die Abbildung meines ö von Sidemi ist
auf der linken Seite etwas zu dunkel ausgefallen; der rechte
Vafl. ist in der Mitte etwas abgerieben.
Boarmia Dissimilis Stgr. n. sp. Taf. II, Fig. 36.
Dörries sandte mir 3 22 dieser neuen Art ein, das eine nicht.
ganz reine vom Suifun, ein anderes, anscheinend gezogenes,.
vom Bikin, das 3. geflogene vom Sutschan. Diese Dissimilis
wird durch die ganz verschiedene Form der äusseren schwarzen
Querlinie der Vafl. von allen mir bekannten Boarmia-Arten
sofort getrennt, sie ist vielleicht am besten vor der gleich
grossen und in der Flügelform ganz ähnlichen Ilicaria H. G.
einzuschieben; erst das & wird besser über die richtige Stellung.
entscheiden lassen. Grösse 35—36 mm; Flügel hellgrau,
etwas dunkler bestreut, die Vdfl. mit 2 schwarzen Querlinien,
einer extrabasalen und einer hinter der Mitte eigenthümlich.
gebogenen, die Htfl. mit einer gezackten Querlinie, etwa in
der Mitte. Die durch die Bestreuung dunkelgrau erscheinende
aschgraue Grundfarbe ist von der der anderen Boarmien be-
sonders dadurch verschieden, dass sie ohne allen bräunlichen
oder grünlichen Anflug ist. Die dussere, hinter der Mitte
der Vdfl. stehende schwarze @Querlinie macht in ihrer oberen
Hälfte einen grossen, fast rechten (etwas abgerundeten) Winkel
nach aussen, dessen Ecke (Spitze) auf den 3. Medianast
(Rippe 4) ausläuft, im unteren Theile macht sie vor dem
Innenrande einen Bogen nach innen. Auch die erste (extrabasale),
BURNIREREIEL TAN NIT HÄRTR TRESEHNN AT Hm 07:9. Sara OP a TE aa nr
Nr NT x 2
3 i . )
Fr - es
F-
Die Geometriden des Amurgebiets. 53
scharf auftretende schwarze Querlinie ist von der ent-
sprechenden der anderen Boarmia-Arten ziemlich verschieden.
Sie beginnt etwa bei '/, der Vorderrandslänge, macht sofort
‘eine ziemlich starke Biegung nach aussen (die bei dem einen 2
einen spitzen Winkel bildet) und verläuft dann schräg nach
innen zu, dicht hinter der Basis am Innenrande endend. Am
Ende der Mittelzelle steht ein sehr verloschener dunkler Quer-
strich (Mittelmond), vor der äusseren schwarzen Querlinie
erkennt man die Spuren einer fast geraden durch den Flügel
verlaufenden, verloschenen dunkleren Querlinie, die am Vorder-
rand mit einem deutlichen schwarzen Fleckstrich beginnt.
Im Aussenrandstheil bemerkt man bei dem gezogenen 2 eine
(die bekannte) schwach gezackte lichtere (weissliche) Quer-
linie vor dem Aussenrande. Vor den grauen, dunkler gefleckten
Fransen stehen schwarze Limbalmonde, die auf den Hitifin.
zusammengeflossen sind. Die Htfl. zeigen sonst nur hinter
ihrer Mitte eine schwach S-förmig gebogene, gezackte schwarze
Querlinie. Auf der lichten, gelblich weissgrauen Unterseite
treten deutlich grosse Mittelmonde sowie die äusseren Quer-
linien scharf hervor. Die eigenthümlich gebogene äussere
Querlinie der Vdfl. tritt nur bei einem 2 ebenso auf der
Unterseite auf, sie wird hier von einer dahinterstehenden,
sehr rudimentären Querlinie berührt (durchkreuzt); bei einem
anderen 2 tritt nur diese letztere, fast gerade verlaufende,
schwach gezackte Querlinie deutlich auf, während die eigen-
thümlich gebogene Querlinie sehr schwach zu erkennen ist.
Da das Bild der Boarm. Insolita Butl. ganz gewöhnliche
dunkle Querlinien der Vdfl. zeigt, kann ich nicht annehmen,
dass Graeser diese Dissimilis als Insolita aufführt. Aus der
Abbildung des reinen Dissimilis--? vom Bikin sind die Zeich-
nungen dieser Art genau zu erkennen.
Boarm. Angulifera Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878,
S. 396; Il. Typ. Lep. Het. III, $. 33, Pl. XLIX, Fie. I.
Dörries sandte mir 2 frische 55 vom Ussuri, die mir Leech
als Angulifera Butl. bestimmte. Butlers sehr ungenügende
Beschreibung und Abbildung passen so ziemlich, nur tritt bei
meinen Amur-Stücken der „pale patch beyond the cell* auf
den Vdfin. viel schärfer, fast weiss, hervor. Diese Art
dürfte am besten bei der etwas grösseren Secundaria ein-
gereiht werden.
Boarm. Nooraria Brem. Von Maack Ende Juni am
unteren Ussuri entdeckt. Mir liegt ein schlechtes & dieser
Art, das Bremer (?) an Lederer sandte, aus des letzteren
94 Dr. O. Staudinger:
Sammlung ‚vor, bei dem sich kaum noch die beiden so nahe
aneinander liegenden dunklen Querlinien der Vdfl. (der Bremer-
schen Abbildung) erkennen lassen, welche diese Boarmia vor
allen anderen auszeichnen. Keiner der späteren Sammler
scheint Nooraria wieder gefunden zu haben.
Boarm. Mandschuriaria Brem.; Dembowskiaria
Oberth. Etud.. V, 8. 46, Pl...IX, Fig.5 3; 1. 'e. IX, 8082
Pl. I, Fig. 11 2. Maack fand sie im Juni am unteren
Ussuri, Radde fing sie im Bur.-Geb.; Christoph fand sie Ende
Juni bei Rad., Dörries sandte sie von Ask., Suif. und Sutschan,
Jankowski von Sid. ein; Graeser fand 2 2% bei Wlad., das
eine Ende August; Hedemann erhielt sie von Blag. Diese
Art ändert sehr ab, so dass es nicht zu verwundern ist, wenn
Öberthür nach einem am 2. September auf Ask. gefangenen,
sehr kleinen & eine neue Art, Dembowskiaria, aufstellte.
Wahrscheinlich hat diese Art 2 Generationen, von denen die
2. kleiner ist. Später bildet Oberthür en 2 ab, das er
fraglich zu seinem 5 von Dembowskiaria zieht; es stimmt
ganz mit meinen gezogenen Mandschuriaria vom Suifun
überein. Bremer’s Bild zeigt auf den Vdfln. fast eine aus
zusammengeflossenen (uerlinien entstandene dunkle (schwarze)
Mittelbinde, wie eine solche wirklich bei einem alten Stück
der Lederer’schen Sammlung vorhanden ist. Bei einem
grossen $ von Ask. lassen sich 5 weit von einander abstehende-
schwarze Mittel-Querlinien der Vdfl. erkennen, während ein 2
von Rad. noch auffallender abändert. Es hat auf den weissen,
kaum schwärzlich bestreuten Vdfln. 3 scharfe, schwarze Quer-
linien (sehr schmale Binden), von denen die erste, dicht hinter
der Basis, weit von den beiden anderen, die dicht nebenein-
ander hinter der Mitte verlaufen, getrennt ist. Ausserdem.
ist der Aussenrand breit schwarz mit einem grösseren weissen:
Fleck in der Mitte. Abgesehen von dieser Aberration sehen
stark schwarz gezeichnete Mandschuriaria fast wie eine ver-
schiedene Art von solchen Stücken aus, die am wenigsten ge-
zeichnet sind.
Boarm. Saturniaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1888, S. 398;
Iris X, Taf. II, Fig. 37. (?Ocellata Leech?). Graeser
beschreibt diese Art nach 2 bei Wlad. erzogenen 22 und
einem Pärchen aus Sidemi. Christoph fand am 1. Juli ein
abgeflogenes 8 bei Wlad., Dörries sandte einige Stücke vom
Uss., Suif., Bik. und Sutschan ein. Diese auffallende, grosse,
weisse, dunkel gefleckte Art ist mit keiner anderen zu ver-
wechseln, sie wird durch die gute Abbildung vortreff lich illustrirt.
ia nn ae ie Dr
Sr 2 Sta
: RE RER N: Nat 1 usdnm aA TR
Die Geometriden des Amurgebiets. een
Leech schrieb unter einem Stück meiner Sammlung „Boarm.
Ocellata Leech“ ; ich finde sie aber nirgends von ihm beschrieben.
Graeser nennt die im Aussenrande (Saum) stehenden Flecken
„holzbraun“, bei meinen 5 vorliegenden Stücken sind sie, wie
die anderen Flecken, schmutzig rauchschwarz.
Boarm. Repandata L., ab. Destrigaria Haw. und ab.
Conversaria Hb. Dörries sandte mir eine Anzahl Stücke
von Ask., Suif. und Sutschan ein, die meist zur ab. Destrigaria
gehören. Graeser fand Repandata häufig bei Blag. und Nikol.,
selten bei Pokr. und Wlad.; von Blag führt er ein Pärchen
der ab. Conversaria auf. Ich vermuthe, dass die von Bremer
aufgeführte Boarm. Rhomboidaria, die Radde im Bur.-
Geb. und Dahurien, Maack am Uss. fing, Repandata gewesen
sein wird, da diese im Amurgebiet weit verbreitet und häufig
ist, während Boarm. Gemmaria (Rhomboidaria) von keinem
anderen Sammler dort gefunden wurde.
?Boarm. Extinetaria Ev.? Herr Tanere sandte mir
2 fast gleiche $5 von Rad. ein, die vielleicht zu der mir
etwas unsicheren (unklaren) Extinetaria Ev. aus Ost-Sibirien
zu ziehen sind. Ob diese nicht etwa nur eine Varietät oder
Aberration der so stark abändernden Repandata ist, lässt sich
vielleicht später nach einem sehr grossen Material feststellen.
(Graeser schrieb mir, dass er 2 Pärchen dieser Form bei
Pokr. fand.
Boarm. (?) Buettneri Hedem. Hor. XVI, S. 54, Taf. X,
Fig. 11. Hedemann beschreibt diese Art nach 2 von ihm
in der ersten Hälfte des Juli bei Blag. gefundenen 58. Ich
reihe diese mir unbekannte, von allen anderen Boarmien ganz
verschieden aussehende Art vorläufig hier ein. Dem Bilde
nach könnte diese Buettneri eher einer anderen Gattung,
etwa Gnophos, angehören.
Boarm. Roboraria Schiff. und var. Amurensis Steger.
Von Radde im Bur.-Geb., von Maack zwischen Noor und Ema
im Juni und Juli gefunden. Dörries sandte diese Art in An-
zahl von Ask., Uss., Suif., Bik. und Sutschan ein, Jankowski
fand sie auf Sid.; da alle Stücke von den europäischen ziemlich
verschieden, dunkler grau mit weit schärferen schwarzen
(Querlinien, sind, so verdienen sie wohl als var. Amurensis
bezeichnet zu werden. Vielleicht sind nur die Stücke aus
dem südöstlichen Amurgebiet von den europäischen verschieden;
Graeser, der bei Chab. und Pokr. je ein 2 fand, führt sie als
Roboraria auf. Das von Schrenck bei Kidsi gefundene 6,
das Menetries Schreck. S. 67 als fragliche Roboraria beschreibt,
ÜNARBRERR HER Suse RE) a gs sa)
56 Dr. O. Staudinger:
und Taf. V, Fig. 10 abbildet, wurde von mir in meinem
Catalog 1871 Menetriesi benannt und als fragliche Art
aufgeführt. Heute glaube ich ganz sicher zu sein, dass dies
ein aberrirendes (vielleicht etwas geflogenes) & von Roboraria
war, das als Aberration keinen Namen verdient. Da Menetries’
Beschreibung wie Abbildung auf keins meiner Amur-Roboraria
passt, ich auch nicht weiss, ob Kidsi (wo es gefangen wurde)
im eigentlichen Amurgebiet gelegen ist,so mag ich den Namen
var. Menetriesi nicht für die Amur-Form von Roboraria an-
wenden. Nur eine meiner v. Amurensis timmt auf der Unter-
seite fast ganz mit dem Menetri6es’schen Stück überein, beson-
ders weil hier der dunkle (schwarze) Subapiealfleck der Vafl.
fast vollständig fehlt, der sonst bei meinen v. Amurensis meist
gerade so stark wie bei Roboraria vorhanden ist. Auch die
Roboraria vom Kentei sind zur var. Amurensis zu ziehen;
ein stark aberrirendes 2 vom Kentei ist ganz licht, schmutzig
weiss mit scharfen, schwarzen Querlinien.
Boarm. Consortaria Fab. und var. (ab.) Gonferenda
Butl. Ann. & Nat. Hist. Mag. 1878, S. 395; Il. Typ. Lep.
Het. III, Pl. XLVIIL, Fig. 8. Christoph fand Mitte Juni
ziemlich typische Consortaria bei Wlad.,ähnliche Stücke erhielt
ich durch Dörries von Ask., Uss. und Bik.; von letzterer
Lokalität, sowie vom Suif. und Sutschan sandte Dörries auch
eine kleine Anzahl dunklerer Stücke ein, die mit Stücken aus
Japan ziemlich übereinstimmen, welche mir (sicher) Conferenda
Butl. zu sein scheinen. Diese Stücke zeichnen sich besonders
durch eine schmale, bräunliche Querbinde hinter der äusseren
Zackenlinie aller Flügel aus, auch ist die gezackte lichte
Querlinie vor dem Aussenrande nach innen dunkler begrenzt.
Solche Stücke sehen von lichten deutschen Consortaria recht
verschieden aus; es finden sich aber Uebergänge zu dieser
var. Öonferenda. Da Dörries beide Formen vom Bikin sandte,
scheint die eine dort als Aberration deranderen vorzukommen.
Graeser führt Consortaria als häufig bei Pokr. auf, Hedemann
fand sie nicht selten am oberen Amur.
Boarm. Amoenaria Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 38.
Dörries sandte 3 85, 2 vom Uss., 1 vom Sutschan ein; diese
niedliche kleine Art steht der B. Maeoticaria Alph. von Süd-
Russland und Kleinasien am nächsten, sie wird vielleicht am
besten mit dieser bei Lichenaria eingereiht. Grösse 30—32 mm;
Vafl. bräunlichgrau mit einer lichtgrauen Mittelbinde, die
von 2 schwarzen Querlinien eingefasst wird und einen dumklen
Mittelpunkt führt. Hifl. bräunlichgrau mit einer etwas
Die Geometriden des Amurgebiets. 57
gebogenen, schwarzen (Querlinie hinter dem schwarzen Mittel-
punkt und dicken, schwarzen Limbal-Mondflecken, die auch
auf den Vdfln. vorhanden sind. Auf den Vdfln. bildet die das
dunkle Basalfeld begrenzende breite, schwarze Querlinie nur
(2) ganz stumpfe Zacken auf der Subeostalis und Mediana,
sonst verläuft sie ziemlich gerade; bei Maeoticaria macht sie
in der Mitte einen scharfen Winkel nach aussen. Die äussere,
das lichte Mittelfeld begrenzende Querlinie ist schwach S-förmig
gebogen, sie macht unter dem Vorderrande einen ganz kurzen,
spitzen Winkel nach aussen, der sehr verschieden von dem
grossen Winkel ist, den die entsprechende Querlinie bei
Maeoticaria macht. Die gezackte, weissliche‘ Aussenrands-
Querlinie tritt nur rudimentär im dunklen Aussentheil auf.
Die bräunlichgrauen Htfl., die, wie die Vdfl.. ganz fein dunkel
bestreut sind, führen vor dem etwas dunkler bestreuten breiten
Aussenrandstheil eine im oberen und mittleren Theil schwach
nach aussen gebogene feine dunkle Querlinie. Vor den
schmutziggelblichen Fransen mit dunkler Theilungslinie treten,
besonders bei einem &, grosse, zusammengeflossene schwarze
Limbalmondstriche auf. Die Unterseite aller Flügel ist grau-
gelb, etwas dunkel bestreut, mit grossen dunklen Mittelpunkten
und scharfen schwarzen Querlinien dahinter, die auf den Vdfln.
am Vorderrande scharf fleckartig beginnen, aber hier nur bis
etwas über die Mitte des Flügels hinabgehen. Die Fühler
sind ebenso gekämmt wie bei Maeoticaria und der bekannten
Lichenaria; die Beine scheinen etwas länger zu sein, besonders
die ziemlich breiten Hinterschienen. Der Hinterleib ist ebenso
schlank wie bei den beiden eben genannten Arten. Durch
die ganz verschieden gebogenen beiden (uerlinien der Vdfl.,
deren Mittelfeld bei Maeoticaria nicht heller ist, wird Amoenaria
leicht von ihr getrennt. Die Abbildung des 5 giebt die zum
Theil nicht scharfen Zeichnungen dieser Art genau wieder.
Boarm. Senex Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1875,
S. 396; Ill. Typ. Lep. Het. III, Pl. XLIX, Fig. 3; Hede-
manni Christ. Neue Lep. Amur S. 47. Dörries sandte mir
diese schöne grünliche Art in kleiner Anzahl von Ask., Suif.
und Sutschan ein. Diese Art wurde zuerst von Butler als
Senex von Japan beschrieben, die mir vorliegenden Japan-Stücke
stimmen ganz mit denen vom Amur überein. Christoph
beschrieb 2 Jahre später als Butler diese Art als Hedemanni
nach einem von ihm im Juli im Chingan gefangenen 5 und nach
Stücken meiner Sammlung von Askold; ich bedauere, dass sein
Name dem so schlecht passenden Butler’schen weichen muss.
58 Dr. O. Staudinger:
?’Boarm. Elegans Oberth. Etud. X, S. 31, Pl. I, Fig. 4
(? Boarm. Senex Butl. ab.?) Oberthür beschreibt diese Art
nach einem (?) von Jankowski auf Askold gefundenen 8.
Diese mir unbekannte, etwas zweifelhafte Art steht hinsichtlich
ihrer Zeichnung, ihrer Fühler u. s. w. der vorigen sehr nahe;
sie hat aber keine grünliche Färbung, sondern „un melange
des couleurs blanchätre, grise, brune, fauve et noire*“. Da ich
aus Japan mit 3 Boarm. Senex-&8 ein ® erhielt, das fast
keine Spur der grünlichen Färbung zeigt, so halte ich es für
nicht ausgeschlossen, dass Elegans Oberth. nur eine (zufällige)
Farben-Aberration von Senex sein kann.
Boarm. Stipitaria Oberth. Etud. V, S. 45, Pl. IV,
Pig..6; ab. Piperatäaria\Oberth.' 1! 83046, "PITDE
Fig. 13; Doerriesiaria Christ. Neue Lep. Amur S. 45.
‘ Oberthür beschreibt diese Art nach 4 im April auf Askold
gezogenen Stücken als Stipitaria in seinem im December 1880
erschienenen V. Theil der Etudes. Christoph beschreibt die
Art, auch nach gezogenen Askold-Stücken meiner Sammlung,
als Doerriesiaria im III. Heft des Bulletin de Moscou 1880.
Sollte dies Heft, was ich nicht glaube, vor December 1880
erschienen sein, so hat der Name Doerriesiaria Christ. die
Priorität. Oberthür bildet noch ein aberrirendes 5 mit ver-
loschenen Zeichnungen ab und giebt für dies den Namen
Piperataria. Ich halte es für durchaus verkehrt, einzeln auf-
tretende Aberrationen zu benennen, da dies die Nomenklatur
unnöthigerweise viel zu sehr beschweren würde. Dörries
erzog diese Art auf Askold und brachte 2 558 vom Sutschan
mit; Graeser fand Mitte Mai 3 Stücke bei Wlad.
Boarm. Selenaria Hb. und var. Artemis Stgr. Von
Radde im Bur.-Geb., von Maack zwischen Noor und Ema im
Juni und Juli gefunden; Christoph fand sie Ende Juni bei
Radd., Anfang Juli bei Wlad.; Dörries sandte sie vom Uss.,
Suif. und Sutschan, Jankowski von Ask. und Sid. ein. Graeser
fand sie bei Chab. und Wlad.; er erhielt sie auch von Blag.
Die Amur-Selenaria sind meist bedeutend weisser als die
europäischen Stücke, sie sind wenig dunkel bestäubt und
sehen namentlich recht verschieden von den typischen dunklen
v. Dianaria aus. Diese auch meist kleineren, weissen Amur-
Selenaria können daher wohl als Lokalform einen besonderen
Namen, var. Artemis, führen; nur zuweilen treten fast typische
Selenaria im Amurgebiet als zufällige Aberrationen auf.
Boarm. Crepuscularia Hb. Von Schrenck häufig bei
Marienskoi-Post im Juni, später im Juli bei „Sselgako*,
TE Ba TE aan ak OT Ar ne Ka ER A
Die Geometriden des Amurgebiets. 59
von Radde im Bur.-Geb., von Maack am Uss. im Juni und
Juli gefunden. Christoph fing am 15. Juli ein 2 bei Radd.,
Dörries sandte mehrere Stücke von Ask. und Sutschan ein,
die mit typischen deutschen Crepuscularia fast ganz überein-
stimmen. Graeser fand sie bei Chab., Prok. und Wlad.
Boarm. Biundularia Bkh., var. Lutamentaria Graes.
Berl. ent. Zeit. 1888, S. 401 und var.? Incertaria Steger.
Taf. II, Fig. 80. Dörries sandte ein ? von Ask. und 2 22
vom Sutschan ein, die, wie ein von Graeser als Orepuscularia
erhaltenes 2 von Wlad., fast völlig mit deutschen und
englischen Stücken der hellen Form von Biundularia überein-
stimmen, ebenso ein 2 von Japan. Ob diese ganz ausser-
ordentlich abändernde Biundularia (von ganz dunkelgrau, nur
mit weisser Aussenrands - Querlinie bis weissgelb, schwarz
gezeichnet) wirklich eine von Crepuscularia verschiedene Art
ist (was sehr wahrscheinlich), und wie sich beide unterscheiden,
darauf kann ich hier nicht genauer eingehen. Ich bemerke
nur, dass bei allen meinen Biundularia-? 2 die Legeröhre mehr
oder weniger, öfters sehr lang, aus dem Hinterleib hervorragt,
während sie nur bei einem (schottischen) 2 meiner in Anzahl
vorliegenden Crepuscularia ganz kurz hervortritt.
Die Boarm. Lutamentaria Graes, von der der
Autor mir freundlichst 3 seiner Originale einsandte, liegt mir
noch in weiteren 9 Stücken vom Amurgebiet vor. Von diesen
fand Christoph ein 2 am 27. Juli bei Rad., ein Pärchen am
7. August bei Wlad., die anderen sandte Dörries vom Uss.,
Bik., Baran. und Sutschan ein. Ich kann diese Lutamentaria
nur für eine durchschnittlich etwas kleinere, im weiblichen
(seschlecht meist sehr wenig gezeichnete, gelbweisse Varietät
der Biundularia ansehen. Die hellen englischen Biundularia,
die mir der verstorbene Henry Doubleday in Anzahl einsandte
(er hielt Crepuscularia und Biundularia bestimmt für zwei
verschiedene, in England nebeneinander vorkommende Arten),
haben dieselbe gelbweisse Grundfarbe und ebenso gelb und
braun gemischte Zeichnungen wie die Lutamentaria-& 58. Auch
ragt bei den 7 mir vorliegenden Lutamentaria-? 2 die Lege-
röhre, öfters sehr lang, hervor; nur bei einem der beiden
Graeser'schen 2% ist sie sehr kurz.
Einen grossen Gegensatz zu dieser kleinen gelbweissen
var. Lutamentaria bilden 6 mir vorliegende grosse graue
Stücke aus dem Amurgebiet, die ich als var.? Incertaria
kurz beschreiben will und von der ein typisches & auf
Taf. II, Fig. 380 abgebildet ist. Ich bin zweifelhaft, ob es
60 Dr. O. Staudinger:
eine Form der Biundularia, der CÖrepuscularia oder gar eine
eigene Art sein mag. Christoph fand hiervon. 2 &8 Ende
Mai bei Wlad., Dörries sandte mir 3 858 und 1 2 vom Bikin
ein. Grösse 40—48 mm, also grösser als die nahen Formen,
von denen meine grössten Biundularia-?% nur bis 40 mm
messen. Alle v.? Incertaria sind Licht, grauweiss, dunkel
(schwärzlich) bestreut und gezeichnet, nur 2 sind vorwiegend
bräunlich bestreut und gezeichnet. Die Zeichnungen sind
dieselben wie bei grossen lichten Biundularia, nur tritt meist
der schwärzliche Flecken hinter der Mitte der äusseren Quer-
linie der Vdfl. viel deutlicher hervor. An der gezackten,
lichteren Querlinie vor dem Aussenrande stehen am und unter
dem Vorderrande 2 dunklere Flecken, die besonders beim 2
sehr auffallen (bei diesem allein vorliegenden ® ragt der
Legestachel gar nicht hervor). Die erste, extrabasale Quer-
linie der Vdfl. ist meist ganz verloschen, sie tritt nur bei
einem & vollständig und scharf auf. Da Christoph diese
grossen Incertaria bei Wlad. volle 2 Monate früher fing als
eben dort die kleineren var. Lutamentaria, so ist es nicht
unmöglich, dass sie die erste Genneration im südlichen Amur-
gebiet von v. Lutamentaria sind, während im nördlichen
(sebiet (bei Chab. etc.) vielleicht nur eine Generation (Ende
Juni, Anfang Juli als v. Lutamentaria) vorkommt. Die beiden
kleineren mir vorliegenden, den lichten deutschen Biundularia
fast gleichen 22 von Wlad. und Ask. sind vielleicht hier
als zufällige Aberrationen oder als Mittelstücke einer dieser
beiden Formen anzusehen. Dass diese Incertaria eine grosse,
lichte Form der Crepuseularia sei, halte ich für sehr unwahr-
scheinlich, eher kann man sie als eine eigene Art ansehen.
Nur sehr genaue Beobachtungen über ein grosses Material aller
dieser ähnlichen Formen können vielleicht später völlige Klar-
heit über sie schaffen.
bBoarm. Consonaria Hb. Christoph fand Ende Mai ein
dunkles & bei Wlad. und ein helles $ bei Rad., wie solche
ganz ähnlich oder ebenso in Deutschland vorkommen; sonst
scheint Niemand diese Art im Amurgebiet gefunden zu haben.
Boarm. Luridata Bkh. (var. Obseurior Stgr.)
Christoph fand am 17. Juni ein 2 bei Rad., Dörries sandte
je ein $ von Ask. und Suif., sowie 10 Stücke vom Sutschan
ein, die fast alle bedeutend dunkler als deutsche Luridata
sind, so dass die Amur-Form wohl als var. Obscurior einen
Namen verdient. Graeser fand 2 && bei Chab., über die er
weiter nichts sagt.
Die Geometriden des Amurgebiets. 61
Boarm. Glareosaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1889, S. 266.
Dörries sandte mir diese, der vorigen nahe stehende Art in
Anzahl vom Uss., Suif. und Sutschan ein; ich versandte sie
zuerst als Luridulata in litt. Graeser fand bei Chab. und
Wlad. je ein 2. |
Boarm. Punetularia Hb. (var. Ignobilis Butl.
Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878, S. 397; Ill. Typ. Lep. Het. III,
Pl. XLIX, Fig. 6). Christoph fand am 21. Mai ein 3 bei
Rad., am selben Datum, ein Jahr später, fand er bei Wlad.
ein sehr kleines (20 mm grosses) &; Dörries sandte die Art
von Ask., Suif. und Sutschan, Jankowski von Sidemi ein.
Die meisten Amur-Stücke sind kleiner und etwas dunkler als
deutsche Puuctularia; wir versandten sie als v. Nanaria in litt.
Butler beschreibt diese Art nach Stücken aus Japan als
Tephronia Ignobilis, er bildet ein grosses, ziemlich helles Stück
ab, wie solche ähnlich in Europa vorkommen. Der einzige
konstante Unterschied, den ich zwischen europäischen Punc-
tularia und solchen vom Amur und Japan finde, ist der, dass
bei letzteren auf den Vdfin., dicht hinter der äusseren schwarzen
@uerlinie eine schmale, bräunliche Binde auftritt; bei typischen
Punctularia steht hier nur etwas verloschene bräunliche
Färbung. Ob dies genügt, um den Namen Ignobilis als Lokal-
form beibehalten zu können, scheint mir fraglich zw sein.
Graeser fand 3 Stücke dieser Art bei Wlad.
Gnophos Burmesteri Graes. Berl. ent. Zeit. 1888,
8. 402; Iris X, Taf. II, Fig. 39. Graeser beschreibt diese
Art nach einem Ende Juli bei Wlad. gefundenem 3. Dörries
sandte mir ein frisches & ohne genaue Fundangabe (wohl
vom Ussuri) ein, das als zeichnungsloseres, dunkles Stück
ganz gut zu Burmesteri passt, auch ist es fast ebenso gross
(40 mm). Ein anderes 42 mm grosses 8 sandte er vom
Sutschan ein, bei diesem treten die Querlinien deutlich, wie
(sraeser solche beschreibt, auf den Flügeln hervor. Diese Art
dürfte am besten hinter Respersaria Hb. einzureihen sein. Auf
der Abbildung des 5 vom Sutschan treten die (uerlinien dieser
dunklen Art etwas weniger deutlich als beim Thier selbst hervor.
Gnoph. Perdita Butl.?2 Ein 2, das Christoph am
5. Juni bei Wlad. fand, wurde mir von Leech als Perdita
Butl. bestimmt; ich kann nicht finden, wo Butler diese Art
beschrieb. Es ist 34 mm gross, die Flügel sind dunkelgrau,
gelblich gesprenkelt mit grossen dunklen Mittelpunkten, sonst
fast zeichnungslos; man bemerkt nur Spuren der gezackten,
dunklen äusseren Querlinie sowie der weisslichen Querlinie
62 Dr. O. Staudinger:
vor dem Aussenrande. Ob ein etwas geflogenes, ein wenig
grösseres und helleres ® von Ask., das Dörries sandte, zu
dieser fraglichen Perdita als dieselbe Art gehört, scheint mir
zweifelhaft. Die dunklen Mittelpunkte sind bei diesem 2
ganz schwach licht gekernt; doch stehen auch beim 2 von
Wlad. einige lichtere Schuppen in der Mitte. Jedenfalls lässt
sich nach einzelnen Stücken (zumal 22) in dieser sehr
schwierigen Gattung nichts Sicheres feststellen. Diese
Perdita? ist wohl am besten bei Pullata var. Nubilata Fuchs
einzureihen.
Gnoph. Creperaria Ersch. Hor. XII, S. 337; Hedem.
Hor. XVI, S. 263, Pl. XIII, Fig. 5. Erschoff beschreibt diese
Art nach Stücken von Irkutsk; Hedemann, der eine Abbildung
derselben giebt, scheint sie im Amurgebiet gefunden zu haben,
sagt aber nicht wo. Graeser fand am 12. Juni ein frisches 3
an einen Felsen bei Pokr. Diese mir unbekannte Art scheint
am besten bei Variegata eingereiht zu werden. Ob ein dunkles 2
von Baran., bei dem der mittlere Theil der Vdfl. nur etwas
lichter bestreut ist (eine eigentliche, lichte, ockergelbe Mittel-
binde beider Flügel fehlt durchaus), als Aberration zu Crepe-
raria gezogen werden. kann, scheint mir fraglich, in der Grösse
(35 mm) stimmt es mit der der Abbildung überein.
*) @noph. Agnitaria Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 40.
Dörries sandte ein 2 von Ask. ein, das sicher einer anderen
Art wie der vorigen angehört. Es ist 30 mm gross, auf der
Oberseite der Flügel dunkel, stark schmutziggelb bestreut mit
dunklen, licht gekernten Mittelfleckehen und gezackter Quer-
linie dahinter; es ähnelt hier dem bei voriger Art erwähnten
© von Baran. Auf der Unterseite ist es ganz verschieden,
die graue Basalhälfte aller Flügel (mit kaum erkennbaren,
dunklen Mittelpunkten) wird durch eine schmale, dunklere
Binde begrenzt, welcher nach aussen eine ganz lichte, gelblich-
weisse Dinde folgt. Diese schmale lichte Binde verliert sich
ganz allmählig in den stark licht gesprenkelten Aussentheil.
Die Fransen sind auf der Unterseite lichtgelblich, an den
Spitzen dunkler, auf den Vedfln. sind sie matt dunkler gescheckt.
So misslich es ist, Arten nach einem Stück zu beschreiben,
*) Bremer führt Dasydia Operäria Hb. als von Radde
an der Nordseite des Baikal-Sees und im Bur.-Geb. gefunden an.
Es ist mir sehr unwahrscheinlich, dass diese, bisher nur in den öster-
reichischen Alpen und im Riesengebirge eefundene Art im Amur-
gebiet vorkommen sollte: ich vermuthe, dass hier ir gend eine Ver-
wechselung vorgekommen ist,
ei NEM m Beh wen A a A 1
Die Geometriden des Amurgebiets. 63
so glaube ich doch, dass diese Agnitaria nach der auffallenden
- Unterseite leicht erkannt wird. Die Abbildung zeigt, dass
das Stück nicht ganz rein ist; vor der Mitte des Htfls. ist
es etwas abgerieben, wodurch der lichte Fleck entstanden ist.
Fidonia Fasciolaria Rott. Von Hedemann bei Blag.
von Ende Juni bis Mitte Juli selten gefunden; auch Graeser
‚erhielt sie von dort. Herz fand sie Mitte August nördlich
von Peking in Stücken, die mit dunklen europäischen ganz
übereinstimmen. Die von Hedemann an der Schilka, Ende
Mai, einzeln gefangene Fid. Carbonaria Cl. dürfte wohl
auch in dem nur etwas weiter östlich gelegenen eigentlichen
Amurgebiet vorkommen.
Ematurga Atomaria L. Von Maack an den nördlichen
Zuflüssen des Amur, von Radde im Bur.-Geb. gefangen.
Christoph fand sie Ende Mai bei Rad., Graeser fand sie im
Juli bei Nikol. sehr gemein, bei Pokr. etwas seltener.
Bupalus Piniarius L. var. (?) Vestalis Stgr. Taf. II,
Fig. 41. _Graeser führt in der Berl. ent. Zeit. 1890, S. 84
ein bei Rad. gefangenes, sehr verschiedenes 5 dieser in Europa
so gemeinen Art auf, er beschreibt es kurz als vermuthliche
auffallende Aberration. Nach seiner Beschreibung stimmt dies
Amur-& mit 4 mir vorliegenden 58 aus Japan überein; ich
bezeichne diese grosse, weisse Form als var. Vestalis, sie ist
so auffallend, dass sie eventuell als eine von Piniarius ver-
‚schiedene Art angesehen werden kann. Grösse 34—36 mm,
‚also auffallend grösser, anscheinend auch breitflügeliger als
Piniarius. Dass die Grundfarbe aller Flügel weiss ist, ist
kaum so wichtig, als dass die weisse Färbung die dunkle
bei Piniarius therlweise ganz verdrängt, so besonders hinter
‚der Mittelzelle der Vdjl. Hier geht sie weit über dieselbe
hinaus, am Ende der Mittelzelle steht ein grosser. dunkler
Halbmond (Fleckstreifen). Der schwarze Aussenrand ver-
breitet sich nur wenig nach dem Apex zu, wo er mit dem
schmalen, dunklen, mehr oder minder bräunlich gesprenkelten
Vorderrand zusammenfliesst. Die Rippen sind dunkel, beson-
ders nach der Basis zu sind dunkle Schüppchen auf die weisse
Grundfarbe gestreut. Die weissen Htfl. haben einen breiteren,
schwärzlichen Vorderrand als die Vdfl., aber einen schmäleren.
weisslich durchsetzten, dunklen Aussenrand; sie führen einen
verloschenen dunklen Mittelmond, die dunklen Querbinden der
Unterseite scheinen matt durch. Die Unterseite dieser
v. Vestalis ist auch wesentlich von der des Piniarius ver-
schieden; auf den Vdfln. ist sie weiss mit stark schwarz
a HAT I DE fan ra E31 aa Di,
64 Dr. ©. Staudinger:
und gelb gesprenkeltem Vorder- und Aussenrande, letzterer
ist nach innen etwas dunkler beschattet. Der Mittelmond
und die Rippen sind, wie auf der Oberseite, dunkel. Die
Unterseite der Htfl. ist weiss, schmutziggelb angeflogen, überall
stark schwarz gesprenkelt, nur in der Längsmitte (Mittelzelle
und Fortsetzung dahinter) bleibt ein breiter weisser Streifen
stehen. Dieser wird am Ende der Mittelzelle und zwischen
dieser und dem Aussenrande durch je eine schmale braun-
schwarze (uerbinde durchbrochen. Die erste dieser (Quer-
binden ist bei einem & ziemlich rudimentär, bei einem anderen
tritt sie nur als breiter, dunkler Mittelmond auf. Zu diesen
auffallenden Verschiedenheiten kommt noch, dass die var. Vestalis
entschieden länger gekämmte Fühler hat, der Fühlerschaft
wie die einzelnen Kammglieder scheinen auch dünner zu sein.
Man kann diese Vestalis daher vielleicht ebenso gut als eine
von Piniarius verschiedene Art ansehen; die gute Abbildung
eines ö von Japan zeigt den grossen Unterschied von Piniarius.
Das mir, nach dieser Beschreibung gütigst eingesandte Amur- 5
dieser var. Vestalis stimmt im wesentlichen ganz mit den
Japan-Stücken überein; es ist 33 mm gross und hat auf der
Unterseite der Htfl., die etwas weniger dicht bestreut und
gelblicher ist, 2 vollständige Querbinden.
Thamnonoma (Halia) Wauaria L. Dörries sandte
mir ein fast typisches, dunkelgraues $& vom Sutschan und ein
etwas abänderndes, lichtgraues 2 vom Uss. ein. Hedemann
erwähnt ein am 18. August bei Blag. gefangenes, gelbgraues
Q, das im Uebrigen mit europäischen Stücken übereinstimmt.
Graeser führt in der Berl. ent. Zeit. 1892, S. 232 ein & von
Pokr. auf und giebt die Verschiedenheiten desselben von seinen
europäischen Stücken an. Die europäischen Stücke ändern
aber sowohl in ihrer Färbung wie auch in ihren Zeichnungen
so stark ab, dass ich die folgende Art, Costimaculata Graes.,
zuerst für eine (blasse) Varietät der Wauaria ansah. So glaube
ich jetzt, dass Halituaria Gn. vom Altai wahrscheinlich,
Packardaria Möschl. von Labrador aber bestimmt nur
Lokalformen von Wauaria sind. Von beiden Formen befinden
sich die Originale jetzt in meiner Sammlung.
Da der Gattungsname Halia, den Duponchel 1829 gab,
bereits 1326 an eine Mollusken-Gattung vergeben wurde, so
muss der von Lederer gegebene Name Thamnonoma für diese
Geometriden-Gattung angewandt werden.
Thamn. Costimaculata Graes. Berl. ent. Zeit. 1888,
S. 403. Graeser fing 5 Pärchen bei Pokr., nach denen er
4
; Die Geometriden des Amurgebiets. 65
diese Art 1. c. beschreibt. Er sandte mir ein Pärchen zur
Ansicht ein, von dem er die Güte hatte, mir das ? zu über-
lassen. Ich glaubte zuerst, dass dies eine lichte Form der
Th. Wauaria, vielleicht deren 2. Generation, sei. Graeser
schrieb mir aber, dass er eine solche, wegen des sehr kurzen
Sommers in Pokrofka, für ganz ausgeschlossen halte; er glaube
bestimmt, dass Costimaculata eine von Wauaria verschiedene
Art sei. Ich verglich das mir vorliegende ® noch einmal
genau mit allen meinen, unter sich stark abändernden Wauaria
von sehr verschiedenen Fundorten. Während ich die meisten
der von Graeser angegebenen Unterschiede nicht stichhaltig
finde, sind es besonders zwei Unterschiede, die mich veran-
lassen, in Costimaculata eine von Wauaria (wahrscheinlich)
verschiedene Art zu sehen. Der eine ist die auffallend gelbe
(wenn auch nicht goldgelbe) Unterseite des ganzen Thieres,
der andere ist eine auf der Unterseite der Htfl. dicht hinter
dem (feinen) Mittelpunkt stehende breite, scharf gelbbraune
Querlinie.. Wenn eine solche, weit dunklere Querlinie bei
Wauaria vorhanden ist, so steht sie stets weiter hinter dem
Mittelpunkt, sie tritt auch nie so scharf auf. Die Färbung
der Oberseite der Costimaculata ist auch etwas lichter als
bei meinen lichtesten Wauaria, ich kann sie aber durchaus
nicht „ein helles, gesättigtes etc. Lehmgelb“ nennen, sondern
für meine Augen ist sie licht gelbgrau.
Thamn. Brunneata Thnb. Von Graeser bei Nikol. und
Pokr. vereinzelt gefunden. Dörries brachte ein % vom:
Sutschan mit, das weit heller als europäische, schmutziggelb
statt braun ist, es kommt in der Färbung einem Altai-ö
sehr nahe.
Thamn. Saburraria Ev. Hedemann fand sie vom
12. Juni bis 7. Juli vereinzelt an verschiedenen Stellen des
Amur. Mir ist diese von Eversmann nach Stücken von Irkutsk
beschriebene Art in natura unbekannt, sie soll wie die vorige
gebaut sein, ihre Färbung ist aschgrau, bräunlich gemischt
mit 2 braunen Querlinien und schwarzen Mittelpunkten.
Diastietis Artesiaria Fab. Hedemann fand am 30. Juni
ein 2 bei Blag., von wo auch Graeser einen am 9. August
gefangenen 3 erhielt.
Phasiane Petraria Hb. Von Radde im Mai im Bur.-
Geb., von Maack im Juni am unteren Ussuri gefangen;
Christoph fand am 11. Mai ein frisches 5 bei Wlad., Dörries
sandte sie von Ask., Bik. und Sutschan, Graeser führt sie
von Chab.- und Wlad. als sehr gemein auf. Die Amur-Stücke
657
66 Dr. O. Staudinger:
sind den europäischen gleich, während 2 mir vorliegende
Stücke aus Japan nicht die dunkle Schattenbinde an der
äusseren lichten Querlinie der Vdfl. zeigen.
Phas. Boarmiata Graes. Berl. ent. Zeit. 1892, S. 232.
Ich verweise auf die Beschreibung dieser mir unbekannten,
von allen Phasiane ganz abweichenden Art, die in einem:
frischen 8 bei Rad. gefunden wurde.
Phas. Clathrata L. Von Radde im Mai und Juli im
Bur.-Geb., von Maack an der Sungatscha gefunden. Christoph
fing sie Ende Mai bei Rad., Anfang Juni bei Wlad., Dörries
sandte sie von Ask., Uss. und dem Sutschan ein, Graeser fand
sie an allen von ihm besuchten Plätzen mehr oder weniger
häufig.
Ephoria Stgr. nov. gen. Arenosa Butl. Ill. Typ. Lep.
Het. II, S. 46, Pl. XXXV, Fig. 1. Christoph fand am 23. Juni
ein @ bei Rad., Dörries sandte ein & vom Bik., ein Pärchen
vom Suif. und 7 Stücke vom Sutschan ein, Hedemann fand
ein & im Chingan-Gebirge, Graeser ein 2 bei Chab. und An-
fang Juni ein & bei Wlad. Butler beschreibt diese Art nach
Japan-Stücken, er bildet anscheinend ein 2 ab; mir liegt
ein & von Japan vor, das mit Amur-Stücken ganz überein-
stimmt. Hedemann giebt in den Hor. XVI, S. 49 an, dass
nach Butler in den Ann. & Mag. Nat. Hist. 1879, 8. 370
(was ich nicht nachsehen kann) diese „Epione Arenosa“
das ö zu Ep. Leda Butl., und letztere nur eine Varietät der
Ep. Strenoides Butl. sein solle. Ein Blick auf die oben eitirte
Butler’sche Tafel genügt, um diese Ansicht sehr unwahr-
scheinlich (oder unmöglich) zu finden; diese 3 Arten gehören
wahrscheinlich 3 verschiedenen Gattungen an, keine ist eine
Epione Dup. Ich stelle für die Arenosa aus dem Amurgebiet
die Gattung Ephoria auf, die ich folgendermassen kurz charac-
terisire. Mittelgrosse Art mit nicht breiten Flügeln, deren
glatte Aussenränder segmentförmig gebogen sind. Färbung
schmutzig braungelb mit schwarzen Zeichnungen, die auf den
Vdfln. aus 2 X-artig verbundenen Querlinien mit einer Gabelung:
der äusseren (nach dem Innenrande zu) und einem damit zu-
sammengeflossenen breiten Aussenrandsflecken bestehen; in
letzterem steht vor dem Apex ein weisser Fleck. Htfl. mit.
2 schwarzen Querlinien und einem schwarzen Apicalflecken.
Fühler des 5 sehr kurz kammförmig (gekämmt), eigentlich
nur lang sägeförmig, die des 2 borsten- (faden-) förmig.
Palpen schmal, nach unten behaart mit deutlich hervortretenden
dünnerem Endgliede, die Stirn ziemlich weit überragend.
Die Geometriden des Amurgebiets. 67
Beine kürzer und dicker als bei Epione, Hinterschienen mit
2 Paar kurzer Spornen. Ich weiss nicht, wo diese Gattung
am besten einzureihen ist; da Herr P. C. T. Snellen mir
schrieb, dass sie wohl am besten noch zu Phasiane und
Eubolia passe, stelle ich sie hierher.
Eubolia Arenacearia Hb. und var. (ab.) Flavidaria Ev.
Hedemann fand Ende Juni am Amur graue Stücke dieser
Art, die mit Hübner’s Abbildung fast übereinstimmen; ein
gelbes Stück (v. Flavidaria) wurde am 26. Juli bei Blag.
gefunden, Dörries sandte mir ein solches vom Uss. Diese
gelben Stücke sollen die 2. Generation der grauen sein (welche
Hübner zuerst abbildete), sie sind nach Erschoff Fedtschenko,
S. 67, Taf. IV, Fig. 68 die Flavidaria Ev. Herz sandte mir
eine kleine Anzahl nördlich von Peking gefangener Arenacearia
ein, von denen die im Juni gefangenen gelbgrau, die im August
gefangenen gelb sind, so dass alle Stücke der 2. Generation
wohl meist (stets?) gelb sind.
Eubol. Semilutata Led.; ?Numeria Pruinosaria
Brem.; ChaerodesDictynna Butl. Ill. Typ. Lep. Het. III,
S. 45, Pl. XXXV, Fig. 7; ?Anisodes Hadassa Butl.
Christoph fand eine kleine Anzahl dieser sehr abändernden
Art im Mai bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask., Uss.,
Suif. und Sutschan ein, Hedemann fand sie Ende Juli in
ziemlich abgeflogenen Stücken bei Ekaterina-Nikolsk, am
östlichen Ausläufer des Chingan-Gebirges. Die beiden Originale
der Semilutata Led. vom Altai sind in meiner Sammlung,
sie sind grau mit dunkleren Querstreifen, wie sie so nur an-
nähernd in einzelnen Stücken im Amurgebiet vorkommen.
Die meist etwas grösseren Amur-Semilutata sind vorherrschend
bräunlich, rostbraun, einige auch schmutzig lehmgelb mit
bräunlichen Querlinien. Bremers Bild von Numeria Prui-
nosaria, die Maack im Juni am Ussuri fand, passt von
allen mir bekannten Amur-Arten nur, und zwar ganz leidlich,
zu einzelnen braunen Stücken (Aberrationen) der Semilutata,
weshalb ich glaube, dass er diese Art vor sich hatte, da kein
neuerer Sammler eine sonst zu Pruinosaria passendere Art
im Amurgebiet fand. Graeser führt en 8 der Pruinosaria
von Blag. auf, das ich leider nicht zur Ansicht vom Besitzer
(Herrn Dieckmann) eingesandt erhielt. Ich hatte früher ab-
ändernde Num. Pulveraria vom Amur als Pruinosaria stecken,
zu denen aber Bremer’s Beschreibung und Abbildung nicht
passen. Chaerodes Dictynna Butl. von Japan ist
fast zweifellos eine braune Form der Semilutata; ich erhielt
5”
68 Dr. O. Staudinger:
5 Stücke aus Japan, die gewissen Amur-Stücken fast ganz
gleichkommen. Ein graues ? aus Japan, das mir als Ani-
sodes Adassa gesandt wurde, kann auch nur zu Semilu-
tata gehören. Sollte Pruinosaria "Brem. bestimmt Semilutata
Led. sein, woran ich nicht zweifle, so kann der Name viel-
leicht als Varietätenname für die meist braunere Amur-Form
bleiben, sonst kann dieselbe auch mit der Japan-Form als
var. Dietynna bezeichnet werden. Die gelblichen Stücke
sehen, zumal von den grauen Altai- Originalen, sehr verschieden
aus, sie gehören wahrscheinlich einer 2. Generation an, da
das eine derselben (nach dem etwas unleserlichen Datum-
Zettel) Ende Juli (bei Wlad. von Christoph) gefangen zu sein
scheint. Die zuletzt durch Dörries vom Sutschan erhaltenen
Semilutata ändern unter einander fast stärker als von allen
anderen Stücken ab; einige sind ganz dunkelrostbraun, nur
wenig lichter grau gemischt (gestreift), andere sind ganz licht,
gesättigt gelb mit dunklen Querstreifen.
Seoria Lineata Sc. (Dealbata L.). Von Maack im
Juni am Ussuri, von Christoph Ende Juni bei Rad., von
Dörries am Bik. und Sutsch., von Graeser bei Chab., Mitte
Juni, ziemlich häufig gefangen.
Aspilates Mundataria Cram. Von Maack an der Ussuri-
Mündung und Ende Juni oberhalb des Noor, von Christoph
am 10. Juli bei Rad., am 5. Juli bei Wlad., von Dörries auf
Ask. und am Sutschan, von Graeser bei Pokr. Ende Juli in
Anzahl, bei Wlad. am 7. August ein & gefunden, auch von
Blag. erhalten. Herz fand Mundataria Anfang Juli nördlich
von Peking.
Asp. Formosaria Ev. Von Maack an der Ussuri-
Mündung, von Radde im Bur.-Geb., von Christoph am 11. Juli
bei Wlad., von Dörries auf Ask., am Uss., Suif. und Sutschan,
von Jankowski auf Sid., von Graeser bei Chab. im Juli in
Anzahl, bei Wlad. selten gefunden; Herz fand Formosaria
auf Korea.
Asp. Violentaria Christ. Neue Lep. Amur, S. 50;
Iris X, Taf. II, Fig. 42 und 43. Christoph fand am 29. Juni
ein etwas veflogenes 3 dieser grossen, neuen, schönen Art bei
Wlad., das unter Figur 42 abgebildet ist und nach welchem
C hristoph diese Art beschrieb. Graeser fand 3 Pärchen dieser
„anscheinend sehr variablen“ Art Ende Juni bei Pokr.
Dörries sandte mir ein ® vom Bik. ein, das unter Figur 43
abgebildet ist und fast wie eine vom ö verschiedene Art
aussieht. Da aber Graeser’s Stücke sehr abändernd gewesen
Ya 2.2 Kult A ee ee
N a a a u a AAN 5 20a) er
Die Geometriden des Amurgebiets. 69
zu sein scheinen (leider sagt er nichts über die Art ihres
Abänderns), so wird dies 2 eine auffallende Aberration der
Violentaria sein. Dies 2 vom Bik. ist 50 mm gross, während
das Violentaria-& 43 mm misst, es hat einen weit spitzer
ausgezogenen Apex der Val. und auf diesen keinen breiten
bräunlichen Querstriemen, sondern statt desselben eine ver-
loschene dunklere Linie, die auf den Rippen durch schwärz-
liche Punkte hervorgehoben wird. Dann stehen ‘bei '/, der
Flügellänge 2 schwarze Punkte (übereinander) auf der Sub-
mediana und Mediana, ferner zeigt die Unterseite der Htfl.
vor dem Aussenrande eine Feihe von 7 schwarzen Punkten.
Von allen diesen Punkten ist bei dem Original des Violen-
taria-ö keine Spur zu sehen. Dörries fand 1894 ein 2.,
50 mm grosses 2 im Sutschan-Gebiet, das auf den Vdfin.,
ganz wie bei dem abgebildeten 5, eine schmale dunkle Quer-
binde führt, die vom Apex schräg zum Innenrande zieht, wo
sie etwa bei °/, seiner Länge endet. Die beiden schwarzen
Punkte sind ganz schwach angedeutet. Auf der Unterseite
der Htfl. stehen 6 dunkle Punkte; 7 ähnliche, etwas ver-
loschenere befinden sich auch auf der Unterseite der Vadfl.,
dicht hinter oder auf der hier durchscheinenden dunklen
Querbinde.
Asp. Gilvaria Fab. Diese von Radde in Dahurien ge-
fundene Art wurde von Zimmermann am 8. Juli in einem 2
bei Blag. gefunden.
*) Ortholitha Limitata Scop. (Mensuraria Schiff.).
Von Schrenck im Juli bei „Beller“* gefunden; Dörries sandte
mir ein 2 vom Uss. ein, das im Mittelfeld der Vdfl. nur
wenig dunkler angeflogen ist und etwas hellere Htfl. als
europäische Stücke hat. Graeser fand sie häufig bei Nikol.;
Radde fand sie nur in Dahurien.
Mesotype Virgata Rott. (Lineolata Hb.). Dörries
brachte ein ganz reines Pärchen vom Sutschan mit, das die
einzigen, sicher im Amurgebiet gefundenen Stücke dieser Art
sind. Sie kommen gewissen europäischen Virgata (die ja
ziemlich abändern) fast gleich, das 5 hat kein verdunkeltes,
bindenartiges Mittelfeld der Vdfl., wie ein solches ja häufig
*) Eubolia Peribolata, die Radde, nach Bremer, an der
Nordseite des Baikal-Sees gefunden haben soll, kann unmöglich dort
vorkommen; es muss hier ein Irrthum vorliegen.
StamnodesPauperaria, die ich in meinem Catalog 1871
als vom Amur aufführte, ist mit Sicherheit niemals im Amurgebiet
gefunden worden.
ENT EN FERNEN FEIERN
70 Dr. O. Staudinger:
fehlt. Radde fand Mes. Virgata in Dahurien, das ja westlich
an das eigentliche Amurgebiet stösst, wo sie indessen wohl
zweiffellos noch an verschiedenen Stellen vorkommen wird.
Mesot. Undata Steger. n. sp. Taf. III, Fig. 44. Dörries
brachte 2 22 dieser kleinen Art aus dem Sutschan-Gebiet
mit, die im Bau der Fühler, Palpen, Beine etc. mit den ent-
sprechenden Theilen der 22 von Virgata übereinstimmen.
Mes. Undata hat fast dieselbe Grösse, ähnliche Färbung und
Zeichnungen wie Mes. Virgata, so dass diese Art auch ohne
Kenntniss des & fast bestimmt eine Mesotype sein muss.
Grösse 19 und 22 mm; der Aussenrand der Vdfl. ist etwas
mehr ausgebogen als bei Virgata-?, deshalb ist der Apex auch
etwas mehr ausgezogen; der Aussenrand der Htfl. ist ganz
schwach gewellt. Die Vdfl. sind bräunlich und grau gemischt
(gebändert) mit (4—6) meist schwach gewellten, dunkleren
(uerlinien; die Atfl. sind licht braungrau mit (3-—4) dunk-
leren Querlinien. Die Vdfl. sind bei dem grösseren 2 fast
sanz bräunlich, nur der Aussenrandstheil und der Vorderrand
bis über seine Mitte hinaus sind grau, beim kleineren 2 sind
auch der Basaltheil und der grössere Theil des Mittelfeldes
grau. Gleich hinter der Basis steht im grauen Vorderrande
ein dunkler Strich, der den Anfang der (fehlenden) Basal-
Querlinie andeutet. Dann folgen bei '/, der Länge zwei
unfern (dicht) bei einander verlaufende dunkle Querlinien,
die unter dem Vorderrande einen Winkel nach aussen machen,
sie sind bei beiden 22 etwas verschieden gewellt. Bei dem
kleineren 2 ist der Raum zwischen ihnen bindenartig braun,
in der Mitte steht noch eine ganz verloschene dunkle Quer-
linie; bei dem grösseren, bräunlichen $ ist der Raum zwischen
ihnen dunkler bestäubt. Vor dem grauen Aussenfelde ver-
laufen zwei weitere, etwas stärker gewellte oder gezackte
Querlinien, die bei dem kleineren 2 eine 2. braune Querbinde
umschliessen, bei dem grösseren eine etwas lichtere braune.
Die diese Binde durchschneidenden Rippen 2, 3 und 4 sind
schwach licht und dunkel gefleckt (punktirt.. Am Ende der
Mittelzelle steht ein sehr verloschener, dunkler Mittelmond,
oberhalb desselben zieht sich bei dem kleinen (grauen) 2
ein bräunlicher Wischstreif von der 1. zur 2.-Querbinde. Im
Apex steht ein kurzer, schwarzer Querstreif, ähnlich wie bei
Virgata. Auf allen Flügeln steht vor den kchten, ganz
schwach und gering dunkel gescheckten Fransen eine ziemlich
breite, schwarze Limballinie (eigentlich der Basaltheil der
Fransen) und vor dieser noch eine ganz feine, schwarze Linie
£
Yin Bl ee ee ee ee ie
u Ad ln an a A ap al na ll und a 5 a and a re Un
Die Geometriden des Amurgebiets. TE
«die eigentliche Limballinie)). Die Unterseite ist schmutzig-
grau, nur im äusseren Vorderrandstheil bis zur Mitte schwach
bräunlich angeflogen mit deutlichem Mittelmond und den beiden
(dunklen äusseren Querlinien. Die lichtgrauen Htfl. zeigen
besonders hinter der Mitte eine deutliche, dunkle Querlinie,
die beim grösseren ® gewellt ist. Letzteres hat vor der
Mitte und dem Aussenrande noch je eine deutliche, dunkle
Querlinie, der Raum zwischen den beiden äusseren Querlinien
ist hier etwas bräunlich angeflogen; bei dem kleineren 2
treten die eben angeführten Zeichnungen nur ganz rudimentär
auf. Die (3—4) Querlinien treten auf der grauen Unterseite
deutlicher auf, die Rippen sind nach aussen theilweise licht
und dunkel gefleckt. Obwohl diese Mes. Undata ziemlich
variabel zu sein scheint, so dürfte sie doch nach der obigen
Beschreibung der beiden vorliegenden 22 zu erkennen sein.
Die Abbildung des grösseren 2 ist etwas zu dunkel gerathen,
die Querlinien treten nicht scharf genug hervor.
Polythrena Kindermanni Brem. Von Radde im Juli
an der Ussuri-Mündung entdeckt. Dörries brachte ein frisches
9 vom Sutschan mit, Graeser fand 3 Stücke bei Nikol. und
ein 8 bei Pokr. Diese seltene Art ändert etwas in der Form
und Breite der weissen Binde der Htfl. ab. Aus Japan erhielt
ich eine etwas grössere, ähnliche Art als Baptria Exsecuta.
- Odezia Atrata L. Dörries sandte ein 5 von Ask. und
einige 20 88 vom Sutschan ein, die mit europäischen Stücken
übereinstimmen; Graeser fand ein.? bei Wlad.
Odez. Tibiale Esp. und var. (ab.) Eversmannaria HS.
Von Christoph Ende Juni bei Rad., Anfang Juli bei Wlad.,
von Dörries auf Ask., am Suif. und Sutschan, von Graeser
an allen von ihm besuchten Plätzen ziemlich häufig gefunden.
Christoph fand nur bei Rad. unter typischen Tibiale einzelne
ab. Eversmannaria, die nicht so breite, weisse Binden der
Htfl. wie finnische Stücke haben. Graeser fand die Stammart
fast nur in den südlichen Lokalitäten des Amurgebiets bei
‚Chab. und Wlad., bei Pokr. nur ein Stück. Alle andern bei
Pokr. und Nikol. gesammelten Stücke gehörten der hier als
Varietät auftretenden Eversmannaria an, sie zeigten zum Theil
‚sehr breite, weisse Binden der Htfl. Bei Chab. und Pokr.
fand er einige Uebergangsstücke. Die 11 Stücke vom Sutschan
gehören alle der Stammform an, dabei ist eine auffallende,
ganz Schwarze Aberration, bei der die weissen Binden nur
‚durch matteres Grauschwarz angedeutet sind. Aus Japan
BB Se nen BE Ba an 3 ne ul al vn aan a
12 Dr. OÖ. Staudinger:
erhielt ich eine typische Od. Tibiale als Psychogoes
Aterrima (Butl.?) eingesandt.
Lithostege Duplicata Hb. var. Ochraceata Stgr. Nur
Hedemann fand diese Art im Amurgebiet am 14. Juni in
Mehrzahl auf trockenen, sonnigen Bergabhängen am mittleren
Amur. Ich besitze 4 dieser Stücke (3 88 und 1 ?) in meiner
Sammlung, sie sind von anderen Duplicata, die ich in grosser
Anzahl aus Süd-Russland, Transcaucasien, Transcaspien und
Centralasien erhielt, so verschieden, dass man in dieser v. Ochra-
ceata (wie ich sie nenne) fast eine andere Art sehen könnte.
Die Hauptunterschiede bestehen darin, dass dieselben viel
kleiner sind, sie messen 24—26 mm gegen die durchschnitt-
liche Grösse von 30 mm bei typischen Duplicata, und dass sie
blass ockergelb statt grau gefärbt sind. Da die Zeichnungen
(grauen Binden und weisslichen Querlinien) bei Duplicata
stark abändern (zuweilen verschwinden sie fast ganz), so
können diese bei der v. Ochraceata kein wesentliches Unter-
scheidungsmerkmal abgeben. Eins meiner v. Ochraceata-& ist
auf den Vdfln. fast eintönig, schmutzig- (ocker-) weisslich, nur
im Aussentheil tritt die ockergelbe Färbung bindenartig auf,
zugleich mit der weissgrauen Querlinie vor dem Aussenrande.
Letztere ist bei den anderen Stücken schärfer und weisser
als bei Duplicata vorhanden, ebenso tritt die weissliche, dicht
hinter der Mittelzelle verlaufende schmale Querbinde (breiter
Querstreif) bei den am stärksten ockergelb gefärbten beiden
Stücken (5 und 2) scharf hervor. Jedenfalls verdient diese
auffallende Amur-Form einen besonderen Namen; es ist mir
unerfindlich, weshalb Hedemann nichts über ihr so verschieden-
artiges Aussehen sagt.
”) Anaitis Paludata Thnbg. Nur Graeser fand eine
„fast einfarbige, schiefergraue“ Form Ende Juli bei Nikol.
häufig, dieselbe Form flog bei Pokr. Ein mir von Graeser
zugesandtes Pärchen stimmt mit meinen Stücken vom polaren
Norwegen fast ganz überein.
Lobophora Ustata Christ. Neue Lep. Amur S. 59;
Choaspitis Oberth: Etnd; X;.'8. 83, PLEITE 710:
Christoph fing am 21. Mai 4 22 (nicht 8 ö, wie wohl falsch
gedruckt ist) bei Rad., nach denen er diese interessante Art
beschreibt; 3 der Originale sind in meiner Sammlung. Ober-
thür beschreibt diese Art einige Jahre später als Lob. Choaspitis
*) Da ich die gemeine Anaitis Plagiata aus Japan
erhielt, in Stücken, die den europäischen gleich sind, so glaube ich,
dass diese Art wahrscheinlich auch im Amurgebiet vorkommen dürfte.
Die Geometriden des Amurgebiets. 73
nach einem 2 von Askold. Obwohl das 58 nicht bekannt
ist, unterliegt es keinem Zweifel, dass Ustata eine von allen
anderen Arten recht verschiedene Lobophora ist.
Lob. Expressata Christ. 1. ec. S. 56; Iris X, Taf. III,
Fig. 45. Christoph fand diese neue Art in kleiner Anzahl
in beiden Geschlechtern bei Nikolsk am Suifun in der ersten
Hälfte des April. Sie ist etwas kleiner als Sertata und am
besten dabei einzureihen; ihre Färbung ist bedeutend dunkler,
wie aus der guten Abbildung eines 8 sofort ersichtlich ist.
Aus Japan erhielt ich eine Loboph. Hemana (Butl.?) zu-
gesandt, die vielleicht eine Lokalform dieser etwas abändernden
Expressata sein mag, was sich nach dem einen mir vorliegenden
2 nicht beurtheilen lässt.
Lob. Exportata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 2. Dörries
fand ein reines 2? auf Askold und 1894 ein frisches 5 im
Sutschan-Gebiet, die beide hinsichtlich der Zeichnungen und
Färbung der Vdfl. fast mit einander übereinstimmen, und
einer neuen, der vorigen ziemlich ähnlichen Art angehören.
Lob. Exportata hat fast noch schmälere (gestrecktere) Vdfl.
als die fast gleich grosse Expressata (meine 6 Stücke messen
24—27 mm), das 8 ist 26, das 2 28 mm gross. ‚Die Vafl.
sind schmutzig dunkelgrau mit lichteren und dunkleren (Quer-
Iinien, die kippen sind meist dunkel, hier und da weisslich
gefleckt. Hinter dem lichten Basaltheil folgt eine schmale,
dunklere, nach aussen licht begrenzte Binde, darauf eine
schmale, dunklere Binde, dann eine lichte Doppel-Querlinie,
die sich besonders hervorhebt und die das kaum sich als
solches hervorhebende, breite Mittelfeld begrenzt. Das bei
Expressata schmälere und weit dunklere Mittelfeld sendet dicht
vor dem Innenrande stets einen kurzen, dunklen Zacken in
diese lichte Binde (doppelte, lichte Querlinie), wodurch sie
sich besonders sofort von Exportata unterscheidet. Das
Mittelfeld wird nach aussen durch eine ähnliche, lichte Doppel-
linie begrenzt, die. bei Expressata nicht so deutlich und voll-
ständig auftritt, bei der das Mittelfeld ausserdem stärker gewellt
(gezackt) und meist grüngelb gefärbt ist. Diese von Christoph
wiederholt erwähnte grüngelbe (gelbgrüne) Färbung tritt auch
an anderen Stellen bei Expressata schwach hervor (bei ein-
zelnen Stücken so schwach, dass sie so gut wie fehlt); bei
Exportata fehlt jede Spur davon. Besonders beim Exportata-”?
zieht durch das Mittelfeld eine schmale, lichte, nach aussen
von einer dunklen Linie begrenzte Binde, so dass der Eindruck
TA Dr. O. Staudinger:
eines eigentlichen (dunklen) Mittelfeldes dadurch ganz fortfällt.
Im schmalen, dunklen Aussenrandstheil stehen lichtere Fleck-
chen, die kaum den Eindruck einer lichteren Aussenlinie
machen. Am Vorderrand steht vor dem Apex ein deutlicher,
dreieckiger, dunklerer Fleck; vor den Fransen stehen deut-
liche, dunkle Limbal-Doppelpunkte. Die Fransen sind in der
Basalhälfte dunkel, nach aussen weissgrau, sie sind hier nur
dieht unter dem Apex dunkel gescheckt. Die lichtgrauen
Htfl. zeigen dicht vor dem Aussenrande (besonders
beim 2) eine verloschene, dunklere Querlinie. Die glänzend
graue Unterseite ist der von Expressata ähnlich, auf den Vdfln.
des @ tritt hier eine deutlichere, lichte Querbinde im Aussen-
theil auf. Die Fühler, die Palpen, der Hinterleib und der
kleine Flügelanfang des 3 sind gleichfalls den entsprechenden
Theilen der Expressata (auch der bekannten Lob. Carpinata)
so ähnlich gebildet, dass ich nichts darüber sage. Ich hoffe,
dass die Abbildung des & die theilweise etwas schwachen
Zeichnungen deutlich wiedergeben wird.
Lob. Insontata Christ. 1. ec. S. 58; Iris X, Taf. III,
Fig. 46. Christoph fand am 21. Mai ein ziemlich abgeflogenes
& bei Rad., vom 10.—21. Mai fand er einige ganz frische
Stücke beider Geschlechter bei Wlad.; Dörries sandte ein
Pärchen von Askold ein. Christoph beschreibt seine Insontata
als Varietät der Carpinata, es ist aber sicher eine davon ver-
schiedene Art. Alle Insontata sind wesentlich Kleiner
(23—27 mm gross gegen 28—32 bei Carpinata), die Vdfl. sind
weit schärfer mit dünnen, schwarzen Querlinien gezeichnet,
auch sonst finden sich kleine Unterschiede vor. Vor Allem
aber hätte Christoph nach dem so ganz verschiedenen Anhang
der Htfl., der, wie er selbst sehr richtig bemerkt, die Gestalt
eines Haferkorns hat, diese Insontata als eine von Carpinata
verschiedene Art erkennen sollen. Auch aus Japan erhielt
ich diese Art in Stücken, die mit denen vom Amur (fast)
ganz übereinstimmen.
Lob. Halterata Hufn. Hedemann fand am 10. Juni
ein Stück bei Olgina am oberen Amur, Graeser fing 2 Pärchen
bei Chab.; ich erhielt diese Art nicht vom Amurgebiet.
Lob. Appensata Ev. Christoph fand am 29. Mai ein
ziemlich frisches & bei Wlad., Dörries sandte 2 22 von
Ask. und ein 8 vom Sutschan ein; das eine (abgeflogene) 2
zeichnet sich durch seine Grösse (24 mm) aus. Auch Graeser
fand ein Pärchen bei Wlad.
Die Geometriden des Amurgebiets. 75
*) Lob. Viretata Hb. Christoph fand am 2. August
ein nicht mehr frisches 2 bei Wlad., das aber zweifellos zu
dieser Art gehört; Dörries brachte ein ganz reines 2 vom
Sutschan mit, das eine sehr breite, dunkle Mittelbinde hat.
Als östlichstes Vorkommen der Viretata war mir bisher der
Ural bekannt.
Lygranoa Fusca Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1875,
S. 447; Il. Typ. Lep. Het. IH, Pl. LIV, Fig. 7. Dörries
sandte eine kleine Anzahl 558 vom Uss., Suif,, Bik. und
Sutschan ein; Graeser fand ein d bei Wlad. Butler beschreibt
diese Art nach Stücken von Japan als Lygranoa Fusca, er
stellte nach derselben, wenn ich nicht irre, die Gattung
Lygranoa auf. Diese kleine (20—22 mm grosse) chocoladen-
graue Art mit 2 (3) scharfen, schwarzbraunen Vorderrands-
flecken und 2 feinen, dunklen Querlinien der Vdfl. ist mit
keiner anderen Art zu verwechseln. Die borstenförmigen
Fühler sind kurz und dicht bewimpert, nicht so lang wie bei
der ihr am ähnlichsten Heterophleps Triguttata HS. aus Nord-
amerika, bei der diese Lygronoa Fusca wohl am besten hin-
passt. Snellen schreibt mir, dass sie bei Lobophora einzureihen
sei, da wie beim & von Lobophora und. Heterophleps, die
Rippe 8 der Htfl. durch eine Querader mit dem Vorderrande
der Mittelzelle verbunden ist. Rippe 5 der Htfl. fehlt; die
Anhangzelle der Vdfl. ist getheilt.
Leptostegna Tenerata Christ. Neue Lep. Amur S. 56;
Iris X, Taf. III, Fig. 47. Christoph entdeckte diese hoch-
interessante, grüne Art am 26. Juni bei Rad. im Chingan-
Gebirge, im nächsten Jahr fand er sie vom 16. Juni bis
27. Juli selten bei Wlad. Graeser fand sie selten bei Chab.,
etwas häufiger bei Wlad. von Ende Juni bis Anfang Juli;
Dörries sandte sie einzeln von Ask., Suif. und dem Sutschan
ein. Die von Christoph nach dieser Art aufgestellte Gattung
Leptostegna dürfte am besten zwischen Lobophora und Sparta
eingereiht werden. Die Abbildung eines 8 dieser zarten Art
giebt zwar nicht die eigenthümliche, blaugrüne Färbung der
Vafl. wieder, aber sehr genau die Form. Auch lassen sich
die schwachen, weisslichen Querlinien im Aussentheil der Vdfl.
erkennen.
*) Von 4 Lobophora-Arten, die ich aus Japan erhielt, fällt keine
mit den oben angeführten 7 Lobophora-Arten des Amurgebiets zu-
Sammen; nur die mir als „Hemana“ gesandte Art mag vielleicht eine
Form=der Expressata sein.
76 Dr. ©. Staudinger:
Ptychoptera Staudingeri Christ. Neue Lep. Amur
S. 51; Iris X, Taf. III, Fig. 48. Nur Christoph fand diese
schöne Art bei Rad. in ziemlicher Anzahl, wo sie in der
ersten Hälfte des August ausschliesslich auf blühendem Hanf
in Gärten vorkam. So verschieden diese orangefarbene,
schwarz gefleckte Art auch von der grünen Sparta Paradoxaria
aussieht, so ist die von Christoph aufgestellte Gattung Pty-
choptera doch wohl am besten hinter Sparta einzureihen. Bei
der Abbildung ist die schöne, gelbe Farbe, wie stets bei Gelb
im Lichtdruck, ganz dunkel geworden.
. Tyloptera Bella Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878,
8.448; TI. Typ: Lep.. Het. III, 8; 55; PL’ EN. E95
Oberth. Etud. V, Pl. IV, Fig. 11; Eburneata Christ. Neue
Lep. Amur S. 84. Christoph fand diese interessante Art vom
6.—29. Juli bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask., Baran.,
Suif. und dem Sutschan, Jankowski von Sid. ein; Graeser fing
sie ziemlich selten bei Wlad. Butler beschrieb diese Art
zuerst nach Stücken von Japan als Melanippe Bella,
Christoph, der sie als Eburneata beschrieb, stellte danach die
Gattung Tyloptera auf, die wegen der ähnlichen, wenn auch
kleineren Falte des Innenrandes der männlichen Hitfl. wohl
am besten neben Ptychoptera gestellt wird. Weshalb Oberthür
diese bei Butler verhältnissmässig gut (nur etwas zu gross)
abgebildete Art noch einmal abbilden liess, ist mir unerfindlich.
Tylopt. Artemidora Öberth. Etud. X, S. 35, Pl. I,
Fig. 10. Oberthür stellt diese der vorigen ähnliche, aber
kleinere Art nach 2 858 von Askold auf, woher ich auch
durch Dörries 2 && erhielt... Meine Stücke sind etwas
dunkler als Oberthür’s Bild, besonders sind sie auf den Vdfin.
nach dem Aussenrande zu, in der Flügelmitte nach dem
Innenrande zu grau angeflogen. Oberthür vergisst in seiner
äusserst kurzen Beschreibung anzugeben, dass der Umschlag
am Innenrand der Htfl. bedeutend stärker (länger und breiter)
als bei der vorigen Art (Tyl. Bella) ist. Die Fühler sind
ebenso lang und dünn gekämmt. Snellen schreibt mir über
diese Artemidora, dass sie zur Gattung Lobophora zu setzen sei.
Cheimatobia Brumata L. Diese mir bisher aus Asien
unbekannte Art wurde nach Graeser am 22. Sept. bei Nikol.
von Dieckmann in Anzahl gefunden.
Trichopleura Atrostrigata Brem.; ScotosiaLucio-.
lens Butl. Ill. Typ. Lep. Het. II, S. 54, Pl. XXXVIL, Fig. 10.
Von Maack Anfang August am Kengka-See entdeckt; Christoph
fand am 1. Juli ein etwas abgeflogenes & bei Wlad., nur
eh a ee we
Die Geometriden des Amurgebiets. 17
Dörries brachte noch ein frisches 2 vom Sutschan mit. Diese
seltene Art gehört in die von mir für die Art Palaearctica
aus Centralasien aufgestellte Gattung Trichopleura (Stett. ent.
Zeit. 1882, S. 68); sie hat dieselbe merkwürdige, lange Be-
haarung auf der Unterseite der Vdfl., auch die Fühler, Palpen,
Beine, sowie das Flügelgeäder stimmen fast ganz. Scot. Lu-
ciolens Butl. von Japan gehört nach 3 mir vorliegenden
Stücken zu Atrostrigata Brem. Die etwas grösseren Japan-
Stücke sind auf der Unterseite beim & gelblich, welche
Färbung auch am Vorderrande der Oberseite der Htfl. auf-
tritt, wenn auch nicht so stark wie auf dem Butler’schen
Bilde Die (wie es scheint) ziemlich abändernden Japan-
Stücke können aber wohl als Lokalform der Atrostrigata den
Namen var. Luciolens behalten.
Triphosa Dubitata L. und ab. Cinereata Stph. Dörries
brachte ein frisches Pärchen vom Sutschan mit; das 37 mm
grosse 2 ist etwas kleiner als deutsche Stücke, es ist braun-
röthlich gefärbt, das 34 mm grosse 8 ist ganz grau, es
gehört zur ab. Cinereata Stph. Graeser führt ein Stück dieser
Art vom Uss. auf.
Triph, Oberthüri Hedem. Hor. XVI, S. 264, Tab. XII,
Fig. 5. Hedemann fand 2 Stücke im Chingan-Gebirge, nach
denen er diese eigenthümliche, stark glänzende, dunkel blei-
graue Art beschreibt, die der Dubitata am nächsten steht.
Dörries sandte 2 schöne 5 & vom Suif. und ein grösseres vom
Sutschan ein; Hedemann hat durchaus Recht, wenn er sagt,
dass der schöne, seidenartige Glanz der Flügel gar nicht auf
dem Bilde wiederzugeben ist. Leech gab mir an, dass diese
Art der Scot. Sericata Butl. aus Japan sehr nahe stehe und
wohl nur eine Lokalform davon sei, was aber nicht der Fall
sein kann, wenn die folgende Art wirklich Serieata Butl. ist.
Die 3 mir vorliegenden Tr. Oberthüri-& 8 messen 33, 33 und
40 mm. Graeser schrieb mir, dass er ein & von Sid. und
ein 2 von Rad. besitze, das 45 mm gross sei.
Triph. Sericata Butl.? (Subsericata Stgr.) Aus
Japan erhielt ich ein 2 einer der vorigen ähnlichen, aber
weit helleren, grösseren Art, die wohl ziemlich sicher die
Sericata Butl. sein dürfte, leider kann ich nicht finden, wo
diese beschrieben oder abgebildet ist. Ein sicher zu dieser
Japan-Art gehörendes, ganz frisches ® brachte Dörries mit
dem & der vorigen Art vom Sutschan mit. Dasselbe misst
46 mm, während das Japan-? 50 mm gross ist. Diese Sericata
ist lichter grau, das Amur-Stück ist im Mittelfelde der Vafl.
a Baar a A 3 en nl u a ae a a
f x 5 Pain » b r . ne
718 Dr. O. Staudinger:
schwach röthlichbraun angeflogen, mit schmaler, brauner Extra-
basal- und Aussenrandsbinde, sowie schärferen, schwarzen
(Juerlinien im Basaltheil und solchen Vorderrandsflecken
zwischen Mitte und Apex. Auf den Htfin. tritt eine scharf
sezackte, dunkle Querlinie hinter der Mitte auf, dahinter am
Innenrande der Anfang einer schmalen, röthlichen Querbinde,
die sich als graue Doppellinie fast bis zum Vorderrande fort-
setzt. Auf der Unterseite treten die Querlinien im Aussen-
theil aller Flügel deutlich hervor, was bei Oberthüri nicht
der Fall ist. Das ziemlich abgeriebene Japan-? stimmt im
wesentlichen mit dem Amur-® überein, nur ist es weniger
gezeichnet. Ob das Amur-Stück vielleicht das grössere,
lichtere, stärker gezeichnete 2 von Triph. Oberthüri sein
mag, wäre nicht ganz unmöglich; nach den wenigen vorliegenden
Stücken lässt sich dies nicht entscheiden. Sollte es auch nicht
Sericata Butl. sein oder von dieser als Lokalform genügend
abweichen, so mag diese Amur-Form den Namen Subseri-
cata erhalten. Die Abbildung giebt dies Amur-2 sehr
gut wieder.
Eucosmia Certata Hb. Dörries sandte ein frisches &
vom Suif. und ein abgeflogenes ? von Ask. ein, beide stimmen
mit gewissen europäischen Stücken dieser stark abändernden
Art überein. Auch aus Japan erhielt ich eine dunkle Eue.
Gertata.
Eueosm. Exeultata Christ. Neue Lep. Amur 8.60
(Ende 1880); Varia Hedem. Hor. XVI, S. 55, Taf. X,
Fig. 7 (1881); Varia var.? Hedemannaria Oberth. .
Etud. X, S. 55, Pl. IV, Fig. 10 (1885). Christoph hat diese
Art zuerst nach Stückeh meiner Sammlung aus Askold be-
schrieben; etwas später beschrieb sie Hedemann als Varia
und liess sie als solche abbilden (auch nach Stücken von Ask.).
Diese Abbildung ist etwas zu scharf, auch nicht genau, wes-
halb Oberthür nach einem am 22. Juli auf Askold gefangenen
Stück dies unter dem Namen var.? Hedemannaria als frag-
liche Varietät der Varia noch einmal abbildet. Oberthür’s
Abbildung ist sonst sehr gut, nur etwas zu bräunlich in der
Färbung, sie stimmt fast ganz mit einigen der Stücke, nach
denen Christoph Excultata beschrieb, überein. Oberthür konnte
nur im Vergleich mit Hedemann’s Abbildung in seinem Stück
eine Varietät (richtiger Aberration) davon sehen; ist Hede-
mann’s Abbildung genau, so ist sein Stück eine Aberration
von Excultata. Ich vermuthe aber, dass seine Figur 7 ebenso
wie bestimmt Figur 7 a (die Unterseite seiner Varia) ungenau
Pe a a A
Die Geometriden des Amurgebiets. 79
ist, da die äussere Querlinie der Unterseite der Vdfl. niemals
den geradlinigen, scharfen Winkel macht, wie er vom Zeichner
auf Fig. 7a dargestellt ist. Hedemann sagt, dass diese Art
nach Butler in Japan in ebensolchen Stücken wie auf Askold
vorkommt, was ja möglich ist, falls Buttler nicht ähnliche
Stücke von Certata von Japan für Exeultata (Varia) hielt.
Eucosm. Veterenata Christ. 1. ec. S. 62; Iris X, Taf. III,
Fig. 50. Christoph beschreibt diese Art nach Stücken, die
Dörries mir von Askold einsandte; von diesen (Originalen)
finde ich jetzt noch 3 22 in meiner Sammlung vor. Christoph
legt, wie mir scheint, in seiner Beschreibung zu viel Gewicht
auf die von Certata verschiedene Flügelform dieser Art; die-
selbe ändert bei verschiedenen Stücken ein und derselben
sicheren Art oft ziemlich ab; im Uebrigen ist diese weit
lichtere Veterenata verschiedener von Üertata, als es Excultata
von der letzteren ist. Die Abbildung des einen 2 giebt die
Zeichnungen genau wieder.
Eucosm. Undulata L. Von Maack im Juni am Ussuri
gefunden; Christoph fand am 26. Juni ein mit deutschen
Stücken völlig gleiches 5 bei Rad., Dörries brachte ein &
vom Sutschan mit. Graeser fand sie häufig bei Chab., seltener
bei Nikol. und Pokr.
Euecosm. Flavipes Men. Schrenck griff das von Mene-
tries beschriebene Stück bei „Odjal“; ob dieser Ort im Amur-
gebiet liegt, weiss ich nicht. Christoph fand am 24. Juni
ein frisches & bei Rad. (Starikowa), Dörries brachte 2 88
und 4 22 vom Sutschan mit, sonst fand, soweit mir bekannt,
Niemand diese Art im Amurgebiet. Menetries beschreibt sie
zuerst als Zerene (Abraxas) Flavipes, welchen Namen er
später in „Flavipedaria“ wumändert, ohne einen Grund
dafür anzugeben. Er stellt die Art bei Abr. Grossulariata
und sagt zuletzt: „Je ne crois pas qu’on puisse supposer que
cette espece soit une variet& de la Grossularia“ ete. In der
That ist es unmöglich, dass Flavipes eine Varietät der Grossu-
laria sen kann, da sie zu einer ganz anderen Gattung,
Eueosmia, gehört und nur in der Färbung eine Abraxas nach-
ahmt. Das 8 hat nicht nur den allein bei Eucosmia vor-
kommenden Haarwulst auf der faltig erhabenen Rippe 1b
der Htfl. (Unterseite), sondern auch dieselbe Form der Palpen,
Fühler, den gewellten Aussenrand der Flügel etc. etc. Nur
die ähnliche Zeichnung und gleiche Färbung der Flügel, be-
sonders wohl der gelbe, schwarz gefleckte Hinterleib verleiteten
Menetries in Flavipes eine Zerene (Abraxas) zu sehen..
Be re tn" SF N ih a 2
L >, r We DE,
rn
80 Dr. O. Staudinger: >
So fremdartig sich diese mimetische Flavipes neben den andern
Eucosmia-Arten ausnimmt, so isolirt steht auch die folgende Art
in. dieser Gattung da. Es finden sich viele ähnliche Fälle
in anderen Gattungen, so steht gleich in der nächsten Gattung
Lygris Ludovicaria Oberth. mindestens ebenso fremdartig da.
Mein kleinstes Euc. Flavipes-& misst 30, mein grösstes 2
37 mm; die Stücke ändern in der Grösse und Anzahl der
schwarzen Flecken etwas unter einander ab. Ein 5 kommt
der Menetries’schen Abbildung fast ganz gleich, meist sind
die schwarzen Flecken aber stärker und fliessen an den Aussen-
rändern bindenartig zusammen.
Eucosm. Inanata Christ. Neue Lep. Amur S. 74; Iris X,
Taf. III, Fig. 51. Christoph beschrieb diese Art nach einem
frischen, am 9. Juli bei Pompejefka (im mittleren Chingan)
gefundenen $, das sich in meiner Sammlung befindet. Er
stellt sie zu Cidaria und sagt, sie habe noch die meiste
Aehnlichkeit mit „Cid. Abdidaria“, über welche Art mir gar
nichts bekannt ist. Vor einigen Jahren fand Tancre’s Sammler
Rückbeil Euc. Inanata in beiden Geschlechtern und in Stücken,
die (fast) genau so gezeichnet und gefärbt sind, wie das
Original vom Amur in Tibet (in der Gegend des Kuku Noor).
Nach den 8 3, von denen eins gut abgebildet ist, muss Inanata
zu Eucosmia gestellt werden, da deren Htfl. auf der Unter-
seite am Innenrande eine ähnliche (lange und dichte) Behaarung
wie bei den Arten dieser Gattung zeigen.
Eucosm. (?) Christophi Hedem. Hor. XVI S. 265,
Taf. XIII, Fig. 4 Hedemann beschreibt diese Art nach
2 22, von denen er das eine am 22. August bei Lutkowskaja
am Ussuri, das andere am Suifun fand. Dörries sandte mir
2 Stücke vom Suif.,, 2 andere vom Sutschan ein, die sicher
zu dieser Art gehören, die aber weit dunkler als die Hede-
mann’sche Abbildung sind. Ich würde die Grundfarbe grau-
schwarz mit geringem bräunlichen Anflug nennen, Hedemann
nennt sie „dunkelgrau, etwas ins Bräunliche ziehend‘. Ob
diese Art eine echte Eucosmia und nicht vielleicht eine Cidaria
ist, wie ich fast glaube, können erst sichere 58 beweisen.
Ich glaube, dass 2 meiner Stücke 88 sind, gestehe aber,
dies nicht genau feststellen zu können. Die äusserst kurz
und spärlich bewimperten fadenförmigen Fühler sind bei allen
4 Stücken gleich; der Hinterleib scheint bei 2 Stücken etwas
dünner zu sein, er läuft aber bei allen 4 ziemlich spitz zu
und zeigt am Ende nur einzelne, kurze Härchen. Immerhin
ENHEN, SOSE RETE N EHPIRRRNECRFRNTR IT 2 MEER
BÄRTENT LTD ARM BI n
Die Geometriden des Amurgebiets. 81
wäre es auffallend, wenn die 6 bekannten Stücke dieser Art
lauter 22 sein sollten, da meist doch sehr viel mehr 88 als 22
(häufig nur 55 allein) von Geometriden etc. gefangen zu
werden pflegen.
y #) Scotosia Vetulata Schiff. var. Vetustata Stgr. Von
Dörries auf Ask., am Uss., Bik., Suif. und Sutschan gefangen,
- Graeser fand sie ziemlich häufig bei Wlad. Die Amur-Vetu-
lata weichen von den europäischen wenig auffallend, aber so
konstant und eigenthümlich ab, dass man sie fast für eine
davon verschiedene Art halten könnte. Alle mir vorliegenden
9 Stücke haben (in beiden Geschlechtern) einen weit geringer
gezackten Aussenrand der Htfl., der bei einigen Stücken fast
glatt zu nennen ist. Der kleine, schwarze Mittelpunkt aller
Flügel fehlt. den Amur-Stücken ganz oder tritt höchstens auf
der Unterseite der Vdfl. sehr schwach auf. Die 22 sind
heller grau, einige fast gelblich gefärbt, meist mit ver-
loscheneren Querlinien besonders im Aussentheil der Vdfl. und
3 auf den Htfin.; auf den letzteren sind es auch die beiden mir
vorlieeenden &8. Ich nenne diese Amur-Form der Vetulata
var. Vetustata.
Lygris (Eulygris Steger.) Deelinans Stgr. n. sp.
Taf. III, Fig. 52. Dörries brachte vom Sutschan ein 3 dieser
von allen bekannten paläarktischen Geometriden stark ab-
weichenden Art mit. Die At/l. dieses an den Fransen
ziemlich abgeriebenen 5 sind etwas unter der Mitte des
Aussenrandes in einen fast rechten Winkel ausgezogen. Der
Hinterleib ist am Ende etwas beschädigt, das letzte Beinpaar
fehlt. Grösse 27 mm. Die chocoladefarbenen Vafl. sind mit
tief braunschwarzen, fein weissgelb umzogenen Flecken und
Binden ganz eigenthümlich gezeichnet. Im Basaldrittheil
stehen eine Anzahl kleiner, zum Theil zusammengeflossener,
schwarzer Flecken, die 2—3 unregelmässige Fleckbinden bilden.
Dann folgt eine breite, schwarze Mittelbinde, in deren oberem
Theil ein ziemlich grosser, ganz unregelmässiger, spitz gezackter,
nach oben gegabelter Flecken Grundfarbe steht, so dass die
- Binde selbst nach oben gegabelt erscheint. An der inneren
*), Hedemann führt in seinem Beitrag zur Lepidopteren-Fauna
des Amurlandes, Horae XVI, S. 267 Scotosia Badiata Hb.
auf, sagt aber, dass er sie bei Irkutsk gefangen habe, wie er dies
auf derselben Seite von Cidaria Ocellata sagt. Ich nehme daher
Badiata Hb. (die nach Speyer eine richtige Cidaria und bei Derivata
einzureihen ist) nicht als Amur-Art auf, so wahrscheinlich auch ihr
Vorkommen im Amurgebiet sein mag.
RUE EN
EB N a T AT er ce ad a nun a) allaabrae do
82 Dr. O. Staudinger:
Begrenzung dieser Binde zieht sich (in der Mittelzelle) ein
spitzer Zacken Grundfarbe hinein, die äussere Begrenzung ist
unregelmässig gewellt. Dicht hinter der Binde steht am Innen-
rande ein langer, schmaler, nach aussen gezackter Fleck-
streifen; im Apex steht ein dreieckiger Fleckstreifen, vor
diesem ein länglicher, unregelmässiger Vorderrandsfleck. Unter
diesem stehen, etwa in der Flügelmitte, 2—3 ganz kleine
Fleckchen unter einander Auf der Unterseite sitzt auf der
Submediana (Rippe 1) ein Düschel langer Haare, genau so
wie bei den Lygris-Arten. Die schwärzlichgraue Unterseite
hat einen breiten, lichteren, grauen Aussenrandstheil, der
durch eine gezackte, schwärzere Umrandung vom inneren,
dunkleren Theil getrennt wird. Die lichten, schmutziggrauen
Htfl. führen hinter der Mitte eine verloschene, in der Mitte
stark winkelig gebogene Querlinie, ganz ähnlich wie die bei
Cid. Immanata und Truncata. Auf der Unterseite ist diese
Linie stark gezackt, es tritt hier auch ein dunkler Mittelmond
auf. Am DBasaltheil des Innenrandes steht ein Streifen
langer, weisser, gelblicher Haare, der den anderen Lygris-
Arten fehlt, er erinnert an den ähnlichen, aber hinter der
Mitte stehenden Haarstreifen der Eucosmia-Arten. Durch
diesen Haarstreifen in Verbindung mit den. eckig aus-
geschnittenen Htfln. und der völlig von den anderen Lygris-
Arten verschiedenen Zeichnungsanlage wird Declinans wohl
besser in eine andere (neue) Gattung gesetzt, de Kulygris
heissen kann. Die borstenförmigen Fühler sind äusserst kurz
bewimpaert, wie bei den Lygris-Arten; auch die Palpen und
die anderen Kopftheile sind ganz ähnlich wie bei Lygris
Prunata L. gebildet. Der schlanke Hinterleib ist an seinem
Ende etwas gedrückt (beschädigt), die Hinterbeine fehlen ganz.
Ich besitze ein @ von Darjeeling (Vorder-Indien) aus Atkin-
sons Sammlung, das darin als Cidaria Cervinaria
Moore (wohl von Moore selbst?) bestimmt ist, dessen
Vafl. eine röthlichgraue Grundfärbung haben, aber sonst
eanz ähnlich wie bei dieser Declinans gezeichnet sind; ob
es aber derselben Art angehört, scheint mir fraglich zu sein.
Auf der Abbildung treten die Zeichnungen, besonders im
Mitteltheil der Vdfl., nieht scharf genug hervor; die choco-
Jadenbraune Farbe scheint, wie das Gelb, im Lichtdruck
dunkel zu werden.
Lygris Retieulata Fab. Dörries sandte ein Stück vom
Bikin, Graeser fand sie einzeln bei Nikol. und Chab., etwas
häufiger auf der grossen Schilka-Insel bei Ust Strielka.
.
TREE NEE TERNE NENNT ERENTO N
Die Geometriden des Amurgebiets. 33
Lygr. Venulata Obe:th. Etud. V, 8.55, Pl. IX, Fig. 10;
CidariaChlorovenosata Christ. Neue Lep. Amur S. 17.
Christoph fand diese neue Art im Juni und August selten
bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask. und Uss. ein, Graeser
fand Mitte Mai 2 22 bei Chab. Oberthür beschreibt diese
Art nach einem am 15. Mai auf Askold gefangenen 2 als
Cidaria Venulata, seine Beschreibung erschien wohl bestimmt
‚früher als Christophs, der sie als Cid. Chlorovenosata beschrieb.
Da das 8 dieser Art auf der Unterseite des "dfls. einen
langen Haarbüschel hat, so ist dieselbe eine Lygris; auch der
Zeichnung nach passt sie recht gut zwischen Reticulata und
Prunata. Hedemann führt diese Venulata auch auf, sagt aber
nicht, wo er sie fand.
Lygr. Prunata L. Christoph fand am 21. August
einige abgeflogene Stücke bei Rad. (?); Graeser fand ein
Pärchen bei Pokr.
Lygr. Ludovicaria Oberth. Diagn. S. 10; Etud. V,
S. 57, Pl. IV, Fig. 3; Tigrinata Christ. Neue Lep. Amur
S. 64. Christoph fand von dieser prächtigen Art Anfang
August einige Stücke bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask..,
Suif. und Sutschan ein; Graeser fing 8 Stücke bei Wlad.
Oberthür, der sie von Askold erhielt, beschreibt sie zuerst
als Cidaria Ludovicaria, Christoph etwas später als Lygris
Tigrinata. Sie ist eine sichere Lygris, und der als Abraxas (!)
Junctilineata Walk. beschriebenen Art aus Nord-China
und Japan sehr ähnlich, aber eine davon verschiedene Art.
Lygr. Ledereri Brem. Von Maack Ende Juni zwischen
Noor und Ema entdeckt; Christoph fand am 11. Juli ein
schlechtes Stück bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask., Suif.,
Uss. und Sutschan, Jankowski von Sid. ein; Graeser fand sie
sehr selten bei Chab.: bei Wlad. fing er von Mitte August
bis Ende September 11 Stücke, woraus er schliesst, dass“ die
Art 2 Generationen haben mag, was nach dem von ‚Christoph
gefangenen Stück bei Wlad. sicher der Fall sein muss. Ich
erhielt diese Art auch aus Japan.
Lygr. Gonvergenata Brem. Von Radde im Bur.-Geb.,
von Maack am Uss. Ende Juni, Anfang Juli gefunden;
Christoph fing sie in der ersten Juli- Hälfte bei Wlad., auch
Graeser fand dort 2 22, sowie ein Pärchen bei Chab.
Dörries sandte sie von Ask, Uss. und Sutschan ein; in Japan
kommt Convergenata auch vor.
6*
84 Dr. ©. Staudinger:
Lygr. Pyropata Hb. Von Christoph Ende Juli bei
Wlad. gefunden, wo Graeser auch ein & fing; Dörries sandte
sie von Ask., Suif., Uss. und Sutschan ein.
Lygr. Testata L. var. Achatinellaria Oberth. Etud. V,
Ss. 58, Pl. IV, Fig. 16. Oberthür beschreibt Achatinellaria
nach 7 im August auf Askold gefundenen Stücken. Christoph
fing sie Mitte August bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask.,
Suif. und Sutschan ein, Graeser fand sie von Ende Juli bis
Mitte August einzeln bei Nikol., Chab. und Pokr. Ich halte
sie sicher für eine Lokalform der recht veränderlichen
Testata L. (Achatinata Hb.), von der sie Oberthür nur durch
die stärker gewellten Querlinien und etwas andere Färbung unter-
scheidet. Die letztere ändert bei europäischen Testata ähnlich und
noch mehr von typischen Stücken ab, ebenso die Form der Quer-
linien, die ich bei den mir vorliegenden 13 Amur-Stücken
nicht wesentlich stärker gewellt finden kann. Dahingegen
macht die mittlere Querlinie bei Achatellinaria einen spitzeren
Winkel nach aussen, und der rostbraune Aussenrandsflecken
unter dem Apex stösst bis an die weissliche Aussenrands-
(Juerlinie. Die äussere Hälfte der Vdfl. ist bei meinen 8&
von Achatinellaria meist dunkelbraungrau. Doch diese ver-
schiedenen (kleinen) Unterschiede berechtigen, nach meiner
Ansicht. nieht zur Aufstellung einer besonderen Art, sondern
nur zu der einer Lokalform von Testata. Hedemann, von
dem ich ein von ihm am 12. August am Amur gefangenes 8
besitze, führt diese Art in seiner Amur-Arbeit nicht auf, wie
dies auch bei einigen andern von ihm dort gefangenen Arten
der Fall ist. Bremer giebt Testata als von Radde im Apfel-
gebirge (Transbaikalien) gefangen an.
Lygr. Populata L. Diese Art wurde im Amurgebiet
nur bei Nikol. von Graeser sehr häufig gefunden; Radde fand
sie nördlich vom Baikal-See.
(?) Lygr. Assoeiata Bkh. (Marmorata Hb... Nach
Menetries fand Schrenck diese Art am 10. Juni an der
Castries-Bai; nach Bremer wurde sie Ende Juni von Radde
im Bur.-Geb. gefunden. Da keiner der neueren Sammler
Associata im Amurgebiet fand, so bin ich etwas zweifelhaft,
ob es wirklich diese Art war, die von Menetries und Bremer
aufgeführt wird.
Cidaria Dotata L. (Pyraliata F.). Von Maack im
‚Juni am Uss., von Radde im Bur.-Geb. gefunden; Christoph
fing sie bei Rad., Dörries sandte sie vom Uss., Suif. und
Sutschan ein, Graeser fand sie nur im Juli bei Chab.
5}!
Die Geometriden des Amurgebiets. 8
in unsäglicher Menge. Wenn Bremer nicht diese Art gleich
hinter der vorigen (Associata, die er, nach Gwuenee, für
Dotata L. hält) aufführte und bei beiden Arten die richtigen
Hübner’schen Abbildungen eitirte, so würde ich glauben, dass
nur Dotata und nicht auch Associata im Amurgebiet
gefunden sei.
Cid. Fixseni Brem. Von Wulffius bei Port Bruce am
1. August entdeckt; von Christoph Ende Juni, von Graeser
Anfang August nicht selten bei Wlad. gefunden, letzterer fand
die Raupe auf einer holzigen Schlingpflanze. Dörries sandte
mir Cid. Fixseni von Ask., Uss. und Sutschan ein. Diese
Art scheint mir eine sehr grosse Cidaria zu sein, da sie, mit
Ausnahme der bindenartig gezeichneten Htfl., ganz gut zu
der vorigen viel kleineren Dotata passt. In Grösse, Form
der Flügel sowie Bildung der Fühler, Palpen und Beine
kommt ihr die Christopbia Festinaria Christ. so nahe, dass
ich zuerst glaubte, beide müssten derselben Gattung angehören.
Cid. Fixseni kommt auch in Japan vor.
Cid. Bieolorata Hufn. Graeser fand diese Art. bei
Nikol. gemein, die Raupe lebte auf Alnus incana; Dörries
sandte ein Pärchen vom Sutschan ein.
Cid. Truneata Hufn. (Russata Bkh.) und ab. Per-
fusecata Haw. Von Christoph Ende Juni bei Rad. und Wlad.,
von Dörries auf Ask., am Uss. und Sutschan, von Graeser
häufig bei Nikol., seltener bei Pokr. und Wlad. gefunden.
Meine 7 vorliegenden Stücke vom Amur haben alle ein hell-
graues, fast ungezeichnetes (nicht gestreiftes) Mittelfeld der
Vafl.. während Graeser im Norden dunklere Stücke und aus-
geprägte ab. Perfuscata fand. Von Japan liegt mir ein
Stück mit dunklem Mittelfeld vor.
Cid. Corussaria Oberth. Etud. V, S. 55, Pl. IX, Fig. 7.
Oberthür beschreibt diese Art nach einem am 5. October auf
Askold gefangenen ?. Dörries sandte sie von Ask., Baran.
und Sutschan ein, Graeser fand ein Pärchen bei Chab., ein ®
bei Wlad. Oberthür vergleicht sie kurz mit der vorigen Art,
von der er sie durch die schräger verlaufende extrabasale
Querbinde der Vdfl. trennt. Hierdurch wird sie auch von der
ihr fast noch näher stehenden Immanata Haw. getrennt; ich
halte sie für eine gute (von Truncata und Immanata ver-
schiedene) Art.
Cid. Niphonica Butl. (Ann. & Mag. Nat. Hist. 1578,
S. 452; Ill. Typ. Lep. Het. III, Pl. LV, Fig. 11) var. Suavata
Christ. Neue Lep. Amur S. 99; ?Naemata Feld. & Rogh.
ER EEE BANNER ERST RER U ER LET S SEA TERRFE
36 Dr. O. Staudinger:
Novara Tab. OXXXL, Fig. 32. Von Christoph am 24. Juni
bei Rad. (Chingan), am 3. Juli bei Wlad. gefunden. Dörries |
sandte sie von Ask., Uss., Suif. und Sutschan ein, Graeser
fand sie selten bei Chab. und Wlad., er erhielt 3 Stücke von
Blag. Diese Art wurde zuerst von Butler aus Japan als
Eubolia Niphonica beschrieben; ein mir vorliegendes Japan-
Stück ist etwas grösser und dunkler als meine Amur-Stücke,
so dass die letzteren wohl als eine kleinere, lichtere (unbe-
deutende) Lokalform als var. Suavata bezeichnet werden
können. Diese Niphonica erinnert nur durch die Zeichnung an
Arten der Gattung Eubolia, zu der Butler sie fälschlich setzte.
Christoph vergleicht die Zeichnung mit der der Quadrifasei-
aria Cl., mir scheint dieselbe der von Munitata Hb. ähnlicher
zu sein; nach der Lederer’schen Eintheilung der Gattung
Cidaria kann sie aber nicht bei diesen ihr allenfalls noch am
ähnlichsten Arten stehen, sondern gehört durch die fast so
stark wie bei den vorhergehenden Arten ausgebildeten männ-
lichen Afterklappen zur Lederer’schen Abtheilung Aa. Ob
Naemata Feld. & Rogh. aus Indien zu Niphonica gehört, scheint
mir sehr zweifelhaft. Das Bild passt nicht recht; ein
Stück aus Indien, das ich als Naemata erhalten, gehört sicher
nicht zu dieser Art. Hedemann sagt, dass ein 2 aus Indien,
welches er als Naemata-? erhalten habe, vollständig mit
seinem 2 von Askold wie mit dem Bilde von Naemata über-
einstimme; aber bei meinen 4 *% vom Amur ist dies ganz
und gar nicht der Fall.
Cid. Taeniata Stph. Christoph fand am 3. Juli ein
dunkles 2 bei Rad., Dörries sandte mir ein dunkles, braun
gebändertes 8 von Ask. ein, beide können nur zu dieser
seltenen, kleinen, stark abändernden Art gezogen werden, ich
besitze ähnliche Stücke aus Krain, Livland und Norwegen.
Ob ein sehr kleines (12 mm grosses), ganz abgeflogenes ©,
das Christoph am 19. Juli bei Wlad. fand, hierher gehört, lässt
sich nicht sicher entscheiden.
Cid. Minimata Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 53. Von dieser
kleinsten aller Cidaria-Arten fand Christoph am 10. Juli ein
sehr abgeflogenes 5 bei Wlad., das ich wegen der äusserst
stark ausgebildeten Afterklappen und ähnlicher Zeichnungs-
anlage neben Taeniata Stph. stelle. Unter den von Dörries
für Mierolepidopteren gehaltenen Stücken vom Sutschan-Gebiet
fand sich ein fast ganz reines $ vor, das bestimmt zu dem
8 gehört, so dass ich diese Art jetzt beschreiben kann.
Grösse des 8 11, des 2 14mm. Vafl. schmutzig graubraun
PER;
ER? g
7
Die Geometriden des, Amurgebiets. HT
mit fast gerader (schmaler), licht gelbbräunlicher Extrabasul-
(Juerbinde, zwei weissen, schwarz umsäumten (das Mittelfeld
umschliessenden) Querlinien, einer weissen Punktstrich-Quer-
linie vor dem Aussenrande und einem schwarzen Mittelmond.
Htfl. schmutzig dunkelgrau, auf der Unterseite mit dunklem
Mittelpunkt, hinter welchem eine breite, dunkle, weiss be-
grenzte (Juerlinie steht. Die Zeichnung der Vdfl. lässt sich
bei dem abgeflogenen & noch ziemlich deutlich erkennen, sie
scheint ganz mit der des $ übereinzustimmen. Die hinter
dem dunklen Basaltheil stehende, fast gerade, kaum einen
Millimeter breite, ganz licht bräunliche (gelbliche) Querbinde
trennt diese Minimata sofort von der etwa doppelt so grossen
Taeniata sowie von der ihr auch ziemlich ähnlichen, öfters
nur wenig grösseren Cid. Unifasciata Hw. Das folgende
dunkle Mittelfeld ist über doppelt so breit wie die vorher-
gehende lichte Querbinde; es ist ähnlich wie das (im Ver-
hältniss schmälere) Mittelfeld der Unifasciata von 2 weissen,
beiderseits fein schwarz umsäumten (@uerlinien begrenzt. Die
innere (uerlinie verläuft aber gerader, während die äussere,
unregelmässig gezackte (gewellte), ähnlich wie bei manchen
Taeniata und Unifasciata ist. Die weisse Zackenlinie vor
dem Aussenrande ist, wie -bei einigen Taeniata, in weisse
Fleckstrichelchen aufgelöst. Die Frunsen sind in ihrer Basal-
hälfte sehr grell weiss und schwarz gescheckt (in ihrer stark
abgeflogenen Aussenhälfte scheint dies nur schwach der Fall
zu sein), So dass diese Minimata dadurch allein von den
anderen beiden genannten Arten unterschieden werden kann.
Auf den eintönig dunkelgrauen Htfln. sind die Fransen weit
weniger auffallend gescheckt. Auf der Unterseite sind die
Htfl. eigentlich lichtgrau, dicht dunkel bestreut, so dass sie
dunkel erscheinen; der schwarze Mittelpunkt tritt sehr scharf
hervor, dahinter steht eine breite, etwas gezackte dunkle
(uerlinie, die nach aussen ziemlich scharf weiss begrenzt ist.
Vor dem Aussenrande steht eine Reihe zum Theil verloschener,
weisslicher Fleckchen, die sich auch auf den sonst fast eintönig
grauen Vdfin. fortsetzt. Letztere führen hier einen sehr ver-
loschenen, dunklen Mittelpunkt, hinter dem die Spuren einer
dunklen, nach aussen licht begrenzten Querlinie auftreten,
die nur dicht unter dem Vorderrande deutlicher sind.
Die männlichen Fühler sind borstenförmig, ganz kurz
bewimpert, wie die der Taeniata, die männlichen Genitalien
sind mindestens so stark entwickelt wie bei dieser Art; dadurch
wird Minimata sicher und weit (nach der Lederer’schen
38 Dr. OÖ. Staudinger:
Eintheilung der Cidaria-Arten) von Unifasceiata getrennt, die
bisher eine der kleinsten Arten dieser Gattung war; mein
kleinstes Stück von Cid. Unifasciata misst nur 15 mm.
Die Abbildung des $ der Cid. Minimata lässt die Formen
sowie die Zeichnungen der Vdfl. sehr deutlich erkennen.
Cid. Munitata Hb. Nur Graeser fand diese Art im
Amurgebiet Ende Juli bei Nikol. häufig; 2 mir von ihm ein-
gesandte Stücke stimmen mit einzelnen nordischen und alpinen
überein.
Cid. Hortensiaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1391, S. 251;
Iris X, Taf. III, Fig.'54.: Hortulanaria.GraesT.&.1388
S. 408; ?Dimidiaria Butl.?). Graeser beschreibt diese
Art nach 7 im Juli bei Wlad. gefundenen Stücken. ‚Jankowski
sandte mir 2 855 und 1 2 von Sid. Dörries 2 856 vom
Suif. und 2 85 und 1 2 vom Sutschan ein. Graeser ver-
gleicht diese Art mit Designata Butl. als der ihr am nächsten
stehenden, da Hortensiaria aber gekämmte männliche Fühler
hat, so muss sie neben Munitata gestellt werden, der sie auch
wohl sonst ebenso nahe wie der Designata steht. Sie unter-
scheidet sich von der stark abändernden Munitata sofort durch
den dunklen, kleinen Vorderrandsflecken vor dem Apex der
Vafl., der bei Munitata durch einen dunklen Strich (Apical-
strich) ersetzt wird; auch ist das Mittelfeld dunkler, stärker
gestreift und macht es nach aussen einen stärkeren (hervor-
ragenderen) Zahn. Aus Japan erhielt ich ein ?, das ich nur
zu dieser Hortensiaria ziehen kann, als Coremia Dimi-
diaria eingesandt; sollte dieser Name früher (von Butler?)
publicirt sein, so muss diese Art so heissen. Die Abbildung
eines 5 von Sidemi ist sonst gut, nur sind der Aussentheil
der Vdfl. und die Htfl. zu licht, sie sind dunkler gefärbt (und
stärker gezeichnet).
Cid. Serpentinata Led.; Askoldaria Oberth. Etud.,
S. 57, Pl. IX, Fig. 9. Von Christoph am 30. Mai bei Wlad.
gefunden, Dörries sandte sie von Ask., Jankowski von Sid.
ein; auch Graeser fand ein Stück bei Wlad. Die Amur-Stücke
stimmen mit den (alten), in meiner Sammlung befindlichen
Originalen vom Altai überein; Askoldaria Oberth., nach einem
am 16. Juni auf Ask. gefundenen 2 aufgestellt, ist sicher
als Synonym zu Serpentinata zu ziehen.
Cid. Pudicata Christ. Neue Lep. Amur S. 93; Iris X,
Taf. III, Fig. 55. Von Christoph in den letzten Tagen des
‚Juni nicht selten bei Rad. und Wiad. gefunden, Dörries sandte
sie vom Swif. und dem Sutschan in Anzahl ein. Diese Art
a abe HET Fa Me N a Ye ah RR Sl Lllins. 2 dr race Ge
vr d ed” or [3 ; =
Die Geometriden des Amurgebiets. 89
passt zu keiner anderen Cidaria, besonders des gelben, schwarz
gefleckten Hinterleibes wegen, der wie bei den Arten der
Gattung Abraxas gefärbt ist. Christoph stellt seine Pulicata
neben Rivata, der sie hinsichtlich der Zeiehnung am nächsten
stehen soll, aber die stark gekämmten männlichen Fühler
trennen sie weit davon, danach muss sie noch am besten bei
Montanata eingereiht werden, wo sie sich aber sehr fremdartig
ausnimmt. Die Abbildung ist, bis auf den zu dunklen (weil
gelb gefärbten) Hinterleib, sehr gut.
Cid. Lepidaria Christ. 1. c., S. 68; Iris X, Taf. Ill,
Fig. 56. Die mir vorliegenden 4 von Christoph bei Rad. (im
mittleren Chingan) gefangenen Originale sind alle am 24. Juni
gefangen (Christoph sagt in der „dritten Junihälfte“!). Diese
Art sieht der kleineren Varietät von Montanata, der var.
Lapponica Stgr. ziemlich ähnlich, sie wird am besten dahinter
eingereiht. Die gute Abbildung eines % lässt die Zeich-
nungen deutlich erkennen. Cid. Lepidaria wurde mir als
synonym mit Deflorata Ersch. von Irkutsk bezeichnet,
aber nach der Erschoff’schen Diagnose und dem Bilde, das
Hedemann davon giebt, scheint mir dies kaum möglich zu
sein. Leider machen weder Erschoff noch Hedemann Angaben
über die männlichen Fühler der Deflorata, die bei Lepidaria
stark gekämmt sind. Stücke, die Graeser bei Pokr. fand und
als Deflorata Ersch. aufführt, gehören sicher zu Lepidaria;
er schrieb mir, dass Christoph ihm diese als Deflorata bestimmt
hätte. Vielleicht nahm Christoph an, dass Deflorata (die früher
beschrieben wurde) dieselbe Art mit seiner Lepidaria sei.
Cid. Quadrifaseiaria Cl. (Ligustrata Hb.. Von
Maack im Juni am unteren Ussuri, von Christoph am 1. August
bei Wlad., von Dörries auf Ask., am Uss., Swf. und Sutschan,
von Graeser bei Nikol. sehr häufig, bei Pokr. einzeln gefangen.
Die Stücke vom Amur ändern wie die europäischen ziemlich ab,
meist sind sie weniger braun als die letzteren.
Cid. Ferrugata Cl. und ab. Spadicearia Bkh. Schrenck
fand sie im Juni bei Kidsi, Graeser fand sie selten bei Nikol.
und Pokr.; von der ab. Spadicearia fand er 2 Pärchen bei
Nikol. Ich besitze ein stark aberrirendes, im Juni bei Nikol.
gefangenes weissliches @ mit 3 schwärzlichen Querlinien und
Mittelpunkten aller Flügel, am Apex der Vafl. mit grossem
bräunlichen Flecken, ver den Aussenrändern ist es etwas
dunkler (bräunlich) angeflogen. Hedemann giebt in seiner
Amur-Arbeit Cid. Unidentaria Haw. von Irkutsk an,
RD ENRRNT TORTEN MALE BARS RER 2 DIR Mn TERN N N DRAEES RTL
Ä ur .. % N h R N
N
90 Dr. ©. Staudinger:
ms
ob dies wirklich eine von Ferrugata verschiedene Art ist,
scheint mir recht zweifelhaft zu sein.
Cid. Museicapata Christ. Neue Lep. Amur 8. 70;
Iris X, Taf. III, Fig. 57. Christoph fand Mitte Juni einige
86& dieser kleinen Art bei Rad., Dörries sandte ein 2 von
Baran. und ein 5 vom Bik. ein, Graeser fand ein ? neben Nikol.
Christoph stellt diese nur 17—20 mm grosse Art bei Uniden-
taria Haw. Bei letzterer Art ist stets eine schmale, lichte
Basalbinde der Vdfl. vorhanden, die bei Muscicapata fehlt, wie |
aus der Abbildung des 5 zu ersehen ist. |
Cid. Suffumata Hb. var. Minor Steger. Christoph fand
ein 8 bei Rad., Dörries sandte ein Pärchen von Ask. und
ein & vom Sutschan ein. Diese 4 Stücke sind bedeutend
kleiner (nur 20—25 mm gross) als typische Suffumata (meine
Stücke ändern von 28—33 mm ab). Ferner treten bei den
Amur-Stücken die schwarzen Querlinien in der extrabasalen
lichten Querbinde und im Aussenrandstheil etwas schärfer auf,
weshalb sie wohl als eine, wenn auch nicht auffallende Lokal-
form einen Namen — var. Minor — verdienen. (sraeser
sandte mir diese Art auch von Sidemi ein.
Cid. Pomoeriaria Eversm. Von Christoph Ende Mai,
Anfang Juni bei Rad., von Dörries am Sutschan einzeln ge-
fangen, in Stücken, die von den europäischen kaum verschieden
sind. Graeser fand diese Art bei Chab.
Cid. Designata Rott. (Propugnata Fab.) var. (Gsraeser
führt ein bei Ohab. gefundenes 8 auf. Dörries brachte ein 2
vom Sutschan mit, das ich nur als Varietät oder Aberration
zu Designata ziehen kann; dasselbe hat eine sehr lichte, röth-
liche Mittelbinde, die nur schmal dunkel eingefasst ist; es
kommt der kleineren var. Islandicaria Stgr. recht nahe.
Cid. Fluviata Hb. Von Christoph und Graeser Ende
Juli bei Wlad. gefangen, Hedemann fand sie am 5. September
am Changka-See, Dörries sandte sie von Baran. und dem
Sutschan ein, Jankowski fand sie am 16. Juli auf Ask. Herz
fing am 18. Juni ein frisches $ nördlich von Peking, auch
von Japan erhielt ich diese weit verbreitete Art.
*) Dilutata Bkh. Graeser fand ein ? bei Nikol.;
*) Graeser führt die bisher mir nur aus den österreichischen
Alpen und aus Dalmatien bekannte Cid. Nebulata Tr. als in einem
Pärchen bei Nikol. gefunden auf. Er schrieb mir vor kurzem, dass,
er sich wohl sicher geirrt habe, und dass die von ihm für Nebulata
gehaltenen Stücke blasse Cid. Montanata var. Lapponiea gewesen
sein dürften.
EBEN ae er ET
Die Geometriden des Amurgebiets, 91
Dieckmann brachte später eine Anzahl Stücke von Nikol. mit,
die (nach Graeser) ebenso stark als in Europa abändern.
Cid. Cuculata Hufn. Nach Graeser erhielt Tancre ein
25 mm grosses & dieser Art von Pokrofka.
Cid. Rogenhoferi Graes. Berl. ent. Zeit. 1888, S. 409;
ir X. Tat. MC Bie%.58.:.'? Yokohamae';Butl.?‘;'Graeser
beschreibt diese der Cuculata Hufn. ähnliche Art nach 4 2%,
von denen er 3 bei Chab. fing, 1 aus Rad. erhielt. Dörries
sandte mir ein 5 vom Uss. und je ein 2 vom Suif. und
Sutschan ein. Leech bezeichnete mir diese Art als Yoko-
hamae Butl., welcher Name die Priorität hat, falls wirklich
diese Art unter demselben beschrieben ist, was ich nicht nach-
sehen kann. Die von Hedemann Ende Juni einzeln im Amur-
gebiet gefundene, als Cid. Cueulata Hufn. aufgeführte Art
dürfte zweifellos zu Rogenhoferi Graes. gehören, die Hede-
mann für die ähnliche Cuculata hielt. Wie die gute Abbildung
zeigt, unterscheidet der dunkle Aussenrand der Vdfl. Rogen-
hoferi sofort von Cid. Cueulata.
Cid. Sociata Bkh. (Alchemillata Hb.) var. ?Super-
PrassanButl. IN. Typ. Lep. Het. zEEL Pl LIV; Fig,41D).
Alle Amur-Stücke, die ich erhielt, kann ich nach genauer
Prüfung nur zu der sehr veränderlichen Sociata Bkh., nicht
zu Rivata Hb. als welche sie theilweise bestimmt waren,
setzen. Freilich kann ich Rivata besonders nur dadurch von
Sociata unterscheiden, dass sie stets etwas grösser und etwas
lichter (weisser) ist, vor allem ist die Mittelbinde der Vafl.
nicht so dunkel. Jedenfalls sind beide Arten in gewissen
Stücken sehr leicht mit einander zu verwechseln. Christoph
fand am 9. Juni ein 8 bei Rad., Dörries sandte sie von Ask..
Uss., Suif. und Sutschan, ‚Jankowski von Sid. ein. Graeser
sandte mir von Chab. und Pokr. je ein Stück zur Ansicht,
seine bei Wlad. gefundenen beiden 2%, die er als Rivata
aufführt, gehören wohl ebenso sicher hierher, wie die von Bremer
aufgeführte Rivata, die Schrenck bei „Borbi* und „Bouri*
fand. Einzelne Amur-Sociata stimmen fast ganz mit Japan-
Stücken überein, die von Butler als Melanippe Supergressa
beschrieben wurden, welcher Name vielleicht für diese Form
aus Japan und vom Amur beibehalten werden kann. Die
Japan-Stücke sind freilich von denen des Amurgebiets meist
etwas verschieden, sie sind grösser und nähern sich mehr den
wirklichen Rivata.
Cid. Unangulata Haw. und var.? Luctuosaria Oberth.
Etud. V, S. 53, Pl. IV, Fig. 13. Maack fand sie am Amur
EDGE ee Hi Fa DaB Dr NIE de Se al 1 BAR a ins
992 Dr. O. Staudinger:
und Ussuri, Radde im Bur.-Geb.; diese Stücke werden von
Menetries und Bremer als Unangulata aufgeführt. Da auch
(Graeser Unangulata als häufig bei Nikol. und Pokr., selten
bei Wlad. angiebt, so scheint die typische Unangulata im.
Norden des Amurgebiets als Haupt- oder ausschliessliche Form
vorzukommen, während sie an anderen Arten nur einzeln als
Aberration auftritt. Von 4 Stücken aus Chab., die Graeser
mir zur Ansicht sandte, gehören 3 der var.? Luctuosaria Oberth.
an, während das eine den deutschen Unangulata fast gleich-
kommt; ein Stück von Pokr. steht fast in der Mitte zwischen
beiden Formen. Etwa 20 mir vom Amurgebiet eingesandte
Stücke gehören alle zur Luctuosaria Oberth., die wohl nur
eine dunklere Lokalform der typischen europäischen Unangu-
lata ist. Sie unterscheidet sich besonders dadurch von Unan-
gulata, dass die lichtere Extrabasal-Binde der Vdfl. meist
ganz verdunkelt ist, sowie durch die dunkleren Aussenbinden
aller Flügel. Oberthür vergleicht sie mit Luctuaria (doch
wohl Lugubrata Stgr.?), mit der sie nur durch die dunklere
Färbung eine sehr oberflächliche Aehnlichkeit hat. Er unter-
scheidet sie von ihr besonders durch „le contour exterieur de
la tache noire transversale“, wo er unter „tache“ die breite
Mittelbinde versteht, dieser „contour* ist aber genau wie bei
Unangulata. Seine Abbildung ist gut, nur zu licht (bräunlich)
kolorirt. Christoph fand diese (var.) Luctuosaria Ende Juni
bei Rad. und Wlad., Dörries sandte sie von Askold (woher
auch Oberthürs Stücke stammten), Uss. und Sutschan, Jan-
kowski von Sid. ein. Aus ‚Japan erhielt ich ein Stück als
Cid. Complicata (Butl.?) zugesandt, das wohl nur als
Varietät zu Unangulata gehören kann und vielleicht zur var.
Luetuosaria gezogen werden muss. Das einzige vorliegende
Stück hat eine breitere weisse Binde hinter dem dunklen Theil,
der nach aussen einen weniger grossen Zacken in. der
Mitte führt.
Cid. Mandschuricata Brem. Von Radde im Bur.-Geb.,
von Maack an der Ussuri-Mündung von Mitte Juni bis An-
fang August gefangen; Christoph fand vom 8.—17. Juni einige
Stücke bei Rad., Dörries sandte sie vom Uss. und Sutschan
ein, (sraeser erhielt nur ein am 24. Juni bei Blag. gefundenes ®.
Cid. Albieillata L. Von Radde im Bur.-Geb., von Maack
am unteren Ussuri im ‚Juni gefangen ; Christonh fand sie Ende
Juni bei Rad., Anfang Juli bei Wlad., Dörries sandte s.e vom
Bik. und Sutschan ein. Graeser fand sie sehr gemein bei Nikol.,
käufig bei Pokr. Die Albieillata vom Amur sind den deutschen -
U TERRERENTU VEDERENENSTER STANGEN BETT ARS RUNGEN TOTRE EL UNE
an] EL a a
Die Geometriden des Amurgebiets. 93
(fast) gleich; Melanthia Casta Butl. von Japan ist
eine sehr ähnliche Art, vielleicht nur eine Lokalform von
Albicillata.
Cid. Procellata Fab. Von Christoph in der letzten
Hälfte des Juni bei Rad., von Hedemann am 21. Juli bei
Poschakowa am mittleren Amur, von Dörries auf Ask., am
Suif. und Sutschan, von Graeser nur bei Wlad. Anfang Juni
selten gefunden. Die Amur-Stücke stimmen mit gewöhnlichen
lichten, europäischen Procellata fast ganz überein, während
2 mir vorliegende Stücke aus Japan stark verdunkelt, auch
auf den Htfin. rauchgrau statt weiss sind.
Cid. Lugubrata Stgr. (Luctuata Hb.). Nach Mene-
tries fand Maack diese Art am oberen Amur, auch Hedemann
giebt sie von dort an, er sagt auch, dass er ein 2 von Ask.
erhielt. Letzteres war wohl sicher ein ? der Luectuosaria
Oberth. ob die vom oberen Amur angeführten Luetuata
wirklich die von ‘mir in Lugubrata umgetaufte Art waren,
muss bei den vielen (früheren) Verwechselungen und Falsch-
deutungen von Luctuata fraglich bleiben. Nur Graeser, der
mir ein Amur-Stück einsandte, fand sicher Lugubrata Anfang
Juli gemein bei Nikol.
Cid. Hastata L. und var. Subhastata Nolck. Von
Schrenck im Juni bei „Djai*, im Juli bei „Kidsi* gefunden;
ob diese von Mönetries angegebenen Orte im wirklichen Amur-
gebiet liegen, weiss ich nicht. Hedemann sagt, dass Hastata
und v. Subhastata Ende Mai und Juni sehr zahlreich am
oberen Amur fliegen. Graeser fand sie in der ersten Hälfte
des Juli bei Nikol. unsäglich gemein, auch bei Pokr. war sie
häufig. Ein mir von Nikol. gesandtes Stück stimmt mit
grossen deutschen Hastata fast ganz überein.
Cid. Lucetuata Hb. Beitr. (Tristata Hb. Fig. 254;
?Tristata L. var.?). Ich erhielt vom Amurgebiet nur die
Art, welche ich von Tristata L. in meinem Catalog von 1871
trennte, und welche die zuerst von Hübner in seinen Beiträgen
abgebildete und benannte Lucetuata ist. Ob dies vielleicht:
nur eine Form der Art ist, die ich für Tristata L. halte,
ist möglich, da einzelne der sehr abändernden Stücke Ueber-
gangsstücke von der einen zur anderen Art (Form) bilden.
Als Tristata L. sehe ich die hellere, meist ein wenig grössere
Form an, bei der besonders auch die Mittelbinde aller Flügel
lichter mit weisslichen Querlinien durchsetzt ist. Ich besitze
sie aus Scandinavien, dem Erzgebirge, von Wiesbaden, aus
verschiedenen Theilen der Alpen und aus Centralasien.
NE TI EENENEENUNT. MT ALOE Te ESCHER. DRRSTRENRRN PT SR ANSIE TARRRE RE TEREFR TASTE
94 Dr. ©. Staudinger:
Englische Stücke stehen fast in der Mitte zwischen dieser
Tristata und Luctuata Hb. Beitr., welche letztere die in Nord-
deutschland, bei Dresden, in Ungarn etc. ausschliesslich vor-
kommende Form ist. Die mir vorliegenden 11 Amur-Stücke,
die unter einander ziemlich abändern, stimmen meist mit nord-
deutschen Luectuata ganz überein. Ein aberrirendes Stück
von Askold ist fast völlig schwarz, nur mit einer doppelten
weissen Querlinie hinter der Mitte aller Flügel und einer
solchen extrabasalen der Vdfl. Ein Stück von Wlad. und |
eins vom Sutschan haben eine breite, weisse Binde hinter der
Mitte, in der die mittleren schwarzen Punkte theilweise ver-
loschen sind; doch sind auch diese Stücke als verschieden
von Tristata 1L.-Aberrationen zu erkennen. Die von Radde
im Bur.-Geb. gefangenen, als Tristata L. angegebenen, sowie
die von Graeser als solche aufgeführten Stücke, die er bei
Pokr. gemein, seltener bei Nikol., Chab. und Wlad. fand,
gehören (wohl) sicher alle zu Luctuata Hb. Beitr., wie 2 von
(sraeser an mich als Tristata eingesandte Stücke beweisen.
Christoph fand diese Art von Ende Mai bis Ende Juni bei
Rad. und Wlad., Dörries sandte sie von Ask. Uss. und
Sutschan ein.
Cid. Corydalaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1888, S. 411;
Iris X, Taf. III, Fig. 59. Das erste, sehr abändernde Stück
dieser eigenthümlichen kleinen Art erhielt ich aus einer nach
London gekommenen Amur-Sendung; es wurde am 14. Juni
bei Nikol. gefangen. Graeser fand im Juni auf den Blüthen
von Corydalis 6 Stücke bei Nikol., ein & Ende Juni bei Wlad.
Christoph fand am 28. Mai ein frisches Stück bei Wlad.,
Ende Juni einige Stücke bei Rad. Christoph, der die Amur-
(seometriden im Winter 1877—1878 bei mir bestimmte und
hier die neuen Arten beschrieb, hatte diese Corydalaria in
meiner Sammlung zu Polythrena Kindermanni gesteckt, auch
(sraeser schrieb mir, dass Christoph sie ihm als solche bestimmt
habe. Ich hatte sie später zu Polythrena Haberhaueri ge-
steckt, ohne zu bemerken, dass die 58 ziemlich stark ge-
kämmte Fühler haben, während die Fühler der beiden richtigen
Polythrena-Arten borstenförmig, äusserst kurz (fast gar nicht)
bewimpert sind. Wenn diese Corydalaria eine Cidaria im
Lederer’schen Sinne ist (wie ich sicher glaube), so müsste sie
(nach seiner Eintheilung), der gekämmten Fühler wegen, weit
von den ihr sonst ähnlichen, schwarz und weiss gefleckten
und gestreiften Arten zu stehen kommen; ich lasse sie aber einst-
weilen hinter der vorigen Art, wo Graeser sie einreihte, stehen.
:
ER a
Die Geometriden des Amurgebiets. 95
Den zugleich anscheinend stark entwickelten Afterklappen
nach würde Corydalaria in Lederers Abtheilung A, b, bei
Firmata Hb, Serraria etc. einzureihen sein, wohin sie ihrem
Aussehen nach gar nicht passt. Cid. Corydalaria scheint sehr
stark in der Breite der weissen Binden abzuändern, bei einem
ö ist die weisse Binde der Htfl. zu einem kleinen, weisslichen
Flecken zusammengeschrumpft, bei meinem & von Nikol. sind
alle Flügel vorherrschend weiss, sonst führen sie nur breite,
‚schwarze, weissgefleckte Randbinden und schwärzliche Flecken
in der Basalhälfte, besonders der Vdfl. Die meisten Stücke
sind dem abgebildeten 3 ähnlich gezeichnet.
Cid. Funerata Hb. Von Radde im Juni und Juli im
Bur.-Geb. und in Dahurien gefangen; Hedemann fand 1877
ein ® am Amur; Graeser fand ein Pärchen bei Pokr.
(?) Cid. Alchemillata L. (Rivulata Hb.). Graeser giebt
diese Art als selten bei Chab., Prok. und Wlad. gefunden an.
Fast möchte ich hier einen Irrthum vermuthen, da sonst
Niemand diese kleine Art im Amurgebiet fand; denn die von
Menetries als von Schrenck bei Borbi und Bouri gefundene,
als Alchemillaria L. angegebene Art gehört nach den Citaten
sicher zu einer anderen Art, wohl zu Rivata. Wie (Graeser
mir vor Kurzem schrieb, glaubt er jetzt selbst, dass ihm bei
dieser Art, wie bei Cid. Nebulata, ein Irrthum passirt sei.
(?)Cid. Hydrata Tr. Hedemann sagt, dass er diese (sonst
nirgends in Asien gefundene) Art im Chingan-Gebirge gefangen
habe; auch bei dieser Art scheint mir ein Irrthum nicht
ausgeschlossen.
Cid. Haasi Hedem. Hor: XVL S. 268, Taf. XIV,
Fig. 9. Hedemann beschreibt diese kleine Art nach Stücken,
die er Ende Juli bei Rad. im Chingan-Gebirge nicht selten
fand, ein Pärchen davon befindet sich in meiner Sammlung.
Wie der Autor dazu kam, diese Art bei der weit grösseren,
ganz anders gezeichneten Cid. Abrasaria Hb. zu stellen, be-
greife ich nicht; Abrasaria-5 hat auch gekämmte, sehr lang
bewimperte Fühler, während sie beim & von Cid. Haasi
borstenförmig, sehr kurz bewimpert sind. Ich finde Haasi,
auch hinsichtlich der Zeichnung, der Alchemillata L. so ähnlich,
dass ich fast vermuthe, dass sie von anderen dafür gehalten
worden sein kann. Sie unterscheidet sich von der gleich grossen
Alchemillata besonders durch die scharfe, weissliche Extra-
basalbinde und durch den grossen dunklen Mittelpunkt der Vdfl,
sowie durch eine gewellte, dunkle Querlinie auf der Unter-
seite der Htfl. Sehr eigenthümlich sind die äusserst breiten
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2
96 Dr. ©. Staudinger:
und langen Palpen der Haasi, sie sind an der Basis fast so.
breit wie der Kopf und etwa 1'/, mal so lang wie dieser;
dadurch unterscheidet sie sich sehr von allen anderen Cidarien.
Die Abbildung in den „Horae* ist recht verfehlt, im Basal-
und Aussenrandstheil der Vadfl., die beide vollständig von
einer gezackten weissen Querlinie durchzogen werden, ist sie
viel zu dunkel. Mein ® ist weit lichter als mein 8; diese Art
scheint ziemlich abzuändern.
Cid. Ablegata Stgr. n. sp. Taf. IH, Fig. 60. Dörrigs
sandte mir ein ziemlich gut erhaltenes 5 dieser eigenthüm-
lichen kleinen Art aus dem Amurgebiet (wahrscheinlich von
Baranowski) ein; sie hat mit keiner bekannten Art Aehnlich-
keit, ich schiebe sie bei der fast gleichgrossen Unifasciata
Haw. var. Aquilaria HS. ein, da ganz dunkle Stücke der
Aquilaria etwas an Ablegata- erinnern. Grösse 18 mm;
Fühler borstenförmig, kaum bewimpert; Palpen kurz, die Stirn
nicht überragend. Vdfl. dunkel schwarzgrau (oder dunkel
rauchbraun-schwärzlich) mit 5—6 weissen (Juerlinien. Die
erste sehr feine weisse Querlinie steht dieht hinter der Basis,
sie macht unter dem Vorderrande einen fast rechten Winkel,
dann verläuft sie gerade in den Innenrand. Die zweite ent-
springt etwa bei '/s der Vorderrandslänge, sie macht oben
einen kleinen Bogen nach aussen und verläuft dann fast gerade
in den Innenrand. Dicht vor ihr steht eine (3.) etwas ver-
loschene weisse Querlinie, die erst von der Mittelzelle an
beginnt und auch in den Innenrand ausläuft. An ihrer oberen
Biegung sendet sie (in der Mittelzelle) einen kurzen weissen
Strich nach aussen, in ihrem unteren Theil wird sie (in der
Falte) durch einen weissen Strich mit der nächsten 3. (oder 4.)
weissen Querlinie verbunden. Diese nächste scharfe, weisse
@uerlinie beginnt etwa bei ‘/ı der Vorderrandslänge, sie endet,
in der Mitte ein wenig nach aussen gebogen, bei ”s der Innen-
randslänge; an der Stelle, wo sie durch den weissen Längs-
strich mit der inneren Querlinie verbunden ist, macht sie ein
kleines Zäckchen nach innen. Dicht hinter ihr, fast parallel
damit verlaufend, steht die 4. (5.) etwas breitere, aber weniger
scharfe weisse Querlinie, und wiederum dicht hinter dieser
steht eine weitere, sehr verloschene und rudimentäre weissliche
(uerlinie; im Aussentheil des Vdjls. stehen also 3 fast parallel
laufende weissliche (Juerlinien dicht neben einander. Zwischen
diesen und dem Aussenrande treten noch die Spuren. .einer
weisslichen Wellenlinie schwach hervor. Der dunkle Aussen-
randstheil ist, etwa in seiner Mitte, verloschen fleckartig
Be LE > on,
Die Geometriden des Amurgebiets. 97
=
weisslich angeflogen. Vor den dunklen Fransen mit lichteren
- Spitzen steht eine feine weisse Linie (wie es scheint, bildet
sie den Basaltheil der Fransen) hinter der schwarzen Limbal-
linie. Hart am Vorderrande steht nach oberhalb des Endes
‘der Mittelzelle ein kaum auffallendes weisses Strichelchen.
Auf der dunklen schwarzgrauen Unterseite der Vdfl. scheinen
die äusseren @uerlinien durch, nur am Vorderrande selbst
sind sie wirklich weiss. Auf allen Flügeln tritt ein etwas
dunklerer Mittelpunkt auf, die Aussenränder sind schmal
lichtgrau angeflogen. Auf der etwas lichteren, dunkel bestreuten
Unterseite der Htfl. steht vor dem lichteren Aussenrande ein
bindenartiger, dunklerer Theil, zwischen diesem und dem
Mittelpunkt befindet sich noch eine verloschene dunkle Quer-
linie. Die Oberseite der Htfl. ist fast eintönig schmutzig
dunkelgrau mit etwas lichteren Spitzen der Fransen. Die
ungezuckten 5—6 weissen (Querlinien der dunklen Vafl., von
denen 5 dicht neben einander im Aussentheil stehen, und 2
im unteren Theil des Mittelfeldes durch eine weisse Längs-
linie verbunden sind, trennen diese kleine Cid. Ablegata so-
fort von allen anderen Arten. Die Abbildung des nicht ganz
reinen Originals lässt die Zeichnungen deutlich erkennen.
Cid. Candidata Schiff. var. Amurensis Stgr. Ein von
Christoph am 7. Juli bei Wlad. gefundenes %, sowie 3 88
von Ask., halte ich für etwas variirende Stücke der Candidata.
Diese Amur-Stücke sind ein wenig kleiner (L5—17T mm gross),
sie führen schärfere schwarze Mittelpunkte und haben gar
keine schwarzen Randpunkte. Candidata hat auf der Ober-
seite stets schwarze Randpunkte, aber keine scharfen schwarzen
Mittelpunkte, auf der Unterseite treten letztere stets ziemlich
gross auf. Unmittelbar hinter der Mitte der Vdfl. verlaufen
bei Candidata 2 gelbliche Querlinien ganz dicht nebeneinander,
die theilweise zusammenfliessen; dies ist auch bei den 4 Amur-
Stücken der Fall, die wegen der oben angegebenen (3) Unter-
schiede wohl als Candidata var. Amurensis aufgeführt zu
werden verdienen. Da im Amurgebiet noch die beiden folgenden,
der Candidata sehr ähnlichen und leicht mit ihr zu ver-
wechselnden (theilweise sicher auch verwechselten) Arten
vorkommen, so ist es zweifelhaft, wozu die von Hedemann,
Oberthür und Graeser als Candidata angegebenen Stücke (bei
Chab. und Wlad. häufig gefunden) gehören. Graeser schrieb
mir, dass von seinen 7 ihm noch vorliegenden Stücken nur
ein 5 von Wlad. zu dieser v. Amurensis gehöre, die übrigen
6 Stücke seien ausgeprägte Nymphaeata Stgr.
-]
la A N nee Bird DET eBB A TI Lea a en a urn
! R ’ a a ll he
98 Dr. O. Staudinger:
Cid. Anseraria HS. (Soldaria Turati Ann. Soc. Ent.
Ital. 1879,:S. 186, Taf. VIII, Fig. 11, 12) var.? Erst ganz
vor Kurzem hat unser geschätztes Iris - Mitglied, Herr
R. Püngeler, in der Societas Entomologica 1896, S. 177 über-
zeugend nachgewiesen, dass die von Turati l. c. als neu be-
schriebene Soldaria mit der bereits früher von Herrich-Schäfter
Fig. 560 abgebildeten Anseraria zusammenfällt. Diese unter-
scheidet sich von der ihr sehr ähnlichen Candidata besonders
durch Folgendes: Anseraria hat, auch auf der Oberseite,
scharf schwarze Mittelpunkte; statt der schwarzen Randpunkte
hat sie Limbalstrichelchen; die gelblichen Querlinien sind
etwas breiter, weniger scharf, auf den Vdfln. stehen deren,
hinter der Mitte, nicht 2 dicht neben ewmander, auf den Atfin.
stehen nur drei (statt 4 bei Uandidata); der schwarze (Mittel-)
Punkt der Htfl. steht vor der ersten (Juerlinie. Ich besitze
ein am 7. Juni von Hedemann am Amur gefundenes $ sowie
ein von Dörries am Uss. gefangenes $; das Pärchen stimmt
sonst mit meinen beiden typischen Anseraria HS. (Soldaria Tur.)
überein, nur hat es statt der schwarzen Limbalstrichelchen
runde Limbalpünktchen wie Candidata. Zu dieser kann es
aber wegen der anderen, oben angegebenen Unterschiede nicht
gehören. Aus Japan liegt mir ein Ähnliches, nur stärker
gezeichnetes, gelbliches Stück dieser, bis auf Weiteres noch
etwas fraglichen Amur-Form der Anseraria vor.‘ Die ähnliche
Cid. Chionata Ld. (aus Nord-Persien und Lenkoran), welche
auch sehr scharfe schwarze Mittelpunkte hat, unterscheidet
sich von Anseraria durch weniger, meist schärfere (feinere)
gelbe (uerlinien. Typische persische Stücke haben deren auf
den Vdfln. 2, auf den Htfln. nur eine, aber eine Chionata
von Lenkoran hat auf den Vdfln. 5—6, auf den Htfln. 2. Ich
besitze ein bei Stettin gefangenes Stück, das persischen
Chionata fast gleichkommt; da dies wohl nur eine Aberration
von Candidata sein kann, so ist Chionata vielleicht eine
Lokalform der Candidata, zu der die Caucasus-Form einen
Uebergang bildet. Aus dem Caucasus liegen mir 13 Stücke
(7 von Achalzich, 4 von Borschom, 2 von ‚Jelesnowodsk) einer
Form von Candidata vor, die von typischen europäischen
Stücken ziemlich auffallend verschieden ist, sodass sie wohl
als Lokalform einen Namen verdienen und als var. Candi-
dissima bezeichnet werden mag. Ihr Hauptunterschied
besteht darin, dass die gelblichen Querlinien mehr oder minder
oblitterirt sind, sodass die Stücke weisser aussehen. Die vor-
handenen Querlinien treten noch schmäler als bei typischen
Er 2
BR a Bae, er En RE Fa
Die Geometriden des Amurgebiets. 99
Candidata auf. Ferner sind auf der Oberseite die schwarzen
Randpünktchen (fast) niemals vorhanden, bei allen Stücken ist
hier keine Spur des dunklen Mittelpunktes zu erkennen, der
auf der Unterseite auf allen Flügeln deutlich auftritt. Eine
Aberration von Borschom hat auf den Vdfin. eine ziemlich
breite gelbliche Mittelbinde.
Cid. Nymphaeata Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 61. Zehn
mir vorliegende Amur-Stücke beider Geschlechter gehören
zweifellos einer neuen, der vorigen sehr ähnlichen Art an.
Drei’derselben sind von Mitte Juni bis Mitte Juli von Christoph
bei Wlad., gefunden, ein 5 am 10. Mai bei Rad., drei sandte
. Dörries von Ask., drei andere vom Sutschan-Gebiet ein. Diese
Nymphaeata ist etwa so gross wie deutsche Candidata,
18—20 mm, nur ein grosses & von Ask. misst 22 mm; sie
unterscheidet sich zunächst durch das Fehlen der dunklen
Mittelpunkte auf beiden Seiten, nur bei 2-—3 Stücken treten
diese ganz schwach anf der Unterseite auf. Dann sind die
gelblichen (Juerlinien entschieden Dreiter als bei Candidata,
sie sind etwa so wıe bei Anseraria, aber noch deutlicher (schärfer) ;
auf den Htfln. sind deren 4 vorhanden, auf den Vdfin. stehen 2
hinter der Mitte dicht bei einander, wie bei Candidata. Die
schwarzen Randpünktchen treten nur zum "Theil sehr klein auf.
Die männlichen Afterklappen sind weit stärker ausgebildet als
bei den beiden vorigen Arten, sie treten namentlich bei 2 88
sehr lang hervor; auch der Afterbüschel ist deshalb länger
behaart. Nach der Lederer’schen Anordnung der Cidaria-Arten
müsste danach Nymphaeata in die Abtheilung A gesetzt werden,
wodurch sie von den vorigen beiden, ihr so ähnlichen Arten
weit getrennt würde Die ziemlich deutlich bewimperten
männlichen Fühler, die Palpen und die Beine scheinen denen
der vorigen beiden Arten fast ganz gleich gebildet zu sein.
Ich hatte früher diese Nymphaeata, mit den Amur-Stücken
der vorigen beiden Arten vermischt, als eine von Candidata
verschiedene neue Art in meiner Sammlung stecken; sie ist
durch das gesperrt (sedruckte von dieser und Anseraria sicher
zu unterscheiden und wird durch die Abbildung ganz gut
kenntlich gemacht. Die auch etwas ähnliche Cid. Nymphu-
lata Gn. aus Süd-Frankreich und Spanien unterscheidet sich
durch ganz feine, anders verlaufende Querlinien sowie durch
den sehr kurzen, männlichen Afterbüschel sofort von Nym-
phaeata. Graeser fand Nymphaeata bei Chab. und Wlad.
‚Cid. Testaceata Don. (Sylvata Hb.). Am 30. Juni von
Christoph bei Rad., von Dörries am Suif. und Sutschan,
7 60
100 Dr. O. Staudinger:
von Hedemann im September bei Wlad., von Graeser (2 Pärchen)
bei Nikol. gefangen. Die Amur-Stücke sind den deutschen -
gleich; Hedemann fand Ende October bei Hakodade (Japan)
ein abgeflogenes ®.
Gid Museculata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 3. Dörries fand
1394 im Sutschan-Gebiet ein ganz reines ? dieser neuen Art,
die der vorigen am nächsten steht. Grösse 24'/, mm (meine
grösste Cid. Testaceata misst 22 mm); Grundfarbe aschgrau ; die
Flügel etwas dunkler gemischt mit vielen dunklen Punkten
und Strichelehen auf den kippen, die keine deutlichen (oder
gar zusammenhängenden) Querlinien bilden, und mit scharfen,
schwarzen Limbalstrichen (Monden). Der sofort in die Augen
fallende Unterschied dieser etwas grösseren Cid. Musculata
von Testaceata ist der, dass ihr richtige, vollständige Quer-
linien durchaus fehlen. Nur am Innenrande der Htfl. sind die
auf den Rippen stehenden dunklen Strichelchen mit einander
verbunden, so dass sie hier mehr oder minder den Eindruck
von Q@uerlinien machen. Auf der grauweissen Unterseite der
Htfl. fällt dieser „linienartige“* Eindruck ganz fort, da die
dunklen Punkte hier nicht verbunden sind; ebenso zeigt die
lichte, gelbgraue Unterseite der Vdfl. keine Spur von Linien.
Besonders scharf treten vor den weisslichen, dunkel getheilten
Fransen die schwarzen Limbalstriche hervor. Am Ende der
Mittelzellen steht auf allen Flügeln ein kleiner, sich wenig
hervorhebender Mondstrich. Von der nächsten, nur halb so
orossen Art (Nisaria Chr.) unterscheidet sich die weit lichtere,
graue Musculata auch durch das Fehlen der Querlinien.
Gid. Nisaria Chr. Neue Lep. Amur S. 17. Christoph
fand am 9. Juli ein 8 bei Rad., Dörries sandte eine kleine
Anzahl von Ask. und vom Uss. ein. Christoph beschrieb diese
kleine Art als eine Acidalia, sie ist aber eine sichere Cidaria
(Hinterschienen mit 2 Spornenpaaren etc.) und steht der
ähnlich gezeichneten, aber grösseren vorigen Art am nächsten;
die vorliegenden Stücke haben 15—18S mm Flügelspannung.
Christoph sagt in seiner lateinischen Diagnose dieser Art
„alis cervinis“; die Grundfarbe dieser Art ist ein dunkles,
ganz wenig bräunlich angeflogenes Grau.
Cid. Parvulata Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 62. Dörries
sandte ein reines 5 dieser kleinen Art vom Ussuri ein, die
nirgends recht hinpasst; ich reihe sie vorläufig hier ein.
Grösse 16 mm, Flügel schmäler als bei den anderen kleinen
Cidaria-Arten. Fühler borsten- (faden-) förmig, unbewimpert;
Palpen ausserordentlich dünn und kurz, nur bei Vergrösserung
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Die Geometriden des Amurgebiets. 101
(für mich) erkennbar. Beine wie bei anderen Cidarien, Hinter-
schienen mit 2 Paar Spornen. Vdfl. grau und bräunlich
gemischt mit einer schmalen, weisslichen Extrabasal- und einer
breiteren weissen Aussenbinde. Die schmale, in der Mitte
schwach dunkel getheilte Extrabasalbinde tritt nur wenig
hervor. In dem dunklen Mittelfelde steht am Ende der Mittel-
zelle ein grosser schwarzer Punkt, darunter eine schwarze,
das Mittelfeld fast ganz durchschneidende Längslinie, welche
auf dem linken Vdfl. von einer weisslichen Querlinie durch-
brochen ist. Besonders im Aussentheil des Mittelfeldes stehen
noch kurze, schwarze Punktstrichelchen, die weisslich durch-
brochen sind. Die äussere Begrenzung des Mittelfeldes macht
in der Mitte einen stumpfen Zacken nach aussen. Die ziemlich
auffallende weisse Querbinde dahinter ist (auch) von einer
verloschenen, dunklen Querlinie durchschnitten, sie wird vom
Aussenrande nur durch eine schmale, dunklere, weisslich be-
stäubte, bindenartige Färbung getrennt, die unterhalb der
Mitte (fast ganz) weiss durchbrochen ist. Die schwarzen
Limbalstriche sind nach innen durch eine scharf weisse Linie
von dieser dunklen Aussenrandsbinde getrennt. Die dunklen,
von den Rippen fein weiss durchschnittenen Fransen sind an
den Spitzen weisslich. Auf den Hitfin. ist letzteres ganz
ähnlich, sonst führen die weisslichen Htfl., etwa in ihrer
Mitte, 5 dicht nebeneinander stehende dunkle (@uerlinien;
zwischen der ersten und zweiten steht ein scharfer schwarzer
Mittelpunkt. Vor dem Aussenrande befindet sich eine sehr
verloschene, schmale, graue Binde; zwischen dieser und der
3. dunklen Querlinie bemerkt man schwach eine sehr ver-
loschene graue Querlinie. Auf der grauen Unterseite der Val.
tritt, ausser den schwarzen Mittelpunkt, eine ziemlich breite,
_ weissliche Aussenbinde auf, die nach aussen scharf gezackt
ist. Auf der weisslichen, mit schwarzem Mittelpunkt gezeichneten
Unterseite der Htfl. steht vor dem Aussenrande eine verloschene,
graue (Juerbinde, in der Mitte treten die Spuren einer grauen
Querlinie auf. Der dünne Hinterleib ist oben weissgrau mit
einem schwärzlichen Querstrichelchen vor dem sehr kurzen
Afterbüschel, auf der Bauchseite ist er gelblichweiss. Diese
Parvulata ist nach der Minimata die kleinste Cidaria, wenn
es sonst eine Cidaria im Lederer’schen Sinne ist; eine Eupitheeia
ist es nicht. Die gute Abbildung giebt die Form und Zeich-
nungen der Parvulata genau wieder.
Cid. Blomeri Curt. Hedemann fing am 26. Juli ein
frisches @ im östlichen Bur.-Geb., Graeser fand diese Art
ar a!
102 Dr..O. Staudinger:
sehr häufig in der ersten Hälfte des Juli auf der grossen
Schilka-Insel bei Ust Strielka an den Stämmen von Prunus
padus sitzend; seine Stücke stimmen mit englischen überein.
Cid. Semistrigata Chr. Neue Lep. Amur S. 67; Iris X,
Taf. III, Fig. 63. Christoph fand nur ein Pärchen am 21. Mai
bei Rad. Er stellte diese neue Art neben Cambrica Uurt.;;
nach dem in meiner Sammlung befindlichen, abgebildeten *
muss sie neben Blomeri gestellt werden, nicht nur wegen der
sanz gleich gebildeten, borstenförmigen, männlichen Fühler
(die bei Cambrica kurz gekämmt sind), sondern sie ist ihr
ähnlicher, sowohl durch den schwarzen Mittelpunkt der Vatl.,
wie durch die Form der dahinter (am Vorderrande) stehenden
halben Querbinde Auch hat Semistrigata, wie Blomeri, in
der Basalhälfte der Vafl. und auf den Htfin. keine deutlichen
Querlinien. Mein Semistrigata-? ist 21 mm gross. Dörries
fand 1894 noch 2 frische && im Sutschan-Gebiet, die jedes
etwa 22 mm gross sind. Bei dem einen 8 endet die am Vorder-
rande sitzende schmale Halbbinde scharf bei Rippe 3, bei dem
anderen setzt sie sich darunter (zuerst sehr verloschen) bis
zum Innenrande fort.
Cid. Tenera Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 64. Von dieser
eigenthümlichen Art liegt mir nur ein reines 2 vor, das
Christoph am 21. Mai, mit der vorigen Art zusammen, bei
Rad. fand. Es ist 19 mm gross. Die lichtgrauen, fein dunkler
bestäubten Flügel sind sehr dünn beschuppt, wie bei keiner
anderen mir bekannten Cidaria, nur ganz lichte Stücke der
viel grösseren Cid. Dilutata zeigen hierin einige Aehnlichkeit.
Die Vafl. führen keine eigentlichen Querlinien, sondern im
Aussentheil 2—3 Reihen auf den Rippen sitzender dunkler
Pünktchen. Hinter dem kleinen dunklen Mittelpunkt steht
am Vorderrande eine sehr verloschene (halbe) Querlinie, die
kaum als solche zu erkennen ist. Vor den lichtgrauen Fransen
treten auf allen Flügeln schwärzliche Limbalstriche auffallend
hervor. Die weissgrauen Htfl. zeigen 3—4 gezackte, sehr
verloschene dunkle Querlinien, die 1. steht etwas vor der
Mitte, sie zieht durch den (auf der Oberseite kaum vor-
handenen) dunklen Mittelpunkt, eine andere steht dicht vor
dem Aussenrande, eine 3. zwischen beiden; die letzten beiden
Querlinien treten am Innenrande als Doppellinien auf. Die
Unterseite der Vdfl. ist lichtgrau mit dunklen Limbal-
strichelehen; auf der lichteren, grauweissen Unterseite der
Htfl. treten besonders nur die letzteren hervor, ausserdem ein
dunkler Mittelpunkt und Spuren der oberseitigen Querlinien.
las RER DENE Re 1 A ra 2a) I a a!
Die Geometriden des Amurgebiets. 103
Ich glaubte zuerst in dieser dünn beschuppten Cid. Tenera
das 2 einer Lobophora vor mir zu haben, allein keine mir
bekannte Lobophora hat Htfl. mit 3—4 Querlinien. Ob diese
Tenera eine richtige Cidaria ist, kann nur das © (später)
zeigen, das auch über die richtige Stellung in der Gattung
Aufschluss geben dürfte; einstweilen schiebe ich sie hier ein,
obwohl sie mir hier ebenso wenig wie bei anderen Arten
hinzupassen scheint. Durch die Abbildung wird diese zarte,
nicht scharf gezeichnete Art gut kenntlich gemacht.
Cid. Albostrigaria Brem. (Cabera Eliela Butl. Ill.
Typ. Lep. Het. III, Ppı. LI, Fig. 9). Von Radde im Bur.-Geb.,
von Maack am unteren Uss. von Mitte Juni bis August ge-
fangen. Christoph fand sie im Juli bei Rad. und Wlad.,
Graeser bei Chab. und Wlad. gemein, Dörries sandte sie von
Ask., Uss. und Sutschan ein. Oberthür führt Albosignaria
Brem. von Ask. auf, sicher irrthümlich statt Albostrigaria.
Butler beschreibt sie nach Stücken von Japan als Uabera Kliela
Cid. Luteata Schiff. Von Maack am unteren Uss., von
Christoph Ende Mai bei Rad., von Dörries auf Ask. von
Graeser bei Nikol. gefunden; die Amur-Stücke stimmen mit
europäischen überein.
Cid. Obliterata Hufn. (Heparata Haw.). Christoph fand
am 24. Juni ein & bei Rad., Dörries sandte ein 5 vom
Sutschan ein; danach scheint diese Art im Amurgebiet sehr
selten zu sein.
Cid. Unistirpis Butl. Il. Typ. Lep. Het. II, 8. 51,
Pl. XXXVIJ, Fig. 7. Christoph fand sie Mitte Juni bei Wlad,,
wo sie auch von Graeser, nur in einem Garten, sehr häufig
<efunden wurde, Dörries sandte sie von Ask. und Baran. ein.
Butler beschrieb diese Art nach Japan-Stücken, die mit denen
vom Amur fast ganz übereinstimmen, als Acidalia (!) Unistirpis;
er stellt sie zu der ihr ähnlich gefärbten Acid. Moniliata.
Als zweifellose Cid. beweist sie wieder Butler's Unkenntniss
der paläarktischen «eometriden-Gattungen.
Cid. Defeetata Christ. Neue Lep. Amur S. 76; Iris X,
Taf. III, Fig. 65. Christoph fand diese Art von Mitte Juni
bis Ende Juli einzeln bei Wlad., wo auch Graeser ein & fing.
Dörries sandte einige Stücke von Ask. und dem Sutschan-
Gebiet ein. Diese hellgelbe Art ist vielleicht am besten zwischen
der etwas grösseren Bilineata und Comitata L. einzureihen.
Die Abbildung dieser hellgelben Art ist etwas zu dunkel ge-
rathen, besonders ist die vor dem Aussenrande der Vafl.
Te NET NN LH ORTES PREN EL TETTTD ER TIRRN 1100 Danras ZUR VE: ToaE AUTRENTEAHEENEN
104 Dr. O. Staudinger:
befindliche, kaum hervortretende, schmale, etwas gesättigte
gelbe Binde breit und ganz dunkel geworden.
Cid. Comitata L. Von Christoph am 21. Juni bei Rad.,
von Dörries am Uss. und im Sutschan-(sebiet, von (raeser
bei Chab. und Wlad. gefunden. Oberthür erhielt sie von
Ask.; bei Blag. kommt sie häufig vor. Die Amur-Stücke
ändern, wie die europäischen, von dunkelbraungrau bis licht-
gelb ab. Herz fand am 15. August ein Stück nördlich von
Peking.
Cid. Evanescens Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 66. Christoph
fand am 21. Mai bei Wlad. ein etwas abgeflogenes $ einer
eigenthümlichen Art, die nach diesem einen Stück kaum sicher
festzustellen ist. Dasselbe misst 26 mm, also ist es etwa So
yross wie Dilineata, es hat sehr dünn beschuppte (halb durch-
scheinende), lıcht gelbgraue Flügel; die Vafl. zeigen ein etwas
dunkleres Mittelfeld mit dunklerem Mitlelpunkt. Diese kurzen
Angaben dürften mit der Abbildung genügen, um danach
später andere Stücke dieser Art sicher zu erkennen.
Cid. Fluidata Ld. Graeser fand 3 Pärchen dieser vom
Altai beschriebenen Art bei Pokr., ein mir eingesandtes Pärchen
stimmt fast genau mit meinen Altai-Originalen überein.
Cid. Sagittata Fab. Dörries sandte mir ein 2 von
Baran. und 6 Stücke vom Sutschan-Gebiet ein, die mit deutschen
ganz übereinstimmen. Herr Tancre erhielt sie in Anzahl von
Rad.; diese eigenthümliche Cidaria passt auch zu keiner an-
deren Art.
Cid. Sordidata Fab. (Elutata Hb.). Dörries sandte mir
von Ask., vom Uss. und Sutschan je ein & ein, die ich sicher
zu dieser sehr abändernden Art ziehe. Das kleine, wenig ge-
zeichnete Askold-& ist sehr licht grüngrau, das 5 vom Ussuri
ist ziemlich dunkel, das ö vom Sutschan ist gross, es stimmt,
mit einzelnen deutschen Stücken fast überein.
Cid. Trifaseiata Bkh. (Impluviata Hb.). (Graeser fand
sie ziemlich selten bei Nikol. und Pokr., Dörries sandte mir
nur ein etwas abgeflogenes ? vom Amurgebiet ein, das ge-
wissen deutschen Stücken fast gleichkommt.
Cid. Capitata HS. und var. Capitulata Stgr. Nur aus
Sidemi erhielt ich ein grosses typisches Stück der Capitata
von Jankowski eingesandt. Ein $, das Christoph am 15. Juli
bei Rad., und ein 8, das er am 3. August bei Wlad. fand,
sowie 2 58 und 1 8, die Dörries aus dem Sutschan-Gebiet
mitbrachte, gehören einer ziemlich verschiedenen, etwas
kleineren, dunkleren Form an, die ich var. Oapitulata nenne.
a
Er
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Die Geometriden des Amurgebiets. 105
Diese 24—25 mm grossen Stücke unterscheiden sich besonders
durch einen anders gefärbten Aussenrandstheil der Vdfl., der
bei typischen Capitata in seiner grösseren unteren Hälfte licht
bräunlichweiss, fast zeichnungslos ist. Bei dieser v. Capitulata
ist er weissgrau, dunkel gezeichnet ohne bräunlichen Anflug.
Die bei Capitata meist ziemlich lichte Extrabasal-Binde ist
hier dunkler, ebenso sind die Htfl. etwas dunkler grau. Die
von Graeser bei Chab. und Pokr. gefundenen Stücke gehören
nach einem mir eingesandten Stück von Chab. zur v. Gapitu-
lata (die der v. Deflavata der folgenden Art entspricht).
Cid. Silaceata Hb. und var. Deflavata Stgr. Von Maack
im Juni am unteren Uss. gefangen, Christoph fand am 23. Juni
ein & bei Wlad., wo auch Graeser 5 Stücke, sowie ein 8
bei Chab. fing, Jankowski sandte ein 5 von Sid., Dörries
fand 1890 ein Pärchen und 1894 em 8 im Sutschan-Gebiet.
Mit Ausnahme des letzteren &, das eine typische Cid. Silaceata
ist, gehören alle anderen, mir vorliegenden Amur-Stücke der
meist etwas kleineren, dunkleren v. Deflavata Stgr. an, die
ich nach Stücken von Lappland, der Schweiz und aus dem
Altai aufstelltee Ein ganz ähnliches Stück erhielt ich aus
Japan als Cid. Umbrosaria (Butl.?) eingesandt.
Gid. Corylata Thnbg, und var. Fabrefactaria Vberth.
Christoph fand am 17. Juni eine typische Corylata bei Rad.,
Graeser fing ein typisches @ bei Nikol. Oberthür beschreibt
seine Fabrefactaria nach einem 2 von Ask., er stellt sie in
die Nähe von Suffumata, von der sie freilich eine sehr ver-
schiedene Art ist. Sie ist zweifellos nur eine dunklere Lokal-
form des südlichen Amurgebiets von der stark abändernden
Corylata Sie unterscheidet sich von dieser nur durch dunk-
lere, nicht so bräunliche Querbinden der Vdfl. sowie durch
den meist etwas verdunkelten Aussenrandsflecken. Dörries
sandte mir diese var. Fabrefactaria in einer kleinen Anzahl
von Ask. ein, auch vom Sutschan brachte er 5 Stücke mit;
Graeser fand bei Chab. und Wlad. je ein Pärchen, er führt
sie als eigene Art auf.
Gid. Taezanowskaria Oberth. Etud. V, 8. 54, Pl. IX,
Fig. 8; Pervagata Ohr. Neue Lep. Amur 8. 78. Christoph
fand diese bei Berberata einzureihende Art im Juni und (wohl
als 2. Generation) Ende Juli, Anfang August bei Rad. und
Wlad. nicht selten. Dörries sandte sie von Ask., Uss., Suif.
und Sutschan ein. Graeser fand sie bei Nikol. sehr gemein:
auch an allen anderen von ihm besuchten Orten war sie häufig.
a nu Pr 6 aa Le SL van lea air) a nl: = 2 a“
va)
-
106 Dr. O. Staudinger:
Oberthür beschrieb sie nach Stücken von Ask. als Antielea (?)
Taczanowskaria, seine Beschreibung wird etwas früher als die
von Christoph, der diese Art Peryagata nannte, erschienen sein.
Cid. Directaria Graes. Berl. ent. Zeit. 1889, S. 268;
Iris X, Taf. III, Fig. 67. Christoph fand am 9. Juli 2 35
bei Rad., die er für Berberata var. hielt. Graeser beschreibt
sie nach 3 58, die Tancre wahrscheinlich auch von Rad.
erhielt, als Directaria; er trennt sie in seiner Beschreibung,
auf die ich hier verweise, genau von der ihr recht ähnlichen
Berberata. Auch auf der Abbildung des 5 von Directaria
tritt der Unterschied von Berberata, wenn auch nicht auf-
fallend, hervor.
Cid. Caespitaria Chr. Neue Lep. Amur S. 80; Pacu-
viaria Oberth. Etud. X, 8. 34, Pl. I, Fig. 7. Christoph fand
3 £%, nach denen er diese neue Art beschrieb, zwei davon
befinden sich in meiner Sammlung. Unter dem einen steckt
das von ihm selbst geschriebene Datum „2. August“, wo er
bei Wlad. sammelte. Ich glaube daher, dass seine Angabe,
diese £% Ende April bei Nikolsk (am Suifun) gefunden zu
haben, auf einem Irrthum beruht, um so mehr als Hedemann
am Ussuri ein ? am 18. August fand. Dörries sandte mir
einige Stücke vom Suif., eins vom Uss. und 3 vom Sutschan
ein; Graeser fand ein $ bei Pokr., ein & bei Nikol. und
3 Stücke bei Chab. Christoph sagt, dass diese Üaespitaria
der Ferrugata näher als der Polygrammata stehe, ich finde
sie, besonders auch hinsichtlich ihrer Zeichnung, der letzteren
Art weit ähnlicher; auch hat das & ebenso geformte, borsten-
förmige Fühler, während dieselben bei Ferrugata gekämmt
sind. Oberthür beschreibt diese Art (später als Christoph)
nach Stücken von Sidemi als Phibalapteryx Pacuviaria, er
bildet das lichteste & ab, nach welchem die Art kaum zu
erkennen ist. Aber seine Beschreibung lässt (diesmal ausnahms-
weise) gar keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er diese
Caespitaria Chr. vor sich hatte. Die von Hedemann Mitte
Juli bei Blag., Mitte August am Uss. gefundene, von ihm als
Cid. Polygrammata Bkh. aufgeführte Art ist nach einem
von ihm gefangenen Stück meiner Sammlung zweifellos diese
Caespitaria; diese Verwechselung beweist wieder, wie ähnlich
sich beide Arten sind. Oberthür trennt seine Pacuviaria (also
diese Caespitaria) sehr richtig, besonders durch die gerader
verlaufenden, etwas stärker gewellten (Querlinien, von der so
ähnlichen Polygrammata.
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u ‚# ? x {1.78
4
Die Geometriden des Amurgebiets. v 107
Cid. Aquata Hb. Hedemann fand sie Ende Juni häufig
bei Blag.; es liegen mir 2 von ihm dort am 15. Juni gefangene
Stücke vor, die mit grossen deutschen übereinstimmen. Graeser
führt 3 von Sid. an Tancre gesandte 88 auf.
Cid. Vitalbata Hb. (var. Variegata Stegr.). Christoph
fand diese Art von Mitte ‚Juni bis Ende Juli bei Rad., Hede-
mann fand sie Ende Juni mit der vorigen zusammen bei Blag.
Dörries sandte sie einzeln vom Uss. und in kleiner Anzahl
vom Sutschan, Jankowski schickte ein $ von Sid. Die Amur-
Stücke sind von den typischen bräunlichen, deutschen Vital-
bata, nach denen Hübner die Art zuerst abbildete, etwas ver-
schieden; sie sind, besonders am breiten Vorderrande der Vall.,
liehter weissgrau gefärbt. Sie ändern unter einander ziemlich
ab, so ist ein kleines & von Rad. fast ganz dunkel. Stücke
aus Dalmatien kommen den gewöhnlichen Amur-Stücken sehr
nahe, während solche aus Uentralasien recht verschieden von
ihnen sind. Vielleicht könnten die weisseren, bunter gezeich-
neten Stücke vom Amur und aus Dalmatien als var. Varie-
gata einen Namen erhalten, da sie ziemlich auffallend von
den einfarbigeren, bräunlichen verschieden sind.
Cid. Tersata Hb. var. Tetricata Gn. Von Maack am
unteren Ussuri gefunden, Christoph fing sie Ende ‚Juni, Anfang
Juli bei Rad. und Wlad. Hedemann fand sie bei Blag. (auch
häufig bei Irkutsk), Dörries sandte sie vom Uss., Suif. und
Sutschan in kleiner Anzahl ein, Graeser fing sie selten bei
Chab., Pokr. und Wlad. Die Amur-Stücke sind weit grauer
gefärbt, als die ziemlich stark bräunlichen europäischen, sie
stimmen darin mit denen vom Altai überein; Guenee stellte
nach einem, ihm von Lederer gesandten Altai-? seine Tetri-
cata auf. Es ist dies nur eine nicht sonderlich auffallende
Lokalform der Tersata, die wohl auch in der Zeichnung
etwas verschieden sein mag, was aber nicht festzustellen ist,
da auch europäische Tersata in ihren Zeichnungen ziemlich stark
abändern.
Cid. Scotosiata Gn. Unter einigen von mir 1876 in
London gekauften Amur-Lepidopteren befand sich ein 2 dieser
Art, das nach der unter demselben steckenden Etikette am
12. August an der Schilka gefangen wurde. Es stimmt mit
den von Guende beschriebenen Originalen vom Altai aus
Lederers Sammlung überein; ob dies 2 aber im eigentlichen
Amurgebiet gefunden ist, scheint mir nicht sicher zu sein.
Cid. Semiorbienlata Christ. Neue Lep. Amur 8. 71;
Iris X, Taf. III, Fig. 68. Christoph beschreibt diese Art
L08 Dr. OÖ. Staudinger:
nach einem Pärchen, von dem er sagt, dass er es im Juni bei
Rad. gefunden habe. Unter dem von ihm beschriebenen, in
meiner Sammlung befindlichen 8 steckt ein Datumzettel
„16. Juli“, mit der von ihm für 1877 gebrauchten rothen Tinte
geschrieben. Danach muss dies & am 16. Juli bei Wlad.
gefangen sein; es dürfte daher wohl nur das (in seiner Sammlung
befindliche) 2 von Rad. sein. Dörries sandte Semiorbiculata
vom Suif., Bik. und Sutschan ein; auch aus Japan erhielt ich
ein Stück dieser hübschen Art, die durch die treffliche Ab-
bildung eines 5 vom Sutschan sofort kenntlich gemacht wird.
Gollix Sparsata Tr. Dörries sandte mir vom Uss.,
Bik. und Suif. Stücke dieser Art ein, die ein wenig dunkler
grau als die europäischen sind, sonst stimmen. sie ganz mit
ihnen überein.
Eupitheeia Oblongata 'Uhnb. (Uentaureata Fab.). Hede-
mann fing am 6. Jwi ein kleines $ bei Blag.
Eup. Carpophilata Ster. n. sp. Taf. III, Fig. 69. Dörries
fand ein ganz reines 5 am Uss., das mit einem spanischen
Stück von Albarracin (Arragonien) recht gut übereinstimmt,
sodass ich beide als zu einer neuen Art gehörend betrachte.
Das spanische Stück hatte ich als fragliche Carpophagata Rbr.
in meiner Sammlung stecken, eine Art, die (wahrscheinlich
nach einem andalusischen Stück) nur abgebildet, nicht be-
schrieben ist. Die Abbildung passt aber so schlecht zu dieser
Art von Arragonien und vom Amur, dass ich sie als neu be-
schreibe. Da diese neue Carpophilata der Silenicolata Mab.
am nächsten steht, werde ich sie besonders nur durch eine
komparative Beschreibung davon trennen. Die Grösse ist
dieselbe, das Stück vom Amur misst 19, das von Arragonien
21 mm. Die Grundfarbe hat dasselbe (oder ein ganz ähn-
liches) Braungrau, wie bei der korsikanischen Silenicolata; das
Amur-Stück ist etwas weniger bräunlich, es hat fast das Grau
der Sılenicolata von Steyermark. Die Vdfl. haben in der
Hauptsache 4 schwarze (uerlinien, dicht hinter der 3. und 4.
stehen 1—2 damit parallel verlaufende, verloschene dunkle
Querlinien. Den Hauptunterschied bildet die vierte schwarze
“werlinie der Vdfl., die bei Silenicolata (bei den 10 mir vor-
liegenden Stücken von Öorsica, Steyermark, Wallis und Amasia)
stets im unteren Theil auf Medianast 1 (Rippe 2) einen spitzen
Winkel nach innen macht, der sich in einem meist bis zur
Mediana fortlaufenden schwarzen Strich fortsetzt; etwa genau
so wie bei der bekannten Eup. Venosata. Bei den beiden
mir vorliegenden Carpophilata ist keine Spur dieses spitzen
be
ra f { ra A, i \
7
Die Geometriden des Amurgebiets, 109
Winkels der däussersten Querlinie vorhanden; sie ist schwach
(unregelmässig) S-förmig gebogen und fast ganz ungezackt
(nicht gewellt); bei Silenicolata ist sie gezackter, besonders
sind hier die beiden dahinter stehenden dunklen Querlinien
(die bei Carpophilata ganz rudimentär sind) sehr deutlich gewellt.
Ferner fehlen bei Carpophilata die 5—F schwarzen Längs-
strichelehen auf den Rippen, die bei Silenicolata (und Venosata)
im Aussentheil stets mehr oder minder deutlich vorhanden
sind. Auf andere kleinere Unterschiede der anderen Quer-
linien lege ich kein Gewicht, da diese bei den 10 mir vor-
liegenden Silenicolata beträchtlich abändern. Eup. Carpo-
phagata Rbr. ist dem Bilde nach grösser (25 mm gross),
weit Lichter grau mit dunklem Basaltheil der VdAfl.. dicken,
dunklen Vorderrandsflecken am Anfang der (uerlinien und
gescheckten Fransen. Dadurch scheint sie mir hinreichend
von Öarpophilata verschieden, mit der sie eine ähnlich gebildete
4. Querlinie (ohne spitzen Winkel) gemein hat. Auf der Ab-
bildung der Carpophilata sind die Zeichnungen, besonders
durch die Lupe, genau zu erkennen.
Eup. Togata Hb. var. Debrunneata Stgr. Dörries
sandte mir ein reines Pärchen vom Ussuri ein, das, nach An-
sicht des Herrn Otto Bohatsch (des besten Kenners der so
schwierigen Eupitheeia-Arten), der längeren Palpen wegen nur
zu Togata und nicht zu der ihr sehr ähnlichen Abietaria
(röze gezogen werden kann. Die Aleimen, 21 und 22 mm
grossen Stücke sind dunkler grau als typische deutsche Togata,
besonders fehlt ihnen fast jede Spur der braunen, hinter der
Basis und vor dem Aussenrande der Vdfl. befindlichen Färbung,
während hier bei Togata (und Abietaria) zwei deutliche braune
@Querbinden vorhanden sind. In der Annahme, dass alle Amur-
Stücke ähnlich sind, bezeichne ich diese kleinere, dunklere
Form ohne bräunliche Färbung als var. Debrunneata. Auch
bei englischen Stücken der Togata tritt die bräunliche Färbung
nur wenig hervor, da statt derselben vor dem Aussenrande
eine scharfe, dunkle Binde auftritt, während dieser Theil bei
der var. Debrunneata nur schwach verdunkelt ist.
Eup. Gigantea Stgr. n. sp. (an Togatae var.?); Taf. III,
Fig. 70. Mit den beiden Stücken der vorigen Art zusammen
sandte mir Dörries ein an derselben Lokalıtät (am Ussuri)
gefundenes riesiges $ ein, das ich, ohne diese beiden, für
eine grosse Aberration der Togata gehalten haben würde. Es
misst 23 mm; die Flügel sind noch dunkler grau als bei der
v. Debrunneata. die Vafl. haben aber noch auffallendere
a Bea A Na aaa Pe un aa nn ach
110 . Dr. ©. Staudinger:
(gesättigtere) braune Querbinden als bei Togata. Die Quer-
linien der Vdfl. scheinen auch etwas verschieden zu sein, der
schwarze Mittelpunkt tritt sehr gross auf. Die dunkelgrauen
Htfl. führen nur einen schwarzen Mittelmond und dahinter
eine dunkle Querlinie, gar keine lichteren Querlinien, wie bei
Togata. Am meisten weicht die Unterseite der Eup. Gigantea
von der der Togata ab; sie zeigt, ausser den sehr grossen,
schwarzen Mittelmonden, nur eine sehr breite, schwarze
QJuerlinie (fast Querbinde) hinter denselben, die etwas anders
gebogen ist, wie die entsprechende Querlinie bei Togata. Sie
macht auf den Vdfln. in der Mitte einen stumpfen Winkel
nach aussen, auf den Htfin. ist sie zweimal schwach aus-
gebogen. Die gezackte, scharf weisse Querlinie der Togata,
die,nach innen dunkel beschattet ist, fehlt dieser Eup. Gigantea
gänzlich. Sicheres lässt sich nach einem Stück freilich nicht
feststellen; es bleibt nicht ausgeschlossen, dass diese Gigantea
nur eine riesige, aberrirende dunkle Togata ist; dann gehören
die vorigen, als Togata v. Debrunneata bezeichneten Stücke
aber einer anderen (oder selbstständigen) Art an. Auf der
etwas zu dunklen Abbildung der Eup. Gigantea treten die
Zeichnungen nicht so scharf wie bei dem Stück selbst hervor,
das sich aber danach gut erkennen lässt.
Eup. Debiliata Hb. und var. (ab.) Griseata Ster.
Dörries sandte mir von Ask. ein 9, das ebenso stark grün
gefärbt ist, wie das Hübner’sche Bild, nach dem diese Art den
Namen trägt. Aus dem Sutschan-Gebiet brachte Dörries drei
ganz graue Stücke mit, wie sie ähnlich überall vorkommen,
ob als Zeitform, Lokalform oder als blosse Aberration, weiss
ich nicht. ‚Jedenfalls verdient diese graue, sich oft wieder-
holende Form als v. (ab.) Griseata einen Namen, weit mehr
als die seltene ab. Nigropunctata Uhant., und ebenso gut wie
die drei Farbenvarietäten der nahestehenden Rectangulata.
(sraeser fand Debiliata Mitte ‚Juli bei Nikol. gemein; wie er
mir schrieb, gehörten alle seine Stücke zur v. Griseata.
Eup. Coronata Hb. Dörries brachte nur ein reines &
vom Sutschan mit, das auf den lichten, bräunlichgrauen Vdfln.
fast gar keine Spur des grünlichen Anflugs zeigt.
Eup. (?) Agilata Christ. Neue Lep. Amur S. 86; Iris X,
Taf. III, Fig. 71. Christoph fing ein & bei Rad., zwei an-
dere 88 sandte Dörries von Ask. ein. Christoph stellt diese
wenig gezeichnete, violettgraue Art zu Debiliata, wo ich sie
stehen lasse, da sie zu den anderen Eupithecia-Arten ebenso
wenig wie zu dieser passt. Wegen der wenig gezeichneten
Die Geometriden des Amurgebiets. ill
Flügel hat Agilata (äusserlich) vielleicht etwas mehr Aehnlich-
keit mit Expallidata Gn.; sie ist aber durch zweierlei von
allen Eupithecien so verschieden, dass sie vielleicht aus dieser
Gattung ausgeschieden werden muss. Einmal hat das S sehr
stark entwickelte Genitalien und in Folge dessen einen sehr
breiten, ziemlich langen Afterbüschel, dann ist der Aussenrand
der Atfl. in der Mitte (zwischen Rippen 4 und 6) segment-
artig nach innen gebogen. Beides ist auf der genauen Ab-
bildung dieses kleinen Thieres gut zu erkennen.
Eup- Amplexata Christ. 1. e. S. 37; Iris X, Taf. III,
Fig. 72. Christoph fand sie in wenigen Stücken Mitte Juni
bei Rad., Mitte Juli bei Wlad., Dörries sandte sie von Ask.,
Uss., Suif. und vom Sutschan in einzelnen Stücken ein. Diese
Amplexata steht lichten, weisslichen Scabiosata am nächsten,
auch ist sie der etwas grösseren Denticulata recht ähnlich.
Ich vermuthe daher, dass die von Graeser bei Wlad. gefundenen,
als Denticulata aufgeführten Stücke (theilweise) zu ihr
gehörten. Die Abbildung eines Amplexata-5 vom Sutschan ist
sehr gut gerathen.
(?) Eup. Denticulata Tr. Nach Graeser bei Nikol. häufig,
bei Pokr. und Wlad. selten. Leider liegen mir keine Amur-
Stücke dieser Art vor; ich weiss daher nicht, ob die von
(sraeser an den beiden erstgenannten, nördlichen Lokalitäten
sefangenen Stücke mit den mir nur aus ÜUentral-Europa, be-
sonders aus Ungarn bekannten Denticulata übereinstimmen.
Wenn meine Vermuthung, dass die bei Wladiwostok gefundenen
(südlichen) Stücke mit der ähnlichen Amplexata verwechselt
wurden, sich bestätigen sollte, so können auch vielleicht alle
von Graeser für Denticulata gehaltene Stücke dazu gehört
haben.
Eup. Bohatschi Steger. n. sp., Taf. III, Fig 73. Christoph
fand am 21. Juli ein & bei Rad. und am 1. August ein etwas
abgetlogenes 2 bei Wlad. Dörries sandte mir einzelne Stücke
von Ask., Uss., Suif., Bik. und dem Sutschan ein. Diese aus-
gezeichnete, neue Art, die ich zu Ehren des Herrn Otto Bohatsch
in Wien (der gegenwärtig unzweifelhaft der ‘beste Kenner der
theilweise so überaus schwierigen Eupithecia-Arten ist) be-
nenne, scheint demnach überall im südlichen Amurgebiet, aber
stets selten, vorzukommen. Ihren weissen, in der Aussen-
hälfte dumkelbräunlichen Vdfln. nach passt sie am besten zu
der etwas grösseren Succenturiata, sie hat aber etwas breitere,
im Apex abgerundetere Vdfl. Grösse 1T—20 mm. Die Palpen
sind, wie bei Succenturiata, kurz, den Kopf kaum überragend.
RER ET RR TE EREOT TRROTNE lore TILENEE AN DERERIE ALT HARAALA KAETBEER] \
Nah: EB ae raue
112 Dr. O. Staudinger: AR ü
Der Prothorax (Halskragen) ist braun, der Mesothoraw weiss,
vorn mit 2 braunen Fleckehen. Der Hinterleib ist auf der
Oberseite dunkelbraun, mit Ausnahme des 5. und der beiden
letzten Segmente, die weiss sind; die ersten beiden Segmente
führen seitlich je einen schwarzen Punkt; die Bauchseite ist
weiss. Die Val. sind m der Basalhälfte weiss, mehr oder
minder dunkel gefleckt oder gestreift mit scharfem schwarzen
Mittelpunkt, ihre Aussenhälfte ist dunkel graubraun mit
weisslichen (Querlinien. Bei einigen Stücken ist die weisse
Basalhälfte nur am Anfang des Vorderrandes dunkel gefleckt.
bei anderen ist sie fast ganz von verloschenen, dunklen Quer-
linien durchzogen. Die weissliche Färbung zieht sich am
Vorderrande weit über die Flügelhälfte hinaus, während sie
am Innenrande schon vor derselben verdunkelt ist. Die Grund-
färbung der äusseren Flügelhälfte ist dunkel graubraun, ähnlich
wie der bräunliche Anflug der dunklen Theile bei Succenturiata.
Bei allen Stücken tritt in derselben die gezackte (gewellte)
@Querlinie vor dem Aussenrande scharf auf, vor derselben steht
eine gebogene, doppelte, verloschene weissliche Querlinie, vor
der letzteren stehen am Innenrande verloschene weissliche Halb-
(uerlinien. Die lichten Fransen sind im Basaltheil meist
dunkel gescheckt, bei einem & sind sie dunkel mit feiner,
lichter Theilungslinie in der Mitte; vor den Fransen stehen
schwarze Limbalstrichelchen. Die dunkle Unterseite der Vdfl.
ist meist nur im Aussentheil verloschen weisslich gestreift,
nur die oberseitige gezackte, weisse Aussenrands-Querlinie
tritt bei einigen Stücken scharf hervor. Auf allen Flügeln
steht ein scharfer schwarzer Mittelpunkt. Die weisslichen
Htfl. führen 4—5 verloschene, dunklere Querlinien, im dunk-
leren Aussenramdstheil steht eine gezackte, weisse (uerlinie ;
die Unterseite ist ähnlich aber etwas schärfer weiss und dunkel
gestreift. Die in der Abbildung gut wiedergegebene Eup.
Bohatschi ist mit keiner bekannten Art zu verwechseln, die
fast halb weiss, halb braun gefärbten Vdfl. unterscheiden sie
(ausser der Grösse und Flügelform) sofort von Succenturiata,
die ihr etwas ähnlich sieht.
Eup. Suboxydata Ster. n. sp. und ab. Subbrunneata
Stgr., Taf. III, Fig. 74. Diese neue Art kommt, wie es
scheint, in zwei Farbenvarietäten in ziemlich gleicher Anzahl
vor, beide verbinden sich durch einzelne Uebergangsstücke,
ähnlich wie bei Subfulvata Haw. und deren ab. Oxydata Tr.;
bei letzterer Art wird sie auch wohl am besten eingereiht.
Die graue, äusserst wenig (oder gar nicht) im Aussentheil
ENTE LE NR ER EEE ERDE EI RER TERRA LWEENBLENITE RNANZER ST 9 N
Die Geometriden des Amurgebiets. 113
‚der Vdfl. bräunlich angeflogene Form nenne ich Suboxydata.
Mir liegen davon 4 durch Christoph vom 17. Juni bis 1. Juli
bei Wlad., 2 von Dörries auf Ask. und 2 am Suif. gefundene
Stücke vor; auch ein verflogenes & vom Sutschan gehört
dieser Form an. Von der (ziemlich) stark braun angeflogenen
ab. Subbrunneata liegen mir 3 von Christoph am 9. und
10. Juni bei Wlad., 4 von Dörries auf Ask. und ein am Suifun
.gefangenes aberrirendes Stück vor. Besonders 3 Stücke von
Ask. stehen ziemlich in der Mitte zwischen beiden Formen.
Christoph, der im Winter 1878—79 die Geometriden und
Microlepidopteren vom Amur bei mir untersuchte, bestimmte
und viele neue Arten beschrieb, hat unter 4 verschiedene
Stücke dieser Art 4 verschiedene Namen geschrieben! Ein
braunes bezeichnete er als Subfulvata, ein grosses, graues als
ab. Oxydata, ein etwas kleineres, weniger gezeichnetes graues
als Pimpinellata und das kleinste, wenig gezeichnete, dunkelste
Stück als Vulgata. In der That haben diese Stücke alle
etwas Aehnlichkeit mit den Arten, für die er sie hielt. Herr
Bohatsch, dem ich einige der verschiedensten Stücke dieser
Art einsandte, bestätigte meine Ansicht, dass alle einer guten,
neuen Art angehören, die ebenso veränderlich wie Subfulvata
ist. Die von Graeser bei Wlad. nicht selten gefundene, von
ihm als Subfulvata aufgeführte Art gehört sicher zu
dieser Suboxydata, wahrscheinlich auch das von ihm bei Nikol.
gefundene 5. Wie Graeser mir vor Kurzem schrieb, gehören
seine sämmtlichen Stücke, die Christoph ihm als Subfulvata
bestimmte, der grauen Form, Suboxydata Stgr., an. Die Ab-
bildung ist nach einem 8 der ab. Subbrunneata gemacht; da
die braune Färbung nicht zu erkennen ist, passt sie auch ganz
gut zu der als Stammform angenommenen Suboxydata.
Eup. Suboxydata hat etwa dieselbe Grösse wie Subful-
vata, die vorliegenden 17 (aus etwa 30 erhaltenen, ausge-
suchten) Stücke ändern von 20—24 mm ab. Sie haben eine
auffallend schmälere Flügelform (besonders auch der durch-
schnittlich etwas längeren Vafl.) als Subfulvata. Ich gebe im
Allgemeinen wenig auf eine verschiedene Form der Flügel,
da dieselbe oft bei Stücken einer Art stark abändert, aber
wenn diese Form bei einer grösseren Anzahl von Stücken
so verschieden ist wie hier, so kann sie auch den Haupt-
unterschied zweier nahestehenden (ähnlichen) Arten Dilden.
Ferner ist Suboxydata weit weniger scharf gezeichnet als
(die ihr ähnliche) ab. Oxydata; die Stammform Subfulvata
ist ja auch zeichnungsloser als ab. Oxydata, aber sie ist immer
8
114 Dr. OÖ. Staudinger:
noch stärker gezeichnet, besonders am Vorderrande der Val.
und auf den Htfin., als die ab. Subbrunneata. Bei Suboxydata
sind die Querlinien der Vdfl.,. so weit sie erkennbar sind,
weniger gewellt oder gezackt als bei Subfulvata. Im Zxtra-
basaltheil der Vdfl. stehen bei Suboxydata drei schwärzliche,
nur wenig licht getrennte Querlinien dicht nebeneinander,
die freilich nur bei einigen Stücken deutlich erkennbar auf-
treten; bei der ab. Oxydata stehen hier 2 lichte, dunkel ge-
trennte Querlinien. Die bei Subfulvata meist so deutliche,
gezackte weisse Aussenrands-Querlinie tritt bei Suboxydata
niemals vollständig oder gezackt, sondern stets rudimentär
in einzelnen weissen Fleckchen oder Strichelchen auf. Bei
einer ab. Subbrunneata fehlt jede Spur dieser weissen Linie,
auch die anderen Querlinien sind hier nur sehr verloschen,
sie sind fast nur als Fleckehen am Vorderrande zu erkennen.
Der schwarze Mittelpunkt tritt meist sehr deutlich auf den
Vafin., hingegen sehr klein oder gar nicht auf der Oberseite
der Htfl. hervor. Die Atfl. sind dunkler grau als bei Sub-
fulvata, sie sind, mit Ausnahme der schwarzen Limbal-
strichelchen und der (licht und dunkel) gescheckten Fransen,
bei einzelnen Stücken ganz zeichnungsios, besonders bei der
ab. Subbrunneata. Sonst treten am Innenrande lichte und
dunkle Strichelchen, wie bei Subfulvata, auf, sie ziehen aber
nicht so weit in die Flügelfläche hinein. Die ab. Subbrunneata
unterscheidet sich (wie schon oben angedeutet) durch fast
ganz schmutzigbraun angeflogene Vdfl. von den grauen Sub-
oxydata; da beide Formen neben einander (?) gleich häufig vor-
zukommen scheinen, so hätte ja auch Suboxydata als Aberration
der Subbrunneata (von mir) angenommen werden können.
Die braune Färbung der Subbrunneata ist lange nicht so rein
gesättigt) braun wie bei der ab. Oxydata. Nur bei dem
grossen, aberrirenden 2 vom Suifun tritt sie fast rein, aber
dunkler braun auf, weshalb dasselbe von den anderen Stücken
sehr absticht; durch die anderen Merkmale, besonders durch
die weisslichen Flecken statt der gezackten weissen Aussen-
rands-Querlinie, erweist es sich aber als eine Aberration von
Subbrunneata. Bei typischen Suboxydata fehlt die bräunliche
Färbung ganz, was bei keiner der mir vorliegenden ab. Oxy-
data der Fall ist. Bei den Uebergangsstücken der Suboxydata
zur ab. Subbrunneata tritt die schmutzigbraune Färbung im
Aussenrandstheil, nicht wie bei der ab. Oxydata vorzugsweise
in der Mitte, zwischen Medianast 2 und 3 auf. Ich hoffe,
dass diese schwierig zu beschreibenden, vielleicht noch
A Wi Yan N EEE Ve TE EEE TU HIN Ta
Eur} RENT kn. SE a ARE SAD Ren RECENT na
Die Geometriden des Amurgebiets. 115
schwieriger (genau) abzubildenden Suboxydata und ab. Sub-
brunneata durch die vorstehende komparative Beschreibung
von den ähnlichen Subfulvata und ab. Oxydata (stets) zu
unterscheiden sein werden. Eup. Pimpinellata ist weit lichter
grau, mehr oder minder bräunlich angeflogen; Eup. Vulgata
ist dem kleinen, von Christoph so bestimmten Suboxydata-®
sehr ähnlich, sie hat aber meist eine gezackte, weisse Aussen-
rands-Querlinie aller Flügel, sowie eine bräunlicher angeflogene
dunkelgraue Grundfärbung.
Eup. Bella Stgr. n. sp. Taf. III, Fig. 75. Dörries
brachte aus dem Sutschan-Gebiet ein abgeflogenes 8 und 3
reine 22 dieser schönen, auffallenden Art mit, die vielleicht
am besten zwischen Subfulvata und Scopariata var. Gaslinaria
einzureihen ist. Sie hat eine diesen beiden Arten ähnliche,
aber reiner lichtbraune Grundfärbung der Vafl., sie kann
durch diese Färbung allein leicht von allen mir bekannten
Eupithecia - Arten getrennt werden. Grösse 21—22 mm.
Var. liceht- (kastanien-) braun mit dunkel und weiss ge-
stricheltem Vorderrande, zwei weisslichen, breit schwarz
getheilten Flecken hinter der Mittelzelle und einem schwarzen,
weiss begrenzten Flecken im Analwinkel. Der Vorderrand
ist etwa bis °/, seiner Länge grauweiss mit 4—5 schwärz-
lichen Fleckchen. Am Ende der Mittelzelle steht ein kleiner,
schwarzer Mittelmond oder Punkt; gleich dahinter, zwischen
Rippen 4 und 6, folgt eine streifenartige, weiss und schwarze
Zeichnung. Dieselbe fängt mit 1—2 weissen Querstreifen,
die einen fleckartigen Eindruck machen, an, dann folgt ein breiter,
rhomboidaler, schwärzlicher Flecken, der nach aussen von
einem ähnlichen, fast ebenso grossen, weissen Flecken begrenzt
ist, hinter welchem noch verloschene, schwärzliche Streif-
zeichnung folgt. Diese stösst bis an die rudimentäre, weisse
äussere Wellen-Querlinie und setzt sich im Aussenrandstheil
auf den Rippen in schwarzen Strichelchen bis zu den Fransen
fort. Die lichtgrauen Fransen haben einen dunkleren (bei
einem Stück einen dunkel gescheckten) Basaltheil, der durch
eine feine, lichte Theilungslinie von dem Aussentheil getrennt
wird. Oberhalb des Analwinkels befindet sich ein kleiner,
verloschener, schwärzlicher, nach aussen weiss begrenzter Fleck.
Derselbe kann als der unterste, verbreiterte Theil der weissen
'Wellen-Querlinie angesehen werden, er steht dicht vor dem
Aussenrande, der hier etwas schwärzlich bestreut ist. Auf
der schmutziggrauen Unterseite mit schwarzem Mittelpunkt
ist der Aussenrandstheil, besonders nach dem Analwinkel zu,
g*
all Area ra ade Al N re nie a RETTEN N RRRE I
116 Dr. O. Staudinger:
bräunlich angeflogen, es tritt hier eine verloschene, weisse
Zackenlinie matt auf, die im Analwinkel selbst deutlich weiss
endet und nach innen von einem verloschenen, schwärzlichen
Flecken begrenzt ist. Der Innenrandstheil ist mehr oder
weniger stark schwärzlich bestreut. Die Unterseite der
Htfl. ist weissgrau, fein schwarz bestreut, am Aussenrande
ein wenig bräunlich angeflogen mit 2 ganz verloschenen,
bindenartigen, dunkleren Querstreifen zwischen dem schwarzen
Mittelpunkt und dem bräunlichen Aussenrande. Der braune
Hinterleib hat eine lichte (weissliche), braun begrenzte Dorsal-
Mittellinie. Durch die hellbraunen, eigenthümlich gezeichneten
Vafl. ist diese Eup. Bella mit keiner anderen Art zu ver-
wechseln. Die Zeichnungen sind auf der Abbildung gut
wiedergegeben, nur ist die hellbraune Farbe der Vdfl. viel zu
dunkel geworden.
Eup. Innotata Hufn. Graeser führt 2 bei Nikol. gefun-
dene Pärchen als Innotata auf; ob sie den typischen, euro-
päischen Innotata gleich kommen, kann ich nicht sagen.
Eup. Extensaria Frr.; Prolongata Z. Oberth.
Etud. V, Pl. IV, Fig. 7. Christoph fand am 23. Juni ein
frisches Pärchen bei Wlad., Dörries sandte vom Suif. und
Sutschan je ein Stück ein. Oberthür bildet ein 5 von Askold
ab; diese Art war schon früher von Freyer und Herrich-
Schäffer (von ersterem freilich schlecht) abgebildet. Eup.
Extensaria ändert ziemlich ab, die Amur-Stücke gehören zu
den weissesten, am wenigsten grau gezeichneten, doch kommen
ganz ähnliche Stücke in Süd-Russland und Centralasien vor.
?Eup. Seriptaria HS. Christoph fand am 7. August
bei Wlad. ein etwas abgeflogenes 8, das mit kleinen, dunkleren
europäischen Stücken so leidlich stimmt und das sehr wahr-
scheinlich zu Scriptaria gehört.
Eup. Zibellinata Christ. Neue Lep. Amur 8. 85;
Iris X, Taf. III, Fig. 76. Christoph fand diese Art Ende
Juni bei Rad. (Pompejefka), Anfang Juni bei Wlad. Dörries
sandte sie von Ask., Uss. und dem Sutschan ein; Graeser fand
ein Pärchen bei Wlad. Christoph stellt diese kleine, grau-
schwarze Art zu der weit grösseren, licht röthlichgrauen
Alliaria Stgr., die haarfeine, schwarze Querlinien auf den
Flügeln hat; nach meiner Ansicht stehen beide Arten recht
weit von einander. Ich finde diese 16—19 mm grosse Zibellinata
einigen dunklen Stücken der Pygmaeata Hb. so nahestehend,
dass ich sie fast für eine dunklere Form davon halten möchte.
Eine, wenn auch nur wenig hervortretende, dunklere „Mittelbinde*
Die Geometriden des Amurgebiets. 117
der Vafl. kann ich bei Zibellinata nicht erkennen; ich finde
die dunklen Vdfl. nur von sehr verloschenen, rudimentären,
weisslichen Punkt-Querlinien durchzogen. Von den mir vor-
liegenden 7 Zibellinata zeigt nur das am wenigsten gute Stück
dunklere Mittelpunkte auf allen Flügeln. Ein Paar frische
Stücke sind (fast) so dunkel wie die Abbildung, auf der auch
die Querlinien (durch die Lupe) ziemlich gut zu erkennen
sind. Meine Pygmaeata aus den Alpen, aus Seeland und Fin-
marken sind nicht so dunkel wie Zibellinata, aber ganz
ähnlich weisslich gezeichnet; ein frisches Stück aus Friedland
in Mecklenburg, das ich als Pygmaeata erhielt, ist fast dunkler
als Zibellinata, aber mit schwach bräunlichem Anflug. Ich
möchte dasselbe als Varietät zu Zibellinata ziehen und diese
selbst für eine fragliche Varietät der Pygmaeata halten.
Eup. Isogrammaria HS. Ende Juni, Anfang Juli von
Christoph bei Rad. gefundene Stücke stimmen mit deutschen
überein. Jankowski sandte mir von Sid. ein sehr kleines
Stück ein, das kaum 11 mm gross ist.
Eup. Aggregata Gn. var. Christoph fand am 27. Juni
bei Wlad. ein etwas abgeflogenes ®, das er als Tribunaria
bestimmte. Ich glaube, dass es zu einer anderen Art gehört,
von der mir Dörries 4 Stücke von Ask., Uss. und Suif. ein-
sandte, welche am besten zu Aggresata Gn. vom Altai passen.
Diese Art scheint, nach den 3 Originalstücken meiner Sammlung
zu urtheilen, ziemlich abzuändern; das von Guenee beschrie-
bene 2 ist bräunlichgrau, die anderen beiden Stücke sind
weisslichgrau mit bräunlichgrauen Querlinien nach dem Aussen-
rande zu. Von den Amur-Stücken sind 3 ähnlich grau aber
mit schärferen (deutlicheren) Querlinien, die beiden anderen
sind lichter, weniger gezeichnet (zu diesen gehört das von
Christoph für Tribunaria gehaltene 2). Die 4 Eup. Tribunaria
meiner Sammlung (aus dem Caucasus), wobei sich die Originale
befinden, sind kleiner, sie zeigen einen bräunlichgrauen Aussen-
rand, besonders einen so gefärbten Apicaltheil, der den Aggre-
gata vom Amur sowie den beiden lichten Stücken vom Altai
ganz fehlt.
Eup. spec.? (Satyrata var. Callunaria Dbld. an
Plumbeolata Hb.?). Dörries brachte ein ziemlich stark
abgeflogenes & vom Sutschan-Gebiet mit, das ich sehr fraglich
zu Satyrata ziehen möchte; es kann auch ein sehr grosses,
abgeflogenes Stück der Plumbeolata sein.
Eup. Veratraria HS. var. Dörries sandte 4 Stücke von
Ask. und eins vom Sutschan ein, die eine etwas hellgrauere Form
118 Dr. O. Staudinger:
der Veratraria bilden. Christoph hatte mir das eine Askold-
Stück als Cauchyata bestimmt und ich hatte die anderen als
solche dabeigesteckt; Herr O. Bohatsch, dem ich 2 dieser
Stücke einsandte, erklärte sie für zweifellose Veratraria. Jetzt
finde ich auch, dass die etwas kleineren Cauchyata, die auf der
Oberseite der Vdfl. einen bräunlichen Aussenrand haben, auch
auf der Unterseite aller Flügel bedeutend stärker gezeichnet
sind als typische Veratraria und diese etwas variirende Form
vom Amurgebiet. Ich vermuthe, dass das Pärchen von Ask.,
welches Oberthür als Helveticaria B. aufführte, zu dieser
Veratraria-Form gehört.
Eup. Castigata Hb. (var.?). Graeser führt ein 5 von
Nikol. und 2 22 von Wlad. als diese Art auf. Ein von
Christoph am 29. Juni bei Wlad. gefundenes £ wurde auch
von Bohatsch für eine etwas aberrirende Castigata gehalten.
?Eup. Vulgata Haw. Graeser führt 2 von Sidemi er-
haltene Stücke als Vulgata auf. Da diese leicht zu verwech-
selnde Art noch niemals in Asien gefunden wurde, so möchte
ich einstweilen deren richtige Bestimmung bezweifeln.
Eup. Actaeata Waldff. var. Dörries sandte 2 22 von
Ask.,-1 2? vom Suif. und 1 2 vom Uss. ein, von denen nur
das letzte ziemlich rein ist. Ich kann diese Stücke nur für
etwas weniger gezeichnete Actaeata halten; auch Oberthür
führt diese Art von Askold auf.
Eup. Bergunensis Dietze. Stett. ent. Zeit. 1875, S. 248,
Taf. IL, Fig. 1. Dörries sandte ein ziemlich abgeflogenes &
von Ask. ein, das mir Herr O. Bohatsch als diese, mir in
Natur sonst unbekannte Art bestimmte. . Das Stück passt auch
leidlich zu Dietze’s Abbildung, der diese Art sonst kaum be-
schreibt. Herr Bohatsch hält Bergunensis für eine grosse,
wenig gezeichnete Form der Actaeata; ist dies richtig, dann
scheint mir dies Askold-? mit den Schweizer Bergunensis
nicht ein und dieselbe Art sein zu können, da es sicher eine
von meinen Actaeata aus Deutschland und Askold verschiedene
Art ist. Es ist weit lichter als meine Actaeata, besonders
ist es auf der Unterseite licht weissgelbgrau mit deutlichen
schwarzen Mittelpunkten, hinter denen eine sehr auffallende,
breite schwärzliche Querlinie steht.
Eup. Absinthiata Cl. und var. ? Mandschurica Stgr.
Hedemann fand sie Ende Juli am östlichen Fusse des Chingau-
Gebirges (Bur.-G.), er sagt, dass diese Amur-Stücke mit
deutschen völlig übereinstimmten. Graeser führt Absinthiata
als einzeln bei Nikol, Pokr. und Wlad. gefunden auf.
i Die Geometriden des Amurgebiets. 119
Mir liegen keine typischen Absinthiata vom Amurgebiet vor;
Dörries brachte 3 Stücke einer Art vom Sutschan mit, die
ich als fragliche var. Mandschurica einstweilen zu dieser Art
ziehe. Von den 3 Stücken gilt mir nur ein Pärchen als
typische v. Mandschurica, das 3., ein ®, ziehe ich als eine
fragliche Aberration dazu. Das typische Pärchen der v. Mand-
schurica unterscheidet sich in der Hauptsache nur dadurch
von Absinthiata, dass die Vdfl. keine Spur der bräunlichen
Färbung zeigen, sondern (wie die Htfl.) schmutzig aschgrau
gefärbt sind. Sonst stimmen sie mit wenig gezeichneten
Absinthiata fast überein, nur scheinen die Vdfl. der v. Mand-
schurica etwas schmäler zu sein. Das 3. fragliche Stück (7)
ist dunkler, es ist auf den Vdfln. dunkelbräunlich angeflogen,
anders als bei Absinthiata, auch ist es stärker gezeichnet.
Bei der grossen Variabilität mancher Eupithecia-Arten lässt
sich (oft) nach einzelnen, selbst nach einigen Stücken nichts
Sicheres feststellen.
Eup. Detritata Stgr. n. sp., Taf. ILL, Fig. 77. Christoph
fand am 11. Mai ein £ bei Wlad., das sehr lange, fast überall
vollständige Fransen hat, daher kaum (erheblich) abgeflogen
oder abgerieben sein kann, welchen Eindruck es sonst macht.
Am 29. Mai fand Christoph bei Wlad. ein sicher zu diesem
2 gehörendes &, das ganz ohne Fransen, daher sehr abge-
flogen ist. Ein drittes Stück (8) sandte Dörries von Ask.,
das wenig abgeflogen zu sein scheint, wenn es auch sehr blass
gefärbt ist und etwas kürzere Fransen als das ? hat. Herr
Bohatsch, dem ich die beiden besten Stücke zur Ansicht
sandte, erklärte sie für fragliche Altenaria Stgr., die er
für eine nordische Varietät der Virgaureata Dbld. hält. Da
ich diese Altenaria in grosser Anzahl und im ziemlich von
einander abändernden Stücken in Finmarken fand, so kann
ich zunächst nur sagen, dass mir die vorliegenden 5 Amur-
Stücke durchaus nicht den Eindruck machen, dass sie, selbst
als Lokalform, dazu gehören könnten. Sie haben entschieden
spitzere Vdfl., sodass sie danach eher bei Innotata gestellt
werden müssten. Diese Detritata, wie ich sie nennen
will, haben dieselbe Grösse (13—20 mm) wie Eup. Altenaria
und ganz ähnlich dünn beschuppte, schmutziggraue Flügel
mit je einem schwarzen Mittelpunkt. Die Flügel sehen, selbst
bei dem ® mit vollen Fransen, wie ganz abgerieben aus, SO-
dass diese Art fast durch den Namen allein kenntlich gemacht
ist. Sie>sind nicht, wie meist bei Altenaria, mit lichten und
dunkleren (breiten) Querlinien gezeichnet, sondern mit sehr
120 Dr. O. Staudinger:
verloschenen, rudimentären, feinen, schwärzlichen Querlinien,
die beim Askold-8 deutlicher als bei dem ? von Wladiwostok 4
hervortreten. Das letztere Stück, das ich als Haupt-Original
(type) der Detritata betrachte, hat (wie schon bemerkt) sehr‘
lange, lichtgraue, ein wenig dunkler gescheckle Fransen.
Auf den Htfln., die weit lichter grau als bei Altenaria sind,
führt dies & hinter der Mitte und vor dem Aussenrande je
eine gezackte, verloschene, dunkle Querlinie, die besonders am
Innenrande deutlicher auftritt; diese Querlinie ist sogar bei
dem ganz abgeriebenen $ von Wlad. zu erkennen; etwas un-
deutlicher ist sie bei dem 5 von Ask. Auch auf der licht-
grauen, (grauweisslichen) Unterseite treten diese dunkleren
@Querlinien hervor; sonst sind hier, auf den etwas weniger
hellen Vdfln., besonders nur die schwarzen Limballinien und
die Mittelpunkte deutlich sichtbar. Die kurzen, etwas spitzen
Palpen sowie die äusserst kurz bewimperten männlichen Fühler
sind ganz wie bei Altenaria gebildet. Ich. glaube, dass diese
Eup. Detritata vom Amurgebiet nach den obigen Angaben,
sowie nach der guten Abbildung, zu erkennen sein wird, sie
dürfte auch in ganz reinen Stücken an ihren Namen erinnern.
Schliesslich bemerke ich noch, dass ich naclı Hunderten
von Stücken der Eup. Altenaria und Virgaureata, die ich
unter den Händen hatte, der Ansicht des Herrn Bohatsch nicht
beitreten kann, in der ersteren eine nordische Lokalform der
letzteren zu erblicken.
Eup. Subbreviata Steger. n. sp., Taf. III, Fig. 78.
Dörries sandte mir 2 reine 88 dieser neuen Art von Askold
ein, die der Abbreviata Stph. am nächsten steht, aber die
auch etwas an Larieiata Frr. erinnert. Ich glaube daher
ziemlich sicher annehmen zu können, dass die von Bremer
aufgeführte Eup. Lariciata, welche Maack im Juni am unteren
Ussuri fing, zu dieser neuen Art gehört hat, zumal keiner
der späteren Sammler eine Larieiata im Amurgebiet auffand.
Die beiden mir vorliegenden 85. von Subbreviata sind 24
und 25 mm gross, also &rösser als Abbreviata, die durch-
schnittlich 21—22 mm gross sind. Die Flügelform ist eine
ganz ähnliche, vielleicht sind die Vdfl. ein wenig schmäler
und spitzer. Die beiden Subbreviata sind schmutzig lichtgrau
mit dunkleren Zeichnungen, ohne allen bräunlichen Anflug,
der bei Abbreviata stets mehr oder minder auftritt. Die |
Zeichnungen sind bei beiden Arten fast dieselben, doch treten |
die schwarzen Querstrichelehen bei Subbreviata in geringerer
Anzahl und nur rudimentär auf. Die Vdfl. haben einen’
Ni." ERBE 4 lad a an ARE MEILE Dale SEE FE a Kr EA a Ei
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Die Geometriden des Amurgebiets. 121
scharfen schwarzen Mittelpunkt, die aus demselben nach dem
Aussenrande ziehende Rippe (5) ist besonders bei dem einen
Stück auffallend schwarz und weiss gestrichelt. Bei diesem
Stück sitzt im Basaltheil des 1. Medianastes (Rippe 2) ein
schwarzes Strichelchen, darunter steht ein zweites ähnliches.
Die Querzeichnungen treten bei Subbreviata weit weniger
scharf hervor, besonders auch die im Aussentheil stehende,
in der Mitte dunkel getheilte, lichte Querbinde, die oben keinen
so deutlichen Winkel wie bei Abbreviata und Lariciata bildet.
Die lichtgrauen, matt dunkler gescheckten Fransen sind be-
deutend länger als die von Abbreviata, vor ihnen steht (ebenso)
eine scharfe schwarze, von den Rippen licht durchschnittene
Limballinie. Die weissgrauen HAtfl. sind nur im Innenrands-
theil dunkel gestrichelt, bei Abbreviata gehen die dunklen
Querlinien fast bis zum Vorderrande. Die lichtgraue Unter-
seite aller Flügel ist weniger gezeichnet als bei Abbreviata
und Larieiata. Die kurzen Palpen und die sehr kurz bewim-
perten männlichen Fühler sind wie bei diesen beiden Arten
gebildet. Durch das in Kursivschrift Gedruckte ist Subbreviata
leicht von Abbreviata und Lariciata zu unterscheiden, mit an-
deren Arten ist sie nicht zu verwechseln. Die Abbildung der
rechten Seite ist zu dunkel geworden, die der linken Seite fast
etwas zu hell, aber besser.
Eup.? (Cithecia.n. gen.) Macrocheila Stgr.n. sp. Taf. III,
Fig. 79. Ich schliesse die Aufführung der mir bekannten Macro-
lepidopteren des Amurgebiets mit einem merkwürdigen kleinen
Spanner, von dem Dörries leider nur 2 recht abgeflogene 5 8
aus Ask. einsandte. Sie sind 18 und 20 mm gross und ge-
hören wahrscheinlich einer anderen (neuen) Gattung an, da
sie-sehr lange Palpen haben, die ganz verschieden von denen
aller Eupithecien sind. Die gut erhaltenen grauweissen
Palpen, mit sehr kurzem, etwas dunklerem Endgliede sind
breit und flach, ziemlich gerade nach vorn gerichtet, sie über-
ragen den Kopf fast um das Doppelte seines Durchmessers.
Die lichten Scheitelhaare sind mit den Stirnhaaren zusammen
in Form eines kleinen, spitzen Schopfes nach vorn gerichtet.
Unmittelbar unter diesem Scheitel - Stirnschopf liegt die
ziemlich lange Rollzunge (der Saugrüssel). Die faden- oder
borstenförmigen Fühler sind anscheinend unbewimpert. Die
langen und dünnen Beine haben an den Hinterschienen
2 Paar Spornen. Der dünne, die Htf. ziemlich lang über-
ragende Hinterleib zeigt bei dem einen Stück noch deutlich,
fast auf allen Segmenten, kurze, kleine Dorsalschöpfchen
RE ENTE VEN IE DITHTTALEN RE NE EUR
122 Dr. O. Staudinger:
(aufgerichtete Schüppchen), bei dem andern sind solche nur
auf den 2—3 vorderen Segmenten erkennbar. Die schmalen
Vdfl. haben etwa die Form der vorigen Art, nur verläuft ihr
Aussenrand nicht so schräg, sie zeigen einen sehr grossen,
schwarzen Mittelmond, der in einer dunklen, ziemlich breiten
Mittelbinde steht. Dahinter lässt sich eine lichte (weissliche),
in der Mitte fein dunkel getheilte Mittelbinde erkennen, die
an die der bekannten Cidaria Alchemillata L. erinnert; bei
den Eupithecien konımt sie annähernd so nur bei Reetangulata
und deren verwandten Arten vor. Alles andere ist bei den
vorliegenden Stücken so abgerieben, dass sich nichts darüber
sagen lässt. Ob diese Macrocheila zu den Eupithecien oder
zu den Cidarien gestellt werden, oder ob sie eine neue Gattung
(wofür ich den Namen Cithecia vorschlage) bilden muss, lasse
ich unentschieden; ich glaube aber, dass diese Art nach den
von mir angegebenen Merkmalen sicher erkannt werden Kann. |
Auch die etwas matte Abbildung, die nach dem stark ge- |
flogenen Stück so gut wie möglich geworden ist, wird zum
Erkennen dieser Art beitragen.
AT it AS RE Ne Ba EI ARE re Fe a
RUE ren . x
Ent. Zeitschrift Iris 1897.
Neue südamerikanische Tagfalter
beschrieben von
Dr. 0. Staudinger.
Pedaliodes Phaeaca Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 1. Von
dieser neuen Art besitze ich 4 88 und ein (ziemlich geflogenes)
2; sie wurde in der Sierra Nevada von Merida (Venezuela),
wohl in einer Höhe von etwa 2500—-3000 Meter gefangen
und mir von Herrn Bricenno eingesandt. Grösse (von dem
Apex des einen Vdfls. bis zum anderen gemessen) 45--30 mm.
Oberseite der Flügel dunkel rauchbraun (schwarzbraun) mit
schwach gebogener, sich nach dem Vorderrande zu merklich
verschmälernder, kastanienbrauner Querbinde im Aussentheil.
Die Ht/l. mit mehr oder minder grossem, verloschenem, lehm-
grauem Apicalflecken (am Ende des ebenso gefärbten, von den
Vdfin. bedeckten Vorderrandes), vor dem eine gebogene, bräun-
liche, meist fast ganz verloschene Querlinie sich bis über die
Flügelmitte (beim 2 fast bis zum Innenrande) hinzieht. Die
bei einem ganz reinen 8 lichten, schmutzig weissgrauen
Fransen sind dunkel gescheckt, bei den anderen Stücken sind
sie vorwiegend dunkel. Die braune Binde der Vafl. ist beim
2 Jichter (gelblich-) braun: der dahinter stehende Aussen-
randstheil ist auch bei den &8 nicht ganz so dunkelbraun,
wie die davor stehende (grössere) Basalhälfte, die beim 5 einen
schwachen, sich vom Ende der Mittelzelle bis zum Innenrande
ziehenden, sammtartigen Duftschuppenflecken führt. Die Htfl.
sind beim & in der Basalhälfte lang behaart, beim 2 stehen
nur in der Mittelzelle längere Haare; beim letzteren ist der
breite Aussenrandstheil weit weniger dunkel als die Basal-
hälfte, während er bei den 88 nur durch mehr oder minder,
besonders dicht vor dem Aussenrande aufgestreute, braungraue
Schuppen etwas aufgehellt wird. Die (komplieirteren) Zeich-
nungen und die Färbungen der Unterseite werden durch die
gute Abbildung so genau wiedergegeben, dass deren specielle
Beschreibung unnöthig ist. Ich bemerke nur, dass dem einen &
der lichtere Querwisch (Querlinie) vor dem Ende der Mittelzelle
124 Dr. O. Staudinger:
der Vafl. völlige fehlt, während er beim 2 breiter wird.
Letzteres zeigt in dem etwas lichteren Aussentheil der Vafl.,
zwischen Mittelzelle und Aussenrand (dem letzteren näher),
2 übereinander stehende, weisse Punkte, von denen der obere
auch bei den 5& (schwächer) vorhanden ist. Auf den Htfin.
sind bei allen Stücken 4 weisse, dunkel umrandete Punkt-
fleckchen im Aussentheil vorhanden, die bei einem 5 sehr
klein werden. Die dunklen, braunschwarzen Fühler sind auf
der Unterseite in ihrer Basalhälfte mehr oder minder braun,
sie sind theilweise schwach geringelt; beim 2 sind sie auch
auf der Oberseite nach der Basis zu bräunlich. Die Aussen-
seite der lang dunkel behaarten Palpen ist oben braungelb
gestreift, nach unten schwach bräunlich gemischt, die Innen-
seite ist fast ganz gelbbraun. Die kürzere Behaarung der
Palpen des $, sowie dessen länger erscheinendes Endglied
rührt vielleicht nur daher, weil dies $ ziemlich abgeflogen
ist. Die dunklen Beine sind mehr oder minder bräunlich
gemischt; die Bauchseite des oben ganz dunklen Hinterleibes
ist schmutzigbraun.
Ped. Phaeaca ist auf der Unterseite der Flügel der Ped.
Phaea Hew. sehr ähnlich; letztere unterscheidet sich aber auf
der Oberseite sofort durch eine breite, braune (gebogene) Quer-
binde der Htfl., die nach aussen, ebenso wie die braune Binde
der Vdfl. bei Phaea (stark) gezackt ist.
Ped. Phaeina Stgr. n. sp. Von dieser Art besitze ich
drei, 42—45 mm grosse &5 und ein (ca.) 49 mm grosses 2
aus Columbien (Bogotä), von denen mir der verstorbene
Hewitson das eine 3 als seine Phaea bestimmte. Diese Art ist
aber ganz sicher von Phaea Hew. verschieden; auch scheint sie
mir zu keiner der von Felder oder anderen ausColumbien beschrie-
benen Arten gehören zu können, so ausserordentlich schwierig
(oft ganz unmöglich) es auch ist, nach den Felder’schen Be-
schreibungen Arten sicher zu erkennen. Mit der Beschreibung
und Abbildung der Phaea Hewitson, die ziemlich abzuändern
scheint, stimmt das eine meiner 88, ein ganz frisches Stück,
fast genau überein; diese Art unterscheidet sich auf der Ober-
seite sofort von Phaeina durch die breite, braune, nach aussen
gezackte (Fleck-) Binde der Vafl., sowie durch die schmälere y
gesättigtere) braune Binde der Htfl. Die Oberseite der Flügel
ist bei Phaeina dunkel rauchbraun, die Vdfl. haben einen
breiten, liehteren, etwas weniger dunklen (bräunlich bestreuten)
Aussenrandstheil, die Atfl. führen hinter der (scharf begrenzten,
dunklen) Basalhälfte eine breite, lichtbraune Binde, hinter der
g
ir ra fl a abenie TA REN U h re ae ra a a Ei
Tale, N h
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H Neue südamerikanische Tagfalter. 125
nur eine schmale, dunkle Binde vor dem Aussenrande und
ein etwas breiterer, dunkler Theil vor dem Innenrande stehen
bleiben. Die innere, nach oben stumpfwinklig gebogene
Begrenzung dieser Binde ist ganz ähnlich wie bei Phaea, die
Binde selbst ist breiter, besonders verbreitert sie sich nach
unten zu, während sie bei (den 5 mir vorliegenden) Phaea
hier schmäler wird. Die dunklen Vdfl. der Phaeina, mit ähn-
lichen sammtartigen Duftschuppen um die Submediana, Mediana
und deren Aeste wie bei Phaea, führen einen breiten, weniger
dunklen Aussenrandstheil, der nach innen durch bräunliche
(fast bindenartig erscheinende) Färbung ziemlich deutlich
(scharf) von dem ganz dunklen Theil begrenzt wird. Diese
schwach gebogene Begrenzung verläuft bei dem 2 ganz glatt,
während sie bei den 58 schwach gezackt ist. Der ganze
Aussenrandstheil ist mehr oder minder mit bräunlichen
Schüppchen bestreut, beim 2 mehr als bei den 55, so dass
er auch als eine etwas weniger dunkle, niemals aber als eine
braune (oder auch nur bräunliche) Binde bezeichnet werden
könnte. Bei Phaea und Phaeaca bleibt ein ganz dunkler
Aussenrandstheil, der bei beiden (durchschnittlich) breiter als
die davorstehende braune Binde ist. Die Fransen sind, wie
bei Phaea, licht weissgrau und dunkel gescheckt. Auf der
Unterseite ist Phaeina der Phaea und Phaeaca recht ähnlich,
besonders auf den Htfln. Die hinter der dunklen Mitte
stehende breite, weissgelbe Binde ist weit lichter als bei
Phaeaca, auch lichter als bei typischen Phaea, welche 3—5
ganz ähnliche Augenfleckchen in derselben stehen hat, die
etwas grösser als bei Phaeaca sind. Das Phaeina-? führt
nur 2 solcher Augenfleckchen hinter der Mittelzelle. Die
Vafl. haben eine breite, lichtere Binde vor dem Aussenrande,
die aber nur in ihrem inneren, unteren Theil (nicht ganz
bis zum Innenrande hin) bräunlich, sonst schmutziggrau gefärbt
ist; bei Phaea und Phaeaca ist sie vorwiegend (fast ganz)
braun. Im oberen Theil dieser Binde stehen 3—5 (beim 2
nur 2) weisse Augenpünktchen, ganz ähnlich wie bei Phaea.
Ich bemerke hier noch, dass von den 5 mir vorliegenden
P. Phaea Hew. drei (schlechte) Stücke (2 58, 1 2) weit
breitere, lichtbraune Binden auf allen Flügeln führen, als die
anderen beiden 55, von denen die Binde der Vdfl. des einen
auch ziemlich verschieden von der des anderen, mit der
Hewitson’schen Abbildung gut übereinstimmenden & ist (der
oberste Fleck fehlt, die folgenden 2 sind kleiner, alle
Flecken sind nach innen stark, nach aussen kaum gezackt).
Be PA N a EB an aan, EN al Dr an Ar a, 0)
% b x x 5 A um vo a
126 Dr. O. Staudinger:
Nach der kurzen, sehr mangelhaften Beschreibung der Ochro-
taenia Felder glaube ich, dass dies eine aberrirende Phaea
mit breiteren Binden ist, wie mir davon 3 55 vorliegen, zumal
Felder am Ende seiner Beschreibung selbst sagt: „Wohl eine
Lokalform der P. Phaea Hew.“. Dahingegen ist die von
Felder als Ochrotaenia var. Fuscata beschriebene Form, von
der mir 4 55 aus Columbien vorliegen (die nach seiner Be-
schreibung nur hierzu gehören können), eine von Phaea sicher
verschiedene Art, die meiner Phaeina näher steht. MeineP. Fus-
cata Feld., wie sie als eigene Art heissen muss, sind 40 .bis
42 mm gross, während meine Phaea 42—43 mm messen.
Auf der dunklen Oberseite aller Flügel sind die im Aussen-
theil stehenden Binden weit verloschener (dunkler) als bei
Phaea (Ochrotaenia), besonders auf den Vdfin,, wo sie aber
weit deutlicher, bindenartiger, als bei Phaeina hervortreten,
während sie auf den Htfin. dunkler als bei dieser Art sind.
Auf der Unterseite der Vdfl. ist die Binde der Fuscata lichter
als bei Phaeina, sie ist in ihrem grösseren Theile, nach innen
und unten, lehmgelb. Die Zeichnungen der Unterseite der
Htfl. der Fuscata sind der der vorigen Arten ganz ähnlich;
der dunklen Basalhälfte folgt eine nach aussen schärfer
begrenzte, lehmgelbe Binde, die sich von ihrer schmalen,
oberen Hälfte nach unten (dem Innenrande) zu weit auf-
fallender verbreitert, als bei den anderen Arten.
Ped. Thiemei Steger. n. sp. Eine weitere, zur Phaea-
Gruppe gehörende Art benenne ich ihrem Entdecker, Herrn
Professor Dr. Thieme zu Ehren, der dieselbe in einer Anzahl
Stücke auf dem höchsten Theil des Paso del Quindiu (der
von Ibague, im Thale des Magdalenenstromes, nach Cartago,
im Caucathal, führt und unweit des Schneegiptels des Tolima
gelegen ist) in Columbien fing. Dort oben, etwa 4000 Meter
hoch, wo die Sonne durch das Nebelmeer hindurchleuchtete,
flog dieser Pedaliodes Thiemei mit einer andern, weissgebän-
derten (wohl auch neuen) Art derselben Gattung gar nicht
selten. Die meisten Stücke dieser beiden Arten befinden sich
in Oberthür’s Sammlung, in dessen Auftrage Dr. Thieme
damals die Reise machte. Die mir vorliegenden 3 85 der
Ped. Thiemei (von denen ich das eine durch die Güte des
Entdeckers erhielt) sind (von einem Vdfl.-Apex bis zum andern
gemessen) 42—46 mm gross. Die Oberseite ist dunkel rauch-
braun mit ziemlich breiter, kastanienbrauner Binde im Aussen-
theil aller Flügel. Auf der Unterseite der Vdfl. tritt diese
Binde noch breiter und etwas lichter braun auf, zwischen
Neue südamerikanische Tagfalter. 127
derselben und dem Apex hängt am Vorderrande ein dreieckiger,
' grauer Flecken. Die Unterseite der Htfl. hat eine ähnliche
Zeichnungsanlage wie die der vorbergehenden Arten der
Phaea-Gruppe, zu der Thiemei auch gehört;. sie ist der der
abgebildeten Ped. Phaeaca am ähnlichsten. Die Begrenzung
der dunklen Basalhälfte ist weit weniger nach aussen gebogen,
die dahinter stehende lichte, schmutzigweisse, bräunlich ge-
mischte Binde ist am Vorderrande breit und läuft, schmäler
werdend, oberhalb des Analwinkels in den Innenrand aus.
Die in der lichten Binde befindlichen 4—5 weisslichen Augen-
punkte sind etwas anders gestellt, auch nicht so scharf hervor-
tretend wie bei Phaeaca. Die dunkle Oberseite der Ped. T’hiemei
ist bräunlicher als die der anderen Arten der Phaea-Gruppe,
die Binden. sind tiefer braun als bei diesen Arten, sie sind
überall gleichmässig kastanienbraun gefärbt. Auf den Vdfln.
sind sie ähnlich wie bei Phaeaca geformt, sie sind nur nach
dem Vorderrande zu weniger verschmälert.- Auf den Hitfln.
sind sie nach innen schwach gebogen, fast ganz glatt, nach
aussen sind sie mehr oder minder gezackt.
Ped. Antonia Steger. n. sp. Taf. VI, Fig. 3. Von dieser
neuen Art sandte Garlepp 3 frische, aber etwas beschädigte
Stücke aus Bolivien ein; ein & fing er bei San Antonio
(Provinz Yungas) etwa 2000 Meter hoch, ein Pärchen fand
er im Januar bei Cillutincara (östlich von La Paz) 3000 Meter
hoch. Grösse 50—53 mm; Oberseite dunkel rauchbraun, die
Htfl. mit einer braunen, dunkel bestreuten Halbbinde, die in
der Mitte einen langen Fortsatz nach aussen macht. Unter-
seite der Vdfl. schwärzlichgrau, beim 2 hinter der Mitte
etwas bräunlich, mit 3—5 weissen Pünktchen vor dem oberen
Theil des Aussenrandes der 538. Aufden grauschwärzlichen
Htfin. tritt die oberseitige Binde vollständig bis zum Innen-
rande lichtgelb oder schmutzigweiss auf. Ein ebenso gefärbter
kleiner Fleck steht vor derselben am Vorderrande; vor dem
Aussenrande stehen bei den 88 5 weisse Punkte. Auf den
Vdfin. der &8 stehen um die Submediana und die Median-
äste sammtartige Duftschuppenstreifen, die auf den Rippen
tiefe Zacken machen. Zwischen diesen dunkleren Zacken und
den dunkleren . Rippen heben sich, besonders bei gewisser
Beleuchtung, im Aussentheil breite, dunkelbraune Streifen
hervor, die nur wenig lichter als die dunkle Grundfärbung
sind und die bei gewisser anderer Beleuchtung sich kaum
erkennen lassen. Die eigenthümliche, schmutzigbraune Binde
der Htfl., welche auf der Oberseite den Innenrand nicht erreicht,
128 Dr. O. Staudinger:
ist auf der Unterseite bei dem abgebildeten 5 von San Antonio
weissgelb, bei dem Pärchen von Cillutincara schmutzigweiss.
Die dunkle Unterseite der Htfl. ist bei den 88, besonders
im oberen Aussenrandstheil, grau gesprenkelt; beim 2 ist sie
im ganzen Aussenrandstheil ziemlich stark grau gemischt,
also lichter. Das 2 zeichnet sich noch auf der Unterseite
der Vdfl. durch einen lichteren, schmutziggrauen, weiss
gesprenkelten, breiten Aussenrandstheil aus, vor dessen unterer
Hälfte ein grosser (dreieckiger), verloschen kastanienbrauner
Flecken steht. Auch bei dem 5 von Oillutincara sind Spuren
dieser bräunlichen Färbung zu erkennen. Die dunklen Fühler
sind, besonders beim $, nach unten bräunlich; die schwarzen
Palpen zeigen in ihrem oberen Theil nach aussen eine feine,
weissliche Linie. Die Beine sind dunkel, ein wenig lichter-
bestreut. Der oben ganz dunkle Hinterleib ist unten lichter,
bräunlichgrau behaart.
Ped. Antonia ist von allen mir in Natur oder in der
Abbildung bekannten Pedaliodes-Arten durch die eigenthüm-
liche, braune Binde der Htfl. sehr verschieden.
Ped. Anina Stgr. n. sp. Garlepp fand 3 88 dieser
neuen Art bei Locotal (nordöstlich von Cochabamba) in Bolivien,
ca. 2600 Meter hoch gelegen. Grösse 48—50 mm; Oberseite
dunkel rauchbraun, Vdfl. mit etwas lichterem, nach innen
gezacktem, breitem Aussenrandstheil, Htfl. am Endtheil der
Mittelzelle und darüber am Vorderrand etwas kehter (schmutzig-
grau). Unterseite der Vafl. rauchbraungrau, vor dem Aussen-
randstheil mit schmaler, gezackter, sehr verloschener, grauer
Binde (breiter Querlinie), die bei 2 Stücken in ihrer unteren
Hälfte bräunlieh wird. Im grau gewölkten Aussenrandstheil
stehen 5—6 weisse Punktfleckchen. Die dunkel rauchbraune,
etwas grau gewölkte Unterseite der Htfl. zeichnet sich durch
eine mattgelbliche (schmutzigweisse), braun gewölkte Querbinde
aus, die der der vorhergehenden Art (Antonia) ähnlich ist,
nur ist der nach aussen ziehende Fortsatz kürzer. Vor der
Binde steht am Vorderrande ein ähnlicher, aber kleinerer,
lichter Fleckstreif wie bei Antonia; vor dem Aussenrande
stehen 5—6 (grössere) weisse Punktfleckchen. Die dunklen
Fühler, die schwarzen Palpen mit weisser Aussenlinie, die
Beine und der Hinterleib sind (fast) genau so wie bei der
vorigen Art. Auch durch die ähnliche Oberseite der Vafl.
(mit lichterem, nach innen gezacktem Aussenrandstheil), sowie
durch die ähnlich gezeichnete Unterseite der Htfl. steht diese
Anina der Antonia am nächsten.
Neue südamerikanische Tagfalter. 129
Ped. Hewitsoni Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 6. Von dieser
neuen Art, die ich dem um die Gattung Pedaliodes so verdienten
Mr. Hewitson zu Ehren benenne, wurde von Garlepp an. ver-
schiedenen Orten Boliviens (bei Locotal 2600 m, bei San
Antonio 1800 m und bei Chaco 2—3000 m) eine Anzahl
88 gefangen. Grösse 52-56 mm; Oberseite dunkel
rauehbraun (braunschwarz) mit breit licht (weiss) gescheckten
Fransen. Unterseite der Vdfl. kastanienbraun, hinter der
Mitte mit schwarzem Flecken am Vorderrande (der sich zu-
weilen nach unten als schwarze Binde breit bis zum Innen-
rande fortsetzt), einem weissgrauen Flecken vor dem Apex
und dunklem, schwarzgrauem Aussen- und Innenrande. Im
dunklen Aussenrandstheil steht meist oben und unten
je ein weisser Punkt (der untere fehlt zuweilen), die beiden
mittleren, auf der Abbildung zu stark gemachten Punkte
fehlen entweder ganz oder sie sind nur schwach zu erkennen.
Die Zeiehnungen der stark grau gemischten (gewölkten),
dumkel gebänderten Unterseite der Htfl. mit grossem, weissem
Punktfleck (zwischen Medianast 1 und 2) sind am besten aus
der Abbildung zu erkennen. Sie ändern in der Färbung ab;
zuweilen ist die breite Querbinde hinter der Mitte fast voll-
ständig dunkel, bei einigen Stücken verliert sie sich nach
unten völlig in die graue, dunkel gewölkte Grundfläche. Der
innere, weissgraue Vorderrandsflecken fehlt zuweilen fast ganz;
der weisse, in einem schwärzlichen Flecken stehende, grosse
Punkt wird bei einzelnen Stücken weit kleiner als bei dem
abgebildeten 8. Die Unterseite der Vdfl., welche meist vor-
herrschend kastanienbraun gefärbt ist, wird zuweilen hinter
der Mitte stark verdunkelt, bei einem 5 setzt sich der
schwarze Vorderrandsflecken als schwarze Binde bis zum
Innenrande, in demselben sehr breit auslaufend, fort; bei
diesem 3 bleiben nur die Mittelzelle (nicht ganz bis zu ihrem
Ende) sowie ein nicht grosser, verloschener Flecken vor der
Mitte des Aussenrandes braun. Die dunklen Fühler sind
unten bräunlich, die schwarzen (sehr wenig licht untermischten)
Palpen sind nach aussen und innen licht (gelbweiss) gestreift;
die Beine sind dunkel und lichter gemischt; der dunkle Hinter-
leib ist unten graubräunlich.
Ped. Ilimania Stgr. n. sp. Von dieser der vorigen
nahestehenden Art fand Garlepp im Februar ein reines,
52 mm grosses & am Illimani in Bolivien, in einer Höhe von
etwa 4000 Meter. Oberseite eintönig braunschwarz mit nur
schwach lichter gescheckten Fransen. Unterseite der Val.
9
aan TER EUREN RTL TEEN FIRE !
y a 123
130 Dr. O. Staudinger:
kastanienbraun mit dunklem, braunschwärzlichem Innen- und
Aussenrand; letzterer ist in der oberen Hälfte stark licht
(grau) bestreut mit 3 übereinander stehenden, silberweissen
Subapicalpunkten. Die dunkle (schwarzbraune) Unterseite der
Htfl. ist dicht silbergrau gewölkt und gebändert, aber in
anderer Weise als bei der vorigen Art. Etwa bei '/, der
Länge des Vorderrandes läuft eine schmale, schwach S-förmig
gebogene Halbbinde bis zur Mediana hinab. Etwas hinter der
Hälfte des Vorderrandes, hier mit einem silberweissen Fleck
beginnend, steht eine schmale, silbergraue Binde, die hinter
der Mittelzelle weit nach aussen gebogen ist und bis zum
Innenrand geht. Sie verbreitert sich nach unten ziemlich
stark, ist hier braun gewölkt und endet etwas oberhalb des
Analwinkels. Nach innen ist sie ziemlich breit, scharf dunkel
begrenzt; sie selbst begrenzt eigentlich nach aussen eine
breite, dunkle, theilweise dicht licht bestreute Mittelbinde,
deren Anfang durch die lichte Halbbinde angedeutet wird.
Im breiten, stark licht gewölkten Aussenrandstheil stehen
6 silberweisse Fleckpunkte; der oberste im Apicalwinkel ist
ziemlich gross, fleckenartig, etwas dunkel bestreut, dann folgen
5 Fleckpunkte, von denen der 4. (zwischen den Medianästen
1 und 2) der grösste ist. Vor dem Aussenrande selbst steht
eine schmale, gezackte, dunklere Binde, ähnlich wie bei der
vorigen Art. Die Fühler, die Palpen, die Beine und der
Hinterleib sind den entsprechenden Theilen der P. Hewitsoni
(fast) gleich gebildet und gefärbt.
Ped. Subtangula Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 2, und var.
Suffumata Stgr. Garlepp fand eine kleine Anzahl 5 5 dieser
neuen Art bei San Jacinto (ca. 2000 m) und bei Locotal
(ca. 2600 m), welche beiden Orte in der bolivianischen Provinz
Cochabamba liegen. Ein mit diesen übereinstimmendes
fing er bei Cillutincara (ca. 3000 m) nördlich von La Paz
in der Provinz Yungas. In der letzteren Provinz fand er bei
Coroico (ca. 2000 m), bei San Antonio (ca. 1800 m) und am
Rio Songo (etwa 1500 m hoch) eine nur unbedeutende, aber,
wie es scheint, konstante Lokalform dieser Subtangula, die
wir als Suffumata versandten. Grösse 55—58 mm; Oberseite
dunkel rauchbraun, die Vdfl. am Vorderrande mit lehmgelben
Schüppchen schwach bestreut und mit einem Zchteren (lehm-
grauen), meist stark dunkel bestreuten Subapiealflecken. Der
Aussenrandstheil der Vdfl. ist etwas weniger dunkel als die
übrige Flügelfläche, auf der die sammtartigen Duftschuppen-
flecken sich nur wenig hervorheben. Auf der fast ebenso dunklen,
Neue südamerikanische Tagfalter. 131
rauchbraunen Unterseite der Vafl. ist der Subapicalflecken
etwas grösser und ganz weiss; unter demselben steht ein mit
ihm (meist) verbundener ockerbrauner, mehr oder minder
weisslich gemischter Flecken. Der unterste Theil des weissen
Fleckens macht mit dem anstossenden braunen Flecken meist
einen deutlichen Winkel, wie ihn die Abbildung zeigt. Nur
bei einem & von San Jacinto fehlt der untere Theil des
weissen Fleckens, und der ockerbraune Flecken ist ganz klein
(rudimentär) geworden, weshalb ein Winkel nicht gebildet
werden kann. Dieser Winkel fehlt konstant bei allen Stücken
von Coroico, San Antonio und vom Rio Songo, bei denen der
ockerbraune Fleck auch meist sehr klein wird und vom weissen
Flecken getrennt ist; bei einem 8 fehlt er ganz. Bei einem
anderen & von Coroico ist der fast quadratförmige, braune
Flecken ziemlich gross, er stösst auch an den weissen Flecken,
aber in anderer Weise als bei den typischen Subtangula, nicht
mit einer seiner 4 Seiten, sondern mit einer Ecke. Da diese
Yungas-Stücke auch auf der Oberseite der Vdfl. einen etwas
lichteren, weniger dunkel bestreuten Subapicalflecken haben
(der freilich bei einzelnen Stücken aus der Provinz Cocha-
bamba fast ebenso licht wird), so kann diese (unbedeutende)
Lokalform als var. Suffumata bezeichnet. werden.
Die dunkle Unterseite der Htfl. ist schwach licht gewölkt
(bestreut); im Aussentheil tritt diese lichte Bestreuung hinter
der dunklen, nach aussen stark ausgebogenen (grösseren)
Basalhälfte mehr oder minder deutlich bindenartig auf. Am
Vorderrande ist diese Binde am lichtesten, sie tritt hier meist
als ein weisslicher, dunkel bestreuter Flecken hervor. In der
Mitte des überall stärker bestreuten Aussentheils verläuft eine
schmale, zuweilen recht undeutliche, dunklere Binde; die Ab-
bildung zeigt den ganzen äusseren Theil dunkel, was nicht
richtig ist. Ebenso fehlen auf derselben die 3—5 weissen
Punkte in der Mitte des Aussentheils, die theilweise meist
recht deutlich vorhanden sind.
Die dunklen, ganz schwach geringelten Fühler sind unten
bräunlich. Die schwarzen Palpen führen nach aussen und
oben eine sehr scharfe, weissliche Längslinie, auch nach innen
sind sie streifenartig lichter behaart. Hinter den Augen steht
eine sehr schmale weissliche Linie. Die dunklen Beine sind
nach aussen etwas lichter gemischt ; die Bauchseite des dunklen
Hinterleibes ist sekEmutzig lehmgelb behaart. Zu verwechseln
ist diese P. Subtangula mit keiner mir bekannten Art.
9%
132 Dr. O. Staudinger:
Ped. Apicalis Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 4. Garlepp
fand diese neue von ihm entdeckte bolivianische Art zuerst
einzeln bei San JJacinto und Locotal (ea. 2000 m hoch) in
der Provinz Cochabamba; später fand er sie in Anzahl in der
Provinz Yungas (von La Paz) am Rio Songo, bei Coroico und
San Antonio (ca. 12—1300 m hoch). Unter allen Stücken
befand sich nur ein 2. Grösse 49—58 mm ; Oberseite schwarz-
braun mit licht gescheckten Fransen; die Vdfl. mit einem
gelbliehweissen Subapiealflecken. Dieser letztere ist durch
die dunklen Rippen durchschnitten, er besteht meist aus
3 Flecken, die bei einem 5 recht klein und weit von einander
getrennt sind; beim 2 sind sie am grössten und bilden eine
breite, weisse Subapicalbinde Auf der dunklen Unterseite
ist diese Binde beim @ noch breiter und geht bis zum Aussen-
rande; bei den &8 treten besonders 2 weisse Fiecken hervor,
wenn auch nicht so scharf wie bei dem abgebildeten Stück.
Meist steht unter diesen Fleeken eine deutliche, bindenartige,
bis zum Aussenrande sich fortsetzende, weissliche Färbung.
Unter den weissen Flecken, zwischen Medianast 2 und 3,
sowie in der Mittelzelle, vor deren Ende, steht je ein mehr
oder minder deutlicher, brauner Flecken. Die dunkle Unter-
seite der Atfl. ist mehr oder minder &echt (grau) gewölkt,
beim 2 am meisten, am wenigsten bei dem abgebildeten &.
Bei diesem treten unter dem Ende der Mittelzelle 2 ver-
loschene, braune Flecken auf, von denen sich bei einigen
anderen &8 nur noch schwache Spuren vorfinden. Von den
2-5 weissen Punkten im Aussenrandstheil sind die mittleren
nie so deutlich wie auf der Abbildung vorhanden (meist fehlen
sie); der unterste, grösste Punkt tritt stets auffallend hervor;
beim @ ist er am grössten.
Die Fühler sind vorherrschend bräunlich, beim 2 am
meisten und am lichtesten; nur bei einigen 58 sind sie auf
der Oberseite fast dunkel. Nach innen sind sie öfters deutlich
seringelt. Die dunklen Palpen sind nach aussen und oben
scharf gelblich gestreift, auch nach innen sind sie gelblich.
Hinter den Augen steht eine scharfe, gelbliche Linie. Die
dunklen Beine sind nach aussen ziemlich dicht 'ockergelb
bestreut; die Bauchseite des dunklen Hinterleibes ist schmutzig
braungrau. Ped. Apicalis ist mit keiner mir bekannten Art
zu verwechseln; am nächsten steht sie der P. Subtangula.
Ped. Prono@ Steger. n. sp. Taf. VI, Fig. 8, und var.
Phrasina Stgr. Diese Art wurde von Garlepp in Bolivien
in einer Höhe von 1500-—-3000 Meter fast überall, sowohl in
Neue südamerikanische Tagtalter.. 133
der Provinz Cochabamba wie in der Provinz Yungas (von
La Paz) gefunden; leider nur in männlichen Exemplaren
Grösse 40—52 mm, die meisten Stücke sind 46—48 mm gross;
nur ein ausnahmsweise kleines & von Rio Tanampaya (Yungas)
misst 40 mm. Oberseite dunkel rauchbraun mit licht (grau)
gescheekten Fransen. Der Aussentheil der Vdfl. scheint etwas
weniger dunkel, bräunlicher, zu sein, besonders wohl nur ım
Vergleich zu dem vor ihm stehenden, grossen, sammetartigen
Duftschuppenflecken. Die Unterseite ist weniger dunkel als
die Oberseite, sie ist bräunlicher, im Discus der Vafl. tritt
besonders bei dem abgebildeten 5 von San Jacinto (Cocha-
bamba) etwas dunkel kastanienbraune Färbung auf. Auch die
anderen && von der Provinz Cochabamba haben eine braunere
Unterseite der Vafl. als die Stücke von der Provinz Yungas,
wo dieselbe zuweilen fast so dunkel wie die Oberseite ist.
Im Aussentheil stehen bei den &8 der Provinz Cochabamba,
die ich als die typischen Prono& bezeichne, 2—3 sehr ver-
loschene, lichte Pünktchen, die, auf der Abbildung gar nicht
wiedergegeben sind. Bei den Stücken von der Provinz Yungas,
die wir als Phrasa var.? Phrasina versandten, treten diese
Punkte meist deutlich weiss auf, es stehen bei einem 8 vom
Rio Tanapampaya zwischen den Medianästen zwei sehr grosse,
weisse Punkte, während noch zwei kleine darüber stehen.
Die Unterseite der Htfl. ist bei den typischen Prono& stärker
braun gefärbt als bei den anderen, die vielleicht als (unbe-
deutende Lokalform) den Namen var. Phrasina beibehalten
können. Besonders ist der Innenrand bei einem 5 der
typischen Prono& weit über den Analwinkel (nach dem Aussen-
rand) hin rostbraun gefärbt, was nur bei einem meiner vor-
liegenden var. Phrasina schwach angedeutet ist. Zwischen
den Medianästen 1 und 2 steht stets der kleine, viereckige,
weisse Fleck, während von den anderen 3 weissen Punkten
1—2 oder alle 3 fehlen können; alle fehlen sie nur bei einem
ö vom Tanampaya. Dahingegen treten bei einem anderen 5
vom Tanampaya noch 2 weitere weisse Pünktchen zwischen
den obersten und folgenden (der Abbildung) auf.
Die dunklen Fühler sind schwach licht geringelt, nach
unten (innen) sind sie bräunlich. Die dunklen Palpen sind
nach aussen und oben meist schwach bräunlich gestreift, nach
innen sind sie etwas bräunlich behaart; die dunklen Beine
sind nach aussen theilweise bräunlich gemischt; die Bauchseite
des dunklen Hinterleibes ist, wie bei allen Pedaliodes-Arten,
liehter, schmutzig braungrau behaart.
BB 1 a an a NE an Me
134 Dr. O. Staudinger:
Ped. Phrasa Stgr. n. sp. Diese von Garlepp in der
Provinz Cochabamba bei Locotal, San Jacinto und am Rio
Juntas in einer Anzahl von 58 gefangene Art ist der vorigen
so ähnlich, dass ich dieselbe (deren var. Phrasina) zuerst als
dazu gehörend betrachtete. Ich werde deshalb nur kurz die
Unterschiede dieser auf der schwarzbraunen Oberseite fast
völlig gleichen Phrasa von der Ped. Prono@ angeben. Phrasa
ist zunächst etwas grösser, meine vorliegenden Stücke messen
52—54 mm. Auf der Unterseite der Vafl. ist sie im Apical-
Aussenrandstheil ziemlich stark grau bestäubt mit 2—3 weissen
Pünktchen darin und einem solchen nach unten hin. Am
Vorderrande steht vor dem grauen Apicaltheil ein kleiner,
verloschener, lichter Fleckstreif. Die dunkle Unterseite der
Htfl.. mit stärker gezacktem Aussenrand als bei Pronoe, ist
mehr oder minder lichter gewölkt (gemischt), mehr als bei
Prono&; besonders tritt vor dem Aussentheil eine verloschene,
(unvollständige), gebogene, lichte Querlinie auf, die bei Prono&
niemals angedeutet ist. Zwischen den Medianästen 1 und 2
steht ein ähnlicher, aber meist rundlicher, weisser Punktfleck,
über dem stets noch ein zweiter, kleinerer, meist länglicher
sich befindet; bei einem 8 steht noch ein 3. weisser Punkt
unter dem grossen Punktfleck. Die Fühler sind etwas deut-
licher geringelt als bei Prono&, sie sind auf der Oberseite lose
bestreut, wie dies auch bei dem schmalen Vorderrande der
Vafl., besonders nach der Basis zu der Fall ist, was auch zu-
weilen bei Prono& vorkommt. Die dunklen Palpen sind mit
lichten Haaren ziemlich stark untermischt, weit stärker als
je bei Prono&.
Ped. Porrima Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 5. Von Garlepp
in Bolivien bei Locotal (2600 m) in der Provinz Cochabamba,
sowie in der Provinz Yungas am Rio Songo, bei Coroico und
Cillutinecara (1500—3000 m hoch) in Anzahl gefangen; das
einzige mir vorliegende ? ist am Rio Songo, etwa 1500 m
hoch, niedriger als die 88 gefunden. Grösse 48—55 mm;
Oberseite schwarzbraun mit grosser, unvegelmässig gezackter,
weisser Subapicalbinde der Vdfl. und schwach licht gescheckten
Fransen. Die weisse Binde ändert etwas an Breite und Gestalt
ab; bei einem & von Locotal ist sie am breitesten. Auf der
Unterseite der Vdfl. tritt die weisse Binde fast genau so wie
auf der Oberseite auf, der Apicaltheil ist beim 8 schwach,
beim 2 stark bräunlich und grau angeflogen (marmorirt).
Die Unterseite der Htfl. ist besonders nach dem Innen- und
Aussenrande zu braungrau gegittert (gemischt), beim 2 am
Neue südamerikanische Tagfalter. 135
stärksten. Oberhalb des 3. Medianastes steht ein grösserer,
rundlicher, weissgelber Punktfleck, unterhalb und oberhalb
desselben stehen 1—2 kleinere, lichte Punkte, die unteren
fehlen bei einem & ganz.
Die dunklen, kaum geringelten Fühler sind unten
bräunlich; die Palpen sind stark licht untermischt, die Beine
etwas lichter bestreut. Der schwärzliche Hinterleib ist unten
braungrau. Ped. Porrima steht der P. Porina Hew., die
Garlepp auch in Anzahl in Bolivien fand (ich besitze sie noch
vom südlichen Peru und von Paraguay), am nächsten. Auf
der Oberseite unterscheidet sie sich von der durchschnittlich
etwas kleineren Porina durch eine etwas längere und meist
breitere Binde nur wenig, während sie durch die weit dunklere,
nicht bindenartig gezeichnete Unterseite der Htfl. mit dem
grösseren, gelbweissen Punktfleck leicht von ihr zu trennen ist.
Ped. Emma Stgr. n. sp. Taf. VI, Fig. 7. Von dieser
schönen Art fand Garlepp nur 3 gute und 1 stark beschädigtes
ö am Rio Songo, etwa 1500 m hoch, in der Provinz Yungas,
Depart. La Paz, Bolivien. Grösse 55—60 mm; Oberseite
braunschwarz mit 4 weissen Subapical- Vorderrandsflecken.
Der oberste ist der grösste, lang oval, der dann folgende,
zweitgrösste ist bei 2 83 nur etwas kürzer und schmäler
als der oberste, bei den beiden andern ist er kaum halb so
lang. Die beiden unteren sind rundlich, der 3. ist der kleinste;
er ist auf der Abbildung zu lang und zu spitz gemacht. Auf
der Unterseite der Vdfl. sind die weissen Flecken fast ebenso,
meist sind sie etwas gelblich angeflogen. Die beiden unteren
stehen in einem ganz schwarzen, mit verloschenem, lichtem,
ovalem Ringe (Iris) umgebenen Theil und bilden mit diesem
ein verloschenes, grosses Doppelauge. Der Vorder- und Aussen-
rand ist zum grössten Theil stark bräunlich und grau gemischt.
Letzteres ist auch auf dem grössten Theil der Unterseite der
Htfl. der Fall, wo die braune Färbung im Aussenrandstheil
fast bindenartig auftritt. In der unteren Hälfte steht vor
einem kleinen Augenfleck eine verloschene gelbgraue Halb-
binde, hinter der Mitte steht am Vorderrand ein kleiner gelb-
grauer Fleck. Auf der Abbildung sind Zeichnung und
Färbung ziemlich genau wiedergegeben.
Die Fühler sind vorherrschend braun (rostfarben) gefärbt,
sie sind schwach dunkel geringelt. Die dunklen Palpen führen
nach aussen und oben einen scharfen, schmutzigbraunen
Streifen, nach innen sind sie im unteren Theile ebenso gefärbt.
Die dunklen Beine sind etwas lichter gemischt; die Bauchseite
136 Dr. O. Staudinger:
des braunschwarzen Hinterleibes ist schmutzig braungrau.
Erebia Emma, die ich der Frau des Herrn G. Garlepp, die
ihn auf seiner zweiten Reise in Bolivien begleitete, zu Ehren
benenne, ist von allen mir bekannten Pedaliodes-Arten ganz
verschieden.
Lasiophila Regia Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 11. Diese
schöne Art wurde von Garlepp in einer kleinen Anzahl von
88 in der bolivianischen Provinz Yungas (Depart. La Paz)
gefangen und zwar am Rio Tanampaya, bei Chaco, San Antonio
und Cillutincara, etwa 1500—8000 m hoch. Sie steht der
Las. Phalaesia Hew. von Ecuador nahe, ist aber sicher eine
davon verschiedene Art. Grösse 50-57 mm; Oberseite
dunkelrostbraun, die Vdyl. mit breiter, nach innen (3 mal)
stark ausgebogener, kastanienbrauner Binde vor dem Aussen-
rande, die Ht/fl. mit unregelmässiger, theilweise verloschener,
kastanienbrauner Aussenrandsbinde. Die Unterseite der
Vaft. ist der Oberseite ähnlich, aber lichter braun mit vzolett-
grauem Vorderrandsflecken vor dem Apex; die der Hifl. ist
violettgrau, dunkel gemischt (marmorirt) mit breiter, dumkel-
brauner Mittelbinde und 3—5 lichtgelben Fleckchen vor dem
Aussenrande. Die gute Abbildung macht eine genauere Be-
schreibung aller einzelnen Theile unnöthig; ich mache nur
noch einige Angaben besonders über die Variabilität dieser
Las. Regia, sowie über ihre Unterschiede von der so ähnlichen
Phalaesia Hew. Der lichtere, rostbraune Basaltheil der Vafl.
ist bei anderen Stücken weniger licht und hebt sich weniger
von dem vor der kastanienbraunen Binde stehenden (binden-
artigen), dunkelbraunen Flügeltheil ab. In dem äusseren
Theil der kastanienbraunen Binde stehen dicht vor dem dunklen
Aussenrande 2—4 dunkle Fleckpunkte, die bei dem abgebildeten
ö fehlen (nur oben ist ein ganz verloschenes Pünktchen vor-
handen, das bei der Abbildung übersehen wurde). Die kasta-
nienbraune Binde bildet einen Hauptunterschied zwischen
Regia und Phalaesia, da sie bei der letzteren Art sowohl nach
innen wie nach aussen viel weniger ausgebogen (gezackt) ist.
Auf den Htfin. ist diese braune Binde bei Regia viel breiter
als bei Phalaesia, sie zeigt bei Regia im Inneren 4—5 schwarz-
braune Flecken, die meist nicht scharf begrenzt sind; beson-
ders nach innen und unten, wo sie mit der daran stossenden
dunklen Grundfarbe zusammenfliessen. Einzelne P. Regia
haben mehr, andere weniger braune Färbung in dieser stets
unvollständigen braunen Aussenrandsbinde der Htfl. Auf der
Unterseite der Vafl. steht bei Regia vor der hier etwas
Neue südamerikanische Tagfalter. 137
lichteren, gelbbraunen Binde ein grosser, dunkler, fast schwärz-
licher Vorderrandsflecken, der bei Phalaesia fehlt. Im Aussen-
theil der braunen Binde sieht man bei Phalaesia 3—4 kurze,
lichte (fast weissliche), ganz wenig dunkel umrandete
Strichelehen, während hier bei Regia 3—4 dunkle Punkt-
fleckchen stehen, von denen das abgebildete ö nur eins zeigt.
Die Unterseite der Vdfl. ändert bei Regia besonders in. der
Färbung, die etwas heller und dunkler wird, ab; die bei dem
abgebildeten & vor dem oberen Theil des Aussenrandes
stehende dunkle Fleckenhalbbinde ist bei den anderen Stücken
breiter, zusammengeflossen und stösst fast an die dunkle
Mittelbinde. Die letztere ist am Innenrande stets mehr oder
minder breit hellgrau bestreut; bei Phalaesia wird sie hier
weit schmäler als bei Regia. Die lichtgelben Fleckpünktchen
ändern auch etwas ab, es sind deren meist 5—6 vorhanden,
weit deutlicher und schärfer als sie auf der Abbildung (wo
der unterste vergessen ist) wiedergegeben sind. Der oberste,
grösste ist ein (öfters deutlich getrennter) Doppelfleck.
Die braungelben (gelbbraunen) Fühler sind mehr oder
minder stark dunkel geringelt mit fast schwärzlichem Kolben.
Die langen, schwärzlichen Palpen sind nach unten und innen
gelb behaart, das 2. Glied ist nach aussen und oben gelb
gestreift. Die Brust ist lang, violettgrau behaart, die Beine
sind lehmgelb, schwärzlich gemischt. Der braunschwarze
Hinterleib ist an der Bauchseite ganz licht, gelb oder gelbgrau
behaart.
Die von Hewitson in den Transactions Ent. Soc. London
1892 p. 15, Taf. V, Fig. 35, 36 für das & seiner Prosymna
gehaltene Art aus Columbien (New Granada) wird von Kirby
in seinem Synonymie Catalogue 1871, S. 107 als Varietät zu
Phalaesia Hew. gezogen und als Vaterland „Quito“ dabei
gesetzt. Diese zweite Prosymna Hew. ist nun ebenso wenig
das 5 von der ersten Prosymna Hew. (die er auch nach
einem & beschrieb), als wie sie eine Varietät von Phalaesia
(mit der Hewitson oder Kirby wahrscheinlich die Regia ver-
. mischt hat, da Kirby Bolivien und Ecuador als patria der
Phalaesia angiebt) sein kann. Ein Blick auf die Abbildungen
von Phalaesia Hew. und dem angeblichen Prosymna Hew. 5
zeigt den grossen Unterschied beider Arten, der besonders
darin besteht, dass die letztere in der Basalhälfte aller Flügel
lichter braun ist und dass sie im Aussenrandstheil der Htfl.
weit mehr und ganz anders kastanienbraun gezeichnet ist,
als Phalaesia. Ich schlage für diese zweimal (von Hewitson
va TERRIN er "
Ra re
138 Dr. O. Staudinger:
und Kirby) verwechselte Prosymna Hew. (Trans. Ent. Soc.
London) aus Columbien, die ich in natura nicht kenne, den
Namen Confusa vor.
Daedalma Dora Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 7 2. Von
dieser neuen Daedalma erhielt ich 3 88 und 1 2 aus Colum-
bien, das eine & soll auf den Paramos bei Bogotä, etwa gegen
3000 m hoch gefangen sein, ein Pärchen war unter einer
Sendung vom Rio Dagua (der sich an der Westküste Colum-
biens in den stillen Ocean ergiesst), es ist aber wohl sicher
auf den Cordilleren, die das Caucathal von dem Küstenlande
trennen, gefangen. Die 88 sind 40—43, das 2 ist 47 mm
gross; die ersteren haben fast genau die Flügelform des ab-
gebildeten 2, nur springt die unter dem Apex stehende Ecke
des Aussenrandes etwas weniger als beim 2 hervor. Die
Oberseite der 88, von denen eins ganz frisch, nur fühlerlos
ist, die andern beiden sind geflogen und beschädigt, ist dunkel,
eigenthümlich olvbraunscehwarz mit breit licht (grauweiss)
gescheckten Fransen. Im Aussentheil der Vdfl. lassen sich,
äusserst verloschen, etwas weniger dunkle, fleckenartige Stellen
entdecken, welche die hier beim 2 so auffallende, breite, hell-
braune Binde anzudeuten scheinen. Bei dem kleinsten,
ziemlich abgeflogenen 8 erkennt man im Analwinkel einen
grossen, runden, über Medianast 2 hinausgehenden, lichteren,
in der Mitte dunkel gekernten Flecken, welcher auf der
dunkelgrauen Unterseite deutlicher, hier auch bei den anderen
beiden 88 schwach hervortritt. Sonst ist auf der Unterseite
der Vdfl. nur der Apicaltheil grau und etwas bräunlich mar-
morirt (gemischt) mit 2 kleinen, meist schwach weiss gekernten,
schwärzlichen Augenflecken (die beim 2 grösser sind). Die
stark gezeichnete, bunte (olivgrau, bräunlich, silbergrau und
gelblich gemischte) Unterseite ist der des abgebildeten 2
ähnlich gezeichnet, nur dunkler gefärbt. Mit Ausnahme von
2 vor der Mitte des Aussenrandes stehenden, grellen, licht
schwefelgelben Fleckchen sind die gelben Zeichnungen des 2
hier alle bräunlich und fallen daher weit weniger auf; sie sind
auch zum Theil kürzer, so besonders die beim $ so auf-
fallende, schmale, hinter der Mitte stehende, gelbe Binde.
Die 4—5 im Aussentheil stehenden, augenartigen, gelben,
dunkel umrandeten Punktfleckchen sind bei den 88 auch
vorhanden. Das 2 der Daedalma Dora mit dunkelbrauner
Oberseite und breiten, bindenartigen, gelbbraumen Aussen-
randszeiehnungen wird durch die gute Abbildung so kenntlich
gemacht, dass eine genauere Beschreibung unnöthig ist.
bo, Re U N a LE ER TER U RUN
Neue südamerikanische Tagfalter. 139
Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern gelbbraun mit
etwas verdunkeltem Kolben beim 5. Die Palpen sind bräunlich,
nach oben und aussen in der Basalhälfte grau gestreift; beim
®@ sind sie lichter als beim 8. Die Beine sind nach aussen
grau, beim 2 lichter als beim 5, ebenso ist die graue Bauch-
‘seite des dunklen Hinterleibes beim 2 lichter als beim 8.
Daed. Dora hat eine ganz ähnliche (fast dieselbe) Flügel-
form wie die bekannte, grössere Daed. Dinias Hew. von
Columbien, mit der sie aber gar nicht zu verwechseln ist.
Eine ähnliche Flügelform hat auch die mir in Natur unbe-
kannte, etwas kleinere Daed. Drusilla Hew. aus Columbien,
deren Oberseite am Aussenrand und am „costal margin near
the apex“ weiss gefleckt und deren Unterseite, besonders auch
der Htfl. verschiedener von der der Dora gezeichnet und
gefärbt ist, als die der Dinias.
Daed. Dinias, die von Hewitson nach Stücken aus
Columbien in beiden Geschlechtern abgebildet und beschrieben
wird, wurde auch von Garlepp in Bolivien in einer Anzahl
88 und 2 22 gefangen, die als Lokalform den Namen var.
Boliviana führen können. Die 858 dieser Varietät, die ich
auch vom Chanchamayo aus dem südlichen Perü erhielt (wo
viele bolivianische Arten und Formen vorkommen), haben einen
grösseren, kastanienbraunen Subapicalflecken der Vafl., der
auch auf der Unterseite fast ebenso gross auftritt, während
die Unterseite bei typischen Dinias völlig dunkel bleibt. In
Ecuador kommt eine Uebergangsform vor, wo der braune
Flecken unterseits klein und verloschen vorhanden ist. Das
@ der Daed. Dinias v. Boliviana unterscheidet sich besonders
dadurch vom typischen Dinias-?, dass es auf den Atfln. eine
breite, kastanienbraune Aussenrandsbinde (der von D. Dora
ziemlich ähnlich) hat, während das Dinias-? hier nur braune
Flecken, bei meinem 2 sogar nur nach dem Vorderrande zu,
aufweist. Ausserdem zeigt mein var. Boliviana-2 im dunklen
Apicaltheil der Vadfl. keine Spur der beim typischen Dinias-?
hier stehenden Zchten, braunweissen Fleckchen (deren bei
meinem 2 2, bei Hewitsons Bild 4 vorhanden sind).
Manerebia Stgr. n. gen. Cyelopina Stgr. n. sp. Taf. V,
Fig. 4. Diese Art, von der ich nur 58 besitze, erhielt ich
zuerst durch Thamm vom Chanchamayo aus dem südöstlichen
Perü; später sandte mir Garlepp dieselbe aus verschiedenen
Theilen Boliviens ein, in Stücken, die theilweise mit denen
vom Perü fast ganz übereinstimmen, theilweise eine davon
verschiedene Form oder wohl eine verschiedene Art sind.
140 . Dr. O. Staudinger:
Ich stelle diese, sowie 2 andere Arten von Bolivien in eine
neue Gattung, Manerebia, die ich hier kurz durch Folgendes
von der bekannten Gattung Erebia Dalm. (Maniola Schranck)
trenne. Die etwas kürzeren Fühler sind dünner mit weit
geringer verdicktem und kaum löffelförmig ausgehöhltem
Kolben. Die dunkle Oberseite aller Flügel ist zeichnungslos ;
auf der Unterseite der Vdfl. tritt entweder nur ein grosser
Augenflecken oberhalb des Analwinkels, zwischen den Median-
ästen 1 und 2, auf, oder es stehen vor dem Aussenrande, auch
der Htfl., weisse Punkte. Auf der Unterseite der Htfl. be-
findet sich eine gebogene, . dunkle Querlinie im Basaltheil,
etwa bei '/, der Flügellänge, 2 andere, mehr oder minder
gewellte (gezackte) Querlinien (die auch auf den Väfin. auf-
treten) verlaufen vor dem Aussenrande; zwischen ihnen
stehen lichte Fleckpunkte oder nach unten hin 1—2 kleine
(meist blinde) Augenfleckchen. Wahrscheinlich dürften sich
noch andere Unterschiede in den Beinen oder im Geäder finden,
was ich jetzt nicht untersuchen kann. Von den südamerika-
nischen Gattungen Idioneura Feld. und Stygnus Feld. unter-
scheidet sich Manerebia auch durch die dünneren Fühler, von
der ersteren noch durch die zeichnungslose Oberseite. Stygnus,
Humilis Feld. (aus Chile), welche Art auch auf der Oberseite
ungezeichnet ist, hat auf der Unterseite keine Querlinien und
führt im Apicaltheil der Vdfl. ein Doppelauge, das niemals
bei Manerebia vorkommt.
Die typischen Manerebia Cyclopina sind 34—40 mm
gross, die Stücke vom Chanchamayo sind die grössten (sie sind
alle grösser als die bolivianischen). Die Oberseite ist eintönig
dunkel-rauchbraun (schwarzbraun); bei gewisser Beleuchtung
erscheint der Aussenrandstheil aller Flügel weniger dunkel.
Die Unterseite ist etwas liehter rauchbraun, besonders bei
den Stücken von Perü; der Apicaltheil der Vdfl. ist mehr oder
minder lichtgrau bestreut;, ausser dem grossen, weiss gekernten,
bräunlich umrandeten Augenflecken steht bei 2 (von 4) Perü-
Stücken und bei einem & von Bolivien ein ganz kleiner
Augenfleck über, bei einem andern unter dem grossen. Im
oberen Theil des Aussenrandes befinden sich bei allen Stücken
2—3 weisse Pünktchen. Vor dem Aussenrande steht eime
gezackte, dunkle Querlinie, eine andere, recht verloschene, |
dunkle befindet sich ziemlich weit vor den Augenflecken. Auf
der dunklen, braungrauen Unterseite der Hifl., deren Aussen- |
theil meist schwach grau bestreut ist, stehen 3 dunkelbraune
(uerlinien ; die erste, nach aussen licht umrandete, steht etwa
Ei
ÄERE TE DR RAR TÄNERLE 3 SED DANN ETUI:
Neue südamerikanische Tagfalter. 141
bei '/, der Flügellänge, sie ist etwas gebogen und macht vor
dem Innenrande einen Zacken (nach aussen). Die zweite ist
nach innen breit licht begrenzt, sie steht weit hinter der Mitte
(in Beginn des Aussentheils), ist stark gezackt oder gewellt
und in der Mitte weit nach aussen gebogen. Die dritte steht
unmittelbar vor dem Aussenrande, sie ist meist nur wenig
(unregelmässig) ausgebogen (gewellt), zuweilen ist sie, an ein-
zelnen Stellen, ziemlich stark gezackt. Die 2. Querlinie bildet
mit der 1. eine kaum als solche sich merklich abhebende,
breite Mittelbinde, oder sie bildet (auch) mit der. 3., die be-
sonders in der unteren Hälfte ziemlich weit von ihr getrennt
ist, eine Aussenrandsbinde. In dieser steht, zwischen den
Medianästen 1 und 2, ein kleiner, breit gelb umrandeter
Augenfleck mit grossem, weissem Mittelpunkt, der meist nur
wenige: schwarz umrandet ist. Darunter steht ein viel kleineres,
zuweilen nur rudimentäres Augenfleckchen, während im oberen
Theil 1—3 lichte (weissliche oder gelbliche) Pünktchen vor-
handen sind.
Die Fühler sind vorwiegend licht, gelbbraun, zuweilen
grau, mehr oder minder deutlich, an der oberen oder inneren
Seite dunkel geringelt. Die ziemlich langen, dicht und lang
behaarten Palpen sind tief dunkelbraun; ebenso gefärbt ist
die wollige Behaarung der Brust. Die Schienen und Tarsen
der dunklen Beine sind ganz licht, schmutzig lehmgelb
(bräunlich) gefärbt. Die Bauchseite des dunklen Hinterleibes
ist bei den &8& von Bolivien dunkelgrau, bei denen von Perü
braun gefärbt.
Maner. Cyclopella Stgr. n. sp. (an Cyclopinae var.??).
Es liegen mir eine kleine Anzahl (9). 88 aus Bolivien vor,
die bei Coroico von Garlepp mit der vorigen Art zusammen
(2000 m) gefangen wurden (andere sind von Chaco und San
Antonio); ich hielt sie zuerst für etwas kleinere, abändernde
Stücke der Cyelopina. Jetzt glaube ich, dass es eine davon
verschiedene Art, oder vielleicht eine konstante Zeitform der
Cyelopina ist. Diese 33—35 mm grossen Stücke unterscheiden
sich, ausser durch ihre etwas geringere Grösse, besonders
durch Folgendes von Cyelopina. Die zweite Querlinie auf der
Unterseite der Htfl. ist nur schwach gewellt, sie steht der
3. etwas näher und ist fast gleichmässig breit von ihr entfernt.
Der Augenfleck erscheint fast ganz gelb, da der weisse, nur
mit wenigen, schwärzlichen Schüppchen umgebene Mittelpunkt
wenig hervortritt. Der Aussenrandstheil ist diehter und breiter
grau bestreut als bei Cyclopina. Auf der Unterseite der Vdfl.
Ba a A al Sn Ze Hk 0 Lan
k he
142 Dr. O. Staudinger:
ist der Augenflecken bei Cyclopella kleiner, etwa nur halb
so gross wie bei Cyclopina; er hat im Verhältniss zum Schwarz
einen breiteren, gelben Ring. Alles andere ist ähnlich oder
es ändert bei beiden Arten ziemlich in gleicher Weise ab;
erst genaue Untersuchungen an Ort und Stelle können zeigen,
ob Cyelopella nur eine Zeitform, eine zufällige Aberration,
oder, wie ich glaube, eine von Cyelopina verschiedene Art ist.
Maner. Cyclops Stgr. n. sp.? Es liegen mir 3 von
Garlepp bei Bueyes im südlichen Bolivien (im Departemento
Santa Cruz), etwa 6—800 m hoch gelegen, gefangene 8
vor (von denen eins ganz schlecht ist), die sich durch Fol-
sendes von den vorhergehenden beiden Arten (Formen) so
unterscheiden, dass ich sie für eine davon verschiedene Art
halte. Diese 33—35 mm grossen Stücke sind auf der Unter-
seite der Htfl. im Aussentheil (fast) gar nicht grau bestreut.
Noch auffallender ist, dass die bei allen Stücken der vorigen
beiden Arten vor dem Aussenrande der Vdfl. stehende,
ziemlich gleichmässige, breite Binde (zwischen der 2. und 3.
Querlinie) hier in der Mitte stark eingeschnürt, bei einem &
direct etwas durchbrochen ist. Der untere Theil dieser Binde
ist, besonders bei einem 8, stark rostbraun angeflogen; die
Querlinien selbst sind intensiver (rost-) braun gefärbt; die
äussere scheint etwas stärker gewellt zu sein, während die
innere (2.), abgesehen von der Einschnürung, ähnlich schwach
gewellt wie bei Cyclopella ist. Der kleine Augenfleck ist bei
dem einen Cyclops-& fast ganz gelb, wie bei Cyclopella, bei
dem anderen führt er einen schwarzen Kern ohne weissen
Mittelpunkt, welcher letztere bei allen Cyclopina sehr deutlich
vorhanden ist. Der Augenfleck auf der Unterseite der Vdfl.
ist bei den beiden reinen Öycelops nur schwach weiss gekernt,
er ist etwas grösser als bei Cyclopella und kleiner als bei
Cyelopina.
Maner. Typhlops Stgr. n. sp. Von dieser Art sandte
Garlepp eine kleine Anzahl 88 aus allen von ihm besuchten
Theilen der Provinz Yungas (Depart. La Paz) ein, die etwa
2—3000 m hoch geflogen. Wir versandten diese Art als
Idioneura Erebina (in litt); es liegen mir zur Beschreibung
4 Stücke vor, je eins vom Rio Tanampaya, von Coroico, San
Antonio und Cillutincara, die 34—38 mm gross sind. Ober-
seite eintönig dunkel schwarzbraun (rauchbraun); Unterseite
etwas weniger dunkel, bräunlicher, mit 2 schwach gezackten,
dunkelbraunen Querlinien im Aussenrandstheil aller Flügel,
zwischen denen weisse Punkte stehen. Diese beiden Querlinien
Neue südamerikanische Tagfalter. 143
treten nur wenig hervor, noch schwächer ist die dritte, dunk-
lere Extrabasal-Querlinie der Htfl. zu erkennen. Vor dem
Aussenrande der Htfl. stehen bei 2 88 6—7 ziemlich deut-
liche weisse Punkte, bei den andern 88 sind deren nur
3—4 vorhanden; ebenso ändert die Zahl der etwas undeut-
licheren, weissen Punkte der Vdfl. (von 2—5) ab.
Maner. Thyphlopsella Stgr. n. sp. (an Tyyphlops var.?)
Zwei 23 und 29 mm grosse 558 von Tanampaya (Bolivien)
sind vielleicht nur eine kleinere (Zeit-) Form der vorigen Art.
Sie unterscheiden sich davon nur dadurch, dass sie ganz auf-
fallend kleiner sind, sowie dass ihre Unterseite, besonders die
der Htfl., weit lichter, grau angeflogen ist. In Folge der
lichteren Grundfärbung treten die dunklen Querlinien weit
deutlicher hervor, welche auch von denen der Typhlops
etwas verschieden zu sein scheinen. Auf allen Flügeln sind
je 4—5 deutliche, weisse Punkte im Aussentheil vorhanden.
Da die Gebrüder Garlepp bei Tanampaya nur in der trockenen
Zeit (Juni bis October) sammelten, so kann diese Thyphlopsella
kaum eine Zeitform, jedenfalls keine Form der nassen Zeit
sein. Es ist auch bis jetzt, soviel ich weiss, von Keiner süd-
amerikanischen Satyride ein Saison - Dimorphismus bekannt
oder nachgewiesen, wie dies bei manchen Arten des indo-
malayischen Faunengebiets der Fall ist.
Sabatoga Stgr. n. gen. Mirabilis Stgr. n. sp. Taf. V,
Fig. 2. Von diesem merkwürdigen Thier befanden sich 2
etwas beschädigte, aber nicht eben stark abgeflogene 85 in
der von mir gekauften Sammlung des verstorbenen Post-
sekretärs Thalenhorst (in Hamburg), die nach der darunter
steckenden Etikette bei Sabatoga in Columbien gefangen sind.
Wo dieser Ort in Columbien liegt, weiss ich nicht; ich ver-
muthe aber bestimmt, dass die Art sehr hoch (über 3000 m)
vorkommt. Sie passt in keine der bekannten Satyriden-
Gattungen hinein und stelle ich dafür die neue Gattung Saba-
toga (nach dem Fundort der Art so benanıt), durch folgende
Merkmale characterisirt, auf. Vdfl. mit lang ausgezogenem,
fast spitzem (schwach abgerundetem) Apicalwinkel und sehr
flach, segmentförmig gebogenem Analwinkel. Die Subcostalis
ist 5ästig, der 1. Ast entspringt vor dem Zellende, der 4.
läuft unmittelbar vor dem Apex noch in den Vorderrand aus.
Htfl. in der Mitte des Aussenrandes stumpfwinklig vor-
springend (ausgezogen), (was leider auf der Abbildung nicht
genau gemacht und zu wenig hervorgehoben ist). Das Geäder
ist dem von Idioneura Feld. (siehe Schatz Taf. 38) ähnlich,
144 a NO: Staudinger:
dete Form der Mittelzelle der Htfl.; die MDC ist länger als die
UDC und bildet mit ihr einen abgerundeten Winkel. Palpen sehr
lang, lang behaart mit (anscheinend) verhältnissmässig langem,
dünnem (lang behaartem) Endgliede. Fühler etwa von halber
Länge des Vdfls., dünn mit stark verdiektem, kurzen Kolben.
Augen nackt. Die kurzen Vorderfüsschen sind lang behaart
(wie die Brust, der Kopf und der Thorax), über das Ver-
hältniss der Länge der einzelnen Theile zu einander kann ich
nichts sagen.
Das abgebildete 8 von Sabatoga Mirabilis ist 37, das
andere & 41 mm lang. Vafl. matt braunschwarz mit einem
grossen, halb durchscheinenden, weisslichen Basal-Innenrands-
flecken und einem kleinen länglichen Subapicalflecken; die
schmutzigweisse Unterseite führt einen rostbraumen Apicaltheil
und Vorderrand, sowie eine (durchscheinende) schwärzliche
Binde hinter der Mittelzelle. Bei dem kleineren (abgebildeten)
& tritt die rostbraune Färbung, auch der Htfl., matter, grau-
gelbbraun, auf, während bei dem grösseren & die schwärzliche
Binde auf der Unterseite kaum als solche zu erkennen ist.
Die weisslichen Htfl. sind in der ganzen Innenrandshälfte,
im Basaltheil und am. Vorderrande so dicht dunkel, schwärzlich
braungrau bestreut, dass sie auch als dunkel mit einem grossen,
weisslichen Apical - Vorderrandsflecken bezeichnet werden
können. Dieser weissliche Theil ist aber dichter beschuppt
als die weissen Theile des Vdfls. und deshalb nicht (oder
kaum etwas) durchscheinend. Bei dem kleineren 8 stehen
3 schwärzliche Punkte in dem weisslichen Theil vor dem
Aussenrande, die beim anderen & ganz fehlen. Auf der
braunen Unterseite mit grauem Innenrandstheil stehen ober-
halb der Mediana, an den 5 Medianästen und an der unteren
Radialis ziemlich breite, matt silbern glänzende Streifen,
die zum Theil dunkelbraun begrenzt sind. Zwischen den
Rippen bemerkt man 5 schwarze Pünktchen, die beim kleinen
& deutlicher als bei dem grossen hervortreten; auf der Ab-
bildung sind die unteren 3 (sehr) kleinen vergessen. Sonst
ist die Abbildung gut und zeigt auf einen Blick, dass die |
Zeichnungen dieser Sabatoga Mirabilis von denen aller anderen
(mir bekannten) Satyriden so verschieden sind, dass sie allein
zur Aufstellung einer neuen Gattung genügen würden. |
Die lichten, gelbbräunlichen Fühler sind matt dunkel
geringelt, beim grösseren & nach oben und innen (eigenthümlich)
weisslich punktirt, mit (tief-) schwarzen, breiten Kolben.
besonders auch die nach aussen ziemlich gleichmässig abgerun- i
h
ü
A DE a rk DE hie lan Ed a FE
Neue südamerikanische Tagfalter. 145
Der Kopf und der Thorax sind lang grau behaart, etwas
bräunlich gemischt. Die lange Behaarung der langen Palpen
ist nach unten schmutzigweiss, besonders beim grösseren &
bräunlich gemischt, nach oben ist sie dunkel (schwärzlichbraun).
Die Brust ist weisslich behaart, nach vorn etwas bräunlich
gemischt; die Schienen und Tarsen der (mittleren und hinteren
langen) Beine sind lichtbräunlich. Der oben schwarze, schwach
(und kurz) weisslich behaarte Hinterleib ist an der Bauchseite
weissgrau, seitlich, besonders in der äusseren Hälfte, etwas
bräunlich gefärbt.
Oxeochistus Opalinus Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 10 (und
ab. Spoliatus Steger.) Von dieser schönen Art erlıielt ich
eine Anzahl in der Sierra Nevada bei Merida (Venezuela),
etwa in einer Höhe von 3—4000 m gefangener 8 d. (Grösse
45—55 mm; Oberseite dunkel rauchbraun (schwarzbraun) mit
einem grossen, rundlich ovalen, stark goldgrün glänzenden
Flecken vor dem Innenrande der Htfl. Unterseite der Vafl.
licht kastanienbraun, vor dem Aussenrande etwas dumkler,
mit liehterem, meist weissgrau bestreutem Vorderrandsflecken
vor dem Apex. Unterseite der Hifl. rostbraun, schwach
tiehter bestreut (im Innenrandstheil lichter behaart) mit
3 dunkler braunen Querlinien, an welchen mehr oder weniger
(zuweilen keine) lichtgelbe Fleckchen oder Streifen liegen,
und mit einer Reihe (sehr) verloschener Augenjlecken zwischen
den beiden äusseren Querlinien. Die dunkle Oberseite der
Vafl. ist im Basaltheil ein wenig lichter, bräunlich angeflogen ;
die mattschwarzen Fransen sind mehr oder minder stark
weiss gescheckt, oberhalb des Analwinkels bleiben sie stets
dunkel. Auf den Htfin. sind die Fransen lichter, bräunlich,
zuweilen bleiben sie ganz dunkel. Der prächtige, gold- oder
spangrün schillernde Flecken ändert sowohl in Grösse wie
Form etwas ab, besonders auch in der Intensität des Glanzes
und in der Färbung, je nachdem er beleuchtet ist. Meist ist
er schwach goldglänzend, nur an den Rändern spangrün; bei
einem & ist er fast ganz blaugrün. Nur bei einem etwas
abgeflogenen 8 ist er ziemlich verloschen, stark dunkel gemischt
und kleiner als sonst; es kann dies nicht eine Folge des Ab-
fliegens sein, da ich stärker abgeflogene Stücke erhielt, bei
denen der Flecken ebenso gross und fast ebenso glänzend wie
bei frischen Stücken ist. Auf der Unterseite der Vdfl. steht
vor dem Aussenrande eine schwach gezackte, dunklere Quer-
linie, hinter welcher der Aussenrand dunkler gefärbt ist, mit
Ausnahme des oberen Theils, wo er, hinter dem lichten
10
146; Dr. O. Staudinger:
Vorderrandsflecken, licht bräunlich bestreut ist. Vor der
dunklen Querlinie stehen meist einige ganz verloschene,
schwärzliche Pünktchen; bei einem 3 sind deren 4 deutliche
vorhanden, während bei anderen &8 keine Spur davon zu
sehen ist. Hinter der Mittelzelle steht am Vorderrande ein
verloschenes, lichtes Fleckchen, das sich zuweilen als ganz
verloschene, lichte, seitlich etwas dunkel beschattete Querlinie
nach aussen in die Flügelfläche hineinzieht.
Die Unterseite der Htfl. ändert ziemlich stark ab, be-.
sonders hinsichtlich der hellgelben Fleckchen. Dieselben sind
bei den meisten Stücken vorhanden, wenn auch selten so
zahlreich wie bei dem abgebildeten $. Bei etwa dem vierten
Theil der erhaltenen && fehlen diese auffallenden, lichtgelben
Fleckchen völlig, solche Stücke versandten wir als ab.
Spoliatus, welcher Name vielleicht für diese sich häufig
wiederholende, auf der Unterseite recht auffallende Aberration
beibehalten werden kann. Die 7 verloschenen Augenflecken
treten bei anderen Stücken noch verloschener als bei dem ab-
gebildeten 8 auf, meist sind sie deutlich schwarz gekernt.
Die Fühler ändern in der Färbung ziemlich ab, sie sind
licht oder dunkelbraun mit schwärzlichem Kolben, zuweilen
sind sie auf der Oberseite fast ganz schwärzlich angeflogen.
Auch die meist vorherrschend dunkel (schwärzlich) gefärbten,
langen Palpen sind bei einzelnen Stücken fast vorwiegend
licht; an der Aussenseite sind sie nach oben gelblich und
braun, an der Innenseite nach unten gelblich behaart. Die
Brust ist lang braungrau (olivbräunlich) behaart, die Beine
sind (vorwiegend) licht, bräunlichgrau; ebenso ist die Bauch-
seite des dunklen Hinterleibes gefärbt. Ox. Opalinus ist von
allen anderen Oxeochistus-Arten sehr verschieden.
Lymanopoda Marianna Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 6.
Von dieser neuen Art, die hinsichtlich der Färbung der Ober-
seite der vorigen sehr nahe kommt, erhielt ich nur 2 Stücke,
die mit der Ox. Opalinus zusammen bei Merida (Venezuela)
in dem hohen Gebirge gefangen wurden. Grösse 36 und 40 mm.
Oberseite schwarzbraun, die Vdfl. mit 3 weissen Subapical-
punkten, die Htfl. mit einem grossen, goldgrünen (spangrünen)
Innenrandsflecken, der noch die untere Hälfte der Mittelzelle
ausfüllt.e. Unterseite der Vdf. dunkel kastanienbraun mit
lichterem, braungelbem Apicaltheil, vor dem 3 weisse Punkte
stehen und 2 schwarzen, weiss punktirten Augenflecken
zwischen den 3 Medianästen, Unterseite der Htfl. braungelb,
braun marmorirt mit (2) bindenartigen, dunkleren (braunen)
Neue südamerikanische Tagtalter. 147
und (2) lichteren (weissgrauen) Zeichnungen, sowie 4—5
kleinen, schwarzen, weiss punktirten Augenfleckchen (Punkten)
im Aussentheil. Die gute Abbildung macht eine genauere
Beschreibung unnöthig; ich vermuthe, dass der schöne, gold-
grün schillernde Innenrandsflecken auf der (noch nicht kolo-
rirten) Abbildung ebenso wenig wie bei der vorigen Art
richtig wiedergegeben werden kann. Die auf der Unterseite
der Vdfl. untereinander stehenden beiden Augenflecken sind
von einem lichter braunen Flecken umgeben (der die fehlende
Iris ersetzt). Die Unterseite der Htfl. ist bei dem abgebildeten,
kleineren 8 etwas lichter (gemischt) als bei dem grösseren
ö, das noch einen lichteren Basalfleck am Vorderrande und
hinter der Mitte 5 (statt 4) weisse, ganz wenig schwarz um-
randete Augenpunkte hat.
Die schwarzen Fühler sind (nach innen) grell licht
(weiss) geringelt. Die Palpen sind licht, schmutzig graubraun
und schwärzlich gemischt (behaart), nach innen sind sie im
oberen Endtheil fast ganz schwärzlich. Die lang behaarte
Brust und die Beine sind lieht schmutzigbraun (braungelb);
der dunkle Hinterleib ist auf der Bauchseite lichtgrau behaart.
Lym. Marianna ist am besten bei Labda Hew. und Ferruginea
Butl. einzureihen, mit deren Unterseiten die ihre in der
Färbung und Zeichnung (einige) Aehnlichkeit hat.
Lyman. Galactea Stgr. n. sp.; Lactea Steger. Taf. V,
Fig. 12. Diese schöne Art wurde von dem vortrefflichen
Sammler Garlepp bei Cillutincara (Provinz Yungas, Depart.
La Paz (Bolivien), etwa 3000 m hoch, in einiger Anzahl in
beiden Geschlechtern gefangen. Die Thierchen flogen niedrig
und langsam auf und an den Wegen im Hochwald, sassen
auch an den Wasserlachen. Auf der Tafel ist für diese Art
aus Versehen der Name Lactea angegeben; da Hewitson bereits
1862 eine andere Lymanopoda (aus Columbien) Lactea benannte,
so kann derselbe Name für diese neue Art nicht bleiben.
Grösse 32—40 mm; Grundfärbung schwach glänzend weiss
(gelblichweiss) mit schwärzlich angeflogenem Basaltheil. Die
Vai. führen einen breiten, schwarzen Apical-Aussenrands-
flecken, der bis zum 1. Medianast hinabgeht, und @n dem 4
weisse Fleckpunkte stehen. Auf der Unterseite ist derselbe
kleiner, der Apicaltheil ist hier bräunlich (mit 3 vor dem-
selben stehenden, weissen Punktfleckchen), der untere Theil
ist in 2 schwarze, weiss gekernte Augenflecken aufgelöst. Der
hier braune Vorderrand ist auf der Oberseite nur im Basal-
theil bräunlich, sonst grau. Die weissen Htfl. mit schwarzer
10*
143 Dr. O. Staudinger:
Limballinie zeigen unter dem Apex einen (meist ziemlich
grossen) schwarzen Aussenrandsflecken, unter dem nach innen
gewöhnlich ein kleinerer, schwarzer Flecken steht, dem bei
dem abgebildeten & 5 Fleckpunkte folgen. Diese Punkte
können theilweise oder alle fehlen; ein grosses 3 hat nur den
Aussenrandsflecken. Die dunkelbraunen, bindenartigen Zeich-
nungen der gelblichweissen Unterseite mit 3—6 Augenpunkten
werden durch die Abbildung am besten deutlich gemacht.
Die braunen Binden sind zuweilen etwas aufgelöst, bei einem
8 sind sie linienartig schmal, besonders die äusserste. Ge-
wöhnlich sind 5 deutliche, weisse, gering schwarz umrandete
Augenpunkte vorhanden die bei einem & ziemlich gross, bei
anderen punktartig klein sind. Die 3 oberen, welche im
äusseren Theil der mittleren, braunen Binde stehen, treten auf
der Abbildung nicht deutlich genug hervor.
Die Weibehen der Lym. Galactea sind auf der Oberseite
matter weiss mit etwas weniger grossen, braunschwarzen
Flecken der Vdfl., in welchen meist nach unten ein 5. bei
einem Stücke ganz oben noch ein 6. weisser Punkt steht.
Auf der gelblicheren Unterseite ist der schwarze Flecken fast
ganz bräunlich angeflogen, nur die nach unten stehenden
beiden Augenflecken sind hier schwarz. Die Htfl. sind ohne
schwärzliche Aussenrandslinie, der Aussenrandsflecken ist
kleiner, während die darunter stehenden 4 Fleckchen grösser
als beim 3 sind. Bei einem aberrirenden 2 sind alle 5 Flecken
ganz klein (rudimentär) geworden. Recht verschieden ist die
Unterseite der Htfl. des 2, schmutzig braungelb gewölkt, in
der Basalhälfte dunkler (graubräunlich) mit ehterem Streifen
in dem unteren, hinteren Ende der Mittelzelle. _ Dadurch
wird eine Art am Innenrande sehr breiter, dunkler Mittel-
längsbinde (der mittleren des & entsprechend) hervorgebracht,
in deren äusseren, fast ganz verloschenen Theil die 3 Augen-
fleckchen stehen, von denen nur das innere als solches deutlich
erkennbar ist; bei dem aberrirenden 2 fehlen alle 3 Flecken
ganz. Die beim ö vor dem Aussenrande stehende, braune
Binde ist bei den 22 äusserst rudimentär angedeutet; sie
fehlt bei dem aberrirenden 7 ganz, bei dem die davorstehenden
2 Augenfleckchen nur durch 2 dunkle Pünktchen ange-
deutet sind.
Die schwarzen Fühler sind scharf weiss geringelt; bei
dem $ werden sie bräunlich. Die bräunlichen, weiss gemischten
Palpen sind im Basaltheil sowie an der Innenseite vorwiegend
weisslich behaart; die kürzeren, kürzer behaarten Palpen des ®
Neue südamerikanische Tagfalter. 149
sind fast ganz bräunlich. Die Brust, die Hüften und die
Schenkel sind weisslich behaart, die lichten Schienen und
Tarsen sind nach aussen etwas bräunlich angeflogen; bei den
22 ist hier alles braun. Der schwarze Hinterleib ist auf
der Bauchseite schmutzig lichtgrau, beim 2 braun.
Lym. Galactea ist auf der Oberseite von der ihr hier
ähnlichen L. Nivea Stgr. aus Ecuador leicht durch das Fehlen
des grossen, schwarzen Fleckens am Ende der Mittelzelle der
Vdfl. zu unterscheiden; auch hat Nivea ganz weisse Htfl.,
deren vom Galactea-3 ganz verschiedene Unterseite etwas
an die des Galactea-$ erinnert, aber viel: lichter ist. Die
mir in Natur unbekannte L. Lactea Hew. aus Columbien
hat spitze, unter dem Apex schwach am Aussenrande ein-
gebogene Vdfl., einen schmäleren, schwarzen Apical-Aussen-
randstheil der Vdfl. mit isolirten Augenflecken zwischen den
Medianästen 2 und 3, fast ganz weisse Htfl. mit 3—4 schwarzen
Pünktchen und schwarzen Rippenenden, sowie einer Unterseite,
die der der L. Nivea ähnlich ist, aber 7 schwarze Aussen-
randspunkte führt.
Anaea Anna Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 8. Von dieser
prächtigen Art fand der eifrige Sammler Otto Michael 1891
ein etwas beschädigtes, 56 mm grosses & bei Sao Paulo de
Olivenca, 1895 fing er ein zweites, ganz reines (nur mit
kleinem, im rechten Htfl. fehlendem Stückchen), 53 mm grosses
ö bei Iquitos, am oberen Amazonas. Ich benenne diese
schöne Art nach der Frau des Entdeckers, die ihn auf seiner
dritten Reise nach dem Amazonas-Gebiet begleitete und die
jetzt noch dort mit ihm weilt. Oberseite dunkel (schwarz-)
blau, mehr oder minder grünblau glänzend, mit einem grossen,
breiten, hell purpurrothen Flecken hinter der Mitte der VAR.
Der dunkle Basal-Innenrandstheil der Vafl. glänzt bei gewisser
Beleuchtung prachtvoll grünblau, während der dunkelblaue
Apical-Aussenrandstheil nur schwach glänzend ist. Der bei
keiner anderen Anaea-Art vorkommende grosse, rothe, binden-
artige Flecken ist bei dem grösseren (nicht abgebildeten) &
nur wenig verschieden (etwas breiter); bei diesem & treten
noch im Endtheil der Mittelzelle 2 übereinander stehende,
verloschene, rothe Fleckchen auf. Die Htfl. haben einen
chokoladengrauen, nach innen stark bräunlichgrau behaarten
Innenrandstheil, hinter demselben ist der grösste Theil der
Flügelfläche mit (groben) grünblauen Schüppchen ziemlich
dicht bestreut. Die Unterseite der Flügel ist ganz eigenthümlich
röthlichbraun (chokoladenbräunlich) gefärbt, auf den Vafin.
150 - Dr. ©. Staudinger:
ist etwa das Basaldrittheil, auf den Htfln. der grösste Theil
der Flügelfläche schwärzlich gewölkt und theilweise, besonders
um die Rippen herum, weissgrau bestreut. Vor dem Aussen-
rande der Vdfl. stehen beim abgebildeten & 5 nicht stark
hervortretende, weisse Pünktehen, von denen bei dem anderen
ö nur 2 (der 2. und 3. von oben) vorhanden sind. Die (von
den Htfin. bedeckte) Basalhälfte des Innenrandes der Val. ist
gelbgrau mit lichtgelbem (von den Htfin. theilweise nicht be-
decktem) Fleck unter dem Anfang der Mediana. Vor dem
unteren Theil des Aussenrandes der Htfl. stehen etwa 4 ganz
kleine, lichte (weissliche) Pünktehen, die nach hinten etwas
schwärzlich begrenzt sind. Diese lichten Pünktchen fehlen
auf der Abbildung, welche sonst die eigenthümlich schwärzlich
und licht gewölkten Zeichnungen der Unterseite gut wieder-
giebt. (Ob der Kolorist auch die röthlichbraune Grundfärbung
ähnlich so treffen wird, ist mir fraglich.)
Die schwarzen Fühler haben einen röthliehbraunen
Kolben und eine bräunliche, fein dunkel geringelte Innen-
(Unter-)seite, deren Basaltheil weissgrau ist; beim grösseren
8 sind die Fühler weniger braun, bei diesem ist die ganze
Aussenseite grau, dunkel geringelt. Die schwarzen Palpen
sind nach aussen und innen braun gestreift, sie sind überall
so stark weiss gemischt, dass sie grau erscheinen. Die
schwarzen Beine sind ebenso dicht weiss gemischt, die Tarsen
sind schwarz, grell weiss geringelt. Der schwarze Thorax
ist zum grössten Theil, besonders die vordere Hälfte des
Mesothorax, schön moosgrün behaart. Der (kurze) schwärz-
liche Hinterleib ist ganz schwach grünlich angehaucht, seine
Bauchseite ist in der Basalhälfte licht-, in der Aussenhälfte
dunkelgrau.
An. Elina Steger. n. sp. Taf. V, Fig. 9. Ich erhielt nur
ein, 50 mm grosses, etwas beschädigtes, aber sonst frisches 6,
das am Rio Dagua, der sich im westlichen Columbien in den
Stillen Ocean ergiesst, gefangen sein soll. Ich glaube ein
zweites Stück dieser schönen Art in der Sammlung des Herrn
Professors Dr. Thieme in Berlin (der auch in diesem Theile
Columbiens reiste) gesehen zu haben. Oberseite schwarz, die
Vafl. mit einer breiten, vom Vorderrande bis fast zum Anal-
winkel ziehenden, orangebraunen Mittelbinde und mit schwach
dunkel blaugrün angeflogenem Basaltheil. fl. mit kurzem
Schwanzzacken und einem grossen, grünblau glänzenden
Flecken vor der unteren Hälfte des Aussenrandes. Unter-
seite bräunlichgrau (chokoladenbräunlich) mit schwärelich
Neue südamerikanische Tasfalter. 151
und Zehlgrau gewölkten (gemischten) Zeichnungen, die denen
der vorigen Art ganz ähnlich (gleich) sind. Der breite,
mittlere Theil der Vafl. (unter der orangebraunen Binde der
Oberseite gelegen) ist (weit) lichter als der graubräunliche
Aussenrandstheil; er ist fast (etwa) violettweisslich zu nennen
und ist mit dunkleren, bräunlichen Punkten bestreut, die auf
der Abbildung ganz vergessen sind. Auf den Htfin. steht vor
dem Schwanzzacken ein schwärzliches, etwas grau. gemischtes
_ Fleekchen, über dem sich ein kleinerer Punktfleck befindet.
Die schwarzen Fühler haben eine dunkelbraune Unter-
seite, die etwas licht geringelt ist; auch das Ende des Kolbens
ist auf der Oberseite dunkelbraun. Die Palpen sind dunkel-
braun, stark weisslich gemischt mit schwärzlichem Streifen
nach aussen und innen. Die Beine, der Thorax und der
Hinterleib sind ähnlich wie bei der vorigen Art gefärbt.
Trotz der fast gleich gezeichneten, auch ähnlich gefärbten
Unterseite ist diese Anaea Elina (nach der, mir befreundeten,
eben so liebenswürdigen wie als Sängerin ausgezeichneten
Elina Vandär aus Finnland benannt) eine sicher von An. Anna
verschiedene Art. Ausser anderen Unterschieden sind es
besonders die am Vorderrande selbst beginnende, braune (statt
rothe) Binde der Vdfl., der auffallende Schwanzzacken und
der grosse, blaue Flecken der Htfl., die es verbieten, Elina
für eine Lokalform der Anna zu halten.
u S-
Drei neue paläarktische Lepidopteren
beschrieben von
Dr. 0. Staudinger.
Colias Tamerlana Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 1 und 3.
Von dieser interessanten neuen Colias-Art erhielten wir im
vorigen Jahre eine Anzahl ganz reiner Stücke, die Ende Juli,
Anfang August im östlichsten Tian-Schan-Gebirge (nördlich
von Chamyl), etwa 2000 m hoch, gefangen wurden. Col.
Tamerlana steht der Col. Cocandica Ersch. am nächsten, sie
kann für eine ganz dunkle Lokalform derselben gehalten
werden; nach Hunderten von unter einander stark abändernden
Col. Cocandica, die ich aus sehr verschiedenen Theilen Central-
asiens erhielt, ziehe ich es vor, sie als eigene Art anzusehen.
Col. Tamerlana ist 40—49 mm, meist 44—45 mm gross;
durchschnittlich ist sie etwas grösser als Col. Cocandica, deren
mir vorliegende Stücke 36—45 mm gross sind. Die Oberseite
der Flügel ist dunkel grauschwarz, mehr oder minder gelbgrün
gemischt mit gelbgrünlichen Aussenrandsstreifen oder Flecken
und einem so gefärbten (weiss) streifenartigen Flecken im
Basaltheil der Hıfl. Die Unterseite der Vaft. ist licht- (blau-)
grau mit schwarzen Aussenrandsflecken und schwarzem,
weissgekerntem Mittelflecken; die der Atfl. ist gelbgrün mit
weisslichem, bräunlich umrandetem Mittelfleck und dunklen
(schwärzlichen) Aussenrandsflecken, hinter denen der Aussen-
randstheil lichter, grau oder fast schwefelgelb wird. Die gute
Abbildung eines Pärchens der Col. Tamerlana macht eine
genaue Beschreibung unnöthig, doch lasse ich einige Angaben
über ihre Variabilität und Unterschiede von der (weit stärker
abändernden) Col. Cocandica folgen. Die 88 sind selten auf
der Oberseite stark oder gar vorwiegend grün (gelbgrün)
gefärbt, welche Farbe dann stets dicht dunkel bestreut ist.
Bei den 2% ist die Basalhälfte der Vdfl. gewöhnlich vor-
wiegend licht, sie ist aber bei einzelnen 22 ebenso dunkel
wie bei den 88. Die lichten Aussenrandsstreifen der Vafl.
sind bei dem abgebildeten 2 (nach innen) fleckenartig breit
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Drei neue paläarktische Lepidopteren. 153
geworden; bei den meisten 2% sind sie streifenartig, bei ein-
zelnen && fehlen sie theilweise ganz, während die vorhan-
denen hier linienartig schmal geworden sind. Dahingegen
sind die lichten Aussenrandszeichnungen der Htfl. meist flecken-
artig, sie sind beim abgebildeten 5 am schmalsten, streifartig.
Vom lichten, meist mattgelblichen Mittelfleck (der zuweilen
doppelt ist), am Ende der Zelle, zieht sich fast bei allen
Stücken ein grüngelblicher Streif nach der Basis hinein, was
bei meinen Cocandica nie der Fall ist. Bei diesen ist auch
die lichte, gelbgrüne Oberseite sehr selten annähernd so dunkel
bestreut wie bei den lichtesten Tamerlana. Die lichten
Flecken im dunklen, meist scharf abgeschnittenen Aussen-
randstheil der Vdfl. von Cocandica sind sehr selten so streifen-
artig schmal, wie stets beim Tamerlana-. Auf der Unter-
seite, wo die Cocandica unter einander fast noch stärker als
auf der Oberseite abändern, ist Col. Tamerlana durchschnittlich
deutlicher gezeichnet, d. h. die dunklen Aussenrandsflecken
treten viel kräftiger (dunkler) hervor, sie sind nach aussen
meist schärfer licht (gelblich) begrenzt, und es zieht sich von
ihnen eine oft ganz scharfe, gelbe Linie in den Aussenrand
hinein. Die Fühler sind etwas lebhafter violettroth als bei
Cocandica gefärbt, sonst sind sie, wie alle anderen Körper-
theile, den entsprechenden der Cocandica so ähnlich, dass ich
nichts darüber sage. Die von Herrn Grum Grschimailo aus
dem Tian-Schan kurz beschriebene Colias Cocandica var. Maja
ist auf der Oberseite ganz licht graugrün gefärbt und deshalb
- gar nicht mit Tamerlana zu verwechseln. Gerade ihr Vor-
kommen im Tian-Schan, wo sie die Cocandica vertritt, scheint
mir dafür zu sprechen, in Col. Tamerlana eine von Cocandica
verschiedene Art zu sehen. Da Col. Cocandica wahrscheinlich
eine (die centralasiatische) Lokalform der hochnordischen
Col. Nastes ist, und diese eventuell für die nordische Form
der alpinen Col. Phicomone gehalten werden kann, so Kann
auch Col. Tamerlana für eine grosse, ganz verdunkelte Cocandica
angesehen werden.
Jolaus Jordanus Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 5. Diese
interessante Art wurde vor einigen Jahren von Herrn Paulus
im Jordanthal (Palästina) entdeckt, wo sie von Ende August
bis Ende September fliegt. Sie ist keiner mir bekannten
paläarktischen oder exotischen Art ähnlich; ich stelle sie einst-
weilen zur Gattung Jolaus Hb., in der heute von einander
recht verschiedene Arten untergebracht sind, die später sicher
von einem Systematiker in verschiedene (zum Theil neue)
154 Dr. O. Staudinger:
Gattungen vertheilt werden. Mit dem auf der Oberseite sehr
verschiedenen Jolaus Helius Fab. aus West-Afrika, nach
welcher Art Hübner die Gattung Jolaus aufstellt, hat dieser
Jordanus eine etwas ähnliche Zeichnungsanlage der Unterseite,
während seine Oberseite einige Aehnlichkeit mit Jol. (Hypoly-
caena) Caeculus Hopff. aus Ost-Afrika hat. Grösse 27—32 mm;
Oberseite der Vdfl. violettblau mit breitem, mattschwarzen
Apical-Aussenrandstheel, der beim 8 noch breiter als beim
(abgebildeten) 2 ist und der den grössten Theil der Flügel-
fläche einnimmt. Der Vorderrand ist dunkelgrau, beim
dunkler als beim 2, wo er in der Basalhälfte einige bläuliche
Schüppchen zeigt. Die Htfl. sind matt schwarz, in der Innen-
rands-Basalhälfte beim 2 stark, beim & schwach vöolettblau
beschuppt. Im Analwinkel steht vor dem sehr langen, tief
schwarzen, weiss umsäumten Schwanz ein (schwach) glänzender,
spangrüner Flecken, darüber steht ein schwarzer, etwas
bläulich bestreuter, dann folgt, oberhalb des kürzeren, dünneren
Schwanzes ein tiefschwarzer, nach innen matt lehmgelb be-
grenzter Flecken. Auch vor den beiden unteren Flecken
stehen bei einigen Stücken (besonders® 2) lehmgelbeSchüppchen.
Vor diesen (3) Aussenrandsflecken steht beim 2 breite, beim
ö schmale, lichtblaue Färbung, die durch eine dunkle Quer-
linie von der blau bestreuten Grundfläche getrennt wird. Das
ö hat etwa bei '/ der Länge des Vorderrandes, dicht unter
demselben, einen ziemlich grossen, ovalen, tief schwarzen Duft-
schuppenflecken. Die Fransen aller Flügel sind (schmutzig)
weiss, vor ihnen steht eine schwarze, sich (namentlich auf
den Vdfin.) wenig hervorhebende Limballinie. Die Unterseite
aller Flügel ist licht vöolettgrau mit einer kurzen, schwarzen
(Juerlinie am Ende der Mittelzelle der Vdfl. und einer
schwarzen, auf den Vdfin. unterbrochenen, auf den Htfin. im
Analwinkel stumpf W-förmig gebogenen Querlinie im Beginn
des Aussentheils. Dahinter folgt eine matt schwarze Querlinie,
die auf den Vdfln. nicht bis zum Vorderrande geht; vor den
weissen Fransen steht eine tief schwarze Limballinie.. Am
Aussenrande befindet sich im Analwinkel und oberhalb des
kurzen Schwanzes je ein schwarzer, nach innen ockergelb (breit)
begrenzter Flecken, zwischen beiden stehen 2 spangrüne, nach
innen ein wenig ockergelb begrenzte Fleckchen; auch der
obere Theil des schwarzen Analfleckens ist stark spangrün
bestreut.
Die schwarzen Fühler sind weiss geringelt, nur der
Kolben bleibt ganz schwarz. Der Scheitel ist grau, die Stirn
Drei neue paläarktische Lepidopteren. 155
weiss, in der Mitte grau; die weissen Palpen werden nach
dem Ende zu grau. Die Beine sind weiss mit schwach grau
geringelten Tarsen der mittleren und hinteren Beinpaare.
- Der Prothorax und die Flügeldecken sind grau, der andere
Theil des Thorax ist violettblau beschuppt. Der Hinterleib
ist oben matt dunkelgrau, unten weisslich (grauweiss).
Hypopta? Vaulogeri Stgr. n. sp. Taf. V, Fig. 13. Von
dieser neuen Art fand Mr. Vauloger de Beaupr& ein ganz
frisches 2 bei Chellala in der Provinz Algier, das ich dem
eifrigen Entdecker mancher neuer Arten zu Ehren benenne.
Ob diese Art zur Gattung Hypopta, zu Endagria oder zu
einer anderen Cossiden-Gattung gehört, kann erst durch das
8 festgestellt werden. Von allen mir vorliegenden Cossiden
hat Hyp. Vaulogeri nur mit der Endagria Agilis Chr. aus
Tarkmenien einige Aehnlichkeit, besonders wegen der unbe-
stimmten, braungrauen Färbung und der nicht scharf begrenzten
Zeichnungsanlage. Das vorliegende Hyp. Vaulogeri-? ist
38 mm gross. Die Vafl. sind bräunlichgrau mit weissgrauem
Vorderrandstheil, weissgrauem Fleckstreif vor dem Innenrande
und weisslichen, dunkel gescheckten Fransen. Die Ht/l. sind
schmutzig braungrau mit etwas bichteren, in ihrer äusseren
Hälfte fast weisslichen Fransen. Die liehtgraue Unterseite
aller Flügel ist ziemlich dicht bräunlich bestreut, auf den
Vdfin. ist die Mittelzelle lang braungrau behaart, der Vorder-
rand ist weisslich und braun gestrichelt und die weisslichen
Fransen sind in ihrer Aussenhälfte dunkel gescheckt. Die
Abbildung der Oberseite macht eine genauere Beschreibung
unnöthig; auf derselben ist der hinter der Basis, vor dem
Innenrande stehende, weissgraue, von der Submediana durch-
schnittene, dunkle Flecken nicht genug hervorgehoben. Vom
äusseren, oberen Ende dieses Fleckens zieht sich eine ver-
loschene, licht (matt) bräunliche Fleckbinde schräg nach dem
Apex hinauf, die nicht ganz genau auf der Abbildung dar-
gestellt ist, sie hebt sich auch nur wenig hervor. Der Theil
hinter ihr, bis zur bräunlichen Limballinie vor den Fransen,
ist nieht bräunlich, sondern braungrau, schwärzlich bestreut.
Die Fühler sind dicker als auf der Abbildung und ganz
lichtbraun ; sie sind ähnlich wie bei Hyp. Thrips-?, aber nur
borstenförmig, nicht ganz schwach gezähnt wie bei Thrips.
Die ziemlich behaarten Palpen ragen ein wenig über die Stirn
hinaus, sie sind behaarter und etwas länger als die des Hyp.
Caestrum-?, auch sind sie merklich länger als die von End.
Asilis-& (von welcher Art ich viele 8, aber kein $ erhielt).
156 Dr. O. Staudinger.
Der Thorax ist ähnlich dicht und rauh behaart (beschuppt)
wie bei End. Agilis und Hyp. Thrips; bei Hyp. Caestrum
ist er viel glatter behaart. Die Brust, die Hüften und die
Schenkel sind ziemlich langwollig, licht braungrau behaart;
die glatt behaarten Schienen und Tarsen sind licht, matt
dunkel gescheckt. Der (lange) licht bräunlichgraue Hinterleib
hat einen spärlichen, kurzen Afterbüschel, aus dem das (letzte)
hornige, breit abgeschnittene Segment hervorragt, aus diesem
ragt die mit steifen, kurzen Haaren (Borsten) besetzte Lege-
röhre, etwa 1 mm lang hervor. Ich glaube, dass Hyp. Vaulogeri,
wegen der recht ähnlichen Färbung und Zeichnung, mit Agilis
in eine Gattung gesetzt werden muss, also zu Endagria, falls
Asilis wirklich eine echte Endagria ist. Hyp. Vaulogeri ist
besonders durch den langen, breiten, weissgrauen Vorderrands-
theil der Vdfl. und die verloschene, bräunliche, im Aussenrands-
theil stehende Schrägbinde leicht von Agilis zu unterscheiden.
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? * er >
Sächsische Aberrationen
von
Eduard Schopfer.
Im Anschluss an meine vorjährigen Notizen (siehe „Iris“
Bd. IX, Seite 319) lasse ich einige abweichende Spanner-
arten folgen.
Hybernia Leucophaearia Schiff. Neben der Stammform
unterscheidet man noch ab. Marmorinaria Esp. und ab. Fune-
braria Th. Mieg.
Im Kgl. Grossen Garten zu Dresden findet man diese
drei Formen den ganzen März hindurch an Baumstämmen
sitzend vor und zwar sowohl Marmorinaria wie Funebraria
gar nicht selten. Abgesehen von verschiedenen Uebergängen
habe ich selbst in diesem Jahre 27 Marmorinaria und 18 Fune-
braria gesammelt.
Die Aberration, welche ich erwähnen will und die ich
am 8. März d. J. fing, stellt eine Verschmelzung beider
Varietäten dar. Dieses Exemplar trägt die dunkle Färbung
von Funebraria und ist ausserdem mit den breiten, tief-
schwarzen Binden von Marmorinaria versehen.
Zur Naturgeschichte des Falters will ich noch bemerken,
dass Leucophaearia zu sehr verschiedenen Tageszeiten in der
Entwickelung anzutreffen ist, am häufigsten jedoch Vormittags
von 11 Uhr an oder von 5—6 Uhr Abends. Die 2% findet
man am Tage meistens nur ganz unten an Baumstämmen.
Die Grösse des Falters ist sehr verschieden. Ich besitze
z. B. ein Stück, das gespannt nur 2 cm misst, dagegen mehrere
Exemplare, die eine Flügelspannung von 3'/, cm aufweisen.
Phasiane Clathrata L. Eine hübsche Varietät dieses
Spanners fing ich am 30. Mai d. J. in Klein - Zschachwitz.
Der Falter hat bei vollständig gelber Grundfärbung auf den
Vorderflügeln vier, auf den Hinterflügeln drei unregelmässige
Querbinden und wird wohl als zur ab. Cancellaria Hüb. ge-
hörig betrachtet werden müssen, wenn auch die Abbildung
158 Eduard Schopfer: Sächsische Aberrationen.
von Cancellaria im Hübner’schen Werke weisse Grundfarbe
aufweist.
Anaitis Plagiata L. Eine interessante Form dieses
Thieres fand ich am 8. Juni d. J. in Kaitz am Schutzkorbe
eines jungen Obstbaumes.
Bei diesem Stück sind die Querbinden zusammengeflossen
und bilden ein dunkles Mittelfeld mit einem dunkelbraun ein-
gefassten, nierenförmigen, helleren Fleck nach dem Vorderrande
zu. In der Kgl. Sammlung zu Dresden befindet sich auch ein
Exemplar mit stark genäherten Binden, die sich sogar an ö
einer Stelle berühren; dies Stück kann als Uebergang zu
meiner Varietät angesehen werden.
Dass der Spanner sich stets kopfabwärts an Baum-
stämme etc. setzen soll, ist nicht zutreffend. Ich habe ihn
oft mit dem Kopf nach oben ruhend angetroffen, was auch
bei der eben beschriebenen Aberration der Fall war.
-—
Beschreibung einiger Aberrationen
aus meiner Sammlung
von
Pastor R. Pfitzner in Sprottau.
De a u Do
u
1. Anth. Cardamines @. Ein zwerghaft kleines Exemplar
(31 mm), gefangen bei Sprottau, Mai 96.
2. Polyom. Dorilis 2. Albinismus des linken Vorder-
flügels, bei welehem oben und unten das Roth in Weissgrau
verwandelt erscheint. Das Exemplar ist auf einer feuchten
Waldwiese des Sprottauer Hochwaldes gefangen. (Mai 95.)
Bei einem zweiten $ ist die schwarze Beschattung der
Vorderflügel ganz verschwunden und die Grundfarbe ein grelles
(elbroth, ähnlich wie beim Virgaureae-?. Fundort: Sprottau.
3. Apatura Iris 5. In der von mir 1888 zum grössten
Theil angekauften Sammlung des Herrn von Müller, welcher
in Ostpreussen und in der Ober-Lausitz gesammelt hat, steckte
eine sehr auffallende Aberration des gewöhnlichen Schiller-
falters. Alle weissen Zeichnungen, Fleeken wie Binden sind
von einem ‘lebhaften Rosenroth (wie bei Euphorbiae var.
Rubrescens), welches auch auf die Unterseite durchschlägt.
de ee a nn. nn
r ch ur aka rn a hl L r, wie ie I Pen W y > Zu» u A SE u)
aan en are Ba a er a ae a sel ae aid
R. Pfitzner: Beschreibung einiger Aberrationen. 159
Die hellere Randbinde der Hinterflügel ist lebhaft zimmtbraun
bestäubt, besonders in ihrem oberen Theil, und die zimmt-
braune Zeichnung zwischen der (rosa) Mittelbinde und dem
Aussenrande, welche bei normalen Stücken nur angedeutet
ist, tritt lebhafter hervor. Ueber die Herkunft des Stückes.
fehlte leider jede Andeutung.
4. Ap. Iris ab. Jole 5, Uebergang. Dieses Exemplar ist
dadurch merkwürdig, dass die weisse Zeichnung auf beiden
Flügelhälften verschieden ist. Rechts sind auf dem Vorder-
flügel die weissen Flecke noch vorhanden, nur bedeutend ver-
kleinert, die Binde des Hinterflügels ziemlich vollständig, links
zeigt der Vorderflügel nur 3 vereinzelte, weisse Punkte, an der
Binde des Hinterflügels ist nur knapp die hintere Hälfte wahr-
nehmbar. Gleichfalls aus der von Müller’schen Sammlung.
5. Vanessa Cardui 5. Ein Stück von auffallend
feuriger Färbung, besonders im Mittelfeld der Vorderflügel,
welche von einem lebhaften Weinroth überhaucht erscheinen.
Auch das Gelbgrün der Hinterflügel erscheint intensiver,
ähnlich wie bei Pyr. Virginiensis, während das Stück im
ganzen fast im Farbenton der Pyr. Terpsichore, die ich aus
Südbrasilien erhielt, gleichkommt. Ich fing. dieses schöne
Stück im Juli 1894 (einem besonders heissen Tage) auf einer
sonnenglühenden Heide bei Rothenburg in der Ob.-Lausitz. In
der Sammlung des Herrn Dr. Staudinger erinnere ich mich ähn-
liche Exemplare, doch weniger intensiv gefärbt, gesehen zu
haben. Als Vaterland derselben wurde mir Algier angegeben.
6. Arg. Selene. “Ein melanotisches Exemplar mit breit-
schwarzen Aussenrändern von mir gefangen am 3. Juni 1895
auf einer feuchten Wiese bei Sprottau. 2. andere (darunter
ein ganz schwarzes Stück) aus der Coll. v. Müller.
7. Satyrus Aleyone. Bei Rothenburg in der Ob.-Lausitz
fing ich im Juli 92 ein 2, welches sich lebhaft von normalen
Stücken unterscheidet. Der Ocellus in der Spitze der Vorder-
flügel ist vollständig verschwunden, nur in der Binde des
rechten Vorderflügels findet sich noch eine Andeutung in Gestalt
eines kaum sichtbaren Pünktchens. Eben dasselbe gilt von
den beiden Augen im mittleren Theil der weissen Binde.
Dagegen sind die die Binden durchziehenden Adern sehr scharf
ausgeprägt und in der Spitze breit dunkel angelegt. Dieser
Umstand im Verein mit dem Fehlen der Augen giebt dem
Stück ein fremdartiges Ansehen. — An demselben Flugort
am 18. 7. 93 eine männliche Zwergform (40 mm).
160 R. Pfitzner: Beschreibung einiger Aberrationen.
8. Epin. Janira. 3 albinetische Exemplare. 1 8 (Coll.
v. Müller) hat bei normalen Vorderflügeln einfarbig weiss-
graue Hinterflügel. Ein zweites ö, von mir auf feuchter Wald-
wiese bei Rothenburg O.-L. erbeutet, hat nur auf den Htifin.
je einen weissgrauen Discus, durch welchen sich die Adern
breit dunkel hindurchziehen. Das dritte Exemplar (2), welches
ich bei Rothenburg O.-L. an der Neisse fing, hat auf allen
4 Flügeln je einen weissgrauen Wisch, welcher jedoch rechts,
besonders auf dem Vorderflügel, mehr zurücktritt. Hier
sind nämlich statt eines zusammenhängenden Fleckes in dem
orangefarbenen Mittelfeld nur 3 graue Querstreifen zu sehen.
9. Sphinx Ligustri. Albinismus. Bei dem von mir im
Juni 1895 bei Sprottau gefangenen ? ist das Roth der Hinter-.
flügel bis auf einen schwachen Schimmer der Behaarung an
der Basis verschwunden. Die Grundfarbe derselben ist ein
mattes Beinweiss, fast wie bei Sph. Drupiferarum aus Nord-
Amerika. Auch die weissliche Zeichnung in der Spitze der
Vorderflügel ist lebhafter als gewöhnlich. Im Gegensatz zu
dem fehlenden Roth der Hinterflügel zeigt der Hinterleib eine
sehr intensive, rothe Färbung.
10. Emydia Striata. Ein Stück mit schwarzen Hinter-
flügeln, in welchen nur je ein schmaler, gelber Längsstrahl in
der Nähe des Analwinkels geblieben ist. Coll. v. Müller.
11. Orgyia Antiqua 5. Ein auffallend dunkles Exemplar,
welches ich beim Fangen im ersten Augenblick für Gonos-
tigma & hielt. Nähere Vergleichung ergab, dass die Zeichnung
wie bei normalen Antiqua, dagegen die Färbung sehr viel
dunkler ist. Rothenburg in der Ob.-Lausitz.
12. Thalera Fimbrialis. In der Sprottauer Heide fing
ich im August v. J. ein Stück, welches einen ganz eigen-
thümlichen, weniger grauen, als ganz matt fleischfarbigen Ton
trägt. Die Färbung erinnert am meisten noch an ein älteres
Exemplar von Metrocampa Honoraria aus der Coll. v. Müller,
welches in meiner Sammlung steckt. Das von mir gefangene
Stück ist stark defekt, doch scheint es mir ausgeschlossen,
dass der eigentnümlich matt grünlich-bräunliche Farbeton
von Ausbleichen der normalen Farbe herrühren sollte.
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa
in Syrien
von Adolf Freiherrn von Kalchberg in Wien.
Seit dem Jahre 1893 erhalte ich durch Gefälligkeit der
Herren F. Keller und F. Lange regelmässige Zusendungen
von Lepidopteren aus Haifa in Syrien (Nord-Palästina). Diese
Stadt liegt an der Bucht von Haifa am Fusse des Gebirgs-
zuges Karmel, welcher hier steil zum Meere abfällt, und scheint
in lepidopterologischer Hinsicht sehr günstig situirt zu sein.
Ueber den Karmel schreibt mir Herr Keller: „Von drei
Seiten ist dieses Cap von dem Meere umschlungen und der
schneebedeckte Hermon steht, gegen Norden, majestätisch vor
dem Auge; bei einem Spaziergange von kaum fünf Minuten
hat man die Bucht von Haifa-Akka vor sich, sieht die Gebirge
Galiläa’s bis in den Haurän, erkennt die Höhen von Nazareth
und sieht auch den Taabor, sowie ganz nahe die Ebene Akka
mit dem blauen, wie eine Schlange sich windenden Flusse
Kison. Auch das Gebirge Karmel selbst gewährt einen sehr
schönen Anblick und giebt Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen.
Natürlich spielt die wilde Romantik eine grosse Rolle, denn
seit vielen Jahrhunderten hat nur der Zerstörer hier ge-
haust, und erst seit sieben Jahren haben wir Deutsche oben
angefangen mit der Cultur.*
Nachdem ich durch die erwähnten zahlreichen Zu-
sendungen in der Lage bin, ein annähernd vollständiges Bild
der dortigen Lepidopteren-Fauna zu entwerfen und — abge-
sehen von den neuen — eine Anzahl solcher Arten aufzu-
führen, welche als in Syrien und speciell bei Haifa vorkommend,
bisher nicht bekannt gemacht worden sind, so wird die nach-
folgende Aufzählung einen nicht uninteressanten Beitrag zur
geographischen Verbreitung der Lepidopteren liefern und
zeigen, dass die Fauna von Haifa auch jener von Nord-Afrika
nahe steht. Dass ich weder Sesiiden noch Psychiden
namhaft machen konnte, erklärt sich wohl daraus, dass diese
Thiere auch von geübteren Sammlern leicht übersehen werden,
11
162 Adolf Freiherr von Kalchberg:
und zwar leichter als die Microlepidopteren, von denen die
meisten Arten überdies Nachts zur Fanglampe kommen.
Von dem Grundsatze ausgehend, dass Neubeschreibungen
nur von Fachmännern, denen ein reichliches Vergleichsmaterial
nebst der einschlägigen Litteratur zur Verfügung steht, vor-
genommen werden sollen, habe ich mich diesbezüglich an die
Herren Dr. OÖ. Staudinger in Blasewitz, J. de Joannis in Paris
und Dr. H. Rebel in Wien gewendet; Herr Dr. Staudinger
hat die Beschreibung‘ der neuen Arten unter den sogenannten
Macrolepidopteren bereitwilligst übernommen, die beiden an-
deren Herren haben mir wenigstens jene Microlepidopteren-
Arten bezeichnet, welche sie für unbeschrieben halten. Den
(Genannten sage ich sowohl hierfür meinen besten Dank, als
auch für die Determinirung mancher mir zweifelhaft gewesenen
Arten; für letztere Mühe auch den Herren A. Bang-Haas in
Blasewitz und O. Bohatsch in Wien.
Ich habe bisher (wo nichts Anderes bemerkt ist, in An-
zahl und in typischen Stücken) die nachstehenden Arten
erhalten und folge bei deren Aufzählung der systematischen
Anordnung und Nomenclatur von Dr. Staudingers Katalog 1871:
Papilio Machaon L. in der Form Sphyrus Hb.*)
Thais Cerisyi B., die schwarzen Zeichnungen kräftiger
als bei den Stücken aus Kleinasien.
Doritis Apollinus Hbst., nur in der von Staudinger
Iris IV, 8. 226 erwähnten Uebergangsform zur var.
Bellargus Stegr.
Pieris Brassieae L., mit den centraleuropäischen über-
einstimmend; bei einigen Stücken ist der schwarze Apicalfleck
mehr oder weniger mit weissen Schuppen durchsetzt.
Pieris Mesentina Cr. in grossen, lebhaft gezeichneten
Exemplaren.
Pieris Rapae L. in der Form Leucotera Stef. (Siehe
Iris VW 8r2719)
Pieris Daplidice L., das Grün der Unterseite mehr
gelblich, wie schon Lederer, zool. bot. Verh. 1855, S. 187,
bemerkt hat.
Anthocharis Belemia Esp. grosse, mit den nordafrika-
nischen übereinstimmende Stücke, ebenso die var. @lauce Hb.
*) Es ist dies die dunklere, in den Sammlungen als Sphyrus Hb,
steckende Form von Machaon, die im Süden nicht eben selten vor-
kommt. Sie stimmt aber nicht ganz mit dem Bilde Hübners, das
in den gelben Aussenrandsfeldern der Vdfl. schwarze Punktlinien
zeigt, wie ich solche noch niemals bei Machaon sah. 0. Staudinger.
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 163
Anthocharis Belia Cr., nur wenige Stücke.
Anthocharis Cardamines var. Phoenissa Kalchberg,
Jahresbericht d. Wien. entom. Vereines 1894 und 1896. Da
dieser Jahresbericht doch eine geringe Verbreitung hat, wieder-
hole ich die l. ce. gegebene Beschreibung an dieser Stelle:
„Im Frühjahre 1894 erhielt ich 19 Stücke, leider nur
86, einer Varietät von Anthocharis Cardamines L. zugesendet,
welche in der Umgebung von Haifa in Syrien gefangen
worden waren.
Dieselben fielen mir sofort dadurch auf, dass bei
10 Stücken längs der Grenze zwischen dem orangefarbenen
Fleck, welcher wie bei der aberr. Turritis OÖ. nur bis zum
schwarzen, hier sehr kräftigen Mittelpunkte der Vorderflügel
reicht, und der rein weissen Farbe des Basaltheiles sich mehr
oder weniger zahlreiche schwarze Schuppen befinden, die bei
zwei Stücken eine ebenso starke Schattenbinde bilden, wie
sie bei Eupheno L. und Euphenoides Stgr. auftritt.
Da auch sämmtliche 19 Stücke — auch jene ohne diese
schwarzen Schuppen — auf der Unterseite von der Stammart
- Cardamines und deren ab. Turritis sich durch reines Weiss
des Apex und Aussenrandes der Vorderflügel, welches nur auf
Median-Ader 2 und 3, zuweilen auch auf der unteren Radial-
Ader mit grünen Schuppen belegt ist, die aber bei einigen
Stücken ganz fehlen, und durch die sehr reducirte gelbgrüne
Gitterung auf den Hinterflügeln, welche dadurch vorherrschend
weiss erscheinen, constant unterscheiden, so betrachte ich diese
Form als eine Lokalform von Cardamines L., welche mit
wenigstens gleichem Rechte, wie die ab. Turritis O., einen
eigenen Namen verdient, und bezeichne sie als var. Phoenissa.“
„Im Jahresberichte unseres Vereines für das Jahr 1894
habe ich den 8 dieser syrischen Varietät von Cardamines L.
beschrieben. Da ich seither auch 2? von dort erhalten habe,
so kann ich zu jener Beschreibung nachtragen, dass diese 2 2
ebenso characteristisch von der typischen Cardamines ab-
weichen, wie die 88. Auf der Oberseite aller Flügel ist
die weisse Beschuppung sehr dicht, das Schwarze im Apex
der Vdfl. hierdurch zurückgedrängt und lichtgrau erscheinend,
die Unterseite aller Flügel genau mit jener der Phoenissa-8 8
übereinstimmend.
Zum Vergleiche sind auf Tafel I den Abbildungen der
var. Phoenissa Klchbg. (Fig. 3, %. 4, 2.) auch jene der von mir
auf Sicilien (la Favorita bei Palermo) gesammelten var. Turritis O.
L1*
164 Adolf Freiherr von Kalchberg:
(Fig. 5, 8. 6, 2.), welche Form übrigens auch noch niemals
abgebildet worden ist, beigefügt.
Für die Anfertigung dieser wohlgelungenen Abbildungen
sage ich Herrn Heinrich Ritter von Mitis meinen verbind-
lichsten Dank.“
Idmais Fausta Oliv.
Colias Edusa FE. und ab. Helice Hb.
Rhodocera Cleopatra L., die 55 weit weniger feurig
gefärbt als die sicilianischen, beide Geschlechter von geringerer
Grösse.
Theela Llieis Esp., ab. Cerri Hb. und ab. Caudatula Z.
in Uebergängen.
Polyommatus Thersamon Esp., ohne Ausnahme in der
Form Omphale Klug.
Polyommatus Phlaeas L. und var. Eleus F. Sowohl
die Stücke der 1. Generation (Phlaeas) als auch besonders die
der 2. Generation (Eleus) sind viel dunkler als jene, die ich
vor Jahren in Menge bei Palermo fing, wo die 1. Generation
(Februar bis Mitte März) im Gegentheile noch heller gefärbt
ist als die mitteleuropäischen Phlaeas, während ich daselbst
kein einziges so vollständig schwarzes Stück sah, wie es viele
der aus Haifa erhaltenen Eleus sind.
Cigaritis Acamas Klug.
Lyeaena Baetica L.
Lycaena Telicanus Lang.
Lycaena Jesous Guer. (Gamra Ld.)
Lycaena Trochylus Frr.
Lyeaena Bavius Ev.
Lycaena Baton Berg, in der Form Clara Stgr.
Lycaena Lysimon Hb.
Lycaena Icarus Rott.
Lycaena Cyllarus Rott. Ein einziges beschädigtes
Stück (8) von nur 20 mm. Expansion, mit gänzlich fehlenden
Augenflecken auf der Unterseite der Htfl. und ohne bläuliche
Färbung an der Flügelwurzel gehört wahrscheinlich zu
dieser Art.
Charaxes Jasius L.
Vanessa Egea Cr.
Vanessa Atalanta L.
Vanessa Cardui L.
Melitaea Phoebe Kn., nur wenige sehr helle Stücke,
mit jenen aus Kleinasien völlig übereinstimmend.
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 165
Melitaea Trivia Schiff, in der für Syrien charak-
teristischen Form (siehe Iris IV, S. 40) und in Grösse
sehr varlirend.
Melitaea Didyma O. var. Persea Koll, nur wenige
Stücke.
Danais Chrysippus L., sehr gross und lebhaft gefärbt,
auch einige Uebergänge zur ab. Aleippus F.
Danais Dorippus Klug., selten.
Melanargia Titea Klug. var. Titania Calberla, Iris,
B. IV, S. 41 (Stgr. i. 1.), nur in dieser Form in Anzahl.
Satyrus Anthe O. nur in der var. Hanifa Nordm.
wenige Exemplare.
Satyrus Telephassa Hb.
Satyrus Fatua Frr. var. Siehaea Ld.
Satyrus Pisidice Klug.
Yphthima Asterope Klug.
Pararge Maera L.
Epinephele Janira L. in der Form Telmessia Z.
Spilothyrus Alceae Esp.
Syrichthus Orbifer Hb.
Hesperia Aeteon Esp.
Hesperia Hyrax Ld.
Hesperia Nostrodamus F.
Acherontia Atropos L.
Sphinx Convolvuli L., kleine, scharf gezeichnete Stücke.
Deilephila Livornieca Esp.
Deilephila Celerio L.
Deilephila Alecto L.
Deilephila Nerii L.
Macroglossa Stellatarum L.
Ino Obseura Z., nur wenige Stücke.
Zygaena Graslini Ld.
Syntomis Mestralii Bugn., bisher nur 3 88.
Naclia Punetata F. var. Hyalina Frr.
Earias Insulana B., bekanntlich ausserordentlich ab-
ändernd. Zwei ganz auffallende && beschreibt Herr Dr. Stau-
dinger wie folgt:
Earias Insulana Boisd. ab.? Dorsivitta Stgr. Unter
einer grösseren Anzahl gewöhnlicher Ear. Insulana von Haifa
erhielt Herr von Kalchberg 2 88, die wie eine davon ver-
schiedene Art aussehen (und es vielleicht auch sein können).
Ich halte sie bis auf Weiteres für eine sehr auffallende
Aberration der Ear. Insulana, obwohl sich unter einer sehr
166 Adolf Freiherr von Kalchberg:
srossen Anzahl dieser Art, die ich aus Syrien, Aegypten,
Sieilien etc. erhielt, niemals Zwischenformen zu dieser ab.
Dorsivitta vorfanden. Das eine dieser beiden 8 & ist 23, das
andere (fast) 25 mm gross; die Vorderflügel des kleineren &
sind saftgrün, die des grösseren grüngelb, bei beiden mit einer
breiten, am Innenrande aufsitzenden dunklen, violettgrauen
Halbbinde. Diese Binde beginnt etwas vor der Mitte des
Innenrandes und zieht sich, besonders beim kleineren 6, fast
bis zum Analwinkel hin, sie endet oben breit und gerade an
der Subcostalis, dicht unter dem Vorderrande. Sie macht in
ihrem obersten Theil einen spitzen Zacken nach innen und
ist an ihrer Innenseite verloschen dunkler (linienartig) begrenzt.
Eine ähnliche verleschene, dunklere Linie lässt sich in dem
äusseren Theile der dunklen Binde erkennen, die hier aber
nicht von der dunkleren Linie begrenzt wird, sondern sich
noch, besonders am Innenrande, breit hinter derselben fortsetzt.
Die Färbung der dunklen Binde ist ganz eigenthümlich, mir
erscheint sie violettgrau oder grauviolett; auch kann sie viel-
leicht violettbraun genannt werden. Die weisslichen, nach
dem Aussenrande zu mehr oder minder verdunkelten Htfl.
sind genau so wie bei Ear. Insulana, mit der auch alles andere
übereinstimmt. Da die Vdfl. der Ear. Insulana ziemlich stark
abändern, in der Färbung von Saftgrün bis Braungelb, während
sie zuweilen zeichnungslos sind, meist aber 2—3 mehr oder
minder vollständige und deutliche Querlinien führen, so dürfte
diese Dorsivitta auch nur eine bisher unbekannte Aberration
davon sein, bei der der grösste Theil zwischen den dunklen
Querlinien "dunkel ausgefüllt ist.
Nyceteola Falsalis HS., nur wenige Stücke.
Nola Chlamitulalis Hb.
Nola Impura Mn., Bohatsch, zool. botan. Verh. 1879;
bisher nur 1 ®.
Lithosia Mareida Mn.
Hypeuthina Fulgurita Ld.
Deiopeia Pulchella L.
Euprepia Oertzeni Ld.
Oenogyna Loewii Z. var. Clathrata Ld., Stgr. Hor.
Soc. Ross. XIV., auch einige 2% aus auf einer Kleeart
gefundenen Raupen.
Cossus Paradoxus HS. Beschreibung und Abbildung
bei Herrich-Schäffer, 9, VI. p. 39, nach einem bei Smyrna
gefundenen 8, „welches nur noch ein kleines Stück Fühler
hat“, stimmen so ziemlich mit den mir vorliegenden 2 58
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 167
——
und 3 22 aus Haifa, bis auf das zu reichliche Weiss, welches
nur bei einem 33 mm grossen @ annähernd so stark auftritt.
Die übrigen 4 Stücke messen 37 bis 43 mm. Der, in den
Trans. Ent. Soc. London 1894, Pl. I, Fig. 3, abgebildete, von
Bethune-Baker als neue Art aufgestellte Cossus L-nigrum
aus Alexandrien muss nach meiner Ansicht als Synonym zu
Paradoxus gezogen werden.
Zeuzera Pyrina L.
Hypopta Caestrum Hb., 1 ©, etwas dunkler als die
europäischen Üaestrum.
Orgyia Dubia Tausch. var. Josephina Aust., Natura-
liste 1880 p. 212; Oberth. Etudes VI, p. 77, Pl. II, 5 (1881).
Nach Herrn Dr. Staudinger’s Mittheilung ist der Name
v. Judaea Stegr. i. l. einzuziehen, da die Stücke aus Jerusalem
fast ganz mit der typischen Dubia Tausch. übereinstimmen,
während, auffallenderweise, meine Haifa-Stücke (fast) ganz
mit der var. Josephina Aust. aus Oran übereinstimmen.
Ocneria Lapidicola HS. Ich kann keine stichhaltigen
Grenzen zwischen den Lapidicola HS., Atlantica HS., Urbi-
cola Stgr., Phoenissa Rghf. und Mardina Stgr. (siehe Iris IV,
p- 337) benannten Formen auffinden, da unter den zahlreich
in beiden Geschlechtern erhaltenen Stücken aus Haifa alle
diese Formen in Uebergängen vertreten sind. Es ist eben
eine sehr veränderliche Art auch an einer und derselben
Lokalität ihres Vorkommens.
Albarraeina Baui Stdf., Iris IL, p. 266.
Bombyx Grandis Rghf. (Salomonis Stgr.), darunter auch
einzeln die ab. Sapiens Stgr.
Bombyx Trifolii Esp. var. Terreni HS: und var.
Bathseba Stgr. (siehe Iris IV, p. 261).
Lasiocampa Bufo Ld., auch einige wenige Stücke der
ab. Obseura Steger. i. 1. Die Art wurde von Lederer nach
einem von Kindermann gleichfalls bei Haifa gefundenen 5
beschrieben.
Saturnia Pyri Schiff., sehr grosse, lichte Exemplare.
Cilix Glaucata Sec.
Cnethocampa Solitaria Frr. Die Vdfl. der 55 sind
im Basalfelde und im Apex heller als bei den armenischen.
Phalera Bucephaloides 0.
Acronyeta Aceris L. in der Form Judaea Stgr. 1. 1.
einige unter sich ganz übereinstimmende Stücke.
Aecronyeta Rumieis L.
Bryophila Contristans Ld., bisher nur 1 Stück.
168 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Bryophila Ravula Hb., nach Dr. Staudinger, welchem
ich die Art zur Ansicht einsandte, übereinstimmend mit
Stücken aus Kleinasien; sie ändert im Orient ganz ausser-
ordentlich ab,
Agrotis Pronuba L. und ab. Innuba Tr., in Menge
und in allen möglichen Abänderungen.
Agrotis Comes Hb. in der Form Adsequa Tr.
Agrotis Xanthographa F. Während ich bis jetzt nur
1 3 der Stammart, welches jedoch typisch ist, erhalten habe,
wurden mir 12 Stücke auf einmal zugesendet, von denen die
&5 auf den Vdfin. noch lichter grau gefärbt sind als die
sieilianischen v. Meridionalis, dagegen aber sehr scharfe Quer-
linien und eine stark hervortretende innere Beschattung der
Wellenlinie führen, weit auffallender als bei der ab. Cohaesa HS.
Die Nierenmakel tritt wegen ihrer dunklen Ausfüllung auf-
fallend hervor. Die 22 haben, im Gegensatze zu den 88,
noch dunklere, eintönigere Vdfl. als die typischen Xanthographa,
auch der Basaltheil der Htfl. ist ganz verdunkelt. Der grosse
Unterschied zwischen dem erwähnten typischen Xantho-
grapha-d und diesen unter sich vollkommen übereinstimmenden
12 Stücken, welche wie eine davon verschiedene Art aus-
sehen, würde die Bezeichnung dieser Form als var. Palae-
stinensis rechtfertigen.
Agrotis Leucogaster Frr.
Agrotis Puta Hb., in Menge und sehr variirend.
Agrotis Spinifera Hb., einzeln.
Agrotis Ripae Hb. var. Desertorum B., mehrere auf-
fallend lichte, zeichnungslose ? 2 dieser vorher nur von Süd-
Russland bekannten Form. Bethune-Baker führt 1. e. (siehe
Cossus Paradoxus) dieselbe von Alexandrien auf.
Agrotis Haifae Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 8. Herrn
Dr. Staudingers Beschreibung dieser neuen Art lautet:
Von dieser Art wurden nur 2 frische 22 bei Haifa
gefangen, von denen das kleinere, abgebildete 37 mm, das
grössere (etwas beschädigte) 42 mm misst. In den Zeichnungen
weichen beide Stücke ziemlich von einander ab. Da die
genaue Abbildung die (sehr schwierige) specielle Beschreibung
derselben unnöthig macht, werde ich in der Hauptsache nur
die Unterschiede des grossen 2 von dem abgebildeten angeben.
Die Färbung der lichten Theile, besonders in und unter der
Mittelzelle, wie die der äusseren Zackenlinie, ist ein lichtes
Gelbbraun; am Innenrande und im Basaltheil des Vorderrandes
ist die lichte Färbung mehr grau. Die dunkle Färbung
a DE ET AL ET Aalen
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 169
ist zum Theil schwarz, wie besonders die Umrandung der
Makeln und die Limbalmonde, zum Theil ist sie schmutzig
braun, wie bei den (nicht scharfen) Pfeilstrichen im Aussen-
randstheil, oder sie ist, wie am Vorderrande, schwärzlichbraun,
etwas licht bestreut. In der Mitte des Basaltheils steht ein
lichter, gelbbrauner Flecken, der beim grossen 2 länger und
nach aussen spitzer ist. Die deutliche, lange, schwarz um-
zogene Pfeilmakel fehlt bei diesem 2 ganz, sie wird nur
durch die etwas hervortretende Spitze der schwarzen Be-
grenzung des gelbgrauen Fleckens angedeutet. Dahingegen
ist die eigenthümliche, lange, lichte Makelzeichnung der
Mittelzelle beim grossen ?, wenn auch schmäler und etwas
kürzer, vorhanden. Die erste, sogenannte runde Makel ist bei
Agr. Haifae ganz lang gezogen und fliesst mit dem inneren
(hellen) Theil der dunkel (fast schwarz) ausgefüllten Nieren-
makel völlig zusammen. Nur auf dem linken Vdfl. des
grossen @ ist die sehr schmale, lange erste Makel durch ihre
schwarze Umrandung von der Nierenmakel getrennt (und
daher als selbstständige Makel zu erkennen). Die Nierenmakel
ist nach aussen durch einen lichten Halbmondstrich begrenzt,
der theilweise (besonders oben und unten) verlöscht. Die dicht
hinter der Nierenmakel stehende, beim abgebildeten 2 sehr
verloschene, schwärzliche (äussere) Querlinie tritt bei dem
grossen @ scharf hervor, sie macht auf den Rippen schwarze
Zacken (Linien) nach aussen. Die vor dem Aussenrande
stehende, deutliche, scharf gezackte, lichte Querlinie, deren
Zacken bis zum Aussenrande selbst gehen, tritt beim grossen
2 undeutlicher (theilweise nicht zusammenhängend) auf. Die
-vor diesen stehenden bräunlichen Pfeilstriche sind etwas
schmäler, sie treten aber schärfer hervor. Sehr scharf treten
bei beiden 22 die zusammenhängenden schwarzen Limbal-
monde hervor. Die Unterseite der Vdfl. ist licht weissgrau
mit kleinen dunklem Mittelfleck, hinter dem eine ganz ver-
loschene, dunkle Querlinie (meist durch dunkle Striche auf
den Rippen) nach dem Vorderrande zu angedeutet ist. Die
Htfl. der Agr. Haifae sind fast ganz weiss mit schwach ver-
dunkelten Rippen und etwas dunklerer Limballinie; auf der
Unterseite tritt ein verloschenes, dunkles Mittelpünktchen
kaum hervor. Der Thorax ist grau, bräunlich und schwärzlich
gemischt; der Kopf ist lieht bräunlichgrau, die fadenförmigen
Fühler sind mehr bräunlich, die kurzen dünnen Palpen mehr
grau gefärbt. Die Brust, wie die Hüften nnd die Schenkel
der bräunlichgrauen Beine sind lang weisslich behaart;
170 Adolf Freiherr von Kalchberg:
der graugelbliche Hinterleib ist auf der Bauchseite stark
schwärzlich gesprenkelt.
Agr. Haifae ist bei (zwischen) der fast gleich grossen
Agr. Multieuspis Ev. (mit der Spinosa Stgr. zusammenfällt)
und der kleineren Arenicola Stgr. einzureihen. Von beiden
unterscheidet sie sich durch die buntere, besonders bräunlicher
gemischte Färbung der (auch anders gezeichneten) Vdil.,
auf denen die beiden oberen Makeln zusammengeflossen sind.
Agr. Multicuspis hat dunkle Htfl., die auch beim Arenicola-2
nach aussen weit dunkler als bei Agr. Haifae sind.
Agrotis (?) Anarmodia Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 9.
Herr Dr. Staudinger beschreibt diese Art im Folgenden:
Von dieser Art liegt mir ein ganz reines & und ein
etwas beschädigtes 2 aus Haifa vor. Ich setze die Art nur
fraglich in die Gattung Agrotis, da sie in keine andere mir
bekannte Gattung passt und ich keine neue Gattung danach
aufstellen mag. Aehnliche stark gekämmte Fühler finden sich
bei verschiedenen Agrotis - Arten vor; auch hat Anarmodia
bedornte Schienen, wenn die Dornen auch nur sehr kurz sind,
so dass ich sie zuerst übersah. Ich wollte deshalb die Art
bei Heliophobus oder Phoebophilus unterbringen, was aber die
kräftig entwickelte Rollzunge verbietet. Agr. Anarmodia mag
einstweilen zwischen Agr. Tritiei (deren als var. Fictilis oder
Seliginis in den Sammlungen befindlicher Form sie etwas
ähnlich ist) und Agr. Distinguenda, die auch gekämmte Fühler
(wenn auch lange nicht so stark) hat, eingeschoben werden.
Das 5 ist 30, das £ 32 mm gross, beide sind auf den Vdfin.
ganz ähnlich gezeichnet und gefärbt. Die Zeichnungen sind
durch den Lichtdruck so gut zu erkennen, dass eine genaue
Beschreibung unnöthig ist. Die Vai. sind schmutziggrau,
schwach bräunlich angeflogen, mit (den bekannten) ver-
loschenen, dunkleren, licht umrandeten Querlinien und den
beiden oberen, scharf licht (weiss) umzogenen Makeln.
Zwischen den letzteren verläuft eine verloschene, dunkle
Schattenbinde, die beim 2 fast kaum hervortritt. Die erste
kleine (runde) Makel ist beim 2 ziemlich oval, auf der einen
Seite etwas grösser als auf der anderen; die deutlich weiss
umzogene Nierenmakel ist-in ihrem untersten Theil dunkler,
fast schwarz. Von den Querlinien ist die extrabasale beim 2
weniger deutlich als beim 8, während die äussere Ellenbogen-
linie (Coudee) beim 2 deutlicher, stark gezackt auftritt. Der
Theil zwischen dieser Linie und der lichten Zackenlinie vor
dem Aussenrande ist beim 2 etwas, dunkler als beim 8.
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 171
Vor den lichter grauen, dunkel gescheckten Fransen steht eine
deutliche, aus völlig zusammengeflossenen, dunklen (schwarzen)
Mondflecken gebildete Limballinie. Auf der lichtgrauen, am
Vorder- und Aussenrande etwas dunkel gesprenkelten Unter-
seite der Vdfl. befindet sich hinter der Mittelzelle ein grösserer,
verloschener, dunkler Flecken. Die Htfl. des 5 sind schmutzig-
weiss mit etwas dunkleren Rippen und scharfer, dunkler
Limballinie, die des 2 sind schwärzlichgrau mit weissen
Fransen. Auf der (lichteren) Unterseite steht bei beiden ein
deutlicher, kleiner, dunkler Mittelpunkt; beim 2 steht hinter
demselben eine verloschene, dunkle Querlinie.e Die Fühler
des 8 sind lang gekämmt, die des 2 dünn fadenförmig ; die
Palpen, die Beine und der Hinterleib sind ähnlich wie bei
Agr. Tritiei gebildet. Der Thorax und der Kopf sind wie
die Vdfl. gefärbt, der Hinterleib ist schmutzig gelbgran.
Agrotis Obelisca Hb. var. Villiersii Gn., grosse, sonst
mit den europäischen ganz übereinstimmende Stücke.
Agrotis Saucia Hb., einzeln.
Agrotis Trux Hb., sehr abändernd, manche Stücke mit
Lunigera Stph. völlig übereinstimmend.
Agrotis Ypsilon Rott., in Menge erhalten.
Agrotis Segetum Schiff., gleichfalls sehr variirend, so-
wohl in der Färbung als Schärfe der Zeichnung.
Agrotis Crassa Hb., var. Lata Tr., noch kräftiger als
meine sicilianischen Exemplare.
Phloebeis Lasserrei Obth. Diese von Alpheraky in
das Genus Phloebeis Chr. versetzte, von Oberthür als Luperina
beschriebene Art (siehe Iris, VII, S. 310) erhielt ich in
mehreren Stücken, welche wohl von den algierischen etwas
abweichen, nach Dr. Staudinger’s Ansicht jedoch hierher
gehören.
Mamestra Implexa Hb.*) 414 (2?) Text p. 187.
Alpheraky, M&m. Lep. Roman. V, p. 234, T. XI, 1 (5),
bisher nur 1 Exemplar dieser interessanten, guten Art erhalten.
Alpheraky’s Stücke stammten von Taganrog, das Original
Hübner’s soll aus Oesterreich sein.
Mamestra Oleracea L., ein kleines, sehr blass gefärbtes,
etwas abgeflogenes ®.
*) Implexa Hb. Fig. 414 wurde von mir, in meinem Catalog
1871, als fraglich zu Leineri Frr. gezogen; es ist eine sicher davon
verschiedene, sehr seltene Art, von der in der Sammlung des Herrn
v. Nordmann einige Stücke steckten, die in Livland gefunden sein
sollen. OÖ. Staudinger.
172 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Mamestra Zachii Bohatsch, zool. botan. Verh. 1879, in
ziemlicher Anzahl; $& vom 2 wenig verschieden. Bethune-
Baker’s ]. ec. beschriebene und abgebildete MamestraAbbas
ist höchst wahrscheinlich mit Zachii identisch.
Mamestra Chrysozona Bkh. var. Innocens Stgr.
Mamestra Serena F., in der typischen Form.
Dianthoeeia Silenes Hb., insoweit sich die wenigen,
nicht ganz reinen Stücke beurtheilen lassen.
Metopoceras Omar Obth. Ann. Soc. France 1887 |
p. LVII, Etudes XII, p. 31, Pl. V, 15. Von dieser als '
Cleophana beschriebenen, jedoch zu Metopoceras gehörenden |
Art erhielt ich bis jetzt nur 1 tadellos schönes ?, welches
mit einem & aus der Sahara, das in einer zur selben Zeit bei |
Herrn Dr. Rebel in Wien befindlich gewesenen Bestimmungs-
sendung des Stuttgarter Museums steckte, vollkommen über-
einstimmt.
Episema Lederi Chr. var. Discors Stgr., darunter auch
1 Stück der ab. Rubellina Stgr., Iris, IV, 8. 276.
Aporophila Australis B. in der Form Seriptura Frr.,
einzeln.
Polia Serpentina Tr., selten.
Polia Rufocineta H.-G., wie Stücke aus Kleinasien.
Polia Rebecca Stgr., Iris, IV, S. 282.
Polia Kalchbergi Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 10. Diese neue
Art ist von Herrn Dr. Staudinger folgendermassen be-
schrieben: |
Von dieser interessanten kleinen Art sandte mir Herr |
Freiherr Adolf von Kalchberg 5 zum Theil ganz reine Stücke
von Haifa ein, von denen er mir ein Pärchen gütigst überliess. |
Ich benenne diese kleinste mir bekannte Polia-Art nach diesem |
eifrigen und liebenswürdigen Sammler, von dem ich bereits
vor einigen zwanzig Jahren manche interessante Arten aus
Sicilien erhielt. Die vorliegenden Pol. Kalchbergi sind |
24—27 mm gross; ihre Vafl. sind aschgrau, : schwärzlich
bestreut, mit einem so breiten, dunklen, schwärzlichgrauen
Mittelfelde, dass dieses den bei weitem grössten Theil der
Flügelfläche einnimmt. Man kann daher die Vdfl. auch grau-
schwarz mit lichtgrauem .Basal- und Aussenrandstheil nennen.
In dem dunklen Theil treten die beiden oberen Makeln mehr
oder minder deutlich, licht umrandet, hervor; die erste runde
Makel ist stets sehr klein, bei einigen Stücken, wie dem ab-
gebildeten, ist sie fast verloschen. Die dunkle Färbung
setzt sich noch etwas hinter der äusseren, schwach gezackten,
Be a nd U ad La au AU 2 na
a TE nF he
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 173
lichten Querlinie fort. Der lichtere Aussenrandstheil ist durch
schwärzliche, vor dem Aussenrande stehende Fleckpunkte,
sowie durch einen am Vorderrande, vor dem Apex befindlichen
(dreieckigen), dunklen Flecken weniger hell als das Basalfeld,
in welchem besonders nur 2 dunkle Fleckchen am Vorderrand
stehen. Die breiten Fransen sind rosagelblich, sie sind im
Basal- und Aussentheil dunkel gescheckt. Auf der (eintönig)
schmutziggrauen Unterseite der Vdfl. fällt eine lange, gelb-
graue Behaarung, die den grösseren Theil der Mittelzelle
bedeckt, auf. Die schwärzlichgrauen Hifl. haben gelbliche
(schwach rosa angeflogene) Frransen, die in der Basalhälfte
dunkel gescheckt sind. Auf der etwas lichteren, gelblich ge-
mischten Unterseite tritt eine breite, dunklere Querlinie vor
dem Aussenrandstheil auf.
Der Thorax ist schwärzlich, grau gemischt, nach hinten
steht in der Mitte ein kleiner (getheilter) eigenthümlich
bräunlich gefärbter Haarbüschel, während sich ganz am Ende
(wie auf den ersten Leibessegmenten) längere, schmutzigweisse
Haarbüschel befinden. Der Kopf (Scheitel und Stirn) ist
lichter als der Thorax; die die Stirn ziemlich weit über-
ragenden, behaarten Palpen sind dunkler gemischt. Die schwach
borstenförmigen Fühler des 5 wie die fadenförmigen des 2
sind nicht (erkennbar) bewimpert. Die Brust ist, wie die
Hüften und Schenkel der Beine (mit geringelten Tarsen) woll-
artig licht behaart. Der graue, besonders bei einem 5 stark
schwärzlich gemischte Hinterleib hat (bei reinen Stücken) auf
den Segmenten 2 und 3 je ein Rückenschöpfchen; der nicht
eben grosse, etwas lichtere Afterbüschel des & ist auf der
Bauchseite gelbbräunlich. Diese durch die Abbildung gut
kenntlich gemachte Pol. Kalchbergi ist, schon ihrer Kleinheit
wegen, mit keiner bekannten Art zu verwechseln.
Pol. Canescens Dup.
Hadena Leuconota HS.
Hadena Literosa Hw., in der mehr grauen Färbung,
wie die von mir in Sicilien gesammelten ; eine weit verbreitete
Art, da sie Dr. Staudinger auch aus Lepsa (nördliches Central-
asien) erhielt. Aus dem Orient scheint sie jedoch bisher nicht
bekannt gewesen zu sein.
Hadena Microglossa Rbr., drei Exemplare, welche
Dr. Staudinger zweifellos für diese ganz ausserordentlich
aberrirende, bisher nur von Granada bekannte Art erklärt
hat, welche aber gewiss keine Hadena ist.
Chloantha Hyperiei F.
una
174 Adolf Freiherr von Kalchberg: .
Eriopus Latreillei Dup.
Polyphaenis Sericata Esp.
Prodenia Littoralis B.
Brotolomia Meticulosa L.
Mania Maura L.
Tapinostola Musculosa Hb.
Sesamia Cretica Ld. mit der ab. Striata Stgr., Stett.
ent. Z. 1888, S. 27.
Leucania Seirpi Dup., einige, von dieser sehr variablen
Art kaum zu trennende Stücke, obwohl dieselbe aus dem
östlichen Theile der Mittelmeerländer bisher nicht bekannt war.
Leucania Putrida Stgr. Stett. ent. Zeit. 1889, S. 49,
var. Palaestinäae Stgr. Taf. IV, Fig. 11 und 12. Ein von
Herrn v. Kalchberg zur Ansicht gesandtes, ein wenig geflogenes
& von Haifa, sowie ein am 3. Oct. 1896 von Herrn Paulus
im Jordanthal gefangenes ganz frisches ö weichen von meiner
nach 2 88 aus Centralasien beschriebenen Leuc. Putrida,
wie es scheint, hinreichend genug ab, um als Lokalform einen
Namen zu verdienen. Ich habe beide von einander ziemlich
verschiedene Stücke dieser var. Palaestinae abbilden lassen
und zwar das von Haifa unter Figur 12, das vom Jordanthal
Figur 11. Zunächst ist diese var. Palaestinae grösser als
die typischen Putrida; das Haifa-& misst 36, das andere
34 mm. Dann: ist die Färbung der Vdfl. nicht licht grau-
gelb, sondern Zehmgelb, die der Atfl. ist nicht weiss, sondern
schmutzig graugelb, besonders bei dem ganz reinen & vom
Jordanthal. Die Zeichnungen der Vdfl. scheinen bei dieser
Art so abzuändern, dass sie wohl kaum einen konstanten
Unterschied zwischen den beiden Formen bieten werden
(wenn beide in Anzahl vorliegen). Wie die Abbildungen
zeigen, ist das Haifa-5 weit zeichnungsloser als das & vom
Jordan und auch als die beiden von mir beschriebenen Putrida
aus Centralasien. Auffallend ist bei dem Haifa-& das Fehlen
des weissen Punktes am unteren Ende der Mittelzelle, der
bei meinem weit abgeflogeneren 3 von Margelan sehr deutlich
hervortritt. Ebenso deutlich ist er bei dem Jordan-, wo er
den untersten Theil der hier deutlich erkennbaren, Kleinen
Nierenmakel ausfüllt (bildet). Bei diesem & ist auch die An-
deutung einer sehr Kleinen, lichten, runden Makel in dem hier
besonders schwarzen Längsstrich zu erkennen. Ferner zeichnet
sich dies Jordan-8 durch die schwarze, nur von den Rippen
licht durchschnittene Aussenrandsbinde aus, die sogar die
sonst lichten Fransen der Putrida schwarz werden lässt.
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 175
Auf der Unterseite sind beim Jordan-& die Vdfl. in der Mitte
schwärzlich gefärbt, besonders vom Ende der Mittelzelle an
bis zu der Strich-Querlinie; der Aussenrandstheil bleibt auf
der Unterseite licht. Erst eine weitere Anzahl von Stücken
dieser Leuc. Putrida kann zeigen, ob die Stücke von Palaes-
tinae konstant von denen Centralasiens verschieden sind.
Von dieser, im Vorstehenden von Herrn Dr. Staudinger
charakterisirten Form der Leuc. Putrida habe ich bisher nur
dieses & erhalten.
Leucania Indistineta Chr., M&m. Romanow III. p. 79,
pl. 4, 5. Diese Art scheint nur die östliche, dort vorherr-
schende Form der Leuc. Punctosa Tr. zu sein, da unter den
zahlreichen Stücken unzweifelhafter Indistineta sich auch einige
typische Punctosa vorfanden.
Leucania Loreyi Dup.
Segetia Viscosa Frr.
Stilbina Hypaenides Stgr., Iris, 2V. S. 290.
Caradrina Latebrosa Ld., sehr veränderlich.
Caradrina Exigua Hb. mit der ab. Pygmaea Rbr.
Caradrina Vieina Stgr. var. Syriaca Stgr. Iris, IV.
S. 294, die 22 meist sehr dunkel.
Caradrina Ingrata Stgr. n. sp.? Taf. IV, Fig. 13. Drei
reine Stücke von Haifa und ein frisches 2 von Beirut gehören
wahrscheinlich einer unbeschriebenen Art an, die Kleinen
Stücken von Car. Selini und auch Quadripunctata so nahe
kommt, dass ich bei diesen so überaus schwierigen Arten sie
nur als fragliche Art beschreibe. Die 24—26 mm grossen
Stücke dieser Ingrata haben Lichter gelbgraue Vafl. als Selini
und meist Quadripunetata; von letzteren unterscheiden sie sich
durch weit weniger gezeichnete Vdfl., die bei 2 2% fast
zeichnungslos zu nennen sind. Das abgebildete Stück (8)
‘ist deutlich mit schwarzen Querlinien gezeichnet, es hat den
breitesten und deutlichsten schwärzlichen Aussenrandstheil (mit
lichter Zackenlinie), der bei den anderen 3 Stücken viel
schwächer auftritt. Was mich besonders veranlasst, in dieser
Ingrata eine wahrscheinlich von Selini und Quadripunctata
verschiedene Art zu sehen, ist das vollständige Fehlen der
in diesem Aussenrandstheil vor der lichten Zackenlinie befind-
lichen bräunlichen (violettbraunen) Färbung (Querlinie), die
bei den genannten beiden Arten eigentlich stets deutlich vor-
handen ist. Ich besitze kleine Stücke aus Dalmatien, Griechen-
land und Sicilien, bei denen diese bräunliche Färbung auch
nicht zu erkennen ist, die ich aber wegen der dunkleren,
176 Adolf Freiherr von Kalchberg:
violettgrauen Vdfl. für eine kleine Form von Selini halte,
besonders weil unter sieben bei Palermo (von Herrn v. Kalch-
berg) gefangenen Stücken die meisten diese bräunliche Färbung
zeigen. Die weissen, nach aussen etwas verdunkelten Htfl.
der Car. Ingrata sind, wie alle anderen Theile, so überein-
stimmend mit denen der erwähnten beiden Arten, dass ich
keinen Unterschied auffinden kann. Ich bemerke noch, dass
besonders die fast zeichnungslosen 2% dieser Ingrata den
grösseren var. Congesta Led. sehr ähnlich sehen; bei letzteren
tritt aber stets die bräunliche Färbung im Aussenrandstheil
(meist sehr auffallend) hervor.
Ich füge der Beschreibung Dr. Staudinger’s nur bei, dass
das grösste bisher erhaltene $ dieser neuen Art 23 mm misst.
Caradrina Selini B. var. Minor Stgr. i. ]., einige wenige
Stücke dieser vorstehend erwähnten kleinen Form von Selini B.,
welche mit jenen von Palermo ganz übereinstimmen.
Caradrina Aspersa Rbr., vier vollkommen gleiche Stücke,
die sich nur durch etwas geringere Grösse von Aspersa unter-
scheiden, welche Art Herr Dr. Staudinger auch aus Klein-
asien erhielt.
Caradrina Ambigua FE.
Caradrina Flava Obth. Etudes I, p. 45, pl. 4, Fig. 3,
fünf Exemplare dieser seltenen Art.
Gracilipalpus Ephialtes Hb. (Eriopoda HS.) Iris VII,
S. 312 und 376, in Anzahl.
Amphipyra Micans Ld.
Amphipyra Effusa B.
Orthosia Pistacina F. in verschiedenen Aberrationen.
Orrhodia Mansueta HS. (var. Judaea Ster. i. 1. ?).
Cosmophila (Gonitis) Sabulifera Gn., ein Stück dieser
von Guenee aus Abyssinien beschriebenen, auch in anderen
Theilen Afrika’s gefundenen Art.
Calophasia Platyptera Esp., weisser als die europäischen,
wie Stücke aus Algerien, Süd-Kleinasien etec.
Gleophana Antirrhinii Hb.
Cucullia Serophulariae Cap.? Ob das einzelne, bisher
eingesandte 2 zu dieser Art oder zu Verbasci L. gehört, muss
vorläufig noch unentschieden bleiben. Auffallend ist das beson-
dere Hervortreten des weissen Mittellängsstreifens der Vafl.
Gueullia Blattariae Esp.
Gucullia Chamomillae Schiff. var. Calendulae Tr.
Eurhipia Adulatrix Hb.
Plusia Cireumseripta Frr., wenige Stücke.
_ Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. Re
Plusia Chaleytes Esp.
Plusia Gamma L.
Plusia Cireumflexa L.
Plusia Ni Hb.
Aedia Funesta Esp.
Heliothis Peltiger Schiff.
Heliothis Nubiger HS., in Mehrzahl.
Heliothis Armiger Hb.
Metalopha Gloriosa Stgr., Iris IV, S. 514. Ein pracht-
volles 5 von 26 mm Expansion.
Acontia Lucida Hfn. und ab. Albicollis F.
Acontia Luetuosa Esp.
Thalpochares Velox Hb., einige; von der var. ? Velo-
cior Stgr. Iris V, S. 288, nur ein Stück.
Thalpochares Albida Dup. in der Form Gratissima
Ster. Iris. EV, Ss. 3122
Thalpochares Polygramma Dup. in der Form Pudorina
Ster. Stett. ent; Z. 4889,89: 53;
Thalpochares Phoenissa Ld., in Grösse und Färbung
sehr abändernd, einzeln auch die ab. CGalida Stgr. Iris VII, S. 283.
Thalpochares Ostrina Hb. und var. Aestivalis Gn.
Thalpochares Parva Hb.
Erastria Seitula Rbr.
Agrophila Trabealis Sc.
Metoponia Vespertalis Hb.
Perieyma Albidentaria Frr. var. Squalens Ld.
Hypoglaueitis Moses Stgr. Iris VII, S. 284, in ziem-
licher Anzahl in beiden Geschlechtern; die noch unbe-
schriebenen 22 dieser Art, welche von Dr. Staudinger 1. c.
nach 4 88 aufgestellt worden ist, sind nur durch die ein-
tönigeren, zeichnungsloseren, braungrauen Vdfl. und die im
Basaltheile etwas dunkleren Htfl. von den 55 verschieden;
letztere sind bei den mir vorliegenden Stücken aus Haifa auf
den Vdfin. meist sehr scharf gezeichnet mit bald ganz schwarz
ausgefüllter, bald nur schwarz umrandeter Nierenmakel.
Zethes Insularis Rbr.
Armada Panaceorum Men. Diese Art wurde mir bisher
nur in einem männlichen Exemplare eingesandt. Dr. Stübei
(Iris IV, S. 45) fand sie bei El-Arisch (dem nördlichsten Grenz-
orte Aegyptens gegen Syrien). Es bildet daher der Fundort
Haifa ein Verbindungsglied zwischen den Fundorten in Oentral-
asien, Nordpersien, Süd-Russland und Süd-Palästins (El-Arisch).
Leucanitis Stolida F.
12
178 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Grammodes Bifasciata Pet.
Grammodes Algira L.
Grammodes Rogenhoferi Bohatsch, zonl: bot. Verh. 1879,
ein sehr schönes Stück dieser seltenen A
Pseudophia Syriaca Bugn.
Pseudophia Tirrhaea Cr.
Pandesma Sennaarensis F. und R.*), 3 Exemplare,
welche nach Dr. Rebel’s gefälliger Untersuchung mit den im
k. und k. Hofmuseum befindlichen Typen genau übereinstimmen.
Wahrscheinlich ist diese Sennaarensis (= Terrigena Chr.
— Grandis Stgr.) nur eine Lokalform der Pandesma Quena-
vadi Gn. (= Anysa Gn. = Cerbia Fugitiva WIk.)
Catocala Elocata Esp.
Catocala Conversa Esp.
Catocala Eutychea Tr.
Catocala Disjuneta H.-G. var. Separata Frr.
Catocala Nymphagoga Esp.
Spintherops Speetrum ' Esp., darunter ein beinahe
zeichnungsloses, lehmgelbes Exemplar.
Spintherops Cerealis Stgr., Cat. 1871. Ich halte ein
einzelnes Stück aus Haifa wegen der schmalen Flügelform
und der Färbung als zu dieser Art gehörig, obwohl das „al.
ant. fasciis 4 distinctissimis nigris“ nicht ganz stimmt.
Spintherops Exsiecata Ld., nicht gerade selten.
Herminia Crinalis Tr.
Hypena Ravalis HS., einzeln.
*) Anysa Gn.Noct. II, S. 439 (1852) scheint sicher der älteste
Name dieser Art zu sein. Ich besitze ein Stück aus Herrich-Schäffer's
Sammlung, das die Etikette „Anysa Gn. Ind. or.“ trägt und das
vielleicht von Guenee selbst bestimmt wurde, jedenfalls "passt seine
Beschreibung sehr gut zu diesem Stück. Mit dieser Anysa Gn. fällt
sicher Cerbia Fu gitiva WIk. List., S. 1365 (1358) aus Vorder-
indien zusammen, von der ich, unter diesem Namen, 2 Stücke aus
der Atkinson’schen Sammlung besitze. Dann wurde diese Art von
Felder & Rogenhofer Novara III, Taf. OXI, Fig. 26 (1870?) als Pan-
desma Sennaarensis abgebildet, als Vaterland ist Capstadt und
Sennaar angegeben. Das Original steckt in dem K. K. Zool. Hof-
museum in Wien; es stimmt nach dem Ver gleich Dr. Rebels völlig
mit den Stücken von Haifa überein; auf der Abbildung sind die
Zeichnungen theilweise nicht genau wiedergegeben. Ich. besitze
2 Stücke von Natal, die auch zu dieser Art gehören, sie sind etwas
dunkler (und kleiner) als die mir vorliegenden asiatischen Stücke.
Christoph beschrieb in den Hor. Soc. Ross. 1876, S. 254 diese Art
nach Stücken von Nord-Persien und Turkmenien als Pericyma
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Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 179
Hypena Revolutalis Z. var. Syriacalis Stgr., Iris IV,
S. 334, in Menge.
Hypena Obsitalis Hb.
Pseudoterpna Coronillaria Hb.
Euerostis Herbaria Hb., die weissen Querlinien etwas
breiter als bei den sicilianischen.
Euerostis Olympiaria HS. in der Form Beryllaria Mn.,
einige wenige, aber sichere Stücke. Eine neue, fragliche
Varietät der Olympiaria beschreibt Herr Dr. Staudinger im
Folgenden.
Euerostis Olympiaria HS. var.? Cremonaria Stgr.
Herr v. Kalchberg sandte mir 5 Stücke von Haifa, die mit
6 von Jerusalem erhaltenen (leider abgeflogenen), sowie mit
einer Anzahl zum Theil ganz frischer bei Beirut, Ende März
und Ende Juni von Cremona gefangener Stücke übereinstimmen.
Sie sind wahrscheinlich nur eine blasse Form der Euer.
Olympiaria HS., von der ich das Original aus Lederer’s
Sammlung besitze; ich nenne sie nach Herrn Üremona, von
dem ich sie zuerst erhielt, Cremonaria. Die vorliegenden
Stücke sind 16—20 mm gross, meist 18 mm, welche Grösse
auch das Original von Olympiaria, sowie ein 2. Stück aus Lederer’s
Sammlung vom Olymp hat. In der Form der Htfl., der
Bildung der gekämmten männlichen Fühler und anderer Körper-
theile kann ich keinen Unterschied von Olympiaria finden.
Der Unterschied besteht allein in der weit blässeren, weiss-
grünlichen Färbung, die etwa so wie bei der bekannten
Jodis Lactearia L. (Aeruginaria Hb.) ist, während sie bei
Terrigena; ich beschrieb sie (fast zu gleicher Zeit) in der Stettiner
ent. Zeit. 1875, 8. 191 als Peric. Grandis.
Wenn Hampson in seiner Fauna of British India II, S. 466
Pol. Quenavadi Gn. Noct. II, S. 438 als ersten Namen für diese
Art aufführt und Anysa Gn. als Synonym dazu zieht, so irrt er sich
sicher. Guenede war ein viel zu guter Kenner und Beschreiber der
Noctuiden, als dass er dieselbe Art unmittelbar hintereinander als
2 Arten beschrieben haben würde, zumal er die Unterschiede der Anysa
von der Quenavadi angiebt und die erstere Art sehr genau beschreibt.
Seine Beschreibung passt völlig auf ein Stück, das ich auch in Herrich-
Schäffer’s Sammlung als Quenavadi Gn. vorfand. Diese letztere Art
ist ziemlich viel grösser, sie hat aschgraue, schwächer gezeichnete Vdfl.
mit verdunkeltem Aussenrandstheil und mit einem sehr auffallenden
kleinen schwarzen Fleck im Extrabasaltheil, den auch Guenee als
„gros point triangulair noire“ besonders hervorhebt. Derselbe ist
bei keiner der vielen mir zu Gesicht gekommenen Anysa (Sennaa-
rensis, Terrigena) auch nur angedeutet; ebenso wenig hat diese Art
einen verdunkelten Aussentheil der Vdil. OÖ. Staudinger.
12#
180 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Olympiaria „grün.wie bei Vernaria“ ist. Diese blasse Färbung
rührt nicht etwa vom Aufweichen der Stücke her, da frisch
eingesandte, ungespannte (auch frisch gespannte) Stücke kaum
merklich grünlicher sind. Die weissliche Querlinie ist bei den
meisten Cremonaria wie bei Olympiaria vorhanden, nur tritt
sie weit weniger hervor. Bei manchen Stücken, besonders
bei denen von Beirut, kann ich aber diese weisse Querlinie
nicht erkennen, sie scheint bei einigen ganz zu fehlen. Den
Gegensatz zu dieser v. Öremonaria bildet die v. Beryllaria Mn.
mit ganz saftgrünen Flügeln und deutlichen weissen Quer-
linien, von denen sogar auf den Vdfln. auch eine extrabasale
schwach zu erkennen ist. Von Zach erhielt ich früher einige
Stücke der Olympiaria aus Beirut, die grüner, auch etwas
grösser als die. Cremonaria sind und die gewissermaassen
Ucbergänge zu Olympiaria bilden, zu welcher ich sie ziehe.
Da ich auch von Cremona in demselben Jahre mit Cremonaria
ganz grüne, etwas grössere Stücke erhielt, mit so saftgrünen
Flügeln, dass sie den südeuropäischen Beryllaria gleichkommen,
so würde dies für eine Artverschiedenheit der beiden Formen
sprechen ; zumal wenn beide zusammen an denselben Lokalitäten
gefangen sein sollten. Auch von Jerusalem sandte mir Herr
Paulus einige grössere, etwas grünere Stücke als die typischen
Cremönaria ein.
Euerostis Indigenata Vill., die &5 meist Kaum
10 mm gross.
Nemoria Pulmentaria Gn.
Acidalia Ochrata Sc., einige Stücke.
Acidalia Fractilineata Z. (Inclinata Ld.)
Aecidalia Sodaliaria HS., einzeln.
Acidalia Longaria HS. Aus den Eiern, welche ein 2
in der Papierdüte abgelegt hatte, erzog ich eine Anzahl von
Stücken dieser Art (im März 1894) hier in Wien, welche zur
weit grösseren und dunkler gefärbten 1. Generation gehören.
Acidalia Subsericeata Hw.
Acidalia Detritaria Ster. n. sp. Taf. IV, Fig. 14, welche
Herr Dr. Staudinger, wie folgt, beschreibt:
Es liegen mir 6 Stücke dieser neuen Art von Haifa zum
Beschreiben vor, die leider alle mehr oder minder abgeflogen
sind. Die Art ist in die Lederer’sche Abtheilung A. b.) alpha 2.
oo einzureihen, bei der Rippe 6 und 7 der Htfl. gestielt ist,
die Fühler des 2 kurz bewimpert, die Flügel ganzrandig,
die Hinterbeine des 2 ungespornt (und verkümmert), die des
2 mit (nicht langen) Endspornen versehen sind. Ac. Detritaria
£
a u \Z Pi be el Th tz nah ah a RE RT ge Dal dk AK en Hr
x 3 3 TE 7 MEN ”
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 181
hat mit keiner mir bekannten Acidalia grössere Aehnlichkeit,
sie passt auch nicht ganz genau in die eben angeführte
Lederer’sche Abtheilung, weil die Aussenränder aller Flügel
in der Mitte nach aussen gebogen, also nicht geradrandig wie
bei Ac. Laevigaria und den anderen Arten sind. Die Grösse
beträgt bei 5 Stücken 18—20. mm, ein & ist nur 15 mm
gross. Die Grundfärbung der Flügel ist jene eigenthümliche
lichte Schmutzfarbe, wie sie bei den bekannten Arten
Ac. Bisetata, Degeneraria u. A. auftritt, sie ist bei Detritaria
ziemlich dicht mit braunen Schüppchen bestreut, was besonders
bei ganz reinen Stücken der Fall sein wird. Die Vdfl. haben
3 gebogene, dunkle (schwärzlichbraune) Querlinien, die Htfl. 2,
deren Form und Lage durch die Abbildung eines beschädigten
3 am besten zu erkennen ist. Die mittlere Querlinie der
Vafl., die sich als erste Querlinie auf den Htfin. fortsetzt, ist
dicker als die anderen. Vor den Fransen, die. undeutlich
gescheckt zu sein scheinen, steht (noch) eine scharfe, dunkle
Limballinie. Auf der etwas lichteren Unterseite, die noch
stärker braun bestreut ist, fehlt .die erste Querlinie der Vafl.,
welche dicht vor der hier noch diekeren, dunklen Querlinie
ein kleines, dunkles Mondfleckchen führen, das bei dem
kleinsten 8 von der Querlinie selbst überdeckt wird. Die
fadenförmigen Fühler des & scheinen mir etwas länger als
bei Ac. Laevigaria bewimpert zu sein, bei welcher Art Detri-
tata einstweilen eingeschoben werden mag; sie sind von den
sägeförmigen (nach Lederer „mit steifen Borsten jederseits“
versehenen) der Ac. Muricata, Dimidiata u. A. so verschieden,
dass Detritaria danach nicht zu diesen Arten. gesetzt
werden kann.
Acidalia Extarsaria HS., nur 1 beschädigtes Stück,
welches jedoch höchst wahrscheinlich hierher gehört.
Acidalia Obsoletaria Rbr., nur in der Form Troglody-
taria HS.
Acidalia Incarnaria HS.
Acidalia Purpureo -marginata Bohatsch, zool. botan.
Verh. 1879. Ein 2, auf welches besser die 1. ec. gegebene
Beschreibung des 5 passt, als jene der Ostrinaria Hb.
Acidalia Circuitaria Hb. var. Mimosaria HS.
Acidalia Elongaria Rbr.
Acidalia Intermedia Stgr., vergleiche auch Iris V, S. 152.
Acidalia Degeneraria Hb..
Acidalia Turbidaria HS. mit der ab. Turbulentaria Stgr.
Acidalia Marginepunetata Göze.
182 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Acidalia Coenosaria Ld.
Acidalia Imitaria Hb.
Problepsis Ocellata Friv.
Zonosoma Pupillaria Hb., sowohl in dieser Form, als
auch in der Form Nolaria Hb.
Pellonia Calabraria Z. var. Tabidaria Z.
Dasycephala Modesta Stgr., auch einige der seltenen 2 2.
Venilia Syriacata Gn.
Macaria Aestimaria Hb., in den von Staudinger als
Sareptanaria und Syriacaria beschriebenen Formen.
Pseudotagma (Eusarca) Interpunctaria HS.,Stgr. IrisV.
S. 168. Obwohl die 85 dieser Art in Syrien eben nicht
gar selten gefunden werden, erhielt ich merkwürdiger Weise
bisher nur ein 2, welches jedoch sehr gut erhalten ist.
Apocheima 'Flabellaria Heeg.
Nychiodes Lividaria Hb., sehr dunkle Stücke mit kaum
erkennbaren Querlinien. Ein gefangenes (nicht gezogenes)
misst nur 27 mm.
Nychiodes Amygdalaria HS. Ein schönes, typisches 3
dieser seltenen Art.
Synopsia Delieciosaria Ld., einzeln.
Boarmia Gemmaria Brahn.
Gnophos Sartata Tr., etwas lichter und weniger gleich-
mässig gefärbt als europäische.
Gnophos Variegata Dup.
Gnophos Sacraria Stgr. Iris VII, S. 292. Drei 86,
zwei 22.
Eubolia Pumicaria Ld.
Eubolia Perviaria Ld., in ziemlicher Anzahl.
Scodiona Conspersaria F. in der Form Cunieulina Hb.
Aspilates Ochrearia Rossi.
Aplasta Ononaria Fuesl. var. Faecataria Hb., die 55
von nur 13 mm Flügelspannung.
Sterrha Sacraria L. Unter der grossen Menge der
in beiden Geschlechtern erhaltenen, gewöhnlichen Sacraria
befinden sich nicht wenige Stücke der von Stefanelli als
Atrifaseiaria beschriebenen Aberration, welche Form,
nebst der ab. Sanguinaria Esp., Calberla in seiner Arbeit
über die Lepid. der römischen Campagna, Iris III, S. 79, aus-
gezeichnet charakterisirt hat; nur muss ich bemerken, dass
ich auch Atrifasciaria in beiden Geschlechtern erhalten habe.
Höchst auffallend ist aber eine Anzahl weiblicher Exemplare,
welche ich für die ab. Sanguinaria Esp. hielt, bis mich
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 183
Herr Bohatsch auf die bei Rambur, Cat. syst. And. Taf. 20,
Fig. 5, 6 abgebildete, aber nicht beschriebene Consecraria
aufmerksam machte. Diese 22 stimmen vollständig mit der
Abbildung Rambur’s überein, besonders ist der gelbe Mittel-
punkt der Vdfl. sehr auffallend. Trotzdem zweifelte ich noch
an der Zugehörigkeit derselben zu Consecraria Rbr., bis
ich im vorigen Jahre auch einige 88 erhielt, welche, obgleich
sie gar nicht röthlich gefärbt sind (nur gesättigter gelb), doch
jenen charakteristischen, lichten Mittelpunkt führen. Sollte
dies auch bei Sacraria zuweilen vorkommen, dann ist diese
Consecraria Rbr. überhaupt nur eine Aberration der Sacraria L.,
mit welcher sie den ganzen Habitus gemein hat, und nicht
den der Anthophilaria Hb.
Ortholitha Cervinata Schiff.
Anaitis Mundata Stgr. Iris V, S. 216, fünf wohl
hierher, nicht zu Mundulata Gn. gehörige Stücke.
Cidaria Salieata Hb. var. Rufieinetaria Gn.
Cidaria Fluetuata L.
Cidaria Fluviata Hb.
Cidaria Malvata Rbr., einzeln.
Cidaria Adlata Stgr. Iris VII, S. 294, bisher nur 3 22.
Cidaria Permixtaria HS.
Eupithecia Oblongata Thnb. in der Form Centralisata
Stgr. Iris V, 8. 250.
Eupithecia Cerussaria Ld., einige Stücke.
Eupithecia Breviculata Donz., selten. -
Eupithecia Glaucomietata Mn.
Eupithecia Minusculata Alph., Bohatsch, Iris VI, S. 12,
scheint bei Haifa nicht selten zu sein, da ich zahlreiche, leider
meist defekte Stücke von dort erhielt. Herr Bohatsch be-
stimmte mir gefälligst diese Art.
Eupithecia Dodoneata Gn., nur 2 Exemplare, gleichfalls
von Herrn Bohatsch bestimmt.
Eupithecia Unedonata Mab., in der typischen Form.
Eupithecia Pumilata Hb., in Menge und in allen
Abänderungen.
Cledeobia Isthmicalis Ld., auch einige ganz frische 22.
Actenia Beatalis Kchbg. n. sp. 8 19 mm, 2 19 mm.
Ich beschreibe diese schöne, neue Art nach einem ganz reinen
Pärchen. Sie steht der Actenia Brunnealis Tr. und Byza-
caenicalis Rag. Soc. ent. Fr. 1887, besonders letzterer Art
aus Gabes in Tunesien, zunächst. Grundfarbe der Väfl.
des & bleich ockergelb, mit dunklem Punkte im Mittelfelde
184 Adolf Freiherr von Kalchberg:
und sehr stark hervortretenden, schwärzlichen nern, die
erste nach aussen stark schwarz beschattet, die Beschattung
in der Mitte (auf der Dorsalfalte) einen- dreieckigen Fleck
bildend; die zweite ungefähr wie bei Brunnealis verlaufend,
nach innen schwarz beschattet, besonders von der Mitte bis
zum Innenrande, nach aussen von einer Linie von der Grund-
farbe begrenzt, auf welche wieder eine breite, schwärzliche
Beschattung folgt. Aussenrand licht ockergelb, mit kräftigen,
schwärzlichen Punkten zwischen den Rippen. Fransen etwas
dunkler als die Grundfarbe. Hitfl. gelblich-weiss, mit einer
verloschenen, kaum wahrnehmbaren dunkleren Querbinde durch
die Flügelmitte, im Aussenrande schwärzliche Punkte zwischen
den Rippen; Fransen wie auf den Vdfin.
Unterseite aller Flügel bleicher als die Oberseite, mit
dunkler zweiter Querlinie und äusserer Beschattung derselben,
getrennt durch die lichte Grundfarbe, wie auf der Oberseite;
am Vorderrande der Htfl. mit dem Beginne der dunkleren
Querbinde.
Thorax etwas dunkler ockergelb, Stirn und Palpen sehr
licht ockergelb, wie auch der Hinterleib und die Beine.
Das 2 hat schmälere, eintönig graubraunme Vorder- und
Htfl., so dass es auf den ersten Anblick hin gar nicht zu dem
eben beschriebenen 8 zu gehören scheint. Die dennoch
erkennbaren, mit jenen des & vollständig übereinstimmenden
Querlinien der Oberseite, die Unterseite und die licht ocker-
gelbe Stirn und Palpen lassen jedoch an der Zusammen-
gehörigkeit nicht zweifeln.
Ich benenne diese neue Art- Beatalis zu Ehren des
Fräuleins Beata, Tochter des Herrn F. Lange in Haifa, welche
sich an dem Fange der Schmetterlinge, insbesondere der so-
genannten Microlepidopteren, eifrigst betheiligt.
Stemmatophora Subustalis Ld., spärlich.
Hypotia Corticalis Schiff.
Aglossa Pinguinalis L. nur in der Form Asiatica Ersch.
Aglossa Cuprealis Hb., sehr dunkel.
Ulotricha Egregialis HS., in Grösse sehr variirend,
Asopia Fulvoecilialis Dup.
Asopia Regalis Schiff, nur 1 ©.
Asopia Costalis F., kleiner und dunkler als die euro-
päischen, eine Uebergangsform zur ab. Rubrocilialis Stgr. bildend.
Asopia Farinalis L.
Endotricha Flammealis Schiff, in allen möglichen
Farbenabänderungen.
|
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien, 185
Hellula Undalis F.
Aporodes Floralis Hb., nur in der typischen Stammform.
Ephelis Cruentalis Hb.
Phlyetaenodes Pustulalis Hb., ziemlich selten.
Odontia Dentalis Schiff.
Anthophilodes Baphialis Ld.
Anthophilodes (?) spec. Ueber das einzige, bisher er-
haltene Exemplar schrieb mir Herr Bang-Haas: „Wir haben
diese Art in mehreren Stücken aus Syrien und eingereiht
hinter Anthophilodes, aber unbenannt.* Herr de Joannis,
bei welchem sich das Stück im Augenblick befindet, schreibt
darüber: „le no 100 me parait inconnue et constitue, je
crois, un genre nouveau & cause de la forme de la plaque
cornee du vertex.“
Botys Purpuralis L., in der von Lederer, zool. bot.
Verh. 1855, S. 217, erwähnten, reichlicher gelben und weniger
rothen Form.
Botys Sanguinalis L., in der Stammform.
Botys Polygonalis Hb.
Botys Rupicapralis Ld.. nur 1 2.
Botys Diffusalis Gn.
Botys Testacealis Z., selten.
Botys Verbascalis Schiff.
Botys Ferrugalis Hb.
Botys Serotinalis Joannis, einige Stücke, welche mit
(den Typen aus Beirut übereinstimmen. |
Euryereon Nudalis Hb.
Euryereon Palealis Schiff.
Euryereon Concoloralis Ld., bisher nur 1 6.
Nomophila Noctuella Schiff.
Cornifrons Ulceratalis Ld., spärlich.
Margarodes Unionalis Hb.
Antigastra Catalaunalis Dup.
Cybolomia Pentadalis Ld., selten.
Metasia Octogenalis Ld.
Stenia Bruguieralis Dup.
Stenia Punetalis Schiff., zwei kleine, etwas verflogene,
‚aber offenbar auch im reinen Zustande sehr licht gelblich ge-
wesene Stücke, weit lichter als Concoloralis Obth.
Zinckenia Recurvalis FE.
Synelera Traduealis Z., einzeln.
Spanista Ornatalis Dup.
186 Adolf Freiherr von Kalchberg:
Duponchelia Fovealis Z., häufiger als die vorher-
gehende Art, also auch im östlichen Mittelmeergebiet verbreitet.
Schoenobius ? Nilotieus Z. Stett. ent. Z. 1867. Nur
fraglich gehört 1 8 einer Schoenobius-Art hierher, da es
nicht fransenrein ist, sonst aber gut mit Zeller’s Beschreibung
des Nilotieus aus Alexandrien stimmt.
Calamotropha ? Orontella Rag. Ann. Soc. France
1895, p. €. (100).
Ein einzelnes, gut erhaltenes 2 aus Haifa weicht von
Ragonot’s Beschreibung seines weiblichen Exemplares aus dem
Orontes-Thale in Folgendem ab: Es misst 35 mm, ist somit
um 7 mm grösser; das „brun lilas“ ist sehr spärlich vor-
handen; 2 mm vor dem Aussenrande, parallel mit diesem be-
findet sich eine Braune Querlinie (Punktreihe) und zwischen
dieser und den dunklen Limbalpunkten eine zweite solche,
letztere jedoch nur ganz schwach angedeutet. Der Thorax
ist ganz einfärbig licht „ocrac& paille“, wie die Vdfl.. ohne
„brun hlas“.
Trotz dieser Unterschiede dürfte mein Exemplar doch
zu Orontella Rag. gehören.
Ancylolomia Tentaculella Hb., sehr gross, die 38 39,
die 22 45 mm messend.
Ancylolomia Peetinatella Z.
Grambus Careectellus Z., einige wenige Stücke.
Crambus Inquinatellus Schiff., in der Form, wie Lederer,
z. b. Verh. 1855, S. 221, dieselbe kurz characterisirt hat,
und wie sie übrigens auch in Europa als Aberration auftritt.
Crambus Geniculeus Hw., nur wenige Exemplare.
CGrambus Permixtellus Kcehbe. n. sp. Zwei ganz
reine 58 von 24 und 25 mm Expansion, nächst verwandt
mit Geniculeus Hw., jedoch von allen Crambus-Arten, welche
keinen weissen Längsstreifen haben, verschieden durch die
nicht eintönigen, sondern sehr auffallend silbergrau und
ockergelb gemischten Vdfl. Diese haben einen weniger zuge-
spitzten Apex, als Geniculeus. Die Extrabasal- und die
zweite (@uerlinie sind, erstere in ihrer unteren Hälfte, letztere
vollständig, und zwar beide doppelt, vorhanden, diese Doppel-
linien durch die silbergraue Grundfarbe getrennt und dadurch
sehr hervortretend. Die Extrabasale beginnt im ersten Hinter-
randsdrittel, macht einen scharfen Zacken gegen die Flügel-
wurzel und endet vor der Mittelzelle. die zweite Querlinie
beginnt im letzten Hinterrandsdrittel, bildet zwei scharfe.
Zacken in der Richtung gegen die Flügelwurzel, verläuft
N:
BE
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 187
sodann gegen den Aussenrand ohne denselben jedoch zu er-
reichen und wendet sich in spitzem Winkel zurück gegen den
Vorderrand, woselbst sie etwas verdickt, daher deutlich
sichtbar, endet. Die silbergraue Grundfarbe tritt besonders
am Vorderrande und längs der Flügelmitte hervor. Auf der
Dorsalfalte befinden sich zwei bräunliche Fleckchen neben-
einander, am Vorderrande, vor der zweiten Querlinie, ein
solehes. Im Aussenrande stehen zwischen den Rippen schwarze
Punkte, dann folgt eine metallglänzende Limballinie; die
Fransen sind auffallend bräunlich gescheckt. Die Htfl. und
deren Fransen sind rein weiss. Die Unterseite aller Flügel
ist zeichnungslos weisslich, nur die Vdfl. sind dunkler beschattet.
Die Palpen, die Stirn und der Thorax haben die Färbung
der Vdfl., der Hinterleib ist mehr weiss. Die Fühler sind
sehr deutlich schwarz geringelt.
Crambus Tersellus Ld.
rambus Desertellus Ld.
Eromene Ramburiella Dup.
Eromene Vinculella Z.
Eromene Ocellea Hw., in zum Theile sehr grossen
Stücken.
Dioryetria Mendacella Stgr., ein sehr schönes & dieser
somit auch im östlichen Mittelmeergebiete vorkommenden Art.
Nephopteryx Coenulentella Z., mit welcher die nach
von mir in Sicilien gesammelten Stücken von Dr. Staudinger
aufgestellte Nephopteryx Maculata (Stett. ent. Zeit.
1376) zusammenfällt, nicht selten.
Nephopteryx Metzneri Z., in Menge und überein-
stimmend mit den syrischen Exemplaren des Hof-Museums
in Wien.
Nephopteryx Florella Mn.
Nephopteryx Dahliella Tr.
Nephopteryx (Pristophora) Discomaeulella Rag., we-
nige Stücke.
Nephopteryx Metamelana Hampson, von Herrn de Joannis
nach dem in London befindlichen, aus Aden stammenden
Originale bestimmt. Die Art hat oberflächliche Aehnlichkeit
mit Pempelia Nucleolella Moeschler.
Etiella Zinckenella Tr.
'Pempelia Semirubella Sc., ein kleines 2 ganz ohne
rothe Färbung.
Pempelia. Euphorbiella. Z.
Pempelia. Sororiella Z.
DS aba Ba a ra ra a a nr m un. .;
188 ‘Adolf Freiherr von Kalchberg:
Pempelia Cingillella Z.
Pempelia (Alophia) Combustella H. S., zu welcher Art
(nach Ragonot) Gallicola Stgr. als Synonym gehört, zahl-
reich und in der Grösse stark abändernd.
Pempelia Dionysia Z.
Pempelia (Salebria) Numidella Rag., bisher nur aus
Algerien und Aegypten bekannt gewesen.
Epischnia Prodromella Hb., kleiner und schärfer ge-
zeichnet als die südeuropäischen.
Acrobasis Glaucella Stgr., und
Acrobasis Pyrethrella H. S., einzeln.
Myelois Rhodochrella H.S.. am zahlreichsten in der
Form Hellenica Steger.
Myelois Circumdatella Ld.
Myelois Legatella Hb.
Myelois Convexella Ld., in Menge.
Myelois Ceratoniae Z.
Myelois Cinerea Stgr.
Myelois Chaleocyanella Gonst.
Myelois Candidatella Ld.
Myelois (Heterographis) Subcandidatella Rag., einzeln.
Myelois Transversella Dup.
Myelois Osseatella Tr.
Myelois Ossicolor Ragon.
Ancylodes Pallens Rag., zwei Exemplare.
Euzophera Bigella Z.
Euzophera Oblitella Z.
Euzophera Imperfectella Rag.
Ematheudes Punctella Tr.
Anerastia Strigosa Stgr.
Anerastia Venosa Z.
Anerastia Ablutella Z.
Anerastia Vulneratella Z.
Ephestia Calidella Gn. (Ficella Dgl.. Xanthotricha Stgr.)
Ephestia Vapidella Stgr. (Mn. i. 1.)
Ausser den vorangeführten 41 Phyeitiden-Arten konnten
3 wahrscheinlich neue Arten noch nicht determinirt werden.
Galleria Mellonella L.
Melissoblaptes Anellus Schiff.; das grösste ? misst 43 mm.
Sceiaphila Wahlbomiana L. var. Virgaureana Tr.
Conehylis Langeana Kcehbg. nov. spec.
Obwohl ich von dieser ausgezeichneten Art nur 1 Pärchen
erhalten habe, so genügt dasselbe wegen der mit keiner
Dı Zh I Ah al A A an eh Ve a na a 1 UL AUaER dual FE PL ar
, j o)
Ueber die Lepidopteren-Fauna von Haifa in Syrien. 189
anderen zu verwechselnden Färbung und Zeichnung doch voll-
ständig für die Beschreibung. 5 18, 2 20 mm Expansien.
Amiantana-Gruppe. Die Vdfl. haben eine ockergelbe Flügel-
‚ wurzel und solchen Vorderrand, eine ockergelbe, am Innen-
rande etwas breitere, den Vorderrand nicht ganz erreichende
gerade Mittelbinde und eine wie bei Zoegana L. verlaufende,
hackenförmige, ockergelbe Binde im Aussenfelde. Die den
meisten Raum einnehmende Grundfarbe der Vdfl. ist jedoch
ein reines, seideglänzendes Weiss; ebenso sind der Thorax
und die Palpen gefärbt; Fühler und Hinterleib sind bräunlich,
die Beine weiss, die Htfl. dunkelgrau, die Fransen aller Flügel
weisslich. Auf der Unterseite sind die Vdfl. mehr, die Htfl.
weniger schmutzig ockergelb angeflogen.
Ich benenne diese schöne neue Art nach Herrn F. Lange,
welcher dieselbe bei Haifa auffand.
Conchylis Straminea Hw.
Conchylis spec. bei Flagellana Dup. Dr. Rebel hat
in seiner Arbeit „Beitrag zur Mierolepidopteren-Fauna Dalma-
tiens“, zool. bot. Verh. 1891, eines bei Cuciste in Dalmatien
gefangenen, im Hof-Museum befindlichen Exemplares Erwähnung
sethan, welches mit meinem Haifa-Stücke identisch ist, und
verweise ich diesbezüglich auf die 1. e. publieirte Arbeit.
Conehylis Mussehliana Tr.
Gonchylis Aureopunetana Rag. Ann. Soc. d. Fr. 1894,
p. 189, vier schöne Stücke.
Retinia Bouoliana Schiff. var. Thurifieana Ld.
Penthina Oblongana Hw.
Crocidosema Plebejana Z. (Altheana Mn.)
Hapsifera Luridella Z., einzeln.
Trichophaga Abruptella Woll., einige Exemplare dieser
der Tinea Tapetzella L. zum Verwechseln ähnlichen Art.
(Vergleiche Ann. d. naturhist. Hofmuseums, Bd. XI, S. 123.)
Tinea nov. spec., zwei schöne 88, nach Dr. Rebel’s
Begutachtung „prächtige, durch die Fühlerbildung ausgezeich-
nete Art“. Die Beschreibung wird gelegentlich nachgetragen
werden; ich bezeichne sie einstweilen als Tinea Palae-
stinella.
Tinea Fuscoviolacella Rag.
Tineola Syriaca Ld.
Plutella Cruciferarum Z.
Pseeadia Bipunctella F., zahlreich.
Psecadia Quadrinotella Mn.
Depressaria Atomella Hb.
N a a a AAN a nnd FU TEFRSTHRN, WERE ET we)
F L 4 b ‚ eh de r
7
190 Adolf Freiherr von Kalchberg.
Depressaria Tenebricosa Z.
Depressaria Floridella Mn.
Depressaria Marcella Rebel i. 1., eine weit verbreitete,
unbeschriebene Art.
Gelechia Vilella Z.
Gelechia Plutelliformis Ster.
Bryotropha Affinis Del.
Teleia Tamarieciella Z.
Rhinosia Flavella Dup.
Rhinosia Formosella Hb.
Mesophleps Corsicellus H.S.
Holcopogon nov. spec., nach Herrn Dr. Rebel’s ge-
fälliger Mittheilung; die Beschreibung wird gelegentlich folgen.
Mehrere gut erhaltene Stücke.
Nothris Declaratella Stgr.
Pleurota Sparella Ld.
Apiletria Purulentella Stt.
Symmoca Sparsella Joannis.
Vecophora Temperatella Ld.
Oecophora Formosella Hb.
Alloclita Reecisella Stgr.
Butalis Subflabella Stt.
Butalis Acanthella God.
Agdistis Meridionalis Z., einige abgeflogene Stücke,
welche wahrscheinlich hierher gehören.
Agdistis Tamarieis Z.
Amblyptilia Acanthodaetyla Hb.
Mimaeseoptilus Serotinus Z.
Aciptilia ? Desertorum Z., nur wenige, fraglich zu dieser
Art gehörige Exemplare.
Alueita Zonodactyla Z.
Die Grossschmetterlinge der sächsischen
Oberlausitz.
Von K. T. Schütze, Lehrer in Rachlau.
Ill. Theil (Noctuae).
(Fortsetzung aus Iris Band IX, S. 341.)
Noctuae.
I. Bembycoidae.
1. Diloba Stph.
1. Caeruleocephala L. Ueberall häufig im September,
October. Die R. bis Juni auf Prunus- und Pyrus-Arten.
2. Demas Stph.
2. Coryli L. Verbreitet, aber nicht häufig, nur in der
Kamenzer Gegend scheint sie nicht selten zu sein, im Mai,
Juni, doch fand ich noch 27. 7. 97 ein frisches Ex. bei
Lömischau. Die R. im Herbst auf Laubholz, wurde hier auf
Eberesche, Buche, Birke und Eiche gefunden.
II. Aeronyctidae.
3. Aeronyeta O.
3. Leporina L. Verbreitet und nicht selten, nach K.
bei Bautzen häufig, von Ende Mai bis Juli. Die R. fanden
wir nur auf Birke, sie soll aber auch noch auf Erlen, Linden
und Weiden leben.
4. Aceris L. Verbreitet und häufig im Mai, Juni. Als
Futterpflanzen der R. werden Eichen, Buchen, Rosskastanien
und Ahorn genannt, sie lebt aber auch auf Birken, unter
deren Rinde ieh im Winter die Puppe nicht selten fand.
5. Megacephala F. Verbreitet, in gleicher Zahl und
zu derselben Zeit wie die vorige Art. Die R. vom Juli an auf
Pappeln und Weiden.
KA Th Fan 11 hl dk NUDE NO IT IRRE
192 K. T. Schütze:
6. Alni L. Nach M. wurde die von Ende Juni bis
September auf verschiedenem Laubholz lebende R. einmal bei
Herrnhut gefunden; der Falter im Mai.
7. Strigosa F. Nach M. einzeln bei Zittau gefunden,
er schreibt, dass die Art im Niederlande verbreitet ist und
führt Lauban, Görlitz und Niesky als Fundorte an.
8. Tridens Schiff. Ueberall ziemlich häufig im Mai,
Juni, einzeln im August, September. Die R. im Juli und
Herbst auf Laubholz.
9. Psi L. Verbreitet, in gleicher Menge und zu gleicher
Zeit wie vorige. Die R. polyphag auf Laubholz.
Menyanthidis View. kommt nach M. nur im Nieder-
lande vor, er giebt Görlitz als Fundort an. Ohne Zweifel
wird die Art auch in der sächsischen Niederung zu finden
sein.
10. Auricoma F. Verbreitet, doch überall nur sehr
vereinzelt in 2 Generationen. Die polyphage R. im Juni und
Herbst.
11. Abscondita Tr. Nach M. wurde der seltene Falter
erst einmal bei See bei Niesky gefangen, er hat aber später
in seinem Handbuche diese Angabe mit „? ob echt“ bezeichnet.
Die Art findet sich aber thatsächlich in der Heide, wo K.
die R. Ende Juni, Anfang Juli unterhalb Lömischau von
Calluna sammelte, ich fand sie vor mehreren ‚Jahren zu gleicher
Zeit an derselben Pflanze zwischen Kommerau und Lieske.
Nach Angabe von Kotzsch in den „Macrolepidopteren der
Dresdner Gegend“ soll die Art in den ausgedehnten Wäldern
der Niederlausitz, z. B. bei Muskau, ziemlich häufig vorkommen.
In der Muskauer Gegend scheint das noch nicht bekannt zu
sein, wenigstens führt Gymnasiallehrer Sommer in Görlitz,
der vor zwei Jahren einen Nachtrag zu Möschlers „Schmetter-
linge der Oberlausitz‘ veröffentlichte, keine diesbezügliche
Notiz seines Muskauer Gewährsmannes an.
12. Euphorbiae F. Im ganzen (Gebiete, doch selten,
im Mai, Juli, August. Nach M. kam die Art bei Neusalza
und Zittau vor, Sch. fand 1 R. auf dem Czorneboh und erzog
daraus die var. Montivaga, K. sammelte die R. bei Lömischau
von Rumex, und B. fing den Falter bei Löbau.
13. Rumieis L. Im ganzen Gebiete gemein von Ende
April an und wieder im Juli. Die R. polyphag.
14. Ligustri F. Nach M. im Oberlande nicht selten,
im Niederlande wenig verbreitet; er giebt aber, ganz gegen
seine Gewohnheit, keinen Fundort an. Der im Mai und Juli
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 193
erscheinende Falter wurde in mehreren Ex. von B. bei Löbau
geködert. Die R. im Juni und Herbst auf Liguster, nach
Wocke auch auf Fraxinus.
4. Bryophila Tr.
15. Ravula Hb. var. Ereptricula Tr. wurde bisher nur
von Sch. in einigen Stücken im Bautzen an Baumstämmen,
von Al. und Fleischer die R. vor der Stadt an Steinflechten
gefunden, K. entdeckte sie auch am Eisenbahnviadukt bei
Strehla. R. im Mai, Juni, Falter im Juli.
Fraudatricula Hb. kommt nach M. bei Görlitz vor,
wird daher wohl auch in unserem Gebiet sicherlich noch
gefunden werden.
16. Algae F. M. fand bei Kronförstchen mehrere R.
Ende Mai an den Flechten alter Zäune; die Falter entwickelten
sich im Juli.
17. Muralis Forst. An den Felswänden um Bautzen,
auch am Abgott, nicht selten im Juli, Sch. fand sie auch
zahlreich an der Mauer des alten Taucherkirchhofes, sowie an
einer alten Mauer bei Sokulahora. Die R. bis Juni an Stein-
flechten, am Tage, wie die meisten Bryophila-Raupen, unter
diesen verborgen.
18. Perla F. An gleichen Stellen wie vorige, mit
gleicher Erscheinungszeit und Lebensweise der R., nicht selten.
5. Moma Hb.
19. Orion Esp. Verbreitet, aber im Oberlande seltener
als in der Ebene, hier z. B. bei Quoos, Neschwitz, Zescha,
Lömischau häufig. Sch. fing den im Mai und Juni fliegenden
Falter auf dem Gipfel des Valtenberges, ich mehrfach bei
Rachlau, 1 2 noch 10. 7. 92 am Köder. Die R. im Juli,
August auf Eichen und Buchen.
6. Diphthera 0.
20. Ludifica L. Diese hier seltene Art dürfte wohl im
(rebirge verbreitet sein, wurde aber erst ein einziges Mal von
M. bei Herrnhut als R. im Oktober am Stamme eines Apfel-
baumes gefunden, der Falter auch einmal bei Nieder-Frieders-
dorf bei Neusalza erzogen. Die R. lebt auf Sorbus und ist
schon im September zu finden; der Falter im Mai, Juni.
194 RK. T. Schütze:
7. Panthea Hb.
21. Coenobita Esp. Verbreitet, aber selten. In der
Heide fand ich den Falter 20. 5. 80, auf dem Czorneböh
mehrmals im Juni, 1 2 noch 6.7. Nach B. auch bei Löbau.
Die R. im August, September auf Fichte.
III. Agrotidae.
8. Agrotis 0.
22. Strigula Thnb. Verbreitet und nicht selten im Juni,
Juli, die R. bis Frühjahr auf Calluna. Auch hier war ihre
Ueberwinterung stets ohne Erfolg.
23. Molothina Esp. Sehr selten. Ich sah nur 1 Ex.
in der Kamenzer Sammlung. Fliegt Anfang Juni, die R. bis
Frühjahr auf Heidekraut.
PolygonaF. ist nach M. bei Görlitz gefunden worden,
dürfte daher auch in der sächsischen Lausitz vorkommen.
24. Signum F. Nach M. dem eigentlichen Niederlande
fehlend, ich fand sie aber bei Klix und Lömischau. Im Ober-
lande ist der Falter nirgends selten und kommt in manchen
Jahren ziemlich häufig an Köder, wurde aber sonderbarerweise
bei Seifhennersdorf noch nicht gefunden. Flugzeit Juni, Juli.
Die polyphage R. fand ich im Frühjahr besonders auf Heidel-
beeren.
25. Janthina Esp. Selten. M. fing den Falter einmal
bei Herrnhut, ein andermal 14. 8. 32 bei Kronförstchen an
Köder, K. erbeutete ihn auf gleiche Weise am Abgott. Die
R. polyphag.
26. Fimbria L. Verbreitet, aber ziemlich selten im
Juni, Juli. Die polyphage R. im Mai erwachsen.
27. Sobrina Gn. Der seltene Falter wurde zuerst von
mir an mehreren Stellen bei Rachlau an Köder gefangen, in
gleicher Weise auch von Bautzener Sammlern bei Strehla und
Nadelwitz erbeutet, im Juli, August.
28. Augur F. Verbreitet und nicht selten, kommt in
manchen Jahren bei Rachlau ziemlich häufig an Köder, im
Juli. Die R. polyphag bis Ende Mai.
29. Obseura Brahm. M. besass 1 Ex., welches von
einem Knaben bei Herrnhut gefangen wurde. Nach Wocke
gehört der im „Juli fliegende Falter der Ebene an.
30. Pronuba L. und var. Innuba Tr. überall gemein
im Juni, Juli. Ich klopfte einen frischen Falter im April
von Weidenkätzchen. Die polyphage R. bis Frühjahr.
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 195
31. Orbona Hfn. Wenig verbreitet und selten, schon
von Christoph einmal am Ozorneboh gefangen ; hier habe auch
ich den Falter mehrfach erzogen und am Köder erbeutet,
ausserdem ist nur Bautzen als Fundort bekannt, wo R. 1 2?
1.9. 97 köderte. Nach M. und Sommer kommt die Art auch
in der preussisch-lausitzer Niederung vor. Flugzeit Juni, Juli.
32. Comes Hb. Nach M. von Dr. Sintenis öfter bei
Bautzen erzogen, hier auch von K. 29. 8. 97 1 2 geködert;
da die Art ausserdem nur bei Rachlau in 1 Ex. gefunden
wurde, so muss sie als wenig verbreitet und selten bezeichnet
werden. Flugzeit Juni, Juli, die polyphage R. bis Frühjahr.
33. Castanea Esp. Ein frisches 2 dieser sehr seltenen
Art sah ich in der Kamenzer Sammlung. Der Falter fliegt
im August. Die überwinternden R. finden Meissner Sammler
auf Ginster und Heidelbeeren.
34. Triangulum Hfn. Verbreitet und häufig im Juni,
Juli. Die R. bis April auf niederen Pflanzen, nach K. sehr
häufig auf Nesseln.
i 35. Baja F. Verbreitet und wenigstens im Oberlande
meist häufig im Juni, Juli. Die polyphage R. finde ich nach
der Ueberwinterung besonders auf Heidelbeeren.
36. C. nigrum L. Verbreitet und häufige vom Mai bis
September. Die polyphage R. bis April und im Juli.
37. Ditrapezium Bkh. Nach O. bei Seifhennersdorf
ziemlich häufig, sonst nur vereinzelt vorkommend, im Juni,
Juli. Von K. bei Bautzen, von B. bei Löbau gefangen und
von mir in wenigen Ex. bei Rachlau erzogen.
38. Stigmatica Hb. Scheint nur im Oberlande ver-
breitet zu sein, ist aber meist selten. K. fing 1 Ex. Mitte
August am Abgott, ich ein anderes im Juli bei Rachlau, traf
aber abgeflogene Ex. in Menge auf dem Rothstein, auch B.
köderte sie bei Löbau zahlreich. Die R. bis Mai auf niederen
Pflanzen.
39. Xanthographa F. Im OÖberlande verbreitet und
nicht selten, Ende Juli. August. Sehr häufig traf ich den
Falter auf dem Rothstein, ebenso ist er nach K. bei Bautzen
gemein. Die var. Cohaesa HS. überall in Mehrzahl. Die R.
im April an Gras.
40. Rubi View. Ebenfalls nur im Oberlande verbreitet
und nicht selten im Juni und August. Die R. ist polyphag.
41. Dahlii Hb. Verbreitet, aber noch wenig aufgefunden.
M. kennt Herrnhut als Fundort, fing auch 8. 8. 63 bei Kron-
förstehen 1 2. Der Falter kommt nach OÖ. auch bei
WEN .® DT TEEN Ve 7 Be ZW u VE
TEE NETTER AETRN TORE AAN ER
196 K. T. Schütze:
Seifhennersdorf, nach Sch. bei Eibau vor, erscheint bei Rachlau
jedes Jahr an Köder und war im heissen August 1892 gar
nicht selten, variirt sehr in Färbung und Deutlichkeit der
Zeichnung. Die R. bis Frühjahr auf niederen Pflanzen.
42. Brunnea F. Verbreitet und in manchen Jahren
häufig im Juni, Juli. Die polyphage R. finden wir im Früh-
jahr regelmässig auf Farnkraut.
43. Festiva Hb. Verbreitet, scheint aber von Jahr zu
Jahr seltener zu werden, im Juni, Juli. Die polyphage R.
fand ich gleichfalls an Farnkraut.
Multangula Hb. M. führt die Art als einigemal bei
Görlitz gefunden auf, streicht aber nachträglich diese Notiz
durch mit dem Vermerk: „ist nicht diese Art, sondern
Rectangula“, hat aber später zu der ursprünglichen Angabe
wieder hinzugeschrieben: „gilt!“ Da die Art sowohl in
Schlesien als auch im Dresdner Kreise vorkommt, so dürfte
sie wohl auch in unserem Gebiete kaum fehlen.
RectangulaF. wird von M. ebenfalls als bei Görlitz
gefangen bezeichnet, er hat aber seine Angabe später selbst
in Zweifel gezogen und die betreffende Notiz durchgestrichen.
Im übrigen gilt von dieser Art auch das bei voriger Gesagte.
44. Cuprea Hb. Nach M. ist diese hier seltene Art nur im
südlichen Theile des Oberlandes, im böhmischen Grenzgebirge,
um Grossschönau u. s. w. im Juli am Tage um Blumen
schwärmend gefangen worden. In neuerer Zeit scheint es in
dortiger Gegend keine richtigen Sammler mehr zu geben.
45. Pleeta L. Verbreitet und häufig im Juni, August,
September. Die Raupe im Juli und Spätherbst.
46. Simulans Hfn. Verbreitet, aber selten, im Juni,
Juli, von R. noch am 28.8.95 gefangen. M. giebt Herrnhut,
Strahwalde und Nieder-Friedersdorf als Fundorte an, W. fing
den Falter bei Elstra, K. und Al. bei Bautzen an Köder, ich
desgl. bei Rachlau, auch 1 Ex. abends an Himbeerblüthe,
B. hat ihn aus der Löbauer Gegend, mehrere Ex. sah ich in
der Kamenzer Sammlung. Der Falter scheint sich sehr gern
in Gebäuden zu verkriechen: K. und Al. fanden ihre Ex. im
Hause, und Herr Major von Treskow in Görlitz sagte mir,
dass er den in der Provinz Posen häufigen Schmetterling in
grosser Zahl in Wohnungen antraf.
47, Lueipeta F. Der sehr seltene Falter wurde nach
M. ein einziges mal im Juli von Christoph in einem Garten
bei Herrnhut abends an Blumen gefangen; ein anderes Ex.
|
|
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 197
zeigte mir F. in Seifhennersdorf, er hatte es aus dem Netze
einer grossen Spinne gelöst.
48. Putris L. Verbreitet, aber ziemlich selten, wie es
scheint, nur in einer Generation im Juni. Nach M. überwintert
die Puppe.
49. Cinerea Hb. Verbreitet,. aber selten im Mai, von M.
bei Herrnhut und Niesky gefunden, von K. bei Bautzen und
von mir in Rachlau zweimal an. Licht gefangen; ausserdem
scheuchte ich bei Blösa beim Suchen von Col. Chalcogrammella-
Säcken 1 8 durch Tabaksrauch aus dem Grase und erzog 1 ®
aus einer unbeachteten Raupe; letztere soll bis April an Gras
und niederen Pflanzen leben.
50. Exelamationis L. Verbreitet und sehr gemein im
Juni, Juli. Exemplare mit deutlichen Querstreifen sind sehr
selten. Die R. bis Frühjahr an Graswurzeln.
51. Nigricans L. Verbreitet, aber noch wenig gefunden,
nach M. auch im Niederlande, im Juli, August. Von K. bei
Bautzen und von Weise sen. bei Ebersbach gefangen; bei
Rachlau kam der Falter 1895 zahlreich an Köder. Die R.
bis Mai an niederen Pflanzen.
52. Tritiei L. Hier ist der fast überall häufige Falter.
selten, im Juli, August. Nach M. bei Herrnhut und Nieder-
Friedersdorf, die var. Aquilina HS. bei Herrnhut, von Schn.
bei Eibau und von mir nebst der var. Eruta Hb. bei Rachlau
gefangen. O. fand bei Seifhennersdorf 1 Ex., das sich von
russischen Stücken in Staudingers Sammlung durch nichts
unterscheidet. Die R. bis Mai an Wurzeln niederer Pflanzen.
53. Obelisca Hb. M. kannte die Art nur aus dem
Niederlande (Niesky), sie Kommt aber auch im Oberlande vor,
ist also verbreitet, aber selten; K. und Ax. fingen den Falter
bei Bautzen, B. bei Löbau, ich mehrfach bei Rachlau, im
Juli, August. Die R. bis Mai an niederen Pflanzen.
94. Ypsilon Rott. Verbreitet und oft häufig von August
bis October, soll auch überwintern. Die R. im Sommer an
Graswurzeln.
55. Segetum Schifl. Gemein im Mai, ‚Juni, weniger
häufig im August, September. Die R. von Sommer bis
Frühjahr an Graswurzeln.
56. Corticea Hb. Sehr selten, bisher nur von K. 1 &
24. 6. 96 bei Bautzen gefangen; nach M., der die Art nur
von Niesky kennt, im Juli bis September. Die R. bis Mai
an Graswurzeln.
198 K. T. Schütze:
57. Vestigialis Rott. Nach M. sowohl im Oberlande
wie in der Niederung, aber selten und nur von wenigen Orten
bekannt, er kennt Herrnhut, Niesky und Görlitz als Fund-
stellen. Bei Niesky soll sie öfter vorkommen, scheint also
mehr dem Niederlande anzugehören. Der Falter fliegt im
August und wurde von K. in 3 Ex. bei Bautzen, von mir
einmal bei Rachlau gefangen. Die polyphage R. bis Mai.
58. Praecox L. M. Angabe: „bis jetzt an wenig Orten
und nur sehr einzeln gefunden* gilt auch jetzt noch, zu den
von ihm angegebenen Fundorten Herrnhut. Görlitz, Lauban.
Niesky kommt nur ein neuer, Rachlau, wo ich den Falter
14. 7. 82 an Köder fing. Die polyphage R. bis Mitte Mai,
am Tage in der Erde.
59. Flammatra Schiff. Diese in den Nachbargebieten
unbekannte Art hat M. in 1 Ex. 22.7.64 bei Kronförstchen
gefangen.
60. Prasina F. Verbreitet und nicht selten im Juni.
Die R. bis Frühjahr auf niederen Pflanzen, meist auf Heidel-
beeren.
61. Oceulta L. Verbreitet, aber viel seltener als die vorige,
im Juni, Juli. R. wie bei voriger.
AgathinaBoisd. Nach M. hat Christoph 1 Ex. dieser
seltenen Art bei Niesky gefangen. Falls hier Kein Irrthum
obwaltet, dann wäre ihr Vorkommen in den angrenzenden
‚sächsischen Heidegebieten auch möglich.
IV. Hadenidae.
9. Charaeas Stph.
62. @raminis L. Verbreitet, aber meist sehr verein-
zelt, bei Rachlau fange ich ‚sie regelmässig an Köder und
Licht, 1893 in grösserer Zahl, bei: Seifhennersdorf soll sie
nach OÖ. manchmal ziemlich häufig sein, K. erbeutete sie 1895
in Anzahl an Licht, M. giebt Herrnhut, Kronförstehen und
Nieder-Friedersdorf als Fundorte an. Juli, August, die R..
an Gras.
10. Neuronia Hb.
63. Popularis F. Verbreitet und häufig im August,
September, fliegt sehr ans Licht. Die R. im Mai, Jum an
(sräsern.
64. Gespitis F. Seltener als vorige, zu gleicher Zeit,
kommt regelmässig und in manchen ‚Jahren zahlreich ans Licht.
Die R. bis Juni an Gras,
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 199
11. Mamestra Tr.
65. Leucophaea View. M. schreibt, dass die Art ver-
breitet, mehr oder weniger häufig sei; das erstere stimmt,
das letztere nicht mehr, sie muss jetzt als selten bezeichnet
werden. Den im Juni fliegenden Falter fing K. einige Male
bei Bautzen, ich bei Rachlau, fand auch die Raupe bei
Lömischau im Frühjahr an niederen Pflanzen.
66. Advena F. Verbreitet und nicht selten im Juni,
Juli. Die R. bis Mai auf niederen Pflanzen, gern auf
Besenginster.
67. Tineta Brahm. In der Ebene wenig verbreitet und
nur von K. bei Quoos und von mir bei Lömischau gefunden,
auch bei Kamenz kommt sie vor, im Oberlande nicht selten
im Juni, Juli. . R. wie vorige.
68. Nebulosa Hfn. Ueberall ziemlich gemein im Juni,
Juli. R. wie die vorigen.
69. Contigua Vill. Ziemlich häufig im Mai, Juni. Ein
fast reines Ex. fing ich noch 10. 9. 95 an Köder. Die im
Herbst erwachsene R. polyphag, mit Vorliebe auf jungen
Birken.
70. Thalassina Rott. Verbreitet und häufig im Mai,
Juni. Die R. im Herbst polyphag.
71. Dissimilis Knoch. Verbreitet und nicht selten im
Mai, Juni, August. Die R. im Juli und Herbst, polyphag,
meist aber auf Atriplex und: Chenopodium.
12. Pisi Knoch. Ueberall gemein von Mai bis Juli.
Die R. lebt bis October an niederen Pflanzen.
73. Brassicae L. Ebenso gemein im Mai, Juni, August.
Die dem Bauer und Gärtner verhasste R. lebt vom Juni bis
zum Herbst mit Vorliebe an Kohlarten. In den Röhrenblättern
der Gartenzwiebel fand ich einmal zahlreiche Raupen, erzog
aber statt der gehofften Seltenheit nur diese Art.
14. Persicariae L. Verbreitet und gemein, die ab.
Unicolor Steger. nicht selten, vom Mai bis Juli. Die sehr
polyphage R. von August bis Herbst.
75. Albicolon Hb. Nach M. nur bei Herrnhut einmal
gefangen, im Mai, Juni. Sie kommt auch im benachbarten
Böhmen und Sehlesien vor. |
Aliena Hb. wurde nach M. bei Niesky gefunden,
wird auch in. der Dresdner Gegend regelmässig gefangen,
ihr Vorkommen bei uns ist daher nicht unwahrscheinlich.
76. Oleracea L. Verbreitet, doch nicht gemein im Mai,
Juni, August. . Die ziemlich polyphage R. im Juli, September.
200 K. T. Schütze:
77. Genistae Bkh. Ueberall nicht selten im Mai, Juni.
Die polyphage R. bis in den Herbst mit Vorliebe auf Besen-
ginster.
73. Glauca Hb. Verbreitet, doch überall selten, Ende
Mai, Juni. M. fand den Falter bei Herrnhut, Sch. bei Kosel,
K. bei Bautzen, W. bei Elstra, O. bei Seifhennersdorf, Schn.
bei Eibau, ich bei Rachlau, erzog auch 1 Ex. aus einer auf
Heidelbeere gefundenen R., sie lebt bis in den Herbst auch
auf anderen niederen Pflanzen.
79. Dentina Esp. Sehr gemein im Mai, Juni, einzeln
im August. Die R. im Sommer und Herbst auf niederen
Pflanzen.
80. Trifolii Rott. Ueberall nicht selten, in manchen
Jahren häufig an Köder, im Mai, Juni, August. Die R. im
Juli und Herbst auf Atriplex, Chenopodium und anderen
Pflanzen.
81. Reticulata Ville Verbreitet und nicht selten im
Juni, Juli. Die R. im Herbst an Silene-Arten. .
82. Chrysozona Bkh. Wenig verbreitet und selten
im Juni, Juli. K. hat den Falter bei Bautzen gezogen, ich
fand ihn vor vielen Jahren mehrfach bei Rachlau. Die R.
in der 2. Hälfte des Sommers an den Blüthen des Salats und
anderer Compositen.
83. Serena F. Verbreitet und nicht selten im Juni,
Juli. Die R. im August, September in Menge auf Hieracium
und verwandten Compositen.
12. Dianthoecia Bd.
84. Nana Rott. Bisher nur wenig beobachtet, Ende
Mai, Juni. Von Schn. einmal bei Bautzen, von mir in 2 Ex.
bei Rachlau an Blüthen von Lychnis viscaria gefangen. Die
R. im Juni in Kapseln, im Juli an Blättern verschiedener
Nelkenarten.
85. Albimacula Bkh. Nach M. nur im südlichsten
Theile des Oberlandes, bei Zittau sehr selten gefunden. Schn.
fand 1. 6. 83 1 frisches 2 an Felsen bei der Schleifmühle
bei Bautzen, B. 1 Ex. bei Löbau. Die R. Ende Juni, Juli
in Kapseln und an Blättern von Silene inflata.
86. Compta F. Verbreitet, aber ziemlich selten im Juni.
Ich habe den Falter regelmässig an den Felsen der Blösaer
Schanze gefunden. Die R. in Kapseln von Silene nutans und
anderer Nelken.
|
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 201
87. Capsincola Hb. Die häufigste Art der Gattung,
verbreitet und überall zahlreich im Mai, August. Die R. im
Juni, August, September in Kapseln von Lychnis diurna.
88. Cucubali Fuessl. Verbreitet und wenig seltener
als vorige, zu gleicher Zeit, aber auch schon im Juli mehr-
fach an Licht gefangen. Die R. in Kapseln von Silene-Arten,
nach Sommer gleichzeitig in allen Grössen vorzüglich an den
unteren Blättern von Silene inflata.
89. CGarpophaga Bkh. Verbreitet, aber seltener als
vorige Arten, mit denen sie zu gleicher Zeit erscheint. 8.
und K. erzogen den Falter aus Raupen, die sie bei Bautzen
in Kapseln von Silene inflata gefunden, K. fing ihn auch
mehrfach an Licht.
Aporophila Nigra Hw. wurde einmal von Christoph
bei Niesky gefunden, kommt auch im Dresdner Kreise vor,
möglicherweise demnach auch in der Lausitz. |
13. Ammoconia Ld.
90. Caecimaceula F. Verbreitet und wenigstens im
Oberlande nicht selten, bei Rachlau zuweilen fast häufig an
Köder, im August, September. Die R. im Mai, Juni auf
Lychnis-Arten u. Sil. nutans.
14. Polia Tr.
91. Flavieineta F. Als sicheren Fundort der sehr sel-
tenen Eule nennt M. den südlichen Theil des Oberlandes, wo
sie bei Zittau, Kleinschönau und Olbersdorf im September und
October gefunden wurde.
92. Xanthomista Hb. Diese Art ist im Oberlande ver-
breitet aber selten, im August, September. Ich habe bei
Rachlau 2 Ex. gefangen und l’erzogen. Nach M. wurde der
Falter bei Dretschen am Pichow gefunden und bei Zittau
aus Raupen erzogen, die auf Nesseln, Braunwurz und Chry-
santhemum gelebt hatten.
93. Chi L. Verbreitet, aber selten im August, September,
B. fing den Falter bei Löbau, ich bei Rachlau, sah ihn auch
in der Kamenzer Sammlung. Die R. fand ich im Juni auf
Campanula persicifolia und Epilobium angustifolium.
15. Dryobota Ld.
94. Protea Bkh. In Eichenwäldern der Ebene nicht
selten, im Oberlande nur sehr vereinzelt im September. Die
R. im Mai, Juni auf Eiche.
14
209 K.T. Schütze:
16. Dichonia Hb.
95. Aprilina L. Im September nirgends selten, wo
grössere Eichen in Mehrzahl stehen, auf denen im Mai die R.
lebt, am Tage in den Rindenritzen verborgen.
17. Miselia Stph.
96. Oxyacanthae L. Ueberall ziemlich gemein im
September, October. Die R. im Mai, Juni auf Pyrns- und
Prunus-Arten, tagsüber am Stamme.
18. Apamea Tr.
97. Testacea Hb. Verbreitet, aber fast überall nur
einzeln, nur M. fing am 29. 8. 69 6 St. an Licht, auf gleiche
Weise erlangte K. bei Bautzen den Falter Ende August, An-
fang September nicht selten; ich fand ihn mehrmals bei
Rachlau, O. bei Seifhennersdorf, und M. giebt Herrnhut und
Weissenberg als Fundorte an. Die R. im Mai, Juni an Gras.
er I a
19. Luperina B.
98. Matura Hfn. Bisher nur von Ax. bei Bautzen in 1,
von K. am Abgott Anfang August in 5 und von mir bei
Rachlau in 1 Ex. an Köder gefangen, von F. auch bei Seif-
hennersdorf einmal gefunden. Die R. lebt an Gras, über-
wintert nach Wocke fast erwachsen und verpuppt sich im April.
99. Virens L. Verbreitet, aber in der Ebene zahl-
reicher als im Oberlande, im Juli, August. Der Falter ist
bei Bautzen von Sch. und Ax. in Mehrzahl, einzeln von mir
bei Rachlau und von B. bei Löbau gefunden worden. Es
scheint mir fast, dass der Falter erst in den späten Abend-
stunden die Puppe verlässt; ich fand auf der Südseite des
Özorneboh beim Ködern abends 10 Uhr 1 8 in der Ent-
wickelung und in den frühen Morgenstunden 2 ganz frische 2 2
an Strassensteinen bei Lieske, wenig über der Erde. Die R.
im Mai an Gräsern. s
20. Hadena Tr.
100. Porphyrea Esp. Verbreitet und im Oberlande
stellenweise häufig, sodass man sie an günstigen Abenden
dutzendweise an Köder fängt, Ende Juli bis September. Nach
M. wurde die R. im Juli am Oybin auf Serophularia nodosa
gefunden, nach Steinert soll Brombeere ihr Hauptfutter sein.
101. Adusta Esp. Verbreitet, aber ziemlich selten im
Mai, Juni. M. giebt keine Fundorte an; in neuerer Zeit wurde
TR
RUE ale MALEN:
der Falter in einiger Zahl von K., einmal von S. bei Bautzen
und von mir in wenigen Ex. bei Rachlau gefangen. Die über-
winternde R. ist polyphag.
R 102. Gemmea Tr. Verbreitet, aber sehr selten im
2 August, September. Dass sie auch im Niederlande vorkommt,
‚“ beweist ein von Christoph in Niesky gefangenes 8. S. fand
3 1 frisches & an der Brückenmauer in Jenkwitz bei Bautzen,
E ich 2 Ex. bei Rachlau. Die R. in röhrenförmigen Gängen
: an Graswurzeln.
103. Furva Hb. Der seltene Falter wurde zuerst von
mir in 2 weiblichen Stücken am 22. 6. und 2. 8. 82 bei
Rachlau an Köder, am 18. 6. 95 1 2 in der Dämmerung auf
B der Südseite des Özorneboh, später noch in einigen geflogenen
Ex. an Licht gefangen, K. fand mehrere bei Bautzen und O.
| 1 Ex. bei Seifhennersdorf. Die R. bis Juni an Gras.
104. Abjeeta Hb. Bisher nur in 2 Ex. bekannt ge-
# worden, welche im Juni bei Saritsch nördlich von Bautzen
= gefangen und an M. gesandt wurden.
= 105. Lateritia Hfn. Verbreitet und nicht selten im
E Juni, Juli. Die R. lebt wie die vorigen an Gräsern.
E 106. Monoglypha Hfn. Ueberall gemein im Juni, Juli.
K. hat bei Bautzen, ich bei Rachlau einigemal die var. Obscura
gefangen. Die R. bis Mai an Graswurzeln.
107. Lithoxylea F. Wenig verbreitet und sehr ver-
einzelt, nur bei Bautzen nach K. nicht seiten, im Juni, Juli.
M. giebt auch Zittau als Fundort an, bei Rachlau habe ich
nur wenige Ex. gefangen. Die R. bis Mai an (Gsraswurzeln.
108. Sublustris Esp. Wie es scheint, nur im Oberlande
verbreitet, von O. bei Seifhennersdorf, von mir 1 Ex. am
22. 6. 82 bei Rachlau gefangen; auf dem Rothstein kam der
Falter am 7. 7. 94 häufig an Köder. Die R. bis Mai an
(sräsern.
109. Sordida Bkh. Verbreitet, meist nicht zahlreich,
nur bei Bautzen nach K. gemein, im Juni, Juli. Die R. bis
April an Gras.
110. Basilinea F. Nirgends selten im Mai, Juni. Die
R. bis April an Gras.
111. Rurea F. Verbreitet, aber nicht häufig im Juni, Juli.
Die ab. Alopecurus Esp. nebst Uebergängen fängt man
regelmässiger als die Stammform. Die R. bis Frühjahr
an Gras.
112. Scolopaeina Esp. Nach M. wurde der Falter bei
Nieder-Friedersdorf bei Neusalza im Juli einzeln an Waldrändern
14*
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204 | K. T. Schütze:
von Bäumen geklopft. Die R. fand Wocke am Tage an Gras-
stengeln sitzend.
113. Gemina Hb. M. giebt Löbau, Herrnhut und
Zittau als Fundorte an, in. neuerer Zeit hat nur K. bei Bautzen
einige Ex. gefangen, das erste am 2. 7. 96. Die ab. Remissa
Tr. nach M. bei Herrnhut und Zittau. Die R. bis April
an Gras.
114. Unanimis Tr. Verbreitet und nicht so selten wie
die vorige, im Mai, Juni. Nach M. soll der Falter in der
Zittauer Gegend gemein sein. Die R. fand er bei Klix unter
Weidenrinde, K. bei Bautzen mehrfach in Weidenköpfen, ich
in alten Rohrstoppeln am Abgott und bei Klix, ausserdem
wurde der Falter von Al. und K. bei Bautzen gefangen.
115. Didyma Esp. Eine der gemeinsten Eulen, ausser-
ordentlich variirend, flieet im Juni, Juli. Die R. im Mai in
Grasbüscheln.
116. Ophiogramma Esp. Sehr selten im Juni, Juli.
Nach M. bei Zittau einzeln gefunden, bei Rachlau habe ich
nur 2 Stück an Köder gefangen am 7. T. 83 und 10. 7. 95,
weitere Fundorte sind nicht bekannt. Die R. im Frühjahr
in Halmen von Sumpfgräsern.
117. Strigilis Cl. nebst ab. Latruncula Lang. und
Aethiops Hw. überall gemein im Juni, Juli. Die R. bis
Mai in Grashalmen.
118. Bicoloria Vıl. Der Falter ist bisher nur an
wenigen Stellen aufgefunden worden, nach M. bei Zittau ein-
zeln, von K. bei Bautzen häufig an Köder und Licht, auch
die ab. Furuneula nicht selten, von mir bei Rachlau nur
einmal. Juni, Juli. R. wie vorige.
- z
EEE N N
21. Dipterygia Stph.
119. Seabriuseula L. Verbreitet und nicht selten im
Mai und Juni. Die R. im Spätsommer auf Ampfer und an-
deren Pflanzen. 2
22. Hyppa Dup.
120. Reectilinea Esp. Bisher nur im Oberlande gefunden,
aber selten, im Juni. Nach M. bei Herrnhut und im böhmischen
Grenzgebirge; letztere Angabe wird bestätigt durch 1 Ex,,
welches ich in Rumburg sah; bei Rachlau habe ich bisher
5 Stück, meist an Köder, gefangen. Die R. auf Heidelbeeren,
überwintert erwachsen.
FA a ba Ta Pa Rd A EN LEE hl Zr
; m ARME et RE Sr ge :
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 205
23. Cloantha B.
121. Polyodon Cl. Verbreitet, aber ziemlich selten im
Mai, Juni, einzeln im August, September, ich fing noch am
25. 9. 97 1 Ex. an Köder. Nach M. kommt die Art auch
bei Zittau, Nieder-Friedersdorf und Bautzen vor, nach B. bei
Löbau. Die R. fand ich im Juli bei Blösa auf Hypericum
perforatum.
24. Eriopus Tr.
122. Purpureofaseiata Piller. M. kannte nur Görlitz
als Fundort des Falters, nach Wocke kommt er in den
Wäldern der Ebene vor, wo die Futterpflanze, Pteris aquilina,
häufig wächst. Bei Rachlau habe ich den Falter im Juni an
Köder gefangen und auf Adlerfarn sitzend gefunden, die R.
früher im August häufig gesammelt.
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25. Traehea Hb.
123. Atriplieis L. Verbreitet und sehr gemein im Juni,
Juli, August, nach K. in 2 Generationen. Die R. im August,
September auf Polygonum, Atriplex, Rumex, Chenopodium.
26. Euplexia Stph.
124. Lueipara L. Verbreitet und ziemlich häufig im
Mai, Juni. Die R. im August, September an schattigen
Stellen auf Rubus, Impatiens, Aspidium u. s. w.
27. Habryntis Ld.
125. Seita Hb. Jedenfalls im ganzen Gebirge ver-
breitet, aber bisher erst an wenigen Orten beobachtet, im
Juni, Juli. Bei Rachlau kann man im Mai die überwinterten
Raupen in beliebiger Zahl sammeln; sie leben im lichten
Hochwalde auf Farnkraut, verrathen sich leicht durch die
mehr oder minder abgefressenen Wedel, sitzen zum Theil auf
oder unter diesen oder halten sich in nächster Nähe im ab-
gefallenen Laube verborgen; je felsiger der Waldboden ist,
desto sicherer findet man die Raupe. Auch bei Seifhenners-
dorf, wie überhaupt im böhmischen Grenzgebirge, findet man
die R. häufig. Der Falter kommt auch an Köder.
28. Brotolomia Ld.
126. Meticulosa L. Aus dem Niederlande nicht bekannt,
im Oberlande verbreitet, aber ziemlich selten im Mai, Juni,
August, September, überwintert auch im "Frühjahre auf
ACER ET
206 K, T.' Schütze:
Weidenkätzchen. Die R. im Juli und Herbst bis Frühjahr
auf niederen Pflanzen. 2
29. Mania Stph.
127. Maura L. Wurde erst an wenigen Orten und
meist nur einzeln gefunden, im‘ Juli, August. Sch. und K.
fanden je 1 Ex. bei Bautzen, Dr. Güntz ein anderes in Pomm- |
ritz, B. fing bei Löbau zahlreiche Falter an Köder, bei :
Rachlau erlangte ich auf gleiche Weise 4 Stück am 19. 8. 92. |
Die polyphage R. bis Frühjahr.
50. Naenia Stph.
123. Typica L. Ueberall gemein im Juni. Die R. bis
Frühjahr an vielen niederen Pflanzen, ich traf sie bei Klix
häufig auf Cicuta virosa.
31. Helotropha Ld.
129. Leucostigma Hb. Verbreitet, aber selten im Juli,
August. Nach M. bei Zittau und Nieder-Friedersdorf, ich
fing 1 8 bei Kronförstchen. K. 1 Ex. bei Bautzen, B. bei
Löbau. Die R. im Frühjahr im Stengel von Wasserpflanzen.
32. Hydroecia Gn.
130. Nietitans Bkh. Verbreitet, und ziemlich häufig
im Juli, August, am Tage oft auf Doldenblüthen. Die ab. |
Erythrostigma Hw. nich selten. Die R. im Frühjahre |
in Gräsern. 3
1351. Micacea Esp. Verbreitet, aber selten im August.
Von Sch. bei Teichnitz gefunden, ich fing 1 8 bei Purschwitz
am Tage auf einer Dolde von Daucus carota. In manchen
Jahren scheint jedoch der Falter nicht selten zu sein, so fing
ich am 2., 3. und 4. August 1894 29 Stück an Licht, K. in
demselben Monat bei Bautzen wohl 1 Dtzd. Ex. auf gleiche
Weise. Die R. bis Anfang Sommer auf Sumpfpflanzen.
33. Gortyna ©.
132. Ochracea Hb. Verbreitet und wenigstens im Ober-
lande nicht selten im August, von M. in der Ebene bei Kron-
förstchen gefunden. Die R. im Juli besonders in Distelsten-
geln, in denen sie sich auch verpuppt; jung traf ich sie in
vielen anderen Pflanzen, Senecio, Lysimachia, Tussilago, Him-
beeren, Brombeeren, Galeopsis.
#
ll nn, IP m a7 ana a u (la ea ann un.
2 °* Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 207
Y. Leucanidae.
34. Nonagria O.
133. Cannae OÖ. Das einzige Ex. dieser Art sah ich in
der Kamenzer Sammlung. NM. bezeichnet Görlitz und Um-
gegend als Fundort, sie wird wohl auch in den vielen Teichen
der sächsichen Niederung weit verbreitet sein. Die R. bis
Juni in Rohrkolben.
134. Sparganii Esp. K. hat die Puppen mehrfach bei
Bautzen in Typha latifolia gefunden, ich entdeckte sie in
gleicher Pflanze in den Teichen bei Malschwitz und in Typha
angustifolia in alten Lehmgruben bei Purschwitz.
135. Arundinis F. Ueberall häufig, wo die Futter-
pflanze, Rohrkolben, wächst. Die ab. Fraterna Tr. erzog
K. bei Bautzen, ich aus Puppen, die aus den Malschwitzer
Teichen stammten.
35. Tapinostola Ld.
136. Fulva Hb. Bisher nur in 1 Ex. von ©. bei Seif-
hennersdorf gefangen. Ihr Vorkommen im Niederlande ist
sehr wahrscheinlich, da sie nach M. auch bei Niesky gefunden
wurde. Der Falter fliegt im- September.
36. Calamia Hb.
137. Lutosa Hb. 1 2 dieser sehr seltenen Art fing
K. am 27. 9. 97. bei Bautzen an Licht.
37. Leucania _.
135. Impudens Hb. Das einzige bekannte Ex., 1%,
fing S. am 16. 7. 91 bei Rachlau an Köder. Die Raupe wie
die der meisten übrigen Arten im Frühjahr an Gras.
139. Impura Hb. Nach M. ist der Falter bei Zittau
nicht selten, wurde auch bei Herrnhut beobachtet, K. fing ihn
bei Bautzen, B. bei Löbau, ich mehrmals bei Rachlau, zuletzt
am 8. 7. 97 än Licht; er soll in 2 Generationen, im Juni
und August, erscheinen.
140. Pallens L. Ueberall gemein im Juni bis September.
Die ab. Ectypa Hb. ist nicht selten.
141. Obsoleta Hb. M. weiss keinen Fundort zu nennen
und führt nur deshalb die Art mit an, weil Treitschke in
seinem Werke die Lausitz als Flugort bezeichnet. Am 18. 6. 97
erzog ich 1 8 aus einer Puppe, die ich Anfang Juni am Ab-
gott in einer Rohrstoppel fand.
RE ar Re
ee N Ve EEE BEE I
} - ee Ei
308 K. T. Schütze:
142. Comma L. Verbreitet und ziemlich häufig im
2 Generationen. :
143. Conigera F. Verbreitet, aber meist nur vereinzelt,
nur zeitweise an manchen Orten häufig, so nach K. bei Bautzen,
nach ©. bei Seifhennersdorf, im Juni, Juli.
144. L. album L. M. weiss nur Görlitz und Bautzen
als Fundorte anzugeben; jetzt ist die Art verbreitet und
keineswegs selten, sodass auf Angabe besonderer Fundorte
verzichtet werden kann. Juni, August.
145. Albipuneta F. Verbreitet und im Oberlande nicht
selten, nach M. auch im Niederlande, Juli, August.
146. Lithargyria Esp. Verbreitet und nicht selten im
Juni, Juli.
147. Turea L. Verbreitet, aber nicht gemein Ende Juni,
im Juli. Nach ©. bei Seifhennersdorf ziemlich häufig.
VI. Caradrinidae.
58. Grammesia Stph.
148. Trigrammica Hin. Verbreitet und häufig von
Ende Mai bis Juli. Sch. traf sie im Juni 75 in Unmassen um.
Ahornbäume fliegend. Die polyphage R. vom Herbst bis
Frühjahr.
39. Caradrina ©.
149. Morpheus Hfn. Verbreitet, aber ziemlich selten
Ende Juni, Juli, nach K. bei Bautzen zahlreicher. Die R.
im Herbst auf niederen Pflanzen, überwintert fast erwachsen.
150. Quadripunetata F. Verbreitet, aber nicht gemein
von Ende Juni bis Anfang August, oft in Häusern anzutreffen.
Die polyphage R. vom Herbst bis April.
151. Respersa Hb. Bisher nur an wenigen Orten
beobachtet, Ende Juni, Juli. Sch. fing 1 2 bei Bautzen, ich
finde die R. Ende Mai auf der Südseite des Czorneboh und
des Hochsteins an Sedum telephium.
152. Alsines Brahm. Die gemeinste Art der Gattung,
im Juni, Juli fliegend. Die polyphage R. vom Herbst bis.
Frühjahr.
153. Superstes Tr. Sehr selten, wurde nach M. bei
Herrnhut und Zittau gefunden und von mir in 1 Ex. bei
Rachlau gefangen, im Juli, August. Die R. lebt wie vorige.
154. Ambigua F. Verbreitet und nicht selten, bei
Rachlau in manchen Jahren fast häufig, Anfang Juli bis.
September. Der Falter besucht sehr gern die Blüthen vom
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 209%
Epilobium angustifolium. Die R. bis Frühjahr auf niederen
Pflanzen.
155. Taraxaeci Hb. M. weiss nur Zittau als Fundort
anzugeben, der Falter fliegt aber überall, jedoch ziemlich selten,
auch bei Bautzen, Ebersbach, Seifhennersdorf, Löbau und
Rachlau, besucht regelmässig die Blüthen des Weidenröschens
und kommt wie vorige Art gern ans Licht. Die R. bis Mai
auf niederen Pflanzen.
156. Gluteosa Tr. Sehr selten. 1 3 fand T. bei
Teichnitz bei Bautzen am Stamme einer Pappel sitzend, 1 2
fing ich 5. 8. 96 auf dem Weissiger Berge bei Rachlau an
Köder.
157. Palustris Hb. Verbreitet aber selten im Mai. Der
Falter wurde von M. bei Kronförstchen, von K. bei Bautzen
am Abgott und im Herrenteiche, von mir bei Rachlau einigemal
auf Wiesen gefangen und 1 frisches © am 15. 5. 95 bei
Blösa beim Suchen von Col. Chalcogrammella-Säcken mit
Tabaksrauch aus dem Grase getrieben.
158. Arcuosa Hw. M. führt nur Herrnhut als Fundort
an, Christoph fing daselbst im Juli 2 85; seitdem hat. K.
den Falter bei Bautzen mehrfach an Köder, ich auf gleiche
_ Weise 1 5 bei Rachlau 10. 7. 93 und 2 Ex. Anfang Juli
auf der Südseite des Üzorneboh gefangen.
40). Acosmetia Stph.
159. Caliginosa Hb. Das einzige bisher bekannt
gewordene Ex., 1 8, fing ich 17.7. 92 in Rachlau an Licht.
Die R. soll auf Sangnisorba leben, die aber bei Rachlan
nicht wächst.
41. Rusina B.
160. Tenebrosa Hb. Verbreitet und stellenweise nicht
selten, z. B. bei Bautzen, Löbau, Rachlau, auf dem Rothstein,
seltener scheint der Falter in der Zittauer Gegend zu sein,
O. hat bei Seifhennersdorf nur wenige Ex. gefangen. Die R.
bis Frühjahr polyphag.
42. Amphipyra 0.
161. Tragopogonis L. Ueberall gemein im Juli, August.
Die R. im Mai, Juni auf niederen Pflanzen.
162. Livida F. Sehr selten. Bisher nur i frisches 2
von mir bei Rachlau 20. 8. 92 an Köder gefangen.
165. Pyramidea L. Verbreitet und häufig im Juli,
August. Die R. bis Juni an verschiedenem Laubgehölz.
210 K. T. Schütze:
VII. Orthosidae.
45. Taeniocampa Gn.
164. Gothieca L. Verbreitet und gemein im März, April,
kann von blühenden Weidenkätzchen in beliebiger Zahl
gesammelt werden. Die R. im Juni, Juli auf Sträuchern und
niederen Pflanzen.
165. Pulverulenta Esp. Wohl auch verbreitet, aber
viel seltener als vorige, zu gleicher Zeit. In den Sammlungen
«des Oberlandes fand ich diese Art nicht, ebenso fehlten ihnen
fast alle anderen Taeniocampa- Arten; es scheint der sehr
-ergiebige Fang an Weidenkätzchen noch nicht überall bekannt
zu sein, resp. ausgeübt zu werden. Bei Rachlau ist der Falter
keine Seltenheit. Die R. lebt auf Laubholz.
166. Populeti Tr. Bisher ist die Art nur bei Rachlau
gefunden, wo ich 3 Ex. von Weidenkätzchen klopfte. Die R.
bis Anfang Juni auf Pappeln, zwischen Blättern.
167. Stabilis View. Verbreitet, aber ziemlich selten,
nach M. bei Bautzen, Herrnhut, Zittau und Nieder-Friedersdorf
vorkommend, von mir bei Rachlau regelmässig an Weiden-
kätzchen gefunden. Die R. im Mai auf Laubholz.
168. Graeilis F. Verbreitet und nicht selten an Weiden-
kätzchen. Die R. fand Sch, zwischen zusammengesponnenen
Himbeerblättern, ich beobächte sie jedes Jahr zwischen den
Endblättern von Lysimachia vulgaris, sie kommt indes auch
auf vielen anderen Pflanzen vor.
169. Incerta Hfn. Verbreitet, und häufig. Von Weiden-
kätzchen klopft und durch Zucht erlangt man die verschiedensten
Abänderungen. Die R. polyphag auf Laubholz.
170. Opima Hb. Das einzige bekannte Ex. wurde von
mir bei Rachlau von Weidenkätzchen geklopft. Die R. soll
besonders auf Eiche und Weide leben.
171. Munda Esp. Verbreitet, aber selten, nach M. bei
Zittau und Nieder-Friedersdorf gefunden und von mir bei
Rachlau in einigen Ex. von Weidenkätzchen geklopft. Die R.
fand ich bei Klix und Guttau an Stämmen von Fraxinus
excelsior, S. bei Bautzen an einem Ulmenstamme, er erzog die
var. Immaculata Stgr.
44. Panolis Hb.
172. Piniperda Panz. Im Niederlande nicht, selten,
im Oberlande nur vereinzelt, bei Rachlau finde ich den Falter
regelmässig im Frühjahr auf blühenden Weidenkätzchen, die
R. im Sommer auf Kiefern, seltener auf Fichten.
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45. Pachnobia Gn.
173. Leucographa Hb. Ich sah nur 1 Ex. in der
Kamenzer Sammmlung, ein anderes bei Weise sen. in Ebersbach.
Der Falter im April, die R. im Juni auf niederen Pflanzen.
147. Rubricosa F. Selten, nach M. bei Zittau, von O.
-bei Seifhennersdorf, von K. bei Bautzen mehrfach an Licht
gefangen, ich klopfte alljährlich einige von blühenden Weiden-
kätzchen. Die R. wie vorige.
46. Mesogona Hb.
175. Oxalina Hb. Bisher nur 1 & von mir 7. 9. 95
bei Blösa an Köder gefangen. Die R. im Mai auf Pappeln
uud Weiden.
176. Acetosellae F. 1 2 fing K. 10.9.95 bei Bautzen
an Köder, nach B. auch bei Löbau. Die R. im Mai, Juni
auf Schlehen und Eichen.
47. Calymnia Hb.
177. Pyralina View. Nach M. verbreitet, in manchen
Jahren nicht selten im Juni; er fing den Falter in Herrnhut
auf Blumen von Lilium martagon und giebt an, dass die R.
bei Zittau im Mai häufie auf Pflaumen- und Aepfelbäumen,
Linden und Rüstern gefunden wird, jung zwischen zusammen-
gesponnenen Blättern. Es scheint demnach das Vorkommen
dieser Art auf die angegebenen Orte beschränkt zu sein, denn
bisher haben wir den Schmetterling noch nie gefunden.
178. Trapezina L. Verbreitet und häufig im Juli. Die
Mordraupe im Mai auf Laubholz.
48. Cosmia 0.
179. Paleacea Esp. Ueberall nicht selten im Juli,
August, bei Rachlau in manchen Jahren an Köder gemein.
Die R. fand ich Ende Mai zwischen Espenblättern, sie lebt
auch auf Birken, Erlen und Eschen.
49. Dyschorista Ld.
180. Suspeeta Hb. Bisher nur aus dem Oberlande
bekannt und auch hier nur vereinzelt, nach M. bei Zittau und
Nieder-Friedersdorf, O. fing 1 Ex. bei Seifhennersdorf, K. ein
anderes bei Bautzen; bei Rachlau ist der Falter in manchen
Jahren nicht selten an Köder, im Juli, August. Die R. auf
niederen Pflanzen.
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22 K.T. Schütze:
181. Fissipuneta Hfn. Noch wenig beobachtet, nachM.
im Niederlande, ich fing 10.7.93 2 Stück an Köder, und Al.
erzog mehrere aus Raupen, die er im Mai bei Bautzen an
Pappelstämmen gefunden.
50. Plastenis B.
182. Retusa L. Verbreitet und nicht selten im Juli,
August. Die R. fand ich im Mai bei Klix häufig auf jungen
Weiden zwischen Blättern, sie lebt auch auf Pappeln.
183. Subtusa F. Viel seltener als vorige im Juli,
August. Nach M. bei Zittau, nach K. bei Bautzen und
Neschwitz, nach O. bei Seifhennersdorf; ich fange den Falter
bei Rachlau regelmässig an Köder. Die R. im Mai auf
Pappeln.
51. Cirroedia Guen.
184. Ambusta F. Der Falter wurde nach M. einmal
bei Kleinschönau bei Zittau und von ihm selbst 23. 8. 73 in
1 Ex. in Kronförstehen an Licht gefangen. Die R. im Mai
auf Apfelbäumen.
52. Cleoceris B. :
185. Viminalis F. Verbreitet, aber meist selten im Juli.
Nach M. auch im Niederlande; ich fing den Falter im böhmischen
Grenzgebirge zwischen Ebersbach und Rumburg, mehrfach
auch aut der Südseite des Czorneboh an Köder, B. auf gleiche
Weise bei Löbau. Die R. im Mai zwischen zusammen-
gesponnenen Blättern der Sahlweiden.
53. Orthosia 0.
186. Lota Cl. Verbreitet und stellenweise, wie z. B.
bei Bautzen und Rachlau nicht selten, im September, October.
M. giebt ausser dem Niederlande nur Zittau als Fundort an.
Die R. im Mai auf Weiden.
187. Macilenta Hb. Wenig verbreitet und meist selten,
Ende August, September. Nach K. ist der Falter bei Bautzen
nicht selten, bei Rachlau fange ich ihn auf allen Köderplätzen,
am zahlreichsten auf dem Weissiger Berge, nach M. kommt
er auch in der Ebene bei Saritsch nördlich von Bautzen vor.
Steinert schreibt, dass die später polyphage Raupe in der
Jugend auf Rüstern lebt, die indes auf dem Weissiger Berge
nicht wachsen.
188. Circellaris Hfn. Wo die Art beobachtet wurde,
war sie häufig, z. B. bei Rachlau und Bautzen. Ohne Zweifel
Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 213
wird sie im ganzen Gebiete nicht selten sein, der Köderfang
aber, der hier fast ausschliesslich Aufklärung geben kann,
wird nicht überall betrieben. Die R. soll jung in Weiden-
‚und Pappelkätzchen leben, ich fand sie aber niemals darin,
später ist sie polyphag.
189. Helvola L. Im September, October überall nicht
selten. Die R. im Juni auf Eiche, aber auch auf verschiedenen
niederen Pflanzen, ich erzog sie mehrfach von Heidelbeere.
E 190. Pistaeina F. Ueberall und wenigstens im Ober-
-Jande gemein im September, October, ab und zu wird auch die
ab. Rubetra Esp, nur selten die ab. Serina Esp. gefangen.
Die R. lebt auf Gesträuch und niederen Pflanzen. Eine Anzahl
derselben schickte mir ein Bauer aus der Umgegend; sie waren
mit Klee in die Scheune eingeschleppt worden und hatten in
eine frische Tenne, welche jedoch schon so fest war, dass
man mit einem beladenen Wagen darauf fahren konnte, tiefe
Löcher gebohrt.
191. Nitida F. An wenigen Orten und nur einzeln
beobachtet, in der 2. Hälfte des August und im September.
M. kannte nur Zittau als Flugort, K. hat den Falter bei
Bautzen, ©. bei Seifhennersdorf gefangen, bei Rachlau kommt
er in manchen Jahren nicht selten an Köder. Die R. lebt
bis Juni auf niederen Pflanzen.
192. Laevis Hb. Ich habe vor ungefähr 12 Jahren bei
Rachlau einige Ex. an Köder gefangen; weitere Fundorte sind
nicht bekannt.
193. Litura L. Gemein im September, die R. bis Juni
auf niederen Pflanzen.
54. Xanthia Tr.
194. Citrago L. Verbreitet und nicht selten Ende
August, September. Die R. im Frühjahr auf Linden, am Tage
in den Rindenritzen der Stämme oder zwischen zwei leicht
zusammengesponnenen Blättern.
Sulphurago F. kommt nach M. bei Görlitz vor; als
Futterpflanzen der R. werden Ahorn und Birke genannt.
Jedenfalls findet sich die Art auch in unserem Gebiete.
195. Flavago F. Verbreitet und nicht selten, bei
Rachlau häufig im September, October. Die R. zuerst in
Weidenkätzchen, dann auf niederen Pflanzen.
196. Fulvago L. Gemein im August, September, die
ab. Flavescens Esp. nicht selten. R. wie bei voriger Art.
214 K. T. Schütze:
197. Gilvago Esp. Bisher hat nur K. 1 Ex. bei Bautzen
an Köder gefangen. Die R. im Frühjahr in Pappelkätzchen,
später auf niederen Pflanzen.
55. Hoporina B.
198. Croceago F. Naeh M. ist der im September, October
fliegende Fälter früher bei Bautzen gefangen worden, in neuerer 3
Zeit hat man ihn nicht wieder beobachtet. Die R. glaube ;
ich allerdings einigemal Anfang Juni von Eichenbüschen
j
seklopft zu haben, die Aufzucht gelang mir aber nicht.
56. Orrhodia Hb.
199. Erythrocephala F. Selten, vom Späthherbst bis
zum Frühjahr. Die Stammart fing K. bei Bautzen, ich die
ab. Glabra bei Rachlau, letztere wurde nach M. auch bei
Herrnhut einzeln gefunden. Die R. im Frühjahr auf niederen
Pflanzen.
- 200. Vau punetatum Esp. Verbreitet, aber sehr. ver-
einzelt, bei Rachlau und Bautzen in manchen Jahren nicht
selten. Der Falter kommt im Herbste an Köder, im Frühjahre
auf Weidenkätzchen. Die R. ist polyphag.
201. Vaceinii L. Sehr gemein vom Herbste bis zum
Frühjahr. Die polyphage R. im Mai.
202. Ligula Esp. Bisher nur wenig beobachtet, ohne
Zweifel häufig mit voriger Art verwechselt, Erscheinungszeit
wie bei dieser. K. fing den Falter mehrfach bei Bautzen,
ich die ab. Polita Hb. bei Rachlau. Die polyphage R.
im Mai.
203. Rubiginea F. Ziemlich selten, von M. bei Herrnhut
und Kronförstchen, von K. bei Bautzen, von mir nebst der
ab. Unicolor Steger. bei Rachlau gefangen, vom Herbst bis.
Frühjahr. Ein 2 der ab. legte Eier, aus den durch die Zucht
erzielten Puppen kamen nur wenige Falter der Stammform,.
die meisten waren reine Unicolor oder Uebergänge Die R..
bis Juni auf Sahlweide und niederen Pflanzen.
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57. Scopelosoma Curt.
204. Satellitia L. Sehr gemein vom September bis:
Frühjahr. Die R. im Mai, Juni auf Laubgebüsch.
58. Scoliopteryx Germ.
205. Libatrix L. Gemein in 2 Generationen, überwintert:
noch im Frühjahre. Die R. auf Weiden.
© x ‚Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 215,
VI. Xylinidae.
59. Xylina O0.
r 206. Socia Rott. Verbreitet und nicht selten von August
bis Frühjahr, sitzt, wie auch die anderen Arten der Gattung,
g _ gern an Baumpfählen. Die R. bis Juni auf Laubholz.
e 207. Fureifera Hfn. Die gemeinste Art der Gattung,
3
2
Entwickelung wie bei voriger. Die R. bis Juni auf Erlen,
auch Birken.
208. Ornithopus Rott. Nicht selten von Ende August
bis Frühjahr. Die R. bis Juni auf Eichen.
Ä 60. Calocampa Ld.
3 209. Vetusta Hb. Ziemlich selten, vom September an.
£ an Köder und im Frühjahre auf Weidenkätzchen. Die R. bis
Juni auf niederen Pflanzen.
| 210. Exoleta L. Etwas häufiger, Erscheinungszeit und
Lebensweise der R. wie bei voriger.
B 211. Solidaginis Hb. Der in anderen Gegenden meist
häufige Falter wurde hier noch sehr wenig beobaehtet; jeden-
falls wird er im Niederlande verbreitet sein, da ihn nach M.'s
Angabe Christoph bei Niesky in Mehrzahl fand.. Ich habe‘
| nur 1 Ex. gesehen, von ©. bei Seifhennersdorf gefangen.
August, September, die R. bis Mai auf Heidelbeere.
61. Asteroscopus B.
212. Nubeculosus Esp. Nur dem Oberlande angehörend,.
selten, im März, April an Baumstämmen sitzend, von M. bei.
Herrmhut, von S. bei Postwitz, von mir bei Rachlau früher
in Mehrzahl gefunden. Die R. erzog ich aus dem Ei mit
Weisserle und fand sie auf Birke und Eiche. Zur Verwand-
= lung gehen sie tief in die Erde, . man giebt ihnen am besten.
Sand.
213. Sphinx Hfn. Verbreitet, aber anscheinend meist,
selten, nach M. im Niederlande stellenweise gemein, im October,
| November. Sch. fand den Falter in Bautzen nicht selten an
Baumstämmen, ich einige Ex. bei Rachlau, K. klopfte im Mai.
die R. bei Quoos von Eiche.
IX. Cleophanidae.
62. Calophasia Stph.
214. Lunula Hfn. Verbreitet, aber selten im Mäi, Juli..
Nach M. bei Zittau, Herrnhut, auf. dem .Rothstein, von K. bei:
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216 K T. Schütze:
Bautzen, von mir bei Rachlau und in der Heide bei Halben-
‚dorf gefunden. Die R. im ‚Juni und Herbst auf Frauenflachs,
Linaria vulgaris.
X. Cueullidae.
63. CGueullia Schrk.
215. Prenanthis Boisd. Nach M. ist die R. früher auf
‚dem Oybin bei Zittau jährlich in einzelnen Ex. auf Serophularia
nodosa gefunden und daraus der Falter erzogen worden. Ob
(die Art noch daselbst vorkommt, vermag ich nicht zu sagen,
da es mir nicht gelungen ist, in Zittau und nächster Umgebung
Sammler ausfindig zu machen.
216. Verbasei L. Nach M. überall nicht selten im Mai,
‚Juni. In neuerer Zeit ist aber weder der Falter, noch die R.,
welche im Sommer auf Verbascum-Arten lebt, wieder gefunden
worden.
217. Serophulariae Capieux. Verbreitet und ziemlich
häufig im Mai. Die R. im Juni, Juli auf Scerophularia nodosa.
Thapsiphaga Tr. sollte nach M. bei Görlitz vor-
kommen; vom wem er diese Angabe hat, sagt er nicht, er
bezweifelt sie auch später und hat in seinem Handbuche
dazu geschrieben: „wohl nicht!‘
218. Asteris Schiff. Ich erinnere mich, dass ich vor
ungetähr 18 Jahren die R. sehr häufig auf Goldruthe und
Gartenastern fand, für gewöhnlich ist sie aber recht selten
und in manchen Jahren kaum aufzufinden; auch bei Bautzen,
Löbau und Seifhennersdorf wurde sie im Juli bis September,
der Falter im Juni beobachtet, letzteren sah ich auch in der
Kamenzer Sammlung.
219. Umbratica L. Die gemeinste Art der Gattung,
vom Mai bis August. Die R. bis zum Herbste auf niederen
Pflanzen, mit Vorliebe auf Sonchus-Arten.
220. Lactucae Esp. Nur aus dem Oberlande bekannt.
doch ziemlich selten im Mai, Juni. Die R. wurde mir einige
mal aus Dorfgärten gebracht, wo sie auf Salat gelebt hatte,
ausserdem fanden wir sie im Juli, August auf dem Oybin,
‚der Lausche und bei Rachlau auf Lactuca muralis.
221. Chamomillae Schiff. M. besass 1 Ex., welches bei
‘Saritsch, nördlich ven Bautzen, gefangen war, S. fand den
Falter bei Bautzen, Schn. bei Eibau, ich einmal bei Rachlau.
Die R. im Juli, August auf Anthemis arvensis.
222. Tanaceti Schiff. Selten, im Juni, Juli, von F. bei
Seifhennersdorf beobachtet. Die R. fanden Bautzener Sammler
\ Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 917
auf dem Taucherfriedhofe auf einer Artemisia-Art, welche dort
auf Gräbern wuchert, ich fand bei Rachlau einige R. im Juli
auf Achillea millefolium.
223. Artemisiae Hfn. 1 frisches Ex. fand M. auf dem
Rothstein 10. 9. 76, ich sammelte einige R. Ende August in
Klix von Artemisia vulgaris.
224. Absinthii L. Die Futterpflanze der R., Artemisia
absinthium, ist im Niederlande häufiger als im Oberlande, und
danach richtet sich das Vorkommen des im Mai fliegenden
Falters.. In Kommerau und Halbendorf sammelten wir die R.
in Menge, noch Ende September, in Klix traf ich sie zahlreich,
auch auf Art. vulgaris, während ich sie bei Rachlau nur selten
finde. Nach M. auch bei Bautzen.
225. Argentea Hfn. Einige Ex. sah ich in der Kamenzer
Sammlung, nach M. wurde ein anderes bei Bautzen gefangen.
Artemisia campestris, auf welcher vom Juli bis September
die R. lebt, wächst daselbst häufig auf einigen Stellen der
steilen Spreeufer.
XI Plusiidae;
64. Plusia ©.
226. Triplasia L. Verbreitet, doch nirgends gemein im
Mai, Juni, August. Die R. von Juli bis September auf
Brennesseln.
227. Tripartita Hfn. Verbreitet aber seltener als vorige,
zu gleicher Zeit. Die R., grosse und kleine, fand ich Ende
August auf Holzschlägen auf Nesseln.
228. C aureum Knoch. Nach M. in Berthelsdorf in
Mehrzahl an blühendem Phlox gefangen, ich besitze ein bei
Saritsch gefundenes Ex. Juni, Juli. Die R. bis Anfang Juni
auf Thalictrum und Aquilegia.
229. Moneta F. Verbreitet und wenigstens als R. nicht
selten, fliegt im Juli. Die R. lebt im Mai, Juni auf Aconitum
und Delphinium, ist aber zum grössten Theile angestochen.
230. Chrysitis L. Gemein Ende Mai, im Juli, August.
Die R. auf niederen Pflanzen, besonders Lamium, Urtica,
Galeopsis, Ballota.
251. Festucae L. Im Oberlande wohl verbreitet aber
selten im Juli, August, September. Nach M. bei Herrnhut
und Rennersdorf, von B. bei Löbau, von K. bei Bautzen
gefunden und von mir zweimal bei Rachlau an Köder gefangen.
Im Niederlande scheint sie häufig zu sein, K. und ich fanden
15
218 K. T. Schütze:
zahlreiche Gespinnste mit leeren Puppen in den Teichen bei
Kommerau. Die R. wurde auf Typha latifolia und Glyceria
spectabilis gefunden.
232. Jota L. Verbreitet aber selten im Juni. Die R.
fand ich im Frühjahre an Nesseln, Heidelbeeren und einmal
auf Salix aurita.
233. Pulchrina Hw. Selten, im Juni, Juli. K. fing bei
Bautzen 2 Ex. an Licht, ich habe bei Rachlau 1 St. an Köder,
mehrere andere auf blühenden Weidenröschen erbeutet. Die R.
soll auf Nesseln leben.
234. Gamma L. Sehr gemein vom Mai bis Spätherbst,
kommt auch ab und zu auf Köder, ich fing an einem Abende
5 St. Die R. lebt auf vielen niederen Pflanzen.
235. Interrogationis L. Im Oberlande verbreitet, aber
‚selten, im Juli, August. Nach M. bei Herrnhut und Zittau,
von B. bei Löbau, von K. bei Bautzen an Licht und von mir
in Rachlau auf Blumen gefangen. Die R. soll auf Nesseln leben.
236. Ain Hochenw. Sehr selten, im Juli, nach M. erst
bei Herrnhut, Zittau und Nieder-Friedersdorf gefunden. Die
R. lebt im Frühjahr auf Larix.
Microgamma Hb. M. schreibt: „Soll, doch sehr
selten, bei Niesky vorkommen. Juli. Von Herrn Christoph
und mir noch nicht daselbst gefunden. In der Sammlung
der Erziehungsanstalt zu Niesky steckt Plusia devergens H.
unter dem Namen Microgamma, und es ist möglich, dass das.
Vorkommen dieser Art bei uns auf Verwechselung beruht.“
Unter diesen Umständen hätte M. den Falter gar nicht in
sein Verzeichniss mit aufnehmen sollen. In mehreren
Werken wird trotzdem auf Grund dieser Notiz behauptet,
dass Microgamma bei Niesky vorkommt.
XI. Heliothidae.
65. Anarta Tr.
237. Myrtilli L. Ueberall nicht selten, im Mai und
Ende Juli. Die R. im Juni und Herbst auf Heidekraut.
66. Heliaca HS.
238. Tenebrata Sc. Häufig auf blumigen Wiesen und
Feldrainen im Mai. Die R. im. Juni, Juli auf Cerastium.
67. Heliothis Tr.
239. Dipsaceus L. Verbreitet und nicht selten im Mai,
Juni, August. Die R. im Juni und Herbst auf niederen
Pflanzen, Sch. fand sie auf Galium, ich auf Knautia arvensis.
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Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 219
240. Seutosus Schiff. Von Sch. in 1 Ex. bei Binnewitz,
südlich von Bautzen, gefangen, von Mai bis Juli. Die R.
wurden von ihm im September bei Bautzen (Schleifmühle)
auf Artemisia campestris gefunden.
68. Charieclea Stph.
241. Delphinii L. Nur von M. bei Herrnliut beobachtet,
er fand mehrere R. auf Rittersporn. Der Falter im Mai, die
R. im Juli, August.
242. Umbra Hfn. Verbreitet und ziemlich häufig im
Mai, Juni. Die R. fanden wir unterhalb Lömischau in Menge
auf Stachys palustris, bei Rachlau kann sie von jungem Hasel-
gesträuch in grosser Zahl geklopft werden. Ende Juli, August.
XII. Acontidae.
Acontia lucida Hfn. wurde nach M. bei Görlitz
gefunden. Ihr Vorkommen in der sächsischen Lausitz ist
um so wahrscheinlicher, als sie auch in Schlesien und bei
-Meissen nicht selten ist. Der Falter im Mai, August, die
R. im Juni, September auf Malven.
XIV. Noctuophalaenidae.
69. Thalpochares Ld.
243. Paula Hb. Nur in der Heide, hier aber nicht selten
im August. Die R. bis Anfang Juli auf Helichrysum arenarium
zwischen zusammengesponnenen Blättern.
70. Erastria 0.
244. Uneula Ol. In der Heide stellenweise häufig aut
sumpfigen Wiesen und flachen Teichrändern, von Sch. auch
bei Auritz und von K. bei Bautzen an Licht gefangen, von
Mai bis Juli. Die R. auf Sumpfgräsern.
245. Pusilla View. Im Niederlande verbreitet, doch
nicht gemein im Juni. K. fing 13. 6. 97 1 Ex. bei 'Klein-
saubernitz am Rande einer Wiese, ich an demselben Tage ein
anderes an einem Teichrande bei Guttau, sah auch mehrere
andere, die sich indes auf im Wasser stehende Pflanzen retteten.
Nach M. wurde der Falter auch im Oberlande bei Nieder-
Friedersdorf gefangen. Die R. soll auf Gräsern leben.
246. Venustula Hb. Bisher nur in 1 Ex. von mir am
23.5. 90 bei Bautzen am Wege nach der Pulvermühle gefangen.
Die R. hat Steinert mit Blüthen von Hypericum erzogen.
15*
220 -K. T. Schütze:
247. Deceptoria Sc. Nach M. nur bei Herrnhut gefangen,
Ende Mai. Die R. soll auf Gras leben.
248. Faseiana L. In allen Wäldern mehr oder weniger
häufig im Mai, Juni. Als Futterpflanzen der R. werden Rubus
und Molinia coerulea angegeben.
71. Prothymia Hb.
249. Viridaria Cl. Verbreitet, aber ziemlich selten, nach
Sch. oberhalb Bautzen häufig, im Mai, Juli, August. Ich fing
den Falter bei Lömischau, Rachlau und am Oderwitzer Spitz-
berg. Die R. im Juni und Herbst auf Polygala vulgaris.
712. Agrophila B. veB
250. Trabealis Sc. In der Heide häufig, z. B. bei
Lömischau, Leichnam, im Oberlande vereinzelter im Mai, Juni,
August. Die R. im Juni und Herbst auf Ackerwinde, Sch.
fand sie bei Bautzen gesellig lebend auf Echium vulgare.
XV. Ophiusidae.
73. Euelidia O.
251. Mi Cl. Gemein auf Wiesen im Mai, Juni, Ende
Juli, August. Die R. im Juli und Herbst auf Klee.
252. Glyphiea L. Zu gleicher Zeit und ebenso gemein
wie vorige Art, die R. auf Klee.
74. Pseudophia Gn.
253. Lunaris Schiff. Selten. Bei Rachlau habe ich
einmal den Falter im Mai in der Dämmerung, einigemal an
Köder gefangen, auf gleiche Weise .hat K. 1 Ex. bei Bautzen
Anfang Juni erlangt, die R. im August bei Neschwitz von
Eiche geklopft.
75. Catephia O.
254. Alchymista Schiff. Das einzige bekannte Ex. fand
B. bei Löbau an einem Baumpfahle sitzend. Mai, August,
September. Die R. auf Eichengebüsch.
76. Catocala Schrk.
255. Fraxini L. Verbreitet, aber selten, Ende August,
September. Der Falter wurde von K. bei Bautzen an Licht,
von F. bei Seifhennersdorf, von B. bei Löbau, von mir bei
Rachlau und auf dem Rothstein mehrfach an Köder gefangen.
A et: Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 221
Die R. bis Anfang Juli auf Pappel-Arten, Sch. fand sie bei
Bautzen, ich in Rachlau, K. bei Quoos.
256. Elocata Esp. Verbreitet und nicht selten im August,
September. Von M. bei Herrnhut und Kronförstchen, von Tr.
bei Bautzen gefunden, von mir bei Rachlau mehrfach an
. Köder gefangen. Die R. auf Pappeln und Weiden, von 8.
auch bei Halbendorf gefunden.
257. Nupta L. Die häufigste Art der Gattung, ım
August, September. Die R. auf Pappeln und Weiden.
258. Sponsa L. Verbreitet, aber selten von Ende Juli
bis September. Nach M. bei Zittau und Kronförstchen, von
K. bei Bautzen, von O. bei Seifhennersdorf und von mir bei
Rachlau gefangen. Die R. fand K. im Juni bei Quoos an
einem niederen Eichenbusche.
259. Promissa Esp. Ich habe die Art nur in der
Kamenzer Sammlung gesehen, nach den zahlreichen daselbst
befindlichen Exemplaren scheint sie in dortiger Gegend nicht
selten zu sein. Entwickelungszeit und Futterpflanze der R.
wie bei voriger.
260. Eleecta Bkh. Sehr selten. Sch. fand 1 5 am
21. 3. 36 bei Niedergurig an einem Strassenbaume, ich fing
am 14. 8. 82 1 2 bei Rachlau an Köder. Die R. auf Pappeln
“und Weiden.
261. Paranympha L. Verbreitet aber selten im Juli,
August. M. fing den Falter bei Herrnhut und Kronförstchen,
OÖ. und Fr. bei Seifhennersdorf, Dr. Güntz in Pommritz, B.
bei Löbau, auch in der Kamenzer Sammlung fehlt er nicht.
Die R. fand Sch. bei Pielitz auf Schlehe, sie lebt auch auf
Pflaume.
77. Toxocampa Gn.
262. Pastinum Tr. Im OÖberlande verbreitet, aber
selten. M. fing den Falter bei Herrnhut, Sch 1 frisches Ex.
am 31. 7. 64 auf dem Rothstein, B. bei Löbau, K. 1 2 am
20. 7. 97 bei Bautzen an Köder. Die R. wird wohl auf
Astragalus glyciphyllos oder Lathyrus silvestris leben, da
Coronilla, welche sonst als Futterpflanze angegeben wird, in
der Lausitz sehr selten ist.
263. Craccae F. Der im Juli, August fliegende Falter
wurde von M. bei Herrnhut, von mir auf dem Stromberge
bei Weissenberg gefangen. Die R. bis Juni auf Wicken und
Astragalus.
222 K. T. Schütze:
xXViI. Deltoidae.
78. Aventia Dup.
264. Flexula Schiff. Verbreitet und besonders in Berg-
wäldern nicht selten im Juni, Anfang Juli. In der Ebene
fand K. den Falter bei Casslau und Quoos. Die R. im Mai
auf Flechten der Nadelbäume, geht in der Gefangenschaft
ausnahmslos zu Grunde.
79. Boletobia B.
265. Fuliginaria L. Sehr selten, im Juli. S. fing
1 St. in Bautzen, B. 1 anderes in Löbau. Die R. im Mai
an Schwämmen und Algen, wohl auch in morschem Holz.
80. Zanelognatha Ld.
266. Grisealis Hb. Verbreitet und nicht selten, auch
im Niederlande, wo K. den Falter bei Kleinsaubernitz fing.
Bei Rachlau ist er ziemlich häufig im Juni, besonders am
Rande von Erlengebüschen. Die überwinternde R. auf niederen
Pflanzen.
267. Tarsierinalis Knoch. Verbreitet und nicht selten
im Laubgebüsch im Juni. Die R. frisst abgefallenes Laub,
in dem sie sich auch verborgen hält, man findet sie auch in
dürren, noch am Stocke hängenden Eichenblättern.
268. Emortualis Schiff. In neuerer Zeit nicht wieder
gefangen, M. führt Nieder-Friedersdorf als Fundort an und
fing den Falter am 6. 6. 76 bei Kronförstchen. Die R. vom
Herbst bis Frühjahr auf Eichengebüsch.
81. Madopa Stph.
269. Saliealis Schiff. Nur aus dem Oberlande bekannt,
aber bisher noch wenig gefunden. Bei Rachlau ist der Falter
manchmal nicht selten, kommt auch an Köder, im Mai, Juni;
durch Zucht erhielt ich von 18 Puppen 3 Falter schon Ende
Juli. Auch auf dem Rothstein fing ich einige Ex, und M.
erbeutete sie bei Herrnhut, ©. bei Seifhennersdorf, Weise sen.
bei Ebersbach. Die R. lebt hier auf Espe; wenn von anderen
auch Salix caprea als Futterpflanze angegeben wird, so bemerke
ich, dass mir ein Theil dem Ei entschlüpfter Räupchen lieber
verhungerte, als dass sie Blätter dieses Strauches annahmen,
den Rest rettete ich durch Espenblätter.
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Die Grossschmetterlinge der sächsischen Oberlausitz. 223
82. Herminia Latr.
270. Tentacularis L. Verbreitet und gemein im Juni.
Die R. vom Herbst bis Mai auf niederen Pflanzen, nach M.
auch auf Gras.
271. Derivalis Hb. Bisher nur wenig beobachtet, aber
sowohl in der Heide, wo K. äm 29. 7. 95 1 St bei Lömischau
im Laubgebüsch fing, als auch im Oberlande, wo ich bei Blösa
und Rachlau Mitte Juli 2 Ex. fand.
83. Pechipogon Hb.
272. Barbalis Cl. Gemein im Laubgebüsch Ende Mai,
Juni. Die R. im Herbst und Frühjahr von niederen Pflanzen
und dürrem Laube lebend.
84. Bomolocha Hb.
273. Fontis Thnb. Gemein in Wäldern Ende Mai,
Juni, die ab. Terricularis Mb. nicht selten. Die R. im
August, September auf Heidelbeeren.
85. Hypena Tr.
274. Rostralis L. Gemein vom Juli bis Frühjahr, sehr
oft in Häusern anzutreffen. Die R. im Juni und September
auf Nesseln und Hopfen.
275. Proboseidalis L. Im Juni, August fast gemein
in Wäldern, in denen Brennesseln nicht fehlen, auf welchen
im Mai und Juni die R. lebt.
276. Obesalis Tr. Seit M’s. Zeit, welcher den seltenen
Falter als bei Zittau erzogen anführt, wurde nur von mir
1 Ex. am 3. 8. 89 in Rachlau an Licht gefangen. Die R.
auf Nesseln.
Hypenodes Costaestrigalis Stph. wurde nach
M. bei Sohra bei Görlitz gefunden, dürfte daher möglicher-
weise auch in unserem Gebiete vorkommen. Der Falter
nach Wocke im Juli, September.
86. Rivula Gn.
277. Serieealis Sc. Verbreitet und nicht selten auf
feuchten Wiesen im Mai, Juni, August. Die R. lebt auf Gras.
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DENT REN VERRT
a.
294 a
X VIE. Brephidae.
87. Brephos ©.
278. Parthenias L. Ueberall ziemlich häufig in und
am Rande von Birkengebüschen im März, April. Die R. im
Mai, Juni auf Birken.
279. Nothum Hb. M. sagt, ohne indess einen Fundort
anzugeben, dass die Art verbreitet ist, doch nur einzeln vor-
kommt. Der Falter muss aber sehr selten sein; denn bisher
hat nur Al. 1 Ex. bei Quoos gefangen. März, April. Die RR.
auf Espen.
SD
Curiosa aus der Praxis.
Von Karl Uffeln (Rietberg).
Am 30. November 1895 fand ich hier eine zur Ver-
puppung festgesponnene Raupe von Pieris Rapae; die Ver-
puppung des ganz gesunden Thieres erfolgte einige Stunden
nachdem ich es der Stubenwärme ausgesetzt hatte.
Der 21. ‚Januar 1896 war hier ein prachtvoller, warmer
Tag; es fehlte nur die Lerche mit ihrem Trillern, um den
Glauben, es sei vollständiger Frühling geworden, zu recht-
fertigen; trotzdem aber erstaunte ich, als mir auf einem
Spaziergange eine Bombyx Rubi- Raupe in flotter Gangart
über den Weg lief; ich nehme an, dass die unnatürliche
Wärme des Tages das Thier zum Verlassen ihres Schlupf-
winkels veranlasst hat.
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2
B
Drei neue Tineen- Gattungen.
Von Medicinalrath Dr. 0. Hofmann - Regensburg.
Im Verlaufe gemeinsamer Studien über die Flügelrippen
der Tineiden, welche ich in jüngster Zeit mit meinem ver-
“ehrten Freunde, Herrn Privatdocent Dr. A. Spuler in Erlangen,
gepflogen habe, erkannten wir die Nothwendigkeit, mehrere
neue Gattungen: aufzustellen, welche ich im Nachfolgenden
näher zu begründen versuchen will. Bevor ich mich jedoch
dieser Aufgabe unterziehe, sei es mir gestattet, einige Worte
über die von mir gewählte Bezeichnung der Flügelrippen
vorauszuschicken.
Herrich-Schaeffer zählte bekanntlich die Flügelrippen,
am Innenrande beginnend, über den Saum nach dem Vorder-
rand ‘und bezeichnete mit 1 a—1 c die Innenrandsrippen, mit
12, bez. 8 am Hinterflügel, die Vorderrandsrippen. Diese
Methode hat zwar den Vortheil grosser Einfachheit, lässt
jedoch die Zugehörigkeit der einzelnen Aeste zu den betr.
Hauptstämmen nicht sofort erkennen und ist insofern nicht
übersichtlich. Dr. Arnold Spuler hat dagegen in seiner
vortrefflichen Arbeit „Zur Phylogenie und ÖOntogenie des
Flügelgeäders der Schmetterlinge“ in der Zeitschrift für
wissenschaftliche Zoologie Bd. LIII. 4. Leipzig 1892 eine
Bezeichnung der Flügelrippen eingeführt, welche Einfachheit
und leichte Uebersichtlichkeit in glücklicher Weise verbindet,
weshalb ich mich derselben bei den nachfolgenden Beschrei-
bungen bedienen werde Spuler unterscheidet am Flügel
zunächst einen „Spreitentheil“ (Vorderrandtheil) und einen
„Faltentheil* (Innenrandtheil). In ersterem verlaufen 5 von
der Wurzel ausgehende Rippenstämme, nämlich Stamm I unter
dem Vorderrand, entsprechend der Oostalrippe (Costalis) oder
Rippe 12 nach HS.), immer ungetheilt; unter ihm Stamm II, die
vordere Mittelrippe nach HS. (Radius nach Redtenbacher, Sub-
costa Packard), bei vollkommen entwickeltem Geäder mit 5 Aesten
(Ast 11—7 nach HS.) in den Vorderrand und die Flügelspitze
oder auch noch in den Saum. Die Aeste werden mit arabischen
Ziffern bezeichnet, II,, II,, II, ete. Der nun folgende Stamm
III (Media Pack., Mediana), die eigentliche Mittelrippe, deren
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2236 Dr. ©, Hofmann:
basaler Theil jedoch bei dem entwickelten Schmetterling zumeist
fehlt oder nur sehr schwach angedeutet ist, sendet 3 Aeste in den
Saum (Ast 6,5, 4 nach HS.). Stamm IV, die hintere Mittel-
rippe (Cubitus Redt. Pack., Subdorsalrippe mancher Autoren),
sendet 2 Aeste in den Saum und Innenwinkel. Stamm V (Ib
nach HS.), ebenso wie I immer ungetheilt, bildet die Grenze
zwischen Spreiten- und Faltentheil oder Innenrandtheil des
Flügels; er ist häufig in eine feine Falte umgewandelt und
nur stellenweise, meist am Saume, deutlich als Rippe entwickelt.
Man kann diese Rippe als „Faltenrippe* oder noch besser als
Grenzrippe bezeichnen. Im Faltentheil verlaufen nur 2 Rippen
(Dorsalrippen nach Herrich-S., Analadern nach Packard),
welche zur Unterscheidung von den Adern des Spreitentheiles
von Spuler mit a und b bezeichnet werden. Die Rippe a
verbindet sich häufig schon nahe der Wurzel mit b, wodurch
die sogenannte Gabelung oder Wurzelschlinge der Dorsalrippe
(la nach HS.) entsteht.
Auf den Hinterflügeln ist der Rippenverlauf ebenso, nur
bleibt Stamm II (vordere Mittelrippe) ungetheilt. (Eine Aus-
nahme hiervon machen nur die Micropterygiden und Hepialiden,
bei welchen der Rippenverlauf auf Vorder- und Hinterflügeln
gleich ist.)
I. Die bisher in die Gattung Tinea L. eingereihte Art
Vinculella HS. ist sowohl in Bezug auf die Bildung der
Flügelmembran, als auch der Rippen von den übrigen Arten
des Genus Tinea so wesentlich verschieden, dass eine Ab-
trennung derselben und die Bildung einer neuen Gattung nicht
zu umgehen ist.
Zunächst ist hervorzuheben, dass die Fiügelfläche bei
Vinceulella ausser den Schuppen mit den von A. Spuler nach-
gewiesenen mikroscopischen Chitin-Stacheln (A. Spuler, Beitrag
zur Kenntniss des feineren Baues und der Phylogenie der
Flügelbedeckung der Schmetterlinge. Zool. Jahrb., Abth. £.
Anatomie u. Ontogenie der Thiere, 8. Bd.) wie bei den Hepialiden,
Micropterygiden, Incurvariden und Nepticuliden bedeckt ist, was
auf eine nähere Verwandtschaft mit diesen niedrigsten (ursprüng-
lichsten) Formen, als mit der übrigen Masse der Tineinen
hinweist. Was die Rippen betrifft, so ist sowohl auf den
Vorder- als auch auf den Hinterflügeln Ast 3 der Media
(III, Sp.) ausgefallen, wie aus der Gestaltung der Zelle zwischen
III, und IV, sich ergiebt (s. Abbildung), ferner sind Ast 4
und 5 des Radius (II, u. IL, Sp.) kurz gestielt, was bei dem.
Genus Tinea sonst nicht der Fall ist, und endlich geht Rippe V
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Drei neue Tineen-Gattungen. 227
(Grenzrippe) nur wenig über die Flügelmitte hinaus und ist am
Saume nicht sichtbar. Die Zeichnung ist eine vom Typus der
Gattung Tinea abweichende und ähnelt sehr der Zeichnung
gewisser Incurvarien oder Elachisten, was schon Zeller in der
Linnaea ent. VI. S. 173 hervorgehoben hat.
Die neue Gattung, welche
ich nach dem um die Er-
forschung der badischen
Lepidopteren-Fauna hoch-
verdienten Herrn Stadtrath
A. Meess in Karlsruhe
Mleessia nov. gen.
nennen will, lässt sich dem-
nach folgendermassen cha-
racterisiren:
Kopf überall dicht mit abstehenden Haarschuppen besetzt.
Fühler dick, so lang oder fast etwas länger als die Vall.,
Palpen klein, hängend, das Mittelglied am Ende mit wenig
Haarborsten, Nebenpalpen vielgliedrig, nicht eingeschlagen,
Zunge nicht siehtbar. Vafl. schmal, gestreckt, am Ende
abgerundet, Ast 4 und 5 des Radius (II, und II, Sp.) gestielt
und in den Vorderrand mündend, Ast 3 der Media (Ill, Sp.)
fehlt. Htfl. breit, lanzettförmig, lang gefranst, Ast 3 der Media
fehlt auch hier. Flügelflächen mit Chitin-Stacheln bedeckt,
Zeichnung aus querverlaufenden Binden und Flecken bestehend,
Raupe sacktragend.
Art: M. Vinculella HS.
Tinea Vinculella HS. — Hein. 56. — Zell L. ent. VI. 173.
— HS. V. 75 Fig. 275. — Frey Tin. 27.
II. Die Heinemann’sche Gattung Ptocheuusa ist nach
dem eigenen Geständniss des Autors (Hein. S. 288) aus
3 Arten zusammengesetzt, welche manche nicht unbedeutende
Verschiedenheiten zeigen. Er theilt daher diese Gattung wieder
in 3 Unterabtheilungen ein, deren jede eine Art enthält.
Eine genaue Untersuchung der in Abtheilung A. befind-
lichen Art Subocellea Stph., von welcher Heinemann ent-
schuppte Flügel nicht gesehen hat, zeigt jedoch, dass sie von
der in Abtheilung B. befindlichen Inopella ZI. sicher
generisch verschieden und daher die Aufstellung einer neuen
Gattung wohl gerechtfertigt ist.
Vor allem ist zu bemerken, dass Subocellea auf den
Vdflin. ein deutliches Stigma, d. h. eine Trübung der
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228 Dr. O0. Hofmann:
Flügelmembran zwischen Ast 1 des Radius (IL, Sp.) und dem - 3 ”
Vorderrand, hat und dadurch zu den Hyponomeutiden verwiesen
wird. Die Aeste 2, 3, und 4 des Radius münden in den
Vorderrand. Ast 5 dagegen in den Saum, sodass Ast 4 und 5
die Spitze umfassen, während bei Pt. Inopella die 5 Aeste
des Radius in den Vorderrand münden und Ast 1 der Media
(III, Sp.) an Ast 5 des Radius (II, Sp.) angeschlossen ist,
mit welchem er die Flügelspitze umfasst. Ast 3 der Media
und Ast 1 des Cubitus (IV,) fallen bei Subocellea zu-
sammen, während sie bei Pt. Inopella deutlich getrennt sind.
Auf den Htfln. sind die Verschiedenheiten zwischen beiden
Arten noch grösser; die Mittelzelle ist bei Pt. Inopella breit
und geschlossen, bei Subocellea schmal und offen. Ast 1 der
Media (III,) ist an dem Radius, Ast 3 an dem Cubitus (IV,)
angeschlossen, während bei Inopella diese beiden Aeste deutlich
isolirt sind und Ast 1 der Media überdies nur als Falte vor-
handen ist. Endlich ist der Htfl. von Pt. Inopella zu einer
scharf abgesetzten, langen Spitze vorgezogen, während bei
Subocellea der Uebergang in die viel kürzere Flügelspitze
ein ganz allmählicher ist. Die Zeichnung der Vdfl. ist bei
Subocellea eine ganz eigenthümliche und von der bei Pt. Ino-
pella sehr weit verschiedene.
Wir stellen daher für die Art Subocellea Stph. eine
neue Gattung auf, welche ich nach dem um die lepideptero-
logische Wissenschaft hochverdienten, leider zu früh ver-
stor benen Gerichts-Notar ©. Reutti in Karlsr uhe, Reuttia nenne.
Die neue Gattung ist in nachfolgender Weise zu
characterisiren :
Reuttia nov. gen.
% Köpf anliegend beschngete
= DI
Ge : Fühler länger als die Hälfte
der Vafl., an den 2 letzten
Dritteln mit eckig vortre-
tenden Gliedern. Palpen
fast so lang wie Kopf und
Thorax, dinn anliegend be-
schuppt, das 3. Glied so
lang wie das 2. Vdfl. schmal und gestreckt, am Ende zu-
sespitzt mit einer Trübung der Flügelmembran am Vorder-
rande (Stigma). Die Aeste 1 und 4 des Radius (I,—II,)
in den Vorderrand, Ast 5 (II,) in den Saum. Ast 3 der
Media (III,) und Ast 1 des Cubitus (IV,) zusammenfallend.
Htfl. gleichfalls schmal und gestreckt, unter der kurzen Spitze
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229
= Drei neue Tineen-Gattungen.
ER mässig eingebogen. Mittelzelle lang und schmal, offen. Ast 1
der Media (IIL,) an den Radius, Ast 3 (IIL,) an den Cubitus
angeschlossen. Die Zeichnung besteht in einer Verdunkelung
des Innenrandes, 2 schwarzen Fleckchen hinter der Flügel-
mitte, einem spitzwinklig gebrochenen Querstrich vor der
Flügelspitze und einem schwarzen Punkt in der letzteren.
Raupe eine Sackträgerin.
Art: R. Subocellea Stph. Ptoch. Subocellea Stph.
Hein. S. 289. — St. Tin. 139. — Man. 2. 347. — Nat. Hist.
10, 289, Taf. 16, Fig. 3. — Internella ZI. Js. 1846. 291.
— Dissonella HS. V. 200, F. 553.
Ob Ptoch. Osseella St. die mir unbekannt ist, ebenfalls
hierher gehört, wage ich nicht zu entscheiden. Nach Heine-
mann hat OÖsseella eine schmale, hinten offene Mittelzelle der
Htfl., was mit Reuttia stimmen würde; dagegen fehlt ihr hier
em Ast, wahrscheinlich Ast 3 der Media (IIL,), der mit Ast 1
des Cubitus (IV,) zusammengefallen ist, während bei Reuttia
diese beiden Aeste zwar aus einem Punkt entspringen, aber
getrennt verlaufen.
III. Aehnlich wie bei der Gattung Ptocheuusa Hein.,
verhält es sich auch mit der Gattung Chrysoclista St.
Während die Arten Bimaculella Hw. und Linneella (l.
schon dem Habitus und der Zeichnung nach vorzüglich zu-
sammenpassen, sieht die 3. Art Aurifrontella Hb. diesen gegen-
über recht fremdartig aus und wird auch von Heinemann in
einer besonderen Unterabtheilung A. den beiden anderen Arten
gegenübergestellt.
Eine genauere Prüfung ergiebt, dass ausser den von
Heinemann schon angegebenen Unterschieden der beiden Ab-
theilungen des Genus Chrysoclista in Bezug auf die Behaarung
‚der Hinterschienen und die Beschuppung des Kopfes auch noch
wesentliche Verschiedenheiten der Rippen auf den Vdfln. be-
stehen. Während nämlich bei Chrysoclista Ast 3 der Media
(III,) und Ast 1 des Cubitus (IV,) in eine Rippe verschmolzen
sind und parallel mit den übrigen Aesten der Media nur wenig
von der Längsachse des Flügels abweichend in den Saum
ziehen, geht bei Aurifrontella der sehr kurze Ast 2 des Cubitus
steil nach abwärts in den Innenrand, und der gleichfalls kurze
Ast 1 des Cubitus in schräger Richtung und mit Ast 3 der
Media divergirend in den Saum. Eigenthümlich ist bei beiden
(die Bildung der Anhangzelle des Discoidalfeldes.
Es ist dieser Rippenverlauf dem von Blastodacna
Hellerella ähnlich, jedoch fehlt bei dieser Gattung der
230 Dr ©: Hofmann ®
Ast 3 der Media gänzlich, oder ist mit Ast 2 derselben zu-
sammengefallen. An den Htfin. finden sich keine Verschieden-
heiten zwischen Chr. Linneella und Aurifrontella, dagegen ist
der Rippenverlauf auf den Htfin. von Blastodacna Hellerella
insofern von beiden Arten verschieden, als der gemeinschaft-
liche Stiel von Ast 1 und 2 der Media IIlı,2 hier eine Strecke
an den Radıus angeschlossen ist, um weiterhin getrennt, bis
zur Wurzel und zwar nahe zum Stamm des Cubitus (IV) zu
ziehen, während bei Aurifrontella der Stamm der Media (III),
vom Radius vollkommen getrennt, bis nahe zur Wurzel, aller-
dings auch mit einer Biegung gegen den Cubitus (IV), zu
verfolgen ist. :
Die Art Aurifrontella passt daher den Rippen sowie
der Zeichnung nach weder in die Gattung Chrysoclista, noch
in die Gattung Blastodacna, so dass nichts erübrigt, als eine
neue besondere Gattung für dieselbe aufzustellen
Die Uebereinstimmung in der Färbung der Flügel und
des Kopfes mit der Gelechiden-Gattung Lecithocera ist zwar
sehr merkwürdig, jedoch bei dem gänzlich verschiedenen Rippen-
verlaufder letzteren Gattung nicht von systematischer Bedeutung.
Die neue Gattung benenne ich nach meinem verehrten
Freunde Herrn Dr. Arnold Spuler, Privatdocent in Erlangen,
Spuleria nov. gen.
Sie ist folgendermaassen
. zu characterisiren: Kopf an-
SS erg liegend beschuppt, mit Neben-
augen. Fühler fast so lang
ER wie die Vdfl., dick, in der
SS Endhälfte mit etwas eckig
ln vortretenden Gliedern. Pal-
pen mässig lang, am 2. Glied
etwas abstehend beschuppt, 3. Glied halb so lang wie das 2.
Väfl. schmal und langgestreckt, die 5 Aeste des Radius gehen
in den Vorderrand (Ast 4 und 5 gegabelt), die 2 kurzen Aeste
des Cubitus steil abwärts in den Saum. Hitfl. breit, lanzett-
förmig mit offener Mittelzelle und deutlich vorhandener,
getrennt vom Radius verlaufender Media, welche sich am
Saume gabelt in Ast 1 und 2 (III, und IIT,); Ast 1 an Ast3
des Oubitus (IV,) angeschlossen.
Art: Sp. Aurifrontella Hb. — Hein. S. 432. — Hb. 469.
— HS. V. 214. — Flavicaput St. Tin. 242; Man. 2. 401.
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Verzeichniss
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von Dr. K. Escherich und Prof. Dr. L. Kathariner bei Angora
in Central-Kleinasien gesammelten Schmetterlinge.
Von
Medicinalrath Dr. Hofmann - Regensburg.
Herr Dr. Escherich, welcher vom 17. April bis 8. Juli
1895 in Angora hauptsächlich Coleopteren sammelte, hat auf
meine Bitte hin auch den Schmetterlingen, insbesondere den
Microlepidopteren einige Aufmerksamkeit zugewendet und seine
Ausbeute an letzteren mir gütigst überlassen, wofür ihm auch
an dieser Stelle bestens gedankt sei. Die Macrolepidopteren
wurden, abgesehen von einigen meist nur in beschädigten
Exemplaren vorhandenen Arten, vom lepidopterologischen Verein
in Frankfurt a/M. erworben und von Herrn Eiffinger daselbst
bestimmt. Ein Verzeichniss derselben verdanke ich der Güte
des Herrn A. Seitz, Director des zoologischen Gartens in
Frankfurt a/M. und füge dasselbe, mit einigen Ergänzungen
versehen, bei, um ein vollständiges Bild der Lepidopteren-
Ausbeute geben zu können.
Einen kleinen Theil der Macrolepidopteren, welche mir
s. Zt. Herr Dr. L. Kathariner zur Ansicht zugesandt hatte,
habe ich selbst bestimmt. Trotz der verhältnissmässig kurzen
Sammelzeit und der den Schmetterlingen erst in zweiter Linie
sewidmeten Aufmerksamkeit ist die Ausbeute, namentlich an
Microlepidopteren, doch eine recht interessante gewesen, indem
sich unter letzteren 4 neue Arten. und darunter selbst eine
neue Gattung vorfanden, deren Beschreibungen ich im Nach-
folgenden gebe.
Bezüglich der örtlichen Verhältnisse von Angora erlaube
ich mir auf die von Dr. Escherich veröffentlichten zoologischen
Ergebnisse seiner Reise (IV. Theil Coleopteren) in der Stettiner
Entomol. Zeitung 58. Jahrg. 1897 S. 3 hinzuweisen.
Die erbeuteten 141 Arten sind nun folgende:
Thais Cerisyi var. Deyrollei ÖOberthür. Zahlreiche
Stücke, darunter viele von auAlenger Kleinheit und blasser
Farbe.
Hofmann:
232 Dr.
Doritis Apollinus Hbst., häufig.
Aporia Crataegi L. 2 im Diskus etwas dunkler als
bei uns.
Pieris Daplidice L.
Pieris var. Bellidice ©.
Pieris Chloridice Hb.
Anthocharis Belia Cr.
Anthocharis Charlonia Donz.
Anthocharis Gruneri HS.
Zegris Eupheme Esp.
Leucophasia spec., eine der Duponchelii Stgr. nahe-
stehende Form, wahrscheinlich, wie alle bekannten Leucophasia-
Formen, nur locale oder temporale Varietät.
Colias Hyale L.
Colias Edusa F., häufig, von unseren Exemplaren nicht
verschieden.
Theela Acaciae, var. Abdominalis Gerh.
Theela Ilieis Esp.
Thecla Rubi L.
Thestor Nogelii HS.
Thestor Callimachus Ev.
Lycaena Trochilus Frr.
Lycaena Argyrotoxus Bgstr. (Aegon SV .)
Ly caena Argus L
Lycaena Baton Berg.
Lycaena Astrarche Bgstr. (Alexis SV.)
Lycaena Anteros Frr.
Lycaena learus Rott. (Alexis SV.)
Lyeaena Cyllarus Rott.. kleine Exemplare, Hinterflügel
ohne Augen.
Vanessa C-Album L.
Vanessa Cardui. L.
Melitaea Phoebe SV.
Melitaea Didyma 0.
Argynnis Lathonia L.
Argynnis Pandora Schift.
Erebia Afra Esp.
Satyrus Briseis L., in der grossen Form Fergana
Stgr.; Unterseite der Hinterflügel beimanchen 2 ganz einfarbig.
Satyrus Anthe, var. Hanifa Nordm.
Satyrus Anthelea Hb.
Epinephele Lyeaon Rott.
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3
Verzeichniss der bei Angora gesammelten Schmetterlinge. 233
Epinephele Janira L., nur 1 3; es ist daher nicht zu
‚entscheiden, ob bei Angora nicht auch die var. Hispulla fliegt.
Coenonympha Pamphilus L.
Spilothyrus Alceae Esp. (Malvarum Hiffsgg.)
Spilothyrus Altheae Hb. (Gemina Led.)
Syrichthus Malvae L. (Alveolus Hb.)
Syrichthus Orbifer Hb.
Nisoniades Tages Hb., sehr klein.
Nisoniades Marloyi B.
Macroglossa Stellatarum L.
Sesia Culieiformis L.”)
Sesia Chaleidiformis var. Schmidtii Frr., zahlreiche Ex.,
meist sehr blass; nur 2 3 mit weissem Ring am Hinterleib; sämmt-
liche 2 sind ohne weissen Ring, auch wenn sie ganz friseh sind.
Ino Statices L., sehr klein; Hüften stahlblau oder grün;
bei einem Ex. ist der Hinterleib unten kupferroth, an den
Seiten stahlblau gerandet.
Ino Capitalis Stgr. Hor. XIV. S. 317. Nur ein, leider
sehr stark beschädigtes Exemplar.
Zygaena Pilosellae Esp.
Zygaena Filipendulae L.
Syntomis Phegea L.
Nola Chlamydulalis Hb.
Arctia Hebe L. Die Binden der Vdfl. sind fast reinweiss;
bei manchen Ex. ist die mittlere Binde nur durch einen oder ein
paar schmale, längliche,weisse Flecken angedeutet oder fehlt ganz.
Psyche Albida Esp.
Leucoma Flavosulphurea Ersch.
Saturnia Pyri Schiff, sehr gross.
Agrotis Exelamationis L. und eine sp. ignota.
Xylocampa Areola Esp.
Calophasia Freyeri Friv.
Gleophana Dejeani Dup.
Gleophana Opposita Led.
Leucania Vitellina Hb.
Palpangula spec.“*)
Plusiaßam ma L.
PlusiaCireumflexa L.
Heliothis Peltigera Schiff.
Heliothis Dipsacea L.
*) Wohl Ses. Stomoxyformis; sicher nicht Culiciformis.
**) Bisher ist mir keine Palpangula-Art aus Kleinasien bekannt;
wohl eine Leueanitis. O. Staudinger.
16
234 | Dr. Hofmann:
Charielea Delphinii L.
Acontia Solaris Esp.
Acidalia Decoraria Hb.
Acidalia 2. spec. ign.*)
Pellonia Sicanaria Z.
Pellonia Calabraria var. Tabidaria Z.
Rumia Luteolata L.
Eilierina Cordiaria, var. Roeslerstammaria Hb.
Boarmia 2. spec. ign.
Scodiona Conspersaria, var. Cunieulina Hb.
Aspilates Grisearia Hb., var. Strigillaria Hb.
Eusarea Jacularia Hb.
Eusarca Telaria HS.
Lythria Purpuraria L.
Cidaria Fluviata Hb.
Cidaria spec. ien.
CGledeobia Moldavica Esp.
Aglossa Pinguinalis L., nicht abweichend vonden hiesigen.
Aporodes Escherichi Hofm.n. spec. Obwohl nur in einem,
übrigens vorzüglich erhaltenen, weiblichen Ex. vorhanden, muss
ich mich doch zur Aufstellung einer neuen Art entschliessen, da
ich nirgends eine auf das Thierchen passende Beschreibung
finden konnte und dasselbe auch Herrn Dr. Staudinger unbe-
kannt und in dessen Sammlung nicht vertreten ist. Es gehört
nach der mit einem beulenartigen Vorsprunge versehenen Stirn,
der Palpenbildung und den fadenförmigen Nebenpalpen sicher
zur Gattung Aporodes Gn. Eigenthümlich sind ihr auch die mit
langen haar- oder borstenförmigen Schuppen an der Unter- und
bezw. Innenseite besetzten Mittelschienen, welche ebenso bei
der folgenden zweiten neuen, hierher gehörigen Art, wie bei
Heliothela Staudingeri”*) und bei Ap. Stygialis Tr., bei letzterer
allerdings nicht so stark ausgeprägt, vorkommen, so dass die-
selben ein Gattungsmerkmal zu sein scheinen.
Dem ersten Ansehen nach gleicht das Thierchen am
meisten einer Heliothela Atralis H. und ist auch fast so gross
wie diese, unterscheidet sich aber sofort durch die angegebenen
generischen Merkmale.
*) Ich bedaure, dass mir die unbekannten Macrolepidopteren nicht
zur Ansicht und Bestimmung eingesandt wurden. O. Staudinger.
**), Heliothela Staudingeri hat übrigens auch einen beulen-
artigen Vorsprung auf der Stirn und fadenförmige Nebenpalpen und
gehört daher eher zur Gattung Aporodes, als zu Heliothela, welche
eine flache Stirne hat.
Verzeichniss der bei Angora gesammelten Schmetterlinge. 235
Die 5, mm langen Vdfl. sind schwarzbraun, an der
Wurzel über und unter der Falte mit ein paar kleinen unregel-
mässigen, aus weisslichen Schuppen gebildeten Fleckchen; an der
äusseren Hälfte des Vorderrandes stehen 2 kleine weisse Flecken,
getrennt durch einen tiefschwarzen Fleck; vor dem Saum ist
die Grundfarbe in einem schmalen Streifen heller, röthlich-
braun, und dicht vor den sehr langen Fransen zieht sch eine
dicke, von weissen Schuppen gebildete Linie hin. Die Fransen
selbst sind an der Basis tieischwarz, dann dunkelbraun, mit
sehr zarten weissen Schuppen in dem mittleren Theile des
Saumes; an der äussersten Spitze sind sie auf eine kurze
Strecke schneeweiss, darunter bis zum Innenwinkel gelblich-
braun mit weisslichen Spitzen. Hinterflügel schwarz mit einem
ziemlich grossen weissen Mittelfleck, welcher der Wurzel näher
steht als dem Saume. Fransen lang, an der Basis tiefschwarz,
dann dunkelbraun und in der äusseren breiten Hälfte schnee-
weiss. Unterseite schwarz; Vdfl. an der inneren Hälfte des
Vorderrandes breit gelblich beschuppt, mit 2 weissen Quer-
binden vom Vorderrand bis zum Innenrand; die vordere ist
sehr breit, am Innenrand diffus ausgegossen und schliesst in
der Mitte einen grossen rundlichen Fleck der schwarzen
Grundfarbe ein. Die zweite, hintere, weisse Binde ist mässig
gebogen, am Vorderrande breiter, gegen den Innenrand hin
schmäler und dem Saum sich immer mehr nähernd. An der
Wurzel steht unter dem gelblich gefärbten Vorderrand noch
ein weisser Längsstrich. Hitfl. an der Wurzel mit einem
weissen Fleck, in der Mitte mit einer nicht scharf begrenzten
weissen Binde, welche weder den Vorderrand, noch weniger
aber den Hinterrand erreicht; dicht vor dem Saume verläuft
eine zweite weisse Binde, welche gegen den Innenrand hin
immer schmäler und undeutlicher wird und vor demselben
verlischt. Kopf und Thorax schwarzbraun mit einzelnen weiss-
lichen Schuppen. Fühler schwarz, an der Unterseite weiss-
lich, Palpen oben grau, an den Seiten und unten weiss. Zunge
an der Basis weiss beschuppt. Augenhinterrand schneeweiss.
Hüften und Schenkel schneeweiss. Vorderschienen oben gelb-
lich, unten weiss; Mittelschienen oben weiss, unten mit langen
gelblichen, borstenartigen Schuppen besetzt; Hinterschienen
dunkelbraun, mit sehr langen Spornen. Tarsen an den Vorder-
beinen gelblichbraun, an den Mittel- und Hinterbeinen dunkler,
an letzteren verloschen heller gefärbt. Am Hinterleibe sehe
ich oben nur an den 3 ersten Segmenten Spuren von weissen
Schuppen an den Hinterrändern; unten ist der Leib einfarbig
16*
236 Dr. Hofmann:
schwarz, Legeröhre wenig vorstehend, hellgelbbraun, seitlich
comprimirt. hinten abgerundet, behaart.
Aporodes Neptieulalis Hofm.nov.sp. (?) Ein winzig kleines
Thierchen mit denselben Gattungsmerkmalen wie die vorher-
gehende Art. Vdfl. kaum 4 mm lang, einfarbig dunkelbraun
mit grauen und gelben Schuppen untermischt; erstere finden
sich besonders unter dem Vorderrand, letztere am meisten vor
dem Saume. Fransen lang, dunkelgrau, an den Spitzen weiss-
lich, mit einer undeutlichen dunkleren Theilungslinie. Htfl.
schwarz, Fransen schwarz mit weissen Spitzen, Unterseite
ebenso gefärbt wie die Oberseite; Vorderrand der Vdfl. gelblich
beschuppt, Innenrand grauweisslich. Kopf dunkelgrau; Fühler
ebenso, unten von der Basis an eine Strecke weit weisslich;
über dem Wurzelglied der Fühler ein kleines Büschehen von
gelblichen Schuppen. Palpen aussen und unten weissgrau,
das kurze, dicke Endglied dunkler grau. Augen weisslich
umrandet. Vorderhüften und Vorderbeine überhaupt weiss-
grau, die mittleren und hinteren Beine dunkelgrau, nur an den
Tarsen etwas heller. Mittelschienen unten und innen mit
langen, schwarzen Haarschuppen. Bauch und Hinterleib oben
und unten einfarbig schwarzgrau. Legeröhre (10tes Segm.)
gelblich, seitlich comprimirt, hinten abgerundet, wenig vor-
stehend, behaart.
Aporodes Floralis Hb. 2 Ex. der var. Stygialis Tr.
Noetuomorpha Normalis Hb. var. Ancyrensis. Eine
sehr helle Varietät, welche auf den ersten Blick fremdartig
aussieht; der Vorderrand der Vdfl. ist an der Wurzelhälfte
fast reinweiss; der weisse @uerstrich zwischen den zwei
schwarzen Makeln im Mittelfeld ist sehr breit und reicht bis
zum Innenrand; die Saumhälfte der Vdfl. vor den schwarzen
Saumpunkten ist in grosser Ausdehnung weiss; die weisse
Binde der Htfl. ist sehr breit, längs des Vorderrandes aus-
gegossen; vor dem Innenwinkel ein weisser Fleck als An-
deutung einer solehen Saumbinde. Auf der Unterseite sind
die weissen Zeichnungen gleichfalls viel ausgedehnter als bei
der Stammart, namentlich reicht die weisse Binde vor dem
Saum mit einem zahnförmigen Fortsatz über dem Innenwinkel
weit in das Mittelfeld hinein; auf dem Htfl. ist die weisse
Mittelbinde sehr breit und eine breite weisse Binde vor dem
Saume vorhanden, welche bei der Stammart fehlt oder kaum
angedeutet ist. Die Unterseite des Hinterleibes sammt Hüften
und Schenkeln ist weiss. Ich nenne diese sehr schöne var.
nach ihrem Fundorte Ancyrensis.
'Verzeichniss der bei Angora gesammelten Schmetterlinge. 237
Botys Cespitalis Schitt.
Botys Duleinalis Tr.
Euryereon Mucosalis HS.
Nomophila Noctuella Schiff, sehr häufig, nicht ab-
weichend von hiesigen Exemplaren.
Psamotis Pulveralis Hb., var. Grisealis Stgr.
Amaurophanes Stigmosalis HS., häufig.
Crambus Craterellus Se. u. var. Cassentiniellus Z., häufig.
Eromene Ramburiella Dup., 1 Exemplar.
Pempelia Sororiella Zell.
Gymnancyla Canella Hb.
Emarphia Gilveolella Tr.
Myelois Exasperata Stgr. Hor. XV.S. 217. 1 schönes Ex.
Ephestia Xanthotricha Stgr.
Ephestia Interpunctella Hb.
Cochylis Straminea Hw. Sehr grosse Exemplare, die
wegen der kurzen Palpen sicher zu dieser Art gehörig.
CGochylis Eryngiana Heyd. i Stück.
Cochylis Centaureana Stgr. Hor. XV. 8.247. 1 Stück,
Penthina Stibiana Gn..
Aphelia Lanceolana Hb.
Grapholitha Compositella F.
Grapholitha Leucogrammana Hofm.n.sp. Eine der Gr.
Microgrammana und Adenocarpi Stgr. nahestehende Art, welche
auch nicht mit der Beschreibung der Conformana Mann (Verh.
d. z. b. Ges. 1872. XXII. Bd. 8. 36) übereinstimmt, ist
schmalflügliger und viel heller gefärbt als beide oben genannte
Arten. In der Vorderrandshälfte der 6 mm langen Vdfl. bis
zum oberen Rand des Spiegels verlaufen weissliche, dicht
beisammen stehende Längsstreifen, sodass hier die Fläche fast
ganz weiss erscheint. Die Innenrandhälfte der Vdfl. ist hell
bräunlichgrau mit matten und undeutlichen weisslichen Quer-
wellen. Die Vorderrandshäkchen sind weiss und heben sich
auf dem in einer schmalen Linie dunkelbraunen Vorderrand
sehr gut ab. Das erste Vorderrandshäkchen ist das grösste;
es ist wie die folgenden, die allmählich immer kleiner werden
und fast bis zur Flügelwurzel reichen, doppelt. Aus den 1,,
2. und 3. Doppelhäkchen verlaufen weisse, durch die hier
dunkelbraune Grundfarbe deutlich getrennte Linien zur Stelle
des Augenpunktes; die Linie des 4. Paares verläuft von da
als dicke, weissglänzende Linie, die äussere Umfassung des
Spiegels bildend, zum Innenwinkel. Aus dem 5. Häkchenpaar
verläuft eine weissliche, vorn dunkelbraun angelegte Linie
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238 Dr. Hofmann:
schräg zum oberen vorderen Winkel des Spiegels, um von da
als hintere, nur mattglänzende Einfassung des Spiegels senk-
recht in den Innenrand zu ziehen. Flügelspitze zwischen dem
1. Häkchenpaar und den Fransen in Form eines kleinen Kreis-
abschnittes |) gelblichweiss. Der Spiegel selbst ist sehr breit,
4eckig, mit mattglänzenden, weissgrauen Schuppen. besetzt;
in seiner hinteren Hälfte stehen 3 kurze schwarze Längs-
striche, in der vorderen 2—3 sehr kleine schwarze Punkte.
Die Fransen sind an der Basis schwarz beschuppt, besonders
dicht an der Flügelspitze bis zum Augenpunkt, dann weisslich
und an den Spitzen dunkelbraun. Htfl. hellgrau, an der Basis
fast weisslich. Fransen weiss mit dunkelgrauer Basallinie.
Unterseite der Vdfl. hellgrau mit den durchscheinenden Häk-
chen, der Htfl. rein weiss (viel weisser als bei den verwandten
Arten). Scheitel braungrau, Gesicht und Palpen weiss, Fühler
braungrau mit etwas vorstehenden Ecken der Glieder. 'I'horax
dunkelgrau mit hellgelbgrauen Schulterdecken. Hinterleib grau
mit weisslichem Afterbusch (3 ),an der Unterseite weisslich. Beine,
mit Ausnahme der Schenkel und bei den Vorderbeinen auch der
Schienen, welche aussen mehr oder weniger grau angelaufen
sind, weisslich. Tarsen dunkelgrau mit weissen Hinterrändern.
Euplocamus Laevigatellus HS., nicht selten.
Tinea Misella Z.
Tinea Fuseipunetella Hw.
Tineola Lutosella.
Adela Florella Stgr. 1 Stück.
Hyponomeuta Rorella H. Ein von den hiesigen Ex,
etwas abweichendes Stück, indem der graue Anflug unter dem
Vorderrande hier nur auf einen unregelmässigen grauen Fleck
in der Flügelspitze beschränkt ist und die Reihe von feinen
Punkten vor dem Saum, welche bei Rorellus dem letzteren
ziemlich paralell verläuft, hier schräg gegen den Innenwinkel
gerichtet ist; die Punktreihe ist auf dem linken Flüsel ganz
gerade, auf dem rechten dagegen etwas nach dem Saum aus-
gebogen. Ob hier eine var. von Rorella oder etwa eine neue
Art vorliegt, wage ich nicht zu entscheiden.
Plutella Xylostella L., sehr häufig.
Psecadia Bipunctella F.
Geleehia Vilella Z., 1 Stück.
Gelechia Spurcella HS. Ein auffallend grosses
Exemplar (8) mit undeutlichen typischen Punkten. Auf den
Htfln. ist die vordere Mittelrippe stark gegen den Saum
ausgebuchtet und in dieser Ausbuchtung steht auf der Unterseite
Verzeichniss der bei Angora gesammelten Schmetterlinge. 239
eine langgestreckte, schwarze Schuppenbürste, genau wie
bei den männlichen Exemplaren unserer hiesigen Spurcella.
Bryotropha Decrepidella HS., sehr häufig, sowohl grau-
gelbe, als graubraune Exemplare, welche mit der Beschreibung
von Heinemann und den Figuren 508 und 533 von Herrich
Schaefter gut übereinstimmen.
Lita Horticolella Rssl.
Lita Obsoletella FR.
Lita Diminutella Zell, 2 gut erhaltene Exemplare, die
auch mit der Beschreibung von Gel. Subdiminutella
St. in den „Tineina of Syria and Asia minor“ 8. 45 über-
einstimmen; letztere Art dürfte daher mit Diminutella identisch
sein, was übrigens der Autor selbst vermuthet.
Arygritis Superbella Zell.
Belmpsergr *) Hofm. nov. gen.
Kopf anliegend beschuppt,
mit Nebenaugen. Fühler halb
so lang wie die Vdfl., dünn,
Wurzelglied verdickt. Palpen
sichelförmig aufsteigend, 2. Glied
dick, abstehend beschuppt, 3.
Glied halb so lang wie das 2.,
dick und spitz zulaufend. Zunge
an der Basis stark beschuppt.
Vafl. schmal und gestreckt mit sehr langen, fast vertikal ab-
geschnittenen Fransen. Radius mit 4 in den Vorderrand
ziehenden Aesten, 1 und 2 sehr weit getrennt. Mittelzelle
sehr lang gestreckt, geschlossen, zwischen den Aesten des Cubitus
etwas nach oben eingebogen. Ast 1 des Cubitus stark gebogen.
Htfl. mit parallelen Rändern, fast rechteckigem Innenwinkel und
weit vorgezogener Spitze. Mittelzelle auffallend breit, nicht
deutlich geschlossen, zwischen Ast 1 und 2 der Media offen.
Ast 1 und 2 der Media sehr fein, ersterer an den Radius ange-
schlossen ; Ast 3 kräftig, in den Innenwinkel ziehend. Zwischen
den Aesten der Media 2 deutliche Falten, welche sich bis in
die Mitte der Mittelzelle hinein erstrecken (in der Figur nicht
angegeben). Die Mittel- und Hinterschienen oben lang behaart,
Spornen kurz und dick.
Colopteryx Conchylidella Hofm. n. sp. Das Thierchen,
dessen Vorderflügellänge etwa 5 mm beträgt, hat im Allgemeinen
‘ den Habitus und das Ansehen von Dactylodes Kinke-
rella Wk., unterscheidet sich aber von dieser sofort durch
*) Von kolos (abgestutzt) und pteryx (Flügel).
240 Dr. Hofmann.
die am Innenwinkel nicht spitzwinklig vorgezogenen, sonderm
rechtwinkligen Htfl. Die Vdfl. sind auffallend durch die am.
Innenwinkel ungemein langen Fransen, welche, hinten fast
vertikal abgeschnitten, von einer dieken schwarzen Schuppen-
linie begrenzt sind. Dadurch wird die spitz zulaufende Form
des Flügels gänzlich verdeckt. Die Grundfarbe der Vdfl. ist
ein schmutziges Weiss, mit vielen bräunlichen und einzelnen
schwarzen Schüppchen bestreut. Die dunklen Schuppen sind
besonders in der Mitte des Vorderrandes bis zur vorderen
Mittelrippe in Form eines unbestimmten Längsstreifen ange-
häuft, bilden vor der Spitze einen gleichfalls unbestimmt be-
grenzten grossen Fleck und am Innenrande einen sehr schräg
nach hinten gerichteten schmalen Haken, der einigermaassen
an die Zeichnung der Tortrieiden-Gattung Conchylis er-
innert; am Aussenrande des Flügels stehen, besonders am
Innenwinkel, einzelne grosse, schwarze Schuppen an der Basis
der weissen Fransen, welche auch in ihrer Mitte von einer
undeutlichen, schrägen, aus einzelnen schwarzen Schuppen be-
stehenden Theilungslinie durchzogen werden. Hitfl. hellgrau,
Fransen noch etwas heller. Unterseite der Vorder- und Htfl.
dunkelgrau. Vorderrand der Vdfl. und die langen Fransen
weisslich ; in der Mitte der Vdfl. mehrere (3) weisslichgraue
breite Längsstreifen. Kopf, Thorax und Palpen weissgrau.
Fühler weisslich und schwarz geringelt. Hinterleib oben
bräunlichgrau mit weisslichem Afterbusch, unten nebst den
Beinen weisslichgrau oder hellgrau. — 1 Exemplar von Angora..
Parasia Aprilella HS.
Parasia Paucipunctella Zell.
Pleurota Pyropella Schiff., sehr häufig.
Pleurota Metricella Zell., ebenso.
Pleurota Pungitiella HS. (?) nur 2 Exemplare.
Pleurota Issicella Stgr. Horae XV, S. 344, sehr häufig.
Vecogonia Quadripuncta Hw. \
CGoleophora Melilotella Scott.
Coleophora Vulnerariae Zell.
CGoleophora Wockeella Zell.
CGoleophora Albiecostella Dup.
Spuleria Aurifrontella Hb., 1 Stück.
Butalis Subfaseiata Stgr. Horae XV. S. 402.
Stenoptilia Serotina, ein grosses, dunkles, leider schon
etwas verflogenes Exemplar.
Aciptilia Spilodaetyla Curt. und var. Confusa HS.,
sehr häufig.
—-
Eine neue Butalis-Art.
Von Medicinalrath Dr. Hofmann - Regensburg.
Von meinem verehrten Freunde, Herrn Dr. Hinneberg:
in Potsdam, erhielt ich in jüngster Zeit einige Butaliden zur
Bestimmung, unter welchen sich eine kleine, aus Statice-
armeria in Melırzahl erzogene neue Art befand, deren Be-
schreibung und Naturgeschichte ich auf Wunsch meines
Freundes nachstehend veröffentliche.
Die neue Art, welche ich nach ihrem Entdecker, Herrn
ÖObergärtner Brasch, früher in Potsdam, nunmehr in Char-
lottenburg, Butalis Braschiella Hofm. n. sp. nennen will, gleicht
in Grösse und Ansehen der But. Siecella, hat eine Spann-
weite von 7—8 mm und eine Vorderflügellänge von 3,5 bis
4,0 mm. Die Vdfl. sind grauschwarz, ohne Glanz, mit tief-
schwarzer Falte; am Ende derselben steht ein sehr kleiner,
unbestimmt begrenzter, fast rundlicher Fleck aus bräunlich-
gelben Schuppen gebildet; ein gleicher, nur etwas grösserer
und mehr länglicher Fleck steht senkrecht unmittelbar über
dem Afterwinkel und reicht bis in die Flügelmitte. Ueber
die Fläche der Flügel sind einzelne, sehr feine, gelblichbraune
und weisse Schüppchen ausgestreut, besonders am Vorderrand
und in der Flügelspitze. Bei manchen Exemplaren, namentlich.
geflogenen, sind die beschriebenen braungelben Fleckchen
freilich sehr undeutlich oder fehlen auch ganz, sodass die-
Flügel dann einfarbig grauschwarz erscheinen. Niemals aber
findet sich in der Falte eine Spur von weissen Fleckchen
oder Schüppchen, wie bei Siecella und Variella.
Die Htfl. sind scharf zugespitzt, viel heller grau mit
gleichfarbigen Fransen. Kopf und Thorax sind schwarzgrau
wie die Vdfl. Palpen grau, kleiner als bei Siecella und fast
hängend. Fühler grauschwarz. Saugrüssel an der Basis dick
weissgrau beschuppt. Der Hinterleib ist beim 2 breit, flach-
gedrückt, hinten fast gerade abgestutzt mit wenig vorstehender,
brauner, am Ende seitlich etwas comprimirter Legeröhre, an
der Oberseite schwarzgrau, unten an den 3—4 letzten
2423 Dr. Hofmann: 2
Segmenten gelblichgrau. Der Hinterleib des & ist weniger
flach gedrückt, hinten stumpf kegelförmig endend, oben schwarz-
grau, an der äussersten Spitze hellgrau, ohne eigentlichen
Afterbusch; unten ist derselbe ebenfalls schwarzgrau, an den
Rändern der Segmente, besonders in deren Mitte, graugelb,
und zeigt am Ende die zwei dicht nebeneinander liegenden,
gelbgrauen, durch einen kurzen Längsspalt getrennten Para-
meren (Genitalklappen). Die Beine sind dunkelgrau, an der
Innenseite, besonders der Hinterschienen, gelblichgrau.
Was nun die Unterscheidung unserer neuen Art von
den verwandten Arten betrifft, so sind frische, gut gezeich-
nete Exemplare durch die eigenthümlichen gelbbraunen Flecke
leicht von allen anderen Arten zu unterscheiden; geflogene
oder wenig gezeichnete Exemplare sehen dagegen gewissen
Exemplaren von Siccella, bei welchen manchmal die weissen
Fleckchen in der Falte ganz fehlen, sehr ähnlich, unterscheiden
sich aber in beiden Geschlechtern leicht durch die Bildung
des Hinterleibes, indem Siccella-& einen hinten gerade abge-
stutzten, sehr kurzen Afterbusch hat, an dem die für Braschi-
ella so characteristischen Parameren fehlen, und Siccella- 2
einen lang gestreckten, kegelförmig zugespitzten Hinterleib
besitzt.
Pulicella Stgr., welche unserer Art ebenfalls sehr
ähnlich sieht, hat ein kleines weisses Längsstrichelchen in
der Falte, wie Variella und Siccella und im männlichen Ge-
schlecht einen besonders an der Unterseite des Leibes ziemlich
kräftig entwickelten gelbgrauen oder weisslichen Afterbusch,
an dem aber, wie bei Siccella, Parameren nicht zu sehen sind,
während am oberen Rande des abgestutzten letzten Segmentes
unter den hier befindlichen dunkelgrauen Schuppen bei Be-
trachtung mit einer guten Lupe ein nach abwärts gebogener
kleiner brauner Chitinhaken (uncus) zu bemerken ist; der
Hinterleib vom Pulicella-? ist nicht so lang gestreckt wie
bei Sicecella, zeigt eine kurze, dicke, kegelförmige, etwas vor-
stehende braune Legeröhre und ist oben an den 2 letzten
Segmenten gelb, bei Braschiella dagegen oben ganz dunkelgrau.
Bei Gelegenheit der genauen Untersuchung der neuen
Butalis-Art und der nächstverwandten Arten Variella und
Siecella konnte ich auch sicher, d. h. auf Grund der ganz
genau übereinstimmenden Genitalanhänge, constatiren, dass
letztere als eine Art zusammengehören, wie schon Heinemann
richtig erkannt hat. Variella ist die hellere Form mit vielen
weissen Schuppen auf den Vdfln., Siccella dagegen eine
‘Eine neue Butalis-Art. 243
dunklere Form, bei der die weissen Schuppen oft ganz fehlen,
selbst die in der Falte. Siccella sieht daher auch der neuen
Art am ähnlichston, unterscheidet sich aber leicht, wie schon
gesagt, durch die Beschaffenheit des Afterbusches. °
Auch ButalisMattiacellaRssl., von welcher Art der
Autor (Verzeichn. S. 255) sagt, dass sie zwischen Resti-
serella und Variella stehe, gehört sicher zu der uns
hier beschäftigenden Gruppe, da auch sie in der Falte ein,
allerdings sehr kleines weisses Fleckchen zeigt, wie Siccella
und Variella; ob sie mit letzterer Form identisch ist, vermag
ich jedoch nicht zu sagen, da ich leider nur ein weibliches
Exemplar aus Eberstadt von Herrn A. Schmid besitze, da-
gegen kein Material zur Untersuchung der Genitalanhänge habe.
Die Raupe fanden die Herren Brasch und Hinneberg
erstmals Ende Juli (28. oder 29. Juli) auf einem trockenen,
sandigen Terrain bei Neu-Babelsberg an Statice armeria;
gleichzeitig waren auch schon Puppengespinnste vorhanden
und schon nach 8—10 Tagen schlüpfte der erste Falter aus,
Die bewohnten Pflanzen sind daran kenntlich, dass die
Wurzelblätter, speciell die Herzblätter mit einem feinen Ge-
spinnst überzogen sind; die Raupe scheint anfangs nur an
den Blättern zu miniren, später frisst sie auch den Stengel
und die Blätter durch; in den eigentlichen Wurzelstock der Pflanze
geht sie nicht hinein. Während der Häutungen, namentlich
der letzten oder der zwei letzten, fertigen sich die Raupen,
wie es auch bei anderen Butalis-Arten der Fall, ein dichteres
Gespinnst resp. einen Gespinnstschlauch an, in welchem die
Häutung vor sich geht.
Die Raupe ist schlank, eleichmässig breit (Kopf ebenso
breit wie das 1. Segment), röthlichgelb mit undeutlicher, feiner
weisser Rückenlinie und feinen, etwas dunkleren Suprastig-
malen. Kopf schwarzbraun, Nackenschild ebenso, vorn schmal
weiss gesäumt. Brustfüsse und die rundliche Afterklappe
braun. Warzenhaare lang, weiss, einzeln, die kleinen Warzen
selbst von der Körperfarbe.
Bei einer jüngeren, etwa 5 mm langen Raupe ist der
Kopf hellbraun, der schwarzbraune Nackenschild in der Mitte
breit, hell getheilt, die Afterklappe hellbraun.
Bei einer noch kleineren Raupe sind Kopf, Brustfüsse
und Afterklappe ganz hellgelb, der Nackenschild nur wenig
bräunlich verdunkelt.
Die Verpuppung erfolgt, wie bei anderen Butaliden-
Raupen auch, in einem dichten, weissen, ovalen, etwa 6 mm
244 Dr. Hofmann.
langen Seidengespinnst, das aussen mehr oder weniger mit
Sandkörnchen bedeckt und an einem Blatt der Futterpflanze,
an Moos oder Gras in der Nähe derselben befestigt ist. Die
Puppe, welche beim Ausschlüpfen des Schmetterlings nicht
aus dem Gespinnste hervortritt, ist hellbraun, am Afterende
stumpf abgerundet, ohne besondere Auszeichnung. Die Puppen-
ruhe dauert 8—14 Tage.
Die Falter der im Juli vorkommenden Raupen fliegen
von Ende Juli bis Ende August (24./7.—28./8.); die von
diesen Faltern abstammenden Räupchen werden wahrscheinlich,
wie die Microlepidopteren-Raupen meist thun, überwintern;
sie liefern die Falter von Mitte bis Ende Juni, bei früh-
zeitigem Frühjahr wahrscheinlich noch früher. Ob hier eine
doppelte Generation oder nur eine sehr ungleiche Entwickelung
und lang ausgedehnte Entwickelungsperiode vorliegt, wage
ich noch nicht zu entscheiden; für die letztere Annahme
spricht der Umstand, dass Hinneberg noch im Juni kleine
Räupchen fand, als schon die ersten Falter flogen. (18./6.)
Die Falter scheinen übrigens wenig zu fliegen, sondern mehr
zu springen, was bei ihren kurzen Flügeln und dem dicken,
plumpen Leibe sehr erklärlich ist; man kann sie nur erhalten,
wenn man die Pflanzen an den betreffenden Fundstellen mög-
lichst tief abkötschert und zwar womöglich zur Mittags-
oder frühen Nachmittagszeit an heissen Tagen und bei
brennender Sonne! Auch die Zucht liefert entschieden bessere
Resultate, wenn man die Raupenbehälter, mit Gaze überdeckt,
direkt in die Sonne stellt. Zu grosse Feuchtigkeit schädigt
die Entwickelung der Raupen.
Die Männer scheinen seltener zu sein als die Weiber,
indem die Zucht immer 2—3 mal soviel der letzteren ergab.
Als Fundort sind bis jetzt nur Neu-Babelsberg und der
(arten von Sanssouci bei Potsdam bekannt.
Noch nicht bekannte Raupen und Puppen
von Schmetterlingen
aus dem deutschen Schutzgebiete der Neu - Guinea-
Compagnie in der Süd-See.
Von Carl Ribbe.
Nachstehend beschriebene Raupen und Puppen wurden
von mir im Bismarck- und Salomo-Archipel in den Jahren
1893-96 gefunden und theilweise beobachtet. Eine Aus-
nahme macht Cynthia Arsinoe. Diese Raupe und Puppe
wurden von dem ausgezeichneten und mit sehr grossen Er-
folgen in Neu-Guinea thätig gewesenen Sammler Herrn
©. Wahnes in Finsch-Hafen und auch in der Astrolabe-Bai
gefunden.
Örnithoptera Vietoriae Regis Rothsch. Taf. VII, Fig. 1.
Von dieser durch Farbe und Form gleichweise hervorragenden
Ornithoptera gelang es mir leider nur die Puppe zu erlangen.
Diese letztere hat scheinbar recht grosse Aehnlichkeit mit
der von Ornith. Urvilliana, ist jedoch, hat man einmal
die constanten Merkmale gefunden, ganz leicht von der der
blauen Ornithoptera zu unterscheiden. Die bei Urvilliana
gelb gefärbte Flügeldecke hat bei Victoriae einen leicht in
das Auge fallenden stumpf graubraunen Ton, alle anderen
Farben sind bei der vorliegenden Art schärfer, wie bei der
bier in Frage kommenden ähnlichen Art. Ferner, und dieses
ist das beste Erkennungszeichen, wird die auf der Tafel mit
a bezeichnete Ader bei Victoriae ganz scharf heraustreten.
Erwähnen muss ich hier, dass die von mir in der Iris,
Band VIII, Heft I, 1895, Taf. 1, Fig. 3, 4, 5, 6 und pag.
105—15 beschriebene und auch mit abgebildete Puppe von
Ornithoptera Urvilliana ganz falsch abgebildet worden ist.
Auf meiner Original-Tafel hatte ich verschiedene Stadien der
Verwandlung von Raupe und Puppe dieses Schmetterlings
nur mit schwarzer Farbe gezeichnet und hat man irrthüm-
licher Weise diese Färbung als die natürliche abgebildet.
Die richtige Färbung der Urvilliana würde annähernd der
246 Carl Ribbe:
ad
auf derselben Tafel abgebildeten Puppe von Paradisea
gleichkommen, nur müsste der ganze Ton der Färbung mehr
gelb gehalten werden. Als Vaterland von Vietoriae Regis ist
mir einzig und allein Bougainville, die grösste der deutschen
Salomo-Inseln, bekannt. Baron Walther v. Rothschild erwähnt
als weiteres Vaterland Alu. Ich bemerke hierzu Folgendes:
Die Sammler Cotton und Webster waren nur 2—3 Tage ın
Alu und kauften in dieser Zeit leider von meinen fest enga-
girten schwarzen Sammlern und Fängern Schmetterlinge und
Puppen. Da gerade mehrere Kriegscanoes der Alunesen von
einem Kriegszuge von Bougainville zurückgekehrt waren, ist
es möglich, dass Webster und Cotton unter den gekauften
Puppen auch eine von Victoriae von Bougainville erhielten.
Sicher aber ist, wenn dies nicht der Fall ist, dass Webster
einen ganz schlechten Mann von Vietoriae von mir in Alu
geschenkt erhalten hat. Das hier in Frage kommende Stück
stammt nicht aus Alu, sondern aus Bougainville. Ich glaube,
dass wenn man bald 2 Jahre in einer Gegend sammelt, so
lange war ich in Alu, und wenn man Entomolog von Fach
ist, man es besser beurtheilen kann, welches das Heimathland
eines Falters ist, als wenn man nur 2 Tage daselbst war und
von Lepidopteren gar nichts versteht, wie die Herren Cotton
und Webster.
Papilio Woodfordi. Taf. VII, Fig. 2 und 3. Obgleich
ich die Puppen von dieser Art mehrfach selbst fand und von
den Eingeborenen erhielt, gelang es mir nur wenige Male
auch die Raupe zu finden. Wie alle hierher gehörigen Papilio-
arten, so lebt auch die Raupe von Woodfordi auf. einem
limonenartigen Strauche oder Baume. Ich fand die Art auf
den gesammten Shortlands-Inseln, erhielt auch einige Puppen
und Schmetterlinge von Bougainville. Unter den Faltern
dieser Art von Bougainville erhielt ich eine etwas abweichende
Form. Bei diesen Stücken ist die orangegelbe Fleckenreihe
auf der Unterseite der Htfl. beinahe ganz verloschen, oder
nur durch mattgelbweissen Anflug angedeutet, das letztere
gilt auch von der nach innen zu folgenden blauen Flecken-
binde. Hingegen ist die milchweisse Binde sehr ausgeprägt
und nur durch die Rippen getrennt vorhanden. Auf der Ober-
seite der Flügel hat die weisse Zeichnung einen braunen An-
flug. Ich glaube, dass diese Form ganz gut einen Namen als
Localform verdient und mag sie darum var. Ochracea heissen.
Papilio Phestus. Taf. VIl, Fig. 4 und 5. Nur wenige
Male erhielt ich von dieser nicht sehr häufigen Papilio-Art
Noch nicht bekannte Raupen und Puppen ete. 947
die Raupen und die Puppen von den Eingeborenen von Alu
gebracht. Die Raupe lebt wie die des vorhergehenden Falters
auf Limonen-Bäumen. Heimath die gesammten Shortlands-
Inseln.
Papilio Isander. Taf. VII, Fig. 6. Von diesem recht
seltenen Papilio fand ich nur ein Mal an niederem Gebüsch
die Puppe und zwar auf der kleinen, in der Bougainvillestrasse
gelegenen Insel Munia.
Mynes Woodfordi. Taf. VII, Fig. 7 und 8. Früher konnte
ich mir nur schwer erklären, warum alle Mynes-Arten dort,
wo sie vorkommen, zu den grössten Seltenheiten gehören;
heute habe ich die Erklärung dazu gefunden, und zwar
dadurch, dass ich die Raupen und die Puppen fand.
Auf einer der kleinen Inseln, welche in der Bougain-
villestrasse liegen, fand ich ein Mal durch Zufall wohl gegen
100 Raupen gemeinsam auf einem kleinen Strauche lebend vor.
Da dieselben schon beinahe ausgewachsen waren, nahm ich
das ganze Nest mit und hatte die Freude, zu sehen, dass die
Thiere sich bald, ähnlich unseren Vanessa-Arten, verpuppten.
Nach eirca 14 Tagen schlüpfte der erste Falter aus, der zu
meiner grössten Ueberraschung ein Mynes Woodfordi war.
Im Ganzen hatte ich gegen 50 Puppen und glaubte, dass ich
nun Mynes in Anzahl ziehen würde, wurde jedoch arg ent-
täuscht, denn nur noch ein Schmetterling kroch aus, aus allen
anderen Puppen schlüpften nach und nach Fliegen aus. Diese
Art resp. die ganze Gattung scheint sehr unter den Ver-
folgungen der Raubinsekten zu leiden und mag dies auch der
Hauptgrund der Seltenheit zu sein.
Cynthia Arsinoe. Taf. VII, Fig. 9 und 10. Diese Art
kommt in Neu-Guinea vor und zwar fand sie Herr Wahnes
in Finsch-Hafen, als auch in der Astrolabe-Bai, doch immer
nur einzeln. Die Raupe ist schwarz-weiss punktirt. Die
gebogenen Dornen sind mit kleinen Stacheln unregelmässig
besetzt. Die Stigmen liegen in weissen Flecken, weiss sind
auch der Einschnitt hinter dem Kopfe und eine Linie an der
Afterklappe. Die Puppe ist eintönig graubraun mit mehreren
Goldflecken, sie ist recht lebhaft.
Hypolimnas Alimena. var. Salomonis. Taf. VIII, Fig. 1
und 2. Ich erhielt die Raupen dieser Art in Anzahl von den
Eingeborenen gebracht und zwar immer nestweise zusammen.
Das Thier machte ganz den Eindruck einer Vanessa-Art, war
lebhaft und gab bei Berührung einen grünen Saft von sich.
Die Futterpflanze ist ein auf den Salomonen überall stehender
248 Carl Ribbe.
strauchartiger Baum mit grossen, rauhen Blättern. Die
Puppenruhe ist eine kurze: 10—13 Tage. Leider sind die
meisten Raupen gestochen, von 100 Stück erhält man kaum
15 Falter.
Cyrestis Fratercula. Taf. VII, Fig. 11. Die Puppe dieser
Art wurde mir in Mioko mehrere Male von den Eingeborenen
gebracht.
Zeuzera Bubo. Taf. VIII, Fig. 5, 6, 7. Raupen und
Puppen dieser Art wurden mir mehrfach von den Eingeborenen
auf Neu-Lauenburg gebracht. Die Raupe, ein schwerfälliges,
madenartiges Thier, lebt in lebenden, weichholzigen Bäumen
und ist nicht selten. Die Bäume werden meistens von den
Thieren zerstört. Es gelang mir nicht, aus Raupen die Puppen
in der Gefangenschaft zu erlangen, da die abgeschnittenen
Holzstücke schnell trocken wurden und die Thiere dann starben.
Meist wählt die Raupe armstarke Bäume zu ihrem Aufenthalt
aus. An der Stelle, wo sie sitzt, bildet sich ein Auswuchs,
wodurch man auf ihr Vorhandensein sehr gut aufmerksam
gemacht wird. Ringsherum ist sie umgeben von braun-
schwarzem Mulm. Im jungem Zustande ist sie rosaweiss
gefärbt, wohingegen sie im erwachsenen gelblichweiss ist.
Die Puppe ist umgeben von einem festen, zähen, dichten
Gespinst, welches innen glatt ist; natürlich geschieht die
Verpuppung in dem Stamme, nachdem die Raupe ein Schlupf-
loch für den Falter ausgearbeitet hat. Die Puppenruhe ist
gegen 3 Wochen lang. Der Falter schlüpft des Nachts aus.
Calogramma Festiva. Taf. VIII, Fig. 3, 4. Von dieser
‚schönen Eule erbielt ich die Raupen in grosser Anzahl von
den Miokesen. Sie lebt colonieweise in den saftigen Tarro-
stengeln. Es ist ganz erstaunlich, welchen Grad von Feuchtig-
keit diese Raupen ertragen können; oft wurden sie mir so
gebracht, dass sie in flüssigem Kothe wirklich schwammen,
das behinderte sie jedoch nicht, sondern schien sehr zu ihrem
Behagen beizutragen, denn sie frassen die in die Büchse
reingeworfenen Stengel und verpuppten sich sehr gut. Die
Puppenruhe ist 14 Tage lang. Die Raupe macht für die
Puppe kein Gespinst, sondern verpuppt sich an der Erde oder
in den Blättern.
if
eK ee ES,
Die Raupe von Sesia Bibioniformis Esp.
Von
Ferdinand Tomala in Budapest.
Wie mir mein auf entomologischem Gebiete durch seine
zahlreichen ausgezeichneten Arbeiten bekannter Freund, Herr
Otto Bohatsch in Wien, mittheilt, ist hinsichtlich der Biologie
dieser Sesia bisher noch keine Veröffentlichung erschienen,
und ich sehe mich hierdurch veranlasst, dem Wunsche mehrerer
meiner Freunde nachzukommen und jene Beobachtungen zu
veröffentlichen, welche ich an, im verflossenen Sommer 1896
in der Gegend von Keeskemet im Freien gefundenen, später
von mir in grösserer Anzahl eingesammelten Raupen, aus
welchen ich zahlreiche Falter erzogen habe, anzustellen Ge-
legenheit hatte.
Vor Allem muss ich bemerken, dass diese biologische
Skizze auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben kann,
weil ja die Entwickelung aus dem Ei, sowie die einzelnen
Entwickelungsstadien der Raupe von mir noch nicht beobachtet
werden konnten. Auch dürften einzelne meiner Beobachtungen,
strenge genommen, nur auf die Lebensweise der von mir in
sandigem Terrain gefundenen Raupen Geltung haben, weil ich
bei jenen Raupen dieser Sesia, welche ich später vereinzelt
in den Steinbrüchen von Bekäsmegyer nächst Aquincum (bei
Altofen) fand, schon mancherlei Abweichungen constatiren
konnte, welche darauf schliessen lassen, dass die Lebensweise
dieser in der Wurzel verborgen lebenden Raupe durch
mancherlei locale Verhältnisse beeinflusst werden mag.
Im März d. J. fand ich zuerst in der Nähe der Stadt
Keeskemet auf gänzlich uneultivirtem flugsandigem Terrain,
welches zum Theile als Sandgrube ausgenützt wird, in der
Wurzel der in den Niederungen Ungarn’s sehr verbreiteten,
aber auch anderen Orts nicht seltenen Euphorbia
Gerandiana nebst den Käfer-Larven von Stenopterus
Rufus L. und Oberea Erythrocephala Fabr., die später
die Falter von Sesia Bibioniformis ergebenden Raupen
17
250 Ferdinand Tomala:
und zwar in allen Grössen, von ganz kleinen, kaum. einige
Millimeter messenden Exemplaren angefangen, bis zur voll-
kommen ausgewachsenen, verpuppungsreifen Raupe.
Mitte December d. J. fand ich auf demselben Terrain
die Raupen in ganz gleichen Entwickelungsstadien, sowohl
ganz kleine als auch zahlreiche völlig entwickelte, und ist es
nicht unmöglich, dass, wenn auch nicht alle, so doch eine
Anzahl Raupen wahrscheinlich zweimal überwintern, wie dies
ja auch bei anderen Sesien vorzukommen pflegt. Für diese
Ansicht spricht auch, dass jene Wurzelstöcke, in welchen sich
bereits vollkommen entwickelte Raupen vorfanden, aus welchen
im darauf folgenden Sommer der Falter schlüpft, schon derart
zerstört sind, dass die Pflanzen in diesem Sommer nicht mehr
grünen oder nur sehr selten schwach austreiben und im Früh-
jahr vollkommen abgestorben erscheinen. Die reifen Raupen
müssen daher vorzugsweise in den Wurzeln der abgestorbenen
Euphorbienstöcke gesucht werden. Im trockenen Sande geht
die Raupe oft bis in die äusserste Wurzelspitze hinab und
liegt dann nicht selten 30—35 Centimeter, auch wohl tiefer,
unter der Oberfläche des Sandes. Will man die erwachsene
Raupe im Frühjahr (März) einsammeln, dann genügt es nicht,
die Euphorbien auszureissen, denn die zerfressenen langen,
tief im Sande steckenden Hauptwurzeln reissen gewöhnlich
ab und die erwachsenen Raupen bleiben in den Wurzelenden
zurück. Es müssen vielmehr die ganzen Pflanzen sammt
diesen meistens in Wurmmulen verwandelten Wurzelenden
vorsichtig ausgegraben werden.
Der Habitus der Raupe stimmt mit dem der übrigen
Sesien-Raupen völlig überein; der Kopf zeigt jedoch charac-
teristische Merkmale. Die Kinnladen (mandibula) sind ge-
drungen, kastanienbraun, an der Basis und an der Spitze tief-
schwarz, von vorn gesehen mit 4—5 bogig einwärts gekrümmten
Zähnen, deren erster kleiner, die übrigen aber gradatim grösser
sind. Die Oberlippe -(labrum) ist an beiden Seiten rothbraun,
in der Mitte schmutzig weiss. Das Kopfschild (elypeus)
bildet ein gedehntes Dreieck, ist durchsichtig rothbraun, mit
dunkelbraunem Saum, an dessen Äusserer Seite eine scharfe
weisse Linie hinzieht.
In der Halseinbiegung liegt ein dreieckiger kleiner
Chitinfleck. Die Augen sind schwarz, gerundet. Die Seiten-
theile des Kopfes sowie: die Basis der Mandibula sind dichter,
die Stirngegend (frons) weniger behaart. Auf dem ersten
Rumpfsegment ist ein oberseits chitinisirtes, bräunliches Schild
Die Raupe von Sesia Bibioniformis. 251
‚des Obertheils, in der Form eines Siegelringes, sichtbar. An
‚den Brust- und Bauchsegmenten ist an beiden Seiten des
‚durchscheinenden Rückengefässes je eine auf einer kleinen
Warze sitzende Borste sichtbar. Oberhalb der Stigmen be-
finden sich 4—5 kleinere und grössere Chitinwarzen, von
welchen in der Regel zwei mit je einer Borste bewaffnet sind.
Das Endsegment ist stärker behaart. Der Leib ist schmutzig
geelblichweiss, die Füsse schwärzlich. Die Grösse variirt sehr,
ebenso die des Falters.. Die aus schwächeren Wurzeln er-
haltenen sind kleiner als die aus stärkeren Wurzelstöcken,
wahrscheinlich weil erstere weniger gut genährt sınd. Die
im März gefundenen kleinen und allerkleinsten Raupen wurden
meist in der Wurzelkrone angetroffen, wo sie ihre Gänge
nach abwärts in die stärkeren Wurzelausläufer fressen. Die
bereits im Spätherbste völlig ausgebildeten Raupen, von welchen
ich annehme, dass sie das zweite Mal überwintern, scheinen
bis zu ihrer Verpuppung weder im Winter noch das darauf
folgende Frühjahr etwas zu fressen und sich nur auf die Vor-
bereitungen für die Verpuppung zu beschränken. Im April
kommt die Raupe in ihrem ausgefressenen Gange in die
Wurzelkrone nach aufwärts. Der Gang wird an seinem oberen
Ende zum Theile ausgesponnen. Es fanden sich auch aus
Frassstücken und Sandkörnchen zusammengesponnene kleine
Schläuche vor, welche von im Sande verwehten, also tiefer
liegenden Wurzelkronen gegen die Oberfläche des Sandes
herausgeführt und am oberen Ende zugesponnen waren.
Durch diese Endverschlüsse, welche zuweilen etwas über die
Erdoberfläche oder aber über die abgebrochenen Stengelenden
herausragten und den Zweck haben dürften, das Eindringen
des feinkörnigen Sandes und des Wassers abzuhalten, schlüpfen
die Falter von Ende Mai bis Mitte August aus, grösstentheils
‚aber im Juli. Das Ausschlüpfen erfolgt im hellen Sonnen-
schein in den Vormittagsstunden. Der Falter ist in wenigen
Minuten flugfertig und sucht aus dem Zuchtbehälter unruhig
nach einem Ausweg, so dass er sehr bald verflogen ist. Ich
‘habe Ursache, anzunehmen, dass die Raupe und wohl auch
die Puppe dieser Sesia, die ziemlich beweglich ist, ähnlich
wie dies die Psychiden in ihrem Sacke thun, in dem ausge-
‚sponnenen Schlauche sich auf und ab bewegen und zwar je
nach der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgrade, welche im
Erdreiche herrschen. Hatte ich nämlich bei meinem Zucht-
versuche die trocken gewordene Sandschicht begossen, so fand
ich die Raupen öfter im oberen Schlauchende, offenbar um der
17*
252 Ferdinand Tomala.
zu grossen Feuchtigkeit zu entgehen, wogegen sie bei Hitze,
verbunden mit grosser Trockenheit, wie dies ja auf unserer
Puszta sehr häufig vorkommt, sich möglichst tief unter die
Oberfläche, wo sich noch einige Feuchtigkeit vorfand,
zurückzogen.
Ausser der genannten Art habe ich heuer noch die
nachstehenden Sesien gezogen:
Sesia Stelidiformis, Formiecaeformis, Asiliformis,
Cepbiformis, Triannuliformis, Empiformis und vor zwei
Jahren auch Astatiformis.
Gelegentlich werde ich auch auf die Zucht dieser Arten
zurückkommen. Die drei ersteren habe ich in Anzahl von
je 80 bis über 100 Falter erzogen und bei Stelidiformis Copula
und Eiablage beobachtet. Cephiformis fand ich m
Bolassa-Gyarmath in Evonymus-Stauden, aber es waren die
meisten Raupen infolge zu reichlicher Saftentwickelung inner-
halb der Zweige bereits zu Grunde gegangen, als ich sie auffand.
Die Raupen von Sesia Formicaeformis fand ich
im März d. J. völlig erwachsen in zwei gänzlich verkrüppelten
und vielfach zerbrochenen Weidenbüschen, welche an einem
Friedhofgraben ebenfalls in nächster Nähe der Stadt Keeskemeät
standen und zwar sowohl im Stamme als auch in den Zweigen
etwa 80—90 Exemplare, - welche von Ende Mai bis Anfang
August, hauptsächlich aber im Monat Juni den Falter ergaben.
Aus den Stämmchen dieser Weiden erhielt ich gleichzeitig
auch einige schön entwiekelte Sciapteron Tabani-
forme Rott.
Es ist zu bemerken, dass an diesen Weiden — sowohl
dem Stamme als auch den Zweigen — keinerlei wie immer
geartete Anschwellung zu sehen war. Das einzige Merkmal
war blos der Wurmkoth, der an den Bohrlöchern zum Vor-
schein kam. Ich habe, um dies nachweisen zu können, die
Aestchen und Stämme mit den daraus hervorragenden Puppen-
hülsen aufbewahrt.
Beitrag
zur
Naturgeschichte von Anaitis Paludata Thnbg.
Von
C. Sommer in Görlitz.
Das grosse Waldgebiet zwischen der Neisse im Westen und
grosser Zschirne im Osten, zwischen Sänitz, Freiwaldau, Neu-
haus im Norden und Penzig, Rothwasser, Heidewaldau im Süden
wird zum grössten Theile durch den etwa 30000 Hectar grosse
Görlitzer Stadtforst, die sogenannte Görlitzer Heide, ausgefüllt.
Diese Heide ist keine völlige Ebene, sondern wird bei einer
:allmählichen Abdachung von Süd nach Nord von etwa durch-
‚schnittlich 200 m auf 140 m namentlich im Süden und Norden
von mehreren, das Durchschnittsniveau nicht unbeträchtlich
überragenden Höhenzügen durchquert. Die süd-nördliche
Abdachung des Gebietes giebt naturgemäss den zahlreichen
Quellbächen im allgemeinen eine süd-nördliche Richtung; die
in west-östlicher Richtung verlaufenden zahlreichen Boden-
wellen, ehemalige Dünen, hindern aber vielfach den freien
Abfluss des Gewässers und stauen dasselbe zu grösseren und
kleineren Sümpfen und Teichen auf. Ein Theil derselben ist
entwässert und in Cultur genommen, andere sind im Verlaufe
der Zeiten völlig vertorft, ‚bei anderen ist der Vertorfungs-
process noch nicht so weit vorgeschritten, bei anderen erst
(durch mehr oder minder ausgedehnte Schaukelmoorbildung ein-
geleitet, während wieder andere, namentlich die künstlich
angelegten, einen fast noch freien Wasserspiegel zeigen.
Diese zahlreichen und ausgedehnten Torfmoore in ihren
verschiedenen Entwickelungsstadien, die umfangreichen Torf-
wiesen sind es nun, welche der Görlitzer Heide ihr besonderes
botanisches und entomologisches Gepräge geben. Längst war
ihr Reichthum an interessanten Vorkommnissen bekannt, und
haben namentlich die Botaniker die Kenntniss der Heide
‚ausserordentlich gefördert. Das Gleiche lässt sich nicht von
den Entomologen sagen; die Insektenwelt des Gebietes bedarf
noch einer gründlichen, planmässigen Erforschung, die aller-
dings an die Zeit der Beobachter beträchtliche Anforderungen
954 C. Sommer:
ud
stellt, da die üblichen Tagesexcursionen, die wohl alle bedeuten-
deren Sammler der Lausitz und viele Schlesiens in ihr unter-
nommen haben, nur die leicht zugänglichen Theile der Heide-
einigermassen erschliessen. Selbst die bevorzugte Ordnung
der Schmetterlinge ist noch ungenügend bekannt, sodass jedes.
Jahr in ihr nicht nur die Kenntniss der Jlausitzischen.
Lepidopteren-Fauna erweitert, sondern auch solche Arten auf-
finden lässt, die bisher in Mitteldeutschland unbekannt waren.
Schon jetzt steht soviel fest, dass die Moore der Görlitzer
Heide denen der norddeutschen Seenplatten faunistisch nahe:
stehen. Auf die vielen interessanten Arten des (rebietes habe
ich an anderer Stelle (Abhandl. d. naturf. Gesellsch. zu Görlitz
XXI, 37—78 und 252 und XXI, 1 und folg.) aufmerksam
gemacht; hier will ich nur auf den höchst interessanten Fang
von Anaitis Paludata Thnbg. var. Imbutata Hb. hinweisen,
der die Veranlassung zu diesen Zeilen giebt.
Unweit des Dorfes Kohlfurt erstreckt sich eine mehrere:
Hectar grosse torfige, nur unter günstigen Wasserverhältnissen
betretbare Wiese, auf deren Sphagnum-Decke Herr Dr. von
Rabenau folgende, die Localität characterisirende Pflanzen
2. 7. 97 sammelte und freundlichst bestimmte: Scheuchzeria
palustris L.; Carex stellulata Good; Goodenoughii Gay;
riparia Curt.; Rhynchospora alba Vahl., fusca R. et Sch.;
Juncus leersii Marsson; Eriophorum angustifolium Roth.; Viola
palustris L.; Drosera intermedia Hayne; Epilobium palustris
L.; Vaeccinium oxycoccos L.; Comarum palustris L.;
Andromeda polifolia L.; Menyanthes trifoliata L.; Pedicularis
palustris L.
Wenige Tage vorher, 29. 6. 97, hatte ich an der bezeich-
neten Stelle bei ziemlich heftigem Winde nicht selten einen
Spanner in lebhaftem Fluge beobachtet, dessen Fang wegen
des Windes und der ungünstigen Bodenverhältnisse erst nach
längeren Mühen gelang. Zu meiner grössten Ueberraschung
war das erbeutete Thier eine zweifellose Anaitis Paludata
Thnbg. v. Imbutata Hb. Nach mehrstündiger Jagd hatte ich
20 Stück, vorwiegend 3 5, erbeutet. Wenige Tage darauf
suchte ich den Fundort unter günstigen Windverhältnissen.
wieder auf, und nun gelang es mir, eine grössere Anzahl leider
z. Th. schon verflogener Exemplare zu sammeln. Vor allem aber
war es möglich, das Thier in Ruhe im Leben zu beobachten.
Imbutata ist wie alle mir in der Natur bekannten Anaitis-
Arten ein lebhaftes Thier, das am Tage im allgemeinen nicht
freiwillig fliegt, aber selbst bei vorsichtigster Annäherung
Beitrag zur Naturgeschichte von Anaitis Paludata. 255
leicht flüchtig wird. Mit besonderer Vorliebe sitzen die 88
an Carex- und Juncus-Halmen und lassen sich in der für
Anaitis characteristischen Stellung, den Kopf nach unten, vom
leichten Winde hin und her schaukeln, wobei sie sich durch
Auf- und Zuschlagen der Flügel im Gleichgewicht zu halten
suchen. In dieser Stellung gewähren die auf der Unterseite
lackroth überzogenen, bunt gefärbten Thiere einen prächtigen
Anblick und sind auf ziemlich weite Strecken sichtbar. Bei
heftigem Winde lassen sich die 85 hin und her treiben und
sind ausserordentlich flüchtig; nur selten verbergen sie sich
in den dichten Carex-Büschen. Die viel selteneren 22 sassen
dagegen meist auf den von Vaece. oxyc. übersponnenen
Sphaenumpolstern, voraussichtlich um Eier abzulegen. Das
Verhältniss der Geschlechter war etwa so, dass auf 5 88
2 22 kamen.
Die auf Vace. oxyc. lebende Raupe und die Puppe hat
Freyer Taf. 659, Fig. i nach Zeichnungen von ©. Plötz und
einer in Spiritus aufbewahrten Raupe abgebildet ; auch Wilde
beschreibt (Die Pflanzen und Raupen Deutschlands II, 423)
die ersten Stände der Art, ebenso Hofmann (Die Grossschm.
Europas S. 162). Eine sehr ausführliche Beschreibung der
Raupe und ihrer Zucht aus dem Ei giebt I. Hellins (The
Entomol. Monthl. Magaz. IX, 92); er beschreibt auch das bis
dahin unbekannte Ei, doch dürfte eine genauere, ergänzende
Beschreibung desselben nicht überflüssig sein. Das über-
winternde Ei hat eine länglich-ellipsoidische Gestalt und nimmt
nach beiden Enden gleichmässig ab. Die Farbe ist anfangs
milchweiss, später gelblich mit schwachem Fettglanz. Die
Oberfläche ist völlıg glatt, an der Anheftungsstelle schwach
abgeplattet. Länge : Breite wie 5:3, Länge 0, mm. Die
Farbe desselben ändert sich vor dem Ausschlüpfen nicht. Die
Vermehrung scheint nach der Anzahl von Eiern, die mir zwei
eingesetzte 2% ergaben, eine starke zu sein.
Eine zweite, wenn auch unvollständige Generation habe
ich auf zwei Ende August und Anfang September nach dem
Fundorte unternommenen Excursionen nicht beobachtet.
Von der zuerst beschriebenen, hochnordischen Paludata
Thnbg. sind bisher als Varietäten (Localformen) abgetrennt:
v.Imbutata Hb. und v. Öbscurata Schöyen. Neben diese
Formen tritt eine dritte ausgesprochene Rasse, die ich im
vorigen Jahre aus Labrador erhielt und schon früher in der
Wiesenhütter’schen Sammlung von demselben Fundorte sah.
Herr Dr. Staudinger hatte nun die Güte, mir für diese Arbeit
256 . €. Sommer:
5 Labradorstücke aus der Möschler’schen Sammlung mit der
Bezeichnung Labradoriensis zur Ansicht zu überlassen mit der
ausdrücklichen Erlaubniss, diese Form zu beschreiben, was ich
unter dem Namen Labradoriensis in dem Folgenden thue.
Schon Christoph (Stett. entom. Zeit. 19,313) bezeichnete
die Labradorstücke als kleiner und weniger scharf gezeichnet,
gab ihnen aber keinen besonderen Namen, während Möschler
nur ihre Veränderlichkeit hervorhebt.
Bei der ungewöhnlich grossen individuellen und localen
Veränderlichkeit von Paludata scheint es mir nothwendig,
ihre Rassen möglichst deutlich festzustellen.
So verschieden auch bei den 52 mir vorliegenden
Imbutata-Stücken aus den verschiedensten (Gregenden Europas
(Petersburg, Estland, Preussen, Mecklenburg, ‚Jütland, England,
Dovrefjeld, Oberharz, Kohlfurt, Oberengadin) die Färbung und
die Zeichnung ist, so ist doch die mit weiss stark gemischte
aschgraue Grundfärbung der Vdfl. constant, sodass der
Färbungsunterschied nur auf der mehr oder minder starken
Beimengung von röthlichem Braun beruht. Ferner sind bei
reinen Ex. die beiden bisweilen zusammenfliessenden Quer-
bänder stets deutlich und scharf, das 2. ist nach dem Aussen-
rande zu durch eine stark gezackte, scharfe, weiss eingefasste
Linie begrenzt; die weissliche Einfassung ist auch bei der
1. Binde wurzelwärts meist recht deutlich. Die Fransen der
Vafl. sind namentlich auf der Unterseite sehr deutlich abwech-
selnd weiss und grau gefleckt; bei den Htfln. ist die Fleckung
namentlich auf der Oberseite weniger scharf. Die mehr oder
minder intensiv lackroth übergossene Unterseite zeigt die
Bogenlinie meist scharf, während die Mittelpunkte bisweilen
undeutlich sind. Das ganze Thier ist lebhaft bunt gefärbt
und scharf gezeichnet. In der Grösse ist Imbutata veränder-
lich, ohne dass die Loealität hierauf einen Einfluss zu haben
scheint, da meine zahlreichen Kohlfurter Stücke unter sich
dieselben Grössenunterschiede zeigen wie die von anderen
Fundorten.
Die Stammform Paludata unterscheidet sich auf den
ersten Blick durch die gleichmässige, mehr oder minder 'blau-
graue Grundfarbe der Vdfl., durch die undeutlichen, oft nur
am Vorderrande schärferen Querbinden. Von diesen sind
meist nur die äusseren Begrenzungslinien übrig geblieben und
zwar bei den 5& sehr schwach angedeutet, bei den mir vor-
liegenden 22 aus Finmarken dagegen scharf ausgeprägt, so
dass sie ein von der Grundfarbe nicht abstechendes Mittelfeld
Pers
Beitrag zur Naturgeschichte von Anaitis Paludata. 2357
deutlich einschliessen. Die weisse Begrenzung desselben ist
bei den 53 kaum angedeutet, bei den 2% scharf. Die
Fleckung der Fransen ist viel undeutlicher als bei Imbutata,
die Unterseite trübgrauroth, die Bogenlinie meist kaum an-
gedeutet, die Mittelflecke, wenn vorhanden, schwach. In der
Grösse stimmen beide Formen überein.
Die von Schöyen (Entom. Tidskr. 1881, S. 122, 8 Taf. I,
Fig. 5) aufgestellte Rasse Obscurata kann ich nur nach der
Abbildung beurtheilen. Schöyen stellte sieaufnach 3 Exemplaren,
die er aus Südvaranger von Sandberg erhielt. Sie zeichnet
sich nach ihm durch die „stark verdunkelte, eintönig blaugraue
Farbe und das totale (oder wenigstens fast totale) Schwinden
des röthlichen Vorderflügelfleckes* vor den „gewöhnlichen
hellgrauen und mattgezeichneten, finmärkischen Paludata-
Exemplaren“ aus. Die Zeichnung ist nach der Abbildung
viel schärfer als bei allen mir bekannten Paludata-Stücken,
die Querbänder fliessen vor dem Innenrande, wie oft bei
Imbutata, zusammen, so dass Obscurata der Färbung nach
Paludata, der Zeichnung nach Imbutata nahe zu stehen scheint.
Dieser theilweise Rückschlag von Obscurata in die südlichere
Imbutata überrascht trotz der arctischen Lage von Südvaranger
nicht, da nach Petersen (Die Lepid.-Fauna des arctischen
Gebiets von Europa und die Eiszeit, S. 41. Sparre Schneider)
der Einfluss des Golfstromes sich hier so geltend macht, dass
die dortige Fauna viele relativ südliche Vorkommnisse zeigt.
Ob Obseurata eine schon ausgebildete Localform (Varietät) ist,
muss nach Schöyen’s eigenen Angaben bezweifelt werden, da
die Art zwar auf einem Moore bei Kirkenaes, soweit Sandberg
beobachtet hat, allein vorkommt, andererseits aber wenige
Stunden entfernt mit Paludata gemischt fliegt.
Von Labradoriensis habe ich 3 58 und 3 ?% vor mir,
die in der Färbung und Zeichnung unter sich wesentlich
abweichen ; constant und unterscheidend aber ist die jeder weiss-
lichen Beimischung entbehrende staubgraue Grundfärbung der
Vafl. und vor allem die ganz andere Form derselben. Während
Paludata und Imbutata in Folge des nach aussen geschwungenen
Aussenrandes breite Vdfl. besitzen, bildet bei Labradoriensis
der Aussenrand einen ziemlich spitzen Winkel mit dem Vorder-
rand, wodurch eine auffallende Verschmälerung der Val.
bewirkt wird. Die Querbänder sind ziemlich deutlich, bei
einem 2 zusammenfliessend, die weisse Begrenzung derselben
ist bei 4 Ex. nicht sichtbar, bei 2 Ex. nur am Vorderrand
angedeutet. Die gezackte Linie ist bei weitem nicht so scharf
958 C. Sommer:
als bei Imbutata. Die Fleckung der Fransen ist deutlich.
Bei 2 2% ist ein ziemlich starker, gleichmässiger, röthlicher
Anflug der Vdfl. zu bemerken. Die trübbraunrothe Unterseite
zeigt die Bogenlinie und die Mittelpunkte meist recht dentlich.
Die Grösse ist wesentlich geringer als die der anderen Formen.
Es ıst daher Labradoriensis eine kleinere, unansehnliche,
schwach gezeichnete, staubgraue, bisweilen röthlichgraue, der
weisslichen Beimengung gänzlich entbehrende, spitzflügligere,
nur in Labrador vorkommende, der Imbutata näher als der
Paludata stehende Localform; sie fliegt in Labrador im Juli
ziemlich häufig auf Mooren; als specielle Fundorte sind mir
bekannt: Ockak (57° 35° n. Br.) und Rama (ce. 59° n. Br.).
Ueber die Labradorform vergl. Christoph (Stett. entom. Zeit.
19,313) und Möschler (Wiener entom. Monatsschr. IV., Heft 11).
Eine andere Zwischenform wird in der Beschreibung
der Reise nach Finmarken von Dr. Wocke und Dr. Staudinger
(Stett. entom. Zeit. 22,387) erwähnt: „Interessant sind Stücke
aus Bodö (14. 8.) und Fogstuen auf dem Dovrefjeld, die
gewissermassen eine Mittelstufe zwischen Paludata und
Sororiata (— Imbutata. Anm. d. Verf.) bilden.“ Die mir
vom Dovrefjeld vorliegenden Stücke stimmen aber mit Kohl-
furter Ex. derartig überein, dass ich bei der individuellen
Veränderlichkeit von Imbutata ihnen die Rechte einer beson-
deren Localform absprechen muss. Dasselbe dürfte von den
mir unbekannten Stücken aus Bodö gelten, da Prof. Hering
ein von dort stammendes Stück als Imbutata angesprochen
hat. (Petersen, die Lepid.-Fauna des aretischen Gebiets von
Europa und die Eiszeit, S. 117.)
Die Verbreitung von Paludata und ihren Rassen ist für
die Zoogeographie vom grossem Interesse; zunächst fällt es
auf, dass die Art an weit von einander entfernten Orten dreier
Erdtheile auftritt, und dann, dass ihr Vorkommen meist
ausserordentlich local ist. In den so gut durchforschten
Ostseeprovinzen findet sie sich meist nur an einem bestimmten
Punkte, ja sogar nur auf einem einzelnen Moore, während die
benachbarten sie nicht aufweisen: Ostpreussen — Proebbernau
(Gilgenburg); Westpreussen — Danzig (früher); Pommern —
Grambow bei Stettin; Mecklenburg — Tarzow; auch in Jüt-
land ist ihr Vorkommen auf wenige Heidemoore beschränkt.
Im arctischen Gebiet scheint sie weniger local zu sein.
Ich habe nun versucht, ein möglichst genaues Bild der
geographischen Verbreitung unserer Art zu entwerfen, um
daran einige Bemerkungen zu knüpfen. Dass die folgenden
Beitrag zur Naturgeschichte von Anaitis Paludata. 259-
Nachweise Lücken aufweisen, wird jeder durch die Schwierig-
keit erklären, die so überaus zerstreute Litteratur über ein
durch drei Erdtheile verbreitetes 'Thier zu sammeln. Auch
an dieser Stelle möchte ich Herrn Dr. Staudinger meinen
verbindlichsten Dank für die freundlichst gestattete Einsicht
in seine Bibliothek aussprechen.
Amurland:Nicolajewsk und Pokrofka(Staudinger,Deutsche
entom. Zeitschr. [Iris] X, 72).
Kentei-Gebirge (Staudinger, Deutsche entom. Zeitschr.
[Iris] V, 380).
Petersburg (Erschoff, Catal. Lep. agri Petrop., S. 12).
Russische Ostseeprovinzen (Nolcken, Arb. d. naturf. Ver.
zemıda N. Bl, 294, Teich 1.-@: VL.58):
Prov. Preussen (Grentzenberg, Schrift. d. physie.-Ööcon.
(sesell. z. Königsberg X, 114).
Pommern (Hering, Stett. entom. Zeit. 41, 318).
Mecklenburg (Schmidt, Archiv f. Freunde d. Naturg.
in Meckl. 33, 183).
Jütland und Dänemark (Bang-Haas, Fortegnelse over de
1. Danmark lev. Lep. S. 496).
Finland, Aslandsinseln, Scandinavien (Toppius, Finlands
Dendrometr. S. 277); Sven Lampa, Förteckning öfver Scand.
och Finlands Macrol. p. 104; Sparre Schneider, Enumeratio
inseet. Norveg. fasi. III, 94; Schögen, entom. Tidskr. 1881,
122; Dr. Wocke und Dr. Staudinger, Reise nach Finmarken,.
Stett. entom. Zeit. 22, 387).
Grossbritannien und Shetlandsinseln und Irland (Hoff-
mann, Stett. entom. Zeit. 45, 366; Jenner Weir, Entomol.
monthl. magaz. 1881; Birchall, the Lepidopt. of Irland, Separat-
abdruck aus der vorher genannten Zeitschrift 1876, S. 14).
Oberharz (Heinemann, die Schmett. Deutschl. u. der
Schweiz 1859, S. 718; Hoffmann, Stett. entom. Zeit. 45, 366;
Fischer, Beiträge zur Kenntniss der Macrolepidopteren-Fauna
der Grafschaft Werningerode, Theildruck aus „Schriften des
naturw. Vereins d. Harzes i. Werningerode“ 1886, S. 34).
Nordwest-Deutschland: fehlt nach Jordan (Die Schmetter-
lings-Fauna Nordwest-Deutschlands, S. 116) ganz speciell auch
auf den Mooren Ostfrieslands und der Lüneburger Heide.
Holland: fehlt nach Snellen (De vlinders van Nederland ete.
Belgien: fehlt nach Donckier de Donceel (Catalogue des
lepidopteres de Belgique), sodass der Harz in Europa die
Nordwestgrenze der Verbreitung der Art bildet.
In Mitteldeutschland ist mir nur Kohlfurt als Fundort
bekannt; in Süddeutschland findet sich die Art wahrscheinlich
bei Augsburg (Treitschke VI, 2, 86), sicher bei Kempten
(v. Kolb, Berichte des naturw. Ver. in Augsburg 27, 142)
und naeh Herrich-Schäffer im Allgäu, ferner bei Constanz
‚(Reutti, Beitr. z. rhein. Naturgesch. III, 132).
Die Verbreitung im Alpengebiete ist ebenfalls sehr local.
Aus dem eigentlichen Oesterreich ist mir kein Fundort bekannt;
Heinemann führt die Art von dort nicht an, dasselbe gilt von
Brittinger, Rothe und Mann in seinen zahlreichen faunistischen
Arbeiten, doch ist ihr Vorkommen auch in Oesterreieh sehr
wahrscheinlich. In dem zur Schweiz und Italien gehörigen
Alpengebiete fliegt die Art sehr local. (Frey, Die Lepidop-
teren der Schweiz S. 221; Killias, Jahresber. der naturf.
Gesellsch. Graubünd. 23/24 S. 129; Curo, saggio di un catal.
d. Lep. d’It. Geom. 47 u. briefliche Mittheilung). Auch vom
Jura (Chasseral) ist die Art bekannt (Frey, 1. e.).
Dass die Art in Frankreich vorkommt, erwähnt Herrich-
Schaeffer III, 164; da mir Berce, Faune entom. francaise,
trotz vieler Bemühungen nicht zugänglich war, so bin ich
über die dortige Verbreitung nicht unterrichtet; ich vermuthe
die Art in dem französischen Alpengebiet und vielleicht auch
in der Franche Comte. Kleinere französische Arbeiten, die
ich durchsah, führten die Art nicht auf.
Höchst interessant ist endlich das Vorkommen von
Imbutata in den Ausläufern des siebenbürgischen Grenz-
gebirges bei Naeyag (v. Caradja, deutsche entom. Zeitschr.
(Iris) IX, 85 und briefliche Mittheilung). _
Die beiden Fundorte in Labrador sind schon oben an-
geführt, ebenso die Litteraturnachweise, zu denen noch Packard,
View of the Lepidopterous Fauna of Labrador (Proc. Soc.
N. Boston T. XI. 1867, S. 43) hinzukomnit; dies Citat weist
aber nur auf die Arbeiten der vorher genannten hin. Island
und Grönland haben nach Dr. Staudinger die Art nicht; alle
Versuche, sie in Südeuropa, im Kaukasus und in Centralasien
litterarisch nachzuweisen, waren vergeblich.
Wie kann man sich nun die so merkwürdige Verbreitung
von Paludata erklären? Im Folgenden sei ein Versuch,
aber eben auch nur ein Versuch gemacht.
Das circumpolare Vorkommen von Paludata in den
nördlichen Gebieten dreier Erdtheile scheint auf einen polaren,
gemeinsamen Ursprung der Art hinzudeuten. Rechnet man
mit der Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit einer früheren
Landbrücke zwischen Europa und Amerika über Spitzbergen
Beitrag zur Naturgeschichte von Anaitis Paludata. 261
und Franz-Josefsland (Petersen, 1. c. 44), so steht der Möglich-
keit der Verbreitung unserer Art nach dem Norden der drei
Erdtheile kein Hinderniss entgegen. Das weitere, mehr süd-
liche, aber auch im allgemeinen alpine Auftreten von Paludata
in Europa lässt sich ungezwungen dadurch erklären, dass man
sie als ein Relict der Fauna der letzten Glacialzeit ansieht,
eine Annahme, die das hohe Alter der Nährpflanze Vaceinium
oxycoccos unterstützt. Dass zur Zeit der Vergletscherung
in Mitteleuropa noch eine genügende Anzahl von Vege-
tations-Oasen eisfrei blieb, dürfte jetzt allgemein als erwiesen
gelten (vergl. Drude, Wahnschaffe, Petersen u. A.), sodass sich
in diesen Vegetations-Oasen natürlich auch eine entsprechende
Thierwelt erhielt.
Zu diesen Ueberresten der Glacialfauna in Europa mag
nun auch die vor dem Inlandeise fliehende Paludata gehört
haben. Schwand dann in Folge einer hereinbrechenden
Wärmewelle das Inlandeis aus unseren Gegenden, und zogen
sich die Alpengletscher in die Gebirgsthäler zurück, so war
auch unsere Art gezwungen, neue, ihr zusagende Oertlich-
keiten aufzusuchen, die sie in ihrer alten nordischen Heimath
und im Alpengebiete Mitteleuropas fand. Hin und wieder
mag eine einzelne Localität, deren Moore mit unserer Art
gleichaltrig waren, ihr die nöthigen Lebensbedingungen gewährt
haben, wie dies wohl mit der Görlitzer Heide der Fall ist;
im allgemeinen aber boten erst die Moore der norddeutschen
Seenplatten der nordwärts wandernden Art eine dauernde
Heimath, wenn wir von dem Harze absehen, dessen Besiedelung
durch ein Nachrücken in verticaler Richtung zu erklären ist.
Wie ist nun aber das rein locale Auftreten der Art zu er-
klären? Ein Aussterben ist wohl an einzelnen Stellen möglich
gewesen; die von mir beobachtete sehr starke Vermehrung:
und die vielfach constatirte locale Häufigkeit von Paludata
sprechen aber nicht für eine aussterbende Art. Auch die
Cultur der Moore mag unsere Art oft vernichtet haben; aber
auch dieser Umstand scheint mir keine genügende Erklärung
für die erwähnte Thatsache zu geben; ich möchte das ganz.
locale Auftreten vou Paludata gerade mit dem hohen Alter
der Art begründen und vermuthe, dass die besiedelten Moore
eine andere Zusammensetzung haben, dass sie im allgemeinen
älter sind, als die unbewohnten; inwieweit meine Vermuthung
richtig ist, inwieweit vielleicht alle drei Umstände das locale
Vorkommen von Paludata erklären, mögen weitere Unter-
suchungen lehren.
262 C. Sommer.
Auf einen interessanten Punkt möchte ich noch hinweisen,
dass nämlich die neu aufgestellte Labradoriensis der
mitteleuropäischen Imbutata ganz wesentlich näher steht,
als der nordeuropäisch-asiatischen Paludata. Hypothesen
möchte ich an diese Thatsache vorerst nieht knüpfen.
aa
———-
Zwerghafte Falter.
Von Eduard Schopfer in Dresden.
Eine Anzahl Schmetterlingsarten zeigen sehr bemerkens-
werthe Unterschiede in der Grösse.
In Folge dieser ständig vorkommenden Abweichungen
hat man Veranlassung genommen, behufs Feststellung der
Flügelspannung einer beliebigen Art, immer grosse Exemplare
zu verwenden. Ob nun eine derartige Feststellung als unbe-
dingt richtig gelten kann, möchte ich fast bezweifeln, weil
bekanntlich eine ganze Anzahl Falter in constant auftretenden
grossen und kleinen Formen angetroffen wird. Es wäre daher
wohl zu empfehlen, dass bei Feststellung der Flügelspannung,
die oft bei einer Art bis zu 50° abweicht, auch kleinere
Stücke berücksichtigt und die Angaben*) entsprechend ausge-
führt würden, etwa in der Weise, wie dies in der Üoleop-
terologie geschieht, so nämlich, dass man das Minimum und
Maximum der beobachteten Grössen angiebt (40—60 mm ete.).
Der Sammler schenkt auch den kleinsten in der Natur
vorkommenden Stücken seine Aufmerksamkeit, da dieselben
nicht nur ihrer Niedlichkeit wegen Beachtung verdienen,
sondern auch als wissenschaftliche Ergänzung für die Sammlung
von Werth sein dürften.
Derartige Wesen verdanken ihre dürftige Gestaltung
verschiedenen Ursachen ; entweder liegt mangelhafte Ernährung
vor, wie z. B. bei überwinternden Raupen, oder es ist auch
die Möglichkeit vorhanden, dass ungleichmässige Befruchtung
der Eier stattgefunden hat.
In den letzten zwei Jahren habe ich eine Reihe solcher
Zwerge in der Dresdner Gegend gesammelt, von denen ich
einige nachstehend verzeichne, indem ich vergleichsweise
grössere Stücke meiner Sammlung mit anführe und zwar
immer gleiche Geschlechter unter Berücksichtigung der
*) Bei allen meinen Beschreibungen habe ich stets die Minimal-
und Maximalgrösse der mir vorliegenden Stücke angegeben.
OÖ. Staudinger.
Zwerghafte Falter. 263
Generationen. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass die hier
behandelten Thiere sämmtlich im Freien aufgefunden worden
und Zuchtexemplare hierbei gänzlich ausgeschlossen sind.
Sowohl die Länge als die Breite der Vdfl. mussten an-
gegeben werden, um eine genaue Berechnung der Grössen-
differenzen zu ermöglichen.
Anth. Cardamines 3. Ein Stück aus Zitschewig
(17. 5. 96) misst 29 mm. Flügelbreite 9 mm. Als Vergleich
diene ein 5 aus dem Saubachthale (10. 5. 96), welcher 45 mm
spannt und eine Flügelbreite von 15 mm besitzt.
Herr Pastor Pfitzner in Sprottau erwähnt auf Seite 158
ds. Bandes ein Cardamines-? von 31 mm.
Pol. Phlaeas 5. Ein Exemplar aus Zitschewig (17. 5. 96)
zeigt eine Flügelspannung von 22 mm und eine Breite von
7 mm. Ein anderes $, drei Monate später an derselben
Stelle gefangen (17. 8. 96), besitzt dagegen eine Flügellänge
von 30 mm und eine Breite von 10 mm.
Hier handelt es sich offenbar um ständige, in zwei
Generationen erscheinende Formen. Ich habe stets beobachtet,
dass Phlaeas im Frühjahre kleiner ausfällt als im Sommer.
Lye. Argiolus ?. Ein am 3. 5. 97 in Zitschewig ge-
fangenes Weib zeigt eine Flügellänge von 25 mm, Breite 3 mm;
ein Weib aus der Dresdner Heide (21. 7. 96) misst dagegen
34 mm und hat 11 mm breite Vafl.
Auch bei dieser Art sind die im Frühling erscheinenden
Falter immer kleiner, die grösseren Stücke gehören meist der
Sommergeneration an.
Euch. Jacobaeae 5. Ein sehr kleines Exemplar aus
Zitschewig (12. 5. 95) hat eine Flügellänge von 3: mm, eine
Breite von 7 mm. Das Gegenstück, ebenfalls ein 5, aus der-
selben Gegend und an demselben Tage gefangen, als Länge
42 mm, als Breite 13 mm.
Porth. Chrysorrhova $%. Von. zwei Exemplaren aus
dem Dresdner Stadtgebiete zeigt das erste, am 1L-. 7. 97 ge-
funden, eine Flügellänge von 27 mm, eine Breite von 6 mm,
das zweite, am 5. 7. 95 gefangen, spannt 36 mm bei einer
Flügelbreite von 10 mm. Es ist mir erinnerlich, dass dies
Thier noch grösser vorkommen soll.
Wer mit Fleiss dem Köderfange obliegt, wird unter den
gewöhnlicheren Eulenarten den mannigfaltigsten Grössen-
verhältnissen begegnen. Um nicht zu ermüden, will ich
davon nur drei Beispiele anführen.
Agrotis Pronuba 5. Ein Dresdener Stück, am 19. 8. 97
264 Eduard Schopfer.
seködert, zeigt eine Flügellänge von 46 mm, eine Breite von
7 mm. Ein anderes Stück, am 27. 7. 97 an derselben Stelle
gefangen, welches bezüglich der Grösse als gewöhnliche Form
gelten mag, besitzt eine Flügelspannung von 58 mm, eine
Breite von 10 mm. Beide Formen sind an der Apfelschnur
mehr oder weniger ständige Gäste,
Mam. Dissimilis 9. Bei einem Exemplar aus Dresden
(6. 7. 97) weisen die Vdfl. eine Spannung von 30 mm und
eine Breite von 6 mm auf. Als Gegenstück gelte ein anderes 2
von gewöhnlicher Grösse und an gleichem Orte geködert
(2.8.97), welches 40 mm lange und 9 mm breite Vdil. besitzt.
Mam. Brassicae ?. Einen geradezu auffälligen Grössen-
unterschied zeigen zwei weibliche Stücke dieser Art. Das
eine, am 31. 7. 94 im Spitzgrunde geködert, hat eine Flügel-
spannung von nur 30 mm bei einer Breite von 7 mm, während
das Gegenstück aus Dresden (2. 8. 97) mit 48 mm langen
und 10 mm breiten Flügeln versehen ist. Stücke wie letzteres
Exemplar sind übrigens ganz gewöhnliche Erscheinungen, und
es dürfte diese Eule wohl noch grösser vorkommen.
Bis auf wenige Ausnahmen zeigen die Winter- und.
Sommergenerationen der Spanner Unterschiede in der Grösse
nicht vor; vielmehr sind Grössendifferenzen bei diesen Falter-
arten das ganze Jahr hindurch anzutreffen. Folgende Arten
mögen als Beispiel dienen.
Acid. Aversata ab. Spoliata $. Ein Stück aus der
Dresdner Heide (23. 7. 96) besitzt 21 mm lange und 6 mm
breite Vafl.,. während ein anderes 2 aus dem Stadtgebiete
(9. 7. 97) eine Flügelspannung von 28 mm und eine Breite
von 9 mm hat.
Boarm. Cinetaria $. Zwei weibliche Stücke, die ich
beide am 25. 5. 96 in Zitschewig an Baumstämmen sitzend
fand, sind auch bezüglich der Grösse sehr abweichend. Die
Vafl. des ersten sind 24 mm lang und 7 mm breit, während
diejenigen des zweiten eine Länge von 32 mm und eine Breite
‚von 11 mm haben.
Eine Menge Falterarten, die ebenso wie die oben er-
wähnten ständig in den verschiedensten Spannweiten vor-
kommen, könnten noch angeführt werden. Es ist daher wohl
erklärlich, dass genaue Maassangaben mehr als Nebensache
behandelt werden, obwohl bei einzelnen, einander ganz ähn-
lichen paläarktischen Schmetterlingen der Grössenunterschied
für die Bestimmung von grösster Wichtigkeit ist.
S--
TEEN LIED BRUT BEER
Vier neue Heteroceren aus Algerien
und Tunesien.
Von Dr. 0. Staudinger.
Argyrospila Striata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 4. Ein
frisches, nur an einzelnen Flügeltheilen etwas beschädigtes 5
‘wurde von Herrn Vauloger de Beaupre bei Chellala in der
Provinz Algier (wie ich glaube im Februar oder März v. J.)
gefangen. Grösse 28 mm; Vdfi. matt bkehtbraun mit 2 silber-
artig glänzenden weissen Längsstreifen, einem vorderen, nach
aussen gegabelten und einem hinteren (vor dem Innenrande
stehenden), in der Mitte bräunlich gestreiften. Atfl. in der
Basalhälfte schmutzigweiss, in der Aussenhälfte grau (schwärz-
lichgrau) mit weissen Fransen. Die Zeichnung der Vafl. ist
durch den Lichtdruck so genau wiedergegeben, dass eine
specielle Beschreibung derselben unnöthig ist; wahrscheinlich
werden die (nicht stark) silberartig glänzenden Streifen bei
anderen Stücken dieser Art etwas abändern.
Der vor dem Innenrande stehende breite, weisse Streifen,
mit einem dunklen Strich Grundfärbung im Innern, kann als
ein am Anfang und am Ende zusammengeflossener Doppel-
streifen angesehen werden. Der Innenrand selbst ist schmal
weiss. Die Grundfärbung der Vdfl. ist ein eigenthümliches
lichtes Graubraun, etwas dunkler als die der Argyr. Succinea
Esp., wo ich sie gelbbraun nennen würde, während die weissen
Fleckzeichnungen fast ebenso silberglänzend wie die Streif-
zeichnungen der Arg. Striata sind. Die weissen Streifen setzen
sich in den Basaltheil der bräunlichen Fransen fort, ohne dass
die letzteren, wie bei Arg. Succeinea, gescheckt sind. Die
Unterseite der Vdfl. ist glänzend schmutzig braungrau mit
verloschenem weissen Streifen vor dem Innenrande und weiss-
lichen Rippenenden im Aussenrandstheil. Die breite dunkle,
matt schwärzlichgraue (licht gemischte) Aussenhälfte der Htfl.
setzt sich nicht scharf von der grauweissen Basalhälfte ab;
die Unterseite der Htfl. ist fast ganz weiss, am Vorder- und
Aussenrande sehr gering grau bestreut.
18
266 Dr. O- Staudinger:
Der Thorax ist weisslich behaart, ganz gering bräunlich
angeflogen, besonders in der Mitte und nach hinten; die Haare
sind ziemlich glatt anliegend, etwas nach aufwärts gerichtet.
Der Kopf ist fast glatt anliegend, weiss behaart; die faden-
förmigen Fühler sind sehr kurz bewimpert; die etwas auf-
wärts gerichteten, kurzen, dünnen Palpen überragen die Stirn
nicht. Bei Arg. Suceinea sind die Palpen noch kürzer und
dünner, während sonst diese Arg. Striata mit ihr gleich ge-
bildete Fühler, Beine, Hinterleib und Flügel hat, deren
Färbung auch ähnlich, aber auf den Vdfln. gefleckt statt ge-
streift ist. Jedenfalls scheinen mir beide Arten ganz gut in
eine Gattung (Argyrospila H.-Sch.) vereint werden zu können.
Thalpochares Permixta Steger. n. sp. Taf. IV, Fig. 7.
Ein von Herrn Vauloger de Beaupr& bei Chellala in der Provinz
Algier gefangenes, fast ganz reines & gehört einer neuen
(unscheinbaren) Art an, die hinsichtlich der (verloschenen)
Zeichnungen die meiste Aehnlichkeit mit der (grösseren,
lichteren) Th. Siticulosa Ld. aus Syrien hat, während die
Färbung der Vdfl. fast wie die der dunklen Aussenhälfte der
Vdfi. der (etwas kleineren) Th. Paula Hb. ist. Grösse 18'/, mm;
Vefl. schmutzig grüngrau, stellenweise bräunlich gemischt
mit, (scharfer) weisser Querlinie hinter der Mitte und ver-
loschener lichter Zackenlinie vor dem Aussenrande, an deren
oberen Theil 2 schwarze Punkte (untereinander) stehen. Atfl.
(rechter) grau, dunkler bestreut mit verloschenen lichteren,
dunkler beschatteten Qwerlinien im Innenrandstheil. Auf
der eigenthümlich gefärbten, schmutzig grüngrauen Oberseite
der Vdfl. tritt besonders hinter der Mitte die weisse (fast
gerade) @Querlinie hervor, die unter dem Vorderrand (wo sie
ziemlich verloschen ist) einen spitzen Winkel nach aussen
macht. Sie ist nach innen matt bräunlich begrenzt, während
sie nach aussen durch einen sparsam schwärzlich bestreuten
Theil (verloschen bindenartig) eingefasst ist. Unmittelbar da-
hinter tritt wieder matt bräunliche Färbung auf, welche die
innere Begrenzung der nun folgenden verloschenen weisslichen
Zackenlinie bildet. Diese Zackenlinie, die auf dem Bilde
(fast) deutlicher als bei dem Thier selbst hervortritt, ist für
Th. Permixta besonders characteristisch; sie macht drei
stumpfe (wellenartige) Zacken nach aussen, ganz ähnlich wie
bei Th. Sitieulosa. Statt der kleinen, schwärzlichen Punkte,
die bei Sitieulosa fast überall hinter der weisslichen Zacken-
linie stehen (besonders hinter ihrer obersten Ausbiegung),
steht hier bei Permixta ein deutlicher schwarzer Punktfleck
Vier neue Heteroceren aus Algerien und Tunesien. 267
unter dem Vorderrande, unter dem auf dem rechten Valfl.
noch ein deutlicher kleinerer schwarzer Punkt steht, statt
dessen sind auf dem linken Vdfl. schwärzliche Schüppchen
vorhanden. Einzelne solche schwärzliche Schüppchen bemerkt
man auch in der untersten Einbiegung der weisslichen Zacken-
linie, dicht vor dem Innenrande. Der Apex ist fleckenartig
matt braun, vor den im Basaltheil weissen Fransen steht eine
verloschene, bräunliche Limballinie. Die Fransen, welche dicht
unter dem Apex ganz weiss bleiben, werden dann in ihrer
Aussenhälfte vorwiegend grau gemischt. Die Unterseite der
Vafl. ist schmutzig lichtgrau, am Innenrandstheil fast weiss-
grau; die Fransen, vor denen eine etwas dunklere Limballinie
steht, sind hier vorherrschend weisslich.
Wie schon der rechte Vafl. der vorliegenden Th. Permixta
etwas verschieden vom linken ist, so weicht noch weit mehr
der rechte, dumklere Htfl. von dem linken, lichteren ab. Da
beide fast volle Fransen haben, kann der linke nicht etwa
abgeflogen sein; ich nehme an, dass bei ihm eine aberrirende,
albinistische Färbung aufgetreten ist, wie .dies ähnlich so bei
einzelnen Stücken anderer Arten vorkommt. Der rechte Htfi.
ist besonders im Aussentheil breit schwärzlichgrau bestreut;
man erkennt darin eine sich vom Analwinkel nach innen
ziehende, sehr verloschene, etwas gezackte lichte Querlinie.
Diese Linie tritt auch im Innenrandstheil des linken Ht!flis.
ziemlich deutlich hervor, weil sie hier nach oben durch einen
dunklen, schwärzlichgrauen Flecken begrenzt wird. Vor der
Mitte des Innenrandes lässt sich auf beiden Flügeln eine
liehtere Querlinie (besser schmale Querbinde) erkennen, die
nach innen (oben) dunkler beschattet ist, rechts stärker als
links. Vor den Fransen, die in der Basalhälfte weiss, nach
aussen grau gemischt sind, steht eine dunklere Limballinie.
Auf der Unterseite sind die hier gleich gefärbten Htfl. licht
weissgrau, etwas dunkel bestreut; die Fransen sind wie auf
der Oberseite gefärbt.
Der etwas abzeriebene Thorax ist, wie der Kopf, bräun-
lichgrau gefärbt. Die Fühler sind dicht und kurz bewimpert,
anscheinend sind die an und für sich etwas diekeren Fühler
ein wenig länger bewimpert als bei Th. Paula. Die nach aufwärts
gerichteten, lichten, graubräunlichen Palpen sind (auch im
Verhältniss) länger als bei Paula; dasselbe ist bei den weiss-
lichen, theilweise bräunlich angeflogenen (durchschimmernden ?)
Beinen der Fall, wo besonders der innere Sporn des mittleren
Schienenpaares auffallend lang (wie auch bei Th. Sitieulosa) ist.
16*
263 Dr. O. Staudinger:
Der licht schmutziggraue Hinterleib ist etwa so schlank wie
bei Paula, der Afterbüschel scheint etwas länger zu sein.
Th. Permixta wird wohl am besten bei Siticulosa eingereiht,
mit der sie besonders die lichte Zackenlinie vor dem Aussen-
rande der Vdfl. gemein hat. Diese wie die für Permixta
speciell noch charakteristische weisse Querlinie der Vdil. treten
auf der Abbildung sehr gut hervor, während dieselbe sonst
manches zu wünschen übrig lässt, da bekanntlich braune und
gelbe Farben auf Photographien (zu) dunkel werden.
Thalpochares (?) (Eumegethes) Tenuis Stgr. n. sp.
Taf. IV, Fig. 6. Diese interessante, neue Art wurde gleich-
falls von Herrn Vauloger de Beaupr& entdeckt, der mir davon
zwei in den ersten Monaten des vorigen ‚Jahres bei Sfax, im
östlichen Tunesien, gefangene 85 einsandte. Das eine, ab-
gebildete, 21 mm grosse & ist fast ganz rein, während das
andere, 20 mm grosse & die Fransen zum grössten Theil ver-
loren hat. Da diese Art nicht nur einen (verhältnissmässig)
schlankeren (dünneren) Hinterleib, sondern auch etwas breitere,
anders geformte Flügel (mit anders gestellten Querzeichnungen
der Vafl.) als alle anderen mir bekannten Tbhalpochares-Arten
hat, so glaube ich, dass sie später aus dieser Gattung entfernt
werden muss, wie manche andere von Lederer in diese (von
ihm benannte) Gattung gesetzte Arten. Flügel auf der Ober-
seite glänzend weiss mit kleinen schwarzen Limbalpunkten ;
die Vdfl. mit fast gerader, brauner Querlinie hinter der Basis
und nach unten verloschener, bräunlicher Punktquerlinie vor
dem Aussenrande. Auf der schmutzigweissen (etwas dunkel
bestreuten) Unterseite tritt auf den Vdfln. nur die Ääussere
(Juerlinie unter dem Vorderrande deutlicher auf. während die
Htfl. hier eine (fast) vollständige Reihe dunkler Pünktchen
(Punktstriche) vo” dem Aussenrande sowie einen deutlichen
schwarzen Mittelpunkt (der auf den Vdfln. sehr klein vor-
handen ist) zeigen. Die Form der braunen Querzeichnungen
der Vdfl. sind auf der Abbildung genau wiedergegeben, nur
sind sie hier zu dunkel und erscheinen sie deshalb schärfer.
Ebenso ist der in Wirklichkeit nur schwach bräunlich ange-
flogene Apical-Aussenrandstheil auf dem rechten Vdfl. viel zu
dunkel, während die linke Flügelseite zu licht ist. Da die
Oberseite des rechten Htfls. auf dem Bilde auch eine äussere
Punktreihe schwach erkennen lässt, so muss die rechte Seite
des Thieres stärker dem Licht ausgesetzt sein, weil diese
Punktreihe auf der Oberseite nicht vorhanden ist, sondern
hier nur, bei gewisser Beleuchtung, die Punktreihe ‘der
.
#
Per
Vier neue Heteroceren aus Algerien und Tunesien. 269
Unterseite durchscheint. Die schmutziger weisse Unterseite
ist, besonders auf den Htfin., spärlich mit dunklen (sch wärz-
lichen) Schüppchen bestreut; vor den Fransen tritt hier, auf
allen Flügeln, eine ziemlich deutliche, bräunliche Limballinie
(in der die schwarzen Pünktchen stehen) auf, die auf der Ober-
seite fast ganz fehlt.
Der Thorax und der Kopf sind weiss; die schwach säge-
förmigen Fühler sind ziemlich lang, zweizeilig bewimpert;
wie mir scheint, länger als bei anderen Thalpochares- Arten.
Die dunklen Palpen überragen die Stirn nur wenig, sie sind,
auch im Verhältniss, kürzer und schlanker als die der be-
kannten Thalp. Respersa Hb. (Amoena Hb.) Die licht bräun-
lichgrau gefärbten Beine wie der (weissliche?, ölig gewordene)
Hinterleib sind sichtlich schlanker als bei anderen Thal-
pochares-Arten.
Sollte ein Systematiker es später nöthig finden, diese
Th. Tenuis in eine besondere Gattung zu setzen, so schlage
ich für dieselbe den Namen Eumegethes (die schlanke)
vor, welcher Name mir (merkwürdigerweise!) noch bis heute
nicht vergeben zu sein scheint. Ich bemerke schliesslich noch,
dass das 2. etwas abgeflogene, kleinere 3 dieser Art kaum
vom abgebildeten 8 abweicht, sowie dass auf der Abbildung die
dunklen, zwischen den Fühlern befindlichen Streifen nicht die
Palpen, sondern die dunklen Oberseiten der unten vorragenden
Schenkel der Vorderbeine sind.
Acidalina Stgr. n. gen. Decolor Stgr. n. sp. Taf. IV,
Fig. 5. Herr Vauloger de Beaupre fand ein ganz frisches 8
dieser neuen Art bei Chellala in der Provinz Algier. Sie
passt weder in die Gattung Acidalia noch Pellonia, weshalb
ich dafür die neue Gattung Acidalina aufstelle, die ich kurz
durch Folgendes charakterisire.
Mittelgrosse (27 mm grosse) Art mit recht breiten
Väfin., deren Aussenrand fast gerade verläuft (äusserst wenig
nach aussen gebogen ist), und deren Htfl. etwa in der Mitte
des Aussenrandes eine kaum merkliche, stumpfe Ausbiegung
(Ecke) machen. Alle Flügel zeichnungslos, beingelb. Das
(Geäder kann ich nicht genauer untersuchen; wenn eine An-
hangzelle der Vdfl. vorhanden ist, kann sie nur sehr kurz
(klein) sein; so weit ich dies mit meinen schlechten Augen
beurtheilen kann, scheint mir die Mittelzelle der Länge nach
durch eine Rippe (nicht durch eine Falte) getheilt zu sein.
Auf den Htfin. entspringen die Rippen 3 und 4, dicht aneinander,
270 Dr. ©. Staudinger.
‚aus der unteren Ecke der Mittelzelle, 6 und 7 ebenso dicht
aus deren oberen Ecke (sie sind also ungestielt).
Der Kopf ist glatt anliegend besehuppt, der Scheitel
scheint mir breiter als bei gleich grossen oder grösseren
Acidalia-Arten zu sein, weshalb die Fühler weiter von ein-
ander entspringen. Die schwach sägeförmigen Fühler sind
ziemlich lang und dicht, doppelzeilig bewimpert. Die Palpen
sind sehr klein (dünn und kurz), die Rollzunge ist schwach
aber ziemlich lang, spiralförmig (oder knäuelartig) aufgewickelt.
Die Vorderbeine sind lang, an den kurzen Schienen sitzt
nach innen ein kleiner, flachgedrückter Fortsatz, das erste
Tarsenglied scheint mir etwas länger als die 4 folgenden zu-
sammen zu sein. Das mittlere Beinpaar ist noch länger als
das vordere, am Ende der langen Schiene (länger als die
Tarsen) sitzt ein kurzes Spornpaar. Das hintere Beinpaar ist
kürzer als die anderen, die Schienen tragen am Ende ein
Spornpaar, das noch kürzer als das der Mittelschienen ist,
sie sind etwas länger als der Schenkel und fast so lang wie
die Tarsen. Der seitlich etwas zusammengedrückte (dünne)
Hinterleib hat einen kurzen Afterbüschel (etwa wie der bei
Acid. Remutaria Hb.).
Durch die obigen Angaben ist eine Beschreibung der in
allen ihren Theden Yast gleich, verloschen beingelb gefärbten
Acidalina Decolor fast unnöthig. Die Fransen sind etwas
gesättigter lehmgelb,; diese Färbung tritt auch schwach unter
dem hinteren Ende des Vorderrandes der Vdfl. (besonders des
linken) auf. Auf der Unterseite ist der ganze Apiecaltheil
der Vafl. lehmgelb angeflogen. Die äusserst kurzen Palpen
und die Stirn scheinen auch ein wenig gelblicher zu sein,
doch lässt sich dies nicht genau beurtheilen. Die Abbildung
giebt die Formen dieser eintönigen, interessanten Art genau
wieder; vor der Hand mag sie hinter Acidalia eingereiht
werden.
Neue Lepidopteren aus Palaestina.
Von
Dr. ©. Staudinger.
Idmais Phisadia God. (Arne Klug) var. Palaestinensis
Steger. Herr Bacher fing im December des vorigen Jahres eine
kleine Anzahl dieser Art bei Ain-Dschiddi (Eugeddi), an der
Westküste des Todten Meeres; einige weitere, auch frische,
damit übereinstimmende Stücke fing er in der 2. Hälfte des
Februar dieses Jahres beim Ghör el Säfie, am Südende des
Todten Meeres. Da diese Palaestina-Form etwas, wenn auch
nicht auffallend, von der typischen Idm. Phisadia von Süd-
- Arabien verschieden ist (nach einer grösseren Anzahl aus der
Umgebung von Aden erhaltenen Exemplaren zu urtheilen),
so verdient sie wohl als var. Palaestinensis davon getrennt
zu werden. Die 5& beider Formen sind auf der Oberseite
(fast) völlig gleich, während aber die typischen Phisadia auf
der Unterseite lebhaft gelb sind (nach Godart „jaune ver-
dätre“, nach Klug „dilute sulphureae“), sind sie bei v. Palae-
stinensis (mit Ausnahme des gelben Discus der Vdfl.) hier
schmutzig Zeht bräunlich (violettbraun), ähnlich wie die
Färbung der Unterseite der ? der typischen Phisadia. Diese
letzteren unterscheiden sich auf der Unterseite durch eine
deutlichere, im Aussentheil der Htfl. stehende, dunkle Zacken-
binde, die bei den beiden mir (allein) vorliegenden v. Palae-
stinensis-2 ® fast ganz verloschen ist. Auf der Oberseite
sind die Weibchen der var. Palaestinensis genau so gefärbt‘
(auch ebenso schwarz gezeichnet) wie die Männchen, auf den
Vdfin. matt rosaroth, auf den Htfln. weiss mit breitem,
schwarzem Aussenrand. Die Grundfärbung der Phisadia-? ?
ist meist auf beiden Flügeln schwefelgelb (matt gelb, wie
Klug das 2 abbildet), selten ist das Gelb auf den Vdfin. mehr
oder minder rosaroth angeflogen. Ein von Christoph am
23. October bei Aden gefangenes, recht abgeflogenes 2 ist
auf den Vdfln. orangefarben, auch das Gelb der Htfl. ist theil-
weise orangefarben angeflogen. Ob dies eine auffallende
272 Dr. ©. Staudinger:
Aberration ist, oder ob die im October bei Aden fliegenden
22 alle ähnlich gefärbt sind, lässt sich nach dem einen Stück
nicht beurtheilen. Bei Pieriden sind ja die Stücke verschiedener
Jahreszeiten häufig von einander verschieden; die im Februar
gefangenen 58 der var. Palaestinensis sind von den im
December gefangenen nicht verschieden; bei den letzteren
waren einige sehr kleine 55 (29 mm), aber auch ein 37 mm
grosses S, das grösser als die im Februar gefangenen 8 &
ist; im Februar gefangene 2% erhielt ich nicht.
Ich kenne die typische Idm. Phisadia lediglich aus der
Umgegend von Aden, Klug giebt Ambukohl (im nördlichen
Sudan, Unter-Aegypten gelegen) und Arabia deserta als Vater-
land dieser Art an (das @odart unbekannt war). Nach Kirby
(Synonymie Catalogue 1871, S. 499) soll sie auch am Senegal
und in Nord-Indien vorkommen, was ich beides bezweifeln
möchte; in Indien kommt eine recht ähnliche Art, Idm. Pro-
tractus, vor, die wahrscheinlich mit Phisadia verwechselt
wurde. Es ist jedenfalls sehr interessant, dass Phisadia so
weit nördlich bis zum Todten Meer vorkommt.
Herr Bacher fand noch eine zweite, bisher nicht im
paläarktischen Faunengebiet gefangene Idmais Ende Februar
d. J. beim Ghör el Säfie, am Südende des Todten Meeres,
nämlich Chrysonome Klug in einigen wenigen Stücken.
Diese stimmen mit 4 alten Stücken aus der Sommer’schen
Sammlung überein, von denen 2 als im Jahre 1825 von
Hemprich in Nubien gefangen, 2 als aus Arabien stammend
bezeichnet sind. Klug giebt „Ambukohl“ (also Nubien, Sudan),
Kirby Arabien als Vaterland an. Idm. Aurigeneus Butl. aus
Ost-Afrika dürfte vielleicht nur eine lokale, weit stärker (be-
sonders auf der Unterseite) gezeichnete Form von Chrysonome
Klug sein.
Hypopta (?) Jordana Stgr. n. sp. Taf. IX, Fig. 12.
Diese neue Art wurde von Herrn Bacher im Jordanthal, un -
weit des Todten Meeres, Ende Mai (wohl am Licht) gefangen ;
unter einer kleinen Anzahl mir gesandter, meist reiner Stücke,
befindet sich nur ein 2. Ich setze diese Art einstweilen
fraglich zur Gattung Hypopta Hb.; die von Hübner zu dieser
Gattung gestellten Arten (deren erste eine exotische ist) -
müssen später sicher in verschiedene Gattungen getheilt
werden. Die männlichen Fühler der Hyp. Jordana sind (sehr)
kurz doppelt kammförmig gezähnt, bei Hyp. Thrips sind sie
ähnlich, aber länger gezähnt, während sie bei Hyp. Caestrum
nur einfach gezähnt (mit kurzen Lamellen besetzt) sind.
> Neue Lepidopteren aus Palaestina. 273
Die Fühler der Endagria-Arten sind ähnlich doppelt kamm-
föormig gezähnt wie bei dieser Jordana, die deshalb auch zu
Endagria gesetzt werden könnte, zumal die (verloschenen)
Zeichnungen ihrer Vafl. etwas an die der (dunkleren) Endagria
Agilis Chr. erinnern, während sie von denen der Hyp. Caestrum
und noch mehr von denen der (auch anders bräunlich ge-
färbten) Hyp. Thrips weit verschiedener sind. Die Fühler
des Hyp. Jordana-? sind diek borstenförmig (nach innen
etwas: abgeplattet). Grösse 22—54 mm; nur ein ausnahms-
weise kleines ö misst 22 mm; die anderen Stücke sind
30—34 mm gross. Vafl. schmutzig kreideweiss mit ver-
losehenen (verwaschenen) graubräunlichen Zeichnungen, die
besonders unter dem Ende der Mittelzelle und vor dem Apex
fleekenartig, sowie vor dem Aussenrande schwach bindenartig
auftreten. Die Zeichnungen des abgebildeten 5 machen eine
genauere Beschreibung unnöthig; sie sind bei den anderen
5& nur wenig verschieden, bei einzelnen sind die Vdfl. im
Aussentheil etwas dunkler bestreut, bei dem grössten 5 steht
vor dem Aussenrande eine deutlichere zusammenhängende Binde.
Die Vafl. des Hyp. Jordana-? sind (weit) stärker dunkel be-
streut, sie sind schmutzig braungrau, weisslich gemischt zu
nennen. Auf der weisslichen Unterseite der Vdfl. treten die
dunklen Zeichnungen noch weniger hervor, besonders nur in
der Aussenhälfte; dieselbe ist bei einigen Stücken fast ganz
(schwach) verdunkelt, nur mit einer schmalen, fleckenartigen,
weisslichen Binde vor dem Aussenrande. Die Rippen im
Aussentheil treten meist noch etwas dunkler hervor. Die
Htfl. sind fast eintönig schmutzigweiss, nur beim $ sind sie
etwas dunkel bestreut (oder angeflogen), besonders tritt hier
eine dunklere Limballinie auf, welche letztere auch bei einigen
&6& schwach zu erkennen ist. Auf der Unterseite sind die
Rippen beim 2 und bei einigen 58 verdunkelt.
Der Thorax und der Hinterleib sind weiss, der erstere
ist beim © ziemlich stark, bei einzelnen 58 schwach grau
gemischt; dasselbe ist bei dem weissen Kopf der Fall. Die
Stirnhaare sind (schopfartig) nach vorn gerichtet, sie werden
von den in ihrem kurzen (glatten) Endglied fast gelblichen
Palpen nur wenig überragt. Die Palpen des $ scheinen
etwas länger als die der 58 zu sein. Die hornartigen, bräun-
lichen Fühler reichen etwa bis zur Mitte der Vdfl. (sie sind
aber länger als die Hälfte der Vdfl). Aus dem Hinterleib
des 2 ragt eine, etwa 2 mm lange Legeröhre hervor. Zu
verwechseln ist Hyp. Jordana mit keiner mir bekannten Cosside,
274 Dr. O. Staudinger:
die dunklere, stärker gezeichnete Endagria Agilis hat viel
länger gekämmte männliche Fühler.
Agrotis Ochrina Stgr. n. sp. ? (an Flavinae HS. var. ?)
Taf. IX, Fig. 15. Es liegen mir 6 von Herrn J. Paulus in
der Umgebung Jerusalems, Ende Mai, gefangene Stücke vor
(5 88, 1 ?), die ich für eine ockergelbe Form der Agr.
Flavina HS. (aus Kleinasien) hielt und die auch vielleicht
eine solche sein können. Sie sind sehr verschieden von einem
am 11. Juni bei Jerusalem gefangenen 3, das mit den durch
Herrn Korb in Anzahl in Castilien (bei Cuenca) gefangenen,
als Agr. Flavina versandten spanischen Stücken fast völlig
übereinstimmt.
Diese spanischen Stücke unterscheiden sich von den
kleinasiatischen Flavina stets dadurch, dass die männlichen
Fühler ersichtlich länger gekämmt sind, sonst sind sie von
hellgelben, wenig gezeichneten, typischen Flavina nicht zu
trennen. Da die Länge der Kammzähne der männlichen Fühler
bei gewissen Arten stark abändert (so z. B. bei der gemeinen
Agr. Segetum Schiff., wo Zeller nach einem bei Catania, auf
Sieilien, gefangenen 5 mit längeren und zahlreicheren Kamm-
zähnen eine neue „ganz sichere“ Art, Dimidia, aufstellte), so
kann man danach die spanischen Flavina mit dem einen
‚Jerusalem-& nicht als eine verschiedene Art ansehen. Viel-
leicht ist es gerechtfertigt, sie als var. Serraticornis von
den typischen Flavina zu trennen. Sie lassen sich noch da-
durch von den weissen kleinasiatischen Flavina unterscheiden,
dass sie auf den Vdfln. weit weniger, fast gar nicht gezeichnet
sind, nur tritt bei ihnen nicht selten im Ende der Mittel-
zelle ein verloschenes, dunkles Mondfleckchen auf (so auch bei
dem Jerusalem-), das bei meinen vorliegenden 8 orientalischen,
theilweise recht stark gezeichneten Flavina nicht vorhanden
ist. Ferner sind die Htfl. der 22 der spanischen v. Serra-
ticornis fast ebenso licht, gelblichweiss, wie bei den 68,
während sie bei meinen 4 Flavina-? 2 stark verdunkelt, fast
braungrau sind. Zwei meiner Flavina-? ? (eins von Amasia
und eins von Hadjin, aus dem Taurus) sind auch auf den
Vdfin. stärker als alle anderen Flavina gezeichnet.
Die 35—40 mm grossen Agr. Ochrinma unterscheiden
sich besonders dadurch von den „strohgelben“ Flavina,. dass
sie überwiegend oekerfarben gefärbt sind und auf den Vafln.
stärkere, deutliche Querlinien führen. Die extrabasale Quer-
linie ist tiefer gezackt, sie macht vor dem Innenrande,
besonders beim ?%, eine deutliche, zapfenartige Ausbiegung,
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 275
die auch bei dem abgebildeten 3 (am besten auf dem rechten
Vafl.) zu erkennen ist. Auch tritt bei diesem 5 die Zapfen-
makel ziemlich deutlich hervor, die auch bei dem 2 und
einigen anderen && schwach angedeutet ist, welches letztere
nur bei meinem Flavina-? von Amasia der Fall ist. Die
Ellenbogen-Querlinie, welche bei Flavina (auch auf dem Herrich-
Schaeffer’schen Bilde) oft ganz fehlt, tritt bei Ochrina deutlich,
mehr oder minder gezackt, auf, ebenso die damit parallel ver-
laufende, dahinter stehende, ähnlich gezackte Aussenlinie.
Letztere ist bei den beiden stark gezeichneten Flavina-? ?
(von Amasia und Hadjin) weit stärker und unregelmässiger
gezackt.
Die Htfl. der Ochrina-35 sind dunkler, namentlich
bräunlicher (oder mehr ockerfarben) gefärbt als bei Flavina,
dasselbe ist noch auffallender bei dem Thorax (auch etwas
bei dem Hinterleib) der Fall. Die Fühler scheinen mir ganz
ebenso gebildet zu sein, wie bei Flavina, sie sind bei den 5 &
sehr kurz gekämmt oder lang gezähnt (Herrich-Schaeffer sagt
von ihnen „mit. sehr regelmässigen Haarpinseln*). Auch die
Palpen, die Beine und der Hinterleib sind bei Ochrina wie
bei Flavina.. Da Ochrina besonders nur durch die ockergelbe
(bräunliche) Färbung und die stärker gezeichneten Vdfl. von
der typischen, strohgelben, wenig gezeichneten Flavina ver-
schieden ist, einzelne Stücke der letzteren aber auch fast
ebenso stark (wenn auch etwas verschieden) gezeichnet sind,
bei einzelnen (so bei einem Pärchen von Amasia) auch die ocker-
gelbe Färbung schwach auftritt, so halte ich es (jetzt nach der
Beschreibung) ff sehr möglich, dass Ochrina eine Lokalform
der Flavina sein kann. In welchem Verhältniss sie zu der,
auch bei Jerusalem gefundenen, strohgelben Flavina var.
Serraticornis steht, kann erst durch weiteres Material dieser
beiden Formen erwiesen werden. Schliesslich bemerke ich
noch, dass ich Flavina, ausser in einem, wahrscheinlich klein-
asiatischen & der Lederer'schen Sammlung, von Amasia,
Marasch (Taurus), Malatia. Mardin, Diarbekir und Beirut
erhielt.
Mamestra Softa Stgr. n. sp. (an Peregrinae Tr. var. ?)
Taf. IV, Fig. 15. Diese neue Art wurde von Herrn .J. Paulus
von Mitte October bis Anfang November in kleiner Anzahl
im Jordanthal gefangen; Herr Bacher fand dieselbe in der
ersten Hälfte des März d. J. auf der grossen, an der Südost-
seite des Todten Meeres gelegenen Halbinsel, die auf den
Karten als Lisan bezeichnet ist, von den Beduinen aber Messra
276 Dr. O. Staudinger:
(Saatort) genannt wird. Mam. Softa steht der Peregrina Tr.
am nächsten, sie kann als eine auffallende Lokalform davon
angesehen werden. Grösse 33—39 mm; Vafl. bräunlichgrau
mit den meist recht (oder ganz) verloschenen Zeichnungen
der Mam. Peregrina, von denen die beiden Querlinien im
Aussentheil fast stets deutlich zu erkennen sind, auch die
3 Makeln treten mehr oder minder deutlich auf, zuweilen
sind sie fast ganz verloschen. Von der Extrabasal-Querlinie
finden sich nur bei einigen Stücken Spuren in der Mitte, be-
sonders vor der Zapfenmakel, vor; sie scheint danach tiefer
(spitzer) gezackt als bei Peregrina zu sein. Die stets bei
Peregrina schräg unter der Nierenmakel befindliche (4.) Zahn-
makel ist bei einigen Stücken deutlich, wenn auch recht ver-
loschen, zu erkennen. Bei einem $ sind fast alle Zeichnungen,
mit Ausnahme der besonders durch einen schmaleren, dunk-
leren Aussenrand hervorgehobenen, lichten Aussenrandslinie.
verschwunden. Auf der lichtgrauen, schwach dunkel bestreuten
Unterseite (auch der Htfl.) tritt meist ein verloschener
dunkler Mittelmond und dahinter eine dunkle, in der Vorder-
hälfte stehende Querlinie auf, die bei dem zeichnungslosen $
‚ganz fehlt. Die Atfl. sind fast eintönig schmutzigweiss mit
kaum erkennbar verdunkelten Rippen und Limballinie; nur
auf der Unterseite tritt der verloschene, dunkle Mittelmond,
dahinter meist eine rudimentäre (Punkt-) Querlinie auf. Der
Thorax und der Kopf mit ihren Theilen sind, wie der Hinter-
leib, den entsprechenden Theilen der Mam. Peregrina ganz
ähnlich, nur ist die Färbung eine bräunlichgraue, während
das Grau bei frischen Peregrina fast gar nicht bräunlich an-
geflogen ist. Bei meinen älteren französischen und süd-
russischen Peregrina ist die Färbung ähnlich bräunlichgrau
wie bei Softa; diese unterscheiden sich aber auffallend durch
die fast ganz weissen Htfl. und die weit verloschener gezeich-
neten Vdfl. von allen Peregrina. Auf der Abbildung sind die
Vafl. viel zu dunkel gerathen, was beim Lichtdruck bei allen
braunen und besonders gelben Farben der Fall ist.
Polia Juditha Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 16 (viel zu
dunkel). Von dieser ausgezeichneten neuen Art sandte mir
Herr J. Paulus nur ein ganz frisches, am 6. December 1896
im Jordanthal getangenes $ ein; er wird aber sicher noch
ein anderes Stück (oder mehr) davon gefunden haben. Sie
ist von allen mir bekannten Polia-Arten recht verschieden;
am ähnlichsten ist sie noch, besonders an Form und Grösse,
der verschieden gefärbten Pol. Chamaeleon Alph. aus
En,
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 277
Centralasien ; von bekannten europäischen Arten steht sie der
grösseren, breitflügeligeren Pol. Ruficineta weniger fern als
allen anderen Arten. Grösse 44 mm; Vajl. licht (gelblich-}
dbraun mit einer ziemlich breiten, verdunkelten (licht ge-
wölkten) schwärzlichgrauen Mittelbinde, in der sich besonders
die obere, grosse runde Makel licht hervorhebt. Die noch
grössere, lichte Nierenmakel begrenzt diese dunkle Binde in
ihrem oberen Theil, da der Theil hinter der Nierenmakel bis
zur äusseren (Ellenbogen-) Querlinie (coudee) kaum dunkler
als die Flügelfläche ist. Bei anderen Stücken der Juditha
dürfte auch dieser Theil dunkler sein, so dass bei solchen
Stücken die beiden oberen, lichten Makeln in der (nach oben
sehr viel breiteren) dunklen Mittelbinde stehen werden. Dicht
hinter der Basis tritt die Basal-Halblinie in Form von
2 dunklen kleinen Zacken auf; vor der Extrabasale, welche
die dunkle Mittelbinde nach innen begrenzt, bemerkt man
noch am Vorderrande eine verwaschene dunkle Linie. Vor
dem Aussenrande wird eine etwas lichtere Zackenlinie nur
sehr wenig durch schwärzliche Bestäubung nach innen hervor-
eehoben. Die Limballinie wird durch kaum zusammenbän-
gende, flache, schwärzliche Halbmonde gebildet, die lichten
Fransen zeigen eine ganz verloschene, dunklere Theilungs-
linie. Die Unterseite aller Flügel ist glänzend licht (gelb-)
grau mit kleinen, dunkleren Mittelmonden, hinter denen die
Rippen zum Theil etwas verdunkelt sind; auf den Vdfln. ist
die ganze Mittelzelle dunkler grau. Die Oberseite der Htfl.
ist (schmutzig) schwärzlich gelbgrau mit ganz lichten wezss-
gelblichen Fransen. Der Thorax und der Kopf sind beht
braun- (oder gelb-) yrau behaart, der erstere ist (besonders
am Rande der Flügeldecken) etwas dunkel gemischt. Die
ebenso gefärbten (kurzen) Palpen sind an der Aussenseite
schwärzlich. Die Brust ist wollig, lichtgrau behaart, die fast
schwarzen Fussglieder (Tarsen) sind grell licht geringelt.
Der schmutzig gelbgraue Hinterleib ist auf seinen vorderen
Segmenten etwas lichter grau behaart.
Auf der Abbildung dieser Pol. Juditha ist nur die Form
und Grösse genau wiedergegeben, die Flügel sind viel zu
dunkel geworden, besonders tritt auf den sehr lichten (gelb-
lichbraunen) Vdfin. die dunkle Mittelbinde gar nicht hervor,
so dass diese schöne Art nach dem Bilde gar nicht zu er-
kennen ist.
Polia (Dubia Dup. var. ?) Anceps Stgr., Taf. IV, Fig. 17.
Es liegen mir 7 von Herrn J. Paulus im Jordanthal, wie ich
278 Dr. ©. Staudinger:
glaube alle im Spätherbst (Ende October bis Mitte November)
gefangen, meist ganz reine Stücke (3 58 und 4 22) vor,
die ich für eine fragliche Form der südwesteuropäischen Pol.
Dubia hielt, die aber wohl sicher eine davon verschiedene
Art sein wird. Meine Pol. Dubia sind 34—453 mm (meist
38—41) gross und ändern sehr stark ab, ein 5 von Albaraecin
(Arragonien) hat fast eintönig grau- (gelb-) weisse Färbung
mit wenigen, scharfen, dunklen Zeichnungen im Mittelfeld der
Vafl.. während die Vdfl. eines von mir im Ardeche-Departe-
ment gefangenen & fast eintönig bleigrau sind mit dunklerer
Mittelbinde und lichteren Querlinien und Makeln, fast wie
die noch dunklere, gelber gezeichnete Pol. Dubia ab. Typhonia
Mill. Fascieule VIII, Pl. IV, Fig. 11 (1882). Das einzige
Stück, das ich bisher aus dem Orient zu Pol. Dubia zog, ist
ein 45 mm grosses, von Zach bei Beirut erzogenes $ ; es wird
dies aber einer verschiedenen, ähnlichen (grösseren) Art an-
gehören; jedenfalls ist es von den weit kleineren palästinischen
Pol. Aneeps noch verschiedener als von den typischen süd-
europäischen Dubia.
Sechs der 7 vorliegenden Pol. Anceps sind 33—35 mm
gross, nur ein 2 misst 37 mm, es sieht etwas verschieden
von den anderen aus und ähnelt ziemlich der Pol. Rufocineta
var. Mueida Gn., von der mir auch 2, 42 und 43 mm grosse,
bei Jerusalem gefangene 38 vorliegen. Die VdA. der Pol.
Anceps sind dunkel bleigrau, mehr oder minder lichtgrau
gemischt, meist mit lichterem Adussenrandstheil und ziemlich
deutlich hervortretenden, lichten oberen Makeln. Im lichteren
Aussenrandstheil lassen sich fast stets drez verloschene dumk-
lere Flecken erkennen, der eine am Vorderrande vor dem Apex,
der andere am Aussenrande etwas oberhalb dessen Mitte und
der 3. im Analwinkel. Ein 4. dunkler Flecken tritt noch
hinter der lichten Nierenmakel auf, da er aber vor der stark
gezackten äusseren Querlinie (coudee) steht, so gehört er nicht
zum Aussenrandstheil. Diese dunklen Flecken, welche sich
auf dem rechten Flügel der zu dunkel gewordenen Abbildung
erkennen lassen, fehlen bei allen meinen unter sich stark ab-
ändernden Dubia ganz (nur bei einem stark aberrirenden 6
sind 3 aber etwas anders gestellte Flecken herauszufinden).
Ferner zeigen alle meine Pol. Dubia sehr scharfe, runde
schwarze Limbalpunkte (die nur bei dem dunklen 3, der fast
zur ab. Typhonia Mill. gehört, schwächer zu erkennen sind),
während bei Anceps etwas verloschene, schwarze Limbalstriche
vor den grauen, gelblich geschecklen -Fransen stehen.
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Neue Lepidopteren aus Palaestina. 279
Die Unterseite der Vdfl. ist yrauschwärzlieh mit schmalem,
liehten Vorderrande und breitem, lichten Aussenrandstheil,
in dem sich meist eine verloschene, dunklere Querlinie er-
kennen lässt. Die Ati. sind schwärzlichgrau mit lichterer
Basalhälfte, einem schwach durchscheinenden. dunklen. Mittel-
punkt und einer dahinter stehenden dunkleren @uerlinie.
Beide treten auf der liehten, gelblichen oder gelblichweissen
Unterseite weit schärfer auf.
Der Kopf und der Thorax zeigen die dunkel gemischte
Färbung der Vdfl. Die nach aussen schwärzlichen Palpen
scheinen etwas kürzer als bei Dubia zu sein. Die borsten-
förmigen männlichen Fühler sind kurz (zweizeilig) bewimpert,
bei Dubia sind sie sehr deutlich sägeförmig, auch bewimpert.
Die Brust ist lichtgrau behaart, die dunklen Tarsen sind licht
gescheckt; der Hinterleib ist auf dem Rücken dunkler grau,
seitlich und unten lichter, fast graugelb behaart. Ebenso ist
der Afterbüschel der &5 mit stark entwickelten Geschlechts-
organen lichter.
Ich glaube (nach der gemachten Beschreibung), dass
Pol. Anceps als eine von Dubia verschiedene Art angesehen
werden muss, die durehschnittlich kleiner und dunkler ist
und sich besonders durch die 3 dunklen Flecken und die
fehlenden schwarzen Limbalpunkte des Aussentheils der Vafl.,
wie durch die anders geformten Fühler des 5 etc. unter-
scheidet.
Ich glaube jetzt auch, dass das 45 mm grosse, ge-
zogene @ aus Beirut nicht zu Dubia gehören kann. Die Val.
sind licht grüngrau, wie meist bei Dubia, aber weniger ge-
zeichnet; hinter dem etwas dunkleren Basaltheil steht die
ziemlich gleichmässig gezackte, nicht gebogene Extrabasale.
Zwischen den beiden oberen, etwas lichteren Makeln steht ein
dunkler Schattenfleck, der sich nach unten querlinienartig
bis zum Innenrande fortsetzt. Er mündet hier kurz vor der
äusseren Querlinie (coudee), die nach oben stark ausgebogen
ist und hier, wie in der Mitte, nur durch schwarze Punkte
angedeutet wird. Statt der stets bei (lichten) Dubia vor-
handenen scharfen, schwarzen Limbalpunkte stehen bei diesem
®@ verloschene dunkle Limbalmonde vor einer scharfen lichten
(gelblichen) Limballinie. Auf der glänzend lichtgrauen Unter-
seite aller Flügel befinden sich grosse, dunkle Mittelmonde,
dahinter breite, gezackte, dunkle Querlinien, wie solche (beide)
nie annähernd so gross und scharf bei Dubia, namentlich nicht
auf den Vdfin., vorkommen. Auf der Oberseite sind die Htfl.
280 Dr. ©. Staudinger:
id
im Aussentheil schwärzlichgrau, nach innen zu lichter grau;
der dunkle Mittelmond und die dahinter stehende dunkle
@Querlinie der Unterseite scheinen schwach durch. - Ich schlage
für diese Art. falls sie sich als eine solche bestätigen sollte,
den Namen Apora (aporos, zweifelhaft) vor. Das Fehlen
der für Dubia so charakteristischen schwarzen Limbalpunkte
der Vdfl. scheint mir, abgesehen von den anderen Unter-
schieden, allein zu genügen, um sie nicht mit dieser Art ver-
einen zu können, während die fast doppelte Grösse des Thieres
und die weit lichteren, viel zeichnungsloseren Vdfl. der Apora
den Gedanken eines Zusammengehörens mit Pol. Anceps gar
nicht aufkommen lassen.
Polia (Epunda?) Lea Stgr. n sp. Taf. IV, Fig. 18:
Diese neue Art wurde von Herrn J. Paulus im Jordanthal
entdeckt; er sandte mir davon einige Anfang December ge-
fangene 38 ein. Herr Bacher fand sie zur selben Zeit im
vorigen Jahre bei Engeddi, in der Mitte der Westküste des
'Todten Meeres gelegen, durch ihn erhielt ich auch ein frisches ?.
Diese kleine blass gefärbte Art passt zu keiner bekannten
Polia; die stark gekämmten männlichen Fühler stimmen ganz
mit denen der Epunda Lichenea überein, zu welcher Art
(Gattung) mir aber Lea, wegen der verschiedenen
Färbung und Zeichnung der Flügel noch weniger zu passen
scheint. Ich muss es daher bei dieser Art, wie bei so manchen
anderen, von mir beschriebenen Noctuiden, einem späteren
Systematiker überlassen, sie in die richtige Gattung zu stellen.
Grösse 29—32 mm; Vadfl. licht gelbgrau wit schwach ver-
dunkeltem Mittelfeld, richtiger mit einer mehr oder minder
verdunkelten Schattenbinde zwischen den beiden Haupt-Quer-
linien, der unregelmässig gezackten (gewellten) Extrabasalen
und der kurz gezackten, S-förmig gebogenen Ellenbogenlinie
(coudee). Die Vdfl. des vorliegenden $ sind fast völlig zeich-
nungslos. Die Abbildung des am stärksten gezeichneten 5
giebt die Zeichnungen genau wieder, sie sind bei dem Thier
selbst matter, etwa ZÜcht olivbraun, während sie nach der
Abbildung fast schwärzlich erscheinen. Bei den anderen
beiden mir vorliegenden 8% tritt die dunkle Mittelfärbung
noch geringer auf, auch fehlt diesen der dreieckige dunkle
Vorderrandsfleck vor dem Apex völlig. Die sehmutzigweissen
(weissgrauen) Ati. führen eine mehr oder minder deutliche,
gebogene dunkle Querlinie in (oder etwas hinter) der Mitte,
die beim ? fast ganz fehlt. Auf der schmutzig gelbweissen
Unterseite aller Flügel tritt diese dunkle (Querbinde mehr
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 381
oder weniger hervor, bei einem & nur gering, beim ® fast
gar nicht. Der Kopf und der Thorax sind (wie fast bei allen
Arten) ähnlich wie die Vdfl. gefärbt; bei dem abgebildeten
8 sind sie etwas dunkler gemischt als bei den anderen,
weniger auf den Vdfin. gezeichneten Stücken. An dem Thorax
kann ich keine eigentlichen Schöpfe entdecken, nur bei einem
8 sind die Haare nach hinten etwas schopfartig aufgerichtet.
Der Hinterleib ist ohne Schöpfe, während ich bei ganz reinen
Epunda Lichenea (wo er nach Lederer auch ohne Schöpfe
sein soll) auf den ersten 3 Segmenten deutliche kurze
Schöpfchen finde. Dass die männlichen Fühler stark gekämmt,
fast genau wie bei Epun. Lichenea, sind, bemerkte ich schon;
da sie bei keiner bekannten Polia stark gekämmt sind, so
passt Lea in dieser Beziehung nicht zu Polia. Die kurzen,
im langen Mittelglied ziemlich lang behaarten Palpen sind
denen der Ep. Lichenea ähnlicher, als denen der kürzer be-
haarten Polia-Arten. An den nackten Augen kann ich (mit
meinen schlechten Augen) ebenso wenig Wimpern sehen, wie
bei den Polia-Arten, wo sie, nach Lederer, bewimpert sein
sollen. Die Brust ist weisswollig behaart; die Beine mit
dunklen, schwach licht geringelten Tarsen sind ganz ähnlich
oder gleich wie bei den Polia-Arten gebildet.
Polia (?) Johanna Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 19. Es
liegen mir 5 von Herrn J. Paulus von Anfang November bis
Anfang December im Jordanthal gefangene 85 vor, die der
Pol. Suda Hb. (welche zu den anderen Polia-Arten wenig
passt) recht ähnlich sind. Grösse 32—35 mm. Vafl. licht
(fast weiss-) grau (mit einem ganz leichten Stich ins Bräun-
liche oder Violette), nur bei einem 8 sind sie dunkler
schmutziggrau. Das’ Mittelfeld zwischen den beiden Haupt-
@Querlinien, von denen die äussere mehr oder minder gezackt
ist, ist theilweise etwas dunkler ausgefüllt, die beiden oberen
Makeln treten darin auffallend lichter hervor. Der schmale
Aussenrandstheil hinter der verloschenen, lichten, unter der
Mitte schwach M-förmig ausgebogenen Aussenlinie ist auch
meist etwas verdunkelt. In der Mitte des Basaltheils steht
eine kurze, schwache Längslinie, die Pol. Johanna sofort von
Suda, wo keine’ Spur davon vorhanden ist, trennt. ‚An der
Innenseite der weisslichen Aussenlinie, in deren Mitte, bemerkt
man bei einigen Stücken schwache, dunkle Pfeilstriche, die
(deren 2) nur bei dem dunklen & scharf auftreten. Vor den
Fransen mit dunkler Theilungslinie stehen meist zusammen-
hängende, flache, schwarze Limbalmonde. Die beiden grossen,
19
282 Dr. ©, Staudinger:
oberen, lichten Makeln sind meist nur nach innen fein schwarz
umsäumt, die untere Pfeilmakel ist durch einen schwarzen
Wischstrich angedeutet. Auf der weissgrauen, ganz wenig
dunkler bestreuten Unterseite aller Flügel bemerkt man bei
einigen Stücken die Andeutungen einer dunklen Querlinie.
Die schmutzigweissen Htf. sind auf den Rippen und im
Limbalrande dunkel bestreut.
Der den Vdfin. gleichgefärbte Thorax ist, besonders am
Rande der Flügeldecken, etwas schwärzlich bestreut; ein
feiner schwarzer Strich am Prothorax, den Suda stets führt,
fehlt. Die borstenförmigen Fühler sind ganz ähnlich doppelt
pinselartig bewimpert wie bei Suda; auch die kurzen, nicht
oben lang behaarten Palpen, mit kaum erkennbarem Endglied,
sind denen dieser Art fast gleich. Ebenso finde ich,an den
Beinen und am Hinterleib keinen bemerkbaren Unterschied
zwischen diesen beiden Arten. Die Abbildung ist (wie die
vorhergehenden) etwas zu dunkel gerathen, besonders ist das
Mittelfeld der Vdfl. nicht so dunkel bei dem abgebildeten 3.
Bei dem einen, von den anderen 4 &8 ziemlich abweichenden
dunkleren & ist das ganze Mittelfeld dunkel, aber auch der
Basal- und Aussentheil sind hier nur um ein weniges lichter.
Schliesslich bemerke ich noch, dass von den Hinterleibern der
5 vorliegenden Pol. Johanna 4 ölig geworden sind, ebenso
sind von den 3 88 der vorhergehenden Art, Pol. Lea, 2 ölig
geworden ; bei den anderen Polia-Arten kommt dies kaum vor. -
In meiner Sammlung finde ich von Polia-Arten nur einige
Leiber der Pol. Rebecca Stgr. (auch von Palaestina) noch
ölig geworden.
Apamea (?) Judaica Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 20.
Diese: eigenthümliche Art wurde von Herrn J. Paulus im
Jordanthal, im November, wie ich glaube, entdeckt; er sandte
mir ein ganz reines Pärchen davon ein. Ich liess den &
als Apamea Judaica abbilden; diese Art passt aber nicht gut
zu den anderen Apamea-Arten; ebenso wenig zu den Arten
einer anderen Gattung; ich mag aber jetzt keine neue
Gattung dafür aufstellen und überlasse es einem späteren
Systematiker,. ihr einen passenderen Platz anzuweisen. Das
ö ist 31, das 2 33 mm gross. Nur die Flügelform, die
kürzer und breiter als bei den Apamea-Arten ist, ist auf der
Abbildung genau wiedergegeben, die Vdfl. sind auf derselben
(wieder) viel zu dunkel gerathen. Die Fafl. sind beim &
licht graubraun, beim 2 sind sie etwas dunkler, weniger
braun. Sie zeigen besonders nur einen schmalen, lichteren
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 283
- Aussenrandstheil, der beim & etwas röthlich-, beim $ weiss-
lichgrau ist, und der nach innen fast Iinienartig dunkler
begrenzt wird. Den Anfang dieses lichten Aussenrandstheils
bildet die lichtere (fast weissliche) Aussenlinie, die nach aussen
nicht scharf begrenzt ist; sie macht unter dem Vorderrande
einen kurzen Zacken nach aussen, besonders aber, etwa in
ihrer Mitte, eine kurze M-förmige Ausbiegung (ähnlich aber
kürzer als bei den Mamestra-Arten). Eine dunklere Extra-
basal- und äussere Querlinie sind nur rudimentär angedeutet,
letztere tritt beim $ (schwach) doppelt auf, dicht dahinter
stehen auf den Rippen schwarze, licht eingefasste Pünktchen.
Die beiden oberen Makeln treten, nur ganz wenig lichter,
sehr schwach hervor. Vor den dunklen, hinter den Rippen-
enden fein licht durchschnittenen Fransen stehen beim 2
deutliche, schwarze Halbmondstriche, die beim 8 ganz ver-
loschen sind. Von den letzteren gilt dasselbe auf den Htiln.
und auf der Unterseite. Diese ist beim 2 dunkler als beim 8;
bei beiden führen alle Flügel hier aufallende schwarze
Mittelpunkte (Fleckchen). Die Atfl. des 8 sind schmutzig-
weiss mit etwas verdunkelten Rippen (sie sind fast genau so
gefärbt wie beim Ap. Testacea-3), während sie beim Judaica-?,
mit Ausnahme eines schmalen, sich ziemlich scharf abhebenden
Aussenrandstheils meist dunkel bestreut sind.
Der Thorax ist fast ebenso (dicht und wollig) behaart
wie bei Apamea Testacea; auch der Kopf und dessen Theile,
wie die Beine und der (etwas dünnere) Hinterleib, sind den
entsprechenden Theilen der Ap. Testacea ziemlich ähnlich
gebildet. Nur die männlichen Fühler sind etwas verschieden,
sie sind borstenförmig kurz bewimpert, während sie bei Ap.
Testacea sägeförmig, kurz bewimpert sind (Lederer bezeichnet
sie „mit schwach vortretenden, pinselartig bewimperten
Ecken“). Die nur wenig über die Stirn hervorragenden, nicht
lang behaarten Palpen sind bei beiden Arten sehr ähnlich,
ebenso die bei Judaica lichtgraue, wollige Behaarung der Brust
und die an den Tarsen etwas dunkleren, schwach licht gerin-
selten Beine. Der Hinterleib ist bei Judaica nicht nur in
beiden Geschlechtern etwas schmaler (dünner), sondern er
scheint mir auch, besonders beim $, etwas kürzer zu sein.
Hadena Literosa Haw. var. Subareta Steger. Taf. IX,
Fig. 14. Herr J. Paulus sandte mir ein ziemlich frisches
(nur etwas beschädigtes), 23 mm grosses, am 11. Juli bei
Jerusalem am Köder gefangenes ? ein, zu dem ein schon
früher von ihm gesandtes, abgeflogenes, 25 mm grosses 5 gehört.
L9*
234 Dr. ©. Staudinger: ha.
Ich sehe jetzt, dass diese beiden Thiere nur eine lokale Form
der Had. Literosa Haw. sein können, zu der ein ziemlich
reines, von Herrn v. Kalchberg auf Sicilien gefangenes,
30 mm grosses @ und ein von Haberhauer, Mitte August,
bei Lepsa (im nordwestlichen Centralasien) gefundenes Stück
gehören. Das letztere habe ich in der Stettiner entom. Zeitung
1882, S. 41 als „Literosa mit sehr wenig röthlichem Anflug“
aufgeführt. Abgesehen davon, dass diese v. Subarcta durch-
schnittlich grösser sind als Literosa, ist der verschwindend
geringe röthliche Anflug der Vdfl., der bei den Palaestina-
Stücken gänzlich fehlt, ein Hauptunterschied von typischen
englischen und deutschen Literosa. Dieses Fehlen der röth-
lichen Färbung verleitete mich besonders, das grosse ? von
Palaestina mit der etwas grösseren Arcta Led. und der gleich-
grossen Aretides Stgr. vom Amurgebiet zu vergleichen. Von
diesen beiden, einander sehr ähnlichen Arten ist Literosa und
deren var. Subarcta sofort durch die lichtere, (fast) zeichnungs-
lose Unterseite zu unterscheiden. Dieselbe zeigt bei den
ersteren beiden Arten deutliche, breite, dunkle Querlinien, be-
sonders auf den lichteren Htfln., welche auch einen scharfen
dunklen Mittelpunkt führen, während die fast weissgraue
Unterseite der Flügel von Literosa meist gar nicht gezeichnet
ist, oder doch nur auf den Htfin. einen sehr verloschenen
kleinen, dunkleren Mittelpunkt und Spuren einer verloschenen
dunklen Querlinie zeigt. Die var. Subarcta unterscheidet
sich von den unter einander ziemlich abändernden central-
europäischen Literosa sonst kaum durch konstante Unter-
schiede; das Mittelfeld der Vdfl., zwischen den beiden Quer-
linien, ist meist breiter und etwas mehr schwarz ausgefüllt
oder schwarz begrenzt, wodurch die var. Subarcta eben der
Arcta ähnlicher aussieht.
Leucania Languida Steger. n. sp. Taf. IX, Fig. 15.
Herr J. Paulus sandte mir 5 ganz reine Stücke (4 88,1)
dieser Art ein, die er Anfang October im Jordanthal fand;
einige weitere, meist geflogene Stücke sammelte Herr Bacher
bei Engeddi, an der Westküste des Todten Meeres. Leuc.
Languida steht der Leuc. Obsoleta Hb. am nächsten, so nahe,
dass man sie leicht als eine Lokalform derselben ansehen
kann; ich möchte sie aber für eine davon verschiedene Art
halten. Grösse 35—38 mm. Vafl. licht gelbbräunlich, fast
zeichnungslos, nur mit Spuren verloschener, schwarzer
Pünktchen im Aussentheil und meist mit einer zusammen-
hängenden dunklen Limballinie. Die Vafl. sınd fast genau so
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 2855
wie bei Obsoleta gefärbt, aber weit weniger (fast gar nicht)
gezeichnet. Besonders fehlt der auffallende weissliche Punkt-
fleck am Ende der Mediana, ebenso sind weder die Mediana
noch deren Aeste lichter (weisslich) gefärbt, wie stets bei
Obsoleta, oder gar schwärzlich umrandet, wie meist bei dieser
Art. Die bei Obsoleta fast stets vom Vorder- bis zum Innen-
rande ziehende schwarze Punktreihe im Aussentheil fehlt bei
Languida entweder ganz, oder sie ist nur durch wenige ver-
loschene Pünktchen in der oberen Hälfte angedeutet. Während
bei Obsoleta stets vor den Fransen weit getrennte, kleine,
runde, schwarze Limbalpunkte stehen, findet sich bei Languida
meist eine zusammenhängende, dunkle Limballinie vor, oder
es stehen hier flache, dunkle Halbmondstriche, die nur auf
der Unterseite fast punktartig werden, hier öfters ganz fehlen;
sonst bietet die Unterseite keine Unterschiede. Auch die
lichten, gelbgrauen, etwas dunkler angeflogenen Htfl., mit meist
etwas verdunkelten Rippen, sind denen der ÖObsoleta fast
gleich, nur fehlt ihnen auf der Unterseite stets der schwarze
Mittelpunkt, und es treten höchstens vereinzelte, meist noch
verloschene dunkle Limbalpünktchen auf. An den Fühlern,
Palpen, Beinen und dem Hinterleib der Leuc. Languida kann
ich keine konstanten Unterschiede von den entsprechenden
Theilen der Obsoleta finden. Da ich ein frisches Leue.
Obsoleta-& aus Beirut besitze, das mit europäischen Obsoleta
fast ganz überein stimmt, so glaube ich um so mehr, dass die
palästinische Languida keine Lokalform dieser Art sein kann.
Segetia Palaestinensis Stgr. Iris VIL S. 277: X,
Taf. IX, Fig. 16. Diese von mir 1. ec. nach einigen, von
Herrn J. Paulus eingesandten 2% beschriebene Art wurde
nicht bei Jerusalem, sondern im Jordanthal gefunden. Herr
Paulus sandte mir seither davon mehr Stücke, auch 85, ein,
die von Anfang October bis Mitte December gefangen wurden;
Herr Bacher fand sie mehrfach bei Engeddi (Westufer des
Todten Meeres) von Ende November bis nach Mitte December
in meist abgeflogenen Exemplaren.
Das Segetia Palaestinensis-5 ist ganz ebenso gefärbt
und gezeichnet wie das 2, dessen Abbildung ich auf Taf. IX,
Fig. 16 geben liess. Die Abbildung ist gut, nur sind die
dunkel braungrauen Vdfl. etwas zu dunkel geworden. Die
Fühler des & sind fadenförmig, äusserst kurz, fast gar nicht
erkennbar bewimpert; sie sind also gerade so wie bei Segetia
Viscosa, weshalb ich jetzt diese Palaestinensis für eine sichere
Segetia ansehe. Der Hinterleib des & ist etwas dünner
Sich
SR BER Rt te,
286 Dr. O. Staudinger:
als der des ?, mit etwas längerem Afterbüschel als beim
Segetia Viscosa-ö, doch ist Palaestinensis nicht nur etwas
grösser, sondern, auch im Verhältniss, robuster als Viscosa.
Caradrina Distineta Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 21.
Herr J. Paulus sandte mir ein am 20. Juni 1894 am Köder
gefangenes, reines, 23 mm grosses 5 ein, von dem ich glaube,
dass es bei Jerusalem (oder im Jordanthal?) gefunden wurde.
Ein fast ganz damit übereinstimmendes, nur reichlich 25 mm
grosses ö fand Herr Bacher am 21. November v. J. bei
Engeddi (Westküste des Todten Meeres). Diese kleine Car.
Distineta ist von den so überaus abändernden, theilweise in
einander übergehenden, schwierigen Arten und Formen der
(Quadripunctata-Gruppe (zu der sie zu rechnen sein dürfte)
so verschieden, dass sie ihren Namen mit Recht verdient.
Vajl. lieht- (etwas violett-) grau, mit halbmondförmiger (seg-
mentartiger), scharfer, (braun-) schwarzer, licht (gelblich)
umrandeter Nierenmakel, 4 schwarzen Vorderrandsfleckchen
und einer schwach gezackten, verloschenen, lichten (gelblichen)
Aussenrandslinie in dem etwas dunkler grauen Aussenrands-
theil. Unterseite schmutzig weissgrau mit etwas verdunkelten
Rippen im Aussentheil. Htfl. schmutzigweiss mit schwach
verdunkeltem (grauem) Vorderrandstheil, dunkler Limballinie
und an ihren Enden verdunkelten Rippen. Auf der Abbildung
sind die Vafl. (wieder) viel zu dunkel gerathen, so dass die
sich überaus scharf abhebende, segmentförmige, dunkle Nieren-
makel viel zu wenig hervortritt; durch sie allein unterscheidet
sich die sonst fast zeichnungslose Car. Distineta von allen
anderen Arten.
Der glatt anliegende Thorax ist wie die Vdfl. gefärbt,
der Kopf ist vielleicht ein wenig lichter grau. Die wie bei
anderen Caradrina-Arten gebildeten Palpen sind nach aussen
etwas dunkler; die fadenartigen Fühler sind äusserst kurz
(fast gar nicht) bewimpert. Die Beine mit dunklen, licht
geringelten Tarsen und der Hinterleib sind lichtgrau.
Ich bemerke hier noch, dass ich von der S. 175 dieses
Iris-Bandes von Haifa und Beirut beschriebenen Car. Ingrata
Stgr. ein schönes, ganz reines & aus Palaestina erhielt, das
am 14. März d. J. von Herrn Bacher im Ghör el Messra (auf
der südöstlichen Halbinsel des Todten Meeres) gefunden wurde.
Das Stück stimmt mit dem abgebildeten Haifa-3 gut überein,
es Ist nur etwas grösser, 23 mm gross, und treten die Quer-
zeichnungen der Vdfl. etwas weniger deutlich, aber deutlicher
als bei den ?%, auf. Da bei diesem sehr reinen, frischen,
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 287
anscheinend gezogenen Ingrata-5 die bräunliche Färbung im
Aussentheil der Vdfl., die bei Quadripunctata und allen deren
Formen stets vorhanden ist, auch vollständig fehlt, so zweifle
ich jetzt kaum daran, dass beide als verschiedene Arten an-
gesehen werden müssen.
Hydrilla (?) Maculifera Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 22.
Von dieser merkwürdigen Art liegt mir nur ein reines 2
vor, das mit einem anderen gleichen 2 bei Jaffa im October
gefangen sein soll. Ich bin über die richtige Stellung dieser -
Art ganz im Unklaren; da sie in der Gestalt einige Aehnlich-
keit mit den 22 der Arten der Gattung Hydrilla Boisd. (die
wohl jedenfalls von Caradrina abzutrennen ist) hat, so mag
sie bis auf weiteres hier stehen. Grösse 25 mm; Vafl. bis
zur Mitte licht braungrau mit einem grossen, von der Mitte
des Innenrandes bis zur Mittelzelle reichenden dunkel-
(schwarz-) braunen Flecken; die Aussenhälfte der Vdil. ist
dunkelbraun mit (6 ganz) lichten Limbalpunkten und einem
etwas lichteren Apical-Vorderrandsjlecken. Besonders auf-
fallend und fremdartig ist der grosse dunkle, nach aussen fein
licht umsäumte Innenrandsflecken, dessen Gestalt auf dem
linken Vafl. der Abbildung (der rechte ist viel zu dunkel ge-
rathen) genau zu erkennen ist. Dicht hinter der Basis steht
die deutliche dunkle Basal-Halblinie, während die Extrabasale
nur durch ein dunkles Fleckchen am Vorderrande angedeutet
ist. Die auch mit einem dunklen Vorderrandsfleck beginnende
äussere Querlinie (coudee) zieht sich in einem grossen Bogen,
nach aussen licht begrenzt, um die (besonders nur dadurch
erkennbare grosse) Nierenmakel bis zur Mediana hinab. Sie
scheint nach unten die äussere Begrenzung des dunklen Innen-
randsflecks zu bilden, als deren innere Begrenzung wohl die
(als solche nicht erkennbare) Extrabasale anzunehmen ist.
Am Ende der Mittelzelle steht vor der Nierenmakel ein ver-
loschener, dunkler Fleck; ob ein kurzer, dunkler, sehr schwach
licht umrandeter Strich, etwa in der Mitte der Zelle stehend,
die runde Makel vertritt, lässt sich nicht bestimmt sagen.
Auf der Abbildung ist dies alles. nicht oder doch nur schlecht
zu erkennen, da auch die linke Seite hierfür zu dunkel ge-
rathen ist. Ebenso ist auf derselben die vor dem Aussen-
rande stehende, verloschene lichte Zackenlinie kaum zu er-
kennen, deren oberster Theil am Vorderrande die scharfe
(lichte) Begrenzung des in den Apex ziehenden, länglichen,
etwas lichteren Fleckens bildet. Auf der etwas glänzend
weissgrauen Unterseite der Vafl. ist der Vorderrand schmal?
283 . Dr. ©. Staudinger:
der Aussenrandstheil breit, bis über die Mitte hinab, ver-
dunkelt. Der lichte Apical-Vorderrandsflecken tritt hier viel
schärfer (lichter) auf. Die (schmutzig-) weissen Htfl. sind
nach dem Aussenrande zu verdunkelt, am stärksten nach
oben, während sie im Analwinkel ganz weiss bleiben. Auf
der weisslichen Unterseite tritt ein auffallender, nach unten
scharf begrenzter, grosser dunkler Apicalflecken auf, vor dem
der Vorderrandstheil etwas dunkler angeflpgen ist; auch zieht
sich eine dunkle Limballinie bis unter die Aussenrands-
hälfte hinab.
Der etwas verletzte Thorax ist mit breiten, glatten
Schuppen bekleidet. Der nur noch vorhandene linke Fühler
ist dünn, fadenförmig; die Palpen sind lang herabhängend;
das mittlere Glied ist besonders am Ende etwas breiter be-
haart (beschuppt), das flache Endglied ist verhältnissmässig
recht lang. Die lichtbraune Spiralzunge ist sehr lang. Die
dunklen, besonders an den Tarsen grell licht geringelten Beine
sind nicht eben lang. Der lichte, bräunlichgraue Hinterleib
erscheint (besonders auf der Abbildung) kürzer als er wirklich
ist, da sein letztes Segment fast senkrecht nach unten gebogen
ist. Aus demselben ragt eine auffallend (fast 2 mm) lange,
dünne Legeröhre hervor, wie solche kaum halb so lang bei
einzelnen Hydrilla-2 2 vorkommt. Hoffentlich wird die Ent:
deckung des & dazu beitragen, die Stellung dieser eigen-
thümlichen Hydrilla? Maculifera aufzuklären.
Orrhodia Acutula Stgr. ab. Scortea Steger. Taf. IX,
Fig. 17. Ich beschrieb diese Art im 4. Iris-Band (1891) nach
21 von Herrn Paulus aus Jerusalem erhaltenen Stücken.
Seitdem erhielt ich noch eine grössere Anzahl bis Mitte Januar
gefangener, frischer Orrh. Acutula, von denen etwa ein Dutzend
nicht schwärzlichgraue, sondern lederbraune VaAfl. mit schwärz-
lichgrauen Querzeichnumgen haben. Ich nenne diese auf-
fallende, sich konstant wiederholende Aberration Scortea und
habe ein Stück davon abbilden. lassen, das ja auch, der
braunen Färbung wegen, etwas zu dunkel geworden ist. Ich
halte diese Orrh. Acutula für eine von Ligula gut verschiedene
Art, so ähnlich sie ihr auch ist.
Catamecia nov. gen. Jordana Stgr. n. sp. Taf. IV,
Fig. 23. Von dieser eigenthümlichen kleinen Art liegen mir
3 von Herın J. Paulus im Jordanthal gefangene Pärchen zur
Beschreibung vor; das eine, kleinste & wurde am 22. Februar,
die anderen Stücke vom 28. April bis 24. Mai gefangen. Ich
stelle für dieselbe die neue Gattung (Catamecia auf, die
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 289
einstweilen bei Epimecia eingeschaltet werden mag, und die
ich im Folgenden characterisire.
Kleine (halbmittelgrosse), schlänke Eule mit verhältniss-
mässig kurzen, nach aussen verbreiterten, am Apex nicht ab-
gerundeten Vdfin. und ziemlich breiten, in der oberen Hälfte
des Aussenrandes schwach eingebogenen, daher in der Mitte
etwas nach aussen gebogenen Htfln., deren Fransen nicht
breit sind. Die schmutziggrauen Vdfl. sind nicht auffallend
stark gezeichnet, besonders treten die 3 Makeln hervor, von
denen die Nierenmakel sich (meist), nach unten gebogen, auf
der Mediana (kürzer oder länger) fortsetzt. Dicht vor ihr
steht die kleine, unregelmässig lange, weissliche (öfters in der
Mitte dunkel gekernte) sogenannte runde Makel, unter der
die meist deutliche lange, lichte, schwarz umzogene Pfeilmakel
steht, die sich nach innen, bis zur Basis hin, durch eine hier
stehende strichartige Zeichnung zu verlängern scheint. Der
(bei den meisten Stücken etwas beschädigte) Thorax (Rücken)
hat ziemlich glatt anliegende Beschuppung, die sich nach
hinten etwas schopfartig erhöht (lange nicht so wie bei
Epimecia, wo auch der Prothorax schopfartig erhöht ist).
Stirn ohne erkennbaren Vorsprung, anscheinend etwas gewölbt,
mit. kurzer, feiner Behaarung; die nur dünnen, anliegend be-
haarten Palpen überragen die Stirn nicht viel, sie scheinen
bei den 22 etwas kürzer und dünner als bei den 88 zu
sein. Augen nackt; Zunge nicht eben lang, schwach; Fühler
faden-, beim 8 etwa dünn borstenförmig, hier äusserst kurz
und fein bewimpert. Die (meist verletzte) Brust scheint
kaum behaart gewesen zu sein, die ziemlich langen, dünnen
Beine sind anliegend beschuppt, ohne besondere Auszeichnungen.
Der schlanke, männliche Hinterleib hat einen im Verhältniss
weit längeren Afterbüschel als bei Epimecia (Ustulata); der-
selbe lässt auf weit entwickeltere Geschlechtsorgane schliessen.
Der etwas stärkere, weibliche Hinterleib endet ziemlich stumpf,
er hat keinen nennenswerthen Afterbüschel und zeigt. bei den
3 vorliegenden ? 2, keine Spur einer Legeröhre.
Grösse der Catam. Jordana 20-24 mm; Val.
schmutziggrau im Aussentheil, hinter der Mittelzelle halb-
bindenartig verdunkelt (schwärzlichgrau) mit den 5 meıst
lichten (weissgrauen) Makeln, einem lichteren Apiealwisch
und einer sehr schwach gezackten, lichten (weisslichen) Quer-
linie vor dem Aussenrande.
Die bei den Gattungsmerkmalen gemachten Angaben
sowie die (leider etwas zu dunkle) Abbildung machen eine
290 Dr. O. Staudinger:
genauere Beschreibung unnöthig. Die Makeln ändern ziemlich
ab, die erste obere, stets lang, verschwindet bei einem 2 fast
sanz; die lichte, dunkel umrandete Nierenmakel setzt sich bei
2 22 nach unten kaum auf die Mediana fort, wodurch sie
bei den anderen Stücken sehr auffällt und bei einem & fast
S-förmig gebogen erscheint. Die meist lange, schmale, nur
wenig lichtere (untere) Pfeilmakel tritt bei einem @ nur un-
deutlich, fast ganz schwärzlich ausgefüllt auf, sie stösst nach
innen, nur durch ein Rudiment der (sonst nicht sichtbaren)
Extrabasale getrennt, an einen etwas undeutlich vorhandenen
lichteren Basal-Längsstreifen. Vor den (meist) scharf weiss
durchschnittenen, dunkleren Fransen stehen sehr deutliche
schwarze Limbalstriche (eine weiss durchschnittene, schwarze
Limballinie). Die Unterseite der Vdfl. ist etwas glänzend
dunkelgrau, an den Rändern lichter grau. Die besonders
beim & stärker ein- und ausgebogenen Htfl. sind bei diesem
schmutzigweiss, nach aussen verdunkelt, bei 2 22 sind sie
fast ganz verdunkelt, bei dem anderen 2 ähnlich wie beim 8.
Vor den weissen (bei 2 22 etwas verdunkelten) Fransen
steht eine deutliche dunkle Limballinie.
Ich erhielt von Herrn Paulus 3 Ende November im
Jordanthal gefangene && der von Mabille nach Stücken von
Gabes (Tunesien) beschriebenen Epimecia Quadrivir-
gula, von denen das kleinste (schlechte) $ etwa 26 mm,
die anderen beiden 31 und 32 mm gross sind. Sie weichen
nur sehr wenig von einem sehr frischen & dieser Art ab,
das ich aus Sphax (Tunesien) erhielt; alle meine 4 Stücke
zeigen nicht den langen, bräunlichen Längsstreifen in der
Mitte der Vafl., wie Mabille einen solchen abbildet. Dieser
Streifen ist bei meinen Stücken weit kürzer (etwa '/, der
Flügellänge) und lichter, kaum etwas bräunlich angeflogen.
Epim. Quadrivirgula hat noch etwas schmälere, ziemlich ver-
schieden gezeichnete Vdfl. als Epim. Ustulata, einen weit
schlankeren, längeren Hinterleib und deutlich doppelt ge-
kämmte männliche Fühler, die bei Ustulata borstenförmig,
äusserst kurz bewimpert sind. Die Scheitelhaare sind bei
meiner hier ganz unverletzten, tunesischen Quadrivirgula in
zwei kleinen kegelartigen Schöpfehen nach vorn gerichtet,
während sie bei Ustulata nur kurz sind und eine gerade
Linie zwischen den Fühlern bilden. Endlich sind noch die
Palpen weit dünner, auch etwas kürzer als bei Ustulata.
Aus allen diesen Gründen kann Quadrivirgula nicht mit
Ustulata in dieselbe Gattung, Epimecia, gesetzt werden,
Y
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 291
was der Autor dieser Art, Mabille (der von allen genannten
Unterschieden nur den der Fühler angiebt) auch wohl fühlte,
da er seiner ersten kurzen diagnostischen Beschreibung die
“ Worte zufügt „An genus propr“. Ich schlage für die neue
Gattung, in die Quadrivirgula gestellt werden muss, den
Namen Hypomeeia vor.
Ob die von Mabille mit dieser Art zu gleicher Zeit nach
einem © aus Tunesien beschriebene Epimecia Subtilis auch
zu dieser Gattung Hypomecia gehört, wie ich vermuthe, lässt
sich nur nach dem & sicher feststellen. Ich fing am 23. April
(1887) ein frisches 2 dieser Art am Licht bei Biskra (Prov.
Constantine) und erhielt ein anderes frisches 2 aus Chellala
(Prov. Algier).
Nudifrons nov. gen. Delicata Stgr. n. sp. Taf. IV,
Fig. 24. Herr J. Paulus sandte mir nur ein in früheren
Jahren gefangenes 5 dieser eigenthümlichen Art ein, das
wahrscheinlich in der Umgebung Jerusalems, vielleicht aber
bei Jaffa gefangen wurde. Die beiden Fühler sind defeet,
von dem rechten scheint nur ein kleines Ende zu fehlen;
da die (langen) Fransen und der Thorax fast unverletzt sind,
so kann das Stück nicht abgeflogen sein, und dürfte auch,
ganz frisch, die wie -verblasst aussehende Färbung der Vafl.
gehabt haben. Der ölig gewordene Hinterleib lässt sich,
nach mehrfachen Versuchen, nicht entfetten. Ueber die
Stellung dieser Art bin ich ganz im Unklaren; sie passt in
keine mir bekannte Gattung, weshalb ich dafür die neue
Gattung Nudifrons aufstelle. Einstweilen mag dieselbe hinter
Heliothis eingeschoben werden; vielleicht ist sie richtiger in
die Nähe von Metopoceras zu stellen; ich überlasse ihre bessere
Einreihung einem künftigen Systematiker der Noctuiden.
Die Gattung Nudifrons charakterisire ich folgender-
massen: Eine kaum mittelgrosse Eule, die weder robust
noch schlank genannt werden kann. Die nicht eben breiten
Vafl. haben einen stark abgerundeten (fast segmentförmigen)
Analwinkel, ihr Innenrand ist nicht gerade abgeschnitten,
sondern ganz schwach (segmentartig) nach aussen gebogen.
Die Vdfl. sehen wie verblasst aus, licht schmutzigweiss mit
verloschenen, licht bräunlichen Zeichnungen, die besonders nur
in den beiden oberen Makeln und in einer unregelmässigen
Binde vor dem Aussenrande hervortreten. Die Htfl. haben
eine breite, mattdunkle Aussenrandsbinde und breite, lichte
Fransen, die auch auf den Vdfin. breit und glattrandig sind.
Der (wenig) gewölbte Rücken ist mit ziemlich glatt anliegenden
292 Dr. O. Staudinger:
Haaren, die mit breiteren Schuppen untermischt sind, be-
kleidet; der Halskragen (Prothorax) hebt sich fast gar nicht
von dem Mittelrücken (Mesothorax) ab. Der Scheitel ist mit
dichten, kurzen, fast glatt anliegenden Haaren bedeckt. die
Stirn wird in ihrem grösseren, unteren und mittleren Theil
von einer anscheinend ganz flachen, hornartigen, dunkel-
braunen Platte eingenommen, nur oben unter dem Scheitel
ist sie mit kurzen Haaren dicht bekleidet. Die kurzen, auf-
wärts gerichteten Palpen überragen die Stirn kaum, sie sind
nicht diek; das lange Mittelglied ist mit einzelnen, längeren
Haaren versehen, das kurze (stumpfe) Endglied hebt sich
kaum vom Mittelglied hervor. Die lange Rollzunge ist sehr
kräftig; die nackten Augen scheinen (nach oben) bewimpert
zu sein. An den borstenförmigen Fühlern kann ich durch
eine starke Lupe keine Wimpern entdecken. Die Brust mit
den Vorderhüften ist stark wollig behaart, über die meist
fehlenden oder halb abgebrochenen Beine kann ich nichts
sagen. Der (ölige) Hinterleib ist etwa so stark wie bei
gleichgrossen Helioth. Ononis, er überragt die Htfl. noch
etwas länger als bei dieser Art. Die stark entwickelten,
sichtbaren Geschlechtstheile sind nur von wenigen kurzen
Haaren bekleidet; doch glaube ich, dass der einst vorhanden
gewesene (kurze) Afterbüschel bei den Entfettungs-Versuchen
entfernt worden sein kann.
Das vorliegende Nudifrons Delicata-& ist 26 mm gross.
Va. licht schmutzigweiss (licht bräunlichgelb) mit sehr ver-
loschen malt bräunlichen Zeichnungen, einer kleinen runden,
einer grösseren Nieren-Makel, einer gezackten, in der Mitte
fast unterbrochenen Binde vor dem Aussenrande, einem schmalen
Innenrands- und einem kurzen Basal-Längsstreifen, welche
letztere beiden Zeichnungen fast ganz verloschen sind. Auf
der lichten, gelbgrauen Unterseite der Vdfl. tritt ein grosser
dunkter Mittelflecken (die oberseitige Nierenmakel) und etwas
verloschener die dunkle, vor dem Aussenrande stehende Binde
auf. Die in der Basalhälfte lichten (schmutzig graugelben)
HAtfl. haben einen breiten, matt grauschwarzen Aussenrands-
theil, von dem die (breiten) gelbweisslichen Fransen grell
abstechen. Auf der Unterseite sind die Htfl. fast ganz licht
mit langem dunklen Mittelmondstrich (der oben etwas durch-
scheint) und verloschenem, dunklen Flecken im Analwinkel,
der sich wohl, bei anderen Stücken, nach oben hin etwas
bindenartig fortsetzen kann. Ueber die Bildung des lichten,
schwach bräunlich angeflogenen Rückens, des Kopfes sowie
$
3
'
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 395
aller anderen Theile habe ich bei den Gattungsmerkmalen
ausführlich gesprochen. Die Abbildung lässt die Gestalt und
die Zeichnungen dieser Art gut erkennen.
| Thalpochares Siticulosa Ld. var. Albina Steger. Taf. IV,
Fig. 25. Herr Paulus sandte mir von dieser Art nur ein
fast ganz reines ö, das er vor einer Reihe von Jahren wahr-
scheinlich bei Jerusalem gefangen hat; es kann aber vielleicht
von Jaffa sein. Nach genauer Untersuchung glaube ich jetzt,
dass dies 5 einer auffallenden, weissen, wenig gezeichneten
Form der Thalp. Siticulosa Ld. von Syrien (Beirut und
Damaskus) angehört; vielleicht ist es eine zweite (spätere)
(Generation davon. Grösse 20 mm; Flügel kreideweiss, die
Vafl. mit einer schmalen, im oberen Theil nach aussen ge-
bogenen. mattbruaunen (uerbinde und verloschener, bräun-
licher Schattenbinde vor der oberen Hälfte des Aussen-
randes. In der letzteren Binde befinden sich einige schwärz-
liche Punkte, ein solcher steht auch im Analwinkel. Die
Abbildung giebt diese wenigen Zeichnungen genau wieder,
nur sind die lichten (matt-) braunen Binden auf derselben
viel za dunkel geworden. Am Vorderrand steht noch vor -
der Mittelbinde ein kleines, bräunliches Punktfleckchen und
hinter der oberen Ausbiegung derselben ein schwärzlicher
Punkt, der besonders nur auf dem rechten Vdfl. hervortritt.
Dicht vor der Binde, in der Mittelzelle, lässt sich noch ein
schwarzer Punkt erkennen. Die weissliche Unterseite der
Vafl. ist am Vorder- und Aussenrandstheil breit bräunlich
angeflogen. Die Htfl. sind überall zeichnungslos, kreideweiss.
Die borsten- (faden-) förmigen, ziemlich dentlich (doppelt) be-
wimperten Fühler sind, nebst allen anderen Körpertheilen,
ebenso wie bei Th. Siticulosa gebildet.
Die in meiner Sammlung befindlichen (3) Lederer'schen
Originale der Th. Siticulosa von Damascus, die 22—23 mm
gross sind, sehen durch ihre vorherrschend bräunlich gefärbten
Vafi. recht verschieden von dieser Albina aus. Die braune
Mittelbinde tritt bei 2 dieser Stücke fast ebenso stark und
ganz ähnlich geformt wie bei v. Albina hervor, ebenso zeigen
alle Sitieulosa die schwarzen Punktflecken vor dem Aussen-
rande, wenn dieselben auch nicht so auffallend hervortreten
und etwas anders sind. Die nicht so reinweissen Htfl. der
Siticulosa haben ferner stets Spuren bräunlicher Querbinden
(oder Doppellinien. Durch Zach erhielt ich ein kleines,
18 mm grosses Siticulosa-& von Beirut (vielleicht im Libanon
gefunden), das einen Uebergang zur v. Albina bildet, da es
294 Dr. ©. Staudinger:
auf den etwas bräunlichweissen Vdäfln. fast nur ebenso wenig
gezeichnet und auf den gleichfalls schwach bräunlich ange-
flogenen Htfln. zeichnungslos ist. Ich zweifle deshalb nicht,
dass diese Albina von Palaestina nur eine Lokal- oder Zeit-
form der Sitieulosa ist.
Erastria (?) (Thalerastria) Diaphora Stgr. Horae
XIV, S. 415. Herr J. Paulus fand diese von mir nach
einem @ von Amasia beschriebene Art von Ende April bis
Ende Mai in Anzahl bei Jerusalem und im Jordanthal, wo
sie bis Anfang Juni gefangen wurde. Durch Radde erhielt
ich ein Diaphora-8 vom Göduk-Pass, im nordöstlichen Theil
des an Russland grenzenden Armeniens gelegen. Christoph
fand diese Art auch im südöstlichen Transkaukasien bei
Ordubad, sie ist nach einem Stück dieser Lokalität in den
M&moires Romanoff II, Pl. III. Fig. 11 gut abgebildet. Die
Fühler der && sind fast genau so faden- oder borstenförmig
wie die des @ gebildet; ich kann eine Bewimperung der-
selben nicht erkennen ; jedenfalls muss dieselbe ausserordentlich
kurz sein, wenn sie überhaupt vorhanden ist. Die Htfl. der
68 von Palaestina und vom Caucasus sind nicht dunkel
schwarzgrau wie die des 2, sondern licht, schmutzigweiss,
schwach bräunlich angeflogen. Der (schlanke) Hinterleib des
& hat einen verhältnissmässig grossen Afterbüschel mit stark
entwickelten Geschlechtsorganen. Herr P. ©. T. Snellen
theilte mir mit, dass diese Art keine Anhangszelle der Val.
besitze (wie dies, nach Lederer, bei Erastria der Fall sein
soll), dass sie deshalb zu Thalpochares gestellt werden müsse.
Dem widerspricht manches andere, so auch die Fühler, die
(nach Lederer) bei Thalpochares „zart, dünn, verhältnissmässig
lang befranst“ (richtiger bewimpert) sein sollen. _Wahr-
scheinlich wird diese Diaphora mit der folgenden Art (Bipar-
tita v. Mediana) in eine besondere, zwischen Erastria und
Thalpochares einzuschiebende Gattung gestellt werden müssen,
die den Namen „Thalerastria“ erhalten kann.
Aus Mardin, in Mesopotamien (Kurdistan) gelegen, er-
hielten wir diese Diaphora in grösserer Anzahl in Stücken,
die von denen Kleinasiens, des Caucasus und Palaestina’s
konstant so verschieden sind, dass sie als var. Latieineta
einen Namen verdienen. Sie sind durchschnittlich etwas
grösser, 17—19 mm (nur ein kleiner 5 misst 15 mm),
während alle meine typischen Diaphora 14—17 mm messen;
die Vdfl. haben einen weit breiteren (über 2 bis 3 mal so
breiten) schwarzen Aussenrand, der oben und in der Mitte
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 295
je eine (tiefe) Einbiegung zeigt, zwischen diesem und dem
grossen, dreieckigen, schwarzen Vorderrandsflecken,wie zwischen
dem letzteren und dem schwarzen Basaltheil, steht am Vorder-
rand je ein kleiner schwarzer Strich oder Punkt. Ferner
sind die tl. der v. Latieincta-& 5 ganz dunkel grauschwarz,
auch die Htfl. der 2? sind noch dunkler, schwärzlicher, als
bei den typischen Diaphora. In unseren letzten Preislisten
wurden irrthümlich die typischen Diaphora von Palaestina
als var. Virginalis und die var. Latieineta als Diaphora
angezeigt.
Erastria ? (Thalerastria Stgr.) Bipartita HS. var.
Mediana' Stgr. Taf. IV, Fig. 26. Von Herrn J. Paulus er-
hielt ich 3 zum Theil recht abgeflogene und etwas defecte
Stücke (1 © und 2 22), von denen ein Pärchen Anfang
November im Jordanthal gefangen wurde. Da die Körper-
theile dieser kleinen Art (fast) ebenso wie die der vorigen
gebildet sind, mit der sie auch die gleiche Grösse und gleiche
Färbung der Vdfl. gemein hat, so gehört sie als 2. Art zu
der von mir oben vorgeschlagenen neuen Gattung Thalerastria.
Unsere geehrten Mitglieder, die Herren J. Püngeler und
OÖ. Bohatsch, theilten mir fast gleichzeitig mit, dass meine
auf Tafel IV abgebildete Erastria Mediana mit der Hadena
(Apamea) Bipartita HS. aus Sicilien zusammenfallen solle.
Nach der Abbildung im Herrich-Schaefter'schen Werk (Noc-
tuid. Taf. 35, Fig. 175) schien mir dies unmöglich zu sein,
während die (ausnahmsweise) ziemlich genaue Beschreibung
(S. 285) von Ap. Bipartita ziemlich gut zu meiner Er. Mediana
passt. Herr M. Wiskott, der das Original der Bipartita aus
der Kaden’schen Sammlung besitzt, hatte die Güte, mir das-
selbe mit 3 von Herrn Paulus erhaltenen Mediana (2 88
und i 2) zur Ansicht einzusenden ; sowohl das Original von
Bipartita, ein ö, wie eins seiner Mediana-d sind ganz (fransen-)
rein. Da die von dem berühmten Kupferstecher Geyer ge-
machten Abbildungen des Herrich-Schaeffer’schen Werkes fast
alle sehr gut sind, so ist es auffallend, dass die der Bipartita
so verfehlt ist, dass man diese Art danach gar nicht erkennen
kann. Es wundert mich ferner sehr, dass Herrich-Schaeffer
diese kleine Art, wenn auch in eine besondere Abtheilung
(III.) zu der Gattung Apamea (hinter Strigilis und Furuncula)
setzt; freilich stellt er zu dieser Gattung (unter TI) auch die
noch verschiedenere Signalis Tr. (für welche Lederer. später
die Gattung Mesotrosta bildete).
Die 6 mir vorliegenden Stücke aus Palaestina gehören
296 Dr. ©. Staudinger: |
sicher mit dieser sieilianischen Bipartita zu einer Art, sie
zeigen aber alle folgende konstante Unterschiede von derselben,
so dass sie als var. Mediana ihren Namen behalten können,
wenn die sicilianischen Stücke, woran ich kaum zweifle, sich
alle ziemlich gleich bleiben. Die 16—17 mm grossen Stücke
der v. Mediana (das Bipartita-Original ist etwa 17 mm gross)
haben eine etwas breitere, nach innen konkave und hier
scharf begrenzte, dunklere, schwarzbraune Mittelbinde der
Vafl. Bei Bipartita ist diese Binde, besonders in ihrem oberen
Theil, liehter braun und nach innen nicht scharf begrenzt,
auch ist die innere Begrenzung hier fast gerade, nicht so
konkav wie bei Mediana ıs. die Abbildung des 9). Eine
Begrenzung des Mittelfeldes durch weissliche Querlinien, wie
Herrich-Schaeffer die sehr verloschenen, lichten Begrenzungen
bei Bipartita nennt, und wie solche nicht nur viel zu grell
(weiss), sondern in ihrer Form ganz verfehlt auf dem Bilde
gemacht sind, ist bei der v. Mediana so gut wie nicht vor-
handen. Der Aussentheil der Vdfl. ist bei v. Mediana, bis
zu den hier dunkleren, fast schwarzen Fransen, ganz licht,
mehr oder minder bräunlich angeflogen, nur mit einer meist
recht verloschenen, schwärzlichen Querlinie vor dem Aussen-
rande; bei Bipartita ist der Aussenrand, von dieser Querlinie
an, bindenartig dunkel gefärbt, nur vor dem Apex bleibt er
fleckartig licht. Auf der Zchten Unterseite sind nicht nur
die Fransen aller Flügel bei v. Mediana ganz dunkel (die
der Bipartita sind auf den Htflu. ganz licht), sondern meist
ist der Apicaltheil der Htfl. hier mehr oder minder gross
fleckartig verdunkelt. Die männlichen Fühler sind borsten-
förmig, eine vielleicht vorhandene, sehr kurze Bewimperung
derselben kann ich nicht erkennen.
Rhabdophera Ster. n. gen. Messrae Stgr. n. sp. Taf. IX,
Fig. 18. Ich erhielt etwa ein Dutzend ganz reiner, von
Herrn Bacher Mitte März (1897) auf Messra (der im 'Süd-
osten des Todten Meeres liegenden Halbinsel) gefangener
Stücke dieser Art, von der auch Herr Paulus bereits Anfang
October (1895) einige Stücke im Jordanthal gefunden hatte.
Ich glaubte zuerst, diese zu keiner paläarktischen Art passende
Eule in die Gattung Phurys Gn. unterbringen zu können,
doch lässt sie sich mit diesen (nur amerikanischen) Arten
nicht vereinen, so dass ich dafür im Folgenden eine neue
Gattung, Rhabdophera (die Streifentragende), aufstelle, die,
vor der Hand, bei Euclidia eingereiht werden mag.
Mittelgrosse, schlanke Eule mit dreieckigen, im Apex
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 297
sehr spitz auslaufenden Vdfin. von schmutziggelber Farbe mit
einer Anzahl mehr oder minder deutlicher, dunkler Querstreifen
gezeichnet. Auch die Htfl. sind dreieckig zu nennen mit
stark abgerundetem Apicalwinkel und fast geradem Aussen-
rande, der kürzer als der Innenrand ist; sie sind ähnlich wie
die Vdfl. (nur etwas lichter gelbgrau) gefärbt und auch mehr
oder minder gestreift. Die Fransen aller Flügel sind ziemlich
breit, bedeutend breiter als die der Euclidia-Arten. Der
ziemlich flache Rücken ist mit nicht ganz glatt anliegenden,
langen Schuppen (und Haaren) bekleidet, namentlich stehen
die Flügeldecken etwas ab (sie sind aber nicht fein und lang
wie bei Euclidia behaart). Der Scheitel ist mit nach vorm
gerichteten, glatt anliegenden Haaren bekleidet, ebenso der
obere Theil der Stirn, die nach unten (wie bei Euclidia) nackt
ist. Die Rollzunge ist lang und kräftig; die meist nach vorn
(zuweilen etwas aufwärts) gerichteten Palpen überragen die
Stirn bedeutend, sie sind (nicht dick) anliegend behaart mit
ziemlich langem (dünnen) Endglied (länger als bei Euclidia).
Die borsten- (oder faden-)förmigen Fühler sind beim
deutlich, wenn auch nicht sehr lang, bewimpert. Augen nackt.
Die Brust ist fast gar nicht behaart (weit weniger als bei
Euelidia); die dünnen, glatt anliegend behaarten Beine sind
an den Schienen unbedornt. Der Hinterleib ist noch schlanker
als bei den gleichgrossen Euclidia-Arten, mit einem ähnlichen,
ein wenig längeren, männlichen Afterbüschel.
Die vorliegenden Rhabdophera Messrae sind 27—30 mm
gross. Vdfl. lehmgelb mit schwärzlichgrauen (Querzeich-
nungen, von denen besonders 2 schmale Querbinden hinter
der Mitte und im Aussentheil hervortreten, die erstere wird
nach aussen von einer breiten, lichten Querlinie scharf begrenzt.
In der Basalhälfte stehen mehrere (3—+) meist recht undeut-
liche, verloschene, dunkle Querlinien. In der Endhälfte der
Mittelzelle stehen 2 kleine, dunkle Makeln, die erste (runde)
ist fast punktartig klein, die am Ende der Zelle stehende
(Nieren-) Makel ist (meist) rund mit lichterem Kern, zuweilen
ist sie etwas länglich, stets ziemlich undeutlich.- In dem
schmalen, bindenartigen, lichten Aussenrandstheil stehen 2,
zuweilen ziemlich verloschene, schwach gezackte (gewellte)
(uerlinien, von denen die inneren Zackbegrenzungen der
äusseren Querlinie sich besonders deutlich, als eine Strich-
punktlinie, hervorheben. Die Fransen sind dunkel mit lich-
teren Spitzen. Die Unterseite der Vafl. ist schmutzig licht-
grau mit scharf hervortretender, schmaler, dunkler Querbinde
20
298 Dr. O. Staudinger:
vor dem Aussenrande, zwei dunklen Flecken (Makeln) in
der Endhälfte der Mittelzelle und schwarzen Punkten vor
den dunkleren Fransen. Die Htfl. sind im Aussenrands-
und Anal-Innenrandstheil schmutzig lehmgelb, sonst sind sie,
besonders im breiten, zeichnungslosen Vorderrandstheil, lcht
gelbgrau (weisslichgrau). Im Aussenrandstheil steht eine
ziemlich abändernde, schmale, dunkle Binde, die nicht selten
(in der unteren Hälfte) als Doppelbinde auftritt. welche bei
einem $% zusammengeflossen ist. Im Innenrandstheil stehen
noch 3—4 mehr oder minder deutlich auftretende dunkle
Querlinien. Auf der schmutzig Zbehtgrauen, schwach dunkel
bestreuten Unterseite der Htfl. tritt die dunkle Aussen-Quer-
binde selten so deutlich wie auf den Vdfln. hervor, während
die Randpunkte meist scharf vorhanden sind. Bei einem 2
ist die Unterseite viel dunkler, da hinter dem (hier) deutlich
vorhandenen Mittelpunkt eine breite verloschene, dunkle Quer-
binde und zwischen dieser und der äusseren noch eine 3.,
recht verschwommene, dunkle Querbinde steht. Die Abbildung
giebt die Gestalt dieser Rhabdophera Messrae ganz genau,
die Zeichnungen recht gut wieder.
Perieyma Profesta Christ. Stett. ent. Zeit. 1887,
S. 165; Memoires Roman. V, S. 39, Pl. U, Fig. 10a und
10b; (var. Sacra) Iris X, Taf. IX, Fig. 20. Von dieser
durch Christoph nach einem im Mai bei Askahabad (Nord-
Persien) gefangenen & und einem am 22. April im Alai
(centralasiatisches Turkestan) gefangenen ® beschriebenen
Art fand Herr Bacher in der ersten Hälfte des April (1897)
eine kleine Zahl frischer Stücke auf der Halbinsel Messra
(Todtes Meer), sowie später (im Mai) im Ghör-el-Sueme (das
alte Beth-Jesimoth), am nordöstlichen Ende des Todten Meeres
gelegen. Herr Paulus schrieb mir, dass er davon auch ein
Stück am 3. October (1895) im ‚JJordanthal gefangen habe.
Christoph’s Beschreibuug seiner Per. Profesta passt in
der Hauptsache ganz gut zu meinen Palaestina-Stücken,
während seine Abbildungen manche Abweichungen zeigen ; ich
vermuthe, ‘dass sie ungenau gemacht sind. Ich habe daher
ein grosses, scharf gezeichnetes 2 von Palaestina (mein
grösstes) abbilden lassen. Die etwas zu dunkle Abbildung
giebt die Zeichnungen ganz genau wieder; man wird finden,
dass die Zeichnungen auf den Christoph’schen Figuren recht
verschieden davon sind. Die Querlinien sind weniger gezackt
und gebogen, die dunkleren, bindenartigen Schattirungen
fehlen fast ganz. Meine 27—35 mm grossen Per. Profecta
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 299
(meist sind sie 29—31 mm gross) ändern zwar etwas ab,
besonders dadurch, dass die Zeichnungen zuweilen weniger
scharf hervortreten, aber diese selbst bleiben sich fast ganz
gleich. Nach der nicht eben genauen Christoph’schen Be-
schreibung, der seine Profesta besonders oft mit der ziemlich
verschiedenen, kleineren und schmalflügeligeren Perie. Albi-
dentaria vergleicht, scheinen die Palaestina-Stücke stärker
gezeichnet (und dunkler schattirt) zu sein. Besonders ist die
äussere Querlinie der Vdfl. nicht nur gezackter, sondern weit
mehr (S-förmig) gebogen wie auf Christoph’s Bildern. Sie ist
nicht eigentlich doppelt, sondern nach aussen von einer
schmalen Querlinie begrenzt, die dunkler als die Flügelfläche
ist, und die durch eine sie begrenzende, schwach gezackte,
verloschene, lichtere (fast weissliche) Querlinie besonders
hervorgehoben wird. Sollten, wie ich fast vermuthe, die
Palaestina-Stücke dieser Art von den nordpersischen und
eentralasiatischen ziemlich auffallend verschieden sein, so
können sie als Peric. Profesta var. Sacra einen Namen führen.
Leueanitis Boisdeffrei Oberth. Etud. I, S. 54, Pl. IV,
Fig. 6, var. Palaestinensis Stgr. Taf. IX, Fig. 19. Herr
Bacher fand Anfang d. J. ein Paar abgeflogene Stücke im
@hör-el-Sueme (nordöstlich vom Todten Meer) und Ende April
einige gute Stücke im untersten Jordanthal (unweit des
Todten Meeres) dieser bisher nur von *) Biskra (Oase der nörd-
lichen Sahara, in der Provinz Constantine) bekannten Art.
Ich selbst fing dort diese Art nicht selten, Anfangs April, im
trockenen Bett des Biskra-Flusses, wo ich sie ausschliesslich
aus einem dort häufigen, stacheligen, niedrigen Strauch auf-
scheuchte, auf dem höchst wahrscheinlich die Raupe lebt. Die
meisten Stücke dieser sehr scheuen Art entkamen mir, von
den gefangenen Stücken war die grössere Zahl mehr oder
weniger verletzt. Die 29—31 mm grossen Stücke von Palae-
stina sind etwas von den algierischen verschieden, so dass
sie als var. Palaestinensis bezeichnet werden können. Sie
sind durchschnittlich etwas kleiner, mit (etwas) breiteren,
weisslichen Mittelbinden aller Flügel, die auf den Vdfln. gar
nicht oder weit weniger bräunlich angeflogen sind. Die weiss-
liche Mittelbinde der Vdfl. zieht auch bei dieser v. Palae-
stinensis bis zum Vorderrande hinauf, während sie bei den
algierischen Boisdeffrei ‚stets vor demselben endet. Immerhin
ist der Unterschied zwischen beiden Formen nur ein geringer.
*) Iris IV, S. 46 führt Calberla ein bei El-Arisch, im nordöst-
lichen Aegypten gefangenes 9 auf.
20*
300 Dr. O. Staudinger:
Pseudophia Gentilis Stgr. n. sp. Taf. IX, Fig. 21.
Herr Bacher fand in der ersten Hälfte des März d. J. 9 meist
abgeflogene Stücke dieser neuen Art auf der Halbinsel Messra
(Lisan) im Todten Meer; Ende Mai fing er noch einige
schlechte Stücke im untersten Jordanthal (zwischen diesem
und dem Wadi Kelt) in einer Steppengegend. Pseud. Gentilis
steht der Illunaris Hb. nahe, sie sieht (auf den ersten Blick)
wie eine kleine verdunkelte Form davon aus, ist aber zweifellos
eine von ihr verschiedene Art. Grösse 30—33 mm. Vafl.
dunkel braungrau, mehr oder minder schwärzlich angeflogen
mit drei, öfters recht verloschenen, löchteren (graubräunlichen,
in der Mitte schwach schwarz liniirten) Querlinien, einer etwas
gewellten (schräg stehenden) Exrtrabasalen,der schwach S-förmig
gebogenen äusseren QJuerlinie (coudee) und der gezackten, nach
innen gebogenen Aussenlinie. In der Mittelzelle lassen sich
meist die beiden oberen, lichten Makeln erkennen, die erste,
runde ist punktförmig klein, die zweite, Nierenmakel, bildet
gewöhnlich einen segmentförmigen, schmalen Halbmondstrich,
der sich bei einem 2 in 2 lichte Fleckchen auflöst, bei an-
deren etwas breiter, schwärzlich umrandet ist und so eine
wirkliche, ovale Makel bildet. Die Extrabasale zeigt die
verloschene, schwarze Querlinie öfters nach innen, die äussere
(Juerlinie nach aussen, meist steht sie aber bei beiden
fast in der Mitte. Die gezackte, lichte Aussenlinie führt
an ihrer inneren Begrenzung ähnliche schwarze Zacken-
fleckchen wie bei Illunaris, von denen der oberste (pfeil-
förmige) viel schmaler und spitzer als bei Illunaris ist. Alle
diese ‘wenig auffallenden Zeichnungen verschwinden zuweilen
fast ganz, so treten sie bei dem einzigen ganz reinen Stück
(einem 2) so gut wie gar nicht auf. Vor den dunklen Fransen
steht eine stark gewellte (gezackte) dunkle Limballinie. Die
Unterseite der Vafl. ist licht schmutziggrau mit mehr oder
weniger breitem, bindenartig verdunkeliem (schwärzlich-
srauem) Aussentheil; am Ende der Mittelzelle steht ein
(ziemlich grosser) verschwommener, dunkler Mittelflecken.
Die Basalhälfte der Htfl. ist licht, schmutzig graubraun, die
Aussenhälfte dunkel, grauschwärzlich (nicht schwarz mit
schmalem, lichtem Aussenrandstheil wie bei Illunaris). Vor
den lichten, grauweisslichen Fransen steht eine dunkle
Limballinie. Die Unterseite der Htfl..ist lichtgrau, schwärz-
lich gesprenkelt, mit scharfem, dunklem Mittelmond und (nach
aussen gebogener) dunkler Querbinde im Aussenrandstheil,
die meist etwas unterbrochen (in 2 Flecken aufgelöst) ist;
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 301
bei dem reinsten, oben fast zeichnungslosen 2 verschwindet
die Querbinde fast ganz.
Der Rücken und der Kopf sind dunkel braungrau wie
die Vdfl. gefärbt, die borstenförmigen, beim 5 kurz bewim-
perten Fühler, die Palpen mit ziemlich langem, feinem End-
glied, die Beine und der Hinterleib sind ganz ähnlich oder
ebenso gebildet wie die entsprechenden Theile bei Pseud.
Illunaris. Pseud. Gentilis unterscheidet sich von dieser mit
ihr zusammen auf Messra gefangenen Art leicht, ausser durch
ihre kleinere Statur und dunklere Färbung der Vdfl., durch
die lichte Querlinienzeichnung der Vdfl., durch die nicht tief-
schwarze, nach aussen licht begrenzte Aussenbinde der Htfl.
und durch die schwarzen Mondflecken auf der Unterseite.
Die zu dunkel gerathene Abbildung lässt dennoch die an und
für sich nicht stark hervortretenden Zeichnungen ziemlich
gut erkennen. Ich glaube, dass die Raupen dieser Gentilis,
wie die der Illunaris, auf Tamarix leben.
Pseudophia Illunaris Hb. var. Saneta Stgr. Die von
den Herren J. Paulus und Bacher in Anzahl aus dem Jordan-
thal und aus der Umgebung des Todten Meeres erhaltenen
Stücke dieser Art sind von typischen, südwesteuropäischen
Illunaris und deren (meist östlicher) var. Syriaca durch-
schnittlich etwas verschieden und verdienen vielleicht als var.
Sancta eine Bezeichnung. Herr Bacher fing sie in der ersten
Hälfte des März auf Messra; im Jordanthal wurden sie Ende
Mai, Anfang August, im October und Anfang November ge-
funden, so dass sie also dort mindestens 2 Generationen haben.
Die vorliegenden (aus einer grösseren Anzahl ausgesuchten
Stücke) ändern unter einander weniger ab, als die typischen
Illunaris und deren var. Syriaca. Dahingegen ist der sexu-
elle Unterschied der 88 von den 2% bei dieser var. Sancta
auffallender als bei den anderen Illunaris-Formen. Die 25
haben weit Zichtere, schmutzigweisse Atfl. mit mehr oder
minder deutlicher, dunkler Binde vor dem Aussenrande,
während die 22 lichte, stark bräunlich angeflogene Htfl. mit
breiten, schärferen, schwärzeren Aussenbinden haben, wie
solche nur ausnahmsweise annähernd so bei gewissen Stücken
der anderen Formen vorkommen. Die Vafl. der 2% der var.
Sancta sind auch ziemlich auffallend dunkel, mehr braungrau
als die der & 8, wo sie aschgrau sind, sie sind mehr oder
minder gezeichnet und kommen bei den anderen Formen zu-
weilen fast ebenso vor. Durchschnittlich scheinen sie mir
etwas stärker bräunlich angeflogen zu sein. Die Unterseite
302 Dr. O. Staudinger:
der var. Sancta ist etwas lichter, besonders bei den &8 fast
schmutzigweiss; die dunklen, schwärzliehen Aussenbinden der
Flügel treten schärfer hervor; sie verschwinden bei einzelnen
Stücken fast ganz. Meine vorliegenden Ps. Illunaris var.
Saneta sind 35—42 mm gross.
Phorodesma Pulchra Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 27.
Das einzige mir vorliegende (fransen-)reine, nur wenig
verletzte ö dieser Art wurde von Herrn .J. Paulus vor
8 Jahren, wahrscheinlich bei Jerusalem (vielleicht bei Jaffa ?)
gefangen. Grösse 21 mm; Flügel saftgrün (leicht gelblich,
vielleicht durch das Aufweichen, angeflogen) mit scharfen,
schwarzen Mittelpunkten. Die Vdfl. mit langem, nach innen
in der Mitte gezacktem, bräunlichweissem Aussenrandsflecken
(der die grössere untere Aussenrandshälfte einnimmt), zwei
lichten Vorderrands- und einem solchen Innenrandsfleckehen
(Fleckstrich). Vor dem Aussenrande der Htfl. steht eine
nach innen unregelmässig (im Analwinkel zackige) begrenzte,
schmale, bräunlichweisse Aussenrandsbinde. Vor den lichten,
braun gescheckten, vor den Spitzen mit einer feinen, braunen
Linie versehenen Fransen aller Flügel steht eine dunklere
Limballinie. Die Zeichnungen werden auf der Abbildung, wo
das lichte Grün ganz dunkel erscheint, genau wiedergegeben.
Die beiden runden, lichten Fleckpunkte im Basaltheil sind
durch Verletzungen entstanden, ebenso die gerade, lichte
Linie vor dem Aussenrandsflecken des rechten Vdfls. Im
Aussentheil ist keine Spur einer Querlinie vorhanden, während
unterhalb des ersten kleinen, dreieckigen, lichten Vorderrands-
fleckchens sich eine ganz schwache, lichte Querlinie fast bis
zum Innenrandsfleck fortsetzt. Der grosse, lichte, bräunlich-
weisse Aussenrandsflecken wird nach aussen ganz braun;
dies Braun erscheint auf der Abbildung ebenso dunkel wie
das Grün. Besonders durch diesen grossen Flecken, wie auch
durch die ähnliche Aussenrandsbinde der Htfl. unterscheidet
sich diese Phor. Pulchra sofort von den anderen, ähnlichen
Phorodesma-Arten, Pustulata Hufn. und Neriaria HS. Auch
auf der gelbgrünen Unterseite mit breitem, weisslichen Innen-
rande treten diese lichten Aussenrandstheile deutlich bei
- Pulchra auf, ebenso die kleinen schwarzen, ein wenig licht
umgebenen Mittelpunkte, die bei Pustulata ganz fehlen und
bei Neriaria meist nicht so deutlich vorhanden sind. Die
Fühler scheinen bei Pulchra etwas weniger lang gekämmt zu
sein; die etwas kürzeren, nach aussen dunkelbraunen Palpen
haben ein dicker behaartes Mittel- und ein kürzeres, dünnes
a
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 303
Endglied. Die weissen Beine sind (stark) braun gefleckt, die
Vorderschienen sind fast ganz braun; an dem allein noch vor-
handenen linken Hinterbein kann ich an der Schiene nur
ein Spornpaar entdecken. Der Hinterleib ist oben braun,
unten weiss. Ausser diesem Phor. Pulchra-& erhielt ich aus
Palaestina von dieser Gattung nur noch 1 Phor. Neriaria-2
durch Herrn J. Paulus.
Eucrostis (?) Pruinosata Stgr. n. sp. Herr J. Paulus
sandte mir eine Anzahl dieser im Mai und Juni bei Jerusalem
gefangenen und theilweise aus Raupen (die auf Fenchel
lebten) erzogenen Art. Nach den ersten, grösseren Stücken
glaube ich zunächst, dass es eine zeichnungslose Form von
der wenig gezeichneten Pseudoterpna Pruinata var. Agrestraria
Dup. sein könne; bei genauer Untersuchung finde ich aber,
dass diese Art gar keine Pseudoterpna sein kann, weil die
Hinterschienen in beiden Geschlechtern nur ein Paar (End-)
Spornen tragen. Auch sind die (Tarsen) Fussglieder etwas
länger als die Schienen, während sie bei den Pseudoterpna-
Arten kaum halb so lang sind. Die Fühler scheinen auch
etwas kürzer und kaum halb so lang wie die Vorderrands-
länge der Vdfl. zu sein. Sie sind bei dem 8 sehr kurz ge-
kämmt, fast noch etwas kürzer als bei Pseudot. Pruinata;
da sie bei den Eucrostis-Arten sehr lang gekämmt sind, so
passt Pruinosata in dieser Hinsicht nicht ganz zu denselben,
auch ist-sie durchschnittlich weit grösser als die bekannten
Eucrostis Indigenata, Herbaria etc. Nach Lederer soll auf den
Htfln. der Eucrostis-Arten Rippe 3 und 4 sowie 6 und 7 ge-
stielt sein; die beiden letzteren sind auch bei Pruinosata kurz
gestielt, während 3 und 4 hier wie bei Eucrostis Herbaria
aus dem unteren Ende der Mittelzelle zu entspringen scheinen,
oder doch nur äusserst kurz gestielt sind.
Meine vorliegenden Eucr. Pruinosata sind 20—30 mm,
meist sind sie 23—26 mm gross. Die Flügel, deren Form
ähnlich wie bei Pseud. Pruinata ist (vielleicht sind die Vafl.
etwas schmäler und spitzer), sind bei ganz frischen, nicht auf-
geweichten Stücken, schön span- oder blaugrün gefärbt, sonst
sehen sie matter grün, ähnlich wie bei Pruinata, aus. Sie
sind so gut wie zeichnungslos, häufig sind sie mit feinen,
kleinen, weisslichen Schüppchen gemischt, weiss gesprenkelt.
Nur bei einzelnen Stücken lassen sich auf den Vdfin. die
Spuren einer sehr schwachen, lichten äusseren Querlinie er-
vathen, dieselbe scheint, wie bei Eucr. Herbaria, ganz schwach
gebogen, fast ungezackt zu sein. Auf der Unterseite sind
304 Dr. ©. Staudinger:
die Flügel fast ebenso grün, nur an den Innenrändern werden
sie zuweilen fast weisslich. Die beim 2 borstenförmigen,
beim & sehr kurzgekämmten Fühler sind oben grünlichweiss,
unten bräunlich. Die dünnen, kurzen, weisslichen Palpen
sind beim & noch etwas kürzer als beim 2, wo sie die Stirn
ein wenig überragen, was beim & nicht der Fall ist. Die
Beine und der Hinterleib sind weisslich.
Nemoria ? (Neromia) Jodisata Stgr. n. sp. Taf. IV,
Fig. 283. Von Herrn J. Paulus erhielt ich 3, theilweise
etwas verletzte && dieser Art, die er im ‚Jordanthal fing.
Obwohl die Flügel nicht grün (grünlich) gefärbt sind, glaube
ich, dass diese Art zur ersten Lederer’schen Spanner-Gruppe
(die fast nur mehr oder minder grünlich gefärbte Arten
enthält) gestellt werden muss, wo ich sie, fraglich, zur Gattung
Nemoria HS. setze. Da die verloschenen Querlinienzeichnungen
ihre Flügel fast gerade so wie bei Jodis Putata L. sind,
glaubte ich sie zuerst bei Jodis einreihen zu können, doch
haben die Jodis-Arten völlig andere (bis über die Mitte lang
sekämmte, dünn fadenförmige) männliche Fühler. Grösse
15—18 mm; Flügel licht ockerbräunlich, weisslich gewässert
mit einer gezackten und gebogenen lichten (nach innen schwach
dunkel begrenzten) Querlinie im Aussentheil und einer schwach
gewellten, lichten (nach aussen dunkel umsäumten) Extrabasal-
(Querlinie der Vadfl. Auf den Htfin. bemerkt man noch, be-
sonders bei dem abgebildeten grössten 8, einen verloschenen,
dunklen Mondstrich (den die Abbildung viel zu scharf wieder-
giebt) im hinteren Theil der Mittelzelle, der als Andeutung
(Rudiment) der hier fehlenden Extrabasale angesehen werden
kann. Die Unterseite aller Flügel ist zeichnungslos, schmutzig-
weiss, an den Vorderrändern ganz schwach bräunlich ange-
haucht. Die Abbildung lässt nicht nur die Zeichnungen
deutlich erkennen, sondern sie giebt auch die Form der
Flügel genau wieder; die Htfl. sind nicht, wie bei Nemoria
Viridata und noch mehr bei den Jodis-Arten eckig, sondern
sie haben einen völlig segmentartig abgerundeten Aussenrand
(ganz ähnlich wie bei Pnimentaria Gn., die Lederer auch zu
Nemoria stellt). Die borstenförmigen Fühler sind deutlich
bewimpert, anscheinend etwas länger als bei Nem. Viridata,
sonst denen dieser Art gleich gebildet; die dünnen, Kurzen
Palpen scheinen auch bei beiden Arten fast gleich zu sein.
Die langen Vorderbeine der Jodisata weichen kaum von
denen der Viridata ab; die Mittelbeine fehlen bei allen 3 vor-
liegenden 58. von denen auch nur das kleinste noch ein
2
er
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Neue Lepidopteren aus Palaestina. 305
vollständiges rechtes Hinterbein hat. Die Hinterschiene hat
(auch wie bei Nemoria) nur ein Paar Spornen, sie ist aber
nicht so breit und flach (gedrückt) wie bei den anderen
Nemoria-Arten. Die Zintertarsen sind bei Jodisata weit
länger, sie sind etwa °/, so lang wie die Schienen, während
sie bei den Nemoria-Arten etwa nur '/, so lang sind. Will
man daraufhin, sowie in Rücksicht auf die verschiedene
Färbung und Zeichnung der Flügel (welche letztere ganz wie
bei Jodis Putata ist), diese Jodisata aus der Gattung Nemoria
entfernen, so kann sie nur in eine neue Gattung gesetzt
werden, wofür ich den Namen Neromia (durch Umsetzung
der Buchstaben von Nemoria gebildet) vorschlagen würde.
Acidalia Conseerata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 29.
Von dieser neuen Art sandte mir Herr Paulus 3 bei Jerusalem
gefangene Stücke, von denen ein Paar (fransen-)rein, das %
nur ein wenig defect und 1 2 ziemlich abgeflogen ist. Sie
gehört in die Lederer’'sche Abtheilung Ab.) 1. 00, wo die
Rippen 6 und 7 der Htfl. gestielt, die männlichen Fühler
borstenförmig, kurz bewimpert und die Hinterbeine in beiden
Geschlechtern mit Endspornen versehen sind. Sie ist hier
am besten bei der fast gleichgrossen und gleichgefärbten Ac.
Consanguinaria Ld. einzureihen. Grösse (aller 3 Stücke) etwa
27 mm; Flügel beingelb (schmutzig lehmgelb) mit einer au/-
fallenden, nach innen scharf abgesetzten, nach aussen sich
allmählich verlierenden, schmalen, braun- (schmutzig-) v2oletten
(uerbinde im Aussentheil, hinter welcher (3) ganz ver-
loschene, breite, bräunliche Querlinien stehen; alle Flügel
führen schwarze Mittelpunkte. Die Form der auffallenden
Querbinde ist auf der zu dunkel gewordenen Abbildung genau
zu erkennen, sie erscheint hier nur auf dem linken Vafl. zu
scharf nach aussen begrenzt. Die zwischen ihr und dem
Aussenrande stehenden, sehr undeutlichen (3) dunkleren Quer-
linien lassen sich auf dem linken Htfl., ebenso wie beim Thier
selbst, erkennen, auf den Vdfln. sind sie beim abgebildeten ö
auch nicht (oder doch nur ganz rudimentär) vorhanden. Die
lichte Basalhälfte aller Flügel erscheint auf der Abbildung
stark dunkel bestreut, in Wirklichkeit ist die hier beingelbe
Färbung nur mit kaum sich hervorhebenden bräunlichgelben
Schüppchen bestreut (die im Lichtdruck weit dunkler ge-
worden sind). Auf der lichten (beingelben) Unterseite aller
Flügel, die nur im Discus der Vdfl. schwach verdunkelt ist,
tritt, ausser den scharfen, schwarzen Mittelpunkten, nur die
schmutzigviolette Aussenbinde etwas schmäler und nach aussen
306 Dr. O. Staudinger i
# .
schärfer begrenzt auf. Der Thorax und der Kopf mit ihren
Anhängen, sowie der Hinterleib, sind ganz ähnlich (ebenso)
licht beingelb wie die Fühler gefärbt; die Bildung der Fühler
und Beine habe ich schon gleich am Anfang besprochen. Die
auffallend braunviolette Aussenbinde der Flügel unterscheidet
diese Consecrata sofort von allen mir bekannten Acidalia-
Arten.
Acidalia Herbariata F. var. ? Adherbariata Steger.
(Subherbariata*) Stgr. Taf. IV, Fig. 31. Ich erhielt von
Herrn J. Paulus 7, Ende Mai bis Ende Juni, meist im Jordan-
thal (1—2 wahrscheinlich bei Jerusalem) gefangene Stücke
(5 88 und 2 ? 2), von denen 4 ganz fransenrein, die anderen
etwas geflogen sind. Diese Art gehört zur Lederer’schen
Abtheilung A. 2. 00, wo die Rippen 6 und 7 der Hifl. ge-
stielt, die Hinterbeine beim 8 ungespornt, beim 2 mit Eind-
spornen versehen und die männlichen Fühler kurz und
gleichmässig bewimpert sind. Sie steht der gleichgrossen
Acid. Herbariata F. sehr nahe und kann vielleicht als eine
lichtere Localform davon angesehen werden. Grösse 16—18 mm;
Flügel licht beingelb (lehmgelb) mit 2 theilweise etwas unter- -
brochenen, gebogenen und gezackten, dunklen Querlinien und
verloschener, dunkler, binden- oder fleckenartiger Zeichnung
vor den Aussenrändern. Alle Flügel führen scharfe, dunkle
Mittelpunkte und im Basaltheil der Fransen, hinter einer
dunklen Limbalstrichlinie, kleine, schwarze Punkte. Auf der
Abbildung des reinsten 8 treten die Zeichnungen, besonders
auf der rechten, hier lichter (besser) gerathenen Seite deutlich
hervor, bei den 22 sind die Aussentheile der Flügel binden-
artig verdunkelt mit einer (verloschenen) lichteren Querlinie.
Die beiden dunklen Querlinien der Vafl. sind ganz ähnlich
so geformt wie die beiden entsprechenden bei Herbariata, nur
sind sie stets weiter von einander entfernt, als dies (meistens)
bei Herbariata der Fall ist. Die letztere ist weit dunkler,
braun oder graubraun gefärbt und stärker gezeichnet,
doch kommen fast ebenso lichte Stücke vor, die einen Ueber-
sang zu Adherbariata bilden; so dass ich diese jetzt lieber
#) Der Name Subherbariata wurde schon von Rössler
in der Stettiner ent. Zeit. 1877, S. 366 für eine spanische Art von
Bilbao vergeben, welche ich bereits in derselben Zeitschrift 1859,
S. 217 als Miserata nach von mir bei Granada gefangenen
Stücken kurz beschrieben hatte. Die Art wurde aber schon 2 Jahre
früher (1857) von Guende nach einem bei Cette (Süd-Frankreich)
gefangenen & als Subsaturata beschrieben.
RT 0? ” LFY. S
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 307
als eine sehr blasse Form der Herbariata ansehen möchte.
Eine Anzahl gezogener Stücke verschiedener Generationen
dieser Adherbariata aus Palaestina würde sicheren Aufschluss.
über diese Form (Art) geben können.
Acidalia Improbata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 30.
Von dieser kleinen Art sandte mir Herr J. Paulus 3 im
Jordanthal gefangene ?% ein, die fast überall volle Fransen
haben, aber mehr oder minder verletzt sind. Grösse 15—19 mm;
Flügel lehmfarben (graugelb) mit scharfen, dunklen Mittel-
punkten, einem bindenartigen (aus 3 Querzeichnungen be-
stehenden), dunklen Aussenrandsthe:il und einer nur schwach
hervortretenden Extrabasale der Vafl. Bei einem 2 tritt die
ganz ähnlich wie bei der vorigen Art gebogene, äussere Quer-
linie vollständig und ziemlich deutlich hervor, bei dem abge-
bildeten 2 ist sie nur rudimentär (verloschen) vorhanden.
Dicht dahinter folgt die am meisten vortretende, bindenartige
Verdunkelung (ähnlich wie bei der bekannten Ac. Bisetata
Hufn.), der, durch eine gewellte (gezackte) lichte Querlinie
getrennt, eine schwächere, fleckbindenartige Verdunkelung
unmittelbar vor dem Aussenrande stehend, folgt. Diese binden-
artigen Verdunkelungen treten auf den Htfln. weniger hervor;
bei dem kleinsten 2 sind sie auf allen Flügeln nur schwach
vorhanden. Hinter der dunklen Limbalstrichlinie stehen
kleine schwarze Pünktchen im Basaltheil der lichten Fransen.
Auf den Vdfln. erkennt man eine ziemlich verloschene, unten
schwach nach innen gezackte Extrabasale. Die etwas lichtere,
lehmgelbe Unterseite zeichnet sich durch eine ziemlich scharfe,
vollständige, dunkle Querlinie im Aussenrandstheil aller Flügel
aus, ferner führt sie dunkle Mittelpunkte, die auf den Vdfin.
deutlicher als auf den Htfln. auftreten. Der Thorax und der
Scheitel sind lehmgelb, die Stirn und die dünnen Palpen
schwärzlichbraun, die gelben Fühler sind borstenförmig gebildet.
Die lichten Beine tragen an den Hinterschienen ein Paar
Endspornen, die Tarsen der Hinterbeine sind etwa (fast) so
lang wie die Schienen. Der lehmgelbe Hinterleib endet
ziemlich spitz.
Die Abbildung ist (wieder) viel zu dunkel geworden,
die dunklen Aussenrandszeichnungen treten auf der lichteren,
rechten Seite zu wenig hervor, während diese im Discus auch
zu dunkel ist. Ac. Improbata unterscheidet sich von der ihr
etwas ähnlichen vorigen Art (Adherbariata) sofort durch die
mit einer deutlichen Querlinie gezeichnete Unterseite, dann
auch durch die Oberseite, wo sich die dunklere Aussenbinde,
308 Dr. O. Staudinger:
ähnlich wie bei Ac. Bisetata. mehr und überall gleich breit
hervorhebt.
Acidalia (?) Uniformis Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 353.
Herr Paulus sandte mir von dieser eigenthümlichen, zeich-
nungslosen Art 3, Ende Mai im Jordanthal gefangene Stücke
ein (ein ziemlich reines Pärchen und ein abgeflogenes 2).
Ac. Uniformis hat mit keiner Acidalia (grössere) Aehnlichkeit,
ich stelle sie etwas fraglich zu dieser Gattung. Die Rippen
6 und 7 der HAtfl. sind sehr lang gestelt, die etwas säge-
förmigen männlichen Fühler sind lang bewimpert, die beim
8 auffallend kurzen Hinterbeine sind ungespornt, beim %
sind sie mit Endspornen versehen. Danach gehört diese
Ac. Uniformis zur Lederer'schen A.b. 2. o, wo sie bei der
etwas grösseren, auch fast zeichnungslosen Ac. Nudaria Christ.
vom Amurgebiet, die fast ebenso lang gestielte Rippen 6 und 7
der Htfl. hat, am besten gestellt wird. Grösse des & 19,
der beiden 2? etwa 17 mm; Flügel blass lehmgelb (licht
graugelb) mit deutlichem, kurzem, dunklem Mittelmondstrich
der Vdfl. und dunklem Mittelpunkt der Htfl. Der letztere
fehlt den 2% ganz, der erstere tritt bei ihnen weit ver-
loschener auf als beim (abgebildeten) &. Auf der etwas
lichteren Unterseite mit bräunlichem Vorderrande der Vafl.
fehlt der Mittelmond bei den 2% ganz, beim 5 ist er, nur
auf den Vdfln., verloschener als auf der Oberseite, zu er-
kennen. Alle anderen Körpertheile sind lehmgelb wie die
Vafl. gefärbt, nur die Stirn ist schmutzigbraun. Die Abbildung
des & giebt die Flügelform dieser mit keiner anderen Art zu
verwechselnden Ac. Uniformis genau wieder.
Acidalia Allongata Stgr. n. sp. Taf. IV, Fig. 32.
Hiervon sandte mir Herr J. Paulus nur ein ziemlich reines,
(1893) bei Jerusalem gefangenes 2 ein. Es hat noch längere,
schmälere und spitzere Vdfl. als Longaria HS., bei welcher
diese Allongata am besten einzureihen ist. (srösse fast
21 mm; Flügel braungrau (graubräunlich) mit 2 dicht neben
einander parallel verlaufenden, im oberen Theil nach aussen
gebogenen, schwärzlichen Querlinien und schwarzen Mittel-
punkten, die auf den At/ln. besonders gross hervortreten.
Die lichte Flügelfläche ist spärlich mit dunkleren Schüppchen
(Atomen) bestreut, besonders auch der Vorderrand der Vaf.,
der lichtgrau ohne bräunlichen Anflug ist. Die innere der
beiden dicht nebeneinander verlaufenden Aussenlinien ist
breiter, aber weniger scharf als die äussere. Auf den Vdfln.
sind diese Linien schwach S-förmig gebogen, besonders die
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 309
äussere macht hier dicht unter dem Vorderrande eine spitze
Einbiegung nach innen, dann eine solche nach aussen. Auf
den Htfin. sind diese Querlinien in ihrem oberen Theil ziemlich
stark nach aussen gebogen, der grosse Mittelpunkt steht dicht
vor der inneren Querlinie. Zwischen dieser Doppellinie und
dem Aussenrand bemerkt man, besonders auf den Hitfin.,
2 sehr verloschene, breite, dunklere Querlinien. Hinter der
auf den Htfin. braun hervortretenden, dunkleren Limbalstrich-
linie stehen im Basaltheil der hier lichteren Fransen scharfe,
schwarze Punkte. Auf der etwas lichteren, mehr oder minder
dunkel bestreuten Unterseite tritt besonders die erste Quer-
linie hinter den scharfen Mittelpunkten deutlich und voll-
ständig auf, während die andere recht verloschen ist. Der
Thorax und der Hinterleib sind ähnlich grau wie die Vafl.
gefärbt; der Scheitel ist etwas lichter grau, die Stirn dunkel
schmutzigbraun. Die Fühler sind borstenförmig, die Beine
ganz ähnlich (ebenso) wie bei Longaria gebildet, die Hinter-
schienen haben nur Endspornen. Diese Ac. Allongata, deren
Form und Zeichnungen durch die Abbildung gut wiedergegeben
werden, ist mit keiner mir bekannten Art zu verwechseln.
Aecidalia Flaccata Steger. n. sp. Taf. IX, Fig. 22. Herr
Bacher fand diese neue, der .Ac. Flaceidaria Zell. recht nahe
stehende Art in kleiner Anzahl, Ende Mai d. J., nördlich vom
Todten Meer im Jordanthal; einige Stücke davon hatte er
Anfang März auf der Halbinsel Messra gefangen. Grösse
22—25 mm; Flügel licht schmutzig weissgelb, spärlich fein
schwärzlich bestreut, mit schwarzen Mittelpunkten, die Vafl.
mit 5, die Atfl. mit 2 meist sehr verloschenen, lichtbräun-
lichen (Querlinien. Diese letzteren sind gewöhnlich nur sehr
schwach zu erkennen; auf den Vdfln. tritt, bei manchen
Stücken, die äussere, dicht hinter dem kleinen schwarzen
Mittelpunkt stehende, breiteste Querlinie ziemlich scharf und
deutlich hervor. Sie ist sehr schwach gebogen, kaum gezackt,
und verläuft fast in gerader (senkrechter) Richtung vom
Vorder- bis zum Innenrand, während die hier bei Flaceidaria
stehende, verloschenere (@uerlinie ganz schräg ist. Die
zwischen dieser und dem Aussenrande stehende, meist ganz
undeutliche Querlinie ist unregelmässig ausgebogen, schwach
gezackt. Ebenso undeutlich ist meist die ziemlich gerade
verlaufende Extrabasale. Die Vafl. sind zuweilen, besonders
im Aussentheil, braunröthlich angeflogen, so bei dem abge-
bildeten 5, wodurch die Zeichnungen noch weniger hervor-
treten. Auf den Htfln. bemerkt man meist kurz vor dem
310 Dr. O. Staudinger:
hier grösseren, schwarzen Mittelpunkt (Mittelmond) eine etwas
gebogene (Juerlinie, während eine zweite ziemlich weit da-
hinter steht, die bei einigen Stücken völlig fehlt. Vor den
bräunlichen Fransen stehen kleine schwarze Limbalpunkte,
. die zuweilen sehr rudimentär werden und theilweise ganz ver-
schwinden. Auf der weisslichen Unterseite treten nur diese
Limbal- und die Mittelpunkte deutlich hervor, zuweilen sind
die Spuren einer bräunlichen Querlinie vor dem Aussenrande
der Htfl. angedeutet. Die Vdfl. sind, mit Ausnahme eines
breiten Innenrandstheils, meist leicht bräunlich angeflogen.
Der Thorax, der Kopf und der Hinterleib sind ähnlich
hell wie die Vafl. gefärbt; auch die bei Flaceidaria dunkel-
braune Stirn ist bei Flaccata hell. Die borsten- oder schwach
sägeförmigen männlichen Fühler sind lang (doppelzeilig) be-
wimpert; sie sind denen der Flaccidaria fast gleich gebildet.
Dasselbe ist mit den Beinen der Fall, die Hinterschienen des
ö sind ungespornt, oder sie zeigen zuweilen die Spuren eines
Endsporns. Bei dem 2 sind sie sowohl bei Flaccata wie bei
Flaceidaria mit 2 Spornpaaren versehen, Lederer giebt für
die letztere Art nur Endspornen an. Auf der Abbildung
eines ö sind die verloschenen Zeichnungen fast gar nicht zu
erkennen, während die Flügelform genau wiedergegeben ist.
Bei anderen Stücken tritt die stumpfe Ecke des Aussenrandes
der Htfl. noch weniger hervor. Die bei allen Flaceidaria
weit mehr, fast spitz heraustretende Hinterflügelecke bildet
einen weiteren Unterschied von Flaccata.
Crocallis (?) Jordanaria Steger. n. sp.; Enconista Jorda-
naria, Taf. IV, Fig. 37. Diese Art wurde von Herrn J. Paulus
im Jordanthal entdeckt, zuerst sandte er mir ein am 11. No-
vember (1893) gefangenes @; später fand er Anfang März
einige Stücke und im vorigen Jahre erzog er sie in kleiner
Anzahl von Anfang September bis Mitte November. Den
Namen des Strauches, auf dem die Raupen leben, konnte er
mir noch nicht mittheilen. Da diese grosse Art der etwa
gleichgrossen (auch von mir bei Granada von (renisten er-
zogenen) Enconista Agaritharia Dard. ziemlich ähnlich ist,
besonders auch sehr lang gekämmte, männliche Fühler hat,
so hielt ich sie zuerst für eine fragliche Enconista. Sie ist
aber wohl besser zu Croecallis zu stellen, trotz der Verschieden-
heit der männlichen Fühler, die hier weit kürzer und anders
sekämmt sind. Die Vdfl. dieser Jordanaria sind schmäler
als die der Enc. Agaritharia, sie sind etwa ebenso schmal
wie bei den Crocallis-Arten, haben aber nicht den spitzen Apex,
Neue Lepidopteren aus Palaestina. si
sonst ganz ähnliche Zeichnungsanlage (die auch der meist
verloschenen von Enc. Agaritharia ziemlich gleich ist). Grösse
34—43 mm; Vdfl. mehr oder minder beht braungrau mit
zwei zackig gebogenen, dunkleren Querlinien (in der Mitte
und im Aussentheil) und einem meist nur schwach hervor-
tretenden, dunklen (Mondmakel-) Flecken am Ende der Mittel-
zelle. Die Stellung und die Form der beiden Querlinien ist
auf der Abbildung genau wiedergegeben, der Raum zwischen
denselben ist meist etwas dunkler. bindenartig ausgefüllt.
Die Querlinien selbst sind bei einzelnen Stücken sehr ver-
loschen, die vordere ist zuweilen gar nicht mehr zu erkennen.
Am Vorderrand tritt zwischen der äusseren (uerlinie und
dem Apex öfters noch eine kurze, verloschene Schattenlinie
auf; der am Ende der Mittelzelle stehende kleine, ovale Fleck
ist lichter gekernt, er tritt meist nur recht schwach hervor.
Die Vdfl. sind bei einzelnen Stücken schwach schwärzlich be-
streut; schwarze Limbalpunkte, wie bei den Crocallis-Arten,
fehlen vor den den Flügeln gleich gefärbten Fransen. Die
Htfl. sind lichter grau als die Vdfl., bei einzelnen 2% sind
sie fast weissgrau, sie zeigen oft, wie bei dem abgebildeten
ö, verloschene, punktartige Rudimente einer äusseren Quer-
linie. Die Unterseite aller Flügel ist licht gelblichgrau mit
dunklen Mittelfleckehen, die auf den Htfln. kleiner sind und
hier zuweilen (fast) ganz fehlen. Die punktartigen Rudimente
einer äusseren Querlinie treten bei einigen Stücken deutlicher
als auf der Oberseite auf; hin und wieder lassen sich davon
auch Spuren auf den Vdfin. entdecken.
Der dicht (wollig) behaarte Thorax und der Kopf sind
ähnlich wie bei den Crocallis-Arten gebildet, die Palpen sind
etwas kürzer, sonst ähnlich. Sehr verschieden sind die Fühler
der Jordanaria, bei den && sind sie über doppelt so lang,
und wie mir scheint, feiner gekämmt als bei Croc. Tusciaria
und Elinguaria und über 4 mal so lang als bei Croc. Dar-
douinaria; beim 2 sind sie (sehr) kurz gekämmt, während
sie bei den genannten Ürocallis-Arten sägeförmig sind. Die
Beine und der Hinterleib sind ganz ähnlich oder ebenso wie
bei den bereits bekannten Crocallis-Arten gebildet, zu denen
diese Jordanaria doch besser als zu Enconista oder anderen
bekannten Gattungen passt.
Gnophos Subvariegata Stgr. n. sp. Tat. IV, Fig. 34.
Herr J. Paulus fand eine Anzahl meist kleinerer 55 im
November, einige auch im Juni im Jordanthal, die ich für
eine von Variegata verschiedene Art halte, welche letztere
319 Dr. O. Staudinger:
auch von Herrn Paulus im April und Mai bei Jerusalem,
sowie im November im Jordanthal gefangen wurde. Herr
Bacher fand einige Gn. Subvariegata bei Engeddi, das in der
Mitte der Westküste des Todten Meeres liegt. Grösse der
meisten 85 18—20 mm, nur ein ® ist etwas über 21 mm
gross, während die 3 2%, die ich zu Subvariegata ziehe, be-
deutend grösser, 25 —27 mm messen. Ich glaube, dass die
letzteren mit den && im November im Jordanthal gefangen
wurden und zwar zusammen mit Stücken, die ich für sichere,
etwas kleinere Gn. Variegata halte. Bei der grossen Varia-
bilität der Variegata und der Aehnlichkeit, die Subvariegata
mit ihr hat, verzichte ich auf eine specielle Beschreibung der
letzteren und gebe besonders nur die Unterschiede zwischen
beiden Arten an. Die schmutziggrauen, gelblich gemischten
Flügel der Gn. Subvariegata sind verloschener gezeichnet,
besonders eintöniger gefärbt als die der Variegata; die ver-
loschenen Querlinien sind nicht mehr oder minder gelblich
wie bei Variegata, sondern grau, sie werden besonders nur
durch lichtere Umrandung hervorgehoben; die braungelbliche
Färbung, die bei Variegata oft so stark hervortritt, fehlt so
gut wie ganz. Im Aussenrande der Vdfl. tritt die dunklere
Binde nur sehr verloschen hervor, niemals so scharf und
bläulich grau, wie so oft bei Variegata. Die Unterseite aller
Flügel ist nicht weiss- sondern schmutzig gelbgrau, die
Aussenrandszeichnungen treten wiel verloschener auf, der
dunkle Mittelflecken fehlt oft fast ganz. Der Aussenrand
der tl. scheint mir bei Subvariegata weit weniger tief
wellenförmig gezackt zu sein als bei Variegata, er zeigt be-
sonders nur eine tiefere (wellenförmige) Ausbuchtung etwas
oberhalb seiner Mitte. Die männlichen Fühler sind sägeförmig
wie bei Variegata (anscheinend etwas tiefer sägeförmig); alle
anderen Körpertheile scheinen mir bei den beiden Arten (fast)
gleich gebildet zu sein. Da ausser sehr grossen, typischen
Variegata von Jerusalem auch kleinere, etwas blasser gezeich-
nete, sichere Variegata (die Herbst-Generation) Anfang No-
vember mit diesen Subvariegata in Anzahl zusammen gefunden
wurden, so glaube ich um so mehr, dass die noch kleinere
Subvariegata, deren Hauptunterschiede oben durch gesperrten
Druck angegeben sind, eine davon verschiedene Art ist. Die
Abbildung ist wieder viel zu dunkel geworden.
Gnophos Adjectaria Stgr.n. sp. Taf. IV, Fig. 355. Von
dieser Art liegen mir 6 von Herrn J. Paulus im Jordanthal ge-
fangene Stücke (4 8 8 und 2 ? ?) vor, von denen ein mit Datum
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 313
versehenes ö& am 9. November gefangen wurde. Diese Adjec-
taria hat hinsichtlich der matten Färbung und verloschenen
Zeichnungen der Flügel ziemliche Aehnlichkeit mit der vorher-
gehenden Subvariegata, von der sie aber durch die stark ge-
kämmten männlichen Fühler sofort unterschieden wird. Die
letzteren verleiteten mich dazu, Adjectaria für eine Gnopharmia
zu halten (als welche sie auf der Tafel bezeichnet ist), doch
fehlt dem 3 das kahle Grübchen auf der Unterseite des
Basaltheils der Vafl.; die Vorderschienen zeigen einen etwas
schwer erkennbaren Fortsatz. Diese Adjectaria ist bei dem
in der Iris VII (1894) S. 292 nach Stücken von Jerusalem
beschriebenen Gn. Sacraria einzureihen. Die vorliegenden
4 8& sind 20—22 mm, die beiden ziemlich verschiedenen,
grösseren ?% sind 26 und 27 mm gross. Die Vdfl. der 88
sind vorherrschend verloschen mattbraun gefärbt, die (eigent-
liche) lichte (schmutzig lichtgelbe) Grundfärbung tritt weit
weniger auf, besonders bei einem 5 nur verschwindend wenig.
Bei dem abgebildeten & sind ein runder, kleiner, dunkler,
licht gekernter Mittelfleck und dahinter eine ziemlich breite,
verloschene, dunkle Aussenbinde deutlich vorhanden, auch
lässt sich hier eine Extrabasale schwach erkennen; bei ‘den
anderen 58 sind diese Zeichnungen zum Theil weniger
deutlich zu erkennen. Die Atfl. der 38 sind in der Basal-
hälfte lichter, schmutzig weissgrau mit dunklerem Mittelfleck
und mehr oder minder dunkel (matt bräunlich) gewötlktem
Aussenrandsthel. Das auf den Vdfin. fast ganz braune, nur
wenig lichter gemischte 8 ist auf den Htfln. dunkler bräunlich.
Die Unterseite aller Flügel ist schmutzig weissgrau, auf den
Väfin. etwas dunkler angeflogen, mit sehr verloschenen (kaum
erkennbaren), dunklen Mittelpunkten und einer rudimentären,
verloschenen, dunklen Aussenbinde der Vdfl., die noch weniger
als bei der vorigen Art hervortritt. Die Fühler sind ziemlich
lang gekämmt, die Kämme nehmen allmählich nach der Spitze
zu ab (bei Gnopharmia bleibt das Ende der Fühler fadenförig,
während der andere Fühlertheil weit länger gekämmt ist).
Die beiden, weit grösseren ? 2, welche ich etwas fraglich
zu Adjectaria ziehe, haben eine lichtere, schmutzig weissgraue,
schwach dunkel bestreute Flügeloberseite, die nicht matt-
bräunlich, sondern ganz wenig und schwach gelblich ange-
flogen ist, besonders bei dem einen ?. Die Flügel führen
kleine, dunkle Mittelfleckchen, die bei einem $ auf den Vdfln.
schwach licht gekernt sind; dies 2 lässt auch eine schwache,
dunkle, äussere Querlinie und einenoch schwächere (verloschenere)
21
314 Dr. ©. Staudinger:
Extrabasale erkennen. Beide 2% zeigen vor dem Aussen-
rande der Vdfl. eine ganz verloschene, dunklere Schattenbinde
(besonders im oberen Theil), die denen der 58 ähnlich ist.
Ebenso ist, wie bei den 86, der Aussentheil der Htfl. etwas
stärker dunkel gesprenkelt. Auf der lichten, schmutzigweissen
Unterseite sind die Vdfl. etwas dunkler angeflogen, sie führen
hier eine ziemlich deutliche, dunkle Aussenbinde und ein
stark hervortretendes, schwärzliches Mittelfleckchen, das auf
den Htfln. etwas kleiner, aber auch deutlich vorhanden ist.
Die borstenförmigen Fühler zeigen nach unten ganz kurze
Fortsätze, sie sind aber weder eigentlich bewimpert, ‚noch
schwach gezähnt zu nennen. Diese 22 dürften doch zu
Adjectaria gehören, da sie sicher von den weit dunkleren
Gn. Subvariegata und der auch meist viel dunkleren Gno-
pharmia Sacraria verschieden sind; von den hellen 22 der
letzteren Art unterscheiden sie sich sofort durch die Unter-
seite, die bei diesen keine Spur der Aussenbinde und weit
kleinere, dunkle Mittelpunkte hat.
Fidonia? Pratana F. (Ent. Syst. II, S. 161 [1793];
Bohatsch Wien. ent. Z. 1885, S. 143; Reaumuraria Mill,
Icon. U, S. 2, Pl. 51, 1.2.; Megearia Oberth. Etudes VI,
S. 84, Pl. III, Fig. 8) |1881] var. Mortuaria Stgr. Von
dieser schon vor länger als 100 Jahren durch Fabricius aus
dem westlichen Nord-Afrika (heutigen Algerien) als Phalaena
Pratana (!) beschriebenen Art fand Herr Bacher Mitte Mai
d. J. in der Nähe des Todten Meeres (im Jordanthal) eine
kleine Anzahl 22, die von den algierischen und spanischen
Stücken so auffallend verschieden sind, dass sie als var. Mor-
tuaria einen Namen verdienen. Die 15—14 mm grossen
Mortuaria-?2 2 sind (auffallend) kleiner als meine 16—18 mm
grossen algierischen und meine über 19 mm grossen spanischen
Fid. Pratana-?22. Ihre Grundfärbung ist nicht bräunlich,
sondern grau, die der Vd/l., besonders im Aussentheil, ist
geradezu aschgrau. Die hinter der Mitte der Vdfl. verlaufenden
beiden Querlinien scheinen durchschnittlich etwas weniger
stark gebogen zu sein; der schmale Raum zwischen denselben
ist fast ganz bindenartig dunkel ausgefüllt.
Nach der Beschreibung von Fabrieius ist seine Phalaena
Pratana mit dem „Habitat in Barbaria Dom. Desfontaines“
sicher die später von Milliere als Reaumuraria und noch
später von Oberthür als Megearia beschriebene Art. Ich be-
zweifle nur, dass die von Milliere gemachte Angabe, seine
Stücke seien von Mr. Daube bei Montpellier gefunden,
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 315
richtig ist; vielleicht können diese Stücke bei Cette gefangen
sein, wahrscheinlich erhielt Mr. Daube sie aus Algerien.
Dort fing ich diese Art häufig bei Biskra an salzhaltigen
Stellen, wo ich sie fast ausschliesslich von einer niedrigen
salzhaltigen Pflanze (Salicaria?) aufscheuchte, welche von den
‚aus Eiern erhaltenen Räupchen begierig gefressen wurde.
Herr Korb fand diese Art 1894 in Anzahl bei Algezares in
der Provinz Murcia; die dort gefundenen Stücke sind durch-
schnittlich grösser und meist dunkler als die algierischen.
Eneonista Exustaria Stgr. n. sp. (Selidosema). Taf. IV,
Fig. 36. Herr J. Paulus sandte mir einige von ihm Anfang
November im Jordanthal gefangene, zum Theil ganz reine
Stücke (#3 858 und 2 2%); Herr Bacher fand am 22. März
d. J. ein fast reines & im Gebirge Moab, nordöstlich vom
Todten Meer. Auf der Tafelerklärung ist diese Art irrthümlich
als Selidosema angegeben, sie ist eine sichere Enconista, die
besonders mit gewissen Stücken der bekannten, etwas grösseren,
‚stark abändernden Enc. Perspersaria Dup. ziemliche Aehnlich-
keit hat. Auch passen die von Lederer angegebenen Merk-
male der Arten dieser Gattung auf diese Exustaria ebenso
gut wie auf Perspersaria. Grösse 27—32 mm. Ftügel licht
gelbgrau, seltener weissgrau, mit dunkleren, schwarzbraunen
Schüppchen mehr oder weniger, meist sparsam, bestreut; die
Vdfl. mit einer verloschenen (doppelten), dunkleren, äusseren
Querlinie, den Spuren einer Extrabasale und einem kurzen,
dunklen Mittelstrich, der bei 3 Stücken ganz fehlt. Die licht
gelbgraue Färbung der Flügel ist bei einem 8 weissgrau,
‚bei diesem & allein tritt die dunkle, äussere Querlinie ziemlich
‚scharf und vollständig auf, sie macht hier unter dem Vorder-
rande einen spitzen Zacken (Winkel) nach aussen und läuft
dann, schwach nach innen gebogen (mit einigen kurzen
Zäckchen), kurz vor dem Ende des Innenrandes aus. Dicht
hinter ihr steht eine verloschene, 2. dunkle Querlinie. Bei
allen anderen Stücken tritt diese Querlinie verloschener auf,
am stärksten bei dem abgebildeten 3; bei einem &, wo sie
kaum mehr zu erkennen ist, tritt eine schräg nach aussen
verlaufende Extrabasale ziemlich deutlich hervor, während
‚eine solche bei allen anderen Stücken nicht zu erkennen ist.
Diesem 5 sowie einem ® fehlt der kurze dunkle Mittelstrich
am Ende der Mittelzelle völlig. Vor den den Flügeln ganz
gleich gefärbten Fransen stehen bei einigen Stücken einzelne,
äusserst Kleine, schwarze Limbalpünktchen. Die meist in der
‚Aussenhälfte etwas stärker bestreuten Htfl. lassen hier bei
215
316 Dr. O. Staudinger:
einzelnen Stücken schwache Spuren einer verdunkelten Binde
im Aussentheil errathen. Auf der etwas weniger lichten,
stärker dunkel bestreuten Unterseite treten stets dunklere-
Mittelpunkte, wenn auch zuweilen etwas verloschen, hervor,
sonst lassen sich nur schwache Spuren einer verdunkelten
Aussenbinde, besonders auf den Vdfin., erkennen.
Der Thorax und der Kopf sind wie die Flügel gefärbt,
der Hinterleib ist etwas dunkler lehmfarben. Die Fühler
sind gerade so wie bei Perspersaria gebildet, die des ö gekämmt,.
die des 2 sägeförmig. Die Palpen scheinen noch etwas
kürzer als bei Perspersaria zu sein, während die Beine gleich
gebildet sind; am Ende der sehr kurzen Vorderschiene sitzt
eine Kralle (Dorn). Die Abbildung eines 5 giebt die Form
der Flügel genau, auch deren Zeichnungen gut wieder. Enc:
Exustaria kommt gewissen, lichten Stücken der Perspersaria
sehr nahe, so dass sich bei der grossen Variabilität dieser
Art kaum konstante Unterschiede auffinden lassen. Ein
Hauptunterschied ist der, dass die äussere Querlinie der Vafl.
am Vorderrande selbst bei Exustaria doppelt auftritt. Dies
ist bei einigen 30, aus Hunderten ausgesuchten Stücken meiner
Sammlung von Encon. Miniosaria und var. (?) Perspersaria
niemals der Fall; auch macht diese südwesteuropäische Art
einen von Exustaria so verschiedenen Totaleindruck, dass ich
sie nicht für eine Lokalform derselben ansehen kann.
Cidaria Multipunctata Stgr. n. sp. Herr J. Paulus
sandte mir 2 ganz reine (frische) $& ein, von denen das
eine am 23. December, das andere am 4. Januar bei Jerusalem:
gefangen wurde. Ich hielt dieselben zuerst für eine kaum
auffallende, etwas weniger gezeichnete Lokalform der west-
europäischen Cid. Multistrigaria Hw., von der namentlich ge-
wisse englische Stücke ihr recht ähnlich sind; ich sehe aber‘
jetzt, dass sie durch die ganz verschieden gebildeten Fühler
zweifellos eine davon verschiedene Art sein muss. Die
Fühler dieser Cid. Multipunetata sind borsten- oder schwach
sägeförmig, lang, doppelzeilig bewimpert, während sie bei:
Multistrigaria (doppelzeilig) gekämmt sind. Da die After-
klappen des 5 (der Afterbüschel) nur wenig entwickelt ist,
so müsste Multipunetata in die Lederer’sche Cidaria-Ab-
theilung B. b. gesetzt werden (in der Suffumata Hb., Pomoe-
raria Ev., Fluviata Hb. und andere Arten stehen); sie ist
aber von allen den Arten dieser Abtheilung hinsichtlich der‘
Flügelzeichnungen sehr verschieden, und hat darin die grösste-
Aehnlichkeit mit Multistrigaria. Grösse 24 und 27 mm;
q Neue Lepidopteren aus Palaestina. 317
Vafl. lieht braungrau (graubräunlich) mit dunklen Strich-
punkten auf den etwas lichteren Rippen (die in 4 Querreihen
stehen), einer schwach lichteren Aussenrandslinie und schwärz-
lichen Limbal-Doppelpunkten. Die Farbe der Vafl. ist bräun-
licher als bei meinen englischen Mutistrigaria, die Färbung
meiner südfranzösischen und catalonischen Multistrigaria ist
lichter, fast aschgrau. Querlinienartige, dunklere Zeichnungen,
wie solche meist bei Multistrigata vorhanden sind, fehlen bei
Multipunetata ganz, hier treten nur (etwa 4—5) verloschene
‚dunkle Punktreihen auf, von denen die beiden im Aussentheil
deutlicher und ziemlich vollständig zu erkennen sind. Bei
meinen lichtgrauen, spanischen Multistrigaria fehlen die dunklen
Querlinien auch ganz, es treten bei diesen weit mehr und
weit schärfere schwarze Punkte auf den Rippen auf, so dass
diese Stücke fast wie eine von Multistrigaria verschiedene
Art aussehen. Man kann sie als ab. oder var. Puncta-
tissima bezeichnen, da ich nicht weiss, ob Himmighofen,
‚der mir diese auffallenden Stücke mit anderen typischen aus
der Umgebung Barcelona’s einsandte, diese zusammen oder zu
‘einer anderen Zeit und an anderen Orten gefunden hat. Von
Multipunctata sehen diese Punctatissima (durch ihre ganz
‚andere lichtgraue Färbung und die grössere Zahl schärferer,
schwarzer Pünktchen) noch verschiedener als von typischen
Multistrigaria aus. Die dunklen Limbalpunkte treten bei
Multipunetata weit weniger, nicht so scharf und so deutlich
doppelt, wie bei Multistrigaria auf. Die weissgrauen Hifl.
haben bräunliche Fransen, vor denen auch nur einzelne, ver-
loschene Limbalstrichelchen (kaum Doppelpunkte) stehen.
Auf der stark glänzenden. weissgrauen Unterseite treten die
Limbalpunkte etwas deutlicher vor den hier sehr schwach
bräunlich angeflogenen Fransen auf, sonst bemerkt man nur
hinter der Flügelmitte eine recht verloschene, dunkle Punkt-
‚querlinie; dunkle Mittelpunkte, die bei Multistrigaria so
deutlich vorhanden sind, fehlen ganz. Mit Ausnahme der
verschieden gebildeten Fühler sind die anderen Körpertheile,
die kurzen, nach aussen etwas dunkleren Palpen, die Beine
und der Hinterleib fast genau so wie bei Multistrigaria
gebildet.
Cidaria Oxybiaria Mill. Iconogr. III, S. 414, Pl. 151,
Fig. 9 var. Pseudogaliata Stgr. Taf. IV, Fig. 38;
?Oxybiata Mill. Revue Zool. 1871—2, Iconogr. III, S. 264,
Pl. 131, Fig. 1—3. Herr J. Paulus sandte mir von dieser
Art eine Anzahl im November bei Jerusalem wie auch einzelne
\ < X Baar DIE on
- an
318 Dr. O. Staudinger:
im Jordanthal gefangene frische Stücke ein, die ich zuerst
für variirende Galiata Hb. hielt. Sie sind eine zweifellos
verschiedene Art davon, da die 88 stark gekämmte Fühler
haben, die bei der bekannten, weit verbreiteten Cid. Galiata
borstenförmig, sehr kurz bewimpert sind. Ob die von Milliere
zuerst als Oxybiata aus Süd-Frankreich beschriebene Art mit
dieser Pseudogaliata zusammenfällt, scheint mir fraglich;
dahingegen wird das später von ihm als Oxybiaria abgebildete
3 sicher nur eine Art damit bilden. Ich glaube aber, dass
die Palaestina-Stücke verschieden genug von den südfran-
zösischen sind, um als Lokalform den Namen Pseudogaliata
beibehalten zu können. Ich kann Millieres erste Beschreibung
in der Revue de Zoologie nicht vergleichen; in seiner Icono-
graphie Vol. III sagt er zuerst, S. 265, dass die Fühler in
beiden Geschlechtern „completement filiformes* seien. Später,.
S. 414, sagt er, dass er früher nur 2% vor sich gehabt habe
und dass die Fühler des & gekämmt seien (weshalb er den
früher gegebenen Namen Oxybiata in Oxybiaria umändert!);
er bildet dann ein & mit gekämmten Fühlern ab.
Dass es zwei der Cid. Galiata sehr ähnliche Arten mit
gekämmten männlichen Fühlern geben sollte, ist nicht anzu-
nehmen; ich werde daher im Folgenden besonders die Unter-
schiede meiner Pseudogaliata von Oxybiaria Mill. sowie von
Galiata angeben. Meine Pseudogaliata sind 23—23 mm gross,
sie ändern in der Färbung der Mittelbinde der Vdfl. stark
ab, die bei einigen Stücken fast kastanienbraun, bei anderen
fast eintönig schwarz (blauschwarz) ist; zwischen beiden:
Färbungen kommen (fast alle) Uebergänge vor, bei den meisten
Stücken ist sie mehr oder minder bräunlich. Bei Hunderten
von Cid. Galiata, die ich von sehr vielen Theilen Europa’s
(so auch von Spanien, Sicilien, Griechenland ete.) und Klein-
asien unter Händen hatte, tritt eine ähnliche, braune Färbung‘
nie auf. Bei dem einen %, dessen Mittelbinde ganz dunkel,
ohne bräunlichen Anflug ist, sind die lichte (weissliche) Extra-
basallinie und der breite, lichte Aussenrandstheil ziemlich
stark bräunlich angeflogen. Auch bei manchen anderen Stücken
sind diese lichten Theile schwach bräunlich angehaucht.
Millieres Figuren zeigen weder eine Spur dieser braunen
Färbung, noch sagt er davon etwas in seiner (wenig genauen)
Beschreibung, nach welcher seine Oxybiata auch etwas kleiner
als Galiata sein soll. Die dunkle Mittelbinde der Vafl. ist
bei Pseudogaliata nach aussen ganz Ähnlich oder ebenso ge-
bogen, wie bei Galiata, aber diese äussere Begrenzung:
Neue Lepidopteren aus Palaestina. 319
ist überall klein gezackt, was bei keiner meiner Galiata der
Fall ist. Diesen „bord externe, tres dentel&* erwähnt Milliere
ebenfalls in seiner Beschreibung, und ist derselbe auch be-
sonders bei seinem abgebildeten ©, etwas weniger bei den
abgebildeten 2% zu erkennen; das unter Fig. 1 abgebildete
2 könnte auch eine abändernde Galiata sein. Milliere sagt,
dass der „bord interne“ der Mittelbinde „presque droit“ sein
solle; er ist aber bei allen meinen Stücken schwach nach
aussen gebogen und stark gezackt, auch wird er ähnlich so
von Milliere abgebildet. Dahingegen ist bei keinem meiner
Stücke die breite, dunkle Mittelbinde beiderseits mit so
scharfen, lichten (weissen) Binden begrenzt wie bei Millieres
Abbildungen, ebenso tritt auf den Htifln. die bei Milliere dar-
gestellte (ähnliche) weisse Querbinde nur sehr verloschen bei
Pseudogaliata auf. Im oberen Theil des lichten Aussentheils
der Vdfl. treten bei meinen Stücken 2 deutlichere, dunklere,
schwärzliche, stets weiter getrennte Flecken als bei Galiata
auf, der Fleck am Vorderrand ist grösser als der darunter
stehende, was bei Millieres Figuren nicht der Fall ist. Endlich
hat Pseudogaliata scharfe, schwarze Limbal-Doppelpunkte,
während Galiata nur meist etwas verloschene Limbalstrichelchen
führt. Auf der Abbildung eines & sind die Zeichnungen
genau wiedergegeben.
Schliesslich bemerke ich noch, dass sowohl Cid. Galiata
wie Oxybiaria Mill. bei Cannes sehr selten zu sein scheinen.
Mein alter Bekannter, Mr. A. Constant, der seit etwa 20 Jahren
dicht bei Cannes (in Golfe Juan) in einem schönen, grossen
(sarten wohnt und der mindestens ebenso eifrig wie mein seit
10 Jahren verstorbener Freund P. Milliere (den ich zuerst
1852 in Lyon besuchte) Lepidopteren sammelt, schrieb mir,
dass er keine der beiden Arten je in der Nähe von ÜUannes
gefunden habe. Er sandte mir seine beiden einzigen, im Dep.
du Var gefundenen Cid. Galiata ein, 2 88, die von typischen
Stücken kaum verschieden sind.
Lepidopteren des Apfelgebirges.
Von Dr. 0. Staudinger.
Im 5. Bande dieser Zeitschrift (1392) habe ich über die
von Herrn Fritz Dörries und zwei seiner Brüder im Kentei-
(sebirge 1889 gefangenen Lepidopteren geschrieben. Im
vorigen Jahre sammelten dieselben Herren in dem nordöstlich
vom Kentei-Gebirge gelegenen Apfelgebirge von Ende Juni
bis Mitte August. Sie hatten von Kiachta 5 Tage, stets auf-
steigend im Flussthal des Tschikoi, bis zu ihren Sammelplätzen
zu fahren, die etwa 2—-3000 Fuss hoch an den südlichen
Abhängen des Gebirges nach der mongolischen Grenze
hin lagen.
Da bei ihrer letzten Reise das Sammeln von Schmetter-
lingen nur oberflächlich betrieben wurde, so war die Ausbeute
keine grosse; auch liess die Qualität der gefangenen Stücke
meist viel zu wünschen übrig. Ich wollte eigentlich nur die
wenigen (10) mir neu scheinenden Arten und Formen be-
schreiben, führe hier aber alle mir eingesandten Lepidopteren,
öfters nur dem Namen nach, auf, da dieselben, im Vergleich
mit meinen Arbeiten über die Arten des nur etwas südlicher
gelegenen Kentei-Gebirges und des nicht sehr entfernten, öst-
licher gelegenen Amurgebiets von Interesse sind. Die meisten
Arten wurden nur in wenigen, oft einzelnen Stücken eingesandt.
Von den im Nachfolgenden aufgezählten 153 Arten ge-
hören 64 den Tagfaltern, 13 den Bombyeiden, 74 den Noc-
tuiden, 11 den Geometriden und nur eine Art den Pyraliden
an; Sphingiden fehlen ganz. Von den Tagfaltern kommen
2 Arten, Parnassius Bremeri und Erebia Ligea v. Ajanensis
nicht im Kentei-, wohl aber im Amurgebiet vor; drei Arten,
Argynnis Dia und Frigga sowie Erebia Edda wurden in
keinem dieser beiden Gebiete gefunden. Besonders interessant
ist das Vorkommen der nordischen Arg. Frigga fast unter
dem 50:2 Breitengrade (wo in Europa Frankfurt a. M. und
Krakau liegen), während das bisher südlichste Vorkommen
dieser Art (bei Petersburg) etwa nur den 60. Breitengrad
erreicht.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 321
Unter den 13 Bombyeiden sind 4 Arten, die nicht im
Kentei-Gebirge, aber im Amurgebiet gefunden wurden, nämlich
Arctia Caja, Dasychira Fascelina, Cymatophora Octogesima
und Or. Als neue Formen beschrieb ich Arctia Kinder-
manni var. Pomona (von Kindermanni ist mir bisher nur
ein 5 aus dem Ural bekannt) und Hepialus Macilentus
yar. ?Gerda.
Von den 74 Noctuiden wurden 17 Arten nicht im Kentei-
aber im Amurgebiet gefunden, die ich hier nicht speciell auf-
führen will. Als neu beschreibe ich Acronycta X signata,
Agrotis Subgrisea und Tristis, Hadena Adusta var.
Modesta und Doerriesi, Cucullia Defecta und Euclidia
Futilis. Fast der dritte Theil der Noctuiden-Arten, nämlich
23, gehören der Gattung Agrotis (im Lederer’schen Sinne) an,
ferner ist noch die Gattung Plusia durch 13 Arten reich ver-
treten. Sehr interessant ist das Vorkommen der seltenen,
nordischen Plusia Diasema, die bisher, soweit mir bekannt
ist, überhaupt noch nicht in Asien gefünden wurde: sie dürfte
sich aber sicher in manchen Theilen des hochnordischen
Asiens vorfinden. Auch das Vorkommen der Episema Gramimnis
bietet insofern Interesse, als es das (mir bekannte) östlichste
dieser gemeinen, öfters schädlich auftretenden Art ist.
Von den 11 Geometriden wurden 2 Arten bisher nicht
im Kentei- aber im Amurgebiet gefunden, nämlich Pericallia
Syringaria und Cidaria Dilutata. Die allein eingesandte
Microlepidopteren-Art, Botys Fulvalis, ist ziemlich auffallend
von typischen, europäischen Stücken verschieden, so dass ich
sie als var. Transbaicalis bezeichnete.
Parnassins Apollo L. und var. Hesebolus Nordm.
Parn. Nomion F. d.W. Die Stücke sind meist kleiner
als die vom Kentei-Gebirge, sie kommen theilweise der von
mir Iris VII, S. 241 aufgestellten var. Nominulus vom Ost
Sajan-Gebirge nahe.
Parn. Bremeri Brem. Ein schlechtes 2 dieser mir
bisher nur vom Amurgebiet bekannten Art.
Pieris Napi L. Nur ein abgeflogenes ?, das einen
Uebergang zur var. Orientis Oberth. bildet.
Anthocharis Cardamines L.
Leucophasia Sinapis L.
Colias Palaeno L. mit der var. Orientalis Ster.
Col. Melinos Ev. Wenige abgeflogene Stücke.
322 Dr. O. Staudinger:
Col. Aurora Esp.*) und var. (ab.) Decolorata Stgr.
Von dieser in Anzahl eingesandten Art kommen nur wenige
Stücke mit der typischen, von Esper zuerst abgebildeten
Aurora überein, deren Flügel prächtig orangeroth gefärbt
sind. Die allermeisten Stücke vom Apfelgebirge sind lebhaft
gelb gefärbt, etwa so wie bei Col. Edusa und Myrmidone,
welche letztere nicht selten orangeroth, wenn auch lange
nicht so lebhaft wie bei typischen Col. Aurora, angeflogen
ist. Die Htfl. der 88 dieser var. Decolorata schillern meist-
mehr oder minder violett, wie dies, weniger hervortretend,
bei typischen Aurora und Myrmidone (auch bei anderen Colias-
Arten) zuweilen vorkommt. Wie ich bereits in meiner Kentei-
Arbeit bemerkte, waren auch die meisten &8 von dieser
Lokalität weniger orangeroth, einige nur orangegelb gefärbt,
auch kommen einzelne &8 vom Altai (hier als Aberration
auftretend) mit der var. Decolorata überein. Dass die Unter-
seite dieser Form, besonders auch nach dem Aussenrande zu,
meist etwas grünlicher ist, gab ich bereits früher an. Während
die 22 von allen anderen Lokalitäten, auch vom Kentei, so-
weit sie nicht zur dimorphen weissen Form ab. Chlo& gehörten,
mehr oder minder orangeroth waren, ist dies bei den in An-
zahl gekommenen 22 vom Apfelgebirge nicht (oder doch nur
annähernd bei einigen) der Fall, von dieser Lokalität sind
die meisten Weibehen ähnlich (ebenso) gelb wie die Männchen
gefärbt. Die blassen $& vom Kentei, die zu dieser var..
Decolorata zu rechnen sind, wurden bisher in unseren Listen
als v. Kenteana angezeigt; diesen Namen beizubehalten,
wäre unpassend, da die var. Decolorata als Hauptform in
beiden Geschlechtern im Apfelgebirge gefunden wurde. Ob
sie in diesem (sebirge überall, besonders in jedem Jahre so:
auftritt, scheint mir fraglich zu sein.
Col. Viluiensis Men. Diese seltene Art wurde in beiden
Geschlechtern in kleiner Anzahl in leider meist mehr oder
minder geflogenen Stücken im Apfelgebirge gefangen, die mit
den weit nördlicher bei Viluisk und westlicher im Ost Sajan
gefundenen Stücken übereinstimmen. Auch von Kentei brachte
Dörries 1893 2 abgeflogene Col. Viluiensis-3 8 mit.
Lycaena Cleobis Brem. In wenigen Stücken, die mit
denen vom Kentei übereinstimmen.
Lyc. Optilete Fab. var. Cyparissus Hb. Nur ein ©.
*) Im Iris-Band V, S. 313 ist fälschlich Fabrieius als Autor
von Aurora angegeben.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 393
Lye. Pheretes Hb. var. Pheretimus Stgr. Sieben
Stücke stimmen mit den vom Kentei erhaltenen überein.
Lye. Orbitulus Bergstr. var. Orbitulinus Stgr. Von
dieser nach einem nicht reinen & vom Kentei aufgestellten
Form erhielt ich drei, 26—28 mm grosse 55, von denen nur
eins fransenrein ist. Dieselben sind auf der Oberseite (in
der Basalhälfte der Flügel) etwas mehr blaugrün angeflogen
als das Original, aber weit weniger als die kleineren typischen
Orbitulus. Auf der Unterseite stimmen sie auch im wesent-
lichen mit den von mir (Iris V, S. 318) gemachten Angaben
überein, wenn auch die dunkle Zackenbinde vor dem Aussen-
rande der Htfl. bei ihnen nicht ganz so stark »auftritt.
Lye. Astrarche Bergstr. var. Allous Hb. Zwei mit den
Kentei-Stücken übereinstimmende Exemplare.
Lye. Eumedon Esp. ab. Fylgia Spangb. Ein Stück.
Lye. Icarus Rott. Ein ganz reines, 28 mm grosses ?
ist schön himmelblau, fast ohne violetten Anflug. Dörries
fand diese weit verbreitete Art auch 1893 im Kentei-Gebirge.
Lye. Amanda Schneid. Zwei 88.
Lyec. Semiargus Rott.
Lye. Alcon Fab. Ein ®.
Lye. Euphemus Hb. var. Obscurata Stgr. Zwei 88,
die mit den Kentei-Stücken fast ganz übereinstimmen.
Vanessa Xanthomelas Esp. Zwei Stücke dieser im
Kentei nicht gefundenen Art.
Van. C. album L.
Araschnia Levana L. Zwei Stücke.
Melitaea Aurinia Rott. Zwei 58 stimmen mit ge-
wissen deutschen Stücken fast ganz überein, ebenso wie
2 88 vom Kentei-Gebirge, die Dörries 1893 dort fing.
Einige Mel. Aurinia var. Sibirica Stgr., die Dörries mitsandte,
wurden wohl sicher in der Nähe von Kiachta und nicht im
Apfelgebirge gefangen.
Mel. Cinxia L. Ein 8.
Mel. Phoebe Knoch. var. Saturata Stgr. Ein 2.
Mel. Didyma O. var. (ab.) Latonigena Ev. und var.
Sutschuana Stgr. Die vom Apfelgebirge mitgebrachten Stücke
gehören meist der Latonigena Ev. an, die hier also als Lokal-
form auftritt, da keine var. Didymoides Ev. gefunden wurden.
Einige Stücke bilden Uebergänge zu der von mir aus dem
Amurgebiet beschriebenen var. Sutschuana, andere können zu
dieser Form selbst gezogen werden.
324 Dr. O, Staudinger:
Mel. Dietynna Esp. var. Eryeinides Stgr. Zwei Stücke
stimmen mit denen vom Kentei überein.
Mel. Arcesia Brem. Ein ©.
Mel. Athalia Esp. var. (Kenteana). Die vom Apfel-
gebirge eingesandten 8 Stücke stimmen fast ganz mit denen
vom Kentei überein, über die ich Iris V, S. 327 nähere An-
gaben machte. Wir versandten diese Stücke als var. Kenteana,
doch verdienen sie kaum einen Namen.
Mel. Aurelia Nick. var. Mongolica Steger. Ein 5.
Argynnis Selenis Ev.
Arg. Euphrosyne L. Zwei Exemplare.
Arg. Oscarus Ev. Vier Stücke.
Arg. Pales var. Lapponica Stgr. Nur ein ®.
Arg.*) Angarensis Ersch. Fünf 2%.
Arg. Dia L. Ein abgeflogenes, kleines, dunkles ? dieser
weder im Kentei- noch Amurgebiet gefundenen Art.
Arg. Amathusia Esp. var. Sibirica Stgr. Ein 5.
Arg. Frigga Thnbg. Ein schlechtes 2 dieser, ebenso
wie Dia, bisher weder im Kentei- noch- Amurgebiet,
aber in Nordost-Sibirien (bei Viluisk) gefundenen nor-
dischen Art.
Arg. Thore Hb. var. Borealis Stgr. Ein Pärchen.
Arg. Ino Esp. var. Clara Stgr. Vier mit der Kentei-
Form übereinstimmende Stücke.
Arg. Aglaja L. In ähnlichen Stücken wie vom Kentei.
Arg. Adippe L. var. Chrysodippe Stgr. und ab. Cleo-
dippe Stgr. Ebenso wie vom Kentei.
Arg. Paphia L. und ab. Valesina Esp. Von dieser Art,
besonders der ab. Valesina, wurden zahlreiche Exemplare
eingesandt.
Erebia Parmenio Boeber. Diese im südlichen, mittleren
und östlichen Sibirien fast überall vorkommende Art, scheint
sich nur bis zum westlichen Amurgebiet zu erstrecken.
Ereb.‘*) Sedakovii Ev. Diese im ganzen nordöstlichen
Asien und Japan gemeine Art scheint im Ost Sajan-Gebirge
(mittleres, südliches Sibirien) ihre westliche Grenze zu erreichen.
*) Von der Iris V, $. 329 beschriebenen Arg Amphilochus
Men. var. Elatus Stgr. brachte Dörries 1893 noch 1 reines & und
3 99 vom Kentei-Gebirge mit. Das & weicht ebenso wie die 2%
durch Grösse, lichtere rothbraune Färbung, nicht so starke schwarze
Zeichnungen ete. von dem typischen Amphilochus-& ab.
**, Ereb. Aethiops Esp. var. ? (Aethiopella Stgr.) Dörries
brachte 1893 ein fast ganz reines, 40 mm grosses & vom Kentei mit,
das entweder einer auffallenden Varietät oder Aberration der Ereb.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 325
Ereb. Ligea L. var. Ajanensis Men. Gegen 20 im
Apfelgebirge gefundene Stücke stimmen mit denen des Amur-
gebiets überein; im Kentei - Gebirge fand Dörries diese
Art nicht.
Ereb. Embla Thnb. Nur ein &.
Ereb. Edda Men. Nur ein frisches, kleines 5 dieser
seltenen Art, die weder im Kentei- noch Amurgebiet gefunden
wurde; ich erhielt dieselbe direct nur aus dem Ost Sajan
(mittleres, südliches Sibirien).
Oeneis*) Norna Thnb. var. Fulla Ev. Sieben abge-
flogene 88.
Oen. Urda Ev. In wenigen, wie überall stark abän-
dernden Stücken.
Oen. Tarpeia Pall. Unter den 4 mitgebrachten Stücken
befindet sich ein sehr lichtes, gelbgraues $ mit grossen,
schwarzen, weissgekernten Augenflecken.
Satyrus Dryas Scop. Die beiden 55 bilden einen
Uebergang zu der unbedeutenden var. (oder ab.) Sibirica Stgr.
Pararge Deidamia Ev. In wenigen Stücken.
Epinephele Hyperanthus L. Zwei 88.
Carterocephalus Palaemon Pall. var. Albiguttata Chr.
Ein & dieser von Christoph Iris VI, S. 87 benannte
Aethiops oder einer neuen Art angehört. Auf den Vayin. treten nur
Spuren der braunen Querbinde auf, besonders an der Innenseite des un-
teren, weiss gekernten Augenflecks, weit weniger an der des oberen
Doppelaugenflecks, dessen schwarze Umrandung selbst sehr rudimentär ist,
während die weissen Kerne sehr stark hervortreten. Auf den Hifi.
fehlt die braune Färbung so gut wie ganz, hier treten nur auf der Ober--
seite 3, auf der Unterseite 4 grosse weisse Punkte vor dem Aussenrande
auf, von denen nur der unterste der Oberseite schwache Spuren
einer schwärzlichen Umrandung und noch schwächere einer bräun-
lichen (um die letztere) nach innen zeigt. Bindenartige Zeichnungen,.
wie sie stets, mehr oder minder deutlich, auf der Unterseite der Htfl.
bei Aethiops auftreten, fehlen diesem & ganz Sehr auffallend sind
die fast weissen (grauweissen), in der Mitte zwischen den Rippen nur
wenig (kurz) dunkel durchbrochenen Fransen, wie sie so bei keinem meiner
Er. Aethiops-3 & (wohl aber bei manchen 29) vorkommen. Da
bei den mir vorliegenden 3 Er. Aethiops-$ & von Minusinska (süd-
liches Sibirien) die braunen Binden schwächer als bei europäischen
Stücken auftreten, auch die bindenartigen Zeichnungen der Unter-
seite der Htfl. verloschener sind, und das eine & hier 3 weisse
Punkte vor dem Aussenrande zeigt, so glaube ich, dass das 5% vom
Kentei einer auffallenden Form der Er. Aethiops angehört, die, falls
sie konstant sein sollte, den Namen var. Aethiopella führen könnte.
*) Dörries brachte 1893 ein schlechtes & von Oen. Jutta Hb.
aus dem Kentei-Gebirge mit.
326 ‚Dr. O. Staudinger:
sibirischen Form, zu der auch das 3 vom Kentei wie alle
Amur-Stücke gehören.
Cart. Argyrostigma Ev. Nur ein stark aberrirendes 8,
dessen Silberflecke auf der Unterseite der Htfl. breit zusammen-
geflossen sind, so dass der grösste Theil der Unterseite silber-
weiss ist. Auf der Oberseite der Htfl. steht vor dem Aussen-
rande eine bindenartige Reihe von 5 (grösseren) gelben
Flecken, deren (2—3) mittelste, auf dem rechten Htfl., mit den
inneren Flecken zusammenfliessen.
Thymelicus Lineola ©. Drei 22.
Pamphila Sylvanus Esp. Ein &.
Pamph. Comma L. Zwei 92.
Pyrgus Cribrellum Ev. var. Obsenrior Stgr. Zwei 88.
Pyrg. Orbifer Hb. var. Lugens Ster. Ein 6.
Scelothrix Speyeri Stgr. Einige Stücke.
Setina Irrorella L. var. Insignata Stgr. Ein 6.
Nemeophila Russula L. var. Pallida Stgr. Ein schr
typisches & dieser Varietät.
Nemeoph. Plantaginis L. var. Floccosa Graes. Vier 88.
Aretia Caja L. Zwei mittelgrosse 22 mit stark ent-
wickelten (aber nicht breiten), weissen Zeichnungen der Vafl.,
wie solche Stücke ganz ähnlich in Mittel-Europa vorkommen.
Aret. Purpurata L. Zwei 2%, wie ich sie ganz ähnlich
aus Deutschland besitze.
Arct. Kindermanni Stgr. var. (ab.?) (Pomona Stgr.)
Taf. IX, Fig. 23. Dörries fand nur ein ziemlich frisches,
auf der linken Seite etwas beschädigtes & dieser interessanten
Art, die ich zuerst für neu hielt. ‚Jetzt sehe ich, dass dies
ö zu der von mir in der Stettiner entom. Zeitung 1867,
nach einem 8 vom Ural, beschriebenen Arct. Kindermanni
gehört. Es ist von dem Original, das sich im Dresdner
Zoologischen Museum befindet, in folgenden Punkten ver-
schieden; ob diese Unterschiede nur individuell sind, oder ob
die Stücke vom Apfelgebirge einer lokalen Form angehören,
lässt sich nach je einem & beider (sehr weit von einander
entfernten) Lokalitäten nicht entscheiden.
Die Grundfärbung der Vdfl. meines & ist zunächst
nicht (völlig) schwarz, sondern bef dunkelbraun oder schwarz-
braun; sie dürfte aber bei dem vor etwa 50 Jahren gefan-
genen Original vom Ural, frisch, ähnlich oder ebenso gewesen
sein. Die weissen Zeichnungen der Vdfl., die auf der Ab-
bildung meines 5 ganz genau wiedergegeben sind, unter-
scheiden sich von denen des Originals durch Folgendes.
CD FF r y EL
Lepidopteren des Apfelgebirges. 327
Beim Original ist der die Längsmitte durchziehende, weisse
Streifen im Basaltheil viel schmäler, er verbreitert sich dann
ziemlich plötzlich (fleckenartig). Der erste nach dem Innenrand
ziehende (bindenartige) weisse Fortsatz ist sehr rudimentär,
fast gar nicht zu erkennen. Der zweite Fortsatz ist etwas
breiter und anscheinend mehr nach aussen gerückt, so dass
er mit dem fast über ihm stehenden, in den Vorderrand (etwa
bei ?/, seiner Länge) verlaufenden, weissen Fortsatz zusammen
den Eindruck einer S-förmig verlaufenden Binde macht. Der
Vorderrand ist im Basaltheil nicht breit weiss, der zwischen
dem Vorderrand und dem weissen Längsstreifen stehende
weisse Flecken ist nicht zu erkennen. Die gezackte vor dem
Aussenrand stehende (bindenartige), weisse Zeichnung ist
schmäler. DieUnterschiede der lebhaft chromgelben
Htfl. sind folgende: Der ganze Basaltheil ist beim Original
schwarz, nach aussen nicht scharf begrenzt, während hier nur
auf der Oberseite die Mittelzelle schwarz, nach aussen scharf
abgeschnitten ist. Auf der Unterseite steht nur dort, wo auf
der Oberseite der schwarze Basalfleck endet, ein kurzer,
schmaler, schwarzer Querstreifen. Der schwarze Mondflecken
am Ende der Mittelzelle ist, besonders auf der Unterseite,
breiter. Der obere, breite, schwarze Aussenrandsflecken geht
bis zu den (gelblich-) weissen Fransen, er ist nicht, unmittelbar
vor dem Aussenrande, durch schmale, gelbe Grundfärbung
unterbrochen. Sollten die beiden Hauptunterschiede des &
vom Apfelgebirge, der mehr und breiter weiss gezeichnele
Basaltheil der Vdfl. sowie der nur auf der Oberseite in der
Mittelzelle schwarz gefärbte Basaltheil- der HAtfl., bei allen
oder den meisten Stücken dieser Lokalität gleich bleiben.
so kann sie als Lokalform den Namen var. Pomona
erhalten. .
Arct. Turbans Chr. (Quenselii Payk. var.?) Ein gutes
2, das auf den Htfln. noch mehr Gelb führt (kleinere schwarze
Flecken hat) wie mein 2 vom Kentei und meine beiden
sibirischen &&. Alpheraky hat diese Art im neuesten Bande
der Me&moires Romanoff IX, Taf. X, Fig. 10 a. b. in beiden
Geschlechtern abbilden lassen; er sagt, S. 199, dass er die-
selbe für eine von Quenselii verschiedene Art hält. Mein
liebenswürdiger Freund Alpheraky, der eine grössere Anzahl
dieser 'I'urbans vor sich hatte, kann Recht haben, wenn es
auch meist eine nicht genau zu beweisende Ansichtssache
bleibt, ob zwei nahe (ähnliche) Thiere Formen einer Art oder
zwei verschiedene Arten sind. Die merklich kürzeren Vafl.
328 Dr. O. Staudinger:
der Arct. Turbans sprechen besonders für eine Artverschiedenheit
von Arct. Quenselii.
Hepialus Humuli L. Ein kleineres (ca. 50 mm grosses),
wenig und matt gezeichnetes 2.
Hep. Macilentus Ev. var.? (ab.?) Gerda Stgr. Dörries'
sandte leider nur ein etwas geflogenes, ca. 44 mm grosses 9
ein, das vielleicht das (dimorphe) $ des von Eversmann: nur
nach dem (einem?) & beschriebenen Hep. Macilentus aus dem
(ouvernement Irkutsk sein kann. Es steht jedenfalls, den.
sehr verloschenen Zeichnungen nach, dem Hep. Ganna am:
nächsten, wie dies Evermann auch von Macilentus sagt,
während die licht ockerbraune, schwach röthlich angeflogene
Färbung der Vdfl., der entsprechenden gewisser Hep. Sylvinus
sowie der Velleda ab. Gallicus fast gleich kommt. Diese:
var.? Gerda unterscheidet sich aber sofort von Maeilentus-
dadurch, dass die Zeichnungen der Vdf. nicht silberweiss
(wie auch bei Ganna) sondern nur wenig lichter (lichter
bräunlich) als die Grundfärbung sind, weshalb sie nur sehr
schwach hervortreten. Dieselben scheinen sonst in der Haupt-
sache denen des Hep. Macilentus, von dem ich ein @ aus der
„Mongolei“ (durch Grum Grschimailo) besitze, gleich zu
kommen. FEversmann’s Beschreibung scheint nicht genau zu
sein, da seine Angabe, dass auf den Vdfln. „une autre bande
argentine, maculaire, traverse l’aile en partant du milieu de
la cöte etc.“ nicht stimmt. Diese „autre bande* ist einmal
bei meinem Stück nicht maculaire, sondern voll (sie kann und
wird ja aber abändern), ferner entspringt sie auch nicht „du
milieu de la cöte“, sondern weit unter der costa, etwa bei
'/s oder fast nur " ihrer Länge in der Mittelzelle. Sie setzt
sich hier bei meinem vorliegenden Macilentus-? auf und an
der Costalrippe fast bis zur Flügelbasis fort. Dieser letzte
Fortsatz ist bei meinem v. Gerda-? nicht zu erkennen,
während der eine „la plus grande tache argentee costale*,
(der in Wirklichkeit am Ende der Mittelzelle und nicht an
der Costa steht) sehr schwach hervortritt und weit schmäler
als bei Macilentus ist. Der zweite Costalfleck ist bei dem
v. Gerda-? gar nicht zu erkennen. Ich vermuthe, dass diese
v. Gerda nur eine Varietät oder Aberration des Hep. Maci-
lentus ist, bei der die hellen (silbernen) Zeichnungen ganz
von der Grundfärbung bedeckt sind, ähnlich wie dies bei der
ab. Gallicus (von Hep. Velleda) der Fall ist.
Dasychira Fascelina L. var. Obseura Zett. Ein
Pärchen dieser dunklen Form, das fast noch dunkler grau als
Lepidopteren des Apfelgebirges. 329
lappländische Stücke ist. Ich erhielt ein ganz ebenso dunkles 8,
wie das vom Apfelgebirge, von der Insel Askold (südöstliches
Amurgebiet), das ich in meiner Amurarbeit aufzuführen vergass.
Pygaera Anastomosis L. Ein 8.
CGymatophora Octogesima Hb. Ein 2 mit ziemlich
dunklen Vdfin., die weder schmutzigbraun angeflogen sind,
noch eine (breite) hellere Mittelbinde hervortreten lassen.
Gymat. Or F. var. Terrosa Graes. Ein Pärchen, das
mit den Stücken dieser Form vom Amurgebiet übereinstimmt.
Acronyeta Strigosa F. Ein etwas abgeflogenes 5.
Acron. X-signata Stgr. n. sp. Taf. IX, Fig. 24. Von
tlieser eigenthümlichen Art erhielt ich ein ganz reines, an-
scheinend gezogenes &. Sie passt zu keiner bekannten
Aecronyeta und mag: hinter Acr. Menyanthidis var. Salieis ein-
geschoben werden, welche Form ähnlich gefärbte Vorder-
und Hinterflügel hat. Grösse 35 mm; Vafl. dunkel aschgrau
mit zwei feinen (theilweise fast rudimentären) gebogenen,
schwarzen Querlinien, die etwas unter der Flügelmitte durch
einen dieken, kurzen Längsstrich verbunden sind, der, mit
ihnen, ein lang gezogenes X bildet. Im Aussentheil stehen
2 Reihen kurzer, feiner, schwarzer Längsstrichelehen, von
denen nur eins der inneren Reihe, etwa in der Mitte stehendes,
deutlicher (grösser) als Pfeilstrich auftritt. Die Fransen
sind schwärzlichgrau und weiss gescheckt. Auf der Abbildung
sind die Zeichnungen, mit Ausnahme der feinen Aussenrands-
Strichelchen gut zu erkennen, namentlich ist dies bei der nach
aussen stark gebogenen ersten Querlinie der Fall, während
die zweite Querlinie unter dem dickeren Anfang am Vorder-
rande, sowie am Innenrande, wo sie sehr dünn und rudimentär
wird, kaum hervortritt. Auf der Unterseite sind die Vafl.
grauschwarz mit dicht lichtgrau bestreutem Aussen- und
Vorderrande, welch’ letzterer bei ?/, seiner Länge (halbbinden-
artig) schwarz durchbrochen wird. Die Aifl. haben einen
breiten, grauschwärzlichen Aussenrandstiheil mit fast weissen
Fransen, während ihr übriger Theil weniger dunkel ist und
namentlich nach der Basis zu lichter wird. Die Rippen
treten dunkler hervor, bei gewisser Beleuchtung scheint, etwa
in der Mitte, die unterseitige, dunkle Querlinie verloschen
hindurch. Die Unterseite ist grauweiss, fein grauschwärzlich
bestreut, besonders dicht am Vorder- und Aussenrand ; in der
Mitte steht eine etwas verloschene, dunkle Fleckbinde, die
nach dem Innenrande zu rudimentär wird. Die Rippen sind
meist etwas dunkler angeflogen.
22
330 Dr. O. Staudinger’
Der Rücken und der Kopf sind ähnlich dunkelaschgrau
wie die Vdfl. gefärbt; auf dem (etwas zerdrückten) Prothorax
scheint ein schwärzlicher Querstreif zu stehen. An den
faden- (oder borsten-) förmigen Fühlern kann ich keine eigent-
lichen Wimpern erkennen; sie scheinen an ihrer Unterseite
nur mit äusserst kurzen Schuppenborsten spärlich besetzt
zu sein. Das sehr kurze, eylindrische Endglied der Palpen
tritt deutlich aus dem langen, dicht behaarten, ziemlich dicken
Mitteiglied hervor; es ist aber lange nicht so Jang und deutlich
wie bei Acr. Tridens, Psi, Cuspis ete., bei welchen Arten das.
Mittelglied anders geformt, am Ende breit abgestutzt ist.
Die Brust ist nicht sehr dicht grau behaart; die grauen Beine
sind an den Tarsen dunkel und licht geringelt. Der Hinter-
leib ist oben dunkler grau, weisslich gemischt, unten weiss-
grau, dunkel gemischt, seitlich führt er ziemlich vortretende
Haarbüschel, die auf den letzten Segmenten weissgrau sind.
Acron. Rumieis L. Ein kleines, dunkles, wenig ge-
zeichnetes Stück.
Aeron. Lutea Brem. Ein %, das mit Amur-Stücken
fast ganz übereinstimmt.
Agrotis Subgrisea Stgr. n. sp. Taf. IX, Fig. 25.
Dörries fand 2 reine 55 dieser neuen Art, deren Flügel so
grosse Aehnlichkeit mit denen der Agr. Subrosea Stph.
var. Subeaerulea Stgr. haben, dass man sie auf den ersten
Blick dafür hält. Durch ihre sägeförmigen, kurz bewimperten
Fühler, die beim Subcaerulea-8 ziemlich lang gekämmt sind,
sowie durch die stärker entwickelten männlichen Geschlechts-
organe der Subgrisea sind beide sofort als sicher verschiedene
Arten zu erkennen, die wahrscheinlich nach den Lederer’schen
(etwas künstlichen) Unterabtheilungen seiner (viel zu grossen)
Gattung Agrotis weit von einander zu stehen kämen. (Grösse
37 und 33 mm; Vaf. licht blaugrau mit schwärzlichem,
bräunlich umschattetem Basal-Längsstrich (mit Ausnahme
des unbeschatteten Basaltheils), schwärzlichbraun ausge füllter-
Mittelzelle, in der die grosse, ovale erste, obere (sogenannte
runde) Makel und am Ende der Anfang der grossen Nieren-
mabkel stehen, die beide ganz licht wie die Grundfarbe sind.
Oberhalb dieser Makeln stehen am Vorderrand zwei scharfe,
braunschwarze Fleckchen, die den Anfang der in ihrem
weiteren Verlauf sehr verloschenen (rudimentären, kaum er-
kennbaren), beiden mittleren Querlinien bilden, von denen
die äussere (coudee) in ihrer oberen Hälfte stark nach aussen
gebogen und fast nur durch dunkle Strichpunkte auf den Rippen.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 331
angedeutet ist. Bei dem einen (abgebildeten) 5 ist auch die
halbe Basal-Querlinie deutlich vorhanden, bei diesem & tritt
die kaum lichtere, nur durch dunklere, bräunliche Begrenzung
nach innen hervorgehobene Zackenlinie vor dem Aussenrande
ziemlich deutlich hervor, Bei dem andern & wird diese Linie
besonders nur durch ein dunkles, vor dem Apex stehendes
Vorderrandsfleckchen und durch ein darunter vor dem Aussen-
rande befindliches Doppelfleckchen angedeutet. Vor den
schmalen, etwas dunkleren Fransen stehen kleine, schwärzliche
Limbalmonde, die auf den Htfin. strichartig werden. Die
graue Unterseite der Vafl. ist im Discus streifenartig
schwärzlich, vor dem Aussen- und Vorderrande schwuch
röthlichbraun angeflogen; der schmale Vorderrand selbst ist
bei dem einen & ziemlich intensiv rothbraun. Hinter der
Mitte verläuft eine verloschene, breite, schwärzliche Querlinie,
vor der, am Ende der Mittelzelle, ein schwärzlicher, in der
Mitte licht gestreifter Mittelmond steht, der bei dem einen &
nur sehr verloschen zu erkennen ist. Die eögenthimlich licht
schmutziggrauen Htfl. haben einen ganz geringen röthlichen
Anflug, der besonders in dem schmalen, etwas lichteren Aussen-
randstheil auftritt. Sie sind bei einigen Subcaerulea ganz
ähnlich gefärbt, doch fehlen diesen die deutlichen schwarzen
Limbalstriche, die bei dem einen Subgrisea-& fast überall
linienartig zusammengeflossen sind. Auf der lichten (gelblich-)
grauen Unterseite sınd die Htfl. im Aussenrands- und Vorder-
randstheil schwach braunröthlich angeflogen; es tritt hier ein
deutlicher, kleiner, licht gekernter, dunkler Mittelfleck und
dahinter eine gebogene, ziemlich breite, dunkle Querlinie aut.
Der Thorax ist ähnlich blaugrau wie die Vafl. gefärbt,
er ist besonders am Prothorax und an der Brust stark bräunlich
gemischt. Auch der Kopf ist vorwiegend bräunlich; die ähnlich
wie bei Subcaerulea gebildeten Palpen sind an der Aussen-
seite des grossen (ziemlich breiten) Mittelgliedes schwarz.
Die schwach sägeförmigen, sehr kurz bewimperten Fühler
sind oben blaugrau, unten röthlichbraun gefärbt. Die grau-
röthlichen Beine sind so gebildet wie bei Subcaerulea (an den
Schienen nicht eben dicht und lang bedornt, mit langen
Spornen), die Tarsen sind schwach geringelt. Der blaugraue,
röthlich gemischte, auf der Bauchseite lichtere Hinterleib
scheint etwas schlanker als bei Subeaerulea zu sein, wohl
nur deshalb, weil er bei beiden 8 8 seitlich zusammengedrückt
ist. Vielleicht treten auch nur aus diesem Grunde die stark
entwickelten (reschlechtsorgane aus dem röthlichbraunen
22%
332 Dr. ©. Staudinger:
Afterbüschel viel weiter als bei meinen Subcaerulea hervor
und erscheinen nur. deshalb stärker entwickelt. Agr.
Subgrisea unterscheidet sich, ausser durch die ganz anders
gebildeten männlichen Fühler, auch auf den Vdfln. durch den
(in der Mitte etwas gebrochenen) schwarzen Basallängsstrich
(der bei Subcaerulea völlig fehlt), durch die grösseren Makeln,
sowie dadurch, dass dieselben bei Subcaerulea meist stark
röthlichbraun angeflogen sind.
Agr. Chardinyi B. Drei gewöhnliche Stücke.
Agr. Punicea Hb. Von 9 eingesandten Exemplaren
ist ein $ recht dunkel; da die Punicea von Mittel-Europa
auch ziemlich abändern, so kann ich heute kaum finden, dass
die sibirischen Stücke als weniger braun (mehr grau) zu be-
zeichnen sind.
Agr. Augur F. Ein 8 ist dunkelgrau ohne den bräun-
lichen Anflug, den diese Art stets in Europa hat.
Agr. Collina Boisd. var. Kenteana Stgr. Einige wenige
Stücke dieser vom Kentei beschriebenen, ziemlich auffallenden
Lokalform.
Agr. Baja F. und var. Bajula Stgr. Die meisten
Exemplare dieser in Anzahl gesandten Art gehören zu var.
Bajula.
Agr. Sincera HS. Ein etwas geflogenes, ca. 37 mm
grosses @ dieser sehr seltenen Art ist weniger deutlich ge-
zeichnet als meine beiden, 41 und 42 mm grossen deutschen
22, mein etwa 37 mm grosses schwedisches 5 und mein
dunkleres Pärchen aus Labrador, von dem das 8 39, das ®
nur 32 mm misst. Graeser fand ein % bei Nikolajewsk im
nordöstlichen Amurgebiet.
Agr. C. nigrum L. Ein dunkles ®.
Agr. Dahlii Hb. var. Nana Steger. , Ein dunkles 5, das
ebenso klein wie die Kentei-Stücke ist.
Agr. Deplanata Ev. Zwei noch -dunklere Stücke als
die vom Kentei.
Agr. Rectangula F. var. Andereggii B. Fünf Exem-
plare, die mit dem 5 vom Kentei übereinstimmen.
Agr. Pieeta L. var. Glaucimacula Graes.. Ein
schlechtes Stück.
Agr. Musiva Hb. Ein kleines 8.
Agr. Confinis Stgr. Ein 8 dieser weder im .Kentei-
noch Amurgebiet gefundenen Art.
Agr. Exclamationis L. Ein 2 mit dunklen, schwarz-
grauen Vorder- und lichten, weisslichen Hinterflügeln.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 333
Auch diese gemeine Art wurde bisher weder im Kentei- noch
im Amurgebiet gefunden.
Agr. Adumbrata Ev. Ein 8.
Agr. Islandica Stgr. var. Rossica Stgr. Ein kleines ®.
Agr. Tristis Stgr. n. sp. Ein reines, fast 30 mm
grosses ö gehört einer neuen Art bei Tritiei an, die mit
deren var. Eruta am meisten Aehnlichkeit hat. So ausser-
ordentlich auch Tritici lokal variirt und unter sich abändert,
so ist dies ö& doch von allen Tritici, deren Varietäten und
Aberrationen, die zu Tausenden (von Spanien bis zum Amur-
gebiet stammend) durch meine Hände gingen, so verschieden,
dass es zu keiner gezogen werden kann. Es unterscheidet
sich besonders durch die weit dunklere Färbung aller Flügel ;
die Htfl. sind grauschwarz, in der Basalhälfte etwas lichter.
Einen Hauptunterschied von allen Tritici bildet die bis zum
breiten, dunklen Aussenrandstheil etwas lichtere Unterseite
der Atfl., die keinen dunklen Mittelpunkt, sondern statt dessen
einen segmentartigen, langen, dunklen (Mond-) Querssrich
(auf der (uerrippe) führt. Die dunkel graubraunen, schwärzlich
gemischten Vdfl. kommen fast ebenso dunkel bei der var. Eruta
vor; die bekannten 2 Querlinien und 3 Makeln treten alle
bei dieser Tristis deutlich und scharf auf, wie dies sehr selten
bei Eruta in ähnlicher Weise vorkommt. Die beiden oberen
Makeln sind scharf licht umrandet, die erste ist oval und
liegt schräg nach aussen gerichtet. Die untere Pfeilmakel
tritt am wenigsten hervor, sie bildet (auf dem rechten Vdfl.)
einen unter der ersten Makel liegenden, kurzen, spitzen Winkel-
strich, dessen beide innere Enden ziemlich weit von der Extra-
basale entfernt sind. Diese Eixtrabasal-Querlinie zeichnet sich
dadurch aus, dass sie unmittelbar vor dem Innenrande einen
lang vorstehenden, spitzen Winkel nach aussen macht, wie
ein solcher nur sehr selten und dann weit kürzer bei der
v. Eruta vorkommt. Die sehr deutliche, kaum gezackte
äussere Querlinie (coudee) ist ähnlich wie bei manchen Eruta;
vor der schwach gezackten, lichteren Aussenrandsquerlinie
stehen 5—6 schwarze Strichelchen, von denen die 3 mittleren
deutliche Pfeilstriche bilden. Die fast zeichnungslose, schmutzig-
graue Unterseite der Vdfl. unterscheidet sich durch eine deut-
liche, schwarze (vor der feinen gelben stehende) Limballinie
von Eruta; auch die Htfl. zeigen diese Limballinie auf der
Unterseite.
Während ich an allen anderen Körpertheilen dieser Agr.
Tristis keine konstanten Unterschiede von den entsprechenden
334 Dr. O. Staudinger:
Theilen der Agr. Tritici auffinden kann, hat Tristis weit
dünnere Fühler. Dieselben sind bei allen 82 von Agr. Tritiei
stets mehr oder minder stark sägeförmig, bei Tristis sind sie
nur fadenförmig, sehr kurz bewimpert, zu nennen. Ich glaube
nicht, dass das von mir Iris V, S. 358 als Agrotis spec. er-
wähnte und kurz skizzirte, weit grössere @ vom Kentei zu
diesem Tristis-5 gehören kann, besonders weil es (als ®)
weniger dunkle Htfl. hat, auf deren Unterseite kein (deut-
licher) schwarzer Mittelstrich steht.
Agr. Albivenata Stgr. Ein Pärchen, das mit den
Kentei-Stücken übereinstimmt.
Agr. Ononensis Brem. (Scaramangae Alph.) Eın Pärchen,
von denen das ® ziemlich klein ist, sonst ist es fast ebenso
gefärbt und gezeichnet wie ein grosses 5 vom Tian Schan.
Nach Stücken der letzteren Lokalität stellte Alpheraky seine
Agr. Scaramangae auf, von der er Iris VII, S 308 angiebt,
dass sie mit Ononensis Brem. zusammenfällt.
Agr. Praeeipua Stgr. Von dieser nach 2 858 vom
Kentei beschriebenen Art wurden auch im Apfelgebirge 2 88
gefunden. Dieselben haben weit dunklere, etwa dunkel-choco-
ladengrau zu nennende Vdfl. als die Kentei-8 5.
Agr. Vestigialis Rott. und var. Amurensis Stgr. Von
20 eingesandten Stücken gehören die meisten der dunkleren
var. Amurensis an.
Agr. *)Ruta Ev. Nur ein abgeflogenes 6.
Agr. Oceulta L. Vier Exemplare.
Charaeas Graminis L. var. (ab.) Trieuspis Hb. Ueber
20, meist abgeflogene Stücke dieser Art gehören alle zu der,
mit Ausnahme der weissen Nierenmakel, fast zeichnungslosen
var. Trieuspis, die hier als Lokalform auftritt, während sie
sonst meist nur als zufällige Aberration vorkommt. Merk-
würdigerweise wurde diese weit verbreitete, gemeine Art bisher
weder im Amur- noch Kentei-Gebiet gefunden.
Mamestra Advena Fab. Alle (12) meist recht schlechte
Stücke gehören zur Stammform ohne Uebergänge zur var.
Adjuncta.
Mam. Nebulosa Hufn. (var. Asiatica). Ein reines
Pärchen ist etwas dunkler als europäische Stücke, es stimmt
darin mit Exemplaren aus Centralasien, dem Altai und vom
Amur überein. Ich glaubte zuerst, dass es zuder (auch dunkleren)
*\ Dörries hrachte 1893 ein etwas geflogenes & von Agr.
Robusta Ev. aus dem Kentei-Gebirge mit, welche Art er dort
früher nicht fand.
a Var
> N
Lepidopteren des Apfelgebirges. 335
var. Askolda Oberth. vom Amurgebiet gezogen werden könne;
doch haben die typischen (meist grösseren) var. Askolda noch
dunklere Vafl., die überall violettbräunlich angeflogen sind.
Das ist kaum bei meinen dunkleren asiatischen Nebulosa der
Fall, weshalb dieselben vielleicht als var. Asiatica bezeichnet
werden könnten, wenn eine grössere Anzahl frischer Stücke
sich gleich bleiben sollte.
Mam. Tineta Brahm. var. Obseurata Stgr. Zwei (41
und 42 mm grosse) 22 sind kleimer und dunkler als euro-
päische Stücke; ihre Vafl. sind weit eintöniger gefärbt, ohne
das lichte Blaugrau der typischen Tineta; die Zeichnungen
sind theilweise etwas verloschener. Da das einzelne von
Graeser im Amurgebiet bei Pokrofka gefundene 5 von Tincta
ganz Ähnlich, ebenso klein und anscheinend noch a,
zeichnungsloser ist (s. Berl. ent. Zeit. 1892, S. 221), ver-
dienen diese im äussersten Osten een Tincta wohl
einen Namen als var. Obscurata. Ich vergass diese Art in
meiner Amur-Arbeit aufzuführen.
Mam. Thalassina Rott. var. Ein Pärchen von gewöhn-
licher Grösse (das 3 stark geflogen) ist, wie das 2 vom
Kentei, dunkler, fast ohne bräunlichen Anflug der Val.
Mam. Pisi L. Ein schlechtes @.
Mam. Albicolon Hb. Ein kleines, typisches Ö.
Mam. Altaica Ld. Drei 22.
Dianthoecia Proxima Hb. Ein stark abgeflogenes ?
dieser weder im Kentei- noch Amurgebiet gefundenen Art
scheint der lichten var. Cana Ev. anzugehören.
Dianth. Nana Rott. var. Dealbata Ster. Die 4 Exem-
plare gehören alle zu der von mir Iris V, S. 365 beschriebenen
Form Dealbata, die also in Ost-Sibirien- als Konstante Lokal-
form auftritt.
Dianth. Dovrensis Wk. var. Kenteana Stgr. Ein reines,
mit den Kentei-Stücken übereinstimmendes $.
Hadena Amica Tr. Ein 8, das mit russischen Stücken
übereinstimmt.
Had. Adusta Esp. var. (Pavida B.?) Moesta Stgr.
Zwei 22, von denen das eine 39 mm gross, ganz rein, das
andere 36 mm gross, ziemlich abgeflogen ist, gehören einer
kleineren, sehr dunklen Form von Adusta an, die wohl einen
Namen, var. Moesta, verdient. Ich glaubte, diese 2% zu der
var. (ab.) Pavıda Boisd. ziehen zu können, die nach russischen
Stücken zuerst von Duponchel als Chardinyi beschrieben und
abgebildet, später von Herrich-Schaeffer als Pavida Boisd.
\
336 Dr. O. Staudinger:
(der den bereits vergebenen Namen Chardinyi so umgetauft
hatte) abgebildet ist. Ich besitze diese Form aus Russland
nicht, sondern nur ein Paar dunkle Adusta aus den Alpen,
die ich zu derselben zog, weshalb ich die v. Pavida in meinem
Catalog 1871 mit „alis ant. multo obscurior., fere unicolo-
ribus* bezeichnete. Ich sehe jetzt, dass sowohl Duponchels
erste Abbildung dieser Form, wie auch die spätere von
Herrich-Schaeffer durchaus nicht eintönig dunkle Vdfl. zeigen,
dieselben führen stark hervortretende, weissliche (Punkt-)
Querlinien und lichtere Makeln, was auch mit den Be-
schreibungen übereinstimmt.
Typische Had. Adusta sind durchschnittlich grösser als
die beiden 2% der var. Moesta, die sehr dunkle, braun-
schwarze Vdfl. haben, auf denen die nur etwas lichteren (nie
weissen) und dunkleren Zeichnungen wenig hervortreten.
Am meisten fallen noch die gezackte, lichte Querlinie vor dem
Aussenrande und der lichte äussere Theil der Nierenmakel
auf. Die Atfl. sind bei dem reinen 2 der var. Moesta dunkler
als bei Adusta, sie sind in ihrem Aussentheil breit grau-
schwarz, während sie bei dem abgeflogenen 2 weniger dunkel,
aber nicht bräunlich wie bei Adusta gefärbt sind.
Had. Leucodon Ev. Die eingesandten Stücke sind
meist (weit) kleiner als typische, südrussische Leucodon, das
kleinste 5 misst etwa nur 24 mm, während südrussische
Stücke meist 34—36 mm gross sind und ein 2 von Üentral-
asien gar 41 mm Flügelspannung hat.
Had. Subornata Stgr. Iris IX, S. 262. Drei abge-
flogene, kleinere, wenig gezeichnete Stücke gehören zu dieser
nach Stücken von Uliassatai und besonders von Urga beschrie-
benen, stark abändernden Art.
Had. Dörriesi Stgr. n. sp. Taf. IX, Fig. 26. Ein fast
ganz reines @ gehört einer neuen Art an, die ich nach ihrem
Entdecker benenne; sie dürfte am besten bei der vorigen Art
zu stellen sein, obwohl sie weder mit ihr noch mit einer
anderen Hadena grössere Aehnlichkeit hat. Das vorliegende
@ ist 42 mm gross; Vdjl. (besonders bis zur Mitte) dunkel-
braun mit (den beiden) Zchteren oberen Makeln, einem
grösseren, lichteren, bräunlichen Flecken unter dem Ende
des Vorderrandes, einer gezackten, licht bräunlichen Aussen-
rands-(uerlinie und zwei werssgrauen Zeichnungen am Innen-
rande. Die bekannten ersten 3 Querlinien treten nur sehr
schwach erkennbar, etwas dunkler aus der dunklen Grund-
fläche hervor, die beiden mittleren sind deutlicher zu erkennen,
Zu ae, Ya 5.
au
Lepidopteren des Apfelgebirges. 337
besonders in dem lichteren Innenrandstheil, die äussere in dem
liehtbräunlichen Vorderrandstheil, wo sie ziemlich stark gezackt
ist. Die gezackte, lichtbräunliche Aussenrandslinie tritt sehr
scharf hervor. Die erste, etwas unregelmässig oval gebildete,
kleine, obere Makel ist dunkler gekernt; die ziemlich schmale,
ganz lichtbräunliche Nierenmakel steht im Anfang des grossen,
liehter braun gefärbten Vorderrandtheils, der auf der Ab-
bildung zu wenig licht hervortritt. Der auf der letzteren
stark auffallende, lichtere Strich an der inneren und oberen
Seite der Nierenmakel des rechten Vdfls. gehört nicht zu
dieser, sondern zur (anfangenden) Begrenzung des grossen,
lichten Fleckens, der auf dem Bilde zwischen der runden und
Nierenmakel stehende kleine lichte Fleck ist nur durch eine
hier etwas abgeriebene Stelle entstanden. Die dunkel (schwarz)
und bräunlich gemischten Fransen sind am Ende der Rippen
fein licht durehschnitten, auch die vor den Fransen stehende,
schwarze Limballinie wird von den Rippen licht unterbrochen.
Am Innenrande beginnt bald hinter der Basis eine weiss-
hiche Linie, die bis zur Extrabasal-Querlinie geht, welche in
ihrer unteren Hälfte zwei Ausbiegungen (abgerundete Zacken)
nach aussen macht. Zwischen der äusseren Querlinie und der
lichten Aussenrandslinie steht ein grösserer, weisslicher, bis
zum ersten Medianast reichender Innenrandsflecken. Die
Unterseite der Vdfl. ist licht schmutzig- (schwärzlich-) grau
mit scharf abgesetztem, schmalem, gelbgrauem, schwärzlich be-
streutem Aussenrandstheil. Die schmutzig gelbgrauen,
schwärzlich bestreuten Atfl. führen einen dunklen Mittelmond,
dahinter eine (breite) dunkle Querlinie, dann eine (breite)
dumklere (schwärzliche) Binde im Aussenrandstheil und vor
den lichten Fransen eine schwarze Limbalmondlinie. Alle
diese Zeichnungen, mit Ausnahme der hier’ fast verloschenen
Aussenbinde, treten auf der lichteren Unterseite deutlicher
(sehärfer) hervor.
Der schwarzbraune Rücken zeigt in der Mitte hinter
dem Prothorax und am Ende je eine (schopfartige) lichter
bräunliche Stelle. Der Kopf und seine Theile sind dunkel-
sehwarzbraun, nur die die Stirn kaum überragenden Palpen
sind nach unten und innen, wie der Saugrüssel, schmutzig
lichtbraun. Die Brust und die Hüften sind schmutziggrau
behaart, die dunklen Beine sind an den Tarsen licht geringelt.
Der Hinterleib ist schmutziggrau, unten, nach dem Ende zu,
schwach bräunlich angeflogen. Die Abbildung ist, mit Aus-
nahme der oben besprochenen Stellen, gut gerathen.
338 Dr. O. Staudinger:
Had. Lateritia Hufn. Drei geflogene Stücke.
Nyssoenemis Obesa Ev. Ein abgeflogenes ®.
Leucania Comma L. Vier Stücke mit mehr grauer,
kaum gelblich angeflogener Grundfärbung der Val.
Leue. Conigera F. Zwei gewöhnliche Stücke.
*)Leuc. Turca L. var. Turcella Stgr. Die 7 einge-
sandten, 36—40 mm grossen Stücke sind kleiner als typische
Turea. Die dunklen Querlinien der Flügel treten schwächer
auf, die äussere Querlinie der Vdfl. ist bei einem 2 nicht zu
erkennen; die sehr verloschene Querlinie der Unterseite fehtt
auf den At/ln. meist ganz. Die Htfl. sind echter, weit
weniger (beim 5 kaum) braunroth angeflogen, auf der Ober-
seite sind sie nicht schwärzlich.
Amphipyra Perflua F. var. Ein 5, dessen Flügel nur
sehr gering braun gefärbt sind; der breite, lichte Aussen-
randstheil der dunklen (bräunlichgrauen) Vafl. ist nur sehr
wenig (verloschen) gezeichnet (fast zeichnungslos).
CGueullia Asteris Schift. Ein 8.
Cue. Distinguenda Stgr. Kine kleine Anzahl leider
meist abgeflogener Stücke stimmen mit solchen vom Kentei
überein.
Cuc. Defeeta Stgr. n. sp.? (an Cineraceae Frr. var.?)
Taf. IX, Fig. 27. Zwei recht defekte 58, die aber theil-
weise noch volle Fransen haben, gehören wahrscheinlich einer
neuen Art bei Cineracea an, falls sie nicht eine zeichnungs-
lose Form dieser seltenen Art sind. Ich werde diese ca. 40 mm
grossen Defeeta nur durch comparativen Vergleich von der
etwa gleichgrossen Cineracea zu unterscheiden versuchen,
leider besitze ich von der letzteren Art nur 4 (wohl über
50 Jahre alte, noch von Kindermann gefangene) Stücke aus dem
Ural. Die anscheinend etwas dunkleren (asch-) grauen Val.
sind bei Defeeta weit weniger gezeichnet, als Freyer es bei
seiner Cineracea beschreibt und abbildet, auch auf Herrich-
Schaeffer’s Abbildung sind sie ähnlich stark gezeichnet. Die
beiden oberen, schwarz umzogenen Makeln, die bei meinen
4 Cineracea sehr deutlich auftreten, fehlen so gut wie ganz;
sie sind, besonders bei einem Defecta-5, durch eine Anzahl
schwarzer Pünktchen angedeutet, die einen ganz anderen Ein-
druck (keinen ringförmigen) machen. An der Basis treten
im Innenrandstheil 2—3 stark gezackte, schwärzliche Linien auf
*) Dörries fand 1893 drei Caradrina Grisea Ev. im
Kentei-Gebirge, die von den finnischen Stücken kaum verschieden,
nur etwas dunkler sind.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 339
(die nur bei einem & deutlicher zu erkennen sind), die den:
hier bei meinen Cineracea befindlichen ähnlich aber nicht ganz
gleich sind, während sie von denen der Freyer’schen Abbildung,
die hier sicher (im Basaltheil) verfehlt ist, ganz verschieden
sind. Diese Basalzeichnungen sind nur bei einem meiner
Cineracea deutlich, bei den anderen 3 sind sie (fast) ebenso
verloschen wie bei meinen Defecta. Bei allen meinen Cineracea
wie bei meinen beiden Defecta treten im Aussentheil keine
deutlichen Zeichnungen auf, namentlich keine äussere Quer-
linie, wie auf Freyer’s Figur. Die lichten Fransen sind bei
Defecta schwach dunkel gescheckt, was bei meinen Üineracea
nicht der Fall ist. Die Atfl. sind bei Defecta dunkler, be-
sonders sind sie auf der Unterseite nicht rein weiss, wie bei
3 meiner Cineracea, während sie bei den anderen beiden weiss
mit dunklem Aussenrand sind.
Die Fühler sind bei meinen Defecta ganz dunkel, auf
der Oberseite fast schwärzlich, während sie bei meinen Cineracea
braun sind. An den anderen Körpertheilen kann ich zwischen
beiden Arten keinen sichtbaren Unterschied finden. Erst eine
grössere Anzahl frischer, reiner Stücke beider Arten wird ein
sicheres Urtheil darüber erlauben, ob Defecta eine von
Cineracea verschiedene Art oder eine Lokalform derselben ist.
Cue. Propinqua Ev. Zwei Stücke dieser seltenen Art
sind bedeutend dunkler als meine alten Exemplare vom
Altai und Ural, besonders wohl nur deshalb, weil sie
frisch sind.
Cue. Splendida Cram. Die Htfl. der Stücke vom Apfel-
gebirge scheinen etwas dunkler als die entsprechenden
von Süd-Russland zu sein.
Plusia Moneta F. var. Esmeralda Oberth. Ein den
Amur-Stücken gleichkommendes Exemplar.
Plus. Cheiranthi Tausch. Zwei ziemlich lichte Stücke.
Plus. Herrichi Stgr. und var. (ab.) Eversmanni Stgr.
@Renardi Ev.) Iris IX, S. 372. Die 11 vom Apfelgebirge
erhaltenen Stücke ändern so unter einander ab, dass die von
mir 1. c. beschriebene var. Eversmanni hier nur als eine, in
allen Uebergängen vorkommende Aberration auftritt, so dass
dieser Name vielleicht am besten fallen zu lassen ist. Die
Rosa-Färbung der Vdfl. tritt meistens nur sehr gering auf,
danach sind solche Stücke zu Pl. Eversmanni zu zählen; sie
sind aber noch unter sich recht verschieden. So sind die
Vafl. eines kleinen, etwa 26 mm grossen 5 auffallend grell,
ich möchte sagen olivgelb gefärbt wie bei keinem anderen Stück.
340 Dr. ©. Staudinger:
Ein fast 32 mm grosses ? ist hingegen auffallend dunkel
(olivgrün) gefärbt, es zeigt auf den Vdfln. keine Spur von
Rosa, die beiden nebeneinander hinter den Makeln stehenden
Querlinien sind fast gerade, während sie bei allen meinen an-
deren Herrichi und var. Eversmanni schwach S-förmig gebogen
sind. Die Färbung dieses $ ist ganz ähnlich wie bei Modesta,
deren äussere Doppellinie auch fast ebenso gerade verläuft,
doch hat Modesta eine ganz andere, scharf eckig naclı aussen
gebogene Extrabasal-Doppellinie und zeigt niemals die silbern
umzogenen Makeln der Pl. Herrichi. Da dies 2 auch nicht
die mir bisher räthselhafte Plus. Renardi Ev., die stark rosa
angeflogen ist, sein kann, so kann sie entweder nur als ein
stark abänderndes Stück der Herrichi oder als eine neue Art
angesehen werden. Ich möchte sie für eine auffallende
Aberration halten, die einen weiteren Beleg zu der grossen
Variabilität dieser bisher so sehr selteneu Art bildet. Einen
weiteren Beitrag dazu bietet ein nur etwa 28 mm grosses 5
vom Apfelgebirge, das im Basaltheil, wie vor dem Aussen-
rande (hier breit bindenartig), so stark rosa angeflogen ist,
wie es auch nicht annähernd bei anderen Stücken dieser Art
der Fall ist. Dies & zeigt mehr Rosa-Färbung der Vafl. als
das Bild von Renardi Ev., zu dem es wegen der weniger
hervortretenden (kleineren) silbernen Makeln und der ganz
fehlenden (2) silbernen Querlinien vor dem Aussenrande nicht
passt. Dennoch halte ich es jetzt für möglich, dass meine
Herrichi zu der stark abändernden Plus. Renardi gehört. Die
2 in der Kentei-Arbeit als Renardi aufgeführten 88 stimmen
mit meinen als Pl. Herrichi beschriebenen Stücken überein.
Plus. Modesta Hb. Die 4 eingesandten Stücke sind,
im Gegensatz zu meinen vom Amur erhaltenen, sehr gering
bräunlich angeflogen.
Plus. Festucae L. Zehn Stücke, die grossen, euro-
päischen Stücken fast ganz gleichkommen, nur sind die
Vafl. meist etwas dunkler, weniger braun gefärbt.
Plus. Putnami Grote. 20 mit der vorigen Art zusammen-
gefangene, stets kleinere Stücke machen einen so verschiedenen
Totaleindruck von denen der vorigen Art, dass ich jetzt mehr
geneigt bin, Putnami für eine verschiedene Art von Festucae
anzusehen, so ähnlich sich auch beide sind. Ich verweise auf
das, was ich über beide Arten in meiner grossen Amur-Arbeit
gesagt habe.
Plus. Gutta Gn. Ein 3, das auch dunklere, weniger
braun gefärbte Vdfl. als europäische Exemplare hat.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 341
Plus. Dives Ev. Diese prachtvolle Art wurde ganz
ebenso wie im Kentei leider in nur wenigen, ganz reinen
Stücken gefunden.
Plus. Pulehrina Hw. var. Buraetica Stgr. In kleiner
Anzahl wie vom Kentei und Irkutsk.
Plus. Macrogamma Ev. In Anzahl.
Plus. Interrogationis L. var. Transbaicalensis Stgr.
Etwa 20. mit denen vom Kentei übereinstimmende, auch. unter
einander ziemlich abändernde Stücke können als wenig auf-
fallende Lokalform den Namen Transbaicalensis erhalten.
Plus. Diasema B. Ein reines & stimmt fast ganz mit
skandinavischen Stücken dieser sehr seltenen Art überein, die
mir bisher nur noch von Grönland bekannt war.
Plus. Ain Hochenw. Sechs Exemplare.
Heliothis Ononis F. Vier . Stücke, ein & mit sehr
lichten, die 22 mit dunklen Vafln.
Phothedes Captiunceula Tr. Ein ziemlich abgeflogenes,
kleines (i5 mm grosses) & scheint auf den Vdfln. nur sehr
gering braun angeflogen (gewesen) zu sein; die äussere Quer-
linie ist scharf weiss.
Euclidia Glyphica L. Ein gewöhnliches Stück.
Euel. Futilis Steger. n. sp. Taf. IX, Fig. 28. Ein auf
den Vdfin. ganz reines & gehört einer merkwürdigen, neuen
Art an, die mit keiner mir bekannten Euclidia Aehnlichkeit
hat. Sie wird am besten hinter Euel. Mi eingereiht, die auf
den Vdfln. ähnlich gefärbt ist und deren äussere lichte Quer-
linie der Vdfl. auch etwas an die der Futilis erinnert.
Grösse 24 mm; Vdfl. matt (bräunlich-) schwarz mit zwei
übereimanderstehenden, weissgrauen Basal- Fleckehen am
Innenrand, einem ähnlichen, etwas grösseren am Ende der
Mittelzelle, einer gebogenen, nach innen scharf begrenzten,
weissgrauen Querlinie hinter der letzteren, einer verloschenen,
grauen Binde vor dem Aussenrande und weissen Fransen.
Auf der Abbildung sind diese lichteren Zeichnungen ziemlich
gut, wenn auch nicht überall genau zu erkennen. Von den
beiden Basalfleckchen ist der untere viel kleiner, der ovale,
obere setzt sich verloschen und schmal schräg nach aussen
bis zum Innenrande fort. Der längliche (etwas dreieckige)
Flecken am Ende der Mittelzelle ist etwas grösser als auf
der Abbildung. Die dahinter stehende, auf beiden Flügeln
gleich deutliche, weissgraue Querlinie ist genau so wie auf
der Abbildung gebogen, nur ist sie etwas breiter, fast binden-
artig, nach aussen nicht scharf begrenzt, hier in kleinen Spitzen
342 Dr. O. Staudinger:
auslaufend. In ihrem untersten Theil bildet sie eine ähnliche,
aber schmalere, bis zur Mediana hinaufsteigende, schleifen-
artige Einbiegung, wie dies weit deutlicher und stärker bei
Euel. Mi der Fall ist, dieselbe lässt sich bei Futilis nur sehr
verloschen und undeutlich erkennen, sie wird besonders da-
dureh undeutlich, dass vor derselben (nach aussen) etwas
breitere, lichte Färbung auftritt. Vor dem Aussenrande steht
eine rudimentäre (verloschene) lichte Querlinie, die nach
aussen bindenartig, verloschen grau beschattet ist. Der
Vorderrand ist mehr oder minder schwach grau angeflogen.
Die Fransen (aller Flügel) sind weiss, äusserst gering (kaum
erkennbar) grau gescheckt. Auf der schwärzlichgrauen Unter-
seite der Vdfl. ist der Basaltheil, sowie der schmale Vorder-
und Aussenrand etwas lichtgrau bestreut. Die Atfl. sind
mattschwarz mit weissen Fransen, da sie am Innenrandstheil
ziemlich abgerieben sind, so lässt sich über die dort gewesene
lichte Zeichnung nichts Sicheres sagen. Wie mir scheint,
steht unter dem Basaldrittheil der Mediana ein verloschener,
weisser Längsstreif, darunter ein segmentartig gebogener,
lichter Flecken. Auf der schwärzlichen, weiss bestreuten
Unterseite tritt ein deutlicher, weisslicher Streifen vor dem.
Innenrande auf, der in seinem unteren Theil (etwa bei ?/,)
schwach dunkel durchbrochen ist. Der Basaltheil des Vorder-
randes ist kurz, streifenartig, weisslich gefärbt.
Der schwärzliche Rücken ist weisslich gemischt, beson-
ders an den Rändern der Schulterdecken. Der Kopf ist vor-
wiegend licht gemischt, die nach aufwärts gerichteten Palpen
sind (fast) ganz licht. Sie sind ähnlich wie bei Euel. Mi
und Glyphica gebildet, aber etwas kürzer, mit noch kürzerem
Endglied. Die borstenförmigen Fühler sind kurz zweizeilig
bewimpert, ähnlich wie bei Glyphica. Die lichten, an den:
Schienen und Tarsen etwas dunkel gemischten Beine scheinen
mir ganz ähnlich wie bei Mi gebildet zu sein, ebenso der
(seitlich zusammengedrückte) Hinterleib. Der letztere ist auf
der Oberseite vorwiegend licht, schwärzlich gemischt, die
Bauchseite ist ganz licht. Eine grössere Zahl dieser Eucl.
Futilis wird gewiss manche Abänderungen zeigen, einzelne
dürften stärker (mehr) gezeichnet sein; ich glaube aber nicht,
dass das vorliegende Stück ein besonders aberrirendes ist.
Pseudophia Flavomaeculata Brem. (Maximowiczi Brem.)
Ein ganz abgeflogenes 2 dieser Amur- und Japan-Art.
Eceerita Ludiera Hb. Ein etwas geflogenes, anscheinend.
nicht abweichendes 8.
Lepidopteren des Apfelgebirges. 345
Toxocampa Pastinum Tr. Drei fast typische Stücke.
Acidalia Rufociliaria Brem. Ein Stück.
Pericallia Syringaria L. Drei Exemplare.
Epione Paralellaria Schiff. Zwei 88.
Boarmia Repandata L. Ein 2 ohne bräunlichen
Anflug.
Aspilates Gilvaria F. Einige gewöhnliche Stücke.
Ortholitha Limitata Sc. Zwei 22.
Odezia Atrata L. Ein &.
Stamnodes Danilovi Ersch. Zwei $ 2 dieser schönen,
weder im Kentei- noch Amurgebiet gefundenen Art, die hier
ihre östlichste Grenze zu erreichen scheint.
Lygris Prunata L. Zwei den Kentei-Stücken gleiche 86.
Lygr. Testata L. var. Achatinellaria Oberth. Zwei 58.
Cidaria Dilutata Bkh. Ein frisches @ mit aschgrauen,
stark gezeichneten Vdfin.
*), Botys Olivalis Schiff. var. Transbaicalis Stgr. Als
einziges Microlepidopteron vom Apfelgebirge wurde ein reines,
21 mm grosses 2 dieser Art eingesandt, das Sich von den
typischen europäischen Stücken wesentlich durch Folgendes
unterscheidet. Auf den Vd/ln. steht vor einer schmalen, nach
innen scharf begrenzten, ganz dunklen Aussenrandsbinde
eine etwas breitere, weissliche Querbinde, in der nach aussen
eine ziemlich scharfe, dunkle Punktlinie auftritt. Der Basal-
theil ist fast ganz weisslichh während der grosse, weisse,
zwischen den beiden Makeln stehende, viereckige Flecken,
nur unten als schmaler, weisser Strich vorhanden ist. Die
beiden Makeln selbst sind weit dunkler, schwärzlich wit
lichterem Kern. Die Htfl. sind lichter, schmutzigweiss, mit
schmaler, scharf begrenzter, dunkler Aussenrandsbinde.
Drei Stücke von Bot. Olivalis, die ich aus dem Caucasus
besitze, sind auch von den typischen recht verschieden, sie
bilden eine Art Uebergang zu dieser var. Transbaicalis. Sie
führen auf den Vdfln. auch eine lichte Binde vor dem Aussen-
rande, welcher letztere aber lange nicht so scharf dunkel
*) Dörries brachte 1893 eine Hydrocampa Stagnata
Don. vom Kentei mit, die zu einer Amur-Form dieser Art gehört,
welche in unseren Listen als Distinctalis angeboten ist. Bei
dieser, meist etwas kleineren Form treten alle Zeichnungen viel dunkler
auf, mit Ausnahme der schmalen, hier greller erscheinenden, licht
braungelben Aussenlinie. Da die doppellinienartigen Zeichnungen der
typischen Stagnata bei der var. Distinetalis meist ganz dunkel aus-
gefüllt sind, macht sie einen recht verschiedenen Eindruck.
344 Dr. ©. Staudinger:
abgesetzt ist. Die am Ende des Vorderrandes stehenden
4 weissen Costalfleckchen sind auffallend gross, auch die beiden
weissen, die Makeln begrenzenden Flecken sind fast; grösser
als bei typischen Olivalis. Auf den weisslichen Htfln. ist der
dunkle Aussenrand schmäler, vor den fast ganz weissen
Fransen stehen weit schärfere, breite, dunkle Limbalstrichel-
chen. Obwohl zuweilen bei europäischen Stücken auch eine
fast ähnliche, weisse Binde vor dem Aussenrand der Vafl.
vorhanden ist, so sind die Caucasus-Stücke doch so ver-
‚schieden, dass sie als Lokalform mit var. Caucasica be-
zeichnet werden können. ?
CI m aan = en,
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten.
Von
Dr. ©. Staudinger.
Parnassius Olympius Stgr. Diese und zwei der fol-
senden Arten wurden von Anfang bis Mitte Juli d. J. von
J. Haberhauer in den unfern der centralasiatischen Stadt Korla
(oder Kurla) gelegenen Gebirgen, wohl in dem östlich davon
liegenden Kuruk-Tau, gefangen. Die Stadt Korla liegt etwas
unter dem 42t°r Breitengrade und ein wenig östlich vom
86te" Längengrade, am Nordrande der grossen Wüste. Sie
soll 900—1000 Meter hoch gelegen sein, während ich über
die Höhe, wo diese Arten gefangen wurden, nichts Sicheres
sagen kann; ich vermuthe, dass sie mindestens 2000 Meter,
wahrscheinlich weit mehr betrug. Ich erhielt 22 558 und
6 2% dieses Parn. Olympius, von den 2% sind leider nur 2
ganz rein, von den 58 etwa die Hälfte; sie wurden zusammen
mit einigen 60 Stücken einer Parn. Discobolus-Form gefunden,
die meiner var. Insignis nahe stehen und dazu gezogen
werden können. Die grösseren, weit weniger gezeichneten
P. Olympius machen einen so verschiedenen Eindruck von
den ihnen jedenfalls am nächsten stehenden Discobolus, dass
ich sie, bis auf weiteres, für eine davon verschiedene Art
halte, da sie weder eine Lokalform davon sein können, noch
ihre Anzahl und Grösse es erlauben, sie als Aberrationen davowW
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 345
anzusehen. Da die meisten Parnassius-Arten, sowohl in der
Grösse wie in den Zeichnungen stark abändern, so ist es bei
manchen Arten sehr schwer oder geradezu nicht möglich,
ganz konstante Unterschiede anzugeben; so z. B. ist die be-
kannteste, ausserordentlich stark abweichende Art, P. Apollo,
von den zweifellos von ihm verschiedenen P. Nomion, unter
Berücksichtigung der vielen abändernden Formen und Stücke
beider, durch kein wirklich stets stichhaltiges Merkmal zu
trennen. In meiner Kentei-Arbeit, Iris V, S. 308, habe ich
bei 4 Stücken von P. Nomion, die dem P. Apollo recht nahe
kommen, angenommen, dass es Hybriden zwischen dieser Art und
‚dem mit ihm zusammenfliegenden Apollo sein könnten; das-
selbe habe ich schon früher (Stett. ent. Zeit. 1881, 8. 278)
von gewissen, in der Mitte von P. Hesebolus und Actius
stehenden Stücken, die mit beiden Arten zusammen im Ala
Tau gefangen wurden, angenommen. Mag diese Annahme
hier, wie bei manchen anderen Lepidopteren, auch eine gewagte,
nicht zu beweisende sein, so kann doch ebenso wenig durch
das Vorkommen solcher Zwischenstücke zweier Arten bewiesen
‘werden, dass beide nur Formen einer Art sind. Zu welchen
Fehlschlüssen man durch das Vorkommen solcher Uebergangs-
stücke, sowie dadurch, dass keine stets konstanten Unter-
schiede zwischen zwei nahen Arten aufzufinden sind, kommen
kann, beweist Herr H. J. Elwes in seiner trefflichen Arbeit
über die Arten der Gattung Parnassius (Proceed. Zool. Soc.
London 1881), wo er aus diesen Gründen Discobolus als eine
Varietät von Actius ansieht. Beide sind nach meiner Ansicht
zwei ebenso sicher verschiedene Arten wie P. Apollo und
P. Nomion; auch Grum Grschimailo, der selbst beide Arten
in grösserer Anzahl fing, lässt gar keinen Zweifel darüber
‚aufkommen, dass Actius eine gute, von Discobolus sicher ver-
schiedene Art ist. Jetzt sandte Haberhauer wieder mit den
bereits erwähnten 60 P. Discobolus eine noch grössere Anzahl
mit ihnen zusammen gefangener Stücke einer Form des
P. Actius ein, von denen jedes Stück sich sicher von Disco-
bolus trennen lässt.
Die Parn. Olympias sind durchschnittlich grösser
als die mit ihnen zusammen gefangene grosse Form des
P. Discobolus; sie sind grösser als die alpine Form von
P. Apollo, etwa so gross wie deutsche (schlesische und
bayerische), ungarische und schwedische Apollo, mit denen sie
fast eine grössere Aehnlichkeit haben als mit Discobolus.
Die Grösse der Parnassius-Arten lässt sich, ihrer stark
23
346 Dr. ©. Staudinger:
abgerundeten Vdfl. wegen, schlecht messen, auch wenn man
nur die Länge eines Vdfls. angeben will. Nur ein & von
P. Olympius ist auffallend kleiner als die übrigen Stücke, es
hat etwa nur 52 ( —54) mm Flügelspannung, die Länge der Vdfl.
(auf beiden Seiten verschieden) beträgt 35 und 37 mm. Bei
den meisten Stücken beträgt (gleich gemessen) die Flügel-
spannung etwa 70, die Länge der Vafl. 42—43 mm; beim
grössten 8 ist erstere auf 77, letztere auf 45 mm anzugeben.
Alle Flügel (deren Form bei einzelnen Stücken stark ab-
ändert) zeigen in beiden Geschlechtern mehr und reimeres
Weiss als Parn. Apollo, das erstere namentlich gilt auch bei
den mit Olympius zusammen gefangenen P. Discobolus, von
denen einige Stücke ebenso weiss gefärbt sind. Durch die
fast stets weisse (selten schwach gelblich angeflogene), meist
mehr oder minder schwärzlich bestreute Oberseite der Flügel
unterscheidet sich diese (grosse) Discobolus-Form (von Korla)
besonders von den typischen P. Romanovi Gr. (die ich für
eine sichere Lokalform des typischen Discobolus halte), wo
die Färbung „me&me plus jaune que celle du Discobolus du
Thian Chan“ ist. Die vor dem Aussenrand stehende, dunkle
(schwärzliche) Fleekbinde tritt bei Olympius (fast) stets viel
weniger stark als bei Discobolus auf, sie wird nicht selten
rudimentär. Nur bei einem Olympius-2 besteht sie aus sehr
grossen (dreieckigen), schwarzen Flecken, die hier aber einen
eanz anderen Eindruck machen, besonders im (Gregensatz zu
dem (verloscheneren) glasartigen, dunklen Aussenrande. Dieser
Aussenrand erscheint bei Olympius weniger dunkel, er tritt
schärfer hervor, weil er Dreiter weiss von der vor ihm
stehenden Fleckreihe getrennt ist. Auf den Hitfln. ist er
schmäler als (meist) bei Discobolus, öfters ist er hier fast
ganz verloschen. In der schwarzen Vorderrands-Halbbinde
der Vafl. treten gewöhnlich, auf der Unterseite stets, 2 rothe
Flecken auf, die bei 2 88 fehlen. Der schwarze Innenrands-
flecken ist meist roth gekernt, öfters sehr schwach, bei einigen
Stücken bleibt er ganz schwarz, bei einem 9 sogar auch auf
der Unterseite. Von den beiden grossen, meist intensiv rothen
Augenflecken der Htfl. ist auf der Oberseite nur das untere
zuweilen weisslich gekernt, während auf der Unterseite beide
stets grosse, weissliche Mitteltheile führen; hier sind auch die
beiden rothen Innenrandsflecken oft weisslich gekernt, von
denen nur der untere zuweilen (meist bei den 22) schwach
roth auf der Oberseite gefärbt ist. Die 4 schwarzen, nach
innen fast stets breit roth begrenzten Basalflecken der Unterseite
en
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 347
der Htfl. sind wie bei Discobolus und so manchen anderen
Parnassius-Arten. Die weisslichen, fein schwarz geringelten
Fühler mit schwarzen Endkolben sind, wie alle anderen
Körpertheile, den entsprechenden bei Discobolus ganz ähnlich
oder gleich gebildet und gefärbt.
Parnassius Actius Ev. (var. Caesar Grum Gr.) und
ab. (var.?2) Actinobolus Stgr. Die Stücke dieser mit der
vorigen zusammen in den Gebirgen bei Korla (meist Anfang
Juli) in grösserer Anzahl gefangenen Art ändern unter ein-
ander stark ab, sie sind durchschnittlich von den typischen
Actius Ev. so verschieden, dass sie (mit demselben Recht wie
manche andere Formen) einen Namen verdienen. Die typischen
P. Actius stammen zweifellos von dem südlich vom Tarba-
gatai gelegenen Ala Tau; ich erhielt früher über 50 Stücke
von dieser Lokalität (s. Stett. ent. Zeit. 1881, S. 278). Herr
Gr. Grschimailo scheint von typischen P. Actius nur die (wenigen)
alten, schlechten Eversmann’schen Stücke gesehen zu haben,
als er in seiner grossen Arbeit, Memoires Roman. IV, S. 184 ff.
die von ihm im östlichen Theil des Pamir (fast 4000 Meter
hoch) gefangenen Stücke bespricht und weitere Eigenthümlich-
keiten derselben angiebt. Er hatte beim Fangen derselben
geglaubt, dass dies eine neue Art sei, die er M&m. Rom. II,
S. 247 nur dem Namen nach, als Caesar aufführt. Dieser
Name kann vielleicht für die grösseren, reiner weiss ge-
färbten, weniger stark gezeichneten Stücke, welche, bei Korla
wenigstens, als Hauptform aufzutreten scheinen, beibehalten
werden. Es kommen hier einzeln (als Aberration)r auch fast
ebenso kleine und ebenso dunkle Stücke wie im Ala Tau vor.
Die Angaben Grum Grschimailo’s, dass bei Actius der durch-
sichtige Aussenrand äusserst schmal, auf den Vadfln. öfters
nur bis zur Mitte gehend, sei, trifft bei den typischen Actius
vom Ala Tau nicht zu. Die Vafl. aller (50) Stücke, die ich
von dieser Lokalität erhielt, haben einen verhältnissmässig
breiten Rand, der stets bis unten hinunter geht. Das von
Herrich-Schaeffer, Fig. 634, abgebildete 5, sicher ein typisches,
von Eversmann stammendes, hat sogar einen sehr breiten,
dunklen Aussenrand der Vdfl. Auch zeigen alle meine Actius
vom Ala Tau einen mehr oder minder starken, dunklen Aussen-
rand der Htfl., der bei den 58 meist nur aus dunklen Flecken
besteht, vor denen nach innen (einen 3 ausgenommen) eine
2. Fleckreihe steht. Ein vollständiges Fehlen der schwarzen
Randzeichnungen der Htfl. kommt bei typischen Actius nie
vor. Ebenso zeichnen sich dieselben durchaus nicht durch
2u%
348 Dr. O. Staudinger:
das reinste Weiss „le plus blanc de tous les repr6sentants
de ce genre“ aus; nicht wenige meiner Ala Tau-Stücke sind
gelblich, einige sogar ziemlich stark gelb angeflogen, während
keins so rein weiss ist, wie fast alle Stücke von Korla, sowie
solche vom Transalai und Pamir, die Grum Gr. zuerst als
Caesar versandte. Die Flügel der wenigen vom Ala Tau er-
haltenen 2? sind sehr stark dunkel angeflogen (schwarz be-
streut); die Aussenhälfte der Vdfl. ist bei ihnen vorwiegend
dunkel gefärbt, nur bei einem 2 tritt die dunkle Bestäubung
schwächer auf.
Während meine typischen P. Actiuss vom Ala Tau
45—51 mm Flügelspannung haben, beträgt dieselbe bei dieser
var. Caesar von Korla durchschnittlich etwa 55 mm; die
grössten Stücke messen 60—61, die kleinsten (ein 2 ist das
kleinste) etwa 50 mm. Einige 20 85 und etwa 10 22
sehen von den anderen Stücken so verschieden aus, dass ich
zuerst (wo mir nur wenige gespannte Stücke beider Formen
vorlagen) glaubte, sie gehörten einer verschiedenen Art an.
Da sich aber unter den später gespannten Thieren eine An-
zahl Uebergangsstücke vorfanden, so halte ich sie jetzt für
auffallende, variırende Stücke, die wahrscheinlich als Aberra-
tionen mit den anderen zusammen fliegen, vielleicht aber auch
nur an gewissen Lokalitäten auftreten. Diese Stücke, die
ich als Actinobolus bezeichne, unterscheiden sich vor-
zugsweise durch Folgendes von Actius und var. Caesar. Die
dunkle, vor dem Aussenrande stehende Fleckreihe fehlt auf
der Oberseite völlig oder sie ist doch nur sehr rudimentär
vorhanden. Zuweilen fehlt sie auch auf der Unterseite der
Vdfl., wo sie stets viel schwächer und rudimentär als bei
Actius und var. Caesar auftritt. Der glasartige, dunkle
Aussenrand der Vdfl., der wegen der nach innen fehlenden,
schwärzlichen Fleckreihe sich sehr scharf hervorhebt, ist meist
ebenso breit (oder schmal) wie bei anderen Actius, er geht
bei einzelnen Stücken dieser ab. Actinobolus, wie bei var.
Caesar, nur bis etwas über die Flügelmitte hinab. Die Aussen-
rands-Zeichnungen der Atfl. sind meist sehr rudimentär,
zuweilen sind sie fast ganz verschwunden, nur bei.den 2%
treten sie deutlicher auf. Ueber die rothen Flecken der var.
Caesar und ab. Actinobolus bemerke ich noch, dass die beiden
rothen Augenflecken der Ht/l. meist, auch im Verhältniss zur
Grösse der Stücke, bei beiden (zuweilen beträchtlich) grösser
als bei typischen Actius sind. Die Vdfl. führen am Vorderrand
meist 2, seltener 3 rothe Fleckchen, bei einzelnen Stücken
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 349
fehlen sie ganz, bei einem Actinobolus-8 sogar auf der Unter-
seite. Der grosse, schwarze Innenrandsflecken ist verhältniss-
mässig selten gering roth gekernt. Auf der Unterseite der
Htfl. fehlt der unterste der 4 rothen Basalflecken bei einigen
Stücken ganz, dasselbe ist bei den (beiden) kleineren, rothen
Innenrandsfleckchen der Fall. Bei einem v. Caesar-? tritt
der oberste rothe Basalflecken auch auf der Oberseite sehr
deutlich auf, etwas schwächer ist er hier bei einem 6.
Oeneis Verdanda Stgr. n. sp. Diese neue Art wurde
in einer Anzahl meist ganz reiner Stücke beider Geschlechter,
Ende Juni in den Gebirgen bei Korla von Haberhauer ge-
fangen. Ich erhielt schon vor ‚Jahren 3 Stücke dieser Art,
vom Boro Choro in Tibet stammend,. die Herr Grum Grschi-
mailo als seine Oen. Hora sandte. Von letzterer Art, die er
nach zwei 55 aus dem Alai beschrieb, besitze ich 4 sichere
Stücke, von -#enen 2 53 und ein $ im Alai, ein 5 in den
(sebirgen bei Osch gefangen wurden. So sehr auch die’meisten
Oeneis-Arten abändern und so ähnlich sich manche Arten sind,
so unterscheidet sich doch diese Verdanda von allen durch
die verschiedene Form der dunklen Mittelbinde der Hinter-
flügel-Unterseite. Grösse 36—43 (meist 40—41) mm, nur
das 2 vom Boro Choro ist 46 mm gross. Die Flügel sind
meist trüb dunkel schmutziggrau (braungrau) gefärbt, wie bei
Bore, selten sind sie lichter grau, gelbgrau, noch seltener
bräunlich angeflogen. Nur bei einem 5 und 3—4 22 sind
die Vdfl. überwiegend lichtbraun, ebenso die breite Aussen-
randsbinde der Htfl., bei den 22 ist diese braune Färbung
matter, verloschener graubräunlich als beim &. Die braune
Färbung des einen Verdanda-& ist ganz ähnlich oder ebenso
wie meist bei Oeneis Norna, sie tritt aber auf den Vafln.
nicht so scharf abgesetzt bindenartig auf, auch zieht sie sich
breit am Innenrande hin, sogar die Mittelzelle ist schwach
bräunlich angeflogen. Die meisten Oen. Verdanda führen auf
den Vdfln. 2 kleine schwarze, weissgekernte Augenflecken,
auf den Htfin. einen solchen. Selten tritt unter oder über
dem unteren Augenflecken der Vafl. noch ein (3°) Kleines
Fleckchen auf. Zuweilen werden die Augenflecken sehr klein
und verschwinden (fast) ganz. Bei einem 3 fehlen sie auf
den Vdfin. völlig, während der Augenfleck der Htfl. sehr klein
ist; bei einem 2% ist er auch hier verschwunden, während auf
den Vdfln. nur noch der obere Fleck sehr klein vorhanden
ist. Die Fransen sind bei diesem lichtesten, licht gelb-
grauen $ ganz licht, fast weisslich, sonst sind die stets
350 Dr. O. Staudinger:
etwas lichteren Fransen schwach (selten stärker) dunkel
gescheckt.
Auf der Unterseite sind die Vdfl. lichter als auf der
Oberseite, bei den oben bräunlich gefärbten Stücken tritt diese
Färbung unten weit schwächer auf. Die oberseitigen, schwarzen
Augenflecken treten unten etwas kleiner, aber stärker weiss
gekernt auf, zuweilen schlägt der untere Augenfleck gar nicht
durch. Eine schwach verdunkelte Mittelbinde tritt als solche
selten deutlich auf, meist sind nur die sie begrenzenden, dunk-
leren Mittellinien zu erkennen, die auch öfters sehr rudimentär
werden und zuweilen ganz fehlen. Wenn die äussere Quer-
linie deutlich aufıritt, so macht sie meistens in ihrem oberen
Theil (auf Rippe 4) einen langen, spitzen Winkel nach aussen.
Die lichte Unterseite der Htfl. wird von. einer stets scharf
begrenzten, breiten, dunkleren, mehr oder minder licht durch-
setzten Mittelbinde durehschnitten, die dicht vor dem Vorder-
rande (plötzlich) sehr schmal wird, nicht selten läuft sie in
denselben fast spitzwinklig aus, bei 2—3 Stücken erreicht sie
den Vorderrand gar nicht. Ihre innere Begrenzung macht
im oberen Theil einen auffallenden, (meist) spitzen Winkel,
unter welchem der lichtere Basaltheil einen spitzen Winkel
in die dunkle Binde macht. Die äussere Begrenzung der
dunklen Mittelbinde macht im oberen Theil zwei scharfe,
kleine Zacken nach aussen, die nur bei wenigen Stücken ab-
gerundet sind; bei dem lichtesten, kleinen ? fehlen sie ganz.
Der Basaltheil ist nur an der Begrenzung der Mittelbinde
schmal (bindenartig) licht, sonst ist er meist ganz dunkel
(ähnlich wie bei Oen. Norna). Der lichtere Aussentheil ist
mehr oder minder dunkel gewölkt, nur an der Begrenzung
der Mittelbinde bleibt er ganz licht. Vor dem Aussenrande
tritt die dunkle Bewölkung nicht selten als dunkle Flecklinie
auf. Der oberseitige kleine Augenfleck (wenn vorhanden)
tritt auch unten etwas kleiner und undeutlicher auf.
Der Thorax und der Hinterleib sind oben etwas dunkler;
die lichten Fühler scheinen ganz ungeringelt zu sein; die
Palpen sind nach aussen und oben licht gestreift, nach unten
dunkel behaart. Oen. Verdanda unterscheidet sich von allen
Arten durch die nach dem Vorderrand sich auffallend ver-
schmälernde, dunkle Mittelbinde der Unterseite der Htfl., die
auch bei keiner anderen Oeneis einen so auffallend spitzen
Winkel nach innen macht. Sie dürfte, wie auch Oen. Hora,
am besten bei Norna gestellt werden, deren var. Fulla in
manchen Stücken auf der Oberseite grosse Aehnlichkeit mit
Einige nene Tagfalterarten und Varietäten. 351
ihr hat. Oeneis Bore und deren var. Tlaygete haben (fast)
nie auf den Flügeln Augenflecken; nur ganz ausnahmsweise
tritt ein solcher einzeln auf. Auch zeigt Bore vor dem Aussen-
rande der Htfl. auf deren Unterseite eine Reihe kleiner, lichter
Fleckpunkte, die bei Verdanda fehlen.
Phulia Nymphagoga Stgr. n. sp. Diese und die fol-
sende Art wurden von dem eifrigen Sammler Gustav Garlepp
im September vorigen Jahres auf einer über 4000 Meter hohen
Hochebene Boliviens entdeckt. Dieselbe liegt zwischen (der
Hafenstadt) Tacna und La Paz, zwischen der Küsten-Kordillere
und der östlichen Kette der Haupt-Kordillere (mit dem Illi-
mani, Ilampu [Sorata] etc.), sie dehnt sich über ein viele
Quadratmeilen grosses Gebiet aus. Dort in der Nähe des
7015 Meter hohen Sajama, des höchsten Vulkans der Erde,
an der östlichen Seite der Küsten-Kordillere gelegen, wurde
diese Art in kleiner Anzahl in beiden Geschlechtern gefangen.
Im Mai und Juni d. J. besuchte Otto Garlepp noch einmal
diese Hochebene (besonders um eine dort vorkommende, seltene
Straussenart zu jagen) und sammelte an denselben Lokalitäten
(wie mir sein Bruder Gustav schreibt) noch eine Anzahl dieser
Phul. Nymphagosa, die alle etwas verschieden von den dort
im September gefundenen Stücken sind. Da auch die zweite,
mit ihr zusammen gefundene Phulia-Art, Nymphaea Stgr.
Iris VII, S. 51, einen ziemlichen Unterschied zwischen den
im September und im Mai gefundenen Exemplaren aufweist,
so geht daraus sicher hervor, dass die Phulia-Arten einen Saison-
Dimorphismus zeigen, wie dies bei so vielen anderen (wohl
den meisten oder allen ?) Pieriden der Fall ist, die in mehreren
“renerationen auftreten.
Grösse der Ph. Nymphagoga 23—29 mm, die meisten
Stücke sind 25—27 mm gross; das grösste Stück ist ein
(September-)&, das kleinste ein (Mai-)?, die Stücke beider
‘Generationen sind durchschnittlich gleich gross. Flügel weiss,
nur bei einem (Mai-)8 licht schwefelgelb, die Vafl. führen
einen kleinen, schwarzen Mittelfleck, eine schwarze Vorder-
rands-Halbbinde und 4—5 (getrennte) kurze, nach innen nicht
spitze, schwarze Aussenrandsfleckchen. Die Vorderrands-
Halbbinde ist bei den 88 sehr kurz, sie besteht meist aus 2,
seltener aus 3 zusammengeflossenen Flecken, bei einigen,
wenigen 88 tritt noch ein verloschener 4. Fleck auf. Bei
den 22 besteht sie gewöhnlich aus 4 Flecken, von denen
der unterste zuweilen rudimentär wird, selten tritt noch ein
5., bis zum 1. Medianast reichender Fleck auf. Abgesehen
359 Dr. ©. Staudinger :
von der Länge tritt diese Binde bei einigen (Mai-)? 2
wesentlich breiter als bei anderen auf. Die 58 haben (an
der oberen Aussenrandshälfte) 4, die 2? 5 schwarze, deutlich
weiss getrennte Aussenrandsfleckchen, welche nach innen ge-
rade oder schwach abgerundet sind, nur der oberste, längste
endet meist spitz, mit der Halbbinde und dem dahinter
stehenden Vorderrandsstrich zusammenfliessend. Diese Rand-
flecken sind fast stets deutlich (ziemlich breit) weiss getrennt,
nur bei einzelnen 2% sind die unteren durch eine schmale,
schwarze Limballinie schwach verbunden. Die Oberseite der
Htfl. ist bei den &8& meist ganz weiss, nur der Basaltheil
ist dunkel bestreut (dies ist auch weit geringer auf den Vdfin.
der Fall), bei den September-5 8 weniger als bei den im Mai
gefangenen. Bei letzteren ist öfters der ganze Innenrands-
theil schwärzlich bestreut, und in der Mittelzelle tritt ein
mehr oder minder deutlicher, schwarzer Längsstrich auf, auch
scheinen die dunkleren Streifzeichnungen der Unterseite hier
stark durch. Bei den September-? 2 ist der Basaltheil weniger
schwärzlich angeflogen als bei den 838, doch tritt hier stets
ein verloschener, schwärzlicher Längsstrich in der Mittelzelle
auf. Ferner sind auf der Oberseite der Htfl. der September-? 2
meist reeht verloschene, schwärzliche Randfleckchen vorhanden;
bei 2 22 tritt auch, hinter der Flügelmitte, eine Reihe von
4—5 schwärzlichen Fleckehen auf. Die Htfl. der Mai-2
sind meist viel stärker schwarz gezeichnet mit grossen,
schwarzen Randflecken, einer gezackten, schwarzen Querlinie
hinter der Mitte und breit schwärzlich angeflogenen Rippen. Zwei
dieser 22 sind fast ebenso wenig gezeichnet ‚wie die Sep-
tember-? @. Bei allen im Mai (und Juni) gefangenen Ph. Nympha-
goga ist das Schwarz der Oberseite ein tieferes, während es bei
den im September gefangenen matter, braunschwarz ist.
Die in der Färbung recht abändernden Zeichnungen der
Unterseite sind denen der Ph. Nymphaea und Nymphula so
ähnlich, dass ich auf die von diesen Arten im 7. Iris-Band
gegebenen Abbildungen und Beschreibungen verweise. Sie
sind bei den September-Stücken weit lichter (licht braun und
gelb, im Apex der Vdfl. verloschener) als bei den anderen,
wo die Streifen der Htfl. nicht selten dunkelbraun auftreten.
Der Vorderrand der Htfl. ist stets schmal orangefarben (meist
sehr lebhaft) gefärbt, es setzt sich diese Färbung nicht selten
noch am Aussenrande fort.
Die dunklen Fühler sind sehr schwach und schmal licht
geringelt, der etwa wie bei Nymphaea gebildete Fühlerkolben
ee ee
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 353:
/
/
ist Jicht (weisslich) umrandet. Die langen, lichten, etwas
dunkel gemischten Haare der Stirn sind im Basaltheil nach
‚aussen (oft sehr lebhaft) orangefarben angeflogen ; dasselbe
ist meist bei dem oberen Theil der Palpen der Fall. Phul.
Nymphagoga ist von den etwas grösseren, ähnlichen Arten
Nymphaea und Nymphula (auch von der viel grösseren Nympha)
sofort durch den ganz auffallend viel kleineren, schmäleren
Mittelfleck der Vdyl. zu unterscheiden, abgesehen von anderen
Unterschieden. Die etwa ebenso grosse Ph. Illimani hat gar
keinen Mittelfleck, auch keine Vorderrandshalbbinde und sehr
verschieden gefärbte 9%.
Ich mache hier noch einige weitere Angaben über die
früher von mir ]. c. nach wenigen, älteren Stücken beschriebene
Ph. Nymphaea. Die jetzt erhaltenen, frischen Stücke (wie
auch solche durch Garlepp am Illimani gefundenen) ändern
in derGrösse von 23—832 mm ab. Die Stücke der Mai-Generation
sind meist mehr und stärker schwarz gezeichnet, bei den 5 8
treten auf den Htfin. mehr oder minder grosse schwarze Rand-
flecken und vor denselben eine Reihe schwarzer Strichfleckehen
auf. Bei einzelnen 2% ziehen sich die schwarzen Rand-
flecken der Htfl. streifenartig bis zur Mittelzelle. Auf den
Vdfin. treten die schwarzen Zeichnungen breiter auf; bei einem
& wird die Submarginalbinde hier sehr breit. Die Stücke der
September-(seneration sind durchschnittlich kleiner und weniger
stark sowie weniger tiefschwarz gezeichnet als die der Mai-
Generation, sie stimmen fast ganz mit den früher beschrie-
benen Exemplaren überein.
Satyrus Gustavi Ster. n. sp. Diese interessante Art
wurde von Herrn Gustav Garlepp mit der vorigen zusammen
auf derselben über 4000 Meter erhabenen Hochebene Boliviens
entdeckt, ich benenne sie ihm zu Ehren nach seinem Vor-
namen. Es wurden 17 Exemplare gefangen, von denen 6 88
und 53 2% ganz rein, die anderen Stücke mehr oder minder
defekt sind. Sat. Gustavi steht keiner mir bekannten Satyrus-
Art nahe; ihre Flügelform ist etwa so wie bei dem etwas
grösseren, nordamerikanischen Satyr. Ridingsi, mit dessen
Zeichnungen sie auch eine gewisse Aehnlichkeit hat, während
sie der bekannten europäischen Satyr. Arethusa (die aber weit
breitere Flügel hat) in der Färbung ziemlich nahe kommt.
Grösse 35—40 mm. Oberseite der Flügel dunkel rauchbraun,
vor den Aussenrändern mit langen, verloschen lichtbräun-
lichen oder bräunlichgrauen Fleckstreifen, die auf den Vdiln.
(meist) bindenartig nahegerückt, zuweilen auch (in der Mitte)
354 Dr. ©. Staudinger:
zusammengeflossen sind. Auf den Vdjln. tritt ein (meist dop-
pelter) schwarzer, ungekernter Apical-Augenfleck auf, bei
2 22 und einem & bemerkt man noch ein 2. kleines Augen-
fleckchen in dem zwischen Medianast 1 und 2 stehenden,
bräunlichen Längsstreif. Von den vier bräunlichen Fleck-
streifen der Htfl. führen die beiden oberen und der unterste
einen kleinen, ovalen (öfters noch etwas lichter umrandeten
‚scharf hervortretenden) schwarzen Fleck. Bei einigen Stücken
fehlt das oberste, schwarze Fleckchen, bei einem Pärchen ist
nur das unterste vorhanden, während ein ? und ein 8, bei
denen die obersten recht rudimentär sind, in allen vier Streifen
diese schwarzen Flecken zeigen. Auf den Vdfln. treten meist
6 bräunliche Fleckstreifen auf, von denen der unterste, der
kürzeste, ein Doppelstreifen ist. Etwa bei 83—10 Exemplaren
sind diese mehr oder minder breiten Streifen deutlich getrennt,
bei den anderen fliessen die mittleren zusammen, doch meist
so, dass sie noch nach aussen zu erkennen sind; bei einem &
werden sie sehr rudimentär, der unterste ist hier ganz ver-
schwunden. Die Zichtgrau und dunkelgrau gemischten
Fransen sind schwarz gescheckt, am deutlichsten tritt dies
an der oberen Hälfte der Vafl. hervor. Auf der mehr oder
minder dunklen, schwärzlichgrauen Unterseite der Vafl. ist
die Mittelzelle stets licht bräunlich oder bräunlichgrau ge-
färbt, zuweilen setzt sich diese Färbung, etwas lichtgrau ge-
mischt, am ganzen Vorderrands- und auch Aussenrandstheil fort,
so dass dann nur der Imnenrandstheil noch dunkel bleibt.
Im Aussentheil befinden sich meist 4 (bei einem $ 5) strich-
artige, kurze, gelbbraune (oder braungelbe) Streifen, im dem
obersten steht der hier grössere, weit schärfere, schwarze,
noch fein licht umrandete Augenflecken; bei 3 Stücken be-
merkt man noclı einen kleineren, schwarzen Fleck im un-
tersten Streifen. Im Apicaltheil ist der Vorderrand und der
Aussenrand (dieser tiefer hinab) aschgrau gefärbt (angeflogen),
vor den Fransen steht eine feine (scharfe) aschgraue Limbal-
linie. Auf der schmutziggrauen, schwärzlich gemischten (ge-
wölkten) Unterseite der Htfl. treten die Rippen scharf licht,
ascherau hervor; sie erinnert dadurch an die fast gleich ge-
färbte Unterseite des centralasiatischen Sat. Regeli; es tritt
hinter und unter der Mittelzelle meist eine Reihe länglicher,
etwas dunklerer Flecken hervor, die sich aber vom ebenso
gefärbten Basaltheil (fast) gar nicht und nur sehr wenig von
dem dahinter stehenden, meist etwas lichteren (bindenartigen)
Aussentheit hervorheben. In dem letzteren treten die
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 355
‚oberseitigen, gelbbräunlichen Streifen meist nur sehr Aurz
und sehr verloschen auf, eigentlich nur «ls die schmalen,
etwas in die Länge gezogenen Umrandungen der Kleinen,
ovalen, schwarzen Flecken, von denen hier fast stets 3 vor-
handen sind. Vor der,aschgrauen Limballinie steht eine Reihe
dunklerer Streifen (eine breite, dunkle Streif-Querlinie).
Die (asch-)grauen Fühler sind auf der Oberseite schwach
dunkel geringelt, ihr breiter, löffelartiger Kolben ist oben, im
Inneren meist dunkel. Die langen Palpen sind lang, lichtgrau
und dunkel gemischt, behaart, an der Innenseite sind sie fast
ganz licht. Die Brust (meist abgerieben) und die Hüften sind
ähnlich behaart, die lichten Schienen und Tarsen sind dicht
und stark bedornt (wohl um sich am Boden bei den starken
Winden, die oft auf der Hochebene herrschen, fester halten
zu können). Der Rücken und der obere Theil des Hinter-
leibs sind dunkel, wie die Flügel, gefärbt, die Bauchseite ist,
besonders nach hinten zu, licht gelbgrau.
Auf der Hochebene wurden, ausser den beiden vorigen
neuen Arten und die bereits erwähnte Phulia Nymphaea, nur
noch folgende Lepidopteren von den Gebrüdern (rarlepp ge-
funden: 4 Pieris Macrodice Ster., 1 Colias Euxanthe, 9
(meist schlechte) Lycaena Speciosa Stgr., 1 2 einer mir un-
bekannten (neuen) Lycaena, 1 Cosside und 2 Stück eines mir
unbekannten, auf den Vdfin. gelblichen, breit schwärzlich ge-
streiften Geometriden.
Prepona Garleppiana Stgr. n. sp. (an. Prep. Xenagoras
Hew. ab.??). Diese prachtvolle Art wurde in 3 85, Anfang
d. J. (das eine am 8. Januar), im Songo-Gebiet, das nördlich
von La Paz in der bolivianischen Provinz Yungas liegt, in
einer Höhe von 15—1800 Meter von den Gebrüdern Garlepp
erbeutet, den zu Ehren ich sie benenne. An denselben
Stellen flogen einzeln die ebenso seltenen, wie schönen, Pre-
pona Xenagoras, Buckleyana und Agrias Zenodorus var. Boli-
viensis. Ob diese Prepona Garleppiana eine eigene Art oder
eine sehr auffallende Aberration der Prep. Xenagoras ist,
lässt sich vor der Hand nicht sicher entscheiden. Ich möchte
sie für eine besondere Art halten, da so auffallende Aberra-
tionen äusserst selten bei tropischen Schmetterlingen (die
Arten gewisser Gattungen, wie Heliconius ete. ausgenommen)
vorkommen, namentlich aber nicht gleich in 3 einander
gleichen Stücken. Jedenfalls ist Prep. Garleppiana eine
ebenso gute, von Xenagoras weit auffallender verschiedene
Art, als die bisher stets für eine gute Art gehaltene
Dr. ©. Staudinger:
os
Di!
[7
Prep. Demodice God. von Laertes Hb. verschieden ist. Bei
Demodice besteht der einzige, haltbare Unterschied von Laertes
nur darin, dass die breite, schöne, blaugrüne (Halb-) Binde der
Vafl., besonders nach innen und oben, breit dunkelblau um-
geben ist.
Prep. Garleppiana ist von Prep. Xenagoras auch nur
durch die auf der Mitte der Oberseite aller Flügel stehenden,
bindenartigen, blauen Färbung verschieden, aber hier auf allen
Flügeln und viel auffallender als dies bei Demodice und Laertes
der Fall ist. Ich verweise auf Hewitsons gute Abbildung
von Prep. Xenagoras Exotic Butterfl. III, Taf. 42, Fig. 11
und 12 (Prep. & Agr.) und bemerke, dass weder auf der
nur wenig abändernden Unterseite, noch in den grossen, orange-
braunen Randflecken der Oberseite meiner vorliegenden Xena-
goras irgend ein konstanter Unterschied von meinen 3 Gar-
leppiana zu finden ist. Derselbe findet sich lediglich in den
breiten, sich nur bei gewisser Beleuchtung scharf hervor-
hebenden, schönen, dunkelblauen Mittelbinden. Diese sind
bei Garleppiana auf den Htfin. glänzend blaugrün (erünblau,
ganz ähnlich wie bei den meisten Prepona-Arten), nur im
oberen Theil lässt sich nach innen ganz geringe, dunkelblaue
Färbung erkennen. Auf den Ydiln. wird der dussere Theil
der breiten, dunkelblauen Mittelbinde, auch nach innen scharf
abgesetzt, blaugrün. Diese vom 3. Medianast (Rippe 4) bis
zum Innenrand verlaufende, blaugrüne Binde ist bei 2 88
von oben bis unten fast gleich breit (etwa 4 mm breit),
während sie bei dem 3. 5 sich nach oben verjüngt und
zwischen Medianast 2 und 3 nur verloschen auftritt. Sonst
hat die schöne, dunkelblaue Färbung auf den Vdfin. genau
dieselbe Verbreitung bis zum dunklen, braunschwarzen Basal-
theil und dem schmalen, dunklen, hier bei beiden Arten linien-
artig orangebraun gezeichneten Vorderrand hin. Diese feine,
orangebraune Vorderrandslinie, die bei den mir vorliegenden
Prep. Xenagoras stets sehr deutlich auftritt, ist von Hewitson
sowohl auf seiner Abbildung, wie in seiner kurzen Beschreibung
ganz übersehen. Das kleinste Pr. Garleppiana-5 misst 88,
das grösste 94 mm, während mein kleinstes Prep. Xenagoras- ö
85, mein grösstes 5 92 mm Flügelspannung hat (das Xena-
goras-? ist noch unbekannt).
Prepona Laertides Stgr. n. sp. Es liegen mir 3 von
den Gebrüdern Garlepp am Songo (in Bolivien) gefangene 8
dieser Art vor, welche auf der Oberseite der weit verbreiteten,
auch mit ihr am Songo zusammen gefangenen Pr. Laertes Hb.
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 357
sehr ähnlich sind, während sie auf der Unterseite so an die
von mir in meinem Werk, Exotische Tagfalter S. 161, Taf. 56,
nach einem % beschriebene Prep. Miranda aus Süd-Brasilien
erinnert, dass ich die zuerst erhaltenen 2 5 5 für eine kleinere
bolivianische Form davon zu halten geneigt war. Von meiner
Pr. Miranda habe ich später noch eine kleine Anzahl von
Stücken beider Geschlechter aus dem Staat Sta Catharina
und aus Rio Grande do Sul erhalten, die in der Hauptsache
mit meiner kurzen Beschreibung und der guten Abbildung,
auf die ich hier verweise, übereinstimmen. Die Duftschuppen-
haare (Haarbüschel) der Hi. des 5 sind nicht gelb, wie ich
vermuthete, sondern dunkel, schwärzlichgrau, was übrigens bei
derselben Prepona-Art nicht immer konstant ist. So sind sie
bei 7 der vorliegenden Pr. Laertides licht, schmutzig graugelb
(bei Laertes sind sie weit lichter und reiner gelb, bei den
Song0-8 8 fast orangegelb), während sie bei einem & fast
so dunkel wie bei Miranda auftreten. Grösse 75—85 mm
(etwa wie mittelgrosse Laertes, während Miranda mit
86—105 mm Flügelspannung grösser sind). Die Oberseite
der Flügel ist schwarz (braunschwarz) mit breiten, glänzend
grünblauen Mittelbinden, von denen die der Vdfl. bei 6 88
vom Innenrand bis zum 5. Medianast geht, bei einem & stehen
noch darüber 3 deutliche, bei einem anderen & 2—3 sehr
verloschene, blaue Fleckstreifen. Die Unterseite der Pr. Laer-
tides ist der von Prep. Laertes sehr ähnlich gezeichnet, auch
zum Theil ähnlich gefärbt, der Basaltheil ist aber nicht
gleichmässig licht graugelb, sondern auf den At/ln. ist die
Basalhälfte meist schmutzigweiss mit stärker verdunkeltem
Innenrandstheil und mehr oder minder verdunkelter (zwischen
den hier weit stärker gezackten beiden Querlinien stehender)
Binde. Auf den Vdfln. ist der hintere Theil der Mittelzelle
stets löchter, meist weisslich, bei 2 Laertides-5 5 ist dies nur
gering der Fall, bei allen aber steht Ainter der ersten
schwarzen Querlinie eine Reihe (5-6) auffallend lichterer,
meist weisslicher Flecken, die vom Vorderrand bis zum ersten
Medianast hinabgehen. Bei allen meinen Laertides steht un-
mittelbar (ganz dicht) vor der segmentförmig gebogenen, das
Ende der Mittelzelle der Vafl. begrenzenden, schwarzen
Querlinie eine zweite, ebenso starke, schwarze (@Querlinie, die
bei 6 55 im unteren Theil einen (lang ausgezogenen) stumpfen
Winkel macht. Wenn bei Laertes, was selten der Fall ist,
vor der hier fast gleichen, schwarzen Endlinie eine zweite
steht, so ist diese viel weiter davon entfernt, weit schmäler
358 : Dr. ©. Staudinger:
und ganz anders gebogen. Ein anderer, aber nicht konstanter
Unterschied auf der Oberseite der Vdfl. ist der, dass die blaue
Mittelbinde bei Laertes selten nach. oben am Medianast 3
endet. Meist stehen über derselben noch 1—3 blaue Flecken,
die zuweilen eine directe Fortsetzung der Binde bis (fast)
zum Vorderrand bilden. (Gewöhnlich fehlt aber das Blau ober-
halb des 3. Medianastes, sehr oft tritt nur der oberste blaue
Flecken, der stets der grösste (längste) ist, allein sehr deutlich
auf. Bei den 2 Pr. Laertides, die noch oberhalb 3 blaue
Flecken zeigen, ist der oberste der kleinste, bei dem einen
3 verlischt er fast ganz. :
Von der grösseren Prep: Miranda unterscheidet sich
Laertides weit mehr; auf der Oberseite hat Miranda schmälere,
gleich breite blaue Mittelbinden. Auf der Unterseite ist der
Aussentheil der Flügel weit dunkler gefärbt, auch sind die
beiden Augenflecken der Htfl. bei Miranda bedeutend grösser,
nach innen durch eine breite, dunkle Querlinie begrenzt. Bei
einzelnen Miranda treten hinter der ersten schwarzen (uer-
linie der Vdfl. nicht nur 2 weisse Flecken unter dem Vorder-
rande auf, sondern auch noch eine ähnliche weissliche Fleck-
reihe wie bei Laertides.
Ich besitze ein reines 5 von Casa Branca, in der süd-
brasilianischen Provinz Sao Paulo gelegen, das auf der Unter-
seite fast genau mit einzelnen Laertides übereinstimmt, und
das ich deshalb, wenn auch etwas fraglich, dazu ziehe. Auf
der Oberseite der Vdfl. setzt sich die blaue Binde nach oben
in 3, nur durch die schwarzen Rippen getrennte, blaue
Flecken fort, von denen. der oberste ein wenig grösser als.
der unterste sein mag. Bei allen meinen Laertes mit 3 oberen
blauen Flecken ist der oberste sehr auffallend grösser, meist
doppelt bis dreimal so lang wie der unterste.
Crenis Mafiae Steger. n. sp. Diese neue Art steht der
Crenis Rosa Hew. am nächsten, ich halte sie aber für eine
davon sicher verschiedene Art. Üren. Rosa wurde von
Hewitson im Entom. Monthly Magazine 1877, S. 82 nach einem
2 von der Delagoa Bay beschrieben: weitere Citate sind:
Trimen South Afr. Butterfl. I, S. 255; Monteiro Delagoa Bay
Titleplate, Fig. 10. Als Synonym ist zu dieser Art die aus
dem inneren Africa beschriebene Pechueli Dewitz zu ziehen,
welche dieser Autor in den Nov. Act. Lep.-Uarol.-D. Akad. 1879,
S. 195 beschreibt und auf Taf. 27, Fig. 1 das 8, 1887, Taf. 17,
Fig. 2 das 2 abbildet. Ich liess in meinen Exotischen Tag-
faltern Taf. 40 ein & abbilden, das ich S. 107 kurz besprochen
Einige neue Tagfalterarten und Varietäten. 35%
habe. Nach Trimen (Butler) wurde Üren. Rosa auch am
Vietoria Nyanza gefunden; sie scheint also im ganzen centralen
Theil Africas (mit Ausnahme der Küstengebiete) verbreitet zu
sein; nur ein , nach welchem Hewitson beschrieb, wurde
im südöstlichen Africa, an der Delagoa Bay, von dem ver-
storbenen Sammler Monteiro gefangen. Aurivillius schreibt mir,
dass Karsch versucht habe, Cren. Pechueli als eine besondere
Lokalform von Rosa zu trennen, er könne aber nur individuelle
Unterschiede auffinden und müsse daher die erstere als
Synonym zur letzteren ziehen.
Ich erhielt in diesem Jahre als einzige Schmetterlings-
art von der kleinen, südlich von Sansibar gelegenen Insel Mafia
diese neue Crenis Mafiae in beiden Geschlechtern in 20—30
Stücken, die 22 sind meist ganz rein, während die weniger
vertretenen 8 & theilweise geflogen sind. Grösse 46—50 mn,
also eben so gross wie Or. Rosa, auf deren Abbildungen und
Beschreibungen ich hier verweise. Oberseite der Flügel blau-
violett, beim Männchen mit 2 (dicht neben einander stehenden)
schwarzen Aussenrandslinien und (besonders im Aussentheil)
fein schwarzen Rippen, auf den Vd/ln. mit 3 unter einander
stehenden, kleinen, schwarzen Fleckchen im Apicaltheil, vor
denen zwei sch:sarze Längswische stehen; auf den Atfln. mit
5 (bis 6) schwarzen Punktflecken. Letztere sind auch bei
den 22 auf der meist stark verdunkelten Oberseile der Htfl. vor-
handen; bei ihnen ist auf den Vajln. ein breiter Apical-
Aussenrandstheil, sowie der Vorderrand schwarz. Im schwarzen
‚Apicaltheit steht bald hinter der Mittelzelle eine aus £ getrennten
Längsflecken gebildete, blauviolette Querbinde, zwischen dieser
und dem Apex stehen 3 kleinere, schmale Längsfleckchen und
vor dem oberen Theil des Aussenrandes bemerkt man 2 bis 4
kurze, schmale, violette Striche. Unterseite aller Flügel orange-
farben mit 2 schwarzen, durch lichtblaue Färbung getrennten
Aussenrandslinien; auf den Htfln. steht im Aussentheil eine
Querreihe von 7 deutlich getrennten, rundlichen, schwarzen,
kehtblau (silberblau) umrandeten Fleckehen,; in der Mitte und
hinter der Basis befindet sich je eine stark gebrochene,
schwarze, nur gering lichtblau umrandete Querlinie Auf den
Vafln.steht dicht vor dem Ende des Vorderrandes unter demselben
eine reihe von 3—5 (meist 5) schwarzen, lichtblau umrandeten
Punktflecken, von denen der 4. von oben öfters (bei den 2 2
meist) auffallend grösser und, wie der kleine, darunter befind-
liche, nur nach aussen schwach bläulich umgeben ist. Bei
den 22 stehen hinter der Mittelzelle stets zwei mehr oder
360 Dr. ©. Staudinger:
minder grosse, schwarze Flecken, hinter diesen steht meist
noch eın 5. (grösserer) schwarzer Flecken zwischen den Median-
ästen 2 und 3 (Rippen 3 und 4).
Die schwarzen Fühler sind auf der Unterseite etwas
orangefarben angeflogen, bei den 8 8 öfters ganz orangefarben.
Die langen, weisslichen, an den Spitzen etwas verdunkelten
Palpen und die weisslichen Beine sind wie bei Üren. Rosa ge-
bildet ; der grauviolett behaarte Rücken und die ebenso gefärbte
Oberseite des Hinterleibes mit weisslichem Bauchtheil sind den
‚entsprechenden Theilen von Cr. Rosa ganz ähnlich. Die kon-
stanten Unterschiede zwischen beiden Arten bestehen in Fol-
sendem. Die Oberseite ist bei Mafiae lebhafter blauviolett
(fast violettblau, stärker blau) gefärbt. Auf den Vdfln. tritt
vor dem Aussenrande nie eine Reihe schwarzer Fleckchen bis
zum Innenrande (wie bei Rosa) auf, sondern stets nur 3—5
Fleckchen unter dem Vorderrand, was besonders auf der Unter-
seite hervortritt. Hier stehen bei den Mafiae-? 2 stets 2—3
schwarze Flecken hinter der Mittelzelle, von denen beim Rosa-?
nicht die leiseste Spur vorhanden ist. Auf der Oberseite der
Vafl. treten beim Mafiae-3& hinter den 3 Vorderrandsflecken
2 wischartige Längsstreifen auf den Rippen (5 und 6) auf, alle
Rippen sind stärker und weiter nach innen schwarz gefärbt.
Die 2? sind hier weit mehr verdunkelt, so dass weder die
beiden Aussenrandslinien noch die davorstehenden (3) schwarzen
Flecken deutlicher zu erkennen sind. Desto schärfer tritt die
aus getrennten, lichten Flecken bestehende Schrägbinde im
Aussentheil bei Mafiae hervor. Sehr verschieden ist die Unter-
seite der Htfl,. wo die ähnlichen (3) schwarzen Querzeich-
nungen nicht in blassgrünen Binden stehen, sondern nur
schwächer lichtblau umrandet sind. In der mittleren schwarzen
Strich-Querlinie ist der hinter der Zelle stehende schwarze
Strich nur schwach gebogen; bei Cr. Rosa ist er (meist) stark
gezackt.
Dass diese Or. Mafiae sich aus Cr. Rosa entwickelt hat,
bezweifle ich nicht, aber sie hat sich auf der Insel Mafia als
eine von ihr jetzt verschiedene Art herausgebildet. Sehr auf-
fallend ist es, dass Cren. Rosa oder eine ihr ähnliche Art,
mit Ausnahme dieser Cr. Mafiae, bisher, soweit mir bekannt,
in Deutsch-Ost-Afrika bis tief zum Seen-Gebiet hinein, nicht
gefunden wurde.
Beitrag |
zur
Kenntniss der Geometridenfauna Japans.
Von Rudolf Püngeler in Aachen.
Durch Herrn von Grabezewski in Berlin, jetzt in Lana
(Südtirol) erhielt ich vor 2 Jahren aus den von Herrn
W. Blüthgen in Japan auf der Hauptinsel bei Nikko in einer
Höhe von 600-2000 Meter gesammelten Lepidopteren die
Geonietriden-Arten, und zwär, soweit vorhänden, in je einem
Paare. ES waren im Ganzen 192 Arten, zum allergrössten
Theile unbenannt, und die Bestimmung derselben erwies sich
als sehr zeitranbend und inühsam, da die überwiegend durch
englische Autoren, insbesondere Butler ‚erfolgten Beschreibungen
dortiger Arten nichts weniger als enau sind, so dass ich bis
heute noch 36 gar nicht oder nicht sicher erkennen konnte.
Unter den übrigen befinden sich ungefähr 100 Arten, die
‚auch aus dem übrigen paläarktischen Gebiet, zumeist vom
Amur bekannt sind, und ich denke, dass eine Aufzählung der-
selben für di& Leser dieser Zeitschrift im Hinblick auf die
im 1. Heft dieses Jährganges erschienene Bearbeitung der
‚Geometriden des Ämurgebiets durch Dr. Staudinger nicht ohne
Interesse sein wird. Für die Feststellung der Synonymie
war hierbei die im Ann. d. Mae. of Nat. Hist., ser. 6, Vol.
XIX begonnene und fast vollendete Arbeit von J. H. Leech
„on Lepidoptera Heterocera from China, Japan and Coreä‘“
von grossem Nutzen, da hierin zum ersten Mal eine vollstän-
dige Zusammenstellung der bisher aus Japan bekannten
'Geometriden enthalten ist. Hinsichtlich der Walker’schen
Namen, die Leech mehrfäch an Stelle gesicherter wenn auch
jüngerer Benennungen einführt, siehe ich auf dem von einer
Reihe der namhaftesten Entomologen getheilten und wiederholt
begründeten Standpunkt, dass jene keine Berücksichtigung
erfahren dürfen. Vielleicht kann ich späterhin, falls ich mehr
Material aus Japan erhalte, an der Hand der Leech’schen
24
ad
362 Rudolf Püngeler:
Arbeit für diese Zeitschrift eine Zusammenstellung sämmt-
licher japanischer Geometriden geben.
Geometra Papilionaria L. 1 stark gefl. &, scheint
von den deutschen nicht verschieden.
Geom. Valida Feld. & Roghfr. 1 3.
Geom. Glaucaria Men. 12.
Geom. Dieckmanni Graes. 1 S,den Amur-Stücken gleich.
Anm.: Für Grammicheila Stgr. Admirabilis Obth.
hat der ältere Name Jotaphora Warren Novit. Zool. I p.
322 (1894) Iridicolor Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1880
p- 227 (1880); Dl. Typ. Lep. Het. Brit. Mus. VI p. 49,
Pl. 93, Fig. 3 einzutreten.
Agathia Carissima Butl. 1 2.
Nemoria Amphitritaria Obth. 1 anscheinend gezogenes
8 u. ?, die Färbung ist dunkler grün, als in Obertbür’s Ab-
bildung, der Vorderrand der Vdfl. ist röthlich punktirt, die
übrigen Angaben stimmen. Auffallend ist bei dieser Art die
oberseits braune Färbung des 2., 3. und 4. Hinterleibsegments.
Anm.: Die von Bremer als ‚Jodis beschriebene
Ussuriaria gehört zu Nemoria.
Thalera Crenulata But. Ann. & Mag. Nat. Hist.
1878 p. 399; IN. Typ. Lep: Het. IH, Pl. 50, Fig. 2, Rufo-
limbaria Hed. 1 2, so gut zu beiden Beschreibungen passend,
dass ich sie unbedenklich vereinige.
Jodis Putata L. 1 abgeblasstes 5 u. ?, grösser als
deutsche Stücke. Stgr. erwähnt sie nicht vom Amur.
Acidalia Plumboseriptaria Chr. 1 2.
Acid. Nudaria Chr. 15 u. 2 dieser unscheinbaren Art.
Anm.: Für Acid. Salutaria Chr. giebt Leech als
älteren Namen Foedata Butl. Ann. ete. 1879 p. 439.
Acid. *) Apieipunctata Chr. 1 gut zu Christophs An-
gaben passendes $, bei dem unterhalb des Punktes in der
Flügelspitze noch die Andeutung eines zweiten steht. Viel-
leicht gehört Arenaria Leech Ann. & Mag. etc. Vol. XX p. 95
als Synonym hierher, doch giebi er die Grundfarbe als „pale
sandy brown“ an, während mein 2 schmutzig weisslich ist.
Acid. Pudicaria Motsch. Bull. Mosc. 1860 p. 36. 1 stark
geflogenes, aber zu Staudinger’s Angaben und Abbildung in
Heft I gut passendes 2; die Originalbeschreibung kann ich
nicht vergleichen.
Acid. Strigilaria Hb. Ein blasser ©.
*) Nach Meyrick soll diese Art keine Geometride, sondern eine
Uranide bei Erosia und Eversmannia sein.
RENTNER ES “ BEREIT ER ha
Zu FETE
Beitrag zur Kenntniss der Geometridenfauna Japans. 363
Acid. Umbelaria Hb.? 1 grosses, weissliches, fast
zeichnungsloses 8 ziehe ich etwas fraglich zu dieser Art, da
die Fühler länger gewimpert sind.
Problepsis Indicataria (WIk.) Butl. 18 u. 2, ganz gleich
den Amurstücken. Meyrick hat für diese Art Proc. Linn.
Soc. N: S. W. (2) Il p. 840 (1887); Trans-Ent. Soe. Lond. 1892
p. 90 die Gattung Dithalama aufgestellt. |
Anm.: Die Gattung Micronia Gn., wofür Hampson
den Hübner’schen Namen Acropteris aufnimmt, ist nach
Snellen nicht zu den Geometriden, sondern zu den Uraniden
zu stellen. Für Pontiata Gn., von der ich auch aus Japan
1 5 erhielt, führt Leech den Namen Iphiata Gn. auf, doch
scheint mir die unmittelbar vor Pontiata nach 1 2 unbe-
kannter Herkunft gegebene Beschreibung nicht recht zu
passen, Gn. erwähnt nicht einmal eine besondere Aehnlich-
keit beider Thiere.
Timandra Amata L. 1 5, ganz wie manche deutsche
Stücke, 1 zweiter & ist grösser, die Randlinie tritt kaum
hervor, die Fransen sind nicht röthlich angeflogen. Butler
bildet Ill. Lep. Het. III, Pl. 51, Fig. 2 ein mehr grau be-
stäubtes, mit dunkleren Querlinien versehenes 8, wie ich ein
solches von Nikolajefsk (Amur) habe, als Comptaria WIk. Cat.
Lep. Het. 26 p. 16 15 ab.
Halthia Couaggaria Gn. II p. 202 = Eurypyle M&n.288,
grösser und (unter sich wieder verschieden) stärker schwarz
gezeichnet, als solche von Chabarofka. Als weitere Synonyme
gehören nacht Leech zu dieser Art Halthia Eurymede Motsch.
Etud. d’Ent. 1860, p. 30; Abraxas Interruptaria Feld. Wien.
e. M. 1862 p. 39, Novar. Pl. 129, Fig. 29; Abr. Lithosiaria
Wik. Cat. Lep. Het. 24 p. 1125 (1862).
Cistidia Stratonice Cr. 1 8 u. 2, etwas grösser als
ein & vom Amur.
Rhyparia Melanaria L. v. Fraterna Butl. 1 ö3u.@2. Diese
var. weicht nur dadurch ab, dass die weissliche Grundfarbe
der Vdfl. durch Einschränkung der schwarzen Fleckbinden
deutlicher hervortritt, sie verdient kaum einen eigenen Namen.
Abraxas Grossulariata L. 1 2 der var. Conspurcata
Butl. Ill. Lep. Het. III p. 48, Pl. 52, Fig. 11, die sich durch
deutlichere Binden auf den Htfl. auszeichnet. Stücke von
Nicolajefsk (Amur) bilden einen Uebergang dazu.
Abr. Sylvata Sc. 1 8 u. 2, wovon der & zu der von
Steger. als v. Orientalis beschriebenen Form gehört, das grössere 2
passt besser zu v. Miranda Butl. Zu Sylvata zieht Leech
24*
364 Rudolf Püngeler:
noch folgende Namen, die grossentheils wohl Lokalvarietäten
bezeichnen werden: Leopäardina Koll, Suffusa Warren, Lati-
fasciata Warr., Fulvobasalis Warr.; Suspecta Warr., Deminuta
Warr., Degener Warr.
Orthostixis Seriaria Motsch. Bull. Mose. 1866 p. 196
Laetata Brem., Bremeraria Stgr. 1 5 u. 2. Leech führt den
Namen Textilis WlIk. nicht än, eitirt dagegen Taicoumaria
de l’Orza Cat. Lep. Jap. p. 48. Mein japanisches Paar war
als Hügeli Feld. bezeichnet.
Taeniophila Unio Obth. 2 % 2, das eine von 32, das
andere von 55 mm Ausmass. Leech stellt die Art mit an-
deren recht verschiedenen Thieren zur Gattung Myrteta WIK.,
als Synonym gehört dazu Cabera Magna Butl. Trans. Ent.
Soe. 1881 p. 416. Ich glaube, dass sie am passendsten hinter
Bapta Stph. eingereiht wird, vielleicht kann sie sogar in
dieser Gattung untergebracht werden.
Numeria Pulveraria L. 1 grosses 5 und 1 kleines 2
entsprechen den Amurstücken. Leech zieht Num. ‚Japonica
Butl. Trans. Ent. Soc. 1881 p. 418 als Synonym hierher, der
Beschreibung nach könnte dies auch die ab. Violacearia
Graes. sein. ;
Eugonia Autumnaria Wbg. 1 3, feiner und blasser
gesprenkelt als deutsche Stücke.
Selenia Tetralunaria Hfn. v. Aestiva Ster. 1 2,228,
wie grosse deutsche Exemplare.
Pericallia Parva Hed. (an Syringaria L. var.?). 18,
so gross wie deutsche Syr., sonst gut zu Hedemanns Angaben
passend, es weicht hauptsächlich durch den sonst glatten, nur
unter der Spitze der Vdfl. und in der Mitte der Htfl. seicht
ausgeschnittenen Aussenrand von der gemeinen Art ab. Nach
Leech gehört Hygrochroma Distans Warren, Novit. Zool. II
p. 143 (1895) wahrscheinlich zu Parva Hed.
Endropia Indietinaria Brem. 2 88, 1 2 dieser ver-
änderlichen Art, die Leech als Endropioidas Warren, Novit.
Zool. I p: 463 (1894); Abjecta Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist.
1879 p. 371 aufführt, während er Indietinaria Brem. merk-
würdigerweise zu Nigronotaria Brem. Zieht.
Endrop. Albonotaria Brem. 1 frisches, etwas ein-
töniges Paar. .
Endrop. Consoeiaria Chr. 1 frisches 8 u. 2 dieser Art,
für welche wahrscheinlich der Name Rufescentaria Motsch.
Etud. d’Ent. 1860 p. 35 eintreten muss.
Beitrag zur Kenntniss der Geometridenfauna Japans. 365
Odondopera Bidentata Cl. 1 2 dieser von Leech
nicht für Japan erwähnten Art gehört wie die Stücke vom
Amur und aus den Schweizer Alpen zu der dunkleren, grauen,
nicht braunen Form, die auch Cl. vielleicht vor sich hatte.
Himera Pennaria L. 18 u. $, etwas heller (gelblicher)
als gewöhnliche deutsche Stücke, auch ist die weissliche Be-
erenzung. der dunkleren Querlinien deutlicher. Das etwas
unsichere Vorkommen im Amurgebiet wird hiernach sehr
wahrscheinlich.
Angerona Serrata Brem. 1 8 u. $, der Aussenrand des
ö ist weniger tief gezackt als bei einem 5 vom Amur, das &
ist matter gefärbt und stärker gestrichelt. Leech führt die
Art als Grandinaria Motsch. Etud. d’Ent. 1860 p. 37 auf.
Erebomorpha Consors Butl. 1 3.
Urapteryx Sambucaria L. v. Persieca Men. 1 8 u. 9, so
gross wie deutsche Exemplare der Stammform.
Anm.: Für Urapt. Luteiceps Feld. & Roghfr. setzt
Leech als älteren Namen Maeculicandaria Motsch. Bull. Mose.
1866 p. 196, die Beschreibung passt aber ebenso gut auf
Sambucaria v. Persica Men., so dass der Name keine Berück-
sichtigung verdient.
Urapt. Veneris Butl. 1 3 u.
Eurymene Dolabraria L. 1
Heterolocha Laminaria HS. 1 2 der grösseren,
gelben Form Niphonica Butl.
Epione Advenaria Hb. 1 3 u.
Macaria Graphata Hed. 1 $. Der Walker’sche Namen
Shanghaisaria soll nach Leech hierher gehören.
Epimacaria Nigronotaria Brem. 1 2. Zufolge Leech
= (ruciplaga WIk., = Duplicaria WIk.
Amphidasis Betularius L. 1 5, die Grundfarbe ist etwas
grauer, die schwarze Bestäubung feiner, die Querstreifen sind
schärfer, es dürfte daher die von Stgr. als Cognatarius Gn.
besprochene Form sein.
Jankowskia Superans Butl. 13 u. Die Stücke
stimmen meiner Erinnerung nach gut zu Butler’s Angaben, die ich
augenblicklich nicht mehr vergleichen kann, es ist aber eine
von der folgenden sicher verschiedene, grössere Art.
Jank. Tendinosaria Brem. 1 5, etwas dunkler und
neben den Querlinien stärker braun gefärbt als Amurstücke.
Hemerophila Amphidasyaria Obth. 1 8 u. ?, grösser
als das von Obth. abgebildete Stück, und in der Färbung besser
+0 40
366 Rudolf Püngeler:
zu Staudingers Angaben passend. Leech erwähnt die Art
nicht, wenigstens nicht unter diesem Namen.
Boarmia Cinctaria Schiff. 2 58, 1 ®, zu v. Insolita
Butl. gehörig, die vielleicht mit ab. Consimilaria Dup. zu-
sammenfällt.
Boar. Leucophaea Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878
p. 395, Il. Typ. : Lep.. III: p. 33,. Pl.-:58, .Eig. :12;, Blegans
Obth. Et. X, 31, Pl. 1, Fig. 4. 1 Paar, welches so gut zu
beiden Beschreibungen passt, dass ich sie unbedenklich ver-
einige, wie dies übrigens auch Leech thut. Die Art ist
vielleicht am besten bei Secundaria einzureihen und ist kenntlich
durch einen hellen, zwischen der äusseren Querlinie und der
Welienlinie stehenden Flecken. Das von Obth. abgebildete 3
ist deutlicher gezeichnet als meine Stücke.
Jieech beschreibt 1. e. p. 415 ein Thier als Leucophaea
v. Nigrofasciaria, ich habe ein zu seinen Angaben gut
passendes ? und glaube, dass hier eine sicher verschiedene
Art vorliegt, die sich durch lichtere Färbung, scharfe Quer-
linien und vor allem durch den sehr starken, schwarzen Mittel-
schatten unterscheidet, von dem aus auf dem Vadfl. kurz vor
der Mitte ein auffallender, schwarzer Wisch fast senkrecht
zum Aussenrande zieht. Auf S. 423 1. e. beschreibt Leech
noch eine zweite Art (aus West-China) als Nigrofasciaria, ich
ändere daher letzteren Namen in Leechi um.
Boar. Angulifera Butl. 1 8, 3 22, bei einem ® ist
das Mittelfeld weisslich.
Boar. Abietaria Hb. 1 S u. ?, der 8 etwas dunkler
und verloschener gezeichnet als deutsche, das 2 dagegen hat
schärfere Linien und ein helleres Mittelfeld als gewöhnlich.
Boar. Gonsortaria F. 288,3 2%, zum Theil so licht
wie deutsche, zum Theil etwas dunkler (Conferenda Butl.)
Boar. Albosignaria Brem. & Grey, Beitr. z. Schmett.-
Fauna d. nördl, China p. 21 (1853) Saturniaria Graes., Ocellata
Teech; ‘; Trans. ‚Ent.'.Soc# Lond. 1839: 9.143) Bl. 97 REZER
2 22. Bremer beschreibt die Art vollkommen deutlich.
Boar. Irrorataria Brem. & Grey, l. c. p. 20, Senex
Butl. 18 u.®2. Auch hier muss der ältere Name Bremer’s
eintreten.
Boar. Stipitaria Obth. 1 Paar.
Boar. Glabraria Hb. 2 2%, das eine mit central-
europäischen Stücken dieser veränderlichen Art fast ganz
übereinstimmend, das andere mehr gelblich, nicht so dunkel
bestäubt.
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FR
u
{
Beitrag zur Kenntniss der Geometridenfauna Japans. 367
Boar. Selenaria Hb. var. 1 2, bedeutend grösser und
dunkler als deutsche, vielleicht zu Cretacea Butl. Ann. & Mag.
Nat. Hist. 1879 p. 373 gehörend, die Leech als Synonym zu
Selenaria stellt. Diese Form steht in geradem Gegensatze zu
den kleineren und weisseren Amurstücken (v. Artemis Stgr.)
Von Corea führt Leech eine Boar. Sordida Warren, Novit.
Zool. I p. 435 (1894) an, mit dem Bemerken „probably a small
form of B. Selenaria“, vielleicht ist diese = Artemis Stgr.
Boar. Grepuscularia Hb. 1 ganz gewöhnliches Pärchen.
Boar. Incertaria Stgr. 3 38,2 2 ?, ganz mit Staudingers
Angaben und einem von ihm erhaltenen 8 stimmend, während ein
anderes 2 etwas kleiner mit ganz verwaschener Zeichnung ist.
Nach Leech gehört Nikkonis Butl. Trans. Ent. Soc. Lond.
1881 p. 406 als grosse, scharf gezeichnete Form zu Ürepus-
cularia, könnte daher mit Incertaria Stgr. zusammenfallen,
doch habe ich eine andere, in der Zeichnung und Grösse der
Incertaria sehr ähnliche, aber durch die gekämmten Fühler
des 5 leicht zu unterscheidende Art von Nikko, auf welche
Butler’s Beschreibung in einigen Punkten, besonders in der
Bezeichnung der Färbung als bleich silbergrau, noch besser
passt. Die Beschreibung der von Leech ebenfalls mit Crepus-
eularia vereinigten Excellens Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist.
1884 p. 275 und Grisescens Warren Novit. Zool. I p. 434
(1894) kann ich nicht vergleichen.
Boar. Consonaria Hb. 2 88, 1 ?, nicht abweichend
von deutschen Stücken. Leech erwähnt sie nicht.
Boar. Glareosaria Graes. 1 5, viel heller als mein &
vom Amur (Stgr.), besonders ist das Mittelfeld fast reinweiss.
Boar, Punetularia Hb. = Ignobilis Butl. 1 %, bei dem
ich keinen nennenswerthen Unterschied von deutschen Exem-
plaren finde.
Ephoria Arenosa Butl. 1 ?, etwas lebhafter gelb als
Amurstücke. Die Gattung Ephoria ist bereits von Meyrick
"Trans. Ent. Soc. Lond. 1892 p. 109 für diese Art aufgestellt
worden. Die Bemerkung Heuemann’s, dass Butler selbst seine
Leda und Strenoides mit Arenosa vereinigt habe, beruht nach
Butl. Trans. Ent. Soc. Lond. 1881 p. 402 auf einem Missver-
ständniss, dagegen vereinigt Leech mit Epione Leda Butl. so-
‘wohl Ep. Strenoides Butl., als Ep. Lachrymosa Butl., Ep.
‘Ossea Butl., Calcaritis Oberthueri Butl. und Therapis Stra-
minea Butl.
Phasiane Petraria Hb. 2 den deutschen ganz gleiche 8 8.
Eubolia Semilutata Led. 3 88, 1 %, der eine
368 Rudolf Püngeler:
fast reingrau, das 2 grau mit gelblicher Beimischung, 1 8
fast gelb, 1 8 röthlichbraun. Ich glaube kaum, dass sich die
verschiedenen, durch alle Zwischenstufen verbundenen Färb-
ungen dieser Art durch besondere Namen trennen lassen.
Ausser Pruinosaria Brem. und Dietynna gehört zufolge Leech:
auch Syngiu Fentoni Butl. Trans. Ent. Soc. Lond. 1881 p. 412
hierher, dagegen ist Hadassa Butl. eine andere Art.
Ligia Simplex Butl. = Aspilates Violentaria Chr.
Die Abbildung und Beschreibung von Descoreba Simplex Butl.
Ann. & Mag. "Nat. Hist. 1878 p. 394, Ill. Lep. Het. III p. 30,
Pl. 48, Fig. 4 (1379) lässt Keinen Zweifel, dass dieser Art-
name einzutreten hat, es ist eine richtige Ligia neben Opa-
caria. Ich erhielt ein Paar der Stammform und ein Paar, welches
wie das von Stgr. Iris 1897, Taf. II, Fig. 43 abgebildete 2
die Querlinie in Punkte aufgelöst hat, es ist dies die ab.
Punetaria Leech, Ann. & Mag. Nat. Hist. XIX p. 319.
Ortholitha Niphonica Butl. 1 8 u. ;; ich halte diese Art
(und ebenso Scotosia Adornata Stgr. aus Nordtibet) für eine
richtige Ortholitha, wenn auch die männlichen Fühler nur
kurz gewimpert statt kammzähnig sind. Naemata Feld. ist
auch nach Leech eine andere Art.
Polythrena Haberhaueri Led. var. Kindermanni
Brem. 1 Paar.
Lobophora Volitans Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. p.
446 (1878); Il, Typ. Lep. Het. III p. 53, Pl. 54, Fig. 5
(1879) = Expressata Chr. 2 88, 1 2, die so gut zu den
Beschreibungen und Abbildungen von Volitans und Expressata
passen, dass ich diese unbedenklich veremige; ich finde die
Art der Polycommata am nächsten.
Loboph. Ustata Chr. (Cboaspitis Obth.). 1 8 dieser
unverkennbaren Art, bräunlicher als Oberthür’s Bild, mit etwas
gestreckteren Flügeln. Die Fühler dieses & sind ähnlich wie
bei Polvcommata, “doch dicker, der Hinterleib ist lang und
schlank, der lappenförmige Anhang der Htfl. ähnlich wie bei
Car pinata Bkh.
Loboph. Insontata Chr. 1 2.
Loboph. Viretata Hb. 2 2%, die dunkle Mittelbinde
hebt sieh von dem mehr gelblichen Untererunde schärfer ab-
als bei deutschen Stücken. Leech führt diese Art nicht auf,
wohl aber eine nach 1 3 aufgestellte neue Loboph. Consotrinaria
Leech, Entom., Suppl. p. 54 (1891), die der Viretata sehr
ähnlich sein soll, doch passen seine Angaben nicht zu meinen
Exemplaren.
Beitrag zur Kenntniss der Geometridenfauna Japans. 369%
Triphosa Sericata Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1879
p. 444 — Oberthüri Hed. = Subserieata Steger. 1 2. Seri-
cata Butl. und Subsericata Ster. fallen sicher zusammen und
sind nach 22 aufgestellt, während Oberthüri nach dem klei-
neren, dunkleren und eintönigeren & beschrieben wurde.
Trichopleura Atrostrigata Brem. = Lucicolens Butl.
1 2, kleiner als mein © vom Amur und unterseits kaum
etwas gelblicher, so dass ein besonderer Name für die japa-
nische Form überflüssig ist.
Lygris Melancholica But. Ann. & Mag. Nat. Hist.
1878 p. 450; Ill. Lep Het. III p. 58, Pl. 55, Fig. 6 12
dieser Art, wozu nach der Abbildung Oberthür's und den Be-
schreibungen Venulata Obth. = Chlorovenosata Chr. als etwas:
kleinere Form gehören dürfte.
Lygris Convergenata Brem. 1 Paar.
Lygris Ledereri Brem. 1 & u. 2, etwas grösser als
Amurstücke.
Cidaria Fixseni Brem. 1 grosser 8 dieser Art, die
Leech in die Gattung Gandaritis Moore stellt. Christophia
Festinaria Chr. (die doch wohl mit Agnes Butl. zusammen-
fällt) muss unbedingt in die Nähe von Cidaria und Lygris
gebracht werden, Leech stellt sie neben Fixseni zu Gan-
daritis.
Cid,. Silaceata Hb. 1 Paar, welches zwischen der Stamm-
form und der ab. Deflavata Stgr. steht. Leech eitirt bei
dieser Art Umbrosaria Motsch. Etud. d’Ent. 1864 p. 36.
Cid. Capitata HS. 2 838 gehören zur Stammform,
1 2 zur dunklen ab. Capitulata Stgr., ist aber nicht kleiner
als erstere. Zu dieser zieht Leech als Synonyme Cid.
Mariesii Butl. Trans. Ent. Soc, Lond. 1881 p. 424 und (id.
Pryeri Butl. 1. ec. p. 425.
Cid. Mactata Feld. & Rghfr. Novar. Pl. 132, Fig. 38.
1 & u. 2 dieser schönen Art, die nach Leech auch im Amur-
gebiet vorkommt.
id. Truncata Hfn. Je 1 grosses ? der Stammform
und der ab. Perfuscata Hw.
Cid. Quadrifaseiaria Cl. 1 8 u. ?, etwas grösser, sonst
wie die Amurstücke. Hierher gehört nach Leech Scotosia
Ignobilis Butl. Trans. Ent. Soc. Lond. 1881 p. 423.
CGid. Museicapata Chr. 2 58, 1 2. dCid. Nigrozonaria
Leech, Ann. & Mag. Nat. Hist. XIX p. 654 dürfte als Synonym.
hergehören.
Cid. Soeiata Bkh. v. Supergressa Butl. 1 ©.
370 Rudolf Püngeler:
Cid. Procellata F. 1 ? ist zur Stammform zu ziehen,
da es nur im Aussenfeld sehr wenig bräunlich angeflogen ist,
dagegen gehören ein bräunlich überhauchter 5 und ein fast
eintönig braunes 2 zufolge der Beschreibung Butler’s, Ann. &
Mag. Nat. Hist. 1878 p. 448 zu seiner (ab.) Inquinata, wenn
auch seine spätere Abbildung, Ill. Typ. Lep. Het. III, Pl. 54,
Fig. 9 nach einem wenig abweichenden Stück gemacht ist.
Cid. Semistrigata Chr, 12.
Cid. Nisaria Chr. 1 2. Ausserdem erhielt ich ein &
einer ähnlichen Art, auf welches die Beschreibung von (id.
Musculata Stgr. Iris 1897 p. 100, passt, es ist aber nicht
grösser als Nisaria.
Cid. Nymphaeata Stgr. 18 u. ?,der & 17 mm, das ?
22 mm messend.
Anm.: Die Iris 1897 p. 98 beschriebene Cid. Candi-
data Schiff. v. Candidissima Stgr. aus dem Caucasus fällt
mit Cid. Percandidata Chr. Iris 1893 p. 96 zusammen.
Cid. Albostrigaria Brem. (Cliela Butl.) 1 6.
Cid. Unistirpis Butl. 1 9, stärker braun gemischt als
Amurstücke. Nach Leech = Plurilinearia Moore Proc. Zool.
Soc. Lond. 1867 p. 645.
Cid. Defeetata Chr. 1 Paar, den Amurstücken ganz gleich.
Cid. Fluviata Hb. 1 8.
Cid. Tersata Hb. 1 3 und 9, grauer und das & grösser als
deutsche Stücke, wird am besten zu dieser Form gezogen.
Eupithecia Gigantea Stgr. 1 8, die Fühler scheinen
mir auch im Verhältniss zur Grösse etwas stärker als bei
Togata Hb.
Eupith. Exeisa Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878
p. 445; Ill. Lep. Het. III p. 52, Pl. 53, Fig. 11 = Macro-
cheila Stgr. Iris 1397. Ein 8, so gut zu den Angaben beider
Autoren passend. dass diese Namen sicher zusammengehören.
Da in dieser Gattung erhebliche Unterschiede in der Palpen-
bildung selbst bei nächstver wandten Arten vorkommen, glaube
ich nicht, dass es für Excisa einer besonderen Gattung bedarf.
Eupith. Coronata Hb. 1 typisches ®. Nach Leech
gehört Eup. Lucinda Butl. Ann. & Mag. 1879 p. 442; Ml.
Lep. Het. IX, Pl. 3, Fig. 11 zu dieser Art.
Eupith. Reetangulata L. var. 1 %, welches Bohatsch
mir als diese Art bestimmte, weicht von deutschen Stücken
ziemlich ab, die Grundfarbe ist silbergrau ohne jede grüne
Einmischung, die Unterseite glänzend silberfarben mit sehr
deutlichen, breiten, dunklen Binden hinter der Mitte und vor
N a pelgrale BEE a }
PR 7.
Beitrag zur Kenntniss der Geometridenfauna Japans. 371
dem Aussenrande aller Flügel und mit dunklen Mittelpunkten,
Legeröhre weit vorgestreckt. Vielleicht ist diese Form gleich
Collix Minuta Butl. Trans. Ent. Soc. Lond. 1881 p. 421, die
nach Leech nahe verwandt mit Rectangulata sein soll.
Eupith. Debiliata Hb. 1 2 der mehr grauen Form
‚(Griseata Stgr.), grösser als deutsche Stücke. Hierher könnte
Lobophora Julia Butl. Ann. & Mag. Nat. Hist. 1878 p. 446,
Il. Lep. Het. III, Pl. 54 Fig. 4 gehörer, Leech vermuthet in
ihr die ostasiatische Vertreterin der Rectangulata.
Eupith. Virgaureata Dbld. Ein nicht gut erhaltenes 2
bestimmte mir Bohatsch als diese Art.
Eupith. Actaeata Wldff. Ein abgeflogenes 2 gehört
Bohatsch zufolge hierher.
Ueber neue Spilosoma-Hybridationen.
Von
A. v. Caradja.
Spilosoma Mendica L. hibr. Grassa Caradja. Taf. IV,
Fig. 1—4. Diese Form ist aus einer Begattung von Spil.
Mendica hibr. Standfussi Car.-5 und Spil. Sordida-?
entstanden.
Die hybride-Form Standfussi beschrieb ich in der
'Societas Entomologica 1894, S. 49; sie entstand aus einer
Rassenkreuzung des @ von Spil. Mendica mit dem 5 von
der var. Rustica Hb.
Spil. Mendica L. hibr. Viertli Caradja, Taf. IX,
Fig. 5—11, die ich meinem Freund, Herrn Hauptmann Adal-
bert Viertl, zu Ehren benenne, ist aus einer Combination von
Spil. Mendica v. Rustica-3 und Spil. Sordida-? entstanden.
Von der Kreuzung hibr. Staudfussi-& und Sordida-®2
erfolgte eine Copula, während ich von v. Rustica-ö und Sor-
dida-2 8 fruchtbare Copulationen erhielt; die entgegengesetzten
Kreuzungen von Spil. Sordida-& und hibr. Staudfussi-?, sowie
von Spil. Sordida-5 und v. Rustica-? blieben unfruchtbar.
Von den 16—17000 Eiern der erhaltenen 9 Gelege
nahmen alle nach dem 6. Tag eine dunklere Färbung an; ein
3712 A. v. Caradja:
sicheres Zeichen, dass sie befruchtet waren, wie dies auch
eine nachträgliche Untersuchung der nicht geschlüpften Eier
ergab, da in denselben die Entwickelung der Ränupchen mehr
oder minder vorgeschritten war. Aus jedem der 9 Gelege
schlüpften, etwa in gleicher Anzahl, nur 12—13 °/, der
Räupcehen wirklich aus. Eine weitere Anzahl Räupchen
hatten begonnen, die Eierschale zu durchnagen, sodass das
Kopfschild bereits an der kleinen Oeffnung zu sehen war,
doch hatten die Thierchen nieht die Kraft, die Eischale zu
durchbrechen. Von den entschlüpften Ränpchen berührten
etwa 25 °/, gar nicht das Futter und starben. Die übrigen
erwiesen sich als lebenskräftig und entwickelten sich normal
bis zur Verpuppung weiter. Die Raupen wuchsen sehr un-
regelmässig heran, einzelne brauchten nur 48 Tage, andere
72—76, die meisten reichlich 60 Tage zur Entwickelung vom
Ei bis zur Puppe. Ich erhielt im Ganzen 12 gesunde Puppen
des Hybriden Crassa und 114 des Hybriden Viertli. Leider
verunglückten die meisten dieser Puppen durch die unge-
schickte Behandlung meines Dieners während meiner zwei-
monatlichen Abwesenheit; aus den wenig geretteten fielen nur
2 Pärchen des Hybriden Crassa (die abgebildeten) sowie wenige
Paare des Hybriden Vierili aus, von denen die abgebildeten
4 558 und 3 2% die verschiedensten sind.
Eine Beschreibung dieser beiden Hybriden wird durch
die Abbildungen, welche deren Zeichnungen, schwarze Fleck-
punkte und Streifzeichnungen, auf das Genaueste wiedergeben,
unnöthig. Auch die Färbung, besonders das mehr oder weniger
lichtere Grau der 55 (die 22 sind etwa gerade so weiss
wie die von Mendieca) tritt auf den Abbildungen deutlich
hervor. Am dunkelsten sind die hibr. Crassa-5 5, sie sind
auf den Vdfln. ähnlich dunkelgrau wie einzelne lichtere Sor-
dida-58, während ihre Htfl nicht so eintönig dunkel, fast
grauschwarz, sondern etwas lichtergrau gemischt sind. Von
den hibr. Viertli-$& ist das unter Fig. 5 abgebildete das
dunkelste, es ist etwa so dunkel, wie es meist Mendica-ö
ist, während das unter Fig. 8 abgebildete & die lichtesten,
gelberauen Vdfl. zeigt, die etwa so licht (aber mehr gelblich
angeflogen) wie die lichtesten Stücke des hibr. Standfussi
sind. Auffallend dunkel gestreift sind die Htfl. des unter
Fig. 7 abgebildeten &.
Ich erwähne hier noch, dass die Ejerstöcke dieser Hy-
briden-Weibehen ganz normal entwickelt zu sein scheinen.
Eins dieser 2% kreuzte ich mit einem v. Rustica-8 :
Br ET
„ z
Ueber neue Spilosoma-Hybridationen. 373
es legte 193 Eier ab, also so viel (oder fast so viele) wie
durchschnittlich von den Mendica- oder Sordida-?? gelegt
werden. Jedes dieser Eier lieferte ein lebenskräftiges Räupchen,
welche jetzt (Mitte Juni), nach genau 17 Tagen, schon vor
der letzten Häutung stehen.
Ueber die Raupen dieser Hybriden bemerke ich Fol-
gendes: Vor der ersten Häutung hat die Mendica- (V. Rustica-)
Raupe (hier in Rumänien) ein lichtgelbes Kopfschild und licht-
gelbe Vorderfüsse, ihr Körper hat eine hell graugrünliche,
fast durchsichtige Färbung. Die Sordida-Raupe ist weit
dunkler grau, sie hat ein schwarzes Kopfschild und schwarze
Vorderfüsse. Die Hybriden-Räupchen stehen in der Färbung
zwischen beiden; ihr Körper ist kchtgrau, ihre Vorderfüsse
und das Kopfschild sind röthlichbraun. Nach der 1. und 2.
Häutung wird die Färbung des Körpers dunkler grau, die
der Vorderfüsse und des Kopfschildes braun, auf dem Rücken
und an den Seiten treten, je eine, ziemlich verloschene, hellere
Längslinien auf, die auf dem 9 Segment weit deutlicher,
gelbbraun eingefässt sind. Nach der 3. Häutung ahmen die
Hybriden-Raupen (sowohl von hibr. Crassa als Viertli) in der
Zeichnungsanlage genau die Raupen von Sordida nach, sie
sind aber heller gefärbt. Die Dorsalstreifen und die beiden
Seitenstreifen sind scharf markirt, orangegelb umsäumt, die
beiden letzten Segmente sind röthlichgelb, das Kopfschild und
die Vorderfüsse sind röthlich- oder chocoladenbraun. Nach
der letzten Häutung nehmen die Hybriden-Raupen, entsprechend
den untereinander sehr abändernden von Sordida, ganz ver-
schiedene Kleidung an. Mehrere waren fuchsroth behaart (wie
Mendica-Raupen), die meisten hatten eine dunkelbraune oder
braungraue Behaarung, einzelne waren lichtgrau. Bei allen
waren die lichten, gelb umrandeten L ängsstreifen (Dorsal-
und Seitenlinien) ebenso scharf markirt wie bei Sordida, die
letzten Segmente waren an den Seiten röthlichgelb; die beiden
letzten Merkmale scheinen für diese Hybrıden- Raupen charac-
teristisch zu sein. Im Allgemeinen standen sie nieht genau
in der Mitte zwischen den Stammeltern, sondern näherten sich
weit mehr den Sordida-Raupen, nur einzelne Exemplare
waren denen von Mendica (v. Rustica) ähnlicher als denen
der Sordida.
Zwei neue, von Dr. M. Wocke beschriebene
Microlepidopteren aus dem Gross-Glockner-Gebiet.
Von
Hermann Wernicke in Blasewitz.
Im Juli 1396 richtete ich meinen Ferienausflug nach
den österreichischen Alpen, um speciell das Glockner-Gebiet,
zu besuchen.
Die etwas langweilige Reise über München, Kufstein,
Innsbruck war bald überstanden. Von hier an wurde dieselbe
mit jeder Stunde interessanter. In Franzensfeste, welches
früh morgens erreicht wurde, war es auffällig kühl, da in der
Nacht bedeutende Regengüsse, auf den Höhen aber Neu-Schnee
gefallen war. Nun ging die Reise in das schöne Rauthal
hinein bis Dölsach. Nach kurzer Rast wurde ein Wagen
bestiegen, welcher uns, sammt Gepäck, für 14 Gulden nach
siebenstündiger beschwerlicher Fahrt durch das Möllthal nach
Heiligenblut, dem Endziel unserer Reise, brachte.
Heiligenblut in Ober-Kärnthen am Fusse des Gross-
Glockners, das höchstgelegene Alpendorf in Kärnthen (1400 m),
ist schon seit länger als 50 Jahren wiederholt der Aufenthaltsort
vieler Entomologen gewesen, welche von hier aus die höchsten
Alpenregionen besuchten und manches interessante Thier mit
nach Hause nahmen.
Herr Prof. Dr. Nickerl aus Prag und Dr. OÖ. Staudinger‘
haben auch wiederholt hier gesammelt und manche Entdeckung
zu verzeichnen; auch mir war es vorbehalten, noch 2 neue
Microlepidopteren hier zu entdecken,”) welche, da sie in der
Staudinger’schen Sammlung nicht vertreten waren, an Herrn
Dr. med. Wocke in Breslau gesandt, von demselben als
neu erkannt und von ihm folgendermaassen beschrieben
wurden:
Gelechia Nigristrigella n. sp. an ab. Tragiceliae Heyd.?
Alis ant. obscure cinereis, dense albido-adspersis, margine
*) Und zwar die eine Art (leider nur in einem Exemplar) von
meiner Frau, der treuen Begleiterin meiner Sammelexcursionen.
Zwei neue Microlepidopteren aus dem Gross-Glockner Gebiet. 375
anteriore basi, medio et post medium nigro-striguatis, striolis
disci duabus transversis et punetis marginalibus nigris,
antennis obscure cinereis, palpis nigris albo-maculatis. Exp.
alar. 18—19 mm. 2.
Gestalt der Gel. Tragicella Heyd., der die neue Art so
nahe steht, dass ich geneigt war, sie nur als Aberration
derselben zu betrachten. Die viel geringere Zeichnung bei
Tragicella, besonders der Mangel jeder Zeichnung des Vorder-
randes bei dieser, bestimmten mich jedoch, die vorliegenden
3 einander ganz gleichen 2% als besondere Art anzusehen,
deren Name auch beizubehalten wäre, wenn sich später doch
die Zusammengehörigkeit mit Tragicella herausstellen sollte.
Grösse etwas unter meinem Tragicella (8). Vadfl, asch-
grau, weisslich bestäubt, am Vorderrand liegt ein kurzer,
dicker, schwarzer Basalstrich, gegen die Mitte ein gleichfalls
kurzer Strich, etwas hinter diesem ein rundlicher, nach unten
nicht scharf begrenzter Fleck. Auf der Flügelfläche zeigen
sich zwei schräge Striche, der erste mit seinem oberen Ende
bis nahe an den Basalstrich reichend, nach unten an der Falte
endigend,. der zweite in der Flügelmitte, dicht unter dem
Vorderrand beginnend und fast bis zur Flügelmitte reichend,
unter ihm ein kleiner, kurzer Faltenstrich. Diese beiden
Streifen scheinen aber ziemlich veränderlich zu sein und zeigen
die Tendenz, sich in 2 bis 3 Längsfleckchen aufzulösen. Weiter
nach hinten erscheint unter dem Vorderrandsfleck ein aus 2
zusammengeflossenen Punkten bestehendes Querfleckchen und
hinter diesem unter der Flügelspitze ein mehr oder weniger
deutlicher, schwärzlicher Fleck. Am Hinterrand verläuft bis
um die Flügelspitze eine Reihe meist deutlicher Saumpunkte.
Die Fransen sind von der Farbe der Flügelfläche mit einer
undeutlichen, dunkleren Staublinie in der Mitte. Die Hif.
sind unbedeutend breiter als die Vdfl.. von gleicher Gestalt
und Färbung wie bei Tragicella. Die Unterseite ist zeich-
nungslos, die Vdfl. kaum etwas dunkler grau als die Htfl. An
der Wurzel der Fransen läuft um alle Flügel eine feine, gelb-
liche Linie. Thorax und Kopf von der Farbe der Vdtl.,
Fühler dunkelgrau, sehr undeutlich lichter geringelt. Palpen
schwarz, das 2. Glied oben am Ende weiss, Endglied an der
Wurzel und vor der Spitze breit weiss geringelt, die Spitze
unten weiss. Hinterleib bräunlichgrau, Beine schwärzlich,
alle Gliederenden weisslich geringelt. Von dieser Art wurden
3 Exemplare am 23. Juli an einem Abhange der Heiligenbluter
Tauern in circa 1900 Meter Höhe gefangen.
376 Herm. Wernicke.
Aciptilia Wernickei Wk. Capite cum. antennis et palpis,
corpore, pedibus et alis omnibus dilute cinereo-fuseis. Exp.
alar. 22 mm. Ein einzelnes, reines 5, das ich zu keiner be-
nannten Art ziehen kann. Am nächsten verwandt wohl mit
Chordodaetyla Stgr., der sie an Gestalt gleicht, die sie aber
aıı Grösse übertrifft. Die Farbe des ganzen Thieres ist ei
schmutziges, nicht sehr dunkles Graubraun, in welchem hür
die Längsrippen aller Flügel stärk hervortreten ünd je nach
der Beleuchtung etwas heller oder dunkler erscheinen, ohtie
es in Wirklichkeit zu sein. Die Vdfl. zeigen den Vor derrähd
von der Wurzel bis zur Spitze gleichmässig schwach ver-
dunkelt. Alle Fransen sind an ilirer Wurzel schwach gelblich
aufgehellt. Die Unterseite gleicht fast durchaus der oberen
und ist kaum etwas dunkler graübraun.
Gefangen wurde das Stück am 20. Juli auf dem Wege
nach dem Leiterthal in der Höhe der Rhododendron-Region,
ungefähr 1800 Meter, und zwar, wie schon erwähnt, von
meiner Frau, welche es für eine gewöhnliche, dort häufiger
vorkommende Art gehalten und nicht weiter beachtet hatte.
Am anderen Morgen beim Aufstecken war es mir zwar äuf-
fällig, ich hielt es jedoch nicht für reu, da das Glockner-
Gebiet schon viel durchforscht war. Da wir diese westliche
Seite nicht wieder besuchten, ist es leider das eilizige Exemplar
geblieben. Jedenfalls würden bei eifrigem Fahnden mehr
Exemplare zu erlangen gewesen Sein.
Lepidopteren - Zwitter meiner Sammlung.
Von Max Wiskott.
In der in diesem Jahre erschienenen Festschrift, zum -
fünfzigjährigen Bestehen des Vereins für Schlesische Insekten-
kunde, veröffentlichte ich ein Verzeichniss der Lepidopteren-
zwitter meiner Sammlung mit kurzer Beschreibung der ein-
zelnen Arten.
Es waren darin aufgeführt 161 Zwitter, von denen aller-
dings 17 Ocneria Dispar-5 5, welche ich als „Scheinzwitter“
aufführte und welche Form in der That, wie ich später dar-
legen werde, keine Berechtigung hat als zwittrige Individuen
angesehen zu werden, in Abzug zu bringen sind.
Die in obiger Festschrift beschriebenen Hermaphroditen
enthalten 85 Species und zwar:
Parnassius Delius, Pieris Napi ab. Bryoniae, P. Dapli-
dice, Anthocharis Cardamines, Zegris Kupheme var. Menestho,
Leucophasia Sinapis, Colias Palaeno var. Europome, ©. Marco-
Polo, C. Hyale var. Simoda, C. Erate, C. Myrmidone,
Rhodocera Rhamni, R. Cleopatra, Thecla Ilieis, Polyommatus
Virgaureae, P. Hippotho& var. Eurybia, P. Amphidamas,
Lycaena Aegon, L. Hyrcana, L. lcarus ab. lIecarinus,
L. Eumedon, L. Amanda, L. Escheri, L. Bellargus. L. Coridon,
L. Meleager, L. Damon, Apatura Ilia, A. Dia ab. Clytie,
Limenitis Populi, Argynnis Selene, A. Paphia, A. Paphia
ab. Valesina, Satyrus Hermione, Thriphysa Phryne, Deile-
phila Elpenor, Smerinthus Tiliae, Sm. Ocellata, Sm. hibr.
Hybridus, Sm. Populi, Trochilium Apiforme, Ino Ampelophaga,
Arctia Villica, A. Purpurata, A. Casta, Psilura Monacha,
Oeneria Dispar, Bombyx Alpicola, B. Franconica, B. Castrensis
var. Veneta, B. Lanestris, -B. Quereus, Lasiocampa Albo-
macula, L. Quereifolia, L. Ilieifolia, L. Pini, L. Pini var.
Montana, L. Fasciatella ab. Excellens, Endromis Versicolora,
Saturnia Pyri, S. Hybr. var. Emiliae, S. Spini, S. Pavonia,
Aslia Tau, A. Tau ab. Ferenigra, Harpyia Erminea,
25
378 Max Wiskott:
Lophopteryx Carmelita, Unethocampa Processionea, Demas
Coryli, Agrotis Segetum, Mamestra Leucophaea, Rusina
Tenebrosa, Dieyela Oo, Calymnia Trapezina, Selenia Lunaria,
Psodos Coracina, Athroolopha Pennigeraria, Ematurga Ato-
maria, Bupalus Piniarius, Aspilates Strigillaria, Papilio
Lycophron, Danais Ismare, Bombyx Mori, Antheraea Pernyi.
Davon sind 87 „unvollkommene**) und 74 „vollkommene*
Zwitter, und von letzteren 36 links 8, rechts 2 und 38
links 9, rechts 8.
Diesem Bestande sind neu hinzugetreten: 11 „unvoll-
kommene* und 11 „vollkommene“ Zwitter, von letzteren sind
T links 8, rechts $ und 4 links %, rechts 3 in folgenden
Arten:
1. Pieris Brassieae L. Taf. X, Fig. I. Vollkommener
Zwitter, links 5, rechts $. Linke Seite typisch männliche
Zeichnung, rechte ebenso typisch weiblich; Unterseite des-
gleichen. Hinterleib in Form weiblich, jedoch mit männlichen
Afterklappen. (Gefangen im cilieischen Taurus (Kl.-Asien.)
2. Pieris Napi L. var. Napaeae Esp. Taf. X, Fig. 2.
Vollkommener Zwitter, links &, rechts 2%. Linke Seite
männlich gezeichnet, rechte weiblich. Die Unterseite differirt
in der Hinterflügelfärbung bezüglich des gelben Colorits und
ist weniger scharf als bei typischen Exemplaren.
Der rechte Fühler etwas kürzer und schwächer, Hinter-
leib stark geformt, wenig weiss bestäubt, links dicker -als
rechts, mit nach rechts gebogenem Genitalende. Geschlechts-
apparat verkümmert, jedoch mit linksseitiger Afterklappe.
Beide Hinterflügel etwas defekt. Gefangen bei Düsseldorf 1897.
3. Anthocharis Cardamines L. Taf. X, Fig. 3. Unvoll-
kommener Zwitter. Weiblich gefärbt und gezeichnet bis auf
die Vorderrandstheile der Vorderflügel. Vom Mittelmond grelle,
orangerothe, männliche Strahlen nach dem Vorderrande, links
stärker als rechts.
Auf der Unterseite ist die männliche Strahlenzeichnung
rechts die gleiche, links dagegen befindet sich an derselben
*) Der Kürze wegen ist überall statt „vollkommener getheilter“
nur vollkommener, statt „unvollkommener gemischter“ nur unvoll-
kommener Zwitter gesagt.
Ueber die äusseren Geschlechtstheile ist nur dann Genaueres
erwähnt, wenn ich Geschlechtsdifferenzen erkennen konnte.
Die Flügelgrössen sind nur bei denjenigen Exemplaren ge-
messen und in Zahlen angegeben, wo wesentliche Differenzen vor-
handen sind.
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 379
Stelle von Rippe 2 bis Rippe 6 ein breiter, orangerother Fleck,
welcher jedoch, entgegengesetzt zur anderen Seite, nicht bis
zum Vorderrande geht, sondern an der grauschwarzen Be-
randung der weiblichen Färbung aufhört. Hinterleib nach
Gestalt männlich. Gefangen in Württemberg.
4. Rhodocera Rhamni L. Unvollkommener Zwitter.
Grosses, wohl erhaltenes Exemplar, bei welchem sich der
zwittrige Charakter sehr prägnant, aber nur auf den Vorder-
flügeln, ausdrückt. Beide Hinterflügel in Färbung männlich,
der rechte Vorderflügel vom Innenrande bis zu Rippe 6 eben-
falls männlich, dann weiss, weiblich, von der Wurzel bis zum
Vorderrande mit einigen eitronengelben, männlichen Schuppen.
Auf dem linken, weiblich geformten Vorderflügel dagegen ist
die weisse Färbung die dominirende, nur von der Subdorsal-
rippe ein an der Wurzel 1 mm, zum Aussenrande sich auf
3 mm verbreiternder, männlich-eitronengelber Streifen, alle
übrigen Flügelpartien weiss mit ganz schwach gelben, ver-
streuten, winzigen, männlichen Fleckchen. Die Unterseite
links entsprechend der Oberseite, rechts springt jedoch auf
dem Hinterflügel die weibliche Färbung vom Aussenrande bis
zur Rippe 4 über. Leib männlich mit hervorstehendem Penis.
(sefangen bei Loewenberg i. Schl. 1897.
5. Rhodocera Rhamni L. Unvollkommener Zwitter.
Derselbe wäre nach der Oberseite fast als vollkommener
Zwitter zu klassifiziren, da die rechte Seite nach Flügelschnitt
und Färbung ebenso männlich, wie die linke Seite in beiden
Merkmalen ebenso weiblich gebildet und gezeichnet ist.
Wenige schwach eitronengelbe Flecke auf dieser Seite und
die auf der linken Hälfte unterseits wesentlich gelblichen, dem
männlichen Charakter näher als der weiblichen stehende
Färbung, muss ich auch dieses Exemplar unter die unvoll-
kommenen- Zwitter einreihen, denn von der weiblichen Färbung
sind nur am Oberflügel wenige Partien am Aussen- und
Innenrande vorhanden, alles übrige ist männlich, ebenso der
Leib. (efangen in Oesterreich 1897.
6. Thecla Betulae L. Taf. X, Fig. 4 Vollkommener
Zwitter. Links 9, rechts &. Ein ganz frisches, in diesem
Jahr gezogenes Exemplar. Beide Seiten dem Geschlecht ent-
sprechend in Flügelform, Zeichnung und Färbung auf der
Ober- wie auf der Unterseite Der linksseitige, orangerothe
Fleck des Vorderflügels sehr grell, Aussen- und Vorderrand
röthlich angehaucht. Linker Fühler etwas kürzer als der
rechte, Hinterleib stark und scheinbar weiblich gebildet.
25*
380 Max Wiskott:
Grösse: links 19 mm, rechts 20 mm. Gezogen in Ham-
burg 1897.
7. Lyeaena Argiolus L. Taf. X, Fig. 5. Vollkommener
Zwitter. Links 8, rechts ?. Ein sehr schön entwickeltes
Exemplar, die Fiügelhälften in beide Geschlechter geschieden
nach Grösse, Färbung und Zeichnung, linker Fühler etwas
länger als der rechte. Hinterleib mit der Endspitze nach
rechts gebogenem Genitalapparat: beide Geschlechter erkennbar.
Gefangen in der Lössnitz bei Dresden 1896.
8. Nemeobius Lueina L. Taf. X, Fig. 6. Vollkommener
Zwitter. Links 5, rechts ?%. Die rechte Seite wesentlich
heller und feuriger gezeichnet, entsprechend der weiblichen
Färbung, dabei etwas aberrirend; auf der Unterseite ebenso.
Gefangen bei Wien.
9. Argynnis Paphia L. Vollkommener Zwitter. Links
9, rechts 8. Linke Seite vollkommen weiblich in Färbung,
Flügelschnitt und Zeichnung, rechte Seite ebenso entgegen-
gesetzt männlich, die schwarze Zeichnung auf beiden Flügel-
hälften sehr stark und intensiv hervortretend. Rechte Schulter-
decke braunroth, linke olivgrün; Hinterleib schwach, nach
dem Ende links etwas stärker, jedoch mit männlichen Genitalien
soweit als sichtbar, aber die rechte Afterklappe mehr ausge-
bildet als die linke und nach aussen gestülpt. Grösse: links
34 mm, rechts 53 mm. Gefangen bei Zeitz (Sachsen) 1897.
10. Argynnis Paphia L. Unvollkommener Zwitter.
Im allgemeinen sind die unvollkommenen „gemischten* Her-
maphroditen bei dieser Art seltener als die vollkommenen
„geschnittenen“, namentlich wenn die Färbungsdifferenzen des
männlichen zum weiblichen Colorit so grell von einander ab-
stechen, wie bei diesem Exemplar. Während die roth-männ-
liche Färbung sehr feurig und intensiver als bei gewöhn-
lichen typischen Stücken sich äussert, ist die weibliche sehr
stark blaugrün, so dass sie sich beinahe der Valesina-Färbung
nähert, am auffallendsten in den Hinterflügeln. Rechte Seite
weiblich in allen Merkmalen, linke männlich und weiblich
gemischt; davon im Vorderflügel nur wenig weibliche Färbung
in einigen Strahlen von der Wurzel zur Mitte und einer
kleinen, grünen Randpartbie am Vorderrande. Dagegen im
Hinterflügel beide Färbungen von der Wurzel contrastirend
unvermittelt nebeneinander. Vom Innenrande bis Rippe 4
grünblau weiblich, dann scharf angrenzend grell orange männlich,
mit wenig männlichen Merkmalen in kleinen Fleckchen am
Aussenrande des weiblichen Theiles. Unterseitig wenig
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 381
Unterschiede. Schulterdecken links roth, rechts grün, Hinter-
leib stark, von weiblicher Gestalt, mit der Endspitze nach
links verkrümmt, beide Geschlechter aufweisend mit links-
seitiger Greifzange. Grösse: links 34 mm, rechts 35 mm.
Gefangen in Oldenburg 1897.
11. Smerinthus Populi L. Vollkommener Zwitter.
Links 2, rechts 5. Die rechtsseitige Flügelhälfte sehr scharf
gezeichnet mit dunkel hervortretender Mittelbinde und an-
grenzender, scharfer Wellenlinie. Färbung graublau, ebenso
die rechte Schulterdecke. Alles Uebrige an dem Falter, also
Flügel, Thorax, linke Schulterdecke, Vorder- und Hinterleib
braunroth mit schwächerer Zeichnungsanlage der Binden etc.
Unterseite entsprechend der Oberseite Linker Fühler %,
rechter &. Der Hinterleib stark und lang, aber nach hinten
männlich geformt mit einer sehr interessanten, eigenthümlich
gefärbten Endspitze. Während der Körper bis zum letzten
Leibesringe rothbraun gefärbt, ist die Endspitze, speciell die
Afterbehaarung und der rechtsseitige, längere Afterbüschel
sehr abstechend graublau, also entsprechend der rechtsseitigen,
männlichen Färbung der Flügel. Grösse: links 38 mm, rechts
35 mm. Gezogen in Sachsen.
12. Smerinthus Populi L. Vollkommener Zwitter.
Links ö, rechts ?. Die männliche Seite graublau mit scharfer
Binde, die rechte weibliche Seite rothbraun. Gleiche Färbungs-
differenzen vom Kopf bis zum Leibesende, markirt durch eine
wollige Naht links der Mitte des Körpers.
Auf der Unterseite springt die rothbraune Färbung der
weiblichen Hälfte auf den linksseitigen Hinterflügel der männ-
lichen Seite über und zeigt sich von der Wurzel bis zum
Vorderrande innerhalb der Rippen 2 bis 6 als rothbrauner
Wisch. Hinterleib weiblich in der Anlage, jedoch links
schlanker. weniger verrundet, mit nach links gekrümmter Spitze.
Sehr characteristisch ist die Färbungstheilung der körper-
lichen Unterseite. Während oben die linksseitige Trennung
deutlich aber nicht sehr scharf hervortritt, ist sie dort
sehr intensiv und auffallend. Weissgrau und dunkelrothbraun
grenzen scharf aneinander. Der Körper bekommt das Aus-
sehen, als ob zwei in diesen Färbungen verschiedene Leiber-
hälften längsseitig aneinander geklebt worden wären. Bis
kurz vor der Endspitze hält diese Trennungslinie die Mitte,
dann schwenkt die weiblich braune Färbung nach der rechten
Seite ab und überlässt die Spitze in weissgrauer Behaarung
dem männlichen Theile. Auch die Füsse sind links grau
382 Max Wiskott:
und rechts braun. Fühler links 8, rechts 2. Grösse: links
37 mm, rechts 39 mm. Gezogen in Berlin 1897.
13. Bombyx Castrensis L. Taf. XT, Fig. 6. Vollkommener
Zwitter. Links 8, rechts 2. Im Grössenunterschied der
Flügel sehr verschieden, die weibliche Seite wesentlich grösser,
namentlich im Vorderflügel. Die Färbung links typisch,
rechts zum Theil braun-weiblich vom Vorderrande an, dann
in der Mitte von Rippe 4 nach dem Innenrande in eine hell
ockergelbe Farbe verlaufend. Rechte Schulterdecke braun
linke ockergelb; Leib männlich geformt, links etwas stärker
und rechts mit längerer Behaarung.
Fühler links 5, rechts 9, letzterer jedoch etwas länger
als normal bewimpert. Grösse: links 17 mm, rechts 22 mm.
(sezogen in Magdeburg 1897.
14, 15, 16. Lasiocampa Fasciatella Men. ab. Excellens
Butl. Zu nachstehend beschriebenen 3 Hermaphroditen möchte
ich eine Wahrnehmung zur Beobachtung bringen, welche sich
mir seit einiger Zeit aufdrängt.
Bekanntlich wird der aus Japan stammende, schöne
Spinner seit einer Reihe von Jahren vermöge seiner leichten
Fortpflanzungsfähigkeit allenthalben gezogen. Es ist anzu-
nehmen, dass die heutigen Nachkommen sämmtlich oder
wenigstens zum grössten Theile aus der willigen Eierablage
der ersten importirten Stücke stammen.
Eier von Las. ab. Excellens werden von allen Seiten
seit Jahren ebenso oft und in der Neuzeit noch öfterer an-
geboten und zur Zucht benutzt wie die bekannten chinesischen
und nordamerikanischen Saturnien. Stammen nun diese Eier
von den ursprünglichen Eltern ab, ist es unausbleiblich, dass
mit der Zeit infolge Inzucht Degeneration eintritt.
Nimmt man an, dass nach wissenschaftlichen Beob-
achtungen bei Las. Pini*) bis zur zehnten Generation die
Falter sich normal verhalten, dann aber bei fortwährender
Benutzung von Geschwisterthieren ein schnelles Siechthum
und Verfall eintritt, welches sich in verkrüppelten Individuen
kenntlich macht, so scheinen wir bei Las. ab. Excellens an
dieser Grenze angekommen zu sein.
Hand in Hand mit der immer mehr zunehmenden Ver-
krüppelung dieses Spinners geht die von mir gemachte Be-
obachtung, dass sich gerade bei dieser Art die zwittrig
*) Seitz Allgemeine Biologie der Schmetterlinge in den geolo-
gischen Jahrbüchern, 7. Bd, Giessen.
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 383
gebildeten Individuen häufen. Mir sind in den letzten beiden
‚Jahren nicht weniger als 10 Las. ab. Excellens-Hermaphro-
diten aus den verschiedenen Zuchtstätten unseres Landes an-
geboten worden. Sämmtliche Stücke bis auf eins waren nicht
normal, meistens mehr oder weniger verkrüppelt, ebenso hatten
die mit weiblichem Hinterleib versehenen Falter schwache,
zusammengefailene, eierlose Körper, von denen hier nur der
unten beschriebene Zwitter eine Ausnahme macht.
Da die Degeneration gewöhnlich als Verkümmerung,
Verkrüppelung oder Sterilität auftritt, so ist die Vermuthung
resp. Wahrscheinlichkeit naheliegend, dass dieselbe auch '
zwittrige Individuen leichter und in höherem Procentsatz
hervorbringt, als bei normalen, durch frisches Blut erschaffenen
Lepidopteren.
Es wäre im Interesse der Erforschung von Zwitter-
bildungen bei den Lepidopteren sehr erwünscht, wenn von
anderer Seite dieser Erscheinung weitere Beachtung er-
wiesen würde.
A. Unvollkommener Zwitter. Taf. XI, Fig. 1.
Ein Exemplar mit durchaus männlich gefärbten und gezeich-
neten, aber nicht normal geformten, sondern abgerundeten
4 Flügeln an einem weiblichen Körper. Letzterer voll und
dick, sehr lang, mit Legeröhre versehen und sicher mit Eiern
gefüllt, von blass ockergelber Färbung. Auf demselben läuft
vom Thorax über die Mitte eine intensive, rothbraune, der
männlichen Färbung entsprechende Haarwulst, welche in einem
4 mm über die Spitze hinausgehenden Afterschopf endet.
Genitalapparat weiblich. Linker Fühler männlich, rechter
Fühler von der Wurzel 2 mm weiblich, dann bis zur End-
spitze mit Kammzähnen behaftet, welche die knappe Hälfte
der männlichen Länge erreichen. (Grezogen im September 1897
in Karlsruhe (Baden).
B. Unvollkommener Zwitter. Taf. XI, Fig. 2.
Unsymmetrisch gebildet und etwas verkrüppelt. Die nähere
Beschreibung der Flügelform erübrigt sich durch die Abbildung.
Hinterleib weiblich geformt, aber kurz und zusammengefallen,
eierlos, etwas nach links gebogen, mit sehr starker, abstehender,
linksseitiger Haarwulst. Beide Fühler gleich stark, mit den
Kammzähnen die Mitte zwischen männlicher und weiblicher
Länge haltend. Grösse: links 34 mm, rechts 32 mm. Gezogen
in Sachsen 1897.
C. Unvollkommener Zwitter. Taf. XI, Fig. 3.
Unsy mmetrisch gebildet und etwas verkrüppelt. Im allgemeinen
384 Max Wiskott:
Habitus ein weibliches Stück, nur am Aussenrande der Vdfl.,
und da beim linken intensiver als am rechten, braunroth
männlich gefärbt. Thorax, Schulterdecken und die vordere
Hälfte des Hinterleibes braunroth-männlich, letzte Hälfte
heller, mehr weiblich gefärbt.
Unterseite in den Färbungsdifferenzen der Vorderflügel
ebenso wie oben, nur blasser veranlagt. Linker Hinterflügel
am Aussenrand mit schwach männlichem Colorit, rechter da-
gegen hell weiblich, aber auf Rippe 2 und 3 mit 2 bis zur
Mitte von der Wurzel reichenden, grellrothen Strahlen be-
haftet. Hinterleib weiblich, kurz, eingefallen und eierlos, nach
links gebogen mit scharf abstehender, einseitiger Haarwulst.
Linker Fühler männlich, rechter weiblich mit kaum wesentlich
längeren Kammzähnen als normal. Grösse: links 32 mm, rechts
39 mm. Gezogen in Sachsen 1897.
17. Saturnia Pavonia L. Taf. XI, Fig. 4 Unvoll-
kommener Zwitter. Rechte Seite männlich in Flügelschnitt,
Zeiehnung und Färbung; nur unterseitig am Innenrande ein
2 mm breiter, weiblich gezeichneter, heller Strich bis
zur Wurzel. Der Flügelschnitt der linken Seite ebenfalls
männlich.
Die Färbung des Vorderflügels unregelmässig durchein-
ander männlich und weiblich gemischt, der Hinterflügel im
Grundton weiblich, nur am Vorder- und Innenrande mit rothen
Flecken und Strahlen durchsetzt.
Aehnlich, aber noch auffallender unterschieden ist die
Unterseite der linken Flügelpartie, hier tritt beim vorderen
die Orange-Farbe in breiten Strahlen von der Wurzel bis an
die Saumbinde und lässt für die weibliche Färbung mit
mehreren Streifen nur den Vorderrand und einige Stellen am
Innenrande frei. Der Hinterflügel dagegen ist vom Innen-
rand weiblich nur bis zur Wellenlinie, in der Randbinde be-
findet sich wiederum die gelbroche, männliche Färbung.
Hinterleib sehr wollig, stark, und anscheinend weiblich.
Rechter Fühler männlich, linker in der Mitte, zwischen männ-
licher und weiblicher Form, also mit um die Hälfte und mehr
verkürzten Kammzähnen. Grösse: links 38 mm, rechts 37 mm.
(sezogen in Wien.
18. Phalera Bucephala L. Taf. XI, Fig. 5. Voll-
kommener Zwitter. Links 2, rechts $. Im Flügelschnitt,
Zeichnung und Färbung wenig Unterschiede, nur im linken
Hinterflügel, die bei männlichen Exemplaren in der Mittelzelle
oft auftretende schwärzliche Bestäubung, ausserdem ist der
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 385
rechte, weibliche. Vorderflügel etwas breiter und weniger
schlank geformt als der entsprechende linke. Rechter Fühler
männlich, linker weiblich. Hinterleib anscheinend weiblich,
jedoch schlanker als normal. (Gezogen aus deutscher Puppe
in Tromsoe (Norwegen).
19. Phalera Bucephala L. Unvollkommener Zwitter.
Ein sehr grosses, in allen Theilen normal entwickeltes ®.
Die Fühler dagegen sind männlich, mit etwas kürzeren Zähnen
als typisch. (sezogen in Sachsen.
20. Cleogene Peletieraria Dup. Taf. XI, Fig. 7. Un-
vollkommener Zwitter. Flügelschnitt rechts 3, links ?. Die
Färbung des rechten Vorderflügels und beider Hinterflügel
männlich, der linke Vorderflügel weiblich und männlich ge-
mischt, also auf blaugrauen Grunde weisslich gesprenkelt.
Auf der Unterseite ist die rechte Hälfte ebenfalls männ-
lich, die linke dagegen nicht nur im Vorderflügel sehr stark
und breit mit weiblicher, weissgelblicher Zeichnung durchsetzt,
sondern auch im Hinterflügel mehr als die Hälfte mit weissen
Schuppen überzogen. Während also oberseitig dieser Flügel
die normal graue, bläuliche Färbung des Mannes zeigt, wird
solche auf der Rückseite vom Aussenrande bis zu Rippe 5
durch weissgelbliche Schuppen verdrängt.
Hinterleib auf der linken Seite mit weisslichen Schuppen
geringelt, sonst männlich. Fühler links 8, rechts $. Auf-
fallender Weise entgegengesetzt zur sonstigen zwittrigen Ver-
anlagung stehen also die Fühler verkehrt, auf der weiblichen
Seite befindet sich der männliche und auf der männlichen
der weibliche.
Leider ist das interessante Thier auf der weiblichen
Hälfte etwas verkrüppelt. srösse: links 16 mm, rechts
18 mm. Gefangen 1891 auf dem Col de Rion in den Pyre-
näen. Abgebildet und bereits beschrieben von Th. Seebold
in d. Stett. entom. Zeitschrift, 55. Jahrgang 1894 pag. 132.
21. Platysamia Cecropia L. Taf. X, Fig. T und 8.
Vollkommener Zwitter. Links 3, rechts @. Es erübrigt sich
eine nähere Beschreibung, da der Zwitter auf der Abbildung
alle characteristischen Merkmale beider Geschlechter deutlich
erkennen lässt.
Sehr interessant ist die Gestaltung des Hinterleibes,
speciell die Rückseite desselben und wurde infolgedessen auch
diese im Bilde wiedergegeben. Man sieht dort sehr deutlich,
wie die weibliche stärkere Seite des Leibes den ganzen Ge-
schlechtsapparat verdrängt und vollkommen an die rechte Seite
386 Max Wiskott:
geschoben hat; (seine jetzige Lage mag allerdings sich erst
nach dem Eintrocknen so gestaltet haben). Fühler links
weiblich, rechts männlich. Gezogen in Elberfeld 1897. |
22. Platysamia Geeropia L. Unvollkommener Zwitter.
Ein sehr grosses, tadellos entwickeltes Exemplar, welches als
vollkommener Zwitter angesprochen werden könnte, wenn der
Hinterleib nicht normale weibliche Form aufwiese. Derselbe
ist sehr gross und dick, nach hinten stumpf endigend mit
weiblichem Grenitalapparat, sicher mit Eiern gefüllt und trotz
seiner starken Figur noch nach der weiblichen, rechten Seite
ausgebaucht. In Flügelschnitt und Zeichnung ist der Zwitter
ebenfalls verschieden, die linke, männliche Hälfte mit kleineren
Mondflecken. Fühler links 8, rechts $. Gezogen in
Berlin 1897.
In der ersten Arbeit über die Lepidopteren-Zwitter
meiner Sammlung (siehe Näheres in der Festschrift des Vereins
für schles. Insektenkunde 1897 pag. 25) sprach ich die An-
sicht aus, dass diejenigen bisher für unvollkommene Zwitter
angesehenen Oeneria DisparL. 8 8, welche nur ein in männ-
licher und weiblicher Färbung gemischtes Kleid tragen, im
Uebrigen nach den Fühlern und Geschlechtsorganen stets
männlich gebildet sind, also ausser den Färbungsdifferenzen.
auf den Flügeln keine Spur von Merkmalen, auch nieht in
verkleinerter Form des weiblichen Geschlechts aufweisen,
überhaupt keine Zwitter seien. Es wurde dann weiter
ausgeführt:
„Erst die Zucht, bei welcher solch ungleich gezeich-
„nete Oc. Dispar 88 zur ÜCopulation benutzt werden, wird
„Klarheit schaffen. *
Mit der Klarstellung dieser Frage sind wir nun ein
gutes Stück weiter gekommen, denn diese von mir als Schein-
zwitter, man könnte auch sagen „Farbenzwitter* aufgestellten
Oe. Dispar-8& sind inzwischen zur Zucht und deren Nach-
kommen wiederum zur Zucht mit Erfolg benutzt worden,
worüber ich nachstehend die mir von einem hochgeschätzten
und erfahrenen Lepidopterologen zugegangenen Mittheilungen
auszugsweise veröffentliche.
Herr Lehrer Schütze in Rachlau schreibt mir:
„Im Winter hatte ich irgendwo ein Dispar-Gelege
„gefunden und mitgenommen. um es meinen Kindern zu zeigen.
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 387
„Die im Frühjahre erscheinenden Räupchen wollte ich auf
„Strassenbäume setzen (der Falter ist hier ziemlich selten),
„meine Tochter aber sammelte eine grössere Anzahl der-
„selben, um sie auf eigene Faust zu ziehen. Ich habe im
„Laufe der Zucht gesehen, dass sie oft tagelang hungern
„mussten; da sie dann aber jedesmal frisches Futter in
„Menge erhielten, erholten sie sich sehr bald wieder und
„lieferten endlich 83 Puppen von normaler Grösse.
„ö und 2 erschienen zu ihrer Zeit, genossen eheliche
„Freuden und bald waren an den Wänden meiner Raupen-
„stube zahlreiche Eigelege.
„Da wurde mir eines Tages gemeldet, es sei ein
„scheckiger Schmetterling ausgekrochen; ich betrachtete ihn
„als Zwitter, weil ich nichts anderes gehört hatte. Die-
„selbe Zucht lieferte noch 2 soleher 58; die 22 waren
„alle normal. 2 scheckige 8 & tödtete ich leider, das letzte
„aber separirte ich, sobald es die Puppe verliess, und brachte
„in dasselbe Behältniss ein ? mit noch unentwickelten
„Flügeln.
„Es wollte mir nicht recht einleuchten, dass die 3 85
„wirkliche Zwitter sein sollten, und dass sie diese Be-
„nennung thatsächlich nicht verdienten, wurde mir klar,
„als ich den 5*) sehr bald in Copula mit dem normalen
„2 fand. Die aus dieser Copula entstammenden Eier habe
„ich leider nicht gezählt, es war aber ein Gelege von der
„Grösse wie die anderen.
„Jeh war nun allerdings noch im Zweifel, ob die Eier
„befruchtet seien. Als ich nach Wochen die Haardecke
„lüftete, sah ich hellere und dunklere Eier in ungefähr
„gleicher Zahl, doch waren wohl die letzteren etwas zahl-
„reicher. Ich hielt die dunkleren für befruchtet, die helleren
„für taub. Die Richtigkeit dieser Annahme zeigte sich im
„Frühjahre: die dunkleren Eier lieferten Raupen, die
„helleren nicht.
„Die Raupen fütterte ich nun selbst und liess sie
„nicht hungern. Das Zuchtergebniss, dem ich mit begreif-
„licher Spannung entgegen sah, entsprach durchaus nicht
„meinen Erwartungen. Die 65 Puppen beiderlei Geschlechts
„eferten ausser 2 58 mit etwas weiblicher Zeichnung,
„nur normale 88 und ?P, erstere waren besonders dunkel.
*) Dieser & ist Taf. XI, Fig. 8 abgebildet.
388 Max Wiskott:
„Die Thiere waren in beiden Geschlechtern von normaler
„Grösse, Krüppel habe ich nicht gesehen.
„Einer der beiden aus dieser Zucht stammenden, ge-
„scheckten 55 wurde mit einem ® aus derselben Zucht
„copulirt. (Dieser & ist auf Taf. XI, Fig. 9 abgebildet.)
„Das % legte nicht soviel Eier, wie man dies von
„Oen. Dispar sonst gewöhnt ist, nach meiner Schätzung
„25 °/, weniger. Die Inzucht mochte wohl daran Schuld
„sein. Von den Eiern waren vielleicht 10 ®/, nicht befruchtet.
„Leider gingen mir die Räupchen beinahe sämmtlich
„zu Grunde, ohne dass ich den Grund dafür mit Bestimmt-
„heit anzugeben vermag.
„Vielleicht waren sie durch die wiederholte Inzucht
„stark degenerirt, vielleicht auch vertrugen sie das oft nasse
„Futter nicht. Für die erstere Ansicht scheint der Umstand
„zu sprechen, dass die meisten vor der ersten, die anderen
„grösstentheils vor der zweiten Häutung starben, ohne
„sichtbare Ursache; sie wurden matt, starben und ver-
„trockneten. Im ganzen habe ich 3 Raupen gerettet, und
„diese lieferten normale weibliche Falter.“
Soweit Herr Schütze, welchem ich für seine Mittheil-
ungen hier meinen Dank ausspreche. Derselbe schliesst sich
im ferneren meiner Ansicht an, dass solch’ weiblich und
männlich gefärbte Falter Rückschlagsformen zur weiblichen
Färbung darstellen.
Er spricht dann noch die Vermuthung aus, dass der
Hunger, welchen die Raupen des ersten Geleges zu erleiden
hatten, vielleicht von Einfluss auf die Entstehung von Schein-
zwittern ist. und wird nach dieser Richtung hin erneute Ver-
suche anstellen.
Letzterer Ansicht möchte ich mich nicht anschliessen,
denn in der freien Natur sınd diese Farbenzwitter sehr
häufig beobachtet und erbeutet worden.
Möchten nun auch von anderen Seiten recht eingehende
Versuche nach dieser Richtung hin unternommen werden, es
eignet sich kaum eine Art, welche den scheinbar zwittrigen
Charakter nur auf den Flügeln zeigt, dazu so gut und so
leicht wie Ocn. Dispar.
Erwähnen möchte ich nur noch, dass die „vollkommenen
getheilten“ Oen. Dispar-Zwitter mit streng von einander ge-
schiedenen Flügelhälften und Färbungsdifferenzen, männlichen
und weiblichen Fühlern und ebenso gebildetem Geschlechts-
apparat ausserordentlich selten und sicherlich nicht häufiger sind,
Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 389
als die Hermaphroditen bei anderen Spinnern, welche wie zum
Beispiel die Saturnien, ebenfalls gern Hermaphroditen hervor-
bringen. Hätte also das gescheckte Farben-Kleid irgend
welchen Einfluss auf die Zwitterbildung, so würden die „voll-
kommenen“ Ocn. Dispar-Zwitter sicher häufiger auftreten, zum
mindesten sich in Uebergangsformen zur extremsten Trennung
beider Geschlechter auf einem Thiere bemerkbar machen.
—- un
Ueber einige
Lepidopteren-Abnormitäten meiner Sammlung.
Von Max Wiskott.
In nachstehender Zusammenstellung bringe ich eine An-
zahl monströs gebildeter Schmetterlinge zur Kenntniss, von
welchen ich annehme, dass sie wegen ihrer eigenthümlich ab-
weichenden Form von der typischen Gestaltung Interesse
beanspruchen dürfen.
Im Allgemeinen sind Monstrositäten bei Lepidopteren
nicht selten, soweit sich die Missbildung durch Defecte, also
durch ein Minus in der Flügelgestalt characterisirt.
Krüppelhafte Individuen mit nicht normaler Flügel-
bildung, mit missgestalteten und mit Defecten behafteten,
manchmal sogar fehlenden Flügeln kommen in allen Familien
bei den Lepidopteıen vor, am häufigsten aber bei den
Rhopaloceren.
Sie mögen entstehen, wenn die noch weiche Puppe durch
irgend welche Einwirkung von aussen, durch Druck, Stoss
oder andere Schädigung in der normalen Entwickelung des
zu werdenden Falters gestört wird. Hier können Zufällig-
keiten, am häufigsten wohl aber der unachtsame Züchter die
Veranlassung sein.
Weit seltener und in den Entstehungsursachen noch
ganz unbekannt sind Monstrositäten, bei denen ein Plus gegen
die normale Flügelbildung sich einstellt, und bei denen ein
oder mehrere Flügel eine abnorme, vergrösserte Gestalt auf-
weisen oder sich durch Bildung von Flügelansätzen oder
ganzen Flügeln über die Zahl 4 hinaus das Individuum
in eine Missgeburt der extremsten Form verwandelt.
390 Max Wiskott:
Diese letzte Form ist dann sehr selten, wenn der Falter
regelrecht in seiner sonstigen Entwickelung ausgebildet ist.
Es giebt nun aber auch Monstrositäten bei den Lepi-
dopteren, welche keine missgebildeten Flügel aufweisen, bei
denen die Flügelgestalt aber doch eine andere geworden und
zwar eine wesentlich verbreiterte und dabei verkürzte Form
angenommen hat.
Endlich giebt es auch Individuen, und diese scheinen
mir nach meiner Erfahrung bei weitem die seltensten zu
sein, bei denen eine Verschiebung der natürlichen Anordnung,
jeden Falter mit zwei Vorder- und zwei Hinterflügeln auszu-
rüsten, eintritt.
Es ist ferner bekannt, dass es auch Schmetterlings-
Monstrositäten giebt, bei denen statt des Falterkopfes mit
Fühlern noch der Raupenkopf vorhanden, oder solche, welche
eine Ueberzahl von Fülhlern oder Palpen aufweisen. 0. Schultz
beschreibt in Bd. II. Nr. 40 der Illustr. Zeitschrift für Ento-
mologie (Neudamm) ferner einen Sm. Ocellata, welcher statt
sechs, noch ein gut entwickeltes siebentes Bein besitzt.
Diese drei letzten Categorien von Missbildungen habe
ich jedoch nicht gesammelt, kann daher auch nicht beurtheilen,
ob sie mehr oder weniger seltener sind, als diejenigen, bei
welchen sich die monströse Bildung hauptsächlich auf den
Flügeln zeigt. Ich möchte es bezweifeln, da Missbildungen,
welche nur am Körper und nicht an den Flügeln sichtbar sind,
einer genauen Untersuchung bedürfen und sich zum grössten
Theil wohl der Beobachtung entziehen.
Vielleicht giebt diese Arbeit die Anregung, die Samm-
lungen auf solche Formen einer genauen Revision zu unter-
werfen.
Auf der beigegebenen Tafel XII sind diese drei vor-
stehend erwähnten monströsen Entwickelungsformen abgebildet,
und zwar:
1. Lepidopteren mit Ansätzen zu fünf und mehr Flügeln.
2. Solche mit nicht krüppelhaft entwickelten, aber ab-
weichenden Flügelgestaltungen.
3. Solche mit Verschiebung der natürlichen Flügelan-
ordnung in eine unnatürliche.
Die Abbildungen dieser drei Gruppen sind an sich so
deutlich, dass es sich erübrigt, noch eine eingehende Beschreibung
zu geben, es genügt in der Hauptsache nur der Hinweis auf
die einzelnen Figuren und die Fundorte der einzelnen Exemplare.
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Ueber einige Lepidopteren-Abnormitäten meiner Sammlung. 391
Gruppe I.
Crateronyx Dumi L. Taf. XII, Fig. i. Normal en«-
wickeltes Weib bis auf den rechten Vorderflügel, dessen
Flügelansatz den Rippenverlauf und die Zeichnung in ver-
kehrter Anordnung aufweist. Der Vorderrand dieses Flügels
ist doppelt, wie alle übrigen Rippen, soweit sie zum Flügel-
ansatz gehören, eine Trennung mit scharfem Instrument würde
einen sich allein tragenden Flügel freigeben. Gefangen von
Purmann, Heinrichau i. Schl. 1877.
Bombyx Quercus L. Taf. XII, Fig. 2. Ein auf der
rechten Seite normal entwickeltes Weib, links mit normalen
Hinter-, einem etwas verkleinerten Vorderflügel und einem
aus dem Körper heraustretenden fünften, unnormalen, ent-
wickelten Flügel. Gezogen von Jänisch, Breslau 1881
(Bereits abgebildet und kurz beschrieben von E. G. Honrath
im Bd. 32 der Berl. entom. Zte.)
Dasychira Pudibunda L. Taf. XII, Fig. 3. Normal
entwickelter Mann bis auf den rechten Hinterflügel; an dessen
Stelle befinden sich drei kleine Flügel, welche nicht zusammen-
gewachsen, sondern jeder für sich frei aus dem Körper kommen
und mit vollen Fransen versehen sind. Gezogen in
Troppau 1889.
Naenia Typiea L. Taf. XII, Fig. 4. Ein sehr merk-
würdiges Stück weiblichen Geschlechts. Rechts normal, links
mit zwei vollkommen in unverkürzter Grösse vorhandenen,
nicht verkrüppelten und normal gezeichneten Vorderflügeln.
Gezogen von A. Neustädt, Breslau 1871. (Die in Bd. II,
Nr. 40 der Neudammer Illustr. Zeitschr. von O0. Schultz in
seiner Arbeit gebrachte Notiz über diesen Falter ist dahin
zu berichtigen, dass nicht zwei linke Hinterflügel, sondern
zwei linke Vorderflügel vorhanden sind.)
Limenitis Populi L. ab. Tremulae Esp. Taf. XII,
Fig. 5. Ein Mann mit zwei normal gebildeten Vorderflügeln
und dem rechten Hinterflügel. Der linke dagegen ist noch
mit einem Flügelansatz versehen, welcher demjenigen Theile,
in dem sich die ersten drei Rippen befinden, völlig gleich-
kommt und von der Wurzel 12 mm mit demselben verwachsen,
sich dann aber als selbstständiger Flügelansatz 9 mm weit
fortsetzt. Dieser Ansatz ist ober- und unterseitig normal
gefärbt und gezeichnet. Gezogen (angeblich Berlin) 1884.
(Eingehend beschrieben von H. Roeber in dieser Zeitschrift
1885, Nr. 2, pag. 31.)
392 Max Wiskott:
Apatura Iris L. Taf. XII, Fig. 6. Hier haben wir es
mit einem höchst merkwürdigen Geschöpf zu thun! Neben
dem linken Hinterflügel des sonst normal entwickelten, männ-
lichen Falters sitzt ein frei aus dem Körper hervortretender
Flügellappen, aber mit umgekehrter Färbung und Zeichnung,
denn bei normaler Spannung ist die Unterseite nach oben
gekehrt.
Nimmt man an, dass bei diesem Thiere im lebenden Zu-
stand der Flügelansatz die Zeichnung der Oberseite auch nach
oben zeigte, so müsste der Falter beim Fluge den Lappen über
den Hinterleib naclı der rechten Seite hinlegen.
Der Ansatz ist im Uebrigen ober- und unterseitie normal
gefärbt, mit vollen Fransen und dem männlichen Schiller be-
haftet. Gefangen in Cassel (Jahr unbekannt).
Janthinea Frivaldszkyi Friv. Taf. XII, Fig. . Ein
normal entwickeltes, männliches Exemplar mit einem frei aus
dem Körper hervortretenden, fünften Flügelansatz vor dem
Aussenrande des rechten Vorderflügels. Dieser Ansatz bis auf
die nicht gefärbte, äussere Spitze normal in Zeichnung, ober-
und unterseitig mit vollen Fransen. Gefangen von E. Funke,
Amasia 1886.
Grocallis Elinguaria L. ab. (var.) Trapezaria Boisd.
Taf. XII, Fig. 8. Ein normal entwickelter Mann mit am
linken Flügel beflndlichen, frei aus dem Körper kommenden
Flügelansatz. Gezogen Bern (Jahr unbekannt).
Eupitheeia Castigata Hb. Taf. XII, Fig. 9. Ein weib-
liches Exemplar mit rechts normal entwickelten Flügeln,
linker Hinterflügel ebenfalls normal, dagegen zwei linke Vorder-
flügel, von denen der untere etwas kürzer und wesentlich
schmäler ist. Ausgefärbt, typisch gezeichnet mit vollen Fransen.
(ezogen von Dr. Götschmann, Breslau 1893.
Gruppe Il.
Melitaea Aurelia Nick. Taf. XII, Fig. 10. Sehr kräftig
entwickelter Falter weiblichen “Geschlechts, sehr hell und
intensiv, aber aberrativ gezeichnet und gefärbt auf Ober- und
Unterseite Sämmtliche Flügel wesentlich breiter, dabei
kürzer nach dem Vorder- und Innenwinkel als normal, die-
selben verrundet und dementsprechend auch die Zeichnungs-
anlage verändert. Trotz dieser ganz abweichenden Flügel-
bildung der typischen Melitaeen-Form besitzt das T'hier nur
die vorgeschriebene Anzahl Rippen, es mussten infolgedessen
Ueber einige Lepidopteren-Abnormitäten meiner Sammlung. 393
die dazwischen liegenden Zellen nach dem Aussen- und Innen-
rande zu wesentlich breiter werden. Aus der Sammlung
von Macchio, Wien, erworben 1878.
Zygaena Pilosellae Esp. ?. Taf. XII, Fig. 11. Ein
Zwerg mit ganz abnormen Flügeln, wesentlich kürzer, dafür
breiter und sehr stark nach dem Aussenwinkel hin abgerundet,
die Zahl der Rippen normal, aber ähnlich wie vorstehende
Melitaea in ihrem Lauf weit auseinandergehend, durch wesent-
lich breitere Zellen mit einander verbunden. Das Colorit sehr
durchscheinend, namentlich in der rothen Zeichnung. Fundort
unbekannt. Aus der ehemaligen Asmann’schen Sammlung,
Breslau.
Cidaria Fluctuata L. 5. Taf. XII, Fig. 12. Ein Zwerg
mit gleich abnormer Flügelbildung und demzufolge veränderter
Zeichnungsanlage. (Gezogen von Br. Schnabel, Breslau 1895.
Gruppe IM.
Zygaena Exulans H. Taf. XII, Fig. 13. Ein voll-
kommen correct entwickelter und ebenso gezeichneter Mann
mit rechts normalem Vorder- und Hinterflügel, links mit zwei
Flügeln, welche beide die Zeichnung und Gestalt der Vorder-
flügel haben, ebenso die Färbung, während ein typisch ge-
formter Hinterflügel fehlt.
Dieses Vorkommen in der Natur ist gewiss ausser-
ordentlich selten und so vereinzelt, dass mir ausser diesem
Stück nur noch ein zweites von ZygaenaOccitanica aus der
Boisduval’schen Sammlung bekannt geworden ist. Bei diesem
Exemplar befinden sich die beiden Vorderflügel rechtsseitig.
Dasselbe ist gezogen von M. Daube in Montpellier und
publizirt im Jahre 1853 in der Societ& entomologique de France,
neuerdings abgebildet und erwähnt von Ch. Oberthür in
seiner Etude d’Entomologie, Bd. 20, S. 53, Pl. 7. — Mein
Exemplar wurde von G. Eiffinger im Jahre 1888 auf der
Grimsel in der Schweiz gefangen.
I
26
Ueber die Zucht und Lebensweise von
Cidaria Picata Hb.
Von H. Gauckler.
Im verflossenen Sommer beobachtete ich eingehend den
immerhin seltenen und schönen Spanner Cid. Picata, und
constatirte hierbei, dass derselbe nicht nur eine, wie in den
meisten Werken angegeben, sondern zwei (Generationen hat.
So schreibt Rössler (die Schuppenflügler der Umgebung von
Wiesbaden 1881) dass Picata im Juli erscheine und dessen
Raupe überwintere ; eine ähnliche Bemerkung findet sich im
Hofmann wie auch in Bau’s Handbuch, beide Autoren geben
die Erscheinungszeit des Spanners für Juni und Juli an.
Nach meinen Beobachtungen erscheint nun der Spanner zu-
erst im Mai, jedenfalls aus überwinterten Puppen, und später
nochmals im Juli.
In nächster Nähe von Karlsruhe entdeckten mein entomol.
Freund Herr Hauptlehrer K. König und ich Cid. Picata in
diesem Mai auf einem eng begrenzten Fluggebiete in auf-
fallend grosser Anzahl und zwar währte ihre Flugzeit vom
10. Mai bis etwa zum 25. Mai, nach welchem Termine nur
noch ganz vereinzelte, abgeflogene Stücke sichtbar waren.
Die Thierchen sassen bei Tage immer an den Stämmen
‚ der Erlen und Buchen, infolge ihrer Färbung ganz vorzüglich
an diese Umgebung angepasst, und sind ziemlich scheu und
flüchtig.
Wir brachten während obigen kurzen Zeitraumes etwa
60 Stück zusammen und beschlossen, mit einigen am Leben
belassenen 2% Zuchtversuche anzustellen.
Es wurden auch eine grössere Anzahl, circa 60 Eier,
von den gefangenen Weibchen abgesetzt und schlüpften die
Räupchen aus denselben am 1. Juni d. J.
Die Eier sind länglichruud von gelblichweisser Farbe
und werden von den Weibchen an die Futterpflanze Stellaria
media angeklebt. Den geschlüpften Räupchen leste ich Salat
vor, doch verschmähten sie dieses Futter, nahmen dagegen
Ueber die Zucht und Lebensweise von Cidaria Picata. 395
mit grosser Fresslust Hühnerdarm an; sie gediehen bei diesem
Futter auch so vortrefflich, dass die ersten bereits Mitte Juni,
also nach kaum 14tägiger Fresszeit, erwachsen waren und
sich mit wenigen Fäden am Boden zwischen den Blättchen
der Futterpflanze verspannen.
Da die Beschreibungen der Raupe in einigen Werken
(Hofmann, Bau) sich nicht ganz mit der Wirklichkeit decken,
so will ich nochmals eine genaue Beschreibung nach dem
lebenden Thiere geben. Die Raupe wird 25—28 mm lang
und etwa 3 mm dick; die Grundfarbe variirt von graugrün
bis röthlichgelb, in den Gelenkeinschnitten etwas dunkler, die
Rückenlinie ist schwarzgrau und bildet auf jedem Segment
einen länglichen Fleck, der nach vier Seiten hin von feinen,
schwärzlichen Punktwarzen begrenzt ist und dadurch recht-
eckig erscheint. Nebenrückenlinien dunkelgrau; die Stigmen-
linie ist breit dunkelgrau, nach unten gelblich begrenzt,
Stigmen klein, mattschwarz; der Bauch ist gelbgrau bis
röthlichgrau mit einem helleren Mittelstreifen ; der Kopf klein
rundlich gelbgrau mit schwärzlichen Pünktchen, die Füsse
von der Körperfarbe. Die Puppe ist hell rothbraun, am letzten
Segmente eine Spitze (Stachel) tragend.
In den ersten Tagen des Juli schlüpften bereits die
Falter, also nach einer kaum l4tägigen Puppenruhe, und
zwar alle gegen Abend. Von 52 Raupen entwickelten sich
senau 52 Falter! gewiss ein grossartiges Resultat, welches
beweist, wie leicht die Zucht dieses schönen Spanners ist.
Um das Auftreten der zweiten Generation im Freien
beobachten zu können, besuchte ich in der ersten und zweiten
Hälfte des Juli wieder die Waldstelle, auf welcher die Thiere
im Frühjahr so zahlreich gefunden waren; doch zeigte es
sich, dass die zweite Generation sehr vereinzelt auftrat, nur
in wenigen Stücken fand ich den Spanner vor. Dieses spär-
liche Auftreten in dem kleinen Bezirke schreibe ich nicht
zum letzten den Fröschen zu. Das Gebiet ist ziemlich
sumpfig im Frühjahr und sind deshalb diese Thiere stets in
grosser Anzahl vorhanden; ich beobachtete, dass im Juni und
Juli am Fusse der einzelnen Bäume sich stets rings herum
eine grössere Anzahl meist noch kleiner Frösche gruppirt
hatten, um die etwa hinauf kriechenden Insekten sofort weg-
zuschnappen. Dieses Schicksal wird nun wohl auch die
meisten der zweiten Generation entstammenden Picata-Falter
beim Verlassen der Puppe ereilt haben.
26*
396 H. Gauckler:
Von einem der zweiten (reneration entstammenden, ge-
fangenen Weibchen erhielt ich leider nur 3 Eier, denen keine
Räupchen entschlüpften; es war mir sonach nicht möglich,
eine dritte Generation zu erzielen.
Dass die Raupen dieser dritten Generation überwintern,
ist wohl möglich, jedenfalls aber noch nicht erwiesen; bei
dem ungemein schnellen Wachsthum der Raupen ist eher an-
zunehmen, dass sich dieselben noch im Herbste verpuppen,
als Puppe überwintern und den Falter erst im nächsten Früh-
jahre ergeben.
Hoffentlich gelingt es mir im nächsten Jahre, weitere
diesbezügliche Forschungen anzustellen; einstweilen glaube
ich jedoch behaupten zu dürfen, dass die erste Generation
bereits im Mai und nicht im Juli, aus überwinterten Puppen,
erscheint und wohl wegen der Seltenheit des Spanners
im allgemeinen bisher übersehen wurde; dass aber die im Juli
fliegenden Thiere bereits die zweite Generation repräsentiren.
In Bau’s Handbuch befindet sich die Bemerkung über
das Vorkommen von Piecata: „im Juni und Juli in Berg-
wäldern“, welche Bemerkung ebenfalls nicht zutreffend ist,
da das Thier ebenso wohl in der Ebene vorkommt.
‘ Möglich ist, dass Picata im Gebirge nur eine Generation
hat und dann auch die Raupe, wie von so vielen anderen
(rebirgsfaltern, zur Ueberwinterung gezwungen ist.
Aslia Tau L. ab. Melaina.
Von Heinrich Gross.
Die ganz melanistische Form von A. Tau kann, wie aus
Nachstehendem hervorgehen dürfte, weder zu ab. Ferenigra
Th. Mg., noch zu ab. Nigerrima BH. = ab. Lugens Stdf.
gezogen werden, weshalb ich glaube, dass sie einen eigenen '
Namen ab. Melaina verdient.
Die $38 sind vollkommen geschwärzt, bei den meisten
Exemplaren sind nur kleine Flecke an den Flügelspitzen und
der Vorderrand der Vdfl. tief dunkelbraun. Der Thorax, der
seitlich gewöhnlich weissgefleckte Körper, Flügelfransen und
Fühler sind dunkelbraun. Der Streifen vor dem Saume ist bei
allen Stücken kaum oder gar nicht sichtbar.
’ | Aglia Tau ab. Melaina. 397
Viel erheblicher als die nicht nennenswerth variirenden
Männer weichen die hierher gehörigen Weiber unter einander
ab, soweit ich das nach den 7 Stücken zu beurtheilen vermag,
die ich bis jetzt kenne. Deren Grundfarbe ist heller (röth-
licher) oder dunkler diaphan schwarzbraun. Der Streifen vor
dem Saume ist immer deutlich sichtbar dunkler, theilweise hell,
bei 3 Ex. vor den Flügelspitzen weiss gerandet. Die Vorder-
und Hinterflügelspitzen haben oben Flecke in der Form, wie
sie die Unterseite der Stammart trägt, sie sind entweder
rothbraun, oder braun und weisslich gemischt. Eine ganz
verschwommene, etwas dunklere Querbinde zieht durch die
Vafl. ausserhalb, eine innerhalb der Augenflecke und eine eben-
falls sehr verschwommene Schattirung entspricht auf den Htiln.
der an gleicher Stelle auch bei gelben Stücken befindlichen
dunkleren Zeichnung der Unterseite. Bei dem einzigen gefange-
nen und grössten Exemplare, das ich besitze, sind diese Zeich-
nungen oder richtiger Schattirungen deutlich, bei den gezogenen
aber nur theilweise sichtbar, je nach der helleren oder dunkleren
Färbung, mit der auch der Körper und die Fühler übereinstimmen.
Die Augenflecke sind bei beiden Geschlechtern wie
gewöhnlich. Ein ® zeigt die Flecke bläulich getrübt, wie
dies bei gelben 2? auch sonst vorkommt. Die Unterseite
ist ebenfalls schwarz, resp. bei den 2 ? braunschwarz, so weit
dieselbe bei der Stammart ockergelb ist, die sonstige normal
bleibende Zeichnung ist dunkler und die lichteren Theile
treten dadurch um so markirter hervor. Die Grösse der
Flügelspannung der ab. Melaina bewegt sich in denselben
Grenzen wie bei der Stammart.
Während bei ab. Ferenigra Th. M. = ab. Lugens
Stf. die Verdunkelung hauptsächlich die Peripherie der Flügel
beherrscht, sind es bei ab. Melaina im Gegensatze hierzu
die Flügelspitzen und der Vorderrand der Vdfl., welche einer
Aufhellung zuneigen, bei den 58 allerdings in viel geringerem
Grade, als bei den 2%. Die Mittelzelle der Vdfl. innerhalb
der Augenflecke ist stets am dichtesten beschuppt und dadurch
am dunkelsten.
Soweit mir bekannt, wurde ab, Melaina in Ober-Oester-
reich bis jetzt bei Kirchdorf in den Jahren 1838, 89 und 90
(zusammen ca. 12 858) von Herrn Lehrer Hauder, wie er
mir mitzutheilen die Güte hatte, gefangen und seitdem nicht
mehr; dann bei Reichramming (1 5); 1893 und 94 beobachtete
ich auch hier je 1 & derselben, von denen ich aber, des
steilen Terrains wegen, keines erbeuten konnte. Erst 1896
398 Heinrich Gross. — Hermann Steinert:
hatte ich das Glück, einen schwarzen 8 in Copula mit einem
gewöhnlichen 2 zu finden und wenige, meist verletzte 58
zu fangen. Als Nachkommenschaft des ungleichen Paares
erzog ich 56 Puppen, welche 11 88 und 6 2% der ab.
Melaina ergaben, also nur 30 °., alle übrigen gehörten der
Stammart an, und nicht ein Stück der letzteren zeigte irgend
welche Zwischenform oder sonstige Abweichung. Die ab.
Ferenigra ist bis jetzt weder hier noch bei Kirchdorf ge-
funden worden.
Einen Theil der gezogenen schwarzen Exemplare opferte
ich zur Weiterzucht, machte aber hierbei die Bemerkung,
dass 5 schwarze 85 ein schwarzes ® nicht, gelbe aber so-
fort annahmen, dagegen ein gelber & sich rasch mit dem
schwarzen $ begattete. Dieses legte nur 30 Eier, aus
welchen 13 Raupen auskamen, von denen 2 Schwächlinge
bald eingingen. Der Rest der Eier war unbefruchtet.
Die Flugorte sind Buchenhochwälder der Voralpen (Sand-
stein und Kalk) bis ca. 800 Meter, wo diese interessante
Aberration unter der in den meisten Jahren sehr häufigen
Stammart je nach Eintritt wärmerer Witterung von Mitte April
oder erst nach Mitte Mai und so weit ich bis jetzt beobachten
konnte, immer als Seltenheit erscheint. In grösserer Höhe,
wo diese Art immer spärlicher auftritt und später fliegt (bei
ca. 1450 Meter noch Ende Juni) traf ich ab. Melaina noch nicht.
.-
Acronyceta Strigosa SV. ab. Casparii.
Von
Hermann Steinert (Dresden).
Der um die Biologie der Acronycta-Arten hochverdiente
Entomologe Wilhelm Caspari, Lehrer in Wiesbaden, schickte
mir im vorigen Jahre eine kleine Anzahl von Puppen der
Acronycta Strigosa SV. Denselben entschlüpften ausser normal
gefärbten Thieren auch 3 stark abweichende Schmetterlinge.
Während nämlich die meisten eine aschgraue Grundfärbung
zeigten, war dieselbe bei den 3 erwähnten Stücken dunkel
schiefergrau zu nennen. Diese Färbung findet sich bei ge-
wöhnlichen Thieren nur am Innenrande, in der Nähe der drei
tiefschwarzen Pfeilstriche, in sehr beschränktem Masse vor,
Acronycta Strigosa ab. Caspari. 399
sie verbreiteil sich aber bei den abnormen Exemplaren
gleichmässig über den ganzen Flügel. Die so gefärbten
'Thiere erlangen dadurch ein ganz eigenartiges Aussehen,
weshalb es gerechtfertigt erscheint, ihnen einen besonderen
Namen zu geben. Ich benenne diese Abart nach dem fleissigen
und unermüdlichen Schmetterlingszüchter, welcher mir im
Vorjahre die Strigosa-Puppen tauschweise überliess und der
auch bereits 1895 in seiner interessanten Arbeit „Ueber die
Acronyeten der Wiesbadener Gegend“ (Jahrbuch d. Nassauischen
Vereins für Naturkunde, Jahrgang 48, S. 129— 143) auf diesen
Farben-Dualismus aufmerksam machte. Caspari theilt mir
auf meine Anfrage noch brieflich mit, dass er das eine Mal
(1894) circa 50 ®/,, in diesem Jahre aber kaum 5 °/, schwarz-
graue Exemplare aus seinen Puppen erhalten habe; doch
fänden sich unter den übrigen Thieren auch einige vor, die
einen Uebergang zwischen der hellen und dunklen Form
darstellen.
Die melanistische ab. Casparii erinnert uns an die
dunkle Gattungsschwester Acronycta Kuphorbiae F. var.
Montivaga Gn., doch hängt das Vorkommen dieser Varietät
mit der Lokalität zusammen: Montivaga fliegt wohl nur im
Gebirge, besonders in den Alpen. Welche Ursachen der
Melanismus von Strigosa hat, entzieht sich bis jetzt noch
unserer Kenntniss.
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass
auch die Raupe von Acronycta Strigosa zwei Formen aufweist,
die Caspari in seinem bereits erwähnten Aufsatze eingehend
beschreibt. Der grössere Theil ist nach der letzten Häutung
smaragd- oder saftgrün, 10—12 °/, aber sind chocoladenfarbig,
manche sogar noch dunkler, fast schwarz, wie mir Caspari
schreibt. Doch hat die Färbung der Raupe keinen Einfluss
auf diejenige des Schmetterlings, was der Genannte genau
festgestellt hat. . (Vergl. ]. c. S. 141.)
Sciaphila Osseana Se. v. Niveosana Packard.
Von €. Sommer.
Herr William Baer in Niesky hat in dankenswerther
Weise die lange unterbrochenen entomologischen Beziehungen
zu den Missionaren der evangelischen Brüderkirche an der
Ostküste von Labrador wieder angeknüpft. Seit einigen
Jahren erhalten wir daher wieder regelmässig aus jenen
Gegenden kleinere Insektensendungen, meist Macrolepidopteren
und Hymenopteren enthaltend, die allerdings bisher meist in
wenig gutem Zustande eintrafen. Die diesjährige Sendung
aber ist in Folge der besseren Fangmethode und der vervoll-
kommneteren Hilfsmittel bedeutend besser ausgefallen und
enthält auch einige Microlepidopteren, deren literarische
Verwerthung mir Herr Baer gütigst übertragen hat.
Es ist dringend zu wünschen, dass durch grössere
Sendungen von Labrador über eine Reihe von Arten, die
meiner Ansicht nach weiter nichts als Lokalformen europäischer
Species sind, Klarheit geschaffen wird. Die vielen „neuen“
Arten, die Packard in: „View of the Lepidopterous Fauna
of Labrador‘ (Proceed. Soc. N. Boston, Taf. XI., 1867
p. 32—65) aufstellte, sind schon in dem Cataloge von
Dr. Staudinger und Dr. Wocke zum grössten Theile wieder
eingezogen worden. Auch Möschler hat eine grössere Anzahl
seiner in der Stettiner entom. Zeit- und in der Wiener entom.
Monatsschrift publieirten neuen Arten theils selbst berichtigt,
theils dürften noch einige derselben als Lokalformen zu längst
bekannten europäischen Arten zu ziehen sein. Ich möchte
dies z. B. von Acidalia Frigidaria Möschler annehmen, die
ich als Rasse zu Fumata Steph. stellen würde; ebenso
scheint mir Sericoris (Penthina) Glaciana Möschler von Penth.
Bipunetana F, nicht zu trennen zu sein. Ein bestimmtes
Urtheil behalte ich mir noch so lange vor, bis mir ein
grösseres Material zur Verfügung steht. Für die Zusammen-
gehörigkeit genannter Arten spricht ausser anderen Gründen
bei der nahen Verwandtschaft der Labrador- und europäischen
Fauna der Umstand, dass die Nahrungspflanze derselben,
Vaceinium myrtillus, auch in Labrador häufig ist und beide
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Sciaphila Osscana Se. v. Niveosana. AOL
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Arten auch sonst im hohen Norden vorkommen. Für die
Kenntniss der Zoogeographie und ihrer Gesetze ist aber die
Zusammenziehung von Arten bei Benennung genügend
differenzirter Lokalformen ungleich wichtiger, als die Trennung
derselben.
Während ich also im allgemeinen soweit wie möglich
für die Zusammenziehung der Arten eintrete, möchte ich
andererseits in diesen Zeilen die von Packard 1. ce. p. 55 auf-
gestellte Sciaphila Niveosana, die Dr. Wocke zu Osseana Sc.
als Synonym gestellt hat, wenn auch nicht als gute Art, so
doch als Lokalform wieder einführen, da sie mir genügend
ditferenzirt scheint, um einen besonderen Namen zu verdienen.
— ÖOsseana ist eine in Grösse und Färbung sehr veränderliche,
weit verbreitete, im Gebirge und im Norden auf feuchten
Wiesen oft in ungeheurer Anzahl (z. B. Island, Dr. Staudinger,
Stett. entom. Zeit 18, 269) auftretende Art, die sich in der
Ebene, wenigstens in Mitteldeutschland, nur an wenigen Orten
(z. B. Berlin) und dann meist sehr selten findet. Mir liegen
durch die Freundlichkeit des Herrn Dr. Staudinger Stücke
aus dem schwedischen Lappland, den norwegischen Finmarken,
aus Island, dem Tarbagataigebirge in Sibirien, vom Caucasus,
aus dem Wallis, dem Monte Rosa- und Ortlergebiete, sowie
aus Stettin vor; ausserdem besitze ich die Art aus dem Erz-
gebirge und den Sudeten. Die 5 frischen Exemplare, die ich
vor wenigen Tagen aus Labrador erhielt, weichen nun yanz
erheblich von allen den andern zahlreichen, mir zum Vergleiche
vorliegenden Stücken ab. Schon Möschler sagt von der auch
in Labrador häufigen Art, von der er jedenfalls viele Stücke
sah: „alle Exemplare, die ich aus Labrador erhielt, weichen
von den deutschen bedeutend ab* und giebt dann eine kurze,
auch auf meine Stücke vorzüglich passende Beschreibung
derselben, ohne aber der Form einen besonderen Namen zu
geben. Packard giebt ihr dann den Namen Niveosana und
sagt von ihr, dass sie der Osseana nahe steht. (It is allied
to Sciaph. Osseana of Europe). Christoph (Stett. entom. Zeit.
18, 313) sagt nur, dass er ein grauweisses Stück (2?) aus
Labrador erhielt, welches ganz der in Sarepta vorkommenden
Varietät gleicht.
Die von Packard 1. c. gegebene Beschreibung seiner
Niveosana stimmt mit meinen Exemplaren nur in einzelnen
Punkten genau überein ; trotzdem möchte ich nicht von dem
Namen abgehen, da er zweifellos die Labradorform von Osseana
hat bezeichnen wollen.
402 C. Sommer.
Die Grundfärbung von Niveosana ist ein stark
glänzendes, dumkles Silbergrau, dem nur wenige dunkel-
olivenbräunliche Schuppen (dusky olivaceous scales) bei-
gemischt sind, dagegen sind am Vorderrande und im Saumfelde
fast reinweisse Schuppen ziemlich zahlreich eingesprengt, so
dass namentlich das letzere eng gegıttert erscheint. Packard
gebraucht den Ausdruck celoudy — wolkig, den ich nicht für
glücklich gewählt halte. Ein „oblique band in the middle of
the wing, often divided into two patches simply“ u. s. w.
kann ich ebenso wie Möschler bei keinem Stücke wahrnehmen;
nur am Querast befindet sich ein unbestimmter dunkler Fleck.
Die Hfl. sind ebenfalls stark glänzend silbergrau, aber ohne
weisse Beimengung. Die Unterseite ist grauglänzend, im
Discus der Vafl. dunkler. Die Fransen sind einfarbig glänzend
grau, an den Htfin. etwas heller als die Grundfärbung. Die
Palpen sind oben und an den Seiten bei Niveosana mit
weissen Schuppen dicht besetzt, während sie bei der Stamm-
jorm hell olivenfarbiy sind. Diese weisslichen Schuppen an
den Palpen zeigt auch ein sonst schlechtes Labradorstück der
Dr. Staudinger'schen Sammlung. Der Leib ist dunkelgrau
mit schwachem Silberschein (silvery reflectior). Der After-
busch ist lohfarben (tawny). Meine Labradorstücke sind
durchschnittlich etwas kleiner als die Stammform. Nach
diesen unterscheidenden Merkmalen halte ich die Einführung,
beziehungsweise Wiedereinführung einer besonderen Benennung
für die Labradorform von Osseana für berechtigt und angezeigt;
ob sie sich aber schon zu einer völligen Lokalform ausgebildet
hat und ob nicht noch frische Formen auftreten, kann ich
noch nicht mit völliger Sicherheit behaupten. Meine 5 Stücke
(das Dr. Staudinger’sche ist schlecht erhalten) und die vielen
Exemplare, die Möschler sah, haben denselben Typus. Meine
Stücke stammen sämmtlich aus Nain in Labrador unter circa
56 ° 30° n. Br. gelegen.
Memoires sur les Lepidopteres.
Rediges par N. M. Romanoff.
Tome IX. — Avec 14 planches coloriees.
Dieser neueste Band, der mit den früher erschienenen
von Seiner Kaiserlichen Hoheit, dem Grossfürsten Nicolai
Michailowitsch, dem Verein als Geschenk zuging, enthält fast
ausschliesslich Arbeiten unseres Mitgliedes, des Herrn Sergius
Alpheraky. Nur zu der letzten Arbeit (Seite 301—347),
„Lepidopteren von Kamtschatka gesammelt von Otto
Herz“ hat dieser letztere, gewissermassen als Einleitung, seine
„Reise von Jakutsk nach Kamtschatka im Jahre 1890*
(S. 239—300) beschrieben. Diese Reise dauerte fast 3 Monate,
vom 22. Januar bis 15. April, sie fiel also gerade in den so
überaus kalten, nordostsibirischen Winter und bot, ausser
manchen Gefahren, die grössten Strapazen und zuweilen fast
unüberwindlich scheinende Schwierigkeiten. Jeder muss die
ausserordentliche Energie des kühnen Reisenden bewundern,
die besonders dadurch angeregt wurde, zur rechten entomo-
logischen Sammelzeit in Kamtschatka einzutreffen. Diese
Reisebeschreibung ist von grossem Interesse, sie ist fast ebenso
interessant wie das lepidopterologische Resultat der Reise in
der nun folgenden Bearbeitung Alpheraky's. Es werden im
ganzen 90 Arten von Kamtschatka aufgezählt, nämlich 26 Tag-
falter, 2 Bombyeiden (Setina Irrorella var. und Nemeoph.
Plantaginis var.), 35 Noctuiden, 18 Geometriden und 11 Micro-
lepidopteren. Von den Tagfaltern nehmen die sehr ausführlich
besprochenen Pap. MachaonL. var. Kamtschadalus
Alph. und Parn. Delius Esp. var. CorybasF..d. W.
das grösste Interesse in Anspruch. Neu ist keine Art; die
Gattung Argynnis ist mit 6, Lycaena mit 5 Arten vertreten.
Unter den 33 Noctuiden ist ebenso wenig wie unter allen
anderen Arten eine ganz neue Art, nur 2 Arten, Agr. Festiva
Hb. var. Lamentanda Alph. und Hadena Ferrago
Ev. var. Terrago Alph. werden als neue Lokalformen be-
schrieben; 14 Arten gehören der Gattung Agrotis an. Von
den 13 Geometriden nimmt die Gattung Cidaria mit 9 Arten
gerade die Hälfte in Anspruch; Cidaria Lugubrata tritt
404 Litteratur.
in einer neuen, von Alpheraky als var. Albidior beschrie-
benen Form auf. Die 11 (sogenannten) Microlepidopteren
dürften diese Abtheilung für Kamtschatka nur sehr unge-
nügend repräsentiren; es sind 4 Pyraliden, I Crambus, 4 Tor-
triciden, 1 Adela und 1 Gelechia dabei.
Ausser dieser Arbeit über die Lepidopteren Kamtschatka’s
sind noch 5 andere Arbeiten Alpheraky’s im Band IX der
Memoires Romanoff enthalten. Zunächst, S. 1—81, Lepi-
dopteres rapportes parMr.Gr. Groum Grschi- ,
mailo de l!’Asie Centrale en 1889—1890, worin eine
Drepanulide, 94 Noetuiden und 61 Geometriden aufgeführt
sind. Die meisten neuen Arten wurden bereits früher in den
Trudy (Horae) Soc. ent. Ross. Vol. XXVI, S. 1—16 durch
kurze Diagnosen veröffentlicht. In der vorliegenden Arbeit
werden von ihnen ausführliche Beschreibungen und auf
3 Tafeln gute Abbildungen gegeben. Neu beschrieben sind
von Noctuiden 4, von Geometriden 8 Arten oder Lokalformen.
Zu bedauern ist es, dass über die Lokalitäten der Arten
keine genaueren Angaben gemacht worden sind. Dieselben
scheinen zum grössten Theil nicht mehr im eigentlichen |
Centralasien (wie es als solches auf meinen Karten angegeben
ist), sondern im westlichen (inneren) China zu liegen. Ich
weiss nicht, wo die oft angegebene Lokalität „Moudjik “
(in * Amdo) liegt, und ob es eine Stadt, ein Berg oder ein
Fluss ist. Auch über Namen wie Myn-dyn-cha, Hei-ho, Kan-
Sou ete. wären in einem Vorwort nähere Angaben erwünscht
und nöthig gewesen. Der mehrmals angeführte Thian-Chan
ist ja ein bekanntes Gebirge Centralasiens, aber von einer
solchen Längsausdehnung, dass auch hier eine genauere Be-
zeichnung des ungefähren Fundorts von Interesse war.
Die folgende Arbeit Alpheraky’s, S. 33—149, hat zur
eberschrift: „Lepidopteres des provinces chi-
noises S6E-Tchouen et Kham recueillis en 1893
par Mr. .G: N. Potanıne*- Es sind hier 155 Ayıen
Tasfalter und 76 Heteroceren aufgeführt, von denen eine An-
zahl als neue Arten oder Formen beschrieben, 14 auch abge-
bildet werden. Diese Arten scheinen in der selben „chinesischen
Region“ gesammelt zu sein, aus welcher Oberthür und Leech
so viele und grosse Sendungen erhielten, und worüber diese
Autoren viel publieirten. Diese Region gehört, nach meiner
*) Seite 3 ist „Ambo“ wohl aus Versehen gedruckt; ich glaube
dass Amdo eine chinesische Provinz ist.
Litteratur. 405
Ansicht, nicht mehr zum paläarktischen Faunengebiet, sondern
überwiegend zum indischen. So gehören von den aufgeführten
153 Arten Tagfaltern nur etwa 35—38 dem echten paläark-
tischen Gebiet an, und auch diese treten zum Theil in ziemlich
verschiedenen Lokalformen auf.
Die dritte Arbeit „Lepidopteres de lAmour et
de la Cor&e“ umfasst die Seiten 151—184. Vom Amur-
gebiet werden 14 Heteroceren aufgeführt, von denen die
‘meisten (neu) beschrieben und abgebildet sind. Von den
37 Heteroceren aus Corea werden 13 Arten neu beschrieben
und 14 abgebildet.
„M&moire sur differents lJ&Epidopterestantnou-
veaux que peu connus, de la faune palearc-
tique“ lautet die Ueberschrift der vierten, von Seite 185—227
gehenden Arbeit. In derselben werden 48 Arten aufgeführt,
von denen die meisten (über 40) abgebildet und einige sehr ein-
gehend besprochen werden. Zum ersten Mal neu beschrieben
werden Colias Nastes var. Mongola (angeblich von Urga),
Oeneis Tarpeia var. Lederi (von Urga |?] und Irkut), Orgyia
Christophi (vom Caucasus), Agrotis Üelebrata (von Tekke),
Platagrotis Speciosa var. Aegrota (aus der Mongolei), Mamestra
Persa (vom Demavend), Episema Sareptana (von Sarepta) und
Heterographa Sibirica (ohne Vaterlandsangabe!). Ausserdem
werden eine Anzahl Arten genauer beschrieben, die früher
nur durch kurze Diagnosen (besonders in der Iris-Zeitschrift)
publieirt waren. Unter den aufgeführten Arten sind 11, die
der treffliche Sammler O. Herz 18389 in dem entomologisch
bisher fast unbekannten, nordsibirischen Gebiet des Vilui und
Witim fand, von denen Colias Viluiensis Men. eingehend be-
'sprochen wird, wobei Alpheraky zu der Ansicht kommt, dass
sie eine Lokalform der Col. Hecla Lef. sei, die sich aber
(ebenso wie die Col. Lada Gr. Gr.) schon soweit von der
Stammart entfernt habe, dass man sie auch als eigene Art
ansehen kann. .
Sehr zu bedauern ist es, dass nicht sämmtliche von O. Herz
im Vilui-Gebiet gefundenen Ilwepidopteren aufgeführt sind, da
das vom grössten Interesse sein würde. Ich hoffe, dass dies
noch später geschieht, ebenso dass eine Gesammtaufzählung
der von Herrn Hans Leder, auf seiner Reise von Urga aus
(1890?) gesammelten Arten in den Memoires erscheinen wird,
Von diesen führt Alpheraky in dem vorliegenden Aufsatz nur
10 an, als erste eine v. Mongola genannte Varietät der Colias
Nastes B., als deren Fundort (wie bei fast allen anderen
TE TE
SETERE, bis:
406 Litteratur.
Arten) Urga angegeben wird. Aber Herr H. Leder sagte mir,
dass er bei Urga selbst nur ein Paar Lepidopteren-Arten
(darunter Catocala Proxeneta Alph.) gefunden habe; alle an-
deren, in der Sammlung Seiner Kaiserlichen Hoheit mit „Urga“
bezeichneten Stücke seien 4—600 Werst westlich von Urga
im Changgai-Gebirge (auf seiner Reise nach Karakorum) ge-
fangen, was er auch seiner Zeit den Herren mitgetheilt habe.
Das grösste Interesse dieses Aufsatzes bietet ein von
H. Leder bei Irkut (im südlichsten, mittleren Sibirien, sicher .
hoch im Gebirge) gefundenes, frisches 2 von Arctia Thulea
Dalm., von dem auch eine schöne Abbildung gegeben wird.
Das bisher einzige bekannte Stück dieser Art, im Museum zu
Stockholm, auch ein $, wurde vor etwa 100 Jahren bei Eno-
tekis im schwedischen Lappland gefunden; das sibirische 2
ist nur wenig von dem lappländischen verschieden.
Der folgende Aufsatz Alpheraky’s, S. 229—237, betitelt
sich: Sur quelques l&pidopte&res rapportes de l’Asie,
en 1893--1895, par lV’expedition de Mrs. Roborowsky et
Kozlov. Hier werden 6 Arten von dem im südöstlichen
Centralasien gelegenem Nan-Chan-Gebirge, 1 vom Thian-Chan
und 1 von der Wüste Gobi aufgeführt. Unter den ersteren
befindet sich eine neue v. Montanus genannte Form des
Pap. Machaon, ferner eine prachtvolle, var. Imperatrix
genannte Varietät des chinesischen Parnassius Impe-
rator Oberth., von der einige wenige 58 und ein ® er-
beutet wurden.
Dr. ©. Staudinger.
4
Litteratur. 40T
Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina.
Von Constantin Freih. v. Hormuzaki.
(Separat-Abdruck aus den Verhandlungen der k. k. zool.-botan.
Gesellschaft in Wien.)
Diese faunistische Arbeit unseres hochgeehrten Mit-
gliedes ist mit: grossem Fleiss und*Genauigkeit geschrieben,
sie zeichnet sich besonders durch eine instructive, 35 Seiten
lange Einleitung mit einer colorirten Karte der Bukowina aus.
Es werden für dieselbe 3 Gebiete angenommen: I. Pon-
tisches Gebiet, das in die Laubwaldregion und in
ursprüngliche Steppenwiesen getheilt wird; II. Baltisches
Gebiet, das in die montane und obere montane (subalpine)
Region zerfällt, und II. Alpine Region. Ziemlich aus-
führlich wird auch über die Flora berichtet, die ja in engem
Zusammenhange mit der Lepidopteren-Fauna steht. Es
werden dann die verschiedenen Gebiete (Gruppen) characteri-
sirenden Arten aufgeführt, sowie Näheres über den Vergleich
mit Nachbarländern, über die Erforschung der Bukowiner
Lepidopterenfauna und Schlussbemerkungen gegeben. In dem
Verzeichniss der benutzten Werke wird auch die in den
Iris-Bänden VIII und IX veröftentlichte Arbeit unseres hoch-
verdienten Mitgliedes A. v. Caradja „Die Grossschmetterlinge
des Königreichs Rumänien‘ angeführt. Zu bedauern ist es, dass
nicht ein kurzer Vergleich der Lepidopteren dieses Nachbar-
landes gegeben ist. Von den 132 aufgeführten Tagfaltern
der Bukowina sind nur 7 nicht unter den 160 von Caradja
als zweifellos in Rumänien vorkommenden Arten vertreten.
Aber auch diese 7 (Col. Palaeno, Pol. Amphidamas, Lye.
Optilete, Arg. Pales und Amathusia, Ereb. Tyndarus und Sat.
Aleyone) werden von Caradja in Klammern angeführt, und
von den meisten wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nach-
gewiesen, dass sie auch in Rumänien vorkommen dürften.
Herr v. Hormuzaki führt ferner 46 Arten „Sphinges“ und
132 Arten „Bombyces* in seiner verdienstvollen Arbeit für
die Bukowina auf; über die weiteren Lepidopteren-Abtheilungen
liegt noch nichts vor.
Dr. O0. Staudinger.
_-
Berichtigungen.
Er
Pedaliodes Subtangula Stgr. S. 130, Taf. VI, Fig. 2,
wurde bereits 1894 im Part. 28. der Rhopalocera Exotica von H. Gr.
Smith & W. F. Kirby als Pheretiades beschrieben und Pedaliodes
Taf. IL abgebildet.
Pedal. Phrasa Stgr. S. 134, wurde unter diesem Namen
von H. Gr. Smith & W. FE. Kirby l. c. beschrieben und Fig. 7 u.8
‚abgebildet. Aehnlich ist es beiPed. Porrima Stgr. S. 134, Taf. VI,
Fig. 5, die von Smith & Kirby 1. c. als Porima beschrieben und
Fig. 1 und 2 abgebildet wurde.
Pedal. Phaeaca Stgr. S. 123, Taf. VI, Fig. ], aus der bei
Merida (in Venezuela) gelegenen Sierra Nevada, ist der Ped. Ornata
‚Smith & Kirby 1. ce. Part. 33, Pedal. III, Fig. 1 und 2 aus Bolivien
wohl sehr ähnlich, aber es ist eine davon verschiedene Form, die
als besondere Art gelten kann. Ausser anderem unterscheidet sich
Ped. Ornata besonders durch die Oberseite der Z#jl., die einen grossen,
gelblichen Apicalflecken führt, während sie keine Spur "der verloschenen,
lichteren Querlinie (Querbinde) in der Flügelmitte zeigt.
Anaea Elina Stgr. S. 150, Taf. V, Fig. 9 ist in der, am
3. December 1897 herausgegebenen No 3 des Vol. IV der Novitates
Zoologicae als Anaea Miranda von Walther von Rothschild
beschrieben, welcher Name als Synonym zu Elina gezogen werden
muss, da das Iris-Heft X, 1. am 27. Juli 1397 erschien. Das von
Herrn W. v Rothschild bei seiner An. Miranda angegebene „Hab.
Bogota“ ist sicher ebenso irrthümlich wie bei fast allen im Felder’schen
Werk unter diesem „Habitat“ angegebenen Arten aus Columbien.
Auf der grossen, über 2500 Meter hohen Hochebene, auf der Bogota
liegt, kommen gar keine ächten tropischen Arten (zu denen alle
Anaeen ete. ehören) vor; es werden aber bekanntlich seit 30—40
Jahren aus den verschiedensten Theilen Columbiens grosse Mengen
von Schmetterlingen nach Bogotä gebracht und dort "verkauft. Ich
glaube mit grosser Sicherheit annehmen zu können, dass das &, nach
welchem Rothschild seine An. Miranda beschrieb, auch, wie das
meine, im Rio Dagua-Gebiet (im westlichsten Columbien) gefangen
wurde.
Alphabetische Liste
der in diesem Bande neu aufgestellten und haupt-
sächlich besprochenen Gattungen, Arten, Varietäten
and Aberrationen.
Neue Gattungs- und Artnamen sind gesperrt, neue Varietäts- und
Aberrationsnamen in Cursivschrift gedruckt. Aus den faunistischen Arbeiten
von Dr. ©. Staudinger $. 1—122 und $. 320—344, Adolf Freiherrn von
Kalchberg in Wien S. 161—19%, K. T. Schütze, Lehrer in Rachlau,
S. 191—224, Medicinalrath Dr. Hofmann-Regensburg S. 231—240 und
Amtsrichter Rudolf Püngeler-Burtscheid bei Aachen S. 361—371 sind nur
die neuen Namen aufgenommen worden, weil die Arten nach dem Catalog
(1871) von Dr. OÖ. Staudinger und Dr. M. Wocke angeführt werden, und
somit leicht aufzufinden sind.
Seite Seite
Abraxas Sylvata v. Orientahs srisea 330; Tristis
24 363 333; Xanthographa v.
Acidalia Allongata 308: Palestinensis en: 168
Amoenarial4; Aversata Anaea Anna 149; Elina 150,
ab. Spoliata 264: Bisetata 408; Miranda 408
v.. Bextineta 15: Con- Anaitis "Paludata 253, V. a
secrata 305; Crinita- butata 255, v. Labrado-
ria 17; Detritaria 180; riensis 256, v. Obscurata
Flaccata 309; Herbariata 255; Plagiata 158
v. Adherbariata 306; Im- Anthocharis Cardamines 158,
probata 307; Muscu- 263, 378, v. Phoenissa 163
laria 18; Salubraria Apamea Judaica ae En 282
13; Subsaturata (Subher- Apatura Iris 158, 392, ab.
bariata, Miserata) 306; Jole. . .. 159
Uniformis . s .. 308 Aporodes Escherichi 234:
Acidalina Decolor. 269 Nepticulalis 3 236
Aciptilia Wernickei. 306 Arctia Kindermami v. Be
Acronycta Strigosa ab. Cuspa- mond. . 326
rü 398; X-Signata . 329 Argynnis Paphia 380; Selene 159
Actenia Beatalis . 183 Argyrospila Striata 265
Aglia Tau ab. Ferenigra, ab. Blastodacna Hellerella 229
Lugens, ab. Melaina, ab. Boarmia Amoenaria 56;
Nigerrima . 296 Biundularia v. Incertaria
Agrotis Anarmodia 170:
Flavina v. Serraticornis 274:
Haifae 168; Ochrina
274; Pronuba 263; Sub-
59, 367; Cinetaria 264;
Dissimilis 52; Leechi
366; Luridata v. Obseurior
60; Roboraria v. Amuren-
410
sis 55; Selenaria v. Artemis
58, 367; Sidemiata
Bombyx Castrensis 382;
Quereus 391; Rubi
Botys Olivalis v. Caucasica
344, v. Transbaicalis
Bupalus Piniarius v. Vestalis
Butalis Braschiella 241;
Mattiacella 243; Pulicella
242; Restigerella 243;
Siccella 242; Variella
Calogramma Festiva 3
Caradrina Distinceta 286;
In srataaltoenr.
Catamecia Jordana
Christophia Festinaria 25,
Chrysoclista Aurifrontella,
Bimaeulella, Linneella
Cidaria Ablegata 96; Can-
didata v. Amurensis 97, v.
Candidissima 98, 370; Capi-
tata v. Capitulata 104, 369;
Evanescens 104; Fluc-
tuata 393; Minimata
86; Multipunetata316;
Multistrigaria v. Puneta-
tissima 317, Musculata
100, 370; Nymphaeata
99, 370; Oxybiaria v. Pseu-
dogaliata 317; Parvulata
100; Picata 394; Suffumata
v. Minor 90: Tenera 102;
Vitalbata v. Variegata
CitheciaMacrocheila 121,
Cleogene Peletieraria .
Cochylis Langeana ;
Colias Aurora v. Decolorata
3227 Tamerlanarı
Golopteryx Conchyli-
della E
Crambus Permixtellus
Crateronyx Dumi
CrenisMafiae,Pechueli, Rosa
Crocallis Elinguaria ab. Tra-
pezaria 392; Jordanaria
Cuceullia Defecta
Cynthia Arsinoe 245
Cyrestis Fratercula . ER
Daedalma Dinias v. Boliviana
139; Dora k
Dasychira Pudibunda .
Earias Insulana ab. Dorsivitta
Emydia Siriata
Alphabetische Liste.
Seite
51
224
343
63
243
248
236
288
369
229
Enconista Exustaria
Endropia Hedemanni
Ephoria Arenosa 66. 2
Epimacaria Nigronotaria 42
Epimecia Quadrivirgula
Epinephele Janira . .
Erastria Bipartita v. Mediana
295; Diaphora, v. Zatieineta
Erebia "Aethiops v. een
Eudhelia Jacobaeae.
Euclidia Futilis
Eucrostis Olympiaria v. Ore-
monaria 179; Pruinosata
Eulygris Deelinans
Eumegethes Tenuis
Eupithecia Absinthiata v.
Mandschurica 118, Bella
115; Bohatschi 111;
Carpophilata 108;
Castigata 392; Debiliata
v. Griseata 110, 371;
Detritata 119; Gigan-
tea 109, 370; Macro-
cheila 121, 370; Sub-
breviata 120; Suboxy-
data, ab. Subbrunneata
112; Togata v. Debrunneata
Fidonia Pratana v. Mortuaria
Gelechia Nigristrigella
Gnophos Adjectaria 312;
Agnitaria 62; Sub-
variegata .
Grammicheila Admirabili
ee 2
Grapholitha Leucogram-
mana.. .
Hadena Adusta v. "Möesta 335;
Doerriesi 336; Literosa
v. Subareta
Hepialus Macilentus v. "Gerda
Hybernia Leucophaearia .
Hydrilla Maculifera
Hydrocampa er v.
Distinetalis .
Hypolimnas Alimena v. Salo-
monis
Hypomecia Quadrivirg ula.
Hypopta Jordana 272;
Vaulogeri i
Idmais Chrysonome or:
Phisadia (Ar ne)v. Polgestie
nensis E
Jankowskia Con fusa
Janthinea Frivaldszkyi
Jolaus Jordanus. K
Lasiocampa Fasciatella ab.
Excellens ,
Lasiophila Confusa 138; -
Regia. .
Leucania Lan 5 uida 284;
Putrida v. Palaestinae 174:
Turca v. Tureella . . .
Leucanitis Boisdeffrei v. Pa-
laestinensis .
Limenitis Populi ab. Tremulae
Lithostege Duplicatav. Ochra-
ceata ee
Lobophora Exportata
Lycaena Argiolus 263.
Lygris Declinans.
Lymanopoda Galactea
(Lactea) 147; Marianna
Macaria Iniermaculata
Mamestra Brassicae, Dissi-
milis 264; Nebulosa v.
Asiatica 334; Tineta v.
Obscurata 335; Softa . .
Manerebia Cyclopella
141; Cycelopina 139;
Cyelops, Typhlops
142; Typhlopsella.
Meessia Vinculella
Melitaea Aurelia
Mesotype Undata .
Mynes Woodfordi
Naenia Typica
Nemeobius Lueina .
Nemoria (Neromia) Jo-
disata 3
Noetuomorpha Normalis“ v.
Ancyrensis . £
Nudifrons Delicata .
Nychiodes Gigantaria
Ocneria Dispar }
ÖOdontopera Ochrace ata.
Oeneis Verdanda
Orgyia Antiqua . .
Ornithoptera Paradisea 246:
Urvilliana, Victoriae Re-
en
Orrhodia Acutula ab. Scortea
Oxeochistus Opalinus, ab.
Spohlatus
Papilio Isander 247; Phestus,
Woodfordi v. Ochracea
Parnassius Actius, ab. Actino-
275
Alphabetische Liste.
[
411
bolus, v. Caesar
Olympius . . an
Pedaliodes Anina 198: An-
tonia 127; Apicalis
132; Emma 135; Fus-
cata 126; Hewitsoni,
Illimania 129; Ochrotae-
nia126;Ornata 408; Phaea
124; Phaeaca 123, 408;
Phaeina 124; Phereti-
ades408; Phrasa, Por-
rima 134, 408; Porima
408; Prono&,v. Phrasina
132; Subtangula 130,
408; v. a 130;
Thiemei . |
Perieyma Profesta "298, v.
Sacra ? ER
Phalera Bucephala :
Phasiane Clathrata . S
Phorodesma Nemoriata a
347:
Pulchra .
Phulia Nymphaea 353; N r m-
phagoga e
Pieris Brassicae, Napi’ v.
Napaea 378; Rapae
Platysamia Cecropia
Plusia Interrogationis v. Trans-
baicalensis . .
Polia (Dubia var.) Ance ps 5
277, Apora 280; Jo-
Kanna 281; oda
276; Kalchbergi 172;
(Epunda ?) Lea Pr
Polyommatus Dorilis 158;
Phlaeas
Porthesia Chrysorrhoea
Prepona Garleppiana 355;
Laertides. .
Pseudophia Gentilis 300:
Illunaris v. Sancta ,„ .
Ptocheuusa Inopella 297:
Osseella 229; Subocellea
Reuttia Subocellea .
Rhabdophera Messrae .
Rhodocera Rhamni. ;
Sabatoga Mirabilis
Saturnia Pavonia
Satyrus Aleyone 159; Gustavi
Sciaphila Osseana v. Niveosana
Sciapteron Tabaniforme
Scotosia Vetulata v. Vestustata
Segetia Palaestinensis .
Seite
344
126
412
Sesia Asiliformis, Astatiformis
252; Bibioniformis 249;
Cephiformis, Empiformis,
‘ Formicaeformis, Stelidi-
formis, Triannuliformis
Smerinthus Populi .
Sphinx Ligustri .
Spilosoma Mendica hibr. Ga
sa, hibr. Viertli . E
Spuleria Aurifrontella .
Taeniophila Unio 21
Thalera Fimbrialis \
Thalerastria Bipartita v.
Mediana 295; Rh W
Latieincta
Seite
Alphabetische Liste.
’ Thalpochares Permixta 266;
Siticulosa v. Albina 293:
Tenu tan. ar!
Thecla Betulae R
Tinea Palaestinella 189;
Vineulella
Triphosa Sericata v. Subseri.
cata 717 ee DE ae
Vanessa Cardui . ... ..
Venilia Disparata. ..
Zeuzera Bubo S 4
Zonosoma Pendularia v. ar
seolata arg
Zygaena Exulans, Oceitanica,
Pilosellae .
Namen der auf Tafel I abgebildeten
Geometriden des Amurgebiets.
Fig. 1. Phorodesma Tenuisaria Graes. &
Tancrei Graes. &
. Thalera Grandificaria Graes. &
„ (2) Lacerataria Graes. &
. Acidalia Salubraria Stgr.
Nudaria Christ. & ;
Aequifasciata Christ. &
Plumbosecriptaria Christ. 2
Amoenaria Stgr.
Effusaria Christ. 5
Crinitaria Stgr.
Accurataria Christ. &
Musecularia Stgr.
Pudicaria Motsch.? Q
Diselusaria Chr. ©
3. Mieronia Pontiata Guen. 2
. Christophia Festinaria Christ. & S 4
. Abraxas Sylvata Scop. var. Orientalis Itgr. Q
19. Orthostixis Textilis Walk. & .
20. Pogonitis Cumulata Christ. &
(Cumulaa S. 29 ist ein Druekfahler),
. Endropia Albonotaria Brem. %
Consoeiaria Christ. 3
„ (?) Hedemanmni Stgr.
. Erosia Erasaria Christ. 9
. Hastina Subfalearia Christ. &
. Epione (?) Emundata Christ. &
. Macaria Intermaeulata Stgr.
. Jankowskia Phantomaria Graes. &
. Nychiodes Gigantaria Stgr.
Li
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Duo o0 ©
Seite 7
8
11
11
13
15
15
16
14
16
17
18
18
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21
25
24
28
29
32
32
33
37
37
38
413
47
48
Meisenbach Riffarth & Co.
BE a rn de
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Namen der auf Tafel II abgebildeten
Geometriden des Amurgebiets. 2
\
Fig. 27. Venilia Disparata Str. ©... . 2.2...
„ 29. Anisopteryx Membranaria Christ. 8 . . 2...
3: „ 30. Apocheima Juglansiaria Graes. ® . . » 2...
4 „33. Boarmia Castigataria Brem. 5 . . 2.2.2020
m 84° , . Crassestrigata Christ. 3... 0.0. =
= ne, Dildemieta ir ee
„36.4 DisiniHiBier. oO 7 ner A
“ Rich “ Saturniaria Graes. & RR: Er |
„ 39. @nophos Burmesteri Graes. a
„ +. Bupalus Piniarius T.. var. (?) Vestalis Stgr. 5 ._ Se B:
„ #2. Aspilates Violentaria Christ. ® 2 2 22 2.20m
BR EN Re . Os fabi 2
5 „ 80. Boarmia Biundularia Bkh. var.? Incertaria Stgr. & Ve
: „ 81. @rammicheila Admirabilis Obth. & . . . . | E Ber
„ 82. Erebomorpha Consors Butl. & |
—-
5 : en ee .
Il.
Tafel
ni
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17
0.
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et RER! Kr
ET 5 N =.
Namen der auf Tafel III abgebildeten
EEE RE THEMEN
ae
Geometriden des Amurgebieis.
Amann
Fig. 38. Boarmia Amoenaria Stgr. . - » . : 2... . Seite 56
„.. -40. Gnophos Agnitaria Steger. 9 u. . „ms aan 7262
» 44. Mesotype Undata Steger. 2 . 2... . 2.2.2.2 202. „770
„. 45. Lobophora Expressata Christ. & » » - -..... LT.
0; B Insontata Christ... 9 ie... re SA
„47. Leptostegna Tenerata Christ. & . ». ». 2.2... „
„ 48. Ptychoptera Staudingeri Christ. &. : : 2... 4297.18
„ 49. Triphosa Sericata Butl.? (Subsericata Stgr.) Q .. „ 77
„ 50. Eucosmia Veterinata Christ. @ . .... 2 0.. :,
Dil 3 Inanata. Christ; 8. Han 80
„. 52. Lygris (Eulygris) Deelinans Stgr. 8 . . .. .». sa
„83: (Cidaria.Minimata Ster. 9... nr ee u...8%
„3d4. B Hortensiaria Graes. $ . . . . . OBERE er TE
u .758:; % Pudieata- Christ. 8. 3a 192.10 wueee Bere e)
LER 5 Lepidaria Ehnst. On Te. va 580
Bar DIE Museicapata Christ. 8 - ».. - wann. EN .
5.08, „ Rogenhoferi Grae. 9 : ...... Less Se
BERlL Ch > Corydalaria Graes. & ENG RN
=. .:60. = Ablegata Ster. 8 2... 2 385.5 Re.
rn 2 Nymphaeata Stgr. 8 . 2. ».. 2... 0. „#99
a 62.008 Parvulata Stgr. & .: .. .9 a‘)
„2.63. 3 Semistrigata Christ. © . . . . >..108
a e Tenera Stgr. 9 nn ee Wr ee
TR 1 e Defectata Christ. & . . : . 2 ee ee
» 66. „ Evanescens Stgr. 9 5,404
ER ® Direetaria Grae. % ... . „106
„68, $ Semiorbieulata Christ. 6 : : . : 2... „re
» 69. Enpitheecia Carpophilata Stgr. & „208
se, 2 Sigantea- StaE 9... a ee nl .
RT x Agilata Chris: :5.- 48.',- "7 See A
wer 4 Smmplexata: Christ °&.:.. “ua sm „ab
Tr > Bohatsehi Stgr. 5 =: ... 5°. „a
2 ak ” Suboxydata Stgr. ab. Subbrunneata
SEN; ee SS ee 52112
78, 5 Bella Ster. 9... 2... Te
5.26. e Zihellinata Christ. 9.2.5... 7 1 2227 8 7 2 a
DT R Detritata :Stgr. 3: :. en Een „. 29
are > 3 5 Subbreviata Ster. $ . . . . . „.120
„19. 5 (Citheca) Macrocheila Stgr. & se
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Dresden, Bd. X. £ Tafel II.
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bildeten paläarktischen Heteroceren.
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15. Mamestra Softa Stgr. & Palästina (Jordanthal).
16. Polia Juditha Stgr. Q
. 1. Odontopera (?) Ochraceata Stgr. &, Amurgebiet . Seite 34
2. Lobophora Exportata Stgr. 3 2 a
3. Cidaria Museulata Stgr. 2 = 2.3
4. Argyrospila Striata Ser &, Algerien. %
5. Acidalina (Stgr.) Decolor Stgr. ö. Algerien.
6. Thalpochares Tenuis Stgr. & >
Te. Permixta Stgr.
8. Agrotis Haifae Stgr. 9, Palästina (Haifa) ee
9. Anarmodia Stgr. & „ « re Sr
10. Polia Kalchbergi Ster. ö 2 De
11. Leucania Putrida Stgr. var. Palaestinae Stor. '& 5
Palästina. (Jordanthal) . . 2. ..22 Fer: „ 174
12, Leucania Putrida Stgr. var. Palaestinae Stgr.& _
Palästina (Haifa) re IE Er 5. 8
13. Caradrina Ingrata Stgr. 8, Palästina (Haifa) . ne
14. Acidalia Detritaria Stgr. & R la
17. „ DubiaDup. var. (2) Anceps Stgr. 9, Palästina (ee
18. „Lea Ster.: 3 s x
IE RRERSE Johanna Stgr. & 5 ir
20. Apamea Judaica Stgr. ö a
21. Caradrina Distineta Stgr. &, Palästina (Jerusalem).
22. Hydrilla? Maeulifera Stgr. 2 E (Jafta).
23. Catameecia (Stgr.) Jordana Stgr. &, Palästina (Jordanthal).
24, Nudifrons (Stgr.) Delicata Stgr. & 5 (Jerusalem?)
25. Thalpochares Albina Stgr. & R #
26. Erastria Mediana Stgr. 2 2 (Jordanthal).
27. Phorodesma Pulchra Stgr. 5 Mr (Jerusalem).
28. Nemoria? Jodisata Stgr. & = (Jordanthal).
29. Acidalia Consecrata Stgr. 5 ; (Jerusalem).
30. a Improbata Stgr. 5 3 (Jordanthal).
3“ & Subherbariata Stgr. & 5
32. 2 Allongata Stgr. & & (Jerusalem).
33. s Uniformis Stgr. & 3 (Jordanthal).
34. @nophos Subvariegata Stgr. 5 5 R
35. @nopharmia Adjeetaria Stgr. & 5 “
36. Selidosema Exustaria Stgr. & 2 Su
37. Enconista Jordanaria Stgr. & N 5
38. Cidaria Pseudogaliata Stgr. 5 » „
) Die abgebildeten Arten ohne Angabe der Seitenzahl werden :g
nächsten Hett beschrieben.
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Tafel IV.
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125; 5
e.
" Ai x 7 P Preiss Tith.
18, Colias ameriana Stfr, 2. Sabatoga Mirabılis 31823; 4. Manerebia Oyelopina Si£re,;3.Jolaus Jordanus Sifrg;
6 Iymanopoda Marianna Sigr&; 7 Daedalma Dora Sifrg; & Anaca Anna Sigr.&; 3. Amaea Alina Stgr.s; 10
Dxeochistus Onalinus Ster &; 1! Jastophila Regia Stgr&; 12. Lymanopoda Lactea Stfr 8, 12.Hrpopta Vaulogeri Stfr
[r1S,Dresden,Ba.X. Taf.Vl.
P Preiss Iıth.
/ Pedaliodes Phaeaca Sigrs; 2. P-Subtangula Stgr$, 3. P Antomia ötgr 8;4.PApicalıs Stgrs;
5. P Porrima Stör:s; 6 P Hewitsoni Ster&, 7. P Emma Stgr:&; &.P Pronoe Stgr&
#i
Eu
ARibbe del. P Preiss Iith
1 Iroides Victoriae regıs Hothsch, 23. Papılio Woodfordi Godm. & Sal; 45. P-Phestus Guer;
6. PJsander Godm. 6 Sal, 7.8 Myjnes Woodfordi Godm.&öalr; 3 10. Cynthia Arsınoe
(ram, Il. Gjrestis Fratercula Godm. &3alr
Iris Dresden, Bd.X Taf.VIl.
Ribbe del P Preiss Iith
7 2. Hypolimnas Alımena var. Salomonis Ribbe, 345. Zeuzera Bubo Budler;
6. 7 Calogramma Festiva Donov.
Namen und Vaterland der auf Tafel IX abge-
bildeten paläarktischen Heteroceren.
Fig. 1—4.
bb}
9—11.
12.
. Agrotis Ochrina Stgr. 3, 3 i
Hadena Literosa Haw. var. Subareta Stgr.
INSB
DD DD D
nn
o
o DD
Spilosoma Mendica Cl. hibr. Crassa Caradja,
Rumänien
Spilosoma Menidfeg Cl. hibr. Viertli Caradja,
Rumänien
Hypopta Jordana Stgr. ER Palaestina .
Palaestina
Leucania Languida er Palaestina .
. Segetia Palaestinensis Stgr. 9, „
Orrhodia Acutula Stgr. ab. Scortea Stgr.
Palaestina
. Rhabdophera Messrae ieh. 6, Palaestina . .
Leueanitis Boisdeffrei Oberth. var. Palaestinensis
Stgr. @, Palaestina .
Perieyma Profesta Christoph 0, Palaestina
. Pseudophia Gentilis Stgr. 9, =
Acidalia Flaccata Stgr. 3,
Aretia Kindermanni Stgr. var. (ab.?) Pomona
Stgr. &, Apfelgebirge .
Acronyeta X-signata Stgr. &, Aptfelgebirge
Agrotis Subgrisea Stg. 8, r
Hadena Doerriesi Stgr. 9, &
Cucullia Defeeta Stgr. 8,
Euelidia Futilis Stgr. 5, a
9,
8;
. Seite 371
371
272
274
283
284
285
288
296
299
298
300
309
326
329
330
336
338
341
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Mn, E
Tafel IX.
Iris, Dresden, Band X.
Tafel X.
Iris, Dresden, Bd. X.
C. T.WISKOTT.
Iris, Dresden, Bd. X. Tafel XI.
C.T.WISKOTT.
Iris, Dresden, Bd. X. Tafel xl
el. WISIROFS-
Iris, Dresden, Band X, Heft 1.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
herausgegeben
von der
Gesellschaft Iris zu Dresden
in Verbindung mit der
Deutschen Entomologischen Gesellschaft
zZıı Berlin.
Jahrgang 1897.
Erstes lepidopterologisches Heft
herausgegeben von der
Entomologischen Gesellschaft Iris in Dresden.
27. Juli 1897.
Mit 2 colorirten und 4 Lichtdruck-Tafeln.
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 13 Mark.
Redacteur: Dr. 0. Staudinger.
=
= er ;
London. Berlin 1897. Paris.
A. E. Janson. R. Friedländer & Sohn. P. Klineksiek.
| Perth Road N, Carlstrasse 11. 52 Rue des Ecoles. |
Druck von Alwin Arnold in Dresden-Blasewitz.
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EATURIEr ee,
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Vorstand der Entomologischen Gesellschaft „Iris“ |
zu Dresden.
Vorsitzender: Dr. O. Staudinger, Blasewitz-Dresden.
Stellvertreter: Prof. Dr. ©. Schneider, Blasewitz, Südstr. 5.
Schriftführer: Ed. Schopfer, Dresden, Schnorrstrasse 14.
Stellvertreter: Ed. Riedel, Dresden, Freibergerstrasse 37.
Rechnungsführer: G. Kretzschm ar, Dresden, Bismar ckplatz 6.
Bibliothekar: Hugo Reichelt, Dresden, Waisenhausstr. 4’
Sitzungen: Mittwoch von 8— 11 Uhr, Waisenhausstrasse 2,
Hötel Rössiger.
|
Vorstand der Deutschen Entomologischen Gesellschaft
zu Berlin.
i Vorsitzender: Dr. &. Kraatz, Berlin W., Linkstrasse 28.
| Stellvertreter: J. Weise, Berlin N., Griebenowstrasse 16.
Schriftführer: J. Schilsky, Berlin N., Schönhauser Allee 29.
Rechnungsführer: B. Lichtwar dt, Berlin W., Joachimsthaler-
strasse 10.
Bibliothekar: O. Schwarz, Berlin SW., Encke Platz 7
Sitzungen: Montags von 9—11 Uhr, Kommandantenstr. 62,
Becker’s Bierhallen.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Bände dieser Zeit-
schrift „Iris“ zu bedeutend ermässigten Preisen und zwar:
Band I. (in 5 Nummern) 340 Seiten mit 12 Tafeln, (von dem nur
noch einige wenige nicht ganz vollständige Exem-
plare vorhanden sind) für . . . . . . 10 bis 15. Mk.
Heften) 286 Seiten mit 5 Tafeln (1 color.) statt 17 Mk. für 10 „
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BE Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist in
den ersten 6 Monaten eines ander Vereinsjahres zu zahlen
(an den Rechnungsführer Kretzschmar oder an den
Vorsitzenden Dr. ©. ee
Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen
vergessen haben, wird das zweite (gegen Ende des Jahres
erscheinende) Heft gegen Nachnahme des Beitrags zu-
gesandt (so weit nac -h den betreffenden Ländern Nachnahme
res ist). |
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Iris, Dresden, Band X. Heft 2.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
herausgegeben
von der
Gesellschaft Iris zu Dresden
in Verbindung mit der
Deutschen Entomologischen Gesellschaft
za Berlin.
Jahrgang 1897.
Zweites lepidopterologisches Heft
herausgegeben von der
Entomologischen Gesellschaft Iris in Dresden.
12. Januar 1898.
Mit 4 schwarzen und 2 eolorirten Tafeln und 4 Textfiguren.
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 13 Mark.
Reldacteur: Dr. 0. Staudinger.
London. Berlin 1898. Paris.
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A. BE. Janson. R. Friedländer & Sohn. P. Klincksiek. |
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Perth Road N. - Carlstrasse 11. 52 Rue des Eecoles. |
Druck von Alwin Arnold in Dresden-Blasewitz.
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Vorstand der Entombionlschen Gesellschaft Trig«
zu Dresden.
Vorsitzender: Prof. Dr. ©. Schneider, Blasewitz, Südstr. 5.
Stellvertreter: Generaldirektor 0. Kummer, Dresden,
| Kaizerstrasse 2.
' Schriftführer: Ed. Schopfer, Dresden, Schnorrstrasse 14.
Stellvertreter: Ed. Riedel, Dresden, Freibergerstrasse 37.
Rechnungsführer: G. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
' Bibliothekar: Hugo Reichelt, Dresden, Waisenhausstr. 4, I.
| Sitzungen: Mittwoch von S— 11 Uhr, Waisenhausstrasse 2,
| Hötel Rössiger.
Vorstand der Deutschen Entomologischen Gesellschaft
zu Berlin.
Vorsitzender: 2 @4. Kraatz, Berlin W., Linkstrasse 28.
| Stellvertreter: .J. Weise, Berlin N., Griebenowstrasse 16.
Schriftführer: 7 Schilsky, Berlin N., Schönhauser Allee 20.
technungsführer: B. Lichtwardt, Berlin W., .Joachimsthaler-
strasse 10.
| Bibliothekar: O. Schwarz, Berlin SW., Encke Platz 7
Sitzungen: Montags von 9—11 Uhr. Kommandantenstr. 62.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Bände dieser Zeit-
sehrift „Iris® zu bedeutend ermässigten Preisen und zwar:
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noch einige wenige nicht ganz vollständige Kxem-
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II. (in 2 Heften) 286 Seitenmit: 5 Tafeln (1 color. ) statt 17 Mk. für 10 „
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BE Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist in
den ars 6 Monaten eines jeden Ve reinsjahres zu zahlen
(an den Rechnungsführer G. Kretzsehmar oder an den
| Vorsitzenden Professor Dr. O. Schneider.)
Den Herren Miteliedern. welche ihren Beitrag zu zahlen
vergessen haben. wird das zweite (gegen Ende des Jahres
' erseheinende) Heft gegen Nachnahme des Beitrags zu-
| eesandt (so weit nach den betreffenden Ländern Nachnahme
| zulässige ist).
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