Iris, Dresden, Band XXVII. Heft 1.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
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herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1914. Erstes Heft.
Mit 3 Tafeln, 10 Textfiguren und zwei Kartenskizzen,
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31. März 1914. N N
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Redakteur: Dr. Walther.:.o,a! ueP
Preis für Niehtmitglieder des Vereins: 9 Mark.
Berlin.
R. Friedländer & Sohn.
Carl Strasse 11.
Druck von Oskar Hensel, Gottesberg,
Inhalts- Uebersicht.
Dr. L. Martin. Dr. Heinrich Dohrn . . . . ...1-8
H. Stauder. Mikrolepidopteren des Triest. Geb. u. aus er 4—12
H. Stauder. Neue Lepidopterenformen aus dem österreich. Litorale 13—17
R. Konas. Colias crocea Fourc. ab. micans, forma nova. . . 17
Leo Sheljuzhko. Neue Rhopaloceren vom Pamir . . . 18—22
Dr. A. Petry. Zwei für Deutschland neue Den . 22—24
0. John. Das Weibchen von Epicnaptera Alice John . . . 25—28
Dr, Walther. Ueber die Zucht von Aretia cervini Fall. . . 26-31
A. Seitz. Euchlo& falloui form. lueida Shelj. . . . . 2... 32
H. Fruhstorfer. Neue Lycaenidaee . . . N N
Otto Stertz. Eine neue Heterocere aus en SRBE 2.8986
Rudolf Püngeler. Neue palaearktische Mahrolepidopteren .... 317-5
Bücherbesprechungen . . . a NL N OD
Dr. L. Martin. Die Tagfalter der Tal Bolkben‘ Re. 0,0080
In allen redaktionellen Angelegenheiten (Manuskripte, Tafeln, Bücher-
besprechungen, Korrekturen etc.) bittet man, sich nur an den Redakteur,
Dr. Walther, Dresden N. 8, Böhmertstr. 4, zu wenden. Die Autoren er-
halten 25 Sonderdrucke kostenfrei, nach Vereinbarung auf Wunsch mehr.
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffentlichten
- Aufsätze sind die Autoren allein verantwortlich.
Saadrasillan. SEhmetrlinge
im forllonfend verschiedenen, uar aulen Exemplaren
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werden in einzelnen, sich folgenden Sendungen zu 1/,. des
Staudingerschen Katalogpreises 1912 geliefert,
Für jeden Abnehmer wird Liste geführt über schon
gelieferte Sachen. Interessenten werden gebeten, sich mit
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Joinville, Nordstr., Sta. Catharina, Brasilien.
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oder per Postnachnahme, sowie Voreinsendung eines ent-
sprechenden Betrages durch Postanweisung.
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Arctia cervini.
1. Reihe : 1 Z', 2 9 Freilandtiere.
u. 3. d' d‘ der 2. Generation.
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Tafel 1.
Lemonia tancrei Püng. g'
Pseudohadena seposita Püng. J'2
Pseudohadena adscripta Püng. Jg
Pseudohadena evanida Püng. 2
Jaxartia elinguis Püng. 2
Lemonia tancrei Püng. 2
Sidemia johni Püng. 5
Rhizotype inquieta Püng. Z'.
Cteipolia isotima Püng. 2
Diadochia saca Püng. '
Hesperia struvei Püng. 5
Hadula contempta Püng. 5
Usbeca cornuta Püng. /
Sidemia johni Püng. 2
Amphidrina nitida Püng. 7
Thargelia sitiens Püng. J'
Diadochia esurialis Püng. /
Hesperia struvei Püng. Q@ Unterseite.
Sidemia koshantschikovi Püng. '
Polia tiefi Püng. 0’
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IRIS, Dresden, Bd. XXVII. Tafel II.
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Fig. 2
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Tafel I.
Catocala kusnezovi Püng. g
Catocala timur B.-Haas J'
"Pseudopsyche endoxantha Püng. 9
Epipsilia proterva Püng. 5‘
Chamyla vecors Püng. J'
Spintherops depressa Püng.
Euxoa norvegica Styr. ('
Eilierinia unimacularia Püng. g'
Anaitis bohatschi Püng. g"
Chamaesphecia koshantschikovi Püng. 9
Dipsosphecia tenebrosa Püng. 9
Ino mystrocera Püng. 0’
Illiberis laeva Püng.
15 Lycophotia oreas Püng. ', 2
Selidosema modestaria Püng. g'
Gnophos sproengertsi Püng. 5’
Athetis scotoptera Püng. g’
Catocala optima Styr. g'
Dipsosphecia Gruneri Styr. 2
Isochlora leuconeura Püng. &*
Discestra eremistis Püng. 0’
Euxoa impexa Püng. 5
Perigrapha hoenei Püng. g'
Gnophos sproengertsi Püng. % Unterseite
Athetis grisea Ev. var. apatetica Püng. $
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L. Martin. Dr. Heinrich Dohrn. 1.
Dr. Heinrich Dohrn.
Ein unliebsam verspäteter Nachruf.
In Florenz ist am 1. Oktober 1913 der frühere freisinnige
Reichstagsabgeordnete Dr. Heinrich Dohrn im Alter von 75 Jahren
einem Herzschlage erlegen, so entnahm ich am 2. Oktober meiner
Tageszeitung mit Rührung und Trauer, denn es war mir ver-
gönnt gewesen, mehrmals in freundlichster Weise den Lebens-
weg des nunmehr Entschlafenen zu kreuzen. Mit ihm ist einer
der ganz Grossen in Politik, Kunst und Wissenschaft dahin-
gegangen und seine staats- und stadtbürgerlichen Verdienste
sind an anderer massgebender Stelle zur Genüge gewürdigt
worden, war er doch lange Jahre, schon von 1874 ab Reichs-
tagsabgeordneter, Stadtrat und Ehrenbürger seiner Geburtsstadt
Stettin. Es ist aber eine andere Eigenschaft des in jeder Be-
ziehung hervorragenden Mannes, welche in diesen Spalten drin-
send einer Bespr echung zum bleibenden Nachgedächtnisse bedarf.
Dohrn war in seiner grossen Vielseitigkeit und trotz seiner
manchfaltigen politischen Tätigkeiten ein Entomologe ersten Ran-
ges, der nicht nur eine Familie pflegte, sondern überall in allen
Ordnungen fest im Sattel sass. Er war auch ein treues und
aktives Mitglied jener kleinen Gemeinde von Männern, welche
sich für exotische Lepidopteren interessieren und deren Wert
für die Wissenschaft, verbunden mit unvergleichlichen ästhetischen
Reizen vollauf verstehen und würdigen. Für diese kleine —
nun leider wieder kleinere Gemeinde, die ohne geschriebene
Statuten international in liebenswürdigem Verkehre besteht, ist
sein Tod ein schwerer, nicht auszugleichender Verlust. Die
Schmetterlinge waren es auch, welche uns ferne von Europa
unter dem Aequator auf der Insel Sumatra zuerst in freund-
schaftlichen Verkehr brachten. Ich möchte deshalb in den fol-
genden Zeilen nur meine persönlichen Eindrücke von dem
Dahingegangenen bringen, welche für den Leserkreis der „Iris“
wertvoller sein dürften, als jene höchst ehrenvollen, in ihrer Art
einzigen Mitteilungen, welche sie sowohl der Festschrift zur
Eröffnung des Stettiner städtischen Museums 1913 als auch dem
offiziellen Nachrufe des entomologischen Vereins zu Stettin ent-
nehmen können.
Dohrn hatte im Anfang der neunziger Jahre zugleich mit
dem Altmeister der deutschen Entomologie Dr. Otto Staudinger
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914.
> Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
sich mit Kapital an einer Tabakspflanzung auf Sumatra beteiligt
und besuchte persönlich diese Unternehmung auf drei Reisen,
welche wohl ohne seine naturwissenschaftliche Vorliebe nicht ausge-
führt worden wären. Der Umstand, dass ich zu gleicher Zeit
selbst unter den Schädigungen des feuchten Aequatorial-Klimas
auf Sumatra eine lokale Schmetterlings-Sammlung unterhielt,
brachte mir die Ehre des Besuches Dohrns und haben wir in
der Folge kostbare, dem Studium und der Besprechung der
sumatranischen Fauna gewidmete Stunden verbracht, die ich mit
Recht zu den schönsten und genussreichsten meines Lebens
zählen darf. Auch hatte ich Gelegenheit, mich von seinen Ar-
beiten und Erfolgen zu überzeugen durch Besuche auf seiner
Pflanzung Sukaranda, wo wir uns beide an bizarren, von uns
zuerst gesehenen Papilioraupen aus der seltenen Noxgruppe er-
freuten. Von Sukaranda aus unternahm Dohrn auch eine für
seine damaligen Jahre beschwerliche Reise nach dem von Euro-
päern noch kaum betretenen Hochplateau des Innern der Insel,
wo er so glücklich war am Abhange eines Vulkans eine neue
»odona zu entdecken, ein Tagschmetterlingsgeschlecht, welches
bis dahin von Sumatra unbekannt war. Obwohl ich mir durch
mehrjährige Sammeltätigkeit auf Sumatra grössere lepidoptero-
logische Lokalkenntnisse erworben hatte, so war in unserem
Verkehre doch Dohrn in jeder Beziehung. der Gebende und ich
der Empfangende. Aber auch wenn wir unser Fachthema ver-
liessen, war die Unterhaltung mit dem feinfühligen, hochgebil-
deten, in Politik und Kunst völlig abgeklärten, im besten Sinne
des Wortes aristokratischen Manne, der in vieler Beziehung dem
antiken Polyhistor nahe stand, ein wertvolles Geschenk. Dohrn
war nicht nur entomologisch, sondern auch musikalisch erblich
belastet und leistete ganz Hervorragendes auf dem Piano, aber
nur wenige Auserwählte würdigte er soweit, um sie zu Bewun-
derern seiner Kunst zu machen. Dass ich auch das werden
durfte, verdanke ich wohl nur dem Umstande, dass auf Sumatra
Umgang mit wissenschaftlichen, akademisch gebildeten Menschen
selten und die Auswahl klein war. Später in Europa in den
ersten Jahren dieses Jahrhunderts war es mir gestattet, Dohrn
an der Stätte seines Wirkens in seinem geliebten, seiner Vater-
stadt geschenkten Museum in Stettin zu besuchen, wo er mir
mit Stolz seine Schätze zeigte und wo wir in gemeinsamer Er-
innerung an die Sammeljahre auf Sumatra schwelgten. Unser
letztes persönliches Zusammentreffen brachte mir ein zufälliger
Aufenthalt in Neapel, wo Dohrn in der herrlich gelegenen Villa
Pavone am Posilipp Erholung von schwerer Krankheit fand, wie
.
L. Martin. Dr. Heinrich Dohrn. 3
er ja auch, als ihn der Tod ereilte, auf dem Wege nach Neapel
war, um da nochmals Erholung zu suchen. Damals — es war
1904 — hatte bereits die Macht der Jahre meinen unvergess-
lichen Gönner und Freund ergriffen, aber dennoch sprach er,
obwohl geschwächt durch eine vorausgegangene Pneumonie, leb-
haft und mit Feuer von unseren gemeinsamen Lieblingen. In.
dieser ausgesucht schönen Natur im Angesicht des in violetter
Abendbeleuchtung schimmernden Vesuvs habe ich von Heinrich
Dohrn für dieses Leben Abschied genommen, da ich ihn später
nicht wiedersehen sollte.
Dohrn entstammte einem Stettiner Patrizier-Hause, sein Vater
Dr. ©. A. Dohrn war seiner Zeit der bekannteste Coleopterologe
Deutschlands und, wie später sein Sohn Heinrich, Präsident des
allein schon durch seine Zeitung rühmlichst bekannten ento-
mologischen Vereins zu Stettin. Heinrich Dohrn, 1838 geboren,
wurde schon 1856 Mitglied dieses Vereins und 1887 auch
Präsident, er war auch langjähriges Mitglied unserer Iris und
wie natürlich befreundet mit allen führenden Männern unserer
Wissenschaft. Obwohl er ein grosses, allgemeines zoologisches
Wissen sein Eigen nennen durfte, so waren doch in erster Reihe
die Orthopteren und dann die Lepidopteren seine ausgesprochenen
Lieblinge. Für die Orthopteren war er anerkannte Autorität.
Seine wissenschaftlichen, höchst wertvollen Publikationen sind
sehr zahlreich und meistens in der Stettiner entomologischen
Zeitung erschienen. Mit Befriedigung konnte er am Abende
seines Lebens auf sein wohlgelungenes Hauptwerk, das natur-
wissenschaftliche Museum der Stadt Stettin zurückblicken, wo-
mit er sich ein Denkmal aere perennius gesetzt hat und wofür
ihm seine dankbare Vaterstadt die höchste Auszeichnung, den
Ehrenbürger, verlieh. Die oben erwähnte kleine Gemeinde wird
seiner in Hochachtung und Liebe gedenken, so lange sie selbst
besteht.
Diessen am Ammersee, im Februar 1914.
Dr. L. Martin.
4 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Mikrolepidopteren des Triester Gebietes und aus
Inneristrien.
Von H. Stauder. Triest.
Seit ungefähr zwei Jahren sammle ich, angespornt durch
K. Mitterbergers aufklärenden Aufruf ‚Sammelt Mikrolepi-
dopteren !'“ auch diese missachteten und verkannten Flügler
lediglich zu dem Zwecke, die Kenntnis der gesamten Lepi-
dopterenfauna der adriatischen Küstengebiete durch kleine Bei-
träge bereichern zu helfen,
Die im folgenden aufgezählten, von mir erbeuteten Arten
gingen fast ausnahmslos in den Besitz meines geschätzten Freun-
des, des Herrn K. Mitterberger, Fachlehrers in Steyr. O.-Oe. über,
welcher die Freundlichkeit hatte, die Determination vorzunehmen
und mir die Liste hierüber einzusenden.
Einige Arten wurden in liebenswürdiger Weise von Herrn
Professor Dr. Rebel, Wien, determiniert und dem k. k. Hof-
museum dortselbst abgetreten. Beiden Herren hier bester Dank!
Wenn auch die Liste vorläufig noch nicht reichhaltig ist,
so will ich die Hoffnung nicht aufgeben, im Laufe der kom-
menden Jahre noch recht viele Arten hinzufügen zu können ;
für den Fang der aufgezählten Mikra habe ich im ganzen an
etwa 20 Stunden verwendet, denselben also noch nicht „rationell“
betrieben; denn es mangelt mir leider arg an Zeit.
Anordnung im Verzeichnisse nach dem Katalog Staudinger
Rebel 1901, auf welchen sich auch die in Paranthese beigefügten
Nummern beziehen.
Triest, im Dezember 1913.
Verzeichnis.
1. (8) Aphomia sociella L. d Wippach V. 1907.
2. (42) Crambus inquinatellus Schiff.
Rakitovic VI. 12.; Conconello 20. 1X. 12.
3. (53) — geniculellus Hw.
Conconello 20. IX. 12.; Opeina 4. IX. 12.
Triest 15. VIII. 12. (2 Stück, det. Rbl.)
4. (54) — contaminellus Hb.
sehr interessante, dunkle Form; Conconello
20. IX. 12.; Opeina 4. IX. 12.
9. (83) — pinellus L. "Rakitovie VI. 12.
Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes u. aus Inneristrien. 5
6.
(
(87) — myellus Hb. Conconello 17. IX. 12.
(108) — chrysonuchellus Se.
Herpelje-Kozina 10. VI. 12.; Cologna 1. V.
13.; Muggia 25. V. 13. (3 Stück); Mon-
falceone 11. V. 13. (2 Stück); Conconello
22. V. 18.
(109) — ‚.craterellus Sc. Herpelje 10. VI. 12.;
(Quietotal bei Pinguente 30. VI. 12.
(1099) — — cassentiniellus Z.
Herpelje 10. VI. 12.; Salvore 10. VI. 12.
(119) — mratellus I. 2
Cologna 8. VI. 12.; Muggia 25. V. 13.
(126) — uliginosellus Z. Cologna 15. VI. 12.
(145) Platytes cerusellus Schiff. Opeina 14. Vl.
12.; Quietotal bei Pinguente 30. VI. 12;
Coneonello 22. ,V. 13. (I CE 2 22.)
(155) Eromene superbella Z.
prächtige Tierchen, Monte Marjan bei Spalato
(Dalmatien)”) 5. VI. 08.
(219) Ematheudes punctella Tr.
Conconello, 23. VI. 12.
(232) Homoeosoma sinuella F.
02 Cologna 5. VI.12 ; Conconello 17. VII. 12.
(253) Plodia interpunctella Hb.
Scorcola 23. VIII. 12.
Ephestia spec. Rakitovic 6. VII. 13.
(298) Ancylosis cinnamomella Dup.
Mte Marjan (Spalato) 4. V. 08.
(495) Hypochalcia lignella Hb. Wippach 1907.
(510) Etiella zinckenella Tr. Rakitovic VI. 12.
(549) Epischnia prodromella Hb.
Cologna 8. VI. 12.
(645) Salebria semirubrella Sc.
Barcola 19. VI. 12.
(64552) — — sanguinella Hb. Cologna 15. VI. 12.
(715) Pterothria impurella Dup.
(sehrinteressant!!) Rakitovic VI. 12.; ebenda
VIRSIS are 10%
(730) Acrobasis tumidana Schiff.
Triest, e. 1. 22. VI. 13.; ®ologna e. 1. 26.
VI. 13. (Raupen an Eichen).
*) Einige Arten aus Dalmatien seien in dieses Verzeichnis eingereiht.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(741)
(808)
(825)
(834)
(836)
(891)
(913)
(916)
(994)
(1011)
(1025)
(1039)
(1053)
(1061)
(1068)
(1089)
(1151)
(1163)
(1218)
(1241)
(1241a)
(1242c)
— consociella Hb.
Triest, Lichtfang. 7. X. 12.
Endotricha flammealis Schiff.
Cologna 29. VI. 13.
Aglossa pinguinalis L.
Triest, 11. WI. 12, WColoena> 25. IV. 12:
Hypsopygia costalis F.
Cologna 15. VI. 12.; Triest 31. V. 13.
Pyralis farinalis L.
Scorcola 23. VIII. 12.; Cologna 26. IV. 13.
Cledeobia moldavica Esp.
Spalato ohne Datum (wahrscheinlich VI. 08.).
Nymphula nymphaeata L.
Salvore 10. V. 12. an Rohrkolben in Pfützen;
Triest (bot. Garten) 17. V. 19.
— stratiotata L. Salvore 10. VI. 12.
Sylepta ruralis Se.
riest, all: IR 12.7 Scoreola. 7. 12:
Evergestis sophialis F.
Wippach V. 09.; Pinguente 30. VI. 12.
—ı Kex ti malisusc.Ieiest, 1.1. 1X.
Nemophila noctuella Schiff.
Conconello 23. VII. 12.; Cologna 2. IV. 13.
Phlyctaenodes aeruginalis Hb.
Portorose 10. VI. 12.
— stieticalis L. 0”. Rakitovic 28. VII. 13.
Diasemialitterata Sc. Monfalcone 11.V.15.
Cynaeda dentalis Schiff.
Gonconello "292.82 1227 Dola Ss. X 742
Pionea ferrugalis Hb.
Ope. 4. IX. 12.; Napoleonstrasse bei Prosecco
29.4 VIEL. 90 20: Mn est 319, VIE. Re
— forficalis L.
Scorcola Lichtfang 30. VIII. 12.
Pyrausta nubilalis Hb.
Salvore 10. VI. 12.; Triest (Küche) 1. V1.13.
— cespitalis Schiff. Cologna 15. VI. 12.
- aberr. mit sehr dunkler Grund-
Ma Conconello 17. VIII. 12.
— — intermedialis Dup.
Cologna 6. IV. 13. und 23. IV. 13.
— sanguinalis ie, Dup.
Me Marjan (Spalate) 4. V. 08.
69.
Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes u. aus Inneristrien. 7
(1251) — purpuralis L.
Quietotal Pinguente 30. VI. 12.
(1262) — cingulata L. Rakitovie VI. 12.
(1307) Heliothela atralis Hb. (trans. ad formam
praegalliensis Frey). Barcola 19. VI. 12.
(1322) Oxyptilus parvidactylus Hw.
Scorcola 20. VI. 12.
(1325) Platyptilia rhododactyla F.
Cologna 15. VI. 12.
(1348) Alucita pentadactyla L.
Cologna 15. V1.12.; Muggia 25. V.13. (4 Stk.)
(1570) — ischnodactyla Tr.
(sehr interessant!!) Pola ohne Datum.
(1387) Pterophorus monodactylusL.
Scorola (Muratti) 29. lII. 12.
Orneodes spec. Scorcola 22. VI. 13.
(1438) — hübneri Waller.
grosses, hübsches Exemplar Rakıoae VIS12.
(1494) Dichelia grotiana F. Cologna 24. III, 12.
(1513) UCacoecia xylosteana L.
Cologna 5., 15., 22. VI. 12.; Salvore 10. VI. 12.
(1515) — sorbiana Hb.
Cologna 22. V. 13. (5 dd"); ebenda e. |.
25. V. 13. (1 2) Raupen von Eichen.
(1531) — strigana Hb.
Cologna 15. V1. 12; Muggia 25. V.13.; vid. Rbl.
(1533) — lecheana L.
Karsthänge bei Triest 26. V. 11; Muggia
tes V213.20. 1.6, VW. 13% Triest.
(1553) Eulia politana Hw. Cologna 24. III. 12.;
Seorcola (Muratti) 11. IV. 13. (vid. Rbl.)
(1569) TortrixconwayanaF. Conconello 22. V, 13.
(1571) — loeflingianaL. Cologna e. 1. 23. V. 13.
(157la) — -— ectypana Hb. Cologna e. l. 23. V.
13. (Raupen von Eichen geklopft Anfang V;
Triest 9 VE 12.7 Bareola 19591712:
(1572) — viridana L.
Cologna 5. VI. 12. in ungeheuren Mengen
als Schädling in Eichenwäldern;; überall in
Istrien massenhaft Anfang V—VI.
(1573) — pronubana Hb.
Scorcola, Lichtfang, 13. IX. 12.
70.
71.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(1616) Cnephasia canescana Gn. (styriacana Hb.)
Rakitovie VI. 12.
(1622) — wahlbomiana L.
Cologna 24. III. 12.; Scorcola (Muratti)
11. IV. 13.; Cologna 15. 1V. 13.; Scorcola
in Krautäckern 1. IV. 15.
(1624a) — incertana minorana HS.
Muggia 25. V. 13. (3 Stück).
(1635) Cheimatophila tortricella Ib.
Cologna 21.— 26. III. 12.
(1669) Conchylis hybridella Hb.
Cologna 19. IX. 13. (det. Rbl.)
(1743) — alcella Schulze. Muggia 25. V. 13.
(1744) — hartmanniana Ül. Muggia 25. V. 13.
(1750 bis) — littorana Galv. Muggia 25. V. 13.
(4791) — contractana Z. Scorcola 18. VII. 12.
(1802) Euxanuthis zoegana L. Opeina-Prosecco 4.
1X. 12 Coneonello AIR. IX 12.
(1851) Evetria buoliana Schiff.
Quietotal, Pinguente 30. VI. 12.
(1872) Olethreutes variegana Hb.
Cologna 15. VI. 12.
(1896) — arcuella Cl. Barcola 19. VI. 12.;
Wocheiner-Feistritz (Krain) 2. VI. 07.
(1949) Polychrosis botrana Schiff.
Monfalcone (Sumpfgebiet!?) 11. V. 13. (Rpe.
Weinschädling!)
(1982) Steganoptydra rufimitrana HS.
Conconello 23. VII. 12.
(2017) Bactra lanceolana Hb. Muggia 25. V. 13.
(2097) Epiblema modicanaZ. Conconello23.VII.13.
(2107) — ?kochiana HS.
Conconello 22. V. 13.; det. Rbl.; an das
k. k. Hofmuseum Wien abgegeben.
(2158) — tripunctana FE.
Triest, Cacciatore 6. V. 13.
(2140) — fuehsiana Rössl.
Mitterburg (Pisino) 4. V. 13.
(2144) — Jluetuosana Dup. Conconello 26. VI.12.
(2171) Grapholitha succedana Ftoel.
Mitterburg 4. V. 13.
(2207) — perlepidana Hw.
Cologna 22. IV. 13.2; 30. IV. 13. cd".
Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes u. aus Inneristrien. 9
33.
94.
35.
96.
97.
112;
(2209)
(2228)
(2267)
(2277)
(2306)
(2326)
(2363)
(2447)
(2484)
(2559)
' (2580)
(2841)
(3006)
(3091)
(3102)
(3122)
(3125)
(3132)
(3133)
— fissana Froel. Cologna 5. VI. 12.
Pamene splendidulana Gn.
Conconello 25. IV. 13.
Ancylissiculana Hb. Monfalcone 11.V.13.
— mitterbacheriana Schiff. Cologna
25. IV. 135. in Eichenwäldern massenhaft,
Dichrorampha tanaceti Stt.
Musgia 25. V. 13.
Glyphipteryx thrasonella Sc.
Muggia 25. V. 13. (10 Stück).
Yponomeuta spec. Cologna e. l. Raupen von
Evonymus 10. VI. bis 26. VI. 13. (4 Stück).
— malinellus Curt. Scorcola 20. III. 12.
Plutella maculipennis Curt
Scorcola (aus Karfiolpflanzungen aufge-
scheucht) 1. IV. 13., 11. IV. 13.; Cologna
6. IV. 13.; Monfalcone 11. V. 13. (13 Stück)
Scorcola 20. III. 12.
Theristis mucronella Se.
Scorcola (Muratti) 29. III. 12.
Gelechia distinctella Z.
Mitterburg 4. V. 13.; Cologna 18. V. 13.
— ericetella Hb. Cologna 25. V. 13.,
26.1V. 13., 18. V. 13.; Rakitovie 6. VII. 13.
(4 Stück aus Erica aufgescheucht).
Anacampsis vorticella $e.
Muggia 25. V. 19.
Megacraspedus binotellus F. d.
Monfaleone 11. V. 13.
Pleurota pungitiella HS.
Herpelje-Kozina 10. 6. 12.
— aristella L. Cologna 15. VI. 12.
Protasis punctella Costa
Quietotal, Pinguente 30. VI. 12.
Topeutis barbella FE.
Cologna, Barcola 15. VI. 12., 29. VI. 13.
Chimabache phryganella Hb.
Cologna 8. XII. 12. (5 Stück).
— fagella FE.
cd‘ Scorcola 3. IH. 11.; 2 Scorcola 16
II. 13.; Opeina-Prosecco 23. III. 13.
Scoreola 1. IV. 13. 22 an Baumrinden.
120.
121.
122.
123.
124.
125.
126.
126a.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(3171)
(3214)
(3240)
(3253)
(3322)
(3326)
(3375)
(3382)
(3405)
(3423)
(3450)
(3493)
(3640)
Precadia aurifluella Hb.
ein prächtiges Stück Stari (Castelvecchio)
bei Spalato, 1. VI. 08.
Depressaria ? adspersella Koll.
Q abgeflogen Borst 8. III. 12. (det. Rbl.).
— rotundella Del.
abgeflogen Cologna 16. I’. 12. (det. Rbl.).
— selini Hein. Triest, Cologna, e. 1. 8.
v.10, 8162 y1. #13, 4 Stücke.
Hypercallia citrinalis Se. Quietotal
Pinguente 30. VI. 12.; Conconello 22. V. 13.
Lecithoceraluticornella Z.(orsoviellaHein.)
Quietotal Pinguente 30. VI. 12.
Borkhauseniaalbilabris Z.
Cologna 18 IV.,1.V.13.; vid. Rbl. (2 Stück
an das k. k. Hofmuseum Wien abgegeben )
— minutellaLl. Triest9.V.13.;30.V.13.
Epermenia pontificella Hb.
Monfalcone 11. V. 13. (4 Stück).
Scythris seliniella Z.
Herpelje-Kozina 10. VI. 12.
— vagabundella HS.
Conconello 22. V. 12. (det. Rbl.).
— spec. (Herrn Dr. Rebel unbekannt
Opeina Prosecco 19. III. 13.; an das Hof-
museum abgegeben. (det. Rbl.)
— punctivitella Costa.
Cologna 15. VI. 12.
Coleophora lutipennella Z. (Sack.)
Cologna, Eichenwald, 30. IV. 13.
— spec. Zwei Raupen Pinguente auf Karst-
wiesen gleich hinter dem Stationsgebäude,
30. VI. 12., soviel erinnerlich, an einer
Lotusart gefunden. Da Herrn Dr. Rebel die
Bestimmung nach der Raupe nicht möglich
war, gebe ich eine Beschreibung derselben.
Sack: Sacklänge 20 und 22 mm, hellbraun ge-
färbt, sehr gestreckt, rund, in der Mitte am
dicksten (3 mm , gegen beide Enden zu ver-
jüngt, gegen das hintere mehr als gegen das
vordere. Der Sack besteht scheinbar aus
zusammengefügten behaarten Lotusblättern
und ist glatt.
Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes u. aus Inneristrien. 11
127.
(3687)
(3720)
(3727)
(3734)
(3757)
(3791)
(3845)
(3945)
(3950)
(4010)
(4024)
(4025)
Raupe
Ela
—
geblasen (bis zum vierten Segment im Sacke
steckend). Färbung hellgelb, Kopf bräunlich-
gelb, deutlich von der übrigen Färbung ab-
stechend; die 3 Brustfusspaare ebenfalls
bräunlich. Auf dem ersten Segmente hinter
dem Kopfe stehen dorsalseits 2, auf den
folgenden Segmenten 4 etwa je !/, mm von
einander entfernte schwarze Pünktchen.
Raupe nach vorne sehr stark verjüngt, der
Kopf sehr klein. Exemplare in meiner
Sammlung.
ornatipennella Hb.
Conconello 22. V. 15. (2 Stück); Muggia
25. V. 13. (4 Stück.)
acrisella Mill.
Scorcola Lichtfang 7. X. 12. (det. Rbl.)
onobrychiellaZ. Mitterburg 4. V.13.
oriolella Z. Cologna 15. VI. 12.
vulnerariae 2.
Monfalcone 11. V. 13.; Cologna 30. IV. 13.,
1. V. 13.; Mitterburg 4. V. 13. (9 Stück).
currucipennellaZ. Sack Triest Um-
gebung, Mitterburg Anfang und Mitte V.
caespititiella Z. Muggia 25. V. 13.
spec. (serenella Z.-Gruppe).
Cologna 18. V. 13. (det. Rbl.) [Die gleiche
Art hat Dr. Rebel auch aus Dalmatien. ]
chista pomerana Frey 2
Muggia 25. V. 13. (det. Rbl )
nigrella Hw. Colsgna 18. V. 13.
— rudectella Stt.
Barcola 27. III. 12.; Cologna 15. u. 30. IV. 13.
argentella Cl. Cologna 30. IV. 13.,
18. V. 13.; Mitterburg 4. V. 13.; Mon-
falcone 11. V. 13. (13 Stück).
pollutella HS. Barcola 27. III. 12.
(4040) Gracilaria alchimiella Sec.
Cologna 30. IV. 13.
(4165) Lithocolletis parisiella Wek.
Cologna 6. IV. 13.
(4423) Talaeporia tubulosa Retz. Triest e. 1. 25.
V.13 2; Monfalcone 11. V. 13. (2 Säcke).
(4438) Solenobia manniiZ. Triest e.1.13. IUl.11.
12
144.
144a.
145.
146.
147.
148.
149.
150.
151.
152.
153.
154.
155.
156.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(4439)
(4435)
(4497)
(4511)
(4533)
(4568)
(4583)
(4624)
(4674)
(4685)
(4691)
(4891 a)
(4713)
— triquetrella F. R. (Sack geschlüpft)
an Eichenstämmen Scorcola 14. IlI. 12.;
Cologna e. 1. 27. III. 13. (det. Rbl.)
Luffia lapidella Goeze.
Säcke mit lebenden Raupen an Sandstein-
flechten in sehr grosser Anzahl Scorcola,
Cologna, im IV. 12. (det. Rbl.)
Narycia monilifera Geofir. 2.
Cologna 18. V. 13. (det. Rbl.)
Euplocamus anthracinalis Se.
Zlum bei Rakitovic 10. VI. 12.; Cologna
1.0. 192% ‚Coneonellor222 V. 113: 5n den
Umgebung von Görz äusserst gemein.
Monopis ferruginella Hb.
Scorcola 25. X. 12.
Tinea spec. Triest, Licht 28. V. 13.
— moeniella Roessl.
Karsthänge Opeina-Prosecco 4. IX. 12.; det.
Rbl.; ans k. k. Hofmuseum abgegeben;
Triest (Küche) 10. VI. 13.
— fuscipunctella Hw.
Scorcola 23. VIII. 12.
Tineola biseliella Hum.
in einem Aktenfaszikel Triest, 12. III. 12.
Incurvaria muscalellaF.
Scorcola (Muratti) 11. IV. 13. (22%); Cologna
19.1 V 213.2).
NemophorapilulellaHb. Scorcola(Muratti)
1.1, IV: 13..309:645, Cologna‘ 25, 1V..15%
4.18420,,,,30. HIV. 19.290901.
Nemotois metallicus Poda.
Cologna 15. VI. 12.; Muggia 25. V. 13.
— aerosellus 2.
Quietotal Pinguente. 30. VI. 12.
Adela viridella Sc. Scorcola 11. IV. 13. d’;
Cologna 15. IV. 13. (4 J’d', 1 2).
Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes u. aus Inneristrien. 13
Neue Lepidopterenformen aus dem österreichischen
Litorale.
Von H. Stauder. Triest.
1. Pieris napi napaeae meridionalis patunae m., nov. aberr.
Die in den niedrigeren Lagen fast des ganzen litoralen Gebietes
fliegende Sommerbrut von napi L. kann der Form meridi-
onalis Rühl zugerechnet werden.“)
Diese Rassenform übertrifft die zentraleuropäische Nominat-
form an Grösse um ein Bedeutendes, ist obenseitig meist ärmer
gezeichnet und hat einfarbig gelbe Hinterflügel- Unterseiten mit
nahezu gänzlich fehlender Rippenbestäubung.
Allerdings sind unter Illyriern napaeae 2% mit ver-
mehrter und recht dick aufgetragener Schwarzfleckung auf den
Oberseiten keine Seltenheit; manche Exemplare sind sogar nur
vom geübten Pieridenkenner als von manni rossii Stef. ver-
schieden zu erkennen, weil namentlich der Apikalfleck ausser-
ordentlich gross und die Verbindung des Apikalfleckes mit dem
oberen Mittelflecke vorhanden ist; nur an der Lage der Diskal-
flecken kann man solche Exemplare von manni unterscheiden,
denn während bei letzterer diese Flecken senkrecht untereinander
stehen, ist bei napaeae der untere Fleck um mindestens
2--3 mm weiter basalwärts gerückt. Die Grösse und Form
der Basalflecken und des schwärzlichen Innenrandswisches stim-
men bei manni rossii Stef. und napaeae meridionalis
Rühle meist haarscharf überein. —
Zu Ehren ihres Entdeckers, des emsigen Lepidopterologen
Herrn I. Patuna in Gradisca-Isonzo führe ich eine prächtige
Abberation von napaeae meridionalis Rühl unter dem Na-
men patunae ein. —
Oberseite: Grundfarbe analog flavescens Wagner (jedoch
nicht so intensiv) schwefelgelblich, am stärksten am Kostalrande,
und auf den Hinterflügeln; die Schwarzfleckung besonders massiv
aufgetragen, Diskalflecken doppelt so gross wie bei typischen
napaeae-Exemplaren und untereinander sowie mit dem Apikal-
flecke durch schwarze Schuppeneinstreuung verbunden; im Mittel-
*) vgl. H. Stauder „Weitere Beiträge zur Kenntnis der Makrolepi-
dopterenfauna der Adriatischen Küstengebiete“, Boll. d. Soc. Adr. di
scienze naturali, Trieste, vol. XX VII parte II., 1913,
i4 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
felde der Hinterflügel-Oberseite wie bei posteromaculata
Reverdin ein deutlich sichtbarer schwarzer, kleiner Fleck.*)
Leib ebenfalls gelblichweiss gefärbt, auch die Fühler stark
gelblich.
Unterseite: Vorderflügel an der Basis und im Diskus weiss,
Apex prächtig schwefelgelb, die Diskalflecken deutlich ausgeprägt
und durch geringe schwärzliche Schuppeneinsprengung ver-
bunden.
Die Hinterflügel sind einfarbig kanariengelb mit nahezu
gänzlich fehlender oder doch kaum mehr erkennbarer Bestäubung
an der Basis der stärkeren Rippen. Type 1 2 16. VII. 1911
Sagrado im Küstenlande.
2. Satyrus hermione japudium Stauder aberr. nova m.
Rebel hat die dalmatinische hermione-Rasse unter dem
Namen australis“*) abgetrennt. Ihr nahestehend ist japudium
Stauder aus Inneristrien und der näheren Umgebung von Triest,
wie ich in meiner bereits erwähnten Arbeit dargetan habe.
Eine prächtige Aberration (9) von japudium, die wohl
auch unter der Stammform mitunter auftreten dürfte, fing ich
Mitte August 1912 in Rakitovic (Inneristrien). Sowohl auf der
Ober- als auch Unterseite aller Flügel springt die schwarzbraune
Färbung in grossen, scharfgespitzten Sägezähnen in die helle,
sehr breite Aussenbinde (bis zur Mitte derselben) ein.
3. Satyrus briseis saga Fruhst. violacea m. forma nova.
Mit Recht hat Fruhstorfer die illyrische briseis- Rasse abge-
trennt.””*) Denn nicht nur die Oberseite, sondern auch nament-
lich die Unterseite, welche von Staudinger anlässlich seiner
meridionalis- Einführung wohl gänzlich ignoriert worden zu
sein scheint, weist gegen Stücke aus dem übrigen Südeuropa
und Kleinasien erhebliche Divergenzen auf. Während bei
meridionalis Stder. und major Obth., die mir aus den
verschiedensten Vertlichkeiten Südeuropas vorliegen, die Hinter-
flügelunterseiten deutliche Aussenbinden-Abgrenzung aufweisen
und niemals einfarbig sind, finden wir bei 2 saga Fruhst.
durchwegs eintönige weisslichgraue bis mausgraue Färbung, die
nur in allerseltensten Fällen von dunkler gefärbten Querbändern
*) Dieser Fleck tritt auch bei manni Mayer und rossi Stef. gar
nicht selten auf; ich besitze solche aus Dalmatien, Istrien und von Paola
in Calabrien. Auch Conte Turati erwähnt in seiner vorzüglichen Arbeit
„Nuove forme di lepidotteri e note critiche, III“ im Naturalista Siciliano
XXI, 1909, pap. 36—52 solche Exemplare.
*#) Berge-Rebel, IX., 1910, pag. 46.
***) E. Z. Stuttgart, XXII, Nr. 49, pag. 211.
Stauder. Neue Lepidopterenformen aus dem österreichischen Litorale. 15
durchzogen wird. Neuerlich liegen mir aus Inneristrien (Raki-
tovie, 2. VIII. 1913 und Opeina VII. VIII 13.) mehrere weib-
liche Stücke vor, deren Hinterflügel-Unterseiten prachtvoll violett
gefärbt sind; die Tiere sind ganz frisch und wurden an ganz
ungewöhnlich heissen Tagen im ausgesprochensten Karstterrain
gefangen, sind daher wohl auch als ein spezifisches Produkt
der Karstformation (nackten Felsen) zu betrachten. Es liegt
daher offenbar eine Analogie zulyssa B. (von megera L.)
und silymbria Fruhst. (von maera L.) vor, welche eben-
falls als ausgesprochene Karstrassen bezeichnet werden müssen.
Diese prächtige Form sei violacea benannt. Nicht nur
?2, sondern auch viele dd” besitzen violette Hinterflügel-Unter-
seiten, freilich die Üc° nicht so extrem. Typen 45’ 5 22 in
meiner Sammlung.
4. Satyrus actaea cordula F. aberr. nov. (albinot.) m.
Ebenfalls aus Inneristrien (Höhen von über 1000 m bei Raki-
tovic und Podgorje, Slavnik) stammen mehrere 2? von cor-
dula, deren ÖOberseiten gegen den Aussenrand zu sehr stark
aufgehellt sind; ein Exemplar hat nahezu einfarbig hellbraune
Vorderflügel-Oberseiten, zwei Stücke (von Slavnik bei etwa
1200 m am 28. VII. 15. erbeutet) zeigen nebst hellen Ober-
seiten einförmig kalksteingraue Unterseiten; auch die Unterseite
der Vorderflügel ist bei diesen Exemplaren nur mehr schwach
bräunlich, und zwar an der Basis, gefärbt, Diskus und Aussen-
feld sind gleich den Hinterflügeln grau. Die Belegstücke sind
normal entwickelt und ausnehmend gross. Mit ab. peas Hb.
sind diese Stücke nicht identisch.
5. Epinephele Iycaon Rott. aberr. nov. (albinot.) m.
l J mit sehr hellen Oberseiten und einfärbig hellgrauer (kalk-
steingrauer) Hinterflügel-Unterseite ; Rakitovic, 500 m Seehöhe,
Karstdolinen bei der Station, 3. VIII. 13., in meiner Sammlung.
Soweit mir bekannt, wurden bisher weder von Iycaon
noch von cordula Albinos beschrieben.
6. Coenonympha pamphilus L. aberr. albin. m. 1 cd.
29. VI!. 12, Napoleonstrasse-Prosecco bei Triest, 1° 14. VI.
12. Repentabor, beide Fundplätze im Karste. Sind als Ueber-
gangsstück zu ab. pallida TFutt (eburnea Habich) zu be-
trachten. In meiner Sammlung.
7. Libythea celtis Laich. aberr. nova m. 1 Stück am
Mrzavec im Tarnovaner-Walde bei etwa 1300 m erbeutet, zeigt
nicht veilgraue, sondern weissgraue Hinterflügel-Unterseiten.
8. Lycaena argyrognomon Brgstr. euergetes m. forma nova.
1° 6. VI, 12. Scorcola bei Triest; reichlich um ein Drittel
16 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
grösser als typische Stücke aus Görz und Südtirol, mit tief-
dunkelblauer Oberseite und grossen schwarzen Randpunkten auf
der Hinterflügel-Oberseite. Schwarze Randzeichnung auffallend
verbreitert. Alle Rippen markant tiefschwarz und trotz der
dunklen Gesamtfärbung noch auffällig hervorstechend. Die Grund-
färbung aller Unterseiten ebenfalls sehr verdunkelt, alle Augen-
punkte stark vergrössert uud prächtig weiss umhoft. Prächtig
schwarz sind die besonders grossen Randpunkte der Hinterflügel-
Unterseite, welchen der metallische Glanz vollständig fehlt.
Da die Art um Triest sehr spärlich auftritt und ich in
manchem Jahre trotz eifrigen Suchens kein Stück finden konnte,
kann ich nicht angeben, ob es sich bloss um eine Individual-
aberration oder um eine bodenständige Form handelt.
9. Lymantria dispar ? alba m. forma nova. Eine reich-
haltige Serie dieser hierzulande als enormer Schädling auf-
tretenden Art enthält zu ungefähr 60 °/, 2%, die vom Typus
vollständig abweichen. Sie sind durchschnittlich etwas kleiner
und durchwegs viel reinweisser gefärbt, auch Thorax und Ab-
domen bleiben weisslich; Bindenzeichnung auf allen Flügeln
durchwegs stark reduziert, bei sehr vielen Stücken gänzlich
fehlend; bei extremen Stücken fehlt überhaupt jegliche dunkle
Zeichnung, sogar die Randpunkte aller und die Mittelmonde der
Vorderflügel sind nicht mehr vorhanden.
10. Zygaena stoechadis dubia Dziurz. aberr. novam. 1 cd
15. VI. 12. Barcola bei Triest. Bei diesem Stück sind die
Flecken 3, 4 und 5 der Vorderflügel-Oberseite bis auf ein
Minimum reduziert, Fleck 6 fehlt gänzlich; am kleinsten ist
Fleck 3, welcher kaum mehr sichtbar ist.
11. Zygaena filipendulae ochsenheimeri stoechadioides m.
aberr. nova. 1 2 Cologna bei Triest 5. VI. 12., Prachtstück
von besonderer Grösse. Vorderflügel wie bei typischen ochsen-
heimeri Z., Fleck 6 durch die Ader geteilt. Hinterflügel-
. oberseite schwarz statt rot, nur im Aussenteil bleibt ein grösserer
einförmiger Fleck rot; an der Basis scheint rötliche Färbung
noch etwas durch.
Da hier stoechadis dubia Stgr. und filipendulae
ochsenheimeri Z. zur selben Zeit und an denselben Flug-
plätzen vorkommen, ist die Annahme, dass es sich um einen
Hybriden handle, nicht kurzerhand zu verwerfen.
12. Minoa murinata aterrima m. nova forma. Während in
Südtirol neben der Nominatform cineraria Stgr., in Dalmatien
monochroaria HS. vorherrschen, gehören unsere küsten-
ländischen Stücke fast durchweg der ab, eyparissaria Mn.
Stauder. Neue Lepidopterenformen aus dem österreichischen Litorale. 17
an, welch letztere schwärzlich bleigraue Färbung besitzt, während
murinata Sc. im männlichen Geschlechte mäusegrau, im weib-
lichen gelblichgrau, cineraria weisslichgrau und monoch-
roaria ockergelb gefärbt sind.
Unter der um Triest, (Cologna, Scorcola, Conconello und
teilweise am Altipiano) von Anfang bis Ende August fliegenden
(höchstwahrscheinlich zweiten, vielleicht auch dritten) Generation
finden sich auch zahlreiche Exemplare (d’c’) welche nicht schwärz-
lich bleigrau, sondern einförmig matt tiefschwarz gefärbt sind,
sodass selbe, was Kolorit anlangt, der Odezia atrata L. sehr
nahe, manchmal sogar gleich kommen. Auch die $2 sind be-
deutend dunkler als typische eyparissaria aus dem Görzer-
boden.
Ich trenne diese extreme melanotische Form, die sich viel-
leicht auch unter der Frühjahrsgeneration finden wird, unter
obiger Bezeichnung von der Nominatform und von cyparissaria
Mn. ab.
Colias crocea Fourc. ab. micans, forma nova.
Von Hauptmann R. Konas. Eger.
Meine im Hefte 4, Band XXVII (pag. 146) veröffentlichte
Mitteilung über Colias crocea Fourc. ab. ergänze ich nach-
stehend.
Im Januar 1914 erwarb ich ein bei Eger (Böhmen) ge-
fangenes X crocea, welches ebenfalls violetten Schiller auf den
Hinterflügeln aufweist.
Exemplare mit dieser Eigenschaft scheinen daher vereinzelt
überall unter der Art vorzukommen.
Meiner Ansicht nach wären dieselben analog den Exemplaren
von myrmidone (vide Seitz l. Bd. pag. 69) mit Colias
crocea Foure. ab micans forma nova zu benennen,
, „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914, Mi
18 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Neue Rhopaloceren vom Pamir.
Von Leo Sheljuzhko. (Kiew.)
(Mit 5 Figuren im Text.)
1. Parnassius delphius Ev. cretatus (subsp. nov.) (Fig. 1).
25= 51 mm:
Grundfarbe kreide-weiss. Der glasige Marginalsaum der
Vorder- und Hinterflügel breit, Submarginalbinde der Vorder-
flügel gut entwickelt, nicht breit, reicht bis zur Ader C, (nach
Comstock) ; auf den Hinterflügeln ist sie nur durch einen kaum
sichtbaren Wisch ersetzt. Kostalfleck der Vorderflügel breit,
wird aber nicht nach unten fortgesetzt und ist nicht mit der
Submarginalbinde verbunden (was bei mamaievi Avinov in
litt, jacobsoni Av. und hunza Gr. Gr. öfters geschieht).
Innenrandfleck gross. Die genannten Zeichnungen sind recht
deutlich, heben sich aber nicht besonders scharf von der Grund-
Kagııl.
farbe ab, da sie von trüb-grauer Farbe sind. Flügel mit deut-
lichen weissen Fransen. Flecke in der Mittelzelle der Vorder-
flügel schmal, besonders der untere, der nicht bis zur Ader,
die die Zelle von unten begrenzt, reicht. Die Zellflecke sind
intensiv schwarz. Von solcher Farbe sind auch die Ocellen der
Hinterflügel; die untere Ocelle hat in der Mitte einige trübe
rötliche Schuppen. Die dunkle Basal-Beschuppung ist sehr weit
verbreitet, sie bedeckt nicht nur die Mittelzelle, sondern geht
auch über deren Grenze heraus. Unten schliesst sich ein dunkler
Analfleck an. Wie oben erwähnt, haben die Hinterflügel nur
Sheljuzhko. Neue Rhopaloceren vom Pamir. 19
eine ganz leichte Spur der dunklen Submarginalbinde, die zu
einem kleinen Wische reduziert ist, jede weitere Submarginal-
zeichnung fehlt, ebenso fehlen auch die bei jacobsoni Av.,
mamaievi Av. und hunza Gr. Gr. so deutlichen Punkte
des Analwinkels. In dieser Hinsicht entspricht unsere Form
der vom Alitshur beschriebenen kiritshenkoi Av., doch
sind hier, abgesehen vom ganz anderen Habitus, die Vorder-
flügel anders gezeichnet.
Das beschriebene Stück hat eine kleine gelbliche Lege-
tasche, deren Grösse, Struktur und Farbe am besten mit denen
der Legetaschen von ?? stenosemus Honr. und mamaievi
Av. meiner Sammlung übereinstimmt.
1 2 vom Pamir centr. (Juli 1909), das in meinen Besitz
aus der Sammlung von Deckert überging. Bei Deckert war das
Stück bezettelt: „Forme nouvelle a decrire“.
Ich bin mir sehr gut bewusst, dass es sehr schwer ist,
nach einem einzelnen Stücke eine neue Rasse aufzustellen, be-
sonders wenn es sich um solch eine variable und formenreiche
Art wie delphius handelt. Wenn ich trotzdem mich entscheide,
die Form zu beschreiben und zu benennen, so geschieht es nur
darum, weil ich fest überzeugt bin, dass unser Exemplar keine
individuelle Abweichung einer schon bekannten Form sein kann.
Diese Ueberzeugung hat mir ein eingehender Vergleich mit den
früher beschriebenen Formen, die mir meist in natura vorliegen,
gegeben, und ist für unsere neue Form nicht das eine oder
andere Merkmal (das doch als individuell sich erweisen kann,
wie z. B. die schwarzen Ocellen) massgebend, sondern der ganze
eigenartige Habitus. In der Hoffnung, dass meine Vermutung
sich als richtig erweist, erlaube ich mir den Namen cretatus
(nov.) einzuführen, womit ich auf die kreideweisse Farbe hinweise.
Mit Aufstellung dieser Form haben wir im zentralen und
südlichen Pamir folgende delphius-Rassen:
1. hunza Gr. Gr.-Type Kunjut, Avinov erwähnt (Horae
Soc Ent. XL, 19) Stücke von Beik.
2. jacobsoni Avinov-Type Pamir c. (näherer Fundort
nicht angegeben); ich erhielt Stücke aus Pshart (02)
und Kisil-jar (2).
3. kiritshenkoi Avinov-Type Alitshur, nur das Original
(J)) bekannt.
4. cretatus Shelj.-Type Pamir c. (ohne nähere Fund-
ortangabe), nur das Original (2?) bekannt.
Man muss hoffen, dass weitere Forschungen im Pamir,
diesem schwerzugänglichen aber hochinteressanten Gebiete, die
20 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1914.
genaue Verbreitung dieser Rassen aufzustellen ermöglichen
werden.
2. Melitaea arduinna Esp. avinovi (subsp. nov.) (Fig. 2—5).
Bedeutend kleiner als arduinna, dd = 30-36 mm,
22 = 37—39 mm. Flügel etwas mehr gestreckt. Zeichnung
der Oberseite erinnert sehr an die von arduinna, die
schwarzen Flecke der Mittelreihe der Vorderflügel sind aber
meistens grösser und stehen oft in Verbindung miteinander.
Die Basalzeichnung der Hinterflügel ist weniger entwickelt als
bei arduinna, stärker aber als bei evanescens Stgr. Sehr
eigenartig ist die Färbung der Oberseite. Der Grundton ist
etwas blasser als bei arduinna und nicht einfarbig wie bei
dieser, sondern besitzt gelblich-weisse Flecke, welche die Vorder-
flügel und auch etwas die Hinterflügel zieren. Die Anordnung
dieser Flecke, wie auch die gesamte Färbung der Falter er-
innern sehr an die von M. romanovi Gr. Gr, dc, nur sind
bei romanovi diese Flecke mehr ausgedehnt. Die Intensität
der Flecke ist recht verschieden, bei den Exemplaren, wo sie
mehr weiss sind, stechen sie sehr stark vom Grundton ab, bei
anderen, wo sie mehr gelblich sind, sind sie schlechter zu unter-
scheiden, jedoch besitzen diese Flecke alle Exemplare, sowohl
1 0 als 92.
Sheljuzhko. Neue Rhopaloceren vom Pamir. IR
Auch die Unterseite kommt der von arduinna nahe, doch
sind auch hier (auf den Vorderflügeln) die heller gelblichen
Flecke sichtbar. Auch ist die äussere ockergelbe Binde schmäler
und blasser als bei arduinna.
Herr V.Sovinsky (Kiew), der sich mit den Genitalien der
Gattung Melitaea befasste, hatte die grosse Freundlichkeit, auch
eine Untersuchung dieser neuen Form in dieser Hinsicht zu
unternehmen und mir das Resultat mitzuteilen. Die Struktur
soll der von arduinna sehr nahe kommen.
Die Beschreibung erfolgte nach 30 0’, 3 ?? meiner
Sammlung, die im süd-westlichen Pamir, bei Ishkashim (in
Bergen bei kishlak Njut, 4.—8. Juni 1911) von meinen Samm-
lern gefangen wurden.
Mit besonderem Vergnügen erlaube ich mir diese interessante,
beim ersten Anblick sogar den Eindruck einer besonderen Art
machende Form dem energischen Pamir- Forscher und
einem der besten Kenner der Zentral-Asiatischen Rhopaloceren,
Herrn A. N. Avinov (St. Petersburg) zu widmen. *)
3. Lycaena eumedon Esp. sarykola (subsp. nov.).
Ziemlich konstante kleine Form (d 2 22—28 mm), die ich
vom östlichen Pamir in grösserer Anzahl (ca. 100 Stck.) erhielt
und die dort ohne jeden Zweifel eine gute Rasse bildet. Ausser
der geringen Grösse lassen sich noch folgende Unterschiede im
Vergleiche mit west-europäischen Stücken (mir liegen Stücke aus
Oesterreich vor) fesstellen. Die Basalbestäubung der Unterseite
ist bei unserer Form bedeutend düsterer und dunkler, während
diese bei eumedon glänzend blau ist, ist sie hier grün-blau,
manchmal dunkel-grün, ohne jeden Glanz. Auch ist die Aus-
dehnung dieser Bestäubung bei der Pamir-Rasse viel bedeuten-
der; während sie bei eumedon gewöhnlich nur die basale
Partie der Flügel bedeckt, geht sie hier bis zum Analwinkel
herab. Die rötlichen Randflecke der Unterseite sind nach innen
weniger zugespitzt (besonders ist dieser Unterschied bei den
Sc auffällig). Die Unterseite der 2 ist etwas bräunlich (bei
eumedon 2% grau). Alle Zcd sind ohne rötliche Randflecke
*) Avinov beschreibt (Horae Soc. Ent. XXIX, 235) M. elisabethae,
die von seinem Sammler südlich von Alitschur gesammelt wurden. Der
genaue Fundort blieb aber unbekannt. Ich weiss nicht, ob es dem ver-
ehrten Autor gelang, weiteres Material dieser Art zu erhalten und den
genauen Fundort festzustellen. Da ich diese Art auch bekam, halte ich
es für zweckmässig, den näheren Fundort anzugeben: die mir zugesandten
Stücke (ca. 30 Exemplare) stammen vom Gebirge Nikolaj II. Natürlich
ist es sehr möglich, dass die Art auch eine weitere Verbreitung hat,
39 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
auf der Oberseite, alle 2? dagegen haben diese roten Flecke
ziemlich gut entwickelt (stets auf den Hinterflügeln, oft auch
auf den Vorderflügeln).
Meine Exemplare wurden im Sarykol-Gebirge bei Tash-
Kurgan (im östlichen Pamir) 9. 25. VII. 1911 von meinen
Sammlern erbeutet.
Grun-Grzhimajlo erwähnt (Romanoff, Mem. sur les Lepidopt.
IV, 405) eumedon von nördl. Abhängen des Alai und vom
nördl. Sarykol (Tagarma, 11200 f. t., Ende Juni). Er sagt auch,
dass diese Exemplare kleiner sind, "lässt aber die Form unbe-
nannt: „Peut-etre cette forme meriterait-elle une denomination
particuliere ; cependant comme les eumedon de l’Oural sont une
forme transitoire entre celle de l’Allemagne et celle du Pamir,
je serais embarrasse de la caracteriser en termes plus preecis.‘
Ich besitze keine Exemplare vom Ural, glaube jedoch, dass
solche extreme Formen wie die aus West-Europa und die vom
Pamir zu unterscheiden wären, wenn wir auch einen Zwischen-
form im Ural haben und glaube ich daher recht zu tun, indem
ich für diese Pamir-Rasse den Namen sarykola (nov.)
einführe.
Zwei für Deutschland neue Mikrolepidopteren.
Von Dr. A. Petry. Nordhausen.
1. Grapholitha juniperana Mill.
Wer mit der Bahn von Erfurt nach dem Thüringer Walde
auf der Linie über Arnstadt nach Oberhof-Suhl fährt, dem
öffnet sich kurz vor der Station Plaue linker Hand in den
Reinsbergen der Blick in ein merkwürdiges kleines Tal mit steil-
abfallenden Wänden des mauerartig aufgebauten Muschelkalks.
Dieses Tal enthält eine reiche und interessante Flora, ins-
besondere sind die Papilionaceen unten am Fusse der Berge
zahlreich und üppig vertreten. Tiefer im Hintergrunde und
namentlich an den steilen mit Kiefern bestandenen Abhängen
erscheinen truppweise Wacholderbüsche, noch viel zahlreicher
freilich auf der Aussenseite der Reinsberge in der Gegend von
Klein-Breitenbach, wo der Wacholder förmlich Dickichte bildet.
Aus einem Wacholderbusch dieses Tales klopfte ich am
6. Juli i904 eine mir unbekannte sehr kleine Grapholitha-
Art. Leider litt das Stück bei der Präparation, die ich während
der Reise vornehmen musste, ziemlichen Schaden, immerhin
Petry. Zwei für Deutschland neue Mikrolepidopteren. 23
blieben die charakteristischen Merkmale gut kenntlich. Ich ver-
mutete in der Art Grapholitha oxycedrana Mill., zu
der nach dem Katalog von Staudinger und Rebel als fraglich
synonym Graph. juniperana Mill. gerechnet wird. Das
Stück schien mir zu der Milliereschen Abbildung der Coceyx
juniperana zu passen, die ich zufällig einige Wochen vor-
her in den Händen gehabt hatte und die mir noch einiger-
massen in der Erinnerung geblieben war. Indessen ein von
Herrn Bang-Haas erhaltenes Stück der Graph. oxycedrana
Mill. aus Südfrankreich — der Präparation nach zu schliessen
von Constant herrührend — zeigte, dass diese eine völlig ver-
schiedene Art war. Da niemand unter meinen entomologischen
Freunden das Tier kannte, blieb die Feststellung der Art lange
ungeklärt und rätselhaft.
Da erhielt im vergangenen Jahre mein inzwischen ver-
storbener Freund W. Martini in Sömmerda von Herrn M, Dattin
in Nantes einige Stücke der Graph. juniperana Mill. mit
der Bemerkung, dass diese Art von Gr. oxycedrana Mill.
verschieden sei. Martini hatte ein Stück zergliedert, um das
Flügelgeäder zu untersuchen und sandte mir einen völlig un-
verletzten Oberflügel zu, der mit grösster Sicherheit erkennen
liess, dass das Stück aus den Reinsbergen wirklich Gr. juni-
perana Mill ist.
Graph. juniperana ist bedeutend kleiner als Gr.
oxycedrana; mein Stück besitzt nur knapp 7 mm Flügel-
spannung, während jenes 9 mm misst. Der Vorderflügel ist
schmaler als bei Gr. oxycedrana. Derselbe zeigt bei Lupen-
vergrösserung die auch bei den verwandten Arten (z. B. Gr.
cosmophorana und conicolana) übliche feine Quer-
bänderung. Vor der Mitte befindet sich eine weisse, vollständige
und scharf begrenzte Querbinde, am Vorderrande 4 deutliche
weisse Häkchen, die ebenso wie die Querbinde und die weisse
Einfassung des Spiegels mit metallisch glänzenden, irisierenden
Schuppen belest sind. Der Spiegel zeigt einige schwarze Striche.
Bei Gr. oxycedrana ist die weisse Binde breiter und nicht
so scharf begrenzt, die Vorderrandshäkchen zahlreicher, aber viel
undeutlicher.
Graph. juniperana lebt offenbar an Wacholder, wie
auch der von Milliere gegebene Name andeutet. Es ist bislang
nicht geglückt, ein weiteres Stück in Thüringen aufzufinden.
2. Zelleria ribesiella Joan.
Vor einigen Jahren sandte mir Herr M. Liebmann in Arn-
stadt eine Anzahl Mikrolepidopteren behufs Determination. Unter
94 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
denselben befand sich ein Stück einer Tinee aus der Umgebung
Arnstadts, die mir völlig unbekannt war. Ich vermochte die
Art trotz aller Bemühungen nicht zu enträtseln, und es blieb
mir schliesslich weiter nichts übrig, als meine völlige Ratlosig-
keit einzugestehen.
Im vorigen Winter erhielt ich von Herrn Abbe J. de Joannis
eine schöne Sendung meist west- und südfranzösischer Mikro-
lepidopteren, darunter die von ihm aus Südfrankreich beschriebene
Zelleria ribesiella. Beim ersten Anblick derselben fiel
mir sofort das Liebmannsche Stück ein. Auf meine Bitte brachte
Herr Liebmann dasselbe zum Zwecke einer Vergleichung zu einer
Zusammenkunft nach Jena mit, und wir konnten nun beide mit
Sicherheit feststellen, dass dasselbe in der Tat Zelleria
ribesiella Joan. und zwar in der grauen Form war.
Zelleria ribesiella ist von Herrn Abbe de Joannis*)
im Jahrs 1900 publiziert und eingehend beschrieben worden.
Demnach sind zwei Formen, eine rote und eine graue, zu unter-
scheiden. Von der Flügelwurzel des Oberflügels erstreckt sich,
nahe dem Vorderrande ausgehend, eine hellere Längslinie, die
ungefähr in der Richtung der Falte längs durch den Flügel bis
nahe an den Hinterwinkel verläuft. Diese Linie wird dadurch
auffallender, dass ihre Begrenzung oben und unten etwas in-
tensivere Grundfärbung zeigt. Sonst sind die Vorderflügel fast
einfarbig grau bezw. rot, nur schwarze Punkte finden sich in
wechselnder Zahl. Bei dem Arnstadter Stück befindet sich vor
der Spitze des Flügels ein kurzer, in der Längsrichtung des
Flügels entwickelter dunkler Strich. Dasselbe erinnert in seiner
weisslich-gelbgrauen Färbung ein wenig an Cosmopteryx
Lienigiella. Die Art ist bedeutend grösser als Zelleria
phillyrella Mill, nach de Joannis 16—17,4 mm, das Arn-
stadter Stück besitzt 16!/;, mm Flügelspannung.
Heır J. de Joannis fand die Raupen dieser Art bei La
Louvesc im Dep. Ardeche südlıch von Lyon in 1150 m Höhe
von Juli bis Anfang September an Stachelbeersträuchern, die
Falter schlüpften vom 14. August bis zum 21. September. Das
bisher einzige thüringische Stück wurde von Herrn M. Liebmann
am 10. Mai 1908 am Strubbelsberg bei Arnstadt gefangen.
Es ist bemerkenswert, dass zwei bisher nur aus dem süd-
lichen Frankreich bekannte Arten in unserem sonnigen "Thüringer
Ländchen konstatiert werden konnten.
* J. de Joannis, Description d’une nouvelle espece de Microlepidoptere
de France, Zelleria ribesiella. Bulletin de la Soc. Ent. de France 1900 8.391.
John. Das Weibchen von Epienaptera Alice John. 25
Das Weibchen von Epicnaptera Alice John. *)
Von O0. John. St. Petersburg.
(Mit 5 Figuren im Text.)
Bisher war es noch nicht gelungen, ein weibliches Exemplar
von Ep. Alice zu erbeuten und, obgleich das Weibchen dieser
Art, als echte Epicnaptera, voraussichtlich sich nur wenig
vom Männchen unterscheiden konnte, blieb ihr Aussehen immer-
hin ein kleines Rätsel, umsomehr, als das von Herrn V. Ko-
shantshikoff erbeutete männliche Material schon zu einer recht
grossen Anzahl angewachsen war. Auch die eifrigsten Nach-
forschungen dieses hervorragenden Sammlers nach dem Weibchen
blieben erfolglos. Es musste eben der Zufall zu Hilfe kommen!
Eines Abends flog denn auch endlich, angelockt durch das Licht,
eine weibliche Ep. Alice in das Haus des Herrn S. K. Schell,
der mitten in der Stadt Perovsk wohnt. Durch die Liebens-
würdigkeit dieses Herrn, der ein eifriger Schmetterlingssammler
ist, gelangte das seltene, oder richtiger einzige Exemplar in
meinen Besitz und ist von mir dem Zoologischen Museum der
Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg über-
geben worden, wo sich auch die Typen des Männchens befinden.
Ich lasse nun eine kurze Beschreibung dieses bisher einzigen
weiblichen Exemplares folgen, der ich eine Abbildung (Fig. 1)
Fig. 2 Fig. 3
beigebe. Da die ursprünglich von mir abgebildeten Männchen
abgeflogen waren, halte ich es für zweckmässig, bei dieser Ge-
legenheit auch noch zwei solche abzubilden, von denen das eine
(Fig. 2) zur grauen, das andere (Fig. 3) zur rot-braunen Form
gehört.
Epicnaptera Alice $: Grösser als das Männchen: Länge
der Vorderflügel 17” mm gegen 11—14'!/, mm bei diesen.
*) OÖ. John. The Entomologist, July 1909, p. 175, Pl. V.
’ Entomologische Zeitschrift, XXIV, 1910, p. 7,
96 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Kopf, Thorax und Abdomen mausgrau, wie bei der grauen
Form des Männchens.
In der Färbung der Vorderflügel steht das mir vorliegende
Exemplar der rot-braunen Form näher, nimmt jedoch durch
eingemischtes Grau eine mittlere Stellung zwischen den beiden
extremen Formen ein. Die Querbinden sind nicht, wie bei den
dd, durch eine dunkle Punktreihe begrenzt, sondern nur ein
wenig heller getönt, wodurch sie deutlich erkennbar sind. Die
Ringmakel ist rechts vollständig erloschen, links als kleiner
Punkt noch sichtbar, wogegen die Nierenmakel auf dem rechten
Vorderflügel, weil heller gefärbt, sich deutlich abhebt, während
sie auf dem linken nicht zu erkennen ist.
Im Uebrigen unterscheidet sich das Weibchen von Ep.
Alice von dem Männchen in demselben Maasse, wie dieses
bei den anderen Arten dieser Gattung der Fall ist.
Ueber die Zucht von Arctia cervini Fall.
Von Dr. Walther. Dresden-Loschwitz.
(Hierzu Tafel 1.)
In letzter Stunde hat die Naturschutzbewegung bei uns einge-
setzt, ehe die rastlos fortschreitende Kultur und Industrialisierung
das alte Europa und besonders unser Vaterland ganz umgestaltet
und die letzten Zufluchtsstätten einer bedrohten Flora und Fauna
vernichtet hat. Ich will das jetzt so oft gehörte Klagelied über
den Rückgang unserer heimischen Flora und Fauna heute nicht
von Neuem anstimmen, wir Entomologen erfahren es ja täglich,
wie von Jahr zu Jahr die Zahl unserer Lieblinge abnimmt, ein
Opfer der verherrlichten Kultur. Die Erkenntnis, dass es doch
noch höhere Ideale als diese Kultur gibt, dass mehr als blosses
Geldverdienen und Geldmachen die Erhaltung der idealen Güter
eines Volkes wert ist, und dass diese idealen Güter wurzeln in
einer reinen, unverfälschten Natur, diese Erkenntnis hat die
Besten aufgerüttelt und zu tatkräftigem Eingreifen veranlasst.
Grosszügig geht jetzt die Naturschutzbewegung ihren Weg, eng
verknüpft mit Heimatliebe und Heimatschutz; von allen Seiten
versucht man zu retten, was zu retten ist. So erliess denn
auch im Jahre 1913 die Schweizerische entomologische Gesell-
schaft einen Aufruf an alle Entomologen, um gewisse Tiere mit
beschränktem Verbreitungsgebiet womöglich vor dem Untergang
Dr. Walther. Ueber die Zucht von Arctia cervini Fall. 37
zu retten, der ihnen durch die grosse Zahl der Sammler und
derer, die leider sich mit dem Verkauf einen kleinen Neben-
verdienst machen, drohte. Denn seit die Schienenstränge in
die entferntesten Winkel führen, ist es nur zu leicht, alle, auch
die abgelegensten Fleckchen, bequem zu erreichen, und so
werden die Orte, wo seltene und darum gesuchte Arten vor-
kommen, von Sammlern überschwemmt. Der Aufruf der
Schweizer entomologischen Gesellschaft ist sicher gut gemeint,
dass er aber viel helfen wird, bezweifle ich, so lange es
Menschen gibt, die bar jeder Rücksicht nur ihren eigenen Vor-
teil im Auge haben. Zwei Möglichkeiten scheint es mir zu geben,
den Schutz seltener Arten in Zukunft praktisch wenigstens bis
zu einer gewissen Grenze zu ermöglichen; die eine ist, dass die
Fundorte nicht so genau beschrieben werden, dass jeder sie findet,
die andere, dass durch Zucht der nun einmal vorhandene Be-
darf der Sammler gedeckt wird.
Die praktische Durchführung dieses zweiten Punktes habe
ich im Jahre 1913 für die unter den geschützten Arten befind-
liche Aretia cervini Fall. versucht. Ueber den Erfolg will
ich nachstehend berichten.
Arctia cervini kommt an verschiedenen hochgelegenen
Stellen der Walliser Alpen, aber stets nur auf ganz beschränktem
Gebiet, vor. Soweit aus der Literatur ersichtlich, findet sich
die eigentliche cervini nur auf dem Gornergrat bei Zermatt,
die var. hnatecki Frey an verschiedenen Stellen des Simplon-
massivs. Nur die Fundstelle von cervini ist ziemlich allgemein
genauer bekannt und leider auch sehr bequem erreichbar. So
hat hier die Verfolgung einen bereits bedrohlichen Grad erreicht,
zumal cervini an sich durch Feinde stark dezimiert wird.
Von diesen sind zu nennen eine Lycosaart (die schwarze
Tarantelspinne). sowie ein Parasit (Pimpla cervini), dessen
Larve sich häufig in den Puppen findet. Ich habe im Juli 1913
alle mir bekannten Fundstellen am Gornergrate abgesucht. Es
waren viele alte Puppenhülsen da, aus denen der Parasit ge-
schlüpft war, wenig frische Puppen, noch keine Falter (wohl in-
folge des ungünstigen Wetters). Raupen in allen Stadien fanden
sich öfters. Diese habe ich sämtlich sitzen lassen, sie gehen in
der Gefangenschaft unter den veränderten Verhältnissen fast
sicher ein; sie zu sammeln würde ein herber Verstoss gegen
Naturschutz sein. Von Puppen nahm ich 22 Stück mit, von
denen ich 15 Falter erhielt. Die 7 anderen fanden sich von
dem Parasit besetzt. Es schlüpften also sämtliche gesunde
Puppen, obwohl ich sie aus dem Gespinst hatte entfernen müssen
38 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
und in einer kleinen Schachtel auf geleimter Watte während
der weiten Reise bis Dresden aufbewahrte. Die Puppen sind,
wie überhaupt cervini in allen Stadien, nicht empfindlich.
5 Pärchen gingen in Kopula, sämtliche 5 $ legten ab. Sämt-
liche d und 2 blieben trotzdem tadellos für die Sammlung;
die Tiere sind, besonders wenn man direkte Sonne fernhält, in
der Gefangenschaft ausserordentlich rubig und fliegen nie. Das
Q legt ca. 200 Eier. Die Räupchen schlüpfen nach 9—11
Tagen. Ich hatte nicht alle 2? voll ablegen lassen, es waren
auch nicht alle Eier geschlüpft, aber ich hatte doch einige
hundert Raupen, von denen ich nur eine kleine Anzahl ander-
weit abgab. Die Zucht galt bisher als ziemlich schwer,
wenigstens war bisher stets nur ein geringer Prozentsatz Falter
erzielt worden und zwar von direkt durchgetriebenen Raupen.
Nur Wullschlegel berichtet, dass er im August gesammelte
Raupen mit Erfolg überwinterte und aus ihnen im Juni nächsten
Jahres die Falter bekam. Eine Weiterzucht ist nie gemacht
worden, soweit ich aus der Literatur ersehe. Ich selbst hatte
die Zucht in dem heissen Sommer 1911 schon einmal gleich-
zeitig mit Herrn E. Möbius, Dresden, dem ich die Eier verdankte,
probiert. Wir erzielten damals nur wenige Falter (s. Iris 1911.
XXV. p. 127), aber wir sammelten Erfahrungen. Es wurde
mir klar, dass die Zucht nur dann erfolebringend sein konnte,
wenn die Tiere dauernd gleichmässig recht warm gehalten wurden.
Für diesen Zweck hatte ich mir jetzt einen einfachen Apparat
konstruiert. Ein grosses Glasaquarium wurde auf die obere
Oeffnung einer Holzkiste gesetzt, in der unter dem Boden des
Aquariums eine elektrische Glühlampe brannte. In das Aquarium
kam einige Zentimeter hoch warmes Wasser, in dieses kamen
die Zuchtgläser. Sie waren also dauernd in einem Warmwasser-
bad, denn die Glühlampe hielt die Temperatur ständig auf
25-35 0°C, je nach der Aussentemperatur. Der Erfolg war
glänzend. Die Raupen frassen von Anfang an den verabreichten,
stets trockenen, eher welken Löwenzahn wie besessen, das Raupen-
stadium dauerte z. T. nur 28 Tage, also nicht 1 Monat gegen
2 Jahre in der Natur, gewiss eine bemerkenswerte Tatsache.
Ein grosser Vorteil der Methode ist, dass das Futter sehr schnell
vertrocknet, wenn man die Gläser oben nur mit luftiger Gaze
oder später, denn dann laufen die Raupen nicht mehr fort, gar
nicht zubindet. Und gerade das ist ja bei Bärenzuchten eine
Hauptsache, dass das Futter stets trocken ist. Die fortwährende
Erwärmung unten und Abkühlung oben sorgt ausserdem für
dauernde, reichliche Luftzirkulation und Durchlüftung, so dass
Dr. Walther. Ueber die Zucht von Arctia cervini Fall. 239
z. B. Schimmelbildung nie vorkommt, obwohl ich die ersten
14 Tage der Zucht nie ein Glas reinige. Wie es fast immer
bei Massenzuchten ist, entwickelte sich ein Teil der Raupen
besonders schnell und ohne Aufenthalt. Von diesen erhielt ich
bald Puppen. Bei der Verpuppung ereigneten sich bei der bis-
her verlustlosen Zucht einige Unglücksfälle, indem die Raupen
bei dem engen Zusammensein sich dicht aneinander einspannen
und so sich gegenseitig als weiche Puppen drückten. Auch sah
ich eines Morgens, wie eine ganz frische gelbe Puppe von einer
Raupe gefressen wurde; diese Mordlust hat mir später noch
viele Verluste gebracht. Ich nahm deshalb später die pupp-
reifen Raupen möglichst heraus und isolierte sie, soweit der
Platz gestattete. Die Zeit der Puppenruhe beträgt im Durch-
schnitt 12 Tage. Der grössere Teil der Raupen, der sich also
nicht so schnell bis zur Verpuppung durchentwickelte, begann
nach der vorletzten Häutung unruhig 1—2 Tage herumzurennen,
womit der Drang zur Ueberwinterung sich äusserte. Es ent-
spricht dies dem Stadium der Raupe, in dem sie in der Natur
zum 2. Male überwintert. Dann sassen sie ruhig, zusammen-
gerollt und frassen nicht mehr, alle Wärme blieb ohne Einfluss.
Da ich von früher her wusste, dass sie, weiter warm gehalten,
langsam vertrocknen würden, setzte ich sie kalt ins Freie auf
einen Nordbalkon. Hier blieben sie 21,—3 Wochen. Obwohl
wir während dieser Zeit (9.—30. Sept. 1913) nie Frost, zum
grossen Teil sogar recht warmes Wetter hatten, musste ich doch,
wenn ich bei der vorgeschrittenen Jahreszeit noch genügend
Löwenzahn zum Verfüttern zur Verfügung haben wollte, mich
beeilen. Ich nahm also Ende September zunächst einen kleinen
Teil der Raupen ins Zimmer, verabreichte nach einigen Stunden
ein warmes Bad und setzte sie dann wieder in den Wärme-
apparat. Und siehe da, bald knapperten einige an dem vor-
gelegten Löwenzahn, nach einigen Tagen häuteten sich die ersten,
dann immer mehr, und am 9. Tag konstatierte ich das erste
Gespinst. Die kurze Periode lediglich kühlen Wetters hatte
also genügt, den Tieren, die in 3000 m Höhe so niedrigen
Temperaturen ausgesetzt sind, den Winterschlaf vorzutäuschen.
Nun wurden die anderen Raupen ebenfalls ins Zimmer ge-
nommen, gebadet und warm gestellt. Der Erfolg war derselbe.
Aber bei allen blieb doch stets eine Anzahl, die sich hart-
näckig auch der neuen Wärmeapplikation widersetzte und nicht
zum Fressen zu bringen war. Sie wurden nach vergeblicher
Warmhaltung wieder ins Freie und damit nun entsprechend der
vorschreitenden Jahreszeit in grössere Kälte gesetzt. Ich komme
30 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
später auf sie zurück. Unterdes waren nun aus den zuerst er-
haltenen Puppen viele Falter geschlüpft. Ich hatte die Tiere
von verschiedenen Eltern getrennt gehalten, sodass ich nunmehr
blutsfremde Tiere zur Kopula bringen konnte. Die Tiere gingen
wieder meist leicht in Kopula, aber nun trat das ein, was ich
nach der Erfahrung anderer Zuchten getriebener Tiere befürchtet
hatte: ein Teil der erhaltenen Eier schlüpfte nicht. Ich erzielte
9 Kopulae und nur das Gelege von der 1. Kopula ergab eine
grosse Anzahl Raupen. Die anderen waren unbefruchtet: dabei
hatte die Kopula oft ganz abnorm lange gedauert, über 3 Tage,
was ich vorher nicht gesehen hatte Aber eine Nachzucht
hatte ich doch, die Räupchen waren in der Zeit vom 1.—4.X\.
geschlüpft. Ich erhielt dann noch reichliche Gelege von den
Faltern, deren Raupen ich im September einige Wochen kalt
gesteilt hatte, so das ich viel Material hatte. Die Aufzucht der
Tiere geschah in derselben Weise. Wieder gelang es, einen
grossen Teil sofort bis zur Verpuppung durchzutreiben, ein an-
derer Teil setzte sich vor der letzten Häutung zum Winterschlaf
fest, machte dann eine Kälteperiode von einigen Wochen im
Freien durch und teilte sich nach Ueberführung in die Wärme
wieder in 2 Teile, deren einer sich zur Verpuppung bringen
liess, während der andere nach vergeblicher Wärmeapplikation
wieder ins Freie gebracht werden musste. Von dieser 3. Gene-
ration erhielt ich ab Anfang November Falter, die wieder kopu-
lierten und damit eine 4. Generation lieferten. Auch diese
wurde in gleicher Weise und mit gleichem Erfolge behandelt.
Da infolge der fortgeschrittenen Jahreszeit der Löwenzahn zu
Ende war, wurde der breitblättrige Endiviensalat gereicht, der
gern genommen wurde und sich ausgezeichnet bewährte. In der
4. Generation gelang es mir, vereinzelt das Raupenstadium auf
21 Tage, die Pupenruhe auf 6 Tage abzukürzen. Ab 15.1. 14
schlüpften die Falter der 4. Generation, leider jetzt viele Krüppel
dabei. Wieder kopulierten die Tiere leicht und legten gut ab.
Die 5. Generation befindet sich z. Z. der Niederschrift dieser
Zeilen (Ende Februar) im Raupenstadium und gedeiht gut.
Daneben wurden die restierenden Raupen der 2. und 3. Gene-
ration nach ihrer Ueberwinterung, die ihnen bis zu —
15° gebracht hatte, im Februar 1914 wieder in den Wärme-
apparat genommen, und immer gelang es, einen Teil da-
von wieder zum Fressen zu bringen und damit zum
Wachsen, Verpuppen und schliesslich zum Falter. Nur ein
kleiner Teil war zur Futterannahme zu schwach und ver-
trocknete,
Dr. Walther. Ueber die Zucht von Arctia cervini Fall. 31
Betrachten wir nun kurz die erzielten Falter, so ist zu-
nächst ein Unterschied zwischen den verschiedenen Generationen
nicht festzustellen. Sie gleichen auch im Ganzen den Freiland-
tieren, sind z. T. aber grösser und frischer in den Farben. Das
ist ein Moment, das schon Oberthür und Vorbrodt beobachtet
und erwähnt haben, denn sie fanden die im Freien gesammelten
Falter meist blasser als die aus Freilandpuppen daheim ge-
schlüpften. Entsprechend der natürlichen Variabilität der Zeich-
nung, die Favre zu dem Ausspruch veranlasste, dass nicht ein
Falter dem anderen gleiche, war auch bei meinen Faltern die
Fleckzeichnung ganz different, die Farben blieben im Wesent-
lichen konstant. Die Hoffnung, dass so reiches Material — ich
erzielte bisher Hunderte von Faltern — schöne Variationen er-
geben würde, erfüllte sich also nur in sehr beschränktem Maasse.
Es handelt sich eben um eine alte und sehr gefestigte
Rasse. Besser als Worte wird die beigefügte Tafel die Variations-
breite veranschaulichen, sie gibt die hauptsächlichsten Variationen
wieder. Obwohl unter den Freilandweibchen ein der var.
hnatecki Frey”) nahestehendes Stück war und auch von
diesem Nachzucht erhalten wurde, erschien diese Form doch
nur sehr vereinzelt unter den Nachzuchten. Sollte die Weiter-
zucht noch Besonderheiten ergeben, so werde ich über dieselbe
später berichten.
Natürlich habe ich auch mit anderen Arten Zuchtversuche
in meinem Wärmeapparat gemacht, z. T. mit ausgezeichnetem
Erfolg. Ich will hier nur noch eine Zucht kurz erwähnen, die
wohl deshalb von Interesse ist, weil sie erst in den letzten
Jahren mit Erfolg versucht wurde. Am 19. X. 1913 erhielt
ich von Herrn Astfäller-Meran 11 Räupchen von Agrotis
multifida nach 1. Häutung. Ich zog sie in dem Apparat
mit Löwenzahn. Durch Unglück verlor ich am 2. Tag 6 Stück.
Die 5 übrigen gediehen prächtig, verpuppten sich ab 7. XI. bis
11. XI. und ergaben Anfang Dezember 5 schöne Falter. Also
auch hier ein hochalpines Tier durch Wärme in kurzer Zeit
zum Falter durchgetrieben.
Ich glaube, die Wärmeapplikation eröffnet den Züchtern
noch manchen freudigen Ausblick in die Zukunft.
*) Die var. hnatecki Frey kommt wohl eigentlich nur am Simplon
vor. Das von mir oben erwähnte @ gleicht aber doch dem von Oberthür
in Fasc. I. der Et. de Lep. comp. Pl. I Fig. 3 abgebildeten 2 und muss
deshalb zu hnatecki gerechnet werden. (Taf. I, 1. Reihe Nr. 3.)
32 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914,
Fuchlo& falloui form. lucida Shel]j.
Von A. Seitz. Darmstadt.
Die Vermutung, dass Euchl. falloui in Biskra zwei
Generationen habe, ist insofern richtig, als ein Teil der im
Frühling (Februar-März) aus dem Ei kriechenden Raupen noch
im gleichen Jahr den Falter ergibt, ein Teil aber überliegt als
Puppe. E. falloui fliegt auf dem Col de Sfa bei Biskra vom
Februar bis in den Juni; eine eigentliche Pause in dieser Flug-
zeit besteht nicht. Der Falter — d.h das d' — kann sehr leicht
erbeutet werden, da sämtliche So auf dem Gipfel des Col de
Sfa fliegen und dort genau dem Lauf der Kammauer folgen, die
den langen Bergrücken krönt. Bringt man nun an die von
allen Exemplaren passierte Strecke ein auf Papier gemaltes und
ausgeschnittenes falloui-Bild, so ist es leicht, fast jeden der
Falter zu erhaschen, der in der weiteren Umgebung des Berg-
rückens das Licht der Welt erblickt. Zu dieser im Mai und
Anfang Juni sich entwickelnden sogen Il. Generation gehört
das in den „Grosschmetterlingen“ Taf. 20g abgebildete Exemplar,
dem Röber den Namen nach mir gegeben hat, da ich das
Original im Mai auffand. Verity zieht den Namen ein, konnte
also keinen Unterschied von der typischen Form finden. Ob-
wohl die Unterschiede für jeden Kenner in die Augen springen”),
kann man doch mit Verity der Ansicht sein, dass nicht jeder
kleinen Abweichung und jeder Generation ein Name gegeben
werden soll. Es muss aber hier darauf aufmerksam gemacht
werden, dass, wenn die Sommerform einen Namen tragen soll,
dieser „seitzi“ lauten müsste, da das von Röber beschriebene
Weibchen dieser Generation angehört. Der Name „lucida“
kann also nicht akzeptiert werden.
*) Frühlingsstücke von falloui haben ganz andere P9, als das als
E. seitzi Röb. in den Grosschmetterlingen ganz kenntlich abgebildete
Stück. Sie sind nicht kleiner als die Y'g‘, sondern grösser; oberseits
zieht durch den schwarzen Vorderflügelapex nicht eine zusammenhängende
weisse Binde, sondern es sind eirunde, scharf schwarz geschiedene Flecke
eingebettet; der Zellschlussfleck ist mehr als 4 mal so gross als bei der
Sommerform, die Unterseite ist nicht speckweiss, sondern lebhaft perl-
mutterglänzend zwischen den Binden und oft sind die Hfgl. oberseits
schwarz gezeichnet, was dem Tier ein gänzlich verändertes Aus-
sehen verleiht. Trotzdem bin ich nicht gegen Verity, der die Form für
keines Namens würdig erklärt, da man im Benennen palaearktischer
Generations- und Lokal-Formen meines Erachtens in neuerer Zeit viel zu
weit geht.
Fruhstorfer. Neue Lycaenidae. 33
Neue Lycaenidae.
Von H. Fruhstorfer. Genf.
Horaga moulmeina sardonyx subsp. nova. (Horaga halba
Martin & Niceville B. Sum. 1895 p. 479.) d habituell viel
kleiner als halba Dist. von Penang und der Malayischen Halb-
insel und dadurch weiter von H. moulmeina und H, moul-
meina oonychina Stgr. entfernt als halba Dist., welche
ihre Verwandtschaft mit der Kollektivspezies durch das fahl
gelbe Kolorit der Unterseite dokumentiert. sardonyx aber
nähert sich durch das gesättigte, statt blasse Blau der Oberseite
und ein mattes grünliches Braun der Unterseite viel mehr
H. zuniga Fruhst. von Nias. Von zuniga ist aber sar-
donyx wiederum verschieden durch den ungewöhnlich ver-
breiterten schwarzen Distalsaum der Vfgl., welcher sich bis an
den weissen Diskalfleck ausdehnt und auch im Analwinkel
mindestens dreimal so breit als bei zuniga angelegt ist.
Unterseite noch dunkler braun als bei der Niasform — die
weisse Medianbinde der Hfgl. in der Mitte unterbrochen oder
wenn zusammenhängend, doch sehr viel schmäler als bei zu-
niga. Der grünliche Analanflug unbedeutender als bei der
Niasrasse.
Patria; Nord-Ost-Sumatra, Montes Battak, Dezember 2 J'd',
Niederung von Deli, März 1 0° (Coll. Fruhstorfer).
Horaga moulmeina chalcedonyx subsp. nova. Steht ober-
seits recht nahe sardonyx, doch ist das Kolorit der Basal-
felder etwas tiefer blauviolett, Hfgl. sind bis nahe an die Zelle
schwarz beschattet, wodurch chalcedonyx sofort von sardo-
nyx Fruhst. und halba Dist. einerseits und affinis Druce
sowie corniculum Druce andererseits, zu unterscheiden ist.
Von zuniga Fruhst. sardonyx und corniculum lässt sich
chalcedonyx dann noch trennen durch kleineren, aus rund-
lichen, statt quadratischen Makeln zusammengesetzten Diskalfleck
der Vfgl. Unterseits endet der weisse Diskalfleck an der hin-
teren Mediana, während er sich bei den Vikarianten bis zur
Submediana verlängert. Grundfarbe der Unterseite fast wie bei
zuniga, also heller als bei sardonyx — die Mittelbinde
der Hfgl. aber noch mehr verengt als bei der schmalbindigsten
sardonyx. Die subanale metallische Ornamentierung goldiger
, „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914, Im
34 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
als bei der Sumatra- und Niasrasse, aber ungemein zierlich,
nicht so breit ausgeflossen wie bei zuniga.
Patria: Südwest-Borneo, Sintang. Flugzeit März. 1 9
(Coll. Fruhstorfer).
Horaga onyxitis spec. nova. co" Oberseits sehr ähnlich
H. albimacula W.M., wie sie Swinhoe, Lep. Ind. 1x t. 707
f. 3 darstellt. Der weisse Diskalfleck der durchaus schwarz-
braunen Vdfgl. etwas mehr gerundet — distal stärker konvex
ausgebogen. Hfgl. dunkel amethystblau mit schwarzem, mässig
breitem Randgebiet, welches sich nach hinten etwas verjüngt.
Vor dem Distalrand eine feine schwarze beiderseits weiss be-
grenzte Linie. Unterseite gleichmässig dunkelbraun. Im Sub-
marginalgebiet der Vfgl. ein dunkel kupferrotes Bindenrudiment.
Hfgl. mit einer schwarzbraunen, analwärts scharf gewinkelten
Medianbinde, welche distal von einer schmalen weisslichpurpurnen,
etwas verwischten Zone umgeben erscheint. Verteilung der
smaragdgrünen, goldig glänzenden Subanaldekorationen wie bei
albimacula W.M.
Eine eigentümliche Form, welche in keiner Weise mit
Horaga amethystus Druce von Britisch Nord - Borneo
konkurriert. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sie an
H. albimacula der Andamanen als isolierte, östliche geo-
graphische Form angegliedert werden kann — wenn wir Transitionen
aus Birma, Perak und auf Sumatra dazu besitzen werden.
Patria: Westborneo, Sintang. 1 c” in Coll, Fruhstorfer.
Horaga onyx forma arta f. nova. De Niceville hat 1890
darauf hingewiesen, dass H. onyx-Exemplare, welche in der
kalten Jahreszeit fliegen, eine bleichere Grundfarbe, breitere
weisse Felder und unterseits mehr verwaschene Zeichnungen
aufweisen als Individuen der Regenperiode. Nach dem mir zu-
gänglichen Material aus Assam verfärbt sich ausserdem das Blau
der Oberseite in ein fahles Schwarzgrau und unterseits fällt noch
das Zurückweichen der goldgrünen Ornamentik auf.
Patria: Assam 2 fd’ 1% in Coll. Fruhstorfer.
Durch die Auffindung der beiden neuen, oben beschriebenen
makromalayischen Rassen und die Swinhoeschen Berichte in Lep.
Indica ergibt sich ein völlig verändertes Bild der Verbreitung
der orientalischen Horaga-Rassen. Meine Zusammenstellung
B. E. Z. 1911 p. 232 erleidet nun einige Aenderungen. Zu
H. onyx ziehe ich nur noch drei Rassen, während sich H.
moulmeina um eine Anzahl Spaltzweige bereichert hat.
Fruhstorfer. Neue Lycanidae. 35
. onyx onyx Moore. Indien.
forma arta Fruhst. Trockenzeitform.
onyx inari Wilem. Formosa. Nur ein 2 der Trocken-
zeit in meiner Sammlung.
onyx cingalensis Moore. Ceylon.
moulmeina sikkima Moore. Sikkim, liegt mir aus
Assam vor, wo sie neben H. onyx vorkommt.
moulmeina moulmeina Moore. Birma.
moulmeina halba Dist. Penang, Mal. Halbinsel.
moulmeina sardonyx Fruhst. Nord-Ost-Sumatra.
moulmeina zuniga Fruhst. Nias.
moulmeina holothura Swinh. Westjava.
moulmeina onyehina Stgr. Ostjava.
moulmeina privigna Fruhst. Lombok.
moulmeina chalcedonyx Fruhst. Süd-Borneo.
moulmeina (?) corniculum Druce. Nord-Borneo.
moulmeina joloana Fruhst. Jolo.
moulmeina decolor Stgr. Palawan.
moulmeina paullus Fruhst. Bazilan.
SmeumemEmSEE Mm bi ob
Eine neue Heterocere aus Algerien.
Von Otto Stertz. Breslau.
Stilbia nisseni Sterz n. sp.
(Mit 2 Textfiguren. Fig. 1, Fig. 2 2.)
Es liegen mir von dieser interessanten, durch Herrn Doktor
Nissen in Algier gesandten Art 5 d' 1 2 zur Beschreibung vor.
Derselbe erbeutete davon 1 5’ am 10. Oktober 1912 und 4 cd"
1 2 am 1. bis 10. Oktober 1913 in Guelt-el-stel, südliches
Algerien.
Spannweite der Vorderflügel 26—29 mm im männlichen
und 26 mm im weiblichen Geschlecht. Der Grundton der
Vorderflügel ist glänzend silbergraubraun; auf ihnen entsteht
durch einen oberen und einen unteren dunkelbraunen Längs-
streifen und daran stossende, gleichfarbige Pfeilstriche, die im
oberen Teil bis zur Apikalspitze, im unteren bis an das Saum-
feld reichen, eine gabelförmige Zeichnung, nicht unähnlich der-
jenigen von Argyrosphila striata Stdgr. Iris B. X Tafel
IV Fig. 4.
36 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Sehr charakteristisch sind die im oberen Längsstreifen
stehenden Makeln, deren äussere, die Nierenmakel, eine nach
aussen gekehrte lichte scharfe Mondsichel zeigt. Die innere
dagegen besteht bei 4 ZZ aus einem schrägen, nach dem
Aussenteil zu strebenden lichten Längsfleck, bei einem .d’ und
dem 2 aber nur aus einem rundlichen lichten Fleckchen.
Saumwärts sind die Vorderflügel etwas verdunkelt und die sehr
lichten Fransen durch eine zarte braune Linie deutlich geteilt.
Die Unterseite der Vorderflügel ist schmutzig graubraun und
die Nierenmakel durch einen entsprechenden hellen Fleck an-
gedeutet.
Hinterflügel oberseits schmutzig weissgrau, nach dem Aussen-
rand zu bräunlich verdunkelt, wodurch die Fransen sich sehr
hell abheben. Die Unterseite ist wesentlich lichter als die der
Oberflügel. Die Fühler sind braun, fadenförmig, im weiblichen
Fig. 1
Geschlecht etwas dünner, Beine schlank, gelblich, scharf bewehrt.
Thorax von der Grundfarbe der Vorderflügel, Hinterleib ebenso
oder etwas heller, glatt behaart.
Herr Amtsgerichtsrat Rudolf Püngeler in Aachen, dem ich
die Art zur Begutachtung einsandte, schlägt vor, sie in das
Genus Stilbia Steph. unterzubringen, wiewohl sie später ein-
mal möglicherweise neben Stilbia placiert werden könnte,
Wegen ihrer eigentümlichen Färbung und Zeichnung steht
sie keiner der bekannten Stilbia-Arten sehr nahe, am
meisten wohl noch der armeniaca Stdgr. Nisseni hat
auch im männlichen Geschlecht spitzere, schärfer ausgebogene
Vorderflügel als ihre Verwandten; nur beim ? sind sie ab-
gerundet.
Ich benenne diese hervorragend schöne Noctuide zu Ehren
meines Freundes, des Herrn Generalkonsul Dr. H. C. Nissen in
Algier, welcher sich um die Erforschung der algerischen Lepidop-
teren sehr verdient gemacht hat.
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 37
Neue palaearktische Makrolepidopteren.
Von Rudolf Püngeler. Aachen.
(Hierzu Tafel II und Il).
1. Hesperia struvei n. sp. Taf. II Fig. 13 d’, Fig. 20 2
Unterseite. — cd‘ Spannweite 23 mm, Vdfllänge 14 mm. Ober-
seite braunschwarz, weiss gefleckt, Vdfl. ohne Vorderrandlfalte,
im Wurzelfeld ungefleckt, grünlich behaart, Mittelzelle mit grossem,
viereckigem, wurzelwärts ausgehöhltem Fleck, Querrippe mit
feinem, gradem Strich, dahinter eine gebogene, breite Binde
von 9 Flecken, die obersten 4 und die untersten 3 Flecken zu-
sammenfliessend, die 2 Mittelflecken sich berührend und saum-
wärts stärker eckig vorspringend als die untersten Flecken, vor
dem Saum und diesem fast parallel eine Reihe von 8 feinen,
weissen Punkten, Fransen scharf gescheckt; Htfl. im Wurzelfeld
mit einem weissen Fleckchen, in der Mitte mit kräftiger Flecken-
binde, die Punktreihe vor dem Saum und die Fransen wie auf
den Vdfl. Unterseits die Vdfl. matter gefärbt als oben mit
gleicher Zeichnung, Vorderrand und Spitzenteil bräunlich, Htfl.
matt olivenbraun, der Flecken im Wurzelteil dicker als oben,
schräg darüber noch ein grösserer, oberseits fehlender Flecken.
Mittelbinde wie oben, statt der Punktreihe vor dem Saum kleine,
spitze Dreiecke.
Die neue Art, die ich zu Ehren des verstorbenen, hervor-
ragenden Sammlers Dr. Oskar Struve in Leipzig benenne, steht
der phlomidis HS. am nächsten, diese ist etwas kräftiger
gebaut, breitflügeliger, im Wurzelfeld der Vdfl. weiss gefleckt,
der Zellfleck kleiner, der Querrippenfleck dicker und halbmond-
förmig, die Flecken der Mittelbinde sind kleiner und nicht zu-
sammenfliessend, auf den Htfl tritt der mittelste, strichförmige
Flecken der Mittelbinde saumwärts vor, unterseits sind Vorder-
rand und Spitzenteil der Vdfl. mehr weisslich übergossen, auf
den Htfl. fliessen die Flecken der Mittelbinde, ebenso die vor
dem Saume zusammen, der Hinterleib ist dunkel mit weisslicher
Behaarung, die bei struvei fast ganz fehlt, dagegen sind bei
dieser die Ringe weisslich begrenzt, der Fühlersehaft ist bei
beiden: Arten ähnlich, weiss, oberseits dunkler gefleckt, die End-
hälfte der Kolbe bei phlomidis viel weisser.
Mit dem vorbeschriebenen d' stimmen 3 weitere 0’0’ und
4 zum: Teil etwas grössere 2? vollkommen überein, ich erhielt
sie von Herrn Tancre mit der Angabe „Ostturkestan, Gebirge
38 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
nördlich von Barkul, 1908, Rückbeil“, später erhielt ich noch
einige gleiche Stücke, die von Rückbeil nördlich vom Issykul
gesammelt sein sollen. Die Art scheint sehr wenig abzuändern,
2. Lemonia tancrei n. sp. Taf. II Fig. 1 cd‘, Fig. 8 2.
Jd' Spannweite 35 mm, Vdfllänge 17” mm. Vdfl. lichtbraun, im
Wurzelfeld ein weisslicher Längsstrich, im Mittelfeld unter dem
Vorderrand ein grosser, etwas dunkler brauner, saumwärts tief
eingebuchteter und mit Ausnahme der Vorderrandseite gelbweiss
umzogener Flecken, zwischen Mitte und Saum eine schmale,
scharfe, im oberen Drittel und über dem Innenrand leicht ge-
knickte, gelbweisse Binde, Fransen etwas heller braun; Htfl.
schwarzgrau, mit gelblich behaartem Wurzelfeld und Innenrand,
hinter der Mitte eine schmale, gelbweisse, in der Mitte wurzel-
wärts flach ausgebogene Binde, Fransen weiss. Unterseits alle
Flügel mit mehr gelblichem Wurzelteil und schmaler lichter
Binde hinter der Mitte, Rippen im Saumfeld heller. Kopf und
Thorax lang hellbraun behaart, Fühler stark gekämmt, hellbraun,
Hinterleib hellgelblich behaart. 2 Spannweite 41 mm, Vdfllänge
20 mm. Die Färbung beiderseits blasser als beim d, Fühler
mit verhältnismässig langen Kammzähnen.
L. sardanapalus Stgr. steht der neuen Art am nächsten,
der cd ist grösser, die Vdfl. sind gestreckter, dunkler braun, das
Wurzelfeld und der untere Teil des Vorderrandes gelb gemischt,
der Mittelfleck ist anders geformt und reicht bis in die breitere,
stärker gebogene Querbinde, unterseits sind alle Flügel bis zum
Saumfeld überwiegend gelb mit dunkleren Mittelflecken, die
Rippen sind im Saumfeld nicht lichter, die Htfl. haben ein ab-
gegrenztes dunkles Wurzelfeld, Hinterleib und Fühler sind dunkler.
Das mir vorliegende 2 von sardanapalus hat nur 34 mm
Spannweite, die Vdfl haben, wie auch Stgr. betont, eine sehr
scharfe Spitze, die Zeichnung entspricht der des J’, die Färbung
ist etwas matter, der Hinterleib oberseits schwarz mit gelben
Einschnitten, beim 2 von tancrei gleichmässig hellbraun.
Beschrieben nach einem gut erhaltenem Paar aus dem Tien-
schan, Sarydsehon, N.-Ö. vom Issykul, 1913, G@. Rückbeil, be-
nannt zu Ehren des Herrn Rudolf Tancre in Anklam.
3. Polia (Mamestra) tiefi n. sp. Taf. II Fig. 22 4 —.
d' Spannweite 52 mm, Vdfllänge 25 mm. Vdfl. schwärzlich grau,
die Zeichnung ganz ähnlich wie bei der etwas kleineren und
schmalflügeligeren advena F., die grosse Nierenmakel an der
Aussenseite mehr weiss, die scharf schwarz umzogene Zapfenmakel
grösser, die Wellenlinie innen nicht so dunkel angelegt; Htfl.
mit dickerem Mittelfleck, deutlicherer Bogenlinie und dunkleren
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 39
Fransen. Fühler nicht kurz gewimpert, sondern mit steifen, kurzen
Kammzähnen.
Beschrieben nach 1 frischen 0 aus den Sajan-Bergen, Munko-
Sardyk (A. Bang-Haas), 2 etwas geflogene, heller graue J’o’
wurden M. Juli 1912 bei Kultuk am Baikal-See von Herrn J.
Tief, dem zu Ehren ich die Art benenne, gefangen.
4. Thargelia sitiens n. sp. Taf. II Fig. 18 d. — Spann-
weite 36 mm, Vdfllänge 13 mm. Vdfl. aschgrau mit weisslicher,
stellenweise auch bräunlicher Einmischung. ohne Querlinien, nur
die lichtere, bräunlich angeflogene und dunkel umzogene, un-
ten weissliche Nierenmakel deutlich, die Zapfenmakel, schwach
angedeutet, im Saumfeld zwischen den Rippen dunkle Pfeil-
fleckchen, Fransen grau, schwach gescheckt; Htfl. weisslich mit
schwacher, grauer, vor dem Saume wenig stärkerer Bestäubung.
Unterseite weisslich, sparsam grau bestäubt, statt der Bogen-
linie dunkle Längsstriche auf den Rippen, sonst zeichnungslos.
Zunge verkümmert, Fühler mit langen, steifen, nach der Spitze
hin kaum verkürzten Kammzähnen, Thorax und Rücken grau
und weiss gemischt, Vorderschienen am Ende mit zwei kurzen
Dornhaken.
Der Odontelia margiana Püng. täuschend ähnlich, etwas
kleiner, undeutlicher gezeichnet, die Fühler noch länger gekämmt,
verschieden durch die der margiana fehlenden Dornhaken der
Vorderschienen und die kürzeren, dunklen, bei margiana
weisslichen Pfeilfleckchen der Vdfl. Von den bisher bekannten
Arten der Gattung Thargelia durch die gekämmten Fühler
und die stärker verkümmerte Zunge verschieden.
Beschrieben nach 1 frischen S' aus dem Syr-Daria-Gebiet,
Baigacum, Mitte September 1913 (W. Koshantschikoff.)
5. Hadula (Mamestra) contempta n. sp. Taf. II Fig. 14 # —
Spannweite des d‘ 43 mm, Vdfllänge 21 mm. Vdfl. weissgrau
mit bräunlichem Anflug, Wurzellinie schwärzlich, doppelt, innere
Mittellinie schwarz, deutlich, unter der Mitte saumwärts aus-
gebogen und auf Rippe 1 wurzelwärts spitz vorspringend, innen
mit schwächerer Parallellinie, aussen die kleine, dunkelumzogene,
zuweilen fehlende Zapfenmakel aufsitzend, Zellmakeln von der
Grundfarbe, dunkel umzogen, Ringmakel mittelgross, kreisförmig,
Nierenmakel gross, an der äusseren, unteren Ecke weisslich,
äussere Mittellinie fein, deutlich gezähnt, aussen heller angelegt
im oberen Teil saumwärts nur wenig ausgebogen, Wellenlinie
weisslich, stark gezähnt, innen etwas dunkler angelegt, meist in
einzelne Fleckchen aufgelöst, Saum gewellt, Saumlinie dunkel,
zwischen den Rippen verdickt, Fransen gelblichgrau, mit dunk-
AO Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
ler Teilungslinie und dunkel geflecktem Rande; Htfl. dunkler grau
als die vorderen, im Innenrandteil mit 2 hellen Längstreifen,
Fransen weisslich. Unterseite weisslich, sparsam grau bestäubt,
Vdfl. mit Ausnahme des Vorderrandteiles bis zur Welienlinie
dunkler grau, Nierenmakel dunkel, Bogenlinie nur im oberen
Teile dick nnd deutlich, Htfl. mit dunkel umzogenem, kleinem
Mittelfleck, deutlicher Bogenlinie und dunkler Schattenbinde vor
dem Saum. Fühler mit kräftigen, allmählich abnehmenden
Kammzähnen und pyramidalzähniger Spitze, Hinterleib lang ge-
streckt mit kräftig entwickelten Klappen.
Q mit mehr znsammenhängender Wellenlinie als bei dem
abgebildetem cd‘, Fühler mit knotig verdickten Gliedern und
einzelnen Borsten, Hinterleibende stark behaart, gerade abge-
stutzt.
Beschrieben nach 2 d'd, 1 2 aus Ost-Turkestan, Aksu,
1910, Rückbeil.
6. Perigrapha hoenei n. sp. Taf. III. Fig. 24 d. —
Spannweite des 0’ 49 mm, Vdfllänge 22 mm. Vdfl. rotbraun,
Mittelzelle dunkler, Vorderrandsteil und Saumdrittel-heller und
grauer, Wurzelstrahl gelb, unter ihm ein tief schwarzes, fein
gelb umzogenes, mit der Spitze dem Innenrand zugekehrtes
Dreieck, innere Mittellinie verloschen, unter der Mitte saum-
wärts ausgebogen, Zellmakeln sehr gross, licht bräunlich grau,
gelblich umzogen, unter der Ringmakel ein ihr gleichfarbiger,
flacher, seitlich: bis zur Nierenmakel, anderseits bis zur inneren
Mittellinie ausgezogener Flecken, äussere Mittellinie verloschen,
Wellenlinie deutlich, gelb, inuen am Vorderrand, über der Mitte
und über dem Innenrand dunkel gefleckt, Saum gewellt, vor
ihm zwischen den Rippen dunkle Punkte; Htfl. rötlich braun-
grau. Unterseite matt rötlichgrau, alle Flügel mit dunklen
Mittelflecken und nur im oberen Teil deutlicher Bogenlinie.
2 dem J* ähnlich, Fühler wenig kürzer gekämmt.
Bei circumducta Led. einzureihen, grösser, Körper nicht
ganz so plump, Flügel gestreckter, trüber gefärbt, die Wellen-
linie deutlich, der Flecken unter der Ringmakel viel flacher,
sofort kenntlich an dem schwarzen Dreieck des Wurzelfeldes,
Fühler in beiden Geschlechtern etwas kürzer gekämmt.
Beschrieben nach 2 d’'f' 1 2, die mit anderen Mitte April
1911 bei Asamayama, Japan, von Herrn H. Hoene, nach dem:
ich sie benenne, am Licht gefangen wurden.
7. Rhizotype (Rhiza) inquieta n. sp. Taf. II Fig. 10.4. —
Spannweite 39 mm, Vdfllänge 18 mm. Vdfl. gleichmässig grau,
Wurzelstrahl schwarz, bis zum mehr bräunlichen Mittelfeld
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 41
reichend, Mittellinien deutlich, kurz gezähnt, unter der Mitte
sich verbindend, das Mittelfeld daher in 2 Flecken abgeschnürt,
Ringmakel meist bis zur Nierenmakel hin ausgezogen, diese
klein, gelblich mit dunklem Mittelstrich, obere Ecke saumwärts
zugespitzt, Wellenlinie fehlend, vor dem Saum in den Zellen
scharfe, schwarze Längsstriche, unter der Spitze ein dunkler
Schrägschatten; Htfl. aschgrau mit hellerem Wurzelteil und bis
über die Mitte dunkleren Rippen. Unterseits die Vdfl. grau, die
Htfl. weisslich, beide mit kurzem Mittelstrich, die Bogenlinie in
kurze Längsstriche auf den Rippen aufgelöst.
Der Rh. curva Stgr. (vgl. das Bild Iris 1902 Taf. V, 24)
sehr nahe, die Zeichnung schärfer und unruhiger, das Mittelfeld
unterbrochen, männliche Fühler etwas kürzer gewimpert.
Beschrieben nach 2 frischen Paaren aus Ostturkestan, Aksu,
1910, Rückbeil.
8. Cteipolia isotima n. sp. Taf. II Fig. 11 2. — Der sa-
celli Stgr. sehr nahe, von gleicner Grösse, Färbung und Bildung
der Körperteile, Vdfl. mit mehr gerundetem, weniger schrägem
Saume, die Zellmakeln nicht durch scharfe, schwarze Striche
ersetzt, sondern regelmässig gebildet, von der Grundfarbe, dunkel
umzogen, Ringmakel kreisförmig mit dunklem Mittelpunkt,
Nierenmakel schmal, mit Mittelstrich, unterseits Vdfl. ohne
Mittelfleck, Htfl. mit schmalerem Mittelfleck und ohne schwarzen
Wurzelstrahl. Vdfl. des Sf im Wurzelteil dunkler übergossen.
Beschrieben nach einem frischen Paar aus dem Tien-schan,
Dscharkent, 1903, Rückbeil.
9. Sidemia (Luperina) johni n. sp. Taf. II Fig. 9 d’, Fig.
16 2. — Spannweite des d' 30 mm, Vdfllänge 15 mm. Valfl.
kurz und breit, lichtgrau, im Mittel- und Saumfeld dunkler,
Rippen teilweise lichter, im Wurzelfeld über dem Innenrand
2 dunkle Flecken, innere Mittellinie weisslich, fast grade, Zapfen-
makel klein, dunkel umzogen, Zellmakeln grau, heller umzogen,
Ringmakel klein, kreisrund, Nierenmakel mittelgross, schmal,
äussere Mittellinie weiss, im oberen Teil saumwärts ausgebogen,
dann ziemlich grade, schwach gewellt, Wellenlinie verloschen,
Saum leicht gewellt, Saumlinie schwärzlich, Fransen braungrau;
Htfl. weisslich mit grauer Bestäubung und breitem, dunkel-
grauem Saumfeld, dicht vor diesem eine feine, dunkle Linie,
Fransen weisslich. Unterseits die Vdfl. blassgrau mit etwas
dunkleren Rippen und lichterem Vorderrandsteil, die Htfl. weiss-
lich, vor dem: Saume etwas dunkler bestäubt. Fühler borsten-
förmig, im unteren Teile dicker, ziemlich lang gewimpert, Palpen
mittelgross,, grade, Mittelglied seitlich dunkel, Thorax mit ge-
42 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
teiltem Mittelschopf, kräftig, Hinterleib mittellang, ungeschopft
mit starkem Afterbüschel, Beine ohne Auszeichnung.
2 Spannweite 33 mm, Vdfl. viel dunkler als beim dd’,
gleichmässig schwarzgrau, die hellen Rippen, Zellmakeln, Mittel-
linie und die weissliche geschlängelte Wellenlinie deutlicher sich
abhebend, Htfl. unterseits mit schwachem Mittelpunkt.
Keiner mir bekannten Art besonders nahe, etwas an
Eremobia (Heterographa) zelleri Chr. und fabrilis
Püng. erinnernd.
Es liegt mir ein ganz reines Paar aus dem Syr-Daria-
Gebiet, Baigacum, Anf. August 1913 (W. Koshantschikoff) vor,
ich benenne es zu Ehren des Herrn Oskar John in Petersburg.
10. Sidemia koshantschikovi n. sp. Taf. Il Fig. 21 d. —
Spannweite des d' 30 mm, Vdfllänge 14 mm, Vdfl. blass
bräunlichgrau, Wurzelstrahl und Zapfenmakel durch dunkle
Schuppen angedeutet, Zellmakeln wenig hervortretend, Ring-
makel klein, rund, Nierenmakel mittelgross, aussen eingebuchtet,
dunkler gekernt und weisslich umzogen, äussere Mittellinie ganz
undeutlich, ebenso die Wellenlinie, Rippen nicht hervortretend,
unter der Lupe gesehen weisslich, dunkel punktiert, Saum leicht
gewellt, Saumlinie hell, Fransen bräunlichgrau; Htfl. weisslich,
grau bestäubt, Saumbinde mattgrau. Unterseite weisslich, zeich-
nungslos, Vorderrandsteil beider Flügel grauer.
2 Spannweite 33 mm, Htfl. oberseits mit etwas dunklerer
‚Querrippe, Vdfl. unterseits mit grauen Fleckchen an Stelle der
Nierenmakel, Htfl. mit dunklerem Mittelpunkt, sonst wie der d’.
Die vorliegende Art sieht ganz wie eine kleine blasse, schwach
gezeichnete Form der Sid. standfussi Wisk. aus, unter-
scheidet sich aber durch die männlichen Fühler, die bei ihr
glattschäftig und ganz schwach gewimpert, bei standfussi
stumpf, pyramidalzähnig, büschelig gewimpert sind.
Beschrieben nach einem sehr reinen Paar vom Syr-Daria,
Baigacum, Mitte Juli 1912, ich verdanke diese und eine Reihe
anderer, hier beschriebener Arten dem ausgezeichneten Forscher
Professor W. Koshantschikoff in Ligovo bei St. Petersburg und
benenne sie ihm zu Ehren.
Diadochia gen. nov. Zunge normal, Palpen mittellang, grade,
Mittelglied länger behaart, Endglied hängend, Stirn in der Mitte
mit kurzem, zapfenförmigem Vorsprung, Augen nackt, rund,
Fühler kurz gewimpert, Kopf und Thorax anliegend behaart,
ohne Schöpfe, Vorderschienen am Ende mit einer einzelnen
Kralle. Nahe der Gattung Scythocentropus Speiser (Öentro-
podia Hamps., Centropus Chr. [nom. praeoec.]), verschieden
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 43
durch die Stirnbildung, auch hat Scyth. scripturosa Ev. die
Vorderschienen mit einer Reihe von Dornhaken besetzt, während
die von Hampson dazu gestellte ingquinata Mab. ebenfalls nur
eine Endkralle besitzt. Gattungstype saca Püng.
11. Diadochia saca n. sp. Taf. II Fig. 12. S — Spann-
weite 33 mm., Vdfllänge 15 mm. Vdfl. spitz mit schrägem
Aussenrand, aschgrau, ohne Querzeichnungen, die Makeln un-
deutlich, die Zapfenmakel lang und schmal, die Zellmakeln klein,
die Ringmakel saumwärts spitz ausgezogen, die Nierenmakel von
gewöhnlicher Form, dunkler gekernt, Rippen im Saumfeld etwas
dunkler gestreift, Saum kaum merklich gewellt, Fransen aschgrau ;
Htfl. beim d' rein weiss mit einzelnen grauen Schuppen und im
Aussenteil dunkleren Rippen, beim % stärker grau bestäubt.
Unterseite weiss, sparsam grau bestäubt, Vdfl. mit feinem, bei
dem abgebildeten 5 verloschenen Mittelfleck und deutlich ge-
scheckten Fransen, Htfl. ohne Mittelfleck, alle Flügel mit einer
in kurze Längsstriche der Rippen aufgelösten Bogenlinie.
Syr-Daria, Baigacum, ein frisches Paar Ende September 1913
(W. Koshantschikoff), einen 0’ erhielt ich schon früher von
anderer Seite aus Transkaspien ohne nähere Angaben.
Die Art gleicht der Scyth. scripturosa Ev. ist aber ab-
gesehen von den organischen Merkmalen durch die reiner graue
Färbung, die spitzeren Vdfl. und das Fehlen der Querzeichnungen,
insbesondere der Wellenlinie, leicht zu unterscheiden.
12. Diadochia esurialis n. sp. Taf. II Fig. 19 d’ — Der
vorigen Art sehr nahe, von gleicher Grösse und Färbung. die
Vdfl. weniger spitz, mit stärker gewelltem Saume, die Zapfen-
makel fehlend, die Zellmakeln deutlicher, die Nierenmakel grösser,
beim JS die aus lichteren Halbmöndchen bestehende, äussere
Mittellinie und die unregelmässig geschwungene Wellenlinie er-
kennbar, Htfl. mit deutlicher, unterbrochener Saumlinie, Htfl.
unterseits mit scharfem, schwarzem Mittelpunkt.
Ein frisches Paar, gleichzeitig mit der vorigen Art gefangen.
Jaxartia gen. nov. Körperbau kräftig, Zunge ganz ver-
kümmert; Palpen grade, mässig lang, stark behaart, Endglied
hängend; Stirn ohne Vorsprung; Augen nackt, rund; Fühler
beim d bis zur Spitze lang gekämmt, beim 2 jedes Glied mit
einer feinen Borste; Kopf und Thorax dicht behaart, ohne
Schöpfe; Vorderschienen unbewehrt, erstes Glied der Vorder-
tarsen an der Aussenseite mit 8 Hornhaken von ungleicher
Stärke; Hinterleib gestreckt, beim 2 plump, ohne Schöpfe, die
Wurzelhälfte besonders beim d' lang behaart; Rippenverlauf,
44 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
soweit erkennbar, wie bei Pseudohadena Alph., dieser
Gattung auch sonst am nächsten, verschieden besonders durch
die verkümmerte Zunge.
13. Jaxartia elinguis n. sp. Taf. II Fig. 6 d', Fig. 79. —
Spannweite 37 mm, Vdfllänge 12 mm. Vdfl. weisslich mit
grober, bräunlichgrauer Beschuppung, Wurzelstrahl und Wurzel-
linie fehlend, innere Mittellinie dunkel, wurzelwärts etwas lichter
angelegt, gleichmässig geschwungen, über dem Innenrand saum-
wärts vortretend, Makeln etwas lichter als die Grundfläche, die
Ringmakel undeutlich, zuweilen saumwärts spitz ausgezogen,
die Nierenmakel klein, dunkler gekernt, äussere Mittellinie spitz
gezackt, dem Saume fast parallel, nach aussen von einer etwas
helleren, saumwärts spitz gezackten und dunkel angelegten
Binde begleitet, Saumlinie undeutlich, dunkel, Fransen bräun-
lichgrau, dunkler gemischt, mit hellerer Wurzellinie; Htfl. bräun-
lichweiss, grau bestäubt, Mittelpunkt schwach, Bogenlinie grau,
Saumfeld grauer bestäubt, Fransen licht; Unterseite matt gelb-
lichweiss, sparsam grau bestäubt, alle Flügel mit kräftigen,
dunklen, leicht gekernten Mittelflecken und nicht bei allen
Stücken deutlicher Bogenlinie.
Syr-Daria, Baigacum, Ende September 1913 (W. Kos-
hantschikoff), es liegen mir 4 dd 6 22 vor, alle frisch,
einzelne Stücke mit verloschener, andere mit stark ausgeprägter
Zeichnung.
Pseudohadena adscripta n. sp. Taf. II Fig. 4. — Sehr
nahe der siri Ersch., von gleicher Grösse, Vdfl. gelblicher,
etwas unruhiger gezeichnet, der Wurzelstrahl viel undeutlicher,
die Mittelrippe nicht schwärzlich, Htflg. gleichmässig dunkel, die
Innenhälfte nicht heller. Leicht durch die Unterseite zu trennen,
bei siri ist sie gleichmässig hell mit scharfen, dunklen Mittel-
flecken aller Flügel und schwacher Bogenlinie, bei adscripta
sind die Vdfl. bis zum hellen Saumteil dunkelgrau, sodass der
Mittelfleck fast verschwindet, auf den Htfl. ist der Mittelfleck
viel schwächer, die Bogenlinie dagegen sehr scharf. Männliche
Fühler äusserst kurz und spärlich gewimpert.
Östturkestan, Aksu. 2 dd‘ 2 2%, 1900, Rückbeil; Chamil-
Hami, 1 etwas kleinerer, grauerer 0’, 1908, Rückbeil. Von siri
habe ich nur ?? zum Vergleich.
15. Pseudohadena evanida n. sp. Taf. II, Fig. 5 2. Spann-
weite 44 mm, Vdfllänge 21 mm. Vdfl. licht gelblichgrau, ver-
loschen gezeichnet, ohne Wurzelstrahl und Wurzellinie, innere
Mittellinie durch 3 im fast grader Linie am Vorderrand, in: der
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 45
Mitte und am Innenrand stehende Fleckchen ersetzt, ohne
Zapfenmakel, Zellmakeln sehr gross, regelmässig geformt, un-
deutlich, ihr Zwischenraum dunkler ausgefüllt, die Nierenmakel
im unteren Teil mit dunklerem Kern, äussere Mittellinie kurz
gezackt, nur bei dem einen Stück erkennbar, Wellenlinie ver-
loschen;; Htfl. blassgrau, der längliche Mittelfleck und die Bogen-
linie schwach. Unterseite weisslich mit sparsamer dunkler, Be-
staubung, Vdfl. in der Zelle dunkler angeflogen, an Stelle der
Nierenmakel in feiner, heller, grau eingefasster Halbmond, Htfl.
mit stärkerem, licht gekerntem Mittelfleck.
Die Art hat nicht ganz die Grösse der Ps. halimi Mill.,
ist etwas kurzflügeliger, die Färbung viel heller und matter.
Leicht kenntlich durch die glanzlose Beschuppung, die verloschenen
Zeichnungen, die 3 Fleckchen an Stelle der inneren Mittellinie
und den dunklen, schräg zum Vorderrand verlängerten Zwischen-
raum der Zellmakeln.
Syr-Daria, Baigacum, 2 2%, Ende September 1913 (W.
Koshantschikoff).
16. Pseudohadena seposita n. sp. Taf. II Fig. 2 JS, Fig. 3
2 — Spannweite des d’ 41 mm, Vdfllänge 19 mm. Vdfl. breit,
lichtgrau, etwas bräunlich gemischt, ohne Wurzelstrahl, Wurzel-
linie nur angedeutet, innere Mittellinie schwärzlich, doppelt, fast
gerade, gleichmässig gezackt, Zellmakeln schwach dunkler ge-
kernt, Ringmakel ziemlich klein, fast kreisförmig, Nierenmakel
mittelgross, aussen wenig eingebuchtet, zwischen beiden ein ganz
verloschener, breiter, bräunlicher, bis zum Innenrand reichender
Wisch, äussere Mittellinie kurz gezackt, im oberen Teile leicht
ausgebogen, dann schwach einwärts geschwungen, Wellenlinie
kaum lichter, innen dunkel angelegt nnd dadurch deutlicher,
kurz gezackt, weniger unregelmässig als bei den verwandten
Arten, Saum gewellt, Saumlinie schwärzlich, unterbrochen,
Fransen grau, dunkler gemischt, mit hellerer Wurzellinie; Htfl.
dunkelgrau mit dunkler Bogenlinie und weissgrauen Fransen.
Unterseits die Vdfl. aschgrau, mit lichterem Aussenteil und Vorder-
rand, dunklem, licht gekerntem Mittelfleck und dicker, fast grader
Bogenlinie, Htfl. weisslich, spärlich grau bestäubt, vor dem Saum
etwas dunkler, Mittelfleck fein und scharf, Bogenlinie dem Saum
fast parallel, dick, kurz gezackt. Fühler des Z mit starken
lang büschelig gewimperten Pyramidalzähnen, die des 2 borsten-
förmig, Palpen kurz, Mittelglied nach unten lang behaart, Thorax
sehr kräftig, dicht behaart, Hinterleib stärker behaart als bei
den verwandten Arten, erstes Glied der Vordertarsen aussen mit
einer Reihe von 6 mittelstarken Dornborsten.
46 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Das grössere 2 hat scharf schwarz gekernte Zellmakeln,
unterseits ist der Mittelfleck der Htfl. grösser licht gekernt.
Keiner Art besonders nahe. am besten wohl bei pexa
Stgr. einzureihen, die ähnlich stark gewimperte, aber nicht so
scharf pyramidalzähnige, männliche Fühler hat.
Syr-Daria, Baigacum, 2 JS’ 1 9, sehr frisch, Anf. Oktober
1913 (W. Koshantschikoft).
Usbeca gen. nov. Zunge kurz und schwach, doch nicht
verkümmert; Palpen grade, mässig gross, das Mittelglied nach
unten ziemlich lang behaart; Stirn in der Mitte mit rundem,
grade abgestutztem Vorsprung, nach unten von einer Horn-
platte begrenzt; Augen nackt, gross, rund; Fühler in beiden
Geschlechtern glatt, ungewimpert, die des 0" etwas dicker;
Thorax mit Haaren und zahlreichen, nach oben breiter werden-
den Schuppen bekleidet; Schienen unbedornt, Vordertarsen an
der Aussenseite des ersten Gliedes mit 6 zum Teil starken
Hornhaken, Hintertarsen kurz; Hinterleib kurz, ohne Schöpfe.
Rippenbau, soweit ohne Abschuppung erkennbar, wie bei
Pseudohadena Alph., dieser Gattung nahe, verschieden
durch die Stirn- und Fühlerbildung, den zarteren Gesamtbau,
die weniger gestreckten, breiteren Flügel und den kurzen Hinterleib.
17. Usbeca cornuta n. sp. Taf. II Fig. 15 9 — Spann-
weite 30 mm, Vdfllänge 14 mm. Vdfl. breit mit gewelltem
Saum, trüb dunkelgrau, schwach ins Grünliche ziehend, ganz
undeutlich gezeichnet, die runde Ringmakel und die breite
Nierenmakel durch schwärzliche Einfassung erkennbar, die etwas
lichtere, innen schwärzlich eingefasste, äussere Mittellinie im
oberen Teil einen kleinen Bogen bildend, dann ziemlich grade,
flach gewellt, Vorderrand im äusseren Teile mit 3 weisslichen
Fleckchen, dann als Beginn der undeutlich helleren, geschlängelten
Wellenlinie ein etwas grösseres, gelbliches Fleckchen, Saumlinie
dunkel. unterbrochen, Fransen einfarbig dunkel mit hellerer
Wurzel- und dunkler Mittellinie; Htfl. gleichmässig dunkelgrau,
Saumlinie etwas dunkler. Fransen wenig lichter. Unterseits die
Vdfl. dunkelgrau, zeichnungslos, die Htfl. heller, mit dunklem
Mittelpunkt und undeutlicher Bogenlinie,
An Eremobia (Luperina) dumetorum HG. er-
innernd, kleiner und eintöniger, durch die Stirnbildung leicht
kenntlich. Syr. Daria, Baigaeum, 3 0’ 1 2, Anf. August
1912 (W. Koshantschikoff).
18. Amphidrina nitida n. sp. Taf. II Fig. 17 S. — Spann-
weite 27 mm, Vdfllänge 14 mm. Vdfl. breit, glatt und etwas
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 47
glänzend beschuppt, mit leicht ausgeschnittenem Saum, bräun-
lichgrau, innere Mittellinie durch einige dunkle Fleckchen an-
gedeutet, grade, etwas schräg gestellt, Zellmakeln dunkel aus-
gefüllt, Ringmakel rund, etwas heller umzogen, Nierenmakel
schmal, Wellenlinie verloschen, leicht geschlängelt, innen dunkler
angelegt, Saumlinie dunkel, schwach, unterbrochen, Fransen
bräunlichgrau ; Htfl. aschgrau, dunkler als die vorderen, zeich-
nungslos. Saum in der Mitte eingebuchtet, Fransen etwas
lichter. Unterseite stark glänzend, Vdfl. blass bräunlich, im
Spitzenteil wenig dunkler, Htfl. lichter, beide mit dunklem
Mittelfleck, sonst zeichnungslos. Fühler borstenförmig, beim d’
ganz kurz gewimpert Palpen schmal, Mittelglied leicht ge-
krümmt, Endglied dünner und viel länger als bei Amphidr.
agrotina Stgr., Thorax anliegend behaart, Hinterleib schmal,
lang gestreckt, beim cd’ mit starkem, gelblichem Afterbusch.
Das 2 etwas dunkler als das J‘, Vdfl. unterseits ohne Mittelfleck.
Eine unscheinbare, aber keiner anderen nahe Art, der
Hampson den Platz bei agrotina Stgr. anwies,
Ostturkestan, Chamil-Hami, ein gutes Paar, 1908 (Rückbeil).
19. Athetis (Caradrina) scotoptera n. sp. Taf. III Fig. 18
Spannweite 24 mm, Vdfllänge 11 mm. Vdfl schwarzbraun,
sehr undeutlich gezeichnet, innere Mittellinie grade, schräg, aus
kleinen, schwarzen, wurzelwärts bräunlich angelegten Bogen be-
stehend, äussere Mittellinie im oberen Teile saumwärts aus-
gebogen, gleichmässig und spitz gezähnt, aussen bräunlich an-
gelegt, Rundmakel nicht erkennbar, Nierenmakel dunkel aus-
gefüllt, an ihrer Saumseite ein bräunliches Fleckchen, bei einzelnen
Stücken auch weissliche Punkte, Saumfeld dunkler, Wellenlinie
in kleine, bräunliche Fleckchen aufgelöst; Htfl. weiss, vor dem
Saume mit schmalem, grauem Anfluge, Rippen und Saumfeld
dunkler. Unterseits die Vdfl. weisslichgrau, mit dunkler, nicht
bis zum Innenrand reichender Bogenlinie und etwas dunklerer
Nierenmakel, Htfl. weiss, am Vorderrand schwarzgrau bestäubt,
Bogenlinie deutlich, vom Vorderrand bis zur Mitte reichend,
Mittelpunkt scharf, Saumlinie deutlich, unterbrochen. Fühler
ganz kurz gewimpert, Palpen schwarz, Endteil des Mittelgliedes
und letztes Glied weisslich, Kopf und Thorax schwärzlich braun,
Hinterleib blassgrau. cd’ mit etwas stärkerem, dunklem Anfluge
der Htfl.
Die Art ist klein und ziemlich schmächtig gebaut, durch
den Gegensatz der dunkeln, eintönigen Vdfl. und der weisslichen
Htfl. leicht kenntlich. Die etwas ähnliche germainii Dup.,
für die sie zuerst gehalten wurde, ist kräftiger gebaut, Vdfl.
48 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
—
mit weisslicher Wellenlinie, Nierenmakel aussen deutlicher weiss
und gelb punktiert, Rippen der Htfl. nicht dunkler, Unterseite
beider Flügel ohne Bogenlinie.
Herr J. Paulus in Jerusalem sandte mir ausser einigen
dort gefangenen Stücken Anfang Oktober 1908 eine Anzahl
Eier, die Raupen waren denen von quadripunctata F.
u. s. w. sehr ähnlich, die nicht nennenswert abändernden Falter
erschienen Ende März und Anfang April 1909, dann eine weitere
Generation im November 1909.
20. Athetis (Caradrina) grisea Ev. var. nov. apatetica.
Taf. III Fig. 26 d. — Eine aus Ostasien (Sajan, Irkutsk,
Baikalsee, Pokrofka, Kasakewitsch) mehrfach vorliegende Form
ist dunkler als die typische grisea Ev. aus dem südlichen
Uralgebiet, insbesondere sind die Htfl. nicht weiss, sondern grau,
dagegen stimmen die Zeichnungsanlage, der Fühlerbau und die
Form der Afterklappe so gut, dass ich sie als eine Lokalform
der grisea betrachte, zu der ich auch cinerascens Tegstr.
und rougemonti Spul. rechne. Ich bemerke, dass ich
grisea Ev. nicht mit montana Brem. = petraea Tengstr.
verbinden kann, obgleich Eversmann offenbar später Stücke der
montana als grisea in die Sammlung gesteckt und an seine
Freunde geschickt hat, die massgebende erste Beschreibung passt
aber garnicht auf montana und sehr gut auf die von mir da-
für angesprochene, von Bartel mehrfach im südlichen Ural
wiedergefundene Form, die auch Hampson dafür ansieht. Ob
montana im südlichen Ural vorkommt, ist mir nicht bekannt,
auch scheint es mir gewagt, mit Hampson für sie den Namen
menetriesii Kretschmar anzunehmen, da der Autor bei
der Beschreibung anscheinend mehrere Arten vermengte.
Die hier beschriebene apatetica sieht manchen Stücken
der sehr veränderlichen selini B. täuschend ähnlich, unter-
scheidet sich aber durch die doppelt so lang gewimperten Fühler
und die ganz anders geformte Afterklappe des 0’. Bei selini
ist übrigens der Fundort Sarepta zu streichen, die von Stgr.
dafür angesehenen Stücke von dort gehören zu anderen Arten.
Der abgebildete S der apatetica ist von Pokrofka (L.
Graeser).
21. Catocala kusnezovi n. sp. Taf. III Fig. 1 0" — Spann-
weite 46 mm, Vdfllänge 23 mm. Nahe verwandt mit optima
Stgr. (Taf. III Fig. 19 9), hauptsächlich verschieden durch den
Verlauf der kurzgezackten, äusseren Mittellinie. Bei kusne-
zovi tritt diese im oberen Teile in spitzem Winkel saumwärts
vor, macht dann wurzelwärts einen grossen flachen Bogen und
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 49
bildet über dem Innenrand wurzelwärts einen spitzen Winkel,
bei optima Stgr. tritt die Spitze im oberen Teil viel weniger
saumwärts vor, die Linie ist fast rechtwinklig gebrochen und
darunter wurzelwärts kaum ausgebogen, bei der entfernter stehen-
den timur B.-Haas (Taf. III Fig. 2 S') tritt die Linie in zwei
scharfen Spitzen zum Saume vor und springt dann viel stärker
wurzelwärts zurück. In Grösse und Färbung steht kusnezovi
in der Mitte, optima ist etwas grösser, hat reiner und etwas
dunkler graue Vdfl. und tiefer rote Htfl., timur hat ausge-
sprochen bräunlichgraue, dunkel gewölkte Vdfl. und hellere,
ziegelrote Htfl. Die ebenfalls nahe amabilis B.-Haas ist von
den 3 anderen durch die unterbrochene Saumbinde der Htfl.
und die hinter der Mitte licht hervortretenden Rippen der Vdfl.
verschieden.
Syr-Daria, Baigacum, Anf. Juli 1913, 11 do’ 2 22 (W.
Koshantschikoff), ausserdem 1 2 von Kuldja (Rückbeil), das
früher zu optima gezogen und von Hampton Cat. Lep. Phal. XII
p- 85 erwähnt worden ist. Von Baigacum erhielt ich auch 2
mit einer Cotype von Kuldja übereinstimmende Paar von optima
während ich timur B.-Haas aus Transkaspien von Merw und
Imam-Baba, ausserdem von Kaschgar besitze, alle 3 Arten be-
sitzen sonach eine ziemlich weite Verbreitung in den Steppen-
gegenden Mittelasiens.
Ich benenne die neue Art zu Ehren des Herrn Custos N.
J. Kusnezov in St. Petersburg.
22. Spintherops depressa n. sp. Taf. III Fig. 6. —
Spannweite 40 mm, Vdillänge 19 mm. Vdfi. breit, nach der
Wurzel hin wenig verschmälert, aschgrau, die Querlinien ver-
waschen, breit, die innere Mittellinie grade, unterbrochen, am
Innenrande nahe der äusseren Mittellinie mündend, diese im
oberen Teile leicht gezackt und saumwärts ausgebogen, unter
der Zelle scharf wurzelwärts einbiegend, dann grade zum Innen-
rand, Saumfeld dunkler grau, Fransen breit mit gelblicher
Wurzellinie; Htfl. aschgrau, im Wurzelteil nur wenig heller,
Fransen wie auf den Vdfl. Unterseite graugelb, mit ganz ver-
loschener Bogenlinie und dunkler Saumbinde, ohne Mittelflecken,
Fühler sehr kurz gewimpert, Palpen mit kurzem, dickem End-
glied, dicht behaart, ebenso Stirn und Thorax, Hinterleib abge-
flacht. ? etwas grösser und dunkler.
Bei der weit grösseren lia Püng. einzureihen, nicht so
breitflügelig wie cataphanes Hb., Vdfl. wurzelwärts weniger
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914, ıv
—_
50 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
verschmälert als bei dilucida Hb., von beiden durch die
verwaschene Zeichnung, das Fehlen der Wellenlinie und den
kräftigen Bau verschieden.
Ein Paar aus T'ranskaspien, Aschabad (R. Tancre).
23. Anaitis bohatschi n. sp. Taf. III Fig. 9. — Spann-
weite des d’' 33 mm, Vdfllänge 16 mm. Vdfl. aschgrau mit
schwarzgrauen Zeichnungen, im Wurzelfeld die Subkostale fein
dunkel. dahinter eine unter dem Vorderrand spitzwinklig ge-
brochene, feine Linie, Mittelfeld innen von einer schrägen,
schmalen, im oberen Teil dunkel ausgefüllten Binde begrenzt,
vor dieser wurzelwärts eine verwaschene, dunkle Linie, aussen
von einer etwas breiteren, wellig begrenzten und leicht ge-
schwungenen, dunkel geteilten Binde eingefasst, Spitze mit
dunklem Teilungsstrich, von dessen Ende aus eine leicht ge-
wellte Doppellinie durch des Saumfeld ziehend, Saumlinie deut-
lich, Fransen grau, weisslich gescheckt; Htfl. mattgrau. Unter-
seits die Vdfl. grau, Zellstrich schwach, die Mittelbinden durch-
scheinend, am Vorderrand ein dunkler Strich als Beginn der
äusseren Mittelbinde, Fransen schärfer gescheckt als oben, Htfl.
weisslichgrau mit feinem Mittelpunkt. 2 etwas kleiner.
Der weit grösseren praeformata Hb. in der Zeichnungs-
anlage ähnlich, ohne rote Einmischung, der obere Teil der
Linie im Wurzelfeld und der inneren Mittelbinde nicht so tief
schwarz, die äussere Mittelbinde schärfer, unter dem Vorderrande
deutlich abgesetzt, die Doppellinie im Saumfeld deutlicher.
Ein gut erhaltener d' und ein beschädigtes 2 aus der Samm-
lung meines verstorbenen Freundes Otto Bohatsch in Wien, nach
dem ich die Art benenne. Fundort Andalusien, Algezares (Max
Korb.) j
24. Eilierinia unimacularia n. sp. Taf. II Fie.8 9 —
Spannweite 33 mm, Vdfllänge 17 mm. Vdfl. fein und gleich-
mässig beschuppt, blass bräunlichgrau, Mittelfeld etwas dunkler,
von 2 graden, fast parallelen, braunen, an den abgekehrten Seiten
weisslich begrenzten Streifen eingefasst, in ihm eine fast recht-
eckige, den Vorderrand nicht erreichende, grau ausgefüllte Makel,
Saum unter der dunkel geteilten Spitze kaum merklich ausge-
schnitten und etwas dunkler gefleckt; Htfl. weisslich, am Innen-
rand grauer, Mittelfleck und Bogenlinie durchscheinend. Unter-
seite weisslich, mit Ausnahme des Vorderrandteiles der Vdfl.
braun bestäubt, Mittelmakel der Vdfl. grau, äussere, allein vor-
handene Mittellinie kräftig, grade, im unteren Drittel verloschen,
etwas mehr saumwärts gerückt als oberseits, Htfl. mit dickem,
rundem Mittelfleck und kräftiger Bogenlinie. Fühler borsten-
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 51
förmig, beim 2 dünner, Palpen verhältnismässig kräftig, Stirn
und Beine ohne Auszeichnung.
Ussuri-Gebiet, Tjutjuje, 1 frisches Paar, 1909 (W. Mau).
Ein reines 2 aus Ostsibirien, Tataurowo an der unteren Selenga,
8/21/V 1912 (J. Tief) ist etwas kleiner, von ausgesprochen brauner
Färbung, die Mittelmakel der Vdfl. schmaler.
Die neue Art weicht von der Gattungstype cordiaria
Hb. durch den viel schwächeren Ausschnitt unter der Vdflspitze
und die stärkeren Palpen ab, passt aber sonst gut dahin.
25. Gnophos sproengertsi n. sp. Taf. III Fig. 17 0,
Fig. 25 2 Unterseite. — Spannweite 29 mm, Vdfllänge 16 mm.
Grundfarbe weisslich mit leicht gelblichem Anfluge, grau be-
stäubt und gestrichelt. Mittellinien auf den Vdfl. am Vorder-
rande fleckig verdickt, die innere fast grade, wenig gezackt,
nicht bei allen Stücken deutlich, die äussere scharf, auf den
Rippen kurz gezackt, vom Vorderrand aus in flachem Bogen
saumwärts ziehend, dann leicht geschlängelt, Mittelfleck eiförmig,
licht gekernt, Saumfeld besonders im Spitzenteil etwas stärker
grau gewölkt, auf dem Saum wenig scharfe, dunkle Punkte oder
kurze Striche; Htfl. mit grösserem, ebenfalls licht gekerntem
Mittelfleck und scharf gezackter Bogenlinie, Saum wie auf den
Vdfl. schwarz punktiert, leicht gewellt, zwischen Rippe 4 und 6
flach ausgeschnitten. Unterseite weisslich, etwas grau bestäubt,
mit kleineren und weniger scharfen Mittelflecken, hinter der
undeutlichen Mittellinie bandartig heller, Saumfeld auf den Vafl.
gleichmässig dunkler grau mit hellerer Spitze, auf den Htil.
schwächer grau, Fühler des 5 mit verhältnismässig kurzen,
nach dem Ende hin deutlich verdickten Kammzähnen, die des 2
schwach sägezähnig, Hinterschienen des JS’ mässig aufgetrieben,
beide Geschlechter gleich gross.
Bei der veränderlichen dilucidaria Hb. einzureihen,
kleiner und mit kürzeren Vdfl., oberseits ähnlich gezeichnet,
unterseits besonders durch die hellere Binde vor dem dunklen
Saumfeld verschieden, von ihr und den anderen Arten mit voll
entwickelten 2? durch die kürzeren, deutlich verdickten Kamm-
zähne der männlichen Fühler abweichend, die denen der
caelibaria HS. v. spurcaria Lah. gleichen.
Den ersten, stark geflogenen S° dieser Art fing ich am
26. Juli 1891 bei St. Martin-Vesubie, Alp. marit., an einem
Felsblock, Bohatsch und ich kamen schon damals zu der Ueber-
zeugung, dass eine uns unbekannte, durch die Fühlerbildung
ausgezeichnete Art vorläge. Mitte Juli 1912 fing dann Herr
J. R. Spröngerts aus Artern. dem ich die Art widme, bei St,
52 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914,
Martin ein frisches 2 und Mitte Juli 1913 noch 2 do’ 1% am
Licht, von denen der eine d° oberseits grauer, weniger gelblich,
das eine 2 unterseits dunkler, auf den Htfl. mit ausgebildeter
Randbinde versehen ist.
26. Selidosema modestaria n. sp. Taf. III, Fig. 16 9. —
Spannweite 25 mm, Vdfllänge 14 mm. Vdfl. blass bräunlich-
grau, ganz sparsam dunkler gestrichelt, im Saumfeld dunklere
Staubfleckchen, ohne Querlinien, Mittelfleck länglich, dick; Htfl.
blassgrau mit schwachem. kleinem Mittelfleck. Unterseits die
Vafl. blassgrau mit diekem, dunklem Mittelfleck, Htfl. weiss-
lichgrau, sparsam dunkel gestrichelt, Mittelfleck klein. Fühler
mit ziemlich langen, nach der Spitze hin kürzeren Kammzähnen,
Stirn aufgetrieben, Hinterschienen nicht verdickt.
Bedeutend kleiner und schmächtiger als ericetaria Vill.,
die Kammzähne der Fühler nicht so buschig und zur Spitze hin
an Länge abnehmend, Stirn stärker aufgetrieben, Palpen kürzer.
Syr-Daria, Baigacum, 1 frischer d° Mitte September 1913
(W. Koshantschikoff).
27. Pseudopsyche endoxantha n. sp. Taf. III Fig. 3 d". —
Spannweite 23 mm, Vdfllänge Il mm. Flügel halbdurchsichtig,
sparsam schwarz bestäubt, Rippen schwärzlich, Saumlinie schwärz-
lich, ziemlich stark, Fransen schwarzgrau. Vdfl. schmal und lang
mit schrägem Saum, bis zur Mitte der Zelle lebhaft gelb beschuppt,
dahinter bindenartig dunkel bestäubt; Htfl. im Wurzelfeld sparsam
gelb bestäubt, Innenrand dunkel, Afterwinkel gerundet, nicht vor-
tretend. Unterseite blasser als die obere, überall schwach gelb
bestäubt. Körper lebhaft gelb und lang behaart, Palpen dunkel,
lang behaart, Fühler dünn, scharf sägezähnig, gelblich, Brust
dunkel. Beine gelblich, Hinterleib kurz.
Wesentlich kleiner und schmächtiger als dembowskyi
Obth., schmalflüglicher, dunkler bestäubt und gesäumt, Rippen
nicht so dick, Vdfl. fast bis zur Mitte gelb, Afterwinkel der
Htfl. nicht ausgezogen, Fühler stärker gezähnt.
Nach Dr. Jordan gehört die Art einer neuen Gattung an,
die ich aber ohne Kenntnis des J° nicht aufstellen mag.
Amurgebiet, Kasakewitsch, ein reines 2 25. Mai 1907
(Max Korb).
28. Jno mystrocera n. sp. Taf. III Fig. 12 S. — Spann-
weite 16 mm, Vdfllänge 7!/; mm. Vdfl. schmal, dicht beschuppt,
lebhaft grün, wenig glänzend, Fransen schwarzgrau; Htfl. schwarz,
ebenfalls dicht beschuppt. Unterseite dunkelgrau, Htfl. in der
oberen Hälfte der Mittelzelle mit spärlichen, grünen Schuppen.
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 53
._—_
Palpen verhältnismässig dick, schwarz, Fühler kammzähnig, am
Ende mit länglicher, löffelartig eingedrückter Verdickung, Kopf
und Thorax glänzendgsrün beschuppt, Hinterleib schwarz, Beine
stellenweise grün angeflogen.
Wohl die kleinste Art der Gattung, der capitalis Stgr.
am nächsten, schmalflügeliger, dichter beschuppt, die Htfl. viel
dunkler, mit ähnlich umgebildetem, aber schmalerem und län-
gerem Fühlerende. Die kurze, lateinische Diagnose der mir
fremden Jno duskei Gr. Gr. von Bampur, Nordpersien, passt
nicht, auch Dr. Jordan bezeichnete mir die Art als neu.
Nordpersien, Schakuh, 1 frischer 9, 1907 (Emil Funke).
29. Jiliberis laeva n. sp. Taf. III Fig. 13 . — Spann-
weite 17 mm, Vdfllänge 8 mm. Alle Flügel schwach durch-
scheinend, etwas glänzend mit dunkleren Rippen; Vdfl. blau-
grün, kurz, mit gerundeter Spitze; Htfl schwarzgrau. Unterseite
grau, stärker glänzend. Fühler mit kräftigem, grünlichem Schaft
und mittellangen, gegen die Spitze kürzeren, schwarzen Kamm-
zähnen, Kopf und Thorax blaugrün, Hinterleib und Beine
schwärzlich mit blaugrünem Anflug.
China, Süd-Schantung, Jentschou, 2 SS’ Mitte August 1907,
vom Missionshaus in Steyl erhalten, Dr. Jordan unbekannt.
30. Dipsosphecia tenebrosa n. sp. Taf. II Fig 11 2. —
Spannweite des S 26 mm, Vdfllänge 12 mm. Vdfl. braun-
schwarz, ein Streifen am Innenrand und ein Fleckchen hinter
der Querrippe orangerot, über dem Innenrand und in der Mittel-
zelle ein Glasstreifen, hinter der Mittelzelle ein kleines, drei-
teiliges Glasfeld; Htfl. durchsichtig, Saumteil, Fransen, Rippen
und der kräftige Mittelfleck schwarzbraun. Unlerseite etwas
matter, der rote Mittelfleck der Vdfl. kleiner. Körper sehr
kräftig, ganz schwarz, die Schulterdecken mit gelblichem Fleck.
Mittelglied der Palpen stark behaart, Fühler kräftig gewimpert,
Afterbüschel breit, seitlich gelb. Spannweite des 2 30 mm,
die durchsichtigen Stellen und der rote Fleck der Vdfl. kleiner
als beim /, Htfl. im Saumteil und an der Wurzel stark ver-
dunkelt.
Nahe der gruneri Stgr, mein ® dieser Art (Taf. II
Fig. 20) hat glänzend weisse Stirn, weisslichen Halskragen,
gelbe Sättel des zweiten und vierten Hinterleibringes, schmalen,
ganz dunklen Afterbüschel, zu 2/; gelb und orange gefärbte
Hinterschienen, schwächeren Mittelfleck der nicht dunkel be-
stäubten Htfl. und nur einen feinen Glasstreifen hinter der
Querrippe der sonst ganz dunklen Vdfl. Dies 2 ist „Asia min.
54 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
centr., Tschaudschiköi, Steppe, 26. 6. 1900, Korb“ bezettelt,
die Hinterbeine sind abgebrochen und wieder angeklebt, wobei
wohl die Mittelsporen verloren gegangen sind.
Der vorstehend beschriebene J der tenebrosa ist irr-
tümlich im Seitz als gruneri Stgr. abgebildet, die echte
gruneri habe ich erst später erhalten.
31. Chamaesphecia koshantschikovi n. sp. Taf. III Fig. 10
@. — Spannweite 26 mm, Vdfllänge 12 mm. Vdfl. schwarz,
dicht beschuppt, vor dem Saume hellere Fleckchen, Längsfeld
ganz beschuppt, Keilfeld schmal, äusseres Glasfeld so breit wie
hoch, vierteilig, aussen grade abgeschnitten, die Rippen in
beiden Glasfeldern und teilweise diese selbst weiss beschuppt ;
Htfl. mit dunklem Saum, breiten grauschwarzen Fransen und
dickem Mittelfleck, Rippe 2 und 3 dicker beschuppt. Unterseite
matter schwarz, sonst gleich der oberen. Körper schwarz, kräf-
tig; Palpen schlank und dünn, über der Mitte schmal weisslich
beschuppt; Thorax mit kurzem, hellem Mittelstreif, am Hinter-
rand 2 helle Fleckchen, Schulterdecken fast ganz gelbweiss;
Hinterleib in den Seiten und über die Mitte weiss gefleckt, der
vierte Ring hinten weiss gerandet, Afterbüschel in der Mitte
mit einigen weissen Haaren. Unterseits die Brust seitlich mit
mehreren weissen Flecken, Beine dunkel mit weisslichen Stellen,
Bauch ganz dunkel.
Nahe der cirgisa Bartel, von meiner stark geflogenen,
weiblichen Kotype verschieden durch die schwarze Gesamtfär-
bung, kürzere Vdfl. mit nur 2 Glasfeldern, den dicken Mittel-
fleck der Htfl. und die dunklen, bei cirgisa weissen Palpen
und Vorderhüften.
Syr-Daria, Baigacum, 1 reines ® 13/26/VII 1913 (W.
Koshantschikoff), ein zweites 2 besitz Herr Philipps in Köln.
Ich bringe auf Tafel III noch die Typen folgender, von mir
in der Societas entomologica Jahrg. XIX beschriebener Arten
zur Abbildung:
Fig. 4. Epipsilia (Agrotis) proterva d’
Fig. 5. Chamyla vecors d’
Fig. 14 und 15. Lycophotia (Agrotis) oreas 0
Fig. 21. Isochlora leuconeura d
Fig. 22. Discestra (Mamestra) eremistis d
Fig. 23. Euxoa (Agrotis) impexa d
ferner in Fig. 7. die Type von Euxoa (Agrotis) norvegica
Stgr.
Zum Schluss gebe ich noch einige Berichtigungen:
Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren.
an
ia
—
Die von Hampson, Cat. Lep. Phal. IV p. 331 pl. 67 Fig.
23 als Euxoa turbans Stgr. beschriebene Art ist nach Ver-
gleich der Type eine andere Art, die ich disturbans nenne.
Für Lasiestra meraca Püng. Iris XIX (1906) F. 90
Taf. VII Fig. 2 hat nach Vergleich der Type als älterer Name
extrita Stgr. Stett. v. Z. 1838 F. 23 Stgr. Rbl. Cat. N.:
1793 einzutreten, die von Hampson, Cat. Lep. Phal. VI p. 389
Pl. 105 Fig. 5 für extrita Stgr. gehaltene Bryomima nenne
ich ımwextrita.
Hadula impia Püng. Soc. Ent. XIX S. 153 (1905),
Hamps. Cat. Sep. Phal. p. 248 und 608, Pl. 92 Fig. 2 fällt
nach Vergleich der Type mit der von Stgr. als Varietät der
Hadena zeta Tr. beschriebenen zetina Stgr. Iris XI S. 342
(1899), Stgr. Rbl. Cat. N.: 1674 a) zusammen.
Bücherbesprechungen.
Biologie der Eupithecien von Karl Dietze, Ingenheim an der Berg-
strasse. Zweiter Teil, mit 4 Tafeln Abbildungen in Lichtdruck.
Ein Band in folio in solider Stoffmappe. Kommissionsverlag von
R. Friedländer & Sohn, Berlin N. W. 6.
Den ersten Teil dieser grosszügig angelegten Arbeit konnte ich
vor einigen Jahren in der Iris Band XXV 1911 pag. VII besprechen
und folge heute gern dem Rufe, auch den 2. Teıl einer kurzen Besprech-
ung zu unterwerfen. Ich wende den Ausdruck kurz an, denn wollte man
den Wert der Dietzeschen Arbeit ganz würdigen, dann müsste man nicht
nur wenige Seiten, sondern selbst einen kleinen Band als Besprechung
bringen.
Auch zu dem 2. Teil gibt Dietze ein Vorwort. Auch aus diesem
Vorwort erkennen wir, mit welcher grossen Liebe der Autor seine Lieb-
linge behandelt hat, welche Arbeitsfreudigkeit ihn beseelt hat. Ich kann
es mir auch heute nicht versagen, an dieser Stelle das Vorwort zum 2.
Teile der Eupithecien wörtlich zu bringen:
„Es war am Öster-Sonntag. Ich lag, zwischen blauen Ane-
monen ausgestreckt im Kastanien-Hain, oben — bei Camaldoli. Rings
herum Friede und neues Hoffen! Ich wollte den Frühlingszauber,
der mich umgab, den Blick auf die häuserumkränzte Bucht von Neapel,
die Inseln, das weite Meer, die jagenden Wölkchen über mir, oder
irgend etwas anderes mit Farbe und Pinsel festhalten, — denn ich
war Maler.
Da kam ein gelb-bunter Falter, Thais polyxena, setzte sich
neben mich hin und heftete ein Ei an die Unterseite eines Aristo-
lochien-Blattes.
Dieser Vorgang lösste im Gehirn eine Vorstellung, die lange
dort geruht hatte: Ich erinnerte mich der glücklichen Zeit, da ich
56 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
als Knabe Naturalien sammelte und sie abbildete, in der Absicht,
im späteren Leben mich ganz damit zu beschäftigen.
Jugend-Träume gehen selten in Erfüllung. Du wirst es an Dir
selbst wohl auch erfahren haben! Doch für mich schien jetzt die
Stunde gekommen, den stillen Wunsch in die Tat umzusetzen. Ich
klappte das Skizzenbuch zu und beschloss, es nicht zu öffnen, bis
diese, nun fertige Arbeit, getan sei. So entstand sie. Sie wuchs
und gedieh. Eine kleine Schar lieber Freunde hat mich treulich
dabei unterstützt.
Mit der Herausgabe der farbigen Tafeln, mit der Erklärung
ihres Inhaltes, und mit der Einführung dazu, sollte mein Anteil
daran erschöpft sein. Es war die Sprache, in der ich zu Dir reden
wollte, die Sprache, die allein ich beherrsche. Damit habe ich mein
Bestes schon gegeben.
Nun wünschte der Verleger, und auch Du verlangst es mit
Recht, dass ich in Deiner Sprache — durch die Schrift — zu Dir
rede und erkläre, was an den Bildern Bemerkenswertes zu sehen sei.
Dies zu tun wurde mir schwer. Wohl bin ich bei Tag und bei
Nacht oft draussen in der freien Natur gewesen, habe das, worüber
ich schreiben soll, selbst beobachtet. Aber sieh, das Schreiben liegt
mir nicht! Auch hat die Sehkraft im täglichen Beruf und bei dem
Aufzeichnen der Tafeln stark gelitten. So sehr, dass es nicht mehr
möglich war, Alles nachzulesen, was zu wissen für die Abfassung
des Textes nötig war. Schon habe ich diktieren müssen. So sind
die einzelnen Sätze nicht vorher scharf durchdacht, geläutert und
zugefeilt worden. Der Stil ist kein fliessender. Dazu kommt, dass
das gesprochene Wort nicht immer richtig geschrieben wurde.
Mit bangem Herzen lasse ich den zweiten Teil der Arbeit jetzt
in die Welt hinausgehen. Wird er Deinen Ansprüchen auch genügen ?
Du hättest ihn gewiss viel besser gemacht. Seine Schwächen sind
mir wohlbekannt. —
Gefällt es Dir nicht, gut, so leg’ ihn still zur Seite. Das
wird mich nicht kränken.
Aber die Bilder, die farbigen Tafeln, bitte, halte sie heilig.
Sie sind eine andere Form dessen, was Du Gebet nennst. Sie ent-
standen aus reiner Liebe zur Natur, aus Liebe zur Wahrheit, aus
unser aller ehrlichem Ringen nach der letzten Erkenntnis.
Jedes einzelne Blatt ist ein Stück verbrauchter Lebenskraft, ein
Stück Hoffen, ein Stück Enttäuschung, ein Stück neuen Wagemutes!* —
Wenn Dietze hier in diesem Vorworte schreibt, dass er den 2. Teil
seines Werkes bangen Herzens hinausgehen liesse, weil er fürchtet, dass
er nicht allen Ansprüchen genüge, so möchte ich ihm zurufen: Allen,
mein sehr verehrter Herr Dietze, kann man es nicht recht machen,
Nörgler und Neider gibt es immer; für solche Leute ist Ihr Werk wohl
auch nicht geschrieben! Wir aber, Ihre Freunde und Bewunderer, werden
uns an die letzten Sätze Ihres Vorwortes halten, denn wir wissen die grosse
Liebe zur Natur und zur Wahrhelt, die aus Ihrem Werke uns entgegen-
leuchtet zu schätzen, wir erkennen gern an, welche unendliche Mühe Sie
aufgewandt haben, um uns Ihre Lieblinge in Wort und Bild vorzuführen,
und wir verstehen es ganz, dass mit dieser Arbeit so manche Enttäuschung,
gewiss aber auch so manche freudige Ueberraschung verbunden war.
Nach dem Vorwort lässt Dietze dann einen allgemeinen Teil folgen.
Es spricht sich hier darüber aus, warum er mit den scheinbar niedrigsten
und mutmasslich ältesten Arten anfangen will. Wie es in der Natur
Bücherbesprechungen. 57
des ganzen Dietze’schen Werkes liegt, lässt der Autor sich hierbei haupt-
sächlich von biologischen Beobachtungen leiten. So werden denn, nach-
dem Dietze auch die im ersten Teile gestellte Frage, was eine Eupithecia
sei, beantwortet hat, das Ei, die Raupe, die Puppe und der Falter
besprochen.
Ueber die abwechslungsreiche Skulptur des Eies hat uns Draudt
nach dem Material von Dietze eine sehr interessante Arbeit (in der Iris
1905) mit 6 Tafeln, die Mikrophotogramme der Eierschale bringen, ge-
liefert; auf Tafel 81 und 82 der hier zu besprechenden Arbeit hat Dietze
dann diese Abbildungen, mit Hinzufügen von einigen neuen Bildern, nochmals
zum Abdruck gebracht. Wenn man den Abschnitt — Ei — bei Dietze
liest, dann wird man als Fachmann erst so recht erkennen lernen, mit
welchem unendlichen Fleiss, mit welcher grossen Mühe der Autor seine
Beobachtungen gemacht hat, wie so viele Stunden seines Lebens muss
er geopfert haben, um solche Beobachtungen machen zu können. Wie
oft und wie anhaltend muss Dietze beobachtet haben, um nur einen Satz,
wie den folgenden auf pag. 5 11. Teil niederschreiben zu können! — „Es
sind immer nur einzelne Eier, die jeweils abgelegt werden. Und zwar
geschieht dies fast regelmässig so, dass die Breitseite als Haftfläche dient
Die Zwischenräume, in denen die Eier zeitlich abgelegt werden, richten
sich nach der Lebensdauer des Falters. Bei langlebigen sind sie grösser,
bei kurzlebigen kleiner. Die langlebige innotata legte allnächtlich 3—6
Eier, insigniata bis zu 10; bei helveticaria wurden deren weniger gezählt.
Die Zahl der im ganzen abgelegten Eier ist bei Eupithecien nicht sehr
gross, sie schwankt sowohl bei den einzelnen Arten als bei den Indivi-
duen. Meist sind es S0—100 (innotata, insigniata); es können auch bloss
50 oder weniger sein (illuminata) oder aber es sind bis zu 200 (gratiosata)“.
Nach dem Ei wird die Raupe und die Puppe zur Besprechung ge-
bracht und zwar an der Hand wunderbar schöner Abbildungen, die im
ersten Teile veröffentlicht worden sind. Schon vor bald 13 Jahren be-
gann Dietze einige dieser herrlichen Abbildungen mit ausführlichen Be-
schreibungen in der Iris zu bringen (vergl. Iris 1900 p. 95, Taf. I; 1901
p. 159 und 251, Taf. IV; 1906 p. 55 und 121, Taf. III), damals wurde
bald der Wunsch laut, dass Dietze sein ganzes Material der Allgemein-
heit zugänglich machen möchte. Heute ist dieses nun Wirklichkeit ge-
worden, indem uns der Autor die Abbildungen und den Text seines Wer-
kes geschenkt hat. Auch bei dem Abschnitt — Raupe — muss man wie-
der die grosse Befähigung Dietzes beim Beobachten, beim Belauschen
der Natur bewundern. Was er uns da erzählt, sind alles Tatsachen, die
sich durch hundertfaches Beobachten in der freien Natur und im Zucht-
kasten ergaben, wir gewinnen beim Lesen die Ueberzeugung, dass der
Autor ganz gründlich zu Werke gegangen ist und dass nicht nur ein
einziger, vielleicht noch dazu zufälliger Vorgang für ihn massgebend war.
Weite Reisen wurden unternommen, um eine Art zu erlangen und zu be-
obachten, seine ganze Kraft setzte Dietze nur für eine Gattung Schmetter-
linge ein; gerade letzteres war der Grund, dass das Eupithecienwerk nun
in einer Vollendung vor uns liegt, wie wir bis heute ein gleiches Werk
über eine andere Faltergattung noch nicht haben.
Nachdem dann noch von dem Autor so manches Interessante über
den Falter gesagt worden ist, beginnt der — besondere Teil — die Auf-
zählung und Besprechung der einzelnen Arten. Auch hier wird alles
“gründlich erörtert und auch hier bewundern wir den Meister, der sein
Bestes dem Leser gibt. (Man lese nur die Bemerkung zu innotata pag. 127
nach.) Es kann nicht meine Sache sein, etwas zu den einzelnen Arten
58 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
zu bemerken, dies muss ich solchen Herren überlassen, die sich eingehend
mit Eupithecien beschäftigt haben. Bedauern wird es jeder, der das
Werk von Dietze liest, dass es nur die sogenannten palaearktischen Arten
sind, die uns in Wort und Bild vor geführt werden, und dass wir nur
schwer hoffen können, auch die exotischen Eupithecien in ähnlicher
Vollendung aus der Hand des besten Kenners dieser kleinen Schmetter-
linge bearbeitet zu afsehen, Schrieb mir doch der Autor in einem Briefe
vom 11.10.1913: — „Damit schliesst meine entomologische Tätigkeit der
leidenden Augen w wegen gänzlich ab. Vielleicht "wird ein Jüngerer
und Besserer die exotischen Eupithecien in ähnlicher Weise bearbeiten“
diesen Jüngeren nennt Dietze in seinem Briefe auch, ob dieser se
sein Urbild aber erreichen wird, das wird abzuwarten sein.
Zum Schluss finden wir dann eine Erklärung zu Tafel nn ein
alphabetisches Verzeichnis der Namen aus den Teilen 1 und 2 2, nebst
Angabe der Urbeschreibung; Autor-, Literatur-Verzeichnis und Druck-
fehler-Berichtigungen beschliessen das Werk.
Möge auch der 2. Teil des Dietze’schen Werkes denselben Anklang
finden, wie der erste Teil mit seinen prächtigen Tafeln, möge dieses
Werk ein Vorbild sein für Spezialsammler, wie eine Gattung, eine Fa-
milie bearbeitet werden soll.
Radebeul, Januar 1914. CHR.
Sosnosky, Th. v., Exotische Falterpracht — 56 exotische Schmetter-
linge in ihren Originalfarben auf 6 Tafeln mit 5 erläuternden Text-
seiten (Gr. Quart). Verlag von A. Seemann, Leipzig. Preis 3 Mk.
Nicht an den Systematiker, dem ja Bildwerke in grosser Zahl, wenn
auch nicht immer in gleich vollendeter Ausführung, zur Verfügung stehen,
wendet sich diese bemerkenswerte Erscheinung des Buchhandels, sondern
an jeden für die Schönheit und Pracht exotischer Falter Empfängli hen,
an die heranwachsende Jugend, den Künstler und den Lehrer, für die
die Beschaffung der Naturobjekte in Anbetracht ihrer Vergänglichkeit
zu kostspielig ist. Die in ganz hervorragend vollendeter, mechanischer
Weise (Chromoautotypie) hergestellten farbigen Tafeln, sind im hohen
Grad imstande die Natur zu ersetzen, so dass sie z. B. unter Glas dem
Schüler vorgelegt, weit besser als verblasste und beschädigte Schul-
sammlungen eine Vorstellung von der exotischen Falterpracht geben
können. Auch der mit dem Hantieren so gebrechlicher Modelle, wie es
Schmetterlinge sind, nicht vertraute Kunsteewerbler wird diese Abbil-
dungen bei dem erstaunlich niedrigen Preise gerne als Vorlage benützen,
so dass sicher auch das Erscheinen eines weiteren Heftes, das mehr wie
das erste, auch die indo-australische Grossfalterpracht veranschaulicht
mit Freude begrüsst werden wird. H.
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 59
Die Tagfalter der Insel Celebes.
Eine kritische Studie mit einigen Neubeschreibungen.
Von Dr. L. Martin, Diessen.
(Mit 2 Kartenskizzen.)
Zusammen mit meinem unvergesslichen, für unsere Wissen-
schaft leider viel zu früh dahin gegangenen Freunde de Niceville
konnte ich im Jahre 1895 eine Liste der Tagschmetterlinge von
Sumatra herausgeben, die Frucht einer durch sechzehn Jahre
ausgeübten Sammeltätigkeit, durch Dr. M. C. Piepers im Haag
erfahren zur Zeit die Rhopaloceren Javas eine gründliche Bear-
beitung, das Resultat einer lebenslangen Bemühung, während
durch den Engländer Shelford vom Sarawak-Museum die gleiche
Tiergruppe aus Borneo eine Aufzählung gefunden hat. Bleibt
also von den grossen Inselkontinenten des malaiischen Archipels
nur die bisher spärlichst besuchte Insel Celebes übrig, deren Tag-
falterfauna ich die nachfolgenden Beschauungen widmen möchte.
Die bereits hoch angeschwollene, oft weit zurückreichende, vier-
sprachige Literatur ist derartig zersplittert und oft so schwer zu-
gänglich, dass mir diese Arbeit als eine verdienstliche und für
kommende Forscher und Sammler nützliche erscheint, obwohl
man mit einigen Opfern an Zeit und Mühe sich auch aus dem
Seitz’schen Werke eine Liste zusammenstellen könnte, welche
aber immer dürftig und einseitig ausfallen müsste. Die Be-
rechtigung und Befähigung zu dieser Arbeit glaube ich in der
Tatsache finden zu können, dass ich sowohl im Süden als auch
im Norden der Insel je ein volles Jahr unter intensiver Sammel-
tätigkeit verlebt ‚habe, und dass es mir auch vergönnt war, einige
der Satellitinseln von Celebes (Saleyer, Buton und Muna) per-
sönlich zu besuchen. Durch befreundete Menadonesen und Chi-
nesen habe ich auch von der Nordspitze der Insel (Menado) und
deren Ostküste wertvolles Material erhalten. Trotzdem kann die
folgende Liste in keiner Weise den Anspruch auf auch nur an-
nähernde Vollständigkeit erheben, denn grosse Gebiete des ge-
birgigen Inneren und des Ostens der Insel sind noch völlig un-
erforscht und die klimatischen Verhältnisse auf Celebes sind so
wechselnde und überraschende, noch so mancher wertvolle Zu-
trag zu erwarten ist. Lehrreich und überzeugend in dieser Be-
ziehung dürfte allein schon meine Erfahrung mit der kleinen, an
der Westküste von Zentral-Celebes gelegenen Landschaft Pasang-
60 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
kayu sein, von wo mir eine zu Pazifizierungszwecken dahin ge-
sandte Militärpatrouille vier neue, höchst merkwürdige Lokal-
rassen von Danaiden und Papilioniden mitbrachte.
Im grossen indo-australischen Faunengebiete gebührt dem
Inselkontinente von Celebes mit seinen Satellitinseln zweifellos
der Rang einer selbständigen, scharf begrenzten, völlig originellen
Subregion, über welche Tatsache heute fast alle Autoren einig
sind. Wallace war ein begeisterter Verfechter der isolierten
Stellung der Insel im grossen malaiischen Gebiete, sie war ihm
die faunistisch interessanteste Insel unserer Erde. Pagenstecher
(die geographische Verbreitung der Schmetterlinge, 1909) er-
kennt die exzeptionelle Stellung der Insel stillschweigend, aber
völlig durch Besprechung ihrer Fauna an abgesondertem Platze
ausserhalb der geographischen Reihenfolge hinter den weit öst-
licher gelegenen Molukken an. Nach den Schweizer Forschern
Sarasin ist die Fauna der Insel weder zur indischen, noch zur
australischen Region zu zählen, sondern stellt eine Mischfauna
dar — aber diese Mischung ist aus einem, völlig eigene Cha-
raktere tragenden Gusse, möchte ich hinzufügen. Nach meiner
Ansicht überschreitet der Entomologe von der Bombayküste bis
zur Ostecke Javas nirgends eine so überraschende, tiefgehende
Grenze, als wenn er vom Westen kommend das Celebesgestade be-
tritt. Sowohl Sumatra als Borneo zeigen in der Fauna des
Nordens und des Südens ihrer Kontinente bedeutende Unter-
schiede, was bei so grossen, über viele Breitengrade sich erstrecken-
den Landkomplexen nicht verwundern darf. Sumatra besitzt ja
ungefähr die Grösse des heutigen Frankreichs und auch dieses
weist in seinem Süden an der Mittelmeerküste ganz andere
Formen auf als im Norden am Kanal oder an der belgischen
Grenze. Der Süden Sumatras lehnt sich deutlich an die Fauna
Javas an, während sich im Norden viele Formen nur müh-
sam von solchen der malaiischen Halbinsel unterscheiden
lassen. Auf Java tritt die Differenzierung der Fauna in west-
östlicher Richtung auf und ist durch die grossen klimatischen
Unterschiede, welche den Osten vom Westen trennen, eine sehr
ausgesprochene; die meisten Tagfalter erscheinen auf dieser Insel
in zwei Formen, einer dunklen, grösseren West- und einer
helleren, kleineren Ostform. Das ungeheuer grosse, etwas qua-
dratisch geformte Borneo dürfte eine doppelte Differenzierung der
Fauna von Norden nach Süden und von Westen nach Osten
zeigen, doch ist der Osten Borneos entomologisch fast noch
völlig unbekannt. Den tiefgehendsten Unterschieden aber begegnen
wir auf Celebes, wo eine Zahl von Arten entweder nur den Süden oder
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 61
nur den Norden bewohnt und wo ausser Süd- und Nordformen
auch solche des Ostens auftreten, welche aber nach meinen
Sammelerfahrungen an der Westküste von Zentral-Celebes besser
als Zentralformen aufzufassen sind. Sie wurden zuerst an der
Ostküste aufgefunden, wo die Deutschen Kühn und Ribbe schon
vor nahezu 30 Jahren sammelten, während ich erst durch meinen
Aufenthalt 1912/13 an der zentralen Westküste, wo noch niemals
gesammeit worden war, die Identität dieser sogenannten Ost-
formen mit den Faltern der zentralen Westküste feststellen konnte.
Es dürfte sich deshalb empfehlen in Zukunft von Zentral- und
nicht Ostformen zu sprechen und werde ich es im Laufe meiner
Ausführungen nicht an den Beweisen für diese Forderung
fehlen lassen. Die vielarmige, reichgegliederte Form der Insel,
im Norden sich gegen die Philippinen wendend, eine Breitseite
im Westen an Borneo, die andere im Osten an die Molukken
bietend, im Süden sich den kleinen Sundainseln und Java nähernd,
und die grossen auf der Insel oft dicht nebeneinander herrschendeu
klimatischen Unterschiede mögen das komplizierte, in seinen
Grenzen noch ganz ungenügend bekannte Verhalten der Celebes-
fauna erklären. Wallace, dem es vergönnt war, zu einer Zeit
auf Celebes zu sammeln (1856—59) da noch fast jedes Tier im
Netze eine nova species war, kam jedoch zur Ansicht, dass
Celebes trotz der soeben geschilderten günstigen geographischen
Lage keine Beeinflussung durch die umliegenden Faunengebiete
gefunden habe und durch einen Reichtum an endemischen Arten
im Archipel völlig isoliert dastehe. Obwohl wir heute viele der
von Wallace für endemisch erklärten Arten in anderer Weise
auffassen und zur Anschauung neigen, diese sogenannten ende-
mischen Arten seien nur ungewöhnlich weit differenzierte Sub-
spezies der im ganzen Archipel heimischen Falter, so haben wir
doch auch keine überzeugenden Beispiele von frischer Zuwander-
ung aus anderen Faunengebieten einwandsfrei feststellen können,
wenn auch in einigen, höchst wenigen Fällen die Möglichkeit
einer solchen nicht auszuschliessen ist. Für die allerdings sehr weit-
gehende Differenzierungaber möchten wir eine ausserordentlichlange
Isolierung der Insel in Rechnung stellen und dabei annehmen.
dass Celebes, einst mit dem Kontinent Asiens verbunden, von
diesem schon lange getrennt wurde, ehe noch die malaiische
Halbinsel, Sumatra und Borneo sich aus dem Meere erhoben
hatten. Die Auffindung gewisser kontinentaler Tagfalterarten
auf Celebes, welche dem makromalaiischen Gebiete fehlen, sprechen
in diesem Sinne eine deutliche Sprache, und werden wir bei den
betreffenden Tieren darauf zurückommen. Java, lange nicht so
62 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
ad
——
differenziert wie Celebes, aber dennoch dem Kontinente viel
näher stehend als das makromalaiische Gebiet, muss seine Ab-
trennung in einer viel späteren Zeit gefunden haben, aber eben-
falls noch vor Entstehung des makromalaiischen Gebietes. Die
alljährlich sich einstellenden Neubeschreibungen aus Celebes be-
weisen auch, dass die ebenfalls von Wallace als Dogma aufge-
stellte Speziesarmut der Insel, im Vergleiche zu den andern
grossen Inseln des Archipels, nicht so hochgradig ist, vielmehr
darf man der Meinung zuneigen, dass bei besserer Erforschung
des Ostens und Westens und des gebirgigen Inneren von Zentral-
Celebes ungefähr die meisten Arten aufzufinden sind, welche
auf den anderen grossen Sundainseln auch vorkommen, soweit es
natürlich die Eigenart der Insel, ihr sehr abweichendes Klima
und ihre entschieden ärmere Flora erlauben. Hat mir doch
eine einzige Militärpatrouille nach der zentralen Gebirgslandschaft
Bada zwei völlig neue Deliasarten und die überall im Archipel
heimische, nur auf Celebes nicht vermutete Argynnis niphe
mitgebracht, während meine Sammler an den nur wenige Kilo-
meter westlich von Palu liegenden Bergabhängen die Celebes-
Subspezies der altbekannten, kontinentalen Delias belladonna
erbeuteten, von welcher bisher nur eine, schon sehr differenzierte
Inselform von Nord-Sumatra bekannt war und die ziemlich
sicher Borneo und auch Java fehlt.
Es bestehen jedoch unter den Gelehrten starke Meinungs-
verschiedenheiten bezüglich des Alters der Insel und ihrer Fauna.
Während Wallace sich für ein sehr hohes Alter ausspricht, hal-
ten die Schweizer Forscher Sarasin die Insel für geologisch jung
und sprechen von einer rezenten Mischfauna, entstanden durch
nun verschwundene Landbrücken mit den Philippinen, dem
Papuagebiet und Australien. Ich bin weder Geologe, noch habe
ich mich mit anderen Tiergattungen befasst, als ausschliesslich
mit den Tagfaltern, mit diesen dafür aber um so intensiver und
aus ihrer Kenntniss heraus möchte ich voll und ganz Wallace
beipflichten. Die Falterfauna von Celebes steht so apart und
isoliert, enthält so viele entschieden archaisch anmutende For-
men und besitzt ausserdem Arten, welche in keinem der um-
liegenden Gebiete auch nur modifiziert wiederkehren, dass man unbe-
dingt an eine enorm lange Isolierung der Insel denken muss. Unser
menschlicher Sinn für Zeit und Zahlen reicht wohl nicht ganz
aus, um diese Dauer richtig zu schätzen. Aber auch jene Ar-
ten, welche Üelebes mit den umliegenden Inselgebieten gemein-
sam hat, sind auf dieser Insel so sehr verändert und sowohl in
Form und Färbung in einer gewissen nur Celebes eigentümlichen
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 63
Weise differenziert, dass ausser der langen Isolierung noch ganz
bestimmte, nur auf dieser Insel herrschende, vielleicht in Klima,
Bodenbeschaflenheit und Flora gelegene Einflüsse angenommen
werden müssen, welche sonst im grossen indo-australischen Ge-
biete nicht wieder gefunden werden. Damit aber noch nicht
genug enthält die Falterfauna von Celebes noch einige Elemente,
für welche wir nirgends in der heutigen Umgebung die geringste
Verwandtschaft oder Beziehung entdecken können. Ich erinnere
an die fünf auf Celebes fliegenden Limenitis-Arten, von denen
höchstens eine als Vertreter einer malaiischen Art gedeutet
werden kann. Oestlich und westlich von Celebes aber gibt es
sowohl auf Java als auf den Molukken überhaupt nur noch eine
Limenitisart. Woher nun der rätselhafte Reichtum dieser
„jungen“ Insel? Ich erwähne ferner die höchst auffallende,
nirgends Verwandte besitzende, an eine riesige afrikanische
Euxanthe erinnernde Euploea latifasciata Weym. und
die ganz isolierte, an eine Amauris anklingende Danais
menadensis Moore dann zwei ganz aparte Papilioformen
der Insel, Veiovis und Encelades,*) welche ebenfalls nicht
indisch anmuten, und die völlig palaearktische Lycaena boops
Fruhst. und bringe den Leser damit vor die höchst interessante,
schon von Wallace erkannte, kaum zu erklärende und schwer
zu verstehende Tatsache, dass die Insel Celebes in ihrer Fauna
gewisse Anknüpfungspunkte mit dem so ferne liegenden Konti-
nente von Afrika besitzt. Schon die Säugetiere der Insel liefern
hierfür nicht zu verkennende Beweise. Celebes allein im Archi-
pel besitzt eine Affenart, welche sehr einem afrikanischen Pavian
gleicht, dort finden wir aber auch allein im Babirusa eine zweite,
höchst auffallende Schweineart und Afrika ist bekanntlich die
wahre Heimat der Wildschweine, und in Anoa depressicornis,
dem Wildrind von Celebes, müssen wir eine sehr an gewisse
afrikanische Rinderantilopen erinnernde Form erkennen. Wir
stehen hier vor einem bisher gänzlich ungelösten, deshalb umso
interessanteren Rätsel. Die von vielen Forschern geforderte
einstige Landverbindung zwischen Afrika und Süd-Asien, das
sagenhafte Lemuria, hauptsächlich auf das Verbreitungsgebiet
der Lemuren (Nachtaffen) basiert, liegt doch zu ferne und warum
sollte diese Verbindung von der grossen Inselschar gerade nur
Celebes betroffen haben.
*) Encelades gleicht auffällig den Formen der afrikanischen
Pıylades-Gruppe, z. fe Papilio endochus Bsd. von Madagascar;
wir werden darauf zurückkommen,
64 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914,
Eine weitere grosse Eigenart von Celebes lässt sich in dem
Umstande erblicken, dass es für viele indo-malaiische Arten
die Östgrenze des Vorkommens darstellt, es ist also noch um
Vieles indischer, als alle im Osten folgenden Gebiete. Euthalia
auf Borneo noch in ungefähr 30 Arten vertreten, erscheint auf
Celebes in 3, vielleicht 4 Arten, um dann ganz zu verschwinden ;
Ypthima auf Celebes noch durch 5 Spezies vertreten, findet
sich weiter östlich nur noch in einer Art, die indischen Mor-
phiden aber finden auf Celebes für die Genera Zenxidia,
Amathusia, Olerome und Discophora die äusserste
Östgrenze ihres Vorkommens. Auch das Genus Charaxes,
auf Celebes noch fünffach vertreten, wird weiter östlich meist
nur noch in einer, höchstens in zwei Arten vorgefunden. Dem
gegenüber steht der ganz auffallende Mangel gewisser östlicher
Arten auf Celebes, so fehlt ihm das Genus Taenaris, das
überall östlich vorkommt und westlich sogar noch auf Java ge-
funden wird; warum hat es niemals Celebes erreicht, wenn man
von Einwanderung sprechen dürfte und warum hat die mit
Neu-Guinea supponierte Landverbindung so schlecht funktioniert,
wo es doch von Taenarisarten auf Neu-Guinea wimmelt.
Prioneris und Kallima sind bis heute überhaupt nicht
auf Celebes gefunden worden und die im Westen überall ge-
meinen Ergolis werden hier zu köstlichen Seltenheiten, Wa-
rum besitzt Celebes keine grüngoldene Ornithoptera, nach-
dem auf Borneo im Westen brookiana fliegt und die Molukken
im Osten den stolzen priamus beherbergen. In beiden Fällen
handelt es sich aber um sehr grosse Tiere mit ganz vorzüglicher
Flugkraft, für welche auch heute eine Ueberquerung der inter-
ponierten Meeresteile kein Kunststück wäre. Was hier von dem
Tagfalter gesagt wurde, lässt sich auch wieder an den höher
stehenden Säugetieren zeigen, denn die Eichhörnchen haben mit
5 Arten in ÜCelebes die Ostgrenze ihres Vorkommens erreicht,
während die Beuteltiere hier mit 2 Arten an ihrer Westgrenze
stehen.
Von den Eigenschaften aber, welche Celebes entweder durch
Klima, oder Bodenbeschaffenheit oder Flora den Faltern sowohl
in Form als Färbung als eigensten Stempel aufgedrückt hat,
muss zuerst der eigentümlichen, sichelförmig geschweiften Form
des Kostalrandes der Vorderflügel gedacht werden, die am stärk-
sten bei Papilioniden und Pieriden in Erscheinung tritt,
aber auch in anderen Gattungen nicht fehlt. Der Kostalrand
beugt sich ungefähr im ersten Drittel seiner Länge (von der
Flügelbasis ab gerechnet) nach aus- und abwärts, sein Apex
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celeb£s. 65
neigt sich nach rückwärts und zeigt eine scharfe Zuspitzung.
Ferner besitzen viele Arten auf Üelebes die Eigentümlichkeit
eines weissen Anfluges der Spitze des Vorderflügels, in den
Gattungen Nasuma, Precis, Parthenos, Libythea und
Pareronia zeigt sich das besonders deutlich. Die Weibchen
vieler Euploeenarten (leachi, vollenhovii, mnis-
zechii, diana und viola) besitzen einen ebenfalls nur
Celebes eigentümlichen Zeichnungs- und Färbungscharakter in
der Tatsache, dass bei ihnen die submarginalen und diskalen
weissen Flecken der Vorderflügeloberseite zusammenfliessen und
eine ganz auffallende Lilaumrandung zeigen. Bei einer Reihe
von Pieriden (eperia, timnatha, celebensis,
phryne) finden wir nahezu die völlig gleiche Zeichnung der
Unterseite des Hinterflügels, welche beim sitzenden Falter ja in
erster Linie zu sehen ist. Auch die vier auf der Insel vor-
kommenden Elymniasarten zeigen in Grösse und Färbung
so viele gemeinsame Charaktere, dass man von ihnen sicher
sagen kann, sie seien aus einem Gusse. Zuletzt sei auf die
nicht unwichtige Tatsache hingewiesen, dass die meisten Tag-
falter auf Celebes eine körperliche Grösse erreichen, wie wir sie
sonst nicht wieder finden, man denke nur an Hebomoia
celebensis, Euploea viola oder gar Papilio androcles.
Das Schlussergebnis dieser Betrachtungen dürfte für den
Entomologen sein, dass Wallace vor fast 60 Jahren schon richtig
gesehen hat, dass die Fauna von Celebes auf ein aussergewöhn-
lich hohes Alter zurückblickt, und dass trotz günstigster Bedin-
gungen aus den umliegenden Gebieten keine nennenswerte Ein-
wanderung stattgefunden hat. ÜCelebes darf förmlich als Para-
digma gegen die Einwanderungstheorie angeführt werden, denn
keine seiner endemischen Arten finden wir auf die umliegenden
Gebiete verbreitet und trotz den vielen angenommenen Land-
brücken fliest auf Celebes — einige wenige, aber keinesfalls
sicher gestellte Fälle (Tirumala) ausgenommen — kein
Falter, den man als eingewandertes Element bezeichnen könnte.
Das Jahr im Süden brachte ich in der Hauptstadt der Insel,
in Makassar, zu, dort hatte schon Wallace gesammelt, Piepers
war dort von 1869—74 tätig und der Amerikaner Doherty, der
kühnste und erfolgreichste Sammler des vergangenen Jahrhun-
derts, stellte im dortigen Hinterlande grosse Kollektionen für
Holland und Rotschild zusammen — also ein eigentlich klas-
sischer Boden, auf welchem an Neuentdeckungen nicht zu denken
, „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914,
V
66 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
war. Makassar selbst liest direkt am Meere auf einer Düne
von Korallensand, entbehrt einen grösseren Flusslauf und wird
vom Binnenlande noch durch eine breite Zone sumpfiger Reis-
felder getrennt. Deshalb bietet die Stadt und ihre Gärten dem
Sammler auch fast nichts; wenn er 30 Arten von Tagfaltern
dort auffindet, so hat er das Möglichste erreicht, meist kehrt er
von 2—3 stündigen Wanderungen nur mit wenigen, gemeinen
Exemplaren heim. In den Gärten der Stadt selbst sind nur
drei Papilios zu Hause, ascalaphus, alcindor und
agamemnon comodus, die Raupen von den beiden
ersten auf kultivierten Citrusbäumen, alcindor auch sehr
serne auf der stachligen Triphesia trifoliata (Kingkit), welche
als Heckenpflanze dient, der letztere sowohl auf Anona muricata,
als auch seltener auf Anona squamosa. Dieser niedrige Frucht-
baum ist typisch für Makassar, ja für ganz Celebes und findet
sich auch überall verwildert, wohl weil die Eingeborenen die
harten Kerne der Frucht mitverschlingen, ohne sie zu verdauen.
Aber nicht eine einzige der sonst an allen Gestaden des Archipels
herumschwebenden Euploeen fliegt in Makassar. Nur zwei
bessere Falter gibt es, denen man in der Stadt mit Vergnügen
begegnet. Delias rosenbergi Voll., ein echtes Celebestier,
welches die schönste Erscheinung in der Hyparete- Gruppe
darstellt und das auch Fruhstorfer im Seitz nicht zur Subspezies
degradiert hat; nach der Regenzeit im Mai und Juni erscheint
der Falter mit seinen leuchtenden Farben morgens und abends
nicht zu selten in den Strassen der Stadt, auf deren Allee-
bäumen (Mangos, Kanarien und Tamarinden) seine Futterpflanze,
eine rotblühende Loranthus-spezies in grosser Menge schmarotzt.
Der zweite, Euthalia amanda Hew. ist besonders im
weiblichen Geschlechte ein schönes Tier und die Raupe lebt
zweifellos, aber selten und vereinzelt, auf den zahlreichen Mango-
bäumen der Hausgärten. So arm nun Makassar selbst, so reich
ist sein Hinterland und das berühmte Maros und der dahinter
gelegene Wasserfall des Bantimurung sind ein wahres Eldorado
für den Sammler. Leider war ich als Arzt an die Stadt ge-
bunden und musste deshalb sofort für tüchtige, eingeborene
Sammler sorgen, was jedoch mit grossen Schwierigkeiten und
noch grösseren Unkosten verbunden war. Einige gleich mir auf
Celebes eingewanderte Javanen waren gut zu gebrauchen, aber
in ihren Ansprüchen zu hoch, die sie auf der ihnen fremden
Insel, wo alles teurer und spärlicher als auf Java war, unan-
gemessen erhöhten. Die etwas billigeren Makassaren dagegen
zeigten nur geringes Geschick und niemals volles Verständnis
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 67
für ihre Aufgabe; sie wollten nur grosse Arten fangen, verletzten
die meisten Falter schändlich und waren nur durch Anstachelung
ihrer hochentwickelten Gewinnsucht, durch kleine Geldprämien
auf neue und seltene Arten, zu einer eben noch befriedigenden
Tätigkeit zu bringen. Auch versuchten sie Betrügereien jeder
Art, lieferten nicht immer ihre ganze Ausbeute ab, sondern
simulierten nach einigen in Makassar unter faulem Rauchen und
Spielen verbrachten Tagen eine erneute Rückkehr aus dem
Sammelgebiete, um die zweite Hälfte ihres Fanges zu versilbern.
Um ein annähernd richtiges Bild der Fauna im Kreislauf des
Jahres zu erhalten, musste ich andauernd 5—6 Mann im Dienste
halten, was eine monatliche Ausgabe von 160—200 Mark er-
forderte, welche Summe ich nur mühsam durch ärztliche Tätig-
keit bei begüterten Chinesen zurückverdienen konnte. Es fiel
also manch bitterer Tropfen in den Kelch des Genusses, auf
der in so vieler Beziehung einzigen Insel Celebes gesammelt zu
haben, zudem mir drei schöne und seltene Arten, auf welche
ich ganz besondere Hoffnungen gesetzt hatte, Papilio kühni
und doreus und Charaxes mars überhaupt versagt blieben
— da sie eben dem Süden der Insel zu fehlen scheinen. Auch
von der geschätzten Südform des idealschönen Papilio blu-
mei erhielt ich nur ein Exemplar und Ergolis, Euripus
und Ixias fehlten in meiner Ausbeute gänzlich. So konnte
ich mich nach Europa zurückgekehrt nicht zu einer wissenschaft-
lichen Bearbeitung meines offenbar ungenügenden Materials ent-
schliessen.
Das Jahr 1912/13 gab mir abermals Gelegenheit, mich mit
der unvergleichlichen Fauna von Celebes, zu beschäftigen, dieses
Mal aber im Norden der Insel auf nahezu jungfräulichem Gebiete.
Es war an der Westküste in Palu am Südende der tief in das
Massiv von Zentral-Celebes einschneidenden Palubai, wo ich
mein zweites Celebesjahr zubrachte. Bei Uebernahme des
ärztlichen Postens in Palu konnte ich weder in Batavia noch
in Makassar auch nur einigermassen aufklärende Informationen
über diesen Platz, dessen Klima und Flora erlangen und ich
ging auf gutes Glück dahin mit dem Erfolge, dass die erste Zeit
meines Aufenthaltes dort eine der grösten Enttäuschungen meines
Lebens wurde. Durch ganz besondere klimatische Verhältnisse,
Richtung der Gebirgsketten und starke tägliche Winde von
und zum Meere ist Palu ungefähr der trockenste Platz im
grossen malaiischen Archipel mit einer ganz unregelmässigen,
höchstens 5—600 Millimeter im Jahre betragenden Regenmenge
und besitzt deshalb eine nahezu afrikanische Vegetation (Opun-
68 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
tien, Cappariden, Mimosen), so dass sich auch hier am Platze
selbst kaum mehr als 20 Tagfalterarten vorfanden. Es flog nur
ein Papilio, aleindor, in einem von der Südform etwas ab-
weichenden Kleide, aber noch nicht zum nördlichen alpheios
übergehend, Euploeen waren höchst selten und zwei gemeine
Faiter, Anaphaeis java und Danais chrysippus be-
herrschten das ärmliche Bild. Letztere Danaide flog allerdings
in einer originellen, nur von der Palubai bekannten Trocken-
form, welche sogar einen eigenen Namen trägt. Als einzige er-
freuliche Erscheinung konnte ich in den ersten Tagen meiner
Anwesenheit das nicht zu seltene Vorkommen von Ixias pa-
luensis, nova species, feststellen, einer neuen Ixiasart, welche
ich bisher mit dem ebenfalls von Celebes beschriebenen Ixias
piepersi verwechselt habe, da mir letzterer nur aus einer
schlechten Abbildung bekannt war. Allein diese beiden Arten
haben Fruhstorfer bei Bearbeitung des Genus für das Seitz’sche
Werk nicht in natura vorgelegen. Was ich deshalb in der Iris
1912 pag. 191 über diese Art geschrieben habe, genaue Diag-
nose beider Geschlechter und vollständige Biologie, bezieht sich
nicht auf piepersi, sondern auf paluensis, was ich hiermit
unter Entschuldigung des Irrtums feststellen möchte. Paluensis
gehört in den Formenkreis von venilia-reinwardti, während
piepersi vielleicht der Vertreter der javanischen balice sein
dürfte. Auf jeden Fall hat Celebes wie Sumatra und Java
zwei Ixiasarten.
Aber auch in Palu konnte das Hinterland mich für den
Ausfall am Orte selbst trösten. Westlich vom Palutale erhebt
sich eine dreifache, 4—5000° hohe Bergkette in welcher die
Landschaft Pekawa liegt, und südlich dem Verlaufe des reissen-
den Paluflusses folgend gelangt man in die zu Zentral-Celebes
gehörigen, ebenfalls alpinen Landschaften Kolawi, Benasu und
Bada. In beiden Gebieten ist noch niemals gesammelt worden.
Aus der Pekawa, wohin ich kleine, aber gut ausgerüstete Ex-
peditionen senden musste, erhielt ich eine Reihe seltener Ge-
birgstiere, und dort gelang auch die Entdeckung eines sicheren
und ergiebigen Fangplatzes von Papilio kühni. Da aber
die spärliche Bevölkerung dieses Berglandes noch völlig unzivi-
lisiert ist, nicht einmal den Wert und Gebrauch des Geldes kennt,
selbst fast ständig am Rande der Hungersnot steht und schwer
mit Malaria durchseucht ist, so mussten meine Sammler Decken
für die kalten Nächte, Waffen, Nahrungsmittel, Kochgeräte und
Medizinen mitnehmen, so dass der Expedition auch noch Trä-
ger zu stellen waren, was diese|,kleinen, völlig privaten Unter-
Dr. Martin. Die Tazgfalter der Insel Celebes. 69
nehmungen kostspielig machte. Bessere Verhältnisse traf ich
in südlicher Richtung, wo sich in 8 Stunden Entfernung von
Palu im Dorfe Kalawara eine javanische Ackerbaukolonie befand,
deren drei Lehrer, intelligente Javanen, gegen verhältnissmässig
geringen Lohn für mich sammelten. Kalawara liegt bereits
ausserhalb der afrikanischen Zone von Palu, dort befindet sich
schöner Hochwald und flog dementsprechend die normale Falter-
fauna der Insel. Von dort erhielt ich in Anzahl die apart schöne
Subspezies der südlichen Tirumala choaspes, welche ich
nach ihrem Flugorte benannt habe, dort auch ist der erste
authentische, bisher in der Literatur bekannt gegebene, geogra-
phisch genau bestimmte Flugplatz des seltenen, stolzen Papilio
dorcus. Dass die Javanen von Kalawara aber so bereitwillig
für mein Kleingeld Schmetterlinge fingen, das verdanke ich der
freundlichen Bemühung und der Zusprache des Missionärs der
Kolonie, des Herrn H. Zuppinger, dem an dieser Stelle noch-
mals mein aufrichtiger Dank ausgedrückt sei. Zu Exkursionen
weiter südlich als Kalawara waren jedoch weder eingeborene
Sammler aus Palu (Tokaili heisst ihr Stamm) noch die in frem-
dem Lande furchtsamen Javanen zu bewegen und musste ich
mich mit Eingeboreuen von Kolawi auf dem Markte von
Palu, wo sie zum Salzeinkauf erschienen, anfreunden, um eini-
ges schlecht konserviertes Material aus dem interessanten Berg-
lande zu erhalten. Was ich aus noch fernerem Süden (Benasu
und Bada) und von der Westküste jenseits der dreifachen Berg-
kette (Surumana und Pasangkayu) erhielt, verdanke ich der
Tätigkeit von Sanitätssoldaten, welche auf den ermüdenden Pa-
trouillen noch Zeit fanden, zur Erreichung eines kleinen Neben-
verdienstes Schmetterlinge zu fangen. Unter Benutzung aller
dieser Wege und Quellen ist es mir gelungen, eine ziemlich
erschöpfende Sammlung der grösseren Arten des Hinterlandes
von Palu zusammen zu bringen. Die beiden, mir in Makassar
versagten Papilio, kühni und dorcus, wurden meine Beute
und aus Kolawi erhielt ich ein zerissenes, aber nicht zu be-
zweifelndes Stück von Charaxes mars. Was aber mehr ist,
ich kam in die Lage ungefähr zehn völlig neue Arten beschrei-
ben zu können, unter denen sich sogar eine grosse und höchst
interessante Papilioform befindet, ein Vertreter der mehr im
Westen heimischen Coongruppe, den man jedenfalls nicht
mehr auf Celebes vermntet hatte. So besteht kein Grund, mich
über die Erfolge des zweiten Öelebesjahres in Palu zu beklagen,
welche jene von Makassar weit übertrafen, und mir vor allem
erlaubten, einige Daten über die Verbreitung der Falter auf
70 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Celebes von Süden nach Norden zu sammeln. Wichtiger aber
ist die oben schon erwähnte Entdeckung, dass die früher als
Östformen aufgefassten Falter als solche von Zentral-Üelebes
gelten müssen, da sie im gleichen Kleide wie an der Ostküste
auch an der zentralen Westküste fliegen. Ein Musterbeweis
für diese Tatsache ist Cyrestis heracles, bisher nur von
Bangkai und der Ostküste bekannt, weder im Süden noch im
Norden vorkommend, aber relativ häufig im Hinterlande der
westlichen Palubai.
Celebes ist auch in sozialer Beziehung eine eigentümliche
Insel und entbehrt gänzlich die reiche Gastfreundschaft und das
üppige Leben, welche auf Sumatra und Java so vorzüglich ge-
deihen. Die Schwierigkeit der Verpflegung, die chronische
Dienstbotennot, die Lage weit abseits, durch welche Verkehr und
Post schwer leiden, und das noch stets etwas gespannte, wenig
freundliche Verhältnis zu den Eingeborenen, welche ausserdem
auf einer viel tieferen Kulturstufe stehen als Javanen und Ma-
laien, tragen hieran die Schuld. Die europäischen Kaufleute
auf Celebes ergrauen meist lange, ehe sie Vermögen ansammeln
können, und Offiziere und Beamte sehen in der Versetzung nach
der abgelegenen Insel keinen Vorzug. Um so enger knüpft sich
das Band um die kleine Gemeinde von Holländern und Deutschen
— andere Nationen kommen kaum in Betracht —, welche
Bruchteile ihres Lebens auf der grünen Insel mit den blauen
Bergen zugebracht haben. Die wenigen Entomologen aber,
welche gleich mir das Land persönlich kennen, werden meinen
nun folgenden Ausführungen sicher ihr Interesse schenken.
Die ältere Reiseliteratur über Celebes (Bleecker, Bernstein
und Rosenberg) enthält nichts für unser Thema, man findet nur
wenige unrichtige oder veraltete Namen grosser Arten ohne jede
nähere biologische oder systematische Mitteilung. Ein mir fol-
gender Bearbeiter der Celebesfauna braucht auf meine Verant-
wortung hin die Bibliotheksbeamten nicht um diese Werke zu be-
mühen. Auch die beiden neuesten Erscheinungen der Celebes-
literatur, die kostbaren Werke von Sarasin und Grubauer, brin-
gen dem Entomologen nichts, die Autoren verfolgen andere, viel-
leicht höhere Interessen. Wir besitzen aber vier Sammellisten
von Üelebesfaltern, welche zweifellos die wertvollste Literatur
über unseren Gegenstand bilden:
1. C. Hopffer hat in der Stettiner entomolog. Zeitung 1874
die durch Dr. A. B. Meyer im Norden der Insel gesammelten
Falter gründlich bearbeitet.
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 7i
2. Der Holländer Snellen hat in der Tydschrift voor Ento-
mologie 1878 die von Piepers 1869 —74 im Süden der Insel bei
Makassar beobachteten Schmetterlinge in gleicher Weise behandelt.
3. Der Amerikaner Holland veröffentlichte (Proceed. Boston
Society 1891) die Liste einer von Doherty im Juni und Juli 1887
in Süd-Celebes aufgebrachten Sammlung und
4. W. Rothschild hat in der Iris 1892 eine ähnliche Samm-
lung des gleichen, unermüdlichen Sammlers aus dem Jahre 1891
bekannt gemacht.
Kleine Arbeiten über Celebesfalter verdanken wir auch
Röber (Iris 1854 und 1886) über von Kühn und Ribbe ge-
sammelte Arten und Pagenstecher (Abh. Senckenberg. Nat. Ges.
1397), welcher das von Professor Kükenthal aus Nord-Üelebes
mitgebrachte Material bearbeitete. Bei weitem am meisten hat
für die Systematik der Tagfalter von Celebes Fruhstorfer ge-
leistet, welcher auch persönlich im Norden und Süden der Insel
gesammelt hat. Leider sind seine höchst wertvollen Beiträge
derart in allen möglichen, oft minderwertigen Zeitschriften zer-
streut, dass nur der Eingeweihte zur richtigen Würdigung seiner
Verdienste gelangt Er ist auch der eerste, welcher die Differen-
zierung der Fauna von Süden nach Norden und das Bestehen
abgesonderter Ostformen erkennt und beschreibt.
Zweifellos ist schon vor den grossen, wissenschaftlichen
Expeditionen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
Faltermaterial aus Celebes in die holländischen Sammlungen
gelangt, denn Felder beschreibt manche Art „ex antiqua collec-
tione van der Capellen“ und im Pariser Museum befanden sich
Exemplare aus dem „ancien cabinet du Stathouder“, doch findet
sich dagegen bei Cramer so gut wie nichts von dieser Insel,
während dieser Autor über reiches Material aus Amboina ver-
fügt. Was die französische Expedition der Fregatten „Astro-
labe“ und „la Zelee“ mitbrachte, wurde durch Boisduval und
Lucas beschrieben, während der Wiener Bürgermeister Felder
das Gleiche für die Beute des österreichischen Kriegsschiffes
„Novarra“ leistete, die von Wallace gesammelten Tiere hat er
teils selbst, teils wurden sie von Hewitson und Westwood be-
schrieben. So kommt es, dass nur wenige Arten deutsche oder
holländische Autoren besitzen. Von den 27 Papilioniden
der Insel, die modernen Subspezies ausser Acht gelassen, hat
Boisduval und Felder je sieben beschrieben, drei reservierte
sich Wallace selbst, zwei weitere aus seiner Beute fielen an
Hewitson, nur fünf tragen deutsche Autornamen (Hopfler, Fickert,
Honrath, Fruhstorfer, Martin) und nur eine, dafür aber der
72 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
——
superbe, seltene Dorcus, wurde von einem Holländer (de
Haan) beschrieben. Der Engländer Rothschild erkannte die
Celebes-Subspezies des schon von Cramer beschriebenen Orni-
thoptera hypolitus und der Franzose Oberthür beschrieb
die Polytesform von Celebes. Unserem Altmeister Staudinger,
für den Dr. Platen längere Zeit in der Minahassa sammelte,
gelang es später, einige Arten unter seiner Autorschaft der
deutschen Wissenschaft zu retten. Im ganzen eine internationale
Arbeitsteilung, bei welcher Deutschland ungefähr die gleiche,
etwas unbesonnte Stelle einnimmt wie in der Kolonieen-Ver-
teilung unserer Erde. Die Gründe für dieses sicher unschuldige
Defizit an Autorschaft und für den in Zukunft um so bedenk-
licheren Mangel an wirklich wertvollen Kolonieen sind aber
völlig die gleichen und wurzeln in der unglücklichen historischen
Entwicklung unseres Vaterlandes.
Il. Danaiden.
i. Hestia blanchardii March. In der grossen, formen-
reichen Kette von Hestiaarten, welche das südliche Asien
von Ceylon bis Neu-Guinea und zu den Liukiu-Inseln bewohnen,
ist die Celebesart eine der auffallendsten und besitzt in der
ganzen Sippe keinen wirklich nahen Verwandten. Ich konnte
es deshalb nicht begreifen, dass Fruhstorfer diese Art früher als
Subspezies zur Idea aus Amboina stellte (Stettin. entomolog.
Zeit. 1899) wohl einer Anregung Snellen’s folgend, der nur drei
Hestiaarten (idea, lynceus und hypermnestra)
gelten lassen wollte und blanchardii mit idea, urvillei,
aza und sogar lenconoe zusammenwarf. Fruhstorfer ging
damals so weit, die Subspezies der Celebesart als gleichwertig
mit den östlichen Spezies einzuordnen, alle als Unterarten von
idea. In einer späteren Bearbeitung des Genus und im
Seitzschen Werke ist er der originellen Art wieder gerecht ge-
worden und gibt ihr vollen Speziesrang. Unter Nichtachtung
einer winterlichen Reise zur Kgl. Staatsbibliothek in München
nahm ich Einsicht von der Originalbeschreibung dieser Hestia;
was ich dabei fand, belohnte mich für die ausgestandene Kälte
und die gehabten Unkosten. Hätten Snellen und Fruhstorfer
die mit grosser Liebe ausgeführte Diagnose genau gelesen, so
hätten sie sicher niemals blanchardii mit idea Clerck.
(= agelia, Godt.) zusammengeworfen, denn gerade von dieser
Art trennt sie und mit ihr vergleicht sie der französische Autor,
welcher sie eine magnifique espece und la plus rare de toutes
les Idea (Idea war ihm der Genusnamen) nennt. Wir erfahren
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 2
auch, dass die beiden Pariser Stücke, auf welche Marchal seine
Beschreibung stützt, aus dem Ancien cabinet du Stathouder
stammen, also vielleicht zu Napoleons Zeiten aus Holland nach
Frankreich wandern mussten. Einem derselben war ein Abdomen
von Hebomoia leucippe angeklebt, wie das der Autor
mitleidslos feststellt. Die Stücke müssen aus Nord-Celebes (Menado)
stammen, da Marchal ausdrücklich von weisslicher Grundfarbe und
rauchfarbenen Rändern (& teinte enfumee) spricht. Exemplare
aus Süd-Üelebes wären völlig enfume und zur Zeit, da sich das
Cabinet des Stathouders bereicherte, hat in Makassar niemand
gesammelt. Manque de bordure, teinte enfumee und absence
du point a la base du dessous des ailes inferieures unterscheiden
die Art reichlich von idea und Monsieur M. Marchal hat 1845
nicht schlechter gesehen als wir heute. Das Beste kommt zu-
letzt. Monsieur Emile Blanchard, der damalige Vorstand der
entomologischen Abteilung des Pariser Museums hatte die beiden
kostbaren Stücke von blanchardii zusammen mit einem
Exemplar der so weit verschiedenen idea in der dem Publikum
offenen, gegen Licht ungeschützten Schausammlung unter einem
Namen ausgestellt, ohne in der systematischen Sammlung weiteres
Material zu besitzen. Die falsche Bestimmung und die Ver-
wahrlosung der kostbaren Tiere leiteten den Autor zur Neube-
schreibung, er geizt nicht mit seinem Tadel, versüsst aber den
für Blanchard sicher unangenehmen Artikel dadurch, dass er
die neue Art ihrem Rabenvater widmet, dediee a M. Blanchard!
Seulement le musee de Paris possede cette magnifique espece,
konnte er damals von der heute in den Sammlungen häufigsten
Hestia sagen. Soweit das Geschichtliche dieses Falters! Ent-
sprechend den grossen Klimaunterschieden der Insel hat sich
ein grosser Formenreichtum innerhalb dieser einzigen Art ein-
gestellt, welche die ganze Insel und auch fast alle Satellitinseln
bewohnt; sie wurde bereits gemeldet von Togean, Bangkai,
Muna, Tanah Djampea und den Tukanbesi-Inseln, während von
Saleyer und Buton die Entdeckung noch aussteht. Auf letzterer
Insel dürfte sich wohl die Munaform finden, da Buton von
Muna durch einen oft nur Flussbreite besitzenden Meereskanal
getrennt ist, welchen eine Hestia bei günstiger Windrichtung
leicht überfliegen könnte. Auf den beiden Sula-Inseln, welche
ja noch viele faunistische Gemeinschaft mit Celebes zeigen, fliegt
aber schon eine Molukkenspezies, sula de Nic. Die günstig-
sten Lebensbedingungen scheint das Tier im südwestlichen Ce-
lebes, im Hinterlande von Makassar, zu finden, wo es bei Maros
und Patunuan in ungeheueren Mengen auftritt, wie das nie bei
74 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
einer westlichen Hestia beobachtet wird. Generation folgt dort
auf Generation und wir begegnen dem Falter als häufiger Er-
scheinung in allen Monaten des Jahres. Meine Sammler brach-
ten mir aus Maros solche Mengen, dass ich ihnen zuletzt den
Fang untersagen musste oder, was wirksamer war, für Hestia
nicht mehr bezahlte. Alle anderen Sammler, die vor mir auf
dem gleichen Gebiete tätig waren, wachten die gleiche Er-
fahrung, so konnte Doherty 80 Exemplare aus August und
September 1891 an Rothschild und eine ähnlich grosse Serie
aus Juni und Juli 1887 an Holland liefern und auch Piepers,
der ohne Sammler arbeitete, nennt das Tier am Bantimurung
hinter Maros „niet zeldzaam“. Fruhstorfer fand es am gleichen
Platze von Mai bis November in grosser Menge, selten dagegen
im Januar und Februar, was ich als besonderen Zufall jenes
Jahres betrachten möchte, da im Laufe meines Makassarjahres
gerade im Januar und Februar, im Herzen der Regenzeit, kein
Mangel an Hestia bestand. Entsprechend den grossen Massen,
welche in Süd-Celebes gefangen wurden, ist diese Hestia heute
die häufigste und billigste auf dem europäischen Markte und
für wenige Pfennige zu erstehen. Im Osten und Westen von
Zentral-Celebes, im Norden sowie auf den kleinen Inseln ist
die Art aber viel seltener; im Laufe des Palujahres konnte
ich nur ungefähr 40 Exemplare erbeuten, Meyer fing auf
Gorontalo beide Geschlechter nur in mehreren Exemplaren,
in Sammlungen aus Menado fanden sich immer nur wenige
Stücke und die beschriebenen Inselformen sind meist
Unica.
Die Unterscheidung beider Geschlechter ist bei dieser Art
und allen Hestias sehr leicht, obwohl sie nicht in der Färbung
und nur ungenau im Flügelschnitt (das ? hat einigermassen ab-
gerundete Vdflgl.) zum Ausdruck kommt. Denn abgesehen von
der grossen Verschiedenheit des ersten Fusspaares, gut sichtbar
bei einer solchen Riesenform, gibt uns die Gestalt des Abdomens
sicheren Anhalt. Das Abdomen des d’ verläuft unter leichtem
Anschwellen ziemlich geradlinig bis zum 6. Segmente, das 7.
und 8. Segment zeigen ein leichtes Abschwellen und das Ende
bildet die mit zwei glänzenden, schwarzbraunen, spärlich be-
haarten Klappen versehene Analöffnung; das weibliche Abdomen
dagegen hat deutliche Birnen- oder Keulenform, ist über den
letzten Segmenten am dicksten und die eingezogene Analöffnung
steht nach abwärts.
Die folgenden Formen sind bis heute von der Hauptinsel
beschrieben worden:
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 75
a) blanchardii blanchardii, die aus dem Norden
der Insel stammende Type, mit welcher deshalb die später ent-
deckten Formen zu vergleichen sind. Von weissgrauer Grund-
farbe, mit rauchgrauem Randgebiete beider Flügel und mit
ziemlich grossen, kompakten schwarzen Flecken in der Zelle
des Vdflgls. Nord-Celebes, Menado, Amurang, Tumpaan, Mina-
hassa. tondona Vollenh. ist ein Synonym dieser Form.
b) blanchardii marosiana Fruhst. Umrandung aller
Flügel viel intensiver rauchigbraun als bei blanchardii,
Grundfarbe grau, oft braungrau, die vom Flügelrande zwischen
den Adern nach innen verlaufenden, schwarzen Streifen dicker
und dunkler, die schwarzen Flecken in der Vdflglzelle grösser
als bei blanchardii, aber sehr an Stärke variierend, einige
Stücke aus September, dem Schluss der Trockenzeit, lassen sie
sogar ganz vermissen, womit die Tatsache berührt wird, dass
marosiana in gewissem Grade Saisonunterschiede zeigt.
Stücke aus der Regenzeit, November bis Februar, sind zweifellos
dunkler als jene der Trockenzeit, März bis Oktober, was sich
besonders an den schon erwähnten Internervalstreifen zeigt,
welche dicker schwarz und undeutlich begrenzt in der Regen-
zeit, und genau abgesetzt und fein schwaız in der Trockenzeit
erscheinen. Man muss dabei bedenken, dass zu Beginn der
Regenzeit noch typische Trockenzeitstücke fliegen und umgekehrt,
da ja wohl im Larvenzustande jene den Saisonunterschied dar-
stellenden Eigenschaften erworben werden. An der Südspitze
der südwestlichen Halbinsel von Celebes bei Bonthain findet
man schon Exemplare, welche der folgenden, östlichen lorm
zugehören und selbst aus Maros besitze ich solche abweichende
Stücke. Es scheint, dass östlich vom zentralen Höhenzuge der
südwestlichen Halbinsel am Golfe von Boni schon die Ostform
fliegt und vielleicht von Wind oder Zufall getrieben die Grenze
überschreitet. Ausserdem hat die Westküste des Golfes von
Boni ein ganz anderes Klima als Makassar und Hinterland, der
klassische Fundort von marosiana. Es bestehen leider keine
Beobachtungen, wo eigentlich die Nordgrenze von marosiana
liegen mag; Holland’s von Doherty gesammeltes Material stammt
aus einem Gebiete 50 Meilen nördlich von Makassar, aber
Holland nennt nur die Spezies ohne jede Bemerkung.
c) blanchardii kühni Röber ist eigentlich von der
Insel Baugkai beschrieben und zeichnet sich durch viel hellere,
weissliche Grundfarbe, weisser als blanchardii blanchar-
dii, und schärfer abgesetzte, schwarze Randzone aller Flügel
aus, ist aber in jeder Beziehung identisch mit Stücken von der
716 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Ostküste der Hauptinsel aus Kendari, Salabanka, Tombuku und
Posso. Herr C. Ribbe, Dresden, hatte die Güte mir ein authen-
tisches Stück aus Baugkai einzusenden, und nur mit Rührung
konnte ich dieses Exemplar mit jenen meiner Sammlung von
der Ostküste vergleichen, hatte ich doch ım Jahre 1906 in
Makassar dem einst so tätigen Sammler der Art im letzten,
schweren Kampfe des Daseins gegen ein tückisches Krebsleiden
meine schwache Hilfe geliehen. Fruhstorfer, der 1899 noch für
die Identität von kühni mit der Ostform eintrat, hat unter-
dessen im Seitz einen neuen Namen „garunda“ geschaffen,
der uns viel weniger, eigentlich nichts sagt, während kühni
das Gedenken an den liebenswürdigen Sammler festhält. Er
unterdrückt kühni stark, indem er ihr den fetten Druck ver-
weigert und sie nur im Texte erwähnt. Da nun wie gesagt
zwischen Exemplaren aus Baugkai und denen der Ostküste kein
Unterschied besteht, Röber’s Beschreibung aber in der Iris alle
Charaktere der Subspezies enthält, so muss wohl die über-
flüssige garunda wieder fallen. Die Unterschiede der Raupen,
welche Fruhstorfer zur Begründung seiner garunda anführt,
sind sicher nur individuelle oder in der Jahreszeit begründete
welche sich im ganzen grossen Verbreitungsgebiet von blan-
chardii werden finden lassen. Merkwürdigerweise nun findet
sich die helle Ostform — Fruhstorfer hat schon 1899 darauf
hingewiesen — auch an der Westküste in Donggala und Ta-
waya. Wir dürfen also in diesem Falle nicht mehr von einer
Östform sprechen, sondern werden besser tun, in der hellen
kühni die Zentralform, die Form von Mittel-Celebes zu sehen.
Es geht diesen hellen Oststücken aber wie der Königin im
Märchen vom Schneewittchen, denn noch viel, viel weisser in
der Grundfarbe und schwärzer in der Randzone erweist sich die
von mir im Hinterlande von Palu gefangene Hestia- Serie,
welche aus einem exquisiten Trockengebiete stammend wohl
das Maximum der Veränderlichkeit der Art nach der aufhellen-
den Richtung darstellt. Ich muss deshalb, wenn auch mit
Widerstreben, deu drei von der Hauptinsel schon beschriebenen
Subspezies eine vierte zugesellen, welche ich
d) blanchardii paluana nenne. Es handelt sich bei
dieser Paluform um die gleichen, schon von Röber für kühni
angegebenen Unterschiede, nur sind sie hier zum möglichen
Maximum ausgebildet. Die Grundfarbe von paluana ist rein
weiss, ohne jede Beimischung von Grau oder Graugelb, die auch
bei kühni nicht fehlt; die breite, sattschwarze Zeichnung des
Aussenrandes beider Flügel setzt sich scharf ab, die schwarzen
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. air
Zellflecken und die Flecken unterhalb der Zelle, ober- und
unterhalb des ersten Medianastes, haben das Maximum der Ent-
wicklung erreicht, und von einer Rauchfarbe, wie bei allen
anderen Celebesformen, ist keine Spur. Es ist deshalb pa-
luana für das Auge ohne Zweifel die prächtigste Subspezies
von Celebes. Nach einer Serie von ungefähr 40 Exemplaren,
beide Geschlechter in gleicher Zahl, aus allen Monaten des
Jahres, am häufigsten im August und November; immer aber
erhielt ich nur einzelne Stücke, niemals die Mengen von Maros
und aus höheren Lagen, wie aus dem Berglande Pekawa, habe
ich das Tier nie empfangen.
Die folgenden Subspezies sind von den Satellitinseln be-
schrieben:
e) blanchardii munaensis Fruhst., eine melanische
Inselrasse mit schwarzer Zelle des Vdflgls., nur die Type, am
26. XII. 95 von den Herren Sarasin auf der Insel Muna ge-
fangen, bekannt.
f) blanchardii djampeana Fruhst., von Everett auf
der Insel Tanah Djampea in einer grossen Serie erbeutet, eine
hellere Form mit sehr stark entwickelten Zellflecken, welche den
Kostalrand erreichen.
g) blanchardii phlegeton Fruhst., von den Tukan-
Besi-Inseln, wiederum eine stark verdunkelte Form.
In meiner Sammlung befindet sich eine einzige Hestia
von der Insel Saleyer; da sie ein Zeichnungselement trägt, welches
ich weder bei marosiana noch bei blanchardii gefunden
habe, mag sie hier als
h) blanchardii silayara subsp. nov. Erwähnung fin-
den. Sie bewahrt im allgemeinen den Typus von kühni, aber
auf der Oberseite des Hflgls. geht ein schwarzes Band mit zen-
tralem, rundlichen Fleck quer durch die Zelle. Alle anderen
Formen haben nur zwei schwarze Längsstreifen in der Zelle,
welche niemals miteinander, wohl aber mit dem Zellrande durch
kurze Queräste verbunden sind. Bei silayara verbindet das
erwähnte Band und besonders der runde Fleck die beiden Längs-
streifen. Viele Hunderte vonmarosiana und blanchardii
sind durch meine Hände gegangen, keine besass diese Zeichnung,
nur en @ von kühni aus Salabanka zeigt einen Anklang.
Nach einem 2 leider ohne Datum aus dem Jahre 1906, gefangen
in der Nähe des Hauptortes der Insel, Benteng.
2. Ideopsis oenopia Feld. bisher allgemein als vitrea
Blanch. bekannt, aber aus der französischen Originalbeschreibung
von vitrea ersehe ich, dass diese Art durch die Aerzte der
78 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Fregatte „Astrolabe“, die Herren Hombron und Jacquinot, an der
Küste von Neu-Guinea gefangen worden ist; die beigegebene
Abbildung aus dem Jahre 1853 ist deutlich und bezieht sich
keinenfalls auf die Celebesart. Es muss deshalb der Felder’sche
Name aus dem Jahre 1859 wieder in seine Rechte treten, wäh-
rend wahrscheinlich arfakensis Fruhst. der vitrea Blanch.
zu weichen hat. Unbestritten die schönste aller Ideopsisarten,
sagt Fruhstorfer im Seitz’schen Handbuche, nachdem schon 54
Jahre vorher auch der Altmeister Felder diese wohl nicht mehr
zu bezweifelnde Schönheit hervorhebt. Das von Felder beschrie-
bene Exemplar muss der Abbildung zufolge wohl aus dem Süden
der Insel stammen und wurde vom Grafen Georg Mniszech zur
Strecke gebracht. Felder teilt uns aber nur sehr wenig mit, denn
ausser der Beschreibung ist der Satz „das Vaterland dieser
schönen Art ist Celebes“ Alles, was er zu sagen weiss. Fruh-
storfer anno 1910 erzählt im Seitz mehr, es besteht also auch
in der trockenen, systematischen Literatur der Lepidopterologie
einiger Fortschritt. Oenopia ist in Wahrheit nicht nur die
schönste, sondern auch die grösste Ideopsis und das Männ-
chen, welches die Farben der Heidelberger Suevia elegant ver-
eint, eine überaus anmutende Erscheinung, die durch den schlan-
ken, sichelförmigen Schnitt des Vdflels. nur noch gehoben wird.
Der Falter bewohnt ganz Celebes und ist im Süden sowie im Norden
und Zentrum der Insel das ganze Jahr hindurch anzutreffen, Exem-
plare von Makassar und aus dem Hinterlande von Palu aus allen
Monaten des Jahres befinden sich in meiner Sammlung, er be-
vorzugt aber die höheren Lagen und fehlt direkt an der Küste,
wenn diese nicht etwa gebirgig ist; so fand er sich nicht im
Palutale selbst, war noch selten in der Ebene bei Kalawara, aber
relativ häufig in den Bergländern Kolawi und Pekawa und an der
Bai von Kendari fing ich ein wundervoll gelbes 2 auf den steilen,
direkt aus dem Meere sich erhebenden Bergen. Nahe bei Makassar
gibt es ebenfalls keine oenopia, aber hinter Maros am Banti-
murung ist sie nicht selten. Piepers hat sie bei Bonthain noch bei
3000’ Höhe gefangen, Hopffer und Holland erwähnen sie auch
als häufig, und Rothschild erhielt 1891 von Doherty 66 Exemplare;
Kükenthal hat sie von Rurukan in der Minahassa mitgebracht.
Öenopia zeichnet sich unter den Danaiden dadurch aus, dass
der Sammler meist beide Geschlechter in gleicher Anzahl fängt,
während bei anleren, sonst ganz gewöhnlichen Arten doch die
Weibchen in grosser Minderzahl in’s Netz geraten. Die Unter-
schiede der dr» auf der Insel fliegenden Formen sind keine über-
wältigenden, «lie Südform ist am grössten und dunkelsten, die
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 79
Nordform heller und gelber und am hellsten und gelbsten die
Ost- oder besser Zentralform, da sich auch hier diese beiden
Begriffe wie schon oben bei Hestia zu decken scheinen. Es
handelt sich dabei hauptsächlich um das schwarze, von der Kosta
nach innen und abwärts streichende Medianband des Hflgls., ob
es den untersten, ersten Medianast erreicht oder nicht. Bei den
c’d‘ aus dem Süden erreicht das Band fast immer diesen Me-
dianast, bei 00’ aus dem Norden oder aus Zentral-Celebes eben-
falls, aber es ist nun schmäler geworden und erscheint nach
unten zugespitzt. Nicht alle ?? aus dem Süden zeigen das Band
bis zum Medianaste, der aber im Gegensatz auch bei vielen 2?
aus dem Norden erreicht wird, wobei allerdings das viel dünnere
Band „in Auflösung“ erscheint. Bei dem 2 aus Kendari (Ost-
küste) ist das Band schon am mittleren Medianaste völlig auf-
gelöst und die sehr hellen ?? aus dem Hinterlande von Palu
neigen mehr zum Typus des Ostens als zu dem des Nordens.
Ein weiterer Unterschied ist der folgende, in der Zelle des Vdflgls.
des 2 steht nach aussen entlang der Basis der Medianäste und
dem Stamme der Mediana ein transparenter, heller Strich, deut-
lich und leuchtend bei Nordstücken, sehr obsolet, oft ganz feh-
lend bei den 2? aus dem Süden und, wenn vorhanden, nur an
der äusseren Hälfte des hinteren Zellrandes sichtbar. Bei den
?? aus Palu ist dieser Zellstrich gross und hell wie bei der
Nordform. Man sieht, dass die Unterschiede gering und unbe-
ständig sind, so dass eine Aufteilung der Art in Subspezies und
Benennung dieser völlig wertlos sein dürfte.
Das 5 besitzt keine sekundäre Geschlechtsauszeichnung,
unterscheidet sich aber durch den obenerwähnten Flügelschnitt
sehr von den abgerundeten, breitflügligen 22, welche den Apex
des Vdflgl. gelb angeflogen zeigen und eine Serie von gelben
Marginal- und Submarginalflecken besitzen, während der Vdflgl.
des Ö einfach schwarz ist und die sehr reduzierten Marginal- und
Submarginalpunkte nur schwach gelblich, oft nur weiss sind.
Die Fühler des & sind stärker gekolbt und verdicken sich ab-
rupt ohne vorhergehende, allmählige Anschwellung wie beim 9.
Oenopia fliegt ziemlich rasch, schneller wie die malaiischen
Ideopsis, der Flug ist elegant und schwebend. Die Larven-
stände sind unbekannt, nur von einer Ideopsis, der java-
nischen gaura, sind durch Piepers Raupe und Puppe bekannt
geworden. Die nächsten Verwandten von oenopia fliegen
auf den Molukken und im westlichen Neu-Guinea, Fruhstorfer
stellt sie als Subspezies zu oenopia, ich halte sie für
Formen einer eigenen, guten Art, besonders da schon auf
80 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
den Sula-Inseln und auch auf Ceram ganz verschiedene Spezies
auftreten.
3. Danais archippus F. (häufig irrtümlich als plexippus
Cr. und auch erippus Cr. zitiert), der berühmte Wanderer
soll im Jahre 1871 auf Celebes gefangen worden sein, ich habe
ihn aber weder im Süden noch im Norden gesehen und nur
Hopffer erwähnt ihn als auf Celebes vorkommeud. Da aber das
Material Hopffers eine Mengung aus verschiedenen Gebieten um-
fasste, so ist ein Irrtum nicht ausgeschlossen; Piepers, Holland
und Rothschild melden die Art nicht, welche auch von Fruh-
storfer nicht gefangen wurde. Es besteht aber immerhin die
Möglichkeit, dass zur Zeit, da A. B. Meyer bei Menado sam-
melte, dort eine archippus-Goneration gelebt hat. Auf
jeden Fall handelt es sich nicht um ein Standwild.
4. Danais (Limnas) chrysippus L. fliegt auf Celebes über-
all da, wo die Futterpflanze der Raupe, Calotropis gigantea R.
wächst. Diese grossblätterige, enorm milchsaftreiche Pflanze liebt
sandigen wasserarmen, dem Meere benachbarten Boden, wess-
halb uns chrysippus oft als erster Falter nach dem Aus-
booten begegnet, während wir ihn aus dem gleichen Grunde auf
grossen Strecken des inneren Landes überhaupt nicht sehen.
Das Tier ist also sehr lokal, so kam es, dass Rothschild von
Doherty nur ein d' und Holland diese Art überhaupt nicht er-
hielt. Es lassen sich auf Celebes drei gut verschiedene Lokal-
formen unterscheiden. Obwohl Hopffer die Kleinheit der Cele-
besstücke betont, so erscheint doch gerade in Nord-Celebes
(Menado, Amurang, Tumpaan) der Falter in einer grossen, leuch-
tend braunen Form, welche palaearktischen Exemplaren aus
Griechenland oder Aegypten sehr ähnlich ist, da das Braun die
gleiche Nuance besitzt, nur fehlt die schimmernde Aufhellung
der Hflgl., welche die Palaearkten so ziert. Beide Flügel sind
ungefähr gleichmässig leuchtend braun gefärbt. Der diskale weisse
Fleck unter der apikalen weissen Binde des Vdflgl. ist bedeu-
tend grösser als bei den Palaearkten, bei denen er meist nur
punktförmig erscheint. Es ist nötig, hier genauer auf diesen
diskalen Fleck einzugehen. Die chrysippus jeder Herkunft
tragen auf dem Vdflgl. 1. eine ganz marginale Fleckenreihe, am
deutlichsten entwickelt über den Medianästen, komplett auf der
Unterseite; bei Palaearkten, sind die Flecken dieser Reihe klein
an Form und Zahl, 2. eine submarginale Reihe von meist nur
2—3 Flecken, zwei immer zwischen zweitem und dritten Medi-
anast und 3. eine diskale Reihe, von welcher in den meisten
Fällen nur ein Fleck ebenfalls zwischen mittlerem und oberen
IRIS, Dresden, Bd. XXVII.
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Martin: Die Tagfalter der Insel Celebes.
Vorstand
des Entomologischen Vereins ‚„lIris” zu Dresden.
Vorsitzender: Prof. Dr. phil. K. M. Heller, Dresden, Franklinstr. 22.
Stellvertr.: Dr. phil. P. Denso, Hellerau b. Dresden, Auf d. Sande.
Schriftf.: Bausekretär Ad. Winckler, Dresden-Pl., Kaitzerstr. 137.
Stellvertr.: Dr. jur. G. Heusinger, Dresden N., Grosse Meissnerstr. 2.
Rechnun,sf.: Kaufm. G. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Bücherwart: Amtstierarzt E. Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Redakteur: Dr. med. H. Walther, Dresden N., Böhmertstrasse 4.
Stellvertreter: Dr. med. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 3.
Sitzungen: Mittwochs 8t/, Uhr im Hauptrestaurant des Zoolog.
Gartens. Gäste stets willkommen,
Neuanmeldungen von Mitgliedern werden an den Vorsitzend. erbet.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
in den ersten drei Monaten eines jeden Vereinsjahres zu
zahlen (an den Rechnungsführer G. Kretzschmar).
Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen vergessen
haben, wird das zweite (Anfang Juli erscheinende) Heft gegen Nachnahme
des Beitrages zugesandt (soweit nach den betreffenden Ländern Nach-
nahme zulässig ist).
Die Zeitschrift erscheint in Vierteljahrsheften.
Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur
innerhalb der Frist eines Jahres, vom Erscheinen der betr.
Hefte an gerechnet, berücksichtigt werden.
Mitglieder erhalten auf, Wunsch die früheren Hefte und
Sonderdrucke unserer Zeitschrift zu halben Preisen mit Aus-
nahme von Band I, Heft 1—3, und Band VII und VIII, welche
vergriffen sind. Anfragen an den Bücherwart (E. Möbius,
Dresden-F., Schlachthofring 3) zu richten.
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Die Gross-Schmetterlinge der Erde.
Bearbeitet von hervorragenden Kennern und Autoritäten wie: Aurivillius
(Stockholm), Bartel (Nürnherg), Eiffinger (Frankfurt), Fruhstorfer (Genf),
Grünberg (Berlin), Haensch (Berlin), Janet (Paris), Jordan (Tring), Ma-
bille (Paris), Pfitzner (Sprottau), Prout (London), Röber (Dresden),
v. Rothschild (Tring), Standfuss (Zürich), South (London), Strand (Berlin),
Warren (Tring), Weymer (Elberfeld) und anderen.
Herausgegeben von Professor Dr. Adalbert Seitz.
Vollständig in ca. 485 Lieferungen oder in 16 Bänden, in 2 Hanptteilen.
1. Hauptteil Palaearktische Fauna. 2. Hauptteil Exotische Fauna.
Vollständig in etwa 118 Lieferungen | Vollständig in etwa 370 Lieferungen
a Mk. 1.—. a Mk. 1.50.
Band I Tagfalter gebd. Mk. 60.—. | Band V-VIII Amerikanische Fauna
ca. 130 Lieferungen.
„u sale Schwärmer gebd. „ IX-XI Indo-- austral. Fauna
ER ERE 3 ca. 155 Lieferungen.
„ III Noktuen in ca. 30 Lieferun- „ XIU-XVI Afrikanische Fauna
gen od. gebd. ca. Mk. 45.—. ca. 85 Lieferungen.
„ IV Geometriden in ca. 15 Liefe- | Die Einteilung der einzelnen Bände
rungen.od. gbd.ca. Mk.30.—. entsprechend dem 1. Hauptteil.
In beiden Hauptteilen zusammen werden auf ungefähr 1000 Tafeln rund
40000 Falter in vorzüglich kolorierten Abbildungen dargestellt, wonach
jeder Falter sofort auf einen Blick bestimmbar ist.
Der 2.NHannitail esekzt Kein Museum, keine Sammlung mehr mit
; - unbestimmten Faltern. Nur durch eine sehr
eine vollständigeExoten-Sammlung.
hohe Auflage konnte der beispiellose billige
kinteilung und Preis des Werkes,
Preis von ea.1 Pfg. pro Abb. erzielt werden.
(Bezüglich der noch nicht vollständig vor-
liegenden Bände sind die Preise nur &d-
nähernd und unverbindlich festgesetzt)
Fauna palaearetica. Fauna indo-australica.
gebunden“. 2 u u 0... M. 760, IX in ca. 85 Lieferungen od. geb. ca.M. 160.—
IT7SEbunden. Wr ee MA. X -.- 30 - Rn WR
III inca. 30 Lieferungen od. geb. ca. M. 45.— XI - -'30 - - = .-.M. 70,—
IV--13 - 002 22,-5M 730. XI - - 10 - BAT M. 35.—
Fauna americana. Fauna africana.
V inca.70 Lieferungen od.geb.ca, M. 130.— XIII in ca.35 Lieferungen od.geb.ca.M. 75.—
I -,-'25 - RED U HR XIV - - 20 - - 2-2 M. 50.)
vV1'-,>725 - - - - M. 60.— XV - - 20 - -.1=..-,M.50,—
vII - - 10 . RU en xXVI- - 10 "Un ==. = ,M. 35—
Hiezu erscheint noch als Band XVII ein Supplement - Band mit Allgemeinem Tell,
Morphologie, Biologie, Geographie und Ergänzungen zu dem Hauptwerk. k
€=° Es kann jede Fauna oder jeder Band nach Abschluss für sich bezogen werden. I
Folgende Bände sind pereits vollständig und gebunden erhältlih: Bd. I, I.
Je nach vollständigem Erscheinen eines Bandes wird der Subskriptionspreis für die betr.
Lieferungen aufgehoben und tritt eine Preiserhöhung von mindestens 10% sofort in Kraft.
Das Gesamtwerk hat Ende 1906 begonnen und wird bis etwa Sommer 1914 vollständig
abgesclılossen vorliegen.
M ı ıst das umfangreichste, aber im
Seitz, Gross - Schmellerlinge der Erde Vernatcnis zu dem Gebötenen zu
gleich bei weitem das billigste Werk seiner Art.
Keinem Museum, keiner Bibliothek, keinem Privatsammler ist das Werk entbehrlich.
Jedem, der Schmetterlinge sammelt, kauft, tauscht oder verkauft von grösstem Nutzen,
weil alle Schmetterlinge sofort bestimmbar und jedes Angebot sofort kontrollierbar.
Das Werk kann mit Text in deutscher oder englischer oder französischer
Sprache bezogen werden.
Zu jeder weiteren Auskunft sowie kostenloser Uebersendung von Probetafeln ist gernebereit der
Stufteant, Postsi.1. Vera des Sitzschen Werkes Alfred Kernen). | |
Iris, Dresden, Band XXVII. Heft 2.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
E) rn
„lris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1914. Zweites Heft.
“
30. Juni 1914.
Redakteur: Dr. Walther." /
Berlin.
R. Friedländer & Sohn.
Carl Strasse 11.
Druck von Oskar Hensel, Gottenberg.
Inhalts -Uebersicht.
Seite
Dr. L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes . . . . „ 81-107
Freiherr v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca.. . . . . 107-119
H,. Stauder. Lycaena argus L. (aegon Ra i Hiarodentate
m. aberr. nova . . \ tere 149-120
H. Fruhstorfer. Neue Krbotala Hasen BE N re A ed er
LonisöGraeser TR ER en BO
Bücherbesprechungen . . 2... 140—142
Prof. Dr. L. 6. Courvoisier. Br Brno e Ele Tsbasus 143—176
In allen redaktionellen Angelegenheiten (Manuskripte, Tafeln, Bücher-
besprechungen, Korrekturen etc.) bittet man, sich nur an den Redakteur,
Dr. Walther, Dresden N. 8, Böhmertstr. 4, zu wenden. Die Autoren er.
halten 25 Sonderdrucke kostenfrei, nach Vereinbarung auf Wunsch mehr.
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffentlichten
Aufsätze sind die Autoren allein verantwortlich.
Sütlhrasilian. SenmellerLinde
in fortlaufend verschiedenen, nur uulen Exemplaren
ARLIITTEILISLILERERIDTDRDERRITELDARTEIDRRURDERTITDETDLIRDRDEDATLDEEDDERRTARRDTDBEDDUDDIEDTRDORTREDDEDTEEBTRTURTLRANDEERDERR FIR ODS REN
werden in einzelnen, sich folgenden Sendungen zu !/,, des
Staudingerschen Katalogpreises 1912 geliefert,
Für jeden Abnehmer wird Liste geführt über schon
gelieferte Sachen. Interessenten werden gebeten, sich mit
mm Unterzeichnetem in Verbindung zu setzen. wu
Zar Schmith
Joinville, Nordstr., Sta. Catharina, Brasilien.
mm Sf. Referenzen stehen zu Diensten. um
Die Zusendung erfolgt nach gefl. Aufgabe von Referenzen
oder per Postnachnahme, sowie Voreinsendung eines ent-
sprechenden Betrages durch Postanweisung.
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Tafel Il.
Catocala kusnezovi Püng. 5°
Catocala timur B.-Haas J'
Pseudopsyche endoxantha Püng. 2
Epipsilia proterva Püng. g'
Chamyla vecors Püng. 4
Spintherops depressa Püng. /'
Euxoa norvegica Stgr. j'
Eilicrinia unimacularia Püng. g'
Anaitis bohatschi Püng. 5"
Chamaesphecia koshantschikovi Püng. 9
Dipsosphecia tenebrosa Püng. 9
Ino mystrocera Püng. J'
Illiberis laeva Püng.
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Selidosema modestaria Püng. g'
Gnophos sproengertsi Püng. /
Athetis scotoptera Püng. J'
Catocala optima Stgr. Z'
Dipsosphecia gruneri Stgr. 9
Isochlora leuconeura Püng.
Discestra eremistis Püng. 7
Euxoa impexa Püng. g'
Perigrapha hoenei Püng. J’
Gnophos sproengertsi Püng. ? Unterseite
Athetis grisea Ev. var. apatetica Püng. 2
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Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 51
—
Medianast unterhalb der breiten weissen Apikalbinde vorhanden
ist. Exemplare des sumatranischen alcippus mit weissen
Hil zeigen drei Flecken dieser diskalen Reihe, auch bei Java-
stücken erscheinen oft zwei, seltener auch drei Flecken. Wir müssen
auf diese diskale Reihe bei Besprechung der dritten Celebesform zu-
rückkommen. Die sehr kleine Südform, von mir in Menge bei
Djeneponto erbeutet, ebenfalls dort, am Bantimurung und auch
von Saleyer von Piepers erwähnt, der auch das lokale Vor-
kommen betont, gleicht fast völlig der auf Java fliegenden
bataviana Moore; fahl graubraune Stücke prädominieren,
die diskale Fleckenreihe ist gut entwickelt, oft findet sich ein
zweiter, seltener auch ein dritter Fleck. Helle Formen
(— petilea Stoll) kommen nicht vor, wohl aber hellere,
leuchtend braungelbe Stücke, wie sie auch bei bataviana zu
finden sind. Ich habe noch Exemplare dieser Südform aus den
Bergländern von Zentral-Celebes empfangen, und Hopffer scheint
sie von den Togean-Inseln erhalten zu haben. Ganz aus dem
gewohnten chrysippus-Rahmen tretend und höchstapart ist
die dritte Form, der wir nur an der Westküste von Tolitoli bis
Donggala und an der Palubai bis auf S—10 Stunden süd-
lich von Palu begegnen. In ihrer eigentümlichen Färbung steht
sie im Formenkreis von chrysippus ganz isoliert da. Das von
ihr bewohnte Land ist, wie schon in der Einleitung gesagt, ein
exquisites Trockengebiet mit fast afrikanischer Flora, und wir
dürfen deshalb in dieser auffallenden Form wohl ein Produkt
des aussergewöhnlichen Klimas erkennen. Der holländische
Entomologe Snellen, der nur wenig geneigt war, Lokalformen
anzuerkennen oder gar zu benennen, hat aber gerade diese Form
gelderi getauft. Snellen wurde zu dieser ihm fremden Tätig-
keit angereizt durch die Benennung von chrysippus vigelii
aus Pulo Brass durch Heylaerts und sagt selbst zu seiner Ent-
schuldigung, dass durch die Benennung sowohl die Varietät besser
im Gedächtnis hafte, als auch an den Namen des Entdeckers
erinnert werde, und dass er auch einmal dem „guten Beispiele“
folgen wolle. Wir erfahren aus der Originalbeschreibung noch,
dass Herr van Gelder aus Makassar bei Tolitoli die fünf Exem-
plare gefangen hat, welche der Beschreibung zu Grunde lagen.
Die beigegebene Abbildung beider Seiten ist ganz vorzüglich
und wird der sonderbaren Form gerecht, während das Bild im
Seitz leider sehr schlecht, fast miserabel ist und in keiner Weise
dem reizvollen Tiere entspricht. Wenn man bedenkt, dass
. „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914.
vI
82 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
chrysippus sich über vier Kontinente verbreitet hat, dass
sich aber nirgends diese auffallenden Färbungsveränderungen
eingestellt haben wie auf dem winzigen Palugebiete, dann muss
man die Macht des dort herrschenden Trockenklimas hoch ein-
schätzen. Das Tier, von kleiner Gestalt wie die Südform, mit
der unsauberen, bräunlichen Grundfarbe der Stücke von Java,
Saleyer und Celebes, so sagt wörtlich Snellen, fesselt den Blick
sofort durch sein scheckiges Aussehen. Auf dem Vfl finden
sich immer drei gut entwickelte Diskalflecken und auf dem
Hfl drei, vier oder fünf längliche weisse Striche an der Kosta,
in der Zelle, zwischen den Subkostalästen und zwischen Mediana
und Submediana, welche alle auch auf der Unterseite deutlich
sind und oft einen Rosaschimmer tragen. Auf der Vfl-Unter-
seite befindet sich ausserdem noch zwischen Mediana und Sub-
mediana ein breiter, weisser Strich, der oft auf der Oberseite
durchscheint, und ein ähnlicher Strich steht am oberen Rande
der Zelle, diese oft in Keulenform zum grössten Teile ausfüllend.
Zahl und Grösse dieser weissen Flecken ist sehr verschieden,
und es finden sich alle Uebergänge und Abstufungen von der
ungefleckten Südform zur typischen gelderi. Uebrigens habe
ich in Palu unter tausenden von gelderi auch ab und zu als
grosse Seltenheit ungefleckte, normale Stücke gefangen; in den
südlich gelegenen Bergländern von Zentral-Celebes fliegt, aber
spärlich, die gewöhnliche Südform, deren verschiedene Farben-
nuancen wir auch bei gelderi wiederfinden. In Palu fliegt
das Tier das ganze Jahr hindurch und zu allen Zeiten sind
Falter, Raupe nnd Puppe zu finden, nur im August, September
und Oktober war das Auftreten der Schmetterlinge ein be-
schränktes, nicht so massenhaftes.. Die Raupe von chrysip-
pus ist schon oft und erschöpfend beschrieben, dennoch will ich
mit wenigen Worten vielleicht zum Zwecke der Vergleichung
die erwachsene, zur Verpuppung bereite gelderi-Raupe schil-
dern. Von zartgelbgrüner Farbe zeigt sie einen breiten, weissen
Lateralstreifen, der nach unten über den Füssen festonartig aus-
geschnitten ist; auf dem Rücken ist jedes Segment durch zwei
längliche, querstehende, glänzend hochgelbe Flecken geziert. Der
Kopf ist von schmutziger Elfenbeinfarbe, die Füsse sind grünlich.
Auf dem zweiten Segmente hinter dem Kopfe stehen zwei lange,
fleischige Stacheln, deren untere Hälfte gelb, die obere aber
schwarz ist. Diese Stacheln sind willkürlich beweglich und
werden auch von der Raupe beim Laufen bewegt. Zwei kürzere,
gleichgefärbte, aber unbewegliche Stacheln stehen auf dem
fünften Segmente und zeigen seitliche Richtung, zwei weitere
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 83
nach rückwärts gerichtete, wieder längere befinden sich auf
dem Analsegmente. Die Puppe ist von der bekannten, ge-
drungenen Danaidenform, grün, gelb, opalfarben oder weiss
je nach dem Platze der Verpuppung, grün immer auf den
Blättern der Futterpflanze, weiss an weiss getünchten Bretter-
wänden. Ein Gürtel von körnigen Goldinkrustationen zieht
über die Abdominalsegmente und einzelne Goldpunkte schmücken
den Thorax. Die jungen Räupchen fressen die ungemein flei-
schigen, dicken Blätter der Calotropis nicht vom Rande an,
sondern nagen kleine, ziemlich kreisförmige Löcher in die obere
Schicht des Blattes und nähren sich dann wohl hauptsächlich
von dem der Blätterwunde reichlich entströmenden Milchsafte.
Die untere Schicht des Blattes innerhalb des angenagten Kreises
stirbt ab und vernarbt am Rande mit einem Kautschukwall,
was diesen Blättern ein eigentümliches gespickeltes Ansehen
gibt. Grössere Raupen aber fressen alle Schichten des Blattes.
Oftmals fing ich Paare in Kopula, meist ein altes, abgeflogenes,
zerrissenes d' und ein jugendfrisches $, doch auch den um-
gekehrten Fall habe ich gesehen, so dass mit Sicherheit eine
öftere Paarung der Falter anzunehmen ist. So gemein auch
gelderi in Palu war, frische Exemplare mit ihren leuchten-
den, fein zusammen gestimmten Farben waren dennoch eine
Augenweide.
5. Danais (Nasuma) fulvus Ribbe. Diese eigenartig schöne
Danaide stellt im grossen indo-australischen Gebiete ein ent-
schieden fremdes Element dar, der abweichende, spitze Flügel-
schnitt, die dünnen, fragilen Flügel, niemals so robust wie die
anderer Danaisarten, und der auffallende, bei keiner anderen
Art sich findende, weisse Apikalfleck auf beiden Seiten des
Vfl bewirken diese fremdartige Faltererscheinung, welche
etwas an gewisse afrikanische Danaiden anklingt. Die gleiche
Zeichnung, wie sie der eben erwähnte Apikalfleck darbietet,
findet sich auch auf der Öhrspitze des indischen Tigers, wes-
halb wir die harmlose Nasuma stets Tigerohr nannten. Auch
die Verbreitung des Subgenus Nasuma ist eine auffallende,
es bewohnt wie Ornithoptera hypolitus nur die Mo-
lukken und Celebes, fehlt auf Neu-Guinea und Australien und
hat auch nicht die kleinen Sundainseln oder Java erreicht. Ich
möchte annehmen, dass die Celebes-Subspezies fulvus nur
die nördliche Hälfte der Insel bewohnt, Piepers und Holland
erwähnen die Art nicht, dagegen finden sich bei Rothschild elf
Exemplare aus der Kollektion Dohertys angeführt. Da ich aber
im Laufe eines Jahres in der eifrigst abgesammelten Umgebung
84 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Makassars auch kein einziges Stück erhalten habe, möchte ich
fast glauben, Doherty habe die an Rothschild gelieferten Exem-
plare von einer anderen Lokalität erhalten und nur der Voll-
ständigkeit halber der Kollektion beigefügt. Auch im Süden
der Ostküste in Kendari habe ich die Nasuma- nicht gefan-"
gen, welche sich aber in jeder Sendung aus Menado befand. Im
Hinterland von Palu und auch in Donggala war das Tier das
ganze Jahr hindurch, aber immer nur spärlich und vereinzelt
zu finden, mein südlichstes Exemplar stammt aus dem kleinen
Hafenplatze Mamudju an der Westküste, ein kleines 2 in ty-
pischer Celebesfärbung. Fruhstorfer gibt im Seitz als seine Er-
fahrung an, dass das Tier niemals über die Strandwälder hinaus-
gehe, ich erbeutete es aber in Kalawara, Lewara und Watu-
nundju, alles schon tiefer im Binnenlande gelegene Plätze.
Hopffer hat schon 1874 genau die Farbenunterschiede der
Celebes-Subspezies mitgeteilt, an eine Benennung dachte er
nicht; damit wäre eigentlich der Wissenschaft Genüge getan.
Ribbe nannte 1890 das Tier fulvus und Rothschild hat 1892
das Synonym celebensis geschaffen und ausser einer Be-
schreibung auch eine sehr gute Abbildung des 0” in der Iris
gegeben. Die Celebesform ist entschieden kleiner als jene von
Amboina und Ceram und hat ungefähr die Grösse der Exem-
plare von den nördlichen Molukken (Halmaheira, Obi). Die
apikalen und subapikalen Flecken des Vfl und die sub-
marginalen Doppelflecken des Hfl sind hellbraun und nicht
weisslich. Einzelne 22 aus dem Hinterlande von Palu ent-
behren aber diesen braunen Anflug und lassen sich nicht von
Molukkenstücken unterscheiden, ein Beweis, dass die Evolution,
welche das Farbenkleid des Falters unter dem Einflusse des
Celebesklimas durchzumachen hat, noch nicht abgeschlossen ist,
und vielleicht auch ein Fingerzeig für den Weg der Art. Die
ersten Stände sind leider unbekannt, die ruhige Beobachtung
eines eierlegenden 2 würde diese Lücke ausfüllen.
Das nun folgende Subgenus Salatura Moore findet sich
auf Celebes ungewöhnlich reich durch sechs verschiedene Formen
vertreten, während sich auf Sumatra, Java und Borneo nur je
drei haben nachweisen lassen. Es könnte sich in diesem Falle
vielleicht teilweise um Einwanderung handeln, obwohl keine
Beweise hierfür vorliegen. Die langausgestreckten, an Fangarme
erinnernden Halbinseln des Inselkontinents würden allerdings
eine erleichterte Möglichkeit bieten, aber die Einwanderung
müsste schon vor sehr langer Zeit geschehen sein, weil alle
Üelebesarten schon hoch differenziert sind. Bei dem gut fliegen-
Dr. Martin. Die Tazfalter der Insel Celebes. 85
den Genus Danais, dessen Futterpflanzen meist ubiquitär sind,
und das die Küste und offenes Gelände bewohnt, wäre immer-
hin eine Wanderung noch leichter denkbar als bei schwach
fliegenden Arten, strengen Waldbewohnern oder Faltern mit
hoch spezialisierter Nahrung. Dennoch möchte ich die ganze
Migrationstheorie völlig von der Hand weisen und glaube lieber,
dass die heutige Verbreitung der Falter im malaiischen Archipel
ausschliesslich auf frühere geologische Veränderungen basiert ist.
Nicht unwahrscheinlich ist es jedoch, dass die ?% der Danaiden
das oft periodenhafte Auftreten der Futterpflanzen, welche sich
manchmal blitzartig auf durch Menschenhand geschlagenen Wald-
lichtungen ansiedeln, auf weite Entfernungen wahrnehmen und
diese Stellen besuchen. Nur so erklärt sich die Beobachtung,
dass Danais chrysippus auf Sumatra für eine gewisse Zeit
massenhaft auf Gebieten auftrat, auf welchen das Tier sowohl
vorher als nachher unbekannt war.
6. Danais (Salatura) leucoglene Feld. Von dieser Art
fliegen auf Uelebes zwei nicht scharf getrennte, vielfach in ein-
ander übergehende Formen, von welchen die Nordform von Felder
leucoglene, die Südform von Butler conspicua getauft wurde.
Im Texte von Kirby’s Katalog finden wir zuerst conspicua
als den älteren, Priorität besitzenden Namen, im Appendix aber
korrigiert sich Kirby, und wir erfahren, dass Felder’s Beschrei-
bung (1865) um ein Jahr älter ist als die Butler’s (1866). Die
Felder’sche Type ist von Lorquin gesammelt, die beigegebene
Abbildung ist gut, bringt aber ein mehr zu conspicua ge-
höriges Stück. Felder sagt von seiner leucoglene, sie sei
der philene Cr. zunächst verwandt. Philene ist aber
die mit Recht als eigene Spezies festgehaltene Form der Mo-
lukken, welche sich von der indischen plexippus, nach der
die Celebesspezies noch deutlich gravitiert, weit unterscheidet.
Auch die Butler’sche Originaldiagnose von conspicua ist dürf-
tig, wir erfahren nur, dass Celebes die Heimat der Art ist, welche
32/g Zoll Flügelspannung besitzt, sich im britischen Museum be-
findet und von Boisduval in einem nicht publizierten Manuskript
den Namen silena erhalten hat. Auch Butler denkt an phi-
lene, indem er die Vfl seiner conspicua identisch mit
denen von philene erklärt. Seine Abbildung ist gut und ent-
spricht auch der Südform. Der Unterschied zwischen beiden
Formen besteht darin, dass leucoglene mehr weiss zeigt als
conspicua, die weisse Apikalbinde der Vfl ist breiter und
auf den Hfl finden sich zwischen den Adern dreieckige, weisse
Submarginalflecken, welche conspicua fehlen. Da nun aber
86 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
im Norden unter typischer leucoglene, allerdings seltener,
conspicua vorkommt, in Makassar und Hinterland Stücke mit
starker Weissfleckung gefunden werden, und in Palu (Zentral-
Celebes) sogar conspicua und leucoglene durcheinander
fliegen, dürfte es wohl das Beste sein, nur den Priorität besit-
zenden Namen als allein giltig für die Plexippusform von
Celebes zu führen. Leucoglene vertritt ohne Zweifel auf
Celebes die von Ceylon über ganz Indo-Australien verbreitete,
gemeine Art plexippus L.; während sich aber von Bombay
über China bis Australien nur geringfügige Unterschiede aus-
gebildet haben, besitzt die Celebes-Subspezies ein auffallendes,
nur ihr zukommendes Charakteristikum in der schneeweiss ge-
färbten, das Tier ungemein schmückenden Zelle des Hfl. Üe-
lebes hat also auch dieser gewöhnlichen Art einen originellen
Stempel aufgedrückt. Die Formen der Satellit-Inseln, telmissus
Fruhst. von Buton und tychius Fruhst. von Saleyer zeigen
bereits Neigung, dieses Charakteristikinm der Falter der Haupt-
insel wieder zu verlieren. Telmissus hat auf der Oberseite
die Hflzelle wieder ganz braungelb überstäubt, und nur die
Unterseite lässt die Verwandtschaft mit leucoglene erkennen.
Tychius, wie alle Saleyerfalter kleiner und kümmerlicher wie
die Form des Kontinents, hat die Zelle des Hfl ebenfalls
schon etwas mit Braun übergossen und lässt auf dem Vfl den
runden weisen Submarginalfleck unterhalb der subapikalen Binde
fast ganz vermissen. Leucoglene ist über die ganze Insel ver-
breitet und nicht lokal wie chrysippus, dagegen aber auch
niemals so massenhaft im Auftreten; in ihren Gewohnheiten
gleicht sie chrysippus, ist ein fleissiger Blütenbesucher, auf
welchen sie mit zusammengeklappten Flügeln ruht, fliegt aber
entschieden schneller und gewandter als chrysippus. Na-
türlich erwähnen alle Autoren die Art, welche in allen Monaten
des Jahres, am häufigsten im Februar, in stets sich folgenden
Generationen fliegt. Das Verhalten der Art in Palu, einem
Uebergangsgebiete, wo die eine Spezies noch in der Südform,
die andere bereits in der Nordform erschien, ist nicht ohne
faunistisches Interesse. Im allgemeinen herrschte in Palu eine
grosse conspicua vor, und gab es daneben auch Uebergänge
zur leucoglene und nur seltener reine leucoglene,. Auf
dem Vfl steht unter dem Subapikalbande zwischen den beiden
unteren Medianästen ein runder, weisser Submarginalfleck, gross
bei leucoglene, klein bei conspicua. Die Palustücke haben,
auch wenn ihnen die anderen Weisszeichnungen von leucoglene
völlig fehlen, diesen Fleck immer in der Grösse von leucoglene.
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 87
Ich erhielt in Palu auch zwei Stücke einer Aberration von fahl-
rehbrauner Grundfarbe, welche wohl als Hitzeformen anzusehen
sind, die Puppen müssen an einem der Sonne besonders ausge-
setzten Platze gehängt haben. Innerhalb der Art gibt es starke
Grössenunterschiede, wohl in Folge Futtermangels bei zahlreichem
Auftreten der Raupen. Auffallend sind auch einige Stücke ohne
alle Marginalflecke der Hfloberseite, also mit rein schwarzem
Rande. Aus Gorontalo erhielt ich typische leucoglene und
in Mamudju fing ich conspicua mit ziemlich stark ver-
düsterter Hilzelle.
7. Danais (Salatura) malossona Fruhst., nur ein 2 von
Fruhstorfer bei Tolitoli gefangen, das östlichste Vorkommen einer
Melanippusform, als deren Östgrenze bisher das östliche Java
gelten musste. Auch diese Form besitzt nach Fruhstorfer eine
rein weisse Hflzelle, ein höchst interessantes Faktum. Ich
habe es sehr bedauert, diesem Falter in Palu, das nicht so
weit südlich von Tolitoli liegt, nicht begegnet zu sein, auch
habe ich ihn niemals in Sammlungen aus Menado gesehen, er
muss also in seinem Vorkommen auf die Gegend beschränkt
sein, in welcher die nördliche Halbinsel von Celebes das Knie
biegt.
8. Danais (Salatura) lotis celebensis Stgr. Das geogra-
phische Gebiet der schwarzen Salatura ist ein abgerundetes,
gut umgrenztes und umschliesst mit Nichtachtung der breiten,
dazwischen liegenden Meeresstrecken die Philippinen, das nörd-
liche Celebes, fast ganz Borneo und die Natuna-Inseln; eine
ähnliche Verbreitung über ein zusammenliegendes Inselgebiet
mit Bruchstücken von Inselkontinenten finden wir im Süden von
Celebes für Ornithoptera haliphron. Wir werden durch
das Faktum dieser Verbreitung zwingend vor die Frage gestellt,
wo die eigentliche Heimat der schwarzen Salatura zu suchen
ist. Fruhstorfer im Seitz ist geneigt, diese Heimat in den Phi-
lippinen zu finden, und sagt wörtlich, dass alle nicht philippi-
nischen lotis-Subspezies geflügelte Dokumente zur Erinnerung
an die entschwundenen Landbrücken Mindanao-Borneo und Min-
danao-Celebes seien. Damit nimmt er zweifellos an, dass die
schwarze Salatura auf diesen nunmehr untergegangenen Brük-
ken aus den Philippinen nach Borneo und Celebes eingewandert
sei. Diese Landbrücken bestehen jedoch in gewissem Sinne noch
heute, da von Mindanao nach Menado eine Inselkette (Talaut,
Sangir und Siaoe) leitet, und der inselreiche Sula-Archipel die
Philippinen mit Borneo so verbindet, dass nur geringe, für eine
Danaide leicht zu überfliegende Meeresbreiten übrig bleiben,
88 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Auch die Natunas sind mit der Nordwestspitze von Borneo durch
eine Inselkette verbunden. Ich neige nun der Ansicht zu, dass
in dem heutigen Fluggebiete einer so auffallenden Spezies, wie
die schwarze Salatura, die rohe Kontur eines früher zusam-
menhängenden Kontinentes zu erblicken ist, dessen Tiefland im
Meere verschwunden ist, während die heute bestehenden Insel-
ketten die Reste der höheren Erhebungen darstellen. Wäre dem
nicht so, so ist absolut nicht einzusehen, warum die schwarze
Salatura sich auf Oelebes und Borneo nicht über weitere Ge-
biete verbreitet hat, auf welchen sicher alle für sie nötigen Le-
bensbedingungen zu finden sind. Aber im ganzen Süden von
Celebes ab Pasangkayu suchen wir vergeblich nach lotis cele-
bensis, und auch auf Borneo gibt es im Süden, dem zweifel-
los geologisch jüngsten Teil der Insel, Striche, auf welchen eine
gelbe und nicht die schwarze Salatura fliegt. Besässen wir
eine genaue Karte des Vorkommens der schwarzen Salatura,
so hätten wir auch die sicheren Umrisse des einst ohne Zweifel
dort befindlichen Kontinentes, und dieser ist und war die Heimat
des auffallenden Falters, der sich sein Gebiet höchst konservativ
erhalten hat.
Celebensis habe ich nur aus Menado (Amurang, Tumpaan)
und Tolitoli erhalten, sie ist grösser und dunkler als die Formen
der Philippinen und von Borneo. Staudingers kurze Original-
diagnose befindet sich in seiner ausgezeichneten Bearbeitung der
Palawan-Schmetterlinge, einer wahren Bestimmungsfundgrube.
Des Altmeisters scharfes Auge hat sofort einen guten Unter-
schied gesehen, da der celebensis zwei kleine, weisse Flecken
hinter der Vflzelle, bei Borneo- und Philippinenstücken stets
vorhanden, völlig fehlen. Südlicher als Tolitoli scheint das Tier
nicht mehr vorzukommen, auf jeden Fall fehlte es völlig in Palu
und Hinterland.
Dafür hatte ich 1913 das Glück, eine noch bedeutend
dunklere Form, das melanotische Extrem der ganzen Gruppe,
aus dem kleinen Orte Surumana in der Landschaft Pasangkayu
an der Westküste von Zentral-Celebes zu erhalten. Das Tier
ist in der Iris 1913 als Danais lotis meridionigra be-
schrieben. Eine Serie von 4 0'’0’ und 3 2%, im Februar 1913
durch einen Sammler, welcher die militärische Patrouille von
Palu nach Pasangkayu begleitete, gefangen, befindet sich in
meiner Sammlung. Die genaueren Unterschiede sind am Orte
der Originalbeschreibung einzusehen. Celebensis und
meridionigra scheinen an den Plätzen ihres Vorkommens
nicht besonders häufig zu sein, keinesfalls so häufig wie lotis
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 89
in West-Borneo, wo sie ungefähr die gemeinste Danaide war;
auch auf den Philippinen scheint der Falter keine Seltenheit
zu sein.
9. Danais (Salatura) affinis fulgurata Btlr. habe ich nur
im Süden von Celebes gefangen, nach Fruhstorfer soll sie auch
im Osten vorkommen; ich fand sie jedoch nicht an der Ken-
daribai, ebenso wenig in Palu, und ganz sicher fehlt sie in
Menado. Die zierliche Art, welche durch ihre matten Farben
einen gewissen Reiz für das Auge besitzt, war nicht sehr häufig
im Hinterlande von Makassar, bei Djeneponto und Maros und
ist sehr variabel, was schon Hopffer betont und beschreibt.
Holland und Rothschild haben sie durch Doherty nicht erhalten,
weil eben Doherty nicht im Tieflande und Meeresnähe sammelte,
und das ist das von fulgurata bevorzugte Terrain, was auch
Piepers bestätigt. Er hat die Art bei Takalara und ebenfalls
bei Djeneponto erbeutet und fing sie, wie auch ich, auf der
Insel Saleyer. Hopffer’s Stücke, wohl alle von den Siaoe-Inseln
stammend, da auf Menado fulgurata nicht vorzukommen
scheint, gehören zweifellos einer anderen Subspezies (taruna-
sangira) an. Die Variabilität von fulgurata muss kurz be-
sprochen werden. Auf dem Vfl steht neben Submediana und
Mediana ein weisser, länglicher Fleck, der sehr an Ausdehnung
wechselt, manchmal gross und reinweiss ist, und neben welchem
dann oberhalb des ersten Medianastes ein weiterer, kleinerer,
weisser Fleck steht, manchmal ist er aber nur ein schmutzig-
weisser Wisch auf braungelber Grundfarbe, oder es bleibt nur
ein braungelber Strich. Auch die diesen weissen Fleck umge-
bende, braungelbe Grundfarbe, welche sehr von dem sonst dunkel-
sammtbraunen Flügel absticht, wechselt sehr in Ausdehnung und
Nuance. Bei den 2% findet sich ab und zu sogar noch in der
Zelle des Vfl ein dritter, weisser Fleck. Nicht minder un-
beständig an Ausdehnung und Färbung ist beiderseits das dis-
kale, weisse Gebiet der Hfl, beständiger dagegen sind an
Form und Zahl die subapikalen, weissen Flecken des Vfl.
Butler’s Originalbeschreibung ist genau, aber lässt mit Ausnah-
me der Flügelspannung von 2%/; Zoll und der Heimat Celebes
alle weiteren Angaben vermissen; er hat ein Stück mit stark
entwickeltem Weissfleck zwischen Submediana und Mediana gut
abgebildet.
Die etwas kleinere Saleyerform, von der mir drei inter se
sehr variierende Stücke vorliegen, stellt einen Uebergang von
fulgurata zu tambora und litoralis von den kleinen
Sundainseln dar. Viel heller als fulgurata, hat sie das dis-
90 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
kale, weisse Gebiet der Hfl breiter weiss als diese und
tambora, eher wie litoralis, zwischen Submediana und
Mediana der Vfloberseite steht eine weisse, wischartige Auf-
hellung, welche tambora und litoralis fehlt, die weisse
Subapikalbinde des Vfl entschieden breiter als bei den
beiden Formen der kleinen Sundainseln, breiter selbst als bei
fulgurata. Die Unterseite beider Flügel völlig wie tambora,
Leib heller als fulgurata und tambora, ungefähr wie lit o-
ralis. Da alle Formen aus Saleyer und auch alle Inselformen
von affinis mit Namen bedacht sind, so nenne ich diesen bis-
her unbeschriebenen Falter wentholti, nach dem zur Zeit
meines Besuches die Geschicke der Insel leitenden, holländischen
Beamten, der mir später als Assistentresident von Donggala ein
liebenswürdiger Freund und Gönner war.
Das nun folgende Subgenus Tirumala ist abermals auf
Celebes sehr reich vertreten, reicher im Süden: als im Norden,
denn ich fand im Hinterlande von Makassar vier, in Zentral-
Celebes (Palu, Kalawara) noch zwei und in Menado nur noch
eine Tirumala vor. Es handelt sich um fünf verschiedene
Formen, von denen drei als endemisch für Celebes gelten müssen,
während die beiden anderen, Subspezies von javanischen Arten,
vielleicht auf Celebes eingewandert sind, dort aber bisher nur
im Süden in ganz geringer Zahl gefunden wurden, so dass man
annehmen muss, die Einwanderung sei entweder ganz rezenten
Datums, oder die früher Eingewanderten seien wieder im Aus-
sterben begriffen. Die Tirumalas, meist gemein in ihrem Vor-
kommen auf dem Kontinente und den anderen grossen Sunda-
inseln, in ungeheueren Mengen auf den kleinen Sundainseln auf-
tretend, erscheinen auf Celebes immer als ziemlich seltene Vö-
gel und fehlen in vielen Kollektionen gänzlich. Es ist das wieder
eine Eigenart der immer und überall eigenartigen Insel,
für welche ich bei allem Kopfzerbrechen keine Erklärung fin-
den kann. N
10. Danais (Tirumala) choaspes Btlr., ein ächtes Celebes-
tier mit weissem Abdomen, das nur auf den Philippinen und
Sula-Inseln Verwandte besitzt, kommt nur im Süden der Insel
vor und geht kaum nördlicher als Mamudju, obwohl ich der Art
dort bei einem kurzen Sammelausfluge nicht mehr begegnete,
während sie mir noch aus Parepare bekannt wurde. Im Hin-
terlande von Makassar (Samangi, Goa, Maros, Bangkala, Banti-
murung) das ganze Jahr hindurch ohne alle Saisonunterschiede,
aber nie sehr häufig. Aus Butler’s ÖOriginaldiagnose können
wir ausser der Beschreibung nur entnehmen, dass die Art 33/js
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 91
Zoll Flügelspannung hat, auf Celebes beheimatet und in der
Sammlung des Britischen Museums anwesend ist. Auf der
Insel Buton fliegt eine nur geringe Unterschiede zeigende,
kleinere Lokalform, choaspes kroeseni, welche ich in dieser
Zeitschrift 1910 pag. 20 beschrieben habe. Choaspes und seine
Subspezies fliegen nicht so flink wie die anderen Tirumala-
arten, sondern sind entschieden träger und deshalb leichter zu
fangen. Dennoch hat Rothschild von Doherty nur 9 Exemplare
erhalten.
11. Danais (Tirumala) choaspes kalawara Mart. ist die
schon weit veränderte, fast Speziesrang fordernde choaspes-Form
des exquisiten Trockengebietes an der Palubai, welche gegen
Norden anscheinend die Linie Donggala-Towaeli-Parigi nicht über-
schreitet. Das Tier zeigt einige Aehnlichkeit mit der von Stau-
dinger choaspina genannten Subspezies von Sula-Mangoli,
ebenso mit der philippinischen tumanana Semp., ist aber doch
sehr gut verschieden. Aus dem südlich von Palu gelegenen
Bergländern von Zentral-Celebes habe ich kalawara nicht mehr
erhalten. Ich nannte die durch ihre feine, blauschwarze Grund-
farbe mit bläulichweissen, hyalinen Flecken aesthetisch auffallende
Subspezies in der Iris 1913 pag. 123 nach ihrem Hauptflug-
platze, dem Dorfe Kalawara, wo sich eine Ackerbaukolonie von
Javanen befindet. Nur wenige Stücke wurden in der nächsten
Umgebung von Palu gefangen. Nicht häufiger als choaspes
im Süden und wie dieser nicht besonders fluggewandt, mit lang-
samem, schwirrenden, geradlinigen Fluge und gerne rastend, die
22 ziemlich selten.
12. Danais (Tirumala) ishmoides Moore, die dritte endemische
Art, bewohnt die ganze Insel, ist aber im Süden viel seltener
als im Norden und war bei Palu noch relativ am häufigsten;
dort allein konnte ich eine grössere Serie (22 Exemplare von
jedem Geschlechte) zusammenstellen, während ich im Laufe eines
vollen Jahres im Hinterlande von Makassar (Samangi, Goa, Na-
muru) nur 10 Exemplare erhielt. Holland und Rothschild ver-
melden die Art nicht, weil sie selbst einem so routinierten Sammler
wie Doherty gänzlich entging. Auch Fruhstorfer, der während
seines Celebesaufenthaltes nur fünf Stücke erbeutete, bestätigt die
Seltenheit des Falters im Süden. Piepers, der wie Hopffer die
Art als melissa Cr. bestimmt, hat sie bei Takalar und auf
Saleyer gefangen. Auch dieses Tier trägt durch seine originelle
Zeichnung und den auffallenden Flügelschnitt alle Charaktere
seiner Inselheimat Celebes. Moore’s Originalbeschreibung ist
dürftig, Heimat Celebes, Flügelspannung 31/, Zoll, in der Sammlung
92 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
von G. Semper, ähnlich in Form und Muster mit Radena
ishma, Vfl schmal und am Apex geschwungen — das ist
Alles. Es lassen sich innerhalb der Art zwei Farbenvarietäten
unterscheiden, erstens Stücke mit fast weissen, kaum einen bläu-
lichen Schimmer zeigenden, grossen hyalinen Flecken, und zweitens
solche mit nahezu dunkelblauen, kleineren hyalinen Flecken; mit
letzterer Färbung geht meist eine starke Reduktion der Rand-
flecken beider Flügeloberseiten gepaart, ja es gibt Exemplare mit
breit schwarzem, völlig ungefleckten Flügelrand. Im Süden
kommen nur die ersteren vor, die letzteren sind in der Regel
in Menado, während im Uebergangsgebiete von Palu beide durch-
einander fliegen. Ishmoides wurde mir auch aus den Berg-
ländern von Zentral-Celebes (Kolawi und Bada) in Anzahl ge-
bracht.
Die nun folgenden beiden Formen sind Subspezies von
auf Java und den kleineren Sundainseln fliegenden Arten und
lässt sich von ihnen die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit einer
Einwanderung auf Celebes nicht leugnen. Ich habe sie beide
im Jahre 1906 im Hinterlande von Makassar entdeckt und in
dieser Zeitschrift 1910 pag. 21—24 beschrieben. Beide waren
selten und von einer Neuerbeutung, seit ich Makassar verlassen
habe, wurde nichts bekannt, obwohl sie einem ernsten Sammler
nicht entgehen dürften. Aber Makassar ist für einen Professions-
sammler, der seine Ausbeute zu Geld machen muss, kein guter
Platz, und es wird wohl in absehbarer Zeit dort nicht mehr ge-
sammelt werden, es müsste denn das Schicksal einen mit ento-
mologischer Liebhaberei ausgestatteten Arzt oder Beamten dahin
verschlagen.
13. Danais (Tirumala) limniace makassara Mart., der java-
nischen conjuncta Moore sehr nahe stehend, nach einer Serie
von 5 dd’ und 3 2% (Makassar, Goa, Takalar, Djeneponto) be-
schrieben. Limniace aus Sumbawa lässt sich kaum von
meiner makassara unterscheiden, der sie jedenfalls näher steht
als der javanischen conjuncta. Es scheint sich eben um die
östlichen Ausläufer der limniace-Gruppe zu handeln. Auf
Saleyer aber fliegt eine sehr aparte, grosse und dunkle lim -
niace-Form, bentenga Mart. (Iris 1910 pag. 22).
14. Danais (Tirumala) melissa goana Mart., leider nur nach
2 Weibchen (Goa VIII. 06 und Bangkala Il. 07) beschrieben, be-
sitzt in Grösse und Flügelschnitt deutlich die Celebescharaktere;
weiteres Material wäre von grossem Interesse.
15. Danais (Ravadeba) cleona luciplena Fruhst. bewohnt
etwas spärlich die ganze Insel, ist aber im Norden häufiger als
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 93
bei Makassar, wo ich sie nur in sehr beschränkter Zahl fing,
auch Doherty übergab Rothschild nur 14 Exemplare; am häu-
figsten noch und das ganze Jahr hindurch im Hinterlande von
Palu bei Lewara und Kolawi, meist zusammen mit der sehr
ähnlichen Ideopsis oenopia Feld., an der Küste, z. B. bei
Donggala, viel seltener. Man begegnet der meist langsam und
niedrig fliegenden Art immer nur einzeln, sehr selten sieht man
mehrere Individuen. Luciplena ist ein sehr gelbes Tier,
gelber als alle seine westlichen Gattungsgenossen, welche die
gelbe Farbe nur an der Flügelbasis zeigen, während die subapikalen
Flecken immer hyalin sind; einen Uebergang bildet die Java-
Baliart, bei welcher sie bereits gelblichen Anflug besitzen. Auch
die so sehr in’s Auge fallenden sechs Medianflecken des Vfl,
welche bei allen westlichen Arten zu finden sind und fast an einen
Dominostein erinnern, fehlen der luciplena; diese aber ist inten-
siver gelb als die sonst sehr ähnliche cleona von den Süd-Molukken,
zu welcher sie Hopffer, Piepers und Holland stellen. Menado-
stücke sind die kleinsten, die aus Makassar stehen in der Mitte,
die grössten Exemplare besitze ich aber aus Zentral-Celebes.
Das unterscheidet sich durch Flügelschnitt, dunklere Färbung
und den aussergewöhnlich breiten, keine Tasche bildenden Duft-
fleck vom 2, welches in Farbe und Form mehr den Charakter
der westlichen Verwandten gewahrt hat. Der auf der Subme-
diana des Hfl gelegene Duftfleck zeigt oberhalb dieser Ader
eine zentrale, ovale, beckenartige Vertiefung und auf der Unter-
seite des Hfl befinden sich um den untersten Medianast un-
gefähr in der Mitte zwischen Flügelrand und Abzweigung des
Astes vom Stamme der Mediana weissliche, modifizierte Schuppen
in ovaler Anordnung. Eine Eigentümlichkeit der Art sind die
den 22 meist an Grösse überlegenen Zd.
Bezüglich der Autorschaft dieser Art bestehen einige Zweifel;
Fruhstorfer nimmt im Seitz den Namen luciplena als nova
subspecies für sich in Anspruch, aber Rothschild hat die Art
schon 1892 lueiplena Btlr. genannt. Bei Kirby und in den
mir zugänglichen Arbeiten Butler’s habe ich keine Juciplena
finden können; luciplena — die Lichtvolle — passt mehr
zur Namengebung Butler’s. Welcher Causalnexus mag da bestehen ?
Das absolute Fehlen einer Parantica — Subspezies
(eryx — aglea auf Sumatra, Borneo und Java) auf Celebes
fällt auf, es scheint aber dieses Subgenus schon im westlichen
Java seine Ostgrenze für den malaiischen Archipel gefunden zu
haben. Warum ist dieses auf Borneo überall so ungemein häufige
Tier nicht nach Celebes gewandert?
94 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Von der einzigen wirklich alpinen Danaisgruppe (tytia —
albata) fliegen als sehr seltene Erscheinungen zwei Subspezies
auf Celebes, was bei einem so ausgesuchten Gebirgsland nicht
verwundern kann.
16. Danais (Chittira) albata sulewattan Fruhst. im Süden
und in Zentral-Celebes mit graugrünen Flecken und
17. Danais (Chittira) albata kükenthali Pagenst. im Norden
mit gelbgrünen Flecken, von Professor Kükenthal bei Rurukan
in der Minahassa bei 4000° Höhe entdeckt, während die Ehre
der Auffindung von sulewattan Fruhstorfer zukommt. Sule-
wattan ist im Seitz abgebildet, kükenthali gelegentlich der
Öriginalbeschreibung durch Pagenstecher. Mein ganzes Material
von diesen beiden seltenen Formen besteht aus zwei männlichen
Exemplaren von sulewattan, das eine abgeflogen und alt im De-
zember 1912 auf dem Berge Nompinompi (Landschaft Bada,
Zentral-Celebes) in einer ungefähren Höhe von 3500’, das andere
frisch und tadelios am 10. II. 13. in der schon oft erwähnten
Berglandschaft Pekawa ebenfalls in beträchtlicher Höhe gefangen;
beide Stücke verdanke ich den die Patrouillen begleitenden
Sanitätssoldaten. Das zweite, frische Stück besitzt eine grosse
Aehnlichkeit mit ebenfalls frischen Stücken von albata aus
West-Java, nur das Subapikalband des Vfl ist kleiner und
in schmälere Striche aufgelöst, eine Erscheinung, die sich schon
bei den Baliststücken von albata, allerdings in geringerem
Grade, bemerkbar macht. Eine weitere Eigentümlichkeit der
wirklich schönen Art besteht darin, dass auf der Unterseite des
Hfl die schwarze Flügelumrandung über den Medianästen
nach einwärts bis zum Zellrande vordringt, welche Erscheinung
auf der Flügeloberseite dunkel durchschlägt. Die sonderbare
gelbe Färbung von kükenthali scheint ein Celebescharakteristikum
zu sein, welches bei Papilioniden (deucalion aus der
Makareusgruppe) und Pieriden (gelbe Weibchen von tritaea)
wiederkehrt. Im Hinterlande von Palu, also im Norden von
Zentral-Celebes, fand ich in diesem Falle aber noch die Südform!
18. Danais (Chittira) menadensis Moore ist eine dritte Art
aus diesem Subgenus, der wir auf Celebes, allerdings wieder
nur sehr selten, begegnen. Merkwürdigerweise ist auch bei ihr
wie bei kükenthali das blaugrüne Weiss der hyalinen Felder
durch Gelb ersetzt, wenn wir wirklich in menadensis nach
Annahme Fruhstorfers eine Melaneusform erblicken dürfen.
Bei der Verschiedenheit der sekundären Geschlechtsauszeichnungen
der Männchen und der völlig anderen Anlage der hellen Flecken
des Vfl kann ich aber daran nicht denken, sondern ich sehe
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 95
in menadensis, welche keine Verwandten in der ganzen
indo-australischen Fauna besitzt, einen der merkwürdigen mit
Afrika in Beziehung stehenden Faunenreste, denen wir auf
Celebes in allen Familien bis zu den Säugetieren hinauf be-
gegnen. Das od trägt auf der Submediana des Hfl nahe
deren Apex einen leicht eingesunkenen Doppelstrich, der sehr
an ähnliche Organe bei den afrikanischen Amauris erinnert.
Das Tier fiel Moore und Rothschild so auf, dass sie beide da-
für neue Genera (Lintorata und Chlorochropsis) schufen,
Moore stellte sein neues Subgenus in einer systematischen
Uebersicht der Danaiden sofort hinter Amauris. Rothschild
liess die Art in der Iris 1892 sehr gut abbilden, die Figur im
Seitz ist abscheulich und kaum kenntlich. Aus Moore’s Original-
beschreibung erfahren wir auch nur wenig, der Falter kommt
in Menado und Süd-Celebes vor, wo ihn schon Wallace ge-
fangen hat, die Type befand sich im Museum der Universität
Oxford und hatte 33/, Zoll Flügelspannung. Doherty fing in
Süd-Celebes für Rothschild nur 4 SS, ich erhielt im Laufe
eines ganzen Jahres am gleichen Platze nur 2 2%, besser aber
ging es mir im Hinterlande von Palu, wo ich im Laufe eines
Jahres 14 Exemplare von beiden Geschlechtern zur Strecke
brachte. Fruhstorfer will im Seitz das Fluggebiet ausschliesslich
auf die Ebene beschränken, dem widerspricht aber, dass ich
Exemplare aus grosser Höhe aus den Bergländern Pekawa und
Kolawi erhielt, ein weiteres Stück wurde nahe dem Kamme der
zentralen Gebirgskette, welche die Wasserscheide zwischen Strasse
von Makassar und Tominibucht bildet, beim Dorfe Bomba ober-
halb Towaeli erbeutet. Ich halte deshalb menadensis mehr
für einen Bewohner der Berge, was bei einer Chittira (?)
nicht auffallend ist. Die Farbe der sogenannten hyalinen Flecken
beider Flügel ist ein eigentümlich schönes Gelb, das an reife
Aehren erinnert, das c’ trägt in der Zelle des Vfl entlang
dem unteren Rande einen gelben Strich, der wie bei Ideopsis
oenopia bei Nordstücken stärker entwickelt ist. Meine beiden
Südstücke, gefangen bei Patunuan und Bantebessi, gleichfalls
nicht in der Ebene, sind grösser und heller in der Färbung als
die Tiere aus Palu. Das d ist auch durch schlankeren, mehr
ausgezogenen Vfl mehr vom 2 verschieden. Die Art dürfte
sich nur in den wenigsten europäischen Sammlungen finden.
19. Danais (Radena) ishma Btlr. Die gewöhnlichste, auf
Celebes überall anwesende Danaide, an deren Besprechung ich
mit einiger Selbstüberwindung gehe, da bereits zahlreiche Formen
von der Insel beschrieben sind, denen ich aber noch eine neue
96 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
hinzufügen muss. Fruhstorfer spricht im Seitz bescheiden von
nur drei Zweigrassen der vielarmigen Insel, denen er aber sofort
im Texte eine vierte folgen lässt. Er stellt ishma als Subspezies
zur westlichen juventa, ich würde ishma, wie auch me-
ganira der Süd-Molukken und sobrina der Nord-Molukken
lieber Speziesrang zuerkennen, zudem die unten zu beschreibende
Raupe von einer der Celebesformen nicht mit der Raupe von
jJuventa auf Java übereinstimmt. Auf jeden Fall sind
Juventa und ishma weit verschiedene Formen, letztere
gleicht aber fast zum Verwechseln der auf der fernen, im
Ozean isolierten Insel Engano fliegenden juventa-Subspezies,
longa Doh., welche dort offenbar gleichen genetischen Faktoren
begegnet sein muss wie ishma auf Celebes, da an eine
einstige Verbindung Engano-Üelebes sonst aus gar keinem
Grunde zu denken ist.
Ishma fliegt in allen ihren Formen auf Celebes das ganze
Jahr hindurch, zu allen Zeiten werden alle Stände des Falters
zu finden sein; der Flug ist schwerfällig und niedrig, da die 2?
eine auf dem Boden dahinkriechende Schlingpflanze mit dicken,
runden, fleischigen Blättern, die Futterpflanze der Raupe, auf-
suchen müssen. Die Samenkapsel dieser Schlingpflanze ist eigen-
tümlich geformt und gleicht einem Uterus bicornis. Hopffer
nennt die Art nicht selten, betont die Verwandtschaft mit juventa
und stellt für das 2 vom d° verschiedenen Flügelschnitt fest,
was in der Tat auch sehr auffällt. Piepers spricht natürlich nur
von Danais juventa Cr. und Snellen meint, es handle sich
um die Andeutung eines Ueberganges zur sobrina Bad.
Holland und Rothschild (42 Exemplare) haben grosse Serien von
Doherty empfangen, und Fruhstorfer hat grosse Mengen auf den
Markt gebracht. Ishma ist eine der billigsten, höchstens auf
20 bis 30 Pfennige gewertete Danaide. Aus der Butler’schen
Originalbeschreibung in der seltenen Cistula entomologica (1869)
ist zu entnehmen, dass die Art eigentlich aus Gilolo (besser
Djailolo, Halmahera) beschrieben ist, wozu jedoch der Autor be-
merkt, das Tier sei auch aus Üelebes in der Sammlung des Bri-
tischen Museums. Mit dem Fundorte Gilolo dürfte es sich wohl
um einen Irrtum der Etiquettierung in der Druce’schen Samm-
lung handeln, was auch Fruhstorfer im Seitz annimmt, denn
auf Halmahera fliegt die sehr verschiedene sobrina Bsd.,
welche ich für eine andere Spezies einschätze. Butler’s Beschrei-
bung passt aber jedenfalls gut auf Celebesstücke, wenngleich sich
streiten lässt, ob die hyalinen Flecken pale green und pale trans-
parent green oder blassblau und graublau zu nennen sind,
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 97
Die folgenden Lokalrassen sind beschrieben und benannt:
a) libussa Fruhst. aus Nord- und Öst-Celebes bis herab
nach der Kendaribai im Süden. Von der Type ishma aus
Süd-Celebes nur schwierig zu trennen.
b) tontoliensis Fruhst., eine grosse dunkle Form aus
Tolitoli, dort wo der nördliche Arm der Insel sich beugt, ent-
schieden schwärzer und weniger Randflecken besitzend, als die
vorhergehende, aber nur ein sehr kleines Areal bewohnend.
Fruhstorfer sieht in dieser Form das Produkt der Regenzeit;
Tolitoli (besser Tontoli) hat aber nur eine jährliche Regenmenge
von 1825 mm., etwas mehr als das südliche Donggala mit 1378
mm., aber noch lange nicht soviel wie das nördliche Menadomi,
4036 mm. Es müssen hier ausser der Regenmenge noch andere,
uns bisher unbekannte genetische Faktoren im Spiele sein.
c) tawaya Fruhst., eine durch ihre helle Färbung und
Kleinheit wirklich auffallende, ebenfalls ein sehr beschränktes
Gebiet bewohnende Rasse, mit der ich im Laufe meines Palu-
jahres die intimste Bekanntschaft machen konnte, da gerade
die Küsten der Palubai von Donggala bis an die Grenze von
Kolawi im Süden die Heimat von tawaya sind. In Kolawi
selbst begegnen wir schon wieder Individuen, welche zu libussa
oder ishma gehören. Da aber dieses Fluggebiet ungefähr der
regenärmste Strich im ganzen Archipel ist (Palu 665 mm.), so
besteht wohl kein Zweifel, dass die hochentwickelte Eigenart der
tawaya nicht in einer fortschreitenden Färbungsevolution,
sondern ausschliesslich in der Einwirkung des ungewöhnlich
trockenen Klimas zu suchen ist. Steckt man ishm a-Stücke
jeder Herkunft durcheinander, so lassen sich die tawaya’s auf
den erten Blick restlos herausnehmen, mühsamer gelingt es mit
tontoliensis, die anderen Rassen aber sind ohne Blick auf
die Etiquette nicht zu trennen. Tawaya, das ganze Jahr hin-
durch in Palu sehr häufig, habe ich oft ex ovo gezogen und
gebe ich folgend eine kurze Beschreibung der ersten Stände, da
diese doch von der Beschreibung und Abbildung von juventa
aus Java durch Piepers und juventa manillana Moore von
den Philippinen durch Semper ziemlich verschieden sind. Ei
weiss, konisch, in der Mitte am dicksten, mit feinen, prominenten
Längsrippen, mit dem abgeplatteten, unteren Pole den Blättern
und jungen Trieben der oben erwähnten Schlingpflanze aufsitzend;
es wird nach zwei Tagen gelb und vor dem Schlüpfen des
Räupchens färbt sich der obere Pol schwarz, der durchschimmernde
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914, -
98 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Kopf. Das eben geschlüpfte Räupchen ist weissrosa mit glänzend
schwarzem Kopfe, nach Nahrungsaufnahme wird es grünrot und
zeigt auf dem ersten Segmente hinter dem Kopfe zwei dunkel-
rote, nach vorwärts gerichtete, fleischige Stacheln, zwei kleinere,
nach rückwärts gerichtete Stacheln stehen auf dem Aftersegment.
Nach der ersten und zweiten Häutung ist die Raupe dunkel-
fleischrot, zeigt eine feine, weisse Fleckung, die Stacheln sind
dunkelrot und der Kopf schwarz. Die erwachsene Raupe, vor
der Verpuppung 3—3,5 Centimeter lang, ist schön samtig rot-
schwarz, mit vielen, länglichen, nierenförmigen, reinweissen
Querflecken völlig bedeckt, Kopf schwarz, Füsse rot, an der
Basis jeden Bauchfusses ein weisser Strich; Stacheln auf dem
zweiten Segmente 0,75 Centimeter lang, mit der basalen Hälfte
rot und schwarzer Spitze, die viel kürzeren analen Stacheln
sind ebenso gefärbt. Die Kopfstacheln werden beim Fressen
und Laufen von der Raupe willkürlich bewegt, ungefähr wie die
Taster von Ameisen oder Skolopendern, was der Raupe wenigstens
für das Menschenauge einen unangenehmen, furchterregenden
Charakter verleiht. Vermehrt wird dieser Eindruck durch die
Eigenart, dass diese Bewegung nicht symetrisch von beiden
Stacheln erfolgt, sondern dass jeder Stachel für sich wie die
Ohren eines Hirsches in verschiedener Richtung bewegt wird,
d. h. während der linke rückwärts gestellt ist, kann der rechte
vorwärts gestreckt werden. Puppe von der bekannten, gedrungenen
Danaidenform, feuchtglänzend citronengelb, Abdomen auf dem
Rücken vom Thorax durch eine Querreihe von zehn schwarzen,
runden Punkten abgesetzt, acht in einer Reihe, je einer rechts
und links mehr nach rückwärts gestellt, vier ebensolche Punkte
auf dem Thoraxrücken, je einer in der Augengegend, Kremaster
schwarz; meist an Blättern der Futterpflanze aufgehängt. Die
Puppenruhe dauert genau 8 Tage, wie ich das an grossen Reihen
von Individuen feststellen konnte. Auch Piepers spricht von
genau 8 Tagen für die Javajuventa, während Semper von
manillana für Bohol 9 und für Luzon 10 Tage angibt, was
vielleicht der Ausdruck des mehr nördlich gelegenen Fluggebietes
ist. Der Schmetterling schlüpft spät, erst zwischen 8 und 9 Uhr
vormittags.
d) ishma Bitlr., im Süden der Insel, im Hinterlande von
Makassar nahezu der gemeinste Schmetterling, heller als
libussa, doch dieser viel ähnlicher als tawaya, mit der
er nicht zu vergleichen ist. Fruhstorfer nennt die hyalinen
Flecken von ishma rein weiss, davon kann keine Rede sein,
sie sind immer deutlich weissgrün oder blassblau, selbst bei
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 99
tawaya sind sie noch nicht rein weiss. Eher noch könnte man
die marginalen und submarginalen Flecken weiss nennen, ob-
wohl auch sie sicher nur im Kontraste zur breiten, schwarzen
Randzone, in welcher sie stehen, und in Folge ihrer Kleinheit
weiss erscheinen. Das Fazit meiner Studien an grossen Serien
dieser Rassen wäre: tawaya eine sehr gute, aparte Rasse,
tontoliensis eine deutliche melanotische Form, libussa-
ishma in einzelnen Individuen nur schwierig, vielleicht besser
in grossen Serien zu unterscheiden, aber eigentlich nur eine Form.
e) Es folgt nun zum Schlusse die neue Rasse, die ich zu
beschreiben gezwungen bin, da sie weit von den vorhergehenden
Formen verschieden ist und wirklich den Eindruck einer eigenen
Art macht oder als Subspezies einer Papuarasse aufgefasst
werden könnte, wovon jedoch keine Rede sein kann. Auch sie
bewohnt ein sehr enge begrenztes Gebiet, nämlich ganz die
gleiche Gegend, aus welcher ich bereits die allerdunkelste
Lotisform beschrieben habe und von welcher noch einige sehr
ıelanotische Nymphaliden und Papilioniden zu be-
schreiben sind, die Landschaft Pasangkayu an der Westküste von
Zentral-Celebes. Es würde sich sicher verlohnen, das dort
herrschende Klima genauer zu studieren, nachdem es sich in
verschiedenen Familien so einflussreich erweist. Ich nenne die
neue Rasse ultramontana, weil ihr Flugplatz jenseits der drei
Bergketten liegt, welche das Tal des Paluflusses von der West-
küste von Celebes scheiden. Fruhstorfer hat die Form (Berlin.
Entomolog. Zeitschrift, 1899 pag. 81) schon erwähnt und teil-
weise beschrieben, hielt sie aber für Extreme seiner tonto-
liensis; da aber in Pasangkayu nur diese Rasse fliegt, so er-
scheint mir ihre Benennung wohl berechtigt. Auf der Oberseite
beider Flügel hat die tiefschwarze Grundfarbe alle hyalinen
Flecken stark reduziert, die subapikale Fleckenbinde des Vil,
bei ishma und tawaya drei lange, meist nicht unterbrochene
Striche, in wenige Punkte und kurze Strichlein aufgelöst, auch
auf dem Hfl statt des bei tontoliensis noch stattlichen und
zusammenhängenden, grünblauen Basalgebietes nur noch ver-
düsterte Striche, die marginalen und submarginalen Fleckenrei-
hen wohl vorhanden, aber klein und verdunkelt, Zellstriche des
Vfl nur mehr undeutlich. Auf der ganz ungewöhnlich
schwarzen Unterseite sind die hyalinen Flecken etwas grösser und
deutlicher. Mit einem Worte mehr das Bild von sobrinoides
Btlr. als von ishmal
Erwähnen muss ich noch ein in Palu am 2. Januar 1913
gefangenes, aberratives /’ von tawaya, wohl das Produkt ab-
100 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
normer Hitze. Wer nur dieses Stück und ein tawaya J’ be-
sässe, würde mit voller Berechtigung zwei verschiedene Spezies
von radena annehmen. Die hyalinen Flecken sind noch weit
obsoleter als bei ultramontana, der Vfl besitzt nur eine
submarginale Fleckenreihe, der Hfil weder eine marginale
noch submarginale; die Unterseite beider Flügel ist eigentümlich
braun verfärbt.
Die fünfzehn auf Celebes fliegenden Euploeen bilden eine
gut abgesonderte, vielfach besonders ausgezeichnete Gruppe von
nur auf dieser Insel heimischen Arten, welche fast alle auf den
ersten Blick durch Farbe, Zeichnung und Grösse so auffallen,
dass an einen Vaterlandsirrtum nicht zu denken ist, während die
Euploeen der malaiischen Halbinsel und von Sumatra, Borneo
und Java einander sehr ähnlich sind und oft nur durch sorg-
fältigste Beobachtung der kleinsten Details sich trennen lassen.
Breite, oft lebhaft gefärbte Sexualstreifen der Männchen, reiche
Weissfleckung im Zentrum der Flügel, sonst nirgends zu finden,
die schon am Eingange beschriebene Eigenart der Weibchen der
meisten Arten, das Zusammenfliessen der diskalen Flecken mit
den submarginalen unter lilafarbener Umrandung und ausser-
gewöhnlich reiche, marginale und submarginale Fleckenreihen,
sind die Hauptcharaktere, welche zu gleicher Zeit auch den Reiz
der wirklich auffallend schönen Tiere für das Sammlerauge bil-
den. Im eupator-latifasciata-Typus besitzt Celebes eine
völlige, sonst nirgends vorkommende Eigenheit, in welcher die
diskale Weissfleckung ihr Maximum erreicht, auch die leachii-
diana-Zeichnung ist nicht minder original, und Euploea euc-
temon unterscheidet sich so meilenweit von allen anderen in
Südasien fliegenden Trepsichroisformen, dass man hier in
Bezug auf die umformenden Ursachen und deren Macht vor
einem unbegreiflichen Rätsel steht. Von den 15 Arten ist nur
eine, donovani Feld., etwas unsicher, da sie seit nahezu 25
Jahren nicht mehr gefangen worden ist. Die blauschillernden
Formen aus den Subgenera Stictoploea, Calliploea und
Salpinx überwiegen mit 9 Vertretern an Zahl die 6 der mehr
braunen Untergattungen Crastia, Ironga und Penoa. Su-
matra, gewiss ein Hauptquartier des Genus Euploea, hat nur
14 gute Arten aufzuweisen, es besteht also auf Celebes sicher
keine Speziesarmut, ausserdem ist aber die Insel an Euploeen
entschieden individuenreicher als ihre grossen westlichen Nach-
barn, wo die Salpinxarten niemals in solcher Menge erschei-
nen, wie man das auf Öelebes mit viola und vollenhovii be-
obachten kann, nur die schöne Trepsichrois ist auf Celebes
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 101
aus ganz unerklärten Gründen viel seltener geworden. Piepers
und Doherty haben im Süden genau die gleiche Zahl von
Euploeen (8) gefangen, latifasciata entging ihnen beiden,
fünf Arten scheinen nur Zentral-Celebes, eine nur den äussersten
Norden der Insel zu bewohnen. Mehrere Arten (6) beteiligen
sich stark an der faunistischen Differenzierung von Süden nach
Norden und erscheinen hier und dort in verschiedenen Kleidern,
so dass man zur Annahme von Subspezies gelangte, doch sind
die Grenzen der Differenzierung keine scharfen, vielmehr scheint
es sich um einen ganz allmähligen Uebergang zu handeln, so
dass in gewissen Gebieten Süd- und Nordformen in abgeschwäch-
ten Typen durcheinander fliegen. Meine Erfahrungen aus Palu,
wo die eine Art noch am Südtypus festhielt. die andere schon
im nördlichen Kleide erschien, von einer dritten aber beide
Formen flogen, sind hier besonders wertvoll, und der Begriff der
Subspezies erscheint nur schwer haltbar. Der Engländer Butler
und der Wiener Felder haben in der Mitte der Sechzigerjahre
des vergangenen Jahrhunderts, ungefähr 1866, zu gleicher Zeit
die Celebes- Euploeen beschrieben, und bestand zwischen beiden
ein heftiges Prioritätsrennen, in welchem jedoch Buttler meist
als erster durchs Ziel ging.
20. Euploea leachii Feld. Eine hochinteressante Spezies
nennt sie Fruhstorfer im Seitz, fliegt sowohl im Süden als im
Norden der Insel das ganze Jahr hindurch, am häufigsten im
schönen Monat Mai, doch ist das Tier immer etwas spärlich,
und besonders die 2? werden viel seltener, vielleicht im Ver-
hältnisse von 15 auf 100 £o” gefangen. Rothschild erhielt von
Doherty nur 8 SS und 2 2%. Die sehr aparte, Zeichnungs-
und Färbungscharaktere ganz eigener Art besitzende Euploea,
deren $ eine der vornehmsten Erscheinungen in der Gattung
Euploea genannt werden darf, trägt im Norden ein anderes
Kleid als im Süden und hat deshaib verschiedene Namen er-
halten. Betrachten wir zuerst, ohne auf die Nomenklatur ein-
zugehen, das faktische Verhalten der Art. Die Männchen des
Südens und südlichen Ostens (Paloppo, Kendari) haben einen
nahezu ungefleckten, tiefbraunen, bei seitlicher Beleuchtung samt-
blau schillernden Vfl, doch finden sich schon bei Makassar
einzelne Stücke, welche die 4+—6 submarginalen, weissen Punkte
tragen, die bei den Männchen des Nordens immer zu finden
sind. Die Männchen aus dem Südosten stellen in jeder Be-
ziehung, besonders auch mit Rücksicht auf die sehr verdunkelte,
manchmal fast zeichnungslose Unterseite beider Flügel das me-
lanotische Extrem der Art dar. Als albinotisches Extrem stehen
102 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
ihnen die Weibchen des Nordens gegenüber. Die Weibchen
des Südens haben die Zeichnung beider Flügel, eine mediane
Strahlenbinde, distal und proximal von weissen Punkten ein-
gefasst, welche feine, braune Striche miteinander verbinden,
mattbraun, die Weibchen des Nordens und Zentrums der Insel
aber nahezu weiss, welcher Unterschied auf der an und für
sich helleren Unterseite noch markanter wird. Im Hinterlande
von Palu (Zentral-Celebes) flogen Süd- und Nordmännchen
durcheinander, ungefähr im Verhältnisse von 1:5, d.h. ein
ungeflecktes Stück auf fünf gefleckte, an der Küste mehr die
weisspunktierten Nordmännchen, während ich aus den Gebirgs-
ländern des Zentrums der Insel (Kolawi, Benasu und Bada)
dunkle, fleckenlose Exemplare erhielt. Es ist also bezüglich
der Männchen die Palubai ein Uebergangsgebiet. Anders ver-
halten sich die dort gesammelten Weibchen, welche alle die
weisse Nordzeichnung führen und mit den von Fruhstorfer von
der Insel Bangkai beschriebenen, von Röber schon vor langen
Jahren gut abgebildeten, weissen Weibchen (albiplaga) *)
völlig identisch sind, sodass auch hier wie bei Hestia und
Cyrestis heracles die Bangkaiform mit der sogenannten
Ost-, besser aber Zentralform zusammenfällt.e Die Unterseite
des Hfl bietet innerhalb der Art bei Stücken jeder Herkunft
grosse Verschiedenheiten bezüglich vermehrter oder verminderter
Weissfleckung und der reizvollen, lichtbraunen, diskalen Strahlen-
zeichnung und lässt sich zu einer systematischen Separierung
nicht benützen. Auch bezüglich der Flügelform lassen sich bei
den Männchen zwei Typen bemerken, eine mit länglich ge-
streckten Vfl und eine von verkürzter, breiter, stumpfer,
mehr quadratischer Form dieses Flügels. Dass der Innenrand
des Vfl des 9° völlig gerade verläuft und keine konvexe
Ausbuchtung zeigt, hat schon Hopffer für sehr auffallend erklärt.
Saisonunterschiede konnte ich trotz grosser Serien aus allen
Monaten nicht feststellen. Felder’s Originalbeschreibung ist
dürftig, fast so dürftig wie die Elaborate seines englischen Kon-
kurrenten, seine Type stammte „ex antiqua collectione van der
Capellen“, dazu die Heimatsangabe Celebes — das ist wiederum
Alles. Da er aber von einer inneren Reihe von mehr einwärts-
gerückten Saummakeln spricht, so dürfte seine Type wohl aus
deu Norden stammen. Er gab aber keine Abbildung, und so
beschrieb Hopffer nach zwei von Dr. A. B. Meyer gesammelten
Exemplaren das & aufs neue als Euploea coracina. Seine
*) Im Seitz irrtümlich albiplagiata genannt, aber in der Stettiner
entomolog. Zeitschrift 1899 pag. 148 deutlich als albiplaga beschrieben.
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 103
Diagnose ist genau und erschöpfend und sticht vorteilhaft von
der Felder’schen ab. Snellen beschrieb dann aus der Ausbeute
Piepers das südliche 2 ebenfalls sehr ausführlich und in ori-
gineller Manier, da eine genaue Beschreibung der ziemlich kom-
plizierten Zeichnung des Tieres gar nicht leicht ist, nur belegte
er die Art mit dem Felder’schen Namen redtenbacheri,
der sich als Synonym auf eine Aru-Euploea bezieht. Röber
hat dann zur Ergänzung der Hopffer’schen Diagnose in der Iris
1887 Nr. 4 sowohl ein weisses @ aus Bangkai als auch ein
braunes aus Bonthain und ein sehr dunkles 0’ der stumpf-
flügeligen Form aus Bangkai in trefflicher Abbildung gegeben;
auch erwähnt er den von Hopffer nicht gemeldeten samtblauen
Schiller der Vfl bei seitlicher Beleuchtung. Meine weissen
Weibchen aus Palu stimmen aber absolut in allen Einzelheiten
mit dem abgebildeten aus Bangkai überein. Viel später erst
benannte Fruhstorfer diese helle weibliche Form albiplaga.
Im Seitz findet sich schliesslich eine gute Darstellung der Unter-
seite des braunen $ aus dem Süden. Da nun Felder ziemlich
sicher ein Nordstück beschrieben hat, so wäre Hopffer’s cora-
cina ein reines Synonym und müsste der ungefleckten Form
des Südens und Ostens ein neuer Namen gegeben werden.
Nach meiner Erfahrung aber treten sowohl im Süden gefleckte,
als auch im Norden von Zentral-Celebes noch ungefleckte Exem-
plare auf, und in Palu fliegen beide Formen zusammen, so
dürfte wohl der älteste Name leachii für die sonst nirgends
vorkommende, nimmer zu verkennende Art genügen; nur hat
sie zwei geographische weibliche Formen, von denen die helle,
nördliche albiplaga Fruhst. zu nennen ist. Eine Euploea
leachii im Fluge zu sehen, besonders wenn die Sonne den
blauen Samtglanz erkennen lässt, ist ein Genuss, der Flug ist
langsam und gradlinig und der Falter nicht schwer zu fangen.
21. Euploea latifasciata Weym. Ich glaube mich keiner
Uebertreibung schuldig zu machen, wenn ich dieses Tier als
eine der schönsten und grössten Formen im ganzen artenreichen
Genus bezeichne, schade nur, dass der Falter sehr selten ist und
immer nur ganz vereinzelt gefangen wird. Es ist diese Selten-
heit etwas, was gar nicht zum Genus Euploea passt und Ver-
dacht bezüglich der richtigen Stellung des Tieres im System er-
regen könnte. Denn alle Eu ploeen, auch die als selten gelten-
den, sind an irgend einem Platze, zu irgend einer Zeit häufig,
nur ist vielleicht der rechte Ort und die rechte Stunde noch
nicht vom Fachmanne ausgefunden worden. Ebenso verdächtig
ist die fast lächerliche Aehnlichkeit in Zeichnung und Färbung
104 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
mit einer echten und rechten Euploea, der eupator Hew.
Auch der Flügelschnitt ist nicht euploeenhaft, das S’ besitzt keinen
hervorgewölbten Innenrand des Vfl, und der bauchige Hfl
erinnert stark an die gleiche Form bei den afrikanischen Eu -
xanthes. Bezüglich der Seltenheit finden wir ein ähnliches
Verhalten nur bei den grossen Nymphaliden, bei prothoe,
athyma und einigen Charaxesarten. Ich habe das bestimmte
Gefühl, dass sich hinter latifasciata ein überraschendes zoolo-
gisches Rätsel verbirgt. Das Tier hat auch eine kleine Geschichte.
Hewitson beschrieb es schon 1866 als das 2 von Euploea
eupator und gab eine ausgezeichnete Abbildung; seine aus
Menado stammende Type hat er offenbar von Wallace erhalten,
sie misst 43/j., Zoll Flügelspannung, und mit Stolz fügt er bei
„in the collection Hewitson only“, da die meisten Celebesneuheiten
von Wallace auch an die Kollektion Saunders abgegeben wurden.
Weymer, dereinechtes 2 von eupator erhielt, konnte den Irrtum
Hewitsons berichtigen und wurde 1885 der Vater des ganz be-
zeichnenden Namens latifasciata, nicht latefasciata,
wie im Seitz zu lesen ist. Das Tier lag ihm aber nicht in
natura vor und er bezog sich bei seiner Benennung nur auf
Hewitson’s Abbildung. Diesen Umstand wollte Röber 1887 (Iris
Nr. 4) benützen, um die Art für sich zu retten und ribbei
zu nennen, da ihm ein J’ aus der Ausbeute des Sammlers Ribbe
vorlag. Er drang jedoch nicht durch, und an Weymer blieb un-
bestritten die Priorität. Es ist ganz sicher, dass auch Piepers
die Art gefangen hat, da Snellen in seiner Bearbeitung des
Piepers’schen Materials sehr grosse Weibchen von eupator
mit 100—103 mm Flügelspannung erwähnt, Masse, welche eu -
pator nie erreicht. Mein grösstes eupator 2 misst nur 87 mm.
Diese Weibchen stammten aus Urwald am Bergpass des Am-
parang, Süd-Celebes. Selbst einem Sammler wie Doherty ist
die Art ganz entgangen, während sie Fruhstorfer sowohl im
Süden auf dem Pik von Bonthain als auch im Norden bei Tolitoli
gefangen hat. Auch mir blieb sie in Süd-Celebes unbekannt,
aber im Hinterlande von Palu hatte ich das Glück, eine kleine
Serie von 6 Stücken, leider nur Männchen, zu erhalten. Die
Flügelspannung schwankt zwischen 85—100 mm., Juni, Juli,
September, November und Dezember waren die Fangmonate; nur
ein Stück stammt aus der Ebene (Kalawara), alle andern aus
den Bergländern Kolawi und Pekawa. Leider habe ich das
stolze Tier nicht selbst im Fluge gesehen. Sicher aber ist dieser
samtbraune Falter, mit der rahmweissen Zeichnung, welche
fast wie vom Zuckerbäcker aufgetragenes Relief aussieht, im
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 105
Genus Euploea, wenn er da bleibt, eine ganz einzige Er-
scheinung.
22. Euploea diana Btlr. wie leachii eine Art, welche in
ihrer zuerst beschriebenen Nordform etwas von der Südform
abweicht, übrigens ein ungeheuer variables Tier, von dem
Fruhstorfer mit Recht auch die Ostform (tombugensis) be-
nannt hat. Röber hat (Entomolog. Nachrichten 1897 pag. 99)
eine melanotische Form aus Patunuan, Süd-ÜCelebes, als
fruhstorferi beschrieben, welche allein auf das Fehlen von
weissen Flecken basiert, absolut nicht zu halten ist, da gerade
diese weissen Flecken an Zahl und Ausdehnung immer und
überall stark variieren. Auch vergleicht er seine neue Spezies
nur mit der nördlichen diana, nicht aber mit der Südform,
zu welcher sie gehört. Um mit der lästigen Nomenklatur so-
fort abzuschliessen, so haben wir a) diana Btlr. Type und
Nordform mit reichem violetten Farbenschmuck und schmalem,
stark violetten Geschlechtsstreifen des d‘, b) horsfieldi Feld.
die Südform, einfarbiger, weniger violett, mit breitem, violett-
grauen Geschlechtsstreifen und c) tombugensis Fruhst. die
Östform, einfarbig schwarzbraun ohne jede Spur von Viclett mit
schwarzem Geschlechtsstreifen. Butlers lateinische Originalbe-
schreibung bewegt sich im gewohnten Rahmen; Vaterland
Celebes, Flügelspannung 33/,, Zoll für das cd’, 3!/s für das 2
und die Anwesenheit der Art im Britischen Museum ist alles.
Dazu kommt die kurze Bemerkung „not closely allied to any
known species, below somewhat similar to Euploea cratis Btlr.“
von den Philippinen. Es besteht allerdings einige Aehnlichkeit,
viel näher aber steht die Butler allerdings noch unbekannte
snelleni Moore von den Philippinen, zweifellos in Zeichnung
und Flügelschnitt die nächste Verwandte. Die farbige Figur
Butlers in schlechter englischer Spannung ist zu blau geraten
und zeigt Farben, die sich niemals bei diana finden. Felder
hat die Nordform als kirbyi nochmals beschrieben ; seine Type
soll noch durch Lorquin erbeutet worden sein. Er betont genau
die Unterschiede von seiner Südform horsfieldi, welche, wie
er sehr richtig gesehen hat, auch im Schnitt des Vfl des d
zum Ausdruck kommen. Dieser ist bei diana kürzer, am
Analwinkel stärker abgestutzt und besitzt mehr konvexen Innen-
rand als horsfieldi. Es ist immerhin zu begrüssen, dass hier
wie auch bei verschiedenen folgenden Spezies Butlers Namen
Priorität hat, denn ich für meine Person verknüpfe mit dem
schönen, leicht beschwingten Falter — er schwebt mit gleiten-
der Eleganz durch die Lüfte — lieber das Bild der göttlichen,
106 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
keuschen Jägerin, als dass ich an den trockenen, oft nachge-
schlagenen, abgegriffenen Katalog des Engländers Kirby denke.
Die Type der südlichen horsfieldi stammt ex antiqua
collectione van der Capellen, doch besass Felder auch durch
Wallace bei Makassar erbeutete Stücke. Felder sagt wörtlich
„gehört zur Verwandtschaft der Euploea climena (r.“,
diese ist aber eine Art ohne Geschlechtsstreifen des S und es
besteht keine Spur einer Aehnlichkeit, so dass mir dieser Ver-
gleich des Wiener Altmeisters nur schwer verständlich ist. Die
beigegebene Abbildung ist gut, nur befindet sich unter dem
Geschlechtsstreifen reichlich viel Grauviolett, was mehr der Nord-
form zukäme. Dass aber Felder vollends sagen kann, hors-
fieldi habe in der Zeichnung viel Aehnlichkeit mit he-
witsonii (— hyacinthus Btlr.) und mniszechii, ist
mir ganz unbegreiflich. Es kann nur sein, dass er unbewusst
durch die allen Celebeseuploeen innewohnende, grosse Eigenart
getroffen wurde. Eine auffallende Aehnlichkeit aber besitzt be-
sonders das @ der diana in der Zeichnung der Hflunterseite
mit Euploea leachii; wieder treffen wir ein medianes Band
heller, aneinander gereihter Strahlen, welche proximal und
distal von weissen Punkten begrenzt sind und diese wieder
werden durch feine, braune Striche mit einander verbunden, un-
gefähr wörtlich das gleiche Bild wie bei leachii. Diese Aehn-
lichkeit geht so weit, dass man Tütenexemplare, von welchen
man nur die Unterseite sieht, leicht verwechseln kann, besonders
wenn es sich um grosse, helle Weibchen von diana handelt,
welche in Wahrheit wie eine kleine Kopie des leachij-
Weibchens wirken. Wir haben es hier jedoch sicher nicht
mit einer Mimikryerscheinung zu tun, sondern mit einer
in gleicher Richtung sich bewegenden Evolution unter
gleichen beeinflussenden Faktoren. Diana und horsfieldi sind
in ihren Fluggebieten keine seltenen Erscheinungen und finden
sich in allen Monaten des Jahres ohne auffallende Saisonunter-
schiede. In Palu war diana im Januar und wieder im Mai
und Juni sehr häufig, beide Geschlechter kommen in gleicher
Zahl ins Netz, Männchen aber früher wie Weibchen, welche
langlebiger noch fliegen, wenn es schon keine Männchen mehr
gibt. Palu zeigte sich auch bei dieser Art wieder als Ueber-
gangsgebiet, diana überwiegt weit an Zahl, aber doch gibt es
auch braune, zu horsfieldi gehörige Stücke, allerdings nur im
Verhältnisse von 2 : 16. Im Hinterlande von Makassar war
horsfieldi häufiger in der Regenzeit von November bis Fe-
bruar, am seltensten im April und Mai. Ich notierte im De-
Dr. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 107
zember 1906 „sehr häufig, mehr Männchen wie Weibchen“ und
im Januar 1907 „ebenfalls häufig, aber mehr Weibchen wie
Männchen“, also genau die gleiche Erscheinung, der ich auch in
Palu begegnete. Auch unter horsfieldi fliegen Männchen,
deren Geschlechtsstreif eine starke Umrandung mit violettgrauen
Schuppen zeigt, das hauptsächliche Charakteristikum der diana,
also auch hier fällt die individuelle Trennung schwer und der
Systematiker könnte sichs eigentlich an diana genügen lassen,
wenn er nur weiss, dass die Art auf Celebes einer von Süden
nach Norden gehenden Differenzierung unterworfen ist. Uebri-
gens macht die Unterseite einer grösseren Serie von horsfieldi,
auf eine Korkleiste gesteckt, in toto einen entschieden helleren
Eindruck als die gleiche Serie von diana.
Fortsetzung folgt.
Erebia epiphron vogesiaca.
Von Frhr. v. d. Goltz. Strassburg.
Zu den schönsten deutschen Mittelgebirgen gehören die
Vogesen. Wenn den Schwarzwald die dunkle Pracht seiner
Tannenhochwälder und die Fülle der plätschernden Gebirgs-
wasser auszeichnen, so dürfen die Vogesen eine seltene Mannig-
faltigkeit der Bergformen und der Wälder, die alpine Gross-
artigkeit der südlichen Gebirgsteile, vor allem aber die Bekrönung
einer grossen Zahl von Gipfeln und Hängen mit den herrlichsten
Burgruinen, wie sie ähnlich nur die Ufer des Rheins zwischen
Mainz und Bonn aufzuweisen haben, als besonderen Vorzug für
sich in Anspruch nehmen. Es ist nicht zu verwundern, dass
ein solches, dazu im äussersten Südwesten Deutschlands gelegenes
Gebirge eine reiche und eigenartige Fauna und Flora aufzuweisen
hat. Dies gilt auch bezüglich der Schmetterlinge. Besonders
auffallend ist der Reichtum an Erebienarten. Schon unten
in den Tälern finden sich Erebia medusa, ligea, aethiops
und von 200 m an bis auf die höchsten Bergkuppen hinauf
eine eigentümliche zwischen charea Frust. und posidonia
Frust. stehende Form von stygne.*) Weiter hinauf fliegen
Erebia manto vogesiaca und Erebia pharte, letztere
allerdings äusserst selten. Als Charakterschmetterling der obersten
*) Ich behalte mir ein näheres Eingehen auf diese Form, welche
wegen der tropfenförmigen Gestalt der Flecken der rotgelben Binde als
guttata zu bezeichnen sein dürfte, vor.
108 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Zone der Vogesen in der Höhe von 1100—1400 m kann aber
die Erebia epiphron angesehen werden, welche uns im
folgenden näher beschäftigen soll. Sie kann von Jemand, der
ein offenes Auge für die ihn umgebende Natur hat, schon wegen
des auffallenden Gegensatzes, in dem das schwarze Kleid des
kleinen Gesellen zu dem Grün der Wälder und Matten und
dem Blau des Himmels steht, nicht leicht übersehen werden.
Wie schon erwähnt, fliegt sie erst von 1100 m und zwar ziem-
lich genau von dieser Höhenlage ab. Sie kommt daher im
Unterelsass nur auf dem fast 1100 m hohen Hochfeld (Champ
du fen) vor,*) ist aber im Öberelsass vom Brezouard ab auf
zahlreichen Bergmatten bis südlich zum Welschen Belchen an
geeigneten Stellen zu finden. Der höchste Flugplatz dürfte der
Sulzer Belchen sein, wo epiphron sich bis dicht unter dem
Gipfel in 1400 m Höhe findet. Sie kommt ausschliesslich
auf Granit vor. Ob das damit zusammenhängt, dass die Höhen
über 1100 m alle aus Granit bestehen, oder ob die Futterpflanze
der Raupe nur in dieser Höhe wächst, kann ich nicht ent-
scheiden, da mir letztere nicht bekannt geworden ist. In
den Alpen frisst die Raupe der Erebia epiphron
cassiope bekanntlich Gräser, vorzugsweise Aira caespitosa und
praecox. Die Flugstellen sind durchweg Gebirgswiesen, von
Wald oder Gestrüpp umrahmt. Der Schmetterling scheut den
Wind sehr, findet sich daher selten auf der freien Matte, da-
gegen an völlig windgeschützten Ecken oft in grösserer Zahl.
Ich habe mehrfach 20—30 Stück an einer Stelle erbeuten
können. Die dd fliegen dort bei hellem Sonnenschein und
ruhiger Luft ’/—1!/s m über dem Boden ziemlich lebhaft von
Blume zu Blume. Bei nicht ganz sicherem Wetter flattern sie
nur zwischen den Gräsern umher, zugleich mit den viel selteneren
22, diese zwecks Begattung aufsuchend. Bei stärkerem Wind
oder trübem Wetter sitzen sie mit Vorliebe in den Zweigen
kleiner Büsche, vor allem in Wacholdersträuchern. Dem niedrigen
Umherflattern zwischen den Gräsern schreibe ich es zu, dass es
fast unmöglich ist, ganz reine 22 zu erhalten, auch die
zeigen sehr schnell Flugspuren. Nach Christ (Mitt. der schweiz.
entomol. Gesellsch. Bd. 6 Heft 5 S. 241) kommen 2 JS auf1 2.
Ich kann nur annehmen, dass sich diese Beobachtung auf ein
kleines abgegrenztes Fluggebiet oder auf ein einzelnes Ausnahme-
jahr bezieht oder spät im Jahre, wo nur noch wenig 070’ vor-
handen sind, gemacht wurde. Nach meinen Wahrnehmungen
*) Ich selbst habe sie dort vergeblich gesucht.
Frhr. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca. 109
findet sich 12 erst auf 6 dd‘. In günstigen Jahren erscheinen
die ersten epiphron schon in deu letzten Junitagen, mit
Sicherheit sind frische Stücke aber erst in der ersten Juliwoche
zu finden. Die Entwicklung scheint sich allmählich zu voll-
ziehen, da man auch im August, wenn man Glück hat, noch
einzelne unbeschädigte Falter erbeuten kann. Feuchtnasse Jahre
scheinen nicht zu schaden. Wenigstens waren 1912 und 1913
die Erebien in den Vogesen nicht seltener wie sonst, während
1913 z.B. Lycaeniden dort so gut wie ausgestorben waren.
Die Grösse der Vogesen-epiphron schwankt bei den in
meiner Sammlung befindlichen 90° zwischen 3,2 cm und 93,7
cm. Solche Extreme sind aber selten, die meisten Exemplare
haben ein Ausmass von 3,5 cm. Die 2% sind in der Grösse
gleichmässiger (3,5—3,8), der Durchschnitt beträgt 3,6 cm.
Epiphron vogesiaca ist also genau so gross, wie Er.
christi, ein geringes kleiner wie epiphron pyrenaica und
Er. pharte, entschieden grösser wie cassiope und nelamus.
Die Grundfärbung aller Flügel ist auf der Oberseite ein tiefes Braun-
schwarz beim od’, das 2 ist einige Töne grauer. Doch finden sich
beim 2 eine häufigere graue und eine seltenere schwärzliche, der
mänulichen Färbung mehr angenäherte Abtönung, wie diese auch
bei anderen Erebienarten (am auffallendsten bei Er. prono&
aus dem Grödnertal, aber auch bei Er. christi und oeme vor-
kommt. Ich sehe in den grauen dimorphen Stücken die ältere,
an den Zusammenhang der Erebien mit den übrigen Satyriden
erinnernde Form, während die monomorphe schwarze Form die
künftige Entwicklungsrichtung darstellt. Das Schwarz der voge-
siaca entspricht etwa dem von epiphron pyrenaica und
pharte, cassiope ist entschieden grauer. Ueber die 4 Flügel
zieht sich eine deutliche, ziemlich breite, rostrote Binde, welche
durch die Flügeladern auf den Vfl stets in 6, auf den Hfl meist
in 4 Flecken getrennt ist. Der 1. und 6. Fleck der Vfl haben
eine starke Neigung zum Verschwinden, sind aber auf den
meisten Stücken wenigstens schwach noch sichtbar. Der 1. Fleck
der Hfl verschwindet manchmal ganz. Der 4. Fleck der Vfl
ist stets kleiner wie der 2., 3. und 5. (Unterscheidungsmerkmal
von christi). Die Ausdehnung der Binde und die Abgrenzung
der einzelnen Flecken nach dem Saume und der Wurzel ist eine
sehr verschiedene und unregelmässige. Im allgemeinen ist die
Binde zusammenhängend und nur durch die Adern getrennt,
das gilt vor allem für die £?. Bei den d’c” ist aber mehrfach
eine Auflösung der Binde in isoliert stehende Flecken zu ver-
zeichnen, Hierzu neigen insbesondere die am zweithöchsten
110 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Berg der Vogesen, dem Hoheneck gefangenen Stücke. Auffallend
ist die oft schwalbenschwanzförmige (=) Begrenzung der rost-
roten Flecken nach aussen. In der roten Binde stehen — und
das ist ein Hauptunterscheidungsmerkmal der Vogesenform —
regelmässig auf den Ofl 4, auf den Ufl 3, selten 4 deutliche
schwarze Punkte, die beim 2 besonders scharf ausgeprägt sind.
Von diesen ist der 2. Punkt der Vfl fast immer der grösste, der
dritte neigt zur Verkleinerung ebenso wie die Punkte der Hl.
In den schwarzen Punkten zeigt sich bei etwa einem Drittel
der 22 ein winziger weisser Kern, bald in allen 7 Punkten,
bald nur in einigen. Wenn Snuler (Bd. I. S. 34) nicht auf ihn
aufmerksam gemacht hätte, würde ich ihn übersehen haben, so
klein ist er. Bei den 0’0’ habe ich auch mit dem Vergrösserungs-
glas keine Spur eines solchen weissen Kernes entdecken können.
Jedenfalls scheint es mir nicht angängig, in diesem Kern ein
wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen epiphron
Knoch. und vogesiaca und cassiope F. zu erblicken.
Die Gestalt der Vfl ist schmaler wie z. B. bei melampus und
spitzer wie bei christi, aber wieder breiter wie bei cassiope,
sie ähnelt am meisten der von pharte. Die Hfl zeigen das für
alle epiphron-Formen charakteristische kleine Eckchen (Spitz-
chen) in der Mitte des Saumes, das z. B. bei christi und
melampus stets fehlt.
Die Unterseite ist im Tone bräunlicher, die Binde ebenfalls
deutlich weniger in Flecken aufgelöst, in der Abgrenzung nach
innen und aussen aber noch regelloser wie die Oberseite. Das
Feld zwischen Binde und Wurzel ist beim ? immer rostrot über-
gossen. Die schwarzen Punkte sind auf der Unterseite immer
kleiner wie auf der Oberseite, zeigen sogar — und zwar be-
sonders der 3. Fleck der Vfl — Neigung zu völligem Ver-
schwinden.
Die Neigung zu starken Abweichungen von dem soeben
beschriebenen Typus ist bei epiphron vogesiaca keine
grosse; geringe Abweichungen sind häufig. Selten ist die Binde
der Flügel gelbrot, statt rostrot, ganz vereinzelt hat sie einen
gräulichen, abgestumpften Ton (Albinismus?) Die unregel-
mässige Abgrenzung der Binde geht bei 53 0’ meiner Samm-
lung so weit, dass sich auf der Oberseite der Vfl von den rost-
roten Flecken aus lange rote Strahlen in das braunschwarze
Wurzelfeld erstrecken. Dieses letztere ist bei 2 J’Z’ auf der Unter-
seite rot übergossen, wie dies bei den @2 die Regel ist. Während
die Vfl auf der Oberseite immer 6 rote Flecke haben, von de-
nen, wie oben erwähnt, 1 und 6 freilich oft nur angedeutet
Frhr. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca.. 111
sind, verschwindet von den 4 Flecken der Hfl einer nicht ganz
selten vollständig. Bei einem einzigen Stück sind 5 statt 4
Flecken vorhanden. Die Zahl der schwarzen Punkte auf Vfl
und Hfl beträgt, wie oben ebenfalls schon gesagt, mit grosser
Regelmässigkeit 4, bezw. 3.
Ausser 4 typischen Vogesen-Exemplaren von cassiope,
auf die ich noch besonders zu sprechen komme, konnte ich nur
einen Fall feststellen, wo die Vfl 3, und drei Fälle, wo diese
5 statt 4 Punkte hatten. Zahlreicher (13) waren die Stücke,
welche 4 statt 3 Punkte auf den Hfl aufwiesen. Die Stücke,
zwei 2, welche 5 Punkte auf den Vfl hatten, zeigten auch 4
Punkte auf den Hil, sind also richtige formae luxuriantes. Eine
Asymmetrie in Bezug auf die Zahl der Punkte rechts und links
kam 4 mal vor. Weitaus die häufigste Abweichung war eine
Verkleinerung sämtlicher Punkte von Vfl und Hfl. Es fanden
sich 17 derartige Stücke vor, seltener (5 Fälle) eine erhebliche Ver-
stärkung der Punkte. Diese letzteren Exemplare, vor allem die
2 22 näherten sich dann sehr der Stammform epiphron aus
dem Harz. (Vgl. v. Peyerimhoff-Macker. Lepidopteres d’Al-
sace $. 38.) Die Abweichungen der Unterseite bewegen sich in
ähnlicher Richtung; es würde zu weit führen, diese hier einzeln
aufzuzählen.
Mehrfach ist die Behauptung aufgestellt worden, in den
Vogesen flöge auch nicht selten die Alpenform cassiope (vgl.
Dr. Christ a. a. 0.) Ich halte dies für einen Irrtum. Ich habe
selbst niemals ein Stück gefangen, das sich in eine Reihe alpiner
cassiope hineingesteckt, nicht sofort klar und deutlich da-
von abhöbe. Anders steht es mit 4 in der hiesigen Universitäts-
sammlung befindlichen, die Bezeichnung „Elsass“ tragenden Exem-
plaren, die alle charakteristischen Merkmale von cassiope auf-
weisen, nur etwas grösser sind. Es sind aber — wenn nicht
gar eine irrige Bezettelung vorliegt — immer nur 2°/, der
204 für diese Arbeit von mir verglichenen Stücke. Von der
Form nelamus habe ich aus den Vogesen ein einziges d' zu
Gesicht bekommen (Universitätssammlung). Erwähnt sei gleich
hier, dass die nelamus-Stücke aus den Alpen, Pyrenäen und
Vogesen sich überhaupt nicht unterscheiden lassen. Es sind
nicht nur Fleckenbinde und Punkte ganz oder wenigstens fast
ganz geschwunden, sondern sie sind auch gleichmässig bei wei-
tem die kleinsten unter ihren Heimatgenossen, aber unter sich
in der Grösse nicht verschieden. Ich kann das nur gleich-
mässigen Temperatureinflüssen, denen die nelamus-Puppen
112 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
in ihren verschiedenen Fluggebieten im kritischen Stadium aus-
gesetzt waren, zuschreiben.
Ist es nun berechtigt, die Vogesenform von epiphron
mit einem besonderen Namen zu belegen? Bevor ich diese
Frage beantworte, ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung
über den alten Streit bezüglich des Rechtes der Benennung ver-
schiedener Formen derselben Schmetterlingsart nötig. Ein be-
sonderer Name erscheint mir in 3 Fällen gerechtfertigt: 1. Wenn
an einzelnen Orten und Gegenden Formen ausschliesslich oder
doch fast ausschliesslich auftreten, die sich erheblich und
ständig (der Nachdruck liegt auf letzterem Wort) von der
Stammform unterscheiden, wie dies z. B. bei aurinia merope,
alciphron gordius usw. der Fall ist. Die Namengebung
wird dadurch nicht unberechtigt, dass sich an den betreffenden
Orten oder auch in anderen Gegenden Uebergangsformen vor-
finden. Das Auftreten solcher Uebergangsformen ist vielmehr
eine Regel fast ohne Ausnahme; fehlen diese ganz, so spricht
die Vermutung dafür, dass es sich um eigene Arten handelt.
2. Wenn im ganzen Fluggebiet des Falters oder einem Teile
desselben in regelmässiger Wiederkehr einzelne Stücke auf-
treten, welche erheblich von der Stammform abweichen.
Hierher gehören z. B. edusa-helice, zahlreiche melanistischen
Verfärbungen, wie tau-nigerrima, monacha-eremita
u.8s. w. 3. Abweichungen von der Stammform, die zwar nicht
erheblich sind, aber innerhalb der gleichen oder mehreren Falter-
gattungen bei verschiedenen Arten gleichmässig auftreten. Prof.
Dr. Courvoisier hat bekanntlich für die Familie der Lycaeniden
mustergültig auseinandergesetzt, nach welchen Grundsätzen die
Benennung hier zu erfolgen habe. Auch für die Erebien
würde sich nach gleichen Grundsätzen eine Benennung durch-
führen lassen. Es wären z. B. die Formen mit verkleinerten
Punkten parvipunctatae, die mit verbreiterten roten Binden
latefasciatae zu benennen u. s. w. Unberechtigt erscheint
mir dagegen vor allem die Benennung ganz vereinzelt auf-
tretender aberrierender Stücke (z. B. schwarze P. machaon),
ebenso wie die jeder Farbenabänderung (die Tutt’schen rufa,
pallida, grisea-Formen) und kleinen Zeichnungsabweichungen.
Sehr übel ist auch eine Namengebung nur auf Grund einiger
weniger Stücke. Dies führt zu der Frage, ob das mir zur Ver-
fügung stehende Material ausreicht, um auf dasselbe eine be-
sondere Benennung der Vogesenform von epiphron zu gründen.
In meiner eigenen Sammlung sind, bezw. waren, einschliesslich
der in andere Sammlung abgegebenen Stücke, 111 J'd’ und
Frhr. v. d. Goltz, Erebia epiphron vogesiaca. 113
-——
22 22 von 5 verschiedenen Fangorten.*) Bei einem Sammel-
freunde konnte ich 27 d’d' und 3 22 einsehen, die Sammlung
der hiesigen Universität umfasst 34 dd’ und 7 2%, so Jass
ich im gesamten 172 dd‘ und 32 2? zum Vergleich hatte.
Nicht so reichhaltig ist das Material, welches mir von den
übrigen epiphron-Formen zur Verfügung stand. Von der
Stammform des Harzes (= epiphron Knoch) besitze ich nur
ein 0’, Prof. Dr. Petry-Nordhausen hatte aber die Güte, meine
weiter unten folgenden Bemerkungen über die Unterschiede zwi-
schen der Harz- und Vogesenform mit seinem Material zu ver-
gleichen, wofür ihm auch an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
Von der Form der Hohen Tatra habe ich 2 Pärchen, von mnemon
Hew. aus Schottland 3 0'07' und 12. Von pyrenaica H. S.
aus den Zentralpyrenaeen konnte ich 8 dd‘, 2 22 vergleichen.
Von cassiopeF. einschliessl. valesiana aus den Alpen enthält
meine eigene Sammlung 37 dd‘, 6 2?, wozu noch ein grösseres
Material der Universitätssammlıng hinzukam. Von cydamus
Fruhst. vom Col di Tenda verdanke ich das einzige Stück der
Liebenswürdigkeit von Herrn Bang-Haas, der es mir als letztes
abgebbares, typisches Stück in seinem Besitz unberechnet über-
liess. Wenn ich es trotz dieses nicht immer zureichenden Ma-
terials wage, die verschiedenen epiphron-Formen nach ihrer
Verwandtschaft aneinanderzureihen, so ergibt sich folgende Folge:
epiphron (Harz) — vogesiaca — Form der Hohen Tatra
— pyrenaica — mnemon — cassiope der Alpen —
nelamus. Ganz abseits — am nächsten wohl cassiope —
steht die in ihrer Flügelform an die Geometridengattung Chesias
erionernde cydamus.
Die Stammform des Harzes (epiphron Knoch) und die
Vogesenstücke unterscheiden sich durch folgendes: Die schwarzen
Augen der Harzform sind bei den Geschlechtern stets grösser,
die rostrote Fleckenbinde ist in der Regel zusammenhängender,
weniger in einzelne Flecken aufgelöst. Dies gilt vor allem für
die 0'0’, bei den 2? der Vogesenform ist die Binde ebenfalls
immer zusammenhängend; überhaupt stehen bei den $? Vogesen-
und Harzform sich sehr nahe. Doch tritt bei letzterer in beiden
Geschlechtern die kleine Ecke in der Mitte des Hilrandes ein
wenig schärfer hervor wie bei epiphron vogesiaca. Auch
*) Besonderen Dank schulde ich Herrn H. Kesenheimer-Mühlhausen
für die Ueberlassung reichhaltigen Materials.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
. Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914. or
114 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
ist die Grundfarbe der Vogesenstücke einen Schatten dunkler
wie bei den Harzfaltern.
Die wenigen Stücke aus der Hohen Tatra, die ich besitze
— leider ist es mir nicht gelungen, mir Stücke aus den anderen
ungarischen Gebirgen oder dem Altvater zu verschaffen —
stehen dem Typus der Vogesenform ausserordentlich nahe, sind
nur etwas kleiner und bei den d'o‘ die schwarzen Punkte der
Vfl etwas schwächer. Nach den wertvollen Ausführungen des
Frhrn. v. Hormuzakı in der Iris 1901 S. 353 fi. kommt aber
nicht nur die Stammform epiphron, sondern auch cassiope
und nelamus in den ungarischen Gebirgen vor, so dass ich
annehmen muss, dass meine beiden Pärchen nur eine einseitige
Anschauung der Form der Karpathen geben. Ich kann daher
auch nicht entscheiden, ob diese einen besonderen Namen zu
beanspruchen hat.
Durch grosse Variabilität zeichnet sich, wie dies auch Herr
Prof. Petry mir zu bestätigen die Güte hatte, die Pyrenäenform
von epiphron aus. Es gibt vereinzelte männliche Stücke,
die sich von dem Vogesentypus kaum unterscheiden lassen, die
22 dagegen haben eine viel weniger breite und nach innen
nicht annähernd so scharf abgegrenzte rote Fleckenbinde. Ver-
gleicht man aber Serien der J’d‘, so ergibt sich für pyrenaica
eine starke Reduktion der Fleckenbinde auf allen 4 Fl, eine
Verkleinerung der schwarzen Punkte, vor allem der Punkte 3
und 4 der V- und sämtlicher Punkte der Hfl; vielleicht ist sie
im Durchschnitt auch ein klein wenig grösser.
Eine Ueberleitung von den bisher behandelten Formen
epiphron, vogesiaca, ex Hohe Tatraund pyrenaica
zu cassiope und nelamus bildet mnemon Hew. Das
c' hat zwar noch deutliche rostrote Fleckenbinde mit erkennbaren
4-43 Punkten, ist aber schon kleiner und grauer wie die eben
erwähnten Formen, das 2 dagegen mit seiner schmalen, in einzelne
Flecken aufgelösten Binde ist von cassiope $2 mit am stärksten
ausgebildeter Binde nicht zu unterscheiden.
Was nun cassiope F. angeht, so möchte ich vorweg be-
merken, dass ich die Berechtigung der Aufstellung einer beson-
deren Unterform valesiana Meyer-Dürr nicht anerkennen kann,
Die von mir und anderen im Wallis, insbesondere auf beiden
Seiten des Simplon (z. T. im Laquintale) gefangenen cassiope-
Stücke unterscheiden sich in nichts von anderen aus dem Berner
Oberland, dem Tessin, dem Engadin und Tirol stammenden.
Allerdings finden sich am Simplon vereinzelt etwas grössere
Stücke mit deutlicher und zusammenhängender, fast bis zum
Frhr. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca. 115
Innenrand reichender Binde und 4—5 grösseren Augenpunkten
auf den Vfl (vgl. Eiffinger im Seitz I S. 95). Sie fliegen aber
mit anderen typischen Stücken zusammen und finden sich ander-
wärts, z. B. an der Furka ebenso. — Die typische cassiope F.
unterscheidet sich von vogesiaca durch gereringere Grösse
(durchnittlich 3,35 cm), grauere Färbung, viel kleinere, vor allem auf
den Hfl stets stark geschwundene Fleckenbinde, verkleinerte, zur
Verminderung, ja zum gänzlichen Verlöschen neigende Augen-
punkte auf Vfl und Hfl. Wo Binde und Augenpunkte ganz
oder wenigstens fast geschwunden sind, haben wir die Form
nelamus Boisd., die sich stets durch besondere Kleinheit
(Alpenstücke im Durchschnitt 3,15 cm, je ein Pyrenäen- und
Vogesenstück gleichmässig 3,0 em) auszeichnen. Ob und wie
weit obsoleta Tutt. aus Schottland von nelamus abweicht,
kann ich mangels Materials nicht angeben. Spuler (Bd. I. S. 43)
erklärt beide für synonym.
Somit unterscheidet sich die Vogesenform von epiphron
von allen bisher benannten Formen so erheblich, dass ein be-
sonderer Name für sie gerechtfertigt erscheint. Hieran kann
nicht irre machen, dass vereinzelt Stücke sich finden, welche
sich von anderen Formen nicht wesentlich abheben. Es kommt
nur darauf an, dass die ganz überwiegende Zahl der in den
Vogesen fliegenden Stücke die Kennzeichen einer besonderen
örtlichen Rasse aufweist. Und das ist, wie die obigen Aus-
führungen beweisen, in ausgesprochenem Masse der Fall. Der
geeignete Name erscheint für den allein in den Vogesen vor-
kommenden Falter „vogesiaca“, wie ihn die neuesten Preislisten
von Staudinger und Bartel auch bereits bringen. Zwar heisst
die Vogesenform von Erebia manto Esp. bereits vogesiaca
Christ. Es dürfte aber wohl nicht unzulässig sein, zwei an der-
selben Oertlichkeit fliegende Formen verschiedener Falter mit
dem gleichen von dieser Oertlichkeit entnommenen Namen selbst
dann zu bezeichnen, wenn diese Falter der gleichen Gattung an-
gehören.
Als Diagnose für Erebia epiphron vogesiaca ergibt sich:
schwarzbraun, mit ziemlich breiter rostroter Fleckenbinde auf
den 4 Flügeln, in welcher auf den Vfl regelmässig 4, auf den
Hfl 3 mittelgrosse schwarze, nicht gekernte Augen stehen.
Grösse durchschnittlich 3,5 cm beim 0’, 3,6 cm beim $.
Es erübrigt nun noch auf eine interessante Frage einzuge-
hen, die sich bei einer Betrachtung der Fluggebiete der ver-
schiedenen epiphron-Formen aufdrängen muss. Epiphron
findet sich nach den Angaben verschiedener Schriftsteller
116 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(vgl. Seitz I S. 95, Spuler I S. 34, v. Hormuzaki a. a. O.
S. 361, Staudinger-Rebel Katalog S.43 No. 261, in Schottland,
Italien, auf den Pyrenäen, den Alpen, den Vogesen, dem
Harz, dem Altvater, den Karpathen und den Gebirgen der
Balkanhalbiunsel, fehlt aber den übrigen, spanischen, franzö-
sischen und deutschen Gebirgen, insbesondere dem Schwarz-
wald und dem ganzen Jura, fehlt auch in Skandinavien und
Russland, einschliesslich des Kaukasus. Wie ist das zu er-
klären? Nun, eine wirklich beweiskräftige Erklärung gibt es
nicht. Wir sind auf Vermutungen angewiesen und müssen auch
bei diesen Vermutungen wieder dem Zufall einen grösseren
Raum zuweisen.
Bekanntlich finden sich schon im Braunen und Weissen
Jura (Sekundärperiode unserer Erde) Schmetterlinge, im Tertiär
erscheinen Formen, die den heutigen sehr nahe stehen (vgl.
Dr. Oppenheim, die Ahnen unserer Schmetterl. in der Sekundär-
und Tertiärperiode in Berl. Entomol. Zschr. Bd. 29 Heft II, S. 331
fl.) Es kann daher mit Sicherheit angenommen werden, dass
die Gattung Erebia mit der Mehrzahl ihrer heutigen Arten be-
reits vorhanden war, bevor die letzte Eiszeit*) über ihre Flug-
gebiete hereinbrach. Auch ist es sehr wahrscheinlich, dass die
Erebien damals im wesentlichen (wenn nicht, was ich meines-
teils für zutreffend halte, ausschliesslich) ebenso wie heute Ge-
birgstiere waren. Mit der Abnahme der Temperatur und der
zunehmenden Vergletscherung der Gebirge wurden ihnen in ihrer
ursprünglichen Heimat die Lebensbedingungen entzogen. Sie muss-
ten wandern und wanderten dahin, wo ihnen in möglichster
Nähe annähernd gleiche Lebensverhältnisse geboten wurden. Die
Urform von Erebia epiphron dürfte wohl, nach ihrem jetzi-
gen Fluggebiet zu schliessen, mit Ausnahme des Nordens und
Nordostens alle diejenigen Gebirge von Europa bewohnt haben,
welche ihr zusagende Lebensbedingungen boten. Die Kälte ver-
trieb sie von dort und zwar einerseits wohl in den schmalen
Streifen, der in Süddeutschland und der Nordschweiz sich zwi-
schen den vergletscherten mitteldeutschen Gebirgen und den
Alpen mit einem gemässigten, feuchten Klima erhielt. Anderer-
seits wich epiphron von den die wärmere französische Steppe
umgebenden Gebirgen in diese hinein aus, aber nur soweit als
die Nachbarschaft der vereisten Berge der Steppe noch den für
die Existenz der Erebien unbedingt nötigen Feuchtigkeitsgrad
*) In den Streit, ob es mehrere oder nur eine Eiszeit gegeben hat,
lasse ich mich nicht ein,
Frhr. v. d. Goltz. FErebia epiphron vogesiaca. ll
beliess. Ein ähnliches Ausweichen fand von den schlesischen
Gebirgen und den Karpathen an den Rand des Wärmebeckens
der ungarischen Ebene statt. Als dann die Temperatur sich
wieder hob, das Eis auf den Mittelgebirgen verschwand und in
den Alpen sich zur Schneegrenze zurückzog, wanderte epiphron,
die sich sicher bis zu einem gewissen Grade an das veränderte
Klima angepasst hatte, jetzt vor der Wärme und der Trocken-
heit weichend, wieder in die Höhe. Ob und inwieweit sie durch
das lange Zeiträume fortdauernde Verweilen in tieferen Regionen
eine Umwandlung erfahren hatte, wird sich nie feststellen
lassen. Vermuten möchte ich aber, dass die stärkere Aus-
bildung der rostroten Binde, wie sie vor allem die Harzform und
vogesiaca aufweisen, den Formen eigen war, die sich während
der Eiszeit an den verschiedenen, weit zerstreuten Flugplätzen
durchweg in geringer Meereshöhe aufhielten. Zu dieser Ver-
mutung führt mich die Beobachtung, dass einmal fast alle in
tiefen Lagen vorkommenden Erebien (medusa, ligea,
aethiops, Scipio, epistygne u. s. w.) die rostroten
Binden deutlich ausgeprägt haben, während umgekehrt die in
grosser Höhe fliegenden Arten (glacialis, lappona, prono&,
tyndarus, christi, flavofasciata u. s. w.) viel ausge-
dehnter die schwarzbraune Grundfarbe zeigen. Weiter haben
bei anderen Erebienarten, wie z. B. bei stygne, medusa
und oeme die tief fliegenden Formen (posidonia Fruhst.,
medusa F., spodia Stgr.) viel mehr Rostrot wie die
alpinen Formen, deren schwarze Extreme sich auch wieder
immer nur in grosser Höhe finden. Die Form von epiphron
mit breit rostroter Binde wanderte mit zunehmender Wärme
in den Gebirgen so hoch, bis sie die ihr zusagenden Lebens-
bedingungen fand. Dazu musste sie in den Vogesen, dem Harz,
dem Altvater und den schottischen Gebirgen bis auf die höchsten
Kämme und Spitzen gehen. Da sie dort — wie ich annehmen
möchte — mit Eintritt unserer heutigen 'Temperaturverhältnisse
etwa das gleiche Klima vorfand wie auf ihren tiefer gelegenen
Flugplätzen zur Eiszeit, so lässt sich die Behauptung aufstellen,
dass wir in den breit gebindeten heutigen Formen die älteren
zu sehen haben. In den Karpathen, den Alpen und den
Pyrenäen konnte epiphron höher gehen und ging einem
natürlichen Zuge aufwärts folgend höher. Nach v. Hormuzaki
a. a. 0. S. 369 fliegt epiphron in den Karpathen in Höhen
von 1600—2300 m, nach Vorbrodt, Die Schmetterlinge der
Schweiz, I S. 72 liegen die Flugstellen in den Alpen 1200 bis
2600 m hoch. Ich selbst habe epiphron dort nie unter
118 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
1400 m (Laquintal) angetroffen. Nach einer mir von Herrn
Lehrer Rondou in Gedre freundlich gemachten Mitteilung findet
sich epiphron pyrenaica in Höhen von 1500—2000 m.
Die Formen in Karpathen, Alpen und Pyrenäen sind aber zu-
gleich diejenigen, bei welchen die rostrote Binde mehr und
mehr im Schwinden begriffen ist. Es ist nun zwar nicht so,
dass in diesen Gebirgen auf den höchsten Flugplätzen regel-
mässig auch die schwärzesten Formen vorkommen, sondern in
Karpathen und Pyrenäen fliegen der Stammform sich nähernde
Stücke zusammen mit solchen, die ausgesprochen zu cassiope
gehören; in den Alpen ist bei cassiope die Binde oft auf
tieferen Flugstellen ebenso im Verschwinden wie an den
oberen Grenzen der Fluggebiete. Ebenso wenig lässt sich be-
haupten, dass die Form nelamus nur auf den höchsten Flug-
plätzen erscheint. Im ganzen lässt sich aber feststellen, dass
die Formen mit viel Rostrot auf der Oberseite an wesentlich
tiefer gelegenen Orten fliegen wie diejenigen mit durch die
schwarzbraune Grundfärbung zurückgedrängten roten Flecken.
Ich vermute, dass letztere Formen (cassiope und die sich ihr
nähernden) die rezenteren und noch in der Weiterentwicklung
begriffenen sind.
Freilich sind das alles Hypothesen. Es kann auch umge-
kehrt sein, dass die Form der Eiszeit die schwärzere war und
die heutigen Lebensbedingungen in den höheren Gebirgen,
denen in der Eiszeit mehr entsprechen, somit cassiope die
ursprünglichere Form und epiphron die Bildung einer späteren
Zeit ist. Ich halte dies aber für das viel unwahrscheinlichere.
Zum Schluss muss noch ein Wort der merkwürdigen Tat-
sache gewidmet werden, dass sich epiphron in den Vogesen,
im Harz und auf den schottischen Bergen findet, dagegen z. B.
dem Schwarzwald, dem Thüringer Wald und dem ganzen Jura
fehlt. Das auffallende Fehlen im Jura mag damit zusammen-
hängen, dass vielleicht die Futterpflanze auf dem Jurakalk nicht
ganz die der Raupe von epiphron zusagenden Eigenschaften hat.
Das Nichtvorkommen des Falters im Schwarzwald erklärt sich wohl
dadurch, dass epiphron aus der französischen Steppe in die Vo-
gesen erst dann zurückwanderte, als das Rheintal längst eingesunken
war. Eine Durchwanderung des Rheintals machten die Lebensge-
wohnheiten von epiphron vogesiaca aber unmöglich. Wes-
halb epiphron in Mitteldeutschland nur auf dem Harz vorkommt,
vermag ich nicht zu erklären. Vielleicht hat der Zufall hier die
entscheidende Rolle gespielt, ebenso wie wohl auch bei dem ver-
einzelten Vorkommen von Erebia stygne im Thüringer Wald.
Frhr. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca. 119
Bei dem Auftreten von epiphron im schottischen Bergland ist
zu berücksichtigen, dass England einst mit dem Kontinent zu-
sammengehangen hat und auch hier wohl in postglazialer Zeit
eine Rückwanderung aus der zu warm und trocken werdenden
Steppe in das feuchtere und kühlere nächste Gebirge erfolgt ist.
Meine ursprüngliche Absicht, eine Monographie der gesamten
Formen der Erebiaepiphron Kn. zu liefern, habe ich wegen
Mangel an Zeit und Material aufgeben müssen. Vorstehendes ist
aber vielleicht ein Baustein dazu, der andere zu weiterer Arbeit
oder — Widerspruch anregt.
Lycaena argus L. (aegon Schiff.) $ flavodentata m.
aberr. nova.
Von H. Stauder. Triest.
In seinem „Verzeichnisse der bisher in Krain beobachteten
Grossschmetterlinge“ bildet J. Hafner auf Tab. I (Fig. 10) ein
Lycaena argus 2 aberr. mit starker, rotgelber Zahnbinde auf
den Oberseiten der V- und Hfl ab, welches von Herrn Franz
DobovSek in Laibach-Golovec im Juli 1909 erbeutet worden ist.
Eine aufklärende Beschreibung dieser sehr interessanten
Individual-Aberration hat der Autor wohl deshalb unterlassen,
weil er die Abbildung als vorzüglich gelungen betrachtet haben
mag, womit er allerdings auch vollkommen Recht hat. Dagegen
wäre es interessant gewesen, zu erfahren, wie der Fundort dieser
Form beschaffen ist.
Hafner hält gewiss und mit Recht die abgebildete Ab-
weichung für sein Heimatland Krain für eine Seltenheit, andern-
falls hätte er sie wohl auch benannt.
Aus dem inneren Istrien: Zlum bei Pinguente (3. VII. 13),
Tschitschenboden bei Herpelje (28. VI. 13), aber auch aus der
näheren Umgebung Triest’s (29. VI. 13) liegt mir nun dieselbe
Aberrativform in Anzahl vor; allerdings erreichen nur 3 weib-
liche Exemplare zur Gänze die Hafner’sche Abbildung in Bezug
auf die Ausdehnung der sägezähneförmig veranlagten, zusammen-
hängenden, rotgelben Oberseitenbinden; eine grössere Serie aus
den genannten Lokalitäten kann als guter Uebergang betrachtet
werden.
Meine Istrianer- Typen gehören der Hochsommer - Form
(gen. II) an, die 2? sind durchwegs albinotisch veranlagt, auch die
cc’ zeigen nicht das bei typischen Mitteleuropäern charakteri-
stische Dunkelviolettblau, sondern sehen sehr abgeblasst und
120 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
matt aus, als ob sie abgeflogen wären, trotzdem sie ganz frisch
sind. Zwei 22 (Triest 29. VI. 13 und Herpelje 28. VI. 13)
können als völlige Albinos angesprochen werden.
Wenn man bei der Abtrennung von Lokalrassen etwas
leichtfertig vorgehen würde, so käme man wohl in die Ver-
suchung, diesen Vorgang bei der vorliegenden Form ohne weiteres
zu praktizieren; denn alle jene Momente, welche geeignet erschei-
nen, eine Abtrennung vorzunehmen, wären ja vorhanden; schon
die Flugplätze, welche sich mit dem ausgesprochensten, sterilsten
Karstterrain identifizieren, sprechen für diese meine Annahme.
Ich möchte mir aber nicht gerne den Vorwurf der Leicht-
fertigkeit machen lassen und trenne diese Form vorläufig noch
als eine Individual-Aberration von der Nominatform ab, wenn-
gleich ich überzeugt bin, sie auch in den folgenden Hochsommer-
monaten auf unserem Karste wiederzufinden. Gegebenenfalls
werde ich seinerzeit gegenständlichen Artikel ergänzend be-
sprechen, beziehungsweise berichtigen.
Nach der prachtvollen, breiten, vollkommen zusammen-
hängenden Submarginalbinde von rotgelber Färbung auf allen
Flügeloberseiten benenne ich solche, zugleich albinotisch veran-
lagte 22 von argus L., mit denen das besagte von Hafner
abgebildete Stück vollkommen identisch zu sein scheint, fla-
vodentata; sollte meine Annahme, dass es sich um eine neue
Lokalrassenform des istrianischen Karstes*) handelt, sich später-
hin als richtig erweisen, so wäre dieser Name auch auf die In-
dividuen des männlichen Geschlechtes auszudehnen, wenngleich
er für dieselben ganz und gar unpassend erscheinen mag.
Dass sich unter meiner Typen-Serie auch Stücke befinden,
welche zugleich zu den von Courvoisier aufgestellten Individual-
aberrationen elongata, confluens und multipuncta
zählen, glaube ich, nicht unerwähnt lassen zu dürfen, obwohl
ja schon längst erwiesen ist, dass sich diese Formen unter
Stücken aus den verschiedensten Lokalitäten vorgefunden haben.
Das 2 flavodentata aus Herpelje, dessen Vfloberseite
prächtig albinotisch gefärbt ist, hat auf der Hflunterseite sehr
grosse, vielfach untereinander verbundene, durchwegs weiss um-
hofte und stellenweise auch weiss gekernte Punktaugen, eine
Abweichung, die dem Tiere ein ganz eigenartiges, prächtiges
Aussehen verleiht, und von der noch keine Literatur berichtet hat.
Triest, im März 1914.
*) Dass die Form auch im Nachbarkronlande Krain bei Laibach
gefunden wurde, kann bei BEL CE LI ne der orographischen Verhält-
nisse beider Länder (Krain und Küstenland) nicht frappieren.
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 131
Neue Arhopala Rassen.
Von H. Fruhstorfer. Genf.
Arhopala eumolphus Cr. Ueber die Zusammengehörigkeit
der vielen Formen dieser ebenso prächtigen, wie variablen Art
herrscht noch grosse Unsicherheit. Bekannt ist nur, dass die
22 wie bei einigen anderen Arhopala zu Koloritdichroismus
neigen, und dass auch die 0’0’ einem scharf ausgesprochenen
Dimorphismus unterworfen sind. Eine der auffallendsten J For-
men hat bereits den Namen hellenore Doh. empfangen. Selbe
ist bisher nur aus Birma bekannt gewesen, wurde aber auch auf
Java gefunden, und in der von mir erworbenen Kollektion Dr.
Martin befindet sich eine weitere Serie von J’d’, welche eine
Transition von A. eumolphus zu A. hellenore bilden. Das
hier zum ersten Male nachgewiesene Vorkommen einer hellenore-
Abweichung auf Sumatra scheint die Vermutung auszuschliessen,
dass hellenore eine Trockenzeitform von eumolphus sein
könnte. Ob hellenore vielleicht eigene Spezies? Bethune
Backer hat meines Erachtens richtig A. maxwelli Dist. (far-
quhari Dist. &) als zur Kollektivart eumolphus Ür. ge-
hörig betrachtet. Wenn wir aber diese von der kontinentalen
Rasse durch rundliche, statt längliche Flügelkonturen differierende
Form mit eumolphus vereinigen, müssen noch viel mehr A.
adonias Hew. von Java und A. staudingeri Semp. von
Mindanao, welche beide Bethune als besondere Arten auffasst,
mit der Cramer’schen Namenstype in Zusammenhang gebracht
werden. Von hohem Interesse ist das Faktum, dass A. eumol-
phus die gesamte orientalische Region bewohnt (mit Ausnah-
me des südlichen Indiens und von Ceylon) und dann unver-
mittelt in einer der A. hellenore verwandten Vikariante auf
Neu-Guinea wieder auftritt. Vielleicht fehlen uns noch die
Transitionen der Nord-Mollukken, was bei der Seltenheit der
Abzweigungen an der Peripherie der Verbreitungszone von A.
eumolphus und A. hellenore nicht zu verwundern ist.
Bethune Baker schrieb 1903, dass ihm nur 60 Exemplare der
A. eumolphus Gruppe zugänglich waren. Mir ist es leider
auch nicht möglich gewesen, diese Zahl zu überbieten. Dennoch
aber bin ich in «len Stand gesetzt, einige Beiträge zur Kennt-
nis unbeachteter Rassen zu bieten. Der Untersuchung der Ge-
nitalorgane bleibt es vorbehalten zu entscheiden, ob die helle-
nore-ähnlichen Abzweigungen spezifisch von A. eumolphus
192 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
getrennt zu werden verdienen. Die bisher nachgewiesenen For-
men verteile ich einstweilen:
A. eumolphus eumolphus Cr. Sikkim. Cramer und Bethune
Baker stellen 9° der Regenzeitform mit prägnantem grünen
Analfleck der Unterseite der Hfl dar. In meiner Sammlung sind
5 dd" 4 22 vertreten, wie sie auch Swinhoe, Lep. Indica VIII
t. 676 vorführt, welche einer regenarmen Periode angehören und
den smaragdgrünen Analfleck nicht führen. (elis forma nova.)
A. eumolphus tagore subsp. nova (A. eumolphus B.B.
T. Z. S.17t. 2f. 21 0‘). d kleiner, aber mit breiterem schwar-
zen Distalsaum der Vfl. als eumolphus von Sikkim. 2 ober-
seits leicht zu trennen durch dunkler blauviolettes, jedoch erheb-
lich ausgedehnteres Feld der Hfl. Es ist mir nur die Form ohne
grünen Analfleck der Hfl-Unterseite bekannt, von welcher Bethune
Baker ein Exemplar, 1. c. 4. 2 f, 21 darstellt. Patria: Assam.
A. eumolphus hellenore Doh. Eine ausgezeichnete Form, der
vielleicht Speziesrechte zukommen. Kenntlich an den spitzeren
schlankeren Flügeln, den gesättigteren braunen Makeln auf licht-
grauem oder weisslichem Grunde der Unterseite. Ein von mir im
Mai am Fusse der Karenhills gefangenes $ deckt sich ungefähr mit
dem von Swinhoe abgebildeten 2. Nach Bethune Baker dringt
hellenore bis Assam vor (cf. f. 22 l. c.), während anderer-
seits hellenore neben der malaiischen Form maxwelli in
Birma auftritt, wo sich beide begegnen.
A. eumolphus maxwelli Dist. (farquhari Dist. S). Eine
ausgezeichnete Arealform, charakterisiert durch abgerundetere
Flügel und das oberseits ausgedehnter blau überdeckte 2. Patria:
Malaiische Halbinsel.
A. eumolphus caesarion subsp. nova. cd’ habituell kleiner
als 0'c’ von Perak, 2 oberseits mit breiterem, schwarzen Distal-
saum der Hfl. Unterseits ohne deutliche weisse Begrenzung der
Fleckenreihen. Patria: Nordost-Sumatra, Flugzeit Februar bis
Oktober, 16 7’, 12 22 Coll. Fruhstorfer.
A. eumolphus siroes subsp. nova oder forma nova. Diese,
hellenore Doh. auf Sumatra repräsentierende Form ist an-
scheinend auf das Gebirge der Insel beschränkt; denn sie liegt mir
nur von den Montes Battak vor. 0’ oberseits charakterisiert durch
die sich gegen den Apex zu völlig verlierende schwarze Randbe-
säumung, welche nur im Analwinkel deutlich, aber dennoch be-
reits schmäler als bei caesarion vorhanden ist. Hfl mit
ausgedehnterem, metallisch grünen Feld, wodurch sich natur-
gemäss die schwarze Randzone verschmälert. Vfl ebenso scharf
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 123
zugespitzt wie bei hellenore. Unterseite etwas heller grau-
braun als bei caesarion, weshalb auch die dunklen Flecken
und Kettenzeichnungen deutlicher heraustreten, umsomehr als
sieauch breiter ausfliessen und schärfer, sowie reiner weiss um-
grenzt sind. Patria: Montes Battak, Flugzeit vom Februar bis
Oktober, also mit jener von caesarion zusammen fallend.
A. eumolphus adonias Hew. Ostjava. Sehr selten, 1° 3 22
in meiner Sammlung (A. adonias B. B. 1. c. 4. 2 f. 17 0).
Unterseite der Hfl charakterisiert durch vorwiegend silberig grü-
ne, sehr schmale Analflecken der Hfl. Grundfarbe, namentlich
jene der 2% heller grau als bei der Westjavaform. Oberseite
der 2? lichter blau als bei grynea aus dem Westen der Insel.
A. eumolphus grynea Hew. (A. eumolphusB.B.1. ce.
t. 2 f. 20) o° 2 habituell grösser als ostjavanische adonias
Hew. 2 oberseits etwas dunkler blau. Unterseite gleichfalls
verdüstert. Analfleck der Hfl, wie dies Hewitson im Gegensatz
zu adonias bereits hervor hob, goldgrün statt silberfarben.
Patria: Westjava. Umgebung von Sukabumi, 500—800 m Höhe
von mir gesammelt.
A. eumolphus sanherib subsp. nova. Westjava, Vulkan
Gede ca. 1200 m. Diese nur in höheren Lagen vorkommende
Form ersetzt die birmesische hellenore Doh. auf Java und
nähert sich ihr durch den spitz vorspringenden Apex und auch
sonst schmalere Vfl. Der schwarze Distalsaum verliert sich ge-
gen den Kostalrand und erinnert in seinem Verlauf an siroes
Fruhst. von Sumatra. Unterseits überbietet sanherib die
birmanische Vikariante noch durch leicht violett oder purpurn
überhauchte, ausgedehntere weissliche Partieen, sich dadurch auch
von der unterseits gleichartig grauschwarzen siroes absondernd.
2 durch dunkelblau violette Felder der Oberseite von den hell
morphoblauen, silberglänzenden ?? von aurea und grynea
verschieden. Unterseite ohne den weissen Anflug der d'd‘, wes-
halb ich dessen Zugehörigkeit zu sanherib noch etwas in
Frage stellen möchte. Bethune Baker aber determinjerte 2 Exem-
plare meiner Sammlung, welche ihm 1903 vorgelegen hatten,
als hellenore 9%.
Wenn sich also A. hellenore Doh. nicht doch noch als
Spezies entpuppt — so kann deren javanische Vikariante als
Gebirgsform der A. aurea Hew. und A. grynea Hew. der
niederen Erhebungen aufgefasst werden. Wir haben dann auf
Java drei eumolphus-Subspezies. Je eine im Osten und
Westen und eine im gebirgigen Teile des Westens der Insel,
124 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
A. eumolphus caesetius subsp. nova. Von dieser Inselrasse
liegt mir nur ein J’ aus der von Schönberg’schen Sammlung
vor, Dr. Martin hat die Art bei Sintang nicht gefunden, doch
erwähnt sie Moulton als nicht sehr selten bei Kuching, Sarawak.
cd‘ unterseits dunkler als caesarion J, mit ansehnlicheren
und mehr geschwärzten Kettenbinden. Moulton erwähnt, dass
ihm Exemplare vorliegen, welche bereits einen Uebergang zu
A. staudingeri Semp. bilden. Patria: Süd-Ost-Borneo.
A. eumolphus aristomachus subsp. nova. ? oberseits dem
hellen 2 der javanischen Ortsformen genähert, doch noch lichter
blau. Das schwarze Randgebiet der Hfl wesentlich verbreitert.
Unterseite dem hellenore J sehr nahekommend, aber durch
prägnante, äusserst dunkle, scharf abgesetzte Längsbinden bereits
Beziehungen zu staudingeri dokumentierend. Patria: Pala-
wan, sehr selten.
A. eumolphus staudingeri Semp. Der co‘ wurde durch
Bethune Baker vorzüglich abgebildet und das 2 hierzu hat dem
Monographen der Arhopala auch vorgelegen, nur wurde es
von ihm als das 2 von A. adonias Hew. angesehen und als
solches l. c. p. 103 erwähnt. Es steht dem $ von aristo-
machus von Palawan und dem hellblauen normalen 2 von
A. eumolphus adonias aus Java sehr nahe. Patria: Min-
danao, ausserordentlich selten. 1 2 Coll. Fruhstorfer.
Arhopala elagabulus spec. nova. (A. eumolphusB.B.
l. c. p. 104/105.) J° Oberseite dunkel smaragdgrün, Vfl mit
gleichmässigem, aber sehr schmalem schwarzen Rand. Die Hfl
nur im Kostalgebiet mässig breit, schwarz belegt, und der,
verglichen mit den Vfl, nur wenig ausgedehntere Saum erst im
Analwinkel unbedeutend erweitert. Die gesamte Flügelober-
fläche, namentlich aber deren distale Partieen von einem eigen-
tümlichen violetten und dabei purpurn schimmernden Schmelz
übergossen. Flügelschnitt wie bei A. hellenore — die Hfl
aber durch das, deren gesamte Oberfläche ausfüllende, an den
Rändern also nicht eingeschränkte Feld ohne weiteres von
hellenore verschieden. Unterseite am nächsten A. san-
herib Fruhst. von Java — Vfl hellbraun, mit ausgedehnten
weisslichen Partieen in der Medianzone, prominenten weissen
Längsstreifen und ebensolcher Peripherie, kakaobraunen, deutlich
hervorstechenden Fleckenserien, welche wie bei sanherib ver-
teilt sind. Hfl fast durchweg weisslich, am Kostalsaum drei
amorphe, sattbraune Makeln, das Medianfeld nur mit ersterben-
den Streifchen und das Analgebiet mit verwaschenen braun-
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 125
grauen Fleckchen. Patria: Britisch-Neu-Guinea, Aroafluss, 4 0’0”
in Coll. Fruhstorfer. Die verschwenderische Schönheit, mit der
diese Arhopala geschmückt ist, liess den Gedanken auf-
kommen, ihr den Namen jenes römischen Kaisers zu verleihen,
dessen unerhörte Prachtliebe ihn in den Annalen der Geschichte
fortleben lässt, ein so unrühmliches Ende er auch gefunden hat.
Sollte sich A. hellenore Doh. als Spezies erweisen, dann
würde ich A. elagabulus unbedenklich als deren östlichsten
Ausläufer betrachten Wir hätten dann folgende A. hellenore-
Abzweigungen:
A. hellenore hellenore Doh. Assam, Birma.
A. hellenore siroes Fruhst. Nord-Ost-Sumatra.
A. hellenore sanherib Fruhst. Westjava.
A. hellenore elagabulus Fruhst.Britisch- Neu-Guinea.*
Arhopala aurea Hew. Auch die Beziehungen der wenigen
geographischen Rassen dieser herrlichen Spezies sind noch nicht
geklärt. Bethune Baker lässt drei Arten gelten, welche ich
insgesamt ohne Bedenken mit A. aurea vereinige. Das bis-
her unbekannte $ der Spezies liegt mir in 8 Exemplaren vor,
so dass es beschrieben werden kann.
A. aurea aurea Hew. 2 Flügelumriss durch die rundliche
Form sehr nahe jenem von A. eumolphus caesetius Fruhst.
von Borneo, die Schwänze der Hfl aber kürzer als bei allen
A. eumolphus-Rassen, dadurch sofort seine Zugehörigkeit
zu den ebenfalls kurz geschwänzten J’d' beweisend. Rand-
gebiet beider Flügel, namentlich jenseits der Zelle ausgedehnter
schwarz als bei A. maxwelli und A. caesarion 22. Grund-
farbe ein nicht zu übertreffendes, herrliches gesättigtes und dabei
doch intensives Blauviolett — dunkler und doch glänzender als
bei den makromalaiischen eumolphus-Vikarianten. Unter-
seite etwas dunkler als beim cd‘, die Fleckenbinden schmäler.
Patria: Sarawak (Hewitson) Sintang, April, Mai, 11 d'd’, 8 ??
(Dr. Martin leg.) in Coll. Fruhstorfer.
A. aurea borneensis Beth. Bak. Kina Balu.
A. aurea subsp. nova. Insel Sapagaya, im Norden von
Sandakan.
A. aurea trogon Dist. Mal. Halbinsel (1 0"), Nordost-Sumatra,
Montes Battak, Flugzeit Juli (1 /) in Coll. Fruhstorfer.
* Das $ fand ich neuerdings am Berliner Museum. Es stammt von
Deutsch- Neu-Guinea und wurde von Kubary gesammelt. Die Vfl sind
oben durchweg hellblau, die Hfl nur mit leichtem hellblauen Anflug an
der Basis, Die Unterseite ist vorwiegend weisslich.
126 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Arhopala horsfieldi Pag. Alle Rassen dieser scharf umgrenzten
Kollektivart sind unter dem Pagenstecher’schen Namen zu ver-
einigen. Die Unterschiede, welche Bethune Baker zwischen A.
horsfieldi und A. basiviridis hervorhebt, sind eben aus-
reichend, die insularen Differenzen zu umschreiben.
A. horsfieldi eurysthenes subsp. nova. cd’ von allen Ver-
wandten am weitgehendsten differenziert durch das mehr als
doppelt so ausgedehnte grüne Feld der Oberseite. 2 mit schmä-
lerem schwarzen Rand als das 2 der Sumatrarasse und gleich-
falls ausgebreiteterem blauem Feld der Oberseite der Hfl. Pa-
tria: Tenasserim.
A. horsfieldi basiviridis Nicev. Mal. Halbinsel, Singapore.
Nordost-Sumatra, Montes Battak 18 90‘, 222. Coll. Fruhstofer.
A. horsfieldi herodianus subsp. nov. 0’ grösser als der ansehn-
lichste der 18 Ü'o° aus den Battakbergen meiner Sammlung.
Unterseite heller, die Kettenbinden breiter, reiner grauweiss um-
zogen. Patria: West-Sumatra, Umgebung van Padang Pandjang.
A. horsfieldi biru Fruhst. Insel Nias. Sehr selten. Unter-
seits kenntlich an dem stark vergrösserten, gesättigt blaugrünem
Analfleck der Unterseite der Hil.
A. horsfieldi vellanus subsp. nova. Die Unterseite ist ver-
slichen mit Ostjava-Exemplaren dunkler, gesättigter und vor-
wiegend rot, statt graubraun. Der Analfleck erscheint ausge-
dehnter und prächtiger, reicher goldig grün. Patria: West-Java,
4 dd, 2 2% in Coll. Fruhstorfer.
A. horsfieldi horsfieldi Pag. Ostjava. Auf den Vorbergen
des Tengger-Gebirges manchmal häufig. 11 0'd’, 4%? H. Fruh-
storfer leg.
A. horsfieldi leokrates subsp. nova. Unterseite lichter grau-
braun als bei A. basiviridis von der Mal. Halbinsel. Die
Median- und Basalflecken beider Flügel ansehnlicher, deren
weissgraue Begrenzung markanter. Patria: Westborneo, Sintang,
Pontianak, Südost-Borneo.
Arhopala apidanus xisuthrus subspec. nova. 2 oberseits von
allen übrigen Vikarianten sofort zu trennen durch das ausge-
dehnte blaue Basalfeld beider Flügel, welches nur einem relativ
schmalen, schwarzbraunen Distalsaum Raum gewährt. Das un-
gewöhnlich helle Blau der Oberseite ist peripherisch rötlich über-
haucht. Unterseite auffallend dunkel und zugleich verwaschen
rotbraun, mit noch geringer entwickelten violetten Partieen als
das ? der Borneo Zweigform. Von allen Schwesterrassen lässt
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 127
sich xisuthrus abtrennen durch ausserordentlich lebhaft grün
metallisch glänzende Subanalflecken, welche nahezu die Ausdeh-
nung von jenen bei diardi imperiosa Fruhst. erreichen.
Patria: Insel Nias. 3 22 Coll. Fruhst.
A. apidanus arahat subspec. nova. cd’ oberseits am ähn-
lichsten der Ost-Java Form von apidanus Cramer und von
demselben blass veilblauen Kolorit. 2 dagegen mehr der
Westjavaform genähert durch den ausgedehnteren braunen Distal-
saum der Hfl. arahat entfernt sich übrigens von beiden java-
nischen Schwesterrassen durch die bedeutendere Grösse, die mar-
kanteren braunen und die heller weisslich violetten Partieen der
Unterseite des Hfl. Patria: Insel Bawean, 10 "JS 12 22 Coll.
Fruhstorfer.
A. apidanus antipaxus subspec. nova. co” oberseits lichter
blauviolett als apidanus (ram. aus Westjava. Unter-
seits fahler, die braunen und violetten Zeichnungen mehr ver-
waschen. % oberseits heller blau, mit wie bei der Niasform
ausgedehntem rötlichem Schiller. Randgebiet, namentlich jenes
der Hfl erheblich eingeschränkt. Patria: Ost-Java. Ausseror-
dentlich häufig im Tenggergebirge und dem Südgebirge von
Ost-Java.
A. apidanuss cames subspec. nova. co" am nächsten
der West-Javaform apidanus Cramer, aber mit erheblich ver-
breitertem schwarzem Randgebiet der Hfl. 92 oberseits glän-
zender und etwas dunkler blau als bei apidanus Cram. Un-
terseite bunter. Die braunen Partieen breiter angelegt als bei
Java-Exemplaren. Patria: Lombok, nicht sehr häufig auf etwa
600 m Höhe, April bis Juni 1 0° 4 $2 H. Fruhstorfer leg.
A. apidanus ahanus Doh. Tenasserim, Moulmain, Birma.
Eine ausgezeichnete Lokalrasse, deren $ nach der Darstellung
Swinhoe’s in Lep. Indica dem Java % einigermassen ähnlich
sieht. Unterseite merkwürdig durch schmale braune Subanal-
zone der Hil.
A. apidanus kartaphilus subsp. nova. Malaiische Halbin-
sel. Riouw Archipel. 5 ausgezeichnet durch breiteren schwar-
zen Distalsaum der Vfl als ahanus von Tenasserim. 2 nahe
dem 2 der Niasrasse, aber mit vorwiegend weisslich violetter
Grundfarbe, statt der dominierenden monoton graubraunen von
xisuthrus und dadurch auch von der Nord-Ost-Sumatraform
differenziert. Patria: Malaiische Halbinsel. 2 Riouw-Archipel.
Flugzeit Februar,
128 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
A. apidanus phalakron subsp. nova. Eine hervorragend
modifizierte Inselrasse. & vom oc’ der Malaiischen Halbinsel zu
trennen durch schmälere braune Binden der Unterseite der Vfl,
2 mit wesentlich verbreitertem schwarzen Distalsaum beider
Flügel und dadurch auch von der Niasform getrennt. Median-
gebiet der Unterseite der Hfl ohne den prächtigen, weisslich
purpurnen Anflug von kartaphilus und mit weniger promi-
nentem und lichter grünen Analflecken als xisuthrus. Patria:
Nord-Ost-Sumatra. 4 dd 4 22 in Coll. Fruhstorfer.
A. apidanus viribus subsp. nova. cd” oberseits heller und
intensiver blauvioleit als 5’ vom Kina Balu. Unterseite ab-
weichend durch verdunkelte Hfl, ohne den grauvioletten Anflug,
welchen berossus mit kartaphilus gemeinsam hat. Die
dunkel kaffeebraune Subanalzone dagegen erheblich verbreitert.
@ vom phalakron & scharf getrennt durch zurückgebildete,
dunkler blaue Felder der Oberseite, die von breiterem, schwarzen
Randgebiet eingeengt werden. Patria: Westborneo, Sintang 2 d’c"
1 2 Coll. Fruhstorfer.
A. apidanus berossus subspec. nova. Nach der Be-
schreibung Snellen’s (T. v. E. 1990 p. 301) von A. apidanus
saturatus von Billiton scheint die Borneorasse der saturatus
nahe zu stehen. Jedenfalls bildet berossus eine Transition zu
den überaus melanotischen Rassen der Philippinen durch das
oberseits eingeschränkte gesättigte Blau, welches auf den Hfl
einem sehr breiten schwarzen Randgebiet weichen muss. Un-
terseite der $2 ebenso verwaschen, aber noch dunkler als bei der
Nias- Rasse. Patria: Nord-Borneo. co’ 2 Coll. Fruhstorfer.
A. apidanus iriya subspec. nova. d’ etwa von der
dunklen Grundfarbe der Borneorasse. Der schwarze Distalsaum
der Hfl schmäler. $ oberseits nahezu völlig geschwärzt, nur
auf den Vfl und in der Zelle der Hfl eine blass veilchen-
blane Aufhellung. Unterseite auffallend durch sehr grossen roten
Basalfleck, ausserordentlich schmale weissliche und dafür unge-
wöhnlich verbreiterte braune Binden. Der metallisch glänzende
Subanalfleck in eine graue Binde verwandelt. Patria: Insel
Bazilan, Februar März von W. Doherty gesammelt, 20’? Coll.
Fruhstorfer.
A. apidanus himna subspec. nova. 9. Die bei be-
rossus einsetzende Verdunkelung erreicht bei himna ihren Hö-
hepunkt. Die Oberseite nur mit undeutlichen, dunkelblauen
Rudimenten eines blauen Feldes in der Zellregion. Unterseite
ohne Spur einer hellen Medianzone, welche bei der Bazilanform
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 129
m
noch erhalten ist, und mit fehlender grauer Begrenzung der
schwarzen Subanalmakeln. Patria: Mindanao.
Arhopala fulgida zohar subsp. nova. co” oberseits ähnlich
diardi capeta Hew., 0’ jedoch heller blau und noch leb-
hafter glänzend. Von fulgida singapura Dist., welche mir
aus Singapore vorliegt, differiert zohar ohne weiteres durch
die Flügelform, welche sich diardi amha Fruhst.
nähert. Unterseite dunkler als A. diardi amha, mit
den üblichen zu kompletten Binden vereinigten Subbasal- und
Medianmakeln. Analwinkel mit den für fulgida singapura
Dist. und fulgida tenea Fruhst. charakteristischen kleinen
goldgrünglänzendem subanalen Halbmond über den schwarzen
Randflecken. Patria: Kina Balu, Nord Borneo. Das Vorkom-
men dieser Spezies wurde für Borneo durch Moulton nach-
gewiesen.
A. fulgida tenea subsp. nova. 9 von diardi $ aus
Java, mit welchem ich tenea bis jetzt vereinigt hatte,
durch die geringere Grösse, rundlicheren Flügelschnitt und brei-
teren, viel kürzeren Schwanz der Hfl zu unterscheiden. Auf
den Vfl dringt der veilchenblaue Fleck über die Zelle hinaus
vor, so dass der schwarze Zahn am Zellapex, welcher diardi
kennzeichnet, fehlt. Unterseite durchaus dunkler, die Subbasal-
binde der Hfl komplett, nicht in einzelne Makeln aufgelöst, die
Medianbinde gleichfalls zusammenhängend. Der metallische Sub-
analfleck besteht aus zwei, eben noch kenntlichen, aber intensiv
glänzenden Halbmondflecken. Patria: Ost-Java, 2 2? Coll. Fruhst.
Umgebung von Lawang aus ca. 600 m Höhe. Fulgida wird
hier zum erstenmal für Java nachgewiesen. Ich besitze nur noch
2 22, zweifle aber nicht, dass die Form auf Java ebenso häufig
sein wird wie A. diardi.
A. fulgida tifata subsp. nova. dd’ habituell kleiner als
fulgida singapura Dist, welche mir aus Singapore
vorliegt, oberseits dunkler blauviolett. Hfl etwas mehr gestreckt,
Längsbinden der Unterseite verschmälert. Auch die braune Be-
schattung über dem goldig grünen Analfleckchen vermindert.
Q oberseits etwas lichter blau als das 2 von A. fulgida zohar
Fruhst. von Sintang, Westborneo, und mit ausgedehnterem und
zugleich wiederum heller blauen Feld als ein A. fulgida Hew.
2 von Bazilan. Die braune Subbasalbinde der Unterseite der Hfl
ausgedehnter als beim zohar 2%, kostalwärts aber wesentlich
schmäler als beim fulgida ?. Neben sehr kleinen Exemplaren
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1914,
IX
130 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
m
der Battakberge (Mai, Juli, August, Oktober) liest mir auch ein
cd‘, Flugzeit Oktober, aus derselben Bergkette vor, von erheblich
grösserer Gestalt und tief dunkler blau violetter Gesamtfärbung
der Oberseite. (d' forma bätis nova.) Patria: Nord Sumatra.
Arhopala anniella husaina subsp. nova. c” entfernt sich
von A. anniella Hew. von Singapore, wie sie mir aus Penang
vorliegt, durch die leicht verdunkelte Grundfarbe der Oberseite,
welche analog A. diardi nicht den prächtigen Schiller zeigt,
wie er den malaiischen Arhopalen im Gegensatz zu den
sumatranischen eigentümlich ist. Unterseite ärmer an grau-
weissem Anflug und an goldiggrünen Analmakeln. 2 mit helier
blau violetter Oberseite, und mit bedeutend schmälerem schwarzen
Randgebiet als bei den 22 von Borneo. Patria: Nord-Ost-
Sumatra. 4 dd‘ 7 22 in Coll. Fruhstorfer.
Arhopala anniella subsp. nova. cd’ oberseits etwas lichter
blauviolett als anniella JS. Die Unterseite kenntlich an
schmäleren braunen Binden auf geringer grauweiss überdecktem
Grunde. 0° das blaue Feld der Hfl nur wenig über die Zelle
hinausragend, so dass man die Hfl schwarz mit blauem Kern
nennen kann. Patria: d° Süd-Ost-Borneo, $ Nord-Borneo. (Coll.
Fruhstorfer.)
Arhopala asoka vaya subsp. nova. @ oberseits von einer
grossen Serie von ?? aus Sikkim und Assam differierend durch
weisslich blaue, statt blauviolette Basalzone beider Flügel. Der
schwarze Distalsaum der Hfl jedoch mehr eingeschränkt. Unter-
seite mit schmäleren, aber nahezu rein weissen Makeln una
Binden der Vfl. Die schwarzen Diskalflecken der Hfl durch
braune ersetzt. Die smaragdgrünen Metallflecken durch matte
graue Partieen repräsentiert. Patria: Hongkong, Baron v. Plessen
leg. Die Art ist neu für die Insel, denn Kershaw erwähnt sie
nicht von dort.“
Arhopala abseus oghatinna subsp. nova. Eine melanotische
Satellitinselrasse. 5 oberseits dunkelblau mit schmalem schwarzen
Distalsaum. 2 kaum vom d' verschieden, nur etwas heller
blau, aber mit viel geringerem schwarzen Randgebiet beider Fl
als beim A.abseus Hew. 2. Das 2 differiert vom A. abseus
amphea Feld. £ durch das satt blauviolette statt himmelblaue
Kolorit der Oberseite. Die Unterseite ist gleichfalls verdunkelt,
die postdiskale Binde der Vfl erheblich reduziert. Patria: Insel
Bazilan, Mindanao 2 JS 1% Coll. Fruhstorfer.
* Vielleicht liegt auch eine Fundortsverwechslung mit einer Philip-
pinen-Insel von Seiten des Sammlers vor,
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 131
A. abseus nava subsp. nova. @ bildet in der Färbung
der Oberseite eine Transition von abseus von Nord-
indien zu den Rassen der Philippinen. Das blaue Gebiet der
Oberseite zwar ausgedehnter als bei Sikkim und Assam 9%,
aber doch mit breiterem schwarzen Distalsaum als bei der
Mindanao- und Luzonrasse. Unterseite mit heller rotbraunem
Fond beider Flügel, von welchem sich die schwarzen Diskal-
makeln äusserst deutlich abheben. Patria: Nord-Borneo.
A. abseus Hew. 2 von mir in Mittelsiam auf ca.
300 m bei Hinlap im Januar, Februar 1900 gefunden. Das 2
differiert ober- und unterseits durch hellere Färbung und
Sprenkelung und gehört zweifellos einer neuen Lokalform an,
die zu beschreiben ich so lange unterlasse, bis ich Material aus
Birma und anderen Teilen Indo-Chinas zum Vergleich heran-
ziehen kann.
Arhopala bazalus nebenius subsp. nova. 2 oberseits dem
2 von bazalus pratinas sehr nahe, doch in der Regel
habituell grösser und mit breiter ausgeflossenem, dunkel veil-
blauem Basalfeld der Hfl. Unterseite mit prägnanter hervor-
tretenden Längsbinden als bei der Java-Vikariante. 2 vom
A. bazalus Hew. $ aus Assam erheblicher differenziert durch
das stets vorhandene, die Zelle füllende und darüber hinaus in
den Medianzwischenraum vordringende, dunkel violette Mittelfeld
der Hfl, welches bei Assam 2? nur in seltenen Fällen eben an-
gedeutet ist. Unterseite dunkler, ärmer an graupurpurnen Stellen.
Patria: Nord-Ost-Sumatra 5 2? Montes Battak, Flugzeit Juli
bis Dezember.
A. hazalus pratinas subsp. nova. cd’? habituell in der
Grösse bedeutend hinter A. bazalus Hew. von Assam zurück-
bleibend. 9 oberseits gesättigter und noch dunkler blauschwarz.
Der schwarze Distalsaum, der nur bei seitlicher Beleuchtung zu
sehen ist, erheblich schmäler. Unterseite: 0’ die braune
Bänderung der Vfl prominenter, jene der Hfl ausgedehnter, aber
mehr zusammenhängend und deshalb weniger deutlich wie bei
bazalus Hew. 2 aus Assam. Patria: West-Java, aus un-
gefähr 500—1000 m Höhe. Die ostjavanischen Exemplare sind
erheblich grösser als die westjavanischen und von rundlicherem
Flügelschnitt, die braunen Binden der Unterseite breiter als bei
Assam-Exemplaren. Sehr selten, nur 2 SS’ vom Tenggergebirge
aus ungefähr 300 m Höhe in Coll. Fruhstorfer,
Arhopala diardi asatha subspec. nova. cd‘ am nächsten
diardi capeta Hew. von Sumatra, oberseits aber nicht so leb-
132 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
haft blau schillernd, Grundfarbe dunkler. Unterseite dagegen
viel blasser, die schwarzbraune Submarginalbinde der Vfl na-
mentlich kostalwärts verbreitert. 2 oberseits blauviolett, viel
dunkler als 22 aus Assam. Der Kostalrand verbreitert sich am
Zellende so, dass der Zellapex von einem kräftigen schwarzen
Strich begrenzt wird. Patria: West-Java, Ost-Java, häufig bis
etwa 700 m Flöhe.
A. diardi amha subspec. nova. Oberseits ebenso matt
wie die Javarasse, aber von einem dunkleren Blau und dadurch
auch leicht von fulgida Hew., welche in Borneo neben diardi
vorkommt, zu unterscheiden. Unterseite am nächsten der Java-
rasse, doch sind die braunen Zeichnungen der Hfl erheblich ver-
schmälert, der grünliche Subanalfleck aber etwas breiter und
schwärzlich verdüstert. Patria: Flachland von Nord-Borneo.
Nach Moulton in Sarawak bis 3000’ Höhe.
A. diardi zilana Fruhst. B. E. Z. 1900. Eine habi-
tuell sehr kleine, aber durch das oberseits sehr dunkle 2 sofort
kenntliche Inselrasse. Patria: Insel Bazilan.
A. diardi imperiosa subsp. nova. cd’ auffallend durch
ungewöhnliche Grösse und diean diardi Hew. von Assam er-
innernde Gesamtfärbung der Oberseite. Hfl mit einem zweiten
deutlichen Schwanze an der Ausmündung der mittleren Mediana.
Infolge der Grösse der Falter sind die schwarzen Haarbüschel
an der Submediana der Hfl besonders deutlich hervortretend.
Unterseite am nächsten der Javaform, mit entsprechend der Grösse
stark verbreiterten, dunkel kaffebraunen Bändern. Auffallend ist
die transzellulare Binde der Vfl, weil sie gleich breit von der
Kosta bis zur mittleren Mediana durchzieht, während sie bei den
makromalaiischen Rassen sich an der vorderen Mediana sehr
verschmälert oder sich in einzelne Makeln auflöst. Die Subanal-
flecken der Hfl sind vollkommen isoliert, halbmondförmig, prächtig
smaragdgrün und metallisch glänzend. Patria: Süd-Celebes, Lom-
pa Battan, März 1896 auf 1000 m H. Fruhstorfer leg. A.
imperiosa ist diejenige Form, von der Bethune Baker I. c. p.
113 erwähnt, dass er ein „extraordinary 0'“ vor sich hatte,
welches nicht weniger als 66 mm Spannweite aufweist. A.
imperiosa rückt dadurch in die Reihe der grössten bekann-
ten Arhopala ein, während die übrigen A. diardi-Formen
zu den unbedeutenden Arten des Genus gehören.
A. diardi almansor subsp. nova. Eine prächtige, scharf
geschiedene Rasse. Oberseits durch helleres, an A. mor-
phina gemahnendes und intensiv glänzendes Blau von diardi
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 133
aus Assam und capeta von Nordost-Sumatra differenziert.
Unterseite des 0’ ausgezeichnet durch ausgedehntere weissliche
Partieen und goldiger glänzendes, breiteres Analfeldl. 2 oben
gesättigter blauviolett als capeta $2 aus Sumatra, genau die
Mitte zwischen 22 aus Assam und Sumatra haltend, durch breiter
angelegtes Feld der Hfl als bei der Assamrasse aber ausgedehnter
schwarz umgürtet als beim capeta @. Patria: Mal. Halbinsel.
Arhopala tounguva Sm. Bisher nur von Birma und nach
Bethune Baker von den Andamanen bekannt, wurde von mir
in Süd-Annam und Ost-Siam bei den Ruinen von Angkor ge-
sammelt.
Arhopala aeeta Niceville. Bisher nur aus Birma bekannt
und zwar nur in drei Exemplaren, wurde von mir in Südannam
in der Trockenzeit im Februar gesammelt.
Arhopala sacharja spec. nova. 0’ Oberseite A. oberthüri
Stgr. d' sehr ähnlich, aber von oberthüri ohne weiteres zu
unterscheiden durch einen langen schwarzen weissgespitzten
Schwanz. Grundfarbe heller blau als bei oberthüri und noch
etwas lichter wie bei A. ganesa Moore. Der schwarze Kostalrand
der Vfl etwa wie bei oberthüri, der Distalsaum aber schmä-
ler. Hfl am ähnlichsten jenen von ganesa Moore und dadurch
sofort von oberthüri, wie sie Bethune Baker und Swinhoe
abbilden, zu trennen. Unterseite: hellgrau, Vfl sehr ähnlich
jenen von oberthüri, aber mit grösseren und schwarzen statt
braunen Flecken in der Zelle. Die transzellularen Makeln eben-
falls grösser und die antiterminale Binde, welche ähnlich wie bei
oberthüri verläuft, in ihrem vorderen Teile im grauen Api-
kalfeld sich verlierend, während die beiden Makeln zwischen den
Medianen kräftiger angelegt sind. Hfl durchaus verschieden von
oberthüri, mit scharf hervortretenden schwärzlichen Wellen-
binden, ausserdem mit einer medianen Parallelbinde, die vom Kostal-
rand bis zur hinteren Radiale sich erstreckt. Drei kleine sub-
basale und vier grössere diskale Ringe vor der Flügelmitte. In
der Submarginalregion dann noch einige zarte schwärzliche
Spitzen. Patria: Süd-Annam, im Innern der Bai von Na-Trang,
am Fusse der Berge des Plateau von Lang-Bian gesammelt.
Arhopala phaenops termerion subsp. nova. 0’ und 2 klei-
ner als A. phaenops Feld. von Mindanao. < oberseits dunk-
ler und mit viel schmälerem schwarzen Distalsaum. Unterseite
gesättigter und mehr rotbraun als grau. Die Kettenstreifen
schmäler, schärfer, weiss umgrenzt. Die smaragdgrünen me-
tallischen Makeln der Hfl dunkler. 2 mit erheblich breiterem,
134 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
schwarzen Randgebiet der Oberseite, unten wiederum dunkler,
mit namentlich auf den Hfl prominenteren, reiner weiss um-
grenzten Bändern. Patria: Insel Bazilan, 2 So’ 1%, Flugzeit
Februar, Coll. Fruhstorfer.
Arhopala adatha sostrata subspec. nov. % oberseits
ähnlich dem A. phaenops % von Mindanao, aber mit brei-
terer schwarzer Randzone der Vfl. Hfl noch mehr verdunkelt,
so dass der blaue Fleck nur wenig über die Zelle hinaus vor-
dringt. Unterseite: in der Grundfärbung viel melır dem phae-
nops 2 von Mindanao genähert, als termerion von Bazilan,
doch ist die anteterminale grauschwarze Binde der Vfl fast dop-
pelt so breit wie bei den Philippinenrassen. Der metallische
Analfleck der Hfl ausgedehnter, aber heller grün als bei den
philippinischen phaenops-Rassen, reduzierter als bei adatha.
A. adatha Hew. von Ceram gegenüber ergeben sich folgende
Differenzen: Die schwarze Umrahmung der Vfl wesentlich ver-
breitert, noch mehr jene der Hfl, so dass das Basalfeld stark
eingeschränkt ist. Die Unterseite lichter grau, die Hfl führen
aber das Charakteristikum von adatha, nämlich eine nicht un-
terbrochene, nahezu vertikal verlaufende Medianbinde, welche,
wie alle übrigen Kettenbinden und Makeln, heller als beiadatha
erscheint. Patria: Süd-Celebes, Umgebung des Wasserfalls von
Maros, Nov. 1895 H. Fruhstorfer leg.
Arhopala malayica fundania subsp. nova. cd differiert von
A. malayica B. B. von Mindanao durch kleinere Gestalt, ge-
sättigter blau violette Grundfarbe der markanter schwarz um-
säumten Felder der Oberseite. @ nur wenig heller als das d’
und mit am Apex stark verbreitertem schwarzen Randgebiet.
Binden der Unterseite schlanker, geringer weiss umgrenzt. Flügel-
form etwas kürzer, gedrungener, im allgemeinen etwas rundlicher.
Patria: Ost-Java. 6 "d', 4 2? am Fusse des Tengger Gebirges
auf ca. 800 ;r Erhebung (H. Fruhstorfer leg.). West-Java 1 cd’,
Umgebung von Sukabumi ca. 600 m.
Arhopala irma spec. nova. cd habituell von der Grösse
der ansehnlichsten A. thamyras anthore Hew. der Nord-
Molukken. Der Flügelschnitt aber etwas spitzer, die Hfl schlan-
ker und dadurch mehr thamyras helianthes Sm. genähert.
Die Hfl von der vorderen Mediane ab entschieden verschmälert.
Die blauen Felder der Oberseite ebenso ausgedehnt wie bei den
Formen der Kollektivspezies thamyras L. Das Blau ist eben-
so intensiv glänzend und gleichartig hellleuchtend wie bei vor-
erwähnter Spezies, es fehlt indessen der eigentümliche apikale
violette Schiller.
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 135
Der schwarze Distalsaum ausgedehnter als bei thamyras,
proximal zwischen den Adern stumpf gezähnt. Die Adern selbst,
und zwar auf beiden Flügeln zart schwarz bereift. Die Schwänze
etwas kürzer als beithamyras, an ihrer Basis im schwarzen
Analsaum drei weisslichblaue Fleckchen.
Die Unterseite steht in gar keinem Konnex mit der tha-
myras-Gruppe. Sie ist allenfalls zu vergleichen mit A.canulia
Hew. ., Jedoch zeichnungsärmer. Auf den Vfl eine blaugraue Auf-
hellung zwischen der hinteren und der Sub-Mediana. Ein undeut-
licher schwärzlicher Fleck am Zellende und vier unregelmässig
untereinander stehende Intranervalflecken zwischen der vorderen
Radiale und der hinteren Mediane.
Hfl mit einem zellularen rundlichen und einem ebensolchen
kostalen und einem dritten Fleck, der zwischen der Zellwand und
der Submediane eingelagert ist. Am Zellapex ein länglicher
Streifen, dann eine postdiskale Binde aus sieben lose zusammen-
hängenden, unregelmässig gestellten Makeln zusammengesetzt.
Ferner eine submarginale Kappeubinde. Sämtliche Flecken und
Binden beiderseits weisslich umgrenzt. Im Analwinkel drei mar-
kante schwarze Flecken, die mit dunkelblauen, en glän-
zenden Schuppen überstreut sind. Patria: Obi, 1 d' Type Coll.
Fruhstorfer. Benennung zu Ehren meiner anmutigen Gattin.
Arhopala ariel Doh. Bisher nur von Ober-Assam „Mar-
gharita“, bekannt, wo sie mein grosser verstorbener Freund und
Reisekollege W. Doherty entdeckte, findet A. ariel ihre natür-
liche Fortsetzung auf Formosa in A. asakurae Mats. Ich
glaube somit gruppieren zu dürfen:
A. ariel ariel Doh. Assam.
A. ariel asakurae Mats. Formosa.
Arhopala azata pangeran subsp. nova. (Pangeran, Ehren-
titel javanischer hoher Beamter.) J oberseits kaum von A. azata
Nic. aus Nord-Ost-Sumatra verschieden. Die Unterseite dagegen
so erheblich modifiziert, dass ich lange Zeit glaubte, eine völlig
verschiedene Art vor mir zu haben. Zunächst sind alle Makeln
und Fleckenbinden über ein Drittel reduziert, dann fehlen die
weisslich grauen Submarginalbinden vollkommen, und die von
ihnen bei azata umschlossenen nierenförmigen Makeln sind nur
in Gestalt einer leicht angedeuteten braunen Schattenbinde vor-
handen. Des weiteren fehlt auch die grauweisse Peripherie aller
mattbraunen Zeichnungen, welche nur ganz schwach gelblich
grau umzogen sind. Auf der Unterseite der Hfl sind die metal-
lisch elänzenden Ornamente gleichfalls erheblich zurückgebildet.
136 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914,
Patria: Westjava, Umgebung von Sukabumi ca. 600 m Er-
hebung, 2 dd (H. Fruhstorfer leg.)
Arhopala eupolis philtron subsp. nova. c’ auffallend gross
und oberseits dunkler violett als A. eupolis Misk, welche mir
vom Cape York vorliegt. Das $ oberseits wie der J’ gefärbt und
von diesem nur durch die ausgedehnte braunschwarze Umrahmung
aller Flügel differierend, während das 2 von A. eupolis leb-
haft mit dem cd” kontrastiert durch ein helles wie bei A.
amantes Hew. und A. araxes Feld. glänzendes Blau. Un-
terseite gleichmässiger braungrau, ohne die weisslich purpurnen
Stellen, welche eupolis dekorieren. Patria: Yule Island 2
ST 2 22 Coll. Fruhstorfer. A. eupolis war bisher nur von
Queensland und den Key-Inseln bekannt. Es ist sehr wahr-
scheinlich, dass von A. eupolis zwei Zeitformen in Qeensland
vorkommen. Nämlich a) eine habituelle kleine mit sehr schma-
len braunen Binden der Unterseite, wie sie mir vom Cape York
vorliegt. b) eine ansehnlichere Form wie sie Bethune Baker
t. 1 f. 11 darstellt. Letztere ist mehr A. philtron genähert
und führt eine dunkler violette Oberseite und sehr breite Längs-
binden der Unterseite. (Generation der Regenperiode).
Arhopala mindanensis zilensis subsp. nov. cd” habituell
kleiner als A. mindanaensis B. B., der schwarze Distalsaum
beider Flügel, namentlich aber jener der Hfl eingeengt.
Unterseite heller grau, die weisslichen Partien in der Median-
region der Hfl prominenter, die subanalen, submarginalen Dop-
pelstreifen umschliessen schmälere braungraue Streifchen. Patria:
Bazilan, Februar, März. W.Doherty leg.
Arhopala morphina sidiecina subsp. nova. cd’ über ein
Drittel kleiner als die Figur 30 t. 11 von Bethune Baker, kleiner
auch als die Abbildung von A. morphina Dist. und ein d’
meiner Sammlung aus West-Sumatra.
Färbung der Oberseite nicht jenes unvergleichliche inten-
sive tiefe Blau, welches A. morphina in die lichten Höhen des
Ruhmes, eine der schönsten, wenn nicht die schönste Arhopala
zu sein, emporhebt, sondern mehr ein mattes dunkles Violett,
wie wir es bei Eryphanes reevesi von Brasilien finden. Hfl
mit erheblich schmälerem, kaum noch erkenntlichen schwarzen
Distalsaum. {$ in der Regel noch erheblich in der Grösse hin-
ter dem co’ zurückbleibend. Oberseite von jenem eigentümlichen
fahlen Blau, wie es Arhopala apidanus Cr. 2 führt. Apikal-
region der Vfl mit erweitertem, schwarzen Saum, der sich gegen
den Analwinkel zu stark verjüngt. Hfl mit relativ eingeengtem
gleichmässig breiten Randgebiet. Patria: Nord - Ost- Sumatra,
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 137
Montes Battak, August bis November 1 "52% Coll. Fruh-
storfer.
Arhopala sandakani aytonia subsp. nova. {etwa vom Ha-
bitus der A. apidanus Cr. 22. Flügelform jedoch sehr schmal,
dabei stark gerundet. Beide Flügel von einem ausgedehnten
schwarzbraunen Randgebiet umgeben. Basalfeld ungewöhnlich
hell, intensiv glänzend blau. Unterseite lichter graubraun, als
es die Figur von A. sandakani B. B. (P. Z. S. 1896 t. 31)
zeigt, der vierte Fleck der submarginalen Kettenbinde der Vfl
distal weit vorgerückt. Patria: Westjava, Umgebung von Su-
kabumi aus ca. 600 m Erhebung. Sehr selten, nur ein 9 in
Coll. Fruhstorfer.
Arhopala ammon chunsu subsp. nova. J’von A. ammon
Hew. abweichend durch erheblich verbreiterte schwarze Ver-
brämung der Oberseite beider Flügel, welche auf den Hfl fast
bis an die Zelle vordringt und somit nahezu zwei Drittel der
Oberfläche absorbiert. Patria: Nord-Ost-Sumatra, 19 JS auf
den Battakbergen, August bis Oktober, (Coll. Fruhstorfer). Name
nach dem Gotte Ammon, welcher mit Chunsu dem Mondgott und
Muth der Mutter Erde zu einer Trinität vereinigt war.
A. ammon hammon subsp. nova. dc habituell grös-
ser als A. ammon chunsu Fruhst. von Sumatra und A.
ammon Hew. von Singapore, die Flügelumrahmung schmäler
als bei der Sumatra-Vikariante, aber dennoch etwas breiter als
bei A. ammon ammonides Doh. von Birma. Unterseite
recht nahe ammonides und durch ausgedehnte weisse Felder
ebenso sehr von chunsu getrennt wie der ammonides genä-
hert. Patria: West-Java, Umgebung von Sukabumi. Sehr selten.
1 Z H. Fruhstorfer leg. Die Kollektivart A. ammon verteilt
sich jetzt auf folgende bekannte Rassen:
A. ammon ammonides Doh. Tenasserim.
A. ammon ammon Hew. Malaiische Halbinsel, Singapore.
A. ammon chunsu Fruhst. Nord-Ost-Sumatra.
A. ammon hammon Fruhst. Java.
Von Borneo dürfen wir ziemlich sicher noch eine A. ammon-
Form erwarten.
Arhopala birmana corthatha subsp. nova. J Oberseite dunkel,
aber intensiv blauviolett. Kostalsaum sehr schmal, Apikalpartie
etwas breiter, Analwinkel aber wiederum schmäler braunschwarz
umzogen als A. birmana Moore. Oberseite der Hfl von bir-
mana leicht zu separieren durch den analwärts erheblich ver-
jüngten Aussensaum. Patria: Hongkong, sehr selten.
138 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Louis Graeser T.
Am 9. Dezember 1913 ist in Hamburg nach längerem
Leiden der entomologische Hilfsarbeiter am Naturhistorischen
Museum in Hamburg, Louis Graeser, gestorben.
Die Lepidopterologen werden diesen Verlust schmerzlich
empfinden. Ist doch mit dem Verschiedenen einer der letzten
jener Forscher dahingegangen, denen wir die Aufschliessung der
ungeahnten Schätze der ostasiatischen Schmetterlingswelt im
vorigen Jahrhundert verdanken. Wie sein Name als erfolg-
reicher Sammler und Durchforscher jener Gebiete neben denen
von Maack, Radde, Christoph, Hedemann, den Gebrüdern Dörries
stets genannt werden wird, so ist er auch, gleichwie die Mene-
tries, Bremer, Staudinger und andere, auf immer mit der
wissenschaftlichen Bearbeitung jenes Faunengebietes verknüpft.
Ludwig Carl Friedrich Graeser — oder wie er sich selbst
nannte, Louis Graeser — war am 12. Februar 1840 in Dresden
geboren. Er erlernte in Halberstadt die Buchbinderei. 1864
bis 1871 arbeitete er als Gehilfe in Hamburg und wurde hier,
nachdem er inzwischen einige Jahre auswärts, u. a. in Wien
und Berlin zugebracht hatte, nach seiner Rückkehr 1875 als
Hilfspräparator am Naturhistorischen Museum angestellt; er war
schon damals ein tüchtiger Sammler, der die Fauna der Nieder-
elbe eifrig durchforschte und seine Beobachtungen über neue
Schmetterlinge der Hamburger Fauna in den Schriften des Vereins
für naturwissenschaftl. Unterhaltung zu Hamburg veröffentlichte.
Dann kam das wichtigste Jahr seines Lebens, 1881. Als
Sammler des Hamburger Grosskaufmanns Dieckmann jun. ging
er in diesem Jahre nach dem Amurgebiet, wo er dann bis zum
Jahre 1885 an verschiedenen Plätzen mit dem grössten Erfolge
gesammelt hat. Den Hauptteil seiner ausserordentlichen, reichen
Sammelergebnisse bildeten die Lepidopteren jener Gegenden, die
er dann in den folgenden Jahren in seinen wertvollen, für die
Schmetterlingskunde des Amurgebietes unentbehrlichen „Bei-
trägen zur Kenntnis der Lepidopterenfauna des Amurlandes“
(erschienen in der Berliner entomologischen Zeitschrift 1888 fi)
in wissenschaftlicher Bearbeitung aufgezählt hat. Das 30 Seiten
lange Vorwort zum ersten Teil seiner Beiträge schildert in an-
schaulicher Weise seine Sammelreisen im Amurgebiet, die ihn
von der Mündung des Amur, in deren Nähe bei Nicolajefsk die
Lepidopterenfauna schon einen ganz eigentümlichen nordischen
Charakter zeigte, über Chabarowska und Blagoweschtschensk bis
nach Pokrofka brachte, wo Schilka und Argun, die beiden grossen
Quellflüsse des Amur zusammenfliessen, sodass er das ganze
G. Warnecke. Louis Graeser 7. 139
Amurgebiet durchmessen hat. Die Zahl der von ihm be-
sprochenen Grossschmetterlinge — es befinden sich darunter
auch einige von anderer Seite ihm zugekommene Arten —
beträgt 1022 Formen, darunter 102 neue. Von den neuen
Tagfalterformen erwähne ich Argynnis iphigenia, Carterocephalus
dieckmanni, Argynnis oscarus v. australis und Parnassius felderi
v. atrata. Unter den neuen Bombyeiden finden sich die schönen
grossen Arten Lasiocampa dieckmanni, die nach Hampson aller-
dings mit der vorher beschriebenen japanischen subpurpurea
Butl. identisch sein soll, und Pyrosis idiota. Zahlreicher sind
die neuen Formen, die den übrigen Familien angehören.
Später hat Graeser noch Beschreibungen zentralasiatischer
Arten veröffentlicht, doch war er bald mit Rücksicht auf seine
Augen gezwungen, davon Abstand zu nehmen.
Unbestritten ist die Wissenschaftlichkeit aller seiner Arbeiten.
Im Jahre 1890 ist Graeser dann wieder in die Dienste des
Naturhistorischen Museums in Hamburg getreten und ist hier
als entomologischer Hilfsarbeiter, vor allem mit der Durch-
arbeitung und Ordnung der ansehnlichen Schätze an Makro-
lepidopteren beschäftigt, bis zu seiner Erkrankung zu Beginn
des Jahres 1913 tätig gewesen.
Sein äusseres Leben ist nach seiner Rückkehr aus dem
Amurgebiet ruhig verlaufen. Er ist unverheiratet gewesen.
Gewiss hat ihn das in mancher Hinsicht einseitig gemacht;
aber über die aus seinem Junggesellentum sich ergebenden
Eigenheiten konnte man hinwegsehen und musste diesem Manne,
der aus sich selbst heraus so viel geleistet und geschaffen hatte,
uneingeschränkte Hochachtung entgegenbringen. Ich habe den
Verstorbenen persönlich gekannt. Oft habe ich ihn im Museum
in Hamburg aufgesucht; unvergesslich und in lebhafter Erin-
nerung werden mir auch die Montagnachmittage bleiben, die
er einer alten Gewohnheit zufolge regelmässig im Hause seines
Freundes Fritz Dörries sen., meines verehrten Lehrmeisters in
der Lepidopterologie, in Altona-Bahrenfeld zubrachte, und an
denen ich öfter mit ihm zusammengetroffen bin; stets habe ich
bei der angeregten, die verschiedensten Gebiete berührenden
Unterhaltung die uınfassende allgemeine Bildung bewundert,
die Graeser auszeichnete, und von der er doch in der echten
Bescheidenheit des Wissenden niemals laut gesprochen hat.
Niemals hat er auch seine Erfolge in der Lepidopterologie
laut gerühmt. Nun mögen sie selbst für ihn sprechen und
seinen Namen nicht vergessen lassen.
Assessor @. Warnecke, Altona (Elbe).
140 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Bücherbesprechungen.
Entomologisches Jahrbuch von Dr. Oskar Krancher, Leipzig.
XXIII Jahrgang. Kalender für alle Insektensammler auf das Jahr
1914. Herausgegeben unter gütiger Mitwirkung hervorragender
Entomologen. Preis 1.60 Mk. Druck und Verlag von Franken-
stein u. Wagner, Leipzig 1914.
Zum 23. Male tritt dieser Kalender die Reise in die entomologische
Welt an. Er umfasst 212 Druckseiten und ist mit mehreren Textfiguren
und einer Tafel mit 5 Abbildungen von Sidemia zollikoferi Freyer aus-
gestattet. Die „Monatlichen Sammelanweisungen“ bringen die Fortsetzung
der fleissigen Arbeiten über Mikrolepidopteren von Dr. Ad. Meixner,
Graz und Dr. Meyer, Saarbrücken. Hieran reihen sich 21 weitere treff-
liche Arbeiten, deren Inhalt fast alle Insektenordnungen berührt. Bei-
spielsweise seien folgende Beiträge angeführt: „Veredelnder Einfluss der
Liebhaberei“ von C. Schenkling. „Winterfreuden“ von Fritz Hoffmann.
„Entomologische Studien im Winter“ von V. Wüst. „Die Sphingıden
Anhalts“ von Prof. M. Gillmer. „Lepidopterologica 1912* von Fr. Ban-
dermann. „Beitrag zur Makrolepidopterenfauna des oberen Murtals“ von
H. Kiefer. „Sidemia zollikoferi Freyer in Deutschland“ von Prof. M.
Gillmer. „Eine bewährte Art, Puppen zu überwintern“ von K. Mitter-
berger. „Käfersammeln mit Sieb im Spätherbste“ von Dr. @. Wradatsch.
„Aufzucht von Käferlarven“ von K. Dorn. „Aus der Wochenstube einer
Strepsipteren-Mutter“ von Alex. Reichert. „Die Neuroptera, Panorpatae,
Trichoptera, Dermatoptera, Orthoptera und Psyllidae Tirols“ vonProf. Dr.
v. Dalla Torre. „Hymenopterologica“ von H. Haupt. „Ueber Blattläuse“
von C. Schenkling. Ausserdem sind noch verschiedene kleinere entomo-
logische Berichte und Mitteilungen eingefügt. Diesen folgt eine längere
Reihe Literaturberichte von Dr. E. Krancher. Den Schluss bilden Ueber-
sichtstabellen der 1912 behandelten Plutellidae und Gelechiidae.
Entomologen und Naturfreunden sei auch der neue Jahrgang dieses
Kalenders angelegentlichst empfohlen.
A. Winckler.
Seitz, Prof. Dr. A., Die &rossschmetterlinge der Erde, Verlag des
Seitz’schen Werkes (Alfred Kernen) in Stuttgart. Palaearktische
Fauna: Lieferung M. 1.—; Exotische Fauna: Lieferung M. 1.50.
Von Zeit zu Zeit einen Bericht über den Fortschritt dieses grossen
Lieferungswerkes zu erhalten, dürfte selbst auch für diejenigen Leser
unserer Zeitschrift, die es beziehen, insofern willkommen sein, als es bei
dem Umfange, der Anlage und der Erscheinungsart des Werkes nicht
ohne einigen Zeitaufwand möglich ist, einen Ueberblick über die bereits
erschienenen Teile zu gewinnen. Seit unserer letzten Besprechung in
diesen Blättern (1912) hat das Werk wieder erfreulichen Fortschritt ge-
macht, wie aus folgender Uebersicht hervorgeht. Von der
Fauna palaearctica, von der Bd. I und II vollständig vor-
liegt, ist der ILI. Bd., enthaltend die eulenartigen Nachtfalter, bearbeitet
Bücherbesprechungen. 141
von Warren, Bogen 36—53 und 55 und 57 erschienen (Bogen 54 und
56 stehen noch aus), von der Tafelreihe 12—71 fehlen noch 13, 14, 16,
19, 21 und 22. Vom IV. Bd., Spannerartige Nachtfalter, bearbeitet von
Prout, ist weiter 1913 erschienen: Bogen 4—8, 11, 13, 15, 19 (fehlt
demnach noch Bogen 9, 10, 12, 14, 16, 17 und 18) und Tafel 1—10.
Fauna americana Bd. V. Tagfalter, bearbeitet von Fruh-
storfer, Jordan, Seitz, Röber und Lehmann ist von Bogen
44—57 gediehen, von Tafeln liegen vor: 1—92, 106—108, 121—132 und
139 (es fehlen noch 93—105, 109—120 und 133—138).
Bd. VI, Spinner und Schwärmer, bringt die von Strand be-
arbeiteten Castniidae und die von Jordan verfassten Zygaenidae Bogen
1—3 und 3b, mit den Tafeln 1—9.
Faunaindo-australica, Tagfalter, bearbeitet von Fruh-
storfer (u. a. die Gattungen Limenitis, Lebadea, Parthenos, Tanaecia,
Euthalia, Apatura, Hestina, von ihr ist Bogen 80—88 ausgegeben, mit
der lückenlosen Tafelreihe von 1—139.
Bd. X, Schwärmer und Spinner, bringt die Fortsetzung der Archiidae
von Seitz auf Bogen 14 mit den Tafeln 1—8, 10—12, 14—23.
Bd. XI, Eulenartige Nachtfalter, bearbeitet von Warren liegt vom
1. bis 12., 14., 17. bis 22., ferner der 24. und 26. bis 33. Bogen vor (fehlt
demnach 15., 16. und 23. Bogen).
Fauna africana Bd. XIII, Tagfalter, bearbeitet von Auri-
villius, findet in Bogen 31—38 und der lückenlosen Tafelreihe 47—62
seine Fortsetzung. Von Bd. XV, Eulenartige Nachtfalter, von Jordan,
ist bisher Bogen 1 und 2 und Tafel 1—4 erschienen.
Da ein Arbeiten mit den ungebundenen, teilweise noch lücken-
haften Lieferungen wenn nicht unmöglich, so doch sehr mühsam und
zeitraubend ist, so wird eine eingehende sachliche Kritik erst nach Ab-
schluss der Bände möglich sein. Der Eindruck, der aus Stichproben und
von der Durchsicht der prächtigen Tafeln gewonnen wird, ist derartig,
dass man der bereits von so vielen Seiten wiederholt ausgesprochenen
Anerkennung über die vorliegende enorme Arbeitsleistung aufrichtig zu-
stimmen kann. Sie ist nur mit einer seltenen Energie und Begeisterung
für die Sache soweit durchführbar gewesen, die auch aus dem Optimismus
des Herausgebers sprechen, der Januar 1914 schreibt, dass der Abschluss
des Werkes etwa in Jahresfrist erwartet werden darf. Wenn wir diese
Hoffnung, so sehr wir es auch wünschen, nicht mit ihm zu teilen ver-
mögen, so haben wir doch die Uebeızeugung, dass das Werk, einerlei,
ob es ein oder zwei Jahre früher oder später vollendet sein wird, ein un-
entbehrliches Hilfsmittel für alle Sammler und Museen darstellt, dem
seiner, in Anbetracht des Gebotenen beispielslosen Billigkeit wegen, die
weiteste Verbreitung zu wünschen ist.
H.
Oberthür, Charles, FEtudes de Lepidopterologie comparee, Fascicule
IX, 2. Partie, Rennes 1914.
Durch seinen manigfachen Inhalt, der aus 180 Textseiten, 21 Por-
traits von Lepidopterologen und 43 bunten Schmetterlingstafeln, aus,der
unübertrefflichen Hand Culots, besteht, wird dieser neue Band der Etu-
des bei jedem Lepidopterologen das wärmste Interesse erwecken. Für
die sich mit der exotischen Fauna beschäftigenden Leser ist zunächst der
Artikel des Herausgebers über die südamerikanischen Apatura-Arten
142 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
von Wichtigkeit. Durch ihre bei den meisten Männchen auftretende
blaugrüne Schillerfarbenpracht ist diese Gattung ebenso allgemein be-
kannt, als ihre Arten infolge Mangels exakter Abbildungen in den Samm-
lungen verkannt sind. Dieser herrschenden Verwirrung in der Nomen-
klatur der Arten hilft der Verfasser durch die Veröffentlichung von 40
Abbildungen von Apatura-Formen ab, die für immer den Ausgangs-
punkt weiterer systematischer Studien bilden werden.
Ein anderer Aufsatz von demselben Autor bringt Neuheiten aus
dem an interessanten Lepidopteren so reichen tibetanischen China, zumeist
aus Ta-tsien-lu, ein Gebiet, das den europäischen Sammlern so gut wie
verschlossen ist und bisher grösstenteils nur durch die Vermittlung katho-
lischer Missionäre entomologisch bekannter geworden ist. Neue Sub-
spezies von Papilio, Parnassius, Argynnis u Limenitis, eine
Reihe Lycaeniden-Arten, eine Saturnide (unter dem schwach begrün-
deten Gattungsnamen Desgodinsia) und 3 Notodontiden werden
aus dem Gebiete beschrieben und abgebildet. Von den „Lepidopteres
de la Californie“ gibt der Herausgeber die Fortsetzung des im I. Teil
von Band IX erschienenen Aufsatzes, der sich mit den von Boisduval
beschriebenen Argynnis-Arten befasst, von denen eine ebenso ausser-
ordentlich wichtige wie kunstvolle bildliche Darstellung gegeben wird.
— Für die mit Paläarkten sich beschäftigenden Lepidopterologen
werden die beiden Abhandlungen‘ von Prof. Standfuss über Hybri-
datin von Dilina tiliae und Smerinthus ocellata
und die weiteren „Erörterungen über Aglia tau und über einige
Ergebnisse aus Zuchtexperimenten mit dieser Art“ und der Aufsatz des
Herausgebers über Mutation und Aberration bei Aglia tau und Pseu-
dohazis hera von grossen Interesse sein, da eine Reihe neuer For-
men beschrieben und abgebildet wir. Mit Vergnügen wird man
schliesslich auch, wenigstens dem Bilde nach, die Bekanntschaft mit
einer Reihe von Lepidopterologen machen, deren Namen man oft ge-
lesen und geschrieben hat, ohne sich von ihrer äusseren Persönlichkeit
eine Vorstellung machen zu können. Auf der letzten Tafel finden wir
auch das Bildnis des verdienten Herausgebers selbst, der jüngst von der
Akademie der Wissenschaften in Paris für seine Etudes d’Entomologie und
Etudes de Lepidopterologie compar&e durch Verleihung eines Preises aus-
gezeichnet worden ist, eine Anerkennung seiner grossen Verdienste, die
alle lepidopterologischen Kreise mit Genugtuung erfüllen wird. M
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 143
Zur Synonymie des Genus Lycaena.
Von Prof. Dr. L. G. Courvoisier, Basel.
Einleitung.
Auf den folgenden Blättern übergebe ich der Oeffentlich-
keit das Ergebnis nomenklatorischer Studien, welche ich als
ausschliesslicher Lycaenidologe (sit venia verbo!) während der
2 letzten Jahrzehnte in meiner Mussezeit betrieben habe. Das-
selbe ist einerseits die Zusammenfassung, anderseits eine Er-
weiterung dessen, was ich seit 1910 in mehreren Publikationen
mitgeteilt habe. Dieselben hatten immer nur einzelne Lycae-
niden oder Gruppen von solchen (die europäischen Arten von
Chrysophanus, von Thecla, die Argusgruppe) zum Gegenstand
und beschäftigten sich absichtlich fast nur mit unklaren streiti-
gen Fragen.
Jetzt bringe ich eine Synonymie aller palaearktischen Arten
des Genus Lycaena im Sinn des Staudinger-Rebel-Katalogs 1901
und des Seitz’schen Werkes, also mit Einschluss der neuerdings
durch Tutt isolierten Genera Plebeius, Vacciniina, Aricia, Hirsutina,
Albulina, Latiorina, Agriades etc.; dagegen vorläufig mit Aus-
schluss der Genera Cyaniris, Chilades, Zizera, Everes, Tarucus,
Lampides ete., deren Synonymie später folgen soll.
Dazu bemerke ich Folgendes: da es unmöglich ist, bei einer
solchen Arbeit alle einschlägige Literatur zu erhalten, habe ich
mich auf das Erreichbare beschränken müssen. Immerhin haben
eigener Besitz, die liebenswürdige Aushilfe von Freunden und
die Benützung der hiesigen, an alten Werken, wie an neueren
Zeitschriften reichen öffentlichen Bibliothek es mir ermöglicht,
an mancher Quelle zu schöpfen; und was ich zitiere, habe ich —
bis auf ganz wenige Ausnahmen -— selbst in Händen und vor
Augen gehabt. Dadurch dürfte eine gewisse Zuverlässigkeit
meiner Angaben gewährleistet sein. (Druckfehler vorbehalten!)
Wo ich aber nicht ganz sicher war, ob ein Zitat zu der einen
oder anderen Form gehöre, habe ich es lieber nicht erwähnt.
So ist also aus verschiedenen Gründen dieser oder jener für
eine Form erteilte Name samt seinem Autor bei mir unberück-
sichtigt geblieben. Das mag damit entschuldigt werden, dass
mir die betreffenden Originalarbeiten unzugänglich waren.
Was die individuellen Aberrationen anbelangt, so habe ich
mir, um nicht endlos zu werden, gewisse Grenzen ziehen müs-
sen. Ich konnte z. B. unmöglich alle die Hunderte von Fär-
144 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
bungsabweichungen Tutt’s anführen. So habe ich mich haupt-
sächlich auf diejenigen beschränkt, welche entweder schon län-
ger bekannt, oder besonders eigentümlich, sowie auf diejenigen,
welche da und dort abgebildet sind.
Zur Sache selbst sei noch gesagt, dass meine Nomenklatur
und Synonymie vielfach anders lautet als in den grossen ver-
breiteten Werken. Das Quellenstudium, das leider heutzutage
von Vielen vernachlässigt wird, fördert eben gar manche Un-
richtigkeit zu Tage, die nach häufiger, kritikloser Wiederholung
schliesslich als Wahrheit anerkannt wird, aber trotzdem Un-
richtigkeit bleibt. — Immerhin gebe ich mich nicht für unfehl-
bar aus. Im Gegenteil bin ich für bessere Belehrung im Inte-
resse der Wissenschaft empfänglich und dankbar. Nur glaube
ich verlangen zu dürfen, dass allfällige Korrekturen sich auf
gründliche Nachprüfung meiner Angaben stützen.
Abkürzungen: Angeführte Literatur.
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Synonym: actisv. actinides Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890
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actis HSch. VL 1851 p.24 — Std. Cat. I. p. 6 No. 149 —
Kirby Cat. p. 370 No. 237 c.
Synonyma: a) atys (Kindermann) Ghd. 1853 p. 11 No. 36.
b) damon Var. Led. Hor. Ross. 1869 p. 81 — Std. Cat.
IT p. 13 No Al72E,
Bilder: HSch. F. 496—9 J U2U — GhdT.19 F. 3ab
2 — Led.1.c.T. IV. F.8 2 — Seitz T. 82a F.5 U.
Nebenform:athis Freyer. N. Btr. VI. 1852 p. 147. T. 573.
F.2.3‘& — Rühl p. 290 — Seitz p. 318. T. 82a. F. 4 J'.
admetus. Esper, Il. Suppl. p. 148 — Schnd. p. 248 No. 150. —
Borkh. I p. 167 No. 20 — Hübn. p. 47 No. 15 („unblauer
Falter‘) — Ochs. I P. 2 p. 50 No. 22 — Hübn. Verz. p. 68
Nr. 659 — Latr. NDict. p. 497 — Meig. p. 18. Nr. 23 —
Boisd. Gen. p. 12 No. 104 — Dup. Cat. p. 31 — Kef. p. 306
No. 187 — HSch. VI p. 25 — Ghd p. 13 Nr. 45 — Hein.
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160 — Std. Cat. I p. 6 Nr. 142 + Cat. II p. 13. Nr. 169
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I p. 9 No. 30 — Bramson p. 44 — Alph. Trs. E. S. 1891
p. 102 — Rühl p. 282 + 764 — Hofm. II p. 10 No.30 —
StdR. p. 87 No. 619 — Spuler p. 66. No. 35 — Seitz p. 316
— BRebel p. 72 No. 180 — Obth. 1910 p. 260 — Courr.
1910 p. 187,
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 153
Bilder: Esper T. 82 F. 3 g‘ (für © erklärt!) 2 2 (für g' er-
klärt) — Engr. Suppl. III T. VI F. 80 ab quart cd Q
(„argus capuein“) — Hbst. T. 314 F. 4—6 ZY U — Hübn.
F. 307—9 JQ U — Meig. T. 45. F. 6 ac g’U2 — Dup.
Hist. T.X. F. 6.795" U — HSch. F. 488-9 UQ — GhäT. 21
F.4a—cgJ'U2 — Hofm.IT.4 F. 10 9" — Spuler T. 17
F.1g' — Seitz T.8SleF.7.8sQ U.
Nebenformen:1. Transit. adrippertii. Rebel. Ann. Wien.
Mus. 1903 p. 192.
2. rippertii Boisd. Icon. p. 68 No.10 (eigne Art!) — Trtsch
X p. 62 — Boisd. Gen. p. 12 No. 105 — Dup. Cat. p. 31
— Kef. p. 305 No. 185 — HSch. VI p. 24 — Ghd. p. 13
No. 44 — Hein. p. 77 No. 114 — Std. Cat. I p.6 No. 143
— Berce 1867 p. 144 — BergeV. p. 21 No. 13 — Hofm. I
p- 9 No. 30 — Hofm. II. p. 10 No. 30 — Obth. XX p. 17
+ 1910 p. 257—261 — Elwes Trs. E. S. 1899. p. 326 —
Wheeler p. 80 — Courv. 1910 p. 187.
ar a) ripartii Freyer Btr. III 1830 p. 128 T. 133.
3 © (Bild unsicher!) — Std. Cat. II p. 13 No. 169 a —
Ran) p. 282 + 764 — StdR. p. 87 No. 619 a — Seitz p.
316 — BRebel p. 73.
b) ripperti Led. Wien. Mon. 1857 No. 31 — Spuler p. 66.
e) ripertii. Hübn. Geyer T. 194.
Bilder: Boisd. T. 16. F. 4-6 JPRU— (nec. aa) — Hübn.
Geyer F. 358-930 JQU — Ghd T. 2IF.3a—c (UP
Seitz DT, SLR F} 1.2 UP.
3. F.mithridates. Std. Hor. Ross. 1878 p. 247 + 1880 p. 66
(eigne Art!) — Rühl p. 283 + 764. — StdR p. 87 No. 620 —
Seitz p. 316 T. 81 f. F. 3.4 J'U — Courrv. 1910 p. 187.
4. F. fabressei. Obth. 1910 p. 260.
(adonis Schiff, 1776, — bellargus Rott. 1775)
aedon: Christoph Hor. Ross. 1876 p. 326 T. 5. F.3. j. —
Rühl p. 287 — Std. Iris 1899 p. 152 — StdR. p. 87 No. 617
— Seitz p. 316 T. 81 eF. 1 g‘.
(aegagrus Christoph 1873 F. v. dardanus Freyer.)
(aegiades Ghd. 1853 F. v. argus L.)
(aegidion Meisner 1818 F. v. argus L.)
(aegina Gr. Grsh. 1891 F. v. idas L.)
(aegon Schiff. 1776 — argus L. 1708)
(aegonides Bremer 1864 — cleobis Bremer 1861)
(aeruginosa Std. 1881 F. v. alexis Poda)
aestiva Std. 1871 F. v. medon Esper)
(aetnaea Zeller 1847 F. v. semiargus Rott.)
(agathon God. 1821 — amandus Schnd. 1792)
(agestis Schiff. 1776 nom. nudum. — medon Esper. 1777)
(agestor God. 1821 — escheri Hübn. 1805)
(agnata Std. 1836
(agraphomena Verity
(akbesiana Obth. 1904
(alaica Std, 1886
. christophi Std.)
. damon Schiff.)
. sephyrus Friv.)
. cytis Christoph)
4444
154
alaina:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
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1890 p. 368 — Rühl p. 231 + 751 — StdR. p. 77 No. 542
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Synonym: muzaffar Gr. Grsh. Mem. Rom. 1887 p. 399 +
alcedo:
alcon:
Mem. Rom. 1890 T.8F.7 g".
(albescens Cockerell 1887 b
(albicans Boisd. 1840 nom, nudum Formen v. coridon Poda)
(albicans Ghd. 1853 T. 31. F. 1 F. v. hylas Esper)
(albicans Auriv, 1888 F. v. medon Esper)
(albida Leech. 1892 F. v. atroguttata Obth.)
(albofimbriata Gillm. 1905 F. v. bellargus Rott.)
Christoph Hor. Ross. 1876 p. 233. T.5.F.3.4 4'Q
— Rühl p. 237 — StdR. p. 80. No. 562 — Seitz p. 304
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Fabr. Mant. p. 72 No. 683 + Ent. syst. DI 1. p. 293
No. 120 (nec alcon Schiff. nom. nud). Hbst IX p. 192 — Lang
1789 p.55 No. 472 — Syst. V. II p. 264 — Ochs I. 2 p.7
No. 2 — Latr. NDiet. p. 500 — Meisn. p. 87 — God. Ene.
p. 699 No. 236 — Wood. Ind. p. 245 — Boied. Gen. p. 13
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Wall. p. 232 — Gebr. Sp. p. 244 — Std Cat. I p. 6 No. 162
— Berce 1867 p. 149 — Kirby p. 374 No. 273 — Std. Cat.
I p. 14 No. 186 — Spgbg p. 45 No. 13 — Frey p. 22 —
Killias p. 21 — Hofm. I p. 10 No. 42 — Rühl p. 304 +
168 — Bramson p. 46 — Hofm. II p. 11 No. 42 — Caflisch
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No. 644 — Rgmt p. 23 — Wheeler p. 20 — Spuler p. 68
No. 47 — Seitz p. 320 — Obth. 1910 p. 336 — Berge Rebel
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Ztschr. Fkft. 1911 p. 217—8 — Wagner Ent. Mittl. 1913
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Bynonyma: a) arcas Esper I p. 333 — Schnd. p. 262 No.
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b) diomedes Borkh. I. p. 169-+281; II p. 233 — Hein.
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c) euphemus God. Hist. 1821 p. 221 — Lucas p. 39.
d)euphemus Var. Boisd. Ind. p. 13.
Bilder: Esper T. 34. F.4.5 499 — Bestr. T. 57. F.7.8%
U (für 5’ erklärt!) T. 59. F. 1.2 g' U — Hbst. T. 311. F.
6—8 J U2 — Hübn. F. 263-5 J' U 2 („hochblauer
Falter“) — God. Hist. T. 11 secd. F.6 9; T. 11 quart. F.
3 U (le „Protee“) — Meig. T. 43. F. 3a-e U —
Boisd. Icon. T. 13. F, 1-3 J 2 U — Lucas T. 26. F. 69
— Wood Ind. T. 53. F. 16 ag‘ — Ghd. T. 32. F.5 a—c
d' U 2 — Hofm. I.T. 4. F. 20 J' — Hofm. II T.6 F. 14
b g' a 2 (Geschlechter verwechselt!) — Spuler T. 17 F. 17
4 35 — Seitz T. 83. F. 1.2 JQ — BRebel T. 14 F. 20
a .
Nebenformen: 1. (alconoides Kef. 1851 p. 307 —
nomen nudum!)
2. F.Q@ nigra Wheeler p. 21 — BRebel p. 75. — Vor-
brodt p. 155.
= —
alexis:
Prof. Dr. L.G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 155
3. F. monticola StdR. p. 90 No, 644 a — Spuler p. 68.
— Seitz p. 320 — BRebel p. 75.
4. F. rebeli Bschko JBen Wien 1904 (S. A.) T. IL. F. 1, 2
"2 — Seitz 1. ce. — BRebel l. ce. — Kiefer Int. E. Z. Gub. 1913
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5. F.(aberr.)cecinae Horm. Vhdl. zool. bot. Wien 1897 p,
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Spuler p. 68 — Seitz p. 320 — BRebel p. 75.
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197—8 — Vorbrodt p. 152—4 No. 163 — Tur. Bull. Ital.
1911 p. 260 — Perlini Lomb. 1912 p. 71.
Synonyma: a) cyllarus Rott. Naturf. VI 1775 p. 20 Nr.7 —
Esper I p. 334 — Bgstr. III p. 11 — Fabr. Mant. p. 72 No.
685 — Borkh. I p. 1764283; II p. 234 — Linne-Gmelin
I. V. p. 2347 No. 750 — Schnd p. 267. No. 166 — Lang.
1789 p. 56 No. 483 — Fabr. Ent. syst. III. 1. p 294 Nr.
132 — Prunn p. 60 No. 116 — Ochs. I. 2. p. 12 No.5 —
Latr. NDict. p. 501 — Meisn. p. 87 No. 8 — God. Ene. p.
702 No. 244--Hist. p. 222. — Meig. II p.6 No. 6 — Boisd.
Ind. p. 13 — Schott p. 75 No. 91 — Boisd. Gen. p. 13
No. 111 — Dup. Cat. p. 31 — Bertol. p. 32 — Kef. p. 306
No. 194 — MDür p. 95 No, 58 — Ghd. p. 9 No. 20 — Wall.
p. 233 — Gebr. Sp. p. 246. — Hein. p. 73 No. 102 — Std.
Cat I. p. 6 No. 158 — Berce 1867 p. 148 — Std. Cat. II
p. 14 No. 182 — Kirby p 373 No. 265 — Spgbg. p. 56 No.
7 — Berge V. p. 21 No. 6 — Killias p. 21 — Frey p. 21
— Hofm. I p. 9 No. 39 — Bramson p. 44 — Rühl p. 300
+ 767 — Caflisch p. 10 No. 21 — Hofm. II p. 11 No. 39
— Obth.XX p.16 — Reutti p. 24 No.49 — Favre p. 23 —
StdR. p. 89 No. 638 — Rgmt. p. 23 — Wheeler p. 26 —
Spuler p. 68 No, 45 — PImh. p. 28 — Seitz p. 319 — Obth.
1910 p. 308—312 — Courv. 1910 p. 197—9 — BRebel p. 74
No. 186 — Rehfous Bull lep. Geneve 1913 p. 233—250 —
Eckstein p. 108.
b) syllarus. Berce 1884 p. 19.
c) damaetas Schiff p. 183 No. 7 („Wirbelkrautfalter — Fem.
alexis Poda“) — Schrank. II, p. 211 — Hübn. p. 45 No. 6
+ Verz. p. 67 No. 647.
d) bronte. Bgstr. III p. 13.
Bilder: Esper T. 33. F. 1.2 2 — Engr. T. 41 a
U — Bgstr. T.56 F.7.8g' U; T.5 36.8.1.22 0 - Hbst T.309.
F.7—-9 Nr Hübn. F. 266— ad T.11F.3 4;
T. 11 quart. F. 3 g' — Meig. T. 46 F. 2a ad DUAU-
156 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Berce 1884 T. 3 F. 24 2 (angeblich ') 233U — Ghd.T. 15
F.3 a—c JUQ — Hofm. 1. T. 4 F. 18abZ® — Hofm.
II T.6 F.11.ab 2. — Spuler T.17 F.16 ab JR — Seitz
T. 82 £. F.5—7 JR U— BRebel T. 14 F. 19 be? —
Eckstein T. 16. F. 2b d'.
Nebenformen: 1. tristis Ghd.p.9 No. 22 T. 15 F.4ab J U
— MDür p. 97 — Std. Cat. I p. 6 No. 159 a — Std. Cat.
I. p. 14 No. 182 a („vix nom. conserv.“) — Kirby p. 373
No. 265 a. — Rühl p. 301+768 — StdR. p. 89. No. 638 —
Wheeler p. 26 — Seitz p. 319 — BRebel p. 74 — Courv.
1910 p. 199 — Cat. Lep. Geneve p. 32 — Vorbrodt p. 153.
2. F. aeruginosa Std. Stett. E. Z. 1881 p. 225 — Rühl p.
301 + 768 — Nicholl & Elwes Trs. E. S. 1901 p. 95. —
StdR. p. 89 No. 638 ce — Spuler p. 68 — BRebel p. 74 —
Seitz p. 319 — Courv. 1910 p. 199 — Stichel Ztschr. wiss. Ins.
Biol. 1911 p. 112 — Wagner Ent. Mittl. 1913 p. 285.
3. F. blachieri. Mill. Ann. France 1887 p. 215. + Icon. T.
108. F, 5.6. f U + Ann. France T.5 F.3.9. 2 U—
Rühl p. 301 + 768 — Agassiz p. 240 — StdR. p. 89 No.
638 a — Wheeler p. 26 — Spuler p. 68 — Seitz p. 319. T.
82 g. F. 1.2 JR — BRebel p. 74 — Courv, 1910 p. 198
— Cat. Lep. Geneve p. 32 — Vorbrodt p. 153.
4. F.? andereggii Rühl Soc. ent. 1891 p. 51 — Agassiz p.
240 — Favre p. 24 — StdR. p. 89 No. 638 — Wheeler p.
27 —Seitz p. 319. T. 82 g. F. 1 — BRebel p. 74 — Obth.
1910 p. 311 — Courv. 1910 p. 198 — Vorbrodt p. 153.
5. F. lugens. Caradja Iris 1893. p. 177 + ib. 1895 p.4l
— Rühl p. 768 — Horm. Vhdl z. bot. Wien 1897. p. 19 —
Favre Suppl. p. 5 — StdR. p. 89 No. 688 b — (Wheeler
p. 26?) — Rebel Ann. Wien. Mus. 1913 p. 194 — Spuler p.
68 — Seitz p. 319. T. 82 g. F.4.5 JR — Courv. 1910 p.
199 — (Vorbrodt p. 153?) — Rebel Ann. Wien. Mus. 1911
p. 305.
6. F. laetifica Püngeler Soc. ent. 1898 p. 57 + Iris 1899
p. 95 (eigne Art?) — StdR. p. 89 No. 638d — Seitz p. 319.
7. F. alpina Tur. Ver. Bull. Ital. 1911 p. 260.
8. F. latimargo. Courv. Ent. Mittl. 1913 p. 294 — Rebel
Ann. Wien. Mus. 1911 p. 305.
9. F.2schneideri Strand. Arch. f. Math. og. Naturvidens-
kab. XXV. 1903 p. 4. —
Synonym:F.caerulea Courv. Ent. Mittl. 1913 p. 293.
10. F.2 punctata Muschamp Bull. Geneve 1908 p. 264 —
Courv. 1903 p. 23.
11. F.(aberr.) dimus Bgstr. II p. 71 — (Bellier Ann. France
1853 p. 308) — (Obth. XX p. 16) — (Stef. p. 55) — Seitz
p- 2 — Courv. 1910 p. 199 — BRebel p. 74 — Vorbrodt
p- {
Synonyma:a) dymus Borkh.Ip. 177 p. II 234 — Cat.
Lep. Geneve 1910 p. 32.
b) phobos Bgstr. III p. 11.
c) paucipuncta Courv. 1907 p. 7A — MDür p. 96 —
Courv. 1910 p. 199 + Iris 1912 p. 63.
Bilder: Esper T. 33 F. 2 2 — Bgstr. T.43 F.7.8S 2 U
(„dimus“) T.54. F.7T. 8 2 U („phobos“) — Hbst T. 309. F,
allardii:
Prof. Dr. L.G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 157
10. 11. Q U („dymus“) — Ghd. T. 15 F.3b 2 — Meig.
T. 46. F.2 ce U— Berge I. T. 29. F. 14 b. 2 — Obth. XX
T..8. E22 8.
12.F.subtus-impunctata Obth.XX p. 16. T.3. F.21J' —
Courv. 1910 p. 199 („caeca“) + Iris. 1912. T. 5 F. 29 d".
13. F. subtus — radiata Obth. XX p. 16 T. 3. F. 23
cd‘ — Favre Suppl. p. 5.
Synonym: F. (disco —) elongata Courv. 1907
p. 34 1910 p. 199 + Iris 1912 p. 47.
(alexis Var. 1Scop. 1763, nom. praeocc. — medon Esper 1777)
(alex. Var.2.3Scop. 1763, nom. praeocc. — icarus Rott. 1775)
(alexius Freyer 1858 — thersit. Canten. 1834?)
Obth. Pet. Nouv. ent. 1874 Ip. 412 + Etud. IX.
1884 p. 35 T. 3 F. 16 2 — StdR p. 79. No, 553. („sephyri
Friv. f. Darwiniana?“) — Seitz p. 308 T. 78i.F.492 —
Obth. 1910 p. 225.
(alpestris Freyer 1852 F. v. damone Evs.)
(alpina Berce 1867 F. v. idas L.)
(alpina Courv. 1910 F. v. argus L.)
(alpina Tar. 1911 F. v. alexis Poda)
(alsa Berge 1842 ur
(alsus Esper 1782 } I U)
amandus(a)Schnd. N. Mag. f. Liebh. d. Ent. IV 1792. p. 423 —
Hbst. IX p. 222-4 — Hein. p. 81 No. 124 — Berce 1867
p. 141 — Std. Cat. Ip.5 No. 135 + Cat. II p. 12 No. 162
— Berge V p. 22 — Hofm. Ip. 24 No.8 — Killias p. 20 —
Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 889 — Bramson p. 54 — Rühl p.
272 + 762 — Hofm. II p. 10 No. 24 — Elwes Pr. Z S.
1899 p. 326 — Favre p. 19 — StdR. p. 85 No. 607 —
Wheeler p. 23 — Spuler p. 65 No. 29 — Seitz p. 313 —
BRebel p. 70 No. 174 — Vorbrodt p. 141 — Perlini 1912
p. 67 —
Synonyma: a) amantus Hübn, 1805 T. 59.
b) icarius Esper. Suppl. II 1783 p. 35 — Ochs. I. 2 p.
37 („der ältere Name amandus als adjectivum nicht zu ge-
brauchen!“) — Hübn. Verz. p. 68 No. 667 — Meisn. p. 87
— Meig. II. p. 15—6 — Boisd. Ind. p. 12 + Icon. p. 50
— Lucas p. 36 — Boisd. Gen. p. 12 No. 93 — Dup. Cat.
p. 33 — Berge II p. 156 No. 29 — Kef. p. 309 No. 212 —
Ghd. p. 17 No. 77 — Wall, p. 227 — Gebr. Sp. p. 236 —
— Spgbg. p. 26 — Frey p. 18.
c) corydon Becklin (Thunberg) Diss. ent. 1791 p. 39.
d) agathon God. Enc. p. 695 No. 229 — Boisd. Gen. p.
12 No. 98 — Dup. Cat. p. 33.
Bilder: Esper T. 99. F.4 f' — Hbst. T. 313 F. 10-12 J'9
U — Hübn. F. 283—5 JP U („sattblauer Falter“) + F.
752-3 J' U — Meig. T. 45. F. 1 ab ZU — Boisd.
Icon. T. 12 F. 1-3 Z U®R — Dup. Hist. Suppl. T. 11 F.
1.2‘ U. — Lucas T. 25 F.5 J — Berge II T. 33. F.
12 9‘ — Ghd. T. 29 F. 4a—c gJ' U% — Hofm. IT. 4F.
158
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
4 d. — Hofm. IIT.5F.20 ab JP — Spuler T. 16 F. 18b
dag. — Seitz T.8SO h.F. 1.2 gJ' U
Nebenformen: 1. F. orientalis Std. Hor. Ross. 1875 p.
244 — StdR. p. 85 No. 607 b — Seitz p. 313 T. 80 h.F. 3
dg — BRebel p. 70 — Wagner Ent. Mittl. 1913 p. 253.
2. F.argentea Lampa Ent. Tidskr. 1885 No. 14 — Seitz
l. c. — BRebel I. c.
3. F. amata Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p. 403 — Rühl p.
273 — StdR. p. 85 No. 607 c — Seitz p. 313. T. 80 h F. 6‘.
Synonym: F.turensis Rühl p. 762.
4. F. amurensis. Std. Mem. Rom. 1892 p. 162 — Herz
Iris 1899 p. 238 — StdR. p. 85 No. 607 d — Seitz p. 313
IE SOIhFERT AU:
5. F.1ydia Krul. Berl. E. Nachr. 1892 p. 97 — StdR. p. 85
No. 607a — Rühl p. 273 — Spuler p. 65 — Seitz p. 313,
T.80h.F.3 g.
Synonym: F, amycus Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p.
405 (nom. nudum).
6. F.abd-el-aziz Blachier. Ann. France 1908 p. 218.
7. F.hispelis. Fruhstf. Soc. ent. 1910 p. 47.
8. F. isias Fruhstf. 1. c.
9. F.lJibisonis Fruhst. Soc. ent. 1911 p. 96 — Ramme
Berl. E. Ztschr. 1911 T. 2 F. 3.
10. F. (aberr) stigmatica Schultz. E. Z. Gub. 1906.
p. 214 — Seitz p. 313.
Synonym: Ab. amandina Krul. Soc. ent. 1908 No. 2
p. 11 — BRebel p. 70.
ll. F. 2 eyanea Aigner Ann. Hung. 1906 p. 516 — (Hübn.
T. 159. F. 284.)
Synonym: a) F. azurea Blachier Ann. France 1908.
p. 218.
b) F. caerulea BRebel p. 70.
12. F. (aberr.) caeca Gillm. Soc, ent. 1904 p. 180 —
Stange Macrolep. v. Friedland 1901 p. 4 — Leonhardt E. Z.
Gub, 1904 p. 54 + 1905 T. XVI. F. 1 g".
13. F. (aberr.) confluens (Schrenk) Slevogt. Arb. Ver.
Natf. Riga. 1910. 2. p. 49.
(amoena Schultz 1904 2 F. v. icarus Rott.)
(amor Std. 1886 ? F. v. tithonus Hübn.)
(amphion Esp. 1780 — baton Bgstr. 1779.)
(amphion Fabr. 1793 F. v. idas L.)
anisophthalma: Kollar Denkschr. Akad. Wien. 1850 p
51 — Christoph Hor. Ross. 1877 p. 199 — Rühl p. 240 —
StdR. p. 80 N. 568 — Seitz p. 305 T. 79 c. F.1.2 2 U.
Synonym panagaea f. arsacia Led. Hor. Ross. 1869
anteros:
DT 1A. FR. 9 gr ab asTep 9.
Freyer NBtr. III. 1839 p. 101. — Boisd. Gen. p.
11 No. 88 — Dup. Cat. p. 32 — Kef, p. 308. No. 206 —
Std. Cat. I p. 5 No. 129 + Cat. II p. 11 No. 157 — Kirby
p. 364 No. 207 — Christoph Hor. Ross. 1877 p. 200 —
Hofm. I p. 8 No. 20. — Rühl p. 263 -+ 759 — Hofm. II.
p- 9 No. 20 — Bramson p. 49 — Nicholl & Elwes Trs.
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 159
—
E. S. 1901 p. 92 — StdR. p. 84 No. 596 — Spuler p. 64
No. 26 Seitz p. 310 — BRebel p. 69 No. 170.
Bilder: Freyer T. 265. F. 1‘ — HSch. T. 3. F. 16. 17 g' U
— Gh@a T. 26 F. 5 a—c J‘ U®P — Hofm. I T.5.F, 17 g'
— Spuler T. 16 F. 15 J' — Seitz T. 80 c. F. 4—6 JQRU.
Nebenformen: 1. F. erassipuncta Christoph Iris 1893
p. 86 — Rühl p. 759 — StdR. p. 84 No. 596 a — Nicholl &
Elwes.l. c. p. 92 — Seitz p. 311 -— BRebel p. 69.
2. F. pupillaris Aigner. Rov. Lapok IX. p. 193 — Seitz
l. ce. — BRebel I. c.
3. F. albata Courv. F. nova (subtus alba).
anthracias: Christoph. Hor. Ross. 1877 p. 239. T.5.F. 12 4’ —
Alph. Lepid. Kouldja 1881 p. 52 — Rühl. p. 254 + 757 —
StdR. p. 80. No. 571 — Seitz p. 305 T. 79d46.7 gg U.
(aquila Ghd. 1853
(aquilina Std. 1901
(aquilo Boisd. 1832 Formen vy. rustica Edwds.)
(aquilo Auriv. 1890
(aquilonia Wheeler 1903
arcas: Rottbg Naturf. VI. 1775 p. 25 No. 13 — Borkh
I p. 169 + 281 — Hein. p. 74 No. 106 — Std.Cat I. p. 6.
No. 165 — Berce 1867 p. 150 — Std. Cat. II p. 14 No. 189
— Kirby p. 375 No.278 — Berge V. p.20 No.1 — Jenner
p. 294 — Hofm. I p. 10 No. 45 — Bramson p. 44 — Hofm.
Hp. 11 No. 45 — Rühl p. 309 + 770 — Reutti p. 24 —
StdR. p. 90 No. 468 — Wheeler p. 20 — Spuler p. 69
No. 50 — PlImh. p. 29 — Seitz p. 321 — BRebel p. 76
No. 191 — Cat. Lep. Geneve p. 33 — Obth 1910 p. 335 —
Vorbrodt p. 155 No. 166.
Synonyma: a) erebus Knoch. 1782 p. 98 — Esper Suppl.
I p. 44 — Fabr. Mant. p. 72 No. 682 + Ent. syst. III Ip.
293 No. 119 — Gmelin-Linne p. 2347 No. 747 — Lang
1789 p. 56 No. 476 — Schnd. p. 264 No. 163 — Ochs. 1].
2. p. 10 No. 4 — Hübn. p. 44 No. 1 + Verz. p. 67 No.
648 — Latr. NDict. p. 500 — God. Enc. p. 700 No. 238 —
Meig. II p. 4 No. 4 — Boisd. Icon. p. 77 — God. Dup.
Suppl. I p. 79 — Boisd. Gen. p. 13 No. 115 — Dup. Cat.
p. 31 — Berge II. p. 153 — MDür p. 97 No. 61 — Ghd.
p. 19 No. 93 — Gebr. Sp. p. 246 — Frey p. 23 — Rgmt. p. 23.
Dan lioue g, nausithoö & Bgstr. II 1779. p.
70—1.
ec) arion Latreille Enc. meth. XXVI. 1830 T. 50.
Bilder: J. C. Schäffer Icon. T. 185 F. 1.2 «' U — Esper T.
101 F.1.29 U — Engr. T. 40 FE. sb aaQ U —
Bgstr. T. 43 F.1-3 9% U — Knoch. T. 6. F. 1. 2Q U. —
Hbst. T. 309 F.4—6 52 U — Hübn. F, 260—2. JR U. —
Meig. T. 43 F.4a—c YQ U — Latr. ]. c. T. 50 F. 2. 2 bis
g' U — Boisd. Icon. T. 11. F. 4-6. 2 U Z' — God. Dup.
T.123F.1.2g9U— Ghd. T.33 F.2a—cgd U2 —
Berge II T. 33. F. 15‘ — Hofm. I. T.4 F.23 Sf‘ — Hofm.
IT.6F.17abgQ — Spuler T. 17 F. 19 ab JQ —
Seitz T. 83e F, 6. U — BRebel, T. 14. F. 23 U.
160
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Nebenformen: 1. F.minor Frey. Mitth. schweiz. 1882 p. 362
argali:
argus:
(nee Rätzer!) — Rühl p. 770 — StdR. p. 90 No. 648 —
Wheeler p. 20 — BRebel p. 76 — Cat. Lep. Geneve 1910
. 83.
b. F.lucida Geest. Allg. Z. f. Ent. VIII p. 314 — Seitz p.
821 — BRebel p. 76.
8. F. (subtus) inocellata Sohn Soc. ent. 1893 p. 77
— Gillm. E. Z. Gub. 1904 No, 1 — Seitz p. 321 — BRebel
p. 76 — Obth. 1910. p. 335 — Courv. Iris 1912 p. 62.
4. F. 1ycaonius Schultz E. Z. Gub. 1904 p. 94 („alis
supra impunctatis“) — Courv. Iris 1912 p. 62. (nec Seitz
p. 321!) Seitz T. 83. e F.5 og".
(Synonym : lucida Geest’?)
(arcas Esper 1777 nom. praeocc. G alcon Fabr, 1787)
(arctophonus Bgstr. 1779 \ : 5
(arctophylax Bgstr. 1779 ? v. euphemus Hübn.)
Elwes. Trs. E, S. 1899. p. 328. — StdR. p. 89 No. 641
— Seitz p. 320,
(argellus Tur. 1911 F. v. idas L.)
(argentea Lampa 1886 F. v. amandus Schnd.)
(argentea Obth. 1896 F. v. bellargus Rott.)
(argester Bgstr. 1779 — hylas Esper 1777)
(argiades Esper 1777
(argiades Fabr. 1787 jolas Ochs. 1816)
(argianus Dalman 1816 semiargus Rott. 1775)
(argiolus Füssl. 1775 nom. praeocc. — semiargus Rott. 1775)
argus L. 1758)
III
(argiva Std. 1886 v. idas L
(argopoeus Bgstr. 1779 semiargus Rott. 1775)
(argulus Frey 1880 F, v. idas L.)
Linne Syst. Nat. Ed. X 1758. p. 483 No. 152 +
F. svec. Ed. II. 1761 p. 283 No. 1074 — Hufnagel Berl. Mag.
f. Liebh. d. Nat. Gesch. 1766 p. 72 No. 29 — Fabr. Syst.
1775 p.525 No. 346 — Lang 1782. p. 33 No. 262 — Schnd.
p. 254 No. 153 — Fabr. Mant. p. 74 No. 690 — Gmelin-
Linne p. 2347 No. 232 — Fabr. Ent. syst. III. 1. p. 296 No.
128 Var. — Laspeyres Illig. Mag. 1805 p. 65 — Wall. p.
206—7 — Kirby Cat. p. 357 No, 145 — Spgbg p. 30 No. 8
— Schöyen Ent. Tidskr. 1882 p. 33—62 — Speyer Stett. E.
Z. 1882 p. 379—381 — de Vos Tijdschr. f. Ent. 1897 p. 229
—237 — StdR. p. 77 No. 543 — Wheeler p. 42 — Spuler
p- 60 No. 8 — Seitz p. 300 — Tutt III. 1909. p. 164—248
— Chapm. Trs. E. S. 1909 p. XV etc. — BRebel p. 66 No.
159 — Courv. 1910 p. 66 etc. + Int. E. Z. Gub. 1912. No. 31
—38 — v. Linstow Iris 1913. p. 1-8 — Schulze Int. E. Z.
Gub. 1913. No. 31 — Courv. ib. 2913 p. 63—4 — Verity J.
Linn. S. Zool. 1913. p. 183—9 — Courv. Int. E. Z. Gub. 1913
p. 112—3.
Synonyma:a)(sylvius Podap. 77 No. 44?) — Wnbg Ip. 295
b) aegon Schiff. 1776 p. 185 No. 15 („Geisskleefalter“) —
Müller-Linnd 1774 p. 625 No. 232 („Silberauge“) — Schnd. p.
Prof. Dr. L.G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 161
252 No. 154— Gmelin-Linne p. 2348 No. 2327 — Lang 1789
p. 55 No. 458 — Jung 1791 p. 10 — Syst. V.II p. 273 — Hbst
IX p. 239—243 — Hübn. p. 50 No. 24 — Ochs 1. 2. p. 57 No.
25 — Hüb. Verz. p. 69 No. 671. — Latr. NDiet p. 497 — Meisn.
p- 83 — God. Enc. p. 685 No. 213 + Hist. p. 217 — Meig.
p. 31 No. 38 — Schott p. 82 No. 109 — Freyer NBtr. II
p- = — Lucas p. 33 — Boisd. Gen. p. 10 No. 76 — Dup.
Cat. p. 32 — Bertol. p. 36 No. 11 — Berge II p. 156 No.
32 — ” Kof. p. 310 No. 224 — MDür p. 65—8 — Ghd p. 13
No. 5l — Gebr. Sp. p. 233 — Hein, p. 84 No. 132 —
Westwd. p. 114—5 — Stainton p. 119 — Berce 1867 p. 133
— Newman p. 119—121 — Std. Cat. II p. 4 No. 105 —
BergeV. p. 23 No. 30 — Jenner p. 294 — Frey p. 14 —
Speyer Stett. E. Z. 1882 p. 8379—381 — Bramson 3 52 —
Rühl p. 2324751 — Caflisch p. 7 — Obth. XX. p. 28 —
de Vos 1. e. p. 229—237 — Elwes Trs. E. S. 1899 p- 323
— Stef. Cat. p. 48 — Rgmt p. 20 — Obth. 1910 p, 172-—
211 — Courv. 1910 p. 89—94 — Vorbrodt p. 126—9 No.
141 — Tur. 1911 p. 248—253 — Perlini 1912 p. 62 —
Courv. Int. E. Z. Gub. 1912 No. 31—38 + ib. 1913 p. 112
—3 — Ribbe Iris 1912. p. 184—5.
c) alsus. Esper Suppl. II. 1782 p. 46.
d) alsa Berge I. 1842 p. 91.
e) argiades Esper. Suppl. II. 1782 p. 49.
f) argyrotoxus. Bgstr. II. 1779. p. 77 — Borkh. I p. 154
— Std. Cat. II p. 10 No. 232 — Christ 1878, p. 372 —
Hofm. I. p. 7 No. 6 — Gräser Berl. E. Ztschr. 1883 p. 76
— Hofm. H. p. 8 No.6 — Reutti p. 22 — Favre p. 15 —
P: Imh.‘p: 125.
g) argyra Bgstr. I. 1779. p. 78.
h)argyrophalara Bgstr. III. 1779 p. 10.
Bilder: Esper T. 01F.3gJ4%5 cd‘ — Engr.T. 40. F. 85
ed g' U („Argus bleu violet“) — Bgstr. T. 47 F. 3. 4. J'
U5.69Q U: T.54.F.1.22 U — Hobst. T. 315. F. 4-6
a®R U — Hübn. F.313—5 Z2 U — God. Hist. T. 11 secd.
F. 49‘ — Meig.T.49. F.6a—c J'Q U — Freyer T. 175. 5"
U — Lucas T. 24 F.7 g‘ — Berge II T. 33. F. 15 d' —
Ghd. T. 23 F. 2 a—c J U2R — Newman p. 119 (3 Text-
bilder) — Berce 1884 T. 3 F. 10 9 — Hofm. I. T.3 FE.
24 d‘ — Hofm. I T.5. F. 3 ab JQ — Kirby Lloyd’s Nat.
Hist. II. 1896. T. 46. F. 4. Bi ‘d' U — Spuler T. 16 F. 1 ab
Zee Te E18 U; ENG; eER6 G
— Obth. 1910. T. 38. F. TER 8 + T. 39 F. 269—274 +
T. 40. F. 283-9.
Pos u 1. F. argiades Esper Suppl. II p. 49 T. 101.
ei
2. F. philonomus g\, philonome ® Bgstr. II p. 72
—5T. 4. F,.7.8gJ U. 62 — Hbst T.316 F. 12 f 112
13 U (Kopieen nach Bgstr.) — Ochs. Natwiss. Anzeiger 1821
p. 15 — Kirby p. 357 No. 145 — Tutt III. 1909. p. 190.
3. F. bella. H. Sch. Ip. 127 + VI. p. 31 — Kef. p. 310
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914.
xI
162
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
No. 224 — Ghd. p. 21 No. 107 — Std. Cat. Ip. 4 No. 105.
— Std.Cat. II p. 10 No. 132a — Kirby. p: 357 No. 145.b
— Rühl p. 232 4 751 — Nicholl & Elwes Trs. E. S. 1901
5 92 — StdR. p. 78 No. 543. e — Seitz p. 300 — BRebel
66 — Tutt III. 1909. p. 1837 — Obth. 1910 p. 180 —
Bone! 1910 p. 92 + Int. E. Z. Gub. 1912 p. 258.
Synonyma: 3) (casaiacus Chapm. Trs. E. S. 1907
p. 158?)
b) rufomaeculata. Rev. Bull. lepid. Geneve 1909 p. 5
(false „rufolunulata“ Tutt).
c) ealabrica Tur. Soc. ent. 1911. No. 21 p. 84.
Bilder: H. Sch. F. 227—8 J‘ U — Ghd T. 37. F. 1 ab
a l. ce. T.5 F. 16. 17 2J) — Ber. 1. c.T.
F. 10" — (Seitz T. 78d. F.6. 7 g' U — nicht charakte-
et N)
4. F. aegiades Ghd. p. 19 No. 99 T. 34. F, 4a—cg' UN.
5. F. valesiana MDür p. 67 — Seitz p. 300 — Courv.
1910 p. 94.
6. F. hypochiona Ramb. Cat. Lep. Andal. 1858 p. 35—37
Do it VIII 1884 p. 15. 16 + Et. XX p. 27. T 4 F. 59.
0 JR — StdR. p. 78 No. 543 b — Spuler p. 60 — Seitz
p. 300. (T. 78 d. F.4.5 Z' — nicht charakteristisch!) —
Tutt III. 1909 p. 194 — BRebel p. 66 — Obth. 1910. p.
192 T. 39 F. 267—270 JR 02 — Courv. 1910. p. 933 +
Int. E. Z. Gub. 1912 p. 258 — Vorbrodt p. 128 — Ribbe
Iris 1912. XXVI p. 185.
Synonym:a)idasL (argus auct.,argyrognomon
Bgstr.) Var (false!) Std. Cat. Ip. 4. No. 106 a — Std.
Cat. II. p. 10 No. 133 ec. — Kirby Cat. p. 358. No. 153. b
— Hofm.I.p. 7 No. 7 — Rühl p. 234.
b) bejarensis Chapm. Ent. Mo. Mag. 1907 XIV p. 24. —
Seitz. p. 300.
c) vacaresa Ribbe Iris 1912. XXVI. p. 184.
7. F. corsica Bellier Ann. France 1862 p. 615 — Kirby p.
357 No. 145 a. — Obth XX p. 27 — Kollmorgen Iris 1899.
p. 316 — StdR. p. 78 No. 543 a — Perlini Ital. 1905. p.
19 — Spuler p. 60 — Seitz p. 300 — Tutt III p. 201 —
Obth. 1910 p. 191—2 — Courv. 1910 p. 94 + Int. E. Z.
Gub. 1912 p. 258.
Bilder: Bellier 1. e. T. 14 F. 5 Z' — Obth 1910. T. 40 F.
288—9 JR — Perlini l.ec. T.3F.6 0.
8. F. micrargus Butl. Cist. ent. I 1873 p. 283 — Elwes
Trs. E. S. 1881 p. 889 — Leech China I. p. 301 — Tutt.
III p. 200 — Seitz p. 300.
Synonyma:a) F. pseudaegon Butl. Pr. 2. 8.1881 p.
851 — Leech China II. p. 301 — Seitz p. 300.
b) F. coreana Tutt. III. p. 201?
ec) F.japonica Obth. 1910. T. 42 F. 313—4 J'Q?
9. F. Killiasii Christ Vhdl. naturf. Ges. Grbdn 1883 p. 10
— Courv. 1910 p. 93 — Tutt III p. 191 — Courv. Ent. Mittl.
1913 No. 10.
10. F. valmasinii Perlini Lep. Ital. 1905 p. 19 T.3 FE.
5 d‘ — Tur. Ver. Bull. Ital 1911 p. 248 — Courv. Int. E. Z.
Gub. 1913 p. 312.
ee m
Prof. Dr. L. G. Couryoisier, Zur Synonymie des Genus Lycaena. 163
En Eee Ye. Se
11. F. casaiacus Chapm. Trs. E. S. 1907. pı.158T 5, W
16—19 J'f' U @ — Ribbe Iris 1912. XXVI p- 186.
Synonym:argyrognomon Var. casaiacus Seitz p-
302, (false!)
12. F. Iydiades Fruhstf. Int. E. Z. Gub. 1910 p. 55.
13. F. cleomenes Fruhst. ib.
14. F. alpina Courv. 1910 p. 22 — Vorbrodt p. 126 —
Courv. Int. E. Z. Gub. 1912 p. 258.
15. F. nigrescens Courv. 1910 p. 94 -- Iris 1911 p-
103 T. 2. F. 3 Z — Vorbrodt p. 128.
16. F. carinthiaca Courv. Ent. Mittl. 1913 No. 10,
17. F. 2 brunnea Courv. 1910 p. 93 — Vorbrodt p. 128.
18. F.2leodorus, Esper Suppl. I 1782 p. 137 T. 80 F. 1.
2 22 (angeblich 92) — Bgstr. T. 121. F. 1-4 99 UU
(Kopieen nach Esper) — Schnd. p. 253 No. 155 — Borkh. I
p- 156 — Lang 1789 p. 54. No. 448 — Hbst. T. 316 F. 1.
cd‘ 3 2 4 U (Kopieen n. Esper) — Ochs. I. 2, p. 54 — Meig.
II p. 31 — Tutt. III p. 166.
Synonym: F.2 caerulea Courv. 1910 p. 933 — (MDür
p- 67) — (Christ 1878 p. 373) — Courv. Int. E.Z. Gub. 1912
p. 259 — Vorbrodt p. 127.
19. F. caerulescens (Petersen) Seitz p- 800 — Slevogt
Arb. Natf. Ver. Riga 1910. 2 p. 47.
20. F. caeruleo-cuneata Ebert. Soc, ent. 1908 p. 169
+ Festschr. Ver. Nat. kde. Cassel 1911 p. 316. T.5. F. 4 —
Seitz p. 300 — BRebel p. 66.
21. F.2 albopunetata Galv. & Preiss 1911 I p. 135.
22. F. (aberr) disco-elongata Courv. Iris 1912 p. 46 —
Aigner Ann. Hung. 1906. p. 515. T. 14. F. 6 S.
23. F. (confluens) extrema Courv. 1907 P23eEH, 1
ER AN = Iris 19125 p. 155 7.5 0) 2419
24. F. (confluens) tribasijuncta Courv. Iris 1912
P-7922 12 5° E2 71a ©.
25. F. (aberr.) aegidion Meisn. (nee Meissner) p. 88 —
Charpentier Germars Mag. d. Ent. IV. 1821 p- 394 — 6. —
Ghd. p. 13 No. 53. T. 23. F. 4a—c A U2Q2-— Seitz p. 302
— Courv. 1910 p. 98 — Vorbrodt p. 128 — Courv. Int. E.
Z. Gub. 1912 p. 243—4.
Synonyma:a) idasL (argus auct., argyrog-
nomon Bgstr) Var (false) — MDür p. 66—7 —
Std. Cat. I p. 4 No. 106.b — Std. Stett. E. Z. 1861 p. 844
— Kirby p. 359 No. 153 ce — Std. Cat. II p. 10 No. 133. b
— Frey p. 15 — Hofm. I p. 7 No. 7 — Rühl p. 234 + 762
— Caflisch p. 8 — Favre p. 16 — Strand Nyt Mag. 1901
p. 47 — Wheeler p. 43 — Spuler p. 61 — BRebel p- 66
No. 160.
b) argulus Frey: StdR p. 78 No. 544 b (false!)
ec) philonomus. Ochs. Natwiss. Anz. 1821 p- 15 (false!)
— Tutt III p. 190.
26. F. (aberr.) inornata Grund Int. E. Z, Gub. 1913
No. 19 — Courv. Ent. Mittl. 1913. p. 290.
Synonym: Ab.leodorus Ghd. p. 13 No. 52 T. 23 F.
8 a—c Zd' U 2 („diese Var. besitzt keine Silberpunkte,“
nomen praeocc.) — Wall. p. 207 — Tutt p. 186.
164
arion:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
(argus Sulzer 1761 (nom. praeoce.) — bellargus Rott. 1775.)
(argus Poda 1761 (nom. praeoce.) — icarus Rott. 1775.)
(argus Scop. 1763 (nom. praeoce.) = orion Pall. 1771.)
(argus Schiff. 1776 (nom. praeoce.) — idas L. 1761.)
(argyrocapelus
(argyrocapus |
(argyrognomon Bgstr. 1779 Formen v. idas L.)
(argyroela |
(argyrophylax
(ariana Moore 1865 F. v. stoliezkana Feld.)
Linne Syst. Nat. X. 1758 p.483 p. 151 + FE. svec.
I. 1761 p. 283 No. 1073 + S. Nat. XII. 1767. p. 789 No.
230 — Poda p. 76 No. 43 — Scop. p. 177 — Müller Friedr.
p. 36 No. 334 — Hufnagel Berl. Mag. f. Liebh. d, Nat. Gesch.
II. 1766 p. 70 No. 28 — Müller-Linne 1788 p. 625 No. 230
(„der Randpunkt“) — Fabr. Syst. Ent. p. 5 No. 345 —
Füssl. p. 31 No. 596 — Schiff. p. 182 No. 3 — Esper I. p.
266 („grosses Vielaug*) — Engr. I. p. 178—180 („Argus bleu
ä bandes brunes“) — Bgstr. II. p. 33—4 — Fabr. Spec. p.
122 No. 549 4 Mant. p. 71 No. 681 — Schnd. p. 261 No.
161 („Handvogel“) — Borkh. I p. 167 :-+ 280 — Gmelin-
Linne p. 2346 No. 230 — Lang 1789 p. 33 No. 258 — Jung
1791 p. 53 — Fabr. Ent. syst. p. 293 No. 118 — Prunn. p.
59 No. 114 — Syst. V. II p. 263 — Hbst IX p. 169—7 —
Schrk p. 209 — Hübn. p. 44 („gemeinblauer Falter“) —
Ochs. I. 2 p. 4—-7 — Hübn. Verz. p. 67 No. 652 — Latr.
NDiet. p. 499 — Meisn. p. 86 — God. Enc. p. 698 No. 235
— Meig. II p.2 No. 1 — Schott p. 74 No. 87 — Boisd. Ind,
p. 13 + Gen. p. 13 No. 116 — Dup. Cat. p. 31 — Bertol.
p. 31 — Berge II p. 153 — MDür p. 98 No.62 — Kef. p.
307 No. 200 — Ghd p. 19 Nr. 94 — Wall. p. 230 — Gebr.
Sp. p. 244 — Hein. p. 75 No. 110 — Westwd p. 106 —
Std. Cat. I p. 6 No. 164 — Berce 1867 p. 150 — Stainton
p. 117 — Std. Cat. II p. 14 No. 188 — Kirby p. 374 No.
276 + 768 No. 276 — Spgbg p. 42 No. 12 — BergeV. p. 20
No. 2 — Frey p. 22 — Killias p. 22 Nr. 27 — Elwes Pr.
Z. S. 1881 p. 891 — Hofm. I p. 10 No. 44 — DBramson p.
47 — Rühl p. 307 + 769 — Hofm. II p. 11 No. 44 —
Obth. XX p. 15 — Reutti p. 24 No, 52 — Favre p. 24 —
Stef. p. 56 — StbR. p. 90 No. 646 — Wheeler p. 21 —
Gillm. Soc. ent. 1903 No. 10 — Rgmt p. 23 — Spuler p. 69
No. 49 — Seitz p. 321 — PImh. p. 28 — DBRebel p. 75 No.
190 — Obth. 1910 p. 321—9 — Courv. 1910 p. 199—204 —
Vorbrodt p. 156—7 — Perlini 1912 p. 71.
Synonyma: a) telejus Bgstr. II p. 71 — Borkh. I p. 167.
b) telegonus Bgstr. ib. p. 72 — Borkh. ib.
Bilder: Rösel. Ins. Belust. II. T. 45. F. 3.42 U — Poda T.
2,F.4 J' — J. C. Schäffer Icon. T. 98. F.5.6'U—
Esper T. 20 F, 2 5 — Engr. T. 41 F. 86 de QU — Bstr.
T.24F.5.62? U —T. 43. F4 d5.6.2 U; T.44 F.1
2‘ U — Hbst T. 308 F.7. 82 U — Hübn. F. 254-6 5
U2 — God. Hist. T. 11. F.2 9; T. 1l. quat F.1U —
Meig. T.43.F.1 ab g U — Lucas T. 26 F.8 Z' — Berge
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 165
1.T. 23 F.9 abg' U — Ghd. T.33 F.3 a-—ceJ UR —
Berge II T. 33 F. 2 J' — BergeV. T. 14 F. 1 g' — Berce
1884. T. 3. F.26 X‘ — Hofm. 1. T.4 F.22 4%‘ — Hofm. II,
T.6.F.16b a % — Kirby Lloyds Nat. Hist. 1896 T.
47 F.1.2 @ U — Spuler T. 17 F. 15 ab JQ — Seitz T.
88 cF. 1-3 UZ®% — B.Rebel T. 14 F. 22 d.
Nebenformen: 1. F.cyanecula. Evs. Bull. Nat. Mose. 1848 p.
207 — HSch. I. p. 123 — Ghd p. 19 No. 102 — Std. Cat.
I. p. 6 No. 164 a — Std. Cat. II. p. 14 No. 188 a. — Kirby
p. 874 No. 276. b — Gräser Berl. E. Ztschr. 1858 p. 81 —
Std. Mem, Rom. 1892 p. 165. — Rühl p. 308-769 — StdR.
p. 90 No. 646 ce — Seitz p. 321 — Courv. 1910 p. 202.
Bilder: HSch. F. 593—4 5 U — GhaT. 36. F.2 ab JU
— Seitz .3dP.1.2Ug.
2. F. aldrovandus, de Selys. Enum. d. Lep. Belg. 1844
p- 35 No. 16 — Seitz p. 321.
3. F.obscura Christ. 1578 p. 374 (nee Frey!) — (Meisn.
Natw. Anz. p. 86) — (MDür p. 98) — Frey p. 22 — Rühl
p- 308 + 759 — Reutti p. 24 — Favre p. 25 — Wheeler
p. 22 — Seitz p. 321 — Courv. 1910 p. 202 + Lyc. Bas.
p. 163 — Obth. 1910 p. 327 — Vorbrodt p. 156.
Synonyma:a)F.obscura Frey (false!) — StdR.
p- 90 No. 646 a — Galvagni Vhdl. z. bot. Ver. Wien 1900
p. 564 — Spuler p 69 No. 49 — BRebel p. 76 — Galv.
& Preiss. p. 144.
b) F. alpina (Rätzer) Favre p. 25 — Vorbrodt p. 156.
Bilder: Esper T. 59. F.2— Ghd T. 33 F.I. ad % U—
SeitzT. 85,0. E45 SO U.
4. F. rühli Krul. Soc. ent. 1892 p. 1 — Rühl p. 308 —
StdR. p. 90 No. 646. a — Spuler p. 69. — Seitz p. 321 —
Courv. 1910 p. 202.
5. F.jasilkowskiiHorm. Vhdl. z. bot. Wien 1897 p. 20
(SA) — StdR. p. 90 — Spuler p. 69 — Seitz p. 321 — BRebel
p- 75 No. 190 — Rebel Ann. Wien. Mus. 1911 p. 305 —
Galv. & Preiss. p. 144.
6. F. ligurica Wagner Soc. ent. 1905 p. 21 — Spuler p. 69
— Seitz p. 821 — Courv. 1910 p. 203 — Obth. 1910 p.
325 — BRebel p. 76.
7. F. arcina Fruhst. Int. E. Z. Gub, 1910 p. 55 (transit. ad.
liguricam).
8. F.magnifica Heydemann E. Ztschr. Stuttgt. 1910 p.
177 — (Meisn. p. 86) — (Treitsch. X. p. 58) — MDür p. 98.
Synonyma: a)laranda Fruhstf, Int. E. Z. Gub. 1910 p. 55.
b) insubrica Vorbrodt p. 156.
9. F.naruena Courv. 1910 p. 202 + Iris 1911 p. 10ST.
2F.13 2,
10. F. tatsienluica Obth, 1910 p. 327—8 + 1912 T. 126
F. 1121—2 J'2.
1l. F.(aberr.) arthurus Melvill. Ent. Mo. Mag. 1872
p- 265 — Std. ib. p. 290 — StdR. p. 90 — Gillm. Soc. ent. 1904
p. 180 — Seitz p. 321 — BRebel p. 75.
Synonyma: a) F. subtus-impunectata Obth. XX
T. 3 F. 20 5’ + 1910 p. 325.
b) F. (subtus) caeca. Courv. Iris 1912 p. 63.
166
arionides:
astraea:
atra:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
12.F. (aberr.) mamers. Bgstr. III p. 16 T. 59. F. 1. 2. J’ U.
Synonyma: a) alcon Var. Ochs. I. 2. p.S (false!) —
Borkh. I. p. 170 — Kirby p. 374 No. 273.
b) euphemus Var Wnbg. A. p. 68 (false!) — BRebel p. 75.
ec) aleonides Auriv. Nd. Fjäril. 1888. p. 15 — Seitz p. 321.
d) unicolor. Horm. Berl. E. Nachr. 1892 p. 91 + Vhdl. z.
bot. Wien 1897 p. 20 (SA) — Spuler p. 69 — Gillm. Soc.
ent. 1904 p. 180 — Seitz p. 321 — BRebel p. 75.
e) F. supra-impunctata Obth. XX. T.3 F. 19 g'.
f) F. supra-non- maculata Obth. 1910. p. 325.
13. F. (aberr.) subtus — maculis-extensis Obth.
XX. T. 3. F. 20. — (Killias p. 22).
Synonym:F. elongata Courv. 1910 p. 203 — Galv. &
Preiss. p. 144.
14. F. (aberr.) coalescens Gillm: Soc. ent. 1904 p. 180 —
(HSch. F. 519—520 @ U.) — (Ghd T. 33 F.3 ab 2 U.
Kopie nach HSch.) — (MDür p. 98) — Seitz p. 321 —
Courv. 1910. p. 23.
Synonym:F.radiata Courv. Iris 1912. p. 54.
15. F. (aberr.) retrojuneta Courmw. 1907 T.1L.E.7T
+ Iris 1912 p. 50.
16. F. (aberr.) disceojuncta Courv. Iris 1912 p. 50.
17. F. (aberr.) parallela Courv. Iris 1912 p. 51.
(arion Latr. 1830. — arcas Rott. 1775.
Staudinger Mem. Rom. III 1887 p. 141 — Elwes
Pr. Z. S. 1881 p. 890 — Gräser Berl. E. Ztschr. 1838 p. 81
— Rühl p. 308 + 769 — StdR. p. 90 No. 647 — Seitz p. 321.
Synonym:? Arion Var. Std. Mem. Rom. VI 1892 p.
168 — Courv. 1910. p. 203.
Bilder: Std. 1837. T.7T F.1 a-—c JQ2U— Seitz T. 83 d.
E83. 41.2:
(armena Std. 1871 F. v. hylas Esper)
(armeniaca Std. in lit. F. v. tithonus Hübn.
(arsacia Led. 1869 — anisophthalma Kollar 1850)
(arthurus Melvill. 1872 F. v. arion L.)
Freyer NBtr. VI. 1852 p. 161 — Ghdp. 21. No.
111 („astrea“) — Rühl p. 308 — StdR p. 89 No. 641 —
Seitz p. 320.
Bilder: Freyer T. 583 F. 1. el T. 57. F.5 a—c
JUX — Seitz T.82h FAU
Gr. Grsh, Mem. Rom Il. 1885 p:723%.
atroguttata: Obth. Etud. II 1876 p. 21T. IF. Aab J9 —
Doherty JASB 1892. II p. 36 — Leech China II p. 217
(Genus: Phengaris) — Seitz p. 317.
Nebenform: albida. Leech 1. c. T.23F.5 f — Seitz
P.817..T. 83.4 E, 15 os er. 10.
(atys Hübn. 1804 nomen praeocc. — orbitulus de Prunner (1798).
(atys Ghd 1853 nomen praeocc. —actis HSch. 1851.)
(bactriana Gr. Grsh. 1890 F. v. idas L.)
barine:
baton:
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 167
Leech China 1892 p. 304 T.51 F. 14 f — Seitz p.
302 U TIER EMS
(bathus Fabr. 1787 — orion Pall. 1771.)
Bgstr. III. 1779 p. 15 — Std. Cat. II p. 10 No. 146 —
Christ 1878 p. 373 — Elwes Pr. Z.S. 1881 p. 883 — Killias
p. 19 — Hofm. Ip. 8 No. 12 — Rühl p. 250 + 755 —
Hofm. II p. 9 No. 12 — Bramson p. 48 — Reutti p. 23 —
Favre p. 17 — Horm. Vhdl. z. bot. Wien 1897 p. 14 —
Elwes Trs. E. S. 1899 p. 325 — Stef. p. 49 — StdR. p. 80
No. 573 — Wheeler p. 39 — Spuler p. 62 No. 16. — BRebel
p- 67 No. 163 — Obth. 1910 p. 290 — Courv. Lye. Bas.
p. 158 — Vorbrodt p. 129.
Synonyma:a)hylas. Schiff. p. 185 No. 16 (nom. nudum) —
Syst. Verz. II. p. 273 — Hbst IX p. 245—7 — Hübn., p. 51
— Ochs. I. 2. p. 63 — Hübn. Verz. p. 68 No. 669 (Genus:
Scolitantides) — Meisn, p. 88 — Latr. NDict. p. 497 - God.
Ene. p. 687 p. 216 — Meig. II p. 27 — Schott p. 83
Nr. 111 — Lucas p. 32 — Boisd. Gen. p. 10 No. 73 — Dup.
Cat. p. 32 — Bertol. p. 36 — Berge II p. 154 — MDür p.
64 No. 36 — Ghd p. 13. No. 48 — Gebr. Sp. p. 230 —
Hein. p. 83 No. 128 — Std. Cat. I. p. 5 No. 117 — Wnbg
I p. 392 — Berce 1867 p. 136 — Kirby p. 360 No. 170 —
BergeV. p. 23 No. 26 — Frey p. 16 — Nie. Ind. III p. 85
—6 — Rgmt p. 21 — Bingham p. 351.
b) hylus. Fabr. Mant. II p. 75 No. 696 + Ent. syst. p.
300 No. 136.
c) amphion Esper. Suppl. I.p. 18 + Suppl. II p. 135 —
Borkh. I p. 160 No. 11 + 278; I p. 227 — Schnd. p. 258
Nr. 158 — Jung 1791 p. 30 — Prunn. p. 57 No. 110 —
Boisd. Gen. p. 10 No. 73 — Dup. Cat. p. 32.
d) ? hylactur. Bgstr. Il. p. 73 — Borkh. I p. 160 No. 10
+ 278 — Kirby p. 360 No. 170.
Bilder: Esper T, 53 F. 1 2; T.79F.2 2 — Engr. T. 40 FE,
8s3ef f U — Bgstr. T. 47 F,7.8 TU; T. 60. F. 6-8
£E® U — Hbst T. 315. F. 9-11 @ U % — Hübn, F. 325
—7 Q US — God. Hist. T. 11 seedF.5 Jf + 11 tert.
F.5 U — Meig. T.48 F.6a—c SQ U— Lucas T. 24 F.5
‘ä — Labram T. 104 ZQP — Berge II T. 32 F. 28 J —
Ghd T. 22 F.3 a—c fUXR — Hofm. IT.3 F.28 J —
Hofm. I T.5F.9 £ — Spuler T. 16 F.12 5 — Seitz
19 dERE 8: 9.2.9) — BRebel TA IA E53 ©.
Nebenformen: 1. F. panoptes Hübn. T. 132 + Verz. p. 68
No, 656 — Boisd. Ind. p. 11 -+ Gen. p. 10 No. 73 — Dup. Cat.
p. 32 — Ghd p. 13 No.49 — Std. Cat. Ip.5 No. 117 a —
Std. Hor. Ross. 1870 p. 5 — Kirby p.361 No. 170 a (eigne
Art.) — Std Cat. II p. 10 No. 146 a — Hofm. I p. 8 No.
12 — Rühl p. 250 + 756 — StdR. p. SI No. 573 b —
Spuler p. 62 No. 16 — Seitz p. 805 — BRebei p. 67 No.
163 — Obth. 1910 p. 291.
Bilder: Hübn. F. 670-3 Z® U Q2 — Milliöre Icon. II T. 87
F.1f—GhAT. 22F.4a—cfUR — Seitz T. 79 e
E., 8/U
168
Deutsche Entom. Zeitschrift Irıs. Dresden 1914.
2. F. abencerragus Pierret Ann. France 1837 p. 21 T.1F.
7&— Std Cat. I p.5 No. 117 (syn. panoptes?) — Std. Cat. II
p. 10 No. 146 a — Kirby p. 361 No. 170 a — Rühl p. 251
—+ 756 (eigne Art.) — StdR. p. 81 No. 573 ce — Seitz p. 305
T. 79 d. F. 10 9. — Obth. 1910 p. 289.
3. E. famelica Seitz p. 305 T. Je RR. 1.2UX2.
4. (F. vierama Mre Pr. Z. S. 1865 p. 505 T. 31 F. 6) — Nic.
Ind. III p. 885 — Bingham p. 551.
5. (F. cashmirensis Mre ib. 1874 p. 272) — Butl. ib. 1830
p. 408 — Nic. 1. ce. — Bingham |. c.
6. F. elara Christoph Mem. Rom. 1887 p. 5l — Rühl p. 756
— StdR. p. 81 No. 573 a — Seitz p. 305 — Stichel Ztschr.
wiss. Ins. Biol. 1911 p. 112.
7. F. orlaria Ribbe Iris 1912 p. 188,
8. F. rubripunctata Courv. Ent. Mittl. 1913 No. 10.
Nachtrag: F. minutus (Äberr.?) Esper Suppl. II p. 71 T. 106
bavius:
F. 8 — Ochs I. 2 p. 23 — Meig. p. 8 T. 46. F.6 ab JU
— Berge I p. 157 T. 33 F.18 — Wnbg II p. 18 — Kirby
p. 372 No. 250 — Std. Cat. II p. 15 No. 178 — Tutt II.
1909. p. 109.
(battus Schiff. 1776 — nomen nudum == orion Pallas 1771)
Evs. Nouv. Mem. Nat. Mosc. II. 1832 p. 349 —
Boisd. Gen. p. 10 No. 75 — Dup. Cat. p. 32 — Evs. Volg.
p. 59 No. 65 — HSch. I. p. 120; VI p. 25. — Freyer VF.
p- 49 — Std. Cat. Ip. 5 No. 115 + Cat. II p. 10 No. 144
— Kirby p. 360. No. 166 — Bramson p. 48 — Rühl p. 248
+ 755 — StdR. p. 81 No. 575 — Spuler p. 62 No. 18 —
Seitz p. 306,
Bilder: ‚Bye. T. 19 P. 3.2450 =_2HSch. =. 10. 11.7 UUE2E:
bellargus:
357—360 J UQR U — Freyer T.511l f — Ghd. T. 23 F.
la—c J U®2 — Spuler T. 176. F. 24 ZJ — Seitz T. 79e
50. 51 7Q — StdR. p. 81 No. 575a — Seitz p. 306. T.
791.F.3.4 9 U.
(bejarensis Chapm. 1907 F. v. argus L. 1758)
(bella HSch. 1843 F. v. argus L. 1758)
(bellargoides Ver. 1904 F. v. bellargus Rott. 1775)
Rott. Naturf. VI. 1775 p. 25 No. 12 — Esper Suppl.
I. p. 30—1 — Bgstr. III. p. 10 — Schnd. p. 239 No. 144 —
Jung 1791 p. 74 — Prunn. p. 55 No. 104 — Meig. I p.
21 No. 27 — Hein. p. 79 No. 120 — Std. Cat. II p. 12
No. 164 —- Berge V. p. 22 No. 17 — Killias p. 20 —
Hofm. I p. 8 No. 26 — Bramson p. 50 — Rühl p. 275 + 762
— Caflisch p. 9 — Hofm. II p. 10 No. 26 — Reutti p. 23
— Favre p. 20 — StdR p. 86 No. 613 — Wheeler p. 32 —
Spuler p- 65 No. 83 — PlImh. p. 26 — Seitz p. 3l5 —
BRebel p. 71 No. 1738 — Courv. 1910 p. 167 ete. — Obth.
1910 p. 266—273 — Vorbrodt p. 143—5 — Perlini 1912 p. 68
— Eckstein p. 106.
Prof. Dr. L.G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 169
Synonyma: a) argus Sulzer Kennz. 1761 p. 35 (nom. praeoce.)
— Donovan Brit. Ins. IV. 1795 p. 93.
b) thetis Rott. Naturf. VI. 1775 p. 24 No. 11 (ursprüng-
lich für blaues 2) — Esper I p. 335 — Borkh. I p. 162—3
+ 279; I p. 228 -230 — Kirby p. 367 No. 225 — Spgbg.
p- 21 No. 6 — Seudder. Hist. Sketch 1875 p. 105 — Kirby
Lloyd’s Nat. Hist. Lepid. II. 1896 p. 93 — Tutt. III p. 325— 398.
ec) adonis Schiff. p. 184 No. 11 — Fabr. Mant. II p. 75
No. 694 — Lang 1789 p. 53 No. 425 — Becklin Diss. 1791
p. 39 — Jung 1791 p. S — Fabr. Ent. syst. III. 1. p. 299
No, 184 — Panzer Fauna Germ. Glossata T. 23b. 24b —
Syst. V. II. p. 270 — Hbst. IX p. 201—204 — Schrank
p. 213 — Hübn. p. 49 — Ochs. I. 2 p. 33—36 — Hübn.
Verz. p. 68 No. 663 — Meisn. p. 87 — Latr. NDiet. p. 495
— God. Ene. p. 691 No. 223 + Hist. p. 210 — Boisd. Ind.
p. 12 — Schott p. 79 No. 100 — Latr. Ene. T.50 — Lucas
p- 36 — Wood Ind. ent. 1839 p. 8 No. 66 — Boisd. Gen.
p. 12 No. 94 — Dup. Cat. p. 33 — HSch. I p. 121 — de
Selys Mem. Liege 1844 p.4 — Bertol. p. 34 No. 7 — Berge
II p. 155 — Kef. p. 308 No. 203 — MDür p. 82 No. 47 —
Ghd p. 17 No. 73 — Wall. p. 223 No. 9 — Westwd. p.
109—110 — Std. Cat. Ip. 5 No. 133 — Berce 1867 p. 142
— Stainton p. 117—118 — Gebr. Sp. p. 239 — Newman
p. 129 — Täschler 1870 p. 84 — Frey p. 19 — Obth. XX
p. 18. 19 — Berce 1884 p. 17 — Rgmt. p. 22.
d) thetys Hübn. I p. 50.
Bilder: Petiver Brit. Bttfl. 1715 T. VIF. 39 — Sulzer Kennz.
T. 14 F. 87 9 — JChr. Schäffer Icon. T. 276 F.1.22 U —
Esper T. 33. F.3 9; T.55 F.2.3 050 49% — Enge. T.
39. F. 82 d J' a-—c 2 U („Argus bleu celeste“) — Bgstr,
T.53F.5.6 53.49 — Borkh. UT.1F.79 — Do-
novan 1. c. T. 143 Z”R — Lewin Ins. Brit. I 1795 T. 37
F.5.6 2 U — Panzer Glossata T.23b / U; T.24b 2
— Hbst. T. 312 F. 7-9 f U 2 — Hübn. F.295—6 f U
800 2 — God. Hist. T.11 secd. F.2 f + 11 tert. F.2 U
— Meig. T.4TF.1a-dfJ UP U— Lucas T. 25 F. 6
d — Freyer T. 487 Z% — GhdAT. 30 F.ia-—c ZUQ
— Westwd. T. 18 F. 1 YJ% U — Stainton T. 2 F.4f —
Newman F. 43 f im Text — Berge V.T.4AF.7J —
Berce 1884 T.3 F. 13. 14 5 U— Hofm. IT.4F.6 9%
— Kirby Lloyd T. 46. F. 1-3 ”Q U — Spuler T. 16 F.
2labyYQR — Seitz T.81 F.5.6.7 JR U — BRebel T. 14
F. 11ab JU.
Nebenformen: 1. F. hyacinthus Lewin Ins. Brit. 1795
T.37 F.4 5 — Tutt. III 1909 p. 341.
Synonym:a)F adonis Hübn. F.298 f — Ochs. I 2
p- 35 — Tutt. III p. 341 — Courv. 1910 p. 168.
b) F. saphyrus HSch. VI. p. 27. — Tutt. 1. c. p. 358.
c) F. albofimbriata Gillm. E. Z. Gub. 1905 p. 151 T. 16 FE.
2 5‘ — (Christ 1878 p. 373) — Tutt. 1. c. — BRebel p. 71.
2. F. punctifera Obth. I 1876 p. 23 — Rühlp. 276 + 763
— Tutt. 1896 p. 171 — StdR p. 86 No.613d — Spuler p. 65
No. 33 — Tutt. III. p. 349—350 — Obth. 1910 p. 2638—9
Seitz p.8l5 T. 81c.F. 4-6 JR U — Courv. 1910. p. 168,
170
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Synonym: F.punctigera. Obth. XX p. 18 + 1909
p. 407. T. 19 F. 57—60 SPP.
3. F. punceta Tutt Brit. Bttfl. 1896 p. 170 — Wheeler p. 33
— Gillm. Soc. ent. 1904 p. 157 — Grund. Int. E. Z. Gub.
1908 p. 87 — BRebel p. 71 No. 613 — Seitz p. 315 —
Courv. 1910 p. 168 — Cat Lepid. Geneve 1910 p. 30 —
Galv. Preiss. p. 140.
Synonyma: a) F. punctifera (nec Obth!) Caflisch p. 9
— Favre p. 20 — Wheeler p. 33 — Trautmann Int. E. 2.
Gub. 1908 p. 162.
b) F. parvipuncta Aigner E. Z. Gub. 1906 p. 209.
Bilder: Esper T. 32. F. 2; T. 55 F. 2 — Engr. T. 39 F.
82 d — Bgstr. T. 55 F. 5 — Hübn. F. 295 — Meig T. 47.
F. 5a — Freyer T. 487 — Westwood T. 18. F. 1. — Berge I
T. 28. F. 10 — Berge V. T. 14 F. 7 — Tutt 1909 T.. 42.
F. 1—4 — BRebel T. 14 F. 11a.
4. F. nigra Cockerell Ent. Reed. 1899 p. 5.
Synonym: F. suffusa Tutt. 1896 p. 171 — Wheeler p. 32
— Seitz p. 315 — Tutt Ill. 1909 p. 340 — BRebel p. 71..
5. F. violaceo-grisescens Obth. XXp. I T.3 E.
26 + 1910 p. 271 — (Bellier Ann. France 1858 p. 301)
Synonyma: F. czekelii Aigner E. Z. Gub. 1906 p. 209
— Tutt HI p. 338 — Seitz p. 315 — BRebel p. 71.
b) F. plumbeus Courv. Lyc. Bas. 1910 p. 161 — Vor-
brodt p. 144.
6. F. argentea Obth. XX p. 19 — Tutt 1909 p. 338.
7. F. pallida Austin Ent. Recd 1890 p. 12, — Wheeler
p-. 32 -— Tutt 1909 p. 339 — Seitz p. 315.
8. F. viridescens Tutt III. 1909 p. 331 — (Hübn. F. 298
„adonis“) — Courv. 1910 p. 168.
9.F. (Sf) rubromaculata Obth. 1909 p. 407 T. 19 E.
57 5 + 1910 p. 268.
10. F. 2 brunnea Courv. 1910 p. 169.
1l.F. 2 grisea Courv. Lye. Bas. 1910 p. 160 — Vor-
brodt p. 144.
12. F. 9 albinismo — rufescens Obth. 1909 p. 407
T. 19 F. 63 2 + 1910 p. 270.
13. F. 2 marginata Tutt 1896 p. 170 + 1909 p. 343 —
(Esper T. 55 F. 4) — Vorbrodt p. 144.
Synonyma.a)F.alfacariensis Ribbe Soe, ent. 1905p.138.
b) F. latefasciata Schultz Int. E. Z. Gub. 1906 p. 214.
c)F.rufomarginata Wagner Ent. Ztschr. Stuttgt. 1909 p. 17.
14. F.2 salacia Bgstr. III. 1779 p. 4 T. 50
F. 1 (angeblich j‘.)
15. F. ö venilia Bgstr. ib.p. 5 T. 50. F.3.
16. F. urania Ghd. p. 17 No. 80 T. 30
m MDu ne (
17. F.Q radiata Gaschet Bull. France 1877 | “Aerufescen es)
p- LXII.
18. P. 2 caerulescens Obth. 1909 p. 407
2, 1979.64:
19. F. 2 (caerulea)thetis Rott. Naturf. VI. 1775
p- 24. No. 11 (s. oben unter: bellargus) -- Esper I p. 335 —
Borkh. II p. 223—230.
Prof. Dr. L. @. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 171
Synonym: a) ceronus Esper. Suppl. I 1784 p. 178 +
Suppl. II. 1787 p. 50 (angeblich / eigener Art) — Borkh. I
p. 165 No. 17 (Geschlecht?) — Jung 1791 p. 114 — Hbst. IX
p- 230—1 („adonis Var.*) — Prunn. p. 75 No 156 — Hübn,
p- 50 — Ochs. Ip. 33 No. 15 — Latr. NDict. p. 495 —
Boisd. Ind. p. 12 — Meig. II p. 23 No. 29 — Treitschke
X. 1. p. 68 — Boisd, Gen. p. 12 No. 94 — Dup. Cat. p. 33
— Kef. p. 308 No. 208 — MDür p. 83 No. 47 — Ghd. p. 17
No. 79 — Wall. p. 223 No. 9 — Westwd. p. 109 — Std.
Cat. I p. 5 No. 138a — Berce 1867 p. 142. — Std. Cat. II
p. 12 No.164b — Kirby p. 367 No. 225a — Spgbg. p. 21 —
Christ 1878 p. 373 — Frey p. 19 — Killias p. 20 — Rühl
p. 276 + 763 — Caflisch p. 9 — Hofm. II p. 10 No. 26 —
Obth. XX p. 18 — Reutti p. 23 — Favre p. 20 — Stef.
p- 52 — StdR p. 86 No. 613b — Wheeler p. 32 — Rgmt.
p. 22 — Spuler p. 65 No. 33 — Seitz p. 315 — PlImh.
p- 27 — BRebel p. 71 No. 178 — Tutt III 1909 p. 345 —
Obth. 1910 p. 269 — Courv. Lye. Bas. p. 160 — Cat. löpid.
Geneve p. 30 — Vorbrodt p. 143 — Galv. Preiss. p- 141 —
Perlini 1912 p. 68.
b) F. coronus. Berge Vp. 22 No. 17 — Hofm. I. p. 8 No. 26.
Bilder: Petiver Brit. Bttfl. 1715 T. VIF.8 ©. — Esper
T.90 F.2 + T. 102 F.1 — Engr. T. 39. F. 82b — Borkh.
IT.1.F.6 — Hbst. T. 314 F.9 — Hübn. F. 297 —
Meig T. 47. F. 3a — Hofm. I T.5 F. 22c — Spuler T. 16
F. 21b (rechts) — Seitz T. Sie F.2 — Obth. 1909 T. 19
F. 58—60 — BRebel T. 14 F. 11e,
20. F. @ coelestis. Obth. Bull. France 1908 p. 23—6 +
1909. T. 19. F. 65—68 + 1910. p. 268.
Synonyma:a)F.ceronus Ghd. T.30F. 2a (angeblich
JS‘). b) F. adonis Var. Girard. Ann. France 1865 T. 2 F. 4a.
21. F.(aberr.)tiphy s Esper Suppl. I. 1778 p. 6 (eigne Art)
— Jung 1791 p. 144 — Syst. V. II p. 269 — Berge I. 1842 p. 88.
Synonyma:a)typhis Schnd. p. 251 No.157 — Lang
1789 p. 54 No. 452.
b) coridon Aberr (false!) Ochs. I. 2 p. 28 No. 13 — Kef.
p. 308 No.205 — Berge JI p. 155 — Std. Cat. Ip. 5 No.
139 — Wernebg II p. 11 — Std. Cat. II p. 12 No. 165 —
Kirby p. 368 No. 230a — Rühl p. 276 — StdR. p. 86 No.
614 — Seitz p. 316 — BRebel p. 72 No. 179.
e) Ab. arcuata Courv. 1903 p.20 -- 1907 p. 35 — Grund
Int. E. Z. Gub. 1908 No. 87 — Tutt III. 1909 p. 352 —
Courv. Iris 1912 p. 49 — Cat. l&pid. Genöve p. 30 — Vor-
brodt p. 145.
d) Ab. confluens Aigner E. Z. Gub. 1906 p. 209 — Tutt
III p. 353.
Bilder: Esper T.5l F.4 © — BergeITT.29 F.19 2
= Butt, eu T. A2E.7 ©.
22. F. (aberr.) basijuncta Tutt. III p. 352 T.42 F.7 ©.
Synonym: Ab. retrojuncta Courv. Iris 1912 p. 50.
28. F. (aberr.) costajuncta Tutt..ce. .2F.38 —
Courv. Iris 1912 p. 50.
24. F. (aberr.) parallela Courv. 1907 p. 36 + Iris
1912 p. 2 T.5F. 21 d.
172
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
25. F. (aberr.) partim-radiata Obth. XXp. 18 —
Tutt. III p. 351.
Synonym: Ab. digitata Courv. 1907 p.36 + 1910 p.
176 + Iris 1912 p. 53.
Bilder: Obth XX T.3 F. 28 5 + 1910 T. 19 No. 62 —
Courv. 1907 T. 1 F. 22 — Tutt. 1. ce. T.42 F. 14 (Kopie
n. Obth.)
26. F. (aberr.) radiata Courv. 1907 p. 37 + Iris
1912 p. 53—55 — Galv. Preiss p. 141.
Synonym: Ab. conjuncta Tutt. l.e. T.42 F. 159.
27. F. (aberr. confluens) extrema Courv. 1907
p. 37 + Iris 1912 p. 56.
Synonym: Ab. striata Tutt. 1. c. T. 42 E. 16 J.
28. F. (aberr) addenda Tutt. 1. c. p. 356 T. 42 FE. 13
— (Esper T. 55 F.3 5%) — Cat. lep. Geneve p. 30.
Synonym: Ab. pluripuncta Courv. 1911.p.84 + Iris
1912 p. 59.
29. F. (aberr.) impuncta Courv. 1905 p. 24 — (Schnd.
p. 240 Anmkg.) — (Hübn. I p. 50)
Synonyma:a)bellargus Var. HSch. I. 1843 p. 122.
b) F.sapphirus Stollwerk Lep. Preuss. Rheinprov. 1863
p- 68 (nec Meigen) — Strand E. Z. Gub. 1909. p 78.
c) F. cinnus Hofm. I. 1837 p. 9 No. 26 (false!)
d) F. bellargoides Verity Bull. Ital. 1904 p. 11 + ib.
1911 p. 275.
Bilder: Esper T. 55 F.2 / — Hübn. 6992 — Ver. 1911
Te
80. F, (aberr.) obsoleta Tntt. 1896 p. 171 — Gillm. Il.
Ztschr. Ent. 1900 p. 52 — Wheeler p. 33 — BRebel. p. 71
— Oat. lep. Geneve p. 29.
Synonyma:a) Ab. Adonis Hübn. I.p.50 — H. Schäffer
vi p. 121.
b) Ab. cinnus Std. Cat. Ip. 5 No. 138 (nee Hübner) + Std.
Cat. II p. 12 No. 164 a („alis post. subt. non ocellatis“) —
Kirby p. 367 No. 225 b — Christ 1886 p. 123 — Hofm. I
p- 9 No.26 — Bramson p. 47 — Rühl p. 276 — Reutti p.
23 — Gillm. Ill. Ent. Ztschr. 1899 p. 50—51 + Allg. Ztschr.
Ent. 1902 p. 337—340.
c) F. subtus-impunctata Obth. XX.T.3 —
d) Trans. ad Ab. Krodeli Gillm. Ill. Ztschr. Ent‘ 1899
p- 31.
e) Ab. paucipuncta Courv. 1907 p. 74 + Iris 1912 p. 63.
f) Ab. cinnides StdR. p. 86 No. 613a — Gillm.1.c. p. 51
— Wheeler p. 33 — Tutt 1909 p. 355 — Courv. 1910 p. 176
+ Lye. Bas. p. 161 — Vorbrodt p. 145.
Bilder: J.Chr. Schäffer T. 211 F.2 @ — Hübn, F. 699 2 —
Obth XX T.3 F. 27 5 — Gillm. l. e. F. 11 2 (Kopie n.
Hübn.) + F. 12 5 — Tutt III T. 42 F. 18. 22.
31. F. (aberr.) Krodeli Gillm. Ill. Ztschr. Ent. 1899 p. 50—
52 — Wheeler p. 33 — Spuler p. 65 No. 33 — Tutt IIIp,
8538 — BRebel p. 71 — Courr. 1910 p. 176 — Vorbrodt p.
145 — Ver. Bull. Ital. 1911 p. 275.
Synonyma:a)Adonis Ab. Hübn. Ip. 50 — HSch VIp. 121.
b) Ab. cinnus Frey p. 19.
bellona:
bilucha:
candalus:
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 173
c) Ab. einnides (nec StdR.) Seitz p. 315 — BRebel p. 71.
d) Ab. cinnoides Favre Suppl. p. 4.
e) A. caeca Courv. 1907 p. 75 + Iris 1912 p. 63. 64.
Bilder: Engr. T. 39 F. 82 f 5 — Hübn. F. 646 — HSch.
F. 248 — Ghd. T. 35 F. 6 — Girard Ann. France
1865 T.2F.4b 2 — Gillm. lc. F.6.7Jf8I929 —
Seitz T. Sie. F. 19 — Tutt. T. 42 F. 19 (Kopie n. Hübn.)
32. F. polonus Zeller Stett. E. Z. 1845 p.351 — Hybrid
bellargus — coridon (Immer wieder verwechselt mit
orientalischen Coridonformen!!) HSch. VI p. 27. F. 432—3
& U — Ghd.p.21 No, 110. T. 37. F. 4ab J' U — Led. Wien.
E. Mon. 1857 p. 831 — Gebr. Sp. p. 240 — Speyer Stett.
E Z. 1863 p. 159 (eigne Art!) — Kirby p. 369 No. 2302 —
Tutt. III 1910 p. 324—5 + Soc. ent. 1910 p. 2—4 — Courv.
1910 p. 169 + Iris 1911 p. 105 T.2.F. 8 — Cat. lep.
Geneve 1910 p. 30 — Petry Soc. ent. 1911 p. 10 — Vor-
brodt p. 144 — Wagner Soc. ent. 1912. p. 68 — (Galv.
Preiss p. 141 ?)
? Synonym: F.hafneri. Preissecker Vhdl. z. bot.
Wien 1908. p. 68.
(bellis Freyer 1845 F. v. semiargus Rott. 1775.)
Gr. Grsh. Hor. Ross. 1888 p, 306 + Mem. Rom.
1890 p. 380 T. 15. F. 1 X — Rühl p. 243 — StdR. p. 80
No. 560 — Seitz p. 304.
Moore JASB 18384. IIp. 9 — Swinhoe Trs. E. S.
1885 p. 340 — Nic. Ind. III p. 76—7 — Seitz p. 311.
Synonym: balucha Bingham p. 340—1 („Race of eros
Ochs ?*)
(biton Sulzer 1776 — damon Schiff. 1776)
(biton Bremer 1864 nom. praeoce. —- lucifera Std. 1867)
(bracteata Butl. 1880 F. v. christophi Std.)
(bramafana Prunn. 1798 ? — coridon Poda 1761)
(bronte Bgstr. 1779 — alexis Poda 1761)
(byzas, byze, byzenus, byzene Bgstr. 1779
Formen v. semiargus Rott.)
(ealabrica Tur. 1911 F. v. argus L. 1758)
(eallarga Std. 1901 F. v. idas L. 1761)
(calliopis Boisd. 1832 — idas L. 1761)
(ealmuca Gr. Grsh. 1891 F. v. idas L.)
HSch. VI. 1851 p. 26 — Std. Cat. Ip. 5 No. 132 —
Kirby p. 365 No. 209 — Std. Hor. Ross. 1878 p. 242 —
Stdr. p. 84 No. 605 — Nicholl & Elwes Trs. E. S. 1901 p.
93 — Seitz p. 312.
Synonyma: a) cornelia Freyer VI. 1852 p. 145 — MDür
p. 77 — Ghd. p. 17 No. 74.
b) eros Var. Stdr. Cat. II p. 11 No. 159e.,
Bilder: HSch. F. 502—5 f U 2 U — Fıreyer T.572. F.1
— Ghd. T. 29 F.1a-ef UQ2 — Seitz T. Of. FE.
cd
174
Deutsche Entom. Zeitschrift Irıs. Dresden 1914.
(eandaon, candiope, candybus Bgstr. 1779 Formen v. icarusRott.)
(earmon HSch. 1851 F. v. damone Evs.)
(carmon Ghd. 1853 — euryp. Freyer 1852)
(casaiacus Chapm. 1907 F. v. argus L.)
cashmirensis Mre. 1874 F. v. baton Bgstr.)
ee Horm. 1897 F. v. alcon Fabr.)
(ceronus Esper 1784 F, v. bellargus Rott.)
(chamanica Mre. 1884 F, v. icarus Rott.)
(chapmani Ribbe 1912 F. v. ramburi Ver.)
charybdis: Std. Stett. E. Z. 1886 p. 226 — Gr. Grsh. Mem. Rom.
1890 p. 418 T.9 F.7ab ZQ — Rühl p. 302 + 768 —
StdR. p. 90 No. 642 — Seitz p. 320 T. 82h. F.5.6 5 U.
chinensis: Murray Trs. E.S.1874p.525 T.1O F.5 2 — Leech
China II p. 315 — StdR. p. 83 No. 590 — Seitz p. 809.
Synonym: mandschurica Std. Mem. Rom. 1892 p. 161 —
Rühl p. 262 + 759.
Nebenform: myrmecias. Christoph Hor. Ross. 1877 p. 235
chiron:
T.S F.7 2 (eigne Art!) — Rühl p. 248 (ebenso) — StdR.
p. 83 No. 590a — Seitz p. 309. T. 80a. F.5 9.
Rott. Natf. VI. 1775.p. 27 No. 15 — Borkh. Ip. 165 + 280
— Jung 1791 p. 117 — Led. Wien. Ent. Mon. 1857 No. 29
— Hein. p. 82 No. 127 — Std. Cat. I p. 5 No. 134 —
Wnbg. I 1864 p. 371 -- Berce 1867 p. 140 — Kirby p. 366
No. 215 — Spgbg. p.9 No. 3 — Berge V. p. 22 No. 22 —
Std. Iris 1895 p. 300 + Iris 1899 p. 334 — Courv. 1910
p. 131 — Vorbrodt p. 135 — Tur. 1911 p. 254 — Perlini
1912 p. 66.
Synonym: eumedon: Esper Suppl. I 1780 p. 16 — Schnd.
p. 249 No. 151 — Borkh. I p. 165 + 279; II. p. 231 —
Lang 1789 p. 54 No. 244 — Jung 1791 p. 202 — Hbst. IX
p. 220—1 — Schrank p. 212 — Hübn. p. 49 — Ochs. I 2
p. 48 No. 21 — Hübn. Verz. p. 68 No. 666 — Latr. NDicet.
p. 496 — Meisn. p. 87 — God. Enc. p. 697 No. 233 —
Schott. p. 81 No. 105 — Meig. II p. 26 — Lucas p. 34 —
Freyer III 1839 p. 62 — Berge II p. 155 No. 25 — Boisd.
Gen. p. 11 No. 79 — Dup. Cat. 32 — MDür p. 71 — Ghd.
p. 15 No. 59 — Wall. p. 216 — Gebr. Sp. p. 235 — Std.
Cat. II p. 12 p. 161 — Jenner p. 294 — Frey p. 18 —
Killias p. 20 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 890 — Hofm. I
p. 8 No. 23 — Bramson. p. 55 — Rühl p. 271 + 76l —
Caflisch p. 9 — Hotm. II p. 10 No.23 — Obth. XX p. 24 —
Reutti p. 23 — Favre p. 19 — Elwes Trs. E. S. 1899 p. 326
— StdR. p. 83 No. 592 — Rgmt. p. 21 — Wheeler p. 27
— Spuler p. 64 No. 24 — PImh. p. 26 — Seitz p. 309—310
BRebel p. 68 No. 168 — Obth. 1910 p. 254 — Wagner
Ent. Mittl. 1913 p. 252.
Bilder: Esper T, 52 F. 2 2 (mec. F. 1 ZN) — Engr. T.
71 F. 80 a—c JZQ U — Bgstr. T.125 F.5-7 2 U—
Hbst. T. 313. F. 8. 9. f U — Hübn. F. 301—2 f U;FE.
700—1 @ U — Meig. T.48 F.5ab f U— Lucas T. 25
F. 1 $ — Labram T. 40 f — Freyer T.235 F. 2.3 ‘2
— Berge II T.33 F.9%J — Gha.T. 23 F.2a-cZUY —
Hofm. I T.4 F.3 © — Hofm. IIT. 5F. 19 Z — Spuler T. 16
Prof. Dr. L.G. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus Lycaena. 175
F. 20 2 — Seitz T. 80a F.6 7 JR — Obth. 1910 T. 42
F. 309—311; 317—319 — BRebel T. 14 F. 10 J.
Nebenformen: |. F. privata Std. Iris 1895 p. 300 — Rühl
christophi:
p. 761 — StdR. p. 83 No. 592c — Schultz Berl. Ent. Ztschr.
1903 p. 263 — Seitz p. 310 — Courv. 1910 p. 131.
2. F. antiqua Std. Iris 1899 p. 354 — StdR. p. 83 No.
592b — Schultz 1. ce. p. 264 — Seitz p. 310 T.80 b F. 2—4
&R U — Courv. 1910 p. 132.
Synonym: eumedon Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p. 405.
3. F. maritima Obth. 1910 p. 255 T. 42 F. 310 ZU.
4. F. (aberr.) cleon. Schnd. 1787. p. 254 No. 152.
Synonym: a) Ab. subtus-radiata Obth. XX. p. 24
T.4. F.50 — (Esper T.80 F.3 9) — Bellier Ann. France
1858 p 3807 — Std. Stett. E. Z. 1876 p. 235.
b) Ab. pilzii. Schultz Berl. E. Ztschr. 1903 p. 267.
5. 7. (aberr.) fylgia Spgbg. Stett. E. Z. 1876 p. 91 — Std.
ib.p. 235 — kühlp. 271 + 761 — StdR.p. 83 No. 592 a —
— Elwes Trs. E. S. 1899 p. 326 — Schultz Berl. E. Ztschr.
1903 p. 265 — Wheeler p. 23 — Spuler p. 64 No. 24 —
Seitz p. 310 — BRebel p. 69 — Obth. 1910 p. 255 — Courv.
1910. p. 132 — Vorbrodt p. 135.
Bilder: Esper T. 52 F.3 g' — Seitz T. 0 aF.8 29; b
F.1 U — Obth. 1910 T. 42 F. 319 g'.
6. F. (aberr.) speveri (nie revozierter Druckfehler statt:
„speyeri“) Hucz. Berl. E. Nachr. 1881 p. 244 — Caflisch
p. 9 — Bramson p. 47 — Rühl p. 761 — StdR, p. 83 No. 592
— Schultz Berl. E. Ztschr. 1903 p. 265—6 — Wheeler p. 28
— Seitz p. 310 T. SO b F. 6 U — BRebel p. 69 — Obth.
1910 p. 255 T. 42 F. 311 (nee F. 318!) — Galv. & Preiss
1913 p. 138.
Synonyma: a) Ab. subtus-impunctata Favre
Suppl. p. 4 — Obth. 1910 p. 255 — Vorbrodt p. 135.
b) F. (aberr.) caeca Üourv. Ztschr. wiss. Ins. Biol. 1907
p. 75 + Iris 1912 p. 63.
7. F. dealbata Schultz Berl. E. Ztschr. 1903 p. 266.
8. F. albolinearis Schultz ib. p. 267.
9. F. albocincta Schultz ib. p. 264.
10. F.nigrostriata Muschamp. Bull. lep. Geneve 1908
p- 264 — Vorbrodt p. 135.
Std. Stett. E. Z. 1873 p. 37 + ib. 1874 p. 87 — Milliere
Icon. 1874 III p. 419 T. 152 F. 2.3 gZ' U — Christoph
Hor. Ross. 1874 p. 22 (S.A.) + ib, 1877 p. 199 + Mem. Rom.
1884 p. 102 T.6 F.2 ab ZQ — Rühl p. 298 + 767 —
StgrR. p. 80 No. 558 — Seitz p. 303 T. 7k F.6.7 U2
— Wagner Ent. Mittl. 1913. p. 250.
Nebenformen: 1. F.samudra Mre Pr. Z. S. 1874 p. 574
— Nie. Ind. III p. 78 — StdR. p. 80 No. 558c — Bingham
p- 346—7 — Seitz p. 303.
Synonym: a) samadra Rühl p. 767.
b) bracteata Butl. Trs. E. S. 1880 p. 407 — Nie. |. e.
p. 78 — Bingham |]. c. 347,
Bilder: Mrel. e.-T.6 E.2 5% — Bul.T.33M.4%
— Seitz T. 79a F. 1.2 U.
2. F. agnata Std. Stett. E. Z. 1886 p. 19 — Rühl p. 299
176
chrysopis:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
— StdR. p. SO No. 555b — Seitz p. 303 T. 78k F. 8.9.
3. F. rogneda. Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p. 876 — Rühl
p. 299 + 767 — StdR. p. SO No. 55852 — Seitz p. 308.
Gr. Grsh. Hor. Ross. 18838 p. 306 & Mem. Rom. 1890
p. 416 T. 10 F.ab PP (als „omphissa Mre“ auf der Tafel)
Rühl p. 302 — Seitz p. 308 (Bilder T. 79 i F.4.5. falsch!)
Synonyma: a) (? omphisa Moore Pr. Z.S. 1874 p. 573 T. 66
F. 2
cleobis:
b) erysopis StdR. p. 82 No. 584.
(einnides StdR. 1901 Aberr. bellargus Rott.)
(einnus Hübn. 1805 Aberr. v. coridon Poda)
(elara Christoph 1887 F. v. baton Bgstr.)
(elara Tutt 1896 F. v. icarus Rott.)
(eleobis Sulzer 1776 — argiolus L. 1758)
Bremer Bull, Ac. Petsbg. 1861 p. 472 — Std, Cat.
II p. 10 No. 134 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 888 — Fixsen
Mem. Rom. 1837 p. 235 — Gräser Berl. E. Ztschr. 1888
p. 77 — Leech China II p. 309 — Rühl. p. 236 + 753 —
StdR. p. 79 No. 547 — Seitz p. 302 T. 78£.F.5.6 J U.
Synonym: F. aegonides Bremer Mem. Ac. Petsbg. 1864
p- 23 T.3 F.3 5 — Kirby p. 357 No. 146 — Butl. Ann.
Mag. N. Hist. 1883 p. 111.
Nebenformen: F. ida Gr. Grsh. Hor. Ross. 1891 p. 451 —
coelestina:
Rühl p. 753 (eigene Art!) — Stdr. p. 79 No. 547 a — Seitz
p. 302 T.Wg F. 1.2 U.
Synonym: F. kenteana Std. Iris 1892 p. 316 + ib. 1895
p- 346 — Rühl p. 753 — Seitz p. 302.
(cleomenes Fruhstf. 1910 F. v. argus L.)
(eleon Schnd. 1787 Aberr. v. chiron Rott.)
Evs. Bull. Nat. Mose. 1843 p. 535 + Volg. 1844
p. 44 No.7 — HSch VI. p. 25 — Freyer V. p. 107 —
MDür. p. 96 — Ghd p. 9 No. 21 — Std. Cat. I p. 6 No. 157
— Kirby p. 373 No. 264 — Std. Cat. II p. 14 No. 181 —
Bramson p. 43 — Rühl p. 300 — Hofm. II p. 11 No. 38 —
StdR. p. 88 No. 632 — Spuler p. 67 No.40 — Seitz p. 318.
Synonym: cyllarus Var. MDür. p. 9.
Bild
Neb
coeli:
coeligena:
coridon:
er: HSch. F.335—8 f UfJU — Freyer T. 445 F.1.2/7 92
— Ghad T.16 F.la-ce fJ U® — Hofm. I.T.6. F.10 f
— Spuler T. 17 F.S 5% — Seitz T. 82c. F.3.4 J U.
enform: F. alticola. Christoph Iris 1893 p. 86 — StR.
p. 88 No. 652a — Seitz p. 318.
(eoelestina Mill. 1874 F. v. semiargus Rott.)
(coelestis Obth. 1910 Q F. v. bellargus Rott.)
Obth. Ann. France 1908953411, Tr. E22 2:
Obth. Etud. I. 1876. T.1F.3abJg® — Leech
China II p. 312 — Seitz p. 320.
Poda Mus. Graee, 1761 p. 77 No. 48 — Scop. Car-
niol. p. 179 — Esper I 335 — Schnd. p. 242—4 — Prunn.
Vorstand
des Entomologischen Vereins ‚lIris” zu Dresden.
Vorsitzender: Prof. Dr. phil. K. M. Heller, Dresden, Franklinstr. 22.
Stellvertr.: Dr. phil. P. Denso, Hellerau b. Dresden, Auf d. Sande.
Schriftf.: Bausekretär Ad. Winckler, Dresden-Pl., Kaitzerstr. 137.
Stellvertr.: Dr. jur. @. Heusinger, Dresden N., Grosse Meissnerstr. 2.
Rechnungsf.: Kaufm. G. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Bücherwart: Amtstierarzt E. Möbius, ‚Dresden, Schlachthofring 3.
Redakteur: Dr. med. H. Walther, Dresden N., Böhmertstrasse 4.
Stellvertreter: Dr. med. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 3.
Sitzungen: Mittwochs 81/; Uhr im Hauptrestaurant des Zoolog.
Gartens. Gäste stets willkommen,
Neuanmeldungen von Mitgliedern werden an den Vorsitzend. erbet.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
in den ersten drei Monaten eines jeden Vereinsjahres zu
zahlen (an den Rechnungsführer G. Kretzschmar).
Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen vergessen
haben, wird das zweite (Anfang Juli erscheinende) Heft gegen Nachnahme
des Beitrages zugesandt (soweit nach den betreffenden Ländern Nach-
nahme zulässig ist).
Die Zeitschrift erscheint in Vierteljahrsheften.
Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur
innerhalb der Frist eines Jahres, vom Erscheinen der betr,
Hefte an gerechnet, berücksichtigt werden.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Hefte und
Sonderdrucke unserer Zeitschrift zu "halben Preisen mit Aus-
nahme von Band I, Heft 1—3, und Band VII und VIII, welche
vergriffen sind. Anfragen an den Bücherwart (E. Möbius,
Dresden-F., Schlachthofring 3) zu richten.
Die Gross-Schmetterlinge der Erde.
Bearbeitet von hervorragenden Kennern und Autoritäten wie: Aurivillius
(Stockholm), Bartel (Nürnberg), Eiffinger (Frankfurt), Fruhstorfer (Genf),
Grünberg (Berlin), Haensch (Berlin), Janet (Paris), Jordan (Tring), Ma-
tille (Paris), Pfitzner (Sprottau), Prout (London), Röber (Dresden),
v. Rothschild (Tring), Standfuss (Zürich), South (London), Strand (Berlin),
Warren (Tring), Weymer (Elberfeld) und anderen.
Herausgegeben von Professor Dr. Adalbert Seitz.
Vollständig in ca. 485 Lieferungen oder in 16 Bänden, in 2 Hanptteilen.
1. Hauptteil Palaearktische Fauna. 2. Hauptteil Exotische Fauna.
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Band I Tagfalter gebd. Mk. 60,—. | Band V-VIII Amerikanische Fauna
II Spinner u.Schwärmer gebd eu. 230, Lieferungen.
” rege ER „ IX-XII Indo - austral. Fauna
RN i ca. 155 Lieferungen.
„ III Noktuen in ca. 30 Lieferun- „ XIU-XVI Afrikanische Fauna
gen od. gebd. ca. Mk. 45.—. ca. 85 Lieferungen.
„ IV Geometriden in ca.15 Liefe- | Die Einteilung der einzelnen Bände
rungen.od. gbd. ca. Mk.30.—. entsprechend dem 1. Hauptteil.
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jeder Falter sofort auf einen Blick bestimmbar ist.
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VI - - 25 - - - - M. 60.— XV - - 20 - - 3-- M. 50,—
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Hiezu erscheint noch als Band XVII ein Supplement - Band mit Allgemeinem Tell,
Morphologle, Biologie, Geographle und Ergänzungen zu dem Hauptwerk.
€3” Eskann jede Fauna oder jeder Band nach Abschluss für sich bezogen werden. ES
Folgende Bände sind bereits vollständig und gebunden erhältlich: Bd. I, D.
Je nach vollständigem Erscheinen eines Bandes wird der Subskriptionspreis für die betr.
Lieferungen aufgehoben und tritt eine Preiserhöhung von mindestens 10%0 soforf in Kraft.
Das Gesamtwerk hat Ende 1906 begonnen und wird bis etwa Sommer 1914 vollständig
abgeschlossen vorliegen.
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Br > is, Dresden, Band XXVIH. Heft 4.
rel
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
® b)
„lris
herausgegeben
vom
Entomologischen Terein Iris zu Dresden. |
Jahrgang 1914. Viertes Heft.
31. Dezember 1914.
Redakteur: Dr. Walther.
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 4 Mark.
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In Kommission bei
R. Friedländer & Sohn
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Inhalts-Uebersicht.
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Dr. H, Rebel. Ueber eine Mikrolepidopterenausbeute aus dem
westlichen Thian-Schan-Gebit . . .». . 2.2.2.2... 273—278
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Eduard Schopfer. Beitrag zur Mikrolepidopteren-Fauna der
N - . 281—290
Dresdener Gegend BE ETRLENG
Vereinsnachrichten. Nu e nal Se RUN EN, a er ER
Verzeichnis neubesprochener Arten, Varietäten und Aber-
TALONEN RE ET NIE a EA EN We RR RER
In allen redaktionellen Angelegenheiten (Manuskripte, Tafeln, Bücher
besprechungen, Korrekturen etc.) bittet man, sich nur an den Redakteur,
Dr. Walther, Dresden N. 8, Böhmertstr. 4, zu wenden. Die Autoren er-
halten 25 Sonderdrucke kostenfrei, nach Vereinbarung auf Wunsch mehr.
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffentlichten
Aufsätze sind die Autoren allein verantwortlich.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
® )
„Iris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XXVIlI. Jahrgang 1914.
Mit 4 Tafeln, 11 Textfiguren und 2 Kartenskizzen.
Redakteur: Dr. Hans Walther.
Dresden 1914.
Verlag des Entomolog. Vereins „Iris“.
In Kommission bei R. Friedländer & Sohn
Berlin, Carlstrasse 11.
Druck von Oskar Honsel, Gottesberg.
Bi
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Inhalts-Uebersicht.
Dr. L. Martin. Dr. Heinrich Dohrn . .
H. Stauder. Mikrolepidopteren des Triester Gebietes und aus
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H. Stauder. Neue Lepidopterenformen aus dem österreich.
Mi oraloy ee Se ar male
R, Konas. Colias erocea Fourc. ab. micans, forma nova
Leo Sheljuzhko. Neue Rhopaloceren vom Pamir
Dr. A. Petry. Zwei für Deutschland neue Mikrolepidopteren
0. John. Das Weibchen von Epienaptera alice John
Dr. Walther. Ueber die Zucht von Arctia cervini Fall.
A. Seitz. Euchlo& falloui form. lucida Shel]j.
H. Fruhstorfer. Neue Lycaenidae . .,
Otto Stertz. Eine neue Heterocere aus Algerien .
Rudolf Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren
Bocherbespnrachungen “0 0 en u ea
Dr. L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes .
Freiherr v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca 5
H. Stauder. Lycaena argus L. (aegon Schiff.) 2 flavodentata
MS ADEIE NOVA. ie a ne ae ee
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen .
HROTLISLCITBORONE FE a ae BEN lat or, oe
Bücherbesprechungen .
Prof. Dr. L. @. Courvoisier. Zur Synonymie des Genus
Lycaena .
H, Stauder, Bemerkungen über Euchlo& falloui Allard (2 =
seitzi Röber, und A..ıicta ecksteini Led. . ET
Seite
1—3
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138—139
140—142
143— 229
229 —286
J. R. Spröngerts. St. Martin-Vesubie. Seealpen
Dr. med. C. Fiedler. Das bisher unbekannte Weibchen von
Charaxes (Eriboea) cognatus Voll.
Dr. H. Rebel. Zweiter Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Unter-
Aogyptens.s a. er une oe
Dr. H. Rebel. Ueber eine Mikrolepidopterenausbeute aus dem
westlichen Thian-Schan-Gebiet
Bücherbosprechungen an, Er
Eduard Schopfer. Beitrag zur Mikrolepidopteren-Fauna der
Dresdener Gegend U CHAR LS:
Vereinsnachrichten .
Verzeichnis neubesprochener Arten, Varietäten und Aberrationen
Heft 1 ist am 31. März 1914 erschienen.
205 und a
»„ 3 » „ 80. September 1914 „
„ & „ „. 81. Dezember 1914 „
Seite
237—255
255— 257
258— 270
271—278
278— 280
281—290
I—IX
X—XX
Entomologischer Verein „Iris“ in Dresden.
Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben
Einnahmen. im Jahre 1913. Ausgaben.
Mark | Pr. z Mark | Pf.
An Kassenbestand am 1. Januar 1913 . . | 247\77| Per Druckkosten und Tafeln des Iris-Ban-
„ Beitrag d. Entom. Vereinigung z. Plauen des XV I Der 219
Vs fürzeine Tatele 7 Spesenabeimeal. -Stiltungstest res 21165
„. Mitelieder-Beiträgen 2 21822527 5» keiierversicherung derBibliothek 10 20
„ Erlös aus verkauften Zeitschriften . . | 352,45] „ Aufwand für die Vereins-Vorträge. . 18 30
„ Zinsen von Wertpapieren . . . . „I 125I—| ,„ Abonnement auf div. Zeitschriften. . | 127|15
EZ „ Buchbinderlöhne und Bibliothek-Regal | 124 | 30
„ Versandspesen des XXVIl. Iris-Bandes
und-div.- Port „2 22 2071980‘
„ Kassenbestand per 1. Januar 1914 . .| 43|05
Mark ja722 14 Mark 2722 174
1914. Januar 1. An Kassenbestand Mark 43.05.
Dresden, den 1. Januar 1914.
Gustav Kretzschmar, Rechnungsführer.
Carl Ayrer, Rechtsanwalt. Eduard Riedel, Rechnungsprüfer.
Ki KR
Au
Entomologischer Verein „Iris“ in Dresden.
Vermögensbestand
Aktiva. aufgenommen am 1. Januar 1914. Passiva.
Mark | Pf. Mark |Pf.
Anellassenbestand er. 22 20 43.05| Per vorausbezahlte Mitglieder-Beiträge . 60 —
„ 2500 Mark 3'/.°) Pfandbr. der Landst. „ Viermogensbestand 22,72 727.°2°2279064 42
Bank der Oberlae 7 7 22,223286.50. 12162150 ee
„ 900 Mark 4°% Creditbrief der Landst.
Bank der Ober. . . . .„. ..a98.— | 4901 —
„ 900 Mark 3'/2°/o Reichsanleihe a 86.70 | 43350
„ Zinsen auf 3 Monate der Reichsanleihe 4137
„ Insektennadel-Bestand . . . ... 40 | —
„ rückständigen Mitglieder-Beiträgen . . | 551 —
Mark |3724 |42 Mark |3724 | 42
NB. Bibliothek, noch vorhandene Iris-Hefte und Inventar sind hierin nicht inbegriffen.
Dresden, den 1. Januar 1914.
Gustav Kretzschmar, Rechnungsführer.
Carl Ayrer, Rechtsanwalt. Eduard Riedel, Rechnungsprüfer.
Rebel. Ueber eine Mikrolepid.-Ausb. a. d. westl. Thian-Schan-Gebiet. 273
Kopf und Palpen rauh behaart bezw. beschuppt, sind
schwärzlich, eisengrau gemischt. Die Fühler nicht bis ?/s des
Vorderrandes reichend, sind schwärzlich, fein bewimpert. Thorax
und Beine ebenfalls schwärzlich, letztere eisengrau gemischt,
mit weissgefleckten Schienen und Tarsen. Der schlanke Hinter-
leib schwärzlich, eisengrau gemischt, mit weisslicher Bauchseite
und gelbbräunlichem, kräftigen Analbüschel.
Vfl gestreckt und schmal mit stumpf gerundeter Spitze,
schwärzlichgrau mit einzelnen gröberen schwarzen Punkten und
mit folgender weisslicher Zeichnung: ein undeutlich dunkel ge-
teilter Vorderrandfleck bis !/; der Flügellänge setzt sich schräg
nach Aussen ziehend in eine weissliche Querbinde fort, welche
sich am JR saumwärts stark verbreitert, doch so, dass ihre
innere grade Begrenzung fast senkrecht auf dem Innenrand steht.
Der Innenrandteil dieser ersten Querbinde ist weniger hervor-
tretend als der Vorderrandfleck. Ein zweiter solcher weisslicher
Vorderrandfleck liegt bis ?2/,; der Flügellänge. Er ist zuweilen
2 mal dunkel geteilt und lässt gegen den Innenwinkel nur eine
ganz undeutliche schmale Fortsetzung erkennen. Die Fransen
weisslich, gegen die Spitze grau.
Die ebenfalls gestreckten Hfl schwarzgrau mit weissen Fran-
sen, die nahe ihrer Basis eine graue Schuppenlinie führen.
Unterseite aller Flügel schwärzlich mit weissen Fransen und
solchem Vorderrand der Vf. 8—9, Exp. 17—19 mm.
Durch die schmale Flügelform und schwärzliche Färbung
sehr ausgezeichnet. Die Art macht den Eindruck eines Ge-
birgstieres.
25. Cnephasia obsoletana Kenn. Drei in der Flügelform
variierende Stücke scheinen dieser Art anzugehören.
26. Cnephasia abrasana Dup. Zwei männliche Stücke
scheinen eine eigene Lokalform zu bilden. Sie sind etwas
grösser (Vfllänge 10 mm), die Vfl lichter grau mit einzelnen
gröberen schwarzen Schuppen bestreut.
27. Conchylis contractana Z. Nur ein cl.
28. Euxanthis romanovi Kenn. Nur ein sehr kleines J°
(Vfllänge 11 mm).
29. Euxanthis magnificana n. sp. (7?) (Tafel IV Fig. 10.)
Auf den ersten Blick wie eine stark vergrösserte Ausgabe
der Eux. margaritana Hb. erscheinend. Bei näherer Unter-
suchung ergeben sich noch nachstehende Unterschiede: Die
Grundfarbe der Vfl ist etwas heller gelbbraun, der grosse äussere
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914.
XVIoI
274 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Silberfleck zeigt unterhalb des Vorderrandes vor der Flügel-
spitze in seiner oberen Begrenzung einen zahnartigen Einsprung
der gelbbraunen Grundfarbe, wogegen bei margaritana hier
nur eine Einbuchtung liegt. Einen Hauptunterschied bilden die
Hfl, welche bei margaritana schwärzlichgrau, hier aber weiss
und nur schwach grau getrübt erscheinen. Die Fransen sind
hier reinweiss. Auch die Unterseite der Hfl ist hier schnee-
weiss (bei margaritana grau), die Vfl bei beiden Arten
schwärzlich.
Zwei grosse J’ von Kuldscha und ein kleineres Q von Oren-
burg (leg. Tief. 4. VI.) Vfllänge d 14—15, © 11, Exp. 23 bis
31 mm.
30. Euxanthis hamana L. Ein Pärchen, das © mit tief
ockergelben Vfl, welche bei beiden Geschlechtern bis auf den
Dorsalstreifen und Faltenpunkt keine Zeichnung besitzen.
31. Euxanthis meridiana Stgr. Ein Pärchen.
32. Euxanthis perturbatana Kenn. Nur ein Q dieser reich-
gezeichneten, aus dem Uralgebiet beschriebenen Art. Sie kommt
auch in der Provinz Fergana vor.
33. Olethreutes stibiana Gn. Ein cf.
34. Ol. arcuella Cl. Desgl.
35. Steganoptycha pergratana n.sp. (0’X) (Taf. IV. Fig. 11.)
Eine kleine Anzahl Stücke gehört einer neuen Art mit
weisser Grundfarbe der Vfl an, welche etwas an St. nigro-
maculana Hw. erinnert, ohne mit letzterer jedoch eine nähere
Verwandtschaft zu besitzen.
Die sehr kurzen, kaum bis !/, des Vorderrandes reichenden
Fühler sind bräunlich. Kopf und Palpen sind weiss, letztere
l!/s mal solang als die Kopfbreite mit dreieckiger Beschuppung
des Mittelgliedes, aus welcher beim f das sehr kurze bräun-
liche Endglied etwas heraustritt. Der Thorax weiss, bräunlich
gemischt, die Beine weissgrau; die Tarsen und Vorderschienen
auf ihrer Aussenseite braun gefleckt. Der Hinterleib bräunlich,
mit weisslichen Segmenträndern und solcher Bauchseite. Der
Afterbusch des J° kurz, hellbräunlich. Beim © tritt die Lege-
röhre etwas vor.
Vfl gestreckt, mit geradem Vorderrand und vor dem
Innenwinkel abgeschrägtem, sonst steilem Saum, zeigen eine
weisse Grundfarbe und eine braune Fleckenzeichnung am
Innenrand. Das sehr breite, schwärzlichbraune, weisslich ge-
wellte Wurzelfeld reicht in seiner unregelmässigen Begrenzung
nur wenig über die schwarz ausgefüllte Falte. Seine äussere,
ober- und unterhalb der Falte vorspringende Begrenzung liegt
Rebel. Ueber eine Mikrolepid.-Ausb. a. d. westl. Thian-Schan-Gebiet. 275
am Innenrand bei !/, seiner Länge. Gegen den weissen Vorder-
rand zu ist die äussere Begrenzung durch einige heller braune
Pünktchen angedeutet. Vor dem Innenwinkel liegt ein zweiter,
brauner, schmälerer und höher gegen den Vorderrand reichen-
der, ebenfalls unregelmässig begrenzter und hell durchsetzter
Innenrandsfleck. Das Spiegelfeld ist weiss, basalwärts mit einer
breiten, wenig auffallenden Silbereinfassung, nach aussen mit
schmaler silberner Begrenzung, welcher 3 bis 5 schwarze Punkte
in einer nach aussen gekrümmten Linie anliegen. Am Vorder-
rand findet sich bei !/, ein kräftigeres, längeres, braunes Doppel-
häkchen, darnach liegen bis zur Spitze 3 braune Fleckchen,
welche durch silberweisse und feine braune Strichelchen von
einander getrennt werden. Das drittvorletzte weisse Häkchen
setzt sich gekrümmt nach unten fort und bildet die obere Ein-
fassung des Spiegelfeldes. Im Saumfelde liegt von der Spitze
bis zur Abschrägung des Aussenrandes reichend eine sehr
schmale violettgraue Bestäubung, welche an Stelle des Augen-
punktes weiss durchschnitten erscheint. Die Fransen weiss,
von der Saumhälfte ab gegen die Spitze violettgrau.
Die Hfl braungrau mit weisslichen Fransen, welche eine
dunkle Teilungslinie an ihrer Basis führen.
Unterseite der Vfl schwärzlich, mit 4 Paar weissen Vorder-
randshäkchen gegen die Spitze, jene der Hfl weisslich, in der
Mitte des Vorderrandes schwärzlich verdüstert. Vfllänge 9,
Exp. 17 mm.
Von St. nigromaculana sofort ducch die viel breitere
braune - Innenrandszeichnung, Mangel einer roten Färbung in
der Flügelspitze und vollständiger Häkchenzeichnung am Vorder-
rand verschieden.
36. Rhyacionia hastana Hb. Ein Stück.
37. Semasia tundrana Kenn. Eine Serie von Stücken dieser
in Mittelasien sehr verbreiteten Art.
38. Notocelia roborana Tr. Ein kleines /.
39. Epiblema graphana Tr. Dsgl.
40. Ep. agnatana Chr. Zwei Stücke dieser von Sarepta
beschriebenen Art.
41. Ep. fulvana Stph. Nur ein sehr grosses d’ (Vfllänge
10, Exp. 21 mm) mit breiter, hell gelblicher Vorderrands-
strieme bis t/, der Vfl und weisslichen Fransen der Hfl. Wahr-
scheinlich liegt eine Lokalform vor.
42. Ep. haberhaueri Kenn. Eine Serie von Stücken dieser
aus-der Prov. Fergana beschriebenen Art.
43. Ep. nisella Cl. Mehrfach,
276 Deutsche Entom. Zeitschrift Irıs. Dresden 1914.
44. Ep. thapsiana Z. Ein grosses Pärchen mit vollständiger
hinterer Binde der Vil.
45. Ep. fuchsiana Rössl. Ein cd’ dieser auch von Sarepta
bekannten Art.
46. Dichrorampha alaicana Rbl. Iris XXIV. p. 9 Taf. 1
Fig. 6. Einige männliche Stücke.
47. Lipoptycha ceinerosana HS. Ein 9 zeigt einen schmalen,
gekrümmten, hellgelben, dunkelgeteilten Innenrandsfleck der
Vfl, welcher bis zur halben Flügelhöhe reicht. Sonst stimmt
das Stück vollständig mit einem sicheren cinerosana-d’ aus
Siebenbürgen im Hofmuseum.
Plutellidae.
48. Gerostoma vitella L. Ein kleines Stück.
49. C. satellitella Stgr. Ein frisches Stück dieser aus Süd-
russland beschriebenen Art.
50. C. excisella Led. Eine kleine Anzahl Stücke von
geringerem Ausmass (20 mm Exp.) als Lederers Type (25 mm)
vom Altai. Merkwürdigerweise zeigen einzelne Stücke (d’) eine
überaus lange, spitze Palpenbeschuppung ohne Spur eines End-
gliedes, wie dies auch Lederer für sein einziges, männliches
Stück angibt, andere Stücke (?) besitzen bei !/, Länge der
etwas breiteren und kürzeren Beschuppung des Mittelgliedes
ein kurzes pfriemenförmiges freies Palpenendglied.
51. C. albidorsella Stgr. Ein einzelnes * ist grösser (Exp.
18 mm) mit weisslichem (nicht olivengrauen) Innenrandteil der
Vfl, gehört aber doch wohl, schon wegen der schwarz und weiss
geringten Fühler, zu albidorsella. Die Hfl. sind glänzend
hellgrau.
Gelechiidae.
52. Epiparasia (n. gen.) longivitella (n. sp. O2) (Taf. IV
Fig. 12.)
Zwei Ü und ein © hielt ich anfänglich trotz der sehr
breiten Flügelform zu Metzneria (Parasia) gehörig. Eine
Untersuchung des Flügelgeäders ergab, dass auf den Vfl. die
Ader Sc. (12) viel kürzer ist, und dass nur Ader R, und R,
(Ader 8 und 7) gestielt sind, Ader M, dagegen frei verläuft
(bei Metzneria noch gestielt mit R, und R,). Auf den Hfl
liegen Ader M, und M, weiter von einander getrennt. Das
Palpenendglied ist im männlichen Geschlecht viel länger und
schlanker als beim 2. Sonst stimmen der Palpenbau und die
anderen körperlichen Merkmale mit Metzneria.
Rebel. Ueber eine Mikrolepid.- Ausb. a. d. westl. Thian-Schan-Gebiet. 277
Die einfärbig bräunlichen, beim / viel stärkeren Fühler
reichen bis 3/, der Vorderrandslänge. Die Palpen von ca.
4facher Länge der Kopfbreite zeigen ein durch Schuppen stark
verdicktes, aber kompresses Mittelglied und ein ähnlich be-
schaffenes Endglied, welches beim 0 ca. !/,, beim 9 nur 1,
des Mittelgliedes lang ist. Ihre Färbung ist ockergelblich,
aussen braunstaubig. Kopf und Thorax sind weisslichgrau,
ockergelblich (sandfarben) gemischt, die Beine weisslichgrau,
aussen braunstaubig, der Hinterleib bräunlich, unterseits heller,
beim © mit hervorstehender Legeröhre.
Die Vfl relativ breit (3—3!/;, mm), sonst wie bei Metz-
neria gestaltet, weisslich sandfarben, zuweilen (Uralsk) rötlich-
braun bestäubt, mit kleinem dunkelgrauem Schulterfleck an der
Basis des Vorderrandes und 2 solchen unterbrochenen Längs-
streifen, von denen der obere oberhalb der Falte an der
Wurzel beginnt und nach einer Unterbrechung sich in einen
fast geraden Längsstreifen bis in die Fransen der Flügelspitze
fortsetzt. Bis 2/5 seiner Länge ist eine abermalige Unterbrechung
mehr oder weniger deutlich angedeutet. Der untere graue Längs-
streifen beginnt mit einem Basalfleck unterhalb der Falte “zu-
weilen mit dem vorerwähnten Basalfleck oberhalb der Falte zu-
sammenhängend), woran sich ein (unterbrochener) kurzer grauer
Längsstreifen anschliesst, und einem solchen kurzen Streifen am
Schluss der Falte selbst. Die Fransen weisslich, ockerfarben
gemischt, mit bräunlichen Schuppen an der Basis.
Die Hfl breiter als die Vfl, mit etwas stumpferer, vorge-
zogener Spitze als bei Metzneria, weissgrau mit dunkler
Saumlinie und weisslichen Fransen. Die Unterseite der Vfl
ockergelblich, in der Mitte hellgrau, jene der Hfl weisslich.
Vfllänge 7 (sehr kleines, helles Z) bis 13 mm (grosses 9),
Exp. 15—27 mm. Durchschnittsgrösse 11 mm Vfllänge.
Ausser von Kuldscha wurde mir diese schöne neue Art
auch von Uralsk bekannt, mit welcher Angabe ich ein Q aus
dem Ungarischen National-Museum zur Ansicht hatte.
53. Metzneria intestinella Mn. Ein d. Es scheint sich
doch um eine eigene Art (nicht Form von paucipunctella)
zu handeln.
54. Megacraspedus argyroneurellus Stgr. 1 Stück.
55. Chilopselaphus fallax Mn. Zwei frische d‘.
56. Psecadia vittalbella Chr. Ein d.
:97. Psecadia nigripedella Rbl. Dsgl.
58. Depressaria venosulella Möschl. Mehrere Stücke,
278 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
59. Depr. homochroella Ersch. Einige Stücke ziehe ich
etwas fraglich hierher.
60. Depr. niviferella Chr. Wenige Stücke dieser so cha-
rakteristischen Art, welche ebenfalls zuerst von Sarepta bekannt
gemacht wurde.
Elachistidae.
61. Sceythris seliniella Z. Drei Stücke, ganz mit mittel-
europäischen übereinstimmend.
62. Sc. unipunctella Rbl. Ein stimmt sehr gut mit der
Type aus dem Taurus.
63. Stagmatophora tririvella Stgr. Zwei Stücke.
64. Coleophora alcyonipennella Koll. Nur ein d..
65. Col. ornatipennella Dup. Ein normales Stück.
66. Col. botaurella HS. Zwei Stücke dieser aus Südruss-
land beschriebenen Art.
67. Col. conspieuella Z. Zwei Stücke.
Atychidae.
68. Atychia pumila 0. Ein f und 3 ©.
69. At. fallax Stgr. Ein d”.
Tineidae.
70. Trichophaga tapetzella L. Zwei Stücke.
71. Tineola lutosella Ev. Vier Stück.
72. Adela tancrei Saub. Eine Serie männlicher Stücke.
Bücherbesprechungen.
Vorbroät u. Müller-Rutz, Die Schmetterlinge der Schweiz, Zweiter
Band, 4.—8,. Lieferung, Bern 1914, Druck u. Verlag von K.J. Wyss.
Diese letzten, das ganze Werk zum Abschluss bringenden und fast
500 Seiten umfassenden Lieferungen enthalten noch einige Familien der
Makrolepidopteren und die gesamten von Müller-Rutz bearbeiteten Mikro-
lepidopteren und zwar nach dem System des Spuler’schen Werkes,
welches sich den neueren systematischen Forschungen nach Ansicht der
Verfasser am meisten anpasst; nach den Pyraliden und Tortrieiden die
Cossiden, Aegeriiden (Sesiiden), Pterophoriden, dann die Familien der
Tineen und am Schluss die Hepialiden. Als bemerkenswert seien be-
sonders die Ausführungen über die in den Alpen so reiche Familie der
Psychiden erwähnt. Als neue Kleinschmetterlinge sind beschrieben:
Epinotia (Steganoptycha) imparana, eine der minutana Hb. ähnliche
Tortricide, sie ist an verschiedenen Orten im Rhein- und Rhonetal an
Bücherbesprechungen. 279
Weiden gefunden worden und zwar nur an Stellen, wo Ameisen in Un-
zahl vorkommen. Ferner eine neue Federmotte: Marasmarcha wullschlegeli,
der phaeodactyla ähnlich, -sie fliegt bei Martigny um ÖOnonis natrix.
Desgl. eine neue Scythris, namens thomanni, wurde bei Lostallo entdeckt.
Auch die Bearbeitung der Mikrolepidopteren ist eine recht sorg-
fältige, besonders mit Rücksicht auf die bekanntlich oft recht spärlichen
Unterlagen, denn leider werden diese interessanten Falter ihrer Kleinheit
wegen immer noch sehr vernachlässigt. Am Schluss befindet sich ein
50 Seiten starker 2. Nachtrag, der sich durch neuere Feststellungen und
nachträgliche Mitteilungen notwendig gemacht hat. Interessant ist darin
zu lesen, dass Agrotis pronuba an der Jungfraubahn bei 3300 m Höhe
mehrfach am Licht erbeutet worden ist. — Beide Bearbeiter dieser so aus-
gezeichneten Schweizer Fauna haben sich damit grosses Verdienst er-
worben, denn eine Sjährige mühsame Vorarbeit gehörte nach ihrem
Schlusswort dazu, um das in allen Zeitschriften zerstreute Material zu
sammeln und kritisch zu sichten und trotzdem ist es ihnen nicht ge-
lungen, über 180 Arten und 210 Formen volle Klarheit zu schaffen.
Ein Register der im Texte genannten Schweizer Orte mit Höhenangabe
ist eine dankenswerte Zugabe.
Wie schon in den früheren Besprechungen in dieser Zeitschrift
hervorgehoben, kann der Referent das sorgfältige Studium dieser ge-
wissenhaften Fauna allen nur dringend empfehlen; besonders denjenigen,
denen es ebenfalls vergönnt war, in den schönen Schweizer Alpen zu
sammeln und sich reiche Ausbeuten zu holen, wird das Werk grossen
Nutzen bringen und Zweifel über so manche Art beheben, aber auch so
manche neue Wünsche und Hoffnungen für die kommenden Jahre reifen
lassen. E. Möbius.
In dem „Archiv für Naturgeschichte““ Jahrgang 80, Abt. A., Ber-
lin 1914, p. 119—135, herausgegeben von Embrik Strand, Berlin, legt Dr.
Arnold Schultze eine ausgezeichnete Abhandlung über die Kenntnis
der ersten Stände einiger west- und zentralafrikanischer Heteroceren nieder.
Schultze, der gegenwärtig mit zu den besten Kennern der hochin-
teressanten, leider noch mit Unrecht vernachlässigten afrikanischen Schmet-
terlings-Fauna gehört, ergänzt seine aus den Jahren 1903/04 stammenden
und von Prof. Dr. Chr. Aurivillius publizierten Beobachtungen, bespricht
dann solche aus den Jahren 1905/06, die er im Urwaldgebiete Nordwest-
Kameruns gemacht und zieht diejenigen hinzu, die er als Mitglied der
II. Innerafrikaexpedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg
sammelte. Wenn man bedenkt, unter welchen schwierigen Verhältnissen,
meist im einfachen Zelt, die Raupenzuchten vorgenommen werden mussten,
und dabei nicht vergisst, wie der verdienstvolle Forscher als Schutz-
truppenoffizier dienstlich angestrengt tätig sein musste, so stellt die aus-
gezeichnete Arbeit seiner Liebe zur Entomologie ein glänzendes Zeug-
nis aus.
Beigegeben sind dem Heft 4 farbige, nach Original-Aquarellen
Schultzes angefertigte Tafeln, sowie eine solche in Lichtdruck ausgeführte,
die jedem wissenschaftlichen Werk eine Zierde sein würden.
In 25 Spezies wendet der Verfasser sich zunächst den Saturniden zu.
Obgleich die Puppen einzelner Arten dieses so hochinteressanten
Genus in den letzten Jahren zu hunderten nach Europa gebracht wurden,
ist doch über die ersten Stände dieser Falter nur wenig bekannt ge-
worden. Wir wollen nur einige Arten herausgreifen. Der Verfasser
280 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
macht uns mit den Raupen der schönen Drepanoptera ploetzi bekannt,
die er im tiefsten Urwaldinnern an jungen Büschen von Erythroxylon
mannii gefunden, beschreibt die äusserst variable Raupe, die er gleich-
zeitig, wundervoll koloriert, abbildet, die Lebens- und Verpuppungsweise
der bekannteren Epiphora bauhiniae Guer., deren merkwürdige, den
mylitta ähnliche und ebenso aufgehängte Cocons in der Trockenzeit an
den laublosen Bäumen schon von weitem auffallen, und bespricht das
nesterweise Zusammenleben der Gonimbrasia osiris Druce Raupen, sowie
der Nudaurelia dione Druce. Wir lernen aus dem Schriftchen zum ersten
Male die herrliche Raupe der Bunea alcinoe Stoll und deren Lebensweise
kennen, ebenso wie die papageigrüne der bekannten Lobobunea natalensis
Auriv., die sich in den endlosen Steppen Afrikas vom Senegal an überall
findet und die bei der Berührung ein eigenartig knisterndes Geräusch
geben soll. Ferner gelang es Schultze, die Raupe der Lobobunea
phaedusa Druce aufzufinden, die er uns als wahres Raupenungetüm
schildert. Wenn man bedenkt, dass die Kotballen einer erwachsenen
phaedusa-Raupe 1 cm Durchmesser haben, so macht man sich erst eine
Vorstellung von der Grösse des ausgewachsenen Tieres. Welche Freude
würde der Saturniden-Züchter an der Zucht dieser riesigen Art in
Europa haben!
Von der Fam. der Brahmaeidae finden wir beschrieben die ersten
Stände von Br. bramarbas Karsch und Br. lucina Drury, die Strichnop-
terygidae sind mit Janomima mariana White vertreten und von den
Notodontidae lernen wir neues über Hoplitis phyllocampa Trim und
Stauropus alchorneae nov spec. Von den Geometridae fand er die Raupe
von Zamacra flabellaria im Grashochlande von Bamenda 1500 m ü. M.,
und die Sphingidae sind mit 14 Arten vertreten, deren Raupen eine
gründliche Beschreibung erfahren.
Von den Lymantriidae, Arctiidae und Hypsidae lernen wir je eine
Art, von den Noctuidae von 3 Arten die Raupenstände kennen. Von
den Limacodilae erwähnt er 2 Repräsentanten, während es ihm gelang,
von den Lasiocampidae von 8 Spezies die Raupen zu züchten und ein-
gehend zu beschreiben.
Endlich finden noch die Raupen zweier Hesperidenarten, Rhopalocampta
iphis Drury und Chapra mathias F. Erwähnung. Bei dieser Gelegen-
heit wollen wir auch einer kleinen Arbeit Schultzes aus dem 79. Jahrgange
desselben Archivs von 1913 p. 1—3 gedenken, in der er uns mit einer präch-
tigen Aberration von Papilio demodocus Esp. und Papilio dardanus Brown
2 f. dionysus Dbl. u. Hew. bekannt macht. Besonderes Interesse aber dürfte
es erregen, dass es Schultze gelang, eine neue Charaxesform des schönen
Ch. cithaeron Fldr. aufzustellen.
Diese aus Manow im Nyassaland der Firma Dr. O. Staudinger und
A. Bang-Haas in Blasewitz unter einer Anzahl der Stammtiere zuge-
gangene neue Form benennt Schultze Char. cithaeron Fldr. var. brevi-
caudatus var. nov.
Der treffliche Forscher hat sich mit der Veröffentlichung beider
Arbeiten ein grosses Verdienst erworben und wir haben ihm umso dank-
barer dafür zu sein, weil seine Aufzeichnungen und Zuchten unter den
grössten Entbehrungen und Gefahren der tropischen Wildnis zustande
gekommen sind. C. Rüger.
Schopfer. Beitrag z. Mikrolepidopteren-Fauna der Dresdener Gegend. 281
Beitrag zur Mikrolepidopteren-Fauna
der Dresdener Gegend.
Von Eduard Schopfer (Dresden).
MI.
Wenn auch die Sammelperioden 1912 u. 1913 durch-
schnittlich ein unfreundliches Witterungsbild zeigten, war es
mir immerhin möglich, weitere 77 Mikra-Spezies aufzufinden,
die ich nachstehend den bereits festgestellten 523 Arten hinzu-
füge. Diese 600 Arten dürften noch nicht die Hälfte der bei
uns vorkommenden Kleinschmetterlinge ausmachen.
Mehrere Spezies, welche ich zunächst nur einzeln finden
konnte, erbeutete ich inzwischen in Anzahl, darunter Cram-
bus lIuteellus und myellus, Conchylis nana,
Epiblema tedella und subocellana, Pamene re-
giana, aus eingetragenen Eicheln Carpocapsa splen-
dana, Ancylis upupana, Argyresthia albistria
und Sretinella, Cedestis farinatella, Gelechia
sceriptella, fugitivella und humeralis, Chry-
soclista lineella, Diplodoma marginepunctella
und aus Vogelnestern Tinea lapella.
Nach Sturm und Regen sitzen oft zahlreich an Stämmen
gewisse Arten, die sonst nur zufällig einzeln angetroffen werden,
z. B. Steganoptycha trimaculana, Gelechia fugiti-
vella in sehr dunklen Stücken, Cerostoma vitella in
allen Varietäten, ferner eine merkwürdig kleine, dunkle Form
von Argyresthia mendica.
Herr Prof. Dr. Rebel, Wien, hatte wiederum die grosse
Liebenswürdigkeit, die für mich zweifelhaften Stücke zu be-
stimmen, wofür ihm auch bei dieser Gelegenheit mein wärmster
Dank ausgesprochen sei.
Die in meinen vorigen Aufsätzen benutzte Anordnung der
Arten nach Katalog Staudinger und Rebel habe ich der Gleich-
förmigkeit wegen für nachstehendes Verzeichnis beibehalten.
Die eingeklammerten Zahlen geben die Anzahl der erbeuteten
Stücke an.
Pyralidae.
| Crambinae.
Crambus Iythargyrellus Hb. Ende Juli. Himmelsbusch (1).
283 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Kenntlich an den glänzend strohgelben, zeichnungslosen Vorder-
und weissen Hinterflügeln.
C. tristellus ab. paleella Hb. Diese kleine einfarbig braune
Form einzeln im Juli bei Zitzschewig.
C. ab. fuscelinellus Stph. September. Bei Dölzschen in
frischen Exemplaren.
Platytes alpinellus Hb. Am 25. Juni 1912 in Anzahl aus
Ginster geklopft bei Hosterwitz.
Schoenobiinae.
Schoenobius forficellus Thnbg. Juni, Juli. In Anzahl im
Moritzburger Revier am oberen Waldteich. Einzelne Stücke
noch im September.
Nymphula stratiotata L.. Am 19. Juni 1914 in Anzahl
am oberen Waldteich bei Volkersdorf. Gleichzeitig auch nym-
phaeta und stagnata, welche an diesem Tage zahlreich
flogen. Später im Juli fliegt dort mit diesen beiden Arten
Cataclysta lemnata L. ebenfalls zahlreich.
Pyraustinae.
Diasemia litterata Sc. Am 28. Juni 1914 an der Sachsen-
ruhe, einer niedlich im Walde angelegten Sitzgelegenheit un-
weit der Sachsenhöhe bei Lauenstein, Müglitztal (1).
Tortricidae.
Tortricinae.
Acalla cristana F. Am 6. April 1912 Himmelsbusch (1)
Ein zur var. albipunctana Stph. gehörendes Stück.
Dichelia gnomana Cl. Juli, August. In Anzahl. Dresdner
Heide, Baumwiese, Zitzschewig.
Cnephasia argentana Cl. Am 28. Juli 1914 flog diese
Art zahlreich auf den Höhen des Müglitztales, auf Waldlichtungen
mit üppigem Graswuchs bei Lauenstein und blumenreichen
Wiesen bei Bärenstein, auch im Bielatal, aber spärlicher.
Olethreutinae.
Olethreutes nigricostana Hw. Am 10. 5. 1913 zwischen
Edle Krone und Tharandt (2).
Polychrosis botrana Schiff. Mai, Juni. Einzeln bei Tha-
randt (2).
Schopfer. Beitrag z. Mikrolepidopteren-Fauna der Dresdener Gegend, 283
Steganoptycha nigromaculana Hw. Am 15. Juli 1912 an
einer Föhre Dresdner-Heide (1), Birkenwäldchen (1).
St. trimaculana Don. Im Sommer 1913 zahlreich an
Stämmen des Zoolog. Gartens, Bürgerwiese und Grossen Gartens.
Einzelne Stücke noch im Oktober.
Die Art ist so veränderlich, dass ich einige der bemerkens-
wertesten Formen hervorheben möchte.
Die erste Form, welche als Stammform anzusprechen ist,
weil sie mit der Beschreibung Donovan’s am besten überein-
stimmt, lässt sofort erkennen, weshalb dieser Autor den Namen
trimaculana wählte. Schwärzliche Schatten oberhalb des
Spiegels, am Schrägband und im Wurzelfeld bilden die drei Makeln,
welche bei den übrigen Formen undeutlicher vorhanden sind
oder ganz fehlen. Die Grundfarbe ist weisslich, etwas glänzend.
‘Schrägband, Saum und VRfleck satt rotbraun. Die weissen VR.-
Häckchen etwas breiter und länger als gewöhnlich. Der Spiegel
fast rein, mit geringen Ansätzen von Längsstreifen. Derartige
gleichmässig gezeichnete Stücke, die ziemlich bunt aussehen,
sind nicht allzu häufig, dagegen sehr ähnliche nicht selten.
Die zweite Form ist von hellbrauner Grundfarbe. Die drei
schwärzlichen Schatten fehlen, Wurzel-, Mittel- und Saumfeld
gleichfarbig, von zahlreichen kurzen, schwarzen Quer- und Längs-
strichen durchzogen, welche der Flügelfläche ein gegittertes Aus-
sehen verleihen. Der helle Spiegel in seiner ganzen Breite durch
äusserst feine schwarze Querstriche weissstreifig eingeteilt.
Bei der dritten Form ist die Grundfarbe rotbraun. Schräg-
band und Wurzelfeld dunkelbraun, ohne schwärzliche Anhäufun-
gen. Der Spiegel ist dunkelbraun ausgefüllt und von deutlichen
Bleilinien eingefasst. _
In der vierten Form erreicht trimaculana den Höhepunkt
der Farbenveränderung. Sie ist einfarbig hellbraun bis rotbraun,
wie Semasia hypericana. An die Stammform erinnert
nur noch ein schwärzlicher Schatten im Spiegel. Die übrigen
Zeichnungen samt VR.-Häckchen sind verschwunden. Diese Form
ist zur var. fuscana Sorh. zu ziehen, obwohl Sorhagen die
VR.-Häckchen noch erwähnt, die ja auch in der Regel bei ein-
farbigen Stücken zu sehen sind. Die var. fuscana ist unter
der Art am zahlreichsten vertreten und zwar in beiden Ge-
schlechtern.
Es macht den Eindruck, als ob alle diese Veränderungen
lediglich durch ungleich starke Verteilung der schwarzen Farbe
im Gesamtbilde der Flügelfläche entstanden wären. In der ersten
Norm ist diese Farbe fleckartig angehäuft, während sie in der
984 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
zweiten in kurzen Strichen zerstreut ist. Die dritte Form, mit
dunkelbraun ausgefüllten Zeichnungen ist durch Vermischung
von Schwarz mit der Grundfarbe entstanden. Dieser Vorgang
wiederholt sich im Wurzel- und Mittelfeld der vierten Form,
wo Braun als Deckfarbe Verwendung findet und nur oberhalb
des Spiegels eine schwarze Anhäufung übrig lässt.
In der Zeichnung der trimaculana ganz ähnlich ist
minutana, von welcher ich nur wenige in Digne gefangene
Stücke besitze. Durch abweichenden Flügelschnitt, zierlichere
Gestalt und reinere Zeichnung ist diese von trimaculana
hinreichend getrennt.
Epiblema proximana HS. Am 28. Juni 1914, Sachsenhöhe
bei Lauenstein (1). Die ganz ähnliche tedella, die man an
diesem Tage in Menge aus Nadelholz klopfen konnte, wurde gar
nicht mitgenommen, während dieses eine Exemplar mir dadurch
auffiel, dass es im ziemlich dunklen Walde an einer Kiefer sass.
Proximana ist gröber beschuppt, dunkler als tedella, ohne
weisse Sprenkel und trägt deutliche Querbinden.
E. nisella ab. pavonana Don. und ab. decorana Hb. Beide
unter der Stammform nicht selten. Grosses Gehege, Grosser
Garten, Himmelsbusch. Meinen Ausführungen über nisella
(s. Iris 1912, S. 204—207) möchte ich ergänzend hinzufügen,
dass ich inzwischen auch ein © von decorana fing. Dieses
hat ein dunkleres und schärfer abgegrenztes Wurzelfeld als es
bei männlichen Exemplaren der Fall ist.
E. simploniana Dup. Am 6. 7. 1914 aus Gebüsch ge-
klopft Steinbruch Boxdorf (1). Der alpine Name könnte zu
Bedenken Veranlassung geben, wenn nicht bekannt wäre, dass
diese Art auch in Schlesien vorkommt.
E. brunnichiana Froel. Am 17. Juni 1914 aus Nadelholz
geklopft. Moritzburger Revier (1).
Grapholita coniferana Rtzb. Am 3. Juni 1914 an einer
Eiche Baumwiese (1).
Gr. inquinatana Hb. Am 24. Mai 1912 an einer Robinie.
Baumwiese (1).
Pamene gallicolana Z. April, Mai. Moritzburger Revier.
Zahlreich aus eingetragenen Gallen von Teras terminalis F.
Diese Gallen liefern manchmal nur wenige gallicolana,
dafür Panorpiden und Hemerobiiden, sowie in Menge die Larve
einer Locustide.
P. pinetana Schläg. Juni, Juli. Zahlreich aus Kiefern ge-
klopft. Dresdner Heide.
Carpocapsa splendana var. reaumurana Hein. Juli. An
Schopfer. Beitrag z. Mikrolepidopteren-Fauna der Dresdener Gegend. 285
alten Eichen des Grossen Gartens. Diese dunkle Form scheint
unter der Stammart nicht häufig zu sein. Aus einer grossen
Anzahl madiger Eicheln erzielte ich davon nur sieben Exemplare,
wogegen die Stammform zum satt werden schlüpfte.
Die Raupe von splendana überwintert in einem Ge-
häuse, welches sie in entsprechender Grösse an abgefallenem
Laube durch zweimaliges Umlegen des Blattrandes herstellt.
Innerhalb der äusseren bräunlichen Schutzhülle, entsteht der
Verpuppungsraum, ein Blattcocon von schwärzlichem Aussehen.
Das Gehäuse hängt oft mit dem Blatte zusammen, lässt sich
aber leicht abtrennen, weil die Verschlussnaht eine Perforation
bildet. Ein solches Gehäuse erinnert stark an den Raupensack
von Incurvaria muscalella. Nach Sorhagen soll sich das
Tier in einem Erdtönnchen verwandeln, was wohl nur aus-
nahmsweise stattfinden wird.
Lypoptycha plumbana Sc. Am 26. Juli 1912 bei Hoster-
witz (2), später bei Tharandt (1).
L. incursana HS. Den 31. 5. 1914 oberhalb Wachwitz
aus jungem Nadelholz geklopft (1).
Glyphipterygidae.
Glyphipteryginae.
Glyphipteryx thrasonella Sc. Mitte Juni. Einzeln bei Vol-
kersdorf, auch bei Tharandt (5).
Yponomeutidae.
Argyresthiinae.
Argyresthia nitidella F. Am 28. Juni 1914 im Bielatal
an Stämmen der Landstrasse (3).
A. fundella F. R. Mai, Juni. Baumwiese. In Anzahl aus
Nadelholz geklopft. Von retinella durch die schärfer geringelten
Fühler, dunkler gestrichelten Flügel, sowie durch eine Ver-
dunklung in der VR.-Mitte, welche einem Querbindenansatz
ähnelt, unterschieden.
A. certella Z. Den 6. Juni aus Nadelholz geklopft. Dresdner
Heide (4). Später noch einzeln im Moritzburger Revier.
Cedestis gysselinella Dup. Juni Baumwiese. Zahlreich
aus Kiefern geklopft. Fliegt mit farinatella zusammen, die
etwas kleiner und dunkler ist. Wenn die eine Art zahlreich
auftritt, ist die andere in viel geringerer Zahl vorhanden.
286 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Plutellidae.
Plutellinae.
Cerostema vitella L.. Von dieser bereits aufgeführten Art,
die in Dresdens Privatgärten und städtischen Anlagen oft an-
getroffen wird, sammelte ich im Sommer 1913 zahlreiche Exem-
plare, um die Abweichungen zu erhalten. Ausgezeichnet durch
regelmässige Färbung sind folgende fünf Formen: Zunächst die
einfarbig hellgraue, ohne Innenrandsfleck oder sonstige schwarze
Anhäufungen, ferner die graue Form mit schwarzem, von der
Wurzel bis zur Saummitte reichenden Längsstreif. Aehnliche
Stücke finden sich auch bei radiatella. Die nächste Form,
ebenfalls grau, trägt gleichmässig breit schwarzen Innenrand,
entstanden durch Ausbreitung der Dorsalflecken. Diese drei
Formen, nebst einigen vorherrschend grau gefärbten Ueber-
gängen werden zur Stammart gerechnet. Die beiden folgenden
bilden die ab. carbonella Hb., und zwar die schwarzen Stücke
mit grauem Vorderrand und Kopf, wie die Angaben im Spuler
lauten, sowie die ganz schwarzen Exemplare, die nur noch
dunkelgraue Saumfransen und nur wenig graue Kopfhaare zeigen
Gelechiidae.
Gelechiinae.
Bryotropha senectella Z. Juli. Baumwiese. In Anzahl an
Heidekraut.
B. affinis Dgl. Mitte Juni. Baumwiese (1).
Gelechia nigra Hw. Mitte Juli. Zitzschewig, Himmels-
busch. In Anzahl an Stämmen, darunter dunkle Stücke ohne
weissliche Querlinie.
G. electella 7. Juni. Dresdner Heide. In Anzahl aus
Nadelholz geklopft, ferner am 15. 6. 1914 bei Räcknitz (1).
G. atriplicella F. R. Juni. Baumwiese (2), sowie zahlreich
an einer Scheune oberhalb Kaitz.
G. moritzella Hb. Juli. Am 24. 5. 1912 an der Baum-
wiese (1).
Teleia vulgella Hb Juli. Zitschewig, Baumwiese (4).
Degoconia quadripuncta Hw. Am 12. 7. 1914 an einer
Linde im Grossen Gehege (2).
Blastobasinae.
Hypatima binotella Thnbg. Juni, Juli. Einzeln Baum-
wiese, Tharandt, Wachwitz.
Schopfer. Beitrag z. Mikrolepidopteren-Fauna der Dresdener Gegend. 287
Oecophorinae.
Borkhausenia tinctella Hb. Juni. Baumwiese. Einzeln an
Baumstämmen. Grösser und etwas dunkler als die folgende.
B. unitella Hb. Am 26. Mai 1914 aus Kiefern geklopft.
Baumwiese (1). Diese Art ist durch sehr lange Palpen aus-
gezeichnet.
B. augustella Hb. Juni. Baumwiese. Einzeln an Stämmen.
B. tripunecta Hw. Juni. Gr. Garten (2).
Elachistidae.
Sceythridinae.
Scythris noricella Z. Am 28. Juni 1914 im Müglitztal
bei Lauenstein (1). Am Eingang eines Waldpfades scheuchte
ich dieses Stück von niederen Pflanzen auf. Leider pflegt der
moderne Sammler, wegen den vielen Ausflüglern, denen er be-
gegnet, sein Fangnetz möglichst lange in der Tasche zu tragen.
Mindestens aber so lange, bis ihm ein besseres Stück durch die
Lappen gegangen ist. Dieser Fall sollte eben beim Fange von
noricella eintreten, als im letzten Augenblick Herr Rechts-
anwalt Ayrer, welcher erzbereit hinter mir herging, mit einem
Schlage die Situation zu meinen Gunsten änderte und somit das
Exemplar für vorliegenden Aufsatz rettete.
Coleophorinae.
Coleophora badiipennella Dup. Ende April 1912 im Tän-
nichtgrund bei Niederwartha (2). Der Raupensack fällt durch
besondere Länge auf. _
C. olivacella Stt. Mai. Tharandt (3). Der braune Röhren-
sack zeigt oben eine nach dem Ende zu breiter werdende Furche.
C. solitariella Z. Juni, Juli. Plauenscher Grund. In An-
zahl an Stämmen. Der glatte Röhrensack ist fast weiss.
C. orbitella Z. Ende Mai. Dölzchen. An einer Mauer (5).
Sack braun, vorn mit blattartigen Anhängseln.
C. albitarsella Z. Ende Juni. Tharandt. In Anzahl an
Stämmen. Scheidensack schwarzbraun mit weisslichen Endklappen.
C. albicostella Dup. Juni. Zoologischer Garten. Einzeln
am Gartenzaun.
C. brevipalpella Weck. Mitte Juni. Zitzschewig, Himmels-
busch (2).
C. conizae Z. Anfang Juli. Zitzschewig (2).
-C. virgatella Z. Juli. Uebigau, Cotta. Am Elbufer ein-
288 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
‘“ zeln fliegend und wahrscheinlich überall dort zu finden, wo
Wiesensalbei vorherrscht.
Elachistinae.
Elachista apicipunctella St. Am 24, 5. Helfenberger-
grund (1) und 1. 6. 1914 Tharandt (1).
E. nigrella Hw. Mai. Tharandt, Kaitzer Grund, Gr. Garten,
Baumwiese, Boxdorf (6).
E. griseella Z. Mai. Tharandt (3), Kaitzer Grund (1).
E. dispunctella Dup. Juni. Baumwiese (4). Diese Art ist
durchschnittlich kleiner als argentella und ist deutlich braun
punktiert.
Gracilariidae.
Gracilariinae.
Gracilaria rhodinella HS. Anfang Juni 1913. Zoologischer
Garten (1). Dieser Teil, mit altem, prächtigen Baumbestand,
ist vom Grossen Garten abgetrennt und dem Zoo zur Benutzung
überlassen. Anderseits grenzt auch an den Grossen Garten der
Botanische Garten, welcher zweifellos durch den Bezug von
auswärtigen Pflanzen gewisse Arten bei uns einführen dürfte.
G. hemidactylella F.. Am 16. 5. bei Räcknitz (1) und
12. Sept. 1912 im Grossen Garten (2).
Lithocolletinae.
Diese Gruppe bietet für die Tätigkeit des Sammlers die
denkbar günstigsten Bedingungen. Die zahlreichen Arten sitzen
gewöhnlich in Anzahl an Stämmen und Planken, wo sie leicht
abgenommen werden können. Trotz ihrer Kleinheit haben sie
den Vorzug sich für die Sammlung gut präparieren zu lassen.
Auch kann man sie wiederholt im Laufe des Jahres antreffen.
Lithocolletis geniculella Rag. Mitte Mai 1914. Baum-
wiese (1).
n heegeriella Z. Mai. In Anzahl Tharandt, Himmels-
yusch.
L. spinolella Dup. Ende Mai. Heide-Radebeul (2).
L. salictella 7. Mai. In Anzahl Baumwiese, Nöthnitz,
Tharandt.
L. sorbi Frey. Mai. In Anzahl Nöthnitz-Grund, Tharandt.
L. cydoniella F. Am 11.5. 1912 im Nöthnitz-Grund (1).
L. carpinicolella St. Mai. Baumwiese (3).
L. connexella 7. Am 5. Mai 1912 am rechten Elbufer
bei Niederwartha und später bei Tharandt (2).
Schopfer. Beitrag z. Mikrolepidopteren-Fauna der Dresdener Gegend. 289
L. tristrigela Hw. Ende August. Bürgerwiese, Grosser
Garten. In Anzahl an Stämmen, zugleich auch zahlreich
emberizaepennella.
L. comparella Z. Ende Mai. Grosser Garten (4).
Lyonetiidae.
Lyonetiinae.
Bucculatrix frangulella Goeze. Juni. Einzeln Himmels-
busch und Moritzburger Revier.
Nepticulidae.
Nepticula basigutella Hein. Mai. Baumwiese (1).
N. argentipedella Z. Mai. Tharandt (1).
N. floslactella Hw. Juli. Baumwiese (2).
N. trimaculella Hw. Juni. Räcknitz (2).
N. waeweri Stt. Juni. Steinbruch-Boxdorf (1).
Tineidae.
Teichobiinae.
Teichobia verhuelella St. Am 28. Juni 1914 bei Hirsch-
sprung, Bielatal (1).
Tineinae.
. Monopis ferruginella Hb. Juni, Juli, Baumwiese, Fisch-
haus, Heidemühle. Diese Art fliegt abends auf Heidekraut in
Anzahl. .
M. rusticella Hb. var. Die Art ist überall im Gebiet an-
zutreffen. Am 1. Juni 1914 fing ich bei Tharandt ein ab-
weichendes Stück, welches ausser dem Fleck vor der Mitte noch
einen grösseren Fleck am Innenwinkel trägt. Ob dieses Stück
mit var. spilotella Tgstr. aus Finland übereinstimmt, bleibt
noch zu untersuchen.
Tinea fulvimitrella Sodof. Juni. Einzeln im Rabenauer
Grund und bei Tharandt.
Incurvaria tenuicornis Stt. April, Mai. Baumwiese in
Anzahl. Die Raupe überwintert klein in Zweigen, besonders
Astgabeln junger Birken. Sie erzeugt an diesen rötlich glän-
zende, gallenartige Anschwellungen. Die im Frühjahr mit Kot-
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
) Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1914.
XIX
290 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
körnern verschlossenen Fluglöcher verraten die erfolgte Ver-
PUpPLUP- j Ä
Micropterygidae.
Mit den Eriocraniiden nimmt diese reizende Gruppe
aus morphologischen Gründen die letzte Stelle im System ein.
Dafür können beide Abteilungen, welche ihre prächtig gefärbten
Vertreter schon im Vorfrühling entlassen, als wirkliche Frühlings-
boten an erster Stelle genannt werden. Einzelne Stücke er-
reichen eine für den Mikramann immerhin ansehnliche Flügel-
spannung von 14 mm. Die Flugzeit ist von März bis Ende
Mai an sonnigen Tagen in den Mittagsstunden. Kälte scheint
die Gesellschaft schlecht zu vertragen. Als Beleg dafür diene
das Auffinden eines im Mai d. J. noch frischen Exemplars von
ammanella, welches völlig erstarrt in einer Baumritze lag
und längere Zeit brauchte, um sich zu erholen.
Von Eriocraniiden habe ich bereits als bei uns vor-
kommend erwähnt: sparmannella, subpurpurella, cry-
solepidella, semipurpurella und subpurpurella.
Etwas grösser als subpurpurella ist die var. fastuosella
Z., welche ebenfalls bei uns vorkommt.
An Micropterygiden führte ich calthella und arun-
cella an; aureatella habe ich bereits gesehen, aber noch
nicht fangen können. Als Ersatz erbeutete ich zwei der
schönsten Arten der Gruppe, die übrigens beide auch von an-
derer Seite gefangen wurden.
Micropteryx thunbergella FE. Am 21.4. 1912 im Tännicht-
grund (1) und am 12. 5. 1914 bei Tharandt (2). In sitzender
Stellung lässt diese Art die Bindenzeichnung recht deutlich
sehen, wogegen bei gespannten Stücken sich die goldenen Binden
- von der Grundfarbe weniger abheben.
M. ammanella Hb. Am 10. 5. bei Tharandt und 15. 5.
1914 im Rabenauer Grund (3). Die Art führt auf purpur-
violettem Grund ziemlich scharfe, goldene Binden und Flecken,
ähnlich wie aureatella. Die Binden sind bei ammanella
etwas breiter, der Fleck vor der Spitze wesentlich grösser, fast
zu einer Binde ausgezogen, die Kopfhaare deutlich heller als
bei aureatella. Die goldene Saumlinie, welche ammanella
äusserst fein ziert, möchte ich aber als Unterschied nicht her-
vorheben.
Vereinsnachrichten. I
Vereinsnachrichten.
Im Geschäftsjahre 1914 traten nachstehende Mitglieder-
veränderungen ein: 24 ordentliche und 5 korporative Mitglieder
wurden aufgenommen. Es sind dies die Herren: W. Bergner
in Riga, A. Fassl in Teplitz, W. Fritsch in Donndorf, v.d. Goltz
in Strassburg, Heinke in Grubnitz, H. Imhoff in Basel, 1.
Kammel in Wien, Lohrisch in Chemnitz, E. Lueg in Düssel-
dorf, Le Moult iu Paris, F. Müller in Pforzheim, H. Neustetter in
Wien, H. Nissen in Algier, L. Osthelder in München, E. Riemel
in München, O. Rosset in Barcelona, K. Schmith in Joinville, M.
Schneider in Stuttgart, A. Selzer in Hamburg, E. Siegl in Elbogen,
H. Stauder in Triest, Vitalis de Salvaza in Marseille, R. Zerling
in Laubegast, der Direktor of the Department of Agriculture
in Kuala Lumpor, der Entomologische Verein Giessen und Um-
gebung, der Verein der Entomologen in Halle a.'S., das Natur-
historische Museum in London, die Königl. Bayer. Hof- und
Staatsbibliothek in München und das Institut International
d’Agrieulture in Rom. — Folgende 6 Mitglieder wurden uns
durch den Tod entrissen: M. Bartel in Nürnberg, L. Graeser
in Hamburg, H. Hemmerling in Aachen, G. Marchi in Trient,
v. Tischendorf in Hannover und G. Weymer in Elberfeld. Den
Austritt erklärten 6 Herren: E. Falcke in Berlin, F. Fischer in
Freienhagen, C. Gruhle in Dresden, Ch. Längenfelder in Nürn-
berg, M. Rothke in Scranton und der Verein für Käfer- und
Schmetterlingskunde in Rumburg. 13 Mitglieder mussten ge-
strichen werden, nämlich: @. Brasavola de Masso in Trentino,
A. Cheux in Angers, A. Conrads in Neuwied-Ukerewe, A.
Herfert in Linz, Dr. Heylarts in Breda, H. Marschner in Hirsch-
berg, A. Petroff in Alexandrien, F. Preissecker in Wien, W.
Schaus in London, I. Wahr in Hongkong, I. Zanko in Zseliz,
H. Zöllner in Schretzheim und Frau M. Dietz in Saargemünd.
Der Jahreszuwachs beträgt also 4 Mitglieder. Der Verein setzt
sich zusammen aus: 10 Ehrenmitgliedern, 179 ordentlichen,
11 ausserordentlichen, 31 korporativen, im Ganzen 231 Mit-
gliedern. Mit 35 entomologischen Gesellschaften und Zeitschriften
bestand Schriftentausch.
Obige Aufstellung gilt jedoch nur für die Zeit von Jahres-
beginn bis gegen Ende des Monats Juli. Infolge des Kriegs-
ausbruches sind von unseren ausländischen Mitgliedern keinerlei
Nachrichten mehr an uns gelangt. Es ist daher zurzeit hier
unbekannt, welche Verluste der Verein durch Tod oder Austritte
II Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
inzwischen erlitten hat. — Die Vereinsleitung ist bemüht ge-
wesen, vorliegenden Jahresband dem Haushaltplan gemäss, un-
geschmälert zu vollenden. Infolge des, in der gegenwärtigen
Kriegslage begründeten Ausfalles an Mitglieds-Jahresbeiträgen,
sieht sich der Vorstand aber nunmehr veranlasst, während der
Kriegsdauer die Vierteljahreshefte der Vereinszeitschrift hin-
sichtlich der Ausstattung und des Umfanges, entsprechend ein-
zuschränken.
Von der Einsicht unserer sehr geschätzten Mitglieder wird
erwartet, dass sie dieser sich notwendig machenden Massnahme
die gebührende Würdigung und Berücksichtigung entgegenbringen
werden. Gleichzeitig wird der Bitte Ausdruck verliehen, dem
Verein auch in dieser ernsten Zeit die alte Treue und An-
hänglichkeit bewahren zu wollen.
Herr Dr. H. Walther, Dresden, trug in dankenswerter Weise
die Herstellungskosten für Tafel I, Herr R. Püngler in Aachen
die der Tafeln II und III des vorliegenden Bandes. Auch der
Bibliothek sind in diesem Jahre wieder viele Geschenke an
Büchern und Sonderdrucken überwiesen worden.
Im Namen des Vereins sei an dieser Stelle den geehrten
Herren, die uns aufs Neue in so wohlwollender und liebens-
würdiger Weise ihre Unterstützungen angedeihen liessen, noch-
mals der aufrichtigste Dank ausgesprochen.
In der Jahreshauptversammlung, die am 4. November statt-
fand, wurden sämtliche Vorstandsmitglieder in die bisher von
ihnen verwalteten Aemter wiedergewählt. Die Vereinsleitung
liegt also auch im kommenden Jahre in den Händen nach-
stehender Herren:
Hofrat Prof. Dr. K. M. Heller, erster Vorsitzender,
Dr. P. Denso, zweiter Vorsitzender,
Amtstierarzt E. Möbius, Bibliothekar,
Kaufmann G. Kretzschmar, Rechnungsführer,
Bausekretär A. Winckler, erster Schriftführer,
Rechtsanwalt Dr. G. Heusinger, zweiter Schriftführer,
Dr. med. H. Walther, erster Redakteur,
Dr. med. P. Husadel, zweiter Redakteur.
Ueber die in den wöchentlichen Vereinsversammlungen
abgehaltenen Vorträge, Vorzeigungen und sonstigen Darbietungen
sei hier in Kürze folgendes berichtet:
Vereinsnachrichten. III
3. Dezember 1913. Prof. Heller legt ein faustgrosses,
aus weichen aber sehr festen Seidenfäden gefertigtes Gesell-
schaftsgespinst einer afrikanischen Anaphe-Art vor. Der Kokon
diente einer grösseren Anzahl Puppen zur gemeinschaftlichen
Wohnstätte.
17. Dezember. A. Winckler berichtet über eine Zucht
von Selenephera lunigera ab. lobulina Esp. und zeigt Falter
nebst Puppengespinst und präparierte Raupen dieses Spinners
vor. Gleichzeitig gelangt auch die Neuroptere Drepanopteryx
phalaenoides L., die beim Klopfen der kleinen Lobulina-Räup-
chen von Fichtenzweigen in mehreren Stücken mit in den
Schirm fiel, zur Vorlage.
14. Januar 1914. (6 Damen als Gäste anwesend.) „Kleine
Erlebnisse eines Entomologen“ betitelt sich der Vortrag, den
Dr. Denso den Mitgliedern darbiete. Der Redner führt zu-
nächst eine Reihe sehr schöner Lichtbilder aus der bevorzugten
Umgebung Genfs vor und knüpft daran die unterhaltsame Er-
zählung einiger kleinen Begebenheiten, die ihm bei seinen
Sammelausflügen während seines mehrjährigen Aufenthaltes in der
Schweiz begegneten. Den Mittelpunkt dieser Ausflüge bildete
zumeist die Besteigung des aussichtsreichen Mont Saleve. Als
wichtigstes entomologisches Sammelergebnis wird hierbei die
wiederholte Auffindung der Raupen des vielbegehrten südlichen
Schwärmers Deilephila hippopha&s Esp. erwähnt. Landschafts-
bilder aus Oberbayern beschliessen die interessanten Vor-
führungen.
21. Januar. Dr. Walther hat von einem Sammler aus
Spanien eine grössere Anzahl von Raupen der Lasiocampide
Chondrostega vandalicia Mill. erhalten und berichtet darüber
folgendes: Die Raupen haben die weite Reise sehr gut über-
standen, munter und ohne jeglichen Verlust trafen sie hier ein.
In ihrer Heimat leben sie an Gramineen und Hypochoeris-Arten,
sie lieben den Aufenthalt im prallen Sonnenschein. In der Ge-
fangenschaft nehmen sie auch allerlei niedere Pflanzen willig
als Futter an; z. Zt. werden die Raupen im warmen Zimmer
gehalten und mit Cichorium endivia (Endiviensalat) gefüttert.
Eine ausgewachsene tote Raupe wird vorgelegt. (Vergl. Stdgr.
Iris VII p. 261.)
28. Januar. (1 Dame als Gast anwesend.) G. Kretzschmar
berichtet ausführlich über seine im Sommer 1913 in Gesell-
schaft der Herren Grellmann und Riedel nach dem Salz-
kammergut und Steiermark unternommene Reise. Die Fahrt
ging über Linz, Gmunden, Hallstatt, |Gosau, Zwieselalp, Anna-
IV Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
berg, St. Martin nach Radstadt. Nach mehrtägiger Rast führte
der Weg über die Radstädter Tauern nach Tweng, Mautern-
dorf, Tamsweg, auf den Preber (2740 m) Murau und Juden-
burg. Die vom Vortragenden vorgezeigten Ansichtskarten ver-
anschaulichen die hauptsächlichsten der aufgesuchten Punkte.
Trotzdem die Reise durch die häufigen Regentage recht un-
günstig beeinflusst worden war, konnte doch das Vorkommen
von rund 80 Arten Gross-Schmetterlinge festgestellt werden.
In mehreren Kästen wird das von den drei Reisegefährten er-
zielte Fangergebnis zur Schau gestellt. Hier seien nur ange-
führt: Argynnis amathusia Esp., A. ino Rott., Erebia epiphron,
ab. nelamus B., E. melampus Füssl., E. eriphyle Frr., E. arete
F., E. prono& Esp., E. euryale Esp., E. ligea L., E. lappona
Esp., Larentia dotataL., Cleogene niveata Sc., Hepialus carna Esp.
4, Februar. Dr. Walther zeigt einen Falter von Pyrameis
atalanta, ab. klemensiewiezi Schille vor. Die Puppe wurde im
September v. J. bei Teplitz im Freilande gefunden und ist nicht
künstlichen Temperaturbeeinflussungen ausgesetzt gewesen. An-
dere gleichzeitig eingetragene Puppen ergaben der Stammform
angehörige Falter.
11. Februar. (5 Gäste anwesend.) E. Möbius spricht
über seine, im August 1913 nach dem Albulagebiet unter-
nommene Sammelreise. Standquartier wurde in Preda bezogen
und von dort aus wurden Exkursionen veranstaltet. Leider war
das Wetter diesen Unternehmungen nicht freundlich gesinnt und
dem Reisenden waren nur wenige sonnige Tage beschieden. Bald
stellte sich sogar Schnee und Kälte ein, wodurch der Sammel-
tätigkeit ein vorzeitiges Ende bereitet wurde. Der Aufenthalt
in Preda musste deshalb wieder aufgegeben und nach Bormio
aufgebrochen werden, dann ging die Reise übers Stilfserjoch,
das ebenfalls bei Schneetreiben überschritten wurde, nach Süd-
tirol. Ungeachtet der ungünstigen Witterungsverhältnisse gelang
es dem unermüdlichen, ausdauernden Sammelfleisse des Vor-
tragenden, besonders auch abends am elektrischen Lichte, eine
ansehnliche Reihe guter Arten einzufangen. Von dem in drei
Kästen vorgezeigten Sammelresultate seien hier einige Falter
genannt: a) vom Albula: Melitaea asteria Fır., Erebia manto
Esp. und ab. caecilia Hb., E. pharte Hb. und ab. phartina Stgr.,
Hesperia cacaliae Rbr., H. andromedae Wallgr., Agrotis hyber-
borea ‚ett., A. cuprea Hb., A. wiskotti Stndf., A. helvetina B.,
A. grisescens Tr., Hadena zeta Tr. und var. pernix H. G@.,
H. maillardi H. G., Plusia variabilis Piller, Gnophos zelleraria
Fır., Arctia quenselii Payk., Crambus furcatellus Zett., C. lucti-
Vereinsnachrichten. V
ferellus Hb., Cremnophila sedacovella Ev., Tinagma dryadis Stgr.,
Aristotelia heliacella H. S., Anchinia grisescens Frey. etc. b) von
Bormio; Erebia nerine Frr., Agrotis decora Hb., A. alpestris B.,
Bombyeia viminalis F., Crocallis elinguaria ab. trapezaria B.,
Epione paralellaria Schiff.,, Acalla hastiana ab. coronana Thnbg.
und ab. byringerana Hb., A. hippophadana Heyd., Depressaria
ocellana F. etc. c) von Bozen: Agrotis crassa Hb., Bryophila
muralis Forst, Callopistria latreillei Dup., Acidalia submutata
Tr., Ac. rubraria ab. bilinearia Fuchs, Ac. filicata Hb., Synopsia
sociaria Hb., Etiella zinckenella Tr., Dichrorampha simpliciana
Hw. etc.
25. Februar. K. Ayrer bringt eine Anzahl Faltır aus
Deutsch-Südwest-Afrika, die von unserem Mitgliede F. Johnson
auf Farm Gabus im Otavigebiete erbeutet wurden, zur Vorlage.
— K. Rüger spricht über „Paralellen zwischen der palaeark-
tischen und der neoarktischen Schmetterlingsfauna.“ Der Vor-
tragende weist auf überraschende Uebereinstimmungen und Aehn-
lichkeiten der Formen, Zeichnungen und Farben, anderseits auf
charakteristische Unterscheidungsmerkmale bei vielen Arten hin
und legt eine interessante Gegenüberstellung nahe verwandter,
aber den entgegengesetzten Faunengebieten angehörige Falter vor.
4. März. Dr. Walther teilt seine Beobachtungen über
Wärmeeinwirkung auf Schmetterlingszuchten mit. Er berichtet
zunächst unter Aufführung einer grossen Reihe von Versuchen
über die Abkürzung der Puppenruhe, die er durch Wärme-
einwirkung erzielt hat und die oft nur bis zu einem Drittel der
Norm betrug. Hieran schliesst sich die Mitteilung über die
Aufzucht von Raupen in einem einfachen Wärmeapparat. Das
Nähere hierüber ist in dem Artikel „Ueber die Zucht von Arctia
cervini Fall.“ dieses Bandes p. 26—31 zu ersehen. Es werden
noch mehr Zuchterfolge angeführt, die zum grossen Teile ebenso
günstig verliefen, sodass diese Zuchtmethode als eine recht aus-
sichtsreiche bezeichnet werden kann. Eine grosse Serie selbst-
gezogener Arct. cervini Fall. wird zum Schlusse vorgezeigt.
18. März. (6 Gäste, darunter 4 Damen, anwesend.) W.
Petzold schildert Wanderungen seiner Brüder in den Tiroler
Hochalpen. Die Hochtouristen besuchten zunächst die Brenta-
gruppe und bestiegen in der Ortlergruppe den Cevedale, die
Königs- und die ÖOrtlerspitze, zuletzt wurden noch Bergtouren
in den Oetztaler-Alpen unternommen. An der Hand zahlreicher
trefflicher Lichtbilder werden den Zuhörern die Wunder des
Hochgebirges vorgeführt.
aval! Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
25. März. Dr. Walther zeigt eine Serie von Faltern
v. Argynnis lathonia L., die er z. T. mit Hitze, z. T. mit Frost
im Puppenstadium behandelt hat. Es sind hierdurch alle mög-
liche Aberrarationen entstanden, vom einfachen Zusammen-
fliessen mehrerer schwarzer Flecke bis zur Schwärzung ganzer
Flügelteile und schliesslich einem fast total schwarzen Falter.
Auf der Unterseite ist das Zusammenfliessen der Silberflecke
und deren Vergrösserung bemerkenswert.
8. April. (5 Gäste anwesend.) Prof. Heller spricht über
seine vorjährige Sommerreise nach Tirol. Der Vortragende
schildert zunächst kurze Aufenthalte, die in Regensburg, Inns-
bruck, Mittenwald und Klausen genommen wurden. Längere
Zeit verweilte der Reisende in Gufidaun und St. Peter im
Villnösstale. Von Blumau aus wurde das Tiersertal, später
Weisslahnbad und die Grasleitenhütte im Tschamintale besucht.
In zahlreichen sehr outen, selbst angefertigten Lichtbildern
werden die besprochenen Gegenden veranschaulicht. Besondere
Bewunderung erregen die prächtigen Bilder von den wildzer-
klüfteten Geisslerspitzen und dem hochragenden steilen Gras-
leitenturme. Voraus gingen Städtebilder, sowie Bilder, die
Volkstrachten und -feste darstellten. Mit kurzen Angaben über
die entomologischen Fangergebnisse, besonders an Coleopteren,
beschliesst Redner seine Ausführungen. — K. Ayrer legt ein
Zuchtergebnis von Epicnaptera tremulifolia Hb. vor; R. Zerling
zeigt lebende überwinterte Raupen von Lycaena icarus Rott.
29. April. E. Möbius teilt folgendes mit: Während seines
Bozener Aufenthaltes im August v. J. fand er im Sarntale in
den Schoten von Colutea arborescens (Blasenstrauch) zwei ver-
schiedene Arten kleiner Raupen. Die einen wurden als die
Pyralide Etiella zinckenella Tr. erkannt. Die asselförmige Ge-
stalt der anderen Raupen liess zwar auf die Zugehörigkeit zu
den Lycaeniden schliessen, die Art jedoch war zunächst nicht
zu ermitteln, bis dann im April d. J. aus drei Püppchen Lycaena
minima Fuessl. schlüpften. Ueber das Vorkommen dieses
Bläulings in den Schoten von Colutea ist bisher noch nichts
bekannt geworden. In der entomologischen Literatur findet man
meist übereinstimmend Anthyllis (Wundklee), Coronilla (Kronen-
wicke), Lotus (Schotenklee) und Melilotus (Steinklee) als Futter-
pflanzen angegeben. — Dr. Walther legt einen Kasten mit
Schmetterlingen vor, die von einem Laien in Schässburg (Un-
garn) erbeutet worden sind.
13. Mai. E. Möbius zeigt Euchlo& belia v. simplonia Frr.,
die nach dreimaliger Ueberwinterung geschlüpft sind. Die er-
Vereinsnachrichten. VII
wachsenen Raupen wurden im Sommer 1911 bei Zermatt ge-
sammelt, sie verpuppten sich noch während der Reise. Der
grössere Teil der Puppen ergab im Frühjahr 1912 die Falter,
eine kleinere Zahl schlüpfte 1913 und ein geringer Rest im
Mai d. Js. Eine derartige Verschiedenheit in der Entwicklung
der einzelnen Individuen ein und derselben Art, auf Grund-
lage völlig gleicher Lebensverhältnisse, zählt zu den eigentüm-
lichen und rätselhaften Erscheinungen, für die keine Erklärung
gegeben werden kann.
27. Mai. R. Zerling macht Mitteilung über die Auf-
findung der Raupen von Chrysophanus dispar var. rutilus Wernb.,
die ihm Mitte Mai d. J. im havelländischen Luch bei Nauen
glückte. Die Raupen sassen zumeist an den Rippen der Blatt-
unterseite des krausen Ampfers (Rumex crispus).. In den
Schmetterlingswerken und Raupenkalendern findet man nur R.
aquaticus als Futterpflanze angegeben. Lebende Raupen, Puppen,
sowie auch eine grössere Anzahl rutilus-Falter, letztere aus ver-
schiedenen Faunengebieten stammend, gelangen zur Vorlage. —
Ferner werden noch eine Anzahl Lycaena icarus $ ab. caerulea
Fuchs, als Ergebnis einer Kellerzucht vorgelegt. — Hofrat Prof.
Heller zeigt aus der Königl. Museumssammlung 2 Bastarde:
Malacosoma neustria L. S > M. franconica Esp. $, u. M. neustria
L. x M. castrensis L. $, sowie einige aberrative Drymonia
trimacula Esp.
3. Juni. R. Seiler gibt einen kurzen Bericht über den
Verlauf seiner Reise, die er in der zweiten Maihälfte d. J.
nach Wien, Graz, Triest und Regensburg unternahm. Leider
war das entomologische Sammelergebnis infolge anhaltenden
Regenwetters und der noch zu frühen Jahreszeit ausserordentlich
gering. Die erbeuteten Falter sollen später nach beendeter
Präparation zur Vorlage gelangen. — Vorgezeigt werden Kokons
einer kleinen Schlupfwespenart, die in wabenartige Pakete ver-
einigt an Pflanzenstengeln angeheftet sind. Wirtstiere der
Wespenlarven waren Raupen von Boarmia repandata L., die schon
durch langsames Wachstum, gegenüber den nicht mit Parasiten
behafteten Raupen aufgefallen waren. — (. Ribbe zeigt Falter
von Papilio kühni, E. Möbius Falter und eine grössere Anzahl
Puppen und Raupen von Nudaria mundana L. Die Raupen
leben an grünen Flechten und Algen, die an Baumstämmen
und Felswänden in schattigen und feuchten Tälern wachsen.
10. Juni. R. Zerling hat einen Kasten Lycaeniden mit-
gebracht, der mehrere interessante Falter enthält. Besonders
auffallend ist ein L. bellargus Rott. $ durch sehr dunkle,
VIII Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
beinahe schwarze Färbung und schwachen blauen Anflug. Am
bemerkenswertesten sind die Flügelunterseiten, auf denen die
Augen und Punkte in nur noch geringfügigem Masse vorhanden
sind, wodurch das Stück der ab. cinnides Stgr. sehr nahe kommt.
Der Falter wurde in Regensburg gefangen. — Hofrat Prof. Dr.
Heller demonstriert eine lebende Insektenfalle aus dem Pflan-
zenreiche, nämlich die in der Umgebung Dresdens häufige Drosera
rotundifolia L., Sonnentau. Die langgestielten, fast kreisrunden
Blattscheiben sind mit einem Kranze von Drüsenhaaren besetzt,
die einen wasserhellen, klebrigen Saft absondern, der in Tropfen-
form an den Spitzen der Haare hängt. Kleinere Insekten, wie
Mücken und Fliegen, bleiben beim Besuche dieser Moorpfianze
an den Haaren hängen, und durch die Bewegungen des In-
sektes wird auf das Blatt ein Reiz ausgeübt, der sodann eine
Schliessung über dem Opfer bewirkt. — A. Winckler hat im
Sommer 1913 Raupen von Euchlo@ cardamines L. eingetragen,
die hieraus erzielten Falter werden vorgelegt und dazu bemerkt,
dass 3 Puppen z. Zt. noch nicht geschlüpft sind; ihr gesundes
Aussehen lässt aber vermuten, dass diese Puppen nicht abge-
storben sind, sondern einer abermaligen Ueberwinterung entgegen-
gehen. Eine derartige Entwicklungsverzögerung ist nach M. Pabst
(Gross-Schuppenflügler der Umgegend von Chemnitz, 1884) bei
dieser Pieride zwar schon festgestellt worden, sie scheint in-
dessen nicht so häufig einzutreten, da sie vom Berichterstatter
bei deı mehrfach wiederholten Zucht dieser Art bisher noch nicht
beobachtet worden ist. — Von Macrothylacia rubi L. wird ein
Eigelege nebst den daraus geschlüpften kleinen Schmarotzer-
wespen vorgezeigt.
17. Juni. E. Möbius berichtet über eine Zucht von
Boarmia repandata L., die rund 75 °/, der melanistischen Form
ab. nigricata Fuchs ergab, während von der Stammform nur
etwa 250/,, und ein Exemplar der ab. conversaria Hb. schlüpf-
ten. Die schönen, tiefschwarzen, nur mit wenigen helleren
welligen Saumlinien gezeichneten Falter gelangen zur Vorlage.
24. Juni. Von G. Kretzschmar werden aus dem Ei
erzogene erwachsene Raupen von Acronicta alni L. vorgeführt.
19. August. Hofrat Heller bringt einen Bockkäfer: Ves-
perus strepens F. zur Vorlage. Die Käfer wurden von Dr. Wal-
ther und E. Möbius in St. Martin-Vesubie, Alp. marit. in Mehrzahl
am Lichte gefangen. — R. Müller zeigt einen Zweig mit zahl-
reichen Gespinsten von Gastropacha quereifolia L.
30. September. E. Möbius erbeutete im September am
Lichte eine grössere Zahl Episema glaucina Esp., darunter
Vereinsnachrichten. IX
mehrere der var. dentimaculata Hb. zugehörige Stücke. Die
Falter gelangen zur Vorlage, ebenso einige aus Weidenkätzchen
erzogene Xanthia ocellaris Bkh., die durch von normalen Stücken
abweichenden Flügelschnitt beachtenswert erscheinen.
28. Oktober. E. Möbius legt das Ergebnis einer Zucht von
Parasemia plantaginis L. vor. Der mütterliche Falter, dem die
Zucht entstammt, wurde im Juli d. J. im Boreon-Tale bei St.
Martin-Vesubie, Südfrankreich, gefunden. Neben mehreren nor-
malen Tieren sind eine Reihe stark aberrativer Falter, zumeist
der Spielart ab. matronalis Frr. angehörig, geschlüpft. Höchst
interessant sindeinige Falter mit beinahe zeichnungslosen, fast
ganz schwarzen Hinterflügeln.
Von sonstigen Vereinsveranstaltungen ist ferner noch kurz
folgendes zu berichten:
Am 17. Januar feierte der Verein das 52jährige Stiftungs-
fest durch ein gemeinsames Abendessen, das bei ernsten und
heiteren Ansprachen, sowie musikalischen Darbietungen in fröh-
licher Stimmung verlief.
Am 42. Mai fand, von prächtigem Wetter begleitet, ein
Ausflug mit Damen statt. Die Wanderung führte von Edle Krone
durchs reizvolle Seerental in die im frischen Frühlingsschmucke
prangenden Grillenburger und Tharandter Waldungen.
Dresden im Dezember 1914.
A. Winckler, z. Zt. Schriftführer.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Alphabetische Liste
der in diesem Bande
neuaufgestellten und besprochenen Arten, Varietäten und
Aberrationen.
(Neue Arten sind gesperrt, neue Var. und Ab. kursiv gedruckt.)
Abrostola
asclepiadis Schiff.
Acalla
eristan. v. albipuncta. Steph.
Acıdalia
asellaria Ht.
calunat. v. valesiaria Pg.
contiguaria Hb. .
flaveolaria Hb.
strigilaria Hb.
vesubiata Mill.
Acrobasis
consociella Hb.
tumidana Schff. .
zyziphella Rbl.
Acronicta
ZCELISCT
Adela
tancrei Saub. .
viridella Sc. .
Agdistis
adactyla Hb. .
Aglossa
actenioides Rbl.
exigualis Chret. .
gracilis Rbl.
pinguinalis L.
Agrotis
alpestris B.
decora Hb.
elegans Ev. .
forcipula Hb. .
janthina Esp. .
primulae Esp.
renigera Hb. .
saucla Hb. .
Seite
simplonia Hg.
Alueita
ischnodactyla Tr.
pentadactyla L.
Amicta
ecksteini Led. .
Amphidrina
nitida Püng.
Anacampsis
vorticella Se. .
Anaitis
bohatschi Püng.
praeformata Hb.. .
simpliciata Tr.
Anarsia
lineatella Z.
Ancylis
mitterbacheriana Schff.
siculana Hb. . .
Ancylodes
fuscovenella Rag.
pallens Rag.
Ancylosis
cinnamomella Dup. .
flammella Rag.
maculiferella Stgr. .
Anorista
gilvella Rag. .
Aphomia
sociella L. .
Apiletria
nervosa Stt.
Apopestes
cataphanes Hb.
Seite
. 246
. 249
Die Namen aus: Courvoisier, Synonymie des Genus Lycaena sind
nicht im Register aufgeführt.
Alphabetische Liste.
Tr
Apterona
erenulella Brd.
Arctia
cervini Fall,
maculosa Gern.
Argynnis
amathusia Esp,
pales Schiff. ö
Argyresthia
certella Z. . .
fundella FR.
mitndella E. - . .
Arhopala
abseus Hew.
n„ nava Frh. .
». oghatinna Frh.
adatha sostrata Frh.
aeeta Nic.
ammon Hew.
» ammonides Doh. .
n ehunsu Frh.
„._ hammon „
anniella husaina Frh.
apidanus ahanus Doh..
„ antipazxus Frh.
" arahat ”
» berossus 5
) cames )
a himna n
” iriya ”
5 kartaphilus ,,
s phalakron „
. virıbus ’
’ zisuthrus „
ariel Doh.
" „. . asakurae Mats.
asoka vaya Frh.
aurea Hew. . . 5
» borneensis Beth.
„ trogon Dist.
azata pangeran Frh.
bazalus nebenius Frh.
» pratinas Frh.
birmana corthatha Frh.
diardi almansor Frh.
amha
asatha .
imperiosa
zilana:. .
elagabulus Frh...
eumolphus Cr.
”
adonias Hew. h
Seite
eumolphus aristomachus Frh.
5 eaesarion
» caesetius
: elis
a farquhari Dist."
. Buu Hew.
R sanherib Frh.
A siroes *
ellenore Doh.
# maxwelli Dist.
> staudingeri Semp.
tagore Frh.
eupolis phitron Frh.
fulgida batıs n
n tenea n
»„ tyala ”
„ zohar ’
horsfieldi Pag.
R basiviridis Nie.
n biru Frh. .
E eurysthenes Frh.
n herodianus „
a leokrates .
vellanus n
irma Frh.
malayica fundania Frh.
mindanensis ziensis Frh., .
morphina sidicina Frh.
phaenops termerion Frh.
sacharja Frh. 2
sandakani aytonia Frh.
tounguva Sm. . .
Athetis
grisea ». apatetica Püng. .
scotoptera Püng.
Atychia
fallax Stgr.
pumila Ö. ?
Bactra
lanceolana Hb.
robustana Chr.
Boarmia
abstersaria B.
gemmaria Brhm.
repandata L.
Borkhausenia
albilabris Z. .
augustella Hb.
minutella L.
tinctella Hb.
tripunctana Hw. .
unitella Hb.
XI Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Seite
Bryomima
inextrita Püng. (extrita
Hmp.) 55
Bryophila
galatheamMillal nee de. an2az
Bryotropha
SrEnı Sal m 102806
senectellagzu 2. 0272.07. 222286
Buceulatrix
frangnlellarGoezı. 0.2...00289
Cacoecia
lecheana L. St
sarthana Rag. . 272
sorbiana Hb. EL,
strigana Hb. 7
»ylosteana,l... .. Ü
Callimorpha
quadripunctata Poda . . . 254
Callopistria
laseellerDup: DW 02248
Calophasia
platyptera Esp.. . . . . 249
Caradrina
exieuanHib. le er len a 248
eilya DonzQ.neatı 12002000248
respersa, Ha.) Eınanr., 2025248
Carpocapsa
splend. v. reaumurana Hein. . 284
Catocala
kusnezowa.Püung. 2.2.48
Cedestis
farınatellasiem.. I.) un 2un28H
gysselinella Dup. .u,... 12.2.1285
Cerostoma
albıdorsella Stgr. . . . . 276
exeisellan bed nun 0.0.0 1722976
satellitella Stgr.. . . . . 276
vatella,. 2.9. . 276, 286
ab. carbonella Hb. . . . . 286
Chamaesphecia
koshantschikovi Püng... 54
Chamyla
vecors Püng. . 54
Charaxes (Eriboca)
cognatus Voll. . . 255
Cheimatophila-
tortieelawHib. 2 un. Ai. 8
Chilo
brevipalpellus Zerny . . . 260
an
fallax Mn. 5
Chimabache”
fagella F. . .
phryganella NN
Chloroclystis
rectangulata L.
“Chry sophanus
hippoth. v. eurybia O.
virgaureae L.. .
Cledeobia
moldavica Esp.
Cleogene
lutearia F..
Cleophana
antirrhinii Hb.
yvanii Dup.
Cnephasia
abrosana Dup.
argentata Cl.
canescana Gr. . 5
incert. minorana HS.
luctuosana Rbl.
obsoletana Kenn.
pasivana Hb. .
virginiana Kenn.
wahlbomiana L. .
Coenonympha
iphis Schiff. .
pamphil. ab. albinot.
Coleophora
acrisella MI. .
albicostella Dup.
albitarsella 2 . .
alcyonipennella Koll.
badiipennella Dup. .
botaurella HS. . .
brevipalpella Weck. .
caespititiella Z.
conizae Z.
conspicuella Z.
currucipennella Z.
lutipennella Z.
olivacella Stt.
onobrychiella Z. .
orbitella Z.
oriolella Z.
nn Hb.
solitariella Z.. .
virgatella 2. . .
Seite
RT
11,
Alphabetische Liste. XI
Seite Seite
vulnerariae Z. „ cleona luciplena Frh. . 92
SEE... 107.1 fnlvus Ribb. lt 83
Colias ishma Btlr. : 9
crocea ab. micans Kon. 17 „ libussa Frh. 97
phicomone Esp. . . 244 ) a » ; hi Br
hylı ‚ tontoliensis Fr
ale " ultramontana Mart. 99
alcella Schulz . SER KeroideseM: 91
eontractana Z. ‚273 a Feld. ; 85
hartmanniana Cl. 8 gr
hybridella Hb. 8 Bra conspicua Btl. 85
; limniace makassara Mart. 92
littorana Galv. 8 ; h
Consank lotis celebensis Stgr. 87
Rn: eu: a IN „ meridionigra Mart. 92
ae ud by malossona Frh. 87
Coreyra melissa Cr. . 91
nidicolella Rbl. (? cepha- „ _ goana Mart. 92
lonica) 260 menadensis Moore 94
Cossus Dendrolimus
COSSUS E ie . 255 pini L. ; . 246
rambus Depressaria
cassentiniellus 5 ee: Kl. ? 10
ran % 1 homochroella Ertch. A:
a he iferella Chr. 2
craterellus Sc. » Sen Dgl. 10
geniculellus Hw.. u selini Hein. 10
inquinatellus Schff. N venosulella Möschl. 278
lythargyrellus Hb. . 281 Diadochia
myellus Hb. } 6,3 :alis Pü 43
pinellus L. . | a alnıns me: 43
pratellus L. Werd a ,
tristell. ab. paleella Hb. 282 Dianthoecia
» „ab. fuscelinellus Stph. 282 caesia Bkh. . 247
uliginosellus Z. . 5 Diasemia
Cteipolia a en Re 6, 282
isotima Püng. . 41 ichelia
Cueullia gnomana (I. 282
gnaphalii Hb.. . . . 249 grotiana F. 7
santon. v. odorata Gn. 249 Dichrorampha
Cybolomia alaicana Rbl. 276
fulvomixtalis Zerny . 272 tanaceti Stt.
Cynaeda Dipsosphecia
dentalis Schiff. 6, 272 tenebrosa Püng.. DD
Danais _ Dipterygia
affinis fulgurata Btl. . 89 scabriuscula L. 248
albata kükenthali Pag. 94 Discestra
ni az Frh. er eremistis Püng. 54
archippus »vsness;
choaspes Btlr. rw 90 Hlsla DHEn 955
» kalawara Matt. . 91 BESTE #r
chrysippus L. 80 Eilierinia
2 gelderi Sull. s1 unimacularia Püng. . 50
XIV Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Seite Seite
Elachista Epischnia
apieipunctella Stt. 238 prodromella Hb. . 5
argentella Cl. 11 REISDa ee 5 261
dispunctella Dup. 288 Erebia
griseella 2. . = 288 ceto Hb. U): 245
nigrella Hw. 11, 288 epiphron v. cassiope Be 1594
pollutella HS. . 11 R vogesiaca Goltz . . 107
pomerana Frey 11 euryale Esp. 245
rudectella Stt. 11 goante Esp. r 245
Ellopia sorgophone Bell. 244
prosap. v. prasinaria Hb.. . 253 ligea v. permagna Frh. 245
Ematheudes stygne OÖ NEUN: 245
punctella Tr. . 5 „ guttata Goltz 107
Endotricha tyndarus Esp... 245
flammealis Schiff. 6 Eromene hl
Endrosa ocellea Hw. . . 271
R : > superbella Z. . )
aurita v. ramosa F. 254 Btiell:
Epermenia ne :
Es zinckenella Tr. . 9, 261
pontilicella Hb. 10 ® ı
5 Euchlo&
Ephestia belia Cr. ERDAR
cautella WIk. . . 260 euphenoides Stgr. . . 244
figulilella Gregs. 260 Falle A 4.4299
Sp. N > „ lueida Shelj. 32, 230
Epiblema " seitzi Röb. 32, 252
agnatana Chr. . 275 Euchloris
brunnichiana Froel. 1.284 pustulata Hufn. 249
fuchsiana Rissl. a smaragdaria F. 249
fulvana Stph. . 2015 Eulia
graphana Tr. . ..275 politana Hw. . 7
haberhaueri Kenn. 275 omalı
kochiana HS. ? 8 AU LOCH
luctuosana Dup. . 8 anthracinalis Se. 12
modicana Z. 8 Euploea
nisella Cl. B 275 diananBilr. 2 mer 105
ab. decorana Hbh. 284 » fruhstorferi Röb. 105
ab. pavonana Don. 284 » horsfieldi Feld. 105
proximana HS. 284 „ kirbyi Feld. . 105
simploniana Dup. 284 „ tombugensis Frh. 105
thapsiana Z. 275 latifasciata Weym.
tripunctana F. ) — ribbeı Röbrr 103
Et leachii Feld. 2 101
Alıde Be 95 = coracina Hopf. . . 102
Sr ; „ albiplaga Frh. 103
Epinephele Euterpia
Iyeaon Rott. . . . 245 laudetisB. 0 249
ab. albinot. 15 5
i ; Euxanthis
Epiparasia hamana L. 274
longivitella Rbl. 276 magnificana Rbl. 973
Epipsilia meridiana Stgr. 274
proterva Püng. 54 perturbana Kenn. 274
ramessana Rbl.
zoegana L..
Euxoa
disturbans Püng.
= turbans Hamp. .
impexa Püng. .
norvegica Ster.
Euzophera
alpherakyella Rag. .
lunulella Costa
Evergestis
extimalis Se. .
politalis Schiff.
sophialis F.
Evetria
buoliana Schff.
Gelechia
atriplicella FR.
distinctella Z. .
elutella Z. .
ericetella Hb. .
moritzella Hb.
nierar Hiwee.2 2.
Geometra
papilionaria L. . B
Glyphipter yx
thrasonella Se. >
Gnophos
ambiguata Dup. .
glaucinaria Hb. B
v. plumbearia Stgr..
mucidaria Hb.
myrtillata Thbg..
pullata Tr.. ;
sproengertsi Püng.
Gonepteryx
cleopatra L. 5
Gracilaria
alchimiella Sc. .
hemidactylella F.
rhodinella HS.
Grapholitha
coniferana Rtzb. .
fissana Froel. .
inquinatana Hb. .
juniperana Mill. .
perlepidana Hw..
succedana Froel. .
Hadena
-anilıs B.
Alphabetische Liste.
Seite
. 267
51, 253
funerea Hein. .
lithoxylea F. .
Hadula
contempta Püng.
impia Png. = zetina Stgr.
Heliothela
atralis Hb. var. .
Hemerophila
nycthemeraria HG. .
Hesperia
struvei Püng. .
Hestia
blanchardii March. . .
„ djampeana Frh. .
„ garunda Frh. .
„ kümRn.e.
„ marosiana Frh.
„ munaensis Frh.
„ paluana Mart..
„ Phlegeton Frh.
„ suUayara Mart..
Heterographis
faustinella Z. .
oblitella Z..
Holcopogon
psameticellus Rbl.
Homoeosoma
nimbella Z.
sinuella F. .
Horaga
moulmeina Moore
„ chalcedonyx Frh. .
„ eorniculum Dr.
„ decolor Stgr.
„ halba Dist..
„ holothura Swin.
„ joloana Frh.
„ onychina Stgr.
„ paullus Frh.
„ Privigna Frh...
„ sardonyx Frh..
„ zuniga Frh.
onyx Moore
„ arta Frh. ENRS
„ eingalensis Moore
inari Wil.
onyxitis Frh.
Hypercallia
eitrinalis Se.
10
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1914,
XX
XVI Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Hypochalcia
lignella Hb. E
Hypogryphia
uncinatella Rag.. .
Hyporotasa
allotriella HS.
Hypotima
binotella Thbg.
ee
costalis F. . .
Jaxartia
elinguis Püng.
Ideopsis
oenopia Fld.
vitrea Blch.
arfakensis Frh.
Illiberis
laeva Püng.
Incurvaria
muscalella F. .
tenuicornis Stt.
Ino
globulariae Hb.
mystrocera Püng.
statices L. .
Isochlora
leuconeura Püng.
Larentia
achromaria Lah. .
affinitata Stph.
albulata Schff.
alchemillata L.
aptata Hb..
caesiata Lang.
cognata Thbg.
cuculata Hufn.
designata Rott.
flavofasciata Thbg. .
fluviata Hb.
frustata Tr.
hydrata Tr.
infidaria Lah.
minorata Tr. .
molluginata Hb.
nebulata Fr.
v. mixtata Stgr. .
obliterata Hufn.
olivata Bkh.
riguata Hb.
salicata Hb.
Seite
Seite
silaceata Hb. . . 251
sordidata F. . . 251
tophaceata Hb. . 250
variata Schiff. . 250
verberata Sc. . . 251
Lasiestra
meraca Png. = extrita Stgr. 55
Lasiocampa
quercus L. . . ! . 246
Leeithocera
luticornella Z.. 10
Lemonia
tancrei Püng. . 38
Leucania
lythargyria Esp. . 248
Libythea
celtis Laich. ab. nov. 15
Lipoptycha
cinerosana HS. . . . 276
incursana HS. . 285
plumbana Sc... . 285
Lithocolletes
carpinicolella Stt. . 288
comparella 2... . 289
connexella Z. . . 288
cydoniella F. . . 288
geniculella Rag. . . 288
heegeriella Z.. . 288
parisiella Weck. a
salictella Z. . 288
sorbi Frey. . . 288
spinolella Dup. . 288
tristrigella Hw. . . 289
Lobophora
sabinata HG. . . . 250
Luffia
lapidella Goez. 12
Luperina
dumetorum HG. . . 247
Lycaena
alcon F. . . 245
amandus Schn. . 245
argus favodentata Stand... . 119
argyrognomon
Ta Staud. . 15
arion L.. . 246
damon Schiff. . . . 245
eumedon sar ykola Shelj. 21
Lycophotia
oreas Püng. Er 54
Lymantria
dispar alba Staud.
Mamestra
persicariae L.. .
renati Ob. (magdalene)
treitschkei B.
Mania
maura L.
Megacraspedus
argyroneurellus Stgr.
binotellus F. :
Melathrix
praetextella Chr.
Melitaea
arduinna avinovi She]j.
aurinia v. u B.
didyma 0...
phoebe Knoch
Metzneria
intestinella Mn.
Miana
bicoloria Vill..
literosa Hw.
Micropteryx
ammanella Hb.
thunbergella F.
Miona
murinata aterrima Staud. .
Monopis
ferruginella Hb. .
rusticella Hb. var.
Mythimna
imbecilla F. b
Narycia-
monilifera Geof. .
Nemophila
noctuella Schff.
Nemophora
pilulella Hb.
Nemotois
aerosellus Z.
metallicus Poda .
Nephopteryx
ochriplaga Rbl. :
Nepticula
argentipedella Z.
basiguttella Hein.
floslactella Hw.
trimaculella Hw.
Alphabetische Liste.
12,
Seite
16
waeweri Stt. -
Notocelia
roborana Tr.
Nudaria
mundana Z.
Nyctegretis
achatinella Hb. . .
Nymphula
nympheata L. -
stratiotata L. .
Oenogyna
parasita Hb. B
Oegoconia
quadripuncta Hw.
Olethreutes
arcuella Cl.
nigricostana Hw.
stibiana Gn.
variegana Hb. .
Oreopsyche
vesubiella Mill.
Orneodes
hübneri Wllgr.
zonodactyla Z.
Ortholitha
bipunctaria
v. octodurensis Farr.
Oxyptilus
kuldschaensis Rbl.
parvidactylus Hw.
Pamene
gallicolana Z.. .
pinetana Schläg .
splendidulana Gn.
Papilio
alexanor Esp. .
Parasemia
plantaginis L.
Parnassius
apollo L. .
delphius eretatus Shelj.
4 hunza Gr. Gr.
” jacobsoni Avin. .
a kiritshenkoi „
Perigrapha
hoenei Püng. . }
Phibalaptery X
aemulata Hb.
= “
xvil
Seite
calligraphata HS. . 252
tersata Hb. . . 252
vitalbata Hb.. . . 252
Phlyctaenodes
aeruginalis Hb, 2.2 ,e.. 20446
palealis Schiff. . 272
stieticalisal.n u Semi.
Phyecita
gilvibasella Rag. 264
Pieris
napi napaeae meridionalis
patunae Stand. . . 18
Pionea
ferrugalis Hb. 6
forbeahs Le. 6
Platyedra
vilelar 2. . 267
Platyptilia
brachymorpha Meyr. . . .
rhododactylanBer ee
Platytes
alpınellus Elbe 22 00222262
cerusellus Schiff. SE)
Pleurota
arıstellanle Sr
pungitiella HS. IR)
Plodia
interpunctella Hb..% 7,9
Plutella
maculipennis ICxt., 23 ln... 79
Polia
tletaybBünp. 2 0 0.38
Polychrosis
botrana Schiff. 8, 282
Protasis
punetellanCosta . 2 2.79
Psecadia
auatluellasEib. 0. 2.022.710
nigripedella Rbl. . . „ .. 277
vattalbellasChr. 2 Sa. 8 2
Pseudohadena
adsiorupta Pung... .. 0... 44
evanida BI an on nt
seposita el SR 6)
Pseudopsyche
endoxantharbung... 1... 782
Pseudoterpna
pruinata Hufn, 249
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris.
Dresden 1914
Psorosa
dahliella Tr. 38
nucleolella Möschl.
Pterolonche
albescens Z. >
benesignata Rbl. .
Pterophorus
aegyptiacus Rbl.
monodactylus L. .
Pterothria
impurella Dup.
Pyralis
farinalis L.
a
cespitalis Schiff.
do. aberr. \ i
v. intermedialis Dup. -
eingulata L.
incoloralis Gn.
nubilalis Hb.
purpuralis L.
sanguinal. virginalis Dp. 5
Rhinosia
pallidipulchra Wlsgh. .
Rhizotype
inquieta Püng.
Rhyacionia
hastana Hb. .
Salebria
dionysia Z.. .
noctivaga Stgr.
semirubella Sc. -
v. sanguinella Hb. .
nsp.>
Satyrus
actaea Esp.
„ eordul. ab. albinot.
alcyone Schiff.
fer)
DD
(ef)
AANDANNN
DD
[ef]
[0 0]
un.
briseis saga violacea Staud.
hermione japudium Staud.
Schoenobius
forficellus Thbg.
Scythris
noricellus Z. . .
punctivitella Cost.
seliniella 2. .
unipunctella Rbl.
vagabundella HS.
SpEc.2. 5
10,
40
Alphabetische Liste.
EEE
Selagia
spadicella Hb.
Selidosema
modestaria Püng.
Semasia
tundrana Kenn.
Sesamia
uniformis Dudg. .
Sesia
ehrysidiformis Esp. .
ichneumiformis F.
Sidemia
johni Püng. .
koshantschikovi
Solenobia
manni Z. .
triquetrella BEO. -
Spintherops
depressa Püng. .
Stagmatophora
tririvella Stgr.
SDeCHe
Staudingeria
fractifasciella Rag.
Steganoptycha
nigromaculana Hw.
pergratana Rbl.
rufimitrana HS. .
trimaculana Don.
v. fuscana Sork. .
Stenoptilia
pterodactyla L.
Stilbia
nisseni Strz.
Sylepta
muralseScH an:
Symmoca
longipalpella Rbl.
Syria
biflexella Led.
pilosella Z. .
Talaeporia
tubulosa Ritz. .
Tegostoma
kabylalis Rbl. . .
Teichobia
. verhuelella Stt.
Seite
Teleia
vulgella Hb.
Tephris
eyriella Ersch. :
Tephroelystia
absinthiata Cl. Sn
breviculata Donz.
carpoph. v
denot. v. en HS.
distinetaria HS.
extraversaria HS.
fenestrata Mll.
gemellata HS.
impurata Hb..
innotata Hufn.
isogrammaria HS.
lariciata Frr. .
mayer. v. setaceata Dietz.
nanata Hb.
oblongata Thbe. .
oxycedrata Rbr.
plumbeolata Hw.
pumilata Hb.
semigraphata Brd.
silenicolata Mab.
succent. v. ligusticata Dhz. .
venosata F.
vulgata Hw.
Thalpochares
albivestalis Hmps. . .
polygramma Dup.
Thargelia
sitiens Püng.
Thaumetopoea
pityocampa Schff.
Theristis
mucronella Sc.
Tinea
fulvimitrella Sodof. .
fuscipunctella Hw. .
moeniella Roessl.
ragusaella Weck. .
spec. . R
Tineola
biseliella Hum.
biskra. v. vegyptiellal Rh. :
lutosella Ev. . a,
Topeutis
barbella F, ,
. eassandr aha Mm.
. 246
9
. 289
12
RK Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1914.
Tortrix
conwayana F.
loeflingiana L. .
v. ectypana Hb. .
pronubana Hb. .
viridana L.
Triaenoneura
albifascia Rbl. .
Trichophaga
tapetzella L. -
Usbeca
cornuta Püng.
Yponomeuta
malinellus Crt.
pee.
+
Seite
Zanclognatha
tarsipennalis Tr. . “7, 249
Zelleria
ribesiella Joan...» ara, 23
Zygaena
earniolican Sch 254
ab. berolinensis Stgr. . . . 254
ab. hedysarı Hb. 7 .2272..254
exulans Hochenw. . . . . 254
halarıs 0.07: "oe 20
ochsen. stoechadioides Staud. 16
scabiosae v. orion HS. . . 254
stoeehadis"Bkhyr 2 u
” dubia Dz. ab. nov. 16
transalpina Esp. . . . . „254
Vorstand
des Entomologischen Vereins ‚lris” zu Dresden.
Vorsitzender: Prof. Dr. phil. K. M. Heller, Dresden, Franklinstr. 22.
‘ Stellvertr.: Dr. phil. P. Denso, Hellerau b. Dresden, Auf d. Sande.
Schriftf.: Bausekretär Ad. Winckler, Dresden-Pl., Kaitzerstr, 137.
Stellvertr.: Dr. jur. G. Heusinger, Dresden N., Grosse Meissnerstr. 2.
Rechnungsf.: Kaufm. G. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Bücherwart: Amtstierarzt E. Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Redakteur: Dr. med. H. Walther, Dresden N., Böhmertstrasse 4.
Stellvertreter: Dr. med. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 3.
Sitzungen: Mittwochs 8t/, Uhr im Hauptrestaurant des Zoolog.
Gartens. Gäste stets willkommen,
Neuanmeldungen von Mitgliedern werden an den Vorsitzend. erbet.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
in den ersten drei Monaten eines jeden Vereinsjahres zu
zahlen (an den Rechnungsführer G. Kretzschmar).
Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen vergessen
haben, wird das zweite (Anfang Juli erscheinende) Heft gegen Nachnahme
des Beitrages zugesandt (soweit nach den betreffenden Ländern Nach-
nahme zulässig ist).
Die Zeitschrift erscheint in Vierteljahrsheften.
Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur
innerhalb der Frist eines Jahres, vom Erscheinen der betr,
Hefte an gerechnet, berücksichtigt werden.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Hefte und
Sonderdrucke unserer Zeitschrift zu halben Preisen mit Aus-
nahme von Band I, Heft 1—3, und Band VII und VIII, welche
vergriffen sind. Anfragen an den Bücherwart (E. Möbius,
Dresden-F., Schlachthofring 3) zu richten.
ie Gross-oehmelterlinne, der Erde
in Verbindung mit bedeutenden Gelehrten der Entomologie
herausgegeben von Professor Dr. Adalbert Seitz
vollständig in ca. 525 Lieferungen oder in 16 Bänden
erscheint in deutscher, englischer und französischer Sprache.
Das Werk umfasst 2 Hauptteile:
I. Hauptteil: palaearktische Fauna
vollständig in etwa 125 Lieferungen & Mk. 1.—.
Band I Tagfalter, gebd. Mk. 60.—.
Band II Spinner und Schwärmer, gebd. Mk. 45.- .
Band III Eulen, gebd. Mk. 55.—.
Band IV Spanner, ca. 15 Lfg. oder gebd. ca. Mk. NT
II. Hauptteil: exotische Fauna
vollständig in ca. 400 Lieferungen & Mk. 1.50.
Band V—VIlI amerikanische Fauna, ca. 140 Lieferungen
Band IX—XII indo-australische Fauna, ca. 170 Lieferungen
Band XII—XVl afrikanische Fauna, ca. 90 Lieferungen.
Die Einteilung der einzelnen Bände entsprechend dem I. Hauptteil.
Nach Erscheinen eines Bandes erhöhen sich die Preise um ca. 15°
»Als Band XVll wird ein Suplementband erscheinen, der Morpho-
logie, Biologie, Geographie und wichtige Ergänzungen des
Hauptteiles behandelt.
In beiden Hauptteilen werden auf ungefähr 1000 Tafeln rund 4000
Falter in vorzüglich kolorierten, naturgetreuen Abbildungen dargestellt,
Sämtliche Bände und Faunen des Werkes können einzeln be-
zogen werden.
Genau nach dem Seitz’schen Werke bearbeitet erscheint im
gleichen Verlage eine vollständige
Etiketten-Liste,
deren Ausgabe zunächst nur für den Palaearktenteil vorgesehen ist
‘und in einzelnen Blättern mit ca. 156 Namen erfolgt.
Für jeden ernsteren Sammler, für Bibliotheken und Institute
sind unentbehrlich die vereinigten entomologischen Blätter:
Entomolog. Rundschau — Insekten-Börse —
Societas entomologica.
Abonnementspreis nur Mk. 1.50, Ausl. 2.— bei 14täg. Erscheinungsweise.
Prospekte, Probetafeln und Probenummern versendet kostenlos der
dlntigarl Verlag des veitz’schen Werkes (Hired Kernen)