WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE
DER SCHWEDISCHEN ZOOLOGISCHEN EXPEDITION
DEM KILIMANDJARO, DEM MERU
DEN UMGEBENDEN MASSAISTEPrEN
DEÜTSCH-08TAFRTKAS
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1905— 190G
UNTER LEITUNG VON
PROF. DR. YNGVE SJOSTEDT
HEUAUSGEGEBEX MIT UNTERSTÜTZUNG UEK KÜNIGL. ^JCHWEDISC'HEN
AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
Nicht im Biiclihandel.
WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE
DER SCHWl'.DTSCHEN ZOOLOGTSCITEX EXPEDITION
DEM KILIMANDJARO, DEM MERU
DEN ÜMaEBENDEN MASSALSTEPPEN
DEUTSCH-OSTAFIUKAS
1905—1906
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PROF. DR. YNGVE SJOSTEDT
HERAUSGEGEBEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON ÜKR KÖNIGL. SCHWEDISCHEN
AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
1. BAND
ABTEILUNG 1—7
J[IT 31 TAFKI.N; 848 SKrTKX.
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I'. PAI,M<illSTS AKTIEIiOLAO, STOCKHOLM I'JIO
1. Band.
INHALT.
.Seite.
1. Tonvort. Die Tierwelt der Steppen und Berge. Die Ml-idiuun^i-HöMen
hei Tanga. Die Bevölkerung- des Kilimaiuljaro-Meru Gebiets. Mit 13 Tafeln
und einer Karte. Von Yngve Sjöstedt 1 — 80
2. Mammals, witli 7 plates, by Einar Lönnberg 1 — 72
3. Yögel, mit 5 Tafeln, von Yngve S.töstedt 1—184
4. Reptilia aud Batrachia, with 1 plate, by Einae Lönnbeeg 1 — 28
5. Fislies, by Einar Lönnberg 1 — 8
6. Mollusca, mit I Tafel, von Adolf d'Ailly 1 — 34
7. Coleoptera, mit 4 Tafeln. S. 1—442.
1. Diftiscidce, Gyrinida, Hydro]}}iilidcr, par M. Eegimbart 1 — 12
2. Histeridce, by G. Lewis ... 13 — 16
3. Bitprestidce, par Gh. Kerremans, Taf. 1 17 — 32
4. Bostri/chidce, par Pierre Lesne 33 — 38
0. Copyopliaga, von Carl Felsche, Henri d'Orbigny, Adolf Schmidt 39 — 56
6. EJateridrc, von Otto Schwärz 57 — 68
7. Cleridce, Erotylidce und Endomyclüdce, von Sigm. Schenkling, Taf. 2 69 — 78
8. StaphyUnidce, von F. Eichelbaum, Textfig. 1 79 — 94
0. Apionina, von Hans Wagner 95 — 104
10. Mcdacodermata, par J. Bourgeois, Taf. 3 105 — 138
11. Ceramhyeidce, von Chr. Aurivillius, Textfig. 1 — 6 139 — 152
12. Chri/somelidee und Coccinellidcp, von J. Weise, Taf. 4 153 — 266
13. Cassidce, von Franz Spaeth 267 — 288
14. Lagriidce und Cantharidce, von F. Borchmann 289 — 308
15. Clavicornes, par A. Grouvelle 309—334
16. Brenihidce, von Hilmar v. Schönfeldt 335—336
17. Lucanidce, par H. Boileau, Textfig. 1—2 337—340
18. ScarabceidcB: Troginos, Melolonthinse, Eutelinge, Dynastinse, Trichiinte, Valginte und
Cetoniinaj, von H. Kolbe 341 — 362
19. Tenehrionidce, von Hans Gebien, Textfig. 1 — 16 363 — 396
80. Cicindelidce, von Walter Hörn 397 — 402
21. Curculionidce, von Chr. Aurivillius, Textfig. 1 — 8 403 — 436
Tafelerklärungen_ 6
1—442
31742
Das grosse Interesse, das man in letzterer Zeit der Erforschung solcher Teile der
Erde, die in dieser oder jener Beziehung noch unbekannt waren, gewidmet hat, hat, wie
allgemein bekannt ist, nicht am wenigsten Afrika gegolten. Es ist deshalb eigentümlich,
dass der, beinahe mitten unter dem Aequator belegne, höchste Berg dieses Weltteils, der
Kilimandjaro, mit seinen beständig mit Eis bedeckten oberen Teilen, seinen wechselnden
Zonen und Bedingungen für eine artenreiche Tierwelt vor dieser Reise bis auf einige,
hauptsächlich der höheren Fauna angehörende Gruppe zoologisch beinahe unbekannt
war, während er geologisch und botanisch von den Herren Professoren Dr. Hans Meyer
und Dr. Georg Voijcens auf eine hervorragende Weise erforscht worden ist.
Der Grund, warum dieser gewaltige, Europa schon 1848 durch den deutschen Mis-
sionär Johann Rebmann bekannt gewordene Berg in so wichtigen Teilen noch nicht ein-
gehend studiert worden war, dürfte in erster Reihe in den lange Zeit dort herschenden
unruhigen Zuständen, den immer wieder auflodernden Empörungen gegen die Weissen,
die zuweilen recht drohend aussahen, und vielleicht auch in dem traurigen Schicksal zu
suchen sein, das den ersten Zoologen, der sich hier niedergelassen hatte, betroffen hat.
Dieser, Dr. Kretschmer, wurde zusammen mit dem hier schon seit einem Jahre arbei-
tenden Geologen Dr. Lent 1894 auf einem Marsche durch die östlichen Landschaften in
Rombo Kerua von den Eingeborenen überfallen und getötet. Ohne Zweifel waren jedoch
auch später die Blicke mancher Zoologen auf diesen Berg gerichtet, und es galt rasch
einen Entschluss zu fassen, wenn man diese in hohem Grade lockenden Untersuchungen
ausführen wollte.
Der naheliegende Meru, der auch schon höher als der Riese Westafrikas, der Ka-
merunberg, ist, v.ar zoologisch so gut wie vollständig eine terra incognita.
Schon während der Ausarbeitung der zoologischen Resultate der 1890/92 ausge-
führten Reise in Westafrika, worüber über fünfzig Arbeiten veröffentlicht werden konnten \
lenkte die ostafrikanische Tierwelt, besonders die auf den hohen Bergen, oft meine Auf-
'■ Vergl. SjÖstedt, Übprsicht rlor Er.cobnisse einer zoologischen Reise in Kamerun, West-Afrika 1890-
1B92, Stockholm 1905, S. 1 — 99; nebst einigen späteren Teilen.
Sjösfedts Kilimandjaro-Mern Expedition. 1. ■ ^
2 SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MEUU EXPEDITION.
merksarakeit auf sich, und es entstand bei mir der immer lebhaftere Wunsch, eine neue
Afrikareise, und zwar jetzt nach den östlichen Teilen dieses Weltteiles, behufs vergleichen-
der Studien zwischen der Tierwelt des westafrikanischen Waldgebietes und des ostafrika-
nischen Steppengebietes, vorzunehmen.
Als Hauptzweck einer solchen Reise schwebte mir die Erforschung des Kilima-
ndjaro, des höchsten Berges nicht nur Ostafrikas, sondern des ganzen afrikanischen Kon-
tinents, vor, der, sich von der sonnendurchglühten Massaisteppe aus bis zur Region
des ewigen Schnees und Eises erhebend, mehrere durch Vegetation, Gelände und Klima
von einander abweichende Zonen bildet und dadurch mehr als jeder andere die Bedin-
gungen für eine abwechselnde und eigenartige Tierwelt bietet.
Von mehreren Seiten habe ich mich vor und nach dieser Reise eines sympatischen
Interesses zu erfreuen gehabt.
Se. MAJESTÄT DER KÖNIG GUSTAF, der hohe Beschützer der schwedischen For-
schung, damals Kronprinz-Regent, geruhte durch das Ministerium des Äusseren die Expedition
den deutschen Behörden zu empfehlen und ihr dadurch die Unterstützung dieser zuzusichern.
Für dieses ausserordentliche Wohlwollen und füi" das Interesse, das Se. Majestät auch
im übrigen dieser Expedition zu teil werden zu lassen geruht hat, statte ich in Unter-
tänigkeit meinen tiefgefühlten Dank ab.
Die wichtigen ökonomischen Voraussetzungen für die Reise wurden durch die gross-
artige Opferwilligkeit des Herrn Direktor Gustaf Palmquist gelöst, und nicht nur unser
Naturhistorisches Reichsmuseum, das die von der Expedition heimgeführten Sammlungen
erhielt, sondern auch die zoologische Forschung ist dem warmherzigen Mäzen hierfür zu
Dank verpflichtet.
Zur Vornahme der zeitraubenden Präparierung, besonders der grösseren Tiere, folgte
der mir schon seit vielen Jahren wohlbekannte Konservator Gunnar Sandberg mit, und
ich hatte, sowohl wegen der Geschicklichkeit und Tüchtigkeit, mit der er diese Arbeit
ausführte, sowie wegen seines rühmenswerten Benehmens während der ganzen Reise, allen
Grund mich zu dieser Wahl zu beglückwünschen.
Während meines Aufenthaltes in Berlin kurz vor der Abreise erhielt ich im Aus-
wärtigen Amt von dem damaligen Kolonialdirektor Dr. Stübel, dem ich durch unseren
dortigen Minister, jetzigem Minister des Äusseren Exe. Graf Arvid Taube vorgestellt wor-
den war, die Bestätigung, dass mir die deutschen Kolonialbehörden hilfreich zur Seite
stehen würden.
Im Ministerium konnte mir dagegen nicht die Erlegung gewisser, sonst zu schies-
sen verbotener ostafrikanischer Tierarten gestattet werden, da nur der Gouverneur von
Deutsch-Ostafrika persönlich eine solche Erlaubnis gewähren konnte.
Vom Kaiserlichen Gouverneur Graf v. Götzen, der durch das Auswärtige Amt von
meinem Ersuchen benachrichtigt worden war, erhielt ich bei meiner Ankunft in Tanga
die Vollmacht, je zwei Exemplare der sonst verbotenen Arten zu erlegen, eine Erlaub-
nis, die später für Zebras auf vier erhöht wurde.
SJOSTEUT, VOEWORT. 3
Bei dem Aufenthalt in Tanga vor dem Abmarsch ins Innere des Landes sowie
bei der Rückkehr dorthin vor der Heimreise wurde mir von den Beamten der Deutsch-
Ost-Afril\anischen Gesellschaft, bei welcher Firma stets eine Summe zur Bestreitung der
laufenden Ausgaben und für den Transport verschiedenen Gepäckes, das ich beim Ein-
marsch nicht mitnehmen konnte, nach dem Kilimandjaro deponiert war, das grösste Ent-
gegenkommen zu teil. Von diesen Herren gestatte ich mir besonders den Chef, Herrn
Paetow, seinen Nachfolger auf dem Chefposten, Herrn Klause, sowie den Kassier Herrn
Schock zu erwähnen.
Während eines kurzen Aufenthaltes beim Durchmarsch durch Äloschi wurden wir
von dem Chef der Station, Hauptmann Fonck, Leutnant Kramer u. a. gastfreundlich auf-
genommen.
Schon bei der Ankunft der Karavane in Kibonoto kam ihr Herr Richard Sauer-
brunn entgegen, der der Expedition dann fortdauernd in uneigennützigster Weise, soweit
es in seinen Kräften stand, besonders beim Aufführen der Station und Beschaffen von
Trägern für die Jagdzüge, half und entgegenkam.
Auch seitens der Missionäre wurde mir auf den Marschen um den Berg eine
gastfreundschaftliche Aufnahme bereitet. Eine solche wurde mir besonders in Schira vom
Missionär Bleicken mit Frau und in Kiboscho vom Pater Dürr sowie in Madschame
vom Missionär ÄIüller zu teil.
Bei der Rückkehr nach Schweden bewies der damalige Minister des Äusseren Exe.
Eric Trolle der Expedition sein Wohlwollen.
Allen denen, die meine Arbeit so auf die eine oder andere Weise unterstützt haben,
sage ich hiermit meinen wärmsten und aufrichtigsten Dank.
Endlich statte ich der Kgl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die durch
Unterstützung zur Herausgabe dieses Werkes beigetragen hat, meinen ehrerbietigen Dank ab.
Am 20. April 1905 wurde die Reise von Stockholm aus angetreten und am 2.
August 1906 betrat ich wieder den Boden Schwedens.
Die Reise ging über Hamlnu'g längs der europäischen Küste durch die Strasse von Gibral-
tar nach Lissabon, von dort nach Tanger in Älarocco hinüber, weiter über Marseille, Neapel, Port
Said nach dem Roten Äleer und an Aden vorbei längs der Küste Ostafrikas hinunter.
Am 1. Juni bekamen wir zum ersten Male die deutsch-ostafrikanische Küste in Sicht, und
bald standen wir nun glücklich auf dem Boden Ostafrikas und auf dem Platze an der Küste,
Tanga, der als Ausgangspunkt für den Älarsch in das Innere des Kontinents be-
stimmt war.
Die wichtigste Frage war nun die Beschaffung von Irägern, von denen für die über 3,5
Tonnen wiegende Ausrüstung ungefähr 120 erforderlich waren, aber die Hoffnung, schon hier
solche zu erhalten, wurde vollständig getäuscht. Durch Vermittelung der Deutsch-Ost-Afrika-
nischen Gesellschaft wurden nach mehreren Schwierigkeiten von Herrn Martienssen in
Älombo, einige Schwarze von der Küste mit einberechnet, etwa 80 Träger erhalten, mit denen
am 15. Juni der Marsch durch Usambara und Pare nach dem Kilimandjaro angetreten wurde.
Nach sechzehn Marschtagen wurde die Westseite dieses Berges erreicht, wo in der Land-
4 SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPJIDITION.
Schaft Kibonoto bei einer Höhe von etwa 1,300 m ü. d. M. eine Station als Ausganspunkt >
für die zoologischen Untersuchungen errichtet wurde.
Die von der Expedition mitgebrachten zoologischen Sammlungen bildeten zusam-
men 137 Trägerlasten. Sie umfassen mehr als 59,000 Tiere, die über 4,300 Arten re-
präsentieren. Von diesen haben sich mehr als 1,400, die hier beschrieben worden sind,
für die Wissenschaft neu erwiesen.
In dem vorliegenden, 2,328 Seiten und 87 Tafeln umfassenden Werke, bringe
ich auf Grund des von der Ex|)edilJon mitgebrachten Älalerials ein erstes zusammen-
fassendes Bild über die Tierwelt dieser Berge. Die Wirksamkeit auf der Beise war
so geordnet, dass mein Präparator Herr Sandberg sich beinahe beständig auf der
Station oder, wenn längere Märsche vorgenommen wurden, an den verschiedenen
Lagerplätzen aufhielt und dort mit der Konservierung der jeden Abend von meinen
Exkursionen und Jagden mitgebrachten höheren Tiere beschäftigt war. Diese Arbeit,
mit der ich mich in jüngeren Jahren selbst mit Interesse beschäftigt hatte und die
ich auf der Beise in Westafrika allein ausführte, musste ich infolge des zeitraubenden
Charakters derselben diesmal aufgellen. Die jagdbaren Tiere, Säugetiere und Vögel, sind,
mit einigen zufälligen Ausnahmen, alle von mir erlegt und ebenso sind auch die
niederen Formen unter Mitwirkung einiger schwarzer Begleiter von mir gesammelt und
präpariert.
Die Beurteilung, wie es mir gelungen ist, die vorgelegte Aufgabe zu lösen, sei
anderen überlassen. Das darf ich jedenfalls sagen, dass nur das brinnende Interesse für
die afrikanische Natur und ihr Tierleben, der Wunsch, noch einmal die wechselnde
Pracht und das reiche Tierleben der tropischen Landschaft zu schauen, noch einmal
mit dem Gewehr unter Studien und Einsammlungen ihre weiten Steppen, ihre gewalligen
Wälder und dichten Gebüsche zu durchstreifen, mich dazu veranlasst haben, den noch
viele Jahre nach der Bückkehr aus Westafrika häufig ausbrechenden Fieber, Folgen der
Malaria, die ich mir während des Aufenthalles in dem mörderisclien Klima von Kamerun
wiederholt zugezogen hatte und die in Schwarzwasserliebcr kulminierten, zu vergessen,
um noch einmal in den Wildnissen Afrikas unbekannten Schicksalen entgegenzugehen.
Bevor ich diese einleitenden Zeilen abschliesse, habe ich noch eine, und zwar eine
sehr liebe Pflicht zu erfüllen, nämlich die, allen den Forschern auf den verschiedenen .
Gebieten der Zoologie, die mir bei der Ausarbeitung der Besullate der Beise mit ihrer
wertvollen Mitwirkung beigestanden haben, einen herzUchen Dank zu sagen. Erst durch
diese JMitwirkung ist es möglich gewesen, das höchste Ziel der Heise zu einer glücklichen
Vollendung zu bringen.
Stockholm, Naturhistorisches Beichsmuseum, K. Schwedischen Akademie der Wissen-
schaften im November 1910.
YNGYE SJÖSTEDT.
1. Die Tierwelt der Steppen und Berge.
Die Mknliimiisi-Hölilen bei Tauga.
Die Bevölkerung des Kilimandjdro-Meni-Gehkts.
Von
YNGVE SJÖSTEDT.
Jlit 13 Tafeln und einer Karle.
Der Kilimandjaro ist der höchste Berg Afrikas. Von der umgebenden Maissaisteppe
])is zu einer Höhe von 6,010 m ü. d. M. emporsteigend und mit seiner basalen Fläche ein Areal
von etwa 5,000 Quadratkilometer bedeckend, entstand dieser gewaltige vulkanische Kegel
während der Tertiärzeit, wobei die aus Granit und Gneis bestehende Erdrinde durch
hervorbrechende eruptive Massen gesprengt wurde. Erst im Jahre ISiS den Europäern
Jiekannt, ist dieser in der Nähe des Äquators belegene Berg, "das grösste Wunder des
tropischen Afrika", "the monarch of African mountains", zufolge seiner Höhe^ und
seines mit ewigem Schnee und Eis bedeckten Gipfels der Gegenstand eines lebhaften
Forschungsinteresses gewesen, wenn auch betreffend die Tierwelt nur einzelne, hauptsäch-
lich den höheren Tieren geltende Zi.ige, die indessen in keinem Verhältnisse zu dem Reich-
tum der Fauna, die dieser Berg aufzuweisen hat, standen, bekannt geworden sind.
In der Entfernung, von der Steppe aus, gewährt der Kilimandjaro jedoch keinen so
grossartigen Anblick, da seine grosse Fläche ihn ziemlich flach erscheinen lässt, und seine
imponierendsten Teile mit der gewaltigen Kuppel oft lange Zeiten hindurch von Wolken
verborgen werden. Einen mächtigen Eindruck von seiner Grossartigkeit erhält man erst
in der Nähe seiner Gletscher und Schneefelder, in ähnlicher Weise wie z. B. die Niagara-
fälle erst, wenn man sie aus grösserer Nähe betrachtet, sich in ihrer vollen Erhabenheit zeigen.
Einer der grössten der vielen vulkanischen Kegel, die über die ostafrikanische
Steppe zerstreut liegen, ist der etwas mehr als einen Tagemarsch vom Kilimandjaro be-
1 Die liöchstcn Berggipfel Afrikas sind ferner der Kenia (5,520 m), Ruwensori (5,125 m), Meru
(4,030 m), Karissimbi (4,500 ni), ISlikeno (4,434 ni) Jinliawiira (4,117 ni) und Kaiiiprunpik (4,075 m).
6 SJÖSTEDTS KILIMAKDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1.
legene Meruberg, der schon bedeutend höher als der vulkanische Riese Westafrikas, der
Kamerunberg, ist. Auch der Meruberg bildete das zoologische Ziel dieser Expedition.
Es liegt auf der Hand, dass ein Berg, welcher, fast auf dem Äquator gelegen, sich
von der flachen, heissen Steppe bis zur Region des ewigen Schnees erhebt, eine Reihe
verschiedener und in verhältnismässig rascher Aufeinanderfolge sich alllösender Vegetations-
l)ilder nebst damit in Zusammenhang stehenden Wechselungen der Fauna besitzen muss.
Wir unterscheiden hier fiinf solche Zonen: 1) die Steppe, von 750 — 1,000 m. 2) die
Kulturzone oder das Dschaggaland, die erste Flachstufe des Berges, 1,000 ä 1,100 —
1,700 ä 1,900 m. 3) der Regenwald oder Gfirtelwald, die erste Steilstufe des Berges,
1,700 ä 1,900 — 2,800 ü 3,000 m. ■4) die Bergwiesen, die alpine Gras- und Stauden-
zone, die zweite Flachstufe des Berges, 2,800 ä 3,000 — 4,400 m. 5) Gipfel, die hoch-
alpine Zone, die zweite Steilstufe, 4,400 — 6,010 m. Von diesen ist selbstverständlich
die letztere betreffend die Tierwelt von wenig Bedeutung, wenn auch ein Paar Tierformen
an der Seite der Schneefelder bei einer Höhe von etwa 5,500 m angetroffen wurden.
Botanisch spricht man auch von einem zwischen der Steppe und der Kulturzone
bisweilen befindlichen Mischwald, wie die höchsten Teile der Bergwiesen, wo die Fanero-
gamen fast oder völlig verschwunden sind und nur Flechten die Felsen und Steine be-
kleiden, die Flechtenregion benannt wird.
Auch der Meru ist von Rebmann, und zwar 1849 entdeckt worden. Er ist ein
flacher vulkanischer Kegel der, wie erwähnt, von der Steppe bis zu einer Höhe von
4,630 m emporsteigt. Die Südost- und Siidabhänge des Berges sind von prachtvollem, im
Südosten bei etwa 1,400 m beginnendem Regenwald bewachsen, die Kulturzone sehr fruchtbar
und die zahlreichen Flüsse der Südseite haben kaltes, klares Wasser. Auf dem Ost- und
Westabhang ist der Regenwald lichter, um auf der trockenen Nordseite fast ganz zu ver-
schwinden. Der Gipfel des Äleru ist nur zufällig und schnell vorübergehend mit Schnee
versehen, und der Regenwald geht mehr allmählich in die niedrigere Vegetation der oberen
Teile des Berges über. Sehr charakteristisch für den Meru ist die Bambuszone, die dem
Kilimandjaro fehlt.
Im Folgenden will ich die wechselnden Zonen der beiden Berge und deren Tier-
welt in kurzen Zügen zu charakterisieren versuchen. Eine jede von ihnen zeichnet sich
durch eine für dieselbe mehr oder weniger ausgeprägt charakteristische Fauna, durch
eine grössere Anzahl für sie eigentümliche Tierformen aus. Von der Vegetation, dem
Terrain und dem Klima eines Gebietes hängt sein Tierleben ab und eine allgemeine Kenntnis
derselben ist somit die notwendige Bedingung für die richtige Auflassung der Tierwelt. Ich will
daher diese Verhältnisse in Kürze beleuchten und, soweit es für die Auffassung der Tier-
welt des Gebietes von Bedeutung ist, in allgemeinen Zügen ein zusammenfassendes Bild
von der Vegetation, dem Klima und dem Terrain desselben entwerfen.
Die Steppe.
Die um die Berge sich ausbreitenden Steppen haben eine wechselnde Natur und
treten unter mehreren Formen auf: als Grassteppe, Buschsteppe, Baumsteppe, hierunter
SJOSTEDT, DIE TIERWELT DER BERGE UND STEPPEN. 7
besonders Akaziensteppe mit ihrer speziellen Form, der Flötenakaziensteppe, und Obst-
gartensleppe.
Die reichste Tierwelt gehört den heissesten Gegenden, der Niederung bis zu den
unteren Teilen der Kulturzone, an. Hier breitet sich auf den für die verschiedenen
Gruppen und Arten passenden verschiedenen Lokalen die ganze grosse Rlasse Repräsen-
tanten der Fauna aus. Schon im oberen Teile der Kulturzone mit ihrer, wenigstens zu
gewissen Zeiten des Jahres, kühlen Nachttemperatur hat die Fauna in hohem Grade ab-
genommen und wird dann im Regenwalde noch spärlicher. Gewisse Repräsentanten der
Tierwelt breiten sich indessen bis zu bedeutenden Höhen, auf dem Kilimandjaro bis zu
den Schneefeldern, auf dem Äleru wohl bis zum Gipfel hinauf, aus.
Auf grossen Gebieten besteht die, besonders in der offenen, hügeligen Landschaft
unterhalb des östlichen Teiles des Kilimandjaro meilenweit sich ausdehnende Gras-
steppe aus dem schliesslich über Manneshöhe emporschiessenden Andropogon, während
sie auf anderen Stellen, besonders zwischen den beiden Rergen im Norden, aus ganz
kurzem, in zerstreuten kleinen Erdhügeln wachsendem Grase gebildet wird. Die Temperatur
ist in der Umgebung der Berge zu gewissen Zeiten, besonders vom Oktober bis zum
Februar, oft eine hohe, bis zu etwa 33° C. im Schatten. Während der Regenzeit ist die
Temperatur dagegen, Ijesonders in den höher hegenden Steppen (etwa 1,000 m ü. d. M.)
zwischen den Bergen keineswegs belästigend warm, sie ist sogar zuweilen recht kühl, des
Nachts bis +11° C. oder vielleicht noch einige Grade niedriger. Diese Gegenden sind auch
höher gelegen, als die östlichen, und lange Zeiten des Jahres von einem mehr oder
weniger bewölkten Himmel bedeckt.
Wenn die öde Grassteppe auch selbstverständlich keine reiche Fauna beherbergt, so ist
sie doch keineswegs so arm, wie man zu glauben geneigt ist, und besonders mehrere Vögel,
wie Strausse, Trappen, Flughühner, BMnoptüns, Oedicnenius, Anthus, Cisticola-Arien,
Stejihanihyx, Circus, Milane, Geier, Marabus, Gaukler, Bussarde, Schwalben, Kuhreiher,
Störche, Wachteln, Perlhühner, Turnix, Drepanopledes, Pyrrlmluuda, Lagonosficfa u. a.
sind Bewohner dieser baumlosen Steppen. Dort halten sich auch die grossen Herden,
wie Gnus, Kongoni, Grant- und Thomsongazellen, Oryx, Giraffen, Zebras, ferner Hyänen,
Löwen, Leoparden, Schakale, Nashörner u. a. auf, also das Eldorado des Jägers!
Von den Insekten gehören der offenen, baumlosen Steppe besonders ein Teil zu-
weilen in grossen Scharen auftretende Lagriiden (Lagria cuprina) und Coccinelliden
(Epüaclina shnüis) sowie die zuweilen in unglaublichen Massen auf der Steppe zwischen
den Erdhöckern und im Grase vorkommen den Larven eines Nachtfalters (Laphjgma eiemp-
taj, ferner mehrere Coprophagen, Troxen, Silphiden, Histeriden, Heuschrecken verschiedener
Art, Schmetterlinge, besonders Pieriden und Lycaeniden, Odonaten, Mutilliden, Staphylini-
den, Ameisen, Carabiden, Termiten und mehrere andere an.
Von besonderem Interesse war das Tierleben, speziell das Vogelleben, in und an
den auf der Steppe zwischen den Bergen liegenden Natronseen, die infolge des in der
Sonne weissglänzenden Salzes, das sich während der Trockenzeit an den Ufern der-
selben abgelagert wird, von den neben wohnenden Massai "die weissen Seen", El dourött
8 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1.
oibor, genannt werden, weshalb ich diese Seen — die auf der Karte von Meyer als "Nyoro
Lkatende" bezeichnet sind — und ihre Tierwelt hier etwas eingehender schildern will.
Sie l)ilden einen Komplex von ungefähr sieben einzelnen Wasseransammlungen,
wovon der grösste, der eigentliche See, eine Länge von wohl 4f' — 500 Rleter erreicht;
auch der nördlichste erscheint nicht gar zu klein.
Die Natrouseen. Etwa Mitte Juli wurde diesen zwischen dem Kilimandjaro und Meru gele-
genen Sleppenseen, welche nachher während des ganzen Jahres, besonders zufolge ihrer reichen
Vogelwelt, in so hohem Grade mein Interesse fesseln sollten, der erste Besuch abgestattet.
Während verschiedener Zeiten sowohl betreffend den Reichtum als die Zusammensetzung
der Fauna verschiedene Bilder aufweisend, trat die Vogelwelt während der Zeit unseres
Herbsts und Winters in ihrem grössten Reichtum auf, da Massen von nordischen Zug-
vögeln sich hier niederliessen.
Der Weg geht von Kibonoto zuerst durch die wohl gepflegten Felder der Wadschagga
den Berg herunter. Über manneshohe blühende Gebüsche mit Circium-ähnliche Blumen,
auf welchen zahlreiche ocellengefleckte Scutellerinen (Splncrocoris anmdus oceUafitsJ
lebten, umgeben hier oft an beiden Seilen den schmalen Pfad. Rechts etwas länger
herunter breitet sich ein grösserer mit breitblältrigem Schilf bewachsener Sumpf, von
dem die Bäche Nassai und Lima entfliessen, aus. Hier war zu verschiedenen Jahres-
zeiten der Aufenthaltsort für mehrere Vögel wie Schilfsänger fAcrocephaliis bceticatusj,
dickschnäbelige schwarze Webervögel (Amhlyospiza unicolor), gelbleuchtende Webervögel
fPloceus aiireoflavus castaneiceps) u. a.
Etwas weiter gegen die Steppe fliesst der kalte oft klare Sanya-Fluss über sein
steinige Bett, der dicht an seinem Ufer mit hohem, schönem Wald bekränzt ist, welcher
niedriger, dichter und mehr buschähnlich noch ein Stückchen das Terrain beherrscht,
dann plötzlich abgebrochen und durch grössere und kleinere offene, grasbewachsene Ge-
biete, wo die Massai oft ihre Herde weideten, ersetzt wird. Von den umgebenden Ge-
büschen wurde hier oft die tutende Stimme des Sporrenkuckucks fCentropus super-
ciliosus) gehört. Im Wipfel der zerstreuten kleinen Akazien thronte der schwarz-weisse
Würger Lanius collaris uropygialis; mit aufrechter Haltung sitzt er, den Kopf ]:)ald hin
bald her drehend ruhig da, um sich dann herunterzuwerfen und dem Boden folgend sich
bald wieder zu erheben und in einer anderen nicht weit davon stehenden Akazie nieder-
zulassen. Unter Gebüschen und Bäumchen hielten sich in diesem Terrain gern auch
durch ihre grell gelbleuchtende Bürzelpartie leicht in die Augen lallende Webervögel
(Euplectes capensis xanthomelas) auf.
Auch gewisse Vertreter der Insektenwelt lenkten hier die Aufmerksamkeit auf sich.
Unter den überall unter dem niedrigen Grass zerstreuten Steinen kamen zu gewissen
Zeiten grosse schwarze Grillen (Aclieta bhiHindafaJ, schwarze gelbgefleckte flügellose
Weibchen und schwarzbraune geflügelte Männchen einer Schabe (PsendoderopeUis petro-
plnlü) massenhaft vor, während kleine Eidechsen (Ahlepliarus WaJdhcrf/iJ blitzschnell
über den Pfad verschwanden oder unter Steinen versteckt lebten.
So wechseln wieder Waldpartien mit offenen, von kurzem Gras bewachsenen Plätzen,
von deren Seiten die klangvolle Stimme des Bülbuls (Ptjcnonotus barhatus micrusj oft
SJOSTEDT, DIE TIERWELT DEU STEPPEN UND BEKGE. 9
ertönt, bis die vereinzelten Waldpartien aufhören und man in eine weitgedehnte Gras-
steppe mit zerstreuten oder dichter stehenden Gebüschen hinaustritt. Die Luft war diese
Zeit kiihl, wir befanden uns mehr als lausend Meter über dem Meer und der dicke Jagdrock
kam uns wohl zu Statten. Halb manneshohe bis manneshohe buschartige Kräuter mit
stark Älentha-riechenden Blättern bildeten hier einen wichtigen Teil der unter dem fuss-
bis ellenhohen, etwas verwelkten Gras aufschiessenden Vegetation. Auf dem Pfad, für den
sie charakteristisch sind, und wo sie oft mit ausgeschlagenen Flügeln ruhen, sassen blaue
oder braunschw^arze Libellen (Orthetrnm contractvm und caffrum), die gestört aufflogen,
mit summenden Flügeln in der Luft stehen blieben und sich wieder zu Boden senkten
oder in reissender Geschwindigkeit hinflogen, um sich sofort wieder am Pfade zu zeigen.
Andere (Crocothemis sanfjuhwlenta) waren schön blutrot und die glasklaren Flügel
kaum sichtbar, wenn sie summend über dem Weg in der Luft hingen. Auf einem im
Grase stehenden Baum huschte die gewöhnlichste Eidechse dieser Gegenden, Mahuia striata,
eine besonders an den Hütten der Eingeborenen vorkommende Art, wo sie die westafrika-
nische in ähnlicher Weise lebende Agama colonoriim vertritt. Charakteristisch durch ihr
scharfes, längs den Seiten des Körpers gehendes helles Band, laufen sie unter den trockenen
Blättern der Hütten prasselnd umher, bleiben dann und wann stehen, gucken sich vorsich-
tig um und verschwinden, wenn gestört, wieder zwischen den Blättern,
Hier und da erhol) sicli in diesem Terrain über der niedrigeren Vegetation eine
Kandelabereuphorbie. Der oft verzweigte und wieder zusammenfliessende, von den
Herden der Massai, welche in der Nähe ihren Kraal hatten, niedergetretene Pfad war
niclit rot, wie in der Kulturzone, sondern lehmgrau, hart und fest. Wir sind hier in
der Sigirari-Steppe, die sich zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru ausbreitet. Länger
heraus, besonders im Norden, ist die Buschsteppe verschwunden und durch bäum- und
buschlose öde Grassteppen, mit oft sehr kurzem Gras, dem Aufenthaltsort der wilden Her-
den, ersetzt. Nach, von Kibonoto gerechnet, etwa zwei Stunden steht man am ersten
der kleinen Seen, der, kaum weitgestreckter als ein grösserer Teich und mit weniger
natronhaltigem Wasser als die anderen Seen, gleichwohl fast beständig eine ausserordentlich
reiche Vogelwelt barg, wenn auch nur wenige Arten das Hauptkontingent derselben bil-
deten. In Reihen schwammen hier in den von dem sonst grosse Strecken der Ober-
fläche bedeckenden Potamogeton freien Wasserrinnen schw^arze Wasserhühner (Fulica
cristataj, zerstreut auf der Oberfläche lagen Schwärme von dunklen oder helleren Enten
(Njiroca rapensis und Anas erythrorhynclia), während kleine Taucher fColymbiis minor
rapensisj sich rasch unter das Wasser duckten, in einiger Entfernung wieder vorsichtig
Kopf und Hals erhoben, und, falls Gefahr vorhanden zu sein schien, mitt grosser Schnellig-
keit wieder von der Oberfläche verschwanden.
Bei einem der ersten Besuche an diesem See zeigte sich eine Vogelart, die von ganz
besonderen Interesse war. Mit langem, gestrecktem Halse schwamm ein, wie er vorfiel,
Haubensteissfuss auf der Oberfläche daher, auch er, ganz wie eine eben auf dem Wege
l)eol)achtete Vanessa radui, ein Gru.^s aus dem Norden. Im nächsten Augenblicke kam
auch das Weibchen, in Begleitung von drei Jungen, angeschwommen. Eine nähere Un-
Sjöstedts Kilimandjaro- Meru Expedition. 1. 2
SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MERTJ EXPEDITION.
lersLichung ergab, dass sie zu CohjmbHS fuscatus, einem für Deutsch-Ostafrilva neuen Vo-
gel, noch oft als eine Unterart des europäischen cristatus betrachtet, gehörten. Über
unsern Häuptern ertönte ein an den gesprungenen Klang einer Kuhglocke erinnernder
Laut, der mit nervöser Beharrlichkeit von einem unruhig hin- und herfliegenden Vogel,
einem Kiebitz (Hoiüopterus speciosus) in schwarzer, weisser und eisgrauer Tracht wieder-
holt wurde. Ein Himantopiis Mmantopus mit seinen langen, nach hinten gerichteten Bei-
nen kam nun ebenfalls schreiend entgegen, schwarze, grünfüssige Teichhiihner (Gallinula
clioropus) schwammen in dem hohen Grase umher, ganze Schwärme weisser Reiher
(Herodias alba und, obgleich spärlicher, H. garzetta) — sowie auch graublaue Yxexhf^v (Ardea
melanocephala und cinerea) — standen mit gestreckten Hälsen da und erhoben sich vor den
Schüssen in weissen Schwärmen. Ein stattlicher weiss-schwarzer Bussard [Enteo augur)
mit rotbraunem Schwanz kreiste in der Luft, Scharben {Phalacrocorax africanus) zogen
mit ruhigen Flügelschlägen und gestrecktem Halse durch die Luft, kleine Sumpfhühner
{Orfggometra pmsüla obscnra) erhoben sich hier und da niil hängenden Beinen
um sich dann bald zu senken, oder schwammen behende auf dem Wasser. Die den klei-
nen See umgebenden, mit Gras bedeckten niedrigen Hügel umflogen schwarze
(PsaUdoprocue holomelaena iiiassaka) oder unten weisse {Hirundo griscopijga) Schwal-
ben, längs den Ufern offenbarte sich Ibis a'fhiopica in ganzen Schwärmen, Sattel-
störche spazierten gravitätisch unweit des Strandes umher, während eine Ardrtta Sturmi
sich aus dem Grase in der Nähe des Wassers erhob. Zwischen den niedrigen
Hügeln am Wasser oder auf der Wasserfläche selbst schössen auch graue Schwalben
{Iiiparia cincta und minor) unter eifrigem Mückenfang einher.
In das klare, wenig natronhaltige Wasser dieses Sees trieben die Massai
oft ihre hübschen Rinderherden, während sie beständig ihre charakteristischen Pfiffe,
mit denen sie die Tiere leiten, ertönen Hessen. Nach einem Marsch von etwa einer
halben Stunde steht man an dem grösseren Seenkomplex, mit seinen kleineren Seen und
Teichen. Der grösste dieser Seen soll eine Oberfläche von 4 qkm. haben.
Die Ufer waren hier eine Strecke hinaus mit Gras bewachsen, in welchem sich ganze
Scharen von mit einem grünem Strich längs des Rückens versehenen Fröschen [Rana mas-
careniensis) und Klauenfröschen {Xenopus Icevis) aufliielten, welche letzteren der Oberfläche
stellenweise ein wie von Fischchen wimmelndes Aussehen verliehen. Der erstere war der ge-
meinste Frosch der Gegend und hatte gerade an diesen natronhaltigen Steppenseen seinen
liebsten Aufenthaltsort, wenn er auch an Bächen und an anderen Gewässern ganz gemein
sein konnte. Sie sassen oft in dem umgebenden Grase ein Stückchen vom Wasser und
machten sehr lange Sprünge. Wenn sie sich in Sicherheit setzen wollten, erfolgte der
eine Sprung sehr schnell nach dem anderen. Sind sie nicht weit vom Wasser, so
machen sie einige lange Sprünge und verschwinden wie Pfeile kopfüber in dem nassen
Elemente. Sie bilden in diesen Gewässern sowohl entwickelt wie als Larven die Haupt-
nahrung der doch lebenden zahlreichen Scharben, Reiher und anderen Vögel. Ausser den
erwähnten Arten beherbergen diese Gegenden auch verschiedene andere Batrachier, darunter
kleine liapjyia- Arien, nämlich die im Aussehen stark variierende Rappia marmorata, von
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 11
denen, besonders nachdem der niederstürzende Regen im April und Mai, grosse Strecken
dieser zwischen den Bergen liegenden Gegenden überschwemmt halte, recht zahlreiche
in teils ungefleckten, teils hellgefleckten Exemplaren angetroffen wurden. Die andere, noch
kleinere L'dpjmi-Arl (R. pmuiici(l<ii<i) trat im September zahlreich auf Pflänzchen von Scir-
pus hinaufgekrochen auf, wo sie dann mit dem Schleppnetz in Menge eingesammelt wurden.
In den kleinen Bächen, die sich von der Steppe einen Weg nach Sanya suchen und
sich auf dem Wege hier und da zu kleineren Teichen erweitern, waren Phrijnohatra-
chus iiafalerisis und Ba)ui angolensis meistens sehr gemein. Die letztere wurde
auch auf dem Meru oben im Begenwalde bis zu einer Höhe von etwa 3,500 m, besonders in
den mit kaltem Wasser gefüllten gewaltigen Zisternen, welche die herabstürzenden Wild-
bäche hier im Laufe der Zeiten im Boden der felsigen Betten der mächtigen Erosions-
täler gebildet haben, angetroffen, wie sie auch oberhalb der Baumgrenze auf den Bergwie-
sen des Kilimandjaro von Volkens beobachtet wurde. In den kalten Bassins auf den höchsten
Teilen des Meru in 3— 4',000 m lebte auch Rana fuscigula und die dort endeckte Rana
merumontana . Eine häufige Art ist auch die sowohl in den Flüssen und Bächen wie
in Teichen und Stejipenseen lebende Rana oxf/Hn/ncha, die jedoch nicht in solchen
Älengen aufzutreten scheint, wie die zuerst erwähnten zwei Arten. Mehr zufällig zeigten sich
PlinjnohatracliHS ranoides, Arfhroleptis minuius und Bottegi, Hemisus sudanense, wäh-
rend die kleine Cassina senegalensis nicht so selten unter vermoderten Bananenblättern
in den Farmen, unter Steinen auf der Steppe oder in den Bächen der Steppen ange-
troffen wurde. Nebst Biifo regidaris sind dieses die Batrachier, die ich innerhalb des
Gebietes beobachten konnte.
Ende August begann schon das Gras auf den von den Älassai abgebrannten Strecken
grün zu leucliten. Das Vogelleben an den Natronseen war jetzt nicht so reich und so ab-
wechselnd, aber doch keinesfalls arm. Besonders Reiher {Herodias alba) waren zu dieser Zeit
zahlreich und bildeten, wenn sie sich nach den Schüssen gleichzeitig in die Luft erhoben,
weisse Wolken. Auch der graue Reiher war häufig, Scharben sonnten sich auf den im
Wasser stehenden Steinen, Nilgän.se zeigten sich hier und da am Wasser, Ibisse pro-
menierten an den Ufern, Flughühner {Pterodes gidturalis saturatior) durchzogen die Luft
und liessen sich zum Trinken an den Ufern nieder, Flussuferläufer [T. lujpoleucos) wa-
ren gemein, helle Wasserläufer [T. litloreus) zeigten sich dann und wann und Charadrius
tricollaris flog in Schwärmen über das Wasser. Die Jungen der kleinen Steissfüsse
schwammen jetzt erwachsen auf der Oberfläche und tauchten unter, sobald man in ihre
Nähe kam, weissfiiigelige Seeschwalben in Jugentracht {Hydroclielidon leucoptera) zogen in
kleineren Schwärmen über das Wasser und auch die grosse Geloclielidon nilotica zeigte sich
über den Seen. Hrmantopus war, einzeln oder in Familien mit den erwachsenen Jungen,
gemein. Rostrafula hengalensis war im sumpfigen Grase recht allgemein, Bruchwasser-
läufer (T. glareola) begannen zum Vorschein zu kommen, alte und junge Flamingos er-
schienen zu dieser Zeit regelmässig auf den Gründen der Seen, graurückige Schwalben {Ri-
paria minor) flogen über die Steppe nahe dem Wasser hin und her und Cireus rani-
vorus kreiste über den Sümpfen. Bei einem naheliegenden Massailager hielten sich Geier
12 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
und Raben auf, während Marabustörche philosophierend auf den Ivleinen Hügeln
um die Seen standen.
Nach der ersten Woche im September hatte die Temperatur und damit auch die
Pflanzen- und Tierwelt sich wiederum verändert. Eine strahlende Sonne leuchtete schon früh-
morgens über Berge und Steppen, und die Wolken waren von dem verschleierten, blauen, nach
dem Zenit hin .sich aufhellenden Himmel verschwunden. Der stets wehende S. 0. Wind
milderte aber die Glut der Sonne bedeutend, und die Seen glänzten an ihrer vom Winde
ein wenig gekräuselten Oberfläche. Die von den Massai gebrannten Strecken im Misch-
walde und in der Steppe leuchteten im hellsten Grün.
Grosse Schwärme nordischer Zugvögel, Totanus. Charadrius und Tritiga waren jetzt
an den Ufern der Seen versammelt. Näherte man sich dem jetzt trocknen, durch
abgelagertes Natronsalz ') weissleuchtenden Ufer, wo sich vor einigen Monaten ellen-
tiefes Wasser ausbreitete, war der Boden hier jetzt liart und geborsten, und die Fläche
der Seen hatte bedeutend abgenommen.
Das Wasser, das zu dieser Zeit infolge des Sodas übel roch, war gelb und dick,
beinahe schleimig, Frösche hüpften massenhaft in dem im Schlamme wachsenden Grase
umher, und Fliegen schwärmten in Massen über den heissen, schlammigen Strand, wo
Vögel jedes Fleckchen des Bodens zerstampft hatten.
Das sich hier darbietende überaus reiche Vogelleben ist in der Einleitung des das
Vogelleben behandelnden Teiles dieses Werkes (S. 17 — 20) näher geschildert.
Stimmungsvoll sind die Nächte an diesen afrikanischen Steppenseen, fesselnd ist es,
in der einsamen Natur den vielen Stimmen der Tierwelt zu lauschen, ihr Leben in den
verschiedenen Stunden der Nacht zu sehen und zu hören. Mitte September hatte ich
das Lager an den Ufern der Seen aufgeschlagen, und folgende Zeilen geben eine An-
deutung dieser geheimnisvollen Stimmung.
Die Sonne ist untergegangen. Dunkle Wolken verbergen fast den eben blutigrot auf-
gehenden Vollmond. Die Feuer der Massai verbreiten einen roten Schein über die Steppe
und über die gewaltige Masse des Meruberges. Es ist tiefe Dämmerung. Keine Summe
ist laut, nur das ewige Konzert der Grillen und Zikaden stört die Stille. Am äussersten
Ende einer mit hohem, hartem Gras bewachsenen Landspitze haben wir unser zufälliges
Lager aufgeschlagen, das nur aus dem auf einigen Stangen aufgestellten Dach des ge-
wöhnlichen Zeltes besteht. Meine Begleiter, einige Wanyamwesi, ein Wasuahili und ein
Wadscliagga, haben sich nach ihrer Arbeit mit der Errichtung des Zeltes hinter demseL
ben niedergelassen, um Schutz gegen die schwache Brise zu finden, und ihre Stimmen
nahen ab und zu nach dem vorderen Teil des Zeltes, wo ich sitze und die Natur be-
tiachte und ihrem Tierleben lausche. Öde und still liegen jetzt die Sumpfseen der
') Eine von meinem Freunde Herrn Prof. Dr. 11. G. SÖDERBAUM, Chef des chemiselien Laboratori-
ums der K. Landwirtschaftlichen Akademie am Experimentalfelde bei Stockholm untersuchte Probe enthielt
nebst im Wasser unlöslichem Sand, Lehm etz. und organischen Bestandteilen nur reines Natriumkarbonat,
bloss mit einer Spur von Klornatrium.
SJOSTEDT, DIE TIERWELT DEK STEPPEN VyV BEltGE. 13
Massaisteppe da, der Wind zieht durch das hohe, rauhe Strandgras, das welit und
knirscht.
Nun tritt der Volhnond in wunderbarer Pracht aus den dunklen Wolken hervor,
das Konzert der Grillen und Zikaden wird immer lauter, überall summt es und zirpt es.
icli trete hinaus auf den von Natronsalz weissen Strand, wo schwache Laute von den
ruhenden Wasserläuferschwärmen ertönen. Die übrige Natur ist in Sclilaf versunken,
kaum ein Laut ist von den tausenden Vögeln der Seen vernehmbar, nur hier und da ein
vereinzeltes Gegacker oder ein Schrei von den Ufern oder aus dem Wasser. Die Feuer
der Massai werden immer grösser und färben einen Teil des Himmels in Blut. Hin
und wieder ertönt ein Huf der Massai, sonst wird die Nacht immer stiller. In ein l^laid
eingehüllt, lege ich mich unter den Steinen des Strandes zur Ruhe, wo nur das abgeris-
sene Gras die Harte der (Unterlage ein wenig mildert.
Es ist Mitternacht. Die wieder verdichteten Wolken haben sich etwas verzogen und aus
der ijel)orstenen Wolkenwand sendet der Mond wieder sein Licht über l^and und Wasser. Ein
schwacher Wind, der dem Rohre ein leises Knirschen entlockt, zieht über das Wasser. Das
Konzert der Grillen ist in der kühlen Luft vollständig zum Schw^eigen gekommen, nach Beute
suchende Schakale streifen lautlos an den Ufern umher, wo ihre Spuren sich in dem
weichen Boden abzeichnen, während sich das bekannte Geheul der Hyänen zuweilen
vernehmen lässt. Die Feuer auf der Steppe sind immer grösser geworden, die Flammen
erheben sich hoch zum Himmel hinauf und färben den zu den dunklen Wolken hinauf-
steigenden Rauch. Von der niedrigen Zeltöffnung sehe ich hinaus über das öde, dunkle,
aber eigentümlich fesselnde Wildnisgemälde von Wasser und Steppe, über das sich der
wolkenbedeckte Himmel gewölbt, aus dem nur hin und wieder der Mond hervorschimmert.
Aus der stillen Ruhe ertönen zuweilen die charakteristischen Laute der Strandläufer
und der Wasserläufer, das Gackern der Nilgänse oder das Schnattern der Enten von
den Ufern und aus dem Röhricht.
Die Stunden verfliessen, hinter mir höre ich den tiefen Schlaf der Schwarzen,
die dort, in ihre Zeugstücke gehüllt, wie die Hunde zusammengekauert liegen, das Wasser
schlägt leise an den steinigen, salzgetränkten Strand, beinahe unbemerkbar bricht das
Morgenlicht durch die graublaue Wolkenwand hervor und weckt die Natur zu neuem
Leben.
hnmer klarer leuchtet der Himmel, die Wolken zerteilen sich, lösen sich auf und
verschwinden immer mehr, während das Licht der Sonne immer kräftiger auf die
Steppe niederströmt. Das Vogelleben erwacht. Die Mücken, die beim Sonnenunter-
gang zu Myriaden in der Luft längs der Ufer umhergetanzt und durch ihre unendliche
Zahl die Luft mit Lauten wie schwache Aolsharfen erfüllt hatten, sind verschwunden und
ruhen nun im Grase der Sümpfe aus. Statt ihrer wimmelt es jetzt von über den
Schlamm surrenden Fliegenschwärmen. Auf dem Wasser schwimmen Scharen von Enten,
hauptsächlich die hellwangige, rotschnäbelige, fleckige Anas erijthrorhjneha und die
.schwarzbraune, unten etwas hellere, mit weissem Flügelspiegel versehene Nyroca capensis,
14 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
gleichwie die erstere, die gemeinste Ente der Seen. Die kleine krickentenähnliche An<is
maculatn fliegt mit grosser Gelenkigkeit und Eleganz auf, einige Nilgänse mit prächtigem,
buntem Gewände erheben sich aus dem nach Lauge riechenden Wasser und steuern mit
gleichmässigen, ruhigen Flügelschlägen gackernd über die Steppe nach anderen Gewässern hin.
Auch vom Ufer fliegen während unserer Wanderung Scharen von Kampfläufern,
Wasserläufern und anderen Watvögeln auf und fliegen unter lautem Geschrei über
das Wasser oder sausen zu einer längeren Reise in schwindelnder Eile durch die Luft;
und auch mehrere andere Kepräsentanten unserer nordischen Fauna haben mit
dem eintretenden Herbst ihren Weg nach südlicheren Strichen gelenkt, um sich schliess-
lich an diesem öden Steppensee in Massai Nyika niederzulassen und in der reichlichen
Nahrung, die dessen mit Larven besäete Sumpfufer bieten, zu schwelgen, und zeigen
sich jetzt. Siehe dort hinten fliegt ein Tringoides hi/poleucos über die Wasserfläche, folgt dieser
mit heruntergebogenen, im staccato bewegten Fliigeln, aber keinen f^aut gibt dieser am Neste
so laute Vogel \'on sich. In schnellem, etwas schwankendem Flug zieht ein Zwerg-
strandläufer {Trhiga minuta) über das Wasser, durchsaust mit scharfen Flügelschlägen
die Luft und kehrt dann bald zurück, um Land zu suchen. Dicht hinter ihnen erhebt
sich ein Schwärm Kampfläufer (Totamis piig)i(i.r) und zieht geräuschlos fort; sie tragen alle
Winterkleid. Einige Schritte weiter, und ein Bruchwasserläufer {ToUinus glareola) schnellt
mit weithin erschallendem, pfeifendem Schrei von einer Pfütze auf. Sein weisser Ober-
bürzel leuchtet aus weiter Entfernung, wie er mit kräftigen Flügelschlägen über die Was-
serfläche dahin streicht, um sich bald auf das aus dem Wasser hervorragende dichle,
geschlagene Gras herabzusenken, das dort einem Teppich gleich die 01)erfläche bedeckt.
Aber noch mehr Vertreter der nordischen Vogelwelt zeigen sich. Eine Dop-
pelschnepfe {Gallinago media) fliegt auf aus dem sumpfigen Grase, mehrere graue
Reiher {Ardea cinerea) stehen in dem seichten Uferwasser oder oben im Steppengrase, und
auch der Purpurreiher {Ardea pnrpurea) kann sich hier zeigen. Viehstelzen (Btidytes campes-
tris) erhoben sich unter wippendem, stossweisem Flug schreiend aus dem sumpfigen Strande,
eben angelangte Rauchschwalben {Hir%mdo rusfica) schwebten über der Wasseriläche,
aus dem Grase des Ufers schwamm ein grünfüssiges Teichhuhn [GaUimda cldoropiis)
in seinem schwarzen, an den Seiten weissgestreiften Kleid und rotem Schnabel mit
nickendem Kopfe und hochgehobenem Hinterkörj)er hervor. Auch Benirrirosfra aroceffa,
die leider jetzt als aus der schwedisclien Fauna ausgerottet betrachtet werden kann, zeigte
sich hier bisweilen.
Es ist ein eigentümliches Gefühl, von dieser fremden Natur umgeben, unter dem
Äquator, an den Steppenseen des Massailandes unter allen diesen wohlbekannten Vögeln
umherzuwandern, die sich beinahe auf jeden Schritt dem Blicke offenbaren.
Mit der hervorbrechenden Sonne ist die Vogelwelt überall in Bewegung gekommen.
In jeder Bucht stürzen bei unserem Erscheinen auf dem Ufer sitzende oder in dessen
Nähe schwimmende Vögel heraus und erfüllen die Luft mit ihrem Gackern und Schreien,
ihrem Schnattern und heiseren Krächsen. Weisse Reiher verschiedener Art (Bidndcus
Uns, Herodias garseffa, hrachgrJnjncha und alba) leuchten in ihrem blendenden Gewände,
SJOSTKDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BERGE. 15
wenn sie im Wasser oder auf der aus demselben hervorragenden griinen Rasendecke
fiiiherschreiten, gewaltige Pelikane {Pe/eaniKs roseus) sitzen mit eingezogenem Hals auf
dem Ufer oder segeln im schönen, schwebenden Fluge in grossen Bogen hoch oben in
den Wolken, gewaltige an Grösse mit dem ^Marabu selbst wetteifernde Sattelstörche [EpMp-
piorhynchus) stehen unbeweglich auf einem Bein auf den Hügeln der Steppe, Schwärme
VOM unserer Art sehr ähnlichen, aber mit ein paar fleischigen, roten Höckern auf der
Stirn versehenen Wasserhühnern schwimmen auf dem Wasser oder folgen der Wasserfläche,
ein Stückchen auf dem Wasser springend und erheben sich dann in recht schwerem, aber
gutem Fluge. Flötzlich erschallen einige eifrige, wie geborstene Schreie durch die Luft; es sind
ein paar Hoploptcrus speeiosHS, die vorbeiziehen und sich dann in der Nähe des Ufers
niederlassen. Schwebend auf gestreckten Flügeln kommt ein Oircus ranivorus über die
Steppe daher und kreist dann unter langsamen Flügelschlägen über Sumpf und Wasser.
Mehrere Arten Schwalben beleben das Bild. Ein Schmarotzermilan (Milvus cegtjptius)
umkreist uns neugierig, bevor er seine Fahrt über die Steppe fortsetzt, und gewaltige Sporen-
gänse [Pledropterus gambensis) ziehen durch die Luft.
Noch mehrere Arten Wasser- und Sumpfvögel leben in den reichen Schatzkam-
mern dieser Seen, deren ödes, aber für den Zoologen fesselndes Bild niemals aus mei-
nem Gedächtnis entschwinden wird.
Für diese Seen wurden, wie bereits in der Vogelarbeit angegeben worden ist,
während verschiedener Jahreszeiten folgende Vögel nachgewiesen: Cohjmbus infuscains und
cupensis, GelocheHdon niloüca, Hydrochelidon leucoptera, Phalacrocorax lucidus Imju-
hris und africaniis, Pdecanus roseus, Erismatura maccoa, Thalassornis leuconotus,
Ntjroca capensis, Spatnla vhjpeata, Anas erijtlirorhjncha, capensis, punctata und quer-
quedula, Dendrocygna fulva, SarMdiornis melanotus, Chenalopex o'ggptiacus, Plectro-
pterus gambensis, Glareola melanoptera, Charadriiis rarius, venustus, hiaticida und tri-
coUaris, Siepluinibgx coronatus, Hoplopterus speciosus, Oedicnemus capensis, Recurvi-
rostra avocetta, Hiniantopus liimantopus, Xumenius arquatus, Totanus pugnax, litto-
reus, stagnatilis, oehropus, glareola, Tringoides Jigpoleueos, Tringa ferruginea und mi-
nuta, GaUinago media und gallinago, Rostratula bengalensis, Balearica regulorum
gibbericrps, Adoplnlus africanus, Microparra capensis, Crex crex, Limnocorax niger,
Ortjjgometra pusilla obseura, Porpligrio p)orphyrio, Gallinula clüoropus und angulata,
Fidira cristata, Ibis a'thiopica, Plegadis autumnalis, Platalea alba, Tantalus ibis, Lep-
toptilos crumenifer, Ephippiorlujnchus senegalensis, Ciconia ciconia, Dissoura micros-
celis, Phoenicopterus roseus und minor, Scopus umbretta, Ärdetta Sturmi, Ardeola
ralloides, Ardea purpurea, cinerea, melanocephala, Bubulcus ibis, Herodias garzetta,
allxi und brachgrhyncha.
Etwas südwärts von den eigentlichen Natronseen lag ein kleiner isolierter See oder
grosser Teich mit echt tropischem Vogelleben in Hülle und Fülle. Niemals habe ich in
der Natur ein so prachtvoller Bild von schneeweissen und grauen Reihern und Nilgän-
sen, von Wasserläufern, Regenpfeifern, Stelzenläufern, Sporengänsen und anderen Vögeln
gesehen, wie an diesem See. Schon aus weiter Ferne zeigten sich, wenn man während
]ß SJÖSTEDTÖ KILIMANDJAROMEEU EXPEDITION. 1.
der Dürre nach einer Wanderung über die teilweise verbrannte, schwarze Steppe mit
ihren Partien von harten Gebüschen von oft strauchartigen Pflanzen sich diesem kleinen
See näherte, schneeflocl^igen, blendendweissen Wöll^chen vergleiclibar, hunderte klarweisse
Reiher, die ein Bild von ganz eigentümhcher Schönheit darboten. In brüderlicher
Eintracht sassen Massen von Silberreihern, gewaltige Maraljus und in ihrem schwarz und
weissen, violetten Kleid in der Entfernung an Störche erinnernde Tantalus durcheinander
an den Ufern. Ganze Schwärme von schwarzen Scharben sassen mit oft geierähnhch
ausgebreiteten, wedelnden FRigeln in dichten Massen zusammengehäuft auf einigen am
Strande hervorragenden vulkanischen Blöcken, auf dem Wasser schwammen verschiedene
Arten Enten, während prachtvolle Kronenkraniclie in ihrer weissen, schwarzen, rotbrau-
nen und eisgrauen Tracht langsam und gravitätisch umherstolzierten, hin und wieder ihren
gekrönten Kopf späliend erhebend. An diesen Seen hielten sich auch, besonders wäh-
rend der Trockenzeit, recht zahlreiche Riedböcke auf, die sich oft im Scirpusröhricht
oder in dem hohen Strandgras verborgen hielten, um häufig erst, wenn man ihnen
ganz nahe kam, aufzuspringen und auf die offene Steppe zu flüchten.
Mit der Jahreszeit verändert sich, wie erwähnt, die Tierwelt an diesen Steppenseen in ei-
nem hohen Grade. Während diese in der trockenen Zeit besonders durch die Massen nor-
discher Watvögel oft ül)eraus reich war, wurde sie mit eintretendem Regen viel ärmer. Der
Grund hierfür lag auch daran, das die Seen durch den herabstürzenden Regen immer stärker
anschwollen, die alten Ufer verschwanden unter dem Wasser, danebenliegende Gegenden
begannen überschwemmt zu werden, und die Steppe um die Seen lag endlich weite Strecken
tief unter Wasser. Die meisten Watvögel waren jetzt fortgezogen, der Himmel war mit
graublauen Wolken bedeckt, aus denen das Wasser in feinem Staubregen oder in reissen-
den Massen lieralistürzte, die Temperatur war niedrig und die ganze Natur düster
und öde.
In den stillen Wasserbecken dieser natronhaltigen Steppenseen herrschte ein recht
reiches niedriges Tierleben. Kleine Corixiden (Mieronecta sulcafaj eilten hier rastlos durch
das Wasser, in dem auch Arctocorisa Sjöstedti sich in Menge zeigte, weniger lebhafte
Notonectiden (Enühtrrs hlandula und sohria) standen mit schräg nach vorn gerichte-
ten Schwimmlieinen stille im Wasser und schössen aufgeschreckt staccato hin und her,
unter den am Boden wachsenden Characeen (Chara Braimsii^ Gml.) hielten sich eine
Menge Dytisciden (Bidessns sordidns, Canfhi/dnis bignffafus und Sedilloti, LaccopMlus
(idspersus) und Hydrophiliden fHclocJiares variahilis, Paracymns pnnctülafus, Volvtüus
sfagnicola), ferner Nepiden (Laccotreplies limosusj, Naucoriden (Laccocoris AnnvilUt'J,
kleine Cruslaceen sowie auch Blutegel (Hinido Sjösfrdfi'J, die sich bisweilen an die Beine der
Schwarzen festsaugten und ihnen nicht geringe Schmerzen verursachten. Besonders gewisse
Zeiten waren Frösche (Rana mascaremettsis. Xenopus Iceiis, sowie hier in der Umgebung
Bappid marmorafa und pnncticulata) zahlreich. In der Nähe des Wassers flogen oft
sowohl grosse Libellen [Anax imperator maurmanus) als kleinere Arten dieser Gruppe
') Die Bestinuuiinj; die.scr Pllanzi' verdanko icli Herrn Prof. Ü. Nordstedt in lauid.
SJÖ8TEDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BEEÖE. 17
(Iseknura senegalensisj u. a. Längs den Ufern streiften Schakale nachts nnfiher, wo ihre
Spuren sich im losen Boden abzeichneten, mehrere Antilopen, wie Redunca holior,
Cephalophus (dnjssinicus, Ixhaphiceriis Nemnanni sHgniatus, sowie Kongoni, Thomson-
und Grantgazellen zeigten sich bisweilen in ihrer Umgebung, während Nashörner von
den umgebenden Steppen sich an das Wasser hin einen Weg suchten.
Dies sind in Kürze die charakteristischsten Züge aus dem Tierleben dieser Steppen-
seen. Niemals arm, bietet dasselbe, besonders das Vogelleben, hier gewisse Zeiten einen
grossen Reichtum und Abwechselung dar.
Neben der Grassteppe spielt die Baum- und Busch steppe in den Umgebungen
der Berge speziell im Süden eine wichtige Rolle. Die auf diesen Gebieten mehr spärlich
zerstreuten, in ihrem Aussehen liisweilen an alte Apfelbäume oder an grossblättrige Pflau-
menbäume erinnernden Bäume, zwischen denen das bisweilen ziemlich hohe Steppengras
sich ausbreitet, stehen im ersteren Falle wie von Menschenhand gepflanzt in ziemlich regel-
mässigem Abstand voneinander. Ihre flöhe ist keine bedeutende, etwa 3 — 5 m, und
das ganze erinnert an einen verwilderten Park oder Olistgarten (Obstgartensteppe).
Die Tierwelt ist hier im grossen und ganzen sparsam, zuweilen auffallend arm, und
wird liauptsächlich durch die Vogelwelt belebt.
Unterhalb des südwestlichen Abhanges des Ivilimandjaro, an der Grenze zwischen Kibo-
noto und Madschame, ist infolge der hier oft eintretenden, eines Abflusses entbehrenden,
reichen Niederschläge ein Sumpf, der Gau ga- Sumpf entstanden, der mit einer teilweise von
dem in den von mir untersuchten Gegenden beobachteten Typ stark abweichenden und mit
der im grösseren Papyrussumpf am Djipesee unterhalb des Berges südostwärts überein-
stimmenden Vegetation bedeckt ist. Üppige, dichte Dickichte aus Papyrus erheben sich
hier aus dem sumpfigen Boden, die mit Strecken von gleichsam flache Wiesen bildenden
Gras, Sammlungen breitblältrigen Schilfgrases, wohl Pioticum maxrmum und Pliraij-
ni'ifes communia sowie Cyperus-kxi&x'x, die alle nach Volkens in Sümpfen in der Kili-
mandjaro-Niederung vorkommen, abwechseln.
Der Weg von unserer Station in Kibonoto nach diesem Sumpf geht, nachdem man
den Fuggafluss überschritten hat, die ganze Zeit über durch eine Art von Obstgartensteppe,
einen lichten oder etwas dichteren Steppenwald, mit aus dem ziemlich hohen, oft vergilbten
Grase emporragenden zerstreuten Bäumen und Büschen. Grosse, halb mannshohe Com-
positeen erheben hier ihre gelben Blüten, schlängelnde Convoivulaceen schmücken hier und
da den Boden mit ihren grossen, gelbweissen, breiten Glocken oder streuen sie mit ihren
Blüten über Bäume und Büsche. Hier und da leuchten auch andere Blüten hervor und
beleben das recht einförmige Gemälde. Während der Regenzeit ist das ganze rings um
den Sumpf liegende Gebiet permanent überschwemmt, und auf dem Pfade, der sich in
einiger Entfernung längs desselben hinzieht, geht man dann knietief im Wasser.
Das Tierleben an diesem Sumpf war beinahe immer arm. Zuweilen schwebte ein
Circus ramvorus über demselben, oder es sass ein Loplwaetus occipiiUdis wachsam
auf einem Baumgipfel in seiner Nähe. Im übrigen hielten sich dort die für die Obst-
gartensteppe charakteristischen Vögel auf. Die Insektenwelt war auch hier oft zur Ode
Sjösfedts Kilimunäjaro-yieru Expedition. 1. 'J
18 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1.
arm. Nur die gewöhnlichen Weg.schmetterlinge {Precis delia), gelbe Tereas und rotgelbe
Acrfeen {Aercexi terpsichore v. Roiigeti, vinidia v. tenella, cahira u. a.), weisse und schwarze
Pieriden {Pieris soehalia), Libellen (Orfhefrum contra cf um und caffrmn) und einige andere
flogen hier oft längs des Pfades oder flogen aufgescheucht davon. Raubfliegen [Asüiden) sas-
sen auf der Erde im glühenden Sonnenschein, die grosse Acridium magnifiemn v. Ori-
entale flog, in ihren weinroten Hinterflügeln leuchtend, summend durch die Luft und
warf sich plötzlich, einer Bekassine gleich, zu Boden in das Gras herab, ein charakte-
ristisches und für die Obstgartensteppe in hohem Grade typisches Insekt. Eine andere grosse
Heuschrecke [Gastrimargus marmoratus) lebte unter dem grünen Grase in der Nähe des
Sumpfes, wo die Acridiodeen die viefleicht typischste Insektenwelt bildeten.
Die Tierwelt der Flötenakaciensteppe ist an verschiedenen Stellen (3:S.8; 8:4
S. 107) etwas näher angegeben worden.
Die Akaciensteppe am Flusse Ngare na nyuki mit ihrer reichen, eigentümlichen
Fauna wird später geschildert werden.
Den Übergang von der Steppe zur Kulturzone bildet oft eine mehr oder weniger
ausgeprägte Zone, der Mischwald, wo sich für die Steppe typische Pflanzen, wie Aka-
zien, Kigelien und Kandelabereuphorbien mit anderen mischen, die den Berg aufwärts ihre
Ausbreitung haben. Die Tierwelt desselben hat im grossen ganzen denselben Typus wie
in der Obstgartensteppe, wenn auch ein Teil ihrer Repräsentanten grössere Analogien in der
unteren Kulturzone aufzuweisen hat. Eine Zone im zoologischen Sinne bildet sie nicht.
Betrachten wir diese sich von einer Höhe von etwa 1,000 — 1,250 m. ausbreitende
Zone näher, so finden wir, dass sie sich, wie auch zu erwarten war, von der unterlie-
genden Baumsteppe in der Weise entwickelt hat, dass die Bäume unter veränderten kli-
matischen Verhältnissen, grösseren Niederschlägen von den um die Berge gewöhnlich an-
geballten Wolken, in eine reichere Entwicklung gekommen sind, dichter zusammenge-
wachsen sind, aber doch blattreichen Büschen und offenen Plätzen Raum gelassen haben.
Der dornige Unterwald der Steppe ist verschwunden und hat den schmalen, langen
Schösslingen der Bäume Platz gemacht. Hier treffen wir, ausser längs den von Bäu-
men bekränzten Flüssen, zum ersten Male wirklichen Humus, aus dem die Pflanzen le-
benskräftig aufschiessen. Wenn die Bäume auch hier nicht so dicht zusammenwach-
sen, wie in dem ober der Kulturzone liegenden Regenwald, so sind sie doch oft viel
höher und kräftiger, die Kronen sind bisweilen durch Lianenbrücken verbunden, während
Kandelabereuphorbien und andere Steppentypen in den oberen Teilen derselben vollstän-
dig verschwunden sind.
Die Kulturzoue.
Oberhalb des Mischwaldes treffen wir auf einer Höhe von etwa 1,100 bis 1,700 —
1,900 m ü. d. M. auf dem Ost-, Süd- und Westabhange des Kilimandjaro die frucht-
barste Zone des Berges, die Kulturzone. Die Mitteltemperatur ist etwa 13 — 20° C, die
erstere, die niedrigste, im Juli — Aug., die letztere in der wärmsten Jahreszeit etwa im
Januar und Februar mit einem Maximum von etwa 30 — 33° und einem Minimum
von etwa 6 — 7° C. Die ganze Kulturzone von Schira über die südlichen Teile des Ber-
SJOSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 19
ges nach Llseri — die ganze nördliche Seite des Berges ist unbewohnt — gleicht einer
einzigen zusammenhängenden Bananenplantage, in der die HtUten der Eingeborenen zer-
streut liegen. Hier und da ist sie durch stehengebliebene Partien des alten Urwaldes,
der hier, bevor er den primitiven Werkzeugen der Wadschagga allmähhch zum Opfer fiel, das
ganze Terrain bedeckte, und durch die oft an den Seiten mit stattlicher Vegetation be-
deckten tiefen Erosionstäler des Berges unterbrochen. In weniger bebauten Landschaften
stehen oft noch grosse Teile dieses Waldes da, der, besonders in Kiboscho, eine tropische
Schönheit und Üppigkeit aufweist, die auf dem ganzen Kilimandjaro nicht ihres gleichen
hat und diejenige des über der Kulturzone befindlichen Regenwaldes weit übertrifft.
Eine viel geringere Ausdehnung als die Bananenpflanzungen haben die Felder mit
Eleusine-Hirse, Bohnen und Mais, die oft zwischen den Bananenschamben oder unter
stehengebliebenen Waldpartien zerstreut liegen. Der Aufsüeg durch die Kulturzone nach
dem Regenwalde geht in Kibonoto (Schira) unter ziemlich starker Steigung. Anfänglich
ziemlich breit, dann schmäler, wird er innerhalb des mehr bewohnten Teils der Kultur-
zone durch eine Pallisade von dicht nebeneinander gepflanzten, ein oder ein paar Manneshö-
hen emporragenden Dracsenen [Dracama Steudneri), deren schmalblätterige Kronen sich dicht
ineinander drängen und deren Stamm eine Dicke von gewöhnlich ein bis zwei Zoll hat, be-
grenzt. Solche Pallisaden von reihenweise dicht aneinander gepflanzten Dractenen, deren
Stämme zwischen ein paar Reihen längsgehender Weidenbänder geflochten oder gebogen
sind, wodurch das Ganze fest wie ein Zaun wird, sind für die Farmen der Wad-
schagga, wenigstens in den wesUichen Teilen des Berges, charakteristisch. Längs
dieser von Dracaenapallisaden begrenzten, in der JMitte zum Ablauf des Regen wassers
rinnenförmig vertieften Pfade geht der Weg durch die durch ein ganzes Kanalsystem vor-
zügfich bewässerte Kulturzone. Der rote Laterit ist im Schatten oft schlüpfrig, bei reg-
nerischem Wetter bildet er eine zähe, beschwerlich anhaftende Masse. Oben nach dem
Regenwalde zu haben die Bananenfarmen aufgehört und werden hier und da durch Boh-
nen- und Eleusinefelder ersetzt.
Die Kulturzone, besonders ihre unteren wärmeren Teile und die unterhalb liegen-
den Gegenden, beherbergt, wie schon erwähnt, die reichste Tierwelt.
Die dichten Bananenschamben selbst besitzen jedoch kein so abwechselndes Tierleben.
Die grossen Bananenblätter geben den unterliegenden Teilen zuviel Schatten und die den
Boden bedeckenden vermoderten Blätter bilden nur für wenige Tiere einen zusagenden Auf-
enthaltsort. Hier leben jedoch zahlreiche Grylliden [Gryllus xanthoneurus und Nemohius
maculosus), mehrere Arten Schnecken [Ächatina u. a.), Myriopoden {Odontopyge Mi-
mandjarona, sehr häufig, der schöne MetapJioricus Kräpelini, Spirostreptiis montanus, Hap-
lothjsanus leviceps, LopJiostreptus regidaris u. a.), Onisciden {Setaphora Siiarezi, SynarmadUlo
Simplex, Uramba triangulifera), Poduriden {Proisofonia Sjöstedti, Lepidocyrtus flavovirens
und fuscatiis, Mesira armiUata und Paronella FueUeborni), Opilioniden (Rhampsinitus niger,
Phalangium coxale und pieronium, Aniasin quadricornis, Sesostris gracüis), Blattiden (beson-
ders AnisoJabis Ireta), Acridiodeen [Ixalidium hcematoscelis, Catantops decoratus, Parepistaurus
deses), Carabiden, Reduviiden u. a.
20 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MBEU EXPEDITION. 1.
Die reichste Fauna der Kulturzone hält sich auf und neben offnerem Terrain
und in den lichteren Waldpartien, längs Wege und Pfade, in den Feldern, in neu ange-
bautem Land unter der dort aufspriessenden, aus allerlei Pflanzen bestehenden Vegetation,
in der Nähe der Flüsse u. s. w. auf.
Die abwechselndeTierwelt, auf die man hier trifft, im Detail schildern, hiesse den grös-
seren Teil der in diesem Werke angegebenen Tierformen anführen, weshalb hier nur noch ein-
zelne Züge, und zwar hauptsächlich betreffend die höhere Fauna, erwähnt werden sollen.
Von den Säugetieren der Kulturzone machen sich besonders die Buschschweine
(Potamochoertis choeropotamus dcemonis) und die zudringlichen und frechen Paviane {Papio
ibeantts) durch den Schaden, den sie in den Farmen der Eingeborenen, besonders auf den
Maisfeldern, die während der Erntezeit Tag und Nacht von den Schwarzen bewacht wer-
den müssen, anrichten, bemerkbar. Hier und da haben die Eingeborenen in den Fel-
dern auf Stangen oder auf den Bäumen Wachthütten erbaut, in denen sie auf die zu-
dringlichen Schmarotzer aufpassen.
In Waldpartien oder in den Farmen sind Meerkatzen gewöhnlich, teils die
dunkle, mehr im dichten Wald bis in den Regenwald hinauf lebende Cercopithecm aJbo-
gularis kibonotensis, teils der sonst meistens unten in den Akazienwäldern der Steppe
sich aufhaltende graugelbe, mit schwarzem Gesicht versehene Cercopithecus pygerythrus
Jolmstoni. Beim Einbruch der Nacht beginnen, besonders zu gewissen Zeiten, die Nacht-
affen [Galago payiganiensis) ihr Geschrei in den Bäumen, während Fledermäuse, Nyderis
thebaica, Vespertiho nanus und Bhinoloplius augur sambesiensis, von denen die beiden er-
sten gemein waren, die Luft im Zickzack durchkreuzten. Dagegen sind fliegende Hunde
selten und nur eine Art von ihnen [Rousettus lanosus) wurde hier angetroffen. Im LTrwalde
lebten mehr oder weniger gemein Spitzmäuse [Crociäura fumosa und maurisca) und mehrere
Ratten, wie Mus Hildebrandti, Mus Jacksoni, Mus Hifidei, Thamnomys doJiclmrus, die in den Ba-
nanenschamben angetroffene kleine Leggada mimdoides, ferner Pelomys faUax und Arvicanthis
pulchellus, von denen Mus Hildebrandti als die »Hausmaus» der Gegend zahlreich in den
Wohnhäusern auftrat, wo auch GrapMurus murintis und parvus hausten. Sehr gemein war
auch der in der Erde lebende Tachyoryctes spkndens ibeanus, dessen aufgeworfene Erdhaufen
denen der Maulwürfe ähneln. Da sie den Feldern schädlich sind, werden sie von den Ein-
geborenen verfolgt; sie wurden auch oft, an Holzstäbchen gebunden, lebend ins Lager gebracht.
Ein zurückgezogenes Leben führen die in der Kulturzone lebenden Stachelschweine
(Hystrix galeata und deren subsp. ambiguä) und wurden deshalb selten angetroffen. End-
lich gehören hierher von den Nagern auch ein paar Eichhörnchen, der kleine Funisciurus ga-
nana und der grössere, mit buschigem, weissbandigem Schwanz versehene Heliosciurus
undidatus, von denen der letztere bis in den düsteren Regenwald hinauf verbreitet ist.
Unter den Raubtieren, von denen man sagen kann, dass sie eigentlich dem Ge-
biet der Kulturzone angehören, fesseln die hier sehr gewöhnlichen gefleckten Ginsterkatzen
[Genetta sitaheNca), sowohl die Hauptform wie auch die hier ganz gemeine schwarze Varie-
tät, unsere besondere Aufmerksamkeit. Zuweilen laufen Ichneumons {Mungos cafer, san-
guineus ibeae und galera robusta) über die Wege, um sich schnell in Sicherheit zu brin-
SJÖSTEDT, DIE TIKKVVKLT DEK HTEITKN UND BERiiE. 21
gen; Nandinia Gerrardi, MeUivora rafel und Viverra c'wetta orientalis sind dagegen seltener
anzutreffen. Auch eine Wildlvatze lebt auf dem Berge, wie auch Elephanten ihn an ge-
wissen Stellen durchstreifen. Ol^schon eigentlich Steppentiere, steigen sowohl Löwen,
Leoparden, gefleckte Hyänen und Schakale (C. adustiis) zuweilen mehr oder weniger hoch
in die Kulturzone, wo die Leoparden und Hyänen die von den Wadschagga ausgelegten
Leichen, die in diesen Teilen des Berges nicht begraben, sondern den wilden Tieren im
Gebüsche hingeworfen werden, aufsuchen. Das Bild einer der Tafeln ist gerade beim
Suchen nach Kranien und anderen Skelettteilen in dem Augenblicke aufgenommen, wo
ein Wadschagga mit ein paar Funden aus dem dichten Gebüsch herauskommt.
Aber auch andere Raubtiere, wahrscheinlich die Ginsterkatzen, greifen die ausgelegten
Leichen an und fressen Stücke daraus. Hiervon konnte ich mich bei einer Gelegenheit
überzeugen, wo in der ersten Nacht aus der frischen Leiche nur kleinere Teile
hier und da, oft richtige Gruben, herausgenommen worden waren. Ein nur einige
Steinwürfe von der Station au.sgelegter toter JMassai war am folgenden Morgen voll
ständig verschwunden, und nur einige Rippen waren in dem niedergetretenen Gebüsche
zu finden.
Einige charakteristischen Züge aus der Vogelwelt der Kulturzone sind in dem be-
treffenden Teil dieses Werks, S. 24 — 29 angeführt worden. Nur über den Gesang
und die Töne der Vögel dieser Gegend will ich hier einige Worte beifügen.
Wie reich die Vogelwelt dieses Gebiets auch ist, so hat sie doch äusserst wenige
wirkliche Sänger aufzuweisen, während ein ganzer Teil der Repräsentanten derselben
durch ihre mehr lauten als melodiösen Töne die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Hübsch klingen aus den niederen Wipfeln des Regenwaldes die klaren Töne von
Alcippe ahyssinica, wohl dem besten Sänger der Gegend, und die der Chlorophoneus-Ar-
ten, aber auch Ühloropeta natalensis similis Hess ungewöhnlich wohllautende Töne hören.
Recht klangvolle Töne haben auch Pycnonotus barhatus micrtis und Laniarius aethi-
opicus amhiguus, dessen Gesang sowohl durch seine bewundernswerte x\b\vechselung wie
durch seine lange Ausdauer mehr als der aller anderen hier vorkommenden Vögel die Auf-
merksamkeit auf sich lenkt, Laniarius funehris, ebenso wie der letztgenannte durch den
Wechselgesang des Paares merkwürdig, wie auch vielleicht Oriolns larvatus Bolleti, dessen
zwei- bis viertönige gedämpfte Stimme nicht selten aus den Gipfeln der Bäume ertönte,
hl der Heckzeit stieg das Männchen von Pomatorhynchus australis minor in die Luft und
senkte sich dann wieder, gleich einem Anthus arhoreus, unter lautem Gesang herunter.
Andere zeichnen sich mehr durch eine laute, als wohlklingende Stimme aus. So
ertönt zu gewissen Zeiten die tutende, eigentümliche, höchst charakteristische Stimme
des Sporenkuckucks {Centropus superciliosus) aus der Umgebung der Berge weit umher,
während Nashornvögel (Bycanistes cristatus) mit gellenden Trompetenlauten oft paarweise
im Regenwalde oder in den Farmen durch die Luft ziehen. In den lichten Steppenwäl-
dern hört man den eigentümlichen durchdringenden Schrei eines Spechtes [Dendromus
niibicus), den das Paar gemeinsam durch den Wald ertönen lässt. Frankolinen und Perl-
hühner stossen oft besonders beim Auffliegen ohrenbetäubende Sclireie aus, mehrere Tau-
22 S.TÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1.
benarten [Ttirtur scmitorquatiis intermeditis u. a.) lassen von den Kronen der Bäume im
Regenwald, in der Kulturzone, im Mischwald und aus der Steppe ihr Girren ertö-
nen. Die eigentümliche Stimme der Taml)urintaube {Ti/mjMnistria ti/mpani Stria) hört man,
besonders des Morgens von den Farmen der Eingeborenen. In den Steppenwäldern er-
klingt zu gewissen Zeiten der pfeifende, wehmütige, die ganze Zeit über mit kurzen Un-
terbrechungen wiederholte Ruf von Cucubis soUtarius und die ebenso sonderbare, wieder-
holte, aus drei langgezogenen, wehmütigen, jedoch weit umher vernehmliaren Tönen be-
stehende Stimme von Ouculus damosus. Unter den hohen Wipfeln des Waldes ziehen
kleine Schwärme von Sigmodiis Betzii tricolor unter im Chor wiederholten klangvollen
Tönen umher. Aus dem dichten Unterholz der in der Kulturzone stehen gebliebenen Urwald-
partien hörte man bisweilen die laute, wiederholte, schnalzende Stimme von Mca^o^^w/am
und die dann und wann wiederholte Stimme des Macrospheniis Kretschmeri. Aus den hohen
Kronen in der unteren Kulturzone wurde bisweilen die weithin tönende Stimme des Dri/osco-
pus cuhla liamatus gehört. In der Obstgartensteppe liess der in Schwärmen umherziehende Cra-
teropus pJehejus Emini seinen schrecklichen Lärm ertönen. Von der Spitze eines Baumes stiess
zuweilen Halcyon chelicuti seinen lauten, charakteristischen, trillernden Schrei aus. Von der
Spitze der Büsche und des Grases li essen oft Cisticola- Arien ihre nach ihren Kräften laute,
wenig melodische Stimme eifrig erschallen, während Lerchen [Mirafra africana athi) mit
ihrer wehmütig klingenden Stimme die öde Steppe belebten. Dies sind in Kürze die Vö-
gel, welche die Steppe und Wälder dieser Gegend am meisten mit ihrem Gesang oder
ihren Tönen beleben.
Von den Reptilien der Kulturzone ist die auf den Hütten der Eingeborenen, auf
Baumstämmen etz. umherlaufende hellstreifige, in ihrem Auftreten der Agama oihnorum West-
afrikas entsprechende Eidechse Mahuia striata das gewöhnlichste und auffallendste. Auch
die kleine, hier möglicherweise eine neue Unterart repräsentierende Lacerta Jacksoni
lebt an den Hütten der Eingeborenen, kriecht dort vorsichtig umher und verschwindet, wenn
sie verscheucht wird, unter den bedeckenden Bananenblättern. In den Bäumen zeigten sich zu-
weilen grössere oder kleinere Chamäleons {Chamaeleon dilepis u. tavetensis), an Stämmen
und Wänden kletterte der kleine Lygodadylus Conradti, während sich zuweilen eine Lygosoma
kilimensis oder eine Oonatodes africaniis in den Bananenschamben zeigen konnte.
Von den nicht so häufig angetroffenen Schlangen waren Boodon lineatus, Lepio-
dira liotamhoeia, Dendraspis angusticeps, Causus rhomheattis verhältnissmässig gemein und
auch CMorophis negledus, Python seha>, Bitis arietavs und die auf den Wegen angetroffe-
ne Typhlops pundatus nicht so selten. Spärlicher schienen Philothamnus semivariegatus,
Lycophidium capense, die an einen dürren Zweig erinnernde Thelotornis KirtJandi, ElapecMs
Guentheri, Naja melanoleuca und Dendraspis Sjöstedti zu sein.
Von den Batrachiern weckte zur Parungszeit Bufo regidaris durch den schreck-
lichen Lärm, den die in Gräben versammelten Tiere verursachten, besondere Aufmerk-
samkeit. Im Grase an den Flussufern und im Wasser hielten sich Bana angoJensis und
oxyrhyndia, die an den Steppenseen und niedrig fliessenden Wasserläufen oft in
unglaublichen Massen auftretende Rana mascareniensis sowie der ebenfalls in dem letzte-
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BEEGE. 23
ren Lokalität zuweilen sehr allgemeine Phrynohatrachus natalensis, ferner Rappia mar-
morata, Cassina seneqalensis, Arthroleptis minutus und Bottegi, Phrynohatrachus ranoides,
Xenopus laevis und Remisus sudaiiense auf.
Die Fische sind auf dem Berge sparsam und wurden von mir nicht höher als bei
etwa 1300 m angetroffen, wo in dem brausenden, kalten Wasser des Fuggaflusses einige
Male eine Siluride, Amphil'ms grandis, gefangen wurde. Weiter unterwärts wird die Fisch-
-fauna reicher und erreicht z. B. schon bei Kahe einen überschwellenden Reichtum. Grosse
Teile der Flüsse waren hier mit grossen Reusen abgesperrt, die beim Aufziehen einen
reichen Fang ergaben. Im Sanyalluss, in einiger Entfernung vom Lager, war Barbus
PercivaU recht allgemein und wurde mit Libellen als Köder, die sie mit Gierigkeit ver-
schluckten, geangelt. In demselben Flusse lebten auch Barbus Hindu und Discognathus
Hindu, und auch Barbus Pagersiecheri und B. Neumayeri sollen in den vom westlichen
Kilimandjaro herabströmenden Flüssen vorkommen. Zusammen sind bisher 18 Fischar-
ten vom Kilimandjaro-Merugebiet bekannt.
Mehrere der Insekten der Gegend sind für den Menschen lästig, schmerzen durch
ihren Stich oder Riss und verbittern das Dasein.
Dies gilt vor allem vom Sandfloh (Sarcopsylla penetrans), der in Kibonoto zu ge-
wissen Zeiten gemein war und sich rasch auf die nackten Füsse zu praktizieren ver-
stand, wenn man aus dem Rette aufstand. Trotz aller Vorsicht ihm zu entgehen, waren
die Füsse manchmal durch sie vollständig zerstört, so dass man nur mit Schwierig-
keit Älärsche und Exkursionen vornehmen konnte, und dass sie zuweilen solche
Reisen vollständig unmöglich zu machen drohten. Rlulsaugende Mücken waren im gros-
sen ganzen nicht so zahlreich, wenn man auch zu gewissen Zeiten durch ihren Such ge-
plagt wurde. Resonders lästig waren Stegomyia calopus, ferner Pyretophorus costalis, Culex
drymoecius u. a. An den Gewässern konnten Regenbremsen (Crysozona hirta) die Menschen zu-
weilen in Massen angreifen, und besonders die nackten Träger wurden durch ihren Stich sehr
gepeinigt. Auch andere Tabaniden waren durch ihren Stich lästig. In der Niederung
des Rerges kommt an einigen Stellen auch die Tzetzefliege vor.
Mehrere Arten von Zecken sind ebenfalls bei gewssen Gelegenheiter unangenehm.
Die Schwarzen werden oft durch Ungeziefer, besonders durch den gewöhnlichen Pedicu-
bis capitis, — das Vieh durch Haematopinus etirysiernus, — durch Spulwürmer (Äscaris
lumbricoides) und Randwürmer {Ttpnia mediocannellata, üde Widenmann) geplagt. "Welche
Plage die Wanderameisen bei ihren Angriffen im Lager verursachen können, ist auf ei-
ner anderen Stelle dieses Werks (8: 4, S. 111 — 114) beschrieben.
Der Kegeuwald.
Zwischen ungefähr 1,700—1,900 und 2,800—3,000 m ü. d. M. streckt sich rings
um den Kilimandjaro ein zusammenhängender Waldgürtel, der Regen- oder Gürtelwald
benannt. Während des ganzen Jahres behält dieser Wald sein typisches Aussehen und
ewig grünes Gepräge, wenn er auch während gewisser Zeiten, wenn Räume und Kräuter
allgemeiner blühen, durch ihre Farbe ein freundlicheres Gepräge, besonders in den
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
äusseren, dem Licht mehr zugänglichen Teilen oder an den zufälligen Lichtungen, welche,
durch Aushauen von Bäumen durch die Eingeborenen entstanden bisweilen an der Seite
der Pfade angetroffen werden können, erhalten kann. Diese offenen Plätze bekleiden
sich dann mit einer niedrigeren, mehr krautartigen Vegetation.
Die Begrenzung des Regenwalds sowohl gegen die Kulturzone — der nördliche, unbe-
wohnte Teil des Berges entbehrt, wie erwähnt, einer Kulturzone — als gegen die oberhalb des
Regenwalds gelegenen Bergwiesen ist scharf markiert. Freilich erstrecken sich Wald-
parüen oft länger in die Erosionstäler als an die eigentliche untere Grenzlinie herunter
und verbinden sich hier oft mit in der Kulturzone noch gebliebenen Resten der Wälder,
welche wahrscheinlich einmal auch grössere Teile derselben bedeckt haben; auf den
breiten Rücken zwischen den Erosionstälern aber schiesst der Wald in der Regel plötz-
lich, ohne eigenthchen Übergang von niedrigeren Bäumen und Gebüschen, auf.
Die wichtigste Ursache dieser schnellen Veränderung des Vegetationscharakters liegt
in der veränderten Beschaffenheit des Terrains. Der Berg, der sich bisher ziemlich
langsam von der Steppe erhebt, steigt jetzt bedeutend steiler, um oberhalb des Regen-
walds, auf den Bergwiesen, wieder einen länger abfallenden Charakter anzunehmen.
Es ist eine wunderbare Veränderung, die mit dem Eintritt in den Regenwald in
der umgebenden Natur und ihrer Tierwelt stattgefunden. Eine gedrückte, düstere Stim-
mung herrscht oft in diesen dichten, kalten, ernsten, feuchten Wäldern, über welchen ein
wolkenbedeckter Himmel während langer Zeiten des Jahres ruht. Der Boden ist fast
immer feucht und kalt. Die Bäume haben oft denselben Regenwaldtyp, den man in den
Regenwäldern Westafrikas findet, mit festen, glänzenden, ganzrandigen und in eine Spitze
verschmälerten Blättern, die Wurzeln verzweigen sich oft oberhalb der Erde oder schieben
als Luftwurzeln hoch von Stämmen und Zweigen herunter, die Bäume sind oft mit gröberen
oder feineren Lianen, die bisweilen wie Fäden von den Kronen herabhängen, umsponnen,
Moos, bisweilen in grossen Klumpen gehäuft, bedeckt mehr oder weniger die Stämme,
Lianen und Zweige, das Unterholz nimmt bisweilen eine fast undurchdringliche Festigkeit
an oder wird Hehler, so dass man, wenn auch mit Schwierigkeit, zwischen Stämmen,
Zweigen und Schösslingen eindringen kann.
Die Temperatur, die am Tage nicht 20° C. übersteigen dürfte, sinkt während der
Nacht bedeutend, je nach der verschiedenen Höhe bisweilen bis auf -f 4 ä 7°, während
der Regenzeit im März bis Mai, besonders bei grösserer Höhe, noch tiefer. Ich selbst
fand an der oberen Grenze des Regenwalds im Februar, also w^ährend der wärmeren
Jahreszeit, nachts eine Temperatur von -t- 4 ä 6° C. Dass es hier während der kälteren
Jahreszeit nachts friert, ist unzweifelhaft.
Anfangs Juli, als ich zuerst den Regen wald besuchte, war es noch regnerisch und
kalt und der Himmel beständig von grauen Wolken bedeckt, der Wald war schweigsam
und nur sparsam liess sich hin und wieder unter den Bäumen oder im Unterholz ein
Vogel sehen. Der typischste von diesen ist der Helmvogel [Turacus Martlaabi), eine
Parallelform des Turacus Meriani der kamerunischen Regenwälder. Die Haarvögel, die
in den feuchten, warmen Regenwäldern von Kamerun typische Charaktervögel sind, haben
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEEOE. 25
auch hier ihre Vertreter {Phjllastrcphus nigriceps, striifacies, placiäns). Schweigsam
bewegen sich kleine Fliegenschnäpper {Alseoiia.r murhixs, Bafis mi.rta und Batis molitor
uiont(i)ia) in den Kronen der Bäume. Wenigstens in den unteren Teilen des Regenwalds
leben auch Tnrtur semitorquatus iiüermedius, Indicator variegatus, Biiccanodon Mli-
mense, Psulidoproene liolomelmna massaica, Coracina ccecia pura, CampepJuiga jiava,
CJdoropho Ileus in'grifrons und Abbotti, Laniariiis wthiopiciis ambiguus, Amgdrus Walleri,
Apalis griseiceps u. a. Über den Baumgipfeln schössen bisweilen grosse Nashornvögel
{Bijaniisies rrfsfafus) unter etwas welligem Flug hintereinander hervor.
Wenn, während wärmerer Jahreszeiten, die Wolken sich zerstreuen und die Sonne
ihr Licht über den Wald sendet, wird die sonst düstere Stimmung belebt, obschon sich
das Tierleben auch dann recht schweigsam und arm zeigt; nur hin und wieder hört man
die Summe eines Vogels. Von einer Krone ertönt bisweilen die fünftönige, dumpf tutende
und zwitschernde Weise der erwähnten Turturtaube, in einigen niedrigen, dichten, mit
Schlingerpflanzen umsponnenen Kronen hört man das schöne, eifrig erschallende Lied
der Alcippe abyssinica, wie erwähnt, vielleicht der schönste Gesang, den man hier zu
hören bekonmit, zwischen dem dichten Blattwerk des Unterholzes leuchtet die hell gold-
gelbe Unterseite eines Tarsiger orientaUs hervor. Schwärme von Zosterops eurycricota
ziehen unter feinem Gezwitscher durch den Wald, die an unseren Laubsänger erinnernde
Cryptolopha nmbrovirens dorcadiehroa hüpft zwischen dem Blattwerk umher, dann und
wann ihre feine Stimme ertönen lassend.
In diesen öden Wäldern, wo oft der Wind wie in den Fichtenwäldern des Nordens
sausend durch die Kronen zieht und die gedrückte Stimmung nochmehr verdüstert, ist
die Heimat der Colobusaffen, und gewöhnlich braucht man, wenigstens in gewissen
Gegenden, nicht lange unter dem schützenden Blattwerk zu wandei'n, bis ihr eigentümlich
klapperndes und summendes Konzert von den hohen Kronen ertönt, wo die Affen, wie
gross und in die Augen fallend sie auch zu sein scheinen, doch infolge der Ähnlichkeit
ihrer weissen Seitenfransen und des buschigen Schwanzes mit den von den Zweigen
herabhängenden Bartflechten, nicht immer leicht zu entdecken sind. Beunruhigt geben
sie sich in die Flucht; ein grosser Affe nach dem anderen von denen die unter den
Kronen gesessen, wirft sich von den hohen Zw^eigen herab, klettert auf die äussersten
Spitzen heraus, von welchen sie mit ausgesperrten Vorder- und Hinterbeinen und ihnen
gerade nachhängendem buschigem Schwanz sich auf nahestehende Bäume herüberwerfen,
während die langen weissen Fransen der Seiten herausflattern. Wenig scheu, machen
sie gewöhnlich bald Halt, und bleiben binnen kurzem in den hohen Kronen zerstreut
sitzen. Noch ein Affe, jedoch gewöhnlicher in der Kulturzone {Cercopitheeus (dbogularis
kibonotensis), lebt in den Regenwäldern der beiden Berge, wo unter Säugetieren auch ein
Halbaffe {Galago panganiensis), eine kleine Fledermaus [Vespertüio nanus), ein Eichhörn-
chen {ReliosciurKs undidatus), der in der Erde lebende Tdchyorgcfes' spendens ibeanus,
Stachelschweine und Buschschweine, der für den Regenwald charakterisüsche Dendroliyracc
udidus, die durch den Waldgürtel auf die Bergwiesen hinauf empordringenden Elefanten
und die kleine Antilope Neoiragus moscltatus von mir konstatiert werden konnten.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 1. 4
26 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1.
Auch die niedrigere Fauna war in den unteren Teilen des Regenwalds ziemlich
arm, etwas reicher und lebhafter während der Trockenzeit, besonders wenn die Sonne
ihre lebenspendenden Strahlen über den Wald sandle. An der Seite der Pfade sassen
oft einige Fuss über dem Boden kleine Agrioniden [Ischnura elongata) auf Blättern und
Zweigen oder flogen mit langsamem Flug eine kleine Strecke, hielten auf zitternden
Flügeln in der Luft an, um sich bald wieder niederzulassen; gelb-schwarze Tipuliden
{Pachjrhina crocea) flogen allgemein nahe dem Boden und zwischen dem Buschwerk
umher, und kleinere hingehörige Formen sassen in ihrer dunklen Tracht auf den moos-
bewachsenen Stämmen oder flogen auf, wenn man sie in grösserer nähe besehen wollte.
Auf offenen, von der Sonne beleuchteten, blumengeschmückten Plätzen oder an
der Seite des Pfades sassen oft einige Schmetterlinge, die an einen »Admiral» etwas
erinnernde Antanartvt hippomene, die nahestehende aber kleinere A. abyssinica, welche
zugleich mit ^4. schoeneia und mehreren auch in den Regenwäldern des Meru lebte,
Hesperiden, der schwarzbraune gelbgefleckte Padmona zeno, die samtbraune, unten
etwas rotgefleckte Sarangesa lugens sowie der unten ockergelbe, oben mit einem weissen
Ocellenfleck versehene Eagris astoria, oder flogen beunruhigt unter schwindelndem Flug
hinweg. Ringsum die Kronen der Bäume oder auf den genannten offenen Plätzen flat-
terte der weiss-schwarze, mit schwefelgelben Hinterflügeln versehene Mglothris narcissus,
der braunschwarze, an der Flügelbasis weisse, unten etwas orangegefleckte Pieris Raffrayi,
der schwalbenschwanzige, schwarz und grünblaue Papüio phorcas v. ngikanus, der gelb-
gebänderte Papüio erlteriokles, der weisse, schwarzgefleckte Pieris zoclialia, die für diese
Wälder so charakteristische Aereva insignis v. siginna und andere Acrpeen wie terpsichore
und uvui. Der grosse blau und schwarze Papilio Hornimani, öfter am Meru beobachtet,
wirft sich hin und her wingelnd hervor, um wieder zwischen den Kronen wegzusteuern.
Vom Boden im dunklen Unterholz flattert bisweilen die dunkle mit grossen Ocellen gezierte
Gnophodes parmeno v. diversa auf, um sich unter wingelndem Flug liald wieder zu
setzen. Hier und da zeigen sich iin Regenwald auch andere Insekten, kleine, bunte
Sphegiden [Cerceris erythroura), gefleckte Coccinelliden [SokmophUa umlratUis), stachelige
Hispiden [Dactylispa misella und contribulis, Hispa palUdicornis), Cantharidinen {Silidius
octdaris), Erotyliden [Episcapha suhcosta), Elateriden, Chrysomehden {Ccrcyonia nsamharica),
langbeinige Hemipteren, gelbgebänderte Syrphiden {Asarcina), stachelige, rotkörperige Para-
sitenfliegen [Dejeania], sehr charakteristisch für diese Wälder, w'O sie einzeln auf den
Blättern sitzen und leicht die Aufmerksamkeit auf sich lenken, dünnflügelige Neuropteren
[Chrysopa cJdoris und vulgaris), Tipula-ähnliche Neuropteren {Bittacus Sjöstedti), gelbe Pflanzen-
wespen [Athalia fumosa), Braconiden {Braunsia bilunatä), mehrere Ichneumoniden [Theronia
lurida, Neotheronia concolor, TricUsUis hicoJor), sowohl Honigbienen {Apis meUißca v. Adan-
soni), für welche die Eingeborenen weit durch den Regenwald hinauf ihre Bienenstöcke
in den Bäumen aufhingen, als andere Bienen [Megadiile tnmcaüceps und EaUdus mon-
tanus), Tabaniden (Tabanus amUychromus, Chrysozona macidiplena und imbrium) u. a.
Auch an dem oft feuchten und kalten Boden mit seinen herabgefallenen, vermo-
derten Blättern war das Tierleben recht arm, wenn auch eine Anzahl Formen dort lebte.
SJOiSTEDT, UIE TIEKWKLT UEK STEPPEN UND BEEGE. 27
Rlelirere Arten Myriopoden, sowohl Polydesmiden {Nodorodesmus kibonotanus, Strongylosoma
julinum] als Scolopendriden [Cnjptops niimidicKs tropkns), Geophiliden (Orplmmis meruinus,
Lamnonyx puncf ifrons) und Juliden (Odontopyge kilimandjarona, Haplothjsanus polyhothrus
und leviceps) waren hier nebst kleinen flügellosen, larvenähnlichen Blatliden (Apieroblatta
perplexa), welche schnell hin und her rannten, wenn man unter den vermoderten Blättern
rührte, Onisciden [Ignamha hrevis, SynarmadiJlo marmoratus, Phalaha brevis), Grylliden
\üallogryUus kilimandjaricus), Opilioniden [Phalanyium pictiim, Cheops armattis, Palpipes
typus, Ereca rufa, Amasis quadrlcornis) und andere Spinnen waren hier die gewölinlichsten
und typischsten Tierformen, ferner andere Grylliden [Edatoderus kilimandjaricus und Monti-
gryllus silvirpJuviaHs), Forliculiden {Forßculn Sjöstedti), Poduriden, Carabiden, Schnecken,
Staphyliniden [Pccderus alticola), Ixodiden [Bhipidocephalus simiis planus und ugandanus),
schmale Hemipteren, Curculioniden [Systates albosetosus und rhinorhytus), Lygceiden, rote
Cercopiden, Älelolonthiden (Trochalus haganioiensis) und stachelige Hispiden wurden zwischen
den vermoderten Blättern angetroffen und geben ein merkliches Bild der Tierformen,
welche, hier die Fauna bildend, in der Nähe von einander am leuchten, kalten Boden
in diesen düsteren Regenwäldern leben.
Der Marsch durch den Regenwald nach den oberen Teilen des Berges ist, beson-
ders für die mit Lasten versehenen Träger in hohem Grade anstrengend. Mitte Februar
drang ich mit etwa 25 Trägern durch den breiten Waldgürtel behufs Studien der Tierwelt
zu den obersten, an die offenen Bergwiesen grenzenden Teilen des Regenwalds und weiter
über die Bergwiesen bis zu den obersten, mit organischem Leben versehenen Teilen des
Berges an Gletschern und Schneefeldern hinauf.
Es war ein strahlend schöner Morgen, als wir von Kiboscho aufbrachen, mit frischer,
kühler Lufl. Von der aufgehenden Sonne beleuchtet, lag die entblösste, weissglänzende
Riesenkuppel frei vor unseren Blicken; wie ein langsam, fast gleichmässig sich abdachender
Hügelzug laufen die oberen Konturen des Berges nach der östlichen, den Blicken freien
Seite gegen die Steppe herunter, wellendes Blattwerk streckt sich längs der Seiten
hinauf, den breiten Gürtel des Regenwalds bildend, während die oberhalb desselben
gelegenen offenen Bergwiesen langsamer gegen die weissglänzende, gewaltige Eiskuppel
aufsteigen. Hinter dem langsam abfallenden Hügelzug schoss der zackige Gipfel des
Mawenzi auf.
Eine gewisse Unruhe und Unsicherheit lag heute beim Abmarsch in der Lufl, da
die Schwarzen nur ungern auf die höheren, kalten Teile des Berges hinaufsteigen, und
der Führer von Kiboscho, der nur mit Schwierigkeit zu bewegen gewesen war mitzu-
kommen, fing bald an sich widerspenstig zu zeigen und suchte deutlich Gelegenheit,
verschwinden zu können.
Der Weg ging zuerst durch die Eleusinefelder und Bananenschamben der Kultur-
zone, fast flach, langsam gegen den Regenwald aufsteigend. Die Bananenblätter standen
oft zerrissen, darauf deutend, dass der Wind hier oft hindurchzog. Nach weniger als einer
halben Stunde liaben wir die letzten Mais- und Eleusinefelder passiert, das Terrain steigt
schnell, die ersten Vorposten von Bäumen zeigen sich, und bald befinden wir uns im
28 SJÖSTEDTS KUjIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1.
Schatten des Regenwalds. Immer undeutlicher wird nun der Weg, der bald nur hier
und da mit Schwierigkeit bestimmt werden kann, und das Haumesser ist in beständiger
Tätigkeit, wo überhängendes Blätterwerk, Lianen und Zweige das Hervordringen mit
den oft schweren Lasten erschwert.
Immer mühsamer wird der Aufstieg und bald arbeiten wir uns, wie wir können
unter der Zickzackfahrt des Führers vorwärts. Wo sich eine Lichtung in der dichten
Vegetation zeigt, steuern wir hinein, um vielleicht plötzlich vor undurchdringlichen Barri-
kaden von Stämmen, Zweigen und schwellendem Blattwerk stehen zu bleiben. Aber
aufwärts ging es, immer hinauf, bis wir am Nachmittag nach dem Hervordringen durch
eine im ganzen recht gleichförmige Vegetation auf die ersten Ausläufer der für die oberen
Teile des Waldes charakteristischen Erica arborea, eines etwa 20 — 40 Fuss hohen Baums
mit feinen, heidekrautähnlichen Blättern, stossen, welcher bald einen wesentlichen Teil
des Waldes bildete.
Ein paar Stimden vor Sonnenuntergang waren wir mitten in der Erica arhorea-
Formation, im oberen Teil des Regenwalds mit dessen von Moos und Bartflechten be-
hangenen Bäumen, die dem Walde ein sehr altertümliches Aussehen verliehen. Der
Boden in den äussersten lichteren Teilen war mit Lycopodiaceen, Veilchen, Plantagineen,
Ranunkeln und anderen bekannten Pflanzentypen bewachsen, violette Orchideen schössen
überall auf, Gräser imd Moos bedeckten den Boden, rote Lilien mit hängendem Kopfe
und schmalen Blättern zeigten sich hier und da, Eternellen, Farne, Juncaceen traten
auch auf und verliehen dem Bild ein eigentümliches und auffallendes, oft nordisches
Gepräge.
Jetzt fängt das Tierleben an etwas reicher zu werden. Mit klatschenden Flügel-
schlägen fliegt die grosse CoJumha ar/juatrix arquatricoJa von einer Krone, wo sie geruht,
auf oder lässt ihr wehmütiges, zitterndes, mit der düsteren Umgebung harmonisierendes
Girren durch den trüliseligen Wald ertönen. In den dichten Gebüschen umherliüpfend,
lässt Bradypterns Marim dann und wann ein bald schärferes, bald weicheres, von dem
anderen beantwoi-tetes "tji" hören, während die Stimme bisweilen zu einem langen, wider-
hallenden "tsitr" ausgezogen wird. Sein Gesang ist für diese Wälder sehr charakteristisch;
es ist ein kräftiges, klingendes, und, wenn der Vogel sich nähert, an Stärke zunehmendes
und dann wieder verklingendes Trillern, die einzige Stimme, die während langer Stunden
den geheimnisvollen, düsteren Regenwald belebt. Der Tag neigte sich, als der düstere
Wald sich auf einmal durch von vorn eindringendes Licht erhellte, der breite Gürtel des
Regenwalds war zu Ende, die Bergwiesen mit ihrer Ericinellaregion und ihren offenen
Grasplätzen lagen vor uns, länger hinauf durch weisse Eternellen und andere Pflanzen
ersetzt, bis endlich vulkanische Gestein- und Sandfelder und nackte Felsen den Übergang
zum sterilen Reich der Kälte und des Schnees vermittelten.
Die von der Bergbesteigung ermüdeten Träger warfen sich auf den zwischen den
Ericinellagebüschen befindlichen offenen Grasplätzen nieder, allmählich kehrten die Kräfte
zurück und bald fingen Feuer hier und da an zwischen den Gebüschen aufzuflammen.
Jetzt konnte ich endlich mit mehr Ruhe die Umgebung betrachten.
SJÜBTEÜT, DIE TlEliWEl.T DKK STEITEN UND iiJCKGE. 29
Ein seltsames Bild bot sich meinem Blicke dar, freilich kalt, starr und einförmig,
aber darum nicht weniger grossartig.
Vom Lichte der untergehenden Sonne beleuchtet lag die Hiesenkuppel des Kili-
mandjaro, kaum einen Tagemarsch entfernt, anscheinend aber viel näher, längs den
Seiten mit zerstreuten, dunklen, nackten Felsenpartien, da, während der gewölbte Gipfel
in seiner Gesamtheit von blendendem Neuschnee uinliüllt war. Vom Lager aus erstreckte
sich nach oben ein flaches, oben durch die geringere Biegung des oberhalb befindlichen
Terrains gleichsam von einem Band oder Kiel l)egrenztes Tal, das so weit das Auge
blickte, ein einziges, ununterbrochenes Feld von grtinen und braunen Wifpeln der Erici-
nella darbot. Aber nicht nur dieses breite Tal war von den dichten Ericinellageblischen
bedeckt; nach allen Seiten sah man diesen monotonen, griin-braunen Blätterteppich der
zahlreichen, terrassenförmig über einander sich erhebenden Hügelziige, jetzt kaum siclil-
bar, aber wenn zwischendringende Nebel sie mit verschiedener Stärke hervortreten Hessen,
deutlich unterscheidbar.
Aber die Sonne verschwindet und die Sterne kommen zum Vorschein, wie eine
einzige Winterstrasse strahlt der ganze Himmel, und nie habe ich wohl früher gesehen,
dass es so viele Himmelslichte am Firmament gibt, wie diesen frischen Abend. In selt-
samer Beleuchtung schimmerten die dunklen Körper der Eingeborenen an den Feuern
zwischen den dichten Massen der Gebüsche hervor, munterer Lärm ertönte trotz der
niedrigen Temperatur, die den Atem der Träger in eine weisse Wolke verwandelte;
und man muss wahrhaftig die Abhärtung dieser Naturmenschen bewundern, die fast
nackt, nur mit einem dünnen Schurz l)edeckt, eine lange Nacht in einer Temperatur
von + 5° C. aushalten konnten. Wir kleideten uns in dicke Jagdröcke und fanden es
trotzdem nicht beneidenswert warm.
Aber nur hier herrscht Leben und Bewegung. Ausser dem Lärm an den Lager-
feuern ist alles still, und nicht einmal das Zirpen einer Grille stört die Stille der Natur
auf diesem wunderbaren Platz unterhalb der Schneefelder des Kilimandjaro.
Der Morgen des folgenden Tages brach kalt und düster an. Zitternd in der niedrigen
Temperatur sammeln sich die Wadschagga vor dem Zelt, laufen aber von Zeit zu Zeit zu
den Feuern, um ihre verfrorenen Körper zu erwärmen. Die Löhne werden ausgezahlt,
und unter lauten Buten "Kwa heri, Bwana" (adieu, Herr!), als ob sie sagen wollten:
Glück auf den Weg, möge es Ihnen oben in der Kälte gut gefallen, wir machen, dass
wir nach Hause kommen! stürzen sie in einer langen Beihe den offenen Abhang hinab
und verschwinden im Begenwald. Nur eine kleine Anzahl mit Kleidern und Decken
versehener Schwarzer blieb im Lager zurück, bis sich, laut Verabredung, zur Zeit des
Aufbruches eine neue Mannschaft einfand.
Die hier eine Zeit lang vorgenommenen zoologischen Untersuchungen gelten sowohl
den oberen Teilen des Begenwaldes wie den Bergwiesen oben nacli den Gletschern und
Sclineefeldern der Kuppel hinauf. Still, starr und düster stand der Begenwald, wie er sich
scharf markiert an dem unteren Band der Bergwiesen erhob. Von den höchsten Spitzen
bis zu den untersten Zweigen waren die Bäume mehr oder weniger, mit schmalen Büscheln
30 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEKU EXPEDITION. 1.
und heller Bartflechte behängt. Es war ein Bild herzbeengender Öde, ein Bild des
Alters und des Verfalls. In den äusseren Teilen standen die Bäume weniger dicht und
gestatteten dem Blick, ein Stückchen zwischen die flechten- und mossbehängten Stämme
und in die reiche und dichte Vegetation des Bodens mit seinen abwechselnden
Pflanzentypen einzudringen. Farne, das sonst in diesen Gegenden so gemeine Pteri-
dium aqmlinum, waren hier häufig. Oft stiess der Blick auf Ranken blühender Veilchen,
bald ragte der mit herzroten Blüten geschmückte Stiel einer hohen Lilie unter Gras und
Moos hervor, während andere tief- oder blassrote Blumen ihre Kronen kaum über das
niedrige Gras erhoben.
In dicken Klumpen hingen Moose an Zweigen und Stämmen und auch der Boden
war oft zwischen Gräsern und Kräutern mit Moos bedeckt. Hier und da zeigte sich
ein Vogel, wie Cinnyris medlocris, Bradypferus Marice, Heterotrogon vittatum, Columha arqua-
trix arquatricola, Alseonax nwriniis, Zosterops eurycricota u. a., in den äussersten Teilen
des Regenwalds. Zahlreiche kleinere Schmetterlinge, oft an nordische Formen erinnernd,
besonders Geometriden (Larcntia monücolata und SJöstedti, TripJiosa tritocelidata und corti-
cearia, Cidaria argenteoUneata, Onychia albodivisaria, Lolndioj)teryx veninotata) flattern gestört
in der Luft umher, um sich bald auf dem Moos der Stämme, auf Blättern oder im Grase
niederzulassen und sofort durch neu auffliegende Verwandte oder durch Pyraliden [Cranihiis
SJöstedti), Tortriciden und Tineiden ersetzt zu werden. Schnefl wirbelte eine Geometride
eine kürzere Strecke hervor, war aber, nachdem sie an den Boden gelangt war, recht
hilflos und bohrte sich oft zwischen Gras und Kräutern herunter, wo sie leicht zu
fangen war. Auch Noctuiden (BoroUa eriopygioides und persecta, Hadena montana),
Lithosiiden (Eilema montana) und Hesperiden (Caenides niveicornis) haben bis zu dieser
Höhe ihre Verbreitung. Mehrere Tipuliden und andere Nematoceren, wie Dicranomyia
cUvicoIa und tangenlialis, Limonia rhizoscma und oresifropha, Scamboneura distigma, Tipula
asholodes, eumecacera und capnioneura, Lycoria hihionea und isarthria kamen hier oder auf
den angrenzenden Bergwiesen, oft häufig, vor. Auf längs der Stämme sich windenden
Cucurbitaceen sassen schöne Coccinelliden (Epilachna umbmtilisj, schmale Lycinen
(XyJobanus nigricoUisJ sassen unbeweglich auf den Blättern, schöne in Silber, grün und
rot leuchtende Spinnen (Leucauge frequens) hatten ihre Netze, wo sie in der Mitte thronten,
überall zwischen Zweigen und Gräsern, und auch eine Kreuzspinne hatte dort ihr
Netz aufgeschlagen. Unter übrigen Tierformen, die hier am obersten Rand des Regen-
walds die typische Fauna bildeten, können genannt werden: Geophiliden (Lamnonyx
punctifronsj , Lithobiiden (Lamycfes fuhicornisj und andere Älyriopoden (Diopsiulus SJö-
stedti). kleine Blattiden (Hololampra cethiopica), Phasraiden fXyl/ca kilimandjaricaj und
Gratidia montivagaj , zahlreiche Spinnen, Oligochaeten {PygmfPodriJus montamis und Polytoreufus
SJöstedti), Landplanarien, Physopoden [Idolothrips africana), Cheliferiden (Chellfer Pahn-
quisti), mehrere .Staphyliniden {Pccderns alticola, maceUus und piceus, Stapliylinus dispcrsus,
Actohius nakurensis, Anisolinus humeraUs, Conosoma pnbescens und decoratitm), Trombidii-
den {Trombidium tinctum), Canthariden (Silidins denticulattis und Catitires hilimanus), Blatt-
wespen (Athalia fumosa, himantopus, segregis und clavatd), Schlupfwespen [Pimpla speda-
HJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEBGE. 31
bilis, Äsphragis striata, Hoplismenus clongatus, Triclisius bicoJor), Honigbienen {Apis meUifica
V. Adamsoni), Capsiden {Lygiis ohscuratus, Proboscidocorls fuln/inosiis, Bimorphocoris aipinus),
Pentatomiden [Brachyplatys testudonigra), Maclüliden [MachUoides mahigassus) u. a. Auf
den Blättern sassen häufig ein paar Arten Schnecken, die eine mit dünnem, glasartigem
Schal und durchleuchtendem braunbuntem Mantel, die andere eine Helix mit braunen
Bändern.
Die Bergwiesen.
Oberhall) des zusammenhängenden Gürtels des Regenwaldes beginnt auf dem Kili-
mandjaro in einer Höhe von etwa 2,600 oder 2,800 — 3,000 m eine offene, gras-,
kraut- und strauchbewachsene, relativ sanft absteigende Hochebene, die Bergwiesen. Ihre
aufwärts immer mehr abnehmende höhere Vegetation verschwindet bei 4,000 — 4,400 m
und wird dann durch Klippen und Gesteinblöcke bekleidende Flechten fortgesetzt. Eigentlich
haben diese schon vorher, unter der höheren Vegetation, ihren Anfang genommen, als
ausgeprägte Flechtenregion breiten sie sich jedoch erst oberhalb etwa 4,500 m gegen
die Gletscher und Schneefelder hinauf aus.
Schon in den unteren Teilen der Bergwiesen, wo ich in den Februarnächten,
der wärmsten Jahreszeit, eine Temperatur von -f 4 ä 6° C. habe konstatieren können, geht
sie nach Prof. Meyer während der kälteren Jahreszeiten auf wenigstens 0° C. herab.
Es ist, sagt Prof. Meyer, eine Zone grosser Temperaturschwankungen, von 20° bis zu
4° herab, im Juni und Juli bis nahe an 0°, innerhalb eines Tages bei 2,800 m Höhe.
Des Tages steigt die Temperatur auf den Bergwiesen nach Prof. Volkens im Sonnen-
schein auf etwa 15 — 20°, bei bedecktem Himmel hält sie sich zwischen 8—12° C. Von
einem so regelmässigen Anschwellen und wieder Fallen der Temperatur vom Morgen zum
Mittag, bezw. vom Mittag zum Abend, wie in den tieferen Berglagen, sagt derselbe Ver-
fasser, ist hier keine Rede. Sprungweise steigt und sinkt das Quecksilber des Thermo-
meters, je nachdem die Sonne unverhüllt strahlt, oder Wolken und Nebel sie verdecken.
Wolken und Nebel sind in dauernder Bewegung, sie gehen und kommen den Tag über
in ständigem Wechsel, und nur insofern besteht ein Unterschied zwischen den Jahreszei-
ten, als von Anfang März bis in den Oktober hinein Bedeckung des Himmels, später
ungetrübter Sonnenschein vorwaltet. In der Flechtenregion hat Volkens im Oktober
nachts eine Temperatur von — 9 ä 12° gefunden.
Ebenso anmutig wie diese alpine Natur ist, wenn die Sonne ihr lebenspendendes
Licht über sie wirfl, ebenso düster ist sie, wenn der Regen aus den vorbeiziehenden
Wolken niederstürzt. Alle Höhen sind in Grau gehüllt, kein anderer Laut als das Fallen
und Rauschen des Wassers ist vernehmbar, alles ist still und verstimmt, die Temperatur
sinkt und die Kälte wird fühlbar.
Eine Eigentümlichkeit bieten die Bergwiesen oberhalb Kiboscho, indem die gewöhn-
lich zwischen dem Regenwald und der Ericinellaregion vorkommenden Graswiesen hier
beinahe ganz fehlen, indem die Ericinella unmittelbar oberhalb des Waldsaurnes ihren An-
fang nimmt. Relativ kleine mit Gras bewachsene Flächen strecken sich hier und da
zwischen den dichten Buschwäldern der Ericinella, die mit verschiedenen blühenden
32 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1.
Pflanzen bekleidet sind, von denen besonders die hochragende Lobelia Deckeni die Auf-
merksamkeit auf sich zieht. Der Rasen bildet hier keine zusammenhängende Decke,
wie auf unseren Wiesen, sondern besteht aus isolierten, zwar oft dicht nebeneinander
stehenden, aber gleichwohl getrennten Rasenhügeln, die nach Volkens oft auf weite Strecken
beinahe ausschliesslich aus Eragrosiis oUvacea gebildet werden. Von den vielen Blumen,
die über den Rasen gestreut, diesem zu gewissen Zeiten ein ansprechendes Aussehen ver-
leihen, seien die gelbblütige Hypoxis angustifoUa, die violette Romiika campanuhides, die
rote Hesperantha Volkensi und Hdiclirysum Meyeri Joliannis genannt.
Von der höheren Fauna war auf den Bergwiesen die Vogelwelt am besten vertre-
ten. Am auffallendsten war die prachtvolle Nectarinie Nectarinia Johnstoni in ihrer me-
tallisch goldgrün schimmernden Pracht und mit ihrem langen Schwanz, wenn sie wie ein
Pfeil durch die Luft hervorschoss oder in den Wipfeln der Ericinellagebüsche thronte.
Auch Cisticola Eunteri war für die Bergwiesen charakteristisch. Oft zu zweien oder dreien,
flogen sie lebhaft auf die Wipfel und äussersten Zweigen der Ericinella-Büsche hinauf,
um wieder in den dichten Gebüschen schnell zu verschwinden. Munter und lebhaft, wie
die meisten ihrer Gattung, lassen sie gleichzeitig ihre rasche Stimme hören, ein erfrischen-
des kleines Konzert in dieser öden Natur. Auch unsere auf der Wanderung belindliche
Saxicola oenanthe zeigte sich auf dieser Höhe. Ein anderer, an diese erinnernder, für
diese Gegende charakteristischer Vogel ist Plnarochroa hypospodia, eine wenig scheue Art,
die bis zu der äussersten Grenze der Vegetation beobachtet wurde. Hoch oben in der
Luft schwebte bisweilen ein dickschnäbeliger Geierrabe {CorvuUur aJbieoUis), dann und
wann seinen recht klangvollen Ruf ausstossend, umher, auch ein Bussard [Buteo deser-
tonim) kreiste bisweilen über der weiten Öde, während sich ein Serimis ßaviveriex bis zu
den äussersten Teilen der Vegetation in Kälte und Nebel zeigte. Auch in den obersten
Teilen des Regenwalds lebende Vögel, wie Cinnyris medlocris, Bradypterus Marür, Alseo-
nax murinus, Zosterops eurycricota, Nectarinia kilimcnsis u. a. dürften sich auch in den
auf den f^ergwiesen hier und da stehenden Beständen von Erica arijorea, Aganria salici-
folia u. a. Bäuujen zeigen, wie auch hoch fliegende Segler und Schwalben [Aims melba
africanus und Fsalidoprocne holomehrna massaica) ohne Zweifel sich über diesen offenen
Flächen zeigen.
Betreffend die Säugetiere wurden bisweilen bis hoch an der obersten Grenze der
Vegetation hinauf, wo auch Elenantilopen, nach Meyer, vorkommen sollen, Spuren von
kleinereu Antilopen (wahrscheinlich Cephahphus spadix) beobaclitet. An den Seiten von
Steinen und in Höhlen wurde ovale zugespitzte Losung von wohl einem Nager, sowie
auch Losung von den durch den Regenwald bis zu den Bergwiesen hinaufsteigenden
Elefanten angetroffen. Ein vorüberziehender, angeschossener Falk liess aus den Krallen
eine Rlaus [Arvicanthis Nemnanni) herabfallen, das einzige Exemplar dieser Art, die ich
im Gebiete sah.
Auch die wärmeliebenden Reptilien hatten auf diesen Höhen ihre Vertreter, und
zwar eine in der oberen Ericinellaregion angetroffene Eidechse [Mabuia varia) und ein
ChamoiJeon hitceniatiis von den unteren Teilen der Bergwiesen. In den eiskalten Wasser-
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEl'PEN UND BERGE. 33
Sammlungen der Täler lebte unter Dytisciden und Phryganeidenlarven eine Menge
Froschlarven.
Der untere Teil der ßergwiesen bis etwa 3,500 m beherbergte noch eine nicht so
arme Insektenwelt und andere Tiere, wie Opilioniden, 01igoch;eten und Mollusken. Be-
sonders die trockenen Blumenstände von Lobelia Decken! waren der Sammelplatz für
kleinere Käfer, speziell Nitiduliden wie Meligethes Sjöstedli, gloriosus und suhcoerulens, For-
-ficuliden (ForficuJa SJöstedfi), kleine Curculioniden {Hypsomias lobelkc) und die kurzflüge-
lige Chrysomelide Sjoestedünia monüvaga. Hier oder in der Umgebung lebten auch
Scarabieiden [Trox montanus), Tenebrioniden {Phri/nocohis ater), (lleriden (Apieroclenis
brevis), Malacodermen [Lyciis constrictus, Diaphanes Sjosiedii, Silidiiis dentkulatus), Chryso-
meliden (Menius Simplex, Oides collaris, StencUina meruensis, Crepidodem Sjöstedli, rsyUiodes
montana, HaUica puritosa, Eremiella rubra, Aphthona monüvaga, Logintarsus usambaricus),
Curculioniden {Parasystates minor, Oreoscotus serratus) und Coccinelliden [Adalia sexareata).
In diesen mehr vegetationsreichen Teilen der Bergwiesen und auch höher hinauf
flogen Blattwespen (AtliaUa segregis und davata), Ichneumoniden {Limnerium nigrmn und
Pimpla cyanea), Honigbienen [Apis meUifica v. Adansoni), Wespen {Nortonia slriaiiventris) und
Pompiliden [Pompihis masaiensis und melanochrous), auf den Blättern sassen kleine schöne
Psociden [Psocus kiboschoensis), eine Menge Tipuliden und andere Nematoceren {Dicrano-
mijia iangentialis , Limonia rhizosema, Tipida asbolodes, eumecacera und capnioneura, Lyco-
ria bibionea und isarihria), die kleine tlügellose, im Hegenwald so gemeine Blattide Apfero-
hlatta perplexa u. a.
Die sonst so ausgeprägt sonnen- und wärmeliebenden Acridiodeen hatten liier ihren
typischsten Vertreten in dem unter dem Basen gemeinen, kurztlügeligen Chrysochraon kili-
mandjaricus, obgleich auch Heteropternis coidoniana, Paraspliena pidcliripes und die umher-
schwärmenden Wanderheuschrecken {Schistocerca peregrina) sich auf diesen Höhen zeigten.
In den Ericinellagebüschen waren die grüne Capside Orthotylus ericineUtv und die kleinen
schönen Geometriden Hypsometra ericineihr. und Hydrelia ericineJhv, die erstere weiss,
dunkelbraun gefleckt, die letztere rostgelb mit dunkleren Spitzen der Vorderflügel, sehr
gemein. Im Grase, wo auch mehrere Capsiden [Lygus vicarius und obscuratus, Proboscido-
coris fuliginosus, Dimorphocoris alpinus) und l^entatomiden (Brachyplatus testudonigra, 8e-
pontia misella, Dismgistus funebris) lebten, war eine Pyralide {Cramhis Sjöstedti) nicht sel-
ten. Die am Boden unter Steinen und Moos umherhüpfenden CoUembolen wurden durch
Lepidocyrfus ßavovirens annidosa und Mesira annidicornis, die Myriopoden durch Lithobii-
den [Lamyctes ftdvicornis) und Geophiliden (Cryptops numidicus und DiopsioJus Sjöstedti),
die Pseudoscorpione durch CheUfer Palmquisti, die Acariden durch Bhyncholophus sicidi-
formis und AUotlirombium pergrande vertreten. Im kalten, feuchten Boden lebten Oligo-
chceten (PoJytoreutus Sjöstedti und Pygmaodnlus montanus).
Einige der gewöhnlichsten Tagfalter wie Danaida dorippiis, Pyrameis cardui, Papilio
demodocHS und Colias eledo zeigten sich bisweilen auf den offenen Bergwiesen sowie auch
i.ilhosiiden (Phryganopsis elongata) und Hepialiden {Gorgopis alticola), die letzte in Massen
Sjiisfedts Kiliniiiiiiljnrn Merit Expedition. 1. ■ 5
34 8JÜSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
abends die Lampe umschwärmend, wenn sie im Zelt angezündet wurde. Fast alle
diese Tierformen waren vorher unbekannt.
Älehrere Mollusken waren am Boden zwischen Moos und Kräutern gemein.
Die am Boden der Erosionstäler befindlichen kalten Wassersammlungen hatten auch
ihre Tierwelt. Hier und da erhoben sich umherschwimmende oder am Boden sitzende
schwarze Dytisciden [Agahtis dytiscoides) an die Oberfläche, sammelten schnell eine Luft-
blase auf, um dann wieder in den schlammigen Boden herunterzutauchen. Phryganeiden-
larven (CrunoecieUa Sjöstedti) krochen am Boden und Gräsern hier umher und auch zahl-
reiche Froschlarven [Rana angolensis) belebten, wie erwähnt, diese kalten Wassersarnm-
lungen.
Unter der nach oben in Grösse und Verbreitung allmählich abnehmenden Ericinella
leuchten hier und da die grossen gelbweissen Blütenkörbe der Protca kilimandscharica
hervor, ein für diese alpinen Gegenden charakteristischer Strauch mit festen, glatten, tief-
grünen ins Bläulichweisse und Bote spielenden, langgestreckt ovalen Blättern, nach oben
zu immer röteren Zweigen und harten, grossen Schuppen, die den Knospen und den zu-,
sammengefalteten reifen Blüten eine gewisse Ähnlichkeit mit Zapfen verleihen. An feuch-
ten Orten, wie Talsenkungen, erheben sich einige drei bis vier Meter hohe Bestände des
eigentümlichen, baumartigen Riesenkrauts Senecio Johnstoni, der charakteristischsten Pflanze
der Bergwiesen, die sowohl durch ihre Grösse als durch ihre eigentümliche Gestalt die
Aufmerksamkeit vom ersten Augenblick auf sich lenkt. Auch die dem Wuchs nach an
einen Kanonenwischer erinnernde Lobelia Deckeni ist für diese Gegenden eine auffällige
Cliarakterplianze.
Der Weg nach oben zu den Gletschern und Schneefeldern ging zuerst durch das
breite, flache, mit Ericinella bewachsene Tal. Nach einem Marsch von etwa drei Stunden
fängt an diesen Teilen des Berges die Ericinella an zu verschwinden, um zum grössten
Teil durch ein bis zwei Fuss hohe weissleuchlende Basenhügel von Eternellen (HeUchry-
sum Ncicii und Hoehnelii) ersetzt zu werden. Hier und da leuchtet ein gelbl)lütiger Sene-
cio Telekii oder eine weisse Arabis aJbida hervor, während Ranken von AlchemiUa Johnstoni
und argyroplnjlla auf dem Boden kriechen.
Der Boden ist mit Steinchen und Steinsplittern bedeckt, aber auch Moosschichten brei-
ten sich zuweilen zwischen den Rasenhügeln aus. Bei etwa 3,600 m haben die weit-
leuchtenden Ewigkeitsblumen sich dominierend ausgebreitet und bilden etwa fusshohe, oft zu
dichten Rasenhügeln verbundene Stände. Den beständig von unten heraufziehenden kalten,
ermattenden Winden ausgesetzt, sterben — je höher hinauf sie kommen, je spärlicher
sie wachsen — ihre dieser Seite zugewendeten Teile aus, die Stände werden zur Erde
gedrückt und breiten ihre dichten, halbkreisförmige Rasenhügel bildenden lebenskräftigen
Teile nach der entgegengesetzten Seite aus, wo sie, von den abgestorbenen Partien etwas
geschützt, dem harten, rasch w^echselnden, abmattenden KHma noch trotzen können.
Auf einem unserer Ausflüge in diese Gegenden hatten wir eines Tages die helleuch-
tenden, hügligen Helichrysumfelder erreicht. Mit Hagel gemischter Regen wirbelte in
der Luft umher, die Wolken verdichteten sich, die Temperatur war niedrig, nahe dem
SJOSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 35
Gefrierpunkt und das Suchen nach Tieren imi dem kalten, feuchten Boden wurde immer
schwieriger. Mit Schrecken betrachteten die Schwarzen ihre zusammengeschrumpften
Hände, bogen und bewegten die Finger, so gut es ging, und glaubten, sie hätten sich
dieselben zerstört. Äleinen Boy, den kleinen kecken Segelli, fand ich eines Tages zusam-
mengekauert an einem Busch sitzen und mit stoischer I{uhe seine steifen Finger betrach-
ten. Auf meine Frage, warum er denn nichts tue, zeigte er mir seine krummen Finger
und sagte, er sei "kaputt". Wenn der Hagel über den Boden tanzte, suchten die Schwar-
zen ihn aufzulesen und sagten, es seien "maue" (Steine), i^is sie zu ihrer Verwunderung
bemerkten, dass sie in der Hand zerschmolzen.
Auf den Helichrysumfeldern sieht man oft kleine Lycfeniden {Ciipido (pquatorialis)
mit schwindelndem Flug zwischen den weissleuchtenden Basenhiigeln herüberziehen.
Weisse vom Wind gejagte Nebel fahren oft über die öden Felder, die Täler sind wie
rauchende Riesentöpfe, die Luft ist kalt, fast eisig. Noch höher hinauf fangen die Felsen
und Steine an mit gelbweiss leuchtenden Flechten und in Ballen oder Rasenhügeln wach-
sendem Moos bekleidet zu werden. Einzelne Hügel von Gras (Danthonia trisetoidesj und
Cyperaceen (Ciipcrus nigricans) stehen hier und da an den Steinen.
Die Phanerogamenvegetation verschwindet immer mehr auf dem Wege aufwärts, hier
und da liegen noch auf dem Boden heruntergeschlagene Stände von Helichrysum. Eine
blühende Senecio Telekii verbirgt sich noch hinter einem Stein, und in ihrer Nähe leuch-
ten noch die weissen Blüten einer Arabis albida scheu aus einem ähnlichen Versteck
hervor. Bei etwa 4,000 — 4,500 m hat alle in die Augen fallende Vegetation aufgehört,
und nur die die Steine und Klippen bekleidenden Flechten und hier und da ein verein-
zelter verschmachtender Grashalm oder ein Kraut sind bis hoch hinauf nach Eis und Schnee
hier und da zu finden.
hl den höheren, noch mit zerstreuter Phanerogamenvegetation versehenen Gegenden,
etwa 4,000 m hoch, wo kalte Nebel beinahe stets alles umhüllen, wo eine kalte, oft
eisige Temperatur herrscht, wo Hagelschauer peitschend niederstürzen und wo die Tem-
peratur des Nachts oft viele Grade unter den Gefrierpunkt heruntergeht, war die Tierwelt
zwar keineswegs besonders reich, aber andererseits doch nicht so arm, wie man es auf
den ersten Anblick hätte glauben können.
Mehrere Arten kleiner Schnecken, mit glasheller, dünner Schale (Vitrina) lebten am
Boden oder auf den Rasenhügeln, unter Steinen sassen häufig Forficuliden (Forßcula Sjö-
steäti) in kleinen Höhlen, träge von der niedrigen Temperatur, oft zusammen mit Haufen
von ihren kleinen, runden, weissen Eiern, ein Pseudoscorpion [Clielifer rahnquisti] hatte
aus Fäden und Erde einen Kokong zusammengesponnen, grünglänzende kleine Carabiden
hielten sich unter Steinen und zwischen Moos, grosse, schwarze, von der Kälte träge
Tenebrioniden (Phrynocolus ater) mit zusammengewachsenen Deckflügeln hielten sich in dem-
selben Lokal auf, rote, wie Blutkugeln leuchtende Trombidiiden {Alloihrombium pergrande)
und auch andere Acariden ( Eliyndiohplius sicuUformis) bewegten sich unter den Rasen-
hügeln, einzelne GoUemliolen {Mesira «««»//corm's) und kurztlügehge Heuschrecken (CÄr^so-
chraon kilimandjaricus) hüpften auf dem feuchten, kalten Boden, wo kleine Lithobiiden
36 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO MEBU EXPEDITION. 1.
{Lamyctes fidvicorim), Psociden (Psociis kihoschoensis), der auch noch höher, nahe dem
Schnee gefundene Mesopsocus montanus und Opihoniden [Plialangium monianum, meso-
melas, Clieops armatus, Biantcs pundatus. Ereca lata, swiiilafor. Ahiasis pafellan's
u. a.) sich zeigten, während Oligochfeten (Pohjtoreutes Sjöstedti und Pygmaodrüus
montanus) im kalten, feucliten Boden angetroffen wurden. Auf Blättern sassen Blattwes-
pen {Athalia rianita) und blaue Malachiinen {Hapalochriis Kolbei), Coccinelliden [Adcüiu
sexareata), grüne Capsiden {OrfJiotyhis ericinelke) u. a. Die Dipteren waren hier durch
ein paar Bibioniden {Scatopse afrata und Phdia disagra) vertreten, die erstere insofern
überaus interessant, dass sie, sonst in Europa und Amerika vorkommend, hier auf höch-
ster Bergeshöhe in Afrika wiedergefunden wurde.
Bei etwa 4,400 m haben wir die alpine Wüste des Sattelplateaus erreicht, von
welchem sicli die beiden Spitzen, der ewig eisgekrönte, gewöhnte Kibo (6,010 m) und der
zackige, nur zufällig mit Schnee bedeckte Mawenzi (5,360 m) erheben.
Nach einem früheren resultatlosen Versuche, die Grenze des ewigen Schnees zu
erreichen, brach ich, unter J\Iitnahme nur eines Ugandamanns, des einzigen Schwarzen,
auf den ich mich verlassen zu können glaubte, mit dem Konservator Sandberg am 17.
Febr. 1906 von neuem aus dem Lager mit dem bestimmten Vorsatz auf, die Hindernisse
zu besiegen und die Schneegrenze zu erreichen, um zu konstatieren, ob imd welche
Tierformen bis zur äussersten Grenze des organischen Lebens auf diesem höchsten Berge
des afrikanischen Kontinents hinaufgedrungen seien.
Von der aufgehenden Sonne beleuchtet, lag an dem schönen, aber kalten Rlorgen
die gewaltige, von Neuschnee blendendweisse und vollständig wolkenfreie Kuppel klar vor
unseren Blicken. Aber schon gegen 8 Uhr begannen die ersten Nebel sich um den Gipfel
zu zeigen, sie wachsen immer mehr an und bilden bald eine undurchdringliche Mauer, die das
mächtige, sich eben noch uns darbietende Schauspiel vollständig verbirgt.
Vor neun Uhr sind die Nebel von unten her hinaufgezogen, füllen die breiten
Talsenkuiigen an, haben uns bald erreicht und auch die dazwischenliegenden flachen
Hügelzüge eingehüllt. Der Weg ging zuerst das breite, flacJie, von Ericinella bewachsene
Tal hinauf, das infolge der emporspriessenden, teils lebenden, teils verdorrten Spitzen der
Sträucher wie ein einziger in Braun und Grau spielender Teppich aussah. An feuchten
Stellen der Talsenkungen erhoben sich einige 3 — 4 m hohe Stauden des merkwürdigen, baum-
artigen Riesenkrauts Senecio Johnstoni mit seinem nach oben ästigen Stamme, von dessen
Spitzen ellenlange, ovale, verjüngte, grosse Büschel bildende Blätter ausgehen. Dies ist, wie
erwähnt, die eigentümlichste Charakterpflanze, die diese Gegenden aufzuweisen haben und
lenkt sowohl durch ihre Grösse wie durch ihre merkwürdige Gestalt im offenen Terrain
vom ersten Augenblicke an die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einem Marsch von eini-
gen Stunden fängt die Ericinella an immer vereinzelter aufzutreten, und zwar in einem
niedrigen Typus von nur etwa halber Manneshöhe, vermischt sich immer mehr mit
der weissleuchlenden Ewigkeitsblume, die hier oben mehr und mehr eine dominierende
Stellung einnimmt und schliesslich auf weile Strecken ganze weissleuchtende Rasenhügel und
Felder mit spärlich eingestreuten, gewöhnlich einen Äfeter hohen Ericinellaständen bildet.
S.IOSTEDT, DIE TIERWEl.T DER STEPPEN UND BERCtE. 37
Gegen 10 ülir waren wir von kalten Nebeln umschwebt, als wir iiber die weissen
Felder dahinwanderten, deren Mitte wir um 10, is erreicht hatten. Die Ericinella hatte
jetzt beinahe aufgehört, und die grünen, gesprenkelt hervorleuchtenden, zerstreuten Stände
bestanden lieinahe ausschliesslich aus Furi/ops (lacnjdioidcs. Bald sind die Nebel, die sich
ein Weilcben so zerteilt hatten, dass die unterhalb des IJerges ausgebreitete Steppe wie
ein Panorama sichtbar geworden war, wieder im Anzüge begriffen. Aufwärts werden
-nackte und mit Steinen bestreute Partien immer gewöhnlicher und nehmen an Ausdeh-
nung zu. Bei etwa 4,000 — 4,500 m hat alle auffallendere Vegetation, ausser den die
Steine und Klippen bekleidenden Flechten, aufgehört, wenn auch einzelne hinsiechende
Gräser {Ku'leria crisfatd, Danthonia trisetoides) und Kräuter wie Senecio Telekii, Arabis
albida, Helichrysum-Arten hoch oben nach Schnee und Eis hier und da, oft im Schutze
von Steinen und Blöcken, zu erblicken sind. Öde, mit kleineren oder grösseren Steinen
und vereinzelten Blöcken bestreute Sandwiisten der Moränentäler breiten sich hierauf
aus und steigen aufwärts, soweit das Auge schaut, ein w'ahres düstres Reich des Todes.
Ein Gefühl unaussprechlicher Leere bemächtigt sich der Sinne, wenn man in diesen
sterilen, schweigsamen Wüsten einherwandert. Soweit das Auge auch reicht, erblicken
wir nur weite Flächen mit vulkanischem Sand und Grus, Gesteinen und Klippen, üefe oder
flachere Talmulden von ähnlichem Gepräge strecken sich nach den Riesenkratern, Glet-
schern und Schneefeldern hinauf, von wo alle diese Ravinen, Täler und Flüsse fächer-
förmig ausgehen. Die Schritte werden aber immer mühsamer, die Atmung schwerer, die
Lungen arbeiten immer heftiger und das Herz klopft stark.
Immer dichter ballen sich die Nebel vor uns zusammen, die Talmulde an unserer
Seite ist wie ein rauchender Riesentopf, die Luft ist kalt und eisig, Hagelschauer peit-
schen uns ins Gesicht, die Hände schrumpfen zusammen und die Luft verdunkelt sich.
Meine Hoffnung, dass der jetzt mitgenommene Diener, der beste Schwarze im Lager
während der ganzen Expedition, die Strapatzen aushalten würde, wurde schon, als wir
mitten in die Steinwüsten und Sandfelder gekommen waren, zu schänden, immer lang-
samer wurden seine Schritte, immer schlaffer seine Züge. Bald begann dieselbe Stumpf-
heit sich seiner zu bemächtigen, wie desjenigen Schwarzen, den ich auf meinem ersten
Versuche, den Schnee zu erreichen, mitgenommen hatte und um deswillen ich umkehren
musste. Starr und apathisch stand er da, ohne auf gute Worte oder Befehle zu hören.
Aber noch einmal sollte ein Neger dieses Unternehmen nicht hindern. Ränzel,
Gewehr und Rock wurden ihm abgenommen, und von aller Packung befreit begann er
wieder sich langsam vorwärts zu bewegen. Der Weg gick immer weiter die steile, westlich von
einem tiefen, nebelerfüllten Abgrund begrenzte Hügelkette hinauf. Aus Nebelschleiern
leuchtete plötzlich auf einige Augenbhcke eine weisse Schneedecke hoch oben aus einer
nach rechts gehenden Hügelkette hervor, jäh erhoben sich die Klippen nach dort hinauf,
schwier, wenn überhaupt möglich, ist die Arbeit, diese Höhen zu erreichen, die Schritte
werden schwer wie Blei, immer wieder müssen wir stehen bleiben, um in tiefen Atem-
zügen Luft in die immer heftiger arbeitenden Lungen einzupumpen. Hier oben trieben
die Winde ihr Spiel und zogen mit gesteigerter Kraft dahin, jagten die Nebel durch die
38 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 1.
Talsenkungen nach dem Gipfel des Berges hinauf und schwebten uns in ihren kalten
Schoss ein. Nun sind die Kräfte des Schwarzen vollständig zu Ende, während Sandberg,
der eine Zeit lang nur mit Schwierigkeit sich fortschleppen zu können schien, seine
Spannkraft wiedererhalten hatte. Schlaff und gleichgültig, jeden Augenblick nahe zu
Boden zu sinken, stand Amesi, beinahe unkenntlich, da. War das derselbe Mann, der
am Morgen kräftig, heiter und keck vom Lager aufgebrochen warV Man hätte es kaum
geglaubt, so vollständig verändert war er.
Dies war indessen keineswegs ein vereinzelter Fall. Sobald die Schwarzen in diese
kalten, von einer öden, ihnen fremden Natur umgebenen Gegenden kommen, sind sie
vollständig verwandelt, sinken oft willenlos zusammen, glauben dass sie sterben müssen
und bekümmern sich um garnichts. Zuweilen werden sie wie verrückt.
Die Zeit war nun schon weit vorgerückt, der Rückweg nach dem Lager lang und
die Aussicht, zusammen mit meinen Begleitern die Schneegrenze zu erreichen, wurde mit
jedem Augenblick geringer. Bei jeder Hügelkette, die wir erreicht und mühsam erklettert
hatten, hatte ich geglaubt vor dem weissen Schneefeld zu stehen, stets aber dieselbe
Enttäuschung, stets dasselbe trübe und düstre Gemälde nackter Felsen, Gesteinblöcke und
zersplitterter, schieferförmiger Platten. Der aus den Nebeln einen Augenblick wieder hervorleuch-
tende Schnee goss neue Kräfte in die Adern, aber der Schwarze war immer ein Hinder-
nis, ein Hemmschuh. Obschon die Gefahr, in diesen Einöden, unter Felsen, Ravinen,
Stein- und Sandfeldern, umschwebt von dahineilenden Nebeln, nicht den Rückweg finden
zu können, keine geringe war — der Irrmarsch auf den höchsten Teilen des Meru, der
leider einem Menschen das Leben kostete, stand in lebhafter Erinnerung — beschloss
ich doch, allein die Schneeregion zu erreichen zu suchen. Ich übergab Sandberg mein
Gewehr mit der AVeisung, nach einer halben Stunde einen Schuss abzufeuern und dies
dann jede Viertelstunde zu wiederholen, hängte die Kamera über die Schulter und setzte
den Aufstieg fort. Über ungeheure Steinhaufen, über mit Blöcken und Steinen besäte
Kies- und Steinfelder ging der mühsame Weg, die Stirn glühte und die Atemzüge waren
tief, Hagel und Schnee begannen wieder durch die Luft zu fahren, die Nebel waren
eisig und die Kälte schneidend. Hier und da musste ich in der Eile einen Stein auf
den Blöcken autlegen oder umdrehen oder den Boden mit dem Stab aufkratzen, um in
diesem Chaos von ähnlichen Gegenständen den Rückweg zu finden. Beinahe eine halbe
Stunde hatte der Aufstieg gedauert, Nebel verhinderten fortwährend die Aussicht hinter
der nächsten Umgebung und der Weg ging in der Richtung weiter, wo die auf einige
Augenblicke sich zerteilenden Wolken die weissen Schneemassen hatten durchschimmern
lassen. Mit schweren Schritten hatte ich gerade ein mit Gesteinen besäetes lockeres Sand-
feld überkreuzt, als plötzlich etwas Weisses mich veranlasste, einen Blick nach der Seite
zu werfen, wo ich in einer Kluft die erste Schneewehe erblickte. Sofort war die Müdig-
keit verschwunden, schnell eilte ich vorwärts, bohrte die Hände tief in den recht harten
Schnee und machte aus der eisglitzernden Masse einen Schneeball. Ich sehe mich umher,
längs der Klippen in der Talmulde liegt Schneewehe an Schneewehe, leuchtend gegen
die dunkeln Steinmassen und zuweilen grössere ausgebreitete Decken bildend. Eine nähere
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 39
Untersuchung ergab dann, dass ich mitten in den Schneefeldern stand, ohne es vorher,
der Nebel wegen, liaben sehen zu können, und dass ich den Ratzelgletscher schon lange
an meiner Seite gehabt hatte. Der eisgekrönte Gipfel des iiöchsten Berges von Afrika
war damit, soweit es für das Studium der Tierwelt von Nöten war, erreicht.
Durch sonnige Steppen, durch Mischwald, Kulturzone, Kegenwald und ßergwiesen,
Träger der letzten zu Schnee und Eis sich hinaufstreckenden Phanerogamenvegetation,
■ auf die eine letzte, nur noch teilweise Flechten beherbergende sterile Zone folgte, die
vielleicht noch hier und da einen vereinzeinten Rasenhügel oder ein hinsiechendes Kraul
hervorbrachte, war der Weg gegangen, das Tierleben war successive untersucht worden,
möglichst reiche Ernten waren eingeheimst worden, bis nun die hochalpine Eis- und Schnee-
zone des Berges und damit die Grenze des organischen Lebens erreicht war.
Die am Rande des Schnees, bei etwa 5,500 Meter vorgenommenen Untersuchungen
ergaben das Vorhandensein einer CoUembole [Mesira annulieornis) und einer Lycoside
in dieser ungeheuren Höhe. Da die ersteren sich aber unter feuchten Steinen verborgen
liielten, wo sie für die Spindeln unerreichbar waren, muss man das Dasein noch einiger
Insekten zur Nahrung der letzteren, z. B. von Wintermücken annehmen, die weiter
unten gemein waren und sich ja, wie bekannt, auch bei uns unter Schnee und Eis
zeigen.
Es war das erste Mal, dass ein Zoolog die Schneefelder des Kilima-
ndjaro und damit den höchsten Punkt in Afrika, wo unter Angabe einer
bestimmten Form Tierleben konstatiert wurde, erreicht hatte.
Die Regenzeit näherte sich nun immermehr, und der Aufenthalt auf dieser Hoch-
ebene unter Kälte, Nebel und niederstürzendem Regen wurde immer schwieriger. Mit
Freude sah ich deshalb eines Abends bei meiner Rückkehr zum Lager eine Anzahl
fremder Neger um das Feuer sitzen. Die von Kiboscho bestellten Träger waren angelangt,
und der Aufbruch konnte also an dem hierzu bestimmten morgigen Tag erfolgen. Eine
Prüfung ergab indessen, dass sich nicht alle eingefunden hatten, dass aber ein
Dutzend Träger, die es nicht gewagt hatten, hier oben in der Kälte zu übernachten, am
folgenden Vormittag zu erwarten seien. Um die Feuer gekauert bracliten die übrigen,
in ihre kurzen Schurze gehüllt, die Nacht in der !^ 4 ä 5-gradigen Luft zu, ohne
wohl im voraus geahnt zu haben, wie grimmig eine solche Nacht in Wirklichkeit sein
würde.
Der Morgen für den Aufbruch war gekommen, der Regen fuhr durch die Luft,
die Nebel schwebten heran und der ganze Kibo war durch eine feste Wolkenbank unseren
Blicken verborgen. Immer düsterer wurde das Bild, kein Laut war zu vernehmen, nicht
ein einziges Geschöpf belebte die verstimmte Natur. Düster sassen die Schwarzen um
die Feuer, einige in von meinen Leuten geborgte Decken gehüllt, andere sich notdürftig
mit dein bis zum Kinn hinaufgezogenen Hüftenkleid bedeckend. Noch waren nicht alle
Männer angelangt und die Uhr zeigte schon fast auf Älittag, ohne dass die anderen sich
zeigten. Ein Versuch, die übrigen hier oben zu behalten, falls der Rest nicht zur rechten
Zeit ankomme, wäre auch schon unter gewöhnlichen Verhältnissen nutzlos gewesen, da
40 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 1 .
sie in der vergangenen Nacht schon genug ausgehalten hatten; aber selbst wenn sie hätten
bleiben wollen, so hätten wir nicht für so viele genügend Proviant gehabt. ^ Bald begannen sie
auch immer lauter auf den Aufbruch zu dringen und, unzuverlässig wie sie sind, wären sie auch
sicher in kurzem ohne Lasten verschwunden. Wir wären dann eine Zeit lang auf diesem
immer düsteren Platz von der ganzen Zivilisation abgesperrt gewesen, denn es wäre uns
kaum möglich gewesen, allein den Weg durch den dichten, schwerdurchdringlichen Hegen-
wald zu finden. Und selbst wenn dieses gelungen wäre und wir im besten l^alle im Regen
ohne Zelt und Proviant nach Kiboscho gekommen wären, so hätten wir beinahe alle Samm-
lungen in dem übergebenen Lager lassen müssen, bis wir neue Träger angeschafft hätten,
was schon an sich beinahe unmöglich gewesen wäre, nachdem die heimkehrenden von
ihren Leiden erzählt hätten. Ja, sie waren, obschon für die liückreise bis nach Kibonoto
gedungen, später bei der Ankunft in Kiboscho so erschreckt, dass die meisten ohne Be-
zahlung wegliefen, und erst nach einer einen Tag dauernden Anstrengung, wobei sowohl
der Vorsteher der Ähs.sion Pater Dürr wie Bruder Hrunner beim Häuptling und bei den
Leuten ihren ganzen Einfluss aufboten, um die nötige Mannschaft zu erhalten, gelang
dieses, und hierbei warf Bruder Brunner schliesslich halb mit Gewalt die Lasten auf die
aus dem den Lagerplatz umgebenden Wadschaggahaufen herausgegriffenen Miümer.
Die glücklich heraufgekommenen Träger durften somit unter keinen LTmständen
ohne Lasten verschwinden, die schon fertigen Lasten wurden gruppiert, um sie möglicher-
weise auf die vorhandene Mannschaft zu verteilen; auch meine Boys, die während der
Märsche von anderen Lasten als Taschen, Kesclier, Gewehr u. dergl. befreit waren, mussten
sich nun zum Trägerdienst bequemen, und mit Freuden zeigte sich jeder der Schwarzen
bereit, seine schwere Last zu nehmen, wenn sie nur diese Gegend verlassen konnten,
von der sie schon im voraus grossen Respekt gehabt hatten, der während ihres Aufent-
haltes hier sicher nicht geringer geworden war. Nachdem wir alles geordnet hatten, er-
gab sich aber, dass eine Last übrig war, zu der kein Träger vorhanden war, alle hatten
schon eine so grosse Packung, wie ihre Kräfte es gestatteten. Es schien also nichts
anderes übrig zu bleiben, als diese zurückzulassen, obschon ich wusste, dass ihre Ab-
holung uns später grosse Schwierigkeiten verursachen und uns ausserdem zwingen würde,
währenddessen in Kiboscho zu verbleiben. Während wii' darüber sprachen, erbot sich
Konservator Sandberg resolut als Träger zu dienen und mit der Last auf dem Kopf den
Abstieg durch den Regenwald vorzunehmen. Die Last wurde geprobt, das Signal zum
Aufbruch ertönt aus dem Jagdhorn und alle fassen ihre Lasten an.
Kaum hatten die ersten ihre Lasten hochgehoben, kaum waren die ersten Rufe in
der regnerischen Luft erschallt, da zeigten sich neue Träger in den Gebüschen des Wald-
saumes. Bald standen sie auf dem Lagerplatz, in einem Nu ruhten die Lasten auf ihren
Köpfen und wir setzten uns ohne Aufschub in Marsch nach dem Regenwalde hinunter.
Die Natur wurde immer düsterer, der Himmel überzieht sich, der Regen peitscht
durch die Luft und die Temperatur sinkt. Düster, still und unbeweglich steht der
Regenwald flechtenbewachsen, triefend von Wasser. Immer finsterer wird die Lufi, immer
gewaltsamer rauscht der Regen durch die Luft und hüllt alles in einen beinahe undurch-
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEUGE. 41
dringlichen Schleier ein. Es braust und saust von den herabstürzenden Wussermassen,
die schmetternd gegen Blattwerk und Stämme schlagen, gleich Schatten sieht man die
Trager mit ihren Lasten auf den geschlängelten Pfaden wandern und im Dunkel ver-
schwinden. Sie folgen oft den jetzt mehr Bächen als Wegen ähnlichen Pfaden der Ele-
fanten. Durch einen Gürtel von mit Bartflechten behängten Ericabäumen gelangten wir
iu den typischen Regenwald, um dann gegen Abend in den Farmen und Feldern der
"Kullurzone wieder Sonne und Wärme zu fühlen.
Zu Anfang von gutem Wetter begünstigt, hatten die zoologischen Untersuchungen
oberhalb der Waldgrenze besonders da mit Vorteil betrieben werden können, und es
konnten deshalb, trotz der ziemlich grossen Armut der Fauna auf diesen alpinen Höhen,
etwa 7,000 Tiere von dort den übrigen Sammlungen einverleibt werden.
Die Tierwelt iu der Umgebung des Flusses Ngare na nyuki,
Meru-Niederung.
Eine in hohem Grade eigentümliche und für diese Gegenden charakterisüsche Tier-
welt treffen wir lieim Eintritt in die lichten Akazienwälder am Flusse Ngare na nyuki,
unterhalb der nordöstlichen Seite des Meruberges.
Durch Zusammenfliessen von zwei Zweigen ganz verschiedener Natur gebildet, der eine
direkt vom Abhang des Meru kommend, mit kaltem, klarem und süssem, der andere mit
bitter natronhaltigem Wasser, setzt er sich in die Steppe fort, wo er sich in einen auch
während der Dürre in der Entfernung grünleuchtenden Sumpf verliert.
Terrain und Vegetation, die der Tierwelt ihr Gepräge aufdrücken, waren auch sehr
eigenartig.
Zwischen den zerstreuten breitkronigen Akazien (Taf. 10: 1) breitet sich ein gewöhnlich
gelblicher Rasen aus, oder der schwarze, schreibsandähnliche, vulkanische Sand, oft glühend
von der Sonne, liegt nackt zwischen den Bäumen. Niedrigere rundkronige Akazien, oft
zusammen mit cylindrischen Bayonetipflanzen (Sanseviera), mit stahlharter stechender
Spitze (Taf. 10: 2 u. 4) bilden überall in diesen lichten Akazienwäldern oft von nackten
Sandpartien getrennte, fast undurclidringliche Gruppen zwischen der anderen Vegetation.
Sowohl hier wie in dem lichteren Wald von flachkronigen Bäumen entwickelt sich
ein Tierleben von reichem, originellem Gepräge, das sonst in diesen Gegenden nicht
seinesgleichen hat.
Diese Akazienwälder und die umgebenden Steppen sind das Eldorado der grossen
Herden: Gnus, Zebras, Kuhantilopen, Granigazellen, Thomsongazellen, Paliahantilopen,
die scheuen Oryxantilopen, Giraffen, die kleine Schraubenantilope, Elenantilopen und
ZwerganUlopen haben hier ihre Heimat und treten oft in grosser Menge auf — wenn sie nicht
nunmehr von den dort als "Kolonisten" angesiedelten Buren ausgerottet sind! Und auch
Löwen, Leoparden, Schakale, Geparden (selten), Nashörner, gestreifte und gefleckte Hyänen
und Warzenschweine sind liier mehr oder weniger zahlreich. Unter Gebüschen und Gruppen
von Akazien und Bayonetipflanzen lebten mehrere Arten von Ratten (Tatera mombasae,
3Ihs Hildehrandti, Pelomi/s fallax] und Spitzmäusen [Crocidura maunsca und fmnosa),
Sjöstedts Küimandjaro-Meru Expedition. 1. 6
42 SJüSTEDTS K1LI3IANDJAE0-MEKU EXPEDITION. 1.
welche letzlere Art bisweilen in ihrem Nest unter der Rinde von alten Akazienstämmen an-
getroffen wurde. Eichhörnchen {Xerus rut'äiis) huschten bisweilen auf den offenen Plätzen
zwischen den Gebüschen oder verschwanden in denselben, Scharen von Pavianen [Papio
Ncumanni) hielten sich in dichtem Unterholz oder in der Buschsteppe auf, wo sie
bisweilen massenhaft in den niedrigen Bäumen sassen; unter den gelbrindigen
hohen Akazien wurden häufig gelbgrüne, mit schwarzem Gesicht versehene Meerkatzen
{Cercopithecus pygerythrus Jolmstoni) gesehen, unter den Schirmakazien der Steppe bisweilen
langohrige Fledermäuse [Lavia frons frons) und andere Arten {Nyderis thebaica). In einem
Termitenhaufen in der Steppe wurde Crocidura Fischeri gefangen, während zahlreiche
Löcher im Boden der Steppe die Anwesenheit von Erdferkeln in diesem Terrain zeigten.
Die Vogelwelt dieser Akazienwälder war sehr charakteristisch, und eine ganze Menge
der dort angetroffenen Arten wurde nie oder nur zufällig am nahehegenden Kilimandjaro
beobachtet. Man trat wie in eine neue Welt ein, fremder Gesang, fremde Töne und
Stimmen ertönten aus Bäumen und Gebüschen entgegen und fremde Vögel zeigten sich,
wohin man sah. Unter den fiir diese lichten Akazienwälder charakteristischen Vögeln
können erwähnt werden: Erythropygia hrunnciceps, Laniarlus funehiis, Air/ya rubiglnosa
Heuglini, Antlireptes Jongmari orientaJis, Uraegintlms ianfhinogaster, Lagonostida hrunnciceps,
PytiUa melha, Quelea sangiiininostris aethiopica, Nilaus afer massaicus, Balis molitor puella,
Upupa africana, liMnopomastus Cahanisi, MeJittophagus pusillus meridionalis, Halcyon clie-
Umti, Lophoceros nasidus epirhinus, Coracias caudatus — und während der Wanderung
garrulns — Colitis macrourus pulcher, mehrere Spechte wie Mcsopicos namaqims, und
spodoceplialus rhodeogaster, Dendromus nuhicus ferner Tricholaema massaicum, Tradiyplionus
erythroceplialus, mehrere Arten von Honigkuckucken: Indicator indicator, variegatus und
minor und andere Kuckucke: Cuculus solitarius und damosus, Coccystes glandarius, mehrere
Raubvögel wie Glaucidium perlatum, Poliohierax semitorquatus, Micronisus gahar, Hühner
Vögel wie Francoliniis Ilildebrandti, Coturnix Delegorr/uei und Numida Beidienowi, mehrere
Arten von Tauben wie Turtur ambiguus perspicillatus, capicola tropicus, lugens und senega-
lensis, Starvögel wie Creatopliora canmculata, Spreo siiperbns und liildebrandti, Lerchen wie
Mirafra intercedens und die hier entdeckte meruensis, ferner Macronyx aurantiigula, Antlms
caffer, Passer gongonensis und riifocindus, Linura Fisdieri, Vidua hypodierina, Dicrurus
adsimilis divaricatus ; Trappen, Phinoptilus hisignatus, Stephanibyx coronatus, Oedicnemiis ca-
pensis u. a.
Schlangen sieht man gewöhnlich nicht so oft in diesen lichten Akazienwäldern.
Die gefährlichste der im Gebiete vorkommenden Arten Bifis aridans lebt in der Gras-
steppe und in trockenen Steppenwäldern und kommt wohl ohne Zweifel hier vor, ob-
gleich die mitgebrachten Exemplare etwas länger weg, nördlich und n. w. vom Kiliman-
djaro, angetroffen wurden sind. Causus rliomhcahis, auch diese eine giftige Art, war
dagegen hier nicht selten. Der sonst gern am Wasser lebende Python sehae hielt sich hier
in der trockenen Buschsteppe auf, wo auch Glauconia scidifrons, Boodon lineatus, Lyco-
phidiuin capense, Lepfodira liotamboda, PsammopMs sullicniatus und Aparalladus Jadc-
soni zu finden waren.
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. -43
Die sonnenliebenden Eidechsen waren am Ngare na nyuki zahlreicher als an an-
deren Orten im Gebiete. Auf dem heissen Sand zwischen den Gebüschen und Bayo-
neltpflanzen sonnte sich die langschwänzige, schmale Eremias Speki und verschwand
mit grosser Schnelligkeit in ihre Erdgänge. Auf vull\anischen Blöcken in der angrenzen-
den Steppe hielten sich Agamen {Agama dorlae, planiceps und africoUis) auf, grosse Vara-
nen {Varanus oceUafus) stürzten bisweilen geräuschvoll aus dem Gras hervor, träge Schild-
'kröten {Testudo paräaUs und Pdomedusa galeata) lagen in den Gebüschen versteckt, und
auch Hcmidacfylus Werneri, Lygodactißiis Conradti, Nucras tessellafa, Latastia longicaudata,
Gerrhosaurus nigrolincahis und ßavigularis, Mahuia varia und striata, Lygosoma modcsfum
und kilimense, Allepharus Walübergi und Chamäleon tavetensis gehören diesen oft dürren
und heissen, lichten Wäldern und den umgebenden Steppen an.
Die Batrachien waren hier nicht so zahlreich, wie an mehreren anderen Orten
im Gebiete. Im grünen Grase längs dem Flussufer war Rana mascareniensis, wie fast
überall an Wassersammlungen, gemein und auch Bana oxyrhynclia, Phrynohatrachus nata-
hnsis und Bufo regularis kamen in den Umgebungen vor.
Im Flusse lebten zahlreiche Welse {Ciarias mossanibicus), äusserst gefrässige Fische,
die alles, was ins Wasser geworfen wird, sogar Lumpen u. dergl., verschlucken. Auch Bar-
lits macroprisfis meruensis ist von diesem Flusse. Unter den hier nicht so zahlreichen
Mollusken ist besonders eine gewaltige weisse Achatina, deren Gehäuse als Gift-
becher bei den Gottesurteilen dienen soll, und die sich besonders nach Regen zeigte,
zu nennen.
Trug die höhere Fauna dieser lichten Akazienwälder und der umgebenden Steppen
ein reiches und selbständiges Gepräge, so gilt dieses in nicht geringerem Grade von der
niedrigeren Tierwelt, besonders der Insektenwelt. • Mit steigendem Interesse durchwan-
derte ich diese fremde Natur mit ihren überall auftretenden eigenartigen Insektentypen,
von denen eine sehr grosse Menge nicht, oder nur in geringem Grade, an dem doch so
naheliegenden Kilimandjaro wiedergefunden wurde.
Auch die höheren Teile des Meru haben eine von der des Kilimandjaro in vielen
Hinsichten abweichende, oft durch äusserst nahestehende, aber dennoch getrennte Arten
vertretene Fauna, wofür eine überraschend grosse Anzahl Beispiele vorkommen und in
diesem Werk oft nachgewiesen worden sind. Mit der Fauna des Kilimandjaro stimmt
dagegen die der Gegenden unterhalb der östlichen Seite des Meru, an den dortigen Sumpf-
seen, sowie die der unteren Kulturzone des Meru typisch überein. Auch die Steppen
westlich und nördlich des Berges haben ein von der des Kilimandjaro abweichendes zoo-
logisches Gepräge.
Die zoologischen Untersuchungen, die im Gebiet wärend der Expedition aus-
geführt und in diesem Werk vorgelegt worden sind, haben gezeigt, dass zwei
Faunengebiete von in vielen Hinsichten ganz verschiedener Natur sich hier begeg-
nen, die eine, — von Pare-Us-ambara-Gepräge — den ganzen Kilimandjaro, die
Strecken unterhalb der südöstlichen Teile des Meru mit ihren Sumpfgegenden
und wenigstens die unteren Teile der Kulturzone des Meru und die am nächsten
44 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1.
südlich davon gelegenen Seiten, die andere — mehr von Sudan-Gepräge — den
übrigen Meru mit den Steppen in Westen, Norden und Nordost umfassend, mit
ihrer am schärfsten ausgeprägten Originalität in die Gegenden am Flusse Ngare
na nyuki verlegt.
In kurzen Zügen will ich die hier lebende Insektenwelt skizzieren, die typischsten
Repräsentanten derselben erwähnen und das durch die Beschaffenheit des Terrains, die
Vegetation und Feuchtigkeit bedingte wechselnde Auftreten von verschiedenen Gruppen
oder Arten an verschiedenen Lokalen anführen.
Da die Gegend, mit Ausnahme an den Flussufern, durchgehend von Steppennatar ist,
hegt es auf der Hand, dass das oft von frischem Gras grünleuchtende Terrain längs der
Ufer eine nicht nur reiche, sondern auch in mehreren Hinsichten originelle Insektenwelt
wenigstens insofern aufzuweisen hat, dass die Insekten, die entweder in der Nähe des
Wassers oder in frischerer Vegetation gedeihen, in erster Linie sich in die Nähe des
Flusses hinziehen.
Auf den am Wasser stehenden, lang weiss.stacheligen Akazien, gern in der Spitze der
Zweige und Dornen, sass oft Lihellago caliyata, eine weit verbreitete Art, deren schöne in
Blau, Weiss und Rot prunkende alte Männchen weit sparsamer als die anspruchsloser
gefärbten Weibchen und jüngeren Männchen sind. Kleine Agrioniden [Enallagma suhfur-
catum, Pseudagrion Deckeni und das gemeine, rötliche Ceriagrion glabrum) hielten sich
auch am Wasser, gewöhnlich auf dem an der Oberfläche fliessenden Gras, andere auf
den Zweigen der Akazien oder im grünen Gras längs der Ufer auf. Im Sande in der
Nähe des Flusses liefen Cicindeliden, von denen drei Arten {Cicindela melancholica, Dro-
mica Batesi, Megacephala regalis anguUcoUis) hier konstatiert wurden, ohne dass irgend
eine hingehörige Form am naheliegenden Kilimandjaro angetroffen werden konnte. Mehrere
Schmetterhnge, Bienen, Grabwespen, Fliegen u. s. w. zogen sich auch in die Nähe des
Wassers hin, wo sie sich gern niederliessen, im feuchten Boden saugend. Das grüne,
frische, weiche und dicke Gras längs der Ufer war der Sammelplatz einer Menge Heu-
schrecken, besonders Conocephalus nitidulus und Paracinema tricolor; ferner wurden hier
oder in der Nähe angetroffen Acrida sulphuripennis, Plegmatoptera EoehneU, Gastrimargus
determinatus, Chortoicetes fallax, BhapJioiittJia meruensls und nyuki, Pantolepta Mimandj urica,
Oedaletis nigrofasciatus und Phaneroptera j)unctulata. Die grünen Formen lebten im frischen,
grünen Grase, während die mehr gelbbräunlichen Arten oder Formen das trockene vor-
zogen; und nie hüpfte eine grüne Heuschrecke in das gelbe Gras hinaus! Auch Mantiden
{Miomantis quadripimctata) gehörten zu den hier lebenden Orthopteren. Frösche sassen im
Grase der Ufer versteckt, bisweilen wie Mäuse rennend, bevor sie ihre langen Sprünge
machten.
Unter blühenden Gebüschen in der Nähe des Flusses, besonders an ihren der Sonne
scharf ausgesetzten Teilen, herrschte bisweilen ein reiches Insekfenleben, besonders von
Hymenopteren, Coleopteren und Dipteren. Hier flog Behnogaster erythrosplhis unter recht
leisem, schweigsamem Flug umher, hier oder in der Nähe wurden Celoniiiien {Taenicsthes
speciilaris, Gametis halteata, Elapldnis adsperstda) Ganthariden [Zonahris aperta u. p)raestans.
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 45
Coryna dorsalis, Sijnhoria Fischcri), kleine schöne, recht lebhafte Modelliden, Chrysomeliden,
die hier in nicht weniger als etwa fünfzig Arten angetroffen wurden, wie -E^irrtc/i^smerHCwsis,
tttrhata, nulidipcunis und fuscoacnoa, DacttjUspa amhigua und davata, Dorcathispa aJternata,
Lema rauh und chalcopiera Gerstcecheri, MeUxanthus SJöstedti, MesopJatys ochroptera, Scelo-
donta albidovittata, Monolepta meruensis u. a., Malacodermen besonders die kleine rot-
gelbe, mit schwarzen Flügelspitzen versehene Adoceta mitis, der grosse Lycus trabeatus
-und andere Coleopleren. Unter den Chrysomeliden machte sich besonders die grosse,
dunkle Oides coUaris durch ihr massenhaftes Auftreten bemerkt. Während gewisser Zei-
ten, wie im November, breitete sich ein angenehmer Jasminduft von weissblütigen ge-
meinen Gebüschen durch die Akazienwälder aus, und auch die blühenden Akazien
dufteten angenehm, von mehreren Arten Cetoniinen {Pachnoda epMppiaia und Petersi, Bi-
plognatlia siUcea) umschwärmt, die unter den Blumen niederschlugen oder oft mehrere zu-
sammen an auf den Stämmen der Akazien hervorsickerndem Saft sassen. In der Sonne
lebhaft, waren sie nicht so leicht ohne weiteres zu fangen, da sie sich, wenn man sich
ihnen näherte, wie die Hummeln davonmachten.
Unter hier lebenden Wespen können folgende erwähnt werden: PoUsies marginalis,
Eumenes meruensis und lucasia, Odynerus meruensis, stiraspis u. a., unter den Pompiliden
Saluts Tamisieri, PompUus sericeibalteatus, brunnipalpis, successor, von Sphegiden, Sphex
massaiciis, albisedus, SJöstedti und meruensis, Ämmophila massaica, meruensis, beniniensis,
SJöstedti und cyanea, Scelipliron spirifex, Philanthus triangulum v. diadema, Cerceris trichionota,
Tachytes testaceinerva und SJöstedti, Liris liaemorrlioidalis u. a.
Wandert man zwischen den zerstreuten Akazien, unter Gebüschen und blühenden
Kräutern umher, flattern uns bald hier bald da Schmetterlinge entgegen. Besonders lenkt
sich die Aufmerksamkeit auf die fast nur hier angetroffene, aber auf einmal so häufige
rotgelbe und schwarze Pieride Teracolus aurigineus vemcsius, ebenso wie die dunkle, lang-
sam umherflatternde Neocoenyra duplex ein ausgeprägtes Charakterinsekt für diese Akazien-
wälder. Unter den Bäumen flogen auch die weissen oder gelblichen und dunklen Pieris
severina und zoclialia, sowie auch der weisse, mit roten Flügelspitzen versehene Teracolus
aniigone plilegetonia umher. Sowohl am Flusse, wo sie oft saugend am feuchten Boden
Sassen, zeigten sich mehrere Arten von Bienen, besonders Megachiliden {Megachile bombi-
formis, feJina armatipes, flavida u. a.), ferner Nornia scutellaris v. macuJata und SJöstedti,
Xy}oco2)a- Arien wie caffra, carinata, divisa, Antliophora drculata, Epeolus amabilis, Biago-
nozus SJöstedti, Coelioxys furcala, Anthidium Junodi und SJöstedti, von denen mehrere nur
in diesen Teilen des Gebietes angetroffen wurden. In trockenen Akazienzweigen, unter
herabgefallenen Stämmen, unter Binde und Steinen, in Termitenhügehi u. s. w. lebten
zahlreiche Ameisen, von denen besonders Ocymyrmex Weitscckeri durch ihre nervöse
Eile, womit sie sich über den trockenen, heissen Sand bewegte, die Aufmerk-
samkeit auf sich lenkte. Ihre Schnelligkeit w^ar erstaunUch; sie waren auf dem Sand
wie Gyriniden auf dem Wasser! Eine grosse und schöne Art ist Camponoius macidatus von
den trockenen Stämmen und der unterhegenden Erde sowie auch von den grossen Termiten-
hügeln; ferner zeigten sich hier der unter Kadavern lebende Borylus helvolus, der unter Steinen
46 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 1.
in der Steppe und im Akazienwald vorkommende Camponohis rufoglmicus cosmicns und
Plati/tliyrea cribrwodis, das kleine Movomorinm f/raciUhmon v. robusfiiis, die in verfaulenden
Stämmen und unterliegender Erde lebenden Tapinoma luteum, Phcidolc crass'moda, Cam-
ponotus foram'mostis ch-ysogaster und Cremastogaster CJüarinii, der in der Gallen der Flölen-
akazien lebende Cremasfogaster fricolor, ferner Polgrhachis milifaris v. riignlosa u. a.
Mehrere Arten von Termiten {Eutermcs hastatus, gemellus, parrus, bilobatns, Calo-
fermes mencensis) lebten in den Akazienwäldern in heruntergefallenen alten Stämmen und
Zweigen sowie in der Erde unterhalb derselben, während Hügel von Termes bellicosiis
oft in recht grosser Menge auf der umgebenden Steppe zerstreut standen.
Diese Gegend war an Gryllodeen reich und recht viele Arten, wie GrgUus mcrnensis,
domesücus und conspersus, welcher letztere jedoch mehr dem Kilimandjaro angehörte, Gri/Uo-
dcs pliysomerus und superciliosus, Ectatoderus rnfomger, ochracetcs und b/maculatits, Aracli-
nocephalus mcruensis, Oecanthis pellucens aqueus und brevicanda, Trigoniditmi massaicum,
Euscyrtus birUtatus u. a. bildeten hier die hingehörige Fauna.
Im trockenen Gras lebten mehrere Arten Phasmodeen, wie Paeltymorpha mcruensis,
Gratidia albida, montana, postsp'mosa, temns und fureifer, auf den Stämmen der Akazien,
durch ihre Ähnlichkeit geschützt, kleine Mantodeen {EJcea 3Iarchali), im Grase andere Arten
wie Achlcena Kulügatzi, Galepsus capitatus, Entella meruensis und fuscipes, Mantis nafalen-
sis, Hoplocm'yplia nana, Miomantis qiiadripimctata und planivertex , Oxypilus meruensis,
PliyUocrania 2^(»'(idoxa, Galinthias mcruensis, Hemicmpusa fronficornis.
Ausser den vorher erwähnten Locustodeen und Acridiodeen bilden auch mehrere andere
die reiche Fauna dieser Insekten, die man hier findet, wie Plcgmatopfera meruensis, Eury-
eorypha meruensis, TyJopsis meruensis und dispar, Xiphidion merncnse, merumontanum, macu-
latum, iris und conocephalus, Anthracites montium, GryUacris meruensis und Eremiis nigri-
facies und unter den Acridiodeen Paratetfex scaber, Acrida nasuta, Calamus linearis, Platy-
ptcrtm nyuki, Paracomacris deceptor, Pnorisa montium, AioJopus meruensis, Humhe tcnui-
cornis, Gastrimargus Volkensi, Oedaleus sencgalensis, CosmorJiyssa fasciata, Pycnodictya Gali-
nieri, Pliymateus Hildebrandti, Paraphena meruensis und dubia, Mcruana nyuki, Mesopsis
laticM'nis, Acridium tataricum, ScMstocerca peregrina, Pareuprepocnemis cunctator, Ixalidium
hmnatoscelis, Lentula modicicrus, CaUipitamus meruensis, Caloptenopsis speciosa, Catantops
melanostictus und humeralis.
In verfaulenden Stöcken und unter Rinde hielten sich Dermatopteren (Forßcula
senegalensis und Echinosoma) auf. Im grünen Gras unter den ausgebreiteten Kronen der
Akazien sassen Ameisenlöwen {Myrmcleon Sjöstedti) oder flatterten wingelnd umher, um
sich bald wieder niederzulassen, und auch andere Planipennien, wie Formicaleo cegyptiacus
und Sjöstedti, Myrmeccelurus tristis und variegatus, Creagris nubifer, Chrysopa sansibarica
und tcnella lebten alle in diesen lichten Akazienwäldern.
Mehrere Blattodeen, besonders iJcropcUis autraniana und Pscudodcropeltis pcfropJiila
lebten hier unter Steinen und dergl., grosse Käfer {Tithocs confinis, Alindria grandis und
Nigidius Delcgorguei v. meruensis wurden fast täglich umter der Rinde alter Akazien ange-
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEK STEPPEN UND BEEGE. 47
trorfen, während zalilreiclie Skorpione {Bxfhns trilineatus) am Tage sich in grosser Menge
unter den losen Steinen der Steppe verstecltlen.
In der Losung von grösseren Tieren, besonders von Rhinos und Elefanten, lebten
zahlreiche Coprophagen (besonders Onthopliagus lacerafus), unter alten Tierkörpern sammelten
sich die lebhafte S'dplia micans in Menge sowie auch Ameisen {Dori/lus lielvolus) und His-
triden [PachijUstcr nigrita, Ulster tropkus und vadatus, Saprinus intricatus, splendcns (häuflg),
-gdmiensis), während zahlreiche Fliegen von mehreren Arten, speziell eine grosse blauglän-
zende mit rotem Kopf, die weggeworfenen toten Körper umschwärmten.
Die von der Sonne oft glühendheissen kleinen Sandfelder zwischen den Baum- und
Gebiischpartien der Akazienwäldern hatten auch ihre besondere Tierwelt, darunter ausser
den schon erwähnten Eidechsen und Ameisen auch einige Bcmbex-kTitn {Uneatifrons,
massaka, ornatilaUata), die hier sich aufhielten und surrend nahe dem Boden hin und
her flogen.
Älehrere Carabiden wie grosse Anthien, Polyhirmen, gelbgefleckte Endemen, metall-
glänzende, hellgestreifte Curculioniden [Mitophorus gravidus) und einige Cleriden {Sfrotoccra
Sjöstedti, Aphdocliroa carneipennis, Prosymnus cribripennis, Necrobui rufipcs) bewohnten
ebenfalls diese lichten Wälder.
Unter den zahlreichen Straphyliniden des Gebiets wurde nur eine verhältnismässig
geringe Anzahl [Pcederus altkola, pcdcstrts (häufig), sabteus (häutig), PlnopMlHs Sjöstedti,
PJiilonfJuis opaciventris, agilis, sanguineus, 3Ioiocenis Uneiventris) in dieser Steppennatur
angetroffen. Unter den etwa dreissig Coccinellidenarten, die hier konstatiert wurden,
traten einige in grosser Anzahl auf dem Grase, sowohl in den Akazienwäldern {Epüachna
simil/s) wie in der Steppe [SolanopMla Salübergi u. a.) auf.
Mehrere Elateriden {Ägrypnm Peringuegi, Psephus insignitus und latiuseulus, Dra-
sfer/Ks (PthiopicKS, Cardiophorus sororius, inconditus, uitneatns, dubuis) wurden hier ange-
troffen, und die sonst im Gebiete nicht so häufigen Bostrychiden wurden hier durch die
grosse Apate mdistincta, Lkhenophanes cortkeus, Bostrgchopsis viUosula, Xylion adustm und
Enneadesmus evacanthus repräsentiert.
Unter den Buprestiden wurden speziell die grossen Sternocera Gerstceckerl und
castanea, die jedoch weniger häufig zu sein schienen, ferner Äcmceodera ekvata, Steraspis
brerkornis, Psiloptera albomarg'mata imd aspasla, Pslloptera tristis, Splie}ioptera dispar und
trispinosa, C'Jiahvgcnia contcmpta, Authaxia fcnukauda und pumila bemerkt.
Auf Blumen, Blättern und Gebiischen sowie im Grase fanden sich eine Menge
Malacodermen, von denen jedocli nur einige Arten zahlreich waren, sowohl Lycinen
{Lyells flammatns, hamuUfer, trabeatus, podagrkus, Xylobamis semißabeUatus nigripes, nigri-
coll'is, Adoceta hirsutula und mitis (häufig), Lampyridinen {piaphanes Volkcns'i, lälimanus),
Cantharidinen {Silidiits meriianns, porrectiis) wie Malachiinen {AtfaJiis gcntilis, Hapalochriis
dcjormlpcs, amplipcnnis, modestiis, Kolbei, rugatkcps, doisatiis).
Die Cerambyciden wurden durch solche Arten, wie AcantJiophorus Beringi, Tiphoes
eonfinis, Macrotoma natala, pahnata, Gestroi, Psathyrus aspericornis, Xystrocera dispar, Plo-
caderits Conradti, Berolm incultus, Cornpsomera fenestrata, Closteromerus dilaticornis, Phila-
48 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 1.
gathes Walübergi, Tragiscoschenia inermis, Chreostes ohliquata, Sophronica ohsciirice})s, Amplii-
stylits linearis, Volumnia Westermanni vertreten.
Die Myriopoden, welche mehr feuchtes Terram mit von verfaulenden Blättern
bedecktem Boden lieben und die besonders in der Kulturzone der Berge zahlreich waren,
wurden hier durch Tracliycormoceplialiis afer, Orplmceus meniimis, Ctenonja Sjöstedti,
Lanmonyx jjunctifrons, Flctliokrossus octofoveatus, Prionopetalum serratum, Harmomasüx
tetracanthus, Xystojiyye lineafa, fast alle bisher unbekannt, vertreten.
Gewisse Insekten ziehen sich abends gern nach dem Licht hin und finden sich an
den Lagerfeuern und in dem erleuchteten Zelt ein. Zu diesen gehören in dieser Gegend,
ausser Mücken, Lampyridinen [Biaphanes Volkcnsi und kiUinanus), hell braungelbliche Rute-
linen [Anomala usambica und tendinosa subsp. ccJw), welche unter brummendem Flug um
die Lampe surrten, eine kleine nahestehende Art {Adorctus meticulosus) nebst zahlreichen
Microlepidopteren, während am Tage eine bisweilen unerträgliche Menge Hausfliegen,
w^elche auch nachts in blassen in das Zelt hineindrangen und uns während der Arbeit
beunruhigten, sich bemerkbar machte.
Unter den der Fauna dieser Gegenden angehörenden Nematoceren können Lycoria
hibionca, Neoempheria ampJüpli(Ba, Plecia ephippium, mehrere Tipuliden wie Pachyrhina bistri-
punctcda und Culiciden erwähnt werden.
Eine sehr abweichende, mit der des Kihmandjaro mehr übereinstimmende Fauna
trifft man an den sumpfigen kleinen Seen an, welche sich unterhalb des südöstlichen
Abhangs des Meru ausbreiten, Gegenden, die in zoologischer Hinsicht, wenn man einige
von Jägern dort erlegte Flusspferde und vielleicht einige andere der höheren Tiere ab-
rechnet, ein ganz unbekanntes Gebiet bildeten.
Die bitter natronhaltigen Wassersammlungen bilden hier ganze Komplexe von mit-
einander verbundenen, durch oft mit äusserst dichter Vegetation bedeckte Hügelketten
oder breitere Landstrecken getrennten, langgestreckten Seen oder Dämmen. Diese Wasser-
komplexe scheinen in der Weise gebildet worden zu sein, dass das Terrain, welches hier,
wie oft in diesen Gegenden, mit Hügeln, Hügelketten oder Komplexen von solchen ver-
sehen ist, von dem von der östlichen Seite des Rleru kommenden, in die Steppe herab-
fliessenden Wasser, das hier das ganze Terrain erfüllt, zwischen Hügeln und Hügelzügen
ein Netz von während der Regenzeit tieferen und mehr verbreiteten, während der Trocken-
zeit seichleren Sümpfen oder langen Seen gebildet ist. Die zwischenliegenden flachen Hügel
oder langen Hügelzüge sind mit einer Vegetation bewachsen, die an Dichtheil und Un-
durchdringlichkeit in ganz Afrika ihresgleichen sucht.
In diesen Sumpfgegenden vorwärts zu dringen, ist auch recht mühsam, und die
Vegetation fängt bald an, wenn man von der Steppe kommt, ein ganz verändertes Aus-
sehen anzunehmen. Die platlkronigen Schirmakazien sind verschwunden und haben
hohen, gelbrindigen Akazienliäumen Platz gemacht, die hier und da ihre Kronen über
eine ewig grüne, äusserst dichte, fast undurchdringlige Untervegetation ausbreiten.
Wir sind hier in das gelobte Land der Elefanten, Nashörner und Flusspferde
gekommen, überall sieht man Spuren dieser Dickhäuter und jeder' kleine Pfad, den man
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 49
hier und da findet, ist von ihnen aufgetreten. Alles in diesen Büschen riecht wie
Mentha, Gehüsche und Kräuter, alles, worin man greift, hat diesen Geruch, der die ganze
Luft durchdringt. Hier und da zeigt sich allmählich ein freieres Terrain, die Wasser-
sammlungen mit ihrem braunen, natronhaltigen, übelriechenden Wasser fangen an sich
zu zeigen, einzelne Höhlen sind trüb von dem kürzlichen Besuch der Dickhäuter, und
der Pfad an der Seite trägt liefe Spuren derselben im schwarzen Schlamm. Ein wider-
licher Geruch erfüllt die Luft, und zahlreiche Fliegen surren aus der hier und da He-
genden Losung der Tiere auf. Grosse Partien der Sümpfe sind mit Scirpus bedeckt,
dessen grüne Masse denselben ein wohlbekanntes Aussehen verleiht. Eine Menge Welse
{Ciarias mossambkus) belebten das stinkende Wasser, während Libellen {Cacen/afes
leucosticta) überall an den Ufern sassen oder gestört unter surrendem Flug aufflogen. Es
ist eine regenreiche Gegend an diesen Sumpfseen, und oft lagern sich schwere Regen-
wolken über dem Himmel, ihre Ströme über Wald und Wasser auszugiessen drohend,
während die anliegende Steppe in Sonnenlicht badet, auf das später am Tage, gewöhn-
lich ein paar Stunden vor Sonnenuntergang, wenigsten zu gewissen Zeiten, eine brennende
Hitze folgt. Die Flusspferde waren hier recht gemein und wurden in Heerden von fast
zwanzig Tieren gleichzeitig beobachtet. Nunmehr sind sie vielleicht schon von den Buren
ausgerottet worden.
Die Inseklenwelt, wie überhaupt die Tierwelt, war hier nicht besonders reich. Sie
hatte grosse Ähnlichkeit mit der des Kilimandjaro und war typisch von derjenigen am
naheliegenden Flusse Ngare na nyuki verschieden.
Die Tierwelt auf den höheren Teilen des Meru.
Bisher war nur die Fauna des Meru in der Niederungen, unterhalb des nordöst-
lichen bis südöstlichen Abhangs des Berges untersucht worden, wo, wie erwähnt, beson-
ders am Ngare na nyuki durch wiederholte, eingehende Untersuchungen überraschende
Ergebnisse erreicht worden waren. Dass auch die zool. noch völlig unbekannten oberen
Teile dieses gewaltigen Bergkegels eine Tierwelt von ganz besonderem Interesse beher-
berge, wurde mir immer klarer — Erwartungen, die auch in glänzender Weise erfüllt
wurden.
Die fremde, in hohem Grade charakteristische Fauna, welche die Gegenden am
Ngare na nyuki aufwies, hatte auch den Gedanken in mir erweckt, im Zusammenhang
mit der Bergbesteigung eine Fart ringsum diesen vulkanischen Bergkegel behufs mög-
lichs allseitiger Untersuchungen des umgebenden Terrains vorzunehmen.
Nach einem Marsch von zwei Tagen von der zoologischen Staüon am Kilimandjaro
über die Steppe zwischen den beiden Bergen, erreichte ich mit der Karawane auf der
ersten dieser Fahrten am 21. Dez. bei Sonnenuntergang ein von Griechen bewohntes
Lager unterhalb des südlichen Abhangs des Meru, nicht weit vom Meru-Dorf. Da es
sich zeigte, dass man, statt von dem etwas westlicher belegenen Aruscha, auch von dieser
Seite den Berg besteigen könne, beschloss ich hier zu bleiben und sandte sofort die
Schwarzen behufs Proviantierung in das Dorf.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 1. 7
50 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEBTI EXPEDITION. 1.
Am folgenden Morgen lag der Meru, von der aufgehenden Sonne beleuchtet, in der
reinen, kalten Luft frei vor unseren Blicken, nur der Gipfel war von einem weissen Wol-
kenzapfen umgeben, während die Seiten, im übrigen frei, von einigen schmalen, lappigen
Wolkenbändern beschleiert waren.
Um acht Uhr war alles eingepackt, das Zelt heruntergenommen und die Lasten
verteilt; das Signal des Jägerhorns lautete und der Zug setzte sich in Bewegung gegen den
Berg. Durch niedrigen aber dichten Akazienwald mit ellenhohem Gras wanderten wir
vorwärts, durchwateten mehrere Bergströme mit kristallklarem, kaltem Wasser von aus-
gezeichneter Beschaffenheit, begegneten den feisten, glänzenden Rinderherden der Schwarzen
und waren bald mitten in den Bananenschamben der Wadschagga (Taf. 2: 2). Felder von
Bohnen, Mais, und Eleusine-Hirse (Taf. 5: 1) breiteten sich in der stattlichsten Wachskraft
prunkend zwischen denselben aus, die Luft war kühl und frisch, und überall durch die
ganze Kulturzone trat uns eine schwellende Vegetation entgegen (Taf. 12: 1). Die Landschaft
ist kupiert, mit hier und da sich erhebenden grösseren Hügeln, auch diese oft bis zur Spitze
mit einem ausserordentlich üpjngen Grün bekleidet. Das war eine Natur so reich, so grossartig
und schön, wie ich sie wohl kaum vorher weder in West- noch in Ostafrika gesehen habe.
Ist die Natur mit ihrem ausserdem guten Klima ein wirkliches kleines Paradies, so ist
die Bevölkerung umso schlimmer; die Einwohner des Meru und Aruscha werden mit zu
dem schlechtesten Gesindel in ganz Deutsch-Ostafrika gerechnet, was auch ein Blick ins
Strafjournal auf der Militärslation bei Aruscha während eines späteren Besuchs auf dieser
Station völlig zu bestätigen schien.
Bald stiessen wir auf tiefe Erosionstäler mit klaren Bergströmen, eine prachtvolle
Vegetation von Reben, Farnen, Bäumen und Büschen bekleidete die abschüssigen Seiten,
ein einziges, wellendes Blätterwerk bildend. Nach vier Stunden haben wir die obere
Grenze der Kulturzone erreicht und treten unter den kühlenden Schutz des viel steileren
Regenwalds. In langen Zotlein herabhängendes Moos bedeckt Stämme, Lianen und
Zweige, getrocknete verfaulende Blätter sind über den Boden gestreut, Lianen laufen von
Krone zu Krone, bald sich in langen Bogen senkend, bald senkrecht gegen den Boden
herabhängend oder in ein unendliches Chaos zusammengedreht.
Auf einen offenen Platz oberhalb eines Bergbachs bei ziemlich 3,000 m ü. d. M.
schlugen wir am Nachmittag ein Lager auf, eine Höhe, die in Folge der scharfen Steigung
des Berges zu dieser Zeit hätte erreicht werden können.
Diese in zoologischer Hinsicht ganz jungfräulichen Gegenden wurden jeizt für
einige Zeit das Ziel meines ganzen Interesses. Der Aufenlhalt in diesen hohen Regionen
ist aber bisweilen nicht so angenehm, und schon am ersten Abend sollten wir diese
Schwierigkeiten zu verspüren bekommen. Das Dunkel war soeben gefallen und die Nacht-
affen fingen an zu schreien, den Gesang der Vögel ersetzend, als plötzlich ein furcht-
barer Regen, wie solchen nur sequatoriale Gegenden aufzuweisen haben, ausbrach; brau-
send stürzte der Regen durch die Luft, unerhörte Wassermassen herniedergiessend, gegen
Blätter, Zweige und Stämme peitschend. Es braust und saust und wimmert im ganzen
Wald, und das Zelt droht vom hervorziehenden Wind aus dem Boden gerissen zu wer-
SJÖSTEÜT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 51
den. Zitternd in der kalten Luft suchen die Schwarzen unter dem äusseren Zeltdach
Schutz, Feuer und Lampen erlöschen und alles wird in ein undurchdringliches Dunkel
eingehüllt.
hl erster Linie zieht die Vogelwelt in diesen Regenwäldern die Aufmerksamkeit
auf sich und bildet die belebendsten Elemente derselben. Dann und wann tönt der charak-
teristishe Ruf des Helmvogels {Turacus Hartlaubi) durch den Wald. Es ist ein strahlend
schönes Geschöpf und ein wahrer Edelstein zur Verschönerung des Rildes, wenn er mit ele-
gantem pfeilschnellem Flug von den oberen Teilen der Bäume gegen unterhalb befind-
liche Kronen herabschiesst. Wie glühender Purpur erstrahlt für einige Augenblicke die
grelle Farbe der Flügel in dem reflektierenden Licht, es ist als schiesse eine Feuerkugel
durch die Luft. Kaum hat er sich niedergelassen, da ertönt sein wohll^ekanntes korr,
korr, korr, gedämpft aber doch laut, durch den Wald, geschmeidig und elegant hüpft er
von Zweig zu Zweig, läuft mit einer bewunderungswerten Leichtigkeit längs der Zweige mit
emporgehobener helmartiger Haube, guckt sich umher, um vielleicht bald wieder zu ver-
schwinden. Plötzlich hat etwas seine Aufmerksamkeit erregt, von allen Seiten — man
weiss nicht von wo auf einmal alle Vögel kommen — lauten ihre Stimmen, um ebenso
schnell wieder zu verstummen. Am Boden unter vermoderten Blättern im dichten Unter-
holz bewegen sich kleine braune Tauben [Aplopelia larvata), ein Seitenstück zu der in derselben
Weise in den dichten Regenwäldern Kameruns lebenden Perisfera puella, von den Baum-
kronen liess sich das zitternde, wehmütige Girren der Colmnba arqiiafrix arquatricula
hören, im Blätterwerk leuchtete bisweilen der gelbe Schnabel des Turdus Dechcni oder
des Linurgus kilimensis, am Boden zwischen dem dichten Unterholz hüpfte Geocichla
Gi(r)/c//i kilimensis wie ein Amsel sowie auch Cossypha caffra iolmma umher, unter den
Kronen der Bäume oder des Unterholzes bewegten sich Zosterops eurycricota, Phi/Uastre-
phus nicjriceps und placidus, Apalis griseiceps, Crifptolop)lia nmbrovircns dorcadichroa, Bra-
dypterus Marice, Tarsiger gidtifer und orientalis, Hctcrotrogon vittatum u. a., unter lautem
Geschrei erhoben sich bisweilen Schwärme von FrancoUnus Schütü unter den Gebüschen,
unter klangvollen Rufen zog ein Geierrabe {Corvultur albicoUis) über den Wald oder
kreiste ein Bussard [Buteo desertorum) unter feinem Schrei hoch über den Kronen. Höher
hinauf, an offneren Plätzen, wo der Regenwald sich lichtete oder aufhörte, bei etwa
3,500 m und darüber, flogen schwarze Schwalben [Psalidoprocne liolomelana massaica)
umher, unter blühenden Bäumen hielten sich mehrere Arten von Nectariniden [Nectarinia
kilimensis und tncazze, Brepanorhgnclius Beiehenoivi, Cinngris mediocris), auf, unter der niedrigen
Vegetation zeigten sich Bradgpterus cinnamomeus und Chloropeta natalensis similis, der
letztere mit einigen ungewöhnlich klangvollen Tönen schnell unter der dichten Vegetation
des Bodens verschwindend. In den Gebüschen hielten sich Schwärme von Oryptospiza
Salvadori auf, und auch Polyospiza striolata, Bioptrornis Fisclieri, Alseouax murinus, Li-
nurgus kilimensis, Turdus Deckeni, Cisticola prinioides bildeten hier die recht abwechselnde
Vogelwelt.
Die Säugetiere hielten sich, wie gewöhnUch, mehr versteckt und zeigten sich
nicht viel. Bisweilen Hessen Scharen von Colobus-Affen von den Kronen ihr eigentüm-
52 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1.
liches im Chorus ertönendes, dumpf klapperndes und schwirrendes, fast wie ein Spinn-
rocken oder wie das Klappern eines Storchs lautendes Geschrei hören. Beim Einbruch
des Dunkels lauteten von den Baumkronen die Schreie der Nachtaffen {Galm/o paiif/ani-
ensis, und, nach dem eigentümlichen Laut zu urteilen, möglicher\veise noch einer solchen
Art), wo auch Bendrohyrax valtdus gemein war; in der Luft flogen kleine Fledermäuse
(Vespertüio namis) unter schwindelndem Zickzackflug umher, in der Erde lebte Tach/j-
oryctes splendens ibeanus, während Losung von Buschschweinen, Spuren von Elefanten
und abgefallene Stacheln von Stachelschweinen die Anwesenheit dieser Säugetiere im Re-
genwald des Meru zeigten.
Auch Reptilien [Clmmceleon graciUs) kamen, wie Cli. hitaniatus am Kilimandjaro, auf
dieser Höhe hier vor.
Am häufigsten unter den niederen Tieren in diesen Regenwäldern waren Land-
schnecken, Spinnen, Schlundwespen, Blattodeen, Schmetterlinge, Collembolen, Chrysomeli-
den und einige andere Insektengruppen, ferner Myriopoden Onisciden und 01igochcT?ten.
In den kalten Wasserbassins der gewaltigen Erosionstäler lebten Dytisciden {Agabus
Sjöstedti, Hgdroporus ahgssinkus afratus), Frösche [Bana menimcmtana, fuscignla und ango-
lensis), Phryganeidenlarven {Crimoeciella Sjöstedti), Gordiiden {ParacJiordodes Sjöstedti und
Gordius meruanus) und zahlreiche Älückenlarven.
Die Coleopteren waren bei 3' — 3,500 m und höher besonders durch Chrysomeli-
den vertreten, von denen eine erstaunlich grosse Anzahl hier konstatiert werden konnte
{Lema ch(dcoptera, suahelorum, acutmigida und pubifroiis, Chrgsomela Clarhi und s)ipcrba
(sehr häufig), Phcedonia impolita, Idacantha excavata, Erythrohapta variicornis, Exosoma
monticola (sehr häufig), Asbecesta breviuscula, Stenellina meruensis (sehr häufig), Monolcpta
Jmmatura, Jcwaiensis, leuce, Sjöstedti und miltinoptera, Beiratia pusilla, Ampliimela tarsata,
ürepidodera montivaga, Psglliodes montana, Haltica puritosa, Lypnea costata, Jamesonia
meruensis und piciventris, Aphtlwna vulgaris, Sebaethe meruensis, Bibolia breviuscula, Spluc-
roderma femoratum, macrostoma und diluticoUe, stachelige Hispiden, Ilacfylispa miseUa und
contrihnUs). Auch die Coccinelliden waren hier durch eine grosse Anzahl Arten vertreten
{Solanophila Sahlbergi, Zetterstedti und soluta elementaria, Epilachna tetracycla, bisseptem-
notata, Hauseri, hirta und similis, TJiea blanda, Cydonia aurora, Exocliomus flai^pes und
Broschalis marginalis nigripes).
Ebenso waren die Malachodermen hier zahlreich und charakteristich für diese Natur.
Solche Arten sind die Lycinen Xglobanus semißabeUatus nigripes, nigricollis und ria)ieteros
nigricauda, die Lampyrinen Diaphanes Volkensi und meruanus, die Cantharidinen Silidius
meruanus, ptorrectus und pygidialis, die Malachiinen Hapaloclirus Sjöstedti, arnjiUpennis, mo-
destus und JanfJiinus. Die Cerambyciden waren nicht häufig und wurden durch solche
Arten wie Bictyloderus baltcatus, Niplioparmena meruana, Phryneta spinar und Synnupserlia
apicata vertreten. Von Staphyliniden zeigten sich Omalium algidnm, Paderus aJticoJa und
maceUus, PhHonthus ubyssinus, altivagans, varians, longicoruis, rudijmmis erytliropterus und
Atheta micrommata. Mehr vereinzelt traten Coprophagen, [Oiithophagus vincfus), Cleriden
[Caridopus affinis), Lagriiden {Lagria hirsuta) und Meloiden {Meloe monticola) auf.
SJüSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 53
Eine besondere Fauna lebt immer in solchen Wäldern am Roden unter abgefallenen
vermoderten Blattern. Hierhin gehören am Meru mehrere Myriopoden, sowohl Litho-
hiideii {Lamijdcs fulvkornis), Scolopendriden [Cri/ptops numidicus tropicus), Geophiliden
[Lamnonyx pundifrons und Sclnsotmiia pluvia) als Polydesmiden und andere Diplopoden
{Spluvroparia minuta, Diopsiiihis Sjöstedti) und wohl auch, wie am Kilimandjaro,
Jaliden. Auch ein Vertreter der sonst so sonnenliebenden Scorpione {üroplectes inter-
-medüis) und der Pseudoscorpione {Chelifer Pcdniquisti) bewohnte diese Regenwälder.
Unter herabgefallenen, am Boden liegenden, verfaulten Blättern lebten Thysanuren
{Macldloidis nudagassHs), zahlreiche Onisciden {Benechiniis armatus, Sjjnarmaäülo mar-
momtus, Setapliora Suarezi), Collembolen {Dicranocentrus meruensis, Lejndocyr-
tiis extensus, Mesira armülata, Paronella nigromaculata) und mehrere Mollusken [Limi-
colaria Sjöstedti, Tricliodina, Vitrina u.a.), Blattodeen {Mcdlotohlatta Kraussi, Phyllodromia
germanica, Temnopteryx affinis, Apterolilatta perplexa, Deropeltis melanopliila, Gymno-
pcltis cryptospila), Forficuliden [Forfieula Sjöstedti) und mehrere Arten Spinnen.
Auf blühenden Pflanzen leisten oft Physapoden {PJiysopus meruensis und fumosa)
und auch Psosiden (Ceecilins hasidentatus) zeigten sich hier. Planipennien, sowohl hell-
flügelige Chrysopiden {Ckrysopa Sjöstedti) als der Tipuliden-ähnliche Bittacus Sjö-
stedti lebten unter dem Blattwerk und kamen abends von dem Licht gelockt in das
Zelt hinein.
Wie im Regenwald des Kilimandjaro, wurden auch in dem des Meru Ixodiden,
wenn auch von anderen Arten [Ixodes rarus und Ixodes ugandanns djaronensis) gefunden.
An Lichtungen im oberen Teil des Regenwalds flog die grosse, schöne Aesclma meru-
ensis, die einzige Libelle, die ich hier oben sah. Mehrere Acariden gehören auch der Fauna
dieser Regenwälder an, wie Rhynclwloplius meruensis, Erythraens Dugesi, Tromhidium
hipectinatum, simile und mernense. Die in der Kultarzone oft so beschwerlichen Wan-
derameisen [Dorylus nigricans Burmeisteri v. molestus) streiften auch in dieser Wäldern
umher. Besonders zahlreich waren die Ichneumoniden und wurden hier in eine ganzen
Reihe Arten wie Charops ater, Henicospiliis grandis und angustatiis, Campoplex mirandus,
Hoplismemis seminiger und rufiventris, AnMyteles niger und annulicornis, Hemiteles
testaceus, Pimpla spectahiUs, hyedinipennis und cyanea angetroffen. Von Braconiden
wurde nur Iphiaidax coccineus hier beobachtet, von den Bienen fallen zuerst die Honig-
bienen ins Auge, die wohl bis an die Spitze des Berges vorkommen und bei etwa 4,000 m
beobachtet wurden, wo ein erfrorenes, infolge der niedrigen Temperatur träges Exemplar
auf einer von Regen triefenden Blume sass; auch ein paar Salictus-Avlen (meruensis
und lazureus) leben in den oberen Teilen dieser Regenwälder. Die Wespen waren durch
Ancistrocerus UneaticoUis, die Tiphiiden durch Tipliia massaica und meruensis, die
Pompiliden durch Salius mclanoceras und iterahilis, Pompilus Yngvei und trigonophat-
nus, die Sphegiden durch Cercen's erythroura u. a. vertreten.
Unten den Lepidopteren wurde die Aufmerksamkeit besonders auf den vorher un-
bekannten und bisher nur von diesem Lokal bekannten grossen Peqnlio Sjöstedti gelenkt,
der an offenen Plätzen recht häufig war, wo er zwischen den Bäumen hin und her flog.
--'^i
54 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXrEDITlON. 1.
Ferner zeigten sich hier Acraea insi'gm's v. stginna und Baxteri, Antanartiu hippomenc
und schoeneUt, Neptis incongrua und Charaxcs fidvesceus v. acuminatus. Die kleinen
Lyceeniden waren nicht selten, wie Jolaus diametra, Ciqndo lingeus v. ciliaris, telicamis
V. plinius, jiino, der hier den an den höchsten Teilen des Kilimandjare vorkommenden sehr
nahestehenden aequatorialis vertritt, trocMlns und gaika; von Pieriden flogen in diesen
Wäldern Pieris zochalia und auch die andere der am Kilimandjaro beobachteten Ar-
ten. Ausser der oben erwähnten Papüio-\xi gehörte auch P. Hornimani diesen Gegen-
den an, wo er mit schnellem Flug zwischen den Bäumen hervorflalterte. Hesperiden
{Cydaoepides quadrisigmdHs), Notodontiden {Antlieua cinerea), Noctuiden {Lgeopliotia atri-
sparsa, Plusia sestertia), eine Menge Geometriden [Semiothisa biUaria, Teplvrina obser-
rata, Deramhüa Sjöstedti, Hydrelia meruana, Larentia meruana und simüata, Cidaria
unduligera, Alucitiden und Pyraliden zeigten sich auch bei dieser oder grösserer Höhe.
Wie am Kilimandjaro die 01igochf«ten sich bis zu den höchsten mit Vegetation ver-
sehenen Partien verbreiten, beherbergt auch der Regenwald des Meru weit gegen seine
obersten Teile unter feuchtem Moos, unter herabgefallenen Blättern, in der Erde u. s. w.
diese Würmer, wie Dicogaster gracilis, Pijgmaeodrüus montanus und Polytoreutus
meriianus. Hemipteren wie Capsiden {Callaria ohsciiricornis, Lggus meruensis, incertus,
Sjöstedti, sidurellus, (dpicola, Proboscidocoris fidiginosus, punctcdicolUs, Camptobrochis
osteiitans), Pentatomiden {ErocJdens veidndis, Agonoscelis veiiosa und versicolor, Carbula
carbida, Nezara uaspirus, p(dlidoconspersa, Eunjaspis Signoreti u. a.), Homopteren, Corei-
den und Pyrrhocoriden kamen und zwar oft recht häufig noch in dieser Höhe vor. Wie am Kili-
mandjaro, sind auch diese höheren Regionen an Nematoceren reich, und zwar sowohl an
Tipuliden {Pachjrlnna quincunx, bistripunctata und wohl andere) wie an Culiciden [Ctdex
leucartltrius u. a.), deren Larven oft in unendlichen Mengen die Wasserbassins am Boden
der Erosionstäler bevölkerten. Sehr charakteristisch für die Regenwälder sind grosse rote,
stachelige Raubfliegen {Dvjeania), gelb und schwarz gebänderte Syrphiden [Asarcina) und
verschiedene, oft mit dunkel geflekten Flügeln versehene Fleischfliegen {Sarcopliagd),
welche hier und da an den Blättern sitzen, sowie auch Asiliden [Leptogaster nenemusha).
Dass die wärmeliebenden Orthopteren in diesen feuchten, oft kalten Wäldern spar-
sam sein würden, war vorauszusehen; jedoch waren sie durch nicht so wenige Arten
vertreten, von denen gewisse sogar recht häufig waren. Auf dem Blätterwerk der Bäume
wurde bisweilen eine Polijspüota variegata beobachtet, der höchste Punkt, an dem Man-
todeen auf den Bergen überhaupt angetroffen wurden. Von Locustodeen lebten hier Mon-
ticolaria meruensis, Peroneiira montivaga, Anthracites montium und Xipliidion meru-
montanum, alle bisher unbekannt, von Acridiodeen Paraspliena meruensis, Pandettix scaber,
Thericles tvigga, Catanfops deeondus, Ixcdidinm haematoscelis und von Gryllodeen Monti-
gryllus silvacj^lurialis.
Allein nicht nur der Regenwald und die am nächsten oberhalb desselben gelegenen
Teile des Meru waren der Gegenstand meiner Untersuchungen ; die noch höher gelegenen
Gegenden nach der Spitze des Berges wurden ebenfalls bestiegen, Untersuchungen, die jedoch
mit grossen Schwierigkeiten verbunden waren. Die erste dieser Fahrten, die ich um
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND DERGE. 55
eine gewisse Vorstellung von dem Terrain und der Vegetation an diesen Höhen des Meru
hier im Zusammenhang mit unter derselben beol^achleten Tierformen, zu geben, kurz schil-
dern will, war nahe daran, uns allen das Leben zu kosten — sie verursachte jedenfalls
leider den Tod eines der Schwarzen!
Eines Älorgens früh brach ich, von einigen Schwarzen begleitet, vom Lager auf,
um die höchsten Teile des Berges zu erreichen. Längs des schmalen, gewundenen Pfads,
-der besonders zum Aufhängen der Bienenstöcke in den Kronen der Bäume von den
Eingebornen gebahnt worden war, ging der Weg nach oben. Überall trieft der Wald
vom Regen der Nacht, ülierhängende Zweige schlugen uns, wo wir hervorzogen, ins Ge-
sicht, der Pfad war hart und schlüpfrig mit freigelegten Wurzeln, Gruben mit Wasser und
verfaulte Blätter bedeckten den Boden, der nach oben immer steiler erschien. Endlich
bricht die Sonne durch die zusammengeballten Wolken und breitet ihr erfrischendes und
ersehntes Licht über den Wald, der krähenähnliche Ruf des Helmvogels lautet ringsum
und auch andere Vögel stimmen hier und da ihre frischen Töne an.
Allmählich fing das Terrain an freier zu werden, die Abstände zwischen den Bäu-
men wurden grösser, eine reiche Vegetation von halb manneshohen Kräutern und Gras
zeigte sich, blau, gelbe und andere Blumen boten sich überall, wohin man sah, den
Blicken dar. Die hohen, zerstreuten Bäume waren an Zweigen und Stämmen von grossen
Klumpen und Zotteln von Moos umhüllt (Taf. 12; 2), und die zwischen denselben laufenden
Brücken von Lianen standen oft in demselben Gewände, zierlichen, grüngekleideten Gir-
landen ähnelnd. Höher hinauf begannen die Bäume ziemlich schnell sparsamer zu wer-
den. Der Weg ging jetzt in schmalen Bergspalten nach unten, gerade l^reit genug einen
Menschen durchzulassen, und am Boden mit verräterischen, tiefen, oft wassergefülllen,
auf der Oberfläche mit dicken Schichten von Blättern bedeckten Höhlen. Plötzlich ist der
Weg zu Ende, in einer gegen den Gipfel des Berges laufenden Ravine endend, über
dessen Boden vom Urberg eine klare kalte W^assermasse hervoreilte, bald kleine
reissende Ströme nach einer der Seiten vorschiessend, bald sich mehr gleichförmig
über die oft moosbekleideten Steinplatten ausbreitend. Höhlen mit tausenden von
Mückenlarven zeigten sich hier dem Blick, Froschlarven bewegten sich in denselben,
wie auch Gordiiden, hochinteressante Tierformen von diesen Höhen eines ostafrikanischen
Bergs.
Wir waren in die breite, eigentümhche Bambuzone gekommen, zu der der Kili-
mandjaro kein Seitenstück hat, wenn auch dort an einzelnen Plätzen Bambubestände vor-
kommen, die dagegen auch vom Ruwensori und Kenia bekannt ist.
Von beiden Seiten der Ravine, die wir nun hinaufzuklimmern versuchen mussten,
streckten sich diese Bambuwälder, dicht und schwerdurchdringlich. Die Stämme, nach
unten fast armdick, schössen kreuz und quer über die Schlucht hinüber, berührten sich
bisweilen von der entgegengezetzten Seite und bildeten ein einziges Lattendach, über
welches einzelne hohe, moosbehangene Bäume ihre Kronen erhoben.
Wir folgten dem Boden der oft steilen Ravine, bald auf den unebenen, teilweise
von jMoos bewachsenen Steinplatten, über welche das Was.ser leise spülte, bald auf den
56 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXrEDITlON. 1.
von Glacieren glaUgeschliffenen und deutlich gereifelten Bergoberflächen, sprangen wackelnd
von einen Block zum anderen, oft uns an die Hände fassend, um dem weniger gelenkigen
nach dem Platz, den man glücklich erreicht hatte, hin zu helfen.
Bald fangen unter der fremden Vegetation nordische Pfanzentypen aufzutreten an,
wie es auch auf den Höhen des Kilimandjaro und des Kamerunbergs, welcher letztere
eine nicht geringe Anzahl von unseren gewöhnlichen schwedischen Arten besitzt, der Fall
ist. Bald begegnet den Blicken ein rotblütiges Trifolium, bald leuchtet ein Stein gelb
von dickblättrigem Sedum, unter dem nassen Gras schiesst eine weissblühende Carda-
mine auf, Pieben von Viola schlängeln sich längs des Bodens, ein verstrickendes Galium
hat sich in Gras und Kräutern verwickelt, wo auch violette Geranien hervorleuchten,
grossblättrige Rumex, grosse Plantago, Lycopodien, gelbblülige hohe Compositen, Halb-
gräser u. s. w. — alles wohlbekannte Bilder von unserer nordischen Flora. Von allen
Seiten von einer tropischen Natur umgeben, durch Meere, heisse Wüsten und weite
Urwälder von ihren Gattungsgenossen im Norden getrennt, haben sie sich auf diesen,
wie auch auf anderen weit verschiedenen Berggipfeln in Afrika in dieser höheren, kühle-
ren Region oft unverändert erhalten. Andere von ihnen haben sich den verschiedenen
Verhältnissen angepasst, haben sich mehr oder weniger verändert und haben neue "Arten"
gebildet, die jedoch nicht stärker abweichen, als dass sie das typische Aussehen der
resp. nordischen Arten bewahrt haben.
Wie soll man diese ausserordentlich interessante Tatsache, dass man auf
einem isolierten Berggipfel nahe dem Äquator eine mit der nordischen typisch über-
einstimmende Flora findet, während diese Pflanzen auf der ganzen ungeheuren Strecke
durch den Kontinent bis zum Norden hinauf fehlen, erklären?
Schon im Jahre 1904' habe ich bei der Behandlung desselben eigentümlichen,
auf den höheren Teilen des Kamerunberges vorkommenden Verhältnisses eine Erklärung
hierfür zu geben versucht, die ich auch jetzt noch für höchst annehmbar halte.
Jetzt von ihren nordischen Verwandten isoliert, dürften diese Pflanzen einmal,
in einer kälteren Periode, in diesen jetzt tropischen Gegenden ihre allgemeine Verbreitung
gehabt haben. In dem Masse, wie das Klima wärmer geworden ist, sind sie den Berg
mit dessen kühleren Luftschichten hinauf gestiegen, wie sie sich andererseits mehr nach
Norden verbreitet haben, während bei der successiven Steigerung der Hitze auf den da-
zwischenliegenden ungeheuren Strecken bis zu tropischem Klima die Individuen derselben
Art ausgestorben sind.
Dass späterhin keine direkte Ortsveränderung der Pflanzen von Norden nach Süden
stattgefunden hat, ist augenscheinlich, da die ganze Flora eine solche Übereinstimmung
darbietet.
Ganz anders verhielte es sich, wenn eine vereinzelte nordische Pflanze unter der im übri-
gen fremden Flora angetroffen wäre, denn dann hätten sie, besonders durch Vögel von weitent-
fernten Gegenden verpflanzt werden können. Die Samen der Pflanzen haften nämlich oft an der
' YnGVE SjÖstedt, I Västafrikas Urskogar (In den Urwäldern West-Afrikas) pag. 225 (Reisesehilde-
rung; mit zahlreiclien Illustrationen nach Photographien, Lavierungen und Aquarellen, nebst 1 Karle. 564 S.).
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BERGE. 57
Federn der Vögel fest. Wenn die Vögel sich nun auf ihren Wanderzügen weit von der
Stelle, von wo sie die Samen mitgebracht haben, niederlassen, können Federn, auf denen
sie festsitzen, abfallen, auf den Boden kommen und die Samen können keimen.
Zuweilen sitzen die Samen mit Erde oder dergleichen am Federkleide fest, können,
wenn es regnet, abfallen und auf die Erde kommen. Wenn nun eine solche Deutung
auch für einzelne Funde berechtigt ist, so lässt sie sich doch nicht für solche Fälle an-
~Avenden, wo eine ganze typische zusammengehörende Flora zusammen angetroffen ist.
Aber auch die Tierwelt, besonders die Schmetterlingfauna, hatte hier oft ein palge-
arktisches Gepräge.
Immer steiler wird der Weg. Das gebirgige Erosionstal ist verschwunden, kein
Bambuwald ist mehr sichtbar und eine ganz fremde Vegetation breitet sich vor meinen
bewundernden Blicken aus, mein ganzes Interesse fesselnd. Kurze Hügelzüge mit zwischen-
liegenden, oft ziemlich breiten und flachen Tälern erstrecken sich die oberen Teile des
Berges hinauf von einem niedrigen, lichten Wald von baumartigen, feinblättrigen kleinen
Bäumen oder Gebüschen bedeckt, wohl derselben Art, die auf den Bergwiesen des Kilima-
ndjaro die charakteristische Ericinellaregion bildet; in Tälern und auf Höhen, überall schies-
sen diese Ericinellen empor, oft dichte Gebüsche bis gegen die höchsten Teile des Berges
bildend. Ihre infolge der Kälte und der vorüberziehenden kalten Winde oft toten Zweige
und Stämme waren überaU mit weissgrauen Bartflechten behängt, der Boden war von der
reichsten Krautvegetation bedeckt, über welche wir während der immer steileren und schwie-
rigeren Fahrt ohne den unten befindlichen Boden zu erreichen, oft wie hinüberkrochen.
Baumähnliche Riesenkräuter von demselben, oder jedenfalls sehr ähnlichen Aussehen wie
Senecio Johnstoni standen vereinzelt oder ein paar zusammen an den Abhängen zerstreut.
Es war ein Bild von seltsamer Wirkung, bezaubernd auch durch das fremde Gepräge, und
so verschieden von allem, was ich in der Natur vorher gesehen hatte (vergl. Taf. 12: 3 u. 4).
Ab und zu bleiben wir stehen, um die Fauna näher zu untersuchen. Die
Insektenwelt war bei 3,500 m und höher ziemlich arm. Einige Lycaeniden [Cupido juno)
zeigten sich dann und wann, kleinere Käfer {Cryptarcha Sjöstedti) und zahlreiche Physa-
poden [Physopus meruensis und fumosa) sassen in grossen, weissen, am Boden rosa-
farbigen Ipoma?en; überall im Regenwald häufige Cantharidinen {Süidius meruanus) und
Lycinen (Xylohanus nigricoUis) sassen auf den Blättern, sowie auch die blaue Mala-
chiine HapalocJirns amplipennis und die bis von der Steppe her allgemein vorkommende,
oft massenhaft auftretende Epilaclina simüis. Honigbienen zeigten sich hin und wieder,
wie auch zahlreiche Tineiden. Offene Plätze waren oft von einer äusserst dichten Masse
Stiele eines rotblütigen, ellenhohen Krauts überwachsen, in welchem man nur mit Mühe
hervordringen konnte, während andere Pflanzen die Hände, welche auch von den stechen-
den Stacheln Rubus-ähnlicher Reben (vielleicht Eubus Volkensri) zerfleicht wurden, wie
Nesseln brannten.
Rotgelbe, recht grosse Ophioniden {Henicospihis grandis) fuhren einzeln zwischen
dem Blälterwerk des Bodens, auf welchem einige Chrysomeliden, der ganz bräunhch
gelbe, unten schwarze Monolepta hamatum, die gelbrote, metallsehimmernde Chrijsomela
Sjöstedts Eilimandjaro-Meru Expeditio7i. 1. 8
58 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
superha, die blassgelbe Exosoma monticola, die grüne, weiche Stenellina meruensis, die
metallblaue Lema clialco})tera Gcerstecheri, die stachelige Dadylispa conirihdis u. a.
häutig vorkamen. Auf den Gebüschen sassen blaue Halticiden {Haltica jvjHtosa), welche
beunruhigt mit einem Sprung von den Blättern verschwanden. An etwas dunkleren
Plätzen flogen weisse, schwarzgebänderte Geometriden [Deramhila Sjöstedti) auf, um sich
dann auf der Unterseite der Blätter niederzulassen, unter verfaulenden Blättern lebten
Collembolen, Spinnen, Staphyhniden, einzelne Longicornen, ChrysomeUden, Myriopoden,
mehrere Schnecken u. s. w.
Besonders fesselten auf den Blättern eines etwa doppelt manneshohen Baums mit
schmalen Blättern und grossen, eigentümlich geformten, hellgelben Blumen häufig, und
zwar fast immer in copula, sitzende grosse Curculioniden (Enfi/potrachelus Meijeri). Kaum
hatte man den Zweig, wo sie sassen, berührt, da Hessen sie sich schon mit eingezogenen
Beinen auf den Boden herunterfallen. Auch andere, verwandte Curculioniden, wie Leptos-
pijris montana, Peritmetus Sjöstedti, Parasysiates alboriftotus und subconvexus zeigten
sich hier oder in der Umgebung. Wie häufig im Regenwald, kamen auch hier Buckelzirpen
vor, und zwar besonders eine Art mit haarfeinem, oft weit über den Hinterleib sich erstrecken-
dem Pronotumfortsatz und hyalinen, gelbbraun schattierten Flügeln [Bocchar montanus); mit
nach oben gerichtetem Kopf sassen sie unbeweglich an Stielen und Halmen. Zahlreiche
schmale kleine Lycinen mit schwarzen Flügelspitzen {Planeteros nigricauda) sassen auch
unbeweglich an den Pflanzen, schwarze, blauschillernde, übelriechende Ichneumoniden
mit schwarzen {Pimj)la ctjunea) oder gelben (Pimpla specfabilis] Beinen und rauchgelben
Flügeln flogen über die Kräuter des Bodens oder Hessen sich auf den Blättern nieder, schwarze
Vespiden mit rotgelben Beinen und weissen, feinen Rändern des Abdomens besuchten die
Blumen, Fliegen mit schwarzgeprickten Flügeln von mehreren Arten {Sarcopliaga), wie
blauschwarze, glänzende mit braunen Augen und hellem Bauch waren auch oft häufig.
Die Heuschrecken waren hier spärlich, und nur einige Locustodeen [Pcroneura
montivaga, Monticolaria meruensis und Xiph'd/on merumoniannm) und flügellose
Acridiodeen {Parasphena meruensis) zeigten sich noch auf diesen Höhen, wo ferner
dunkle, schmale Cantharidinen [Cluintaris puherula), einige Coreiden, äusserst häufig in der
Kulturzone des Kilimandjaro, ferner Pentatomiden, besonders die überall so zahlreiche
Ccirbula cetrhula, der ebenfalls häufige Agonoseelis versicolor und Miriden [Lggus incer-
tus, suturellus und alpicola, Prohoscidocoris fidiginosiis, Caniptohrochis ostentans) sich
auch oft zeigten.
Weisse Wolken und Nebel ziehen hier, von dem von der Steppe kommenden Wind
gejagt, oft zwischen den Gebüschen vor und eilen über das offene Terrain her. Das Bild,
eine Weile sonnenbeleuchtet, konnte hierdurch auf einmal düster und Icalt werden und
die Bartflechten wehten leise von den Zweigen der alten, ofl abgestorbenen Bäumchen
und Gebiische.
Wie Rauch bei einer gewaltigen Feuerbrunst, zogen die Wolken bei anderen Ge-
legenheiten mit Schnelligkeit vorbei nach der Steppe herunter, teilten sich und zogen sich
wieder zusammen, öffneten sich, um einen, wenn auch undeutHchen Bild auf die
SJÖSTEDT, DIE TIEEWELT DER STEPPEN UND BEEGE. 59
tief unten sich ausbreitende I.andschaft zu gestatten und sclimolzen bald wieder zu einem
festen Vorhang zusammen. Wenn die Sonne durchbrach, tummelten hier Bläulinge
[Cupido jioio) über Kräuter und Graser miteinander in munterem Tanz umher, senkten
sich auf die Blüten nieder und belebten durch ihre Lebhaftigkeit das ganze Bild, welches
in seiner fast tropischen Üppigkeit, mit recht reichen und schönen Blumen zwischen der
den Boden bedeckenden dichten und hohen Krautvegetation, gleichwohl ein kaltes Gepräge
"trug und nur dann und wann durch den Gesang und die Töne der im ganzen recht spar-
samen Vogelwelt belebt wurde.
Bei noch grösseren Höhe, etwa -i,000 m und höher gegen den Gipfel, schien das
Tierleben noch ärmer zu sein. Eine kleine dünnschalige Schnecke (Vitrina nigrocineta) sass
hier und da auf den Blättern, in dem blutenden Wipfel einer hohen Distel (vielleicht Carduus
leptacanthus) hatte ein von der Kälte erstarrter Bläuling Platz genommen, in den gelben
Eternellen sassen kleine, blaue Älalachiinen (Hapaloclirus amplipennis), wie Hapcdoclirus
Kolhei auf den höchsten Teilen des Kilimandjaro angetroffen wurde; auch einige unter
der Rinde sitzende Forficuliden {Forßcida Sjösfedfi), eine in den Blumen sitzende Syr-
phide {Asarcina), die grosse Curculionide Entypotraelielus Meyeri, eine Acridiodeenlarve,
wie es scheint einer Parasphena , und die schöne goldgrüne, schw^arz, rot und gelbe
Scutellerine Callidea Bohemani zeigten sich auch in diesen hohen Regionen und wurden
während des mühsamen Aufkletterns meine Beute.
Über Firsten in Täler herunter und wieder auf höhere Firsten hinauf ging die
Fahrt, die Lungen arbeiten gewaltsam und zwingen uns dann und wann stehen zu bleiben,
der Weg wurde steiler, wir greifen in Zweige, Rasenhügel und was zur Hand war, ja in
den Boden selbst, um weiter zu kommen. Steile Wände treten entgegen, die zu passie-
ren unmöglich erscheinen, und bald haben wir grosse Tiefen vor unseren Füssen. Die Kälte
nimmt zu, kalte Nebel ziehen hervor, die Täler ringsum erfüllend, ein feiner, kalter Regen
fängt an zu fallen und die Schwarzen zittern vor Kälte. Plötzlich weigern sie sich weiter
zu gehen, halten im Schutze von Felsen an und erklären, der Weg sei zu Ende und ein
weiteres Vordringen unmöglich. Die höchsten Teile müssen aber bestiegen werden und
nichts durfte dem im Wege stehen. Von First zu First geht es weiter in zunehmendem
Regen und Wind, die eine Höhe mit folgender Senkung nach der anderen wird über-
wunden, die Wolken häufen sich immer dichter als eiskalte Nebel und der Gesichtskreis
wird kleiner. Endlich haben wir ein Plateau mit sparsamer Vegetation erreicht und
scheinen am obersten Gipfel oder First zu stehen. Ich nähere mich dem steilen Ab-
sturz, wo ein eben so wildes als eigentümliches Bild sich vor mir ausbreitet. In wir-
belnden Kaskaden fegt der zum Sturm angewachsene Wind eisigen Regen durch die Luft,
die Abstürze sind in w^eisse, mit Regen gemischte Nebel eingehüllt, von oben gesehen
ein einziges blendendes Lichtmeer bildend, aus dem die abgestorbenen, mit flatternden
langen Bartflechten behangenen Zweige der Ericinella längs der Seiten des jähen Abgrundes
hier und da her vorschössen.
Aber noch ist das Ziel nicht erreicht. Über dem tiefen Tal ragen durch Regen
luid Nebel die schw^achen Konturen eines noch höheren Gipfels hervor, widerwillig setzen
60 SJÖSTEDTS ^IlilMANDJAROMERU EXPEDITION. 1.
die Schwarzen den Weg in das Tal herunter und auf die neuen überall mit den graublauen
Massen der Ericinella bewachsenen Höhen mit ihren oft toten, mit Flechten behangenen
Zweigen und Stämmen hinauf fort. Der Regen und die Kälte nehmen zu, das Wasser
fährt eisig durch die Luft, alles vom Kopf bis zu den Füssen ist durchtränkt, der Körper
fängt an zu zittern und die Haut der Schwarzen hat einen aschgrauen Farben ton ange-
nommen. Endlich ist, wie es wieder scheint, der Gipfel erreicht, allein durch Nebel und
Regen schimmert ein noch höherer hervor. Im Sprungmarsch geht es weiter im klatschenden
Regen über den zwischenliegenden flachen Talgrund, ein steinbesäetes, abfallendes Plateau
ohne höhere Vegetation, nur mit niedrigen, zerstreuten, durch den fast nackten Boden ge-
trennten Gebüschen. Einige zerstreute Blumen fesseln hier die Aufmerksamkeit, die eine,
wenigstens flüchtig betrachtet, sehr an Trichera arvensis erinnernd, die andere eine weisse,
im Boden rote, becherförmige Chrysanthemum-ähnliche Art. Die andere Seite des Plateaus
ist erreicht, während wir von sprühendem, eiskaltem Sturzregen umgeben sind. Ich blickte
mich umher, ohne etwas mehr als einen kaum höheren, gleich danebenstehenden zusammen
mit demjenigen, wo wir standen, den obersten Kraterfirst des Meru bildenden Gipfel sehen zu
können. Ich schwinge meine Mütze! Es war das erste Mal, dass ein Zoolog die obersten
Teile dieses Berges bestiegen, das erste Mal, dass ein Schwede das Glück gehabt hat,
diese fast in allem unerforschten hohen Gebirgsgegenden zu sehen.
Dieses Mal aber nähere Untersuchungen anzustellen, war nicht möglich. Älit ge-
steigerter Kraft zog der Wind hervor, kalte Regenmassen über uns peitschend, die Nebel
häuften sich immer mehr, die Temperatur war wohl nicht weit vom Gefrierpunkt,
weshalb wir den Abstieg von diesen, wenigstens momentan ungastfreundlichen Gegenden
antreten mussten. Je länger herunter wir kamen, je ruhiger fiel der Regen, je weniger
fühlbar wurde die Kälte, wenn auch die Temperatur noch kühl war.
Bisher war alles gut gegangen, wenn auch mit den Schwierigkeiten, die immer mit
der Besteigung grösserer Bergshöhen, in diesem Fall durch ungünstige klimatische Verhält-
nisse und durch die oft in hohem Grade ermüdende, das Vordringen verhindernde schwer-
durchdringliche Vegetation vermehrt, verbunden sind.
Aber jetzt war das Glück vorbei und überall häuften sich Schwierigkeiten, die
schliesslich nahe daran waren, uns alle ins Verderben zu bringen; sie kosteten jedenfalls
leider ein Menschenleben.
Die vom Meru-Dorf mitfolgenden Führer fingen an, immer eigentümlicher zu wer-
den, gingen bald hin, bald her, bald vorwärts bald rückwärts, was immer mehr meine Auf-
merksamkeit zu erwecken begann. Da sie aber am Berge geboren waren und darum
denselben wohl kennen sollten, folgten wir nach, überzeugt, dass sie das Erosionstal, dem
wir während des Aufsteigens gefolgt waren, bald wiederfinden würden.
Oft brachen wir uns während längerer Strecken, nahe einander zu verlieren, durch
die dichtesten Bambudickichte, bald durch zufällige Öffnungen kriechend, bald im Wege
stehende- Hindernisse beseitigend, einen Pfad. Bisweilen sah es aus, als ob die falschen Meru-
männer uns mit Absicht auf Abwege führten, keine Rufe wurden von ihnen beantwortet
und mit grosser Schnelligkeit verschwanden sie bald hier bald dort in der dichten Wald-
SJüSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 61
Vegetation, um nur mit grosser Schwierigkeit aufgespiirt werden zu können. Wenn sie
von Anfang an solclie Pläne gehabt haben, wurden die Verhältnisse ihnen schliesslich
übermächtig, so dass sie selbst nicht wusslen, wo sie waren. Immer mehr dunkelte es,
nur noch eine halbe Stunde und der Berg würde in Finsternis eingehüllt werden. Plötz-
lich fing der vor mir gehende Älerumann an wie betrunken zu gehen, tummelte hin
und her, um im nächsten Augenblick zu Boden zu stürzen; seine Kräfte waren zu Ende
und auch wir waren von den Strapazen des Tages sehr erschöpft. Die langen Irrmärsche
durch den Regenwald, über steile Ravinen und schlüpfrige Bergplatten, der kalte Regen
und das eisige Bergwasser, in welchem wir oft am Boden der Ravinen hindurchwateten,
alles hatte sich vereinigt um die Kräfte bis aufs äusserste in Anspruch zu nehmen.
Die Schwierigkeiten wurden nun noch dadurch vermehrt, dass der gestürzte Merumann
jetzt im schwierigen Terrain getragen werden musste, da ich dem Rat der Schwarzen,
ihn ganz einfach im Walde liegen zu lassen, nicht folgen wollte. Er war wie wahnsinnig
geworden, die Augen starrten ausdruckslos, keine Fragen W'urden von ihm beantwortet,
er war nicht länger bei klarem Bewusstsein.
Die Dämmerung wurde immer tiefer, eisig zog der Regen durch den Wald, die
Temperatur sank und alles Vordringen war nunmehr nutzlos. Die Schwarzen waren, in
ihre nasse Schurze eingehüllt, in einen gewaltigen hohlen Baum hineingekrochen, wo sie
wie Hunde zusammengekauert lagen; einige schliefen draussen im Regen. Durchnässt, wie
aus dem Wasser gezogen, die immer kälteren Khakikleider wie am Körper fest geklebt,
stellte ich mich unter einen dicken, herausschiessenden Zweig, um dort im zunehmenden
Regen stehend die Nacht in dem immer kälteren Regenwald zuzubringen, da ich mich
nicht auf den eiskalten, nassen Boden zu setzen wagte.
Bald w^ar es tiefe Nacht, der Regen schmetterte in den Bäumen über meinem Kopf,
Nachtaffen und Khppschliefer kreischen in den Bäumen, nasse Nebel senkten sich zwischen
Kronen und Stämmen und die Beine fingen an vor Müdigkeit zu wackeln, der Hunger
wurde immer fühlbarer. Kein Essen war vorhanden, da fiel mir ein am Morgen geschosse-
ner Helmvogel ein, der in einem Schmelterlingnetz lag und den ich nach einigen Suchen
im Finstern fand. Die Haut wurde abgerissen, die Brust mit den Fingern ausgebrochen und
zugleich mit den Schenkeln verzehrt, was nicht so schlecht, als man denken könnte, schmeckte.
Es war eine lange Nacht; aber auch sie hatte ihr Ende und die erste Lichtung
des Morgens fing an sich über den Wald zu verbreiten. Der kranke Merumann war zu
meinem Erstaunen wieder gesund, obgleich er die ganze Nacht so gut wie nackt im Regen
gelegen hatte. Nur brachen wir auf, aber auch jetzt fand ich, dass die IMerumänner nicht,
wussten, wohin sie gingen, und ich beschloss deshalb, selbst die Leitung zu übernehmen.
Jetzt war das Glück wieder günstig, und nach einer Fahrt von fünf Stunden längs den
gewaldigen Ravinen, oft mit quersteilen, tiefen Absätzen und wassergefüllten Riesentöpfen,
welche grosse Bassins bildeten, wurden unsere Signale vom Lager beantwortet.
Meine erste Frage, als wir dorthin gekommen waren, galt einem während des
Abstiegs verschwundenen Boy; die zwei gleich nach ihm ausgesandten Massai
traten vor und erklärten, dass sie trotz eifrigen Suchens ihn nicht gefunden hätten.
fi2 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEXJ EXPEDITION. 1.
Sofort wurde Sandberg, der sich schon nach uns auf die Suche gemacht hatte und bei
unseren Schüssen nach dem Lager zurückgekehrt war, mit Leuten ausgesandt, um den ver-
lorenen zu suchen; den ganzen Tag und auch den nächsten wurde die Gegend weit bis
zum Gipfel hinauf, wo man ihn zum letzten jMal gesehen hatte, untersucht, Schüsse wurden
abgefeuert, Jagdhornsignale lauteten durch die Erosionstäler, Feuer wurden angezündet —
aber alles war umsonst. Auch am dritten Tag sollte das nunmehr fast nutzlose Suchen
fortgesetzt werden, schon hatten die Träger den Befehl erhalten, sich in Ordnung zu
machen, als der Aufwärter hereinkam und mitteilte, dass alle Träger ausgerissen seien;
sie konnten die Kälte und den beständigen Regen nicht länger aushallen und weigerten
sich wieder in die kalten höheren Gegenden hinaufzugehen. Nur durch das Versprechen
unmittelbaren Abmarsches wurden sie durch einen nachgesandten Boten bewogen, die
Lasten zu holen.
So brachen wir für dieses Mal vom Regenwald des Meru auf; es war wie ein
Trauerzug, als wir schweigsam den schlüpfrigen, steilen Weg herunterzogen. Nach den
Regengüssen der Nacht triefte der ganze Wald von Wasser, die Blätter glänzten, die
langen Mooszotteln der Zweige und Lianen hingen wie nasse Draperien, alles war lautlos
und verstimmt und düstere Gedanken beherrschten den Sinn. Allmählich näherten wir
uns der unteren Grenze des Regenwalds, die Temperatur stieg und mit ihr die erstarrten
Lebenskräfte der Schwarzen, die Sonne leuchtete wieder hervor und die Träger fingen
an lebhaft zu werden.
Ich beschloss darum wieder ein Lager aufzuschlagen, um mit einigen ausgewählten
Leuten nochmals die höheren Teile des Bergs zu besteigen, um den Boy zu suchen, ein
jedenfalls fast nutzloses Unternehmen. Aber weder Drohungen noch Ver.sprechungen konnten
die Schwarzen bewegen, mit mir zurückzukehren und, wenn einige mit Gewalt gezwungen
worden wären mitzufolgen, wären die übrigen inzwischen durchgegangen, und ich hätte
mich in einer unbehaglichen Lage unter diesem schlechten Bergvolk befunden, wo schon
europäisches Blut geflossen ist. Bezeichnend nickte Akida, mein Wadschaggaführer, wenn
wir von denselben sprachen, mit dem Kopfe, mit langer Betonung auf dem letzteren
Wort sagend "baya sana!" (richtig schlecht!).
Vor dem Zelt sammelte sich eine freche Schar von zudringlichen Meru-
männern, und auch die Mädchen schienen von demselben Kaliber zu sein. Unver-
schämt lachend, sammelten sich die Männer haufenweise ausserhalb des Zelts, drangen
bis zu der Zelttür heran, Zahlung für den Platz, wo das Zelt stand, fordernd!
Dies war am 24. Dezember; es war unser Weihnachten!
Bald brach ein gewaltiges Gewitter aus, die Schleusen des Himmels öffneten sich,
der Donner rollte gegen den Berg hinauf, zwischen Ravinen und Höhen widerhallend, es
sauste wild in der Luft, es war, als trieben böse ÄLächte ihr Spiel in dieser schönen aber
unsicheren Gegend.
Den folgenden Morgen verliessen wir bei schönstem Wetter den Meru und setzten
den Marsch ringsum den ganzen Berg herum zur Untersuchung des Tierlebens in den
Steppen unterhalb der westlichen und nördlichen Teile des Berges fort. Das Tierleben
SJüSTEDT, DIE TIERWELT DEK STEPPEN UND BEEGE. 63
war hier im ganzen recht einförmig und wenig reich, die Steppen waren an Antilopen sehr arm.
Erst in den Gegenden im Nordost unterhalb des Berges trafen wir wieder auf ein reicheres
Tierleben, um, wie vorher, am Flusse Ngare na nyuki ein wirkliches Eldorado zu finden.
Die in den hoch gelegenen Gegenden des Äleru gewonnenen Ergebnisse waren in-
dessen von ausserordentlichem Wert. Unter steigendem hiteresse halte ich den dichten
Regenwald mit seinen moosbehangenen Bäumen, Büschen und Lianen durchwandern
können, war bis zum Boden einer Ravine gedrungen und dieser folgend in die dichte
Bambuzone des Berges hinaufgekommen, hatte die wechselnde Flora von oft nordischem
Gepräge überblickt und hatte charakteristische Veränderungen in der Natur derselben
gegen die höchsten Teile des Berges wahrgenommen.
Was ich auf den höheren und höchsten Teilen des Meru gesehen, lockte bald zu
weiteren und gründlicheren Untersuchungen, und binnen kurzem trat ich eine neue Fahrt
zu denselben Gegenden mit ihrer von der des Kilimandjaro in vielen Hinsichten so ab-
weichenden Tierwelt an.
Für die Regeuwälder der Berge von mir nacligewieseue Tierformen.
Mammalia. Primates: Golobus caudatus; Cerc-opilheeus albogularis ki))onolensis; Galago panganiensi.s.
Chiroptera: Vespertilio (Glischropus) nanus. Bodentia: Heliosciurus undulatus; Tachyoryctes spendens ibeanus;
Hy.?trix (galeafa). Hyracoidea: Dendrohyi'ax validus. Proboscidia: Elcphas. Artiodadyla: Polamochoerus
chceropotamus dfemonis ; Nesotragus moschatus.
Aves. Coliimbidce: Columba arquatrix arquatricula; Turtiir seniitoiiiuatus intermedius; Turtiiroona
Delegorguei Harterti; Aplopelia larvata; Tympanistria tympanistria. Phasianidce : Franeolinus Schütti. Falco-
nidm: Buteo desertorum. Mtisophmjida : Turacus Hartlaubi. Indkatoridie : Indicator variegatus. CapitonidcB :
Buecanodon kilinieiise. Trogonidce: Heterotrogon vittatum. Biiccroüdce: Bycanistes cristatus. Macropterygidce:
Apus melba afrieanus. Hirundinidcp : Psalidoprociie holomeltena massaica. Muscicapida: : Dioptrornis Fischeri;
Alseonax murinus; Cryptolopba umbrovirens dorcadichroa; Chloropeta natalensis similis; Balis niixta; Batis
molitor montana. Campephagida : Coracina eaeeia pura; Campephaga flava. Laniidce: Chlorophoneus nigri-
frons; Chlorophoneus Abbotti; Laniarius sethiopiciis ambiguus. Corvidce: Corvultur albieollis. SturnidcB:
Amydrus Walleri. Ploceidce: Cryptospiza Salvadorii. Fringillidce: Poliospiza striolata; Linurgus kilimensis.
Pgcnonotidce: Phyllastrephus strüfacies; Phyllastrephus nigrieeps; Phyllastrephus placidus. Zoster opidm:
Zosterops eurycrieota. Xectariniidce : Cinnyris mediof-ris; Nectarinia kilimensis; Nectarinia tacazze; Drupano-
rhynr-hus Reiehenowi. Sylviklce: Bradypterus cinnamonieus; Bradypterus Mariae; Apalis griseiceps; Geocichla
Gurneyi kilimensis; Turdus Deckeni; Alcippe abyssinica; Cossypha caffra iolffima; Cossypha siibrufescens;
Tarsiger guttifer; Tarsiger orientalis.
Keptilia: Chamseleon gracilis; Chamaeleon biUenialus.
Batracliia: Rana merumontana; Rana fuscigula; Rana angolensis.
Molluisca: Edentulina montium; Ennea meruensis; Ennea coarctata; Streptaxis onneoides; Helicarion
meruensis; Vitrina nigroeineta; Thapsia silvtepluviosaj; Trociiozonites meruensis; Bloyetia simulans und v.
Kretschmeri; Helix Gregorii ; Helix alienus; Helix meruensis; Buliminus Theeli; Mabilliella Daubenljergeri;
Limicolaria fiirriformis solida; Limieolariopsis Sjöstedti; Petriola alticola; Opeas varicosus; Atoxon tai-niatum.
Coleoptera. Dystiscidce: Hydroporus abyssinicus v. atratus; Agabus Sjöstedti. Coprophaga: Onitis
suleipennis; Onlhophagus vinctus. Elateridoe: Psephus maculatus. CleridoB: Caridopus affinis. Erottjlidce:
Episcapha subcostata. StaphylinidcB : Pmdevus alticola; Pasderus maeellus; Paederus piceus; Aetobius nakurensis;
Philonthus rudipennis v. erythropterus; Philonthus abyssinus; Philonthus altivagans u. varians; Philonthus longi-
cornis; Anisolinus humeralis; Conosoma pubescens; Conosoma decoratum; Atheta micrommata; Myrniedonia
64 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1.
Brunni. Apioninae: Apion longicrus. Malacodermata ; Lycinse: Clodophorus Dalmani; Cautires kilimanus;
Xylobanus semiflabellatus nigripos; Xylobanus nigricollis; Planeteros nigricauda; Lampyridina': Diaphanes
Volkensi; Diaphanes meruanus; Cantharidinre: Silidius denticulatus; Silidius meruanus; Silidius ocularis;
Silidius pygidialis; Silidius porrectus; Malachiinse: Hapalochrus Sjöstedti; Hapalochrus amplipennis; Hapa-
lochrus modestus; Hapalochrus janthinus. Cerambijcidae : Dityloderus balteatus; Niphoparmena meruana;
Hepomidion granulatum; Phryneta spinator; Glenea leptis; Synnupserha meruana. Chrysomelidae : Criocerini:
Lema chalcoptera; Lema suahelorum; Lema acutangula; Lema pubifrons ; Eumolpini: Colasposoma monti-
cola; Chrysomelini : Chrysomela superba; Chrysomela Clarki; Phaedonia impolita; Omolina Sjöstedti;
Galerucini: Diaeantha duplicata aperta; Idacantha excavata; Erythrobapta variieornis; Ootheca kibonotensis;
Exosoma monlicola; Asbeeesta breviuscula; Stenellina meruensis; Monolepta hcematura; Monolepta kwaiensis;
Monolepta leuee; Monolepta Sjöstedti; Monolepta miltinoptera; Beiratia pusilla; Amphimela tarsata; Cereyonia
usambarica; Crepidodera montivaga; Crepidodera Sjöstedti; Psylliodes montana; Haltiea pyritosa; Lypnea
costata; Jamesonia abdominalis; Jamesonia meruensis; Jamesonia piciventris; Aphthona vulgaris; Aphthona
peregrina; Sabaethe meruensis; Longitarsus usambaricus; Dibolia breviuscula; Sphteroderma femoratum;
Sphaeroderma macrosloma; Spha>roderma diseoidale; Spheeroderma pusillum; Sphajroderma diluticolle;
Hispini: Hispa pallidicornis; Dactylispa misella; Dactylispa eontribulis. Coccinellidac : Solanophila Sahlbergi;
Solanophila Zetterstedti sexlunata; Solanophila soluta; Epilachna tetracycla; Epilachna bisseptemnotata usam-
barica; Epilachna Hauseri; Epilachna hirta; Epilachna umbratilis; Epilachna similis; Thea blanda; Cydonia
aurora; Exochomus flavipes; Bosehalis marginalis nigripes. Cassidae: Cassida infirma pilifera; Aspidomorpha
prasina; Lagriidae: Lagria hirsuta. Meloidae: Meloe monticola. Clavicornes: Cryptarcha Sjöstedti; Meligethes
splendens. Scarabaeidae : Troginse: Trox montanus; Melolonthinse: Trochalus bagamoiensis ; Arehocamenta
aseendens; Isocamenta montana; Isocamenta amitina; Dynastinse: Calometopus planatus; Cetoniinae: Ela-
phinis adspersula; Coelorhina connata; Leucocelis polyspila. Ciirculmiidae : Entypotrachelus Meyeri; Peritmetus
Sjöstedti; Merulla vittata; Leptospyris lateralis; Leptospyris montana; Parasystates subconvexus; Parasystates
depressus; Parasystates virescens; Parasystates albovittatus; Parasystates costulatus; Systatus elongatus und
V. setulosus; Systates albosetosus; Systates rhinorhytus; Oreoscatus hevis; Lixus nycterophorus; Lixus cunei-
formis; Lixus auritus; Apoderus nigromarginatus u. horridus; Aleides brevirostris obscurus, meruanus u. bi-
fasciatus; Isorhamphus brevipectus; Cossonus lobelite.
Hymenoptera. Tenthredinidae : Athalia fumosa; Athalia himantopus; Athalia segregis; Athalia
clavata. Formicidae: Dorylus nigricans Burmeisteri v. molestus. Braconidae: Iphiaulax coccineus; Braunsia
bilunata; Braunsia v. oeeidentalis obscurior. Ichneumonidae: Charopsater; Henicospilus grandis; Henicospilus
angustatus; Campoplex mirandns; Hoplismenus seminiger; Hoplismenus rufiventris; Hoplismenus elongatus;
Amblyteles niger; Amblyteles annulicornis; Ilemiteles tostaceus; Pimpla hyalinipennis; Pimpla spectabilis;,
Pimpla evanea; Theronia lurida; Neotheronia concolor; Asphragis striata; Triclistus bicolor; Paniscus rufes-
cens. Apidae: Halictus montanus; Halictus meruensis; Halictus lasureus; Megachile truncaticeps; Apis
mellifica v. Adansoni. Vespidae: Belonogaster erythrospilus ; Ancistroeerus lineaticollis. Tiplmdae: Tiphia
massaica; Tiphia meruensis. Pompilidae: Salius melanoceras; Salius iterabilis; Pompilus Yngvei; Pompilus
trigonophatnus. Sphegidae: Cerceris erythroura; Pison montanus.
Lepidoptera. Danaidae: Amauris AnSorgei. Salyridae: Gnophodes parmeno v. diversa; Mycalesis
campina v. subapicalis. Kymphaltdae : Acrrea insignis v. siginna; Acrsea Baxteri; Acrtea terpsichore v. Pvougeli;
Acraeauvui; Antanartia hippomene; Antanartia schoeneia; Precis oenone v. cebrene; Eurytela hiarbas v. lita;
Bybiia ilithyria polinice; Neptis incongrua; Charaxes fulveseens v. acuminatus. Lycaenidae: Jolaus diametra;
Cupido lingeus v. ciliaris; Cupido palemon; Cupido telicanus v. plinius; Cupido aequatorialis; Cupido juno u.
gaika; Pieridae: Mylothris narcissus; Pieris Raffrayi; Pieris zochalia; Catopsilia florella; Colias electo. Papiilio-
nidae: Papilio echerioides; Papilio Sjöstedti; Papilio phorcas v. nyikanus; Papilio Hornimani. Hesperidae:
Sarangesa lugens; Eagris astoria; Aeleros Mackenii; Cyclopides quadrisignatus; Padraona zeno; Caenides
niveicornis. Notodonüdae : Antheua cinerea. Syntomidae: Syntomis monticola. LifJiosüdae: Lobilema con-
. spersa; Eilema montana; Eilema costimaculata. Arctiidae: Amphicallia tigris Thehvalli. Kocütidae: Lycophotia
SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 65
atrisparsa ; Hadena montana; Borolia persecta u. eriopygioides ; Plasia sesterlia. Geomefridae: Semiothisa
Imlaria; Tephrina observata; Boarmia; Hemithea plagiata; Craspedia; Derambila Sjöstedti; Hydrelia costalis;
ilvdrolia meruana ; Hvdrelia ericinolho; Triphosa corticearia; Triphosa tvitoeelidata; Lobidiopteryx veninotata;
Onvi-liia nic-titaria V. cineraria; Onvcliia albodivi.^aria ; Larcnlia monlicolala; l^arenlia Hicruana; Larentia simi-
lata; Cidaria iinduligera. Heplalidae: Gorgapis altic-ola. l'ijinlklae: Entepliria cribi-ata ; Sylepta sp. ; Glyphodos
stenocraspis; Thliptoceras fenestratum. Ahtcitidae. Torfricidae. Tincidae. Hepialidae: Gorgopis aiticola.
Diptera. Nematoccra: Lijcorüdae: Lycoiia hibionea; Lyeoria zalampra. Fimgivoridae : Fungivora
eollineola. Bibionidae: Plcfia erubescens. Culicidae: Culex drymoecius; Culex leucarthrius. Limoniidae :
Dicranomyia c-livicola; Linionia rhizosema. TipuUdae: Scarnboneura distigtna; Tipula asbolodes; Tipula eume-
cacera; Tipula capnioneura; Pachyrhina quincunx; Pachyrhina erocea; Pachyrhina bistripunctata. Brachy-
cora: Tabanidae: C.brvsozona maculiplena; Chrysozona imbrium; Tabanus amjilycliromus; Asilidae: Leplo-
gaster nenemusha; Tolnierus paiunielas; Dysmar-hus porcellus; Oniniatius venator. Sijrplüdae: Melanostoma
floripeta u. aiiuulipes; llhingia coerulescens u. orthoneurina. Larvaevoridae : Dejeania hecate; Micropalpus
|)rohecate u. alopeeinus; Callipboia parasacra. Muscidae: Stomoxys varipes. Scatomyzidae: Scopeuma
merdariuni. Helomyzidae : Helomyza laciniata. Sapromyzidae: Physogenia submetallica; Lauxania bilineata
u. Ivriea. Tephiiüdae: Dacus cucumarius. Diopsidae: Diopsis apicalis u. tenuipes. Sepsidae: Centrioneus
prodiopsis. Mkropezidae: Loxocera maerogranima.
Heiuiptera. 3/iViWaf :IIelopcltis rubrinervis; Ommatoiiiiris Sjöstedti; Collaria obspuricornis ; Phyto-
eoris pluvialis; Lygus meruensis; Lvgus ineertus; Lygus Sjöstedti; Lygus suturellus; Lygus alpicola; Probosci-
docoris fuliginosus; Proboseidocoris punctatieollis; Camptobrochis ostentans, nebst v. vittaticollis und satur-
nides. Antlwcoridae : Monlandoniola longiceps. Micropliysidae: Nabidomorplia bimaculata. Xabidae: Redu-
vioius (Aptus) pantherinus. Pentatomidae : Erachteus ventralis: Agonoseelis venosa; Agonoseelis versicolor;
Carbula carbula; Xezara naspirus und v. scutellaris; Nezara pallidoconspersa; Euryaspis Signoreti; Aethus sp.
Fuhjoridae :■ Oxmems suturalis; Pliypia ornatifrons ; Achasmenes terminalis; Issomimus meruanus; Hystero-
pteruni mosclii; Obedas proboscideus; Eriphyle longifrons; Eripliyle major. Cercopidae: Locris vuleani; Ptyelus
grossus; Poophilus terrenus; Treniapterus major. Jassidae: Boccbar montanus; Coloborrliis corticina; Ulopa
aequatorialis; Distantia maculithorax; Tettigoniolla nigrinervis; Tettigoniella typhlocyboides; Tettigoniella collina;
Bvthoscopus subolivaeeus; Phrynomorphus kilimanus; Deltoceplialus kiliinanus. Beduviidae: Rliinocoris
venustus; Pisilus tipuliformis. Pynhocoridae: Dysdercus nigrofaseiatus intermedius.
Nexiroptera. Trkhoptera: Crunoeciella Sjoestedti. Planipennia : Chrysopa chloris; Chrysopa Sjöstedti;
Chrysopa vulgaris; Bittaeus Sjöstedti.
Pseildoneiiroptera. Odonata: Aesclma meruensis; Ischnura elongata; Pseudagrion grande.
Corrodeiltia. Copcognatha:. Ctecilius basidentatus. Mallophaga: Triehodeetes colobi.
Pliysapoda. Pliyso[ius meruensis; Physopus fumosa; Idolothrips africana.
Orthoptera. Dermatoptera : Anisolabis felix; Forfleula Sjöstedti. Blattodea: Mallotoblatta Kraussi;
Hololampra Eellnopic-a; Phyllodroniia germanica; Ceratinoptera variabilis; Temnopteryx abyssinica; Temnoptc-
rvx affinis; Apteroblatta perplexa; Pseudoderopeltis petrophila; Deropeltis melanopliila; Gynopeltis cryptospila;
Mantodea: Polyspilota variegata. Phasmodea: Xylica kilimandjarica; Gratidia montivaga; Gratidia silvEepluvialis.
Gryllodea: Callogryllus kilimandjaricus; Eetatoderus kilimandjarieus; Montigryllus silvtepluvialis. Locustodea:
Montieolaria meruensis; Peronura montivaga; Anthraeites montium; Xipliidion merumontanum; Xiphidion
kibonotense. Aa-idiodea: Paratettix seaber; Tlierieles tvigga; Chortoicetes levipes; Parasphena meruensis;
Ixalidium hteniatoseelis; Catantops decoratus.
ApterygOgeiiea. CoUemhola: Dicranocentrus meruensis; Lepidoeyrtus extensus; Mesira armiUata;
Paronella nigromaculata. Thysanura: Maehiloides malagassus.
Myriopoda. Lithohiidae : Lamyctes fulvieornis. Scolopendridae : Cryptops nuinidieus tropicus. Geo-
pkilidac: Lamnonyx punetifrons; Schizotienia pluvia. Polydesmoidea: Strongylosoma julinum; Sphseroparia
minuta; Xodorodesmus kibonotanus. Siemmafoiuloidca: Diopsiulus Sjöstedti. Odoiifopygidae : Odontopyge
kilimandjarona; Haplotliysanus polyljothrus; Haplolhysanus levieeps.
Sjöstedts Kilhimiidjaro-Mtra Expcditiun. 1. 9
Gfi SJÖSTEDTS KILIMANDJAKOMEKU EXPEDITION. 1.
Araohlioidea. Scorj'iones: Uroplet-tes inlermedius. Chelonethi: Chclifcr l^almquisti. Acari: Lrodldac:
Ixodes rasiis; Ixodes ugandanus; Ixodes ngandanus djaronensis; Rhipicephalus siinus; Rhipicephalus simus
planus. Trombidiidae : Rhyneholophu.s siculiforniis ; Rhyneholophus nieruensis; Trombidium bipeetiiiatum;
Trombidium liolosericeum; Troirdjidium tinetorium; Trombidium simile; Trombidium meruense. Opiliones:
Fhalangium pictum; Phalangium mesomelas; Cheops armatus; Palpipes typus; Biantes punctatus; Ereca rufa;
Ereca undulata; Ereca affinis; Ereca lata; Ereca modesta; Ereca Simulator; Amasis mesoleucus; Amasis
aecentuatus; Amasis patellaris; Amasis quadricornis. Aranese: Pholcidae: Spermophora globosa. Theridüdae:
Episinus meruensis ; Loxonychia lugubris ; Theridium postmarginatum ; Theridium nigrosacculatiuii ; Theridium
pluviale; Theridium meruense; Theridiella monticola; Ulesanis kibonotensis; Crustulina ineerta; Teutana
tigrina u. singoides. Argiopidae: Walckenaera meruensis; Erigione tcthiopica; Lephthypliautes tropicalis u.
kilimandjaricus; Linyphia sethiopica; Pachygnatha mucronata; .'\Iefa meruensis u. merianopsis; Sancus bi-
lineatus; Leueauge festiva, meruensis u. brevitibialis; Cyclosa meruensis; Mangora spinosissima; Aranea
sulphurina.
Cnistacea. Decapoda: Polamon Johnstoni. Isopoda: Benechinus armatus; Ignamba brevis; Ignamba
microps; Gelsana abnormis; Synarmadillo marmoratus; Setaphora Suarezi; Phalaba brevis.
Veriues. OUgodiaeta: Dichogaster gracilis; Pygma?odrilus montanus; Polytoreutus gracilis. Gordiidae:
Parachordodes Sjöstedti; Gordius meruanus.
Für die Bergwie.sen des Kilimandjaro — 3,000 4,000 (5,500) m — von mir
uacligewie.scne Tiere.
Maniiualia. Elephas; (Cephalophus spadix); Arvicanthis Xeumanni.
Ave.S. Falconidae: Buteo desertorum. Corvidae: Corvultur albicoliis. Fringillidae: Serinus flavi-
vertex. Nectarinüdae: Nectarinia Johnstoni. Sijlviidae : Cisticola Hunteri; Saxicola ocnanthe; Pinarochroa
hypospodia u. a.
Beptilia. LacerüUa: Mabuia varia. Bliiptoglossa: Chamseleon bitaniatus.
Mollusca: Edontulina monlium; Vitriiia kiboschoensis; Vitrina erieinell»; Vitrina viridisplendens;
Thapsia radiala; Helix Sjöstedti; Helix alticola; Bulimus Theeli; Opeas varicosus.
Coleoptera. Dytiscidae: Agabus dytiscoides. Cleridae: Apteroelerus brevis. StaplujUnidae : Omalium
algidum; Ptederus macellus; Staphylinus dispersus; Actobius nakurensis; Conosoma pubescens. Malacoder-
mala: Lycus (Acantholycus) constrictus; Xylobanus nigricollis; Silidius" denticulatus; Hapalochrus Kolbei.
Chnjsomelidae : Coenobius Sjöstedti; Monius simplex; Oides collaris; Sjoestedtinia montivaga; Stenellina me-
ruensis; Crepidodera Sjöstedti; Psylliodes monfana; Haltica puritosa ; Eremiella ruiira; Longitar.sus usambari-
cus. Coccinellidae : Adalia sexareata. Clavicornes : Meligethe.s Sjöstedti; Meligethes glorio.sus; Meligethes sub-
caeruleus; Diphyllus Sjöstedti; Micrambe varicolor; Micrambe subinfuscata. Scarahaeidae: Trox montanus.
Tenebrionidae : Phrynocolus ater; Mehrere Carahidae. CurcuUonidae: Parasystates minor; Ilypsomias lobelia;
Oreoscotus serratus; Oreoscotus minor; Oreoscotus Isevis; Cossonus lobeliiäe.
Hymenoptera. Tenthredinidae : Athalia segregis; Athalia clavata. Ichneumonidae : Limncrium nigrum;
Pimpla spectabilis; Pimpla cyanea. Äpidae: Apis mellifica v. Adansoni. Vesj'idac: Xortonia striativentris.
Pompilidae: Pompilus masaiensis; Pompilus melanochrous.
Lepidoptera. Danaididae: Danaida dorippus. Ki/mphalidae : Pvrameis eardui ; l'recis oenone v. ce-
brene; Byblia ilithyia t. polinice. Lycaenidae : Gupido ccquatorialis. Pieridae: Colias eleeto. Paj)ilio)iidae :
Papilio demodocus. Litkosiidae : Phryganopsis elongata. Xoctuidae: Borolia eriopygioides. Geometridae: Oreo-
metra vittata; Hypsometra erieinellce; Hydrelia costalis; Hydrelia Sjöstedti; Hydrelia ericinellae; Triphosa
corticearia; Triphosa tritoeelidata; Onychia (Eubolia) nictitaria v. cineraria; Onychia albodivisaria; Larentia
monlicolata ab indivisa; Larentia Sjöstedti ; Cidaria argentcolinoata. PijraUdae: Crambus Sjöstedti. Hepialidae:
Gorgopis alticola.
S.TÜSTKDT, niE TIKRWKl.T DER MKÜHTMTISinÖHI.KN BEI TANUA. 67
Diptera. Lijcnrüdae: l.vcoria isarlliria. Bihmiidar: Scnlopse atrata ; Pliilia flisagra. Linwniidae:
nicranoiiivia clivicola; Dicranomvia laniiontialis. TipuJidnc: Tipula asbolodos. Empidae: Ililaria cliiragrica;
llilaria pliilina. Dolirhopndidar' : Ciirvsoliis malacliiticus ; llyilrophnnis incisioornis; Sympycnus selosipes.
Si/riihidac: Melaiioslonia allicdla, lloripcta iiml aniiiilipe-: ; Syrpims i-iiiclifa<-ii'.<. ThnUaidac : Unrilas clari-
licniii-:. TAirraeroridae: (ironita rrcboi'riina. Muscidac: Hylcmyia simonsis.
Hoini|)tPra. Miiidae: Lvgns viearius; I,vi;us obsr-nratus; Prol)Os<'iflofOiMs fuliginosn^; Uiiiiorpliocoris
alpiniis; Ortliotvlus oricini'llip. Fenfafoniidar: Orafliyplaly.s tnstndnnigra ; Aspavia pallidispina ; Disinegistns
fmicliris; Nezara i'inapsus; Gnathoconns majusculus. Jaxsidae: (Idlulionhis r-oilinina ; ,Miilnpo]il('nis nigriplaga.
Neuroptera. Triclwpfera: Crunocciella Sjoestodti.
Corrodoutia. Copeognaiha: Psocnis kilinsc-hoensis ; Jlesopsofus monlinus.
Ol'tllOptera. Dcnuafoptera: Forlicula Sjristi'dii. Blaltodea: Apteroblatia pcrpk'xa. Phasmodea:
(Xvlica kilimandjarica und Gratidia mon(ivaga). Acridioden : Ilolprnplprni?; conloniaiia ; Parasphpiia pidchripps;
( ilirvsor-liraon kdimandjarirus; Schislopprca ppregrina.
Apterj'gOgeiiea. ColUmhola: Lepidor-yrlus llavovirens v. annnlnsn; Mpsira aniinlipornis.
Myriopoda. Litlwbiidae: Lamvpfp.s fulvicornis. Scolopeiidridac: (;ryptnps mimidiens trnpir-ns. Stem-
matobiloidea: Diopsiulu.s Sjöstpdli.
ArachllOidea. Chelonethi: Clu'Iifi^r Palniquisli. Acari: P«liynrliolnplius sirulifonnis; Erythra?us Diigpsi;
Allollirombiuni ppi-graiidi' ; 'rroinbidiuni holosPriceuin. Opiliones: Phalangiuin montanum; Phalangium pietum;
Plialaiigium niesoniplas; Chpops armatus; Biantps pnnetafus; Ereca Simulator; Amasis patellaris. Arnneae:
Anjiopidae : Notioscopus inontir-ola; Paehygnatha Pahnquisli; Lpucaugp frcipion?;; und einp Lyeosidp.
Crustacea. Isopoda: Ignamba microps; Gelsana abnorniis ;
Vesmes. Olifjorhatda: Pygmoeodrilus montanus; Polytoreutus Sjöstedti.
Mehrere von der obersten Grenze des Regenwaldes erwähnte Formen kommen
wahrscheinlich auch auf den Bergwiesen vor.
Die Tierwelt der Mkulumusi-Höhlen bei Tanga.
Kein Fremder, der sich einige Zeit in Tanga aufhält, unterlässt es so leicht,
diese eigentümlichen, gewaltigen Berggrotten aufzusuchen. Da die Fauna in solchen
Grotten, was Afrika betrifft, äusserst wenig bekannt ist, beschloss ich, derselben sofort
nach meiner Ankunft in Tanga so viel Zeit zu widmen, wie die Verhältnisse es gestatte-
ten. Am -i. Juni 1905 machte ich zum ersten Male die Bekanntschaft dieser grossen
Grotten und setzte die Untersuchungen auf der Rückreise genau 13 Monate später bei
einem neuen Besuche fort.
I3er Weg führt, nachdem er an einem Negerdorf vorbeigekommen ist, an einem
Abhang hinab unter Kokospalmen und durch hohes Gras. Die Bäume werden dichter
und bilden an den Seiten der jetzt hervortretenden steilen Bergwand ein gewölbtes Dach.
Es ist ein schönes Stück Tropennatur. Lianen hängen von den Stämmen und Kronen
der Bäume heral), die Luft ist heiss und feucht. Bei einer Biegung um die hohe, steile
Bergwand steht man plötzlich vor dem hohen Eingang der Höhlen, an denen der kleinere
Mkulumusi-Fluss mit seinem gelben Wasser vorbeifliesst.
Diese gewaltigen Höhlen scheinen in der Weise entstanden zu sein, dass ein Zweig
des nördlich des Berges gehenden Sigi-Flusses im Laufe der Zeiten sich seinen Weg durch
di^n begegnenden, mehr in Osten- Westen laufenden Bergkiel gebahnt hat. Die im losen Stein
68 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 1.
gebildeten Spalten sind mehr und mehr abgenutzt und geglättet worden, bis grosse, lang-
gestreckte, hohe unregelmässige Bogengewölbe mit glatt geschliffenen Seiten entstanden sind,
an deren Boden noch während der Regenzeit, laut den Nachrichten, die ich dort erhalten
habe und nach den darin befindlichen Wassersammlungen zu schliessen, Wasser hervor-
fliesst. Oft sind die Bogengewölbe sehr hoch und verhältnissmässig schmal mit Quergängen
in verschiedenen Richtungen.
Kaum erschallen unsere Stimmen in den hohen Gewölben und düsteren Gängen,
da rollt die Luft wider von dem Sausen von hunderten Fledermausflügeln, und die
Decke der hohen, weiten Gewölbe erscheint im Lichte der Karbidfackeln wie eine einzige
hin und her Avogende dunkle Masse.
Von den hier erbeuteten vierzehn Fledermaus-Exemplaren war die Hälfte fliegende
Hunde, die meistens dem in Ost- und Westafrika allgemeinen Bonsettns LeacM {Cynonycteris
collaris), auf dem sich eine pupipare Diptere Eiicampsipoda Jti/rtU befand, angehörten.
Eins war von einer bisher unbekannten Art, Bouscffiis Sjösfedfi. Der Rest gehörte zu
insektenfressenden kleinen Arten [CoU'ura afra, Tn'iDiopft afer. YespfrtUio nauus), die
sich in kleineren, besonderen Höhlen aufhielten.
Über dem wohl ungefähr 25 Fuss hohen Eingang wölben sich überschattende Fels-
partien zu einem ausragenden Dach aus. Die Wände der Höhlen sind, wenn auch in-
folge der Wassermassen, die sich hier einmal einen Weg gebrochen Imben, unregelmässig
ausgehöhlt, wie gesagt, oft glatt. In den vorderen Partien der Grotte, in die noch das
Tageslicht dringt, ist der Boden mit einem lockeren, feinen Sande bedeckt. Untersucht
man denselben etwas genauer, so findet man, dass er mit einem nach allen Richtungen
gehenden unregelmässigen Netz von Rändern überzogen ist, gleichsam als wäre irgend
ein Gegenstand kreuz und quer über den Sand gezogen worden. Dies sind die Spuren
einer Menge hier leberider Schaben, meistenteils Larven einer marmorierten, bunten Art
(Gyna vetnla), die hier in dem lockeren Sand verborgen liegen und, wenn sie gestört
werden, umherlaufen, sich dann .-schnell wieder in den Boden bohren und auf einmal
wie verschwunden sind. Auf der Felswand hatte ein grosser Belonogaster junceus sein
Nest. Meine besondere Aufmerksamkeit weckten, etwa 20 Fuss vom Eingang, eine Menge
auf dem Boden stehende, 10—20 cm breite und etwa 5—8 cm hohe, oben mit einem 1 cm
breiten, runden, nahe der Spitze oft etwas seitlich gestellten Loche versehene Erdhaufen.
Da ich bei der ersten Untersuchung der äusserst lockeren Sanderdhaufen, zwischen denen
zahlreiche Schabenränder liefen, zuweilen Larven von Schaben antraf, glaubte ich erst,
dass die Haufen von diesen Schaben aufgeführt seien. Plötzlich offenbarte sich aber
eine Grabwespe [PMlunthus Locflingii), die mit einer Honigbiene als Beute angeflogen
kam. Nachdem sie, . langsam über den Hügel streifend, sich herabgesenkt hatte, liess
sie sich auf demselben nieder und verschwand in dem offenen Gange desselben. In kur-
zem zeigte sich in den äusseren Teilen der Grotte die eine Wespe nach der anderen mit
einer Biene als Beute, flog in brummendem, etwas widerhallendem Flug in das Dunkel
und liess sich auf einem Sandhügel nieder. Dort krochen sie, mit ihrer schweren Last
unaufhörlich auf die Erde herunterrollend, umher, bis sie den Eingang gefunden Ijalteii
SJÖSTEDT, DTE BEVÖLKERUNG DES KILIMAND.IAliO-MERU-GEBIETS. 69
und verschwanden in demselben. Nachdem sie ihre Beute abgeliefert hatten, blieben sie
oll am Eingang sitzen, um diesen zu bewachen, und dann leuchtete ihr weisser Mund-
schild aus demselben hervor. Wie der Bienenwolf (Philanthus trianguliun) unsere zahmen
Bienen überfällt und sie, nachdem er sie rasch lahmgestochen hat, in seine Erdgänge
schleppt, so scheint auch dieser Verwandte unter den afrikanischen Honigbienen Tod und
Verwüstung zu verbreiten. Es ist merkwairdig, dass diese Insekten für ihre Gänge statt
der sonnigen Sandplätze, auf denen sie sich sonst aufzuhalten pflegen, die dunkelsten Teüe
der Grotte erwählt hatten. Wie tief in die Erde hinein sich die Gänge dieser Art er-
strecken, war nicht näher zu ermitteln, da ihre Tiefe gewöhnlich eine bedeutende, bei
unserer Art bis etwa 30 cm., ist. Das Insekt ist ungefähr 15 mm. lang, schwarz mit
weisser Stirn und ganz gelbem, ungeflecktem Hinterleib. Auf den durch die Unter-
suchungen zerstörten Haufen sammelten sich sehr bald wieder viele Wespen, die eifrig
gruben, um die rasierten Gänge wiederzufinden. Einige hatten Bienen mit, andere keine.
Ihr Eifer war bedeutend und der aufgegrabene Sand umhüllte sie oft wie eine kleine Wolke.
An den Wänden der Felsen sassen weiter unten einige Opilioniden. Diese, die
durch zwei vorher unbekannte Arten {Palp'ipes horridus und mordax] repräsentiert
waren, erwäesen sich als sehr merkwürdige, eine neue Familie innerhalb der Gruppe der
Opilioniden bildende Formen. Zu dieser gehört auch eine dritte Art, Palpipes Ujpus,
die auf der Reise in den Regenwäldern des Kilimandjaro entdeckt w^urde.
Hier sass auch eine grosse, langbeinige Spinne (ArtenHi mauriciana) und eine
Eidechse (Gonatodes afriamus). In dem Teü der Grotten, in den das Licht noch, wenn
auch recht schwach, drang, wurden auch Carabiden angetroffen.
Die Eingänge teilen sich nach innen in mehrere hohe, schmale Gewölbe, die nach
grösseren Sälen leiten. Diese erhalten ihre Beleuchtung zuweilen von in das Freie füh-
renden Löchern und Luken, die die Fledermäuse gern bei ihren Ausflügen benutzen. Hier
drinnen, wo Wasserbecken mit kaltem, reinem Wasser, in dem sich verschiedene Frösche
{B(i)ia oj-jirhyucliü und Phriinohafrachus nafalensis) aufhielten, zuweilen den Weg ver-
sperren, lebte an den Wänden im Dunkel ein grosser Geiselskorpion [Phnjnichus bacülifer),
eine im Inneren Afrikas bis zum- Tanganyika- und Rudolphsee verbreitete Art. Längs
der Wände laufen hier drinnen in der tiefen Finsternis Termitengänge, während einzelne
Soldaten und Arbeiter von Termes transvcudensis besonders in den vermodernden Haufen
Dünger von in den Grotten lebenden Baumschliefern angetroffen wurden. In diesem
Dünger, der sich oft in kleinen Hügeln unterhalb einzelner längs der Wände gehender,
fächerartiger Absätze angesammelt hat, lebten auch Onisciden (Bctludns emargmatus),
Coprophagen [Ontho^yhagus pugionatm v. latefidvus) und Polydesmiden {Orodesmus masto-
phorus und Orodesmus cristatus) mit ihren in Erdhütten liegenden w^eissen Larven, eine
Histeride [Trib(dus carernkola); auch Würmer (Ohgochjeten), Spirostreptiden und Scutige-
riden hatten in diesen dunkeln und feuchten Höhlen eine Freistatt gesucht.
Von den bisher erwähnten, auch in den inneren, ganz dvmklen Teilen der Grotten
lebenden Tieren scheint keines für ein solches Leben direkt angepasst zu sein, sondern
sie gehören alle Arten an, die nur hier drinnen eine zufällige Freistatt gesucht haben.
70 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 1.
Direkt für dieses Grottenleben angepasst erwiesen sich dagegen eine langbeinige,
im Dunkel an den Wänden der Grotte lebende Gryllide CavernacHs microps, der Reprä-
sentant einer neuen Gattung, die sich durch das Fehlen von Ocellen, ungewölinlich
kleine Fazettaugen und einen weichen Körper auszeichnet, sowie die nahverwandte Spe-
luncncris lucifuga, auch diese der Typus einer neuen Gattung.
Diese Grylliden gehören einer Gruppe an, die, wie es auch bei der in den Gängen der
Termitenhaufen lebenden Phceophilacris spectrum der Fall ist, ihre Zuflucht gern zu solchen
dunklen Verstecken nimmt. Durch ihr schlankes Äussere und ihre langen Beine erinnern
diese Insekten nicht so wenig an Phalangiden.
V'on Mollusken wurden in den Höhlen Cijdosiomu Letonrneii.ri. Edeniulina obesa,
Thapsia cavernicold, Achatina Pilshri/i, Opcas fangaense nebst einer Baehis- Avi angetroffen.
Dies war in kurzen Zügen das durch das Studium der Mkulumusigrotten nach-
weisbare Tierleben, das, wie zu erwarten war, an sich nicht reich ist, aber doch ver-
schiedene bisher unbekannte Tierformen, und darunler sogar ein neues Säugetier, aufwies.
Die Bevölkerung des Kilnnandjaro-Mera- Gebiets.
Im Zusammenhang mit einigen in diesem Werke aufgenommenen Bildern, will ich
endlich in kurzen Zügen einige Bemerkungen über die Bevölkerung des Gebiets, die
Wadschagga und Massai, liefern. Eingehende Schilderungen über die Wadschagga sind
von Dr A. Widenmann\ über die Massai von Hauptmann M. Merker- publiziert worden.
Das Volk, das, in 38 kleinen Staaten oder T.andschaften verteilt, in einer Anzahl von etwa
80 Tausend die Ost-, Süd- und Westseite des Kilimandjaro, von Kibonoto (Kibongoto) oder
Schira (Sira) im Westen bis nach Gasseni (Kimangelia) im Nordosten liewohnt, heisst mit
einem gemeinsamen Namen Wadschagga (Wadjagga). Der nördliche Teil des Kilimandjaro
ist unbewohnt. Obschon durch Verschmelzung verschiedener hierhin eingewanderter
Stämme entstanden, bildet das Volk doch eine ziemlich homogene Masse, wenn auch
einzelne, besonders bei einer Vergleichung zwischen der am weitesten nach Osten
und der am weitesten nach Westen hin wohnenden Bevölkerung hervortretende Verschie-
denheiten in Sprache, Sitten und Bräuchen, im Aussehen der Hütten u. s. w. vorhanden
sind. Dass die ursprünglich verschiedenen Völker nunmehr miteinander verschmolzen
sind, kommt in erster Reihe daher, dass sie sich in einem isolierten und verhältnismässig
sehr kleinen Gebiete niedergelassen haben, wo sie mit oder gegen ihren Willen früher
oder später in unmittelbare Berührung miteinander kommen mussten, eine Berührung, die
indessen oft feindlicher Art gewesen ist. Die zwischen den Stämmen ausbrechenden
Kriege, die ein Fortschleppen der Kinder und Frauen zur Folge hatten, haben ebenfalls
ein Zusammenschmelzen bewirkt, denn diese Gefangenen wurden, je nachdem dem einen
oder anderen Stamme der Sieg zufiel, bald nach dem einen und bald nach dem anderen
Teile des Berges verschleppt.
' Vergl. A. WiDENMANN. Die l'^ilimandscharo-Bevölkerung, in Petermanns Mitteil. Ergänzungstieft.
Xo. 129, 1899. Mit 11 Tatein und 75 Abbildungen im Text; 104- S. (Tiere S. 90— 98\
' M. Merker. Die Masai. Mit 89 Fig., G Taf., 61 Abbild, u. 1 Übersiohtskarle, 421 S. Berlin 1904.
SJUSTEDT, DIE BEVÖLKERUNG DES KILIM AXDJAKOMEKU-GEBIETS. 71
Die "Wadschagga sind Bantuneger, sie gehören also zu dem grossen, in sprachlicher
Beziehung verwandten Volkstamme, der nebst den Hottentotten und Buschmännern im Süd-
westen, den Massaivölkern und einem Teile Somali im Nordosten die alte Einwohnerschaft
fast ganz Afrikas südlich vom Äquator bildet und sich zuweilen, wie das Dualavolk, auch
etwas (ungefähr 5°) nördlich von demselben ausbreitet. Aber die Wadschagga sind oft
nicht von reinem Bantutyp, sondern mit den vom Norden vorgedrungenen Massai ver-
mischt, woher sie auch den Namen Bantuhamiten erhalten haben. Nach ÄIerker sollen
die Älassai indessen keine Hamiten, sondern Semiten sein; die Rasse sollte dann, wenn
man einen Ausdruck behalten will, der ihren Charakter als Mischvolk angibt, Bantu-
semiten heissen. Ihr Aussehen wechselt oft, je nachdem vorwiegend das Blut des einen
oder des anderen Volkes in ihren Adern rollt, recht beträchtlich.
Die Bewohner des Berges betrachten sich selbst nicht als ein einheitliches Volk und
bezeichnen sich auch nicht mit einem gemeinsamen Namen, obschon sie infolge ihrer
neueren Verbindungen mit der Küstenbevölkerung wissen, dass der Suahiliname Wad-
schagga für sie alle gilt. Sie selbst nennen sich nach der Landschaft, in der sie auf
dem Berge w^ohnen. Die Wadschagga bilden keine Dörfer, sondern jede Familie wohnt
für sich, und zwar entweder in einer oft von Dracaena-Pallisaden umgebenen Farm mitten
unter den hohen Bananenstauden, oder die Hütten liegen höher auf dem Berge, wo die
Bananen aufgehört haben, in der Nähe von Eleusine- oder Bohnenfeldern. Durch schmale
Öffnungen in den Dracai-na-Pallisaden stehen die verschiedenen Gehege miteinander in
Verbindung. Zwischen Gruppen solcher, den Quartieren einer Stadt entsprechenden Ge-
hege laufen oft schmale, durch Pallisaden begrenzte, gewundene Wege, die wieder in
grössere Hauptwege münden. Die in den westlichen und südlichen Teilen des Berges nie-
drigen, käseglockenförmigen und mit Bananenblättern bedeckten Hütten werden in den
östlichen Landschaften höher, sind zuweilen von bedeutender Grösse und dort mit Andro-
pogonstroh bedeckt. Die Hütten auf dem Äleru sind von demselben niedrigen Typus,
wie auf den westlichen Teilen des Kilimandjaro (vergl. Tafel 2), sind mit Bananen-
blättern bedeckt und von vorn mit einem durch ein kleines, hervorragendes Dach ge-
schützten Eingang versehen, durch den der in der Hütte gesammelte Rauch ausströmt.
In ihrem Inneren sind die Hütten, wo Menschen und Vieh nebeneinander hausen, durch
Lattenzäune in einen vorderen Teil mit Schlafplätzen und in einen hinteren, grösseren
für Ziegen und Schafe, die des Nachts hier eingesperrt werden, eingeteilt. Da jede ver-
heiratete Frau ihre eigene Hütte hat und der Reichtum aus der Anzahl Frauen, die der
Mann besitzt, hervorgeht, wurde die Steuer an die Regierung per Hütte geleistet.
Ausser ihren grossen Bananenanlagen- haben die Wadschagga auch gut in Stand
gehaltene Felder mit Bohnen {Phaseolus vulgaris L. var. nanus L., Dolichos kthlab L.,
Vifjiui sinensis und den bis zu einigen IVIetern hohe, beinahe baumartige Cajanus incli-
CKs), Hirse (Eleusine coracana), aus der sie ein berauschendes Getränk "tembo", ein
saures, trübes Bier, bereiten, sowie Bataten, Yams, Taro, Mais und Tabak. Die Ar-
beit in den Farmen ist hauptsächlich Sache der Weiber.
Das Kulturland ist durch ein ausgezeichnetes, von den Männern ausgeführtes Be-
72 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1.
Wässerungsystem durchzogen, durch welches das Wasser fast meilenweit in Kanälen von
den oberen Teilen der Berge durch die Kulturzone geleitet wird.
Obgleich die Werkzeuge und Hausgeräte der Wadschagga in allgemeinen äusserst
einfach und primitiv sind, steht die Schmiede unter denselben sehr hoch, besonders wer-
den die bekannten prachtvollen Speere und Schwerter von ihnen angefertigt und an die
Massai verkauft, von denen man diese Speere dann oft als "Massaispeere" erhält.
In Kleidung, Haartracht und bisweilen in Schmuck haben die Wadschagga ihre be-
sonders früher gefürchteten Feinde, die Massai, stark nachgeahmt.
Ein sehr augenfälliger Zug des Wadschaggavolkes ist ihre grosse Unzuverlässigkeit.
Wer bei seinem Aufenthalte in diesen Gegenden sich ihrer Hülfe, sei es auf dem Älarsche
als Träger oder sonst irgendwie, bedient, lernt sehr bald diesen ausgeprägten Charakter-
fehler und die vielen Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten, die er im Gefolge hat,
kennen. Eine getroffene Vereinbarung hat nur so lange Giltigkeit, wie es ihnen selbst
passt, oder so lange man sie durch dieses oder jenes IMittel so lange in seiner Gewalt
hat, dass sie dieselbe nicht zu brechen wagen. Gute Nerven und eine grosse Geduld
sind erforderlich, wenn man Wadschagga als Träger oder Gehilfen auf Älärschen, Jagden
und Exkursionen in seinem Dienste zu haben gezwungen ist. Von Natur gleichgültig,
kann ihr Interesse wohl für den Augenblick, /.. B. bei Jagden auf grössere Tiere, wo
das Fleisch des erlegten Tieres ihnen in Aussicht steht, geweckt werden. Geht man
aber täglich mit ihnen auf Untersuchungen, die sie nicht verstehen, hat man sie z. B.
beim Suchen nach kleineren Tieren, deren Wert sie selbstverständlich nicht begreifen
können, als JMitgehilfen, dann muss man jeden Augenblick seine ganze Willenskraft an-
strengen, um sie zu den geringen Anstrengungen, deren sie überhaupt in solchen Fällen
fähig sind, anzusporen. Handelt es sich indessen nur darum, Lasten, und zwar nicht
allzu grosse, zu tragen, dann gehen sie, wenn sie erst einmal in Gang gekommen sind,
recht willig. Ein "Boy" kann sogar, wenn man ihn nur nicht durch falsch angebrachte
Freundlichkeit verwöhnt, ganz nett sein. Von grosser Bedeutung ist es, dass man sie
niemals merken lässt, dass sie unentbehrlich sind, denn dann werden sie sofort unver-
schämt und faul. Am besten tut man, wenn man nicht so viel über den wirklichen oder
eingebildeten Wert ihrer eigenen Persönhchkeit redet, sie im allgemeinen eher streng als
zu freundüch behandelt, kurz und bestimmt seine Befehle erteilt, anderseits aber stets
seine gegebenen Versprechungen einlöst. Alle Härte und vor allem jede Spur von Unge-
rechtigkeit muss dagegen verbannt sein.
Argwöhnisch gegen Fremde, nähern sie sich diesen erst mit einer gewissen Vorsicht
und Hinterlist, niemals offen und ehrlich, wnd legen sie auch bei näherer Bekanntschaft
die erstere ab, so behalten sie doch stets die tief in ihrer Natur wurzelnde Hinterlist
und Unzuverlässigkeit.
Die Einwohner der Landschaft Meru am Meru-Berg, die Wameru, sind Bantu, wie die
Wadschagga des Kilimandjaro, aber noch mehr mit Massaiblut gemischt. In der Landschaft
Ober-Aruscha, sowie in Kühe, wohnen massaihal'te Wakuati, während die dritte Landschaft
des Meru am Kratersee Ngongo Ngare im Osten von Älassai bewohnt ist, die indessen infolge
SJ(")STi;i)T, DIE liEVÖl.KERUNCi DES KILIM ANDJ A If «BrERU GEBIETS. 73
der Rinderpest nunmehr sessliafle Ackerbauer geworden sind. Das für Ackerbau und
Viehzuchl am iMcru geeignete Gelände nimmt ein Areal von etwa 300 qkm ein. Die
trockene Nord- und Westseite des Berges ist unbewohnt, die regen- und bachreiche süd-
liche und südöstliche Seite ist dagegen äusserst fruchtbar und recht dicht bevölkert. Die
Zahl der Eingebornen im Bezirk Aruscha wird auf etwa 10,000 geschätzt; die Wameru
sind etwa 6,000.
Einen ganz anderen Charakter als die Wadschagga haben die auf den Steppen um
die beiden Berge lebenden Ma.mii. Nach Mkrker gehören die Massai der grossen semi-
tischen Völkerfamilie an, deren Urheimat die arabische Halbinsel, als Kinderstube der Se-
miten, ist. Andere erklären die Massai für mit Negerblut vermischte Hamiten, die vom Gebiete
des Obernils in die ostafrikanischen Steppen eingewandert sind. Sie bewohnen die grossen,
nacli ihnen benannten Massaisteppen in Deutsch und Englisch Oslafrika zwischen dem
3-i. und 38. Längengrade sowie dem 3°. nördhcher und 7°. südhcher Breite. Während
drei verschiedener Perioden sind sie vom Norden in diese Steppen eingewandert, mit der
früheren Bevölkerung oder ihren vorher eingewanderten Verwandten um die für ihre
Herde wertvollen Weiden kämpfend. Die früheste dieser Gruppe sind die Asä oder
Wandorobbo, die zweite El Kuafi oder Wakuafi, die dritte El Mäsai, die eigenthchen
Massaien. Die erste Gruppe wurde durch Streitigkeiten mit der früheren Bevölkerung der
Steppen, den Tatoga oder Wataturu, sehr geschwächt und konnte dadurch von der zweiten
einwandernden Gruppe, den Wakuafi, leicht besiegt und verdrängt werden. Ursprünglich
Nomaden, dann ihres Viehs beraubt, wurden sie umherstreifende Jäger, die noch zerstreut in
den Steppen leben. Die Wandorobbo (von El dorobbo = die Armen) bestehen aus drei
Gruppen: Asä, El asiti und El gasurek, von denen die letzten die Massaisprache, die an-
deren ein verschiedenes Idiom sprechen. Alle sind Jäger, die mit ihnen Giftpfeilen in der
Steppe grössere Tiere — Vögel sowie Reptilien und Fische verachten sie — jagen. Das
Pfeilgift erhalten sie, nach Merker, durch Auskochen von Holz- und Wurzelstücken eines
Baums (Acocanthera abijssiuica) in Wasser, worauf die Schichten durch fortgesetztes
Kochen kondensiert werden. Das fertige Gift ist beinahe schwarz und erinnert an dicken
Sirup. Ihre Besieger, die Wakuafi, wurden ihrerseits nach blutigen Kämpfen von der
dritten Gruppe, den Massai, besiegt und verdrängt, gingen zum Teil zum Ackerbau über
und leben noch als Ackerbauer am südwesthchen Meru. Sie haben alle schlechten Unter-
drücker- und Räubereigenschaften liehalten, was auch in einem gegen den Europreer
hervortretenden Übermut und in einer Frechheit, wie ich sie sonst nie in diesen Teilen
von Afrika sah, hervortritt. Durch die Rinderpest, die 1890/91 in ganz Ostafrika wütete,
wurde die gefürchtete Macht der Massai gebrochen, mehr als zwei Drittel des Volkes
gingen durch Hungersnot in wenigen Jahren zugrunde, die verschiedenen Stämme wurden
zerstreut, wenn auch einzelne Stämme sich in den letzten Jahren durch Zuwachs der
Herde wieder zu erholen beginnen.
Zu gewissen Zeiten wurde jeden Morgen auf einem gewissen Platze am untersten
Abhänge des Berges in Kibonoto Markt abgehalten, auf dem die Wadschagga- und Massai-
Frauen sich zum Austausch von Waren einfinden. Die Massai tauschten hier gegen Fleisch,
Sjosterlts Kiliiiiaiidjafo-Meru Expedition. 1. 1"
74
SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION.
Milch und Butter, Natronsalz von der Steppe, Schaf-, Ziegen- oder Rindviehhäute von den
Wadschagga Produkte aus der Pflanzenwelt, wie rohe Bananen in Trauben, geschälte
und getrocknete Bananen, Mehl, Bohnen und süsse Kartoffeln sowie auch Honig von
den auf den Bäumen aufgehängten Bienenstöcken ein.
Die Massaiweiber kamen in kleineren Karawanen von der Steppe, Hessen sich, not-
dürftig mit schwarzen, schmutzigen Fellen bekleidet, mit winkelrecht vom Körper abstehen-
den Beinen auf der Erde nieder, eine Stellung, die ihnen ganz natürhch erscheint. Um
Hals, Beine und Arme tragen sie ihre bekannten charakteristischen Schmuckgegenstände
aus Eisen- und Kupferdraht und der Körper glänzt oft von eingeschmiertem Fett. Ihr
Gesicht ist langgestreckt, intelligent, die Körperfarbe ganz tiefbraun, beinahe schwarz,
und die Zähne, im Gegensatz zu denen der Wadschagga, in der Regel blendend weiss,
was ihnen, wenn sie lachen, oft ein ansprechendes Äussere verleiht.
Während der ersten Zeit meines Aufenthaltes in diesen Gegenden wohnten die Massai
noch auf den Steppen ringsherum. Zufolge ihrer vielen Viehdiebstähle von den Wad-
schagga wurden sie, mit Ausnahme derjenigen, die im Dienste der Weissen standen, aus
der Nähe des Berges nach einem Reservat getrieben.
Die von Kamerun mitgebrachton Sammlungen umfassen liber 23,000 Tiere. Die über dieselben ver-
öffentlichten Arbeiten (vergl. S. I dieser Arbeit) beiiandeln 2,782 Tierformen, von denen 572 zuvor unbe-
kannt waren, und umfassen 1,445 Seiten in Octav und 420 in Quartfornuü. Sie sind durch 1 10 Tafeln
•mit zusammen 1,187 Figuren, sowie mit 1 6 !■ Textabbildungen illustriert.
SJÖ8TEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. 75
Literatur.
(N.B. Literaturübersicht in Meyers "Ostatrikanisohe Glütscherfahrten", siehe unten!).
H. H. Johnstoil. F. Z. S., F. K. G. S. The KilimaNjaro Expedition. A reconl of scientific exploration
in Eastern Equatorial Africa and a general description of the natural history, languages, and com-
merce of the Kiiima-Njaro distriet. With six maps and over eighty illustrations by the Author.
London 1886; 572 S.
M. Merker. Die Masai. Ethnographische Monographie eines ostafrikanischen Semitenvolkes. Mit 89 Figuren,
6 Tafeln, 61 Abbildungen und einer Übersichtskarte. Berlin 1904; 421 S.
Haus Meyer. Der Kilimandjaro. Pvcisen und Studien. Mit 4 Tafeln in Farbendruck, 16 Tafeln in Lichtdruck,
20 in Ihiclidru.k, 2 farbigen Originalkarten und 108 Tcxtbildern. Berlin 1900; 436 S.
— » — . Ostafrikaimche Gletscherfahrten. Forschungsreisen im Kiliniandjaro-Gebiel. Mit 3 Karlen, 20 Tafeln
in Heliogravüre und Lichtdruck und 19 Tcxtbildern. Leipzig 1890; 376 S. N.B.! Vergl. das
Literaturverzeichnis S. 356 — 368.
— » — . Das Deutsche Kolonialreich. Eine Länderkunde der deutsehen Schutzgebiete. Erster Band: Ostafrika
und Kamerun (Kamerun von S. Passarge). Mit 6 Tafeln in Farbendruck, 33 Doppeltafeln mit 138
Bildern in Kupferätzung, 20 farbigen Kartcnbeilagen und 31 Textkarten, Profilen und Diagrammen.
Leipzig und Wien 1909; 650 S. Litteratur S. 412!
J. Rebiuann. Journal d'ime excursion au Djagga, les paij>i des neiyes de VAfrique Orientale. ("Nouvelles
Annaics des voyages" 1849, II, S. 257, 300).
C. O. SchillillgS. Mit Blitzlicht und Büchse. Neue Beobachtungen und Erlebnisse in der Wildnis
inmitten der Tierwelt von Aquatorial-Ostafrika. Mit 302 urkundentreu in Autotypie wiedergegebenen
photographischen Original-Tag- und Nacht-Aufnahmen des Verfassers. Leipzig 1905; 558 S.
— » — . Der Zauber des Elelescho. Mit 318 AbJ)ildungen, meist photographisehen Original-Tag- und Nacht-
aufnahmen des Verfassers, urkundentreu in Autotypie wiedergegeben. Leipzig 1906; 496 S.
Yllgve Sjöstedt. Bland storvildt i Ostafrika (Unter Grosswild in Ostafrika). Mit z'ahlreiclien Illustrationen.
Xorstedt & Soner Stockholm 1910; etwa 500 S. (Unter der Presse).
0. Warburg. Die Kulturpflanzen Usamharas, in Mitteil, aus den deutschen Schutzgebieten \'1I Bd., II. 2.,
S. 131—199; Berlin 1894.
A. Widenniauu. Bericht über die klimatischen und gesundheitlichen Verhältnisse von Moschi, in Mitteil,
aus den deutschen Schutzgebieten VIII B., H. 4., S. 283 — 310. Berlin 1895.
— » — . Die Kilimandscharo-Bevölkerung. Anthropologisches und Ethnographisches aus dem Dschaggalande.
Mit 11 Tafeln und 75 Abbildungen im Text; in Petermanns Mitteilungen, Ergänzungsheft No. 129,
Gotha 1899; 104 S.
Georg Tolkens. Der Kilimandscharo. Darstelhuig der allgemeineren Ergebnisse eines fünfzehnmonaligen
Aufenthalts im Dschaggalande. Mitt 11 Vollbildern, 28 Textbildern und 1 Karte. Berlin 1897; 388 S.
Übersicht der verschiedenen Teile des Werkes.
' Von jeder Abteilung sind sofort nai-li dem Dnu-k 50 Exemplare veröi'fcnilirlit worden.
SJOSTEDT, rrSEKSICHT DER VERSCHIEDENEN TEILE DES WERKES.
■r- Ol
^ 64-1
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3 "ÖJ
C bO
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14. Lagi'iidii' und laiitliarida". von f.\ug. 08 Aug. 09
Aug.
Aug.
Fcljr.
Febr.
Okt.
09
09
lU
10
07
F. BORCHMANN IMärz 09
15. Clavicoriie.s. A. Grouvelle luli 09
IG. ISrt'iilhidii', von Uilmau v. Schön-
FELDT
17. liUeaiiidiP, ]i;ir H. I'.oileau
18. Scaraba'idjp i,( iopropiiaga e.xcl.), von
H. KOLBE
15). Tciiebriüiiidii', von Fl. Gebien ...
20. {'iciiidplidiv, von W. IIorn
21. Ciirculiouida'jVonCHR.AuRiviLLius Mai 10
22. Carabidje* etc.
('oleoptera
8. Hj lueuoptera.
1. Tenthrediiiida', von Fr.W. Konow
2. PoriiiicidiP, von Gustav Mayr ...
3. Brat'oiiidse und IchneuuiouidiP,
von Gy. Szepligeti AuL'. 07
I
4. Akazipngalleu und Auieison . . .,
von Yngve Sjöstedt April 08
Aug. 09
Febr. 10
Febr. 10
Jan. 10
Jlai 10
Mai 10
Mai 10
Sept. 10
12
8
26
2
4
22
34
6
31
5. Apida*, von II. Friese
6. Vespida», liy P. Cameron
7. Fossorcs, by P. Cameron
8. Cliry.sididie. Ijy P. Cameron
H.vmi'n(»i»terii
9. Lepidoptera, von Cur. Aurivillius
10. Diptera.
1. Pupipara, von P. Speiser
2. Oeslrldie, von Yngve Sjöstedt...
3. ConopidiP, von P. Speiser
März 07 Sept. 07
März 07 I Sept. 07
März 08
Aug. 08
Mai 09
Jan. 10
Jan. 10
Jan. 10
April 08
Sept. 08
März 08
Jan. 09
436
72
22
50
28
100
4
16
560
297
1,367
87
58
609
1,290
7
1,280
1,750
33
19,360
48
3,800
470
665
302
862
18
16
17
49
7
4
85
69
5
150
3
4
19
19
26
46
1,2.30 342
12
42
10
2
161 , 130
84
42
173
28
35
149
3
4. Ortlioraplia, von P. Speiser
Nematocera,
Bracliycora,
5. Cycloraplia, von P. Speiser-
Diptera
11. Siphouaptera et Anoplura.
1. Siphouaptera, by the Hon. N.
Charles Pothschild
2. Auoplura, von Günther Enderlein
Siphouoptera et Auoplura
.liiH. 10 März 10
März 07
Okt. 07
Juli 09
Okt. 09
Sucee.s.
Okt. 07
April 08
.Tan. 10
Jan. 10
Juli 10
Okt. JO
300
56
10
24
6
34
48
90
Juni 07 [ Mai 08
Ana. 08, Juni 09
212
15
IJ)
6,165
2,170
58
46
5
208
254
962
1,533
250
50
519
537
9
6
4
39
74
J28
357
60
1
1
4
26
39
59
260 130
10
C3
C3
1
3
5'
"iö
1
10
11
* Carabicho (etwa 1,300 Ex.) und einige kleinere Gruppen (etwa
* Das Material nur z. T. bearbeitet.
1 I 4 I 3001 9 I 4 I 1
450 Ex.) sind noch nicht bestimmt
78
SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION.
8JÖSTEDT, ÜBERSICHT DER VERSCHIEDENEN TEILE DES WERKES.
79
^ Nur ein Teil dos Materials i?t bisher bearbeitet worden.
^ Zwei Ex. von Porocephalus rrotali (HuMB.) zusammen mit zahlreichen Nematoden in der hinteren
Nasenhöhle eines Löwen erbeutet.
•'■ Geoplanidce. Von d(>n obersten Teilen des Piegenwaldes bei Kiboscho, etwa 2,900 m, und den
oberen Teilen des Meru, im Regenwald bei 3,000 — 3,500 m, sind 6 Landplanarien mitgebracht worden,
welche .später bearbeitet werden werden. Nach Herrn Doc. Dr. Nils v. Hofsten in Uppsala gehören sie
der Fam. Rhi/nchodesmulce und wahrscheinlich der Gattung Amblyplana Graff an.
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S.TÖSTEDTS KII.IMANDJAKO-MEKtl EXPEDITION. 1.
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Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Bxpedition. /. Einleitung.
Taf. 1.
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Der Kilimandjaro vonNorden(Leitokitok)g(j^c;i^ii, ii.n U^üi i..„j,^KiuiuLi) lubu (tj.UlU :../, u^i.. Akiwcnzi (5,3ÜU in;
und dem zwischenliegenden, über 4,000 m liohen Sattelplateau.
Yngve Sjöstedt photo.
Cederquists Graf. A.-B.. Stlilrn.
Der Merii (4,630 m) von der Steppe aus gesehen.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
/. Einleitung.
Taf. 2.
Yngve Sjöstedt photo Ccderquisls Graf. A.-B.. SUiIm
Hütte in den Bananenpllanzungen der Kiilturzone des Merii; vom derselben Form wie am westlichen Kilimandjaro.
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Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
/. F.irileHana.
Taf. 5.
■■r.f ■.••ciL:.^_
Wadschagga-Frau in einem Eieusine-Feld. Kulturzone des Meru.
Yngve Sjöstedt photo.
Cederquists Graf. A.-B.. Sthlm.
Wadschagga-iVlädchen aus Kibonoto, Kilimandjaro.
Sjöstedt: Einleitung.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
/. Einleitung.
Taf. 6.
Die erste Karawane mit Sammlungen geht an die Küste.
Yngve Sjöstedt photo. Cederquists Graf. A.-B.. Slhlm.
Die Zoologische Station am Kilimandjaro, mit Trockengerüsten, Bälgen und Fellen.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. fünleiliino.
Taf. 7.
Vegetationsbild von eiiiem lirusionstal in der Kulturzone des Kiliniandjnro. Übergang über den Kikaiu-Fluss.
Yngve Sjösledt photo. Cederguists Grai- A.-B , Sllilm
Lichte Waldpartie in der unteren Kulturzone des Kilimandjaro, Kibonoto. Das Unterholz für eine
erste Maisernte ausgerodet.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
/. Einleitung.
Taf. 8.
Aussicht auf die Massai-Nyil<a von einem mit Kandelaber-Euphorbien bewachsenen Hügel am Flusse Ngare na
nvuki. Giraffen in Sicht!
Yngve Sjöstedt photo.
Cederquists Graf. A.-B., Sthliii
Landschaft mit Kandelaber-Euphorbien.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
/. Einleitung.
Taf. 9.
Die Karawane, 80 Leute, auf dem Wege durch Usninliara und Pare zum Kilimandjaro.
Mein Lager bei Moemba.
Yngve Sjöstedt plioto. Cederauisls Graf, A.-B, Sthlm.
Die Zoologische Station in Kibonoto, am südwestlichen Abhang des Kilimandjaro.
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2. MAMMALS
by
EINAR LÖNNBERG.
With 7 plates.
The knowledge about the mammalian faiina of Africa has taken great strides during
the last years. The old opinion that there was only one species of each mammalian
type, so to say, for instance, one species of african elephant, one kind of giraffe, one
species of spotted hyaena etc. is now a thing of the past, although it was the prevailing
opinion about 20 years ago, or less. It is now generally acknowledged that within the
different geographica! districts of Africa different forms of mammals have been developed
This great change of opinion could only be based on and proved by a great material
such as has been collected in the later years especially in the museums of Berlin and of
London. The keepers of the mammalian departments of these museums Professor P.
Matschie and Dr Oldfield Thomas have also succeeded together with their fellow
workers and scholars to bring about the great change of opinion concerning the mam-
malian fauna of Africa. But it is quite clear that in so few years it could not be
possible to obtain sufficient material from all parts of this vast continent to elucidate
all different questions. There are thus still great gaps in our knowledge which must be
gradually filled. These gaps are the greater as the works of earlier authors cannot give
füll Information about the mammals described in them, if the type specimens are not
kept; or proper regard cannot be taken to them, because the species of former days
was often, if not always, a collective idea according to our present comprehension. The
difficulty of understanding earlier works without accession to the types is increased
by the fact that some mammals have developed a great many different forms so that
almost every little geographica! district is provided with its own typical race of the
same. Others are less variable and have, as it seems, only developed a few different
races each with a great area of distribution, or, finally, is a »species » in the old meaning
in one part of the continent split up in many different races and in another more con-
stant over a great area. To give a list or a Synopsis of the mammals of a certain district
of Africa is thus only possible in such a case as when its fauna has been f ully studied during
the last years, and is completely known. This is not the case with the Kilimandjaro-
Meru district and I must therefore refrain from doing more than classifying and dis-
Sjöaler}l!i KilinuDidjitro-Meru Expch'lion. 2. 1
2 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERIT EXPEDITION. 2.
cussing the forms represented in the rieh material [80 sp. (3 n. sp., 3 — 4 n. subsp. );
417 specimens] which has been brought home by Professor Yngve Sjöstedt from his
expedition to these parts of East Africa. It is the more impossible to give a füll Syn-
opsis of the mammals occurring in the Kilimandjaro-Meru district as it appears very
probable, and may to some extent be proved on the following pages. that at this terri-
tory several different faunas meet. At least a northern and a southern, but perhaps
also a western.
In some instances in the following only binomials are iised. although most probably
the animal in question ought to have been regarded as a subspecies of another existing
form, but with our present knowledge it has been impossible to decide which. This
has made some inconsequence in the naming necessary.
Professor Sjöstedt has in many instances kindly given me notes about the habits
etc. of some animals and for this as well as for his kindness in trusting me with this worlv
I beg to express my best thanks. I wish also to express my gratitude to my friends
Prof. P. Matschie and Dr. Oldfield Thomas who kindly have given me their advice
in some criti al instances as will be mentioned below.
Primates.
Colobiis ciiudatuis Thomas.
Colobus caudatus Thomas, Proc. Zool. Soc. 1885 p. 219.
Kilimavdjaro: 1 ^ and 1 ? from the rain forest Kibonoto. Kilimandjaro 2,000
m. above the sea ^ i 1905 — 1 c? the same locality Vs 1905 — 5 specimens the same locality
""^Vs 1905 — 1 ? specimen from the same locality Nov. 1905 — 1 small young June 1905.
The youngs are to begin with almost entirely white, as has been observed already
by Schillings. As a white colouration cannot be regarded ancestral or original in the
Guerezas, the white of the young must be explained as aquired, being protective and
useful as well when the young is seen against the background of the mother as against
the white lichens (Usnea barbata) to the long swaying festoons of which the white mantle
and long tail of this Guereza correspond in a most remarkable manner.
Professor Sjöstedt has communicated the following notes from his diary: »In
the rain forest. Suddenly the crowns of the trees over our heads become füll
of life. The branches are deeply weighed down under the leaps of a number of big ani-
mals, the foliage rustles and the whole trees appear enlivened. A glimpse directed up-
wards proves to me that it is flock of Colobus monkeys. In their splendid white and
black array with the long lateral fringes waving and the long bushy tail floating in the
air they throw themselves over to a tree Standing near or run in a hurry along the branches
only to dash away in daring plunges through the air. Soon the animals become more
quiet, and they are not shy. Their peculiar, duU clattering or buzzing noise sounds
almost like a spinning wheel, sometimes like the clattering of a stork, at a distance
dying away as a monotonous humming noise. »
»When they are resting in the often rather thin crowns of the tail trees, the hunts-
man is allowed to walk up quite below the tree if he is somp\\ liat cautious. The Gue-
LONNBERG, MAIM.MAI.S. 3
rozas then sit squatted on the branclies with their tail lianging straight down, often
surrouiided by swaying L's/iea-lichens which hang down froni the branches in long tufts,
they are in spite of their size very difficult to detect and often elude even the sharpest
eyesight. »
It is quite interesting to note that Sjöstedt found a Mallophagan parasite on
these Guerezas, tlie first of that kind ever recorded from a monkey. It has been
described under the name of Trichodecle scolobi by Kellogg (se No. 15 : i of this work).
('er('()|»itlii'fus alhoi^iilariM kiboiioteiisis n. subsp.
Conf. Cercopithecus albogularis Sykes, Pocock Proc. Zool. Soc. London 1907 p. 700.
Kilimandjaro: Kibonoto: 1 specimen 'V? 1905 — 1 spec. '^/t, kept tarne some time
— 1 spec. '^ 7 1905 — - 2 spec. July 1905 — 1 spec. 1905 — 1 male of iinusually great size
"/lo 1905 — 2 (adult and young) Nov. 1905 — 2 specimens, Kibonoto.
These specimens agree rather closely with Pocock's description of the typical
Cercopithecus albogularis but it differs in the foUowing points. Pocock describes the
typical albogularis as follows: »Head, cheeks, and dorsal area between the Shoulders
speckled black and grey» — In all the specimens from Kilimandjaro the hairs
of the head and nape are black and ringed with yellow. In some larger and stronger
specimens this yellow might be termed reddish yellow, and in all it is decidedly yellow,
not »grey». On the hindneck the rings are paler, more whitish. Shoulders and arms
are Avholly black in the Kilimandjaro monkeys, except that the inner side of the upper
arm is more or less ashy grey, but the forearm is intensely black, not speckled as in the
typical albogularis aceording to Pocock. The legs are black, finely speckled with ashy
grey. Red hairs at the root of the tail and in the ischiopubic region are found in both
sexes and in all ages, but less in the adult male than in the others. Chin and throat white
(in younger specimens with soft wavy hairs); on the sides of the neck this white area
passes into a broad iron grey speckled coUar which, however, leaves a broad dark band
on the hind-neck free and with its black hairs sparingly ringed with whitish or pale yellow
contrasting against the iron-grey coUar. The white of the throat does not extend to the
inside of upper arm as in the typical form aceording to Pocock, and it is rather sharply
defined from the dark grey ventral surface. On the back the reddish yellow is quite
dominating on the lumbal and sacral regions and from there extending more or less
forward, and on the tail, flanks etc.
These differences, although slight, appear to indicate a separate geographic race
or subspecies, which I name after the type-locality Kibonoto.
This monkey is aceording to Sjöstedt very common even up in the rain forest.
It lives in greater or smaller bands in dense forests, in groups of trees in the farms and
similar localities. When caught they remain wild for a long time and are difficult to
tame as they keep their angry disposition and are unreliable. They are caught by the
Wadshaggas in a kind of baskefcs densely made of twigs and put in traps b^ icks. These
were placed on the ground in the farms where the monkeys lived, and made heavy by
stones put on them.
4 SJOSTEDTS KIIJ.MANDJARO-MEKÜ EXPEDITION. 2.
Cercopitlieciis pyi^t'r.vthrus joliiistoni Pocock.
Cercopithecus pygerythrus johnstoni Pocock, Proc. Zool. Soc. London 1907, p. 738.
Usamhara: 2 specimens {S , ?) from Same ^^U — Küimandjaro: 4 specimens
froni the cultivated zone at Kibonoto resp. ",7, ''/? and ^/lo 1905 — 1 specialen ( J') from
Kibonoto Oct. 1905 — 2 specimens from Kibonoto Nov. 1905. — Mern: Ngare na nyuki.
The specimens from Same agree with those from Kibonoto. It is hardly possible
that there should be one race of pygerythrus-monkeys at Moshi (the type-locality of C. p.
johnstoni) and another at Kibonoto and Same. I have therefore iised Pocock's name
but must at the same time state that the colour of the specimens before me cannot be
termed »washed- out tawny grey » as that of the type-specimens, but it is much richer
and more suitably called yellowish brown.
This monkey as well is common on Küimandjaro but does not extend its distri-
bution higher up than to the cultivated zone. It is however, most common on the
low lands, in the forests of acacias with yellow bark, as for instance, at Ngare na nyuki.
Professor Sjöstedt writes about them: »It is really astonishing how well their colour
at some distance agrees with that of the acacias and when they sit motionless close to the
trunk with the black face turned towards the spectator the same resembles in the most
puzzling way the black marks on the yellow bark designating the places where branches
have fallen off. The monkeys seem to know this protecting resemblance and when they
have been scared and thrown themselves from tree to tree they stop suddenly and press
close to the trunk remaining motionless. The colour of their face which so strongly
contrasts witli their general colour proves thus in these surroundings to harmonize with
the natural conditions where they live. »
Pai»io iietiniaiiui Matschie.
Papio neummini Matschie, Sitz. ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1897 p. 159 — 161.
Meru: 1 skin and skull of a (young but) adult male from Ngare na nyuki, "'^/n 1905
— 1 skin and skull of a young animal from the same locality ^"/n 1905.
The skull of the former of these in which the last molar is f ully developed presents
in a most striking manner the characteristics mentioned by Matschie. Its smallness
etc. proves fully that it is perfectly distinct from the baboon of Kilimandjaro and Usam-
bara. The length of the male specimen killed "^/u measvired from snout to vent was accord-
ing to Sjöstedt 63 cm.
In November 1905 Professor Sjöstedt saw very large flocks of baboons counting
from 50 to 100 at Ngare na nyuki: »Sometimes as many as could find place had climbed
up in some tree rising over the bushes but as soon as they perceived us approaching
they disappeared one after the other and finally the whole herd galloped away between
the bushes in direction of a distant forest. »
i Papi« iheaiius Thu.mas.
Papio toih ibeanus Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. XI 1893 p. 47.
Usamhara: 1 skull of an old male near Mtoni '^/e 1905 — Kilimandjaro : 1 skull
and skin of a young specimen from Kibonoto * Vs 1905.
LONNBEliti, WAMMALS. 5
The ineasurements of the adult skull agrees very well with Thomas' original de-
scription. The colour of the skin of the second specimen is perhaps more iiniformly
fawny brownish than the description indicates but this may be a feature characteristic
for the yoiith. iMore material is, however, needed before it can be definitely decided
Avhich name ought to be applied to this baboon, and whether it is the same race which
lives in Usambara and at Kibonoto.
»On Kiliniandjaro the Baboons were very obnoxious. The natives must conti-
nually keep watches in huts built in trees at the farms and plantations to protect the
crop against the daring robberies of the Baboons which took place even in the upper
parts of the cultivated zone. The mays fields were especially exposed to their predations.
In greater or snialler flocks they wandered about in the woods and bushes especially
A\here a rieh undergrowth of bushes offered them protection against sudden dangers. Since
they once had observed that some danger threatened, it was no use to pursue them. They
were always far ahead, and it could only from the barking of the old ones be understood
in which direction they fled. Only if they were surprised on more open ground could they
be killed in any number (8jöstedt). >>
Galacro paiigaiiieiisis (Matschie.)
Otolemur pangamensi.^ Matschie, Sitzber. Naturf. Freunde Berlin 1905 p. 278.
Usambara: 1 c? from Same, ^*, u 1905 — KiUmandjaro: Kibonoto, from the culti-
vated zone, 2 specimens '^/t, 1 specimen '/», 2 specimens '" s, 1 specimen ^'/s (kept in
confinement for some time), 2 specimens October 1905.
All these specimens are very much alike with regard to the colour of the für and
all have the tail dark at the tip, but the specimen numbered 281 in the collection is a
little larger than the others having a basicranial length (from foramen magnum to inner
base of incisors)* measuring 60 mm. The same measurement of the one next in size is
59 mm. but then none of the others measures more than 56.
»The Galago was very common on KiUmandjaro at Kibonoto in the cultivated
zone and lower parts of the rain forest. It was also found to be very common in the
rain forest on ]Meru at least up to an altitude of 3.500 m. When the sun had disappeared
they were soon heard, especially at some times of the year, uttering their sharp chattering
screams, at other times, however, they kept more silent. A Galago kept in confinement
slept the whole day in the darkest corner of the cage and with the head between the
forelegs, it was usually good-tempered, but when irritated it tried to bite. If somebody
when it was awake, approached suddenly with the band it jumped back with the round
brown-yellow eyes staring at the intruder, the mouth half opened, and the arms
stretched out and making defending movements, somtimes as if it would strike. It
liked to eat ripe bananas and greedily cut out large pieces of the same, stretching out
the long tongue it licked the soft and sweet fruit pulp, evidently enjoying itself, and
growled if disturbed (SjöSTEDt). »
»The Galagos are very stationary. Night after night they were heard from the
same groups of trees. »
' (itluTwi^e in tlii> iiapur tliu liasicranial leuiitli is couiiteil tu tlie tip of tiie ]>iL'iiiuxillaries.
6 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Chiroptera.
E|i(»m(>|»li<»rus minor Dobson.
EpomojJhorus minor Dobson. Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899, p. 51.
Usambara: A dry specimen from Moembe ' Ve 1906.
Matschie reports this species only from the zoogeographical district which he
calls Malagarasi, that is the land drained to Tanganyika from the east and north and
to Nyansa from the south. Äloembe lies, however, outside this district and might be
counted to the coast district according to Matschie's divisions.
Epomoplionis iieiiiuaiiiii Matschie.
Epomojjhorus neumanni Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899, p. 50.
KiUmandjaro: 1 specimen (?) " n 1905, Ngare nairobi near Kibonoto.
Kousettufs leachi A. Smith.
{= Rousettus collaris auct. ).
Xantharpyia collaris (Illiger). Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899,
p. 66. Rousettus Leachi A. Sm. Andersen, Ann. & Mag. Nat Hist. Ser. 7 Vol. XIX
p. 506.
Usambara: 9 specimens from Tanga *':, 1905», all of them rather young.
This species inhabits in great number the Mkulumusi caves. Sjöstedt writes
about his visit to these caves: »The road passed down a slope among cocoa palms and
high grass, the trees became more dense and formed a vault over our heads near the steep
rocks. The air was hot and damp. Turning round a part of the high vertical wall of
rock just above the riverbank we stood suddenlj^ before a high and wide entrance to
the cave. We lit our carbid torches and entered. Hardly had our voices reechoed in
the dark vaults before a stränge sight was made visible in the sharp flickering light of
the torches. The whole air resounded with the whizzing of hundreds or perhaps thousands
of large bats and the roof in the high and long, dome-shaped although narrow vaults was
like a continuous undulating dark mass. Armed with a long soft brauch with which I
Struck back and forth among the swarming bats I entered accompanied by the torch-
bearer. Now and then a thud was heard and a bat hit by the brauch feil doAvn on the
muddy floor where Ave, sinking down to the ankles, catch our prey and hand it to the negro
carriers. »
»The smaller insectivorous bats {Coleura, Tricenops, Vespertilio) lived in narrower
separate caves where they literall y swarmcd. »
Kousettus liiiiofsufs Thomas.
Rousettus lanosus Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7. Vol. XVIII p. 137.
KiUmandjaro: 1 specimen from the cultivated zone at Kibonoto ^^'t 1905.
This species was first discovered on Ruvenzori at an altitude of 5,000 — 13,000 feet.
It is easily recognized from the foregoing species by its longer and denser für, and narrow
molars.
LONNBERG, MAMJIALS. 7
Kousettiis sjJistedtl n. sp.
Usavibara: 1 specimen from the Mkulumusi caves near Tanga, ''/r. 1905.
Resembling R. angohusi.'< (Bocage). Für wooUy, greyish brown above, rather pale
brownish grey beneath, a little lighter on the neck and this light colour extends iip on the
sides of the neck so as to form a collar which is narrowed and almost interrupted on the
back. Head coloured like back, darker on snout and on both eyelids. Wing-membrane
blackish speckled with light spots. Not quite half the forearm is hairy. Tibia naked.
On the lower side the forearm is woolly in a similar degree as above but the wing-membrane
is sparsely beset with woolly hairs between humerns and forearm and along the outer
side of the latter. Tibia almost wholly naked below. Interfemoral membrane above
and below with some very few scattered hairs. Wing-membrane rising from back of se-
cond toe but at the end curving to the interspace between first and second.
Palatal elevations six in number, three anterior complete, and three posterior
mesially interrupted (in addition to these there is a rudiment of a fourth interrupted
fold on one side between the last and next last). Behind these there is an angular
serrated fold on the back of the palate.
Length of head and body .
> > tail
» » head ....
Distance from eye to nostril
Length of ear
Forearm
Thumb
Metacarpus of third finger
First phalanx of third finger
Second » »
Metacarpus of fourth' »
First phalanx of ;> >
Second » » » »
Tibia
Hindfoot
Metacarpus of fifth finger .
First phalanx of fifth finger
Second » »
' In Hdi'Aue's ii;i])cr it i'cails :i m'ioikI tiiiic
tili' t'nmlli 111 tlir <i'C(iliil plnri'.
Dimensions of
/?. sjüstedd
(in spirit)
mm.
125
17
43
16
25
86
34,5
59
38.(39)
53
57
32
35
35
25
56
28,5
26
Dimensions of
R. angoh-nsis
(acoording to
Bocage)
mm. mm.
120
13
45
15
23
80
32
56
40
50
53
26
28
32
20
140
13
48
15
22
79
33
60
40
53
56
26
29
33
21
*' (loi,i;tx, it iiiiglit. liiiwi'vcr. !»■ a>siiimMl tliiii lie meaiis
8 S.IÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTT EXPEDITIOX. 2.
Length of skull of R. sjöstedti about 40 mm. Frontal region of skull between post-
orbital processes somewhat convex. Molars not very narrow transversal diameter of
first molar 2 mm. and last premolar still thicker.
This new bat is most nearly related to Rousettus angolensis (Bocage) and dif fers
like that one from R. leachi (A. Smith) = R. collaris auct., which lived in the same caves,
most conspicuously with regard to the structure of the palate. Unlike R. leachi, the new
species has only 3 complete palatal elevations and behind those 3 mesially interrupted
folds. The presence of only 3 complete palatal elevations was pointed out by Bocacie
as a characteristic for the by him 1898' described species angolensis. Matschie" used
the same characteristic as well for the definition of his new genus Myonycteris, which
comprised the species torquata and angolensis. The latter has, however, proved to be
a true Rousettus by its cranial characteristics. Te same is also the case with the
present new species. As a specific characteristic the number of complete palatal eleva-
tions serves very well, and by this among other characteristics the new species is easily
separated from another East African bat R. lanosus. From R. angolensis with the same
number of complete palatal elevations, R. sjöstedti differs in the structure of the palate
having only three (instead of four) mesially interrupted posterior palatal folds. This
characteristic may, however, be variable as in the type specimen there are rudiments
on one side of a fourth divided fold between the second and third. In addition to
this there are many differences in dimensions and other exterior characteristics as is
proved by the description above. R. angolensis is more hairy, for instance, on the tibia
and the interfemoral membrane. The former is said in R. angolensis to be covered
»en dessus de poils longs et serres» »jusqu'ä l'articulation du pied»,
»en dessous jusf^u'au premier tiers de la jambe» and the latter »presque entierement
couverte en dessous de poils aussi long et aussi fournis que ceux du dos>>, while in R. sjö-
stedti both these parts are practically naked.
The tibia of R. sjöstedti is longer than that of R. angolensis but shorter than that
of R. lanosus. The latter is easily recognized by its small molars.
Khiiioloplnis au^ur zaiiibesieiisis Andersen.
Rhinolophus augur zambesiensis Andersen, Ann, & Mag. Nat. Hist. Ser. 7 Vol. XIV p. 383.
Kilimandjaro : 1 ? specimen from Kibonoto, Oct. 1905.
Small Upper premolar entirely missing. Forearm 53 mm. No hairs on front siu'-
face of sella, which has the posterior connecting process rounded.
Horseshoe not covering the muzzle laterally. Sella rounded above, constricted
below the middle, without any hair on its front and lateral surfaces. Posterior connecting
process rounded behind, its upper margin a little concave, higher than sella and covered
with long hairs. Lateral margins of lancet rather deeply emarginate so that the tip is
almost finger-shaped.
Ears extending beyond muzzle, when laid forward. Tip pointed. Outer margin
concave below the tip. Its greatest width shorter than distance from outer notch to tip.
' Jonial de ScieiK'ias Math. Phys. Xat. da l'Acad. ücul d. Sc. I.isl.oa. sor. 2, T. V. isits, ],. 133.
- Die Megacliiioiitera, Berlin 1899.
LÖNNBERG, MAMMALS. 9
In the folded wing the end of the first Joint of the third and fifth fingers reacli
just beyond tlie elbow. Plagiopatagium inserted at the tar«al Joint. Tail a little shorter
than second Joint of third finger. 8 — 9 nuiscular bands across the longitudinal one ex-
tending from the elbow to tip of fifth finger.
General colour above brown, für rather long, about 1 cm., with very pale basal
parts and brown ends. Underside light brownish grey.
Length of nose-leaf from anterior margin of horseshoe to
posterior point of lancet 14,5 mm.
Greatest width of horseshoe (in spirit) 8 »
Length of ear from base of inner margin to tip .... 22 »
» » forearm 53 »
» » metacarpal of 3d finger 36,5 »
» » Ist Joint » » » 19 »
» » 2nd » » » » 30 »
» » metacarpal » 4th » 41 »
» » Ist Joint » » » 11 »
» » 2nd » » » » 18 »
» » metacarpal » 5th » 41 »
» » Ist Joint » » » 14 »
» » 2nd » » » » 15 »
» » tail 29 »
» » tibia 22 »
Greatest lenght of skull 24,5 »
This bat must be related to the augur group but differs from its members except
Rh. augur zamhesiensis in the absence of the small upper molar. The noseleaf is longer
than in augur and allies which also have the posterior connecting process »triangulär,
obtusely pointed », * not rounded as in this one. The ear is shorter in the augtir-growip,
but the tail somewhat longer and the same is also the case with the tibia. ^
From Rh. fumigafus and allies this bat is easily distinguished by the absence of
hairs on the front surface of the sella, and from Rh. deckenii by the absence of the first
small premolar in the upper jaw, by the smallness of the nose-leaf etc.
Itliiiioloplins sp. (conf. above).
Kilimandjaro: 1 J' specimen from Kibonoto, ^^li 1905.
Small upper premolar outside the tooth row in the angle between the canine and
next premolar which sit quite close to each other.
Horseshoe not covering the muzzle on the sides. Shape of nose-leaf as in the fore-
going. Ears similar to those of the foregoing.
' K. Andersen: Ann. & M.1^^ Xat. Hist. Ser. 7, Vol. XIV, p. 380.
- Since this already was in jirint I havc rereived a roniniunication {rniti Pi'. K. Anderskx. wlio lias
rompared this and tlie following specimen with iiis Uli. ntit/iir zdiiihrnini^iis. tliat lic tliinlcs tiicy oiight to bo
i-pferrod to that siiljsjiofies in spitc of tlie dift'erpnrps.
Sjöstedls Kilimandjnro-Meru Expedition. 2. 2
10 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
In the folded wing the first Joint of the third and fifth fingers reach plainly beyond
the elbow. Plagiopatagiiinl inserted 5 — 6 mm. above the tarsal Joint. Only 6 muscnlar
bands across the longitudinal, one extending from the elbow to tip of fifth finger. Tail
much longer than in the foregoing.
General colour above rather pale brown, below very pale brownish grey.
Length of nose-leaf from anterior margin of horseshoe to poste-
rior point of lancet 15 mm.
Greatest width of horseshoe (in spirit) 8 »
Length of ear from base of inner margin to tip . . . . 21,5 »
» » forearm 55 »
» » metacarpal of 3d finger 36, ö »
» » Ist Joint » » » 19,6 »
» » 2nd » » » » 30 »
» » metacarpal » 4th » 42 »
» » Ist Joint » » » 11,5 »
» » 2nd » » » » 19 »
» » metacarpal » 5th » 41,5 »
» » Ist Joint » » » 14 »
» » 2nd » » » » 17 »
» » tail 33,5 »
» » tibia 22 »
Greatest length of skull 23,5 »
The outer appearance of this specimen as well as the measurements of this bat are
very similar to those of the foregoing. The principal differences consist in the presence
of a small upper premolar, the greater length of the second Joint of the fifth finger and of
the tail, and in the different Insertion of the plagiopatagium in this latter. These
two latter characteristics combined produce naturally a quite different shape of the pla-
giopatagium of the two specimens. In the former its posterior margin is almost straight,
and in the latter it extends on either side of the tail as a triangulär flap with deep emar-
ginations on either side. The first described female is considerably more robust than
the male, it is also certainly older and its teeth are more worn. It is very difficult in
a case such as this with only two specimens of different sex and age at hand to form
any definite opinion whether the differences are due to sex and age or to racial dif-
ference. The absence of the small upper premolar in the female specimen may be due
only to age. The greater length of the forearm and some of the finger Joints in the
male may be secondary sexual featiu'es, but the different numbers of muscular bands
and the differences in the Insertion of plagiopatagium is less easily explained in this
way. As the material is so scanty I think it is best to leave the question open for the
present (conf. note).
The male specimen differs from Rh. deckenii Peters with regard to the size of the
nose-leaf and the ears, the Insertion of the plagiopatagium, and the length of the tail etc.
LÖNNBERO, MAMMALS. 11
TriuMiojis afer Peters.
Triceiiops afer Peters, Dobson, Cat. Chiroptera p. 125.
Usambaro: 2 alcoholic specimens from the Mkulumusi caves near Tanga */<■, 1905. —
1 dry specimen from the same localit y and date.
Lavia froiis froiis (CJeoffroy).
Lan'a /ro«-v frons Geoffroy, Andersen & Wroughton, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7.
Vol. XIX.
Mcni: 2 specimens, Ngare nairobi "/s 1905.
These belong evidently to the larger race. They were shot among the acacias where
they were flying about in broad daylight after they had been scared fr- their hiding
place.
Nycteriss thebaica Geoffroy.
Nycteris thebaica Geoffroy, Dobson, Cat. Chiroptera p. 165.
Kilimandjaro: Kibonoto, 4 specimens 'V? 1905. — 2 sp. "V? 1905, — 4 sp. Oct,
1905. — 4 sp. -"li 1906, — Meru: Ngare na nyuki, 5 specimens "/lo 1905.
In one specimen a »second lower premolar » is visible in the tooth row and this may
belong to the race called by Peters fitliginosa but as this specimen has been collected
among specimens not having this tooth visible it might be a variable characteristic. The
time for the parturition of this animal appears to be in October as Sjöstedt found a
foetus in the uterus of a female the Ist of Oct., but at the end of the month ("Vio) a fe-
male carried her young at the breast. The tail of this young was shorter than the hind-
legs not to speak of the relative shortness of the fingers.
These bats were rather numerons on Kilimandjaro. They were mostly found in
the Underground passages in connection witli the huts of the Wadshaggas, when
these passages had caved in here and there and thus given free access to the bats.
Vespertilio (Glischropus) naiius Peters.
Vesperugo nanus (Peters), Dobson, Cat. Chiroptera p. 237.
1 specimen from the Mkulumusi caves near Tanga "' U 1905.
Kilimandjaro: Kibonoto, 3 specimens '^ ? 1905 — 1 sp. ^",'7 1905 — 1 sp. 'Vs 1905
— 1 sp. ''/8 1905 — 1 sp. '"/s 1905 — 2 specimens (female with young) 'Vio 1905 — 8
specimens (females and youngs) ""/n 1905 — specimens from the cultivated zone, Kibo-
noto '''4 1906. — Meru: 1 sp. from the rain forest, 3,000 m. above the sea ^Vi2 1905.
The adhesive pads are well developed already in almost naked youngs. The youngs
of this species as well, seem to be born in October. A female caught the '" n 1905, had
three youngs each measuring nearly 3 cm.
12 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 2.
C'oleura afra Peters.
Coleura afra Peters, Dobson, Cat. Chiroptera p. 365.
Usambara: 3 alcoholic specimens from the Mkulumusi caves, near Tanga */c 1905.
— 2 dry specimens from the same caves at Tanga "/ 7 1906.
Iiisecti\ ora.
('rocidura fisclieri Pagenstecher.
Crocidiira fincheri Pagenstecher, Jahrb. wiss. Anstalt, Hamburg 1884 p. 34.
Meru: 1 specimen from a termite hill on the Massai steppe near the river Ngare
na nyuki 'Vio 1905.
Crocirtura hirta (Peters).
Sorex hirtus Peters, Reise nach Mossambique. Säugethiere p. 78.
2 specimens from the bush steppe between Kilimandjaro and Meru (between Ki-
bonoto and the Natron lakes), ^U 1905.
(rocidura fuinusa Thomas.
Crocidura fumosa Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7, Vol. 14.
Kilimandjaro: 2 specimens from Kibonoto resp. */; and ^^U 1905 — 1 sp. from
the cultivated zone, Kibonoto, 1,300 — 1,900 m. — Meru: 1 specimen from Ngare na
nyuki 1905 — 4 spec. under the bark of an old tree trunk in the acacia forests at Ngare
na nyuki, Nov. 1905.
My friend Mr. Oldfield Thomas has kindly communicated in a letter that he
agrees with me concerning the determination of one of these specimens which was sub-
mitted to him for inspection.
These specimens were almost blackish but there is also a brown face of the same
species.
Crocidura fumosa Thomas; brown face.
Kilimandjaro: 5 specimens from Kibonoto, July 1905 — 1 sp. Nov. 1905 — Meru
low lands 1 sp. ^'^/i 1906.
Crocidura maurisca Thomas.
Crocidura maurisca Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 7. Vol. 14.
Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto, ^''*U 1906. — Meru: 4 specimens from
the acacia forests at Ngare na nyuki, Nov. 1905.
This species was originally described from British East Africa. Mr. Thomas
has kindly stated the correctness of this determination.
LÖNNBERU, JIAJIMALS. 13
Carnivora.
Mellivora ratel (Sparrman).
Mellivora ratel Spaerman, Matschie, Die Säugethiere Ostafrikas p. 88.
Kilimandjaro: 1 native skin from Kibonoto Nov. 1905. — 1 skull and skinfrom
'the cultivated zone at Kibonoto "/* 1906.
The latter is mucli more dirty yellowisli grey above, the former ashy grey. The
specimen obtained 'V* was caught in a steel-trap and it had chewed of the whole foot
inside the trap and swallowed it, fragments of the phalanges being found in its ventricle
together with rotten meat from the bait and large larvse of the beetle Dynastes. The
body of this animal had only a faint odour of mush.
Caiiis variegatus Cretzschmar.
Canis variegatus Cretzschm., De Winton, Proc. Zool. Soc. London 1899 p. 537.
Kilimandjaro: 1 ? specimen from the Kibonoto steppe '"/'s 1905. — Meru: 1 ?
specimen from Ngare na nyuki, Jan. 1905.
The first of these specimens is an old specimen with worn hair, large teats and
seminude underside so that it certainly represents an old female which lias had youngs
lately. The second is younger, has a finer für coat and brighter colours.
The dentition of the latter is abnormal as the third upper premolar is lacking
on both sides, thus presenting an unnatural diastema.
Both these specimens belong to the species called variegakcs by Cretzschmar and
their skuUs agree with De Winton's figure, but the material is not sufficient to decide
whether there is any subspecific difference.
Canis mesomelas Schreber.
Canis mesomelas Schreber, Sclater, Fauna of South Africa, Mammals I, p. 92.
Kilimandjaro: 1 specimen from Leitokitok ^Vo 1906.
This specimen is certainly smaller than South African specimens. The basal length
of the skull is 136 mm. and its zygomatic breadth is 86 mm. while the upper carnassial
tooth measures 17 mm. in length and the length of the nasals in the mesial line is 51 mm.
If such small dimensions were constant in specimens from East Africa they might indi-
cate a geographic subspecies in this region. NoACK described 1897' a small variety of
the C. mesomelas type under the name of Schmidti from the Somali land. But this was
still smaller, it had especially very short nasals (42 mm.). To judge from Noack's
description the Somali form appears to have brighter colours than the present specimen
as well. The blackbacked Jackal of Kilimandjaro may therefore not be made identical
with the variety from the Somali land but f orms perhaps a connecting link between the
same and the South African type.
' Zool. Anzeiger XX p. 519.
14 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
In his book »Die Säugethiere Ost Afrikas» Matschie has mixed up this form with
C. variegatus and uses that name for the blackbacked Jackal of German East Africa,
which may deserve a third name of its own if the characters alluded to are constant.
Cauis adustus Sundevall.
Canis adusttis Sundevall, Matschie, Säugethiere Ost-Afrikas p. 65.
Kilimandjaro: 2 specimens from Ngare nairobi, -U 1906. — 1 specimen (?) from
Kibonoto '■"« 1905 and 1 specimen badly damaged by insects.
The skulls of these specimens agree in every essential point with the skull of one
of Sundevall's types, a female as well, which is kept in this museum. Both have the
very characteristie appearance figured and described by De Winton' under the head
of »Canis lateralis Sclater». The author mentioned is somewhat uncertain whether
Canis adustus Sundevall and C. lateralis Sclater are identical or not. A comparison
of De Winton's description of the characteristics of the latter with Sundevall's types
proves that both these Jackais certainly have so much in common that they form a
natural unit. It becomes then rather a matter of taste whether one wants to regard
them as forming a single species which must be known under the oldest name adiistus
and may be subdivided into several geographic subspecies, or it may be deemed desirable
to create a separate subgenus for them as Hilzheimer has done and proposed the name
Schoeffia. for the same." As De Winton has pointed out and Hilzheimer confirmed
these Jackais have »several characters which bridge OA^er the separating line one would
like to draw between the Jackais and the Foxes.» (De Winton 1899 Proc. Zool. Soc.
p. 543.) Among the exterior characters the long Avhite-tipped tail has been especially
mentioned. The long, flat and narroAV skull is also rather fox-like the more so as (at
least in females) in one of Sun*devall's types and some of the present specimens the
postorbital processes are slightly concave.
Sclater's plate of the type of Canis lateralis^ resembles very much especially the
female of Sundevall's types which has the same black colouration of the tail and the
lateral band just as plainly visible. The distinguishing features are less easy to recognize.
It is also difficult to ascertain whether there is any subspecific difference between
the Kiiimandjaro-Jackal of the adustus-type and the true South-African adustus. The
members of the Canidoi are more subjected to Variation than some modern writers appear
to realise. There is also in some instances an important difference between the sexes
which is even well visible on the skulls. The difference in basicranial length amounts
to 6 mm. between two specimens of the present collections. De Winton has fully appre-
ciated the differences in colour and markings which these Jackais may display. The
same thing is proved by one of these specimens as well, in which the otherwise very con-
spicuous white tip of the tail is substituted by a few white hairs only, which are very
little visible and not at all at some distance.
^ Proe. Zool. Soc. IS'Jl) p. 542.
^ Zool. Beobachter (Zool. Garten) XLVII p. .SGL
^ Proc. Zool. Soc. 1870.
LÖNNBERG, MAMMALS. 15
The most striking difference between the present speciniens and Sundevall's
female type which is best preserved, is that the former have their tail less intensely black
and somewhat shorter. The former characteristic may, however, be due to the wearing
off of the tips of the hair, and perhaps to difference in age as well. Older specimens ap-
pear to have blacker tails than younger. The coloured plate which Mivart has published
in the »^lonograph of tlie Canidse», and which represents a male specimen of the adusius-
type from Kilimandjaro proves fiilly that the Jackais of that region at least sometimes
have the tail just as intensely black as the true adustus from South Africa.
The length of the tail with the hair of these Kilimandjaro specimens is 35 — 40 cm,
while even the female of Sundevall's types has the same measurement amounting to
46 cm. The measurement indicated by W. L. Sclater in »The Fauna of South Africa »
(I p. 96) for the South African adustus is 18 inches, that is 45 — 46 cm. From these facts
it might be supposed that the southern variety might have a somewhat longer tail than
the East African. It is true that Matschie has recorded the same measurement for C.
adustus from German East Africa to 45 cm. in his book Säugethiere Ost- Afrikas (p. 65)
1895, but he had himself not seen any Jackais of this kind from East Africa then, as he
mentions further down on the same page.
Another characteristic is perhaps of more importance. De Winton says in his
already quoted description (1. c. p. 542) of »Canis lateralis»: »Distinct dark dashes on the
lower part of the forearm. » These »dark dashes» may also be seen represented on the
plate in Mivart' s work quoted above and they are very well developed on the forelegs
of the present specimens although blackest in the two oldest specimens.
These »dark dashes » are f urthermore not only colour patches but are f ormed by
the black tips to otherwise rusty brownish hairs, which are longer and stiffer than else-
where on the forearm. These hair attain a length of nearly 3 cm. on the better of these
two specimens. They are firmly pressed down to the limb and form therefore not a brush
but a kind of a thick and elongated hair cushion in front of the carpal Joint. This thicke-
ning of the hair-cover can easily be feit but if it corresponds to some internal struc-
ture (glands?) or not, cannot, unfortunately, be discerned on the skin. There is nothing
similar to this to be seen on the forearm of the skins of Canis mesomelas and C. varie-
gatus from the same district. On Sundevall's types of C. adustus the hair on top of
the carpal Joint are a little prolonged but less than in the present specimens, and in the
female there is no dark dash at all and in the male it is much less than in the Kiliman-
djaro specimens. The question is then whether these »dark dashes» on the forearm
always are absent or at least faintly developed in the South African C. adustus. W. L.
Sclater does not mention them in his description of the species in the book on »The
Mammals of South Africa».
In the year 1902 Neumann described a species of Jackal from Kaff a which he named
C. kafjensis} This seems to differ much more from the adustus-ty^e as it has no white
tip to the tail etc. The skull resembles that of C. adustus in its profile, length of the
palate etc. but the nasals do not extend so far backwards as in C. adustus.
' Sitzlier. Ges. Xiitiirf. Fiviiiuie. lifrliii 1002 p. 53.
16 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEKU EXPEDITION. 2.
About Jackais in general Professor Sjöstedt says: »They were rather common
everywhere on the steppes, especially at Ngare na nyuki. Ngare nairobi, Kirarägua and
Leitokitok; they extended through the cultivated zone of the mountain as well, so that,
for instance one, was shot quite close at ovir camp (1300 M.). »
Lycaoii pictiis veiuitus Thomas.
(Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7 Vol. IX p. 439.)
Prof. Sjöstedt observed on the Meru steppe (conf. below) dark Jackal-looking
animals with white tails, but did not succeed in coming near enough to kill one of them.
These were, no donbt, specimens of Lycaon and probably the subspecies of the same which
has been described by Thomas from British East Africa under the name quoted above.
This subspecies is said to be very dark »with at least twice as niuch black as yellow»
and its tail is yellow, black and white. As there is no material collected of this kind
it cannot be fully stated to which species these »black Jackal-looking animals with white
tails », but the supposition expressed above appears to be most probable.
Professor Sjöstedt has written as foUows in his diary about the incident hinted
at above: »The "** 3 I saw at Ngare na nyuki some black jackals with white tails. They
kept themselves, 8 in number, out on the open steppe. They did not run away when a
gazelle was shot (I did not see them before), biat scampered away afterwards like dogs
sometimes in a file, sometimes scattered over the steppe. Now and then they halted
and looked back, then they continued their pace, spying backwards behind small hüls.
Although several shot were fired after them, so that even one of them seemed to be hit,
they did not increase their speed to a füll run, but their celerity was nevertheless consi-
derable. »
C rocotta kiboiiotensisi n. sp.
(PI. 5, fig. 1; PI. 7, fig. 1.)
Kilimandjaro: 1 ? ad. from the Kibonoto steppe, ^'^ 1905.
When my friend Professor Matschie in the year 1900 published a paper about
»geographische Formen der Hyeenen »,' he gave the specific name »germinans » to a Spotted
Hyaena from East Africa and expressed by this name a hint that future researches pro-
bably would prove the existence of several geographic forms of Spotted Hysena in East
Africa. This supposition is now to become a fact. Professor Sjöstedt's collection
contains material of two Spotted Hytenas which are as well very distinct from each other
— a glance on the plate (PI. 7) will convince everybody about this — as different from
hitherto described forms. One of these two Hysenas is a short-tailed, red animal, the
other is comparatively more long-tailed and dark grey. The type of Matschie' s Crocotta
(jerrninans is from the neighbourhood of Lake Rukva (Lake Leopold) and is short-tailed.
A comparison is thus only needed between this one and the short-tailed Hy;iena from
the Kibonoto steppe. With regard to the colour this is easily done.
1 Sitz. P>f'r. iiatnvf. Frciinilc Ilcrliii lIKio |i. IS.
LONNBERG, MAMMALS.
17
The Lake Uuhva aycena (aecording to Matschie).
Gi'ound oolour light brown (»hellbraun-) niane on back
and Shoulders clay brown ( ■lehnibraun ■).
(Lovvcr side ot'V) neck aml ehest dirty whitish grey.
Relly \Yliitisli brown.
Flanks, Shoulders, hauuehes, and thighs with dark
brown spots, wliich on the latter are cousiderably smaller
than on the flanks and not sharidy defined.
Posterior portion of back on either side of vertebral
line with a row of gi-eat blackish brown spots.
Sides of neck not spotted.
Upper parts of head dirty brownish grey.
Lower lip blacküsh grey.
Forefeet dirty brownish grey.
Hindfeet brownisli grey with dark brown toes.
Tail of the same colour as the flanks, terminal third,
and below blackish brown.
Length of head and body 132 cm. (J").
Length of tail without hair 22 cm.
with hair 33 cm.
The Eibonofo Hi/ana
jtale tau ou the flanks beeoming niore rusty red to-
wards the mane.
Sides of neck rust-coloured like the mane, the lower
side white.
Dirty whitish with small brown spots.
Sides of body aud legs down to carpal aud tarsal
joints with dark brown spots whicli are well defined
but somewhat varying in size. The spots are not quite
so dark on Shoulders and forelegs as on bindlegs where
they are almost blackish.
Similar.
With two rows of almost confluent Init hardly con-
spicuous spots of a somewhat darker shade of rusty.
Greyish brown, dark brown on the snout.
Sides of head paler gradually sliading into greyish
white on the throat.
Similar.
Yellowisli grey a little mixed with rusty brown.
Dirty yellowish brown mixed with rusty.
Proxinuil half colourcd like flaidis terminal half
with a big black tuft.
150 cm. (?).
22 cm.
34 cm.
The dimensions of the skulls of the type of Crocoffa germinans are also different in
several respects from those of the Hyaena from Kibonoto as is apparent from the foUow-
ing table of measurements:
CrocoUa germmans.
Basilar length of skull 236 mm.
Greatest zygomatic breadth 196 »
Least interorbital width 67 »
Distance between upper end of foramina infraorhitalia . 74 »
Least postorbital width of skull 49,5 »
Width of palatal opening at sutura pälato-pterygoidea . . 27,5 »
Distance between outer sides of outer upper incisors . . 38 »
Distance between upper carnassial teeth at tlieir bind end 105 »
Distance between the hullce at the foramen situated at the
middle of their inner side 27,5 »
Length of upjjer carnassial tooth 35 »
Length of upper third premolar 23,7 »
C. kibonotensis.
231 mm.
171 »
58 »
60 »
47 »
26,5 »
38 »
89 »
26,5 »
36 »
22 »
The posterior margin of the palate of C. germinans is described by Matschie with
the following words; »Der Ausschnitt des Palatum ist vorn ziemlich tief und oval.» The
Sjöstedts Kilimandjaro-M eru Expedition. 2. 3
18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 2.
same may be said about the red Hysena froni Kibonoto as well. The lateral contour
lines of the occipital siirface when seen from behind run quite straight, forming an acute
angle in crista sagittalis both in C. (jermirians and C. hihonotensis.
The Upper molar is present as a slight rudiment on one side, absent on the other.
It is evident that C. germinans and C. kibonotensis resemble each other in several
respects, but at the same time the differences are easily seen and make them quite dis-
tinct. With regard to the skull the former is much broader across the facial, interorbital
and palatal portions, although the length of the two skulls compared are almost practi-
cally identical (5 mm. difference).
Their areas of distribution are also widely distant and the intervening district is,
as it seems, inhabited by another Spotted Hyaena. There is namely sufficient reason
to believe that C. kibonotensis has been killed at the southern frontier of its distribution
and that it really is at home north of Kilimandjaro. Thanks to the kindness
of my friend Professor Matschie, to whom I also owe the opportunity of measuring
the skull of the type of C. germinans, I have been allowed to see in the R. Zool. Museum
in Berlin two skins of a red Hysena killed at the Njiri lakes north of Kilimandjaro by
Schillings. These I tliink belong to the same race as Sjöstedt's red Hya^na from Ki-
bonoto. They were reddish all over. The spots on the fore quarters were not so dark
n©r so sharply defined as those on the bind quarters which were almost blackish. The
tail was short. The feet of the older specimen were reddish brown.
A skull of a spotted Hyiena in the R. Zool. Museum Berlin, collected at Kibwesi
by Hübner may also belong to the same form. Its basilar length was 225 mm., the
interorbital width 53,5 mm., the distance between the upper carnassial teeth posteriorly
89 mm., the length of the upper carnassial tooth 36.5 mm.
A skull collected by Scheffer in British East Africa (R. Zool. Mus., Berlin) had
a basilar length of 220 mm. interorbital breadth 57,5, distance between upper carnassial
teeth posteriorly 87,2 mm.
There was, however, no skin to the latter skull, so I do not like to give any definite
opinion about it. The occiput was also different in shape but this may, at least to some
extent, be due to difference in age. A couple of skins from Kibwesi were reddish, espe-
cially anteriorly.
Crocotta paiiganensis n. sp.
(PI. 5, flg. 2; PI. 7, fig. 2.)
Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto, May 1906. — 1 skeleton of a young
but adult specimen from the Kibonoto steppe April 1906.
This Hyaena is very different from the red C. kibonotensis as well in colour as to
cranial characteristics. Its ground colour is brownish ash, shading into rusty brown in
the mane of the withers and upper neck. Black spots distributed all over the body and
flanks and down on the legs where they gradually become confluent with the blackish
brown ground colour of these parts. Feet dark brown, on the forefeet a little mixed
with rusty brown. Lower parts of body grey mixed with blackish and with less defined
black spots. Sides of neck diity ochre j'ellow with som elittle defined, dark spots, lower
LÖNNBERG, MAMMALS. , 19
side of neck dirty whitish. On the back a series of irregulär spots larger than the others
on either side of and close to the vertebral line. Upj)er parts of head and face brown,
much mixed with black, upper parts of snout black. Sides of head paler brown, lesa
mixed with black. Region below the ears yellow. Chin dark brown. Proximal half,
or a little more of the tail coloured as the body with two dark spots, the remaining ter-
minal portion of the tail black. Length of head and body about 120 cm., length of tail
without hair 31 cm. with hair 40 cm.
The colour of this Hysena as well as the dimensions of its tail make it very easily
recognised. The relative dimensions of the skull are also very different from those of
C. kihonotensis as may be seen from the following measurements.
Type. Younger specimen.
Basilar length of skull 249 mm. 202 mm.
Greatest zygomatic breadth 166 » 146 »
Least interorbital width 53 » 46,5 »
Distance between upper end of furaiiiiini inf'nwrhitulia 54 » 52,5 »
Lea.st postorbital width of skull 47, ft » 46 »
Width ot palatal opening t.t sutiira palatopterygoidea 29,7 » 28 »
Distance between outer sides of outer upper incisors 37,5 » 35 »
Distance between the hullce at the foramen at the niiddlo of their
inner side 27,5 » 21 »
Distance between upper carnassial teeth at their posterior cud ... 91,3 » 85 »
Length of upper carnassial tooth 37 » 35 »
Length of upper third preniolar 22 » 19 »
There is no trace of an upper molar in the older specimen, but in the younger there
is a small molar on the right side. From these measurements is apparent that the grey
long-tailed Hysena has a narrower forehead and snout than the red short-tailed one. The
palate of the former is, however, broader and especially the palatal opening is broader,
the lamince pleri/goidece are less vertical and the free posterior palatal margin does not
form an even curve but an obtuse angle, because the border of either side runs straight
and forms in the mesial line with that of the other side a little more than a straight angle,
slightly rounded at the apex.
The lateral contour-lines of the occiput are not straight, but curve in the upper
portion towards the sagittal crest.
In the R. Zoological Museum in Berlin I have had the opportunity of seeing a
couple of skins of spotted Hysenas from the Pangani district. These were similar to
this one and I think that they belong to the same race having a brownish grey ground
colour with sharply defined spots, and dark brown feet.
The Spotted Hytenas were according to Sjöstedt common on the steppe and in
the cultivated zone. A couple of Hippopotamus-skeletons hung up to dry attracted them
in numbers to the camp ( 1 ,300 m. ). A sick negro was one night carried off from his hut near
the camp and devoured by Hysenas. They eat also the corpses which the Wadschaggas
lay out in the »bush». One evening a Massai-man died in a hut situated a stone-throw
from the camp. The corpse was carried out by the relatives the same night only a little
way from the hut. Next morning when Prof. Sjöstedt aided by a Massai-man went
20 SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 2.
to secure the skeleton there were only some fragments of bone and some rags of the
shirt, which the dead man had had around his waist, left. The Hysenas had made
a clean sweep.
Hyaeiia schilliiigsi Matschie.
Hymna schillingsi Matschie Sitz. ber. Ges. nat. Fr. BerHn 1900 p. 55.
Meru: 1 specimen from the acacia forest at Ngare na nyuki, ^Vio 1905.
The coloiir-pattern of the skiii agrees perfectly with Matschie' s description, but
the distance between the foramina infraorhitalia of the skull is 47 mm.
Viverra civetta orientalis Matschie.
Viverra {Civetta) orientalis Matschie Säugethiere Ost-Afrikas p. 72.
Kilimandjaro: 1 specimen from the cultivated zone Kibonoto, April 1906.
The spots become confhient to longitudinal bands on the hind quarters. Only
this specimen was observed and the animal appeared thus to be less common.
Genetta sualielica Matschie.
Genetta suahelica Matschie Verh. d. V Internat. Zool. Congress Berlin 1901 p. 1143.
A, normal: Kilimandjaro: 5 specimens from Kibonoto, July, 1905 — 4 specimens
from the cultivated zone at Kibonoto resp. "/s (?), 'Vs, ^Vs and ^Vs 1905 — l specimen
from the same locality, May 1906 — 1 specimen without locality.
B, melanistic: Kilimandjaro: 1 ? from Kibonoto ^"/s 1905 — 4 specimens from
the cultivated zone at Kibonoto resp. '^/s, ^''/s, "Vs and ^/lo 1905 — 1 specimen from the
same locality, April 1906.
These melanistic specimens look quite black, but in some shades of light the four
rows of spots on either side are fully conspicuous.
»This animal was common at Kibonoto, also the melanistic variety was often seen.
It steals poultry from the natives and sneaked sometimes into our huts to get hold of
shot birds hanging there. They were often caught alive by the Wadschaggas who carried
eeveral specimens to nie tied to a stick. » (Sjöstedt)
Nandinia ererrardi Thomas.
Nandinia gerrardi Thomas Ann. & Mag. Nat. Hist. 6 ser. Vol. 12 p. 205.
Kilimandjaro: 1 specimen from the banana farms at Kibonoto, ^"h 1905 — 1 $
and a foetus from the same from the same locality, '"/lo 1905 — 1 skin from Mombo (Mar-
tienssen).
This animal is known on the kidschagga language under the name »ndrano» or
»drano ».
The gravid f emale had only two y oungs in the uterus, and one of them was preserved.
This foetus had already attained a length of nearly 12 cm. without tail, and was hairy.
A mesial dark stripe on top of the neck is well developed and on either side another
stripe, although less sharply defined, can be seen. This indicates that the striped pattern
of the neck of Nandinia binotafa is a more primitive character than the absence of such
LÖNNBERG, MAMMALS. 21
stripes in N. gerrardi. The absence of stripes is not always complete even in the fuU-
grown animal. On the skin from Älonibo the mesial neck-stripe is quite conspicuoiis
and the lateral ones may be traced. In the two other skins too, there is a faint indi-
cation of a mesial stripe. If thus the characteristic derived from the skin in this respect
not always may be quite sharp there are others derived from the skull which are quite
satisfactory for the distinction of the two species. The constriction of the skull behind
the postorbital processes in the eastern species, is especially striking as may be seen
from the following measurements. In a skull of Nandinia hinotata from the Gold Coast
with a basicranial length of 87 mm, the least width of the skull behind the postorbital
processes is 15,5 mm, while in two skulls from Kibonoto with a basicranial length of resp.
(J) 99 mm and (?) 88 mm the same measurement is resp. 13,5 and 12 mm.
Mungos cafer Gmblin.
Herpestes caffer Gmelin, Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 78.
Kilimandjaro: 1 specialen from Kibonoto ^h 1905 — 2 specimens from the culti-
vated zone at Kibonoto -*, 8 1905.
None of these specimens is fuUgrown. The last molar is not yet fuUy developed.
The greatest length of two skulls is 83 mm. and their greatest breadth 41 mm. The
underfur is greyisli brown in one, in the other a little more inclining to rufous.
Mungos sanguineus ibe» Wroughton.
Mungos saiujuincus ibece Wroughton Annais & Magazine Nat. Hist. Ser. 7, Vol.
XX p. 118.
Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto ^/i 1905 — 1 specimen shot ^hen run-
ning over a path in the farm at Kibonoto 'Vo 1905 — 1 specimen from Kibonoto, May 1906.
The member of the »Herpestes gracilis-growp» which inhabits Kilimandjaro agrees
most closely with Wroughton's description under the above quoted name, and the
measurements of skin and skull are practically identical, except that the zygomatic
breadth is, by the author quoted, said to be 35 mm., while in the only skull from Kili-
mandjaro available to me the same nieasurement is only 30 mm. This difference is
rather large but it cannot be ascertained whether it is constant or not.
Mungos galera robusta (Gray).
Herpestes galera (Erxl. ) var. robusta. True Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 15. 1892
p. 452.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1 cT specimen ^/s 1905 — 1 specimen ^Vs 1905 — 1 spe-
cimen "/s 1905.
The first mentioned of these specimens is the darkest with very fine and shiny für
of a blackish brown colouration. The others are less dark which is due to the rings of
the hairs being broader and more rufous. The old male has a skull of the same size as
that recorded by True (1. c. ).
22 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Cyiuelunis guttatus Hermann.
Cyncelurus guttatus Herm., Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 70.
1 young specimen from Sigillari, the steppe between Meru and Kilimandjaro,
June 1906.
This species is not common accordtng to Sjöstedt. A specimen kept alive by
a f armer was said to have been caught on the steppe between Kilimandjaro and Meru.
Felis leo snb.sp. sabakieiisis n.
(PI. 3 fig. 4).
Kilimandjaro: 1 ? killed by the natives at Kibonoto in the cultivated zone, 1,500
m. above the sea, "/s 1905 — 1 ? shot by Prof. Sjöstedt in the plains NW. of KiUman-
djaro, Leitokitok, "Vb 1906. (»Diameter of eye 28 mm. Iris yellow.»)
These two lions are very different in colour. The first is much darker and migh
be termed yellowish brown, in some lights ahiiost rufous with black tips to the hair.
The lower side is yellowish white with numerous round, pale rufous spots. This speci-
men was sick when shot and had probably in consequence of this left its regulär haunts
in the plains.
The other specimen is sandy grey, becoming more yellowish un the flanks, white
beneath without any spots.
The dimensions of the skull of these two female Lions are:
»Reddish» p »Reddish» specimens killed by Schil-
spec. ^^y ^^'^^ LINOS (R. Zool. Mus., Berlin)
Basilar leugth ." 243 mm. 258 mm. 255 mm. 240 mm. 260 mm.
Zygomatic breadth 195 » ^ 215 » 196 » 191 » 205 ^
Interorbital » 55 >> 62 » 63 » 63 » 63 ;>
Least postorbital vvidth 60 » 57 » 61,5 » 56,5 » 59 »
Distance between tips an either side of mesial
palatal notch 8,5 » 13,5 »
Breadth oi palatal opening just bebiijd the sutura
palatopterygoidea 33,5 » 37 » 37 » 35 » 41 »
Distance between bullce in front 28 » 28 » 26 » 26 » 29 »
>> » tips of postorbital processes . 88 » 103 » 92 » 92 » 96 »
Length of upper carnassial 34 » 32 » 37 » 33 » 36 »
Breadth of squama occipitalis abbove the condyli 74 » 70 » 76 » 72 >> 72 t>
s> » » » at basal third . . 60 " 60 » 61 » 58 ^ 61 >>
» » » » » second » . . 40 > 40 » 50 » 43 » 47 »
Height :» » » 65 » 62 > 62 » 57 » 63 »
At the side of these measurements of the skuUs of Prof. Sjöstedts female lions
are put some measurements of three skuUs of female lions shot by Schillings and now
kept in the R. Zool. Museum in Berlin where T have had the opportunity of measuring
them, thanks to the courtesy of Professor Matschie. Schillings' lions were of a »red-
dish» type. The grey and reddish lions in Sjöstedts coUections are, as may be seen,
a little different. The differences in width between the postorbital processes is of less
account as the specimen from Kibonoto was younger and weaker. The differences
LÖNNBERO, MAMMALS. 28
in interorbital width may be due to the same cause. Otherwise the measurements of
these two specimens agree very well inter se and with those of Schillings' specimens.
The shape of the occipital surface is the same in all. The distance between lamiitce lAery-
(joidece. is distinetly greater than that between the huUce anteriorly. This I take to be an
important character which is shared by a male specimen shot by Schillings, as well,
but in Opposition to the condition found in the type of Neumann' s massaicus where
the distances between the bidlce and the lamince pferygoidece are about equal. In all
Schillings quoted specimens, as well as in Sjöstedt's, the formnen mag'MMm is very high
compared with its breadth while in Neumann's massaicus it is transversally extended
so that it is seems very broad to its height. If all these cranial characteristics are taken
together I think that it might be concluded that all these 5 specimens the cranial measure-
ments of which have been recorded above, belong to one and the same race, in spite of
the colour differences between Sjöstedt's specimens, and that this race is different
from Neumann's Massai lion. The area of distribution of this lion is, no doubt, on the
northern side of Kilimandjaro, although the sick specimen killed at Kibonoto had strayed
away a little — just as the red Hysena described above.
The Kilimandjaro lion is not identical with Noack's somaliensis and it may there-
fore be the best way to give a separate subspecific name to it indicating its geographic
origin and I then propose the name sabakiensis.
The lions were, according to Sjöstedt, very numerous on the northwestern side
of Kilimandjaro especially at Leitokitok and Gasorai. When a giraffe bull was killed
there **/,-, 1906 a great number of lions collected round the camp near which the skinned
body lay on the steppe. Sjöstedt himself saw the shining eyes of half a score of lions
and the natives stated that there were as many on the other side of the camp. The
night was very dark so that only one specimen could be killed when it passed through
the light area of a small lantern hanging on a Massai spear at the dead body of the giraffe.
The killed specimen had its ventricle filled with large pieces of meat and skin of a zebra.
The plentiful supply of game (antelopes, gazelles, zebras) in this district explains the
fact that the lions did not actually attack the men in the camp, although they tore down
and devoured the meat of the giraffe which the natives had cut in long strips and hung
on a small acacia. The negroes themselves lay sleeping under the same tree and were
roused by the lions jumping for the meat hanging on the branches. They rushed, of
course, in a great hurry, and very scared, to the camp but none was hurt.
Felis pardus iiiinr (Hempr. & Ehbenb.).
Felis (Leopardus) nimr Ehrbg., Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 69.
Kilimandjaro: 1 specimen from Leitokitok ^"/s 1906 and another from Kibonoto.
The Leopard is according to Sjöstedt common in the surroundings of the moun-
tains especially among the acacia forests at Ngare na nyuki and Leitokitok. Although
it prefers the steppe with its herds of gazelles and other game, it is also found in the culti-
vated zone, according to the natives, where it used to eat the corpses of the Wadschaggas
which at Kibonoto were not buried but laid oiit in the bush.
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 2.
Felis (Zibethailurus) serval Schreber.
(PI. I fig. 3)
Felis Serval Schreber, Matschie Säugethiere Ost-Afrikas.
Kilimandjaro: 1 skin (badly damaged by insects) froin Ngare nairobi, skinned
by the natives. — Usambara: 1 skin of a melanistic variety presented by Mr Martienssen
at Mombo.
A young specimen caught near the mountain was held in captivity for some time.
»It became, with every day luore beautiful but at the saine time more ill-tempered and
hissed and spitted as soon as anybody came near it. Finally it succeded in escaping »
(Sjöstedt).
Felis ocreata Gmelin äff.
A specimen of Wild Cat was shoc at Mosclii on evening in July when Sjöstedt
visited the officers stationed there. This specimen was presented to him and the skull
is preserved, but the skin appears to have been lost and subsequently it cannot be deeided
which subspecies it represented.
Rodeutia.
Heliosciurus niulnlatus True.
Sciurus undulahis True Proc. U. S. Nat. Mus. XV 1892 p. 465.
Kilimandjaro: 2 specimens from the farms at Kibonoto, ''/a 1905 — 1 specimen
from the rain forest, 2,000 feet above the sea, Kilimandjaro, '/n 1905 — 1 specimen from
the cultivated zone at Kibonoto, Nov. 1905 — 2 specimens from the same locality April
and May 1906 — Usambara: 2 specimens from Mombo '"*/« 1906.
The specimens from Mombo are a little lighter with broader white tips to the hairs,
but otherwise sirailar.
FuiiisciHrus ganana Rhoads.
Sciurus ganana Rhoads Proc. Acad. Philadelphia Vol. 48 1896 (1897) p. 522.
Kilimandjaro: 1 (J*) specimen from Kibonoto June 1905. »Length of body 13
of tail 16 cm.» — 2 (c??) specimens from the cultivated zone at Kibonoto ^V« 1905 —
1 specimen from the same locality Nov. 1905 — 2 specimens from the same locality,
May 1906 — ^ 1 (?) specimen from Moembe, Usambara June 1906. — Usambara: 2 spe-
cimens from Mombo, June 1906.
If this species (ganana) proves to be identical with Pagenstecher' S: Sciurus
cepapi var. aruscensis^ the latter name has priority. This supposition is mentioned,
because some of the specimens (one young from Kibonoto and two specimens probably
from Mombo) are much paler on the lower side which may be termed dirty yellowish
white. The last mentioned specimens differ, however, from the young one from Kibo-
noto in having paler feet, yellowish brown, while those of the latter are rufous. This
' Jalub. Hamburg, wiss. Aiist. 1884.
t.ÖNNBKRO. MAMMALS. 25
glves a hint that there possibly inay be two geographic races, one darker on the back,
niore rufous on the feet and more reddish yellow on the under parts, and another more
yellowish grey, even with an olive greenish tint on the back, more ochre coloured on the
feet and dirty yellowish white on the lower parts. The fornier shoiild inhabit the interior
and the Kilimandjaro district, the latter Usambara, and perhaps the coast district. The
liinits between these are not sharp, however, and intergrading specimens may be found.
This sqiürrel is probably identical with the one which True has recorded as Scitirv-^'
poensi.'^ in Proc. U. S. Nat. Mus. 1892 p. 467, and he found darker and paler specimens
in his material as well.
In his book on the »Säugethiere Ost- Afrikas» Matschie uses the name Sciuru.'i
cepapi (1. c. p. 40) for this same animal, but he describes a related form from Usambara
and Tanga under the name »Sciiirus pauli-'>. This is said to have the »Endhälfte des
Schwanzes einfarbig sammetsschwarz mit weissen langen Haarspitzen», and this charac-
teristic is not to be found in any of the present specimens. None of them presents the
slightest trace of a lateral stripe as Sc. ochraceous shall do. More material from different
places and collected at difl'erent times of the year is needed before the question about
these small squirrels of East Africa can be settled.
The following notes about »the small squirrel from Kilimandjaro» from S.jö-
STEDt's diary may refer to this species. »It has a fine repeated neighing sound and a
coarser abrupt sound. Usually it sits leaning much forward and the upward curved tail
strikes up and down when the squirrel emits its sounds. It may sometimes for a good
while sit on a brauch in the shadow of the foliage and continue its noise while the whole
body trembles and the mouth is widely open. »
Xfriis rutiliis Cretzschmar.
Xeriis rutilus Cretzschmar, Neumann, Zool. Jahrb. Syst. 1900, p. 545.
Usambara: 1 specimen from Mombo, June 1906.
According to Prof. Sjöstedt the same species was also observed in the acacia
forests at Ngare na nyuki (Meru).
(iraplihirus parviis (Trte).
Eliomijs parvus True, Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 16, 1893 p. 601.
Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto 'Vs 1905.
This specimen agrees well with True's description except that its size is considerably
less, although it is fullgrown to judge from the teeth. The length of head and body
is hardly more than 70 mm. and the length of the tail vertebrte 65 mm., but as the skull
is broken and there is only one specimen at hand, 1 have decided to name it as above.
The type of O. parm.^ was collected somewhere at Tana river. British East Africa.
(jrnpliiiinis inurhius (Desm.).
Eliomys murinus Desm. Matschie, Säugethiere Ost-Afrikas p. 44.
Kilimandjaro: 1 specimen trapped within the cultivated area, Kibonoto, ],.300
m. above the sea, ^'^7 1905 — 1 specimen caught in a hut among rubbish 7« 1905.
SjöateiUs KilnHfindjai ri-Mtru F.xpfiJitimi. 2. 4
2f> SJÖSTEDT.S KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2.
Both these specimens have the hairs of the tip of the tail tipped with whitish. This
characteristic may, however, also be fouud in Sovith African specimens as I have stated
on a specimen froni »C'affraria» in this niuseum. South African specimens, which I
liave Seen, appear to be larger than these two are. There is thus qiiite possible that,
if this characteristic proves constant, Kilimandjaro is inhabited by a separate race, bnt
two specimens are hardly sufficient to decide this qnestion.
Tiitoi'ii nuniihasa' Wroughton.
Tatera momhasce Wroughton, Ann. Mag. Nat. Hist. ser. 7, VoL 17, 1906 p. 403.
Meru: 5 specimens from the acacia forests at Ngare na nyuki -"' n 1905 — 1 specimen
from the same locality Jan. 1906.
These specimens agree with Wkoughton's description, but some are a little larger
attaining a length of head and body of about 140 mm. and of tail up to 180 mm. The
length of the tail is also a little variable as two specimens of almost the same size have
the length of their tails somewhat uneqnal.
This species cannot be identical with -■^Merioncs lencoya^ster» Peters from Mozam-
bique because the latter has the tail shorter than head and body. Wroughtom has
expressed a doubt whether T. »lombasce might be joined as a subspecies with Peter' s
leucogaster but I think that both are specifically different.
Sjöstedt found this Tatera to be common in the acacia forests at Ngare na nyuki
where it was caught in the thickets formed by shrubs and »bayonet-plants>> (Sanseveria)
which like Islands were isolated by open Stretches covered with black volcanic sand.
In the same thickets were also found other species of rodents, as well as shrews.
Mus liildchriiiHlti Peters.
Mu.i hüdebrandti Peters, Monats-Ber. Akad. Wiss. Berlin 1878 p. 200.
Kilimandjaro: 1.3 specimens from Kibonoto, first part of July 1905 — 2 specimens
from the same locality 7io 1905 — Meru: 8 specimens from the acacia forests at Ngare
na nyuki Jan. 1906.
The fecundity of these animals must be remarkably great. One female had on the
left side 10, and on the right 8 teats, another on the ieft side 7, and on the right 10 teats.
The number of teats is thus very great but not constant. Their position is also variable,
sometimes two teats sit rather close together.
It was the common »house rat » in the huts of the natives.
Mus Jacksoui De VVtnton.
Mus Jacksoui De Winton, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 6, Vol. 20, 1899 p. 318.
Kilimandjaro: 1 specimen Kibonoto, July, 1905.
Mr Thomas has kiiidly identified this specimen. ikfw.v jack.'<oiil was origiually des-
cribed from Uganda.
LONNBEUU, .MAM.MALS. 27
Mus liiiidei Thomas.
.1///.S himlvi Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 7. Vol. 0. 1902 j). 218.
Kilimandjaro: 2 speciiuens Kibonoto, July, 1905.
Mr Thomas has kindly compared one of these specimens with the type, whioh is
froin Machakos. British East Africa.
Lejrirada (Mus) mhiutoides A. Smith.
Muf< nn'iiiiloidc-'^ A. Smith, W. L. Sclater, Fauna of vSoutli Africa II p. öl.
KiliiNrnidjaro: 1 specimen found among di'y leaves in a banana farni, Kibonoto
" s 1905. — 3 speciniens found under stones on the Kibonoto steppe, "*/s 1905. — 1 spe-
cimen under leaves in a banana farin, Kibonto, ", n 1905. — Ummbara: 1 specimen from
Mombo, June 1906.
Tliiimiioiiiys (iMiis) dolichiirus (Smits).
Mus (lolichiinis Smuts, IMatschie, Säugethiere Ost-Afrikas p. 52.
Kiluiiandjaro: 2 speciniens from Kibonoto ^"/t 1905 — 1 specimen from the same
locality ' ; 1906.
liCipliuronijs iU|uilus (Tkue).
Mus aquilus True. Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 15, 1892 p. 460.
KiUiiiandjaro: 1 specimen (tail mutilated) found in the farms at Kibonoto, "" - 1905.
Tliis species was originally described from Kilimandjaro but lias .since then been
rediscovered in other parts of East Africa.
Arvicaiitliis pulcliellus (Gray).
Mas (Lciiiniscvini/s) barburus L. var. Massaicus Pagexstecher, Säugethiere des Massai-
landes, p. 45, Jakob. Hamburg wiss. Anst. 1884.
31 US (/.s(;/»//.s) pulchellus Gray, Pousargues, Ann. de Sc. Natur, ser. 9. Vol. 4, 1897 p. 1.
Kilimandjaro: 5 speciniens from Kibonoto, July 1905 (labeled resp. ^h, ''h(2), ~'h
and ^'/t) and 1 specimen -^ s 1905.
»From the cultivated zone and down to the bush steppe, rather common. »
ArvJi'iintliis ueuiuaiiiii (Matschie).
Mus n( iniianni Matschie, vSitzber. naturf. Freunde, Berlin 1894 p. 204.
Kili)nundjaro: 1 specimen from the mountain meadows 3,000 m. above the sea at
Kiboscho -'' - 1906 rescued from the claws of a hawk.
The lower side of this specimen is rusty coloured thus differing to some extent from
Matschie's description in «hich the lower parts are said to be »weiss etwas grau über-
flogen ».
2H SJÖ.STKDTS KILIMANUJAKO-MKKU KXrKDITION. 2.
l'cloiii.vs falliix Peters.
l'duinij.s jtdlax Peters Reise nach Mossambique. Zool. Säugethiere p. 157.
Kilimandjaro: 1 specimen (with the head crushed in the trap) from Kibonoto */?
1905 — 1 cT specimen caucht in a trap at the Station at Kibonoto 'Vu 1905 — 1 speci7
men from Meru low lands -"/n 1905.
Tiicliyorycteis siileiMleiis ihcHiiiis Thomas.
Tachyoryctes isplendeyis ibeanus Oldfield Thomas, Proc. Zool. Soc. 1900 p. 179.
Kilimandjaro: 1 specimen fi'om tlie cultivated zone at Kibonoto, July 1905 — 4
specimens from the same locality ^^ t 1905 — 1 specimen from the uppermost part of
the rain-forest, Mcru, 4,000 m. above the sea "/2 1906 — 1 specimen from the northern
side of Kilimandjaro Leitokitok -'''^ 1906 — 2 specimens without exact locality. — 1
quite young specimen from Moschi, Kilimandjaro, ''^'li 1906.
All these specimens are darker than the typical T. S'plendeni> and liave their heads
sooty blackisli and may thus certainly be refered to the subspecies described by Tliomas
from Mount Kenia. The last mentioned yoving one from Moschi is quite black all over
and I should not have dared to refer it to this species, as the skull is wanting, if I had
not liad the great pleasure of being favoured by my friend Dr Oldfield Thomas' opinion
about it.
»This species lived as well on the steppe as in the cultivated zone. Their heaps
of earth resembled mole hüls and were seen here and there. They were obnoxious in the
farms and the Wadschaggas used to catch them and brought them to me tied to a stick. »
(Sjöstedt.)
Myosciilops iirgeiiteo-finereus (Peters).
Heliophobiusaryenteo-cijiereus Peters Reise nachMozanibique zool. Säugethiere p. 140.
Kilimandjaro: 1 specimen from Ngare nairobi -"/.^ 1906.
Hystrix f,'aleata Thomas.
Hystrix yalmta Thomas Ann. & Mag. Nat. Hist. (6) XI, 1893, p. 230.
Kilimandjaro: 1 ? specimen Kibonoto, -'s 1905 — 1 somewhat younger specimen
with the last molar still unused) from the same locality Nov. 1905. — 1 skin of a less
than halfgrown specimen from the same locality, Marcli 1906.
The two adult specimens belong certainly to H. yaleata and show very clearly the
character derived from the relative dimensions of the nasals which have been pointed
out by Thomas. If the relation between the breadth of the nasals at the posterior end
of the naso-premaxillary suture and the breadth of the same at the anterior edge of the
same suture is expressed in percent, the latter dimension is, according to Thomas' mea-
surements in a Gambian H. cristata, 54 "/o, in H. galeafa 14: "lo, and in H. africee-australis
52,4 " u of the former. According to my own measurements the same percentages are
for two specimens of H. africre-australis from South Africa, both rather young and with
the last molar not fully developed (just cutting the gum), resp. 55,9 and 60,i; and for
LÖNNHKRU, .MAMMA 1,8. 29
llu- prcsent speciinens of H. fjaleata resp. 70,7 (the younger) and 74, o (the older). This
slunvs verv plainly the difference and indicates at the sanie time that in H. ajrica'-au.'^tra-
lifi the nasal opening is narrowed witli increasing age as the percentages from my younger
speciniens are greater than that from Thomas' older.
As far as my material is concerned the nasal processes of the premaxillaries of H.
galeata are much broader than the same of H. africm-australis. At the middle of the
nasal sutures their width is in the two specimens of H. galeata resp. 17 and 22 mm. while
the same dimension in two specimens of H. ajricce-auslrali)i is resp. 9 and 13 mm.
As Thomas has remarked the length of the nasals of H. galeata is greater than the
same of H. africce-australis. Measured in a straight line these bones are in the latter
(semiadult) 73 mm. in the former (semiadult) 83 and (adult) 96 mm. On the contrary
the frontals measure in the median line in the former 44 and in the two latter resp. 31
and 33 mm. In H. africce-australis the length of the nasals (in a straight line) is in young
specimens sh orter than, and in adult about equal to the distance from the naso-frontal
suture to crista occipitalis. In H. galeata the latter distance is but 70 "/o (adult) to 74 "/o
(young) of the nasal length. In H. galeata a crista sagittalis extends from the occipital
crest forward over ^/ä to -jz of the parietalia. It is thus better developed than in H.
africce-australis and H. cristata. In H. africce-australis foramen magnum extends a good
deal up on squama occipitalis, so that its upper margin is only about 24 mm or less from
the upper margin of the occipital crest while the same distance in H. galeata is about
31 mm. So far as my material is concerned, the distance between the middle of the occi-
pital condyles is in H. africce-australis less than the height of foramen magnum in H. ga-
leata about equal to it, and in H. cristata the transversal dimension is the greater. The
antero-lateral portion of lacrymale which is seen outside and in front of the orbit is com-
paratively much narrower and smaller in H. galeata than in H. africce-australis.
There are several other cranial differences that could be pointed out in which H.
galeata differs from the South African as well as from the Älediterranean porcupine but
what is Said may suffice to fuUy confirm Thomas judgement which was based only on
one skull.
The two specimens recorded above are chiefly blackish; the bristles forming the
anterior crest are to great extent whitish in the distal parts. The quills of the back are
ringed, the blackish rings being much broader than the white. As a rule each quill has
only three white rings which are narrow, often less than 1 cm. seldom if ever 1 \ 2 cm.
The ends are as a rule broadly white. The quills round and on the tail are wholly white
(the central ones) blackish at their base only.
Hystrix galeata ainbiicua n.
(PI. 7, flg. 3).
A third specimen from the same locality (Kibonoto) collected the 23th of May 1906
is more difficult to form any certain opinion about. It is very old and all sutures are
closed whicli makes the matter still more doubtful concerningthe dimensions of the diffe-
rent bones. The skull resembles however, in several respects H. africce-australis more
than H. galeata. The broadest part of the frontals is. for instance, at the edge of the
30 SJÖSTEDTS KILIMAND.JARO-MERU EXPEDITION. 2.
lacrvinal bones, not at the rudimentary postorbital processes. The nasal opening is
niuch narrower than in H. galeata and the percentage expressing the relation between
the breadth of the nasals at botli ends of the naso-premaxillary siiture is 57, thus siniilar
to that of H. afriae-austraUs. Foramen magtiuni has almost the same shape as in the
last nientioned species.
The nasals are certainly very large (longer than their distance from tlie occipital
crest) bat hardly in the same degree as in H. galeata which is elucidated by the fact that
the distance from the nasofrontal suture to the occipital crest in the adult of that species
corresponds to only 70 "/o of the distance from the same suture to the anterior end of the
nasals, but in the present specimen the same percentage is nearly 80. The nasals reach
accordingly not so far back in the present specimen as in the typical H. galeata although
it is very old. If the length of the frontals is compared with the length of the nasals
the former is not by far contained twice in the latter in H. afrirc^-aiistraJis, but in H. ga-
leata about 2'/3 times and in the present specimen this relation appears to be approxi-
mately the same. In H. galeata and the present specimen the frontal region of the skull
measures in the mesial line about as much as the distance from Hutum coronalis to the
occipital crest, wliile in H. africce-australis the former is much the longer. The nasal
process of the premaxillary of the present specimen is very broad as in H. galeata or even
broader, thus much different from H. africce-australis. Likewise the lacrymale is small
as in H. galeata. The distance from the lower end of lacrymale to the zygomatic suture
is in the latter abovit I2V2 mm. in the present specimen 13 mm. but in a specimen of H.
africai-australis only 5 mm.
On the other hand this specimen has, in spite of its great age, no crisla sagätaUs as
H. galeata, but the areas for the Insertion of muscles on the sides of the skull leave a 6^/2
mm. broad flat area in the niiddle of the parietal surface in front of the occipital crest.
This reminds more about the condition found in H. africce-australis.
The zygomatic process of the maxillary is also very different from that of H. galeata.
In the latter its greatest breadth in front of the orbit is about 11 mm., in a South African
specimen of H. africce-australis it measures 17 Va mm., and in the present specimen its
width is similar or even a little more. In H. galeata the zygomatic process from sr/ua-
niosuni is almost horizontal, but inH. africce-australis it slopes rather strongly downwards
the latter is also the case with the present specimen.
There may be quoted still more cranial characteristics proving that the present
specimen in some cases agrees more with H. galeata in others with H. africce-australis and
in still others is intermediate or differs from both. These aberrations from both species
quoted are far too great to be interpreted as individual variations, and it does not seem
probable that the specimen in question is a hybrid. I think it is most reasonable to assume
that it is the representative of an intermediate geographic race which I propose to
call Hystrix galeata amhigua. H. galeata was described from British East Africa, Lamu,
thus from the country to the north-east of Kilimandjaro but later also found in Uganda
(Proc. Zool. Soc. 1901 p. 87). It has been made probable above (see for instance about
the kSpotted Hyaenas) that a northern and a southern fauna meet at Kibonoto. H. g.
ambigua may then repi^-sent a more southern or perhaps rather south-western race
LÖNNBERG, MAMMAI„S. 31
which is different as well from the northeru H. gaJeatii as t'ioni the south-eastern H. aj-
ricce-austrdlis (type-locality etc., Querimba). It is also possible that H. galeata ambigua
is the Porcupine ot" the Mevu monntaiii which has happened to come across to Fvihnian-
djaro in one specinien.
Prof. Sjöstedt found a quill of a porcupine "Vi 1906 in the rain forest on Meru in
an altitude of 3,000 ni. so that it is stated that porcupines live on that juovintain as well,
although no specinien was procured there. As a rule the porcupines hide theniselves
very well and it is only accidentally that some specinien inay be procured hy the natives.
The speciniens t'roiu Kibonoto were all of theni obtained in the cultivated zone.
l^eiMis sp.
Prof. Sjöstedt observed when niarching round Ngare na nyuki and Ngarenairobi
a few tinies single hares which were allarmed by the approaching caravan and with light-
ning speed zig-zaged away over the steppe. As he liad no gun at hand at these o]ipoi'-
tunities no specinien was obtained and it can only be stated that sonie species of hai'e
lives there on tlie steppe.
Hyracoidea.
Dfiidrohyrax validiis True.
Dendrohyrax validus True Proc. U. S. Nat. Mus. XTIT 1890 p. 227.
Kilimandjaro: 1 o ad. from the rainforest 2 — 3,000 m. Kibonoto -^U 1905 — 1 V
ad. from Kibonoto Sept. 1905 — 1 ? specinien from Kibonoto 2,500 m. -/i» 1905 — 1 ?
specinien Kibonoto ^'/lo 1905 (the ventricle füll of leaves) — 2 speciniens from the sanie
locality ^/n 1905 — 1 ci" specimen from the rainforest 2,500 m. Kibonoto \ n 1905 — 5
youngs from the rain forest at Kibonoto 2,000 m. -^/s 1905 — 1 specimen from the rain-
forest 2,000 m. Kibonoto, Nov. 1905 — 1 specimen from the rainforests 2,500 Kibonoto,
Nov. 1905.
In the five quite young speciniens the dorsal spot is only faintly developed in three
speciniens in the two others it cannot be traced.
Prof. Sjöstedt has written about them in his diary: »The small youngs (7 in a set)
I learned to know as very agreeable little beings In the box in which they were kept
there was a chirping as from birds, or an almost grunting, fine sound which was repeated
in ciiorus of the whole set. As soon as the cover was lifted the youngs beganto juiiip up
along the walls in which proceeding they usually succeeded as the box was not very high.
If the hand was put down to the soft little animals they began, finely grunting, to clinib
up on the same with their soft paws which were quite pleasant to feel. They liked to
crawl up on the arm in the sleeve apparently delighted with the warmth. »
»A couple Avas seen pairing in a banana form within the cultivated area -'/s 1905.»
»It was lieard in the rainforest of Meru, 3,000 m. Dec. 1905. »
32 S.TÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2.
Proboscidiii.
Elephas sp.
»On tlie western side of Kilimandjaro Elephants were rather common and a herd
seemed to liave its regulär haunts in the forest belt round Kiraragua river. From there
the Elephants wandered down to the rivers Sanya, Lima and Nassai. They were more
numerous, however, towards NW or NNW where a herd containing about 16 animals
was Seen. As it is forbidden to shoot Elephants in the Kilimandjaro district they were,
of course, not molested. On Kilimandjaro fresh tracks were seen in Febr. 1906 at Ki-
bosho in the upper most parts of the rainforest and lower parts of the mountain meadows
at an altitude of 3,000 m. On Meru tracks were seen in Jan. 1906 in the upper rain-forest
abont 3,500 m. above the sea. » (vSjöstedt. )
Perissodactyla.
IMceros Itieoniis (Linne).
(PI. 4, figs. 2 & 3).
Kilimandjaro: 1 specimen skeleton and skin <S ad. from the steppe at Ngare nai-
robi ""/n 1905. — Meru: 1 specimen (skeleton and skin) ? ad. from the Hippopotamus
lakes (Lake Merker) */s 1906.
The length from snout to vent of the male specimen was 3 m. The circumference
of the neck behind the ears 1,44 m. The girth round the ehest 2,54 m. Both specimens
are »fuUgrown but young».
»The Rhinoceroses were in some places rather common, especially round the Hippo-
potamus lakes between Meru and Kilimandjai-o, at Ngare nairobi and Ngare na nyuki.
The male and female specimens which were shot for the collections and of which skin
and skeletons were procured had both of them numerous larvee of Oestridse in the ven-
tricle. I succeeded to hatch one of these {Spathicera meruensis Sjöstedt n. sp. ) after
a couple of months rearing and thus definitively solve the problem about these larvae
of Oestridfe known for more than half a Century. The larv« found by me belonged to
two species, both different from a third form found by Schillings in this region. It is
thus proved that in the same part of Africa at least 3 different species of Oestridce infest
the ventricle of the Rhinoceros. » (Sjöstedt) (For a füll report about this see S.iöstei:)T:
10 Diptera, 2 Oestridye of this work.)
Eqmis ohnitniinii hölimi (Matschie).
EqnushöhniiMxiscni'E.: Sitz. ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1892 p. 131.
Kilimandjaro: 2 specimens from Ngare nairobi resp. '-/s (jun. ) and 'Vs (cfad.).
Meru: 2 specimens from Ngare na nyuki resp. '';io and ''*/io (? ad.).
Two of these zebras have shadow-stripes upon the haunches, although not very
sharply developed. The two others have none. As these four specimens belong to
practically the same herd, it is evident that the presence or absence of shadow-stripes
LÖNNBERG, MAMMALS. 3.1
is not a constant character in this case. Consequently, as this was the supposed differ-
ence between E. böhmi Matschie 1892 and E. granti De Winton 1896, the latter of
these nanies has to be regarded as synonynions with the fornier.
As a rule the zebras live on the open plains but wlien they go to their watering
places they must pass through the acacia forests which Surround the rivers. It thus
inay happen that a zebra is shot in a forest.
»The zebras \v ere seen in herds containing much niore than a hundred heads, on
the grass steppes at Ngare nairobi and Ngare na nyuki (conf. PL 4, fig. 1 ). They like, as
is well known, the Company of the Gnvis. »
»A small fill}^ accompanying the niotlier was seen ^"/s 1906. » (Sjöstedt. )
Artiodactjla.
PotamoclKicrHs cluvropotainus rtiPinoiiis Forsyth Major.
Potamochcerus chaeropotamus dcemonis Forsyth Major Proc. Zool. Soc. 1897 p. 367.
Kilimandjaro: 1 young specimen from the cultivated zone atKibonotoMarch 1906.
Forsyth Major häs given the Bushpig of Kilimandjaro this subspecific name ten
years ago, and it is used here f or that reason, although the specimen is too young to allow
any corroboration of Major' s views. The colour of the specimen is on the sides mixed
black and rusty. On the back and forehead the rusty red is dominating, a white dorsal
crest is developed on the anterior part of the back. On the sides of the neck, on the
ehest, and legs the black is dominating.
Professor Sjöstedt says that the Bushpigs were very common but at the same
time very difficult to shoot so that he couldonly obtain this specimen. They are veryob-
noxious in the farms, and the Wadshaggas must keep watch every night to protect their
crops against the predations of the Bushpigs. Excrements of the Bushpig were seen in
the rainforest of Meru, about 3,500 m.
Phacocliflprus »^liaiii Cretzschmar subsp.?
Phascochceres celiani Cretzschmar Atlas Reise nördl. Afr. Rüppell 1826 p. 61.
Kilimandjaro: 3 semiadult specimens (J', ?) from the bush-steppe between Kibo-
noto and the Natron lakes '^'n 1905. — 1 specimen (jun. ) from the Kibonoto steppe Oct.
1905. — 1 ? ad. from the Kibonoto steppe, ^^/i» 1905. — 1 quite newborn pig from the
same locality, *'\i 1905. — 1 quite small pig from the Kibonoto steppe -/i 1906. — 1 old
boar near Ngare nairobi. — Meru: 1 old boar and 1 pig from Ngare na nyuki "-'lo 1905.
»The last days of October three newborn pigs of Phacochcerus were seen. They
were as dark as the old ones. At the same time another one, somewhat older, perhaps
two — three weeks, was observed. The 4th of Nov. a new born pig was seen. »
»The Wart-hogs were common in this region and were found almost regularly in
some of their favourite places. »
»They belong to the steppe and are not found higher up on the mountain than in
the mixed forest. In the cultivated zone they are substituted by the Bush-pigs. Tlie
SjOstr'fUn KiUmandjurit-Meyu Expfflitim}. 2. ^
34 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Warthogs prefer open groimd with scattered groups of bushes and trees and the genuine
bush- or grass-steppe. On the latter they are to be found far out on the desolate grounds
where every tree and bush has disappeared. Here especially in the tree- and bush-steppe
are their favourite haunts and here they roam about in families, or the female with her
two youngs, and the boars separately. They are not very shy, their sight is not sharp,
and with some precaution they are not very difficult to stalk within shooting ränge even
on the open plains. »
Below Kibonoto was a locality much liked by the Wart-hogs and Prof. Sjöstedt
has written about this in his diary: »One hours and a half walk from Kibonoto over Sanya
towards Kirarägua the steppe becomes open. The last trees have disappeared, the plains
lie flat before the eyes, with the brushwood often burnt black by the fires of the Mas-
sais, with small hills like haystacks often consisting only of termite hills covered with grass,
and with faded plants. Further away the bushes have disappeared and likewise the
termite hills. The great desolate plains are partly covered with a short grass which
grows in tufts leaving the grey, dry and stony ground bare between them. In many places
the Massais have burnt off the tufts to get fresh green sprouts f or their cattle. The steppe
is as far as can be seen a yellow partly blackened sea of grass. Among the black burnt
bushes in the land lying between the real grass steppe and the mixed forest below the
mountain are the regulär haunts of the Warthogs. Here they stroll about usually in
families among the black-burnt bushes and on the sooty ground which they resemble in
colouration so nearly that, if they remain motionless, they are very difficult to perceive
at some distance. If the family is disturbed the old boar raises its big head with its
formidable looking tusks, the lifted tail is curved as in a baboon, and taking the lead of
his Company he trots off with raised head, the others following in a file. Sometimes they
disappear among the blackened bushes, sometimes they take their course over the open
steppe and may tlien often be seen at a very great distance when they with raised heads
listen and then trot off again, their tails all the time being kept in the air but curved. »
»A couple of pigs of this kind had been caught quite young and a farmer, Hr Domke
let his dog nurse them. All went well and the pigs grew up and were very tarne, follo^^'-
ing their master on his promenades running after him with the tails raised in the air.
For their fostermother they became, however, rather troublesome when their size had
increased. She appeared, nevertheless to retain a certain liking for them. »
The meat of the Wart-hogs was regarded by Böhm to be »ausgezeichnet», but
Sjöstedt says that he made several repeated attempts to eat it but could not, and he
found it to be bad-smelling even if it was cut from youngs animals.
I have not suf ficient adult material to decide with füll certainty whether this Wart
Hog deserves to be regarded as a distinct svibspecies or not. (Gonf . supplemental notes-
below.)
Hippopotamus auipliibius Linne.
(PI. 4, fig. 4.)
Meru: 2 specimens (2 skeletons and a skin) from the Hippopotamus-lakes, *'3 1906.
»The Hippopotamiises were still rather numerous in the »Hippopotamus-lakes»
(Lake Merker) between Meru and Kilimandjaro, nearer the former mountain. 18 were
LÖNNBERO, MAMMALS. 35
Seen there at one time. The water in these lakes was brown, bitter, bad-smelling arid
contained a good deal of carbouate of soda. Potainogeton and other water weeds grew
here and there and the shores were at some places fringed wdth a dense growth of Scirpns. »
The Hippopotaiiius lives also in a small lake Kongongare on the eastern side of
Meru. It is also known from lake Djipe.»
»A shot and killed Hippopotamns sinks but appears again floating on the surface
within ^2 hour. >^ (Sjöstedt. )
(iiiraffa tipitclskirchi Matschib.
(PI. 1, figs. 1 & 2; PI. 6, figs. 1 & 2.)
Giraffa tippelskirchiM ATScniE. Sitz. Ber. Naturf. Fr. Berlin 1898p. 78.
Meru: A female specimen (skeleton and skin) gravid when shot ^"/lo 1905 (PI. 1
fig. 1). (Diameter of eye 40 mm. Iris dark. ). — A big bull (skeleton and skin) shot
on the steppe NW. of Kilimandjaw, Leitokitok '"/s 1906 (PI. 1 fig. 2).
The female agrees in a]ipearance quite well with the plate which has been published
by Lydekker in Proc. Zool. Soc. London 1905 PL XI.
The pattern of the colouration with the irregulär and jagged dark spots is plainly
shown on the accompanying plate (fig. 1 ) from Professor Sjöstedt's very interesting pho-
tos. The spots are a little more jagged and star-like than those on Lydekker's plate
quoted above. They agree thus better with the fig. of the type communicated by the
same author in Proc. Zool. Soc. 1904 Vol. 1 p. 214. But the colour agrees well with the
first quoted plate and the spots extend all the way over the yellowish grey cannon bones,
but then the phalanges are whitish without spots. The face is strongly mixed with
dark, etc.
The bull is spotted almost as far down on the legs and feet as the female, and dark
in the face as well. The spots on the body and neck are not quite so jagged and star-
like as in the female, but the difference is not so great that it seems to indicate any racial
difference. A certain allowance must be made for individual Variation, the more so as
Lydekker has pointed out (1. c. 1904 p. 217 footnote) that the jaggedness of the spots
can be less pronounced on one side than on the other in the same specimen. As no adult
bull of the typical G. tippeJskirchi appears to have been coUected a direct comparison
cannot be made, and thus this one must, at least pro tempore, be regarded as a representa-
tive of the same race.
The structure of the skull of this bull is quite remarkable as may be seen on the
accompanying figures (PI. 6 figs. 1 & 2). It has evidently been an old animal as the
teeth are well worn, and it seems that such a specimen of this race has not yet been de-
scribed. As well Professor Sjöstedt's photo of the wounded animal as still more the
figures of its skull reproduced here (PI. 6 figs. 182) prove that Giraffa Uppelskirchi has a great
frontal hörn when the bull is fully developed. This great frontal hörn is not symmetrical
to the mesial line of the skull but its main mass lies on the right side of the same. The
armament of this Giraffe is, however, not confined to this frontal hörn and the main
pair of parietal horns. In front of the great frontal hörn there are namely no less than
three more osseous bosses (fig. 1 ) and it is of importance to note that these are not placed
30 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
syminetrically in the mesial line but more or less completely on the right side of the
same (fig. 2). Above the right orbit there is quite a big boss with a basal diameter of
about 4 — 4'/a cm. and a height above the orbit of nearly 4 cm. In front of the right
parietal hörn is another boss with a diameter of about 4V3 cm., and a third on the right
side of the occiput (figs. 1 & 2). The last is more irregulär than the others almost 7 cm. broad
and 4 cm. long. On the left side there is no extra protuberance on the thickened roof
of the orbit. In front of the left parietal hörn only a small wartlike tuberosity is seen,
the diameter of which is about 1 cm. The occiput of the left side has no osseous excres-
censes. The striking assymmetry in the armament of the skull extends, however, still
further as the two main parietal horns are remarkably different in size and shape (fig. 2),
the right hörn being somewhat shorter but much thicker and stouter than the left, which
is proved by the foUowing measurements. The length of the front surface of the right
hörn may be estimated to 15 cm. and that of the left to 17 cm. The former is more cy-
lindrical and growing from a bigger base than the latter. It retains at the top surface
a diameter of nearly 6 cm (58 mm. ) while the diameter of the left hörn is at the top end
42 — 45 mm. The top surfaces are quite different, too, that of the left being evenly
rounded and that of the right almost flat. With other words the right hörn has such
a shape as if a body shaped like the left hörn and consisting of a plastic material had
been hammered or beaten down from the top end, making it flatter above and thicker.
Such a force has also, no doubt, exercised its influence on the right hörn as will be ex-
plained later on.
As regards the assymmetrical arrangement of the armament this old bull of Girajfa
tippelskirchi resembles the bull of the Giraffe from South Lado which Lydekker (Proc.
Zool. Soc. 1904 p. 207) has termed Oiraffa camelopardalis cottoni. In the latter there
is also an azygous orbital hörn on the right side (although placed somewhat lower) and
»the right main hörn is decidedly larger than the left hörn». In addition to this Ly-
dekker's figure (1. c. textfig. 25 p. 208) shows an azygous osseous boss in front of the
right parietal hörn of the South Lado Giraffe just as in the present specimen, although
nothing is mentioned about this in the text. The author quoted has also stated that,
according to Major Powell-Cotton, »all the male Giraffes from the loeality in question
seem to be furnished with a similar right orbital hörn. » The question arises now, how
may this assymmetry in the armament of the adult bulls of the Kilimandjaro and South
Lado Gii'affes be explained? It appears to me that an explanation is very near at hand,
viz. that the Giraffes of these two races have aquired the habit of constantly using the
right side of the head when butting. They have thus become »right-headed » if siich
an expression may be allowed as an analogy to »right-handed » and »left-handed ». When
the animals thus are constantly knocking just the right side of the head against their
antagonists, or other objects, the irritating force produced by this action influences the
bony tissue especially the periost of this side of the skull above all in such places which
are most exposed to the blows as, for instance, the upper brim of the orbit, the right side
of the frontal and nasal surfaces etc. and in such places the living tissue responds to the
exterior force by producing exostoses. It is a wellknown fact that a lesion of the sur-
face of a bone, that is its periost, is apt to produce »splint» or exostoses. When the Gi-
LÖNNBERG, MAMMALS. 37
raffes are biitting such lesions take place in many ot' the inore or less exposed parts of
the skull and tliis accounts for the genei'ally rugged surface of the facial bones as niay
be Seen as well on the acconipanying figures of the Kiliniandjaro Giraffe as on Lydek-
ker's quoted figure of the South Lado Giraffe. But this ruggedness is, at least in the
present specimen, much more pronounced on the right side of the skull, as it ought to
be according to the hypothese of the »right-headedness » of this animal, because this
side is more apt to be hurt. In the most exposed places which are repeatedly hurt the
results of the i'eiterated Irritation are accuniulated and thus finally greater exostoses,
— bosses — horns are created. But then the originally semipathological structures
become useful, partly because they shield underlying organs, partly as weapons.
The results of the right-headedness is, however, not only shown by the osseous excre-
scences on the surface of the skull. As the right side of the head is so to say the »busi-
ness-side » it has needed a strengthening in a general way to endure the »work » and such
a strengthening has evidently to some degree taken place as may be proved by compa-
ring measurements from both sides. The increased size, especially thickness, of the right
parietal hörn has already been noted above. To this may be added the following:
Riglit Left
Tliiclvue.--s of ijostfrii)!' wall of orbit at the middle 25 min. 2\ iniii.
Breadth 441/3 39
(i. e. Processus frontalis of jugale)
Thickness of jugale just beliind the orbit 18 16 »
Breadth • 32 28 •>
Length oi proccssus paramastnideus {vom \\\Üm\ mcatus aii.(lif(iriiis (33 » Hl »
In a similar way almost all measurements of the hindpart of the skull are a little
larger on the right than on the left side. On the occipital surface this is especially con-
spicuous. Squama occipitalis shows a central fossa or groove iorligamentum nuchce divided
from the likewise somewhat concave lateral portions by a heavy and solid thickening on
either side which from the upper lateral corner of the occiput converge into a big boss
just above foramen mcujnuni. These thickenings form like two pillars supporting the
weight of the cranial roof behind. But the right of these Coming from the occipital
exostose mentioned above is much larger than the left not only in breadth (37 mm. in
the former, 33'/.' in the latter) but especially in thickness.
On the other hand the left condyle is larger than the right, the former mea-
suring 66 mm., the latter 64 mm. in length from upper, outer corner of posterior
surface to low^er, inner angle of the same. and resp. 46 and 44 mm. in bi'eadth along
the upper margin of the posterior surface. This may probably be in accordance
with mechanical laws as well. The right condyle forms the pivot on which the
skull turns when the animal butts with its right side and then it is suitable that
this is not unnecessarily wide. But the left condyle, or rather the connecting tissues
round the same, have to endure a certain straining when the head is violently thrown
towards the right side. The power of resistance is in such a case increased by the
enlargement of the condyle.
38 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
The rough surface on the basioccipiiale for the Insertion of muscles (m. longus
capilis) is more pronounced and extends fnrther forward on the left side than on
the right.
»The Giraffes were still rather common on the acacia-steppes at Ngare na nyuki,
where in some places almost everywhere with some intervals their easily recognizable
droppings were to be seen. Usually they lived in small companies consisting of 3
to 8 lieads, or Single. On the northwestern side of Kilimandjaro in western Leito-
kitok they were also observed. They lived there in the thin woods of »flute-acacias»
which they seemed to like. It was here the big bull was killed the 25 th of May
1906. The female (fig. 1) killed at Ngare na njaaki the 19 th of Oct. had a rather
big foetus in the uterus. The ventricle contained chiefly leaves, pea-pods and pease
of acacias. » (Sjöstedt).
liubalis cokei (Günther).
(PI. 1, fig. 4).
Buhalis cokei Günther. Sclater & Thomas: Book of Antelopes I, p. 27.
Usambara: I bull and 1 cow from Same, "^/e 1905. — Meru: 3 specimens
(J" jun., ? ad., ? jun.) from Ngare nairobi "/t 1905. — Kilimandjaro: 1 3'oung cow
and I young calf from near the Natron lakes '/a 1905. — 1 new-born calf (PI. 1,
fig. 4) from Ngare nairobi ''Vo 1905. — 1 young calf from the Kilimandjaro low
lands ' 11 1905. — 1 young calf from the Kibonoto Steppe, Nov. 1905. — 1 bull from
Ngare nairobi "\ & 1906.
The young calfs have a dark stripe along the middle of the back but other-
wise nothing dark, not even the tuft of the tail. The youngest (Nov.) of all is more
rufous and has no dark dorsal stripe.
»Cokes Hartebeest was common on the steppe round Ngare na nyuki, Ngare
nairobi (PI. 4, fig. 1), Kirarägua, and further NW. and N. of Kilimandjaro, and in
several other suitable places: open grass steppe or steppes with scattered »flute-
acacias. » It appeared stränge that no, or at least very few antelopes. gnus or zebras
were to be seen in the country W. and NW. of Meru, although these vast Stretches
with an abundant growth of grass seemed very inviting and favourable for such
animajs. The Boers Camping in this district may be able to solve this riddle ! NW.
of Kilimandjaro where a luxuriant grass attaining a length of about 60 cm. and often
mixed with clover covered vast Stretches the Hartebeests had their favourite haunts.
In this district they were very little shy as they were seldom disturbed by men
(neither Boers nor Wandorobbos lived here).» (Sjöstedt.)
Coniiocliietcs albojiibatus Thomas.
Connochcetes albojubatus Thomas. Sclater & Thomas: Book of Antelopes. 1, p. 105.
Kilimandjaro: 1 bull and 1 cow killed at Ngare nairobi resp. * s and "/s 1905.
— 1 cow from the same locality, "-, « 1905. — 2 bulls and a cow from the same
LÖNNBERG, MAMMALS. 39
locality ''"s 1905. — 1 bull from the same locality ^"/n 1905. — 1 young bull (tlie
ouly one of that age seen) from tlie Kibonoto steppe "/lo 1905.
All adult specimens are provided with brown or blackish brown, irregularly
arranged, transversal stripes on the neck and anterior part of the body. In some
specimens there are also some similar but shorter stripes, and spots on the belly and
posterior parts. The ground colour is bluish grey. The young bull is not striped
and its beard is not white but grizzled grey.
This Gnu lives sometimes in great herds on the grass steppe between Kili-
mandjaro and Meru but old bulls are often seen alone.
To give an idea about the abundance of Gnu and other big game that happily
enough still prevails on the steppes at Ngare nairobi and Ngare na nyuki (PL 4,
fig. 1) the following lines may be quoted from Sjöstedt's diary : »We are soon in the
midst of herds of Gnu, Zebra, Grant's Gazelles, Thomson's Gazelles and Kongonis. It
is a view such as I did not ever hope to behold with my own eyes. Indeed, until a
Short time ago I thought that such a thing only belonged to the fiction. In every
direction I may look I perceive, Gnus, Zebras, Gazelles and Kongonis. The Gnus
stand in a long irregulär row, in the middle divided by a herd of Zebras counting
60 — 80 heads. To the left they are more scattered over the slope of a valley, to
the right they form a long front line, most of them turning their horns and black
faces towards us. They number about 80 in each herd. In the beginning dusk, and
in consequence of their great number they are so little shy that they allow me to
advance within a distance of two-three hundred feet and to inspect them where
they were standing like a herd of cattle. It was too beautiful to be disturbed ! But
now they begin to move. The Zebras trot up the slight slope, gather together again,
exhibiting in their striped garb an elegance of form a pictuie of exquisite beauty.
After them the Gnus come whipping with their tails and with lowered heads
they trot in the same direction, stop, turn round forming a front line, wheel round
again and disappear in a cloud of dust on the top of the low hill. We follow, and
arrived at the upper end of the slope we behold a view which was the most remark-
able scenery I ever have seen. Several herds had already been gathered here before
with those the new ones had associated. Gnus and Zebras were there in hundreds,
the nearest within quite short distance, some quietly grazing, others listening witli
their heads turned in our direction.»
('eplialoi>hus (Sylvicapra) abyssinieus Thomas.
Cephalophus abyssinieus Thomas. Sclatek & Thomas : Book of Antelopes. I, p. 199.
Kilimandjaro : 1 yoiuig kid caught by the natives at Kibonoto, "/s 1905. —
1 female from the Natron lakes, ^'/4 1906.
To judge from the dimensions it appears more probable that the latter speci-
men belongs to the smaller northern variety than to the southern C grimntia (LiN.)
but as it is a female and the skull is lost there is not füll certainty about it. Most
probable the most correct view is to make a separate subspecies for the Duiker of the
40 SJÖSTEDTS KILIMAND.IARO-MBRU EXPEDITION. 2.
Kilimandjaro district, as there appears to be characteristics pointing in such a di-
rection, but for such a proceeding more material is needed.
The kid is per analogiam counted to the sanie species as the adult.
The black nasal mark of the female extends as a band to the base of the
blackish tuft on the crown in strong contrast to the rufous face ; chin and throat
whitish.
Rhapliicpnis iieiimainii stia:iiiatus n. subsp. ?.
(PI. 6, fig. 3).
Pedioiragus nenmamii Matschie: Säugethiere Ost- Afrikas, p. 120.
Kilimandjaro: 1 J" killed near the Natronlakes */» 1905. — Meni : 1 cT killed
near Ngare na Nyuki -* lo 1905.
Both these specimens differ from j\Iatschie"s description in having a dark
triangulär spot on the nose. This spot is, however, not black but only dark brown
in contrast to the rufous face. As the specimens otherwise fully agree with
Matschie's description and at the same time differ from the southern type Pedio-
iragus camppMrifi Thunberg I have not hesitated to refer them as above to the
neumanni type. But if the Steenbok of -Kilimandjaro proves to possess in all cases
a dark brown nasal marking and Neumann's Steenbok from Ugogo never has such
a one ' T think the former must be regarded as a separate subspecies and I propose
then for the same the third name stigmatus. The difference does not only consist
in the absence of tlie horseshoe-shaped dark marking on the crown, but there are
characters derived from the hoofs and skull as well which allow the two species to
be easily distinguished from each other. P. campestris appears to have rather long
hoofs for such a small antelope. In his monograph »The species of the Antelope-
genus Pediotragus Jentitstk^ writes about P. campestris:'^ »hoofs of fore legs: length
above 2,9—3,5 cm., crown 1,7 cm.» In a couple of specimens in this museum I have
found the corresponding measurements to be resp. 2,6 — 3,7 and 1,7 — 1,9 cm. while the
same measurements of the present two specimens of R. neumanni (two old bucks)
are: length above 2,i — 2,4 cm. and crown (1,7) 1,9 — 2 cm. These differences in the
measurements give the hoofs a quite different shape. They are short and high in
R. neumanni and whoUy black.
The skull of /?. neumanni stigmatus is very roughened above. The brims of the
orbit are more protruding, and the orbit itself seems to be larger. This is apparent from
the foUowing measurements, taken from one of the skuUs of 7?. n. stigmatus (the one
slightly smaller than the other) and a skull of P. campestris from this museum which
both have the same basicranial length viz. 121 mm. and which both have belonged
to fuUy adult bucks.
»
^ Matschie has in a letter to the autlioi- kiii<lly fontirmed fhis fart.
- Notes Leyden Mus. Vol. XXII.
' The author quoted lias iuveiited a new uame > P. Horstoclüh^ wliich, however, is (juite uniiecessarv as
will be shown later on.
LONNBERG, MAMMALS. 41
i?. n. stigmatus B. campeatris
Horizontal distaiicc between anterior lirims of tlie orbit at tlie niiddle ... 47 mm. 43 mm.
Horizontal liistanrc lietwoen thc h)\ver l)rinis of tbe orbit at tlie niidiUe . 66 - 60 »
Horizontal dianieter of tbe orbit 30 » 27 »
Anotlier expression for the greater orbit of P. n. stigmatus is found in the vertical
through its anterior margin passing almost along the anterior border of the second
molar, while in F. campest n's the corresponding vertical passes almost through the
middle of the second molar.
The maxillary below the orbit has also quite a different shape in the two ani-
mals. It is much higher and its outer wall above the molar series is more vertical
in R. n. ■■:^tig}na(us; in B. campestris it is lower but convex, almost inflated between
the molars and the anteorbital fossa. This is proved by the following measurements
from the same skulls as those used above
if. n. stigmatus R. campeatris
Vertical distauce from anterior alveolar niargin of middle molar to lower
margin of anteorbital fossa 20 mm. 14,5 mm.
Histance between tbe outer sides of tbe first molars 37..') » 33 »
Greatest widtb of skull at tbe maxillaries on a level witb the middle
of tbe first molar 42,5 » 43 »
If the second of these measurements is subtracted from the third and the thus
received sum is divided in halves Ave get an expression for how much the maxillary
protrudes beyond the outer surface of the molars on either side of the two species
viz. in B. n. stigmatus 2,5 mm. but in B. campestris 5 mm. This difference is the
more striking as the greatest widtli across the maxillaries is in the latter species
situated much nearer to the alveolar margin than in R. n. stigmatus. The second of
the three last measurements indicates as well that the palatal breadth of B. campestris
is less than that of P. n. stigmatus.
The length of the horns of the greatest of the two B. n. stigmatus at hand is
not quite 9 cm. and their tips sit only 44 mm. apart while the same distance in
the other specimen is 53 mm.
The nasals of B. n. stigmatus are not especially elongated but longer than in B.
campestris. They measure in the present two specimens resp. about 40 and 49 mm.
In this respect this species resembles two other species of Bhaphicerus for which
Jentink (1, c. pp. 40, 41) has used the specific names -^rufescens (H. Smith) and
tKelleni Jentink». The latter species is from Angola and differs in having »the
horse-shoe-shaped brown marking on the crown of the head broadly developed» —
— — , s. Upper parts of a chocolate-milk brown», »the horns in the male —
— — bent back, slightly curved», — — »upper surface of skull feebly roughened»
— -^ — . If B. kelleni has a high maxillary like P. n. stigmatus or low like B. cam-
pestris is not indicated in the description.
Of what he considers to be »ß. rafescens (H. Smith)», Jentink has only had
a female. This is said to have been procured from the dealer Frank in Amsterdam
and »it once belonged to Dr. Sundevall's collections and its habitat seems to be
Natal», (Jentink 1. c. p. 40). Sündevall often exchanged specimens with Frank
Sjöstedta Küimandjaro-Mern Expedition- 2. . 6
4ä SJÖSTEDTS KtLIMANÖJARO-MERU EXPEDITION. '2.
SO this origin of the specimen is very acceptable, but then at the same time it cloes
not seem probable that Sundevall shovild have given away anything but what he
regarded as duplicates. In consequence of this it must be expected that the Natural
History Museum in Stockholm possesses one or more specimen of the same kind
and this is really the case. Here is a specimen, a bück, coUected by the famous tra-
velJer and naturalist J. Wahlberg 1845 in »Caffraria interior (ad tropic.)» according
to the catalogue. This specimen agrees with Jentink's in having long nasals pro-
vided with a pointed attenuated tip, aud measuring 51 mm. This is no doubt to be
regarded as the male to Jentink's P. rufescens. The skull is otherAvise more similar
to that of F. n. stigmatus than that of B. campestris, because it has a high and nearly
vertical maxillary and a wide orbit. There are, however, differences with regard to
the skuUs of Wahlberg's specimen and P. n. stigmatus as well, the latter being shorter
and broader. This is demonstrated by the following measurements.
Wahlbergs's specimen Sjöstedt's specimen
Basicranial length 127 mm. 125 mm.
Least ilistance between orbit anteriorly 43,') » 46, s »
Distance between the middle of upper margins of orbits 56 » 61 >■■
Gi-eatest distance between posterior brims of orbits 68,5 » l'd »
Pistant-e between outer sides of liorn-cores basally 51 » 56,5 »
But especially, P. 7i. stigmatus has much broader and flatter nasals their greatest
combined breadth being 20 mm. and the least at the anterior end of the naso-pre-
maxillary suture 12 mm. while the corresponding measurements in Wahlberg's spe-
cimen are resp. 15 and 10 mm. With regard to the colour of the für the male
of Jentink's »riifescens" in this museum is somewhat less rufous than R. n. stigmatus,
but otherwise they agree with regard to the minute light tips to the hairs which
]iroduce an appearance as if the animal was dusty. The dark horseshoe-shaped
marking is well developed in the male ^rufescens». The white marking above the
eye is similar in both. They are thus no doubt more related inter se than with E.
campestris.
Another question is whether really Hamilton Smith's name »rufescens» can be
placed on the Rhaphicerus from Natal, as has been done by Jentink, or not. The
colour of the members of the genus Rhaphicerus is somewhat variable and specimens
which fuUy agree with regard to the colour with the by Jentink quoted description,
may be found although not all of them are similar in cranial characters and thus
belong to other species. This is for instance the case with a young female in this
museum which has short nasals, low and very convex maxillaries like R. campestris
Thunberg, and as it has been coUected in the Cape Colony at Saldanha Ba}' by
Wahlberg it is no doubt to be regarded as a variety of the last mentioned species.
The hoofs of this young female are also of the longish type exhibited by R. cam-
pestris, as they measure above 3,'^ cm.
The late Dr. Sundevall observed the bright colour of this specimen and made
therefore the following remark about it when he entered it in the catalogue of the
museum: »Est varietas rufescens rec.» With this remark he expressed his opinion
LÖNNBEEG, MAMMALS. 43
that it simply dispUued a Variation with regard to the colour and I think he was right
in that.
But if sucli »rufescens» -varieties are produced by several different species, it is
very uncertain, to say the least, to wliich species just that specinien belonged to
which Hamilton Smith first attached the name ^rufescens^ if it is not explained by
other characters or by the origin of the actual specimen. By this I have not denied
tliat Jentink's ^rujcscens^ may be a very good species, I have only offered some
doubts concerning the correctness of placing this name oii it. Unfortunately the
literature which I have been able to consult does not give any exact information
about the locality whence Hamilton Smith's »rufescens" originated.
As has been alliided to above, Jentink has said that it is uncertain to which antelope
Thunberg has given the specific name ■"campesfris». Jentink assumes that the type was
lost, and he means that the description is too short to prove anything with certainty,
as it is, according to his opinion, »applicable to several other species of Antelopes».
This is, I think, to be too rigorous. Even if for instance the descriptive notes could
be applied to some other species, as well, there is some other valuable information
given by Thunberg which makes this more than improbable viz. the quoting of
the name »Steenbok», and the statement that the antelope in question lived near
Capetown. These two facts appear to make every misunderstanding impossible even
if the type had been lost. There is, however, a specimen of this kind still kept in
the zoological museum of the R. University at Upsala, and it appears to have been
there since Thunberg's time. The label indicates that it is from the old »museum
academicum» and it was even believed once that it was from the time of Linn.eus.
This is however not true, but it is more probable that it is a member of Thunberg's
collection although it for some reason or the other has been omitted from his pu-
blished list. In a by Thunberg written catalogue of the animals of the Zool. Mu-
seum of the R. University at Upsala it is entered as »Antilope grimmia?» It is well
known that Thunberg to begin with erroneously used this Linnean specific name
just for the species which he afterwards named Antilope campestris. In such a case
I think that it is reasonable to assume this specimen still kept in Upsala as the
type of Thunberg's »Antilope campestris», and it is the more gratifying to do so as
by such a proceeding nothing is altered in the nomenclature, but every thing is in
agreement with the general opinion among zoologists before Jentink published the
new name.
Some measurements of the Upsala specimen may be of interest and are there-
fore recorded.
Lcngtli of ear 12,6 cm.
» » liead 15,3 »
» » liorns 7,3 »
» > hoofs of foiolfg, above 2,s — 2,ycm.
Crown of tlie saiiie l,s cm.
The hoofs are accordingly of the longish type.
44 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Nesotragus moschatus von Düben.
Nesotragus moschatus von Düben, Öfvers. Kgl. Sv. Vet. Akad. Förh. 1846.
Kilimandjaro: 1 <S specimen from the cultivated zone at Kibonoto '"'/s 1905 —
2 specimens (J", ?) from the same locality, Nov. 1905 — 1 (J" jiiv.) specimen from
the same localit}^ Oct. 1905 has no horns, although the basicranial length of the
skull is 87 mm.
The colour of the female is a little more grizzled fawn-grey and that of the
bucks somewhat more rufous.
»Common on the steppe, where they seek shelter among the dense growth of
bushes all the way up in the rain forest. Tlie skin is an article of trade» (Sjöstedt).
CoHmis ellipsiitrymmis (Ogilby)
Cobus elUpsiprymnus (Ogilby). Sclater & Thomas, Book of Antelopes Vol. 2 p. 97.
Meru: 1 fine bück from the Hippopotamus lakes (Lake Merker) ""/t 1905.
Reduiica bohor Rüppell.
Cervicapra bohor (Rüpp.). Sclater & Thomas, Book of Antelopes II, p. 165.
Kilimandjaro: 1 young male without horns from the Natron lakes on the low
lands between Meru and Kilimandjaro, "/■.. 1905 — 1 calf from the same locality
^/lo 1905 — 1 male and 1 female from the same locality 'V12 1905, the latter was in
a gravid state when shot. — 1 female from the same locality "/4 1906.
»Common at the Natron lakes between Kilimandjaro and Meru especially during
the dry season, when they were found at every visit I made there. They lay liiding
in the high grass at the shore in Single specimens, or some few near each other,
sometimes also in the bushes on the steppe near the lakes. They appeared to like
as well the dense bulrushes (Scirptis). They lie close and very often do not break
cover before the sportsman is quite near them. Towards evening they appear grazing
on the open places near their cover.» (Sjöstedt).
iEpyceros inehuui)ii.s suiira (Matschie).
(PI. 3, fig. 2.)
Mpyceros suara Matschie, Säugethiere Ost-Afrikas, p. 129.
Kilimandjaro: 1 ? specimen (gravid) from Ngare nairobi, '-/t 1905 — 1 cf spe-
cimen from the same locality "'s 1905 — 3 specimens (cf ad. J" juv. with straight
horns, ? gravid) from the same locaHty "s, '^s 1905 — 1 female and 1 calf from
Ngare nairobi, end of March 1906. — Meru: 2 young calfs — 1 ? specimen from
Ngare na Nyuki 'Vio 1905 — 1 c^ juv.
I am uncertain whether this Pallah deserves to be counted as a separate sub-
species as the characters are rather vague and the variability is great. The horns
LÖNNBBRG, MAMMALS. 45
are very variable and Matschie has mentioned tliis himself saying: »Der Abstand
der Spitzen ist bei den verschiedenen Exemplaren sehr verschieden, von 16—53 cm. »
The calfs are paler, sandy brown but their blackish markings are well de-
veloped.
»The Pallah antelopes were common in the thin acacia-woods at Ngare na
nyuki and on the more or less dense acacia-steppe at Ngare nairobi and on the
surrounding steppe as far as spiny bushes grew among the grass. Above all, however,
these beautifiil animals lived in greater or srnaller flocks in the open places between
the groups of bayonet plants {Sanseveria) and low acacias in such places where aca-
cias witli wide crowns form thin woods.»
»When the animals suddenly get scared they jump as is well known in high
bounding leaps in different directions before they make their final escape.»
»The 16th of January a herd of 30 — 40 animals was seen and among these was
only a single bück with fine horns, the others were halfgrown youngs and does. »
»The female shot the 13 of Aug. had a big foetus in its uterus in another
gravid female shot the 26th of March the foetus measured about 30 cm. in length.»
(Sjöstedt).
Gazella thomsoni Günther.
Gazetta fhomsoni Günther. ÄIatschie, Säugethiere Ost-Afrikas, p. 130.
Kilimandjaro: 1 d" specimen from Ngare nairobi Vs 1905 — 3 specimens (cT, cT,
?) from the Kibonoto steppe resp. "Vs and '7a 1905 — l <^ specimen from the steppe
at the river Kirarägua, Oct. 1905 — Meru: 2 specimens a bück and a quite young
kid, from the steppe at Ngare na Nyuki "/m 1905. Prof. Sjöstedt has remarked
about this little kid that it ran with very great speed in spite of its youth. —
Another kid from the same locality ^^/ki 1905.
The authors of the Book of Antelopes write about this species: » a black
patch present on the top of the muzzle.» In none of the specimens recorded above
there is any »black patch» to be seen, but two specimens shew a faint dusky stripe on
the place mentioned.
From these facts it might be concluded that there were two different varieties
of Gazella thomsoni, one from the Kilimandjaro district without or with only faint
traces of a dark spot on top of the muzzle, and another from a more northern
district in British East Africa with a black patch on the place mentioned. The
former must be the type, as Günther named the species on specimens from the
Kilimandjaro district, and the one with the black patch should be provided with a
trinomial name, if it i'eally represented a geographical subspecies. To make sure
about this I took the liberty of writing to my friend Mr. Oldfield Thomas and
asked him whether the specimens of Gazella thomsoni from British East Africa con-
stantly possessed the black patch on top of the muzzle and if the material in Brit.
]\luseum (Nat. Hist.) indicated that the characteristic mentioned was of subspecific
name. In his kind reply Mr. Thomas said that he could not with füll certainty
46 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2.
decide upon the question whether the nasal spot was a good character oi- not, and
he added that the spot is »strong in specimens from N. Uganda and Lado and it is
therefore possibly a geographica! character» — — — — . At that time, hovvever, Mr.
Thomas did not like to speak quite positively about this question. Later on I liad
the pleasure of receiving a new communication from Mr. Thomas in which he stated
that the specimens of Gazella thomsoni from British East Africa always have the
black nasal spot. In such a case I think that it is correct to regard this characte-
ristic as denoting a geographic subspecies with a more northern distribution and with
the distinguishing mark gradually better developed in the most remote parts of its
area of distribution, viz. Northern Uganda and Lado which zoogeographically belong
to another district than Kilimandjaro.
In consequence of this I think it is convenient to assign a third name to the
variety with the black patch on the nose and it is therefore proposed here to call
the northern variety of Thomson's Gazelle as figured in »The Book of Antelopes (Vol.
II, PI. LXVIII) Gazella thomsoni nasalis.
»The Thomson Gazelle was in some districts common, and lived usually in herds
associated with the related Grant Gazelle from which, however, it was easily distin-
guished already at a distance by its sharply defined, broad black lateral band and
its smaller size. These Gazelles were most numerous at Ngare na nyuki, Ngare nai-
robi (PI. 4, fig. 1), and Kirarägua. Small calfs started and scared on the steppe
run with exceedingly great speed» (Sjöstedt).
Gazella graiiti Brocke.
Gazella granti Brooke, Sclater & Thomas, Book of Antelopes III, p. 179.
Usambara: 1 young kid from Same "'/e 1905 — Kilimandjaro: 1 J' specimen
from the steppe at Ngare nairobi '*/a 1905 — 1 young specimen from the same
locality ^'^/s 1905 — 2 specimens (c?, ?) from the Kibonoto steppe at the river Kira-
rägua "Vs 1905 — 4 specimens (cf, ?, ?, juv.) from the same locality Oct. 1905 —
1 d" specimen from the Kibonoto stejipe "l'io 1905 — 1 specimen without label. ^
»Merii, Ngare na nyuki, very common».
The young kid differs in colour considerably from the adult animals. The
general colour is sandy, more yellow on the neck, more grey on the back, finely
mixed with black everywhere because many hairs have black tips. Along the middle
of the back these black tips are more numerous so that an indistinct dark band is
formed. A light lateral band is conspicuous, pale sandy. Below the same the dark
band is found but its blackish ground colour is mixed with sandy in consequence of
broad subterminal whitish rings to the hairs. Some hairs have only black tips and
are otherwise sandy whitish. The dark lateral band is thus not sharply defined.
The lower parts are white. A black pygal band is present but the white of the hams
is not so broad at the tail as in the adult. The crown of the head is grizzly grey
with a black patch in the middle. The forehead yellowish brown. A black spot on
LÖNNBERG, MAMMALS. 47
top of the mixzzle. A whitish band froin the upper eyelid to the side of the muzzle.
A black spot above the eye extends over the eye as a dark band below the just
mentioned whitisli one. Belli nd the eye, above and below, this blackish band is bor-
dered by a large whitish patch. The pattern of the adult is thus present, although
the colours are not so bright.
In this respect this species differs froni Gazella ihomsoni the kids of which have
the same colour as the adult.
The spreading of the horns of the adiüt varies a great deal independently of
age. In one of the oldest bucks the distance between the tips is only 25 cm., in
another 35 cm., and in a thiicl 43 cm.
For the knowledge about the propagation and growth of this species the foUow-
ing notes may be of some value : the 29 th of Dec. an uterine foetus was found in
a female, a quite small calf was taken at Same in Usambara at the end of June,
and the first days of Oct. young specimens were found with the horns 10 cm. in
length and curved forward.
»The Grant Gazelle is the most common antelope in this district and it is the
most beautiful representative of the steppe fauna. It lives always in smaller or
greater herds — sometimes containing hundreds of heads — often in Company with
Thomson Gazelles as well as with Kongoni antelopes, Gnus and Zebras at Ngare
nairobi, Ngare na nyuki (PI. IV, fig. 1) and Kirarägua, but at otlier places as well.
No antelopes of any kind were, however, seen in the district at the western and
northwestern side of the Meru mountain, although wide grass steppes extended there.
On the northwestern side of Kilimandjaro again they were very common and not
shy as they seldom were disturbed by men there. The herds of Gazelles consisted
there only of the present species, seldom any Thomson Gazelles were seen among
them."
»The 27 th of March a great herd of Gazelles was seen on the steppe at
Ngare nairobi. It consisted only of half grown animals and their mothers. In
their sandy yellowish coat they have a great resemblance to the often yellowish
surroundings and in a certain light and at some distance they sometimes might
become unnoticed if they did not show against the horizon. As worthy guards of
the herd the old bucks are least sh}^ and they are often seen wandering by them-
selves at some distance from the others. They are the last to run away when some
danger threatens, while the does and still more the kids in a great hurry speed off
the latter with elastic leaps and tail erect, bounding like rubber balls scare the whole
herd to flight through their liveliness. The bucks swing their tails uneasily and
walk leisurely away, heroically covering the retreat. Then at once when the others
have got away the bucks speed away, but stop perhaps soon again and resume their
walk. Wounded bucks are not readily abandoned by the herd. The animals stop
often in their flight and look back at their leader; a certain uneasiness appears to
have got hold of them all» (Sjöstedt).
»The Gazelles that live in the acacia forests eat leaves, pods and pease of the
acacias as an examination of their ventricle proves.»
48 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2.
»Among the herds of big game on the steppe the Crowned Lapwing {Ste'phani-
hyx coronatns) is often seen. It is the niost reliable guard for the antelopes. On the
way to Kirarägiia I made the foUowing notes: We had hardly entered on the real
grass steppe before we fhished sonie Crowned Lapwings which with irritating screams
and with light but powerful wing-strokes tumble round in the air. Their black, white
and yelloAvish brown plumage make their appearance in the air quite striking but
when they sit down and fold the whitish gHstening wings they disappear at once
among the yellowish dry grass. This Lapwing is the most dreaded foe of the hvuiter
when he, on the steppe, stalks his wary prey. Cautiously he approaches the animals, his
Steps get slower, his eyes foUow every movement of the prey, and he has a strong hope that
he may reach near enough to shoot. Suddenly some Lapwings rise from the burnt
ground, in rapid flight they speed forward, rise in tlie air, tumbUng hither and thithel*,
screaming and crying in the most penetrating way. This is the signal of alarm for
the wary animals of the steppe ! The grazing Grant Gazelles raise their heads, prick
up the ears and swing the tails in an uneasy manner. Some of them wheel round
and then at once the whole herd runs off over the vast steppe. Gnus and Zebras
follow soon, often pursued by the birds which screaming fling themselves like furious
among the riinning animals not becoming quiet before their proteges have safely dis-
appeared» (Sjöstedt).
»In the later part of Oct. the Gazelles were sometimes much infested by larvse
of Hypoderma under the skin of the back. Even 30 to 40 such larvpe could be counted
in animals killed at that time» (Sjöstedt).
Oryx callotis Thomas.
(PI. 3, flg. 3.)
Oryx callotis Thomas. Sclater & Thomas, Book of Antelopes, IV, p. 73.
Meru: 1 ^ specimen and the skull of another from Ngare na nyuki, March 1906.
»This Oryx is the wariest of all the antelopes of the steppe. It was not rare
and occurred sometimes in rather big herds at Ngare na nyuki. Sometimes single
specimens which were exceedingly shy, were seen on the steppe or in thin acacia
woods. It is very difficult to stalk and hard to kill, the very thick skin affording
good protection» (Sjöstedt).
'l'ragelaplius sylvaticiis iiieniensis n. siib.sp.
Several specimens of Bushbuck have been coUected by Prof. Sjöstedt and in
consequence of their difference inter se they are described each separately.
LÖNNBERG, MAMMAl.S. 49
(i) 1 huck t'roiii the Meru steppe, ^8 1906.
This is the only adult bück of TrageJaphus in the collection. It agrees in
general perhaps best with the coloured ]Aate oi Tragelaphus sijlvaticKs (\) in the »Book
af Antelopes» although it has a darker and niore reddish tint on the body and less
white on the legs and in the crest. A stiiking resemblance to the Cape Bushbuck
is the absence of stripes on the body and, perhaps still niore important, the absence
of a white spot in front of the eye, although the two whitish spots are present on
the cheek. The general colour is dark reddish brown on the back and hind quarters,
passing into dark smoky brown on the Shoulders and sides of the breast; below dark
smoky brownish grey with a white patch at the bases of the legs on their inner side.
The crest of the back not strongly developed, with the long hairs j^ellowish white.
Forelegs with a blackish brown stripe in front, buffish on the inner side sliading to
white below, brown on the outer side. A white spot above the hoofs surrounded by
blackish brown. Hindlegs smoky brown at the base below the hams, a white or
yellowish white stripe on the inner side. A short blackish brown stripe at the lower
end of the cannon bone just above the white patch above the hoofs, otherwise the
hind legs are rufous brown. Tail rufous above, white below. Hairs of the neck worn
off. Face rufous, blackish brown on top of the nose.
b) 1 quite .young bück still without horns (and witli the first molar not yet cut)
caught between Kilimandjaro and Meru '' a 1906 is very dark above. It is even
darker on the back than the old bück is below and may be ternied smoky chestnut
brown. The flanks from the ehest to the hams as well as the lower parts are bright
rufous. There is one very faintly developed transversal white stripe, and behind this
one about seven small white spots on the hindquarters but each such spot is formed
by quite a small number of hairs. A few of the hairs along the mesial line of the
back are white-tipped, foreboding a white crest in the mature age. Feet and head
coloured as in the adult bück. This young bück has not the hairs on the base of
the neck shorter than elsewhere, but this is no doubt due to its youth.
c) 1 female Bushbuck from the mixed forest at Kibonoto, Kilimandjaro *\ i«
1905. This is the darkest of the females and is not yet fullgrown. Its back is
chestnut, still darker anteriorly above the Shoulders. The flanks and hams are bright
rufous, the lo\^er parts buffish white. On the right side three transversal stripes
may be traced by scattered white hairs, but on the left only two. A number of
white spots form a longitudinal series (corresponding to a lower longitudinal stripe),
and in addition to this about half a dozen white spots are scattered over the hind-
quarters. Tlie neck is dark greyish brown with very short hair, especially at the
base. The forehead is dark rufous or chestnut with a dark spot on the nose, the
sides of the head are paler rufous with two white spots on the cheeks but none in
front of the eye.
d) The specimen next in colour is a fullgrown female from the mixed forest at
Kilimandjaro: Kibonoto " la 1905. When killed it was gravid.* It is not quite so
'■ It looks 011 the skin as if the specimen shoiild have iiad ti teats!
Sjöaledle K ilimandjaro-Ment Expedition 2.
"4
50 SJÖSTEDTS IvIMMANn,TARO-MERU EXPEDITION. 2.
dark as the foregoing but must be said to be chestnut all over the back becoming
rufous on the flanks and fading abnost to buff below. There are only a few scattered
white spots on the hindquarters two of which at the groin are better visible than
the others. There is no trace of any stripes and no white spot in front of the eye.
e) 1 young bück still possessing the milk-molars and with only the first per-
manent molar cut, shot in Nov. 1905 at KiUntandjaro, Kibonoto, is still paler and
somewhat more spotted. Its general colovir is rufous with the neck and the back
above the Shoulders smoky brown. The hair at the base of the neck is short. On
one side may be counted 7 on the other 10 white spots. Two faint transversal
stripes may be traced. No horns are developed and not even visible on the skull.
/) 1 young female from Kilimandjaro, Kibonoto, '"Z? 1905 in about the same
stage af development or perhaps a little older and with the second molar just
Coming, is rufous with numerous white spots on the hindquarters and three trans-
versal stripes on eitlier side. These stripes are very faintly developed and onlj' to
be traced bj^ Single hairs. The hair at the base of the neck is just beginning to
become short. No white spot in front of the eye.
g) 1 somewhat older female from the Natron lakes, Kilimandjaro— Meru, Nov.
1905 with the second molar in use but with the third not jet cut has still more
white markings. The white spots on the hindquarters are numerous. A longitudinal
series of strongly developed spots runs along the lower portion of the sides above
the bell3^ Half a dozen transversal white stripes are more or less developed. The
hair all over the neck is very short. The general colour of the body is rufous a little
brighter than e) and /).
There is thus not two specimens fully alike in the whole lot. The differences
are not to be interpreted as due only to age or sex. The only thing that plainly
Stands in connection Avith the age is the condition of the hair on the neck. It is
always shorter and »worn off» on a greater area of the neck in an older individual
than in a younger. One negative characteristic all these specimens have in common
and that is the absence of the white spot in the face in front of the eye which is
to be Seen on the plate of Tragelaphus roualeyni in the »Book of Antelopes», but all
of them have the two round white spots on the cheeks. Otherwise as well the
general colour as the markings are variable.
The Bushbuck of German East Africa has generally been regarded as Trage-
Iwphufi roualeyni by most authors. Neumann created the name Tr. massaicus^ for
the Bushbuck of »German and British East Africa» and described the type from
»Upper Bubu, Northwestern Irangi.» This description indicates, however, a quite dif-
ferent-looking animal. The bück is said to have »mehrere weisse Flecke an den
Wangen», and in addition to this, »je ein weisser Fleck am Nasenrücken». To be an
old bück it has rather many white markings on the body. too. »Weisser Rücken-
kamm von dem jederseits vier mehr oder weniger deutliche Querstreifen herabgehen.
Zahlreiche weisse, deutlich ausgeprägte Flecke auf den Hinterkeulen. Auch jederseits
' Sitzber. Ges. Xaturf. Freunde, Berlin 1902. p. 9G.
LONNBERG, MAMMALS. 51
ein oder zwei schwächere weisse Flecke auf den Vorderkeulen.» The name massakus
cannot on this account be put in connection with these speciniens.
The authors of the »Book of Antelopes» point out the great variability of the
Bushbucks of East Africa which they term Tragelaphus roualeyni. There is a great
need of more material before the question concerning the different varieties of this
animal can by fully solved, whetlier there are several geographic races or only indi-
vidual varieties. The material at hand is not sufficient, especially because niost of
the speciniens are too 3'oung. It may, however, be possible that specimens a, h, c
and d represent a somewhat darker, chestnut, race with fewer white markings and
no transversal stripes in the adult. Specimens e and / are somewhat lighter but may
nevertheless belong to the same series. Specimen g is more doubtful it might represent
a lighter more rufous race with more numerous white spots and several transverse
stripes more or less developed. It agrees on the whole with the description of the
female of Neumann's Tragelaphus dania from Kavirondo at the eastern side of Victoria
Nyanza. Neumann's dama has not, however, any vertical stripes (»Keine weissen
Horizontal- oder Vertical-Striche», 1. c. p. 97). Tf T. dama really is a constant race
it is quite possible that this rufous Bush bock from Merii is an allied variety.
The darker specimens cannot be counted to the same, nor can they for rea-
sons stated above be referred to the race which Neumann called niassaicus. It is
possible that they might be included into the Compound of different geographic forms
which has been termed with a common name Tragdaplnis roualeyni. They belong,
however, certainly not to the same race as that which originally was named so, even
if it is difficult to determine which Bushbuck rightly may carry that name. It is
most probable as Neumann has hinted (1. c. p. 98) that there are still several forms
of Bushbucks to be described from different parts of Africa, even if I cannot agree
with him when he calls such forms »Arten» nor when he expresses his disbelief in the
»Variation in der Art unter sich». On the contrary I believe that the Variation is
rather great among the Bushbucks. But I think that this Variation has been centra-
lized so to say in certain districts so that within certain geographical limits more or
less distinct subspecies have been developed. Such geographic subspecies are now known
in great numbers among some animals but are fewer in other groups. I think that the
genus Tragelaphus ' belongs to the former category and that Neumann's quoted T.
massaicus is such a geographic race which has its home in Irangi and surrounding
districts. Another geographic subspecies of corresponding nature I regard to be repre-
sented by the dark specimens described above. Although our knowledge at present
concerning the Bushbucks is not sufficient to prove anything with füll certainty it
appears to me to be the correctest way to place this Bushbuck from the Meru-
Kilimandjaro district as a subspecies under Tragelaphus sylvalicus Sparrman and it
is thus proposed to call it Tragelaphus sylvaticus meruensis. The specimen a described
above may be regarded as the type for the male and the specimen d as the type for
the female of this geographic subspecies.
' Concerning the (lit'teicnt forms of 'l'ni(ichipha>i see Xeuhaxx 1. c. aml LOxxbekh Ou the Ilarnessed
Antelopes of the Cameron territory etc. Ark. f. ^sool. Bd 2. 1905.
52 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
The habits of the Bushbucks appear to rather similar all over Africa. They
like biisliy and wooded districts which are interrupted by open gvassy places but they
do not conie out on the great plains or steppes and are seldom i'ound far from
water. This mode of living makes them rather local in their habits and isolates them
within certain boundaries and by this the originating of new races is facilitated.
Professor Sjöstedt writes about the Bushbucks in the Kilimandjaro-Meru
district: »In the surroundings of the mountains this antelope was common in certain
localities especially in districts which were partly Avooded partly open, where greater
or smaller open places extended between woods with a dense growth of bushes or
some other kinds of forests or bush. On these open glades the Bushbucks were some-
times taken by surprise when they were grazing. They tried then always with great-
est possible speed to find shelter in the adjacent protecting bush. As a rule they
were found single or some few near each other, never in herds, and not readily far
from water.»
»The old bück shot the 6th of March 1906 had in the ventricle a lot of yellow
aple-like fruits of a spiny Solanace, common in this district. (It was also infested
by nematodes and plathelminths.)»
»Strepsiceros inilterhis Blyth
was Seen a couple of times at Ngare na nyuki, Merii, where a bück was shot and
badly wounded -"/m 1905 but could not be overtaken, although it was long pursued.
This antelope lived here partly on the grass steppe with scattered acacias partly in
the denser acacia forest at the river» (Sjöstedt).
Tain-otratfus oryx liviiig:8toiiii (Sclater).
(PI. 2, fig. 1 & 2.)
Taurotragus oryx livingstonii Sclather & Thomas, Book of Antelopes IV, p. 197.
Professor Sjöstedt did not obtain any specimen of Eland Antelope except a
young calf which was caught by the Massais on the steppe the 17th of July 1905 and
then kept in confinement for some time. This young Eland is represented in two differ
ent stages of its development, on PI. 2, figs. 1 and 2, as newborn and at an age of
about 8 months old.
A small herd was seen on the steppe at Ngare na nyuki in Nov. 1905 in the
same locality where the calf had been caught some months before.
»The Elands liv^e not only on tlie steppe but occur on the upper mountain
meadows as well, where small herds were seen by Hans INIeyer at an altitude of
4400 m. on the vegetation-less saddle plateau between the peaks. Parts of skeletons
were seen at an altitude of 4500 m. near the glaciere of South Kibo and quite fresh
tracks at West-Mawenzi at an altitude of 47000 as far as single tufts of grass or
plants were to be seen.»
LÖNNBERG. MAiMMALS. 63
Tnbiil 1(1 eilt ata.
Orjcteropus sp.
»In man}' places especially in the territory adjacent to Ngare nairobi and Xgare
na nyuki burrows made by these aninials were seen often in great nuniber scattered
over the steppe. Even on the mountain in the iipper cultivated zone freshly made
burrows of this were observed» (Sjöstedt).
Suppleineiitary iiot«?s on the East Africaii Warthogr.
It has been stated above (p. 34) tliat the present collection does not contain snfficient
niaterial of adiilt Warthogs to decide with lull certainty, whether the Warthog of the Kili-
niandjaro-Meru district represents a separate geographic subspecies or not. It niight, how-
ever, be of same value to point out the differences by which, as far as the available nia-
terial allows, it appears to be separated from other East- and South African Warthogs.
The oldest specific name which has been given to any animal of this genus is
»a'thiopicus" published by Pallas 1767 in »Spicilegia Zoologica» Fase. II and this
name was accepted by Linn^us in a Supplement to the twelfth edition of »Systema
Naturse» 1768. The type specimen for this name had been carried to Europe by a
Dutch vessel from Cape of Good Hope and was then kept in »Vivario Sereniss.
Principis Auriaci».
The second specific name in use was »africanus^ established by Gmelin 1788.
»The type-locality for the Warthog with this name was indicated as « Africa a capiti
viridi ad caput bonte spei>, thus originally Senegal, as in the first rank Pennant and
BuFFON are quoted and both these authors speak about the »Sanglier de eap verd».
By Fr. Cuvier 1817 the specific distinction between these two Warthogs was
made better known. He pointed out that Phacochcerus cethiopicus had no incisors but
Ph. africanns was provided with such, 2 in the upper, and 6 in the lower jaw, as
was already mentioned by Buffon and Pennant. From that time two species of
Warthogs have been generally recognized by zoologists, although, for instance, Gray
(1869) did not admit but one species. There has, however, been given quite a mnnber
of names which mostly already by the original authors have been regarded as mere
synonymes, although more »suitable».
PhacochfBrus cethiopicus from Cape of Good Hope was thus named Ph. edentatus
by Ts. Geoffroy St. Hilaire ' 1828, Ph. PaUasii by Van der Hoeven ^ 18.39 etc.
The same West African Warthog from Cape Verde or Senegal which originally had
been named Ph. africmnis was called Ph. incisivus by Is. Geoffroy St. Hilaire'
1828. When Cretzschmar 1826 described the mammals collected by Rüppell in
Abyssinia and Kordofan he believed that the Warthog from that country was
identical with the one previously named »africanns>, nevertheless he altered the
' Dict. (riiist. nat. j). 320.
' Nov. Act. Acad. Leop. Carol.
54 SJÖSTEDTS KlUMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
nanie because he did not like geografic names. He nanied then the Abyssiniau
Warthog Ph. Miani because he regarded it to represent the >='k TSTfjaxspco?» nientioned
by that old author. Although Cretzschmar believed himself that bis Ph. ^liani
was identical with Ph. africanus from Senegal it must be kept in mind that the
type for the former name was an Abyssinian animal.
Only two years later Ehrenberg named a Warthog from Arkiko in the present
Eritrea, Ph. Haroia. Ehrenberg expressed as his opinion that the Abyssinian Warthog
was not identical with the animal from Senegal which originally had received the
name Ph. africanus. It is also questionable whether Ph. wliani and Ph. haroia are
fuUy identical as the coloured figures published by Cretzschmar and Ehrenberc
differ in several respects.
In the year 1846 Sundevall stated that the Warthogs sent home from »Caff-
raria», that is Natal, by Wahlberg were provided with incisors in both jaws and
thus belonged to »P/(. celiani» (not to Ph. cethiopicus). Peters again named 1852
the specimens from Mossambique Ph. africanus.
In such a way later authors have sometimes used the name celiani, sometimes,
and more often africanus but both have been used in the same broad sense com-
prising all Warthogs with upper and lower incisors from all parts of Africa.
In the year 1900 W. L. Sclater' »included all the South African wart-hogs
under the oldest name P. cethio})icus», although his material comprised skuUs as well
with as without incisors in the upper jaw.
This might suffice to prove that a great uncertainty prevails concerning these
animals. As I have coniparatively little material to base my judgement on, it is
with hesitation that I express my views in the foliowing, but I think that they may
serve to set matters aright to some extent. It appears that more than two kinds
of Warthogs must be discerned and distinguished by names viz for the present
at least:
Phacochcerus a^thiopicus (Pallas) type-locality Cape.
». africanus (Gmelin) » Cape Verd.
» sundevallii n. n. » Natal.
» massaicas n. n. » Kilimandjaro-Meru district.
» celiani " Cretzschmar » Abyssinia.
These appear all of them at least according to the material available to me
and according to the literature to be easily distinguished by cranial characteristics,
especially is this the case with the adult boars, but on the other band at least the
three last are to be regarded as geographic subspecies. Phacochoerus cethiopicus is the
most speciaUsed Warthog in which the upper incisors have completely disappeared
and usually the lower ones as well, although the latter perhaps may be present in
young specimens in a rudimentary stage. In addition to this the skull of Ph.
cethiopicus is recognized on its relative shortness, especially with regard to its post-
' The Fauna of Soutli Africa \). 1.'78.
^ Whether I'h. harohi is distinct iiiust be left to the future. If it is. its type-locality is Arkoki. Eritrea.
LONNBERG, MAMMALS. 55
orbital portion. A typical skull of au old boar which has beeu brought home by
Sparrman measures froiu the tip of the nasals to the sagittal crest 366 mm., but
the breadtb between the uiiddle of the orbits is 134 mm. The latter measurement
is thus coutaiued about 2,: tiuies in the former. The postorbital portion of the skull
is only 38 mm. ' and the width of the flat postorbital area is about 49 mm. The
postorbital length of the skull is thus only about 10 "/o of the total length.
The nasals are anteriorly rather evenly convex, but form in their posterior
portion behind foramina infraorhilaUa a rooflike ridge or elevation.
The palatal opening or the choanse are much broader than in related forms so
that their width in the middle (midway between hamuli pteryg. and bullce) is 40 mm.
The osseous septum is also much better developed and divides two very deep but
fully open posterior pockets.
The lower jaw is very broad anteriorly, and several other minor characteristics
could be enumerated but those mentioned may suffice to prove that Ph. mtJiio'picus
really must be maintained as a species.
This species appears to be exterminated in the Cape Colony south of the
Orange River according to W. L. Sclatrr (1. e. p. 280) but the same author says
that a skull of a Warthog from Damaraland has no incisors, and therefore Ph.
fethiopicus may survive there, or perhaps is the Damara Warthog a separate sub-
species of and closely related to Ph. cpthipiciis.
The Warthog of Natal I propose to distinguish with the name snndeiiallii as
C. J. SuNDEVALL was the first to point out its distinctness from Ph. cethiopicus. The
Warthog from German East Africa I propose to name at least provisionally Ph.
massaicus. Both these races are provided with two upper and six, or at least four
lower incisors. By this and by their longer skulls, with longer postorbital portion,
differently shaped nasals and ehoanse they are easily distinguished from Ph. cethiopicvs.
The skulls of the boars of sundevallii and massaicus are also easy to distinguish
from each other at least as far as my material goes. Ph. massaicus has a much (as
well absolutely as comparatively) broader forehead so that the interorbital width is
contained only about 2 ''2 times in the length of the skull (from tip of nasals to
sagittal cest) while the former measurement is contained füll)' 3 times in the latter
in Ph. siDidevallii. The postorbital portion of the skull is comparatively shorter and
narrower in Ph. simclevaUii so that its length represents about 13 "'0 of the total
cranial length measured as above, while the same relation is about 14,4 °/'o in Ph.
massaiciis. In the latter the flat postorbital area is fully as broad as long but in
Ph. sundevallii the width is about *,':-, af the length.
The nasals of Ph. sundevallii are anteriorly somewhat convex in the middle,
and slightly concave on the sides, but in their posterior portion, behind foramen
infraorbitale, they are quite flat or somewhat concave, only with a slightly raised
' Measured in tlie median line tu tlie sagittal crest vertically to a plan trougli the posterior surface of
the orliital wall.
56 SJÖSTEDTS KII.IMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
line along the median snture. Tlie nasals of Ph. massaicus are evenly convex along
their whole extent only with the lateral portions flattened in the anterior half.
The choante of Ph. sundevallii are very narrow, only 30 mm., those of Ph.
massaictis decidedly broader 37 mm. without, however, attaining the width of Ph.
cethioficus. The osseous septum is not so high as in the last mentioned species, but
both in sundevallii and massaicus the posterior pockets mentioned above are covered
by a bony lamella extending about 2 cm. in front of basioccipitale.
The female skiills are more similar to each other, than those of the males, but
the postorbital flat area is broader in the female Ph. massaicus. Thus in two
female skulls of the same length, 367 mm. from the anterior tip of the nasals to
the sagittal crest, the width of the postorbital flat area is in Ph. sundevallii only
30 mm. but in Ph. massaicns 39 mm. In the same way the choanae are broader in
the latter than in the former. Phacochcerus cdiani appears to have according to
Cretzschmar's figures a more elongated skull even than Ph. massaicus. The postor-
bital portion (measured on the figures as indicated above) is about 14 "/o of the total
length of the skull, thus a trifle shorter than in Ph. massaicus, but on the other
band the interorbital breadth of Ph. celiani is comparatively very much smaller than
in Ph. tnassaicus so that the skull of the the Abbyssinian Warthog looks very much
narrower than the other. The interorbital width of Ph. celiani is, according to
Cretzschmar's figures (1. c. Tab. 26, b) contained not less than about 3 V* times in
the length of the skull. If the drawings are correct in Cretzschmar's work these
relative proportions are sufficient to easily distinguish Ph. oiliani from the more
southern Warthogs of East Africa. On the same condition another very conspicuous
characteristic may be added. In Cretzschmar's c^uoted figures, a and h, the distance
from the anterior border of foramen infraorbilale to the anterior tip of the nasals is
equal to the distance from the first mentioned place to foramen lacrymale, but as well
in Pli. sundevallii as in Ph. massaicus the latter distance is much longer, resp. 4 and
4 Va cm. in adult males. (In Ph. cethioficus the difference between these distances
is not so great, about 1 cm.)
As I have no skulls of adult boars from Senegal I cannot extend the comparison
to the Warthogs of the true Ph. ajricanus type. Gray' says, however, about »the
skull from Cap Verde» that »the line along the upper surface of the skull» is »füll
three times the length of the width between the upper edges of the orbits». It
should thus in this respect perhaps be most similar to Ph. sundevallii. There are,
however, no doubt distinguishing characters between these two Warthogs, although
I cannot point them out with füll certainty now for want of material. Cuvier's
drawings ^ do not appear to be so carefully made that any conclusions can be based
on them for this purpose.
In making these comparisons onlj' adult skulls or figures of such have been
used, which is a necessary precaution as the skulls of the Warthogs change a great
' Catal. Cnriiiv. Paclivdenii. 1869.
» Mem. du Mus. Paris T. VIII 1822.
LONNBERO. MAMMAI.S.
57
deal during the growth of tlie animal, tliose of the young being (romparatively
narrower and less diverging from the common suine type.
In addition to tlie cranial differences there are characteristics to be found in
the exterior of the animals, in their colour and the more or less rieh development
of the hairs, the shape of the ears etc. but for the present these cannot be considered.
The sketch given above is therefore very incomplete, but I hope to be able at
another o]i]iortnnity to give a better accoant aboiit the different races of Warthogs.
List of M.aiiimnls liitlicrto recorrted froi» tlie Kiliinaiuljaro-Meru district.
Priiuatos.
1. Cololus caudahis Thomas.
2. Cercojnthecus albogularis kibonotrnsis Lönnberg
n. subsp.
3. » 'pygerytlims jolinstnn'i Porocic.
4. Papio neumanni Matschie.
5. » ibeanus Thomas subsj).'?
6. GaJago panganiensw (Matschie).
Chiroptera.
7. Epomophorus neumamii Matschie.
8. Mousettus lanosus Thomas.
9. WiinolopJius augur zamhesicnsis Andersen.
10. Lavia frons frons (Cteoffroy).
11. Cardioderna cor Peters (fide Abbott).
12. Ni/cferix thebaica Geoffeoy.
13. Vcsp>erfilio nanus Peters.
Itisectivora.
14. Crocidura fischeri Pagensteoher.
15. » hirta (Petkrs).
16. » fumosa Thomas.
17. » mauriscu Thomas.
Carnivora.
18. MeUivora ratel (Spabrman).
19. C(ü>is variegatus C'retzschmar.
20. » mesowelas Schrebek (subsp. V).
21. adustus SüNDEVALL »
22. Otocyon megulotis Desmarest (fide Akbott).
23. LycaoH pictus venafns ThomasV
24. Crocotfd kibonotensis Lonnberg, n. s|).
25. » panganensiti Lönnberg, n. sp.
26. Hytena sehilüngsi Matschie.
27. VIverra civetta orientalis Matschie.
Sjöstedts Kilimnndiarri-Mtru Exprditinn 'i-
28. Geneftu siKihdica Matschie.
29. Nandinia gerrardi Thomas.
30. Mungos cafer (Gmelin).
31. » sangulneus ibece Wroüghton.
32. » galcra robusia (Gray).
33. Helogale undiilata Peters (fide Fischer, Abbott).
34. »Crossarchiis fasciatus Desmarest» (fide Abbott).
35. Felis Ico sabakiensis Lonnberg, ii. subsp.
36. » pardus nimr Eheenberg.
37. » ocreatn (subsp.?) Gmelin.
38. » (Zibetliaüurus) serval Schreber.
39. Cyntelurus guttatus Herrmann.
Kodeiitia.
40. Heliosciurus undulattis True.
41. Funisciurus ganana Rhoads.
42. i>Sciurus cepapi A. Smith» (fide Abbott, Neumann).
42 a. » » var. aniscensis» Pagenstecher (fide
Fischer).
43. » mutabilis Peters (fide Neumann).
44. Xerus rutilus (Cretzschmar).
45. Graphiurus parvus (Teue).
46. » murinus Desmarest.
47. Tatera mombasm Wroüghton.
48. Mus Mldebrandfi Peters.
49. » jacksoni De Winton.
50. » hindei Thomas.
51. »Mus natalensis A. Smith» (fide Abüott).
52. Leggada mimifoides A. Smith.
53. Tliamnomys doüclmrus (Smuts).
54. Loplmromys aquilus (Teue).
55. Arvicanthis pulcheJlns (Gray).
56. » pnmillo Sparrman (fide Volkensj.
57. » nenmimni (Matschie).
8
58
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
58. Pelomys fallax Petbbs.
59. Bendronuß nitjrifrons (Teue) (tide ÄBBfiTT).
tiO. Ofomi/s irroratns Beants (fiele Abbott).
61. Tarhijorydes splevdeiis ibeanus Thdmas.
62. Miioscdlops argevteo-cinermis (Petee,'^).
63. Hißtrix. galeatu Thomas.
64. » » amUgua Lönnbeeü n. sub.sp.
65. Lepus sp.
65a. > nchropus Wagnee (fiele Abbott).
Hyracoulea.
66. Dendroln/ra.r validus True.
Proboscidia.
67. Elephas sp.
Perissortactyla.
68. Diceros hicornis (Linne).
69. Eipius chapniani höJinii (Matschie).
Artiodactj'la.
70. PotamocJioerus chnernpotamus dcemonis Foesyth
Major.
71. Pliacnchoerus (sliani massaicus Lönnbeeü ii. subsp.
72. Hippopotamus ampMhins Linne.
73. Giruff'a tippelsVirrlii Matsc'Hie.
74. Buh(dis cokei (Günther).
75. Cnimochnetes albojuhatits Thomas.
76. taurtnus Burchell (fide Fischer).
77. Cephalophiis tibi/ssinicus Thomas.
78. //an'«?// Thomas (fide Abbott, Fischer).
79. » apadix True (fide Abbott).
80. Bliapihiceriis neumanni stigmatv» LOnnberü n.
subsp.
81. Nesotragus moschatus von Düben.
82. Mudoqna kirJci Günther (fide Abbott).
83. Cobus eUipsipri/mnus (Oculby).
84. Bedunca bohor Rüppell.
85. ^pyceros melampus suara (Matschie).
86. Gazella fhomsoni Günther.
87. ' yranti Brüoke.
88. Lithocranius walleri (Brooke) (fide Hünter).
89. Oryx callofis Thomas.
90. Strejmccros sfrepsiceros (Palla.s) (fide Johnston).
91. » imherbis Blyth.
92. Tragdaphiis sglvaticus wicrjfcwsis Lönnbeeg n. subsp.
93. Taurotrugus ori/x llvingsfoni (Sclatee).
94. »Bu/feJits caffer Sparrman» (fide Abbott).
Tiibulidt'iitata.
95. Orgrferopiis sp.
PLATE 1.
SJÖÖTEÜTS KILJMANDJAEO-MEKU EXPEDITION.
Plate 1.
Fig. 1. View froin tlic steppe witli scattered aeacias. Hurryiiig iluwii fioin tlie liill wLerc the Giraffe (Crira/fa
tippelsldrchi $) liad been sliot Prof. Sjöstedt inauaged to get tliis plioto just before thc aninial collapsed.
The starlike spots are plainly visible.
2. View from tbe grass steppe at western Leitokitok, NW. of Kiliiuaudjaro. At some distance scattered
aeacias are seeii. The Giraffe is a big bull of G. tippelskirchi with the spots not quite so jagged as
those of thc female.
i> 3. A young Serval from Kiliraandjaro.
» 4. New boni Kongoiii calf {Bubalis cokel) from the grass steppe at thc rivcr Kirarägua, westem side of
Kiliiuaudjaro.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
2 Mammalia.
Tat. 1.
Yngve Sjöstedt füt<
Ljustr. Jiisiii^ Ct;ÜLTquist. Stlilm,
Lönnberg: Mammalia.
PLATE 2.
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Plate 2.
Fig. 1. Almost newhnrn calf of Totirotragiis oryx lioingstonü froni Ngare na uniki. "A 1905.
2. The same aniiual about 8 moiiths later.
3. Herds of sheep and goats belonging to the Massais in the mixed forest below the south-westeru part
of Kiliniandjaro. Great acacias and otber scattei-ed trees and busbes.
» 4. Herds of zebu cattle belonging to the Massais, on the steppe between Kilimaudjaro and :\Ieru.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
2 Mammalia.
Taf. 2.
Yngve Sjnsledt foto.
Ljustr, Justus Cederquist, Slhlm,
Lönnberg. Mammalia.
PLATE 3.
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Plate 3.
Fig. 1. A killed boar of Phacochcerus on the steppe at Ngare na nyuki, in tlie background scatteied »umhrella
acacias » .
" 2. An open place covered witli meter long grass in the tliin acacia woods at Ngai-e na nyuki, tlie favourite
liaunts of the Pallah antelopes.
» 3. A killed Oryx callotis froni the tliin acacia woods in the sanie district as the foregoing fig.
» 4. View of the grass steppe in western Leitokitok. NW. of Kilimandjaio. In the background the lowei-
most slope of the inountain towards the steppe.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition
2 Mammalia.
Taf. 3,
:MS^!vtö
«4-
Yngve Sjöstedt foto.
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm.
Lönnberg: Mammalia.
PLATE 4.
Sjöatedta Kilimandjaro- Meru Expedition. 2.
9.TÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 2.
Plate 4.
Fig. 1. A wounded Gnu from tlie steppe witli sliort grass in tufts on the vast plains between Ngare na nyuki
and Ngare nairobi, the favourite liaunts of Zebras, Gnus, Kongoni Antclopes, Grant-, and Thomson Gazelies.
» 2 & 3. Views of the landsrape in wliicli the Rhinoceroses usually wore found; fig. 2 a territory with
dense growth of bushes; near the Hippopotamus lakes; hg. 3 steppe with scattered acacias.
» 4. View from the Hippopotamus lakes below Meru. These lakes form a series of longish lagoons liordered
by ridges and hills covered with woods of scattered high acacias with yellow trunks. and other trees
and with a dense uudergrowth in which the Hippopotamuses graze duriug the uights and through which
they have raade great tunnel like paths.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meiu Expedition.
2. Maiunuilia.
Taf. 4.
Yngve Sjöstedt foto.
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlni.
Lönnberg: Mammalia.
PLATE 5.
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
Plate 5.
Fig. 1. Crocottd Jdbonotensis n. sp. (tlie red).
» 2. » panganensis u. s}). (the grey)
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
2. Mammals.
Taf. 5.
A. Ekblom foto.
Lönnberg: Mammals.
Ljustr. Justus Cederquist. Stlilm.
PLATE 6.
SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2.
Plate «.
Fifr. 1. Skull üf au adult bull of Giriiffa fippelsMrchi seen froiu tlie riglit side to show the lievelopmeut of
exostoses.
■: 2. Front viow of tlie saine exliibiting the difference iu tlic developuieut of tlic exostoses ou the riglit and
left sides.
» 3. Skull of Bhapkkerus ncumanni.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expeditipn.
2. Mammals.
Taf, 6.
A. Ekblom foto.
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm.
Lönnberg: Mammals.
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION.
Plate 7.
Fig. 1. Palatal view of the skull of Crorofta kibonotensis.
» 2. Palatal view of the skull of Crnrntfn pangfinen^'nt.
» 3. Skull of Hi/tftri.r gnleaia umhli/iid.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
2 Mammnis.
Tat. 7.
i\
Axel Ekblom pinx.
LOnnbers': Mammcils.
Repr 0. tr. Justus Cederquist, Sthlm.
3. VOGEL.
N'on
YNGVE SJÖSTEDT.
Mit 5 Tafeln.
Die erste Kvinde von der Vogelwelt des Kilimandjaro lieferte Baron Carl
Claus von der Decken/ der während seiner ostafrikanischen Reise in den Jahren
1862—1865 auch diesen Berg besuchte, woher eine geringere Anzahl Vögel mitgebracht
wurde, und erst etwa zwanzig Jahre später wurde unser Kenntnis der Ornithologie
dieses Gebietes etwas mehr erweitert. Während der dritten Reise, die der unermüd-
liche luid berühmte Ornithologe Dr. G. A. Fischer nach dem Inneren des dunklen
Kontinents 1882 unternahm, wurde nämlich Aruscha am S. W. Fusse des Meruber-
ges passiert, wo ornithologische Untersuchungen während kürzerer Zeit vorgenommen
wurden, ehe die Reise, die durch Usambara den Panganifluss entlang gegangen war,
nach dem Naiwaschasee, dem Endpunkt der Reise, fortgesetzt wurde. Das Ergeb-
nis seiner Forschungen im Kilimandjaro-Meri; Gebiete, wie es hier begrenzt worden,^
waren fast 100 Vogelarten.
Jetzt folgen die weiteren ornithologischen Erforschungen des Kilimandjaro ra-
scher, wogegen der INIeruberg mit Ausnahme der genannten von Fischer bei Aruscha
in der KuJturzone am Fusse des Berges ausgeführten Untersuchungen bis zu dieser
Expedition, bei welcher besonders die höheren, bisher ornithologlsch ganz unerforschten
Teile des Berges zwischen 3000—3500 m und höher, bis an die Spitze, eingehend
untersucht wurden, unerforscht blieb.
Zwei Jahre später, 1884, unternahm der englische Konsul H. H. Johnston, auch
durch seine Reisen in Kamerun und anderen Teilen des dunklen Kontinents bekannt,
auf Kosten der British Association und Royal Society eine Reise nach dem Kilima-
ndjaro, wobei er auch die höheren Teile des Berges oberhalb des Gürtelwaldes be-
stieg, von Avelchen dabei die ersten, obschon sparsamen, ornithologischen Nachrichten
geliefert wurden. Die vom Aufenthalte am Berge heimgesandten Sammlungen um-
fassten 50, darunter 5 neue Arten.
* Vergl. näher betreffs der hier ausgegebenen Forsclier das Litteraturverzeichnis.
^ Siehe die Fussnote der Liste der vom Gebiete bisher bekannten Vögel am Ende dieser Arbeit.
SJösterUs KUintandJafO'Meru Expedition, ä. i
2 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 3.
Zwei Jahre später wurde der Kilimandjaro wieder Gegenstand ornithologischer
Untersuchungen. Auf einem Jagdzug in Ostafrika 1884—1886 besuchte Mr. F. J.
Jackson Ende 1886 einige Monate auch das östhche KiHmandjaro-Gebiet (Taveta,
Lumifluss, Kahe, Ronibo u. s. w.), wo 31 Vogelarten, darunter eine neue, eingesam-
melt Avurden. Schon 1885 hatte Jackson auch diese Gegenden besucht, wobei beson-
ders am Djipesee ornithologisch gesammelt worden war.
Nach wiederum zwei Jahren finden wir drei Ornithologen : Dr. W. L. Abbott, Mr.
*H. C. V. Hunter und Mr. J. C. Willoughby an den östhchen, niedrigeren Teilen
des Berges und darunterliegenden Steppen mit Untersuchungen der Avifauna beschäf-
tigt.
Die Sammlungen von Dr. Abbott, welche während der Jahre 1888—1889 zusam-
mengebracht wurden und die 256 Arten in 684 Exemplaren umfassten, sind mit we-
nigen Ausnahmen erst neulich von Oberholser bearbeitet worden. Dr. Abbott un-
tersuchte fast ausschlisslich die Steppen, Oasen und Flussufer östlich und südöstlich
des Kilimandjaro, besuchte aber auch höhere Teile des Berges bis 14,000 F. Die
von ihm besuchten Gegenden sind: Mandaras, Marangu, Useri, Taveta (Hauptsta-
tion), Djipesee, Dschallasee, Kahe nebst Aruscha-wachini.
Mr. Hunter, der auf einer Jagdexpedition von Juni — August 1888 an den ö.
Abhängen des Kilimandjaro sich mit ornitologischen Sammlungen beschäftigte,
konnte dabei eine 95 — darunter 5 neue — Arten umfassende Sammlung zur weiteren
Kenntnis der Vogelwelt des Berges als Ergebnis seiner Tätigkeit nach Hause senden.
Am Ende seiner Schilderungen »East Africa and its big game» fügt Mr. J. C.
Willoughby eine Liste einer Anzahl am Kilimandjaro gesammelten Vögel bei, und
auch Prof. Georg Volkens, dem wir die Erforschung der Flora des Kilimandjaro
verdanken (1893—1894), liefert in seinem trefflichen Reisewerk einen kurzen Bericht
über das Vogelleben des Berges. Überzeugt, dass der Kilimandjaro noch ein über-
aus dankbares Feld für ornithologische Forschungen sei, war Prof. Volkens noch
vor seiner Rückkehr an die Küste beim Auswärtigen Amte in Berlin vorstelhg ge-
worden, einen Ornithologen für methodische Studien der Avifauna des Berges heraus-
zusenden, welchem Wunsch bereitwillig entsprochen wurde, indem Dr. Kretschmer
bald nachher am Berge anlangte, der jedoch leider einem grausamen Schicksal entge-
genging, indem er mit Dr. Lent von den Eingeborenen auf einem Marsch in den
östlichen Landschaften bei Rombo, noch bevor er Erspriessliches hatte leisten kön-
nen, ermordet wurde.
Während der ergebnisreichen zool. Reise, die Dr. Oscar Neumann in der Jahren
1892 — 1895 in Ostafrika unternahm, wurde im Mai 1894 via Zanzibar, Tanga, Pangani,
KibajaMassai, Mpapua, Manjara- und Ngurumansalzseen, Mossiro, der Victoria Niansa,
und Uganda erreicht, von wo aus im Oktober der Rückmarsch angetreten wurde, der
zunächst über den Naiwaschasee zum Kilimandjaro führte, wo von der Steppe bis an
die Bergwiesen mehrere Wochen ornithologisch gesammelt wurde. Hierbei wurden
folgende Plätze besucht: Taveta, Marangu, Moschi, Kiboscho, Kahe, Kifinika ober-
halb des Gürtelwaldes, und der Dschallasee. Von seiner reichen ornithologischen
Reiseausbeute gehören etwa 100 Arten der Kilimandjarofauna an.
SJOSTEDT, VOGEL. o
In der Jahren 1894—1895 wurde von Oberleutnant von der Marwitz eine
Anzahl Vögel am Kilimandjaro zusammengebracht und nach Hause gesandt.
Während der wiederholten Reisen, die der bekannte Jäger und Forscher C. G.
Schillings in Deutsch- und Englisch-Ostafrika ausgeführt, wurden reiche ornitholo-
gische Sammlungen, die 355 Arten in weit über 1000 Bälgen umfassten, nach hause
mitgebracht, wovon 146 Arten dem Kilimandjaro-Meru Gebiet angehörten, die meisten
bei Moschi, weiter am Djipesee und Merkersee, beim Kirarägua, einem kleinen
Flusse an der Westseite des Kilimandjaro, sowie einzelne bei Taveta, Ngare rongai,
Kahe und Rombo gesammelt.
Als der ungarische Sportsmann A. v. Damaszkin Ende des Jahres 1902 eine Jagd-
fahrt nach Deutsch-Ostafrika antrat, nahm er den jungen Naturforscher Koloman
Katona (Kittenberger), der vom Ungarischen National-Museum ausgerüstet wurde,
für zool. Sammlungen mit. Am Kilimandjaro hielt sich damals bereits seit einem
Jahre Baron Paul Bornemisza auf, um für dasselbe Museum ethnographische Ge-
genstände zu sammeln. Die drei Herren trafen in Mombasa zusammen, fuhren von
hier über Voi nach dem Kilimandjaro, wo sie sich zuerst in Kiboscho, dann in Mo-
schi niederliessen, mit Ausnahme von Damaszkin, der den Weg nach dem Victoria
Nyanza u. s. w. fortsetzte. Vom Jan.— Okt. 1903 wirkte Kittenberger an genann-
ten Orten an der Seite Bornemiszas, um dann allein seine Sammlungen fortzu-
setzen. Ende 1903 wurden laut Dr. v. Madaräsz 700 Vogelbälge von Kittenberger
nach Hause gesandt, welche sich auf 207 aus Moschi und Kiboscho stammende Arten
bezogen. Während meines Aufenthaltes am Kilimandjaro war Herr Kittenberger
noch da, um seine Sammlungen fortzusetzen.
Die bisher gemachten Untersuchungen über die Avifauna des Berges hatten fast
ausschliesslich den östlichen und südöstlichen Teilen Berges gegolten, während die
westlichen und nördUchen Teile dagegen fast vollständig nicht nur ornithologisch,
sondern überhaupt zoologisch eine Terra incognita geblieben waren. Es geschah auch
aus diesem Grunde, dass ich meine Station an der in vielen Hinsichten abweichenden
Westseite des Berges in der Landschaft Kibonoto (Schira), als Ausgangspunkt der
zoologischen Untersuchungen besonders dieser Teile des Berges, aufschlug, obgleich
auch der übrige Kilimandjaro wie auch der Meru ringsum untersucht wurden.
Die während der Reise von mir erlegten Vögel umfassen 402 Arten in 1546
Exemplaren, von denen 371 Spezies im Kilimandjaro-Meru Gebiete, die übrigen 31
nur unterwegs durch Usambara angetroffen wurden. Obgleich so viele Forscher vmd
Sammler — v. der Decken, Fischer, Johnston, Jackson, Abbott, Hunter, Wil-
LOUGHBY, Volkens, Kretschmer, Neumann, Marwitz, Schillings, Kittenberger
— seit 1862 bisweilen jahrelang hier ornithologisch beschäftigt gewesen, gelang es
mir, für das Gebiet 75 neue Arten nachzuweisen, darunter 3 n. sp. (Caprimulgus palin-
quisti, Mirajra meruensis, Phyllastre/phus kilimandjaricus) , 1 n. subsp. {Balis puella moni-
ana) nebst einigen bisher unbekannten oder wenig bekannten Geschlechtskleidern und
Entwicklungsstufen (Saxicola schalowi ? und jun., Francolinus shelleyi ?, Chloro-
phoneus nigrifrons Jim., Nectarinia johnstoni jun. und Dunenjunge von Enten), sodass
sich nunmehr die Anzahl der aus dem verhältnismässig kleinen Kilimandjaro-Meru
4 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 3.
Gebiete bekannten Vogelarten auf nicht weniger als etwa 503 beläuft. Da die Be-
grenzung des Gebietes etwas willkürlich ist, * und einige Arten sich vielleicht nur als
zufällige Variationen nahestehender Formen erweisen werden, bleibt die exakte Zahl
etwas relativ.
Biologische Observationen über die Vogelwelt dieser Gegenden lagen bisher sehr
sparsam vor.
Durch diese vereinigten Forschungen können die Berge nunmehr als eines der
.ornithologisch am besten bekannten Gebiete ganz Afrikas bezeichnet werden!
Die Geschichte des Kilimandjaro geht nicht weit in die Zeit zurück, erst im Jahre
1848 wurde derselbe durch einen von Mombasa aus eindringenden deutschen Missio-
nar Rebmann für Europa bekannt. Seiner Natur nach ein vulkanischer Kegel, der
von der umgebenden Massaisteppe sich zu einer Höhe von 6010 ]Meter erhebt, mit
seinem basalen Teil ein Ai'eal von etwa 5000 qkm. bedeckend, entstand er in der
Tertiärperiode, wobei die aus Granit und Gneis bestehende Erdrinde von eruptiven
Massen gesprengt wurde. Der Kilimandjaro ist indessen keine vereinzelte vulkanische
Erscheinung in diesen Gegenden von Afrika, sie sind im Gegenteil förmlich mit sol-
chen bestreut, von denen der etwa einen Tagemarsch westlich vom Kilimandjaro ge-
legene Meru mit seiner Höhe von 4460 m., — also bedeutend höher als der Kame-
runberg (4,000 m.), der grösste Berg Westafrikas — einer der bedeutendsten ist.
Auch dieser in zoologischer Hinsicht fast ganz unbekannte Berg war, wie erwähnt,
während meiner Reise der Gegenstand eingehender Untersuchungen, wobei seine höchsten
Teile wiederholt, während zwei verschiedener Fahrten, bestiegen wurden. Es liegt
auf der Hand, dass ein Berg, der fast auf dem Äquator gelegen, sich von der heissen
Steppe bis zur Region des ewigen Schnees und Eises erhebt, hierbei eine Reihe ver-
schiedener und in verhältnismässig rascher Aufeinanderfolge sich ablösenden Vegeta-
tionsbilder und damit im Zusammenhang stehenden Abwechselungen der Fauna aufwei-
sen muss, da ja die Tierwelt sich in der Pflanzenwelt sjDiegelt und mit ihr sich ver-
ändert. Wir unterscheiden sechs solche Zonen: die Steppe, den Mischwald, die
Kulturzone, den Regen- oder Gürtelwald, die Bergwiesen und die Flechtenregion und
wollen auf den folgenden Seiten das oft reiche Vogelleben, das uns innerhalb dieser
an Vegetation, Terrain und Klima so wechselden Teile des Berges, von der sonnen-
glühenden Steppe bis an die Greiize des ewigen Schnees begegnet, kurz charakterisieren.
Ringsum den Berg verbreiten sich Steppen von verschiedener Natur, bald
wüste, von niedrigem, in kleinen isolierten Hübein aufschiessendem Gras bewachsene
Grassteppen, wie im Norden zwischen den Flüssen Kirarägua, Ngare nairobi und
Ngare na nyuki; dies ist der beliebteste Aufenthaltsort des Grosswildes, und hier be-
gegnet man regelmässig Heerden von Gnus, Zebras, Grantgazellen, Thomsongazellen
und Kuhantilopen. Bald ist das Gras höher, — eilen- bis meterhoch — oft mit
Blumen gemischt, wie nördlich und westlich des Meru, wo jedoch die genannten Tiere
sparsamer oder ganz werschwunden waren. Auch nordwestlich vom Kilimandjaro
^ vergl. die 2. Note Seite 1.
SJOSTEDT, VOGEL.
breitete sich derartiges Terrain mit noch frischerem, mit Klee durchsetztem Gras aus,
wo besonders Kuhantilopen zahlreich auf üppiger Weide sich tummelten.
Eine andere Art von Steppe ist die Buschsteppe mit ihren mehr oder weniger dicht
stehenden Sträuchern, Ansammlungen von solchen und vereinzelten niedrigeren Bäumen
oder von strauchartigen Stauden, die imter dem Gras zerstreut bisweilen so dicht
stehen, dass ein Vordringen durch ein solches Terrain fast unmöglich gemacht wird.
Eigenartig ist die Steppe, die unter dem Namen » Obstgartensteppe » bekannt ist,
einem Namen, den sie infolge ihrer auffallenden Ähnlichkeit mit einem verwilderten
Garten mit licht stehenden, aber doch ziemlichgleich förmig zerstreuten, an alte, vier bis
fünf Meter hohe knorrige Apfelbäume erinnernden Bäumen, die aus dem mehr oder
weniger hohen Grase sich erheben, erhalten hat. An anderen Stellen, wie südlich von
Kibonoto und südöstlich vom Meru, erinnerten die Bäume, die hier dichter zusarhmen-
stehend die Obstgartensteppe bildeten, sehr an Pflaumenbäume.
In hohem Grade charakteristisch ist die Schirmakaziensteppe mit ihren über die
Grassteppe hin mehr oder weniger dicht stehenden Akazien mit ihren breiten Kronen
und ihrem frisch grünleuchtenden Laubwerk, die sich besonders am Flusse Ngare na
nyuki in der Umgebung des Meru im Nordosten ausbreitete.
Wir wollen nun in seinen allgemeinen Grundzügen das Vogelleben skizzieren, das
diese verschiedenen offenen Steppenlandschaften charakterisiert.
Auf der öden Grassteppe, wo die Vogelwelt zwar nicht reich, aber auch nicht so
arm ist, wie man zu glauben geneigt sein möchte, begegnen wir den Riesen unter den
Vögeln, den Straussen {Struthio massaicus), und dem nach diesen grössten in diesen
Gegenden lebenden Vogel, Otis kort, wie auch 0. vnelanogaster und anderen Trappen;
hier ziehen Scharen von Flughühnern {Pterocles gutturalis saturatior und seltener Ptero-
clurus exustus) in sausendem Fluge durch die Luft oder lassen sich auf dem oft von den
Feuern der Massais schwarz gebrannten Boden nieder. Hier sieht man bisweilen den
sandgelb leuchtenden Rhinoptilus hisignatus in elegantem Fkige sich vom Boden erheben
oder Oedicnemus capensis in kleinen Trupps über den Boden hin laufen; Anthus rufulus cin-
namomeus flattert erschreckt zwischen den Grasbüscheln auf, während kleine kurzschwän-
zige Cisticola- Arten {terrestris und cisticola uropygialis) in markantem, eigentümlichem
Flug sich in die Lüfte erheben, um bald wieder sich in-das Gras hinabzusenken. Kiebitze
{Stephanibyx coronatus) laufen in kleinen Scharen gern da umher, wo der Boden von
den Massaifeuern verbrannt ist, oder stürzen sich mit lautem warnendem Geschrei
unter die auf der Steppe weidenden Antilopen. Sie sind die verhasstesten Feinde des
Steppenjägers, wenn er sich dem scheuen Wilde zu nähern sucht; vorsichtig ist er an die
Tiere herangekommen, ohne sie zu beunruhigen, die Schritte werden langsamer, der
Blick folgt allen Bewegungen der Tiere, und die Hoffnung steigt, bald sie in Schussweite
zu haben. Plötzlich erheben sich einige Kronenkiebitze von dem verbrannten Boden,
schiessen in schnellem Flug über den Boden hin, werfen sich hierhin und dorthin, schrei-
end und lärmend, und stürzen in eiliger Flucht vorwärts, die Luft mit ihren durchdringen-
den Lauten erfüllend. Das ist das Lärmsignal für die scheuen Tiere der Steppe; die
weidenden Grantgazellen erheben den Kopf und spitzen die Ohren, die Schwänze schwin-
gen unruhig hin und her, einige werfen sich herum, und dann stürzt die ganze Schar in
6 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
wilder Flucht hin über die weite Steppe; Gnus und Zebras folgen bald nach, oft von den
Vögeln verfolgt, die sich wie wahnsinnig zwischen sie werfen und nicht eher sich beruhi-
gen, als bis sie ihre Schützlinge in Sicherheit gebracht sehen.
Während die erstgenannten Arten sich meistens auf dem Boden aufhalten, sieht
man hier andere wie die Geier, Helotarsus, Circus pygargus und macrourus, Buteo augur.
Schwalben (H. rusfica, griseojiyga u. a. ) kreisen oder über die weite Steppe hinsegeln.
Auf diesem offenen Terrain halten sich auch Btibulcus ibis und Ciconia ciconia auf; Oena
capensis anonyma fliegt von dem niedergetretenen Wege auf, der durch die Steppe hin-
durchführt, und auch Pyrrhulauda leucopareia, Lagonosticta brunneiceps, Spermestes
caniceps, Turnix, Wachteln und andere Samenfresser zeigen sich hier. Auf der mit
etwas höherem Gras bewachsenen Steppe nördlich vom Meru zogen Scharen von Dre-
panoplectes jacksoni umher, wobei die Männchen in ihrem schwarzen Kleide mit dem
grossen abwärts gebogenen Schwanz grell gegen die ammerfarbigen Weibchen und Jun-
gen abstachen.
In dem Masse, wie Sträucher und kleinere Bäume in die Einförmigkeit des Bildes
Abwechslung zu bringen beginnen und die Buschsteppe ihren Einzug hält, ändert sich
die Fauna, und neue Formen beleben das öde Bild. Hier zeigen sich Mirafra africana
athi und intercedens auf vereinzelten hervorragenden Sträuchern oder thronend auf der
Spitze eines alten Termitenhügels; die grossschwänzige ScJwenicola apicalis streift im
Grase oder schlüpft unter den unteren, vom Grase umgebenen Teilen der Sträucher
umher; Centropus superciliosus und Scharen von Colius leucotis affinis treiben im Ge-
sträuch ihr Wesen, der kleine Melittophagus intermedius sitzt auf hervorragenden freien
Zweigen und späht nach Insekten aus, und auch der grössere, prunkende M. buUocko-
ides zeigt sich auf solchem Steppenboden in vereinzelten Bäumen, während Merops
apiaster unter feinem Trillern oder Schnattern bei seinen Wanderungen in Scharen hier
durch die Luft zieht. In seinem weiss und schwarzen Kleide leuchtend sitzt Lanins
humeralis uropygialis auf dem Wipfel eines kleinen Baumes, gewöhnlich einer Akazie,
thronend, wo auch andere Würger, wie minor und collurio, sich zeigen können. Colius-
passer laticauda zieht gern in Schwärmen umher, wo das Gebüsch sich mehr ausbreitet,
und hier sieht man auch den gemeinen Euplectes xanthomelas sich auf der Spitze der
Sträucher wiegen.
Wie erwähnt, breitet sich an gewissen Stellen in der Umgebung des Berges die
eigentümliche Steppe oder richtiger der Steppenwald aus, der den Namen Obstgarten-
steppe erhalten hat, z. B. südlich von Kibonoto, wo sie ohne eigentliche Unterbrechung
bis an die Kulturzone heranreicht. Die dominierenden, nicht hohen Bäume haben hier
eine habituelle Ähnlichkeit mit Pflaumenbäumen. Es ist eine Busch- und Baumsteppe
mit hier und da zerstreutem Gebüsch, das sich über das oft brusthohe Gras erhebt.
Meterhohe Kompositen mit grossen gelben Blüten unterbrechen hier oft die einförmigen
Blätter- und Gräsermassen, die sich sonst überall zwischen der höheren Vegetation dem
Auge darbieten. Gewundene Ipomaeen schmücken hier und da den Boden mit ihren
grossen, weissgelben, breiten Blütenglocken oder streuen sie mit ihren Ranken über
Bäume und Sträucher, und auch andere Blumen beleben hier und da das Bild. Ohne
grössere Schwierigkeit kann man hier zwischen Bäumen und Sträuchern vordringen,
SJOSTEDT, VOGEL. 7
wenn auch bisweilen das hohe Gras sich einem lästig in den Weg stellt; der Boden ist
trocken, hart, oft steinig mit aus der Erde hervorragenden vulkanischen Steinmassen
oder losen Steinen dieser Art. Das Tierleben ist hier immer spärlich und oftmals auf-
fällig arm, wenn auch gerade das Vogelleben das ist, was noch am meisten belebend
wirkt. Frisch erklingen die vollen Töne des Pycnonotus layardi, wenn er die Kopf-
federn sträubend sich zusammen mit seinem Weibchen auf einem Zweige niederlässt;
er ist einer der gewöhnlichsten Vögel in diesem Terrain. Im Gesträuch oder in den
Kronen der niedrigeren Bäume klettern Mausvögel {Colius leucotis affinis), bald senk-
recht an den Zweigen herabhängend, bald sich wie Mäuse längs derselben bewegend,
und den Orgelwürger {Laniarius aethiopicus ambiguus) vernimmt man aus Gebüschen
und dichten Kronen, wo er von seinem Weibchen begleitet behende umherhüpft, um
dann und wann, wie ein Kuckuck nickend, seine eigentümlichen, von dem Weibchen zu
einem Duett harmonisch beantworteten Töne erschallen zu lassen. Aus den Kronen der
hohen, lichten, gelbstämmigen Akazien, die sich dorterheben, wo der Boden etwas nässer
ist, lässt der schwarzköpfige Pirol {Oriolus larvatus rolleti) gedämpfte, aber volle Laute
»tjö-tüä- öu oder tjo-äu» hören, der purpurglänzende Cinnyricinclus verreauxi, begleitet
von seinem braungesprenkelten Weibchen, zieht in kleinen Scharen zwischen den zer-
streut stehenden Bäumen umher. Ruhig sitzt der rotköpfige Bucconide Lyhius melano-
pterus auf einem Zweige, während sein kleinerer, schwarzkehliger Vetter Tricholaema
lacrymosum lebendiger zwischen den Zweigen umherhüpft. Zierlich, mit angedrückten
Federn sitzt der Baumpieper {Antlius trivialis), Zugvogel in diesen Gegenden, auf einem
Zweige, und auch der graue Fliegenfänger {Muscicapa grisola) zeigt sich und zwar in
dem dürren Wipfel eines Baumes, von wo er dann und wann einen Ausflug macht, um
ein vorbeischwirrendes Insekt zu fangen. Prüfen wir die Vogelwelt der Sträucher, so
begegnet uns hier oft der braunbunte Würger Pomatorhynchus aiistralis minor — und
bisweilen auch senegalus — umherhüpfend in den dichten Teilen nahe dem Boden oder
im Fluge zu einem anderen Gebüsch hinüber auf ausgebreiteten Flügeln mit fächerförmig
ausgespanntem Schwanz dahinsegelnd. Bisweilen erhebt er sich mit eigentümlich ge-
räuschvollem Fluge in die Luft, wie ein Pieper singend, um dann wieder in eine Krone
einzufallen, wo sie sich während der Brütezeit gerne aufhalten. Cisticola- Arten bevor-
zugen in der Obstgartensteppe das zwischen den Sträuchern hoch wachsende Gras wie
auch die lichten Sträucher selbst und lassen von hier aus ihren scharfen wiederholten
Ruf oft hören ; mit gesträubten Kehlfedern und weitoffenem schwarzem Rachen thronen sie
auf der Spitze eines Zweiges, rufen nach allen Seiten und ereifern sich hierbei so sehr,
dass das ganze kleine Geschöpf in Zittern gerät. Von der einen Akazie zur anderen
füegt ein grün- und rotscheckiger Dendromus nubicus, das trillernde Tuten des Sporen-
kuckucks ertönt aus dem Gesträuch, während der graue, drosselähnliche Crateropus
jardinei hypostictus unter Schreien und Lärmen in kleinen Scharen von Gebüsch zu Ge-
büsch zieht. Von anderen Vögeln, die sich gern in derartigem Terrain aufhalten, sind
folgende zu nennen: Melaenornis ater tropicalis, Sylvietta jacksoni, Bradornis pallidus
murinus und griseus, Campephaga flava, Upupa africana, Rhinopomastus cyanomelas
schalowi, Halcyon chelicuti, Lanius caudatus, Prodotiscus regulus, Dicrurus afer, Macronyx
aurantügula, Vinago calva nudirostris, Franolinus hildebrandti u. a. Frankoline, Cucu-
8 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEEÜ EXPEDITION. 3.
lus clamosus, Coracias caudatus, Anaplectes melanotis, Anthreptes longuemarei, collaris
hypodilus und andere Nektariniden, MelocicUa mentalis orientalis, Prinia mystacea u. a.
Am Fusse des Kilimandjaroabhangs im Südwesten an der Grenze zwischen den
Landschaften Kibonoto und Madschame ist durch die reichen Niederschläge dieser
Gegenden ein Sumpf entstanden — auf Meyer's Karte Ganga Sumpf genannt — der
sich durch eine in mehreren Hinsichten eigenartige Vegetation auszeichnet. Üppige
dichte Papyrusbestände erheben sich hier aus dem mit Wasserpflanzen völlig bewachse-
nen Sumpfe, den man in einem viertelstündigen Spaziergang in seiner ganzen Länge
passieren kann, und auch, \vie es schien, Panicum maximunt, mit seinen breiten Blättern
bildeten hier und da derartige Dickichte, während die ganze Oberfläche im übrigen ohne
freien Wasserspiegel von Gras bedeckt war, bisweilen vermischt mit rundblättrigem
Scirpus.
Öde und still liegt der Sumpf da, begrenzt von dem offenen lichten Steppenwald
oder der Obstgartensteppe, das Tierleben ist an ihm fast ständig arm, keine Wat- oder
Schwimmvögel sind zu sehen, und nur Circus ranivorus kreist bisweilen über seiner grünen
Oberfläche. Während der Regenzeit erhebt sich das Wasser fuss- bis ellenhoch über
die Umgebung, wo der Pfad hindurchführt; während der Trockenzeit geht man dort
zwar trockenen Fusses bis an den Rand des Sumpfes und noch ein Stück weiter, bald
aber stösst man auf Wasser und nachgebenden und schwankenden Boden. Zahlreiche
Acridiiden leben im Grase während der Trockenzeit, Odonaten, meistens Libelluliden
und Agrioniden, beleben die Ufer, wohin sich auch hier und da eine Cisticola, ein Lanius
caudatus, Serinus Icterus madaraszi, Dicrurus, Spermestes nigriceps, Melaenornis, Lopho-
aetus occipitalis, Halcyon chelicuti, Muscicapa grisola, Macronyx aurantiigula und andere
Bewohner des umgebenden niedrigen, lichten Waldes bisweilen verirren.
Zeigte nun dieser isolierte Sumpf eine arme Vogelfauna, so fanden sich in der näch-
sten Umgebung des Berges dagegen andere mit reicherem Vogelleben. Solcher Art
waren die mit breitblättrigem Schilf bewachsenen Sumpfgebiete, die der von dem Berge
bei Kibonoto herniederströmende Lima-Bach dicht am Fusse des Berges bildete; hier
hielten sich Acrocephalus baeticatus und wohl auch arundinaceus, Bradypterus babaeculus,
Ploceus schillingsi, Amhlyospiza unicolor und Ispidina picta auf, während Motacilla
longicauda die reissenden Ströme Fugga und Sanya aufsuchte, wo auch der gewaltige
Riesenfischer (Ceryle maxima) bisweilen sich aufhielt.
Für die Flötenakaziensteppe scheinen keine Vögel besonders charakteristisch zu sein,
und nur wenige Arten trifft man in diesen von aggressiven, übelriechenden Ameisen
{Cremastogaster tricolor Gerst. ) besetzten Bäumen an. Hier und da sieht man ein Nest,
ähnlich einem Heuwisch ungefähr von der Grösse eines Menschenkopfes, mit seiten-
ständigem Eingang, inwendig mit Ferdern ausgekleidet und von Passer rufocinctus
erbaut, oder vielleicht ein Webernest; im übrigen scheinen sie dem unbeschränkten
Besitz der Ameisen überlassen zu sein. Sind die Akazien klein, und dominiert die
Grassteppe, so beherbergt sie die charakteristische Tierwelt der Steppe.
Ein typisch verschiedenes Bild der Tierwelt begegnet uns in den hebten Akazien-
iväldern am Ngare na nyuki, einem kleineren Fluss, der vom Meru herab nach Nord-
westen sich in die Steppe hinaus seinen Weg sucht, wo er sich bald in Sümpfen verliert.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 9
Erst zwei Arme von völlig verschiedener Natur, der eine mit kaltem, klarem und wohl-
schmeckendem, der andere mit bitterem, natronhaltigem Wasser, vereinigen sich diese
zu einem reissenden Strom von luigefähr 3 — 5 Meter Breite mit ziemlich bitterem, ob-
wohl während der Trockenzeit klarem Wasser. Hier in diesen Gegenden hat die Steppe
weit mehr als irgendwo sonst sowohl dem höheren wie dem niederen Tierleben seinen
Stempel aufgedrückt, und ein ganz anderes, typisches Bild desselben begegnet uns beim
Eintritt in diese Steppenwälder, als es die Umgebungen der Berge sonst aufzuweisen
haben. In ununterbrochener Folge bieten sich hier dem Blicke des Beschauers fremde
und eigenartige Bilder einer sonst in diesen Gegenden nicht anzutreffenden Tierwelt.
Fremde Carabiden, Cetoniiden, Copraphagen, Heteromeren, Formiciden, Termiten,
Longicornen, Myriopoden, Onisciden, Skorpione, Solifugen u. a. niedere Tiere, Giraffen,
Elen- und Schraubenantilopen, Spiessböcke, gestreifte Hysenen u. s. w., eine Menge
Ratten und andere Säugetiere verschiedener Art, Eidechsen u. s. w. treten auf. Auch
die Schmetterlingsfauna trägt ein fremdartiges Gepräge, und das Gleiche ist in nicht
weniger hohem Grade auch mit der Vogelfauna der Fall.
Terrain und Vegetation, von denen das Tierleben sein Gepräge erhalten hat, ist
auch eigenartig; der Boden zwischen den zerstreut stehenden Akazien ist mit oft ver-
gilbtem Grasteppich bedeckt, oder es liegt der schwarze, schreibsandähnliche vulkanische
Staub nackt da, in der Sonne brennend. Stachelige niedrige Akazien mit runden Kro-
nen, umgeben von Sträuchern und Schlinggewächsen und durchwachsen von den meter-
langen zylindrischen, unten ungefähr ein paar Zoll im Durchschnitt haltenden Blättern
der Sanseviera, mit stahlharter, stechender Spitze, bilden isolierte, fast undurchdring-
liche Gruppen, zwischen denen man sich auf dem entblössten schwarzen, oft glühend
heissen Sande vorwärts bewegt. In diesen Sträuchern und Gruppen von mehr rund-
kronigen, äusserst spitzstacheligen Akazien oder unter den Kronen der höheren und
zertreut stehenden Schirmakazien entfaltet sich ein reiches Vogelleben. Aus jenen
Kronen ertönt das feine, weiche, hohe, langgezogene, wehmütige Pfeifen des Colins
macrourus, bisweilen im Chorus, wenn die scheuen Vögel unruhig sich fortbegeben;
hier thront der kleine Zwergfalke Poliohierax semitorquatus im Wipfel einer breiten
Akazienkrone, wo auch Micronisus gabar bisweilen sichtbar ist. Zahlreiche Tauben (Tur-
tur capicola tropicus und aynhicjuus perspiciUatus, wie auch, obwohl spärlicher, lugens)
sitzen in Scharen in denselben oder spazieren auf dem Boden unter ihnen, indem sie
nach aus den geöffneten Hülsen herabgefallenen Erbsen suchen. Grosse Scharen von
Perlhühnern {Numida reichenowi) laufen hier umher oder fliegen unter ohrenbetäuben-
dem Geschrei auf, während Frankoline {Francolinus liildebrandti, granti u. a. ) in dem
heissen trockenen Sande paddeln. In den breitkronigen Schirmakazien und anderen hier
stehenden Bäumen treibt ferner Clamator jacobinus sein Wesen, während dagegen der
in dieser Gegend gemeine Cuculus solitarius sich gern in den gelbrindigen, an feuchten
Stellen, längs der Flüssen, s. w. wachsenden hohen Akazien auf hielt. Indicatorindicator,
varicgatiis, Tridiolaema massaicum, mehrere Spechte wie Dendromus nubicus, Mesopicos
spodocephcüus rhodeogaster und namaquus, Dendropicos hartlaubi, ferner Balis puella, der
schwarze Laniarius funebris, der mit seinen hurtigen, klangvollen Tönen und seinem
Wechselgesang mit dem Weibchen der ganzen Gegend, die er bewohnt, sein Gepräge
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 3. -
lO SJÖsTBDTS KlLiilAi^bjARO-MEfeU EXPEDITION. 'i.
aufdrückt, Nilaus afer minor, Lanius collurio und isabellinus, Parus fringillinus, Apatis
golzi u. a. sind gleichfalls für die Vogelfauna dieses Terrains charakteristisch. Auf dem
Boden sieht man kleine Scharen von Uraeginthus ianthinogaster, Laganostida hrunnei-
ceps, Hypargos nii^eoguttatus, die nach Grassamen an den Seiten der Sträucher suchen,
während grosse Schwärme von Quelea sanguinirostris aethiopica sich in dem fusshohen
Grase aufhalten.
Wo die zerstreuten Schirmakazien nach der Steppe zu weite, mehr lichte Wald-
partien bilden und der Boden oft mit einem Grasteppich bedeckt ist, wo fast stets Her-
den von Grantgazellen vmd Thomsongazellen weiden, begegnen wir wieder zahlreichen
Tauben der erstgenannten Arten. Spreo superbus zieht hier unruhig in Scharen umher
blitzend in seinem metallschimmernden Kleide, wie auch grosse Scharen von Creatophora
carunculata; hier trifft man auch Passer gongonensis und rufocinctus, den kleinen Anthus
caffer, Mirajra africana athi und unter niedrigeren Akazien die hier entdeckte Mirafra
meruensis; unruhig streift hier Upupa africana umher, wie auch zu gewissen Zeiten
Scharen von Coracias garrulus, und auch Lophoceros nasutus epirhinus, Rhinopomastus
cyanomelas schalowi, Webervögel, Cisticola schillingsi, Hypochera amauropteryx, Monti-
cola saxatilis u. a. weilen gern in diesem Terrain.
Ausser der durch so charakteristische und von denen der übrigen Gegenden ab-
weichende Formen ausgezeichneten Fauna an der Meru-Niederung am Flusse Ngare na
nyuki wurde auf zwei Expeditionen besondere Aufmerksamkeit den zoologisch bisher
ganz unbekannten höheren Teilen dieses Berges, besonders in einer Höhe von 3,000 —
3,500 m und auch höher fast bis zu der 4,460 m hohen Spitze hinauf, gewidmet. Diese
nach oben zu lichteren Regenwälder mit ihrem eigenartigen Gürtel von Bambus be-
herbergte eine Vogelfauna, die der in dem Regenwalde des Kilimandjaro sehr ähnlich
war, wenn auch besonders auf lichterem und offenem Terrain zwischen den Bäumen ein
reicheres Vogelleben sich entwickelte. Von bemerkenswerteren hier lebenden Vögeln
sind zu nennen: Cryptospiza salvadorii, Chloropeta natalensis similis, zuvor vom Kenya
bekannt, Nectarinia tacazze, Bradypterus cinnamomeus und mariae, Poliospiza striata
und Tarsiger guttijer. Hoch oben in Nebel und Kälte w^ar die Stimme einer Cisticola
hunteri zu hören, wo auch ein kleiner metallglänzender Cinnyris mediocris die düstere
Natur belebte.
Noch aber bleibt eine eigenartige Vogelfauna aus der Niederung zu erwähnen, die,
wenn sie auch nicht direkt der Steppe angehört, doch in dieselbe verlegt ist. Ein wahres
Eldorado für den Ornitliologen waren nämlich die natronhaUigen Steppenseen, die umgeben
von offenen Grasflächen, welche unterhalb des freien Wasserspiegels in sumpfiges Ter-
rain übergingen, zerstreut im flachen Gebiete zwischen dem Kilimandjaro und Meru
liegen, ein paar Stunden Marsches entfernt von der Stelle am Abhänge des Kilimandjaro
in der Landschaft Kibonoto oder Schira, wo meine Station als Ausgangspunkt für die
zoologischen Untersuchungen errichtet war. Von den umwohnenden Massaileuten
»El dourött oibor», d. h. »die weissen Seen» genannt, wegen der während der Trocken-
zeit, wenn das Wasser teilweise verdunstet, ausgeschiedenen weissen Salzmassen, die
längs der trockengelegten Ufer in der Sonne glänzen, bilden sie einen Komplex von
ungefähr sieben einzelnen Wasseransammlungen, wovon der grösste, der eigentliche See,
SJÖSTEDT, VÖGEL. fl
eine Länge von wohl 4 — 500 Meter erreicht, und aucli der nördlichste ist nicht gar zu
klein, wogegen die übrigen mehr als Teiche zu betrachten sind, die oft zu grossem Teil mit
Gras, Potamogeton und anderen Wasserpflanzen zugewachsen sind. Wenn die Regen-
massen besonders im April und Mai von dem dann fast ständig bewölkten Himmel her-
abstürzen und die Steppe zwischen den Bergen auf weite Strecken hin überschwemmen,
so füllen sich die zwischen diesen Teichen und Seen gelegenen, vorher zu grossem Teil
ausgetrockneten und mit höherem Gras bewachsenen niedrigeren Strecken zuerst, sodass
sie die Wasserbassins zu einem zusammenhängenden Komplex vereinigen. Das Wasser, das
während der Trockenzeit schmutziggelb, dick, stinkend und von brennend bitterem Lau-
gengeschmack ist, wird durch den Regen mehr und mehr verdünnt, die Farbe wird klarer,
oft jedoch bräunlich, und das Wasser zeigt schliesslich viel weniger Laugengeschmack.
Wenn auch Wat- und Schwimmvögel das ganze Jahr über an diesen Seen anzii treffen
sind, so ist ihre Anzahl doch während der Trockenzeit, wenn die nordischen Zugvögel in
Scharen hier sich niederlassen, ungeheuer viel grösser. Hunderte und aber Hunderte
von Enten, Steissfüssen und Wasserhühnern schwimmen beständig auf der in der Sonne
glitzernden Wasserfläche umher, während in der Trockenzeit auch Tausende von Wat-
vögeln ihre Ufer bekränzen.
Mitte Juli ist es, noch herrscht die Regenzeit, deren Maximum in den April — Mai
fällt, und der Staubregen erfüllt beständig die Luft, die Temperatur ist niedrig, und ein
kühler Wind zieht längs der niedrigeren Teile des Berges hin, als wir von der Station
aufbrechen und an den sanft abfallenden Seiten des Berges hinabziehen durch die wohl-
gepflegten Eleusinenhirse- und Bohnenpflanzungen der Wadschaggas, die hübschen
Küchengärten ähneln, weiter durch den unterhalb derselben beginnenden Mischwald,
über die kleinen Flüsse Nassai und Lima, die eigentlich zwei aus einem grossen mit
hohem breitblättrigem Schilf bewachsenen Sumpf herkommende Arme eines und des-
selben von dem nahegelegenen Berge herabkommenden Flusses (Lima) darstellen, zu
einem ersten Besuch dieser später während eines Jahres so oft besuchten und stu-
dierten Seen.
Das Terrain im Mischwald ist offen mit zerstreuten Gruppen von Bäumen und
Sträuchern oder vereinzelten solchen in dem fuss-bis ellenhohen Grase, aus welchem hier
und da Blumen hervorleuchten. Rechts liegt der Kilimandjaro in seiner imposanten
Masse, von der nur die unteren Teile die Kulturzone hinauf zu sehen sind, während die
oberen hinter einer dichten Wand bleigrauer düsterer Wolken verschwinden. Bald
stossen wir auf den von einem schönen, aber schmalen Waldgürtel bekränzten Sanya-
Fluss mit seiner über steiniges Bett hinrauschenden frischen Wassermasse, jetzt etwas
trübe, während der Trockenzeit fast quellklar, eine dichte, reiche, hohe LTntervegetation
bildet seine Fortsetzung, wieder unterbrochen von offenerem Terrain mit hineinragenden
Waldpartien, bis nach einstündigem Marsche der lichte Wald aufhört und ein weit aus-
gedehntes offenes Terrain mit 1 — 2 m hohen strauchähnlichen Stauden mit starkem
Menthageruch sich vor unseren Blicken ausbreitet, um bald durch offene Gras-
flächen ersetzt zu werden. Zerstreute grosse weisse Blüten mit langen Spornen und
Jasmingeruch schmücken hier und da den Boden, der seinem allgemeinen Eindruck nach
etwas an trockengelegtes Sumpfterrain bei uns erinnert, mit seinem nicht zu dünn ste-
12 SJÜSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
henden Weidengebüsch. Der von den Herden der Massais niedergetretene Pfad schlän-
gelt sich durch das Gesträuch hindurch, teilt sich, um wieder zusammenzulaufen, das
schöne friedliche Vieh, glänzend vor Fett, schimmert hier und da hervor, zusammen-
gehalten durch die eigentümlichen charakteristischen Pfiffe seiner Hüter. Diese freie
Buschsteppe mit ihren zerstreuten Sträuchern und vereinzelten Bäumen in dem ellen-
hohen Grase ist ein beliebter Aufenthaltsort für Vögel wie Colins leucotis affinis, Eu-
plectes xanthomelas, Centropus supercüiosus, Coliuspasser laticaucla, mehrere Cisticola-
Arten, Melittophagns meridionalis, Lanius humeralis uropygialis, Anthreptes coUaris
hypodilus u. a. Hier streiften auch die hässlichen Warzenschweine (Phacochoerus afri-
canus) umher, besonders wenn die Gegend von den Feuern der Massais verheert worden
ist, um, in ihrer Ruhe gestört, mit erhobenen Schwänzen, in einer Reihe dem an der
Spitze trabenden Eber folgend, unter russgeschwärzten Sträuchern und Kräutern zu
verschwinden.
Die Oberfläche des ersten, mehr isolierten und weniger salzhaltigen Sees schim-
mert bald hervor; nur von der Ausdehnung eines grösseren Teiches, beherbergt er eine
zwar nicht gerade abwechlungsvolle, dafür aber um so reichere Vogelwelt. Die Ufer
sind mit in das Wasser hinein sich erstreckendem Grase bewachsen, in welchem ganze
Herden von Fröschen {Rana mascareniensis) mit ihrem breiten leuchtenden grünen
Rückenstreifen sowie Klauenfrösche {Xenopus laevis) lebten, die zu dieser Zeit im Ufer-
wasser umherwimmelten, sodass es aussah, als bewegten sich dort Tausende kleiner
Fische. In Reihen schwammen hier Wasserhühner {Fulica cristata) mit nickenden
Hälsen auf der Wasserfläche in den von Potamogeton, das sonst zu grossem Teile das
Wasser bedeckte, freien Rinnen; zerstreut auf dem Wasser lagen mit Wasserhühnern
vermischt Scharen von braunen ($) oder schwärzlichen (cf), mit weissem Spiegel ver-
sehenen Nyroca capensis, die hellwangige, braungesprenkelte Anas erythrorhyncha und
Anas punctata, während kleine Steissfüsse {Colymhus capensis) geschwind unter die Ober-
fläche des Wassers hinabtauchten, um in einiger Entfernung vorsichtig Kopf und Hals
zwischen den Wasserpflanzen zu erheben und, wenn noch Gefahr vorhanden zu sein
schien, ^vieder mit grosser Schnelligkeit unter die Oberfläche zu verschwinden. Mit
gestrecktem Hals schwimmt nicht weit von dem gegenüberliegenden Ufer ein Colymhus
infuscatus, die afrikanische Form unseres cristatus, einher, dicht hinter ihm das Weibchen
und drei noch recht kleine Junge. Über unseren Köpfen hören wir ununterbrochen
Laute, die an den blechernen Klang einer Kuhglocke erinnern; mit nervöser Unruhe und
Ausdauer wird er bald nahe, bald ferne wiederholt, und immer eifriger lässt ihn als War-
nung für die übrigen der hübsche, umherfliegende, eisgrau, schwarz und weiss gezeichnete
Kiebitz (Hoplopterus speciosus) ertönen; langbeinige Himantopus waten am Ufer, grau
und weisse Reiher {Ardea cinerea und Herodias alba) und Kormorane (Phalocrocorax
africanus) sitzen in den niedrigen, lange weisse Stacheln tragenden Akazien, die an eini-
gen Stellen am Wasser stehen, heilige Ibisse {Ibis aethiopica) spazieren gravitätisch in
sumpfigen Pfützen nicht weit vom Strande umher, während einige Nilgänse (Chenalopex
aegyptiacus) mit sausendem Geräusch durch die Luft hinstreichen. Rings herum breitet
sich die niedrige Buschsteppe aus mit ihren grasbewachsenen zerstreuten Hügeln, von
denen die beiden höheren mit Hütten bebaut sind, gelegentlichen Wohnstätten für die
SJÖSTEDT, VÖGEL. 13
Massai. Längs des Wassers streichen oft grosse blaue Aeschniden einher, wenden
liastig in der Luft, bleiben unbeweglich auf schwirrenden Flügeln stehn und setzen ihren
unsteten, schnellen P"']ug längs dem Ufer fort. Schwarze Schwalben {Psalidoprocne
hoJomelcena massaica) und graue {Riparia minor) ziehen über das Wasser hin und weiter
liin über das umgebende Terrain.
Wir betrachten die Natur um uns her; im Westen trifft unsern Blick der im Duft
verschwimmende breite Kegel des Meruberges, während der uns gerade gegenüberlie-
gende Kilimandjaro nur unten wie ein blauer Dunst zvx sehen ist, seine oberen Teile
dagegen mit der gewaltigen Eiskuppe von dichten Wolken verhüllt sind. Eine halbe
Stunde Weges weiter, und wir stehen an den eigentlichen, grösseren Seen, wie erwähnt
rings umgeben von der offenen Steppe mit ihrem oft ins Wasser hineinwachsenden Grase,
während an den meisten Stellen eine, wenn auch schmale, nackte Strandpartie das Wasser
von der Grassteppe scheidet. Wir sind unten am Strande; der Himmel ist bewölkt
und die Luft kühl, der Regen fällt in grauem Nebel herab, bisweilen in reichlichere Nieder-
schläge übergehend. Ein Himantopus in seinem weiss und schwarzen Kleide, mit langen
nach hinten gestreckten Beinen kommt schreiend uns entgegen, schwenkt nach der
Steppe ab, kommt wieder zurück, um sich dann über das W^asser wegzubegeben und
auf ausgebreiteten Flügeln sich auf dem gegenüberliegenden Ufer niederzulassen. Auf
dem Wasser sieht man zahlreiche Fulica crisfata, Nyroca capensis, Anas erythrorhyncha
und punctata, welche letzteren mit leichten Flügelschlägen sich von der Wasserfläche er-
heben; schwarze Sumpfhühner (GaUinulachloropvs) schwimmen lebhaft nickend zwischen
dem in das Wasser hinein wachsenden Grase einher, ganze Schwärme von weissen Reihern,
grösseren {Herodias alba) und kleineren {Bubulcus ibis), stehen mit ausgestreckten Häl-
sen da und erheben sich wie weisse Wolken bei den Schüssen. Mit seiner blendend
weissen Unterseite streicht ein Bufeo augur über die Steppe hin, und einige Kormorane
(Phalacrocorax africanus) ziehen imter langsamen Flügelschlägen und mit gestreckten
Hälsen durch die Luft.
Wir gehen längs des Ufers weiter, um die Vogelwelt am Ufer, auf dem Wasser
und dem umliegenden Sumpfboden genauer kennen zu lernen. Kaum haben wir einige
Schritte in das aus dem Wasser emporragende Gras hineingetan, so fliegt ein kleines
Sumpfhuhn (Ortygometra pusilla obscura) auf, flattert mit hängenden Beinen eine Strecke
vorwärts, um bald wieder einzufallen und lebhaft durch das immer lichtere Gras hin-
durchschwimmend dem freien Wasser zuzustreben. Ein Nest von Colymbus capensis,
das 4 fast ausgebrütete Eier enthält, ruht auf der Wasserfläche zwischem emporschies-
sendem Grase, an dem es befestigt ist, eine ganze Reihe schwarzweiss glänzender Ibis-
vögel {Ibis aethiopica) spaziert zwischen den verlassenen, mit Gras bewachsenen Termiten-
hügeln umher, die hier oft über die Steppe verstreut sich finden, um schliesslich mit
langsamen Flügelschlag sich nach einem ruhigeren Platz zu begeben; eine Ardea sturmi
fährt dicht vor uns aus dem im Wasser wachsenden Grase und ein schreiender Fluss-
uferläufer {Tringoides kypohucos) von dem schlammigen Ufer auf, ein Schmarozermilan
{Milvus aegyptius) segelt durch die Luft, graue Schwalben {Riparia minor) streichen
über die Steppe nahe dem Wasser, und zahlreiche Colymbus capensis schwimmen auf
dem Wasser, verschwinden in der Tiefe, um bald wieder sich vorsichtig zu zeigen.
14 SJÖSTFDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Von der Spitze eines Hügels lässt sich die Lage der Seen leichter studieren. Vor
uns breitet sich der grösste von ihnen aiis, in seiner Längsrichtung von Westen nach
Osten sich erstreckend, während sein westlicher Teil sich schuhförmig nach Norden
zu verlängert. Buchtenreiche, stellenweise bis an das Wasser mit Gras bewachsene L^fer
bilden überall die Einfassung, fast ohnedenkleinstenBaumoder Strauch, während einige
runde kleine Inseln, offenbar solche Hügel, wie sie im übrigen über das umliegende Ter-
rain hin oft zerstreut liegen, vier davon etwas grösser, vielleicht hundert Fuss im Durch-
schnitt an der Basis, sich über die Wasserfläche erheben. Rings umher breitet sich
das graugelbe, bisweilen etwas grünlich schimmernde Grasmeer aus mit seinen kleinen
zerstreut liegenden, grasbewachsenen Hügeln, von denen viele alte Termitenhügel sind.
Hunderte von Enten schaukeln sich auf dem Wasserspiegel, Strandläufer (Charadrius
tricollaris) suchen die Ufer ab oder streichen in schnellem Fluge über die nun in der
Sonne glitzernde Wasserfläche, während ein paar andere, wahrscheinlich besorgt um
ihre in der Nähe befindlichen Jungen, in sausendem Fluge und unter aufgeregtem Schreien
hin und heimfahren. Ein prächtiges Bild gewährt eine Schar Ibisvögel, wie sie in ihrem
weissen Kleide, mit schwarzem Hals, Schnabel und Beinen und scharf markiertem
schwarzen Rande längs den Spitzen der weissen Armscliwingen, hin über die Ebene
nach einem anderen See ziehen. Eine anmutige Gruppe bildet auch eine weibliche
Anas erythrorhyncha mit ihren munteren Dunenjungen, wie sie dann und wann wachsam
den Kopf drehend über den blanken W^asserspiegel dahinzieht. In einer der vielen mit
Wasserpflanzen bewachsenen Buchten steht eine ganze Reihe stattlicher Reiher, die
ersten in blendend weissem Kleide, während ein grauer Reiher sich etwas seitwärts in
die Nähe eines gewaltigen Sattelstorchs (Ephippiorhynchus senegalensis) gestellt hat, der
mit seinem grossen Schnabel und Kopf über die ganze Umgebung hervorragt.
Gegend Abend beginnen die Wolken mehr und mehr zu verschwinden, und die
Sonne bricht strahlend und wärmend hervor. Die kleinen Sümpfe liegen blank da mit
ihrem emporstehenden Ufergras und dem oft von Potamogeton bedeckten Spiegel, der
teilweise von dem auf ihm ausgebreiteten Grase mit ihren aufrechtstehenden frischen
Spitzen grünlich schimmert. Grosse Aeschniden streichen über das Wasser hin, allen
Versuchen, sie zu fangen, spottend; auf einem trockenen Zweige im Grase sitzt ein schwarz-
weissbraun gezeichneter Steinschmätzer {Saxicola pileata), mit gleichmässigem Flügel-
schlag ziehen ein paar Nilgänse über den Boden hin, in ihren braun, schwarz und weiss
bunten Kleide an Fuchsenten erinnernd. Am Ufer ist ein Flussuferläufer zu sehen;
mit wippendem Hinterteil nimmt er auf einem Stein Platz, um mit gebogenen zit-
ternden Flügeln, nachdem er eine Ausflug über den Wasserspiegel hin gemacht, sich
wieder weiter hinweg nach dem dort steinigen Ufer zu begeben — ein Gruss aus dem
Norden, der auch in Kamerun sich oft meinen Blicken darbot.
Unterdessen klärt es sich mehr und mehr auf; in majestätischer Pracht liegt der
weisse Scheitel des Kilimandjaro, dessen Schnee in der darauffallenden Abendsonne er-
glänzt, während die unteren Teile des Berges nunmehr in blauen Dunst gehüllt sind.
Nordwärts, nach dem unteren, sanft abfallenden Abhang des Berges zu, schimmert das
dürre Gras gelb, was dem Lande ein Aussehn verleiht, als breiteten sich aufwärts Sand-
SjÖSTEDT, VÖGEL. 15
leider aus, und gerade gegenüber zeichnet sich gegen die dahinter versinkende Sonne
der breite im Blau verschwimmende Kegel des Meru ab.
Suchen wir nach der Ursache, weshalb diese kleinen Seen und Teiche mit ihrem
besonders während der Trockenzeit stinkenden, nach Lauge schmeckenden, dicken,
gelblichen und fast schleimigen Wasser der Sammelplatz für ein so reiches Vogelleben
sind, so finden wir sie in der reichlichen Nahrung, die hier im Überfluss den Vögeln zu
Gebote steht. Zwar scheint es den Seen vollständig an Fischen zu mangeln, während
solche im Überfluss, wenn auch nur in einer einzigen Art {Ciarias ynossambicus) in den
'Flusspferdseen (Merkersee ) weiter südwärts, am Fusse des Meruberges, angetroffen wixrden,
sie werden aber durch die ungeheure Menge Frösche ersetzt, die sich hier längs der Ufer
aufhalten und die eben gegen Ende der Regenzeit äusserst zahlreich waren, sodass das
ganze Ufer, soweit man in dem im Wasser wachsenden Grase hinausging, eine einzige
wimmelnde Masse zu sein schien. Zwei Arten bilden, wie genannt, die Hauptmasse, die
eine in ihrer allgemeinen Körperform an unsere Frösche erinnernde, gewöhnlich aber
mit einem breiten hellgrünen Rückenstreifen versehene Art {Rana mascareniensis), die
andere ein Krallenfrosch (Xenopiis laevis), der später gegen die Trockenzeit hin zum
grossen Teil verschwand und nun nur in vereinzelten grossen Exemplaren in einem
kleinen klaren, durch eine dem vulkanischen Boden entspringende Quellader gebildeten
Bassin im westlichen Teil eines der Seen angetroffen wurde.
Untersuchen wir das Terrain näher, so finden wir den Boden an vielen Stellen
mit einer Art heller, ziemlich langer Algen, mit in Kränzen stehenden Blättern, (einer
Characee) bedeckt, in denen sich Dytisciden, Hydrophiliden und Naucoriden, Libellen-
larven und Kaulquappen in oft reicher Menge aufhielten. Im Wasser schwammen Massen
von Notonectiden und Corixiden, letztere in grosser Menge durch eine ganz kleine, nur
einige mm lange Art repräsentiert. Dass auch Mückenlarven hier zahlreich waren, dafür
bürgten die Myriaden von Mücken, die bei Sonnenuntergang in dichten Wolken an den
Ufern umherschwärmten, die Luft auf weite Strecken hin erfüllend, wie denn auch am
Tage zahlreiche Fliegen sich an den schlammigen, übelriechenden, von Vogelspuren
zertretenen Ufern aufhielten. Vögel, die sonst von Fischen leben, wie Kormorane und
Pelikane, mussten hier mit Fröschen und ihrer Brut vorlieb nehmen, womit die Mägen
erlegter Exemplare vollgepfropft waren. Es verstand sich von selbst, dass die fisch-
fressenden Eisvögel hier spärlicher sein würden, und bei einer untersuchten Ispidina
pida zeigte es sich, dass sie bei ihren Stössen in das nasse Element sich Agrionidenlarven
zur Beute gewählt hatte.
Immer mehr verbrannt zeigte sich gegen Ende Juli die Buschsteppe in der Nähe
der Seen durch das Feuer der Massais, um Ende August wieder mit dem hervorspries-
senden Grase ein grünes Kleid anzulegen. Das Vogelleben schien nun (^^/s) in ge-
wissen Hinsichten nicht so reich, keine grösseren Scharen von Enten zeigten sich auf
der Wasserfläche, wogegen die Reiher ganze weisse Wolken bildeten, wenn sie, durch
die Schüsse erschreckt, sich vom Boden erhoben, um sich emporschwingend langsam
wegzuziehen.
Ausser den ebener wähnten gewöhnlichen Arten zeigten sich zu dieser Zeit Scharen
von Flughühnern {Pterocles gutturalis saturatior), die sich zum Trinken einfanden und
16 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
wie Tauben sich am Ufer niederliessen, der helle Wasserläufer {Totanus littoreus) zeigte
sich sowohl einzeln als auch zu mehreren beisammen, um mit lauten pfeifenden Tönen
scheu durch die Luft zu entschwinden; ausgewachsene Junge von Colymhus capensis
schwammen überall auf der Wasserfläche oder tauchten beunruhigt unter, Seeschwalben
{Hydrochelidon leucoptera), alle in Jugend- oder Wintertracht, flogen in Scharen über
das Wasser hin und her, und auch die grössere Gelochelidon fiilotica, deren Zentralgebiet
Ägypten ist, und die in diesen Gegenden die südliche Grenze ihrer Verbreitung erreicht,
war zu sehen; Bekassinen {GaUinacjo gallinago) und BvuchwgiSseYVäuieY (Totaiinsglareola)
erhoben sich in vereinzelten Exemplaren an den sumjjfigen grasbewachsenen Ufern
oder in der Nähe, Hoplopterus speciosus strich in einigen Paaren umher oder Hess sich
an dem offenen, schlammigen Ufer nieder, schon von ferne durch seine leuchtende schwarz
weiss und eisgraue Frabe die Aufmerksamkeit auf sich ziehend. Einige Flamingos
{Phoenicopterus roseus) hatten auf dem vulkanischen Grunde Platz genommen, der ein
paar Schüsse vom Lande entfernt zur Wasseroberfläche emporstieg, eine Stelle, welche
diese Vögel mit Vorliebe wählten.
Aber auch die übrige Vogel weit hatte ihre Repräsentanten in der Nähe der Seen;
aus dem umgebenden Grase erhoben sich bisweilen Mirafra africana athi und intercedens,
sowie Anihus rufulus cinnamomeus ; Cisticola-Arten flogen im Grase umher oder sassen
schreiend in Gras- und Kräuterbündeln, Schwärme von Estrelda astrild minor bewegten
sich im Grase, graurückige Schwalben {Riparia minor) strichen über das Wasser oder
über die Steppe in der Nähe der Sümpfe, während bisweilen ein Circus ranivorus beob-
achtet wurde, wie er eben auf eine erspähte Beute herabstiess. In einem benachbarten
Massaikral hielt sich Neophron monachus ohne Scheu vor den dort umhergehenden Massai-
leuten auf, wogegen der erste Anblick von uns, als wir durch die schmale Öffnung des
Krals eintraten, zur Folge hatte, dass sie schnell aufflogen und nach den umliegenden
kleinen Hügeln sich hinwegbegaben.
Wir haben den 9. September, und die Trockenzeit naht heran. Eine strahlende
Sonne goss schon frühe ihr Lichtmeer aus über Berg und Ebenen, kein Wölkchen war
an dem verschleiert blauen, nach dem Zenith zu klareren Himmel zu entdecken, und
ein lauer, aber erfrischender Wind wehte von Südosten her. Die von den Feuern der
Massais verheerten Strecken im Mischwald, in der Busch- und Grassteppe mit ihren
geschwärzten Büschen und teilweise verkohlten Rasenhügeln beginzien kräftigeres
Leben zu entfalten, und der Boden schimmert grün von emporspriessendem jungfräu-
lichem Grase, der ersehnten Nahrung der Herden. Wo der Brand Strecken unversehrt
gelassen hat, steht der Busch zwar grün und lebenskräftig, aber das hohe Gras des Bodens
ist verwelkt, gelb und gibt diesen Teilen ein herbstliches Gepräge. »Die weissen Seen»
liegen vor unseren Blicken, schimmernd mit ihrer krausen Oberfläche. Die rund herum
auf der Steppe zerstreuten, an breite Heuhaufen erinnernden Hügel sind gelb von ver-
welktem Gras, sofern nicht die Feuer der Massais verheerend über sie hingegangen und
neues Grün aufzuspriessen begonnen hat, die Wärme der Sonne wird in hohem Grade
durch den beständig wehenden Südostwind gemildert, und eine gewisse nordische Herbst-
stimmung liegt über der Landschaft, die sich dem Beschauer noch mehr aufdrängt.
SJÖSTEDT, VÖaEL. 17
wenn er an die Ufer gelangt, wo Scharen von Zugvögeln: Totanus, Tringa, Charadrius
u. a., vom Norden her gekommen, umherziehen.
Zwischen den Hügeln nähern wir uns dem von trockenem, ausgeschiedenem Natron-
salz weissglänzenden Ufer. Wo vor ein paar Monaten ellentiefes Wasser sich ausbreitete,
ist nun harter, aufgesprungener Boden, und der Wasserspiegel der Seen ist sehr ver-
mindert. Welch ein Vogelleben aber begegnet hier nicht dem Blick, der schwelgend
über Wasser und Ufer hingleitet! Zunächst fliegen wie gewöhnlich ein paar Hoplo-
pterus speciosus vom jenseitigen Ufer auf und kommen uns mit geschwätzigem, blecher-
nem Geschrei entgegen, fliegen mit straff nach hinten zurückgelegten Beinen unter
stossweisen Flügelschlägen bald nach der einen, bald nach der anderen Seite, beständig
ihr charakteristisches Geschrei wiederholend. Am Ufer treffen wir Scharen von Schnep-
fen und Uferläufern, unsere alten Bekannten aus dem Norden: Totamis glareola. Tringa
minuta und vereinzelt Totanus littoreus, während Totanus ochropus unter lautem Schreien
hier und da an Ufern und Sumpfpfützen auffliegt. Tringoides hypoleucos, der steinige
Ufer vorzieht, hatte sich nach dem westlichen Ufer des Sees zurückgezogen, wo er überall
aufflog, als wir herankamen, um mit abwärts gebogenen, staccato bewegten Flügeln
nach einem Ausfluge über dem Wasser wieder das Land aufzusuchen. Aber noch ein
Gruss aus dem Norden bot sich hier dem Blick; unter einer Gruppe schwarz weiss leuch-
tender Ibisvögel, die in dem seichten Wasser wateten, zeigten sich einige kleinere Vögel
in demselben Kleide — es waren Säbelschnäbel (Recurinrostra avocetta), wovon ein paar
schöne Exemplare bald sorgfältig in dem geräumigen Blechkoffer verpackt lagen, der
sich eher als eine zu kleine, denn als eine zu grosse Jagdtasche in diesen seligen Jagdge-
filden erwies.
Wir gehen weiter dem weissglänzenden Ufer entlang, von dem jede Minute einzelne
Vögel oder Scharen von solchen auffliegen, das Wasser verbreitet einen üblen Geruch,
der an faulenden. Tang an unseren Meeresküsten erinnert, es ist gelb und dick, fast
schleimig, Frösche finden sich zu Tausenden in dem im Schlamme wachsenden Grase und
hüpfen mit erstaunlich langen Sprüngen nach allen Seiten hin. Myriaden von Fliegen
schwärmen über dem heissen, schlammigen Ufer, wo die Vögel jeden Zollbreit Bodens
zertreten haben; bald sieht man kleine Watvögelspuren, bald tiefe Spuren von Sattel-
störchen, von Reihern und anderen grösseren Besuchern der Ufer. Werfen wir einen Blick
auf die in der Sonne glänzende, vom Winde schwach gekräuselte Wasserfläche, so sehen
wir zerstreute Scharen von Enten und Wasserhühnern, oft in Schwärmen von mehreren
Dutzenden sich erhebend, oder als fast ausgewachsene Junge flatternd und auf dem
Wasser hinweg laufend, wenn sie in einer Bucht überrascht wurden. Unter den hellen
Scharen von Anas eri/throrhyncha sehen wir einzelne dunkle Vögel oder einige zusammen,
mit blaugrauem Schnabel und braunen Seiten; es sind alles ^Männchen von N yroca capen-
sis, während eines der spärlicher auftretenden Weibchen erst gegen Abend sich zeigte.
In die Augen fallend war die Verminderung der Anzahl, die bei den Wasserhühnern
eingetreten war. Vor ein paar Monaten war die Oberfläche des Sees übersät mit ihnen;
überall wohin der Blick fiel, schwammen sie in ihrem schwarzen Kleide mit der weiss-
glänzenden Stirnplatte, nickend auf dem Wasser, dann und wann ihr Gackern hören
lassend. Auf dem ersten kleinen See waren sie noch immer gemein und schwammen
Sjöstedts KiUmandjaro-Merv Expedition. 3. . ^
18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 3.
in Menge fast überall, wo man hinsah; hier dagegen fehlten sie zwar nicht, waren aber
doch weit spärlicher als vorher. Offenbar unternehmen sie nach beendigtem Brutge-
schäft Wanderungen und ziehen nach anderen Gewässern fort.
In wenn möglich noch grösserer Menge als gewöhnlich zeigte sich zu dieser Zeit
Colymbus capensis; nicht eine Bucht fand sich, war sie auch nur einen Steinwurf lang,
wo man nicht diese Vögel unter das Wasser tauchen und verschwinden sah, wenn man
sich dem Ufer näherte. Mit flatternden, weissleuchtenden Flügeln, mit schräg nach aussen
geworfenen Beinen und vorgestrecktem Hals, oft sich umblickend, stürzen sie über den
See hin, i>ni bald unter die Oberfläche zu verschwinden und dann vorsichtig Kopf und
Hals wieder aus dem Wasser zu erheben oder, wenn noch Gefahr zu drohen scheint,
schnell zur Tiefe ihre Zuflucht zu nehmen; die Schwingen Averden geöffnet, und in einem
Nu sind sie verschwunden, sodass das Wasser emporspritzt, wo sie heruntergegangen
sind. Ihre Anzahl zählte auf der ganzen Fläche des Sees wohl nach Tausenden.
Aber auch der weit spärlichere Colymbus infuscatus zeigt sich; mit dem grösseren
Teil des Körpers unter dem Wasser, schwimmt er mit gestrecktem Hals einher. Lang-
beinige Himantopus, sowohl Alte in weisser Tracht mit schwarzen Flügeln, als auch jün-
gere Vögel mit graulichem Mantel, spazieren in dem seichten Wasser umher, gern in
Gesellschaft des Totanus littoreus und glareola. Mit lauten vollen pfeifenden Tönen
fliegen die ersteren auf und streichen über den Wasserspiegel in scharfem Fluge hin,
um nach der Steppe abzubiegen, wo sie sich an zerstreuten kleinen Tümpeln nieder-
lassen.
Wir haben das hintere, westliche Ufer des Sees erreicht; der Schaum von der vom
Winde etwas bewegten Oberfläche liegt in einem weissen Gürtel am Wasserrande, bis-
weilen in zerfetzten Flocken auf das gelbe Gras des Strandes hinauftanzend, und auch
die abgelagerten Salze lassen den Strand weiss erstrahlen. Hier unter vulkanischen
Steinen und Blöcken, deren Massiv auch an mehreren Stellen mit seiner konglomerat-
ähnlichen Struktur zutage tritt, laufen Tringoides hypoleucos einher oder werfen sich auf
den See hinaus; eine Schar Tringa minuta laufen nickend längs des Wassersaumes oder
oberhalb desselben, um aufgeschreckt in scharfem Flug nach dem anderen Ufer hin-
überzufliegen, und einige Flamingos bewegen sich gemächlich watend in dem seichteren
Wasser des Sees. Bei einer in den See hineinragenden niedrigen Landzunge, auf der
später Anthus cervinus gern sich aufhielt, üog Anthtis ruf ulus cinna7nonieus von mehreren
Stellen auf, Cisficola-Arten bewegten sich in dem Grase oben am Ufer, wo auch Scharen
von Urobrachya phoenicea einherzogen, die jetzt ihre anspruchslose, ammerfarbige Winter-
tracht zeigten, das Manchen mit dem zinnoberroten Flügelfleck.
Längs des Strandes der erwähnten Landzunge läuft ein kleines elegantes Geschöpf
in seiner anmutigen Tracht, weiss mit hellgrauem Mantel und rotbraunem schmalem
Brustband; es ist der kleine, wenig bekannte Charadrius vemistus, einer der zierlichsten
kleinen Watvögel, die man in der Natur zu sehen bekommt. Zwischen den grasbewach-
senen Termitenhügeln auf der Steppe, in deren Schutz die Mücken in Schwärmen ihren
Hochzeitstanz abhalten, streichen Schwalben eifrig jagend umher: Hirundo rustica und
griseopyga, Riparia minor und cincfa, die leztere eigentümlich durch ihren unsicheren,
langsamen und schwankenden Flug.
SJÜSTEDT. VÖGKL. 19
In der Nähe des eigentlichen Sees Hegen die kleineren Wasseransammlungen zer-
streut, die erste unmittelbar daneben. Nicht hundert Meter lang, ist sie von verein-
zeltem Gebüsch und von im Winde wehendem graugelbem Grase umgeben, das, obwohl
höher, auch im Wasser kleine Inseln und Flecke bildet; sonst ist die Oberfläche zum
grösseren Teil mit einem grünen Teppich bedeckt, der von den grünen frischen Spitzen
der im übrigen in das Wasser eingetauchten Halme gebildet wird, und nur hier und da
liegt der Wasserspiegel frei da. Fidica, Anas erythrorhyncha, maculata und später capen-
sis, Plectropterus, Colyinbus capensis, Wasserläufer aller Arten, Sumpfhühner, Bekassinen
Rostratula, Actophilus und Microparra, weisse und graue Reiher, Buhulcus ihis, Herodias
(/arzetta, intermedia und alba, Ardea cinerea und melanocephala, Kormorane u. s. w., später
auch Thalassornis, Anas querquedula, Phoenicopterus minor u. a. hielten sich hier am
liebsten auf, während Phoenicopterus roseus, Erismatura maccoa, Colymbus infuscatus,
Pelecanus roseus, Phalacrocorax lucidus lugubris, Sterna leucoptera, Gelochelidon nilotica
und Spatula clypeata den offneren, grösseren Wasserspiegel bevorzugten. Manchmal
zeigte sich Haliaetus vocifer an den Seen, wo er hoch in der Luft umherschwebte,
während sein gackerndes lautes Geschrei, von Kamerun her uns so wohlbekannt, bis-
weilen durcli die Luft scholl, um nach den Bergen hin zu verhallen.
Wie bereits erwähnt, hat die Vogelwelt dieser Seen besonders während der Zeit
unseres Winters eine ganze Reihe Arten aus unserer nordischen Fauna aufzuweisen,
während andere hier durch äusserst nahestehende, mit den nordischen anfangs vereinigte,
nun aber als Species oder Subspecies von ihnen unterschiedene Formen repräsentiert
werden. Derartige schwedische Vögel sind: (H ydrochelidon leucoptera), Spatula clypeata,
Anas qtierquedula, Charadrius hiaticula, Recurvirostra avocetta, Numenius arquatus,
Totanus pugnax, littoreus, ochropus, glareola, Tringoides hypoleucos, Tringa ferruginea
und minuta, Gallinago media und gallinago, Crex crex, Gallinula chloropus, [Plegadis
autuninalis), Ciconia ciconia, {Herodias alba), Ardea purpurea und cinerea. Dagegen
wird Colymbus cristatus durch den nahestehenden infuscatus ersetzt, C. fluviatilis durch
capensis und Ortygometra pusilla durch subsp. obscura.
Seltsam ist, dass, umgeben von dieser fremden Natur unter äquatorialer Sonne
so viele wohlbekannte Tiere umherwandern und sich fast auf Schritt und Tritt dem Auge
darbieten, sich mit den bunten Scharen der fremden Formen mischend. In dem einen
Augenblick erscheint es einem, als schritte man am Rande irgend eines sumpfigen Stück
Landes hier in der Heimat einher — besonders erinnert das flache Terrain, das sumpfige,
von salzhaltigem Wasser stinkende Ufer und der Reichtum an Watvögeln an die südliche
Spitze von Öland — bis der Anblick von Flamingos, die prachtvoll von der Sonne be-
leuchtet und rosa erstrahlend, im Spitzdreieck geordnet vorbeiziehen, oder das gackernde,
aus der Luft ertönende Geschrei des Schreiseeadlers die Gedanken in die Wirklichkeit
zurückführt.
Im Zusammenhang hiermit können auch andere für Schweden und diese äquato-
rialen Gegenden gemeinsame Vogelarten, die dort von mir angetroffen wurden, erwähnt
werden. Es sind dies: Circus ceruginosus, pygargus und macrourus, Accipiter nisus,
Falco subbuteo, Cerchneis tinnunculus, Coracias garrulus, {Meropsapiaster),Caprimulgus
europaeus, Apus apus, Hirundo rustica, Muscicapa grisola, Lanius {minor) und collurio.
20 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Oriolus oriolus, Budyfes campestris, Anthits cervinus und trivialis, Acrocephalus arundi-
naceiis und schoenobcenus, Phylloscopus trochilus und Saxicola oefianthe; fernerhin sind
auch noch Cuculus canorus und Sylvia atricapilla aus diesen Gegenden bekannt.
Es ist nicht nur »El dourött oi'borr», der erwähnte Seen- und Teichkomplex, wo
man zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru, einem Gebiete, das auf den Karten den
Namen Sigirari trägt, eine derartige reiche Welt von Wasservögeln antrifft; auch an
einigen anderen zerstreuten Stellen etwas weiter südwärts finden sich vereinzelte Teiche
oder kleine Seen, von denen besonders einer, den ich den » Reihersee » ^u nennen pflegte,
ein echt tropisches, üppiges Vogelleben, besonders von Reihern, aufzuweisen hatte.
Auch dieser, kaum 100 m lang und der Form nach oval, lag auf der flachen, teilweise
mit Büschen bewachsenen Grasebene ohne umgebende Bäume; am südlichen Ufer ragten
vulkanische Blöcke aus dem Boden hervor, weissglänzend von den Exkrementen der
Vögel, und wenn die nördliche Seite einen wirklichen, nackten Strand bildete, so waren
die übrigen zu grossem Teil eine sumpfige Fortsetzung der umgebenden Steppe. Inner-
halb eines so beschränkten Terrains habe ich nirgends ein so reiches Bild von schnee-
weissen Reihern, Nilgänsen, Tantalus, Scharben, Marabus, grauen Reihern, Kiebitzen
{H. speciosus), Wasserläufern (T. glareola, stagnatilis, Tringa minuta), Enten [A. macu-
lata, erythrorhyncha, Nyroca capensis), Wasserhühnern {Fulica cristata ), Kronenkranichen,
Sporngänsen, Höckergänsen u. a. Wasservögeln gesehen als an dieser kleinen Wasser-
sammlung; es war wie an den Teichen in einem zoologischen Garten.
Es ist in der ersten Hälfte des Oktober, und die Trockenzeit ist da, die Sonne brennt
auf die weiten Flächen der Massaisteppe herab, die nach Lauge riechenden, natronhalti-
gen Wasseransammlungen liegen blank in der Sonne da, nur schwach gekräuselt wird
bisweilen ihre Oberfläche von dem permanenten Südostwinde, der leise wehend die hohe
Wärme etwas mildert. Das Wasser, das eine immer dickere, fettige oder schleimige
Konsistenz angenommen hat, ist schmutziggelb; die Ufer, weiss von den abgeschiedenen
Salzmengen leuchten wie Schnee in dem klaren Lichte, Millionen von Tierchen, meistens
Corixiden und Notonectiden, wimmeln in dem warmen Uferwasser, während zahllose
Fliegen über dem Schlamm schwirren oder in Haufen seine Oberfläche bedecken. Ein
paar Riedböcke {Cervicapra bohor), die im hohen Ufergrase gelegen, fahren bei unserem
Nahen auf und enteilen in die Steppe. Das Vogelleben ist überreich entwickelt, be-
sonders an Watvögeln.
Einen ]\Ionat später (Vn) ist das Bild wieder verändert. Der in den letzten
Tagen niederstürzende Regen hat das an den Ufern abgesetzte weisse Salz aufgelöst
und diesen nun ein graues, schmutziges Gepräge und dem ganzen Bilde ein fremdes
Aussehen gegeben, welches Züge des Frühlings und des Herbstes in sich vereinigt. Des
Frühlings durch die rings umher in hellem Grün leuchtende Steppe, wo der schwarz-
gebrannte Boden sich mit spriessendem frischem Grase bedeckt, und durch die regne-
rische feuchte Luft, 'milde wie warme Frühlingsluft im Norden. Des Herbstes wiederum,
weil die Vögel still in Scharen längs der Ufer hinziehen, wobei nur Totanus- und Cha-
radrnis- Arten bisweilen sich lauter zu erkennen geben. Kein Leben, keine hervor-
sprudelnde Kraft und Lebensfreude, sondern mehr Trägheit und Ruhe wie in einem
nordischen Spätsommer. Grosse Scharen der vorher nicht gesehenen Plegadis aut'mnna-
S.TÖSTEDT, VÖGEL. 21
Us zeigten sich jetzt, ferner einige Anas querquedula, mehrere Microparra und Gallinago
media, Tringa jemiginea, Sarkidiorms melanotus und jüngere ActophUuH.
Die folgende Zeit zeigte im grossen und ganzen ähnliche Bilder.
Mitte März konnte man sagen, dass die Regenzeit ihren Einzug gehalten, der Him-
mel war oft ganz und gar mit Wolken bedeckt, und der obere Teil des Kilimandjaro
dem Blick entzogen; der Regen fuhr bald heftig durch die Luft, bald fiel er in regen-
sehweren Nebeln zu Boden, die Gegenden rings um die Natronseen begannen sich immer
mehr in dem Wasser unterzutauchen, das aus den Wolken herniederstürzte, das Wasser
in den Seen stieg immer höher, und wo während der Trockenzeit nur feuchter Boden
gewesen war, stand es bereits eilen- bis meterhoch.
Es ist am 1. Mai, und die Seen bieten einen öden Anblick in der regenerfüllten
Luft. Aschgrau ziehen die Wolken über unseren Häuptern und verdichten sich um
die beiden Bergriesen, die im Osten und Westen die Steppe begrenzen, der Regen fährt
in feinen Schauern durch die Luft, die Temperatur ist niedrig, und die Schwarzen zittern
vor Kälte, nass und fast nackt, wie sie sind. In den Seen ist das Wasser noch weiter
gestiegen, die Steppe weit und breit überschwemmend, nur auf der Südseite, wo die
Ufer höher sind, kann man an die gewöhnlichen Ufer herankommen, obwohl auch hier
bisweilen, wo die Steppe niedriger ist, hineinragende Teile, metertief mit Wasser gefüllt,
einen nötigen, hier und da bis an die Hüften im Wasser zu waten. Nach Norden zu,
wo die Steppe niedriger ist, auch während der Trockenzeit sumpfige zwischen den Teichen
und dem nördlichsten See gelegene Gebiete bildend, hatte das Wasser weit und breit
das Land zwischen den zerstreuten Hügeln überschwemmt. Durch ein solches über-
schwemmtes Terrain zu ziehen, ist nicht ohne Gefahr, wie wir bei einer Gelegenheit
erfahren sollten, als wir in noch tieferes Terrain hineingeraten waren und wie Fische
in einem Schneckenfang weder vorwärts noch rückwärts konnten. Wo wir vorzudringen
versuchten, wurde das Wasser tiefer und tiefer, mehr als ein paar Meter, der Rückweg
war nicht zu finden, da das einförmige Terrain keine sicheren Anhaltspunkte gab. Stun-
den hindurch, während der Regen von dem dunkeln Himmel herabstürzte, suchten
wir in allen Richtungen, um eine Passage durch das tiefe Wasser anzutreffen, die Neger
sahen düster aus, und ich selbst begann, frierend in dem kalten Wasser, in dem wir den
halben Tag herumgewatet, die Situation unbehaglich zu finden. Rings um uns herum
breitete sich überschwemmtes Land aus, aus dem die zerstreuten grossen Termiten-
hügel wie ungeheure Heuschober emporragten. Da endlich ist eine Passage gefunden,
und bis zu den Schultern watend, das Gewehr in der aufgestreckten Hand tragend, wird
die Furt passiert.
Das Vogelleben an den Seen war zu dieser Zeit arm: keine Totanus, Tringa, Hi-
mantopus, Charadrius oder Hoplopterus zeigten sich, da die Ufer überschwemmt und die
Zugvögel nach Norden gezogen waren, keine Phoenicopterus, Ephippiorhynchus, Ciconia,
Tantalus, Pelecanus oder Chenalopex, nur FuUca, Nyroca, Anas erythrorhyncha und
maculata, Golymhus, Porphyrio (das erste und einzige Exemplar, das ich beobachtet),
BubulcKs, Ardea melanocephala, cinerea, pnrpurea (sonst selten), Herodias alba, Ardeola
ralloides, Thalassornis (in dieser Zeit gemein), Erismatura und einige andere; Schwalben
{Hirundo rustica, smifhi, griseopyga, Riparia minor und cincfa) flogen in der regener-
22 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
füllten Luft umher, während Euplectes, Coliuspasser, Estrelda und Cisticola- Arten im
Gebüsch oder in dem nassen Grase sassen.
Und die Regenzeit fährt fort; es ist in der zweiten Hälfte des Mai, der Himmel,
der während einiger Tage sich aufgeklärt hatte, bezieht sich wieder mit bleischweren
Wolken, die wie ein Schleier sich über unsern Häupten ausbreiten, die Temperatur ist
kühl, und ein schwacher südlicher Wind streicht an der westlichen Seite des Berges
entlang. Die Vogelwelt ist spärlich, stundenlang kann man die Kulturzone des Berges
durchsuchen, ohne dass andere als die gewöhnlichsten Arten, Pycnonotus layardi, Necta-
rinia kilimensis, Laniarius aethiopicus anibiguus, Cisticola rufopileata und derartige ge-
meine Formen sich zeigen. Die herabstürzenden Regenmassen haben Flüsse und Bäche
anschwellen lassen, sodass sie bisweilen nicht passiert werden können. Auf dem Wege
nach den Natronseen strömt das Wasser oft fusshoch dem in einen Bach verwandelten
Pfade entlang und sucht sich einen Weg zum Sanya oder einem der in diesen mündenden
Bäche, die nun Strömen gleichen. Weiter auf der Steppe in der Umgebung der Seen
hatte das Wasser, wie oben erwähnt, weitausgedehnte Überschwemmungsgebiete gebildet,
aus denen die spärlich zerstreuten, mit Gras bewachsenen Termitenhügel ihre Kuppen
erhoben, während vom Boden aufragende Gräser an seichteren Stellen gleichsam Schilf-
röhrichte bildeten. Die Oberfläche der Seen lag öde da, nur hier und da kleinere, selten
grössere Scharen der gewöhnlichsten, oben erwähnten Schwimmvögel. Aus dem nassen
Grase fliegt eine Orti/gometra pusilla obscura auf mit schleppendem Flug und hängenden
Beinen, um bald wieder in ein Grasbüschel einzufallen, eine Gallinula angulata schwimmt
nickend ZAvischen dem Grase des Ufers einher, eine im Prachtkleide glänzende Gallinula
chloropm läuft mit aufgerichtetem Hinterkörper auf den Wasserpflanzen. In dem
Wasser bewegen sich Massen von Wasserinsekten: Notonectiden, weniger lebendig, stehen
still im Wasser mit schräge nach vorn gerichteten Schwimmbeinen, um aufgescheucht
staccato hin und herzufahren. Kleine Corixiden fahren wie helle Körperchen im Zick-
zack durch das Wasser, rastlos nach allen Seiten hineilend. Im seichteren Wasser wim-
meln Frösche (Rana mascareniensis) in allen Entwicklungsstadien, die Alten teils mit,
teils ohne grünen Rückenstreifen, während dunkle Klauenfrösche (Xenop^^s laevis) auf-
geschreckt schnell am Boden hinhuschen, sich in ihn einbohrend, wo er lose und
schlammig ist. Blutegel, die sich an den Beinen der Schwarzen festsaugen, verursachen
diesen nicht geringe Schmerzen. Überall haben sich Nashörner durch das Avährend
des Regens emporgewachsene halb mannshohe Gras einen Weg zum Wasser hinab ge-
bahnt, bisweilen springt ein Riedbock auf, der im hohen Grase versteckt gelegen hat,
sonst sind keine Säugetiere jetzt zu sehen.
So nimmt sich das Tierleben, besonders das Vogelleben, auf und an diesen Steppen-
seen aus, niemals arm, zu gewissen Zeiten des Jahres durch seinen Reichtum und seine
Abwechslung ein wahres ornithologisches Eldorado. Staunen empfindet man unwill-
kürlich vor diesen Bildern überschwellenden Tierlebens. Wie öde erscheinen nicht
diese kleinen Seen, wie sie über die oft vergilbte Fläche der Steppe hin zerstreut hegen,
nicht ein Baum bekränzt ihre Ufer, nicht eine freundliche Blume schmückt ihre Ober-
fläche; nur schmutziggelbes, widerUch nach Lauge schmeckendes Sumpf wasser, umgeben
SJÖSTEDT, VÖGEL. 23
von dem graugelben, zu gewissen Zeiten von den Feuern der Massais schwarzen, in das
Wasser hineinwachsenden Gras der Steppe. Manchem erscheint ein solches Bild düster
und interesselos, wie fesselnd aber dem Zoologen! Bewunderung erfüllt den Sinn beim
Anblick dieses überreichen Tierlebens; und wenn der Tag zu Ende ist und der ermü-
dende Marsch nach dem Lager angetreten wird, so sind es diese Erinnerungen, die den
Weg verkürzen, die mit ihren Bildern den Sinn erfüllen und die Müdigkeit verscheuchen.
Folgende Schwimm- und Stelzvögel wurden an diesen Seen erlegt und für die
Fauna derselben nachgewiesen: Colymhus infuscatus vmd capensis, Oelochelidon riilo-
tica, Hydrochelidon leucoptera, Phalacrocorax lucidus lugubris und africanus, Pelecanus
roseus, Erismatura maccoa, Thalassornis leuconotus, Nyroca capensis, Spatula dypeata,
Anas erythrorhyncha, capensis, punctata und querquedula, Dendrocygna fulva, Sarkidiornis
melanotus, Chenalopex cegyptiacus, Plectropterus gamhensis, Glareola melanoptera, Cha-
radrius varius, venustus, hiaticida und tricollaris, Stephanihyx coronatus, Hoplopterus
speciosus, Oedicnemus capensis, Recurvirostra avocetta, Himantopus himantopus, Nume-
nius arquatus, Totanus pugnax, littoreus, stagnatilis, ochropus, glareola, Tringoides hypo-
leucos, Tringa ferruginea und mimita, GalUnago media iind gallinago, Rostratula benga-
lensis, Balearica regulorum gihhericeps, Actophilus africanus, Microparra capensis,
Crex crex, Limnocorax niger, Ortygometra pusilla ohscura, Porphyrio porphyrio, Gallinula
chloropus und angulata, Fulica cristata, Ibis cethiopica, Plegadis autumnalis, Platalea alba,
Tantalus ibis, Leptoptilos crumenifer, Ephippiorhynchus senegalensis, Giconia ciconia,
Dissoura microscelis, Phoenicopterus roseus und minor, Scopus umbretta, Ardetta sturmi,
Ardeola ralloides, Ardea pur pur ea, cinerea, melanocephala, Bubulcus ibis, Herodias gar-
zetta, alba und brachyrhyncha, oder zusammen 71 Arten.
Ostwärts vom Meru, zwischen diesem Berg und dem Kilimandjaro, breitete sich
ein System von langgestreckten, natronhaltigen Waldseen aus, die Flusspferdseen (Merker-
see), umgeben von der äusserst dichten und schwer durchdringbaren Untervegetation,
das Eldorado der Nashörner und Flusspferde. Ziemlich hohe und steile Ufer begrenzten
oft die Seen, oder sie verbreiterten sich zu niedrigeren Partien und flacheren Sümpfen,
die mehr oder weniger mit Scirpus angefüllt und zugewachsen waren. Obwohl das
Vogelleben sich keineswegs mit dem an den offenen Steppenseen vergleichen Hess, war
es doch recht reich durch eine ganze Reihe Arten repräsentiert, und ein Anfang Dezem-
ber aufgestelltes Verzeichnis, das ein allgemeines Bild von der Vogelwelt zu dieser
Jahreszeit gibt, die sich hier an den waldumgebenen Seen aufhält, ergab folgendes
Resultat:
Hoplopterus speciosus, Charadrius hiaticula und tricollaris, Himantopus himantopus,
Anas maculata und erythrorhyncha, Totanus pugnax, glareola, littoreus, ochropus, Trin-
goides hypoleucos, Gallinago media, Cohjmhus capensis, Ardea cinerea, purpurea, melano-
cephala, Herodias alba, Ardeola ralloides, Ardetta sturmi, Leptoptilos crumenifer, Tantalus
ibis, Chenalopex cegyptiacus, Actophilus africamis, Scopus umbretta, Ibis (Bthiopica, Plega-
dis autumnalis, Haliaetus vocifer, Centropus superciliosus, Cisticola- Arten, Circus rani-
vorus, 3Iilvus mgyptius, Dendromus nubicus, Apus (wahrscheinlich apus), Ispidina picta,
Lophoaetus occipitalis, Pelecanus roseus und Phalacrocorax africanus.
Ein im ganzen sehr ähnliches Gepräge wie das in der Obstgartensteppe, die wir
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 3.
oben geschildert haben, zeigte das Vogelleben im Mischwald, der, wo er überhaupt vor-
kommt, den Übergang zwischen der Steppe und der Kulturzone des Kilimandjaro bildet.
Am wichtigsten von allen Zonen des Berges ist die Kulturzone, innerhalb wel-
cher ausschliesslich die Pflanzungen und Hütten der eingebornen Bevölkerung ge-
legen sind, und die sich von ungefähr 1,200 bis 1,700 — 1,900 m Höhe erstreckt. Früher
war sie mit üppigem Wald bedeckt, wovon Reste sich noch fast überall erhalten haben,
teils als vereinzelte Bäume oder Gruppen von solchen in den Farmen und Pflanzungen,
teils als grössere oder kleinere zusammenhängende Partien, die bisweilen, z. B. bei Ki-
boscho und auch Madschame, eine Schönheit und Üppigkeit entwickeln können, die
auf dem ganzen Kilimandjaro nicht ihres Gleichen hat und weit übertrifft, was der Regen-
wald aufzuweisen hat. Die ganze Kulturzone von Schira über Kiboscho etz. nach üseri (der
nördliche Teil des Berges ist unbewolint) ist, kann man sagen, eine einzige zusammen-
hängende Bananenpflanzung, in der die Hütten der Eingeborenen zerstreut liegen,
unterbrochen nur durch die vielen Erosionstäler und durch eine Reihe unkultivierter
Partien mit erhaltenem Urwald. Weit weniger dominierend sind die übrigen Pflanzun-
gen der Schwarzen, von Eleusinehirse, Bohnen und Mais, die oft zwischen den anderen
Pflanzungen zerstreut, an anderen Stellen von den Bananenfarmen getrennt entweder
weiter unten nach dem Mischwald zu oder an freien kultivierten Stellen nach oben zu
angelegt sind, wo die zusammenhängenden Bananenpflanzungen aufgehört haben.
Der Weg durch die Kulturzone nach dem Regenwald — bei Kibonoto ein Marsch
von ein paar Stunden — führt hier teilweise ziemlich steil bergauf. Bisweilen breiter, un-
gefähr drei oder mehr Meter, oft schmäler, wird dieser Weg auf beiden ^Seiten von einer
dichten Pallisade von Dracaenen {Dracaena Steudneri) mit gewöhnlich einen oder ein
paar Zoll dicken Stämmen begrenzt, die dicht neben einander stehend durch Reihen von
querüber geflochtenen Weidenruten zusammengehalten werden, sodass das Ganze einen
festen und dichten Zaun bildet. Derartige Pallisaden, mit schmalen Öffnungen versehen,
begrenzen und sondern in der Regel auch die Gebiete der verschiedenen Familien von
einander ab. Von dem Hauptwege gehen hier und da kleinere Pfade nach verschiedenen
Richtungen hin ab, auch diese von dichten Dracaenenpallisaden von bisweilen mehreren
Meter Höhe eingefasst. Der rotbraune Laterit ist hier drinnen im Schatten auch während
der Trockenzeit oft feucht und schlüpfrig und verwandelt sich während der Regenzeit in
ein einziges Lehmnest, und der Weg wird zu einem Bach, da die Seiten oft nach der Mitte
desselben hin abfallen, sodass von oben herkommende Regenmassen hier einen will-
kommenen Abfluss nach unten finden. Ein vortreiffliches System von durch die Farmen
ziehenden Kanälen führt dem Boden zu allen Jahreszeiten die für das Wachstum nötige
Feuchtigkeit zu, an welcher die westlichen Landschaften nie Mangel leiden, wohl dagegen
bisweilen die östlichen, wo die Bananenbestände auch des saftigen tiefen Grüns und
der mächtigen Grösse wie an anderen Stellen des Berges ermangeln.
Die dichten Bananenpflanzungen beherbergen keine reiche Vogelwelt, da die Vöge
fast niemals sich unter den grossen, glatten, schräg aufwärtsgerichteten Blättern auf-
halten und ebenso wenig auf dem Boden zwischen den vermodernden Blattabfällen sich
wohl fühlen, sondern sich nach freieren Plätzen zwischen den Pflanzungen hinziehen
oder in den zwischen den Bananenbeständen hier und da zerstreut wachsenden Bäumen
SJÖSTEDT, VÖGEL. 2S
leben. Hier ist Pycnonofus layardi überall vorhanden und fliegt auch auf die glatten
Blätter der Bananen hinauf; über die offenen Plätze schiessen Schwalben {Psalidoprocne
und bisweilen Hirundo smithi, emini, Riparia rufigula) hin und her; in den Bäumen
halten sich auf Laniarius aethiopicns amhicjuus, Tympanistria, Vinago calva yiudirofitris.
Astur tachiro, Goldkuckucke, Buccanodon kiUmense, Lophoceros melanoleucos, Halcyon
chelicuti, Dioptrornis fischeri, Tchitrea perspicillata suahelica, Ploceus reichenowi, Vidtia
serena, Amblyospiza unicolor, mehrere Nektariniden, besonders Nectarinia kilimensis,
,die an offneren Stellen oft ihre Lieblingsblume Leonotis moUissima besucht, eine Labiate
mit übereinander angeordneten Knäueln von Blütensammlungen um die zu ein paar
Meter Höhe emporschiessenden schmalen Stengel herum, ferner der kleine lebhafte
Anthreptes collaris hypodihis mit seinem hurtig erklingenden Gezwitscher, Drepano-
rhynchus reichenowi, gemeiner etwas weiter hinauf auf dem offenen Terrain oberhalb der
eigentlichen Kulturzone, Cisticola rufopileata, Camaroptera, Colivs, Cossypha caffra
iolaema, die behende auf dem Boden, gern auf dem Wege, herumhüpft, um dann in
die Büsche zu verschwinden, Pomatorhynchus australis tninor u. a.
Bei den gewöhnlich schönen und wohlgepflegten offenen Pflanzungen der Wad-
schaga von Mais, Eleusinen-Hirse und verschiedenen Arten von Bohnen findet sich auch
eine recht typische Vogelwelt zusammen. Auf dem ungepflügten Boden spazieren kleine
Tauben {Chalcopelia afra und chalcospila acanthina) still umher, hier finden sich auch
Turtur semitorquatus, Francolinus hildebrandti und andere Frankoline ein, grosse
Scharen von Vidtia serena, Coliuspasser laticatida, Spinus citrinelloides hypostictus,
Estrilda asfrild minor ziehen hier zu gewissen Zeiten umher, und auch Lagonosticta brnn-
neiceps, Ploceus reichenowi, Cisticola- Arten u. a. halten sich hier gerne auf. Unter den
zerstreuten Bäumen oder an dem nahen Waldrande trifft man Oriolus larvatus rolleti,
Dryoscopus cuhla hamatus, Halcyon chelicuti und Bycanistes cristatus.
Hier und da stehen in der Kulturzone noch Urwaldpartien mit dichtem, schwer
durchdringbarem Unterholz, an Teile des Regenwaldes oder an die Urwaldpartien erin-
nernd, wie man sie in den dichten Wäldern Westafrikas hinter den Mangrovewäldern
findet. Hier in diesem Halbdunkel lebt Trochocercus bivittatus, hier hört man die cha-
rakteristischen Töne von Macrosphenus kretschmeri tagaus tagein aus denselben von
Schlingpflanzen durchwobenen niedrigen Kronen, hier trifft man Nicator gularis, Chloro-
phoneus nigrijrons, Phyllastrephus nigriceps, kiliniandjaricus, cerviniventris, Cossypha
natalensis u. a.
Weiter hinauf, wo die eigentlichen Bananenfarmen aufgehört haben, wenn auch
zerstreute Anpflanzungen wie auch Bohnen- und Hirsefelder noch weiter gegen den Regen-
wald hinauf vorkommen können, wird das Terrain bei Kibonoto offener mit grösseren
und kleineren grasbewachsenen Plateaus zwischen zerstreuten Gruppen von Büschen
und niedrigeren Bäumen. Hier waren besonders Pratincola salax axillaris und Drepa-
norhynchus reichenowi typische Vertreter der Vogelwelt.
Kaum einer der Vögel dieser Gegenden zieht auf die Dauer grössere Aufmerksam-
keit auf sich als der Orgelwürger {Laniarius aethiopicns ambiguus), der mit seiner wunder-
bar variierenden, überall erklingenden Stimme der ganzen Natur gleichsam ihr charak-
Sjöetedls Kilimandjuro-Meru Expedition. 3. i
26 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 3.
teristisches Gepräge gibt und dadurch vielleicht mehr als andere Vögel eine eingehendere
Schilderung verdient.
Es ist auf dem Rückmarsch zur Kulturzone des Kilimandjaro nach einer längeren
Expedition in die Massaisteppe, die Sonne leuchtet klar dem herannahenden Abend ent-
gegen, und die Karavane nähert sich dem Flusse, der die ersten Ausläufer des eigentlichen
Waldes gegen die Grasfläche der Steppe abgrenzt. Eine oft fremdartige Fauna hat sich
in der verflossenen Zeit dem Auge dargeboten, fremdartige Töne sind uns draussen auf
den kahlen Flächen oder aus den lichten Kronen der Akazien entgegengeklungen, immer
mehr die alten Eindrücke von der Natur und der Tierwelt des Berges abschwächend.
Wir sind in den aus spärlich wachsenden Bäumen und Büschen bestehenden Mischwald
eingetreten, als plötzlich eine hurtig, klar ertönende Flötenstrophe uns aus unseren
Gedanken emporfahren lässt; wie durch einen Zauberschlag strömen neue Gefühle, neue
Stimmungen durch den Sinn, in einem Nu sind die Bilder der Steppe verschwunden,
alte wohlbekannte Bilder aus der Umgebung des Berges, aus Baumsteppe und Kultur-
zone treten an ihrer Stelle hervor, fast die Eindrücke von all dem Fremdartigen verwisch-
end, das eine Zeit lang uns entgegengetreten ist. Ein Gefühl der Sicherheit kehrt wieder,
die Anstrengungen der Expedition, die Schwierigkeiten und Gefahren sind für dieses
Mal vorbei, und das »Heim» wartet unser dort oben auf den abschüssigen Seiten des
Berges. Was aber bewirkte diesen Stimmungsumschlag, der in zauberhafter Weise
unser ganzes Sein durchfuhr, was vermochte die müde, düstere Stimmung in diese har-
monische Ruhe umzuwandeln und den Sinn mit eitel lichten Bildern zu erfüllen? Der
kleine Zauberkünstler ist nichts Merkwürdiges, es ist eines der gewöhnlichsten geflügel-
ten Wesen dieser Gegend, ein Orgelwürger, dessen erste Töne bereits wie das Willkom-
men einer bekannten Stimme nach dem Umherstreifen in fremden Ländern uns ent-
gegenklangen. Es lag nichts besonders Charakteristisches in der Zeit, dass es eben
die Zeit kurz vor dem Abend war, wo die Töne aus den zerstreuten Gebüschen an der
Grenze der Steppe erklangen ; denn wenn irgend ein Sänger von den Stunden des Tages
unabhängig ist, um seine Freude in Tönen auszugiessen, so ist es dieser; beim ersten
Grauen des Morgens, beim Untergehn der Sonne, bei strömendem Regen und in stäh-
lendem Sonnenschein, ja, während aller Stunden des Tages und aller Zeiten des Jahres,
wenn auch besonders während der Brütezeit und an regenschweren Morgen, erklingen
seine Flötentöne in ihrer merkwürdigen Abwechslung, erstaunlich durch ihre Mannich-
faltigkeit von Tönen und Strophen, aus dem Dickicht der Büsche, aus den dichten Kro-
nen oder dem lichten Zweigwerk der Bäume, durch Mischwald und Kulturzone, ja, sogar
durch das dichte Laubwerk des düsteren Regenwaldes, unwiderstehlich zu einem
näheren Studium des merkwürdigen Tonkünstlers verlockend.
Es ist ein Maimorgen in Kibonoto, der Regen fährt sprühend durch die Luft, die
Stimmung ist schwer und düster, die Temperatur ist niedrig. Die ersten Lichstrahlen
fallen auf den Wald, die Natur zu neuem Leben erweckend. Da ertönen durch die Luft
die bekannten Strophen des Orgelwürgers und die Zelttür öffnend lausche ich dem
wunderbar abwechslungsreichen Konzert. Es gehört ein ganzes Studium dazu, alle
diese so sehr von einander verschiedenen Strophen kennen zu lernen, zu erforschen,
welche Töne dem Männchen angehören, und welche das Weibchen zu dem reichen Pro-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 27
gramm beiträgt. Gewöhnlich sind diese so fein in den Gesang des Männchens einge-
passt, dass nur die schärfste Beobachtung im Verein mit einem glücklich gewählten
Platz zu unterscheiden vermag, welche Töne des Weibchens mit einer bewundernswerten
Präzision sich in die Strophen des [Männchens einmischen; ja ich ahnte, so oft ich auch
den Gesang gehört hatte, nicht einmal das Vorhandensein dieser fremden Töne, bis
eines Tages die beiden Gatten zufälligerweise sich auf je einer Seite von dem Pfade be-
fanden, auf dem ich ging, und es schien, als wenn gewisse Töne in der Strophe plötzlich
gleichsam von dem Echo in das Gebüsch auf der entgegengesetzten Seite des Pfades
verlegt waren. Fast verwirrt begann ich schärfer zu lauschen, ununterbrochen den
flötenklaren, vollen Strophen zu folgen: beständig fällt, oft mitten in den Strophen, die
fremde Stimme an bestimmten Stellen ein, es war ein wunderbares Konzert, das die
geflügelten Tonkünstler der Wildnis gaben, wie ich es in Afrika zuvor nie gehört hatte.
Nun in der frühen Stunde klingt bereits seine volle Stimme, die Ankunft des Tages
verkündend, ertönt während langer Zeit ununterbrochen eine der Strophen des Vogels
freilich vielleicht die wenigst melodische, eine Art zischender Laut, knirschend wie der
Laut einer rostigen, sich drehenden Wetterfahne. Aber nicht ununterbrochen hört
man nur diese gleichartigen, wenig melodischen Laute, vielmehr gleiten sie dann und
wann in einen unmittelbar folgenden Flötenton hinüber. Es ist das Weibchen, das so
einfällt, während das ^Männchen in aufrechter Stellung mit schräge aufgerichtetem Kopf
und gesträubten Kehlfedern, bei jedem Ton nickend die knirschenden Laute ununter-
brochen durch die regnerische Luft ertönen lässt.
Mit einemmal ist das Thema ein anderes geworden. Klare Flötentöne erklingen
aus dem Gebüsch, einen rhythmischen Daktylus aus einer hohen akzentuierten und zwei
tieferen gleichwertigen, kurzen Tönen bildend. Vorsichtig gehe ich heran und verberge
mich hinter schützendem Laubwerk, um aus grösserer Nähe der immer wiederholten
Strophe lauschen zu können. Nun bin ich ganz nahe gekommen, nahe genug, um die
Strophe analysieren zu können, die immer noch aus dem wassertriefenden Laubwerk
ertönt. Aber was ist das! Eben hatte ich noch deutlich alle drei Töne aus demselben
Busch kommen hören, nun ist plötzlich eine fremde Stimme aus einem niedrigen Baum
in der Nähe hinzugekommen, die mit bewundernswerter Präzision auf den zweiten Ton
des Männchens mit einem gleichlautenden dritten einfällt. Es war das Weibchen, das
bisweilen einfiel, während es unruhig zwischen Blättern und Zweigen umherhüpfte.
Wieder wendet sich das Notenblatt, man weiss nicht aus welchem Anlass, und
eine neue Strophe erklingt in Wiederholungen — ein neues Duett zwischen dem Töne
hervorzaubernden Künstlerpaar; es ist wie eine Musikübung, wo das Männchen ins
Unendliche seine drei bis vier zitternden, wehmütigen Flötentöne, auf höherem und
tieferem Grundton variierend, wiederholt, während das Weibchen dann und wann mit
einem herben, fast mürrischen tji - i - schü einfällt. Behende in Büschen und niedrigen
Kronen umherhüpfend, lässt das Männchen seine Töne ungeniert erklingen, um bisweilen
in seinem spielerischen Hüpfen stehen zu bleiben; Körper und Kopf werden erhoben, die
Federn der Kehle sträuben sich, und der Kopf folgt mit tiefem Nicken den entströmenden
Tönen.
28 SJÖSTEDTS KIHMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 3.
Aber auch dieser Wechselgesang ist zu Ende, eine Weile herrscht Schweigen, nicht
am wenigsten vielleicht dem Lauscher erwünscht, und ich schicke mich an, aus dem
nassen Grase wieder ein wenig auf's Trockene zu kommen, da plötzlich erfüllen neue
Töne die Luft. Aber wie wunderbar hat nicht das Thema gewechselt, wieder erschallen
ganz fremde und doch beständig derselben Kehle entströmende Töne durch die neblige
Luft aus Busch oder Baumkrone. Herrlich erklingen die hurtigen Glocken- oder Flöten-
töne in einer sechstönigen Strophe, eingeleitet durch drei etwas zitternde schnelle Töne,
denen ein paar steigende und dann wieder fallende folgen. Ist es das Männchen allein,
oder wird die Strophe von der einfallenden Stimme des Weibchens ausgefüllt? Lange
hört man nur das Männchen, bis mit einemmal das Weibchen aus einem Busch mit dem
vierten oder sechsten Tone einfällt; aber alles geht so fliessend, alles ist so genau abge-
messen, dass niemand ohne besondere Aufmerksamkeit ahnen kann, dass mehr als einer
die frei, ohne Unterbrechung hinfliessende Strophe ausführt. Beständig hält sich das
Pärchen zusammen, in Büschen und blätterreichen niedrigeren Kronen umherhüpfend,
seltener in das Laubwerk der höheren Kronen emporsteigend, woher ihre Stimme jedoch
bisweilen sich auch hören lässt. Wirft sich das eine in die Luft, um nach einigen Flügel-
schlägen bald auf ausgebreiteten Schwingen in das schützende Dickicht zu schlüpfen, so
folgt meistens das andere in wenigen Avigenblicken nach, immer scheinen sie zu wissen,
wo sie einander haben, und sollte ein Zufall sie trennen, so vereint sie bald wieder der
angestimmte Flötengesang. Ein ungestörtes Familienglück scheint zu herrschen, nie
sieht man sie in Streit, stets füllen sie sympathisch gegenseitig die Strophen zu einem
klangvollen Wechselgesang aus. Und doch, bisweilen scheint unseren Ohren das sympa-
thische Verhältnis nahe daran zu sein zu brechen, wenn nicht der leichte Humor des
Männchens das Familienglück rettete; mit einemmal scheint das Weibchen in üble Laune
geraten zu sein, ein langgezogenes mürrische, zischendes tji- ü- i ertönt, aber augen-
blicklich folgt ihm ein schnelles fröhliches hu'i- pö- pö des Männchens!
Wieder fällt der Regen, wieder ziehen schwere Wolken über den Himmel des Kili-
mandjaro, die Natur ist düster, kaum einen Laut hört man aus dem benachbarten Wald
und den Farmen. Nur der Orgelwürger ruht nicht, hurtig beginnen wieder seine Töne
aus Büschen und Baumkronen zu erschallen.
Oben in dem Wipfel eines Baumes sitzt ein Männchen mit gesträubten Halsfedern
und nickendem, emporgestrecktem Kopf und sendet unermüdlich seine klangvollen Dak-
tylen durch die Luft, bald in denselben Tönen von einem anderen Männchen im Ge-
büsch beantwortet, wo auch ein Weibchen dann und wann mit seinem dreitönigen
Zischen einfällt.
Die Stimmung fängst an zu steigen, bald hüpfen die beiden Männchen mit empor-
gestrecktem nickenden Halse im Baumwipfel umher, laufen leicht und behende wie
kleine Elstern längs den Zweigen oder hüpfen von Ast zu Ast, beständig eine zweitönige
Flötenstrophe wiederholend. Das eine ist ermüdet, aber der Rivale fährt fort, bleibt
dann und wann stehen, nickend uns seine Doppeltöne blasend, ständig hört man das
Zischen des Weibchens unten im Gebüsch, andere Männchen beginnen einzufallen, und
die Töne erklingen nun aus verschiedenen Richtungen. Der Regen macht unsern
SJÖSTEDT, VÖGEL. 29
Sänger nass, der Hunger erwacht, er schüttelt sich, fälirt schnell und behende hierhin
und dorthin, ergreift eine Larve, die mit dem Schnabel gegen den Zweig geschlagen
wird, verschluckt sie und hüpft dann weiter. Plötzlich erblickt es mich, wie ich lau-
schend unter dem wassertriefenden Laub stehe; hastig ist er unten im dichten Blätter-
werk des Gebüschs, lässt ein warnendes, gedämpftes Schwatzen hören, das von dem
Weibchen beantwortet wird, um, seiner ungestörten Freiheit überlassen, bald wieder
zwischen den Zweigen und Blättern umherzuhüpfen und eine Strophe aus seinem reichen
Repertoir anzustimmen. — — — — i
Von ungefähr 1.800—1.900 bis zu 2.600—3.000 m Höhe erstreckt sich rings um
den Kilimandjaro herum ein zusammenhängender Waldgürtel, der Gürtel- oder
Regenwald genannt. Die Begrenzung dieses Waldes gegen die Kulturzone ist scharf
markiert; zwar erstreckt er sich oft noch weiter durch die Erosionstäler über die eigent-
liche imtere Grenzlinie hinaus, indem er dort allmählich in die teilweise noch bestehen-
den W\aldpartien der Kulturzone übergeht, aber auf den breiten, zwischen den Tälern
sich erstreckenden Bergrücken schiesst er in der Regel plötzlich auf, ohne eigentlichen
Übergang durch niedrigere Bäume und Büsche. Die wichtigste Ursache für die schnelle
Veränderung des Vegetationscharakters liegt in der veränderten Beschaffenheit des
Terrains. Der Berg, der von der Steppe aus aufwärts sich bisher recht langsam erhoben
hat, steigt nun bedeutend steiler an, um oberhalb der Waldgrenze auf den Bergvviesen
wieder ein sanfteres Gefälle anzunehmen. Schmale von den Eingeborenen ausgetretene
Pfade führen, gewöhnlich einer oder ein paar aus jeder Landschaft, durch den Wald
hinauf, um allmählich immer undeutlicher zu werden oder schliesslich so gut wie zu
verschwinden, da die oberen Teile nur selten betreten werden, nämlich nur um
Bienenstöcke aufzuhängen, Holz zu holen oder nach Heilkräutern zu suchen u. dgl.
Schweigen und eine düstere Stimmung herrscht meist in diesen dichten, ernsten, kalten,
feuchten Wäldern, über denen ein wolkenbedeckter Himmel während langer Zeiten
des Jahres ruht, der Wind zieht sachte rauschend durch die zerstreut stehenden hohen,
an grosse Eichen erinnernden, obwohl lichteren Bäume {Scheffleria volkensi u. a. ),
die sich über die übrigen von mittelmässiger und geringerer Grösse erheben, welche
letzteren verschiedene Etagen in der Zusammensetzung des Waldes bilden; in fuss- bis
ellenlangen Fransen hängen weissgraue Bartflechte {Usnea barbata) im Winde wehend
von den Zweigen der Bäume, besonders in den oberen, an die Bergwiesen angren-
zenden Teilen des Waldes, wo die Bäume wie greisenhafte Gespenster in ihr phan-
tastisches, zottiges, bis zur Spitze reichendes Flechtengewand gehüllt stehen, ein Bild
des Alters und Verfalls. Die Temperatur, die am Tage nie 20° C. übersteigen dürfte,
sinkt in der Nacht beträchtlich, verschieden in verschiedener Höhe, und geht oft bis
auf + 4 — 5°, im Juni und Juli, besonders in grösserer Höhe, noch mehr herunter. Selbst
fand ich die Temperatur an der obersten Grenze des Regenwaldes im Februar, also
während der warmen Jahreszeit, Nachts + 4 — 7° betragend. Dass es hier in kälteren
Zeiten während der Nächte friert, ist unzweifelhaft.
Von dem lichten, offenen Terrain her am Waldrande treten wir ein unter das dichte
Laubwerk. Wohin man den Blick wendet, nichts als Blätter und wieder Blätter, hängende
.'50 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 3.
Zweige, Lianen und andere Schlinggewächse versperren in dem Weg, bald sich in Massen
um die Stämme schnürend und schlingend, bald fadendünn sich zwischen die Bäume
herabsenkend. Die Untervegetation, oft aus schmalen Stämmen und ihren Trieben
bestehend, ist dicht, aber nicht so dicht verschlungen wie auf freierem Terrain, in der
Buschsteppe und anderwärts, wo die in einander verwobenen Schlingen und Ranken
einem Vordringen die grössten Schwierigkeiten bereiten. Blätter und Zweige triefen
oft von Wasser, der Boden ist feucht, mit modernden Blättern bedeckt, grünes Moos
bedeckt in dicken Massen Stämme und Zweige, oft dicke Kissen über den letzteren bil-
dend, kaum eine Blume belebt die einförmige Grenze, ausser dass zu gewissen Zeiten
eine Reihe von Bäumen sich mit Blüten bedecken, die einen balsamischen Duft ver-
breiten. Bald, wenn auch selten, ist der Wald lichter, sodass sich niedrigeres Laub-
werk entwickeln kann, bald schliessen sich die hohen Bäume mit ihrem Unterwalde von
schmäleren Stämmen, Wurzeltrieben und Laubwerk dichter zusammen.
Es ist eine wunderbare Veränderung, die sich in der umgebenden Natur mit
dem Eintritt in diese Regenwälder vollzogen hat, und es erscheint, als wäre man plötz-
lich in die feuchten Urwälder Westafrikas versetzt, so wie sie sich besonders innerhalb
der Mangrovewälder Kameruns ausnehmen. Zwar fehlen hier Palmen, keine mächti-
gen Waldriesen erheben sich wie Eriodendron anfractuosum über ihre ganze Umgebung,
die feuchte Luft ist kalt, und kühle Winde wehen durch die Kronen. Aber die Bäume
haben oft dasselbe typische Aussehn, dieselben dicken, festen, ganzrandigen Regen-
blätter begegnen dem Blick, derselbe schwerdurchdringbare Unterwald von schmäleren
Stämmen, Trieben und hindernden Kletterpflanzen, die Bäume sind oft umwunden mit
gröberen und feineren Lianen, die auch wie Fäden von den Kronen niederhängen, und
verwesende Blätter bedecken den nackten Boden.
Aber auch das Vogelleben hat seine überraschenden Parallelformen zu dem west-
afrikanischen Urwalde aufzuweisen, eben aus den Teilen, mit welchen dieser die grösste
Ähnlichkeit hat, und lange brauchen wir nicht zu warten, so verrät auch schon der ge-
wöhnlichste der Vögel, ein Musophagide (Turacus hartlaubi) seine Gegenwart durch
seinen charakteristischen Ruf. Es ist typisch dieselbe schnarrende, krähenähnliche
Stimme, wenn auch etwas dumpfer und weicher, mehr girrend, wie die, welche täglich
in Kamerun in derartigem Terrain sich hören liess und der Natur dort ihr Gepräge gab.
War bereits die kamerunische Art {Turacus meriani) ein Schmuck der Wälder ihrer
Heimat, so ist diese, ihr naher Verwandter, es noch in höherem Grade. Leicht läuft
der zierliche Vogel längs den Zweigen, sendet dann und wann seinen lauten Ruf durch
den Wald, schwingt sich in behendem Flug, in seinem blau, grün, weiss und lackroten
Kleide leuchtend, hinüber zu anderen Bäumen, während die ausgebreiteten purpurroten
Flügel prachtvoll hervortreten.
Aber wieder begegnet dem Auge ein beschwingtes Geschöpf aus einer Gruppe,
die in Kamerun allgemein in diesen dunklen, feuchten, dichten Wäldern mit ihrem nack-
ten, blattbestreuten Boden, besonders im Unterwalde, angetroffen wurde, deren ty-
pische Charaktervögel sie waren. Es ist ein Haarvogel, und weitere Untersuchungen
zeigten, dass die Haarvögel hier durch mehrere Arten repräsentiert waren {Fhyllastre-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 31
phiis nigriceps, strnfacies, placidus), während einige derselben Gattung angehörige
{küimandjaricus und cerviniventris) in den hier und da in der Kulturzone noch vor-
handenen Urwaldpartien ähnlichen Charakters angetroffen wurden.
Bemerkenswert ist, ^^■orauf man bereits früher aufmerksam geworden, das Vorkom-
men äusserst nahestehender oder fast übereinstimmender Vogelformen in den höheren
Teilen dieses grössten Berges Ostafrikas, und gleichzeitig ganz Afrikas, und des Kame-
runberges, des Riesen Westafrikas. Am meisten in die Augen fällt hierbei das prächtige
Jleterotrogon vittatum mit seinem früher als dieselbe Art angesehenen, nun aber als Sub-
species unterschiedenen Repräsentanten auf dem Kamerunberge. Die südlich Coliirnba
aiqnatri.r ist auf diesen Bergen durch je eine sehr nahestehende und früher damit ver-
einigte Form repräsentiert, auf dem Kilimandjaro durch die Suhs]iecies arquatricula,
auf dem Kamerunberge durch Columba sjöstedti. Der Alseonax ohscurus des Kamerun-
berges wird hier durch murinus ersetzt, Poicephalus guliebni aubryanus durch die Sub-
species »lassaicus derselben Hauptart.
Bisweilen sind die einander ersetzenden ost- und westafrikanischen Arten nicht
völlig so nahestehend, wogegen sie in ihrem Auftreten und Vorkommen deutlich ein-
ander vertreten. So wird der am Kilimandjaro gemeine, grosse Bucerotide Bycanistes
cristatus in Kamerun zwar innerhalb des Systems zunächst von Bycanistes albotihialis
repräsentiert; ihrem ganzen Auftreten, ihrem Vorkommen nach nicht nur im Urwalde,
sondern auch auf den Farmen und in den Pflanzungen hat cristatus aber in der prächtigen
Ceratogymna elata (resp. atrata), beide innerhalb ihrer Gebiete die grössten und statt-
lichsten Repräsentanten der Familie, seinen sozusagen biologischen »Stellvertreter, mit
welchem er auch darin übereinstimmt, dass der Helm des Schnabels grosse Dimen-
sionen erreicht. Wie die hellgraue Coracina azurea bisweilen in den Wäldern Ka-
meruns gesehen wurde, so zeigte sichln den Regenwäldern des Kilimandjaro die nahe-
stehende Coracina pura spärlich in den hohen Kronen der Bäume. Wie in Kameruns
dichten Unterwäldern zwischen den herabgefallenen vermodernden Blättern Pertstera
puella ein Charaktervogel war, so trifft man auf dem Kilimandjaro und dem Meru auf
gleichem Terrain die in ihrer Form, Grösse und Grundfarbe ziemlich ähnliche Aplopelia
larvata an. Die stille und zurückgezogene Platysteira peltata hat in Kamerun ihren
Vertreter in P. cyanea, die kurzschwänzige Batis mixta in DiapJiorophyia castanea.
Auch die Glanzstare, so gemein in Westafrika, haben hier oben im Regenwalde
ihren Repräsentanten, nämlich in Pyrrhocheira walleri, während Amydrus morio rüp-
pelli sich auf dem offenen Steppenlande zeigte.
Wenn während der trockneren Jahreszeit die Wolken sich zerstreuen, und die
Sonne ihr Licht über den Wald ausgiesst, belebt sich die sonst so düstere Stimmung,
wenn auch das Tierleben recht still und arm verbleibt; nur hier und da hört man den
Sang oder Schrei eines Vogels. Aus einer Krone ertönt die fünftönige, dumpf tutende
und zwitschernde Weise des Turtur semitorquatus, so wohlbekannt von den unteren
Teilen der Kulturzone her; in einigen niedrigeren, dichten, mit Schlinggewächsen um-
sponnenen Kronen hört man das schöne, eifrig erschallende Lied der Alcippe abyssinica
vielleicht das schönste, was man hier zu hören bekommt; zwischen dem dichten Laub-
werk des Unterwaldes schimmert die leuchtend goldgelbe Unterseite von Tarsiger orien-
32 SJÖSTEDTS KIHMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 3.
talis hervor, in Kronen und Büschen ziehen kleine Scharen von Zosterops eurycricota ein-
her, hüpfen munter von Zweig zu Zweig, um wenn etwas, wie der Schall eines Schusses,
lebhaft ihre Aufmerksamkeit fesselt, ein schwirrendes, langgezogenes feines Gezwitscher
hören zu lassen und dann plötzlich aufzuhören. Hier kann man auch recht oft die in
ihrem ganzen Auftreten lebhaft an einen Laubsänger erinnernde Cryptolopha u^nhrovi-
rens dorcadichroa umherhüpfen sehen, dann und wann ihr feines hiö-tjü-hitt-hitt-tjö
ausstossend, den ersten Ton etwas wehmütig, die anderen mehr klingend. Besonders
in den oberen, an die Bergwiesen angrenzenden Teilen des Regenwaldes belebt die kleine
Cinnyris mediocris durch ihr lebhaftes Wesen, ihre kecken Töne, ihre goldgrüne, grell
rotbrüstige Tracht die düstere Natur, und auch die am untersten dichten Zweigwerk
der Büsche umherschleichende Bradypterus mariae wirkte durch ihre Beweglichkeit und
ihr schallendes Lied aufheiternd. Auf offnerem Terrain, wo blühende Kräuter mehr
das Auge erfreuten, sammelten sich Nectariniden: Drepanorhynchus reichenoivi und
Nectarinia kilimensis, in Bäumen dortherum konnte man Batis mixta und puella monlana
sehen. Über den Wipfeln des Waldes schiesst ein Paar Bycanistes cristatus, Männchen
und Weibchen, in etwas welligem Fluge hin; mit einigen kräftigen Flügelschlägen bringen
sie sich emporsteigend in Schwung, breiten gleichzeitig Schwingen und Schwanz aus.
segeln so ein Stück Weges hin, um sich wieder mit einigen Flügelschlägen neuen Schwung
zu geben. Der gewaltige helle Schnabel des Männchens ist aus weiter Ferne zu erkennen
und unterscheidet ihn deutlich von dem nachfolgenden, mit weit kleinerem Schnabel
versehenen Weibchen.
Plötzlich kommt Leben und Bewegung in die Baumkronen über uns, die Zweige
tauchen tief hinab unter den Sprüngen einer Menge grosser Tiere, das Laubwerk rauscht
und der ganze Baum scheint zu leben. Ein schneller Blick nach oben zeigt eine Schar
Colobus- Affen (C. caudatus), die in ihrer prächtigen schwarz und weissen Tracht mit
ihren flatternden langen Seitenfransen und dem buschigen grossen Schwanz sich hin-
über zu benachbarten Bäumen schwingen oder eilig auf die Zweige hinauslaufen, um in
kühnen Sprüngen ihren Weg fortzusetzen. Bald haben sie, wenig scheu, sich beruhigt,
ihr eigentümliches, dumpf klapperndes und schwirrendes Geschrei klingt fast wie ein
Spinnrocken oder wie das Klappern eines Storchs, oft anhaltend, in der Ferne als ein
monotones schwirrendes Gesumm verhallend. Es ist das charakteristischste und be-
kannteste Tier dieser Wälder, die seinen typischen Aufenthaltsort darstellen.
Über den Erosionstälern und über offneren Stellen zwischen den Bäumen fliegen
schwarze Schwalben {Psalidoprocne holomelaena massaica) hin und her, hoch oben in der
Luft schiessen Segler {Apufi melba africanus) in rasender Geschwindigkeit dahin oder kreist
Buteo de.sertorum, dann und wann einen feinen, langgezogenen Schrei ausstossend, Cor-
vultur albicollis zieht schreiend über den Wipfeln der Bäume in zierlichen Bogen dahin,
Linurgus kilimensis, Poliospiza striolata und Turdus deckeni bewegen sich im Laubwerk,
zwischen herabgefallenen Blättern in dem dichten ünterwalde hüpft OeocicMa gurneyi
kilimensis behende umher wie eine Amsel, und auch Tarsiger gutfif er, Campephaga flava,
Bradypterus cinnamomeus, Chlorophoneus ahhotti, Tnrturaena delegorguei, Buccanodon
kilimense, Diopirornis fischeri, Chloropeta natalensis similis, Laniarius aethiopicus ambi-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 33
guus, Nectarinia tacazze und hilimensis und Apalis griseiceps gehören diesen Regenwäl-
dern an.
Oberhalb des zusammenhängenden Gürtels des Regenwaldes beginnen am Kili-
mandjaro in einer Höhe von 2.600 — 3.000 m die offenen gras- und buschbewachsenen
Plateaus der Bergwiesen, das Land steigt hier wieder sachter an, die Vegetation wird im-
mer spärlicher und hört schliesslich bei etwa 4.000 m auf, um nach der schneebedeck-
ten Riesenkuppe hin durch öde Sand- und Steinwüsten ersetzt zu werden.
Der Weg durch den Urwaldgürtel ist infolge der hier stärkeren Steigung des Berges
und der Dichtigkeit der Vegetation in hohem Grade anstrengend, besonders für die mit
Lasten beschwerten Träger. Im Februar, gegen Ende der Trockenzeit, drang ich mit
ungefähr 25 Mann durch den Waldgürtel, um die höchsten mit organischem Leben
versehenen Teile des Berges bis zu den Gletschern und Schneefeldern hinauf zu unter-
suchen.
Es war ein schöner Tag um die Mitte des Monats. Der Aufbruch geschah von
Kiboscho aus. Die Morgensonne warf ihren goldenen Schimmer über den in seiner
imposanten Pracht enthüllten Schneeriesen. Wie ein langsam abfallender, fast ebener
Bergrücken laufen die Konturen des Berges nach der östlichen, frei zu überblickenden
Seite zur Steppe hinab; wogendes Laubwerk erstreckt sich längs seiner Seiten hinauf,
den breiten Gürtel des Regenw^aldes bildend, während die oben befindlichen Bergwiesen
als offenes Terrain sich aufwärts nach der plötzlich aufsteigenden schneebedeckten Kuppe
hin erstrecken. Nach halbstündigem Marsch von Kiboscho aus sind die letzten Hirse-
felder passiert, das Terrain steigt rasch an, die ersten Vorposten des Waldes zeigen sich,
das Laubwerk wird dichter, und wir befinden uns bald in der Kühle des Regenwaldes.
Der Boden ist mit verwelkten, unter den Schritten raschelnden Blättern bedeckt, da
derselbe hier nach unten zu ziemlich trocken geworden ist ; kaum einen Laut hört man
aus der düsteren Umgebung, alles ist still, dunkel und kühl. Immer schwerer ist der
Pfad zu unterscheiden, je weiter wir hinaufdringen, das Haumesser ist in ständiger Tätig-
keit, wo überhängendes Laubwerk, Lianen und Zweige das Vordringen erschweren.
Bald hierhin, bald dorthin, wo eine Öffnung sich zeigt, sucht sich der Führer einen Weg
zu bahnen, um oft plötzlich durch eine undurchdringliche Wand von Stämmen, Büschen
und Blattwerk aufgehalten zu werden, der Führer dringt allein in das Dickicht ein,
sucht eine Richtung, wo er durchbrechen kann, kehrt schliesslich zurück und macht den
anderen Zeichen, dass sie ihm folgen sollen. So ging es fort bis zum Nachmittag in
einer im grossen und ganzen gleichartigen Vegetation, als die ersten Ausläufer der für
die oberen Teile des Waldes charakteristischen Erica arborea, eines 20 — 40 Fuss hohen
Baumes mit feinen heidekrautähnlichen Blättern, sich zu zeigen begannen, um in kurzem
einen wesentlichen Teil der Zusammensetzung des Waldes zu bilden. Aber noch eine
andere Pflanze sollte hier speziell die Aufmerksamkeit erregen, nämlich prachtvolle
baumartige Farnkräuter {Aspidium kihoschense), die ersten, die ich in Ostafrika gesehen;
auf dem Boden eines tiefen Erosionstales bekränzten sie die Seiten des hier einher-
brausenden Stromes. Der Marsch wurde immer mühsamer, und beständig ertönen die
Rufe der Träger durch den Wald, um sie zusammenzuhalten; schliesslich werfen sie die
Lasten hin, weigern sich weiterzugehn, werden aber durch ein schnelles Eingreifen,
Sjöatedta Küimandjaro-M eru Expedition. 3. 5
34 SJÖSTEDTS KJLIMÄNDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
ehe sie sich über einen Plan zum Widerstände haben einigen können, dazu gebracht,
die Lasten wieder auf den Kopf zu heben, und wie eine Herde Schafe stürzen sie vor-
wärts die Anhöhe hinauf. Gegen 4 Uhr sind wir mitten drinnen in der Erica arborea-
Formation in den oberen Teilen des Regenwaldes, Zweige und Stämme sind bedeckt
mit in langen Zotten niederhängender Bartflechte, die dem Walde ein uraltes und
verfallenes Aussehen verleihen; noch ein paar Stunden, der Abend naht heran, obwohl die
Sonne noch klar leuchtet, da mit einemmal erhellt sich der Wald von von vorn eindrin-
gendem Licht, der breite Gürtel des Regenwaldes ist zu Ende und die Bergwiesen mit
ihrer Ericinellaregion liegen vor uns. Noch einige Minuten, und wir treten plötzlich aus
dem drückenden Dunkel des Waldes hinaus auf ein offenes Terrain, weit hinauf nach
der schneebedeckten Kuppe des Berges dicht mit gewöhnlich mehr als mannshoher Eri-
cinella manni bewachsen, die in ihrem Aussehen riesengrossem Heidekraut ähnelt, um
oben durch weisse Immortellen ersetzt zu werden, bis schliesslich Stein- und Sandwüsten
und nackte, mit Flechten bewachsenen Felsen den Übergang zum sterilen Reich der
Kälte und des Schnees vermitteln.
Eine Eigentümlichkeit weist gerade dieser Teil des Berges auf, da die zwischen
dem Regenwalde und der Ericinellaregion sonst vorhandenen Graswiesen hier fast ganz
fehlen, indem die Ericinella meistens unmittelbar oberhalb des Waldrandes ihren Anfang
nimmt. Relativ kleinere, mit Gras bewachsene Flecke erstrecken sich indessen zwischen
den dichten Büschen der Ericinella, und diesen folgend ziehen wir weiter, um bald auf
einem grösseren, offenen, wiesenähnlichen Fleck Halt zu machen und unser Lager auf-
zuschlagen.
Ein seltsamer, keinem Naturbilde, das ich zuvor gesehen, entsprechender Anblick
bietet sich hier dem Blick, freilich kalt, starr und einförmig, aber darum nicht minder
ansprechend. Beleuchtet von der Glut der untergehenden Sonne lag die schneeige Riesen-
kuppe des Kilimandjaro nicht einen Tagemarsch von uns entfernt da, dem Anschein
jedoch viel näher, längs den Seiten mit zerstreuten, dunklen, nackten Felspartien,
während die gewölbte Kuppe in ihrer Gesamtheit in frischgefallenen, blendenden Schnee
gehüllt ist. Vom Lager aus erstreckt sich ein einziges flaches, nach oben hin durch den
geringeren Abfall des oberhalb befindlichen Terrains wie von einem Bergrücken oder
Rande begrenztes Tal, so weit das Auge reicht, ein ununterbrochenes Feld von grünen
oder grauen Spitzen der Ericinella. Gemischt mit diesen nach oben hin an Grösse mehr
und mehr abnehmenden Büschen leuchten hier und da die grossen gelbweissen Blüten-
körbe von Protea kilimandscharica hervor, einem für diese alpinen Gegenden charakteris-
tischen Strauch mit festen, glatten, dunkelgrünen, ins Bläulichweisse und Rote spielen-
den, langgestreckt ovalen Blättern, nach oben zu immer röteren Zweigen und harten,
grossen Schuppen, die den Knospen und den zusammengefalteten reifen Blüten gewisse
Ähnlichkeit mit Zapfen verleihen. An feuchten Stellen, Talsenkungen, erheben sich
einige drei bis vier Meter hohe Bestände des eigentümlichen, baumartigen Riesenkrauts
Senecio johnstoni mit seinem oben verzweigten Stamm, von dessen Spitzen ellenlange,
ovale, zugespitzte, grosse dichte Sträusse bildende Blätter ausgehen. Es ist die eigen-
tümlichste Charakterpflanze, die diese alpinen Gegenden aufzuweisen haben; vom ersten
Augenblick an zieht sie sowohl durch ihre Grösse als durch ihre eigentümliche Gestalt
SJÖSTEDT, VÖGEL. 35
die Aufmerksamkeit auf sich. Auch die dem Wuchs nach an einen Kanonenwischer
erinnernde Lohelia deckeni ist hier eine auffällige Charakterpflanze.
Nach oben zu werden nackte, mit Steinen bestreute Partien immer allgemeiner
und nehmen an Ausdehnung zu, entblösste Felspartien ragen wie Kämme empor, mit
beim Erstarren der Eruptionsmasse gebildeten Höhlungen versehen, Zufluchtsorten
für kleinere Säugetiere, deren Exkremente dort oft angetroffen wurden. Dass die
Vogelwelt in diesen Höhen nicht reich und abwechselnd sein würde, war vorauszusehen,
aber sie zeigte sich andererseits nicht arm, und wenigstens von einigen Formen lässt sich
sogar sagen, dass sie hier gemein waren.
Wie ein Smaragd glänzte die langschwänzige, nur aus diesen Gegenden bekannte
Nectarinia johnstoni, wie sie gleich einem sausenden Pfeil durch die Luft schoss oder
auf dem Wipfel der Ericinella thronte, während das graugrüne Weibchen in seiner
einfachen Tracht nur durch seine wie beim Männchen roten Achselbüschel die Zu-
sammengehörigkeit mit dem edelsteinglänzenden Gatten verrät. Wenn die Alten
nur in einigen Exemplaren erlegt wurden, so war dagegen das zuvor unbekannte
Junge, das sehr dem Weibchen ähnelt, ohne aber die roten Achselbüschel aufzuweisen,
um so allgemeiner und sass, wenig scheu, hier und da in den Wipfeln der Büsche.
Bis hinauf zu den äussersten Grenzen der zusammenhängenden höheren Vegeta-
tion, in ungefähr 4.000 m Höhe, am meisten jedoch im Ericinellagebüsch lebte ein Gras-
sänger {Cisticola ÄMTiien), zugleich mit Pinarochroa der gemeinste Vogel der Bergwiesen.
Oft zu zweien oder dreien flogen sie lebhaft auf die Wipfel und äussersten Zweige der
Büsche hinauf, um wieder schnell in das dichte Gebüsch zu verschwinden. Munter und
beweglich wie die meisten ihrer Gattung Hessen sie gleichzeitig ihren heiteren Gesang
hören: es war ein Klingen, Trillern und Schwirren durcheinander, ein erfrischendes
kleines Konzert in der einförmigen, schweigsamen Natur. Neben diesem der gemeinste
Repräsentant der Vogelwelt war die wenig scheue, an einen Steinschmätzer erinnernde,
bräunliche, mit weissem Bürzel versehene Pinarochroa hypospodia, die bald in den
Wipfeln der Büsche zu sehen war, bald herunterflog und auf dem Boden herumhüpfte.
Auch die auf der Wanderung begriffene Saxicola oenanthe sollte in dieser Höhe ange-
troffen werden, wie sie in ihrer hellen Tracht in der Spitze eines der Büsche sich wiegte.
Hoch oben in der Luft zogen bisweilen weissnackige dickschnäbelige Raben {Corvultur
alhicollis), dann und wann ihren recht klangvollen Ruf ausstossend, ein Bussard {Buteo
desertorum), dieselbe x4rt, die auf den Höhen des Meru erlegt wurde, kreiste unter
feinem, langgezogenem Schrei über der kahlen Fläche, während ein Serinus flavivertex
sich in Kälte und Nebel an der obersten Grenze der Vegetation zeigte.
Auch Apus melba africanus und die im Regenwalde gesehene Psalidoprocne er-
reichen natürlich diese Höhen, und auch die in derselben und in grösserer Höhe auf dem
Meru lebende Nectarinia kilimensis kommt hier ohne Zweifel vor. Aber sie alle sind
jedenfalls recht spärlich und vermögen nicht dauernd das Naturbild zu beleben.
An den äussersten Rändern des Regenwaldes zeigten sich Cinnyris mediocris,
Bradypterus mariae, Heterotrogon vittatum, Columha arquatrix arquatricula, Alseonax
murinus, Zosterops eurycricota u. a., die wohl gelegentlich sich auch auf den Bergwiesen
36 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
zeigen können, wie auch die bei Kifinika von Netjmann angetroffenen Dryoscopus
pringlii, Nigrita diabolica, Poliospiza striolata, Linurgus kilimensis, Anthns triviaUs
und rufulus cinnanwmeus, Drepanorhynchus reichenoun , Nectarinia tacazze, Phyllastre-
plius nigriceps, Apalis griseiceps, Turclus deckeni. Tarsiger guttifer und orientalis dort
beobachtet wurden, die jedoch ausser Anthus rufulus cinnamomeus alle nicht den offenen
Teilen der Bergwiesen angehören, sondern als Waldvögel sich in den über die eigentliche
Waldgrenze hinaus vorhandenen isolierten Waldpartien aufhalten.
Ebenso ansprechend, wie diese alpine Natur ist, wenn die Sonne ihr belebendes,
wärmendes Licht über sie ausgiesst, ebenso düster ist sie, wenn der Regen aus den her-
anziehenden Wolken herabstürzt. Die ganzen Höhen hüllen sich in Grau, keinen anderen
Laut als den des fallenden und brausenden Wassers hört man, alles ist still und öde.
Die Temperatur sinkt und die Kälte wird fühlbar; erstere, die während dieser relativ
warmen Jahreszeit in den Nächten bis auf + 4 — 5° herabging, sinkt zu anderen Zeiten
unter den Gefrierpunkt. Öde, still und düster ist alles um das Lager her, und Nebel ziehen
durch die breiten Täler in ständigem Zuge aufwärts. Kein Blatt bewegt sich in
dem benachbarten Walde, keine Stimme lässt sich hören, alles liegt trübselig da. Von
den höchsten Spitzen bis zu den untersten Zweigen stehen die Bäume mit grauen Bart-
flechten behängt, ein Bild von fast beklemmender Düsterkeit, von Alter und Verfall,
und unwillkürlich müssen wir an das Märchen von dem verzauberten Walde denken.
Wie uralte Gespenster stehen die mächtigen Bäume in ihrer zottigen, zerfetzten Tracht,
den Eingang zur schlummernden Burg dieser Natur bewachend. Plötzlich hört man
ein Gesumm von feinen Pfeiftönen, eine Schar von kleinen Zosterops eurycricota, gelb-
grün mit einem breiten Ring von weissen sammetglänzenden Federn um die Augen
herum huscht, an Goldhähnchen erinnernd, von Baum zu Baum. Aus einer Gruppe
dichter Büsche erschallen einige recht scharfe trillernde Töne; es ist eine smaragdglänzende
rotbrüstige Cinnyris mcdiocris, die für ein paar Augenblicke das Schweigen unterbricht,
um sofort, wie über ihre eigene Stimme erschreckt, still unter Busch und Laubwerk zu
schleichen. Wieder tritt Stille ein, bis eine wehmütige, zitternde, langgezogene Weise
von dem Wipfel einer stattlichen Agauria ertönt, es ist die schöne, grosse, violettge-
färbte, weissgepunktete Columha arquatrix arquatricida, die, wenig scheu, dort oben
sitzt und ihr mit der Umgebung harmonisierendes klagendes Girren durch den öden
Wald sendet. Prachtvoller als sie alle ist jedoch der in Goldgrün und Rosa prunkende
amselgrosse Heterotrogon vittatum, der lautlos zwischen den Kronen angeflogen kommt.
Am 14. Februar wurde nach mehreren Anstrengungen die Schneegrenze erreicht,
und damit war das Programm der Expedition erfüllt. Der schneegekrönte Scheitel
des höchsten Berges Afrikas war erreicht, keinen Tagesmarsch von hochragendem
Urwald entfernt mit seinem wogenden Laubwerk, baumartigen Farnkräutern und
rankenden Lianen. Durch sonnige Steppen, durch Mischwald, Kulturzone, Regenwald
und durch die Bergwiesen, die Träger der letzten sich zu Kälte und Eis hin erstreckenden
Vegetation, der eine letzte, nur Flechten teilweise noch beherbergende sterile Zone folgt,
welche vielleicht noch hier und da einen vereinzelten verkümmernden Grasbüschel
oder ein im Schutz von Steinen und Felsen aufspriessendes Kraut hervorbringt, war
der Marsch gegangen, das Tierleben war sukzessive untersucht und möglichst reiche
SJÖSTEDT, VÖGEL. S7
Ernte — ungeachtet ilirer relativen Armut lieferten die Bergwiesen ungefähr 7,000
Tiere — eingeheimst worden, bis die Eis- und Schneezone des Berges und damit die
Grenze des organischen Lebens erreicht war.
Dies ist in kurzen Zügen das Bild, das das Vogelleben auf dem Kilimandjaro und
seinem Schwesterberg Meru und um sie herum darbietet; durch die reiche Abwechslung
des Terrains, der Vegetation und des Klimas weist es einen Wechsel und einen Reichtum
auf, der auf dem ganzen schwarzen Kontinent kaum seinesgleichen hat.
Zu der folgenden f^bersicht der verschiedenen Arten füge ich die biologischen
Observationen hinzu, die, alle Zeiten des Jahres umfassend, über sie im Laufe der Expe-
dition haben gemacht werden können.
Strutliioiiidap.
Strutliio iiiasfsaicus Neum.
(Taf. 3, Fig. 1—3.)
Rchw. I, 10.* — Auf der Steppe zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru an den
Flüssen Kirarägua, Ngare nairobi und Ngare na nyuki waren Strausse ziemlich allgemein
und wurden dort während der Jagd auf den offenen Grassteppen, in lichten Buschsteppen
und Akazienwäldern beobachtet, bald einzelne Männchen, bald kleinere Herden.
Auf der öden Grassteppe bei Kirarägua, wo nur in weiter Entfernung von einan-
der stehende niedrige Flötenakazien die Wüstheit des einförmigen Bildes bisweilen unter-
brachen, wurde am 29. Sept. ein von den Massais gefundenes 12 Eier enthaltenes Nest ge-
sehen. Auf einer Fläche von einigen Quadratmetern war das Gras vollständig weggekratzt,
der Boden blossgelegt, frei von jedem, auch dem kleinsten Rasenhügel, und in der Mitte,
in einer flachen Grube eng zusammengeschlossen, lagen die von der hier rotbraunen
Erde zum Teil beschmierten Eier, in einiger Entfernung wie riesengrosse Billardkugeln
erscheinend. Vorsichtig war der hütende Vogel schon in ziemlicher Entfernung wegge-
gangen, dann und wann uns betrachtend, während er langsam weg über die Steppe
wanderte.
Am 26. Oktober wurde ein anderes Nest unter den äussersten, zerstreuten Aka-
zien an der Grenze gegen die öde Graswüste bei Ngare na nyuki angetroffen. Dem
äussersten, unbestimmt markierten Rand des Waldes folgend sahen wir plötzlich in
einiger Entfernung ein Straussenmännchen eilig hinter einigen Büschen \^erschwinden,
dem im nächsten Augenblick ein Weibchen folgte. Als wir an diesem Platz ankamen,
wurde ein Nest gefunden; auch dort waren die Rasenhügel weggekratzt und zwar auf einer
Fläche vom 2 — 3 Quadratmeter, eine eigentliche Vertiefung war aber kaum zu entdecken.
Und hier bot sich unseren Blicken ein Bild trauriger Verödung, wie man es in der Vogel-
welt sonst nie sieht. Unter Stücken von Eierschalen und Steinen lagen im schwarzen,
vulkanischen heissen Sande fast ein Dutzend eben ausgebrüteter Jungen umherge-
streut, tot oder sterbend, mit je einer grossen blutenden Wunde im Nacken, nach den
' Bezeichnet Teil uud Seite in Reichenows: Die Vögel Afrikas.
38 SJÖSTEDTS KILIMÄNDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Eingeborenen vom Weibchen mit der kräftigen Kralle der grossen Innenzehe verur-
sacht. Nur vier der Jungen waren bei meiner Ankunft seiner Mordlust entgangen und
lagen unter die umgebenden niedrigen Rasenhügel gedrückt, durch ihre Ähnlichkeit
mit der Umgebung nicht leicht sofort zu erblicken. Es war ein trauriger Anblick, diese
kleinen hübschen Geschöpfe zu sehen, von denen die noch lebenden sich am Boden
wanden oder ihre blutigen Köpfe emporhoben. Das erlegte $ war von zahlreichen
Lausfliegen {Hippohosca strutliionis Orm.) belästigt, besonders unter den Flügeln, aber
auch sonst über dem Körper, der Magen mit Samen, Hülsen und Blättern von Aka-
zien nebst flachen Steinen von der Grösse eines Markstückes gefüllt. Die kleinen Jun-
gen stiessen langgezogene, etwas gurgelnde und summende Töne aus, wobei die Kehl-
partie und fast der ganze Körper zitterten.
ÜLj'/imanr/yaro-Steppe: Kirarägua, Ngare nairobi. — ilfer?<-Steppe: Ngare na nyuki.
— Weitere Fundorte im Gebiete: Sigirari (Fischer), Aruscha, Taveta (Schillings),
östl. Djipesee u. s. w.
Natatores.
Die hierhergehörige Fauna zeigte in diesem Gegenden einen grossen Reichtum
und Abwechslung. Unter den 20 Arten, die im Gebiete und zwar alle, mit Aus-
nahme der in der Kulturzone des Kilimandjaro erlegten Anas sponsa, an den Natron-
seen zwischen dem Kilimandjaro und Meru angetroffen wurden, kamen Anas erythro-
rhynclia, A. maculafa, Nyroca capensis und CoJymhiis capensis das ganze Jahr hindurch in
grossen Mengen vor; andere wie Phalacrocorax africanus, Anas capensis, Chenalopex
cegyptiacus und Erismatura rnaccoa waren ebenfalls häufig, wenn auch nicht völlig im
selben Grade, während Sterna leucoptera, Pelecanus roseus, Plectropterus gamhensis, Den-
drocygna fulva, Colymhns injnscatus, Thalassornis leuconotus spärlicher oder mehr zu-
fällig — aber dann bisweilen in Menge — auftraten, was bei Sarkidiornis melanotus,
Phalacrocorax lucidus lugiibris, Anas querquedula, Spatula clypeata und Geloclielidon nilo-
tica noch mehr der Fall war. Auch in der Meru-Niederung, an den Flusspferdseen
(Merkersee) wurden mehrere dieser Arten gesehen. Sterna media ist von Tanga an
der Meeresküste mitgebracht worden.
Colyiiibidai.
Colymbiis iiifnscatus Salvad.
Salvadori, Auiiali del Mus. Civ. di Geiiova. Ser. II, vol. I (XXIj 1884, p. 25, 225.
Unten dem Namen Podiceps injnscatus hat Salvadori 1. c. die afrikanische Form
des C. cristatus als selbständige Art abgetrennt, was auch richtig zu sein scheint. Zu
den angegebenen, etwas unbestimmten Charakteren, welche Prof. Reichenow veran-
lassen, in seinem grossen Afrikawerk infuscatus nicht als selbständige Art aufzuführen,
sondern denselben als Synonym unter cristatus zu stellen, sind zwei andere hinzuzufü-
gen, die deutlich die Formen trennen, nämlich:
Sjostedt, VOGEI..
3d
1 ) das Schwarze des Oberkopfes erstreckt sich bis unter die Augen herunter.
2) der weisse Zügel ist nur schwach angedeutet bildet aber kein ausgeprägtes
weisses Band.
Prof. Salvadori hat mir gütigst mitgeteilt, dass diese Charaktere auch an den
Typen vorhanden sind. Weiter sind die inneren Armschwingen mehr oder weniger dun-
kel gefleckt, während sie bei unserer Art oft rein weiss erscheinen. Der Schnabel ist
schwarz mit hornfarbigen Rändern, der Rücken schwarzbraun, die Körperseiten nur
wenig heller, nicht oder nur wenig rostbräunlich verwaschen. Bei allen von mir
gesehenen Exemplaren, welche bisweilen zusammen mit Jungen erlegt wurden, ist der
Kragen ungeAvöhnlich kurz, und die rotbraune Farbe blässer als bei unserer Art.
Ein am 29. Sept. erlegtes $ hat die Rückenfedern teilweise gebleicht und den
Kragen sehr kurz. Lg. 485 —
527, Fl. 170—180, Sehn. v. d.
Stii'n 50 — 52, Aussenzehe 68
— 71, Iris lackrot 6 — 7 mm.
Colymbns iiifiiscatns,
(Xat. Gr.)
Das bisher unbekannte Dunenj unge ist oben dunkel
graubraun, hin und wieder mit hellen Dunenspitzen, un-
ten weiss; Kopf und Hals mit dunkelbraunen Zeich-
nungen: längs dem Hals sechs Striemen, die vorne, un-
paarige kurz, nicht über die Kehle gehend, nach unten
gegabelt; die hintere unpaarige oben am Nacken in zwei
breiteren, schwarzen, nach vorn in einem spitzigen Winkel sich vereinigenden Zweigen ge-
trennt, die vorn einen nackten triangulären, hinten einen ovalen befiederten Fleck umfas-
sen; über den Augen ein dunkles etwa 10 mm. hinter dieselben sich erstreckendes Band;
zwischen diesen hinter den Augen beginnt das vordere Striemenpaar des Halses; Ohr-
gegend und Basis des Unterkiefers mit einem dunklen Fleck; die Stirn mit einer Y-för-
migen nach hinten verlängerten Zeichnung; Schnabel hornschwarz, hell gefleckt. Lg.
310, Iris rotbraun 5 mm.
Diese Art war in den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und Meru nicht
selten und wurde mehrmals dort beobachtet, sowohl alte als Dunenjunge. Am
10. Juli zeigte sich ein von drei Dunenjungen gefolgtes $ im ersten kleinen See, wo auch
das J*, aus einer Bucht hervorschwimmend, mit gestreckten Hals auf der offenen Ober-
fläche bald gesehen wurde.
Am 9. Sept. wurde die Aufmerksamkeit durch einen in der Sonne weiss glänzenden
Gegenstand einige Meter vom Ufer gefesselt, der sich als ein Podiceps infuscatus erwies,
welcher eigentümlicherweise sich so weit vom Wasser entfernt hatte. Ein am 29.
40 SJÖSTEDTS KILlMANDJARO-MEßÜ EXPEDITION. 3.
Sept. erlegter Vogel hatte den Magen voll von Federn nebst Samen von Potaniogeton
und Froschknochen. Auch wärend der Regenzeit Mitte Mai in den Seen gesehen. ' |
Kilimandjaro-'Niederung: Natronseen; Juli, Sept., Nov., Mai. — Neu für das
Gebiet.
Colymbiis capeiisis [(Lcht.) Salvad.].
Rchw. I, 18. — Lg. 210—240, ¥1 90—103. Fl./Sclnv. 0, Iris rot oder dunkelbraun, G mm.
In den zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru belegenen Natronseen war
dieser kleine Steissfuss das ganze Jahr hindurch einer der gemeinsten Vögel, obwohl er zu
gewissen Zeiten an Zahl etwas abzunehmen schien. Überaus zahlreich war er dort An-
fangs September. Nicht eine Bucht, wenn auch nur einen Steinwurf lang, gab es, wo nian
bei seiner Ankunft nicht einige dieser Vögel unter dem Wasser verschwinden oder weg-
fliegen sah. Mit flatternden, weissleuchtenden Flügeln, halb fliegend, halb auf der
Oberfläche mit schräg auswärts gerichteten Beinen und gestrecktem Hals laufend, dann
und wann den Kopf wendend, stürzten sie beunruhigt auf den See hinaus, um dort hier
und da unter der Oberfläche zu verschwinden, nach einem Weilchen den Kopf und Hals
vorsichtig emporstreckend und vielleicht wieder in die Tiefe blitzschnell verschwindend;
die Flügel öffnen sich, und in einem Nu sind sie von der Oberfläche verschwunden, wo
das umherspritzende Wasser den Platz, wo sie untengetaucht sind, zeigt. Durch die
Einwirkung des stark natronhaltigen Wassers wird mit der Zeit ihr Kleid gebleicht,
besonders das der Jungen, so dass die Vögel weiss glänzen, wenn sie auf dem Wasser
liegen oder dicht über der Oberfläche hinfliegen.
Im Mai — Juli wurden Nesten mit Eiern gefunden; Juli — Oktober waren Jung-
vögel besonders zahlreich. Etwa 1 Fuss im Durchmesser, ganz und gar aus Gras ge-
baut, über der Oberfläche einen mit einer Grube versehenen etwa 10 cm. hohen Hügel
bildend ruhte das Nest, an einigen gröberen Grashalmen befestigt auf dem Wasser gewöh-
lich nicht sehr weit vom Strande. Die hell bräunlichgelben, ovalen, in beiden Enden
gleichmässig verschmälerten Eier messen 25x35 mm.
Einige am 10. Juli genommene Dunenjunge sind unten glänzend weiss; Kopf,
Hals, Rücken und Körperseiten dunkelbraun mit rötlichen, am Kopf und Hals mit
Ausnahme der zwei vom Scheitel nach hinten divergierend gehenden Linien, weissen
Längsstreifen, die vier am Rücken am breitesten, die zwei mittleren nach vorn ver-
einigt; Scheitel in den Mitte rötlich; Stirn silbergrau. Lg. etwa 80, Auge dunkelrot
3 mm. Schnabel blass fleischfarben.
Kilimandj ar o-Niederung : Natronseen. — Jf erit-Niederung, Flusspferdseen (Mer-
kersee). — Usamhara: Tanga.
Wurde von Volkens auch in den höheren Regionen des Berges beobachtet.
Ferner im Gebiete vom Dschallasee (Neumann) und Djipesee (Jackson, Vol-
kens) bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 41
LaridcB.
Gelochelidoii iiilotica (Hassrlqu ).
Rchw. I, 51. — Lg. 420, Fl. 330, Fl./Schw. 55, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Nur einige Male beobachtet.
A'////««/((//aro-Niederung: Natronseen, erlegt am 24. Aug. 1 Ex. — Neu für das
Gebiet.
Sterna media Horsf.
Rchw. T, 60. — Lg. 340—360, Fl. 265—270, Sehn. 50, Tris dunkelbraun, 7 mm.
An der Küste bei Tanga häufig. Die vier vorliegenden im Juli erlegten Exem-
plare tragen alle ihr Winterkleid. Die weissgraue Bestäubung der äusseren Schwingen
ist nur bei einem erhalten; bei den übrigen sind die betreffenden Partien schwarzgrau.
Usamhara: Tanga, Juli.
Hydroclielidoii leneoptera (Schinz).
Rchw. L 7L — Lg. 270, Fl. 180, Lauf 19, Schnabel 24 mm., Füsse rötlich.
Obgleich diese Seeschwalbe keine regelmässige Erscheinung an den Natronseen
war oder dort brütete, wurden doch bei mehreren Gelegenheiten, und zwar im Juli,
Aug. und Dezember, kleinere Schwärme dort beobachtet, wie sie über die Oberfläche
hinzogen. Da die Seen, soweit ich finden konnte, fischlos sind — während eines Jahres
spähte ich bei jedem Besuch vergebens nach einem einzigen Fisch, wogegen die ziemlich
naheliegenden Flusspferdseen (Merkersee) von Welsen wimmelten — so standen
ihnen nur Kaulquappen, Libellenlarven u. dergl. als Nahrung hier zu Gebote. Die
erlegten Avaren alle in Jugendkleid.
KiJimandjaro-Meru-^\edev\xng: Natronseen, Juli, Aug., Dez., 3 Ex. — Ferner:
durch Jackson und Volkens vom Djipesee bekannt.
PhalacrocoracidaB.
Plialacrocorax hieidus lugubris Rüpp.
Rchw. I, 90. — Lg. 690, Fl. 300, Schw. 145, Fl./Schw. 13, Iris blassgelb, 8 mm.
Während der Trockenzeit im Dezember und Januar an den Natronseen einige
Male beobachtet, teils einzelne Exemplare, teils kleinere Schwärme. Er sucht sich
gern einen bestimmten Platz aus, wo er Tag für Tag gesehen wird. So konnte ich
auf einem etwa 50 m von Land aus dem Wasser herausragenden Stein Mitte Dezember
bei mehreren Gelegenheiten denselben Vogel sehen, in weiter Entfernung an dem weiss-
leuchtenden Hals erkennbar. Sonst waren in jenen Tagen keine Exemplare dieser
Art sichtbar, weshalb es ohne Zweifel immer derselbe Vogel war.
Kilimandjaro-l^iedevnng: Natronseen. Dez., Jan. — Auch vom Dschallasee
(Abbott) und Merkersee (Schill.) bekannt.
Sjö^tedta KUimandjaro-Meru Expedition- 3. . 6
42 SJÖSTEDTS KiLiMANDJABO-MEfeU EXPEDITION. .'i.
Phalacrocorax africanus (Gm.).
Rchw. I, 93, — Lg. 600, Fl. 210, Schw. 150, Fl./Schw. 130, Iris rot, rotbraun, dunkelbraun
oder stahlgrau, 7 — 8 mm.
Sowohl an den frei und offen gelegenen Natronseen, wo kaum auch nur eine einzige
kleine Akazie zu sehen war, als an den von Wald umgebenen Flusspferdseen war die Zwerg-
scharbe häufig und oft recht zahlreich, und wurde auch in kleineren Teichen auf der
Steppe mit so seichtem Wasser, dass sie längs des Bodens schwimmend durch die Be-
wegung des Wassers mit dem Blick verfolgt werden konnte, beobachtet. Anfang
August wurden Vögel in Prachtkleid, mit schwarzer Unterseite, erlegt. Mageninhalt
oft Frösche und Kaulquappen, sowie auch, als Parasiten, Nematoden.
Kilimnndinro-'^iederung: Natronseen. — il/fr »-Niederung: Flusspferdseen. —
Auch bei Taveta (Abbott), Djipe und Marangu (Jackson) beobachtet.
Pelecaiiid«.
Pelecanus roseiis Gm.
Rchw. I, 101. — Lg. 1,550, Fl. 630, Fl./Schv/. 0, Sehn. 330, Lauf 120, Iris rotgelb, 12 mm.
Pelikane waren an den Natronseen und an den Flusspferdseen nicht selten und
wurden dort im August, September, November, Dezember und März beobachtet,
gewöhnlich einige zusammen. Es ist überraschend, mit welcher Sicherheit. Leichtig-
keit und Eleganz sich diese scheinbar so plumpen Vögel bewegen, wenn sie mit zurück-
geworfenem Hals hoch in der klaren Luft umherkreisen. Sich herunter gegen die
Seen senkend kreisen sie in schönen, zierlichen Bogen, heben sich wieder langsam, sen-
ken sich plötzlich, kreisen wieder umher, um sich dann allmählich in grossen Bogen
auf die Oberfläche niederzulassen. Beim Übergang des Rau-Flusses bei Kahe im
Juni sassen Pelikane im Gipfel einiger am Ufer stehenden hohen Bäume. Jüngere
Vögel wurden Mitte November beobachtet.
Kilimandjaro: Natronseen; Kahe, Rau-Fluss, — Meru: Flusspferdseen (Mer-
kersee).— Ferner: durch Volkens vom Djipesee (»rufescens») und Schillings vom
Merkersee bekannt.
Aiiatidae.
Erismatura maecoa (A. Sm.).
Rchw. I, 105. — Lg. 390—450, Fl. 160—170, Schw. 80-85, Fl./Schw. 66—80, Iris dunkelbraun,
8 mm. Füsse dunkel graugrünlich.
Ein an den Natronseen das Jahr hindurch ziemlich häufiger Vogel. Scheu und
vorsichtig verschwindet er bei Gefahr schnell in der Tiefe, schwimmt lange Strecken
unter der Oberfläche, sieht heraufgekommen unruhig umher, um dann oft wieder
zu verschwinden. Tief im Wasser liegend hält er den langen Schwanz gerade auf-
gerichtet, biegt den Hals nach hinten, behutsam hin und her guckend. An der grell
SJÖSTEDT, VÖGEL. 43
liellblauen Farbe des Schnabels sind die J aus weiter Entfernimg erkennbar, wenn sie
von hier und da zerstreuten anderen Enten, Steissfüssen und Wasserlüihnern umgeben
auf dem Wasser liegen. Sie sind ungesellig, bleiben meistens ziemlich für sich, ohne
die anderen Wasservögel jedoch zu meiden. Der Magen erlegter Exemplare war
mit feinem Lavakies vom Boden der Seen nebst Resten von Wasserpflanzen gefüllt.
Im November wurden Dunenjunge angetroffen. Diese sind grauweiss, Oberkopf,
Wangen, HinterhaJs und ganze Oberseite blass graubräunlich, ein von der Mitte der
Schnabelwurzel unter den Augen verlaufendes schmales Band sowie ein breiteres von
den Flügeln nach hinten bis zur Schwanzwurzel weisslich; Wangen blasser braun
als der Oberkopf; Kropf band bräunlich schattiert.
Lg. 230, Iris dunkelbraun, 4 mm. Schnabel blauschwarz, Füsse fast schwarz;
Unterschnabel nach aussen gelblich.
Mitte Dezember hatten 'die Dunenjungen schon einzelne Federn am Kopf und
Hals, sowie an den Flügeln, Körperseiten und Schwanz; die an den Flügeln und Kör-
perseiten sind schwarzbraun mit rostgelblichen Säiimen. Die Dunentracht war von der
Sonne und dem natronhaltigen Wasser sehr gebleicht.
Kiliniandjaro-lSiiedeTnng: Natronseen, im Mai, Aug., Nov. und Dez. erlegt; 6
Ex. — Neu für das Gebiet.
Tlialassornis leucoiiotiis Eyt.
Rchw. I, 106. — Lg. 340—390, Fl. 160—180, Fl./Schw. 35—60, Iris dunkelbraun, 8—9 mm.,
Füsse graugrün.
Sonst nur im Juli und September spärlich gesehen, war diese Ente an den Natron-
seen während der Regenzeit im April und Mai sehr häufig und wurde da bei jedem
Besuch dort und auf der umgebenden, überschwemmten Steppe in kleineren und bis-
weilen ziemlich grossen SchAvärmen angetroffen. Sie sehen dumm und träge aus,
wenn sie langsam umherschwimmen oder auf der Oberfläche ruhen; wenig scheu, fliegen
die übrigen nicht immer weg, wenn einer oder einige im Schwärm geschossen worden
sind, tauchen dagegen hier und da unter, um nach längerer oder kürzerer Zeit den
Kopf zwischen den Wasserpflanzen vorsichtig wieder zu zeigen, während der ganze
Körper noch unter dem Wasser bleibt. Mit eifrig flatternden Flügeln, hängenden
Füssen und hell leuchtendem Hinterrücken ziehen sie unter niedrigem Flug über das
Wasser hinweg, um gewöhnlich bald wieder sich niederzulassen.
Küimandjaro-'Miederung: Natronseen; Juli, Sept., April, Mai. 13 Ex. — Östlich
vom Kilimandjaro von Abbott gefunden.
Nyroca capeiisis [(Cuv.) Less.].
Rchw. I, 108. — Lg. 450—510, Fl. 220, Fl./Schw. 25—40, Iris rotgelb, lackrot (J" ad) oder
dunkelbraun, 8 — 9 mm.
Einer der gemeinsten Vögel der Natronseen, wo er das ganze Jahr hindurch in
grosser Menge angetroffen wurde. Besonders war diese Art zahlreich in einem der
kleineren Seen mit etwas sitsserem Wasser, der zum Teil von Potamogeton erfüllt war;
44 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. S.
wohin man hier sah, fiel der Blick auf diese Ente, wie sie in kleineren oder grösseren
Schwärmen zusammen mit Colymhris capensis, Anas erythrorhyncha und maculata, Fu-
lica cristata u. a. über die Oberfläche hin zerstreut lagen, oder in schnellem Flug durch
die Luft zogen, wobei die weissen Flügelspiegel sich scharf von dem dunklen Kleid ab-
zeichneten. Zuerst niedrig über der Oberfläche hinstreichend, dann sich allmählich
hebend, lässt die ganze Schar, das Wasser verlassend, ein etwas schnarrendes, ziemlich
leises brr — ah äh, brr — äh äh hören.
Der Magen eines untersuchten Exemplares war mit schwarzem Lavakies, mit
einer Masse von, wie es schien, Chara-A\gen vermischt, erfüllt.
Zwei am 19. Juli mit der Mutter erlegte, 34 cm lange Junge haben unten vom
Kropf an Federn bekommen, die denen des alten Weibchens ähneln; auch auf den
Schultern sind Federn gewachsen und z. T. der Schwanz. Im übrigen tragen sie Dunen-
tracht; Kopf und Hals sind grau weiss, Seiten des Kopfes, Scheitel und Hinternacken
braun, bisweilen mit Grauweiss gemischt; der ganze Rücken bräunlich, die Schäfte lang
und frei, gelblich, viel heller als der Daun. Schnabel blaugrau, Füsse braunschwarz
mit grünen Flecken.
Kilimcmdjaro-^iederung: Natronseen, zahlreich. — Jf (^ra-Niederung : Merkersee.
15 Ex. Wurde auch bei diesem See von Schillings beobachtet.
Spatula clypeata (L.).
Rchw. I. 110. — Einige Male an den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro
und Meru beobachtet. Sie waren immer sehr vorsichtig und scheu, erhoben sich oft
schon in weiter Entfernung und zogen nach anderen Gewässern weg.
Kilimandjaro-'NiedeYung : Natronseen, Febr. — Neu für das Gebiet.
Anas sparsa [A. Sm.] Eyt.
Rchw. I, 115. — Lg. 570, Fl. 250, Lauf 42, Iris dunkelbraun, 9 mm., Füsse gelb.
In der Kulturzone des Kilimandjaro, etwa 1,400 m über dem Meer, wurde am
11. April diese Art in einem von Regenwasser gebildeten, mitten zwischen den Bana-
nenpflanzungen gelegenen Teich, wo auch Sporengänse beobachtet wurden, erlegt.
Sonst im Gebiet nicht gesehen.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,400 m, April. — Neu für das Gebiet.
Anas erythrorhyncha Gm.
Rchw. I, 118. — Lg. 430—480, Fl. 210—230, Fl./Schw. 20—30, Iris dunkelbraun oder
nussbraun, 6 — 8 mm.
Das Jahr hindurch eine der gemeinsten Enten der Natronseen, wo sie in
grosser Menge bei jedem Besuch gesehen wurde. Wo man hinblickte, sah man grössere
oder kleinere Schwärme auf dem Wasser liegen oder, besonders gegen den Nachmittag,
am Ufer stehen. Auch an den von Scirpus umwachsenen Teichen bei den Fluss-
pferdseen, wo Attas maculnta und Colymbus capensis regelmässig zu finden waren,
wurde sie beobachtet. Mit Vorliebe sucht sie kleinere Buchten der Seen auf, wo
SJÖSTEDT, VÖGEL. 45
oft — besonders im September-Oktober — wie erwähnt, ein ausserordentlich
reiches Vogelleben herrschte. Auf dem Wasser schwammen grössere oder kleinere
Schwärme von Anas eryfhrorhi/ncha, maculata und capensis, FuHca cristata, Nyroca
capensis, überall lagen Colymbus capensis zerstreut oder verschwanden pfeilschnell
unter der Oberfläche, am Ufer liefen oder standen Schwärme von Schnepfen (Tota-
nus pitgnax, glareoJa, stagnntilis, littoreus, Himantopns, Tringoides hypoleucos, Tringa
minuta, Charadrius tricoUaris, Hoplopterus speciosus, Ardea cinerea, melanocephala,
alba, Nilgänse u. a., während Colymbus infuscalus, Pelikane und Erismatura maccoa
sich oft etwas weiter vom Ufer entfernt hielten. Ein anziehendes Bild bietet das Weib-
chen, wenn es, von den lebhaften Dunenjungen begleitet, über das Wasser hin schwimmt,
imruhig hin und her guckend. Ein am 18. Mai erlegtes ? hatte ein reifes weisses
47 x35 mm grosses Ei im Oviduct.
Vier zusammen mit dem Weibchen am 24. Juli erlegte Dunenjunge sind weiss-
gelblich, mit etwas blasserem Bauch; die Mitte des Oberkopfes, Hinterhals, ein das
Dunkle des Hinterhalses nicht erreichender, hinter dem Auge breiterer und schärfer
markierter Augenstrich, Rücken und die oberen Teile des Schwanzes dunkelbraun;
ein langer, nach hinten schmälerer Fleck hinter den Flügeln und ein Fleck jederseits
der Schwanzwurzel weissgelblich. Lg. 150 — 160, Iris dunkel, 4 mm.
Kilima7idjaro-l^iederung: Natronseen, das Jahr hindurch, sehr gemein. — Meru-
Niederung: Flusspferdseen. — Ferner: von Useri (Abbott). Djipe (Jackson, Volkens),
östl. Kilimandjaro (Hunter) und dem Merkersee (Schillings) bekannt.
Alias capensis Gm.
Rchw. I, 120. — Lg. 390—430, Fl. 180—200, Schw. 70—75, Fl./Schw. 25, Tri.s gelbgriin oder
blassgrün, 7 — 8 mm.
Obgleich nicht so zahlreich wie A. erythrorhyncha, maculata und Nyroca capensis,
war diese Art an den Natronseen doch recht häufig, besonders während gewisser Jahres-
zeiten, wie im November, wo regelmässig kleinere oder etwas grössere Schwärme hier
gesehen wurden. Durch ihr helleres Kleid waren sie im Fluge auch in der Entfernung
von anderen hier vorkommenden nahestehenden Enten zu unterscheiden.
Vier am 17. Älärz erlegte Dunenjunge dieser Art sind weiss, Scheitel, Hinterhals,
Wangen, Rücken mit den Flügeln, Weichen und der Schwanz ober graubraun; ein Band
durch die Augen den Hals hprab, ein anderes von den Flügeln jederseits bis an
die Schwanzwurzel weiss; die Dunen der Flügeln, an der Spitze des Schwanzes und
an den Weichen etwas rostgelblich. Iris grauweiss, 4 mm. Schnabel und Füsse blau-
schwarz. Die gelblich weissen Eier messen 37x48 mm.
Kilimandjaro-'^iedeTung: Natronseen; brütend; 8 Ex. — Neu für das Gebiet.
Anas punctata Bürch.
Rchw. I, 120. — Lg. 325—350, Fl. 145—150, Schw. 65, Fl./Schw. 30, Iris nussbraun, 7—8 mm.,
Schnabel schwarzblau, Füsse dunkel blaugrau.
Das ganze Jahr hindurch war diese kleine, niedliche Ente an den Natronseen
äusserst häufig und wurde auch an den Flusspferdseen beobachtet. Wenig scheu
46 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
hielten sie sieh gern in den Buchten der Seen zusammen mit anderen Schwimmvögeln
auf. erhoben sich schweigsam in leichtem Flug und zogen schnell durch die Luft hin.
Der Braten ist delikat. Im September erlegte Vögel waren oft gebleicht und hässlich.
Der Magen war mit schwarzem vulkanischem Kies und zermahlenen Pflanzenteilen,
wie es schien von Characeen, gefüllt.
Zwei am 31. Juli an den Flusspferdseen erlegte, etwa 28 cm lange Jungvögel haben
schon Federn an der ganzen Unterseite vom Kropf an; die Unterseite ist hellbraun
weisslich angeflogen, am Kropf und an den Seiten dunkler, rostbräunlich, mehr oder
weniger dunkel gefleckt, der eine am Kropf etwas dichter und feiner; die Schulterfedern
schwarzbraun, breit rostgelblich umsäumt. Im übrigen Dunenkleid; Kehle und
Kopfseiten wie beim alten Vogel hell, Oberkopf, Hinterhals und der ganze Rücken
schwarzbraun. Schnabel und Füsse bleigrau.
Kilimandjaro-l^iedernng: Natronseen, äusserst häufig zu allen Jahreszeiten. —
ilf erz(-Niederung : Flusspferdseen. — Ferner: von Neumann östl. des Kilimandjaro
und von Schillings am Merkersee gefunden.
.4nas querquedula L.
Rchw. I, 121. — Lg. 370—400, Fl. 190—197, Schw. 67—74, Fl./Schw. 10—15, Iris nussbraun,
7 mm.
Die Knäkente wurde bei einigen Gelegenheiten im November und März an den
Natronseen gesehen, wo sie sich meistens in kleineren Teichen, die in Verbindung mit
den Seen standen, aufhielt. Sie war ziemlich vorsichtig und flog auf, wenn Anas
erythrnrhyncha, macidata und capensis noch ruhig auf dem Wasser lagen. Die im Novem-
ber erlegten Exemplare (J'?) tragen Winterkleid, Scheint bisher nicht in Ostafrika
so weit südlich gefunden zu sein.
iCj7fmanrf/aro-Niederung: Natronseen, Nov., März. — Neu für das Gebiet.
DtMidroc.vgiia fiilva (Gm.).
Rchw. I, 126. — Lg. 480—500, Fl. 215—225, Fl./Schw. 20—25, Iris dunkelbraun, 8—9 mm.
Obgleich ziemlich spärlich und nie in grösseren Schwärmen beobachtet, war
diese Ente im Juli und August an den Natronseen nicht gerade selten, wo sie sich dann
und wann aus dem Wasser erhob oder zusammen mit anderen Enten, Steissfüssen
und Wasserhühnern vereinzelt oder wenige zusamnien auf der Oberfläche schwamm.
Der Magen erlegter Vögel war mit vulkanischem, schwarzem, feinem Kies, Chara-
ceen und Samen von Wasserpflanzen gefüllt.
KiUmandjaro-'^ieAevxxng'. Natronseen, Juli, Aug. — Neu für das Gebiet.
Sarkidiornis inelanotiis (Penn.).
Rohw. I, 129. — J Lg. 680, Fl. 370, Schw. 130, Fl./Schw. 0, Iris braunschwarz, 11 mm. $ jun.
Lg. 510, Fl. 275, Schw. 110, Fl./Schw. 10, Iris dunkelbraun.
Zusammen mit anderen Enten und Stelz vögeln: Nyroca capensis, Anas eryihro-
rhyncha und mandata, Fidica crislata, Sporengänsen, Colymbns capensis, Schnepfen
SJÖSTEDT, VÖGEL. 47
u. a. Wasservögeln wurde am 11. November ein Paar Höckergänse an den kleinen
Natronseen angetroffen, wo auch am 3. Aug. ein am Ufer stehender Jungvogel erlegt
wurde. Der Magen war mit f Art;T<-ähnlichen Pflanzen und weissem Kies gefüllt.
Kilimandjaro-l^iederung: Natronseen, Aug., Nov. Ferner: östl. Kilimandjaro
(Hunter), Djipesee (Volkbns).
Cheiialopex a-uyptiaeiis (L.).
Rchw. T. 1:^1. — Lg. 630—720, Fl. .370 600, FJ./Schw. 0. Iris rotgclh, 11 — 12 mm.
Das Jahr hindurch waren Nilgänse an den Natronseen häufig, wo sie in kleineren
oder grösseren Schwärmen auf dem Wasser lagen, am Ufer herumspazierten oder dort
in langen Reihen standen, wenn sie auch während gewisser Zeiten mehr zahlreich,
während anderer etwas spärlicher auftraten. Ziemlich behutsam, sind sie nicht leicht
ohne Deckung zu beschleichen, während sie sich bei anderen Gelegenheiten weniger
scheu zeigen. Prachtvoll in ihrem bunten Kleid, erhoben sie sich beunruhigt unter
gleichmässigen, langsamen Flügelschlägen und steuerten schnatternd und ächzend
über die Steppe hin, nach anderen Sümpfen verschwindend. An den Flusspferdseen
wurde Ende Juli ein Paar täglich gesehen, das hier ohne Zweifel brütete. Mit gleich-
mässigen Flügelschlägen zogen die Vögel über das Wasser hin, Hessen sich auf dem Ufer,
auf einem im Wasser liegenden Stein oder auf dem dicken Zweige eines am Strande
stehenden Baumes nieder, ohne sich durch das nicht 50 m entfernte Lager beunruhigen
zu lassen. Den See verlassend erlioben sie sich nicht über die umgebenden, ziemlich
hohen Akazien, sondern zogen zwischen den zerstreut stehenden Kronen hinweg.
Ende Juli waren die erlegten Vögel hässlich mit stark abgenutztem Kleid; Ende
August wurden andere in Prachtkleid geschossen. Mitte September waren die Alten
von blasser gefärbten Jungvögeln auf ihrer Fahrt begleitet.
Kilinmtidjaro-^iederung : Natronseen. — iHe?-w-Niederung : Flusspferdseen. —
Durch Fischer von Meru-Aruscha, durch Abbott vom östl. Kilimandjaro und
durch Jackson und Volkens vom Djipesee bekannt.
Plectropterus ^ambensis (L.)
(Taf. 4. Fig. 1.)
Rchw. I, 134. — ^ Lg. 990, Fl. 463, Schw. 200. — $ jun. Lg. 810, Fl. 420, Schw. 175,
Fl./Schw. 10, Iris dunkel, 14 mm.
An den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru waren Sporen-
gänse nicht selten, besonders während der Trockenzeit im Februar und März, und
wurden dann meistens in kleineren Schwärmen von 3 — 5 Exemplaren, fast bei jedem
Besuch beobachtet. Durch ihre dunkle Farbe und ansehnliche Grösse waren sie schon
aus weiter Ferne sichtbar, wie sie am Ufer standen oder auf der Oberfläche schwammen;
gestört strecken sie den langen Hals, der winkelrecht abstehende Kopf bleibt unbeweg-
lich, bis sie mit schweren Flügelschlägen sich langsam in die Luft erbeben und hoch
über der Steppe wegsteuern. Obgleich sie hier eigentlich den Steppenseen angehörten,
wurden sie auch ziemlich hoch auf dem Berge angetroffen, wo in der Regenzeit am 14.
April in einer Höhe von 1,400 m in den Platanenpflanzungen der Wadschagga einige
48 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Stücke in einem von Regenwasser gebildeten Teich zusammen mit Anas sponsa über-
rascht wurden.
Sie sind kräftig, haben ein zähes Leben, und es erfordert kräftige Schrotschüsse,
um sie zu erlegen; ein am 14. September angeschossenes Männchen von beinahe 2 m
Spannweite und über 1 m Länge, gab einem der Schwarzen tüchtige Arbeit, es ans Land
zu bringen, wo es mit kräftigen, tönenden Flügelschlägen wieder ins Wasser stürzen
wollte. Der grosse Sporn ist auch nicht ganz harmlos, und ein Schlag des so bewaff-
neten Flügelbugs ist fühlbar genug.
Kilimandjaro-'Niedei'ung: Natronseen; Kibonoto, L400 m. — Ferner: südl. Kili-
mandjaro (Schillings), Djipesee (Volkens).
Cliaradriidae.
Glareola inelanoptera Nordm.
Rchw. I, 145. — Lg. 230, FI. 190. Schw. 90, Fl./Schw. 15, Iris dunkelbraun.
Am Strande der Natronseen wurde ein jüngerer Vogel dieser Art am 11. Okt.
erlegt; sonst nicht beobachtet. Mageninhalt: mehrere grosse, schwarze Wespen (Sco-
liiden).
Kilimandjaro-'NiedeYung. — Neu für das Gebiet.
Hhhioptihis bisisnatus (Hartl.)
Rchw. L 160. — Lg. 190, Fl. 1.35, Fl./Schw. 0, Iris nussbraun, 5—5,,^ mm.
Lebt auf der trockenen Grassteppe, wo er bisweilen allein oder 2 — 3 zusammen
beobachtet wurde. Ziemlich spärlich. Fliegt sehr scharf.
Kilimcmdjaro: Steppe, Ngare nairobi, März. — Meru: Steppe, Ngare na nyuki,
Okt. — Ferner: Taveta (Abbott), Djipesee (Volkens).
Charadrius asiaticus Fall.
Rchw. L 16"- — Lg. 220, Fl. 145, Fl./Schw. 10, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Bei einem Teich an der Steppe südlich von Kibonoto nicht weit von der Ascari-
Boma beobachtet. Die Ufer des Teiches, der nur eine seichte Vertiefung auf der Steppe
bildete, Avaren mit faustgrossen Steinen bestreut, das Wasser von dem hier sich tägUch
aufhaltenden Vieh schwarzbraun, undurchsichtig, stinkend von Urin. Heisere Rufe
von auf einigen Steinen sitzenden Raben tönten uns entgegen durch die Luft, als wir
uns diesem Teich näherten, einige Reiher {cinerea) wanderten mit langsamen Schritten
längs des Wassers, Schwärme von Regenpfeifern, darunter diese zum ersten Mal beob-
achtete Art, liefen am Strande oder steuerten unter schnellem, werfendem Flug über
das Wasser hinüber, Kuhstelzen (camjiestris) fuhren schreiend auf, während unleidliche
Fliegen, welche die liuft erfüllten, uns in die Augen flogen.
Kilimandjaro-^iederung, 19. Dez. — Auch von der Ostseite des Kilimandjaro
(Abbott) und vom Merkersee (Schillings) bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 4Ö
riiaradriiis inarjüiufitiis tenellus Hartl.
Rchw. I, 171. — Von diesem auch in Kamerun beobachteten Regenpfeifer liegt
ein bei Tanga erlegtes Exemplar vor. Dort wurden mehrere auf mit vereinzelten
^langrovebäumen bewachsenen Sandbänken bei einem Bach nicht weit von der Küste
beobachtet.
Usamhara: Tanga. Juni.
Cliaradriiis variiis Vieill.
Rchw. I, 171. — Lg. 150, Fl. 105, Fl./Schw. 0, Lauf 29, Iris dunkel, G mm.
Im September zeigte sich diese Art häufig an den Natronseen, wo ziemlich grosse
Schwärme sich an den Ufern aufhielten und zwar zusammen mit renustu.'<, hiaticnla
u. a. Am 11. dieses Monats wurden junge Vögel mit einigen dunklen Flecken auf der
schwach isabellfarben angehauchten Brust erlegt; sonst waren die vom Juli — Sept.
erlegten Exemplare alles alte Vögel. Die Jungvögel entbehren auch das Schwarze
am Scheitel und Hals.
K ilimand jaro-'Niedernng: Natronseen. .Tuli, Aug., Sept. — Ferner: von Jack-
son am Djipesee gefunden.
CharadriiiJS venustiis Fschr. Rchw.
Reh«-. I, 173. — jun. Lg. 125, Fl. 86, Fl./Schw. 0, Schw. 40, Lauf 24, Sciin. 13,
Iris dunkelbraun, 6 mm, Füsse grünlich blaugrau.
Das hellrotbraune, nur etwa 5 mm breite Kropfband des vorliegenden Männchens
ist mehr oder weniger mit Schwarz gemischt.
Der Jnngvogel entbehrt ganz der hell rotbraunen Farbe an Kopf und Hals, die
ganze Oberseite ist hell braungrau, längs dem Unterarm dunkler, die Federn hell um-
säumt; Stirn, Wangen, Kehle und die ganze Unterseite weiss; vor dem Flügelbug eine
vom .Vorderrücken herabgehende Partie von der Farbe des Rückens; Andeutung eines
weissen Nackenrings vorhanden.
Dieser niedliche kleine Regenpfeifer wurde an den Ufern der Natronseen dann
und wann gesehen, immer in kleineren Gesellschaften, die am Strande liefen oder im
seichten Wasser standen. Sie sind wenig scheu. Durch ihre helle Tracht waren sie
schon von weitem von anderen Arten zu unterscheiden.
Kilimandjaro-Niederung: Natronseen, Sept., Okt. — Neu für das Gebiet.
Cliaradrius liiaticula L.
Rchw. I, 174. — Wurde bisweilen mit anderen Regenpfeifern und Schnepfen
an den Seen beobachtet.
Ein vorliegendes, am 29. Sept. erlegtes, altes J in Sommerkleid mit schwarzer
Scheitelbinde, schwarzen Kopfseiten imd schwarzem Brustband hat einen ganz dunk-
len Schnabel, nur an der Wurzel des Unterkiefers gelb. Im Nov. trugen erlegte Exem-
plare Wintertracht.
KiUmandjnro-'Niederung: Natronseen, Sept., Nov. — ilff /«^-Niederung: Fluss-
pferdseen, Dez. — Neu für das Gebiet.
Sjöütedts Kiliinundjaro-Meru Expeiliiion. 3. . 7
50 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. ^.
€haradriiis tricollaris Vieill.
Rchw. I, 176. — Lg. 165, Fl. 107, Fl./Schw. 20, Iris dunkelbraun, 5 mm.
War an den Natronseen ziemlich häufig. Er erinnert in seinem Auftreten an
Charadrius minor, hält sich am Ufer auf, wo er schnell umherläuft, plötzlich stehen
bleibt, mit dem ganzen Körper nickt, schnell weiter läuft, um bald wieder stehen zu
bleiben. Anfangs September wurden Schwärme von alten und jungen Vögeln beob-
achtet. Ein altes $ vom 29. Juli hat alte, ausgebleichte Rückenfedern unter den
neuen; ein alter, am 26. Sept. erlegter Vogel hat volles Prachtkleid. Jungvögel, oben
mit hellen Federsäumen, wurden am 10. Juli angetroffen.
Kilimandjaro-'NiedeTung: Natronseen, Juli, Aug., Sept., Dez. — Meru: Fluss-
pferdseen, Ende Juli, Dez. — Ferner: von Jackson am Djipesee gefunden.
Stephanibyx inoriiatiis (Sw.).
Rchw. I. 179. — Lg. 240—250, Fl. 175, Schw. 70, Fl./Schw. 10—20, Iris chromgelb
bis rotgelb. 8 mm, Der jüngere Vogel hat gelbe, etwas grünliche Iris.
Ziehen in kleineren oder etwas grösseren Schwärmen (oft 3 — 8 beobachtet) auf
der von den Massais gebrannten Steppe herum und ähneln im Fluge und in ihrem Auf-
treten sehr Vanellus cristatus, wenn diese im Herbst familienweise auf Äckern und
Wiesen umherstreichen. In der Luft sich mit grosser Leichtigkeit bewegend, ent-
schwinden sie oft dem Blick, wenn sie am Boden die Flügel zusammenschlagen. Waren
an der Küste häufiger. Mageninhalt Termiten-Arbeiter, Kies und Teilchen von Gräsern.
Ein am 14. November auf der Massai-Steppe am Kilimandjaro erlegter Jung-
vogel ist oben graubraun, die Federn rostgelblich gesäumt und gefleckt, was der ganzen
Oberseite ein dicht geflecktes Aussehen verleiht; Oberkopf feiner und mehr rostgelb-
lich gefleckt: Stirn einfarbig rostgelblich; Kopfseiten, der Hals ringsum und die Brust
grau, jedoch nicht so aschgrau wie beim alten Vogel, sondern mehr braungrau, die
Federn fein rostgelblich gesäumt; Kehle heller; der untere Teil der Brust kaum dunkler
als beim alten Vogel; Unterseite weiss; die wie beim alten Vogel tiefschwarzen Schwingen
sowie die Schwanzfedern an der Spitze rostgelblich gesäumt.
Lg. 210, Fl. 170, Fl./Schw. 10, Schw. 65, Sehn. 19, Lauf 49, Iris graugelb, 8 mm,
Füsse graubraun.
Kilimandjaro: Steppe und Mischwald, Sept., Nov. — Usambara: Tanga, Juni. —
Neu für das Kilimandjaro-Gebiet.
Stephaiiibyx coronatus (Bodd.).
Rchw. I, 180. — Lg. 300, Fl. 200, Schw. 95, Fl./Schw. 10, Iris gelb bis rotgelb, 8 mm.
Der Kronenkiebitz war im Gebiet ziemlich häufig und wurde paarweise oder
in kleinen Trupps auf der Grassteppe, besonders wo diese von den Massais gebrannt
worden, in lichter, gebrannter Buschsteppe und auf ähnlichem offenen Terrain beob-
achtet. Schnell rennt er hier umher, bleibt plötzlich stehen und ist dann oft sehr schwer
zu sehen, bis er wieder sich bewegt oder die teilweise blendend weissen Flügel zum
Flug ausbreitet. Er ist der zuverlässige Wächter der Steppentiere, und nichts ent-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 51
gellt seiner Aufmerksamkeit. Mit ärgerlichem, durchdringend scharfem Geschrei
üritt — üritt, bisweilen in ein tjipp — tjipp — tjip]"» tjrrr übergehend, erheben sie sich
beim Annähern eines Feindes vom gebrannten Boden, streichen unter leichten, elegant
kräftigen, spielenden Flügelschlägen in ihrem von Schwarz, Weiss und Gelbbraun
bunten Kleide umher, werfen sich schreiend hin und her in der Luft, lassen sich wieder
nieder, um, die weissleuchtenden Flügel zusammenlegend, in einem Nu dem Blick
in dem gelben, teilweise verbrannten Grase des Bodens entschwunden zu sein
und noch eine Strecke weit zu laufen. Er ist der verhasste Feind des Steppenjägers,
wenn er sich dem scheuen Wild zu nähern sucht. Vorsichtig hat er sich den Tieren
genähert, ohne sie zu beunruhigen, die Schritte werden langsamer, der Blick folgt allen
ihren Bewegungen, und die Hoffnung steigt, sie bald in Schussweite zu haben. Plötz-
lich erheben sich einige Kronenkiebitze von der gebrannten Steppe, schiessen mit schnel-
lem Flug über den Boden hin, werfen sich hin und her, schreien und lärmen, schiessen
in eiligem Flug über den Boden hin, die Luft mit ihrem durchdringenden Geschrei
erfüllend. Es ist das Allarmsignal für die Tiere der Steppe. Die äsenden Grant-
gazellen heben horchend den Kopf und spitzen die Ohren, der Schwanz schwingt
unruhig hin und her, eine einzige Bewegung zur Bestätigung der Gefahr, und die ganze
Schar stürmt in voller Flucht über die öde Steppe hinweg. Gnus und Zebras folgen
bald nach, oft von den Vögeln verfolgt, die wie wütend sich unter dieselben werfen,
sich nicht eher beruhigend, als bis sie ihre Schützlinge in Sicherheit verschwinden sehen.
Ja selbst der mürrische Wildeber hebt seinen hässlichen Kopf mit den respektgebie-
tenden krummen Hauern, der emporgerichtete Schwanz krümmt sich wie bei einem
Babuin, und an der Spitze der Seinigen, die hinter ihm in einer Reihe folgen, trottelt
er mit hochgetragenem Kopf über die Steppe oder zwischen den schwarzgebrannten
Gebüschen hin.
Im September — Oktober wurde diese Art öfter als sonst gesehen.
Kiliinandjaro-'Niederung: Kibonoto; Ngare nairobi; Natronseen; Kahe. — Meru-
Niederung: Ngare na nyuki. — Ferner: von Abbott am Djipesee beobachtet.
Hoplopterus speciosus [(Lcht.) Wagl.].
Rchw. I, 188. — Sobald man sich dem Ufer der Natronseen näherte, begegnete
man fast stets diesem schönen Kiebitz, besonders während der Brutzeit, w^o die Vögel
sehr zudringlich waren; unter beständigem, eifrigem, sehr an die kurzen, wie geborstenen
Töne einer Schelle erinerndem, aber ziemlich schwachem Geschrei und mit nach hinten
hängenden Füssen fliegen die Vögel rings um den Jäger, bald sich nähernd, bald sich
wieder entfernend. Sie halten sich am liebsten an sumpfigen Ufern auf, allein, paar-
weise oder einige zusammen, selten in grösserer Gesellschaft; dort stehen sie gegen Abend
im seichten Wasser still wie Bilder.
Ende September waren sie in Prachtkleid. Anfangs Juli war das Schwarze mit
Braun gemischt. Im Magen hatten erlegte Vögel Käfer (Heteromeren), Larven und
feinen, schwarzen, vulkanischen Kies.
Kilimandjaro-'^iederwng: Natronseen. — Jfe/H-Niederung: Flusspferdseen. —
Ferner: von Jackson am Djipesee und Abbott in Useri gefunden.
52 SJÖSTEOTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
OediciuMiius capeusis Lcht.
Rchw. I, 198. — Lg. 410—430, Fl. 225—230, Fl./Schw. 45-50, Schw. 120, Iris weissgelb
bis hochgelb, 13 — 15 mm.
Auf der offenen Steppe, bei verbrannten oder verlassenen Massaikraalen, auf
sandigen, heissen Wegen oder anderen solchen, offenen Plätzen wurde dieser Vogel
ziemlich oft gesehen, sowohl im Gebiete als unterwegs durch Usambara. Die Stimme ist
viertönig, pfeifend, etAvas wehmütig mit markiertem erstem Ton. Im Magen hatte
ein erlegtes Exemplar eine kleine Ratte, Käfer, Schmetterlingsraupen, eine grosse Ameise,
einige Opilioniden und mehrere Heuschrecken.
Kilimandjaro-titeYiTpe: Kahe, Natronseen, Ngare nairobi, Älärz, Juni, Juli, Sept. —
IferH-Steppe: Ngare na nyuki, März. — Ferner: östl. des Kilimandjaro von Hunter
und Abbott beobachtet.
Oedicncmus venniculatus Gab.
Rchw. I, 200. — Lg. 370, Fl. 200, Schw. 110, Lauf 75, Iris gelb, 14 mm.
Scheint viel seltener als capensis im Gebiete zu sein, wo er nur einmal beobachtet
wurde.
ilfer» -Niederung: Ngare na nyuki, Jan. — Auch aus Moschi (Schillings) und
vom Djipesee (v. der Decken) bekannt.
Scolopacidte.
Kecurvirostra avocetta L.
Rchw. I, 206. — Lg. 420, Fl. 220, Schw. 90, Lauf 86, Iris ockerbraun, 6,5 mm.
An den Natronseen zeigte sich am 9. September ein kleiner Schwärm dieser Art,
die ich im Gebiet sonst nicht bemerkt habe. Mitte Juli sah ich grosse Schwärme in
der Nähe von Port Said, an den dortigen Lagunen.
Kiliinandjaro-'NiedeTnng: Natronseen, Sept. — Ferner: von Schillings am
Merkersee gefunden.
Himaiitopiis liiniaiitoitiis (L.).
Rchw. I, 207. — Lg. 360, Fl. 225, Schw. 75, Fl./Schw. 30—50, Iris lackrot bis dunkel-
braun, 8 mm.
Das ganze Jahr hindurch war diese Art häufig an den Seen, wo sie meistens paar-
oder familienweise angetroffen wurde. Sobald man von der Steppe sich dem Wasser
näherte, begegnete man in der Regel diesen Vögeln; die Alten erhoben sich zuerst,
flogen in ihrer weissen Tracht und schwarzen Flügeln leuchtend mit weit nach hinten
hängenden Füssen, die so eng zusammengehalten wurden, als wäre es nur ein Fuss, und
mit vorgestrecktem Hals, schreiend im Bogen über die Steppe hin, kamen, immer ihr
feines und ziemlich schrilles kvitt-kvitt-kvitt wiederholend, zurück, wobei die Jung-
vögel, die sich oft zusammenhielten, avich aufflogen. Unter Geschrei zog dann der
Schwärm nach einem anderen Teil der Seen hinweg, um auf gestreckten, bogenförmig
nach unten gerichteten Flügeln sich am schlammigen Ufer niederzulassen. Die Alten
SJÖSTEDT, VÖGEL. 53
standen oft allein, aus weiter Ferne an ihrem scliwarzen und sclineeweissen Kleide er-
kennbar. Tm Magen erlegter Vögel fanden sich Agrion-Larven, Corixiden und Noto-
nectiden, womit er vollgepfropft sein konnte, feiner Kies u. dergl.
Mitte Juli waren die Jungvögel ausgewachsen; die schwarzen, etwas metallisch
schimmerden Federn der Flügel, sowie auch die braungrauen des Rückens mit Aveiss-
lichen oder rostgelblichen Säumen; Scheitel, Wangen, Hinterhals und Vorderrücken grau
scliattiert, am meisten am Hinterscheitel, die dunklen Federn des Kopfes und Vorder-
rückens mit weissen Säumen; am Halse sind die Federn daunenähnlich.
Ende August trugen die alten J* noch fast volles Prachtkleid, der ganze Rücken
\\ ar glänzend schwarz, nur wenig bräunlich schattiert; Kopf, Hals, wie die Unterseite
rein weiss.
iMitte November waren sie in der Mauser; neue, tiefschwarze Schwingen und andere
solche Flügelfedern waren unten den alten, braunen, gebleichten liervorgekommen, der
Hinterscheitel war dunkel und der Hinterhals dunkel schattiert.
Kilimandja7-o-l^iederung: Natronseen, das Jahr hindurch. — ifer«-Niederung:
Flusspferdseen, wo er auch von Sciiilijngs gefunden worden ist; ferner vom östl. Kili-
mandjaro durch Abbot^t bekannt.
Numeiiiiis anniatus (L.).
Rchw. I, 209. — Nur einmal im Kilimandjaro-Gebiete beobachtet und zwar an
den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und Meru am 12. September. Er sass
auf einem aus dem Wasser nicht weit vom Ufer emporragenden Stein und war ziemlich
scheu; obgleich ich ihn am selben Platz zweimal am selben Tag sah, konnte ich ihn
nicht erlegen, da er in recht weiter Entfernung wegflog. Er schien sich einsam zu füh-
len und war deswegen scheu.
Kilimandjaro-Niedernng, Sept. — Ferner: von Jackson am Djipesee gefunden-
Totauus pugnax (L.).
Rchw. I, 216. — Der Kampfläufer war an den Seen von September bis März eine
gewöhnliche Erscheinung, wo er sich in oft grossen Gesellschaften zusammen mit ande-
ren Schnepfen an den Ufern aufhielt. Alle trugen Winterkleid. Zu gewissen Zeiten
konnte er wegziehen oder spärlicher werden, um sich dann wieder häufiger zu zeigen.
Besonders gemein war er im November.
Kilimandjaro-'Niederung: Natronseen, Sept., Nov., Dez. — ilfer» -Niederung:
Flusspferdseen, Dez., März, wo er auch von Schillings angetroffen worden ist.
TotJiuus littoreus (L.).
Rchw. I, 217. — Lg. 340, Fl. 190, Schw. 85, Fl./Schw. 10, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Obgleich nicht zahlreich, wurde der helle Wasserläufer dann und wann von Aug. —
März bald allein, bald einige zusammen an den Seen beobachtet, zum ersten Mal am
3. Aug. Er war scheuer und behutsamer als die übrigen Schnepfen; mit weithin tönen-
dem tjü-tjü-tjü flog er vom Ufer auf, erhob sich oft ziemlich hoch in die Luft und fuhr
5i SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
mit sausendem, schwankendem Flug über die Seen hinweg, um erst in weiter Entfer-
nung sich wieder niederzulassen.
KUiuiandjaro-'Niederung: Natronseen, Aug. — März. — ilfer«-Niederung: Fluss-
pferdseen, Dez., März. — Neu für das Gebiet.
Totamit staguatilis Bchst.
Rchw. I, 220. — Lg. 260, Fl. 148, Schw. 43, Lauf 55, Iris dunkel, 6 mm.
War an den Seen ebenso zahlreich wie T. glareola und wurde an denselben Lokalen
Avie diese gesehen. Lässt immer seine durchdringende Stimme durch die Luft ertönen,
wenn er sich vom Strande oder Sumpfe emporschwingend mit scharfen Flügelschlägen
hinwegsteuert.
Kiliniandjaro-Wiedexwng: Natronseen. Sept. — Nov. — Jfe/ «-Niederung: Fluss-
pferdseen, Dez. — Neu für das Gebiet.
Totaiius ochropus (L.).
Eohw. I, 222. — Lg. 240, Fl. 142, Schw. 60, Fl./Schw. 0, Iris dunkel, 6 mm.
An mehreren Stellen im Gebiet und zwar ziemlich häufig, wenn auch fast immer
in einzelnen Exemplaren oder einige zusammen gesehen. Am sumpfigen Flussbett
des Nassai spät in der Nacht am 17. September beobachtet, wo drei Stücke schreiend
aufflogen. Der Magen eines erlegten Vogels war mit Fragmenten von etwa 3 mm
langen Ostracoden erfüllt.
Kilimandjaro: Kibonoto, am Lima-Flusse, Nov.; Nassai, Sept.; Natronseen,
Sept., Juli. — Meru: Flusspferdseen, Dez., März. — Ferner: vom Djipesee durch Jack-
son und vom Merkersee durch Schillings bekannt.
Totauus glareola (L.).
Rchw. I, 222. — Lg. 220, Fl. 125, Schw. 49, Lauf 38, Iris dunkel, 5—5,5 mm.
Der Bruchwasserläufer wurde an den sumpfigen Ufern der Natronseen und der
Flusspferdseen von August bis März beobachtet, zuerst in einzelnen Exemplaren, dann
häufig und sogar zahlreich. Unter scharfem, weithin tönendem Pfiff fliegt er gestört
vom Ufer auf, der weisse Bürzel leuchtet noch in weiter Entfernung, wenn er mit kräf-
tigen Flügelschlägen über das Wasser hinfliegt, um bald am Ufer oder auf dem auf dem
Wasser liegenden Grase sich niederzulassen. War an den Flusspferdseen am 6. März
sehr gemein.
Kilmiandjaro-^iedevving: Natronseen. — ikf er« -Niederung: Flusspferdseen, —
Ferner: vom östl. Kilimandjaro durch Abbott bekannt.
Tringoides hypoleucos (L.).
Rchw. I, 224. — Lg. 210, Fl. 113, Scliw. 60, Sehn. 25, Lauf 23, Iris dunkel, 5 mm.
Der Flussuferläufer war im Gebiet ziemlich häufig und wurde dort fast während
aller Jahreszeiten beobachtet, wo er auch ohne Zweifel brütet. Gewöhnlich war er
schweigsam, nur im Juli und Dezember habe ich seine bekannte Stimme gehört, wenn
SJÖSTEDT, VÖGEL. 55
er mit abgebogenen, staccato bewegten Flügeln über die Oberfläche hinflog. Im Febr.
waren die erlegten Vögel hässlich und vom natronhaltigen Wasser so gebleicht, dass sie
bisweilen kainn zu erkennen waren. Jüngere Vögel mit gelbbräunlichen Säumen an der
Oberseite wurden INIitte September gesehen.
KiHmancljaro-Mederimg: Natronseen, Mai, Juli, Aug., Sept., Dez., Febr. — Meru-
Niederung: Ngare na nyuki und Flusspferdseen. — Neu für das Gebiet.
Triuga ferruginea Brunn.
Tringa subarqnata Güld.
Rchw. I, 230 u. 681. — Lg. 220, Fl. 130, Fl./Schw. 10, Lauf 29. Iris dunkel, 4 mm.
Wurde dann und wann an den Seen zusammen mit anderen Schnepfen gesehen.
Jungvogel mit rostgelblicher Schattierung an den vorderen Seiten des Kopfes, an Hals
und Brustpartie wurde am 3. Nov. erlegt. Alte Vögel, im Nov. beobachtet, trugen
Winterkleid.
/v///>«a«f/;/a/-o-Niederung: Natronseen, Sept., Okt., Nov. — Ferner: am Djipesee
von Jackson angetroffen.
Tringa mimita Leisl.
Rchw. I, 233. — Lg. 145, Fl. 95, Sehn. 20, Lauf 22, Iris dunkel. 3 mm.
Der Zwerguferläufer war an den Natron- und Flusspferdseen häufig, oft sogar
zahlreich und wurde von Sept. — März dort beobachtet, kam wohl im Gebiet auch etwas
länger vor, da er im März noch zahlreich beobachtet wurde. Sie hielten sich immer
in Schwärmen zusammen. Unter schnellem, etwas schwankendem Flug steuert der
Schwärm über die Oberfläche hin, saust unter scharfen Flügelschlägen vorwärts, um
bald wieder das Ufer aufzusuchen, wo die Vögel im selben Augenblick wie verschwun-
den sind, so überraschend stimmten sie in der Farbe mit dem dortigen Boden überein.
Lange fixierte ich bei einer solchen Gelegenheit den Platz, wo sie sich niedergelassen
hatten, aber nicht ein Vogel war zu sehen, bis sie durch Bewegungen ihren Platz ver-
rieten. Hier liefen sie einige Schritte längs dem weissen Schaumkranz des Ufers, blieben
plötzlich stehen, liefen weiter, Nahrung im Schlamme suchend, bald unten am Wasser,
bald weiter hinauf auf dem feuchten Boden.
Im September erlegte Vögel sind Jungvögel oder Alte in Sommerkleid, oben mit
eingemischten rostbraunen oder rostgelben Federn. Eine Menge am 11. Oktober ge-
sehene Exemplare waren dagegen sehr hell, bräunlich grau, ohne Rostbraun, die Federn
mit dunklen Schäften.
Küimandjaro-'NiedeTung: Natronseen, Sept. — März. — J/er«-Niederung: Fluss-
pferdseen, Dez., März. — Ferner: durch Abbott von Useri und durch Jackson vom Dji-
pesee bekannt.
56 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 3.
(Jalliiiaijo media (Frisch).
(Scolopax niaior Gm.).
Rchw. I, 235. — J Lg. 280, Fl. 138, Fl./Schw. 3 mm. Fiisse grünlich graubraun.
Die grosse Sumpf schnepfe war während unseres Herbstes an den Natronseen
nicht selten und wurde Mitte November dort sogar ziemlicli häufig angetroffen. Die
erste wurde am 11. September beobachtet.
Kilimand'jaro-Niederui\g: Natronseen, Sept., Nov. — Ferner: vom Djipesee (VoL-
KENS, Jackson), Kahe (Schillings) und östl. Kilimandjaro (Abbott) bekannt.
Galliuag:o jL>:allmag'0 (L.).
Rchw. I, 237. — Lg. 275, Fl. 130, Schw. 08, Lauf 31 mm.
Die Bekassine habe ich nur dann und wann im Gebiete beobachtet, bisweilen
aber in ziemlich grosser Anzahl, wie am 6. März, wo sie sieh an den mit Seirpii.'^ be-
wachsenen Sümpfen bei den Flusspferdseen verhältnismässig zahlreich zeigte.
Kilimandjaro-'Niedernng: Natronseen, Febr.; Kibonoto, Dez. — ilfer?t-Niederung:
Flusspferdseen, März. — Neu für das Kilimandjaro-Meru-Gebiet.
Rostratula bensaloiisis (L.).
(Rhynchcea rapensis H.\rtt.. ).
Rchw. L 237. — $ ad Lg. 250, Fl. 135, Schw. 45, Fl./Schw. 0, Iris dunkel, 7—8 mm, Schnabel
hell hornbraun, nach aussen schwach rötlich, Fiisse bleigrau, schwach grünlich.
An den Natronseen bisweilen ziemlich häufig im Grase auf feuchtem Boden nicht
weit vom Wasser. Sie erinnert im Fluge recht sehr an eine Doppelschnepfe, ist Avie
diese wenig scheu und lässt den Jäger dicht herankommen, ehe sie sich aus dem Gras
erhebt, um oft wieder bald sich niederzulassen. Exemplare in Prachtkleid Avurden im
Aug., Nov. und Dez. erlegt, jüngere, graubraune Vögel im Juli und September.
Kilimmuljarn-'Niederung: Natronseen. — Ferner: von Jackson und Volkens
am Djipesee gefunden.
OtididfB.
Otis kori Burch.
Rchw. T, 242. — Die Riesentrappe ist im Gebiete ziemlich häufig. Gewöhnlich
sieht man diesen gewaltigen Vogel einzeln oder bisweilen c? $ in der Nähe von ein-
ander langsam und gravitätisch auf der offenen öden Grassteppe, oder wo diese mit
zerstreuten Akazien bewachsen ist, umherspazieren,, ihre vorzugsweise aus Insekten
bestehende Nahrung suchend, und nur selten zeigen sich gleichzeitig einige zusam-
men. Beunruhigt geht sie zuerst einige Schritte mit vorgestrecktem Hals, läuft dann
eine kurze Strecke zuerst langsam, dann etwas schneller mit ausgebreiteten Flügeln, um
unter langsamen, schweren Flügelschlägen sich zu erheben und gewölinlich erst in
ziemlich weiter Entfernung wieder zu senken. Nähert man sich langsam einer Rie-
eentrappe auf der offenen Steppe, so spaziert sie, sich dann und wann umblickend,
SJÖSTEDT, VÖGEL. 57
voraus, sucht andere Richtungen einzuschlagen, um dem Verfolger zu entgehen,
bleibt stehen und geht wieder weiter, bis man auf etwa 50 — 80 m herankommt, wo
sie das Weite sucht. Nur einmal habe ich ein ?, dem ich mich im Schutze eines
Hügels ncähern konnte, mit Schrot erlegt, sonst sind die grossen Vögel in der Regel nur
mit Kugel zu schiesen. Der grosse Magen erlegter Vögel Avar mit Käfern, Heuschrecken
und dergl. vollgepfropft, nur mit einzelnen Samen (Akazien) und Gräsern gemischt.
Kilimai)dia>o-Steppe: Ngare nairobi; das Jahr hindurch. — MeruStepTpe, Ngare na
nyuki. — Ferner: von Fischer in Sigirari, von Abbott und Hunter in Useri gefunden,
Otis canicollis Rchw.
Rchw. I, 249. — Lg. 590, Fl. :U0, Fl./Schw. 25, Lauf 100, Iris blassgelb.
Diese kleine schöne Trappe schien am Ngare na nyuki nicht selten zu sein. Sie
liebt offene, mit zerstreuten Akazien und Gebüschen bewachsene Grassteppen, wo sie
ziemlicli langsam und gemessen, mit etwas vorgestrecktem Hals, umherwandert. Ge-
wöhnlich sieht man das Paar zusammen. Nicht besonders scheu, lässt sie auch auf
freier Steppe den Jäger bei einiger Vorsicht in Schussweite herankommen. Ge-
stört zieht sie mit ruhigen Flügelschlagen und gestrecktem Hals über die Steppe etwa
20 Fuss über dem Boden hin, wobei sie ihre rülpsenden, wiederholt ertönenden Laute
ä-ä-ätja ätja ätja hören lässt.
ilfern-Niederung: Ngare na nyuki, Jan., März. — Neu für das Gebiet.
Otis g'indiana (Oüst.).
Rr-hw. I, 253. — Lg. 515, Fl. 270, Schw. 150, Fl./Schw. 65, Iris hellgelb, 9 mm.
Usambara: zwischen Same und I^empeni, 17. Juni erlegt. Ferner: östlich des
Kilimandjaro von Abbott und Hunter gefunden, vom letzteren in Useri.
Otis melanogaster Rüpp.
Rchw. 1, 256. — cf Lg. 640—650, Fl. 320—350, Fl./Schw. 37—40, Iris ockergelb oder weissgelb,
12—13 mm. $ Lg. 590, Fl. 315, Fl./Schw. 30. Iris hochgelb, 12 mm.
Im Gebiet ziemlich häufig und mehrmals beobachtet, sowohl auf der offenen Gras-
steppe als da, wo diese mit zerstreuten Gebüschen, kleinen Akazien u. a. bewachsen ist.
Wenig scheu lassen sie den Jäger ganz nahe herankommen, ehe sie aus dem Gras auf-
fliegen, um mit ruhigen Flügelschlägen, vorgestrecktem Hals und nach hinten gestreckten
Füssen über die Steppe wegzusteuern und sich bald wieder zu senken, durch ihre zum
Teil weissen Flügel, die tiefschwarze Unterseite und sandgelbliche, schwarz moirierte
Oberseite einen prächtigen Anblick darbietend. Einzeln, paarweise oder einige zu-
sammen. Der jNIagen eines erlegten Exemplars war mit feinen Pflanzenteilen, Käfern
(Eumolpiden, Heteromeren, Cetoniiden), Myriopoden und Schmetterlingsraupen gefüllt.
Kiliniandjaro-Ste^iTpe : Natronseen, Ngare nairobi, April, Aug., Sept. — Meru-
Steppe, Jan. — Ferner: östl. Kilimandjaro (Abbott), Useri (Hunter).
Sjöstedti Kilimandjaro-Merti Expedition. 3. 8
58 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
(Iniidae.
Balearica reg:uloiMnn gibberieeps Rchw.
Rchw. T, 266. — Dann und wann beobachtet, meistens paarweise, sowohl an den
offenen Natronseen als an den von Bäumen umgebenen Flusspferdseen und an von
Bächen gebildeten Sümpfen auf der Steppe. Ziehen mit schweren, langsamen Flügel-
schlägen hin, bisweilen ihre hohlen Laute ä-o'uh ausstossend.
Kilimandjaio-l^iedevxmg: Natronseen, Ngare nairobi, Nov. — ilfe;«-Niederung:
Flusspferdseen, Dez. — Ferner: von Rombo (Jackson), vom Djipesee (Volkens, v. d.
Decken) und vom Merkersee (Schillings) bekannt.
Jacaiiidap.
Aetophilus africaiuis (Gm.).
Rchw. I, 267. — Lg. 300, Fl. L56, Schw. 50, Fl./Schw. 0-10, Iris nussbraun oder
dunkelbraun, 7 mm.
In demselben Teich, wo später Microparra capensis beobachtet wurde, zeigten sich
Ende September zwei Paare dieser Art. Sie hielten sich besonders an den Teilen des-
selben auf, wo das Wasser mit auf der Oberfläche schwimmendem Gras, dessen aufgebo-
gene Spitzen einen grünen Rasen bildeten, bedeckt Mar. Diese ersten waren sehr scheu
und vorsichtig. Schon in ziemlicher Entfernung, wo sie durch den weissen, leuchtenden
Hals sichtbar waren, flogen sie auf mit weit nach hinten hängenden Füssen. Mit flattern-
den Flügeln, in ihrer rostroten Farbe grell leuchtend, zogen sie einige Meter hoch über
das Wasser hin, wobei sie bisweilen wiederholt ihre knarrende, gedämpfte Stimme
hören Hessen, um sich dann an der anderen Seite des Teiches niederzulassen. Erst als
ich mich versteckt hielt, und die Vögel von der anderen Seite durch die Schwarzen aufge-
scheucht wurden, gelang es mir die vorbeiziehenden Vögel zu erlegen. Anders ver-
hielten sich die an den Flusspferdseen recht zahlreich (wohl 15 — 20 Ex.) vorkommenden
Vögel dieser Art, die gar nicht scheu waren, und denen man ohne Schwierigkeit ziemlich
nahe kommen konnte. Mitte November wurden ganz ausgewachsene Jimgvögel erlegt ;
gleichzeitig hatten die Alten die tief rostrote Unterseite mit weissen Federn gemischt.
Im Magen erlegter Vögel fanden sich Potamogeton-Samen und andere Teile von Wasser-
pflanzen.
Kilimandiaro-^iedeTiing: Natronseen, Sept., Nov. — J/er?/-Niederung: Fluss-
pferdseen, März. — Ferner: A'om Djipesee (Jackson) und östl. Kilimandjaro (Abbott)
bekannt.
Microparra capensis (A. Sm.).
Rchw. I, 270. — Lg. 150—155, Fl. 85—90, Schw. 35, Fl./Schw. 0, Iris graubraun, 4 mm.
Füs.se blass graugrün.
Obgleich nicht häufig, wurde diese kleine Art bei mehreren Gelegenheiten, be-
sonders Mitte November, angetroffen, wo sie eine Zeit lang bei jedem Besuch an den
Natronseen in einem der kleinen Nebensümpfe, dessen Oberfläche zum Teil mit schwim-
mendem Gras bedeckt war, beobachtet wurde. Mit flatternden Flügelschlägen und
SJÖSTEDT, VÖGEL. 59
weit nach hinten hängenden Füssen steuerten sie ziemlich langsam ein paar Meter über
dem Wasser hin, nm bald wieder sich niederzulassen und mit nach unten gebogenem
Koj)f und emporgehobenem Hinterkörper auf dem die Oberfläche bedeckenden Grase
umherzulaufen. Durch einen Schuss beunruhigt, flogen sie auf die andere Seite
hinüber, ohne den Teich zu verlassen. Der Magen der erlegten Exemplare war mit
Gras- und Potamogeton-Samen gefüllt.
KilimcDidjaro-^iederung: Natronseen, Nov. Dez. — ilf er «-Niederung: an einem
kleinen Teich auf der Steppe, Jan. — Ferner: durch Abbott vom Djipesee und vom
östl. Kilimandjaro bekannt.
Rallid*.
Crex crex (L.).
Rchw. I, 277. — Lg. 260, Fl. 145, Schw. 53, Fl./Schw. 15, Iris rotbraun, 5 mm.
Nur einmal habe ich den Wachtelkönig im Gebiet beobachtet, und zwar auf der
Buschsteppe nicht weit von den Natronseen, wo ein über den Pfad laufender Vogel
erlegt wurde.
Kilimand'jaro-'NiedeTnng, 17. März. — Neu für das Gebiet.
Limuocorax iiijuer (Gm.).
Rchw. I,- 279. — Lg. 220, Fl. 100, Lauf 40, Iris rot.
Ein paarmal im Gebiet beobachtet, und zwar sowohl an den Natronseen als an den
mit Scirpy'< bewachsenen Sümpfen bei den Flusspferdseen. Auch bei Tanga gesehen,
wo ein in Prachtkleid befindliches Weibchen mit grossem, ausgebildetem Ovarium am
12. Juni erlegt wurde.
Kilimandjaro-'!!i\edeTung: Natronseen, März. — Jl/erit-Niederung: Flusspferd-
seen, Juli. — Usambara: Tanga, Juni. — Ferner: durch Jackson vom Djipesee bekannt.
Ort.vgometra pusilla obseura (Neum.).
Rchw. I, 284. — Lg. 175, Fl. 85, Schw. 40, Fl./Schw. 15, Iris lackrot oder gelbbraun, 4 mm.
Das Zwergsumpfhuhn war an den Seen ziemlich häufig, wo es auch ohne Zweifel
brütete; ein am 1. Mai erlegtes $ hatte Eier von der Grösse eines Pfefferkorns im Ovi-
duct, und ein </ war am 18. Mai in vollem Prachtkleid. Sie lebten im Grase an den
Seiten der Seen, flatterten dann und wann, wenn man hier ging, mit hängenden Füssen
auf, um bald Avicder ins Gras einzufallen. Im Wasser schwimmen sie gut und begeben
sich bisweilen recht weit hinaus.
Kilimandjaro-Niederung: Natronseen, Mai, Juli. — ilfer«-Niederung: Flusspferd-
seen, März. — Neu für das Gebiet.
Porplijrio |M»riih.vrio (L.).
Rchw. I, 290. — Lg. 410, Fl. 237, Lauf 82, Iris rotbraun. 8 mm.
Nur einmal im Gebiet beobachtet, wo ein Exemplar dieser stattlichen Art am 1.
Mai aus dem Gras am sumpfigen Ufer der Natronseen aufflog.
Kilimandjaro-l^iedeYung. — Neu für das Gebiet.
60 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 3.
Gallinula chloropns (L.).
Echw. I, 294. — Lg. 290—310, Fl. 150—160, Fl./Schw. 25—30, Iris rot oder rotbraun, 5 mm.
Sowohl an den offenen Natronseen als an den von Wald umgebenen Flusspferd-
seen war das grünfüssige Teichhuhn zu gewissen Zeiten ziemlich häufig, wo es ohne
Zweifel auch brütete; im April und i\Iai erlegte Exemplare trugen volles Prachtkleid,
Ende Juli dagegen waren die Schwingen sehr gebleicht. Am 31. Juli wurden ausgewach-
sene Jungvögel beobachtet.
Kilimandjaro-l:^iedeYnng: Natronseen, April, Mai, Juli. — ilfenf -Niederung: Fluss-
pferdseen, Juli, Aug. — Neu für das Gebiet.
Oalliiiiila aiigulata Sund.
Rchw. I, 295. — Lg. 220, Fl. 120, Fl./Schw. 10, Iri.s braun oder ockerbraun, 4,.-^, mm.
Obgleich diese Art nur dreimal im Gebiet beobachtet wurde, ist es leicht möglich,
dass sie dort gar nicht selten ist, da die Vögel sich sehr versteckt im Grase und an den
Sümpfen halten und nicht leicht zu entdecken sind. Der Magen eines erlegten Vogels
war mit Samen und Blättern von Wasserpflanzen gefüllt.
Küimandjaro-l^iederung: Kibonoto, Natronseen, Mai, Juli, Sept. — Neu für das
Gebiet.
Fulica eristata Gm.
Rchw. I, 296. — Lg. 390—420, Fl. 218—230, Fl./Schw. 10—40, Iris lackrot oder
braunrot, etwa 6 mm.
Das gehörnte Wasserhuhn war an den Natronseen das ganze Jahr hindurch häufig
und trat zu gewissen Jahreszeiten in grosser Menge auf; es war einer der häufigsten dort
vorkommenden Wasservögel. Im Juli war es überaus zahlreich; wohin man vom Ufer
aus sah, begegneten dem Blick diese Vögel, welche über die Wasserfläche überall zerstreut
lagen oder in ihrem schwarzen Kleid und mit ihrer weiss leuchtenden Stirnplatte nickend
hin och her schwammen, bisweilen ihre gackernden Töne ausstossend. Anfangs Sep-
tember waren sie viel spärlicher: im ersten, kleineren See, der ziemlich süsses Wasser
hatte, und wo die Oberfläche zum grossen Teil mit Potamoyeton bedeckt war, waren sie
jedoch noch gemein und lagen zahlreich avif dem Wasserspiegel, aber in den grösseren Seen
war ihre Anzahl sehr reduziert. Wenig scheu, fliegen sie, wenn man sich dem Wasser
nähert, nicht auf, sondern die ganze Gesellschaft wendet sich, langsam weiter hinaus-
schwimmend. Seltener erheben sie sich in die Luft, zuerst über die Oberfläche halb
laufend, halb fliegend, um dann mit ziemlich schwerem, aber gutem Flug hinwegzusteuern.
Im Januar wurden Vögel in Prachtkleid erlegt.
Kilimnndjaro-l^iedevung: Natronseen, das Jahr hindurch. — iJ/cr?f-Niederung:
Flusspferdseen. — Neu für das Gebiet.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 61
Turnicidae.
Turnix IciMii-iiiia (A. Sm.).
Rcliw. 1, 301. — Lg. 125, Fl. 75, Schw. 30, Iris gelbweiss, 3,5 mm.
Obgleich niclit häufig, wurde dieser kleine, niedliche Vogel doch dann und wann
gesehen, wie er auf der Gras- oder Buschsteppe wie eine Wachtel vom Boden aufflog.
KilimandjaroSteTpiie, Nov. — ilfer« -Steppe: Ngare na nyuki, Dez. — Ferner: von
Kahe durch Abbott bekannt.
Pteroclidse.
Pterocles giitturalis saturatior Hart.
Rclnv. T, 306. — Lg. 310—340, Fl. 200—210, Fl./Schw. 15—25, Iris nus.sbraun oder
dunkelbraun, 6 — 7 mm.
Im August-September war dieses Flughuhn häufig auf der baumlosen Massai-
steppe beim Ngare nairobi und Ngare na nyuki, während es zu anderen Zeiten wie ver-
schwunden war oder nur zufällig beobachtet wurde. In der Dämmerung — wie auch
des Morgens — ziehen sie scharenweise unter sausendem Flug durch die Luft, dann
und wann ein hohles, knarrendes und rülpsendes um-um-ah-ah-ah ausstossend, lassen
sich auf den von den Massais schwarzgebrannten Flecken der Steppen nieder, sammeln
sich hier bisweilen in Schwärmen von Hunderten land sind, m'o sie am Boden gehen,
sehr schwer zu entdecken. Der Flug ist fast taubenähnlich, aber durch die spitzigen Flü-
gel noch schärfer, wenn die Vögel mit kräftigen Flügelschlägen durch die Luft ziehen.
Sie sind nicht gerade scheu, und bei etwas Vorsicht kann man sie leicht in Schussweite
bekommen. Bei Gefahr ducken sie sich am Boden nieder und entschwinden dann noch
mehr dem Blick, bis sie mit heftigem Flügelklatschen in die Höhe gehen. Auch finden
sie sich in kleineren Gesellschaften an den Steppenseen, um zu trinken, ein.
KiHma)idjaro-8teY>]je: Ngare nairobi, Natronseen, Juli, Aug. — J/erw-Steppe, Okt.
— Ferner: vom Djipesee (v.o. Deck. ), Useri (Hunter, Jackson, Willoughby), Fvombo
(Jackson), östl. Kilimandjaro (Abbott), westl. KiUmandjaro (Schillings), Taveta
(Neumann) und Sigirari (Fischer) bekannt.
Pteroclurus exestus (Tem.).
Rchw. I, 316. — Lg. 315, Fl. 180, Schw. 125, Fl./Schw. 70, Iris dunkelbraun, 6 mm.
Diese Art ist im Gebiet viel seltener als saturatior und wurde nur bei einigen Ge-
legenheiten beobachtet und zwar paarweise auf der baumlosen Grassteppe beim Ngare
na nyuki. Durch ihre hellere Tracht ist sie schon in weiter Entfernung von der anderen
leicht zu unterscheiden.
ilfe/;t-Steppe: Ngare na nyuki, Jan., März. — Ferner: von Useri (Hunter, Jack-
son, Wti.loijghby) und Sigirari (Fischer) bekannt.
62 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Ibidae.
Ibis a'thiopica (Lath.).
Rchw. I, 321. - Lg. 630 — 780, Fl. 340—390, Fl./Schw. 0, Iris rot- bis dunkelbraun oder
auch ockergelblich, 7 — 9 mm.
Der heilige Tbis kommt in diesen Gegenden ziemlich häufig vor und wurde fast
immer in grösseren oder kleineren Gesellschaften beobachtet. Einen prachtvollen
Anblick bietet ein Schwärm dieser Vögel, wenn sie in ihrem weissen Kleide, mit schwar-
zem Hals und Schnabel und dem scharf markierten schwarzen Rand längs den Spitzen
der weissen Schwingen über die Sümpfe hinziehen. Die Sonne lässt das weisse Kleid
wie frischgefallenen Schnee leuchten, grell und scharf von den schwarzen Partien sich
abhebend.
Kilimandjaro-'Niederxing: Natronseen, Juli, Aug., Sept., Nov., Jan., Mai. — Meru-
Niederung: Flusspferdseen, Dez. — Ferner: von Fischer (Sigirari) und Volkens (Dji-
pesee) im Gebiete beobachtet.
Theristicus liagedasli (Lath.).
Rchw. I, 325. — Lg. 640, Fl. 340, Schw. 170. Fl./Schw. 50, Iris gelbweiss.
An den Flusspferdseen wurde die charakteristische Stimme dieses Vogels bisweilen
gehört. In Usambara an mehreren Stellen sehr häufig: hält sich mit Vorliebe an von
Wald umgebenen Sümpfen auf.
Kilimandjaro: Kahe, am Rau-Fluss. — Jf f r»-Niederung, Flusspferdseen. — Usam-
bara: Tanga, Mombo, Mkumasi etc. — Im Gebiete ferner bei Aruscha (Fischer, v. d.
Deck.), Taveta (Johnston, Hildebrandt), am Djipesee (Volkens) und östl. Kiliman-
djaro (Abbott) angetroffen.
Plegadis autuiniialis (Hasselq.).
Ibis falcinellus (L. ).
Rchw. 1, 329. — Lg. 480—580, Fl. 265—280, Schw. 150—170, Fl./Schw. 0, Iris dunkel, 7 mm.
Zum ersten Mal wurde der Sichler am 7. Nov. an den Natronseen beobachtet,
wo er binnen kurzem in Schwärmen von Hunderten auftrat. Wenig scheu, hielten sie
sich in mit Gras fast ganz bewachsenen Teichen in der Nähe der Seen auf, gern zu-
sammen mit Ibis, Tantalus, weissen Reihern u. a. Ein äusserst elegantes Bild gewährt
ein solcher Schwärm, wenn die gegen den Himmel ganz schwarzen Vögel mit gestrecktem
Hals hinsegelnd sich allmählich auf die Wasserfläche hinabsenken.
Küimandjaro-^ie.dexwng: Natronseen, Nov. — ifer-w-Niederung: Flusspferd seen,
Dez. — Neu für das Gebiet.
Platalea alba Scop.
Rchw. I, 331. — Lg. 800, Fl. 38, Fl./Schw. 0, Iris grauweiss, 10 mm.
Den Löffler habe ich im Gebiet nur ein paarmal beobachtet, wo er recht selten
zu sein scheint. Die erlegten Vögel hatten den Magen mit Fröschen und Kaulquappen
gefüllt.
iCi^imawd/aro-Niederung: Natronseen, Aug. — Neu für das Gebiet.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 63
Cicoiiiida?.
Taiitalus ibis L.
Rchvv. I, -^33. — Lg. 980, Fl. 480, Fl./Schw. 40. Iris rotbraun, 12 mm.
Der Tantalus war im (xebiete zwar nicht häufig, wurde aber bisweilen in recht
grossen Schwärmen beobachtet. In weiten Kreisen bewegen sie sich hoch in der
Luft, wobei der rote Schnabel schon aus weiter Ferne herleuchtet, um sich dann in Spi-
ralen zu senken; die Kreise werden immer enger, und so lassen sich die schönen Vögel
in das Gras der Sümpfe nieder, wo vielleicht Nilgänse, Ibisse, Pelikane, Reiher u. a.
schon versammelt sind. Am 12. November wurden zwei jüngere Vögel zusammen
mit dem alten erlegt.
KiIhiia)idjaro-l>iiedevm\g: Natronseen. Sept. Nov. — Meru-Niedei-ung: Fluss-
pferdseen, Dez. — Neu für das Gebiet.
Aiiastomus lamellig-erus Tem.
Rchw. I, 335. — Lg. 760, Fl. 395, Schw. Fl./Schw. 20, Iris nussbraun, 10 mm.
An einem nicht weit von Tanga befindlichen, kleinen See oder Teich erlegt. —
Durch V. DER Decken vom Dschallasee bekannt.
Usamhara: Tanga, Juni.
Leptoptilos orniiienifer [(Cuv.) Less.].
Rchw. I. 838. — Der Marabu ist in diesen Gegenden häufig, und obgleich man
ihn im allgemeinen nicht so besonders oft sieht, braucht man nur ein grösseres Tier auf
der Steppe zu erlegen, um ihn bald hoch oben aus den Wolken, wo er am Tage sich
oft schwebend bewegt, sich wieder auf den Boden niederlassen zu sehen. An den Natron-
seen konnte man sie bisweilen erblicken, avo sie unbeweglich ein Stückchen vom Wasser
entfernt standen. Einen so ekelhaften Gestank, wie ihn ein geschossener Marabu nach
einigen Stunden um sich verbreitete, habe ich selten verspürt; aus Mund und Kropf
wälzte sich eine Masse halb verfaulter, schleimiger Klauenfrösche {Xenopus Icevis) her-
aus, und ein Teil derselben, der auf den Zeltboden kam, machte das Zelt für die Nacht
fast unbewohnbar. Ein anderes Exemplar hatte im Kropf ein ekelhaftes Gemisch von
Haaren, grossen, 10 — 20 cm langen Knochen, eine halb verfaulte Ratte, den Kopf
einer grossen Libellulide (Aeschna), mehrere Halsknochen einer Antilope etc.
KilimandjaroSteTppe, wohl das Jahr hindurch. — Meru: Steppe und an den
Flusspferdseen. — Ferner: durch Fischer von Sigirari und diuxh Volkens vomDjipesee
bekannt.
Epliippiorli.vncliu.s seiiegalen.sis (Shaw.).
Rchw. I, 341. — Dann und wann an den Natronseen beobachtet, wo sie in ihrem
bunten Kleid auf der umliegenden feuchten Steppe herumspazierten oder mit langsamen,
schweren Flügelschlägen über das Gras hinflogen, um dann auf ausgebreiteten Flügeln
segelnd sich wieder auf den Boden zu senken.
64 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Gewöhnlich gehen sie allein, oder ein Paar in der Nähe von einander, gern wo
Reiher und Störche versammelt sind.
Kilimandjaro-Niederung: Natronseen, Juli, Sept. — Neu für das Gebiet.
Cicouia cicoiiia (L).
Rchw. I, 345. — Lg. 1,000. Fl. 550, Schw. 215, Lauf 200, Iris braun.
Der weisse Storch kommt im Gebiete als Wintergast vor und wurde zum ersten
mal am 20. Nov. beobachtet, wo ein einsamer Vogel auf der Massaisteppe angetroffen
wurde, wie er, wenig scheu, langsam umherspazierte. Auch sonst dann und wann ge-
sehen, am 29. März recht viele, ebenfalls auf der offenen Steppe. Auch diese waren
nicht besonders scheu.
KUimandjaro: Steppe, Nov. — April. — Meru: Steppe bei Ngare na nyuki, März.
— Neu für das Gebiet.
Dissoura microscelis (G. R. Gr.).
Rchw. I, 347. — Lg. 890, Fl. 470, Schw. 220, Fl./Schw. 0, Iris lackrot, 12 mm.
Ein einzelnes Exemplar dieser Art wurde am 6. Aug. an den Natronseen erlegt,
sonst nicht beobachtet.
Kilimand jar o-'Niederung. — Neu für das Gebiet.
Phoeiiicopteridae.
Phoeiiicopterus roseiis Fall.
Rchw. I, 349. — Lg. 1.020—1,190, Fl. 410^420, Schw. 130, Fl./Schw. 0—9, Iris weissgelb oder
hell graubraun, 8 — 10 mm.
Von allen Bildern der ostafrikanischen Vogelwelt ist keines in seiner eigentüm-
lichen Schönheit so fesselnd wie ein in geringer Entfernung vorbeiziehender Schwärm
von Flamingos. Der kleine, von einem etwa meterlangen, gestreckten, schmalen Hals
getragene Kopf giebt den Vögeln freilich ein eigenartiges, etwas steifes Aussehen, wenn
sie, oft in Schneepflugform geordnet, unter langsamen Flügelschlägen durch die Luft
ziehen, wobei nur die Mittelpartie des langgestreckten Geschöpfs in Bewegung ist,
das übrige in steifer Unbeweglichkeit bleibt; die reizende Pracht der in Eosa prun-
kenden Flügel der weissen Vögel und eben das eigenartige Aussehen, ihr Flug und
ihre Grösse, alles zusammen bietet ein Bild, das einem für das Leben im Gedächtnis
bleibt. An den Natronseen waren sie zu gewissen Zeiten nicht selten, und ein bald
kleinerer, bald grösserer Schwärm hielt sich dort mehrere Monate ziemlich regelmässig
auf; zum ersten Mal am 24. Aug. beobachtet, waren es damals nur drei Alte und ein
Jungvogel, am 4. Okt. wurden etwa 30 St. gesehen. Gestört erheben sie sich ziemlich
hoch in die Luft, ziehen, in langen, unregelmässigen Kreisen umherschwebend, bis-
weilen in Schneepflugform geordnet, lange hin und her über den Seen, um sich, dann
und wann ihre dem Gänsegeschrei ähnlichen, knarrenden, gedämpften Laute ausstos-
send, wieder ins seichte Wasser hinabzusenken.
Kilimandjaro-l!iiederung: Natronseen, Aug. — Okt., März. — In derselben Gegend
von Schillings beobachtet.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 65
Phopiiicopterus iiiiiior Geoffr.
Rchw. I, 352. — Lg. 740—920, Fl. 310—340, Schw. 105, Fl./Schw. 30, Iris rotgelb, G mm.
Dieser wunderschöne Flamingo wurde in einzelnen Exemplaren einige Male
gesehen, bald allein, bald mit ro.se ».s zusammen.
KiHmandjayn: Natronseen, Okt., März, 3 Ex. — In derselben Gegend von SciiiL-
lANGS beobachtet.
Scopidse.
Scopus uinbretta Gm.
Rchw. I, 353. — Lg. 500, Fl. 300, Schw. 170, Iris dunkelbraun.
Den Schattenvogel, der an mehreren Stellen in Usambara sehr häufig war, habe
ich im Gebiet nur spärlich gesehen, einmal an den Natronseen auf der offenen Steppe,
sonst an den von Wald umgebenen Flusspferdseen. Am Rau-Fluss bei Kahe etc. dürfte
er wohl nicht selten sein.
KiUmandjaro-WiedeYwn^: Natronseen. — Jfer?f-Niederung: Flusspferdseen, Dez.
— Usamhnrn: Tanga, Mombo, Mkumasi etc. — Durch Fischer von Aruscha bekannt.
Ardeidae.
Ardetta stunni (Wagl.).
Rchw. I, 368. — Lg. 365—380, Fl. 160—165, Schw. 55, Fl./Schw. 10—0, Iris rotbraun, 6 mm.
Wurde dann und wann an den Seen beobachtet, jedoch nicht häufig. Gern hielt
er sich in den vereinzelten, am Wasser stehenden Gebüschen auf und flog bisweilen
auch aus den Sümpfen auf, wenn man an ihnen vorbeiging. Gemeiner war er aber bei
einem Sumpf nicht weit von Tanga; hier sass er oft auf den Zweigen der im Wasser ste-
henden Akazien und war wenig scheu. Usambara: Tanga, Juni.
Kilimandjaro-W\edexn\\g: Natronseen, Juni, Juli, Aug. — Meru-Wiedexwwg: Fluss-
pferdseen, Dez. — Ferner: durch Jackson vom Djipesee bekannt.
Biitorides atrieapillus (Afz.).
Rchw. I, 370 — Lg. 430, Fl. 175, Fl./Schw. 23, Iris 7 mm.
An einem Sumpf bei Tanga erlegt. Im Kilimandjaro-Gebiet nicht beobachtet.
Usambara: Tanga, Juni.
Ardeola ralloides (Scop.).
Rchw. I, 374. — Jun. Lg. 450, Fl. 200, Fl./Schw. 0, Iris weissgelb, 7 mm.
Wurde dann und wann an den Seen beobachtet, jedoch nicht häufig. War da-
gegen bei einem Sumpf nicht weit von Tanga sehr gemein. Die erlegten Exemplare
sind alle Jungvögel mit ockergelblichem, dunkelbraun längsgestreiftem Hals und erd-
brauner Rückenpartie. Usambara: Tanga, Juni.
Kilimandjaro-'NiedeTung: Natronseen, IMai, Sept. — Jfe>-»-Niederung: Fluss-
pferdseen, Dez. — Ferner: durch Abbott von Useri bekannt.
Sjöstedts Küimandjaro-Meru Expedition. 3. ■ 9
G6 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 3.
Ardea piirpuroa L.
Rchw. T, 377. — Dann und wann im Gebiete beobachtet, wo sie ziemlich spär-
lich zu sein scheint.
Usamhara: Tanga, Juni. — Küimandjaro-'Niederving: Natronseen, Kibonoto, Sept.,
Mai. — TIf er»-Niederung: Flusspferdseen, Dez. — Neu für das Gebiet.
Ardea cinerea L.
Rchw. T, 379. — Lg. 1030, Fl. 460, Fl./Schw. 30, Iris gelbweiss, 12 mm.
Ziemlich gemein an den Seen, besonders im Sept.; während der Regenzeit spärlich.
Kilimandjaro-'^iederung: Natronseen, Aug., Sept., Nov., Jan. — Jferzt-Niederung:
Flusspferdseen, Dez., März. — Neu für das Gebiet.
Ardea melanocephala Vig. Childr.
Rchw. I, 380. — Lg. 900, Fl. 390, Fl./Schw. 20, Iris blass hellgelb, 12— U mm.
Diese Art war an den Seen etwas häufiger als cinerea und wurde bisweilen in
ziemlich grossen Gesellschaften beobachtet, die- sich gern auf der Steppe in der Nähe
des Wassers aufhielten, wo sie hier und da auf den zerstreuten, mit Gras überwachsenen
Termitenhügeln oft standen. Am 30. Juli wurde an den Flusspferdseen ein Nest
gefunden; es war in einer kleinen, im Wasser stehenden Akazie mit langen weissen
Dornen gebaut und enthielt fast ausgewachsene Junge, die schreiend vmd flügelschlagend
von den Alten mit aus dem Kröpfe herausgespieenen Fröschen gefüttert wurden.
Kilimandjaro-l>iiedernng: Natronseen, das Jahr hindurch. — Jfertt-Niederung:
Flusspferdseen, Juli, Aug., Dez. — Ferner: von der Ostseite des Kilimandjaro (Abbott,
Eggel) und vom Djipesee (v. der Decken) bekannt.
Bubulciis ibis (L.)
Rchw. I, 381. — Lg. 520, Fl. 240, Fl./Schw. 0, Iris weissgelb, 8 mm.
Besonders Ende Juli ziemlich häufig an den Seen und auf den umliegenden Step-
pen, wo sie bisweilen in Schwärmen den Gnu- und Antilopenherden folgten. Wohin
diese flohen, wurden sie dann von den Reihern verfolgt, so dass man aus weiter Ferne
an den weissleuchtenden Vögeln sehen konnte, welche Richtung die Herden nahmen.
Sobald die Antilopen stehen blieben, Hessen sich die Reiher zwischen denselben nieder,
um, wenn sie wieder wegeilten, sich sofort zu erheben und über den Tieren herfliegend
sie dem Jäger zu verraten. Auch in Schwärmen vereinigt halten sie paarweise zusam-
men; als ein Exemplar einmal flügellahm geschossen wurde und auf dem Boden umher-
rannte, kehrte der andere aus dem wegfliegenden Schwärm zurück und Hess sich an
seiner Seite nieder.
Kilimandjaro-'NiedeYung. — Ferner: durch Fischer von x\ruscha und v. der
Decken vom Djipesee bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 67
Herodias garzetta (L.).
Rcliw. I, 387. — Lg. 620, Fl. 270, Fi./Schw. 0, Iris gelbweiss, 8 mm,
Unter anderen Reihern an den Seen beobachtet; scheint jedoch spärlich zu sein.
A'«7/ma/K/yrt/-o-Niederiing: Natronseen, Aug., Sept. — Neu für das Gebiet.
Herodias alba (L.).
Rcbw. I, 388. — Lg. 920, Fl. 370, Fl./Schw. 0, Iris weissgelb, 10 mm.
Der Silberreiher war an den Seen sehr häufig und trat oft in grossen Schwärmen
auf. Bisweilen erhoben sie sich wie weisse Wolken aus den sumpfigen Umgebungen
der Seen, wenn ein Schuss abgefeuert wurde, oder standen mit gestrecktem Hals da,
sich grell von dem saftigen grünen Rasen abhebend. Während der Regenzeit spär-
licher.
KiUmandjaro-^iedernng: Natronseen, das ganze Jahr hindurch. — il/erM-Nie-
derung: Flusspferdseen, Dez., März. — Neu für das Gebiet.
Herodias brachyrliyucha Brehm.
Rchw. I, 389. — Lg. 700, Fl. 310, Fl./Schw. 0, Iris gelbweiss, 9 mm.
Scheint im Gebiet ziemlich selten zu sein.
Kilim,andjaro-l>iiederm\g: Natronseen, Aug. — Neu für das Gebiet.
Coluinbidae.
Tauben waren in diesen Gegenden zahlreich und wurden in 13 Arten beobachtet.
Am häufigsten waren die in den Akazienwäldern vorkommenden Turtur capicola iro-
picus und Turtur ambiguus perspiciUatns, die oft überaus zahlreich vorkamen; wo man
hier ging, flogen Tauben vom Boden auf, besonders unter den Akazien, wo sie reich-
liche Nahrung an den von den Bäumen herabfallenden Erbsen fanden. Auch Turtur
senegalensis und Turtur lugens gehörten der Akaziensteppe an. Die meisten bewohnten
die Buschsteppe, die Akazienwälder und die unteren Teile der Kulturzone, und nur
Columha arquatrix arquatricula, Aplopelia larvata, Turtur semitorquatus, Tympanistria
und Turturcena habe ich im Regenwald beobachtet, die zwei ersteren regelmässig,
die anderen mehr zufällig. In den Ansiedelungen der Wadschaggas hielten sich
ChalcopeUa afra und chalcospila acafithina nebst Turtur semitorquatus auf, während
die Fruchttauben in den Bäumen der Kulturzone und Obstgartensteppe ihre Nahrung
suchten.
Vinago calva midirostris Sw.
Rchw. I, 396. — Lg. 290—325, Fl. 165—175, Schw. 100, Fl./Schw. 40—50, Iris hellblau, 6—7 mm,
Schnabel blassblau oder weissblau.
In der Kulturzone und Obstgartensteppe wurde bei einigen Gelegenheiten diese
Fruchttaube beobachtet, wo sie sich in kleineren Gesellschaften aufhielt. Durch ihre
grüne Tracht in den Bäumen schwer zu sehen, bemerkt man sie gewöhnlich erst, Avenn
sie mit klatschenden Flügelschlägen ihren Ruheplatz verlässt. Am 13. Dez. wurde
ein Jungvogel erlegt.
68 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe — Kulturzone, Okt., Nov., Dez.
— Ferner: durch Neumann von Kahe und vom Kilimandjaro (?) durch v. der Decken
bekannt.
Viiiago calva wakofleldi (Sharpe).
Rchw. I, 398; Oberholser o. c. p. 841. — Lg. 270, Fl. 160, Schw. 90, Fl./Schw. 26,
Iris hellblau, 7 mm.
Wurde in der Umgebung von Tanga in kleinen Schwärmen angetroffen.
Diese Form soll von Abbott an der Ostseite des Kilimandjaro, bei Mandara,
und von Johnston in einer Höhe von 5 — 6000 Fuss angetroffen worden sein. Be-
treffs der ABBOTT'schen Vögel sagt indessen Oberholser 1. c. : »These two birds
are not typical of wakefieldi. » Es bleibt noch festzustellen, ob wirklich beide Sub-
species der calva am Kilimandjaro vorkommen. Vinago delelandei (Bp) wird von
Fischer aus Aruscha und von Stuhlmann aus Useri erwähnt.
Cohniiba arquatrix arquatricula Bp.
Oberholser, Proc. U. S. Nat. Mus. XXVIII, 1905, p. 842. — Lg. 360—400, Fl. 225—235, Schw.
140 — 160, Fl./Schw. 45 — 60, Iris graublau, grauweiss, blass gelbbraun oder rotbraun, 7 mm.
Diese schöne, grosse Taube gehört typisch dem Regenwald der Berge an, wo sie
mehr oder weniger häufig beobachtet wurde, wenn sie auch in den Waldpartien der
Kulturzone angetroffen wird. Gewisse Zeiten schien sie verschwunden zu sein, und
vom Juli an hatte ich sie bei jedem Besuch im Regenwald erfolglos gesucht, bis sie
anfangs Januar auf einmal ziemlich häufig gesehen wurde, einzeln oder einige zusammen,
wo sie in den hohen Bäumen sassen oder bei unserer Ankunft mit klatschenden Flügel-
schlägen aus den Kronen aufflogen. Bei Kiboscho wurde sie bis an den oberen Rand
des Regenwaldes, 3,000 m, ziemlich häufig gefunden, wo sie, in den mit weissen, langen
Bartflechten behängten Bäumen sitzend, ihr wehmütiges, zitterndes, mit der düsteren
Umgebung harmonisierendes Girren durch den trübseligen Wald ertönen Hess.
Auch in den höheren Teilen des Meru war diese Art häufig.
Kilimandjaro: Kibonoto 2,000 m; Kiboscho .3,000 m; Regenwald, Jan., Febr.
» : » c:a 1,. 300 m; Kulturzone, Nov.
Meru: Regenwald 2,000— 4,000 m. Febr.
Weitere Fundorte im Gebiet: westl. Kilimandjaro (Schillings), Kilimandjaro
8,500 — 10,300 Fuss (Johnston), Moschi, Kifinika (Neumann), Marangu (Marwitz),
östl. Kilimandjaro (Abbott).
Die nahestehende Columha guinea longipennis Rchw. wird von Hunter für
den östl. Kilimandjaro angegeben.
Turtur senegalensis (L.).
Rchw. I, 406. — Lg. 255—270, Fl. 130—140, Schw. 105—115, Fl./Schw. 65, Iris dunkelbraun
bis orangerot, 5,ä mm.
War in den Akazienwäldern und auf der Akaziensteppe an mehreren Orten ziem-
lich häufig, wo man ihre girrenden, immer wiederholten Laute äh-rfr, äh-rir mit scharf
SJOSTEDT, VOGEL. 69
schnarrendem, deutlich abgesetzten Endton von Gebüschen und kleinen Akazien
hörte. Der Anschlagston ist etwas höher als der folgende schnarrende Endton. —
Vorliegende Form wird von v. Erlanger (O. M. 1904, p. 98; J. O. 1905, p. 116) als subsp.
(nquatoriulis unterschieden.
KiUmandjaro-StGT[)])e: Ngare nairobi, Juli. — il/eru-Steppe: Ngare na nyuki,
Jan. — Ferner: durch Abbott von Taveta und Useri und durch Schillings vom
westl. Kiliniandjaro bekannt.
Turtur lugeiis (Rüpp.).
Rchw. I, 408. — Lg. 300—325, Fl. 180—187, Schw. 120—130, Fl./Schw. 50, Iris rotgelb, 5—6 mm.
Obgleich nicht häufig, wurde diese Art bei einigen Gelegenheiten in den Akazien-
wäldern und auf der lichten Akaziensteppe, einmal in ziemlich grossen Gesellschaften,
sonst einige zusammen, gesehen. Durch ihre dunkle Farbe war sie schon in der Ferne
von anderen Arten leicht zu unterscheiden.
KilimandjaroStejy'pe: Ngare nairobi, März. — i)fer«-Steppe: Ngare na nyuki,
März. — Ferner: duxch Hunter von Taveta, durch Schillings vom westl. und durch
Abbott vom östl. Kilimandjaro, 5,000 F., bekannt.
Turtur semitorquatiis (Rüpp.).
Rchw. I, 409; III 807. — Nach der Verbreitung zur subsp. intermedius v. Erl. (J. 0. 1905,
p. 124, VI, Fig. 1 b) zu rechnen.
Diese Taube, die besonders in der unteren Kulturzone häufig war, kommt von
der Steppe bis zum Regenwald vor, wo ich bisweilen ihre charakteristische fünf — sechs-
tönige Stimme hörte. Besonders morgens und abends tönt in den Farmen, von den
aufrecht, mit aufgeblasenem Hals sitzenden Vögeln oft von mehreren Seiten her, durch
die Luft ihr wiederholtes, wehmütiges, weich verklingendes Girren, das etwa mit dü-
dü, dii-dü-dü-dü, . . . wiedergegeben werden könnte. Halten sich gewöhnlich in klei-
neren Schwärmen zusammen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Madschame, Kiboscho; Steppe-Regenwald. — Meru:
Kulturzone. — Weitere Fundorte im Gebiete: Taveta (Abbott), Aruscha (Fischer),
östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Hunter), Moschi und westl. Kilimandjaro (Schillings).
Turtur capicola tropicus Rchw.
Rchw. III, 808. — Lg. 265—270, Fl. 145—150, Schw. 100—105, Fl./Schw. 40—55, Iris dunkelbraun,
6 — 7 mm, Schnabel schwarz, Füsse lila.
Bei Tanga war diese Taube besonders häufig, wo sie gern des Morgens ihre Stimme
von den Cocospalmen hören Hess, aber auch in den Akazienwäldern bei Ngare na nyuki
war sie zusammen mit T. amhiguus perspicillatus eine sehr gewöhnliche Erscheinung
und trat oft in grossen Schwärmen auf. Hier hielten sie sich besonders unter den
Akazien auf, die aus den Hülsen herabfallenden Erbsen suchend. Jungvögel Mitte
August.
70 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Küimandjaro-l^iederung: Ngare nairobi. — ilf erw-Niederung: Ngare na nyuki.
— Ferner: durch Fischer vonAruscha, Schillings von Moschi und Abbott von Taveta
bekannt.
Tiirtur ainbigims perspicillatus Fischer, Rchw.
Rchvv. I, 417; III, 808. — ad. Lg. 300—310, Fl. 157—178, Schw. 115—135, Fl./Schw. 50, Iris
robgelb, 5 mm.
Schon früher zwischen dem Kilimandjaro und Meru angetroffen, ist diese Art
dort jetzt wiedergefunden worden und zwar ganz allgemein, besonders in den Akazien-
wäldern am Flusse Ngare na nyuki.
Jfera-Niederung: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Sigirari (Fischer), westl.
Kilimandjaro (Schillings).
Turttn-flpua delegorguel (Del.).
Rchw. I, 417. — Lg. 300—310, Fl. 157—178, Scliw, 115-135, Fl./Schw. 40—50, Iris rotgelb,
rotbraun oder gelbbraun, 6 mm.
Die charakteristische rotbraune Farbe des Oberkopfes erstreckt sich bei einem
vorliegenden $ bis an die Schnabel wurzel und ist dort nur wenig grauer; die Kehle
ist bei ihm kaum heller als der Vorderhals. Unterkörper der Weibchen dicht, staub-
fein roströtlich-grau gesprenkelt.
Im Regenwald sowie in dichten Waldpartien der Kulturzone wurde diese Taube
einige Male beobachtet. Sie versteckt sich gern in den dichten Kronen höherer oder
niedrigerer Bäume und ist nicht leicht zu entdecken.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Nov., 4 Ex.; Regenwald, 2,000 m, April.
— Ferner: durch Neumann von Marangu bekannt.
*&^
Apiopelia larvata (Tem.).
Rchw. l, 420, — Lg. 270-280, Fl. 145—150, Schw. 100—105, Fl./Schw. 50—60, Iris rot bis gelb-
braun, 6 mm., bei Jungvögeln graubraun oder dunkelbraun. Füsse der Jungvögel blassrot.
Obgleich diese Taube auch in Waldpartien der unteren Kulturzone angetroffen
wurde, scheint sie doch die höheren Gegenden der Berge vorzuziehen und wurde so-
wohl am Kilimandjaro (2,000 — .3,000 in) wie am Meru im Regenwald ziemlich häufig
angetroffen, am Meru sogar hauptsächlich in den höchsten Teilen desselben, etwa 3, .500
m und höher. Das dichte, dunkle Unterholz liebt sie am meisten, wo sie auch auf
dem Boden herumwandert, um Samen, Insekten (eine geflügelte Wanderameise, Z)on/?W5,
wurde im Kropf eines Exemplares gefunden), kleine Schnecken, Kies etc. zu suchen.
In ihrer Ruhe gestört, fallen sie mit geräuschvollem Flug in Gebüsche und Bäume ein
und verschwinden zwischen dem dichten Blätterwerke. Sie sind wenig scheu, besonders
die Jungvögel; solche wurden im Dez. und Jan. erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald 2 — 3,000 m, Kulturzone 1,100 m. — Meru:
Regenwald etwa 3, .500 m, gemein. — Ferner: vom östl. Kilimandjaro, 5 — 6000 F.,
durch Abbott und von Kiboscho durch Neumann bekannt.
S.IÖSTEDT, VÖGEL. 71
Tj'iiipaiiistria tyiiipanistria (Tem.).
Rchw. T, 424. — Lg. 210—225, Fl. 113—117, Scliw. 85 90, Fl./Schw. 50—60,
Iris dunkel, 4,-) — 5 mm.
Obgleich diese Taube sich mit Vorliebe in den Pflanzungen der Kulturzone auf-
hält, trifft man sie auch weiter unten, im Mischwald und in der Buschsteppe an, wie
sie auch im Regenwald einmal gesehen wurde. Ziemlich gewöhnlich, wird sie meistens
einzeln oder paarweise gesehen, nicht in Schwärmen.
Kilimandjnro: Kibonoto, Steppe — Kulturzone, Aug., Nov., April; Madschame
Kulturzone. — Mcnr. Regenwald, 3,000 m. — Weitere Fundorte im Gebiete: Aruscha
(Fischer), Kiboscho, Kahe (Neumann), östl. Kilimandjaro, 5,000 F. (Abbott, John-
ston), Taveta (Hunter), Moschi (Schillings).
Chalcopelia afra (L.)
Rchw. I, 426; III, 811. — Lg. 215, Fl. 110—113, Schw. 86, Sehn. 15, Fl./Schw. 50,
Iris dunkel, 4,5 mm.
Wurde ziemlich häufig in den Farmen der Wadschaggas gesehen, wo sie meistens
einzeln oder einige in der Nähe von einander ruhig Samen und dergl. suchend auf dem
Boden herumspazierte. Im Regenwald habe ich sie nie bemerkt, dagegen bisweilen
auf der Buschsteppe.
Kilimandjaro: Kibonoto, Aug., Dez., April, Kulturzone — Buschsteppe. — Ferner:
durch Abbott vom östl. Kilimandjaro, Hunter von Taveta und Schillings von Moschi
bekannt.
Chalcopelia clialcospila acanthina Oberh.
Oberholsek o. c. p. 845. — Lg. 205, Fl. 105—109, Schw. 78—80, Sehn. 14 mm.
Dann und wann in der Kulturzone und in den Akazienwäldern beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, Nov., Dez. — ikferw-Steppe: Ngare na nyuki, Jan. —
Ferner: Abbott östl. Kilimandjaro, Schillings Moschi.
Oena capensis (L ).
Rchw. I, 429; Oena capensis anonyma Oberholser, o. c. p. 843. — Lg. 240 — 250, Fl. 105, Schw.
130—140, Fl./Schw. 100, Iris dunkelbraun, 4—5 mm.
Obgleich nicht besonders gemein, wurde doch diese kleine hübsche Taube dann
und wann im Gebiete angetroffen, bisweilen ziemlich viele zusammen. Sie ziehen
die Steppe vor, sowohl die baumlose Grassteppe, wo sie sich gern auf Wegen, Pfaden,
alten Lagerplätzen u. s. w. aufhalten, als wo die Grassteppe mit zerstreuten Akazien
und Gebüschen bewachsen ist. Nur einmal habe ich sie in der unteren Kulturzone
des Kilimandjaro beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Febr. ; Steppe, bei Ngare nairobi. — Merti-
Steppe, Sigirari, zwischen Kibonoto und Dorf Meru. — Fernere Fundorte im Gebiete:
Taveta-Kahe (Jackson), Taveta (Hunter), Kahe (Neumann), östl. Kilimandjaro
(Abbott).
72 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEBU EXPEDITION. 3.
Pliasiaiiidae.
Von den 8 hierhergeliörigen, im Gebiet von mir gefundenen Arten ist Niimida
reichenoivi am häufigsten und wird oft in gewaltigen Schwärmen angetroffen, gern
auf steinigem, von den Feuern der Massais schwarzgebranntem, ödem Terrain in der
Buschsteppe und in den Akazienwäldern. Von den Frankolinen sind Pternistes und
Francolinus hildebrandti als häufig zu bezeichnen, F. schütti und F. shelleyi sind nicht
selten; der erstere dieser wurde nicht nur, wie vorauszusehen, in den unteren Teilen
der Berge und in der Niederung, sondern auch im Regenwald in 3,500 m Höhe auf dem
Meru erlegt. F. granti dagegen scheint spärlicher zu sein. Von den Wachteln ist Cg-
iurnix delegorguei ziemlich gemein, Excalfactoria oAansoni seltener.
Nuinida reichenowi Grant.
Rchw. I, 437. — Lg. 500—600, Fl. 270—300, Fl./Schw. 90—120, Iris schwarzbraun, 9 mm.
Steinige Busch- und Akaziensteppen, besonders wo der Boden, von den Feuern
der Massais verbrannt, öde und trostlos lag, waren beliebte Aufenthaltsorte dieser
Vögel, wo sie oft in Schwärmen von hundert und darüber angetroffen wurden. Die
scharfen, schnell wiederholten Laute: kä-kä-ka-kä, kä, kä, bisweilen zu kä-ä-ä-ä aus-
gezogen, ein intensives, durchdringendes Gackern ertönt im Chorus durch die Luft,
wenn die Vögel vom Boden aus in die Bäume hinauffliegen.
i^i7imaw(Z7aro-Niederung:Ngare nairobi, Juli. — ilfer?t-Niederung: Ngare na nyuki,
Okt., Dez., Jan. — Fernere Fundorte im Gebiete: Aruscha (Fischer, v. der Decken),
Taveta, Lumifluss (Willoughby), Dschalla, Taveta {Neumann ).
Nmnida intermedia Neum. ist von Abbott für Taveta angegeben.
Acrylliuui vulturiiuim (Hardw.).
Rchw. I, 448. — Lg. 740, Fl. 320, Schw. 300, Iris lackrot, 10 mm.
Dieses stattliche Perlhuhn war bei Tanda in Usambara häufig. Sie scheinen
mit ziemlich hohem Gras bewachsene Busch- und Akaziensteppen zu lieben, laufen
schnell im Grase, wenn sie verfolgt werden, um endlich mit geräuschvollem Flug sich
zu erheben und meistens bald wieder niederzulassen. Vielleicht gehörten hierher
die grossen Perlhühner, die ich einmal am Gangasumpfe in der Kibonoto-Niederung
sah. Die Art ist im Gebiete durch Fischer von Aruscha, Hunter von L^seri, Abbott
vom östl. Kilimandjaro und durch Schillings von Moschi bekannt.
Fin anderes Perlhuhn, Guttera pucherani (Hartl. ), ist durch Hunter und Neu-
mann vom östl. Kilimandjaro, durch Jackson und Willoughby von Kahe angegeben.
Pternistes leucoscepus iiifuscatus Cab.
Rchw. I, 455. — Lg. 370—410, Fl. 195—210, Fl./Schw. 35—45, Lauf 60, Iris dunkel, 7—8 mm.
Man trifft diese hier häufige Art am meisten von den unteren Teilen der Kultur-
zone an bis zur Busch- und Akaziensteppe, wo sie gewöhnlich in kleineren Gesellschaften
beobachtet wurde.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 73
Ein mit 5 weissen, etwas ins Ockergelbliche spielenden Eiern versehenes Nest
wurde am 24. Juli angetroffen. Es lag im unteren Teil der Kiilturzonc bei Kibonoto,
und zwar zwischen den Ansiedelungen der Wadschaggas nicht weit vom Anfang der
Buschsteppe, in lichtem, b-aschartigem Terrain an der Wurzel eines niedrigen, von
Schlingpflanzen und Gras umgebenen Baums, und bestand nur aus einer Vertiefung
der Erde, mit getrockneten Blättern und Gras, wie die Umgebung, belegt, sowie auch
mit einigen Federn vom Bauch der Vögel.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — Kulturzone. — Fernere Fundorte im Gebiete:
Djipesee (v. d. Decken), Taveta (Jackson), Useri (Hunter), westl. Kilimandjaro
(Schillings).
Francoliims schütti Gab.
Rchw. I, 468 — cT $ Lg. 290—350, Fl. 160—180, Lauf 41—48, Iris dunkelbraun, 7—8 mm.
Diese ziemlich häufige Art habe ich nicht nur in der Kulturzone des Kilimandjaro,
sondern auch im oberen Regenwalde des Meru in einer Höhe von etwa 3,500 m ange-
troffen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Aug. — Meru: Regenwald 3,500 m. —
Ferner: durch Fischer von Aruscha, durch Johnston, Schillings, Hunter vom
Kilimandjaro, (Johnston 5 — 6,000 F.), und vom östl. Kilimandjaro, 5 — 7,000 F., durch
Abbott bekannt.
FraiicoliuHs hildebrandti Gab.
Rchw. I, 477 — J" Lg- 350—^90, Fl. 180—190, Lauf 48—50, Iris dunkelbraun, 8 mm. $ Lg. 340,
Fl. 165, Lauf 41, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Der häufigste von allen hier vorkommenden Frankolinen, wird er sowohl in der
Kulturzone, in den Ansiedelungen und Farmen der Wadschaggas, als in den Niederungen
der Berge angetroffen, besonders in den lichten Akazienwäldern am Flusse Ngare na
nyuki. Die scharfen Sj)orne sind gute Verteidigungswaffen, und man muss angeschossene
Exemplare behutsam nehmen, wenn man nicht recht fühlbare Schrammen erhalten will.
Ein jüngeres, am 14. Jan. erlegtes J" ähnelt im Ganzen dem $, die Unterseite
ist indessen viel heller rostgelblich mit kleineren dunklen Flecken und weissen Feder-
spitzen; die neuen weissen Federn der Unterseite mit grossem herzförmigem oder rund-
lichem schwarzem Fleck bilden zwei am Kröpfe zusammenstossende Seitenreihen.
Wurde bisweilen, wie auch andere Frankoline, in für Affen von den Wadschaggas
aufgestellten, aus Zweigen geflochtenen Fallen gefangen und lebend zu mir gebracht.
Die Laute bestehen aus einem furchtbar schrillen Schreien und Gackern, die sie beim
Auffliegen hören lassen. Ein am 6. Aug. gefundenes Nest enthielt 5 gelbhchweisse
Eier, die 45 — 46 X 34 — 35 mm massen. Im Magen: Bohnen, Samen und Kies.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Juli, Aug., Dez. — ilf er» -Niederung:
Flusspferdseen, Juli. — Ngare na nyuki, Jan. — nicht weit von Aruscha, westlich vom
Berge, Dez. — Fernere Fundorte im Gebiete: Aruscha, Meru (Fischer), KiHmandjaro,
6,000 F., (Johnston), Kilimandjaro (Hunter, Willoughby), Useri (Hunter), Marangu
Sjöaledta Kilimandjaro- Meru Expedition- 3. 10
*4 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
(M4.KWITZ), Moschi (Neumann), Taveta (Hildebrandt), östl. Kilimandjaro (Abbott).
F. cIapperto7ii CnihD.: Taveta (Jackson).
Francolinus uluensis Grant ist für das Gebiet durch Abbott (Taveta, Dschallasee)
und Schillings (westl. Kilimandjaro) nachgewiesen.
Francolinus shelleji Grant.
Rchw. I, 490. — J' Lg. 320—340, Fl. 160—165, Lauf 40, Tris rot- oder dunkelbraun, 7—8 mm.
$ Lg. 290, Fl. 155, Lauf 36, Iris dunkel, 6 mm.
Das Weibchen dieses Franlvolins war bisher unbekannt. Es ähnelt im Ganzen
dem J", ist aber kleiner (siehe oben!), und die rotbraunen Flecke am Kröpfe sind kleiner
und spärlicher. Ferner entbehrt das $ ganz den Sjjorn am Lauf, der nur durch einen
kleinen Hornknopf angedeutet ist. Unterschnabel strohgelb mit schwärzlicher Spitze.
Nicht selten. Gehört mehr dem Mischwald, der Busch- und Akaziensteppe an.
Kilimandjaro: Niederung, Juli, Aug. — Massaisteppe. Okt. — Neu für das Gebiet.
Francolinus granti Hartl.
Rchw. I, 496. — ? Lg. 287, Fl. 135, Schw. 75, Fl./Schw. 22, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Scheint lichte Busch- und Akaziensteppen und ähnliches, mehr offenes, heisses
Terrain vorzuziehen.
Kilimandjaro: Kahe, Juni. — Fernere Fundorte im Gebiete: Aruscha, Kilima-
ndjaro (Fischer), Taveta (Abbott), Useri, Taveta (Willouhby), Useri (Hunter),
östl. Kilimandjaro (Neumann), westl. Kilimandjaro (Schillings).
Haushuhn. Obgleich die Wadschaggas weder Eier noch Vogelfleisch verzehren,
fangen sie recht häufig an, importierte Haushühner zu halten, welche sie an die Europäer
verkaufen.
Coturnix delegorguei Deleg.
Rchw. I, 507. — J Lg. 175, Fl. 96, Schw. 35, Fl./Schw. 15, Iris dunkel, 4 mm. $ Lg. 155,
Fl. 98, Fl./Schw. 0.
Besonders in lichter Busch- und Akaziensteppe war diese Wachtel gar nicht selten
und wurde dann und wann aufgescheucht, wenn man hier im Grase ging. Mit schnellen
Flügelschlägen fliegen sie ziemlich dicht über dem Boden hin. um sich meistens bald
wieder niederzulassen. Im Magen erlegter Vögel: Gras, Samen und Kies.
KilimandjaroStepTpe: Ngare nairobi; Kibonoto, Mai. — ikferw-Steppe: Ngare
na nyuki. — Fernere Fundorte im Gebiete: Taveta (Jackson, Abbott), östl. Kilima-
udjaro (Abbott, Willoughby).
Excalfactoria adaiisoni (Verr.).
Rchw. I, 509. - c^ Lg. 140, Fl. 75, Schw. 35, Fl./Schw. 20, Lauf 20, Iris rotgelb, 3,r, mm.
Scheint hier spärlich zu sein; von mir nur einmal beobachtet, als ein Paar in der
Buschsteppe unterhalb Kibonoto gesehen wurde.
Im Magen kleine Samen und Kies.
Kilimandjaro-Niederwng: Natronseen, Sept. — Neu für das Gebiet.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 75
Yiiltiiridaß.
Von den 27 im Kilimandjaro-Äleru-d'ebiete von mir beobachteten Raubvögeln
sind eigentlich nur ein Paar Geier als häufig zu bezeichnen, nämlich Neophron monachus
und Pseudngijps africanus, die sich zahlreich an jedem auf der Steppe liegenden grösseren
Aas einfanden, wenn man auch diese Vögel sonst nicht viel bemerkte. Als gewöhn-
lichere Arten wären weiter: Helotarsu.s, Bvleo augur, Circus pygorgvs und ranivcrus,
Äguila rapax und vielleicht Lophoaetus zu nennen, während die übrigen sich mehr zu-
fällig, wenn auch bisweilen nicht gerade selten, zeigten. Eulen sieht man überhaupt
nicht oft.
Otosryps auricHlatiis (Daud.).
Rchw. I, 512. — Sowohl bei Same in Usambara als auf der Massaisteppe bei Ngare
nairobi habe ich Ohrengeier und zwar wohl diese Art gesehen, ohne Exemplare für die
Sammlungen mitzubringen. Bei beiden Gelegenheiten hatte ich schon viel anderes
geschossen; und da mir vom Gouverneur Deutsch-Ostafrikas gestattet worden war,
nur zwei Exemplare dieser sonst verbotenen Vögel zu erlegen, wollte ich dies später
erst dann tun, wenn ich Zeit hätte, sie tadellos zu präparieren, — diese Gelegenheit
kam aber leider nicht mehr, da ich diese Vögel seitdem nicht mehr beobachtete.
KüimandjaroSteipY>^: Ngare nairobi. — Usambara: Same, Juni.
Pseiidogyps africanus (Salvad.).
Rchw. I, 519; III 816. — Gehört der Verbrcitvmg nach der von v. Erlanger auf-
gestellten subsp. schillingsi an.
Wenn auch nicht so zahlreich wie Neophron vionachus, war diese Art im Gebiete
sehr gewöhnlich und fand sich am Ngare na nyuki und Ngare nairobi regelmässig bei
jedem grösseren Kadaver ein, bisweilen in grossen Schwärmen.
Kilimandiaro-me])])e: Ngare nairobi. — iferit-Steppe: Ngare na nyuki. — Sigi-
rari (Fischer).
Neophron percnopteriis (L.)-
Rchw. I, 521. — Einzelne Exemplare dieser Art fanden sich zusammen mit Scharen
von anderen Geiern am Kadaver eines erlegten Rhinoceros am Ngare nairobi ein; gleich-
zeitig auch näher am Meru am Ngare na nyuki gesehen. Aus demselben Grunde wie
Ologyps leider nicht mitgebracht.
ilfer«-Niederung: Ngare na nyuki. — Kilimandjaro: Ngare nairobi. — Ferner:
Sigirari (Fischer).
Neophron nionachns (Tbm.).
Rchw. I, 522. — Lg. 670, Fl. 500, Schw. 230, Fl./Schw. 50, Iris dunkel, 11 mm.
Der gemeinste Geier des Gebiets. Hält sich gern an den Kraalen der Massais
auf und kommt sogar in den Kraalen vor, ohne die Massais zu fürchten; gegenüber
den Europäern sind sie dagegen oft ziemlich vorsichtig, und es ist nicht immer leicht.
76 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
die Vögel in Schussweite zu bekommen. Hauptsächlich ist es die Trockenzeit, während
der man die Geier sieht.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald, an einem Massaikraal; Steppe: Ngare nai-
robi. — 3fer«-Steppe: Ngare na nyuki. — Ferner: von Johnston am Kilimandjaro,
5,000 F., und von Fischer bei Aruscha angetroffen.
Falcouidaß.
Serpentaruis serpeiitarius (Miller).
Rchw. I, 528. — Der Sekretär ist in diesen Gegenden eine nicht seltene Erscheinung
und wurde dann und wann in der offenen Busch- oder Akaziensteppe am Ngare nairobi
und Ngare na nyuki beobachtet. Ziemlich behutsam sucht er zuerst in stelzendem,
ziemlich schnellem Lauf durch das Gras zu entkommen, um dann, wenn weiter ver-
folgt, mit langsamen Flügelschlägen sich in die Luft zu erheben und oft schwebend
hinwegzusteuern. Wird einzeln oder paarweise gesehen.
Kili)nandjaro-8te]ipe: Ngare nairobi. — ilferw- Steppe: Ngare na nyuki. — Neu
für das Gebiet.
Polyhoroides typicus A. Sm. ist durch Johnston vom Kilimandjaro, 5,000 F., und
durch Abbott von Taveta bekannt.
Circiis pygargus (L.).
Rchw. I, 534. — Lg. 450, FI. 380, Schw. 230, Fl./Scliw. 15, Iris rotgelb, 8 mm.
Gehört der Steppe an.
Kilimandjaro: Ngare nairobi. — Meru: Ngare na nyuki, Dez. — Neu für das
Gebiet.
Circus inacroHrus (Gm.).
Rchw. I, 535. — J' Lg. 440, Fl. 340, Schw. 230, Fl./Schw. 30, Iris rotgelb, 9 mm.
Das vorliegende alte ^ hat nicht »die ganze L^nterseite weiss », sondern den Vorder-
hals deutlich hellgrau angehaucht. Scheint spärlich zu sein. Fährt kräftig segelnd
über die Steppe hin, erhebt sich mit elastischen Flügelschlägen, segelt elegant durch
die Luft mit etwas emporgestreckten Flügeln, um sich dann vielleicht auf einem Stein
oder dergl. auf der Steppe niederzulassen.
JkfejH-Steppe, Jan. — Ferner: durch Jackson von Taveta-Kahe und durch Schil-
lings von der Kirarägua bekannt.
Circus ffiruginosus (L.).
Rchw. I, 539. — Lg. 520, Fl. 390, Schw. 24, Fl./Schw. 20, Iris dunkelbraun, 9 mm.
Im März habe ich an den Natronseen ein Exemplar dieser sonst nicht beobachteten
Art erlegt. Alle braunen 6'f/CM.s-Exemplare, die ich sonst sah, gehörten dem rani-
vorus an.
Kilimandjaro-l^iGdeYung: Natronseen, März. — Neu für das Gebiet,
SJOSTEDT, VOGEL. 77
Circus rtaiiivoriis (Daud).
Rchw. T, 54(1. — Lg. 460—470, Fl. 340— 3G0, Schw. 250, Fl./Schw. .30—60, Iris dunkelbraun, gelb
oder rotgelb, 9 — 11 mm.
An den Seen und auf dem umliegenden sumpfigen Terrain wurde diese Weihe
fecht oft gesehen, wie sie nicht hoch über dem Boden eifrig nach Raub spürend dahin-
schwebte. Mit recht langsamen Flügelschlägen bewegt sie sich in der Luft vorwärts,
steuert auf ausgebreiteten Flügeln nach unten, hebt sich wieder, schwebt hin und her.
bleibt plötzlich in der Luft einen Augenblick stehen, eine Stelle fixierend, und schiesst
mit einigen raschen Flügelschlägen wieder hinweg. Im Magen eines untersuchten
Vogels fanden sich zwei Spitzmäuse.
KiIimandjaro-l:iiederung: Kibonoto; Sanya; Gangasumpf; Natronseen; Ngare
nairobi; Jan., April, Juli, Aug., Sept. — Jferw-Niederung: Flusspferdseen, Dez. —
Ferner: Sigirari (Schillings).
Melierax i>oIiopterus Gab.
Rchw. I, 543. — Lg. 490—500, Fl. 300—325, Schw. 230—240, Fl./Schw. 90, Iris hochgelb
oder (Jun.) hellgelb, 11 — 12 mm.
Ein am 20. Juni erlegter jüngerer Vogel ist oben graubraun, die Flügeldecken
an der Spitze hell umsäumt, Armfedern an der Spitze mit schmalem weisslichem Saum,
hier und da am Vorderrücken eine hervorspriessende schiefergraiie Feder; Hand-
schwingen schwarzbraun, die 5 — 6 äusseren oben mit graulicher Aussenf ahne; nach innen
die Handschwingen allmählich heller mit dunkelbraunen Qvicrbändern, unten nach innen
ganz Aveiss mit etwa 2 — 4 mm breiten, scharf markierten, braunschwarzen, etwas un-
ebenen Querbändern; die mittleren Schwanzfedern graubraun, gegen die Basis etwas
grau, mit schwarzbraunen, breiten, nicht besonders scharf hervortretenden Querbän-
dern, die äusseren allmählich heller, die äussersten weisslich mit schwarzbraunen breiten
Querbinden; die helle Farbe an der Basis des Schwanzes rein weiss; obere Schwanzdecken
weiss mit einigen graubraunen Flecken: der ganze Vorderhals graubraun, etwas rost-
gelblich, die Federn an der Basis und oft am Seitensaum weiss, was dieser Partie ein
breit gestreiftes Aussehen verleiht, Schaft der Federn dunkel; Unterkörper und Unter-
schwanzdecken breit weiss und roströtlich bis braungrau quergebändert; Schenkel weiss,
dichter und schmäler roströtlich quergebändert; untere Flügeldecken weiss, dicht rost-
rötlich und bräunlich gefleckt; Füsse hellgelb; Iris hellgelb, 12 mm.
Dieser in Usambara an meh.reren Stellen oft gesehene Habicht war im Gebiete
spärlich, wurde dort nur einmal beobachtet und zwar in den lichten Akazienwäldern
am Ngare nairobi, wo ein alter Vogel im September erlegt wurde.
Kilimandjaro-^tQ^]}e: Ngare nairobi. — Ferner: Taveta-Dschalla (Jackson),
Kifinika (Neumann).
Kaupifalco iHoiutgraminicus (Tem.).
Rchw. I, 547. — Lg. 362, Fl. 220, Schw. 130, Fl./Schw. 25, Iris rotgelb, 9 mm.
In Usambara im Juni erlegt.
Die Art ist für das Kilimandjaro-Gebiet durch Jackson, Abbott (Taveta), Nku-
MANN (Kahe) und Johnston (Kilim. 5,000 F.) nachgewiesen.
78 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXrEDITION. 3.
Astnr tachiro (Daud).
Rchw. I, 552. — $ jiin. Lg. 440—450, Fl. 240—245, Schw. 2.'30- 240, Fl./Schw. 130—140, Iris
dunkel oder blassgelb, 10—11 mm. J" jun. Lg. 380, Fl. 210, Schw. 200, Fl./Scluv. 110,
^ Iris blas.sgelb, 10 mm.
In den Plantanenpflanzungen und Ansiedelungen der Kulturzone wurde dieser
Habicht bei einigen Gelegenheiten erlegt. Er hält sich ziemlich versteckt in der dichten
Vegetation und entzieht sich leicht der Aufmerksamkeit.
Kilimandjaro: Kibonoto, Aug., Nov., Mai. — Ferner von Moschi (Neumantst,
Schillings) bekannt.
Ast ur spar simfasciatus aceleius Oberh. ist von Abbott beiTaveta entdeckt worden.
Accipiter iiisus (L.).
Rchw. I, 559. — Lg. 310, Fl. 183, Schw. 140, Fl./Schw. 60, Iris rotgelb, 6 mm.
Vorliegendes in Usambara erlegtes Exemplar ist sehr klein. Die Art kommt auch
am Kilimandjaro (Sigirari, Schillings) vor. Scheint bisher nicht so weit südlich ge-
funden worden zu sein.
Usambara: Tanda, Juni.
Accipiter niinullus iiitermediiis Erl.
Rchw. I, 562; III, 818. — J' ? Lg. 235-270, Fl. 145—160, Schw. 110—1.30, Fl./Schw. 60—70,
Iris rotgelb, 6 mm.
Wurde dann und wann in den unteren Teilen der Kultur?one angetroffen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Juli, Nov., Dez. — Ferner: durch Jackson von Kahe-
Taveta, durch Neumann von Kahe und durch Marwitz von Marangu bekannt.
Micronisus gabar (Daud.).
Rchw. I, 565. — Lg. 325, Fl. 180, Schw. 155, Fl./Schw. 85, Iris rot oder blassgelb, 7—8 mm.
In Akazienwäldern am Ngare na nyuki war dieser Sperber bisweilen nicht selten,
wo er gern im dichten, oberen Laubwerk der flachen Schirmakazien sass, beim Aufflie-
gen durch den weissen Bürzel leicht von A. nisus, dem er sonst im Fluge sehr ähnelt, zu
unterscheiden. Die Stimme ist ein wiedei'holtes, feines, durchdiüngendes, etwas weh-
mütiges, circa 7-töniges Geschrei, sehr dem Piepen eines Kükens ähnelnd. Ein unter-
suchter Vogel hatte im Älagen eine Ratte.
Jfer«-Niederung: Ngare na nyuki, Nov., Jan. — Auch von Taveta (Abbott) be-
kannt.
Lophoaetiis occipitalis (Daud.).
Rchw. I, 582. — Lg. 560, Fl. 370, Schw. 230, Fl./Schw. 50, Iris rotgelb, 12 mm.
Dieser schöne kleine Adler war im Gebiete nicht selten und wurde bei mehreren
Gelegenheiten, besonders im Mischwalde und Inder Obstgartensteppe gesehen und erlegt.
Bei klarem Wetter segelt er bisweilen hoch in der Luft umher, dann und wann seinen
lang gezogenen, etwas wehmütigen, feinen Schrei ausstossend. Er ist ziemlich behutsam
und wird einzeln oder paarweise gesehen, gern allein in der Spitze eines Baiimes tronend.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 79
Usambnra: Mombo, Juni. — Kilimandjaro: Kibonoto, April, Mai, Dez. — Meric
Flnsspferdseen, Dez. — Auch an Her Ostseite des Kilimandjaro, 5,000 F. (Abbott),
bei Arusclia (Fiscitkr) und Marangu (Marwitz) angetroffen.
Atjnila rapax (Tem.).
Rchw. I, 587. — Lg. 690, Fl. 510, Schw. 260, Fl./Schw. 35—50, Iris weissgelb oder graubraun.
Ein besonders auf der Steppe zwischen Kibonoto und Meru ziemlich gemeiner
Adler, wo er gern im Wipfel einzelner Bäume sass. Auch auf den Grassteppen west-
lich vom Merii beobachtet.
Kiliinandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe. — ilf fr»-Steppe: Sigirari, Jan., Febr. —
Ferner: östl. Kilimandjaro (Abbott), Djipesee (v. d. Decken) und Marangu
(Marwitz).
Biiteo augur Rüpp.
Rchw. I, 592. — Lg. 530—580, Fl. 400—450, Schw. 210, Fl./Schw. 0—40, Iris nuss- oder
rotbraun, 14 — 15 mm.
Exemplare sowohl mit weisser als mit schwarzer Unterseite liegen vor. Auf der
mit zerstreuten alten Termitenhügeln versehenen offenen Steppe in der Nähe der Na-
tronseen war dieser Bussard eine ziemlich gewöhnliche Erscheinung. Hier sass er gern
auf den genannten Hügeln fronend oder schwebte, nach Raub ausspähend, hoch in
der Luft umher.
Kilimandjaro-f^te'p])e: Natronseen, Kibonoto, März, Okt., Nov. — ilf ertt-Niederung:
Flusspferdseen, Jan. — Weitere Fundorte im Gebiete: Aruscha (Fischer), Kilimandjaro
4 — 8,000 F. (Johnston; Fitch, Eggel), Marangu (Marwitz), Kaheund Kiboscho (Neu-
mann).
Buteo desertorum (Daud.).
Rchw. I, 594. - Lg. 460, Fi. .340, Schw. 190, Fl./Schw. 40, Iris weissgelb, 10—12 mm.
Diesen Bussard habe ich im Gebiete bei einigen Gelegenheiten beobachtet und
zwar auf den höchsten Teilen der Berge, auf dem Meru in einer Höhe von 3,500 — 4,000
m ü. d. Meer. In der Luft umherkreisend stösst er dann und wann einen feinen lang-
gezogenen Schrei aus. Im Magen hatte ein erlegter Vogel einen Fink.
Kiliniandjaro: Kibonoto, Okt. — Meru: Regenwald. 3,500 — 4.000 m, Ende Jan.
— Ferner: östl. Kiliniandjaro, 5,000 F. (Abbott, Johnston), Kifinika und Marangu
(Neumann).
Helotarsus ecaudatus (Daud.).
Rchw. I, 598.— Lg. 540—580, Fl. 530— 540, Schw. 160, Fl./Schw. 70—100, Iris rotbraun, 17— 18 mm.
Ein im Gebiet ziemlich häufiger Vogel.
Kein Raubvogel kann sich an Schönheit mit dem Gaukler messen, wenn er über
der Steppe hoch in der Luft auf gestreckten, spitzigen, elegant gebogenen Flügeln durch
die Luft saust. Gewöhnlich schweigsam, lässt er bisweilen, wenn er schwebt, ein heiseres,
80 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTT EXPEDITION. 3.
zischendes »schau!» hören, gedämpft, aber doch weit hörbar. Findet sich gern bei
grösseren frischen Kadavern ein.
Kilimandjaro-Niederung: Obstgartensteppe, Febr., Sept.; Natronseen, Sept. —
il/erH-Niederung: Ngare na nyuki, Dez., Febr. — Neu für das Gebiet.
Haliaetus vocifer (Daüd.).
Rchw. I, 605. — Der Schreiseeadler ist in diesen Gegenden nicht gerade gemein
und wurde nur bei einigen Gelegenheiten beobachtet, einmal hoch in der Luft über den
Natronseen schwebend, wo er dann und wann seinen charakteristischen Schrei hören liess.
Kilimandjaro-laiiedernng: Natronseen, Sept. — Meru-'Niederung: Flusspferdseen,
März, Juli, Dez. — Auch von Taveta (Abbott) und Aruscha (Fischee) bekannt.
Milvus ivgjptius (Gm.).
Rchw. I, 609. — Lg. 560—600, Fl. 440—460. Fl./Schw. 40—70, Iris ockergelb, 10—11 mm.
Den Schmarotzermilan, der an der Küste so zahlreich war, habe ich in diesen Ge-
genden nicht so oft gesehen, obwohl er freilich gar nicht selten war. Bei grösserem
Schlachten auf der Steppe fand er sich nicht selten ein. Avurde auch an den Natronseen
beobachtet, wo man ihn über den Sümpfen schweben sah.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Sept.; Steppe, Ngare nairobi, Okt.; Natron-
seen, Juli, Sept. — Jfer?i-Niederung: Flusspferdseen, Dez. — Ferner: von Taveta und
angrenzenden Gegenden (Abbott), von Aruscha (Fischer) und Marangu (Marw^tz)
bekannt.
Falco subbuteo L.
Rchw. I, 628. — Lg. 310, Fl. 255, Schw. 135, Fl./Schw. 0, Iris schwarzbraun, 9 mm.
Nur einmal von mir im Gebiet beobachtet, wo ein Exemplar in der mit einzelnen
Bäumen versehenen Buschsteppe nicht weit von den Natronseen erlegt wurde.
KiUmandjaroSteTpTpe, März. — Ferner: Marangu (Marwitz).
Falco cuvieri A. Sm.
Rchw. I, 630. — Lg. 280, Fl. 225, Schw. 115, Fl./Schw. 0, Iris dunkelbraun, 9 mm,
Füsse Chromgelb.
Diese dem F. subbuteo sehr nahestehende Art wurde ebenfalls nur einmal beob-
achtet und zwar etwa in derselben Buschsteppe wie jener.
KiIimandjaro-8teppe, Nov. — Ferner: Kilimandjaro (Eggel).
Cerchneis tiniumcuhis (L.).
Rchw. I, 641. — Lg. 350, Fl. 250, Schw. 170, Fl./Schw. 52—55, Iris dunkelbraun, 8—9 mm.
Turmfalken, welche Art ich sonst nicht sah, zeigten sich Mitte Januar häufig in
den lichten Akaziensteppen am Ngare na nyuki, wo sie teils in den Bäumen, teils in
niedrigen, auf der Steppe stehenden, kleinen, dürren Büschen sassen oder über die Steppe
hinschwebten.
J/erM-Steppe: Ngare na nyuki, Jan. — Neu für das Gebiet.
SJOSTEDT, VOGEL. 81
PoIiolii(M-ax seniitorqiiatus (A. Sm.).
Rchw. T, 645. — Lg. 200, Fl. 125, Schw. 75, Fl./Schw. 35, Iris braun, 5 mm.
Dieser zierliche kleine Falke war in den dürren Akazienwäldern am Ngare na nyuki
nicht selten und wurde dort bei mehreren Gelegenheiten gesehen. Gewöhnlich trifft
man ihn paarweise, sonst einzeln, oft in den flachen, grünen Kronen der Schirmakazien,
wo er gern auf den äussersten Zweigen tront. Im Magen eines untersuchten Vogels
fand ich eine Eidechse.
i/e/H -Niederung: Ngare na nyuki, Nov., Jan. — Von der östlichen Seite des Kili-
mandjaro durch Abbott bekannt.
Von Raubvögeln sind ferner Circaclus clnereus Vieill. (Kahe, Arbott) und
Elan IIS ccp.ndeus (Desf.) (Taveta, Neumann) aus dem Gebiete bekannt.
StrigidsB.
Bubo lacteus (Tem.).
Rchw. T,*650. — J Lg. 670, Fl. 450, Fl./Schw. 0, Iris nussbraun, 22 mm.
Ein Exemplar dieser stattlichen Eule wurde dicht bei unserer Station bei Kibonoto
erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,300 m, Aug. — Ferner: durch Abbott von den östlichen
Teilen des Berges und durch Hunter von Useri, ebenfalls dort, bekannt.
Asio nisuella (Daud.).
Rchw. I, 659. — Lg. 350— .365, Fl. 270—300, Fl./Schw. 0—10, Iris dunkel, 13—14 mm.
Während einer Jagd am Ngare nairobi waren wir am 11. Aug. an Stellen mit frischem,
grünem Gras in feuchtem Terrain gekommen, als auf einmal Eulen von allen Seiten sich
aus dem Gras in die Luft emporschwangen, wohl etwa 20 Stück. Mit einigen weichen,
ziemlich schnellen Flügelschlägen waren sie vom Boden abgekommen, segelten, dann
und wann sich neuen Schwung gebend, weiter, bogen die Flügel und Hessen sich mit
hängenden Füssen wieder auf den Boden nieder, wo sie sehr an Otus brachyotus erinnerten.
Auch einzeln in gebrannter Buschsteppe gesehen.
KiliincindjaroStei)\)e: Natronseen, Ngare nairobi, Jan., Aug. — Ferner: durch
Jackson von Rombo, durch Fitch vom Kilimandjaro und durch Schillings vom Flusse
Ngare rongai bekannt.
Glaucidiuni i»erlatuiii (Vieill.).
Rchw. I, 674. — Lg. 195—200, Fl. 110—112, Schw. 75—78, Fl./Schw. 40—45. Iris gelb, 9 mm.
Von zwei vorliegenden, zusammen in einigen hohen Akazien in der Meru-Niederung
erlegten Exemplaren gehört das eine der typischen (perlahim) , das andere der als hili-
mense Rchw. beschriebenen Form mit ins Kastanienbraune spielendem, fast oder völlig juj |
ungeflecktem Oberkopf, Nacken und Vorderrücken an, welche Form indessen vom Autor \^
SjüMedts Kilimandjaro-Merit Expedition. 3. _ ^1
X
V
82 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
später nur als zufällige Variation des perlatum betrachtet worden ist, was ohne Zweifel
das richtige ist. Im Magen der Vögel fanden sich Teile von Mausen und Heuschrecken.
Jfe/«-Niederung: Ngare na nyuki, Dez. — Ferner: Aruscha (Fischer), Kilimand-
jaro (Kittenberger), Taveta (Hildebrandt).
Psittacidae.
Poicephalus rufiveutris (Rüpp.).
Rchw. II, 15. — Lg. 245, Fl. 155, Scliw. 78, Fl./Schw. 20, Iris gelbrot, 6—7 mm.
Diese schöne kleine Art habe ich auf den Bergen nie bemerkt; sie scheint die offene
Landschaft vorzuziehen und wurde in solchem Terrain sowohl bei Kahe wie beim Flusse
Mkumasi in Usambara erlegt. Unter durchdringenden hellen Schreien fliegen sie, oft
paarweise, mit schnellen Flügelschlägen durch die Luft und werden oft zuerst gehört,
ehe man sie zu Gesicht kriegt.
Kilimandjaro-'Niederung: Kahe, Juni. — Ferner: Taveta, Dschalla (Neumann),
Taveta, Djipesee (Schillings), Taveta, östl. Kilimandjaro (Abbott).
Poicephahis fuscicapilhis (Verr. Des Murs).
Rchw. II, 16. — Lg. 210, Fl. 147, Schw. 63, Fl./Schw. 10, Iris gelbbraun, 7 mm.
Ein Paar dieser Art wurde nicht weit von den Mkulumusi-Höhlen bei Tanga an-
getroffen, wo sie sich in einigen höheren, zwischen zerstreuten Kokospalmen stehenden
Bäumen in einer Agavenpflanzung aufhielten. Die Stimme war scharf und hell.
Poicephalus guliehni massaicus (Fschr. Rchw.) ist im Kilimmidjaro-Meru-Ge-
biete von Aruscha (Fischer) und Marangu (Kretschmer, Neumann) bekannt.
Musopliagidse.
Chizaerliis ieucogastra Rüpp.
Rchw. II, 33. — Lg. 490—510, Fl. 210—220, Schw. 250—280, Fl./Schw. 170—200,
Iris dunkelbraun, 7 — 8 mm.
Den Lärmvogel, der an mehreren Orten in Usambara häufig war, habe ich nur
einmal im Gebiet beobachtet und zwar in der Meru-Niederung. Im Flug Avirft er sich
mit zusammengeschlagenen Flügeln wie eine Elster in der Luft herunter, um sich dann
wieder zu erheben, und lässt sitzend oft seine miauende hohe Stimme hören. Er liebt
offenes Terrain, besonders lichten Busch- und Akazienwald.
Jf erM-Niederung : Ngare na nyuki, Aug. — Ferner: Djipesee (v. D. Decken), Ta-
veta (Neumann), Useri, Taveta (Abbott).
(külirex chlor ochlamys Shell, ist durch Jackson von Taveta bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 83
TuracHs liartlaubi (Fschr. Rchw.).
Rchw, II. 42. — Lg. 400—410, Fl. 155—165, Schw. 190—200, Fl./Schw. 140—150,
Iris dunkel, 8 — 9 mm.
Diese Musophagide gehört dem Regenwald der Berge an, wenn sie auch bisweilen,
der dichten hohen Vegetation der Flüsse folgend, sich sogar im Mischwald zeigen kann.
Sie ist der typischste und schönste Vogel des Regenwaldes, wo sie auch sehr gemein ist,
während sie weiter herunter sich mehr zufällig zeigt. — Ein gedrücktes Schweigen herrscht
oft in diesen Wäldern: ohne eine Stimme zu liören, dringt man auf dem schmalen, all-
mälilich undeutlicher werdenden Pfade vor, biegt sich dann und wann herunter, um
durch eine Öffnung in die dichte Vegetation zu kommen, und der Blick schweift hin und
her, um ein lebendes Geschöpf zu erspähen. Da ertönt plötzlich durch den Wald eine
laute, schnarrende Stimme »korr-korr-korr! >>, bald aus anderen Teilen desselben beant-
wortet. Im selben Augenblick kommt vielleicht der in Grün, Blau und Purpur leuch-
tende Vogel zwischen den Kronen hindurchgeschossen, in elegantem, schnellem Flug,
stösst wieder ein paar scharfe Anschlagstöne aus, dem ein lauter Lauf und dann wieder
ein oder ein paar scharfe Abschlusstöne folgen, lässt sich nieder, läuft mit ausseror-
dentlicher Schnelligkeit längs den Zweigen und ist dann wieder verschwunden.
Erschreckt fliegen sie laut schreiend aus den Kronen auf, stossen zwei scharfe
»korr-korr», denen ein scharfer Triller folgt, aus, fahren von Baum zu Baum ohne Ruhe,
erfüllen für einige Augenblicke den ganzen Wald mit ihrem Geschrei, um im nächsten
Augenblick wie weggeblasen zu sein, etwa wie unser Garrvhtsglandariushei gewissen Gele-
genheiten. Seine Stellung ist elegant; schlank mit angedrückten Federn und erhobenem
Helm hüpft er längs den Zweigen, wendet den Kopf spähend und schwingt sich auf
den karmoisinrot leuchtenden Flügeln über eine Lichtung, spannt schwebend einige
Augenblicke die Flügel aus und schiesst dann zwischen Lianen und dichtes Laubwerk
hinein. Hüpft er unbemerkt im Blätterwerk umher, so hört man bisweilen einen lang-
gezogenen, girrenden, ziemlich schwachen Laut. Diese Art ist für jene Wälder, was
Turacus meriani für die Kameruns ist.
Kilimandjaro: Regenwald 2,000 — 3,000 m; bisweilen Mischwald-Kulturzone 1,000
— 2,000 m. — Meru: Regenvvald, bis etwa 4,000 m. — Fernere Fundorte im Gebiete:
Aruscha (Fischer), Kilimandjaro 4,000—6,000 F. (Huntek, Neumann, Abbott) und
10,000 F. (JoHN.STON, Eggel), Marangu (Kretschmer).
Cuculidae.
Centropus superciliosus Hempr., Ehr.
Rchw. II, 65. — Lg. 375—400, Fl. 165, Schw. 210, Fl./Schw. 150, Iris lackrot, 6—7 mm.
Von der Buschsteppe und dem Mischwalde an bis zu den oberen Teilen der Kultur-
zone kommt dieser Sporenkuckuck häufig vor, wird aber schon bei etwa 1,700 m spär-
lich und dürfte wohl nie oder wenigstens nur zufällig im Regenwalde vorkommen. Am
liebsten hält er sich im Mischwald und in der Buschsteppe auf, wo einzelne Bäume
zwischen den Büschen stehen und der Boden mit hohem Gras bedeckt ist. Eine Ge-
g4 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERT7 EXPEDITION. 3.
büsch-Gruppe verlassend, fliegen sie ziemlich niedrig über dem Boden hin, in ihrer rost-
roten Tracht leuchtend, breiten die Flügel aus und tauchen direkt in dichtes Gebüsch
hinein, auf einmal dem Blick entschwindend. Ihre charakteristische Stimme lassen
sie vor allem am Abend hören, und besonders Mitte September konnte man sie aus allen
Richtungen vernehmen.
Ein Jungvogel mit im allgemeinen rostgelbem Farbenton und schwarzen, feinen
Querbändern an den Flügeldecken, am Rücken und an den Schwingen, besonders den
inneren, wurde im April angetroffen. Die hellen Querbänder des Schwanzes gehen viel
weiter nach der Spitze hin, etwa '^U der Schwanzlänge.
Am 13. April wurde ein etwa 30 cm hohes, gedecktes, rundes, mit grosser schräg
nach oben gerichteter Öffnung versehenes Nest in einem mitten im Grase stehenden
Busch angetroffen. Das ganze Nest war durchsichtig, lose aus Gras zusammengefloch-
tet. das infolge der feuchten Liift stark nach Schimmel roch. Keine besondere aus
weicherem Material gebaute Unterlage, nur einige feuchte, schimmelige Blätter lagen
unter den drei Jungen.
Diese waren ganz schwarz, oben dünn mit langen, weissen Haaren bewachsen,
auf dem Kopfe dichter und hier zum Teil nach vorn gerichtet. Die weissen 1 — 3 cm
langen Haare gingen entweder direkt von der Haut aus oder waren eine Fortsetzung
der Federn des Rückens und der Flügel. Ihre Stimme war ein oft wiederholtes,
gedämpftes »tjupp» oder ein keuchender, etwas zischender Laut. Der Magen war gross
und mit Nahrung vollgepfropft.
Im Magen eines alten Vogels fanden sich ein etwa 15 cm langes Chamäleon nebst
einigen auf den hier vorkommenden Solanaceen reichlich lebenden Scutelleriden (Hemi-
pteren). Ein anderes Exemplar hatte den Magen voll von Haaren und Knochen einer
Maus und Teilen einer grossen Heuschrecke, Pentatomiden und Coriiden.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone; Ngare nairobi. — Jf erw-Niederung:
Ngare na nyuki, Aruscha. — Ferner: Taveta (Abbott), Moschi, Merker,see (Schil-
lings) und Kilimandjaro (Eggel).
Ceuthniochares australis Sharfe.
Rchw. II, 74. — Lg. 340—360, Fl./Schw. 150—160, Iris rotbraun oder lackrot, 6— 6,.'> mm.
Dieser Kuckuck ist vielleicht ziemlich häufig, obgleich er sich in dichten Wald-
partien zu verstecken pflegt, so dass man ihn nicht so oft zu Gesicht bekommt.
Wurde jedoch bei mehreren Gelegenheiten gesehen und erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Mischwald, IMärz, April, Nov. — Ferner von
Aruscha (Fischer) und Moschi (Neumann, Schillings) bekannt.
Clamator jacobiuus (Bodd.).
Rchw. II, 78, 715. — Lg. 325, Fl. 150, Schw. 175, Fl./Schw. 90—110, Iris dunkel, 6—7 mm.
Wurde nur zweimal im Gebiete beobachtet, bei beiden Gelegenheiten in den lichten
Akazien Wäldern am Ngare na nyuki oder auf der Akaziensteppe dicht dabei.
ilferw-Niederung: Ngare na nyuki, Jan., März. — Ferner: Kahe (Neumann),
Taveta-Kahe (Jackson) und Moschi (Schillings).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 85
Coccj'stes glaiidai-iiis (L.).
Rchw. II, 81. — Lg. 410, Fl./Schw. 130, Iris braun, 7 mm.
Auf der offenen, mit zerstreuten kleinen Akazien bewachsenen Steppe am Ngare
na nyuki wurde ein Exemplar dieses schönen Kuckucks erlegt; sonst im GeV)iete nicht
bemerkt.
ilf er«-Niederung: Ngare na nyuki, Jan. — Neu für das Gebiet.
C'uculus clamosus Lath.
Rchw. II, 86. — Lg. 310, Fl. 175, Schw. 150, Fl./Schw. 90, Iris dunkel- oder rotbraun, 8 mm.
Ein am 2. Dez. erlegter jüngerer Vogel hat hell grauliche Unterseite und etwas
rotbraun gefleckte Brust.
Obgleich spärlicher als solitarins ist dieser Kuckuck im Gebiet nicht selten, wo
man zu gewissen Zeitendann und wann besonders in der Obstgartensteppe oder der öden
Akaziensteppe seine eigentümliche Stimme hört. Sonderbar tönt dieser wiederholte,
aus drei langgezogenen, welimütigen, jedoch weit hörbaren Tönen bestehende, mit
einem Doppelton beginnende, in Halbtönen steigende Ruf durch die öde Landschaft,
innig mit der Stimmung derselben harmonierend. Wiederholt erklingen die Töne
eine lange Weile hindurch, während der Vogel in aufrechter Stellung auf einem Zweig
sitzt; erstaunt horcht man zuerst dieser sonderbaren, traurigen, pfeifenden Stimme,
die immer von derselben Stelle herkommt, und von der man am allerwenigsten glaubt,
dass sie von einem Kuckuck kommen könne.
Kilimandjaro: Kibonoto: Kulturzone-Obstgartensteppe, Dez. — Meru: Steppe:
Ngare na nyuki, Dez. — Ferner: Aruscha (Fischer), Marangu (Makwitz) und östl.
Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott).
Cuciilus solitarius Steph.
Rchw. II, 87. — Lg. 310, Fl. 185, Schw. 160, Fl./Schw. 50—70, Iris dunkel- oder rotbraun, 7—8 mm.
An einem vorliegenden alten J' sind die unteren Schwanzdecken ziemlich dicht
dunkelbraun gefleckt.
Wie unser Kuckuck macht sich auch diese Art zu gewissen Zeiten durch ihren
Ruf bemerkbar, obwohl derselbe mit dem des unsrigen nicht die entfernteste Ähnlichkeit
hat. Der pfeifende Ruf, der ganze Stunden mit kurzen Pausen wiederholt werden kann,
wobei der Vogel in schlapper Stellung mit hängenden Flügeln dasitzt, besteht aus drei
etwas wehmütigen Tönen, die zwei ersten von gleicher Höhe, der letzte, mehr lang-
gezogen, ein paar Töne niedriger. Am Ngare na nyuki hielt er sich mit Vorliebe in den
hohen gelbrindigen Akazien auf und war bisweilen hier sehr gemein, indem gleichzeitig
seine Stimme von mehreren Seiten ertönen konnte.
Kilimandjaro: Kibonoto, Nov. — il/^nt-Niederung: Ngare na nyuki. Jan., Nov. —
Ferner: Aruscha (Fischer), Moschi (Neumann), Moschi, Djipesee, Merkersee (Schil-
lings).
Cuculus canorus L. ist durch Fischer für Aruscha und durch Schillings für
Moschi nachgewiesen.
86 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Chrysococcyx ciipreus (Bodd.).
Rchw. II, 94. — Jim. $. Lg. 200, FI. 117, Schw. 88, Fl./Schw. 40, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Diese Art, die schon vom Kilimandjaro durch Neumann bekannt war, habe ich
in der Meru-Niederung und zwar in den lichten Akazienwäldern am Flusse Ngare na
nyuki beobachtet. Auch in Usambara erlegt.
Meru-Niederung : Ngare na nyuki, Jan.
Clirysoeoccj X klaasi (Stbph.).
Rchw. II, 98. — Lg. 170—180, Fl. 95—100, Schw. 74, Fl./Schw. 40, Iris rotbraun, 4 mm.
Zeigte sich während der Regenzeit recht häufig in der Kulturzone bei Kibonoto,
besonders in einem von Raupen angegriffenen Baum.
Kilimandjaro: Kibonoto, April. — Ferner: Moschi (Schillings), Aruscha
(Fischer), Kiboscho (Neumann) und Taveta (Abbott).
Metiillococcyx sniaragidiiieus (Sw.).
Rchw. II, 101. — J" ad. Lg. 230, Fl. 115, Schw. 105, Fl./Schw. 50, Iris dunkelbraun, 5 mm.
$. Lg. 200—205, Fl. 113—114, Schw. 85, Fl./Schw. 50, Iris dunkelbraun, 5 mm.
Sowohl cT als $ dieses prachtvollen Vogels wurden im April in der Kulturzone
bei Kibonoto erlegt. Jedoch waren sie spärlicher als Idaasi, der häufig in einem von
Larven angegriffenen Baum auftrat. Ein am 17. April erlegtes $ hatte grosses Ovarium.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April. — Ferner: Moschi (Neumann),
Taveta (Jackson).
Indicatoridie.
Iiidicator iiulicator (Gm.).
Rchw. II, 104. — Lg. 160, Fl. HO Fl./Schw. 3,r,, Iris nussbraun, 5 mm.
War in den lichten xA.kazienwäldern am Flusse Ngare na n,yuki ziemlich häufig und
wurde dort oft gesehen, als ich im Dezember und Januar das Lager in diese Wälder ver-
legte. Wurde auch in der Kibonoto-Niederung beobachtet.
Eines Tages stand ich am Zelt am Ngare na nyuki, wo sich auch einige Wando-
robbos eingefunden hatten, als plötzlich ein Honigkuckuck am anderen Ufer zu rufen
begann. Schnell nahmen zwei Wandorobbos die Sandalen von den Füssen, wateten
durch den Fluss und folgten dem von Baum zu Baum unter geschwätzigen Rufen flie-
genden Vogel, seinen Ruf mit einem wiederholten Pfeifen beantwortend. Ich beschloss
zu folgen. Nach einer kurzen Weile bleibt der Vogel in einem Gebüsch mit einem ver-
dorrten Akazienstamme sitzen, ohne weiter fliegen zu wollen, ein Massai kriecht hin-
ein — und wirklich ein grosser Bienenschwarm wohnte hier im Stamme. Ohne Furcht
begann der Massai die eine Wabe nach der anderen herauszuziehen, sein ganzer Körper
SJÖSTEDT, VÖGEL. 87
war von Bienen umgeben, die auch überall auf ihm herumkriechen, ohne, wie es schien,
ihm etwas zu tun.
Kiliitiandjaro-'^iederung: Kibonoto, Dez., Juli. — Jl/er»-Niederung: Ngare na
nyuki, Dez., Jan. — Ferner: Moschi (Schillings), Useri (Abbott).
Iiulicator inaior Steph.
Rchw. II, 106. — Fl./Schw. 45., Iris dunkelbraun, 5 mm.
Nur einmal beobachtet, wo ein Männchen in den oberen Teilen der Kulturzone
nicht weit von der Grenze des Gürtelwaldes erlegt wurde. Das Terrain war ziemlich
offen, mit Gras, Büschen und niederen Bäumen. Er war sehr beweglich und hüpfte
rasch zwischen den Zweigen eines niedrigen Baumes am Rande eines Erosionstals.
Es ist ein alter Vogel; die Kehle hat ein paar schwarze Federn, und ein kurzer
Bartstreif ist auch schwarz, etwas mit hell gemischt.
Kilimandjaro: Kibonoto, obere Kulturzone, etwa 1,900 m, Nov. — Ferner:
Taveta (Hunter, Jackson, Abbott), Kilimandjaro (Schillings).
Indleator yariegatiis Less.
Rchw. II, 108. — Lg. 180, Fl. 107, Fl./Schw. 38, Iris dunkelbraun, 4,5—5 mm.
Von der Steppe bis zu einer Höhe von 3,500 m im Regenwald des Meru habe ich
bei einioen Gelegenheiten diesen Kuckuck beobachtet. Sass einmal fast wie eine
Kohlmeise und guckte in die Öffnung eines abgebrochenen hohlen Zweiges hinein.
Kilimandjaro-Niederung: Natronseen, Sept. — Jf eri/-Niederung: Ngare na nyuki,
Dez. — Regenwald, etwa 3,500 m, Febr. — Auch von Moschi (Neumann) bekannt.
Iiidicator minor Steph.
Indicatoi- minw Steph., Reichenow, II, 110; Iiidicator minor diadematus (RüP.); Oberholser,
Prop. U. S. Nat. Mus. XXVIII, 1905, p. 868. — Fl./Schw. 35, Iris braun, 3,3 mm.
Nur einmal beobachtet, wo ein cf in den lichten Akazienwäldern am Fluss Ngare
na nyuki erlegt wurde.
3fe/»-Niederung, Dez. — Ferner: Taveta (Abbott), Merkersee (Schillings).
ProdotiscHS regulus Sund.
Rchw. II, 114. — Lg. 130, Fl. 80, Schw. 52, Fl./Schw. 25, Iris dunkel, 4 mm.
Scheint selten zu sein; von mir nur einmal beobachtet und zwar in der Obstgarten-
steppe bei dem Gangasumpfe.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, Nov. — Von Kittenbekger bei
Moschi beobachtet, wo auch P. reichenotvi Mad. entdeckt wurde.
gg SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTT EXPEDITION. 3.
Capitoiiida^.
Lybius melanopteriis (Ptrs).
Rchw. II, 121. — Lg. 195—200, Fl. 95, Schw. 65, Fl./Schw. 45—50, Iris dunkel, 4,.^— 5 mm.
Wurde hier und da, nicht selten, in der Kulturzone, Obstgartensteppe und im
Mischwalde angetroffen, oft allein oder paarweise, wo er durch die scharf rote Farbe
des Kopfes schon in weiter Entfernung sichtbar war. Im November trugen die Vögel
volles Prachtkleid.
Kilimandjaro: Kibonoto, Madschame; Obstgartensteppe, Mischwald-Kulturzone
Febr., April, Mai, Aug., Nov., Dez. — Ferner (resp. L. albicauda und abbotti) im Gebiete
von: Moschi, Kirarägua (Schillings), Taveta (Hunter, Jackson, Abbott), Aruscha,
Kikuletnabach (Fischer), Kahe, Moschi (Neumann) bekannt.
Ljbius torqiiatus irroratiis (Gab.).
Rchw. II, 126. — Im Kilimandjaro-Gebiete habe ich diese schöne Art nicht be-
merkt, dagegen wurden zwei Männchen während einer Exkursion in der Umgebung von
Tanga erlegt, wo sie sich in einigen in der offenen Landschaft stehenden Bäumen auf-
hielten,
Usambara: Tanga, Juni.
TricholiPma lacrymosinn Gab.
Rchw. II, 132. — Fl./Schw. 35, Iris rotgelb, rotbraun oder dunkelbraun, 4 mm.
Wurde dreimal im Gebiete beobachtet und zwar im Mischwald und in der Obst-
gartensteppe unterhalb Kibonoto. Im Magen eines erlegten Vogels fanden sich Papi-
lionaceensamen. Junge Vögel Nov. — Dez.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald. Obstgartensteppe, Nov., Dez. — Ist ferner
von Moschi (Schillings), Dschallasee (Neumann) und Taveta (Abbott, Neumann)
bekannt.
Tricholceyna stigmatotkorax Gab. ist für Useri von Abbott und Hitnter nachge-
wiesen.
TricholiPma massaiciini (Rchw.).
Rchw. II, 136. — Lg. 155, Fl. 80, Schw. 47, Fl./Schw. 25, Iris braun, 4 mm.
Nur zweimal im Gebiete beobachtet und zwar am Flusse Ngare na nyuki, wo in
den lichten Akazienwäldern 2 Männchen in Prachtkleid erlegt wurden. Im IVIagen der
Vögel fanden sich Hülsen von Papilionaceen nebst Knospen.
J/er »-Niederung: Ngare na nyuki, Nov. — Neu für das Gebiet.
Buceanodon liilimense (Shell.).
Rchw. II, 142. — Lg. 180—195, Fl. 95, Schw. 60, Fl./Schw. 45, Iris fast schwarz, 5 mm.
Einige der vorliegenden Vögel haben ganz schwarze Rückenfarbe, andere viel
hellere, bräunliche; so auch unten an den Seiten.
~ SJÖSTEDT, VÖGEL. 89
Ein ziemlich häufiger Vogel, Hon man vom Mischwald bis hinauf in den Regenwald
findet, obgleich er die untere Kulturzone vorzuziehen scheint. Hier hält er sich in den
ivronen der Bäume auf, gewühniicli allein, paarweise oder einige zusammen, nie in
Schwärmen, oder er sitzt träumend auf einem dürren Zweig. Im INIagen erlegter Vögel
fanden sich Käfer und erbsengrosse harte Samen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald-Regenwald, März, April, Juli, Okt., Nov.
Fernere Fundorte im Gebiete: Taveta (.Johnston, Abbott), Kilimandjaro (Schillings,
'Johnston 3 — 6,000 F.), Marangu, Kiboscho, Moschi, Kahe (Neumann), Marangu
(Marwitz).
Barbatula affinis Rchw.
Rchw. II. 152. — Lg. 100 — 110, Fl. 53—57, Schw. 28—30, Fl./Schw. 18, Iris dunkel, 2 mm.
Diese kleine Art wurde nur einmal im Gebiete beobachtet und zwar im lichten
Mischwald am Sanyaflusse. Auch in Usamhara bei Makanj^o erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Sanya, April. — Ferner: Taveta, Useri (Hunter), Aruscha
(Fischer).
Barbatula len(fom.ystax Sharpe ist von Kittenberger bei Moschi und von Abbott
an der Ostseite des Kilimandjaro angetroffen worden.
Trachjphoiuis erythrocephalus Cab.
Rchw. II, 155. — Lg. 220—225, Fl. 87, Schw. 86, Fl./Schw. 60—65, Iris dunkelbraun, 4 mm.
In den Hellten Akazienwäldern am unteren Plateau des Meru am Ngare na nyuki
wurde diese bunte Art am 22. Okt. erlegt, sonst aber nicht im Gebiet beobachtet.
Usamhara: Mkomasi-Fluss, Juni. — Meru: Ngare na nyuki, Okt. — Ferner:
Taveta und östl. Kilimandjaro (Hunter), Taveta (Jackson).
Trachjpliomis böhiiii Fschr. Rchw.
Rchw. II, 158. — Auf dem Wege durch Usamhara erlegt: im Gebiete nicht weit
von Kahe angetroffen. Ferner im Kilimandjaro-Meru-Gebiete von Aruscha (Fischer),
Djipesee (Schillings), Useri (Hunter) und Kahe (Neumann) bekannt.
Picidae.
Deiidromus nubicus (Gm.).
Rchw. II, 178. — Lg. 210—220, Fl. 107, Schw. 65, Fl./Schw. 35—40, Iris lackrot oder rotbraun,
5 — 5,;') mm.
Der gemeinste Specht des Gebiets.
Durch den eigentümlichen, durchdringenden Schrei, den das Paar gemeinsam durch
die Wälder ertönen lässt, lenkt dieser Vogel mehr als die meisten anderen die Auf-
merksamkeit auf sich. Es ist der Kupferschmied des Waldes; auf einem trockenen
Zweig sitzend, fangen sie plötzlich an, denselben aus Herzenslust zu bearbeiten; ein Paar
schnelle, laufartig klingende Hiebe bilden die Introduktion, denen andere mehr prä-
Sjöniedts KiUmandjaro-Meru Expedition. 3. 12
00 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEBtr EXPEDITION. 3.
zisierte folgen: die Hiebe treffen teils von vorn, teils in verschiedenen Richtungen von
der Seite, verschiedene Laute hervorbringend. Jetzt fängt der durchdringende, feine,
zuerst schnellere Sclirei des einen an, der andere fällt ein, beide hämmern und schreien,
bis der Schrei allmählich vertönt. — Liebt am meisten Mischwald und Akazienwälder.
Usamhara: Moembe, Juni. — Kiliwandjaro: Kibonoto, Mai, Nov., Obstgarten-
steppe-Kulturzone. — TIf er M -Niederung: Ngare na nyuki, Dez., Jan.: Flusspferdseen,
Juli. — Ferner: Moschi (Schillings), Taveta, LTseri (Hunter), Taveta und östl. Kili-
mandjaro (Abbott).
Mesopicos spodocephalus rliodeosaster (Fschr., Rchw.).
Rchw. TI, 188. — Lg. 185—205, Fl. 108, Schw. 55, Fl./Schw. 25—30, Iris rot oder rotbraun, 4 mm.
Die mittleren Schwanzfedern der vorliegenden Vögel mit deutlichen hellen Quer-
binden, dagegen ist die Unterseite oft etwas gelbgrünlich verwaschen.
In den dürren, lichten Akazienwäldern am Ngare na nyuki war diese Art ziemlich
häufig, sonst aber nicht beobachtet. Im Magen eines untersuchten Vogels fanden sich
eine Geophilide, eine Schmetterlingspuppe und mehrere Raupen.
Jfertt-Niederung: Ngare na nyuki, Okt., Nov., Jan. — Ferner: Aruscha (Fischer).
Mesopicos griseocephalus (Bodd. ) ist von Marangu (Marwitz) undKifinika (Neu-
mann) bekannt.
Mesopicos iiainaquns (A. Lcht.).
Rchw. II, 189 — Lg. 235, Fl. 127, Schw. 55, Fl./Schw. 20, Iris dunkelrot, 5 mm.
Auch dieser Specht war in den lichten, dürren Akazienwäldern ziemlich häufig und
wurde dort mehrmals beobachtet, einzeln, paarweise oder auch einige nahe beisammen.
ilf erw-Niederung : Ngare na nyuki, Nov., Jan. — Neu für das Gebiet.
Deiidropicos hartlaubi Malh.
Rchw. II, 193. — Lg. 145—160, Fl. 85—90, Schw. 42—46, Fl./Schw. 10—20, Iris rotbraun oder
dunkelrot, 4 mm.
Die unteren Oberschwanzdecken sind an der Spitze bei einem Exemplar aus Kibo-
noto deutlich rot angehaucht, bei zwei anderen, aus Tanga und Meru, olivengelb, olme Rot.
In den dürren Akazien am Ngare na nyuki nicht selten; auch bei Kibonoto beob-
achtet.
Usamhara: Tanga, Juni. KiJimandjaro: Kibonoto, Nov. — Meru: Ngare na
nyuki, Nov. — Ferner: Taveta (Abbott) Moschi und westl. Kilimandjaro (Schillings).
DpMdropieos chrysurns stiahelicus Rchw. ist durch Fischer von Aruscha und durch
Schillings von Moschi bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 91
Coliida?.
Colins leucotis afflnis Shell.
Rchw. II, 205. — Lg. 310—330, Fl. 94—97, Schw. 190—240, Fl./Schw. —200, Iris braun, 4—4,5 mm.
Ein sowohl an der Küste als im Gebiet sehr häufiger Vogel. In Gesellschaften von
bis zu einem Dutzend und mehr halten sie sich in der Buschsteppe auf, wo Gruppen von
Gebüschen und einzelne kleinere Bäume zerstreut stehen, und zwar am liebsten, wo die
.Gebüsche sehr dicht sind, weshalb es oft recht schwer ist, erlegte Exemplare zu finden.
Hier sitzen sie lange Weilen still zusammen aufrecht mit herabhängendem Schwanz, ja
fast zurückgebogen, wie Dompfaffen in der Nähe befindliche Knospen abbeissend, klet-
tern im Laubwerk umher und laufen bisweilen wie Mäuse längs den Zweigen. Wenig
scheu lassen sie Leute recht nahe kommen.
Wenn einer sich hinwegbegiebt, kommen die übrigen bald nach, jedoch allmählich,
etwa wie On'tes raiidatits, nicht alle gleichzeitig; nach einigen schnellen Flügelschlägen
breiten die graubraunen Vögel die kurzen, nach unten gebogenen Flügel aus und erinnern
trotz dem langen Schwanz und der geringen Grösse dann auffallend an — Rebhühner!
Nur sehr selten sieht man sie auf dem Boden.
Ein am 19. Sept. dem Nest entnommenes Junges ist unten ockergelblich, oben
etwas dunkler, graubräunlich. Füsse hellrot, Iris dunkel.
Ein anderes in einem Busch etwa in 1 m Höhe sitzendes, offenes, aus feinem Gras,
Bast und Blumen gebautes Nest enthielt am 28. Sept. ein mattweisses, 23x17 mm
grosses Ei.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone. — JferM-Niederung: Ngare na nyuki.
— Ferner im Gebiete von: Aruscha (Fischer), Taveta, Marangu, Kahe (Abbott),
Marangu (Marwitz), Moschi (Schillings), Kilimandjaro (Johnston, 5— -6,000 F.;
Hunter) bekannt.
Colins macrourns piilolier Neum.
Rchw. II, 210. —Lg. 340—350, Fl. 90, Fl./Schw. 205— 240, Iris rotbraun bis dunkelbraun, 3,5— 4mm.
Dieser Vogel führt eine ganz andere Lebensweise als ajjinis; er hält sich mit Vor-
liebe in der Akaziensteppe auf und nur seltener habe ich ihn im Mischwald oder in
lichter Busch- und Baumsteppe gesehen. Es ist ein unruhiger, beweglicher Vogel,
vielleicht der scheueste der kleineren Vögel, die ich in Ostafrika gesehen, hält sich in
kleineren Schwärmen in den flachen, grünen Kronen der Schirm akazien auf, wo er äus-
serst schwer zu entdecken ist. Bei der geringsten Gefahr hört man sein feines, weiches,
hohes, wehmütiges Pfeifen aus dem Schwärmer tönen, oft nur von einem Vogel oder auch
im Chorus von mehreren, wenn sich der Schwärm auf den Flug begiebt. Mit schnellen
Flügelschlägen, dann und wann schwebend, verschwinden die Vögel, um weiter hinweg
sich wieder in den grünen, dichten Akazienkronen niederzulassen, wo sie die zur Nahrung
dienenden Blütenballen suchen. Er ist bedeutend spärUcher als ajjinis. In den Magen
erlegter Vögel fanden sich Blütenballen von Akazien nebst Früchten mit harten Kernen.
Gehören der Subsp. pulcher an, welche von Prof. Reichenow 1. c. mit der
Hauptform vereinigt worden, die aber, laut f reundl. jNIitteilung von Prof. Neumann,
bei UntersuchuTig eines grösseren Materials sich als gute Subsp. erwiesen hat.
92 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald, Okt.; Ngare nairobi, März. — ilfe/w-Niede-
rung: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Taveta (Neumann), östl. Kilimandjaro (Abbott).
Trogonidae.
Apalorterma nariiia (Steph.).
Rchw. II, 212. — Lg. 290—310, Fl. 130, Schw. 175, Fl./Schw. 120—140, Iris rotbraun, 7 mm.
Alte Vögel in Prachtkleid, jüngere Vögel und solche in Ubergangskleid mit weiss-,
grau- und rotbuntem Bauch Ende November erlegt.
Während die nahestehende vittatum sich immer im Regenwald der Berge aufhält,
trifft man diese Art in den unteren Teilen der Kulturzone, und zwar wo Reste vom
Urwald mit dichten Gebüschen noch stehen geblieben sind, in welchen sie sich versteckt
halten. Im November zeigten sie sich auf einmal ziemlich häufig in solchem Terrain
bei Kibonoto, waren sonst aber nie zu sehen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Nov. — Ferner: Taveta, Kilimandjaro
3,000 F. (Johnston), Taveta (Abbott).
Heterotroijoii vittatuiii (Shell.).
Rchw. II, 215, — Lg. 285—290, Fl. 127 — 130, Schw. 170, Fl./Schw. 125, Iris rotbraun, 6—7 mm.
Ein jüngeres, am 31. Mai erlegtes c^ hat grosse, quere, bräunlichgelbe, aussen von
Schwarzbraun, etwas bläulich glänzend, dann von metallischem Grün begrenzte Flecke
an den mittleren und grösseren Armdecken, sowie ein paar mehr abgerundete, hellere
Flecke an den Armschwiugen. Einige noch gebliebene Unterschwanzdecken des Jugend-
kleides sind dunenartig, braungelb. Diese schöne Art gehört typisch dem Regenwald
der Berge an, wo sie dann und wann einzeln oder paarweise beobachtet wurden. Nur
einmal habe ich sie in den unteren Teilen des Kilimandjaro gesehen und erlegt. Man
trifft sie sowohl im dichten Unterholz wie in den dichten hohen Kronen. Im Magen
eines untersuchten Vogels, der von Nahrung ganz aufgetrieben war, fanden sich: 10
Phalangiden, 2 Araneiden, 4 grosse zwei bis drei Zoll lange Phasmiden, 6 Raupen, 1
Heuschrecke, 1 Falter (Pieride), eine grosse Fulgoride und Stückchen von Moos.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald. 2 — 2,500 m, Nov.; Leitokitok, Mai. —
Meru: Regenwald, 3,500 m. — Ferner: Kilimandjaro 6 — 7,000 F. (Abbott), Marangu
(Kretschmek), Kahe, Kilimandjaro 6,000 F. (Hunter), west. Kilimandjaro
(Schillings).
Coraciidae.
Coracias garrulus L.
Rchw. II, 217. — Lg. 325—335, Fl. 185—200, Schw. 120—125, Fi./Schw. 40—50, Iris
dunkelbraun, 7 — 8 mm.
Am 10. Jan. zogen zerstreute Schwärme dieser Art durch die lichten Akazien-
wälder am Ngare na nyuki, und noch drei Tage später waren sie hier ebenso gemein.
Überall sah man sie durch die Luft ziehen oder in den zerstreuten Akazien sitzen. Im
Magen hatten die erlegten Exemplare hauptsächlich grüne Coprophagen, Carabiden
nebst anderen Käfern. Sonst sah ich diese Art nicht.
ilf er«- Niederung: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Taveta, Useri und östl. Kili-
mandjaro, 5,000 F. (Abbott).
SJÜSTEDT, VÖGEL. 93
Coracias caiidatus L.
Rchw. II, 22,'5. — Lg. 300—350, Fl. IfiO— 166. Schw. 110 120. resp. 175, Iris dimkelhrauii (jiiii.)
oder gelbweiss (ad.), 7 mm.
Gehört den Niederungen der Berge an und scheint nicht höher als im unteren Teil
der Kulturzone vorzukommen. Während sie an mehreren Orten in Usambara ziemlich
häufig zu sein scheint, habe ich diese Art im Kilimandjaro-Gebiet nur dann und wann
gesehen.
K iliitc.i n(l jaro-Niederung; Kahe, Juni. — ilfer»-Niederung: Ngare na nyuki, Jan.,
Okt.; Meru Dorf. Dez. — Ferner: Taveta, östl. Kilimandjaro (Abbott), Useri (Huntür).
Eurystoiniis afVr siialielicus Neum.
Rchw. II, 228; III, 825. — Lg. 260-286, Fl. 180—184, Schw. 90—100, Fl./Schw 30—35,
Iris dunkelbrami, 8 — 9 mm.
Zum erstenmal sah ich diesen von Kamerun (a/er) her so wohlbekannten Vogel hier
am 27. Sept., wo ein im Gipfel eines hohen Baumes, gleich an der zool. Station sitzendes
Exemplar durch sein wiederholtes jarr-jarr-jarr-jarr! die Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Die Art scheint hier nicht gemein zu sein und wurde nur noch zweimal gesehen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-^Iischwald, Sept., Nov. — Ferner: Taveta
(Abbott), Kilimandjaro 3,000 F. (Johnston), Moschi (Schillings).
BucerotidaB.
Bucorvus cafer (Schl.).
Rchw. IT, 236. — Unterwegs durch Usambara habe ich am Pangani-Flusse einige
Stücke dieser grossen Nashornvögel gesehen, und auch am Kilimandjaro zeigten sich
einzelne Exemplare ein paarmal und zwar in einer Pflanzung am Fugga-Fluss.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone. — Ferner: Kahe (Lent).
Bjcanistes crlstatus (Rüpp.).
(Taf. 4, Fig. 4.)
Rchw. II, 240. — cT Lg. 850, Fl. 370, Schw. 320, Fl./Schw. 200, Iris rotbrami, 11 — 12 mm.
$ Lg. 700—730, Fl. 330, Schw. 280, Fl./Schw. 160—200, Iris rotbraun oder dunkelbraun, 10 mm.
Ein am 17. Dez. dem Nest entnommener Jungvogel hat ähnliches Kleid wie der
alte Vogel, obgleich die Federn kurz und unentwickelt sind. Der weisse Schnabel ist
keilförmig, der Oberrand gerade und fällt hinten plötzlich schräg gegen die Stirn ab.
Zwischen den hinteren Teilen des Schnabels und den Augen sind die Federn etwas rost-
rötlich angehaucht.
Gehört typisch dem Hochwald an und wird von der Niederung, wo solche Partien
an den Flüssen bisweilen vorhanden sind, bis hinauf in den Regenwald angetroffen,
gewöhnlich paarweise oder in kleineren Schwärmen. Die durchdringende Trompeten-
stimme ist jammernd, als wenn der Vogel in Not wäre, zuerst langsam, weithin tönend,
dann schneller und allmählich verklingend. Männchen und Weibchen folgen einander
getreu; kommt das eine mit sausenden Flügelschlägen, dann und wann schwebend.
94 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
durch die Luft geflogen, so folgt in der Regel bald das andere nach, wobei das <$ durch
den grossen Schnabel in weiter Entfernung schon vom ? unterscheidbar ist. Sie sind
häufig und nicht besonders scheu, viel weniger als die westafrikanischen grossen Bu-
cerotiden B. albotibialis und Ceratogymna elata. Kommt das Jahr hindurch vor.
Usarnhara: Lempeni. Kilimandjaro: Kibonoto, Sanya, Kulturzone-Regenwald
2,500 m; Kiboscho, Madschame, Urwald-Kulturzone; Kahe. — Ferner: Meru (Schil-
lings), Aruscha (Fischer), Kilimandjaro 4 — ROO F. (Johnston; Eggel), Taveta,
Kiboscho (Neumann), Kahe, Taveta und östl. Kilimandjaro (Abbott).
Bycaiiistes biicinator (Tem.).
Rchw. II, 243. — ^ Lg. 710, Fl. 280, Schw. 260, Fl./Schw. 180, Iris dunkel, 10 mm. $ Lg. 600,
Fl. 260, Schw. 220, Fl./Schw. 150.
Wurde im Kilimandjaro-Gebiete nicht beobachtet; dagegen war diese Art ziemlich
häufig in der schönen Urwaldpartie bei Mombo, wo mehrere erlegt wurden, als ich unter-
wegs nach der Küste hier eine Woche blieb. Wenig scheu hielten sie sich in den Kronen
auf, wobei man unter den Bäumen stehen konnte, ohne die Vögel zu beunruhigen. Auch
bei einem Schuss flogen die übrigen nicht immer weg, sondern sassen still im Laubwerk,
bis sie nach einer Weile sich wieder etwas zu bewegen begannen.
Usarnhara: Ätombo, Juni.
Lophoceros melanoleucos (A. Leht.).
Rchw. II, p. 249. — Neum.\nn, Lophoceros melanoleiicos snahelicus, Joiirii. f. Orn., 1905, p. 187.
Lg. 500—510, Fl. 215—235, Schw. 210—240, Fl./Schw. 130—160, Iris rotgelb oder gelbweiss, 7—10 mm.
Während epirJiinus und deckeni ausgeprägte Steppenvögel sind, ist melanoIei(Cu,s,
wie die beiden Bycanistes, Waldvogel und wurde in den Waldpartien der Kulturzone
oft gesehen. Hier hielten sie sich gern in hohen, dichten Kronen auf, leise im Blätter-
werke umherhüpfend, um Früchte zu suchen, wobei sie leicht durch ihre Vorsicht und
Schweigsamkeit der Aufmerksamkeit entgingen. Die Bäume verlassend, geben sie
sich mit einigen kräftigen Flügelschlägen Schwung, breiten Flügel und Schwanz aus
und schweben so zwischen den Kronen hin. Die Stimme ist ein lange wiederholter,
bald langsamerer, bald schnellerer und schärferer Schrei. Meistens sieht man sie in
kleinen Schwärmen von 3 — 6 Stück. Indessen kommt die Art auch in mehr offenem
Terrain, wie bei Kahe und Tanga, vor.
Usarnhara: Tanga, Juni. — Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald-Kulturzone, Aug.,
Nov.; Kahe, Juni. — Ferner: Taveta (Neumann, Jackson), Kilimandjaro 5,000 F.
(Johnston).
Lophoceros nasutus epirhimis (Sund.).
Rchw. II, 258 — $ Lg. 500—540, Fl. 220—225, Schw. 230, Fl./Schw. 145—160, Iris bla.ssgelb
oder dunkelbraun, 8 — 9 mm.
Einzeln oder paarweise zieht dieser Vogel in den lichten Akazienwäldern umher,
wo er dann und wann angetroffen wurde. Seine Stimme ist ein weithin klingender und
klagender zweitöniger Schrei, der erste Ton höher. Von einem Baum zum anderen
S.IÖSTEDT, VÖGEL. 96
Über die Steppe hin fliegend, senkt und hebt er sich in der Luft wie ein vSpecht, hüpft
zwischen den dornigen Zweigen mit grosser Leichtigkeit umher >ind erinnert dabei
an etwas einen Garntlii.s ghoidarius.
Merw-Steppe: Ngare na nyuki, Okt. — Kilimancljnro-8teY>])e: Ngare nairobi,
Aug. — Neu für das Gebiet.
Lophoceros deckeni (Gab.).
3chw. II, 266. — Lg. 486—510, Fl. 190, Schw. 240—250, Fl./Schw. 180—190, Iris dunkelbraun, 8 mm.
Diese schöne Art war an mehreren Stellen in W est-U sambara — Same u. a. — nicht
selten und zwar in offener, mit einzelnen Bäumen versehener Buschsteppe.
Auch von Taveta beim Kilimandjaro durch Neumann, Abbott und Hildebrandt
bekannt.
Lophoceros erythrorhynchus (Tem.), den ich nicht gefunden, ist durch Hildebbandt
für Taveta nachgewiesen.
Alcedinidae.
Halcyoii elielienti (Stanl.).
Rchw. II, 271. — Lg. 175—180, Fl. 80—85, Schw. 45, Fl./Schw. 30—40, Iris dunkelbraun, 5 mm.
Nebst H. Orientalis der gemeinste Eisvogel des Gebietes. Mit Vorliebe hält er sich
in lichten Akazienwäldern auf, aber auch sonst in ziemlich offenem Terrain, wo einzelne
höhere Bäume vorhanden sind, in welchen er gerne sitzt. Am Wasser habe ich ihn nicht
gesehen. Die charakteristische Stimme, die er oft von der Spitze eines freistehenden
Baumes hören lässt, besteht aus einem markierten Anschlagston, dem ein langer Triller
folgt, der wieder mit einem bestimmten Ton abgeschlossen wird. Scheint hauptsächlich
von Heuschrecken zu leben.
Usambara: Tanga, Pangani, Juni. Kilimandjaro: Kibonoto, Gangasumpf, Nov.
— ilf e/M-Niederung : Ngare na nyuki, Okt., Jan. — Ferner: Aruscha (Fischer), Taveta,
östl. Kilimandjaro (Abbott, Jackson, Neümann) und Useri (Hunteb).
Halcyon albiventris orieiitalis Ptrs.
Rchw. II, 275. — Lg. 220—230, Fl. 100—105, Schw. 6.5—70, Fl./Schw. 40— .50, Iris dunkelbraun, 7 mm.
Bei den Vögeln vom Kilimandjaroerstreckt sich fast immer aie weisse, ockergelb-
lich angeflogene Farbe der Brust über die Halsseiten bis an die Augen; an einem anderen
aus Mombo in Usambara sind die Kopfseiten, Wangen und oberen Halsseiten von der
Farbe des Oberkopfes, aber ohne dunkle Streifen, z. T. fein und schwach dunkel gewellt:
der helle Halsring ist hier auch viel schmäler. Ein ähnliches Stück liegt indessen auch
aus Kibonoto am Kilimandjaro vor.
Lebt am liebsten in Pflanzungen und Waldlichtungen, wo er ziemlich häufig war.
Kilimandjaro: Kibonoto, April, Nov., Dez. — Usambara: Mombo, Juni. — Ferner
im Gebiete von Moschi (Schillings), Kilimandjaro 5,000 F. (Johnston), Dschallasee,
Lumifluss (Kretschmeb), Marangu (Marwitz), Taveta und dem östl. Kilimandjaro
5,000 F. (Abbott) bekannt.
96 SJÖSTEDTS KTLIMANDJARO-MEßU EXPEDITION. 3.
Halcyoii seneg'aloides A. Sm.
Rchw. II, 279. — Lg. 235—245, Fl. 103—105, Schw. 68—72, Fl./Schw. 50, Iris dunkelbraun, 8 mm.
Ein in den IMangrovensümpfen bei Tanga ziemlich häufiger Eisvogel. Südlich vom
Kilimandjaro bei Kleinaruscha von Fischer angetroffen.
Ispidiua picta (Bodo.).
Rchw. II, 286. — Lg. 120, Fl. 51, Schw. 26, Fl./Schw. 15, Iris dunkelbraun, 3,.^ mm.
Immer in einzelnen Exemplaren beobachtet, war dieser hübsche kleine Eisvogel
im Gebiete jedoch nicht selten und wurde sowohl an den Sümpfen in der Niederung als
in der Kulturzone, bis etwa 1,400 m, beobachtet. Die erlegten Vögel hatten oft Heu-
schrecken im Magen.
Kilimandjaro: Kibonoto, an den Flüssen Lima undNassai, April, Juli, Sept., Nov.;
Natronseen. — Madschame, Kulturzone. — Meru: Flusspferdseen 5. u. 19. Dez. —
Ferner: Moschi (Schillings, Neumann), Taveta, östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott).
C'orytlioniis cyaiiostigma (Rüpp.).
Rchw. II, 289 — Lg. 130, Fl. 55, Schw. 30, Iris dunkelbraun, 4 mm.
An einem Sumpf in der Nähe von Tanga erlegt. Die Art ist von Taveta am Kili-
mandjaro durch Jackson bekannt.
Alcedo semitorquata (Sw\).
Rchw. II, 292. Usambara: Am Mombo-Fluss, Juni. Ein Belegstück liegt jedoch
nicht vor.
Alcedo semitorquata Sw. ist auch für Taveta (Abbott). Rombo und den Lumi-
f luss (Jackson ) nachgewiesen worden.
Ceryle rudis (L).
Rchw. II, 295. — Lg. 260, Fl. 135, Schw. 75, Fl./Schw. 30, Iris schwarzbraun, 7 mm.
An der Küste bei einem Sumpf nicht weit von Tanga war der Graufischer sehr
häufig und wurde auch unterwegs durch Usambara mehrmals beobachtet; dagegen habe
ich ihn im Kilimandjaro-Gebiet nur einmal gesehen und zwar an den Natronseen am 14.
Sept. 1905. Die weissen Brustfedern dieses Exemplares waren dunkel gesäumt. Auch
nicht weit von Kahe beobachtet.
Usambara: Tanga, IMkomasi, Juni. — Kilimandjaro-Wiederwng: Natronseen. Sept.;
Kahe. — Ferner: Useri (Abbott), Djipesee (Jackson).
Ceryle maxima (Fall.).
Rchw. II, 298. — Lg. 430, Fl. 200, Fl./Schw. 80, Iris dunkelbraun, 12 mm.
Obgleich nicht häufig, wurde der Riesenfischer bei einigen Gelegenheiten im
Gebiete und zwar am Fuggafluss beobachtet. Bei Mombo schien er gemein zu sein.
Kilimandjaro:", Kibonoto, am Fuggafluss, Dez. — Usambara: Mombo, Juni. —
Ferner: Taveta (Hunter und Jackson), Lumifluss (Jackson).
SJÖSTEDT. VÖGEL. 07
^loropida».
.>l<>litt()|»)iiii>'us orcohiitcs Sharpe.
Rchw. II. .m'J: TU. Si'ti. Lg. 2l<i— l'i>ö, Fl. 100^105, Sohw. 85—88, Fl./Schw. 50—60,
Iris lackrot, 4 — 4.ri mm.
Dieser schöne Bienenfresser wurde in der Kulturzone des Kilimandjaro und zwar
in Lichtungen des dichten hohen Waldes nicht selten beobachtet, wo am 13. Febr.
auch ein .lungvogel mit grüner Brust, welche Endwicklungsform, neulich entdeckt,
noch in Sammlungen eine grosse Seltenheit ist. erlegt wurde. Noch höher wurde ein
Exemplar im August angetroffen, nämlich nicht weit von der unteren Grenze des
Regenwaldes, etwa 1,800 m hoch. Der iMagen dieses Vogels war mit Bienen, die hier
von den Wadschaggas in Menge gezüchtet werden, vollgepfropft.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kiboscho, Kultin-zone; Febr., April. Aug., Nov. —
Auch von ^Marangu (Abbott, Marwitz, Netmann) bekannt.
3Iellttoi»liiigiis piisilhis mendioiialis Sharpe.
Rphw. II, .307. — Lg. 165—173, Fi. 80—82, Sciiw. 60—68, Fl./Sciiw. 35—45. Iris rot
oder rotbraun. 4 mm.
Ein in den Akazienwäldern, in der Obstgarten- und Buschsteppe und anderem
solchem, mehr offenem Terrain gemeiner Bienenfresser. Hier sitzt er gern auf kleinen
Büschen oder niedrigeren, frei stehenden Bäumen, paarweise oder einige nahe beisammen,
macht einen kleinen Ausflug, um ein In-sekt zu fangen und kehrt auf ausgebreiteten Flü-
geln wieder zum alten Platz zurück. Er ist der häufigste Bienenfresser des Gebietes.
KiU)iiandjaro-fMe\i\ye. Natronseen. — Mptu: Steppe, Ngare na nyuki. — Von
Fischer aus Sigirari erwähnt.
Melittopliiiffiis iMisiUus eyaiiostictus (Cab.).
Rchw. II, 308. — Ein Exemplar von der if e/ w-Niederung am Flusse Ngare na nyuki, Jan.
Zwei vorliegende Exemplare aus Tanga gehören auch dieser Form an. In den östlich-
südlichen Teilen des Kilimandjaro mit umgebenden Steppen scheint c^ajio.s^tr/H.s häufiger
zu sein und ist für diese Gegend von v. n. Decken, Abbott (Kahe, Taveta, östl. Kili-
mandjaro) \ind Schillings (Moschi) angegeben worden. Auch von Aruscha (Fischer)
bekannt.
>Ie]itfoi>liaü:us hiiUockoides (A. Sm.).
Rchw. II. 311. — Lg. 220 260. Fl. 115—122, Schw. 95—110, Fl./Schw. 40—60, Iris rotbraun
oder dunkelbraun, 5 — 6 mm.
Zwei von Kibonoto stammende Vögel sind bedeutend grösser als die von der
Westseite des .Mei'u. Vergl. die grösseren Masse! Auch der Schnabel der Meru-Vögel ist
kleiner.
Zweimal wurden kleinere Schwärme dieses schönen Bienenfressers beobachtet und
zwar teils in der Kulturzone des Kilimandjaro, teils auf der mit einzelnen Bäumen be-
SjCmteilt-' K ilininndiaro-M' ru ExpoHlton 3 . '■'
!)S SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERtT EXPEDITION. 3.
wachsenen Grassteppe westlieh vom Meruberge. Audi wurde ein einzelner Vogel in
der Obstgartensteppe am 21. März erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone. März. Mai. — ilfe7?/-Steppe. Ende
Dezember. — Ferner: Kirarägua (Schillings).
Merops apiaster L.
Rchw. II, 320. — Von Okt. — Febr. war unser Bienenfresser im Gebiete nicht
selten und wurde dann und wann in recht grossen Schwärmen gesehen, sowohl auf der
Steppe wie höher auf dem Berge, etwa 1,400 m, wo er besonders am 4. Okt. auf einmal
häufig auftrat. In zierlichem Flug schössen sie hier auf gestreckten Flügeln zwischen
den zerstreviten niedrigen Bäumen und Gebüschen über grasbewachsene offene Plätze
hin, um nach einer eleganten Wendung in der Luft sich wieder auf einem trockenen
Zweig niederzulassen. Bald aber flogen sie wieder auf. blieben einige Augenblicke auf
ausgebreiteten Flügeln fast an derselben vStelle stehn, um wie grosse Schwalben weiter
hinzugleiten. Wenn die Schwärme durch die Luft ziehen, hört man einen knurrenden,
gedämpften Laut, der etwas an den des Turduf< pilaris erinnert, wenn Schwärme von
diesem aufbrechen.
Die Farbe des Rückens der im Oktober erlegten Vögel war sehr gebleicht, sodass
die Vögel fast hellgrau erschienen, wenn sie im Fluge die Oberseite zeigten.
Kiliiiiandjaro: Kibonoto. Steppe-Kulturzone 1,400 m. Okt.. Dez. — Meni: Steppe,
Febr. — Ferner: Taveta. Lumifluss, östl. Kilimandjaro .1,000 F. (Abbott).
Merops persicus Fall. Diese der folgenden nahestehende Art ist im Kilimand-
jaro-Gebiet von Abbott am östl. Kilimandjaro und bei Taveta angetroffen worden.
Merops supereiliosns L.
Rchw. TL 325. — In der oberen Kulturzone am 4. Okt. erlegt; 2 Exemplare.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,600 m. — Neu für das Gebiet.
Merops nnhictiH Gm. ist am Djipesee (Völtzk. ) angetroffen.
Upupidae.
ri»Hi>a africaiia Bchst.
Rchw. II, 336. — cT ad. Lg. 270—280, Fl. 140—146, Schw. 90—100, Fl./Schw. 40, Iris nussbraun
oder dunkelbraun, .t-.^,:, mm. — $ ad. Lg. 25.5—260, Fl. 130—137, Fl./Schw. .35—45,
Iris dunkelbraiui, 5 mm.
Die ZAvei vorliegenden Weibchen haben beide das für decorata angegebene Aus-
sehen, gehören aber, wie Reichenow 1. c. p. 337 angiebt, ohne Zweifel derselben Art
wie die Männchen an, da sie in derselben Gegend wie diese erlegt wurden. Eines der
SJÖSTEDT, VÖGEL. 99
]\Iännchen hat die schöne dunkle Rostfarbe aucli an den unteren Schwanzdecken, bei
eiiuMu anderen ist diese Farbe dort mit Weiss gemischt, bei einem dritten sind die unte-
ren Schwanzdecken rein weiss, sicli stark von der Rostfai'be der übrigen Unterseite ab-
hebend. Ein viertes cT hat den ganzen Baucli weiss nn't einigen breiten, dunklen Streifen
an den Seiten und z. T. dunklen Schenkelfcdern: solche dunkle Streifen entbehren die
anderen Männchen, die bisweilen — aber nicht immer — dunkelbraune Schenkelfedern
haben.
Einzeln oder paarweise zieht dieser Vogel in den Akazienwäldern oder in der Baurn-
steppe umher, in weiter Ferne schon im Fluge durch seine bunte Tracht die Aufmerk-
samkeit auf sich ziehend.
Er ist ziemlich scheu und vorsichtig und, einmal verscheucht, oft nicht leicht in
den Schuss zu bekommen. In den oberen Teilen der Berge habe ich diesen Steppen-
vogel nie bemerkt.
Kilinmndjaro: Kibonoto, Mischwald-Steppe, März, April, Juli (Prachtkleid);
Ngare nairobi. Jan. — ilfer»-Steppe: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Useri (Abbott).
Irrisor erythrorynchos (Lath.).
Rchw. II, .338. — Lg. 435. Fl. 147, Schw. 240, Fl./Sohw. 180. Iri.s schwarzbraun, 5 mm.
In Westusambara wurden kleine Gesellschaften dieser Art in offenem, mit zer-
streuten Bäumen und Gebüschen bewachsenem Terrain ein paarmal angetroffen.
Usambara: Tanda, Juni. — Ferner: Kilimandjaro, Taveta (Abbott).
Hliiiiopomastus cyauomelas sdialowi Neum.
Rclnv. II, 347. — <S Lg. 305—330, Fl. 110—117, Schw. 160-190, Sehn. .50 mm. — $ Lg. 290— 320,
Fl. 105 — HO, Schw. 170 — 180, Sehn. 40 mm, Iris scli warzbraun, 4 mm.
Besonders in der Obstgartensteppe und anderem lichtem Terrain war dieser Vogel
nicht selten und wurde dort bei einigen Gelegenheiten im Gebiete beobachtet, öfter
dagegen in LTsambara, wo mehrere erlegt wurden.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, Aug., Dez. — Usambara: Moembe,
Tanda, Juni. Ferner im Gebiete von Aruscha (Fischer), Taveta (Abbott), Moschi
(Kittenberger) und dem südl. Kilimandjaro (Jackson) bekannt.
Hhiiiopomastiis cabanisi (Fil.).
Rclnv. II, 348. — Lg. 230-250, Fl. 94—105, Fl./Schw. 75—80, Schw. 110—130, Iris dunkelbraun,
4 mm, Schnabel rotgelb.
Auf der offenen, hier und da mit kleineren Akazien bewachsenen Ste]ipe am Flusse
Ngare na nyuki wurden kleinere Gesellschaften dieser Art einigemal gesehen, wie sie
von der einen Akazie zur anderen zogen. Wenig scheu, waren sie leicht in den Schuss
zu bekommen.
ilfent-Steppe: Ngare na nyuki, Dez. — Ferner: Taveta (Hunteb), östl. KiUma-
udjaro (Abbott).
100 SJÖPTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3
Capriiiiuljüiid*.
( a|iriniuli;us eui-opiciis L.
Rchw. II, 352. — Lg. 260. F[. 190, Schw. 135, Fl./Schw. 30, Iri.s dunkelbraun, 9 uiia.
Ein europäischer Ziegeuinelker wurde am 30. Nov. in der Kulturzone des Kili-
)iiandjaro bei Kibonoto erlegt. — Neu für das Gebiet.
Caprimulgiix donaldsoni Sharpe ist durch Kittenbergkr für Moschi und durch
Abbott für Taveta nachgewiesen worden.
Oaprinmljrus fraiiiatu.s Salvad.
Rchw. II, 357. — Lg. 220—235, Fl. 160-ir,5, Schw. 105—110. Fl./Schw. 20-30,
Iris schwarzbraun, 9 ram.
In meinem Tagebuch habe ich am 16. Okt. unter obigem Namen folgendes notiert:
»Der Vollmond breitet vom klaren Himmel sein Silber über die Natur aus. die schwachen
Sterne verdunkelnd, als icli, ehe ich zu Bett gehe, mit der Flinte hinausM'anderte, dem
herunter führenden freien Weg der Wadschaggas durch die Pflanzungen folgend. Das
Konzert der Grillen ertönt wie ein leises Brausen durch die Luft, dann und wann von
schärferen, durchdringenderen Stimmen übertäubt. Längs dem niedergetreteten Weg
pflegen Ziegenmelker zu sitzen oder gestört aufzufliegen, um mit langsamem, flatterndem
und etwas schwankendem Flug über das umgebende Gebüsch hinzustreichen und bald
weiter vorn auf dem Weg sich wieder niederzulassen. Obgleich das Licht heute Abend
ungewöhnlich klar ist. sind sie doch keineswegs leicht auf dem im Mondschein frei
daliegenden Wege zu entdecken, wo auch andere dunkle Gegenstände zerstreut liegen,
und erst wenn sie auffliegen, wird man sie gewahr. An diesem Abend waren zuerst
keine zu sehen, bis ich auf einem offenen Platz, dem Marktplatz der Wadschaggas und
Massais, den eigentümlichen Laut hörte, der mehr dem einer Eule ähnelte, jedoch von
diesem Vogel herzukommen schien. Es ist ein feines, hohes, weiches, wehmütiges piu-
piu-prrr! der letzte Ton klar, weich und rollend langgezogen. Ruhend lässt der
Vogel diesen in hohem Grade charakteristischen, mit der mystischen Stinnnung der
Nacht so harmonierenden Laut hören. Von den fliegenden Vögeln wurden oft
spinnradähnliche, gedämpft summende Töne gehört, denen ein paar an die der Bekassine
erinnernde Laute vorhergingen. Wenig scheu fliegen sie erst ganz nahe auf, flattern
etwas schwankend, wobei sie schwer mit dem Blick zu verfolgen sind, fliegen ziemlich
langsam und unsicher weg, um im Dunkel zu verschwinden. Die Exemplare, die ich
hier geschossen, gehören dieser Art an. Betonen will ich jedoch, dass ich keine Exemplare
während des Musizierens erlegte; und wenn auch andere Arten hier am Berge vorkom-
men, ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass die eigentümliche Stimme dem anderen bei
Kibonoto erlegten Ziegenmelker, dem ('. pahiiqiüsti, angehört.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe-Kulturzone, Okt.. Dez., März. —
Ferner: nordwest. Kilimandjaro (Schillings).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 101
rapriiiiiilsrns palmquisti n. sp.
{Taf. 1.)
Caj)ri)in(ly<t fiulinrvphdlo niaxime at'finis sed cauda lotuudata nee ti'uncata. stria
supraorbitali isabellina nulla, maeula rufoflavida semicircvilari nuchae inabrupta, maculis
albis gulte nuUis. maeula remigis primi nivea nee rubiginosa, rectricibus externis albis
inargine exteriove valde fusco-brunneo limbato distinguendus.
J': Oberkopf hell bräunliehgrau, äusserst fein marmoriert, in der Mitte braun-
schwarz, die Federn fein roströtlich gesäumt; Ohrgegend. Wangen, Kehle und Kropf
braunschwarz, fein rostgelblich gesprenkelt oder gewellt; unterhalb des Kropfes einige
gelbweisse Flecke, von den hellen Spitzen der Federn gebildet: von den vorderen Seiten
des Halses über den Hinterhals ein breites rostgelbliches Band: Vorderrücken fein grau-
gelb und dunke! marmoriert, die Federn mit schmalem dunklem Schaf strich; Hinter-
rücken fein dunkel quergewellt; Schulterfedern schwarzbraun, mehr oder weniger rost-
gelblich marmoriert und mit einer Reihe grosser hell rostgelblicher Flecke; Flügeldecken
marmoriert, die Federn an der Spitze der Aussenfahne oft mit einem grösseren rostgelb-
lichen Fleck: Handschwingen schwarzbraun, die vier ersten mit einem grossen, weissen
Fleck, der an der 1. und 2. sich nur auf die Innenfahne, an der 3. und 4. sich auch auf
die Aussenfahne erstreckt, hier ein breites, vom dunklen Schaft unterbrochenes, 10 — 11
mm breites Querband bildend: Handschwingen an der Spitze feing raugelblich marmo-
riert, die 1. mit vier, die drei folgenden mit zwei kleinen roströtlichen Flecken an der
Aussenfahne; die folgenden Handschwingen (weniger die 5.) und die Armschwingen mit
scharf hervortretenden, rostgelben, den Schaft der Federn nicht erreichenden Quer-
bändern in der Aussenfahne; Aussenfahne mehr oder weniger rostrot oder rostgelb ge-
fleckt und marmoriert; untere Flügeldecken und Flügelrand rostgelb, schwach dunkel
quergebändert oder gefleckt: Bauch. Schenke! und untere Schwanzdecken rostgelblich,
dunkelbraun quergebändert; die zwei mittleren Seiiwanzfedern oben braungrau und
dunkel marmoriert, mit etwa sieben zickzackförmigen Querbändern, unten einfarbig
graubraun, mit durchleuchtender Farbe der Oberseite; die folgenden schwarzbraun,
schwach hell nuirmoriert, am Innenrand mit kleinen rostgelben Flecken; die zwei äusser-
sten Federn jederseits weiss, nur tief an der Basis schwarzbraun, die äusserste 8 mm
kürzer, am Aussenrand etwa 3 mm breit dunkelbraun gesäumt, nach oben wie an der
Spitze schwächer; die 2. von aussen am äusseren Teil scliAvach und schmal gelbbräun-
üch angehaucht. Lg. 230, Fl. 155, Schw. 115, Fl./Schw. 30, Lauf 17, Iris dunkelbraun
9 mm.
Dieser schöne Ziegenmelker steht dem seltenen Cajirhniilgiis poJiorephalus Rupf.*
aus Abessinien am nächsten, unterscheidet sich aber durch folgende Charaktere:
Der Schwanz ist nicht >rechtwinkelig abgestutzt)^ (cauda recte truncata), sondern
abgerundet, die äusserste Schwanzfeder 8 mm kürzer als die mittleren. »Ein rostroter
Streifen hinter dem obern Orbitalrand» (stria supraorbitali isabellina) ist hier nicht
vorhanilen, ebensowenig »die zwei weissen Flecke auf der Mitte des Vorderhalses»
(medio gulse maculis duabus albis). Die rostgelbe Partie des Halses ist nicht nur »auf
den Seiten» (lateri nuchae) vorhanden, sondern bildet einen grossen halbmondförmigen,
' RÜPPEL Syst. Uebers. Vög. N.-O.-Afrikas, Frankfurt 1845. p 15. Taf 4.
102 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 'S.
ununterbrochenen Ring quer über den ganzen Hinterhals. Der Fleck der 1. Schwinge ist
nicht »rostrot >> — was speziell sowohl in der Beschreibung als in der Abbildung hervor-
gehoben wird, wobei für die Abbildung eine solche Stellung des Vogels gewählt worden
ist, dass dieser grosse rostrote Fleck unten am Flügel sichtbar ist — sondern blendend
weiss wie die übrigen drei Flecke, an der 2., 3., 4. Schwinge. Endlich ist der Aussen-
sanm der äussersten Schwanzfeder nicht »nach dem Ende zu gelbbraun» (rufo-fusca),
sondern grösstenteils breit schwarzbraun gesäumt.
Kilimandjarn: Kibonoto, 11. Okt.
Dem Mäcenaten der Expedition, Herrn Direktor Gustaf Palmquist, zu Ehren
benannt.
Cain'iinulgus f(»ssei (Verr.) Hartl.
Rchw. TI, 305. — Lg. 227. Fl. 153, Sfhw. 115, Fl./Schw. 36, Iris dunkelbraun. 9 mm.
Sehr häufig an abgeschwendetem Land in der Nähe von Tanga, wo sie am Boden
im glühenden Sonnenschein sassen, um bei unserem Herankommen aufzufliegen und
sich bald wieder niederzulassen.
Usamhara: Tanga, Juni. — Im Kiliniandjaro-Meru-Gebiete von Fischer (Aru-
scha), Abbott (Kahe) und Schillings (Meru) nachgewiesen.
Caprimiilgiis apatelius Neum.
Neumann. Ornit. Monatsber. 1904, p. 143.
Lg. 250, Fl. 155, Schw. 132, Fl./Schw. 43, Iris braunschwarz, 8 mm.
Diese neulich vom Kilimandjaro beschriebene und noch sehr seltene Art wurde
auf einem offenen, mit Kies bestreuten Platz am Ufer eines Sumpfes bei den Fluss-
pferdseen Ende Juli erlegt.
ilferH-Niederung. — Ferner: Kilimandjaro (Kittenberger).
Macropterygidie.
AjMis iiielha africaiiiis (Tbm.).
Rchw. IL, 377. — • Wurde dann und wann in den höheren Teilen des Berges beob-
achtet, wo er mit rasender Geschwindigkeit durch die Luft sauste.
Kilimandjaro: Kibonoto, 2.000 — 3,000 m, Nov. — Ferner: östl. Kilimandjaro
5—10,000 F.( HiJj^TER, Abbott).
X\nis ajMis (L.).
Rchw. II, 377. — Nur einmal im Gebiete beobachtet, wo mehrere Exemplare
auf der Steppe nördlich vom Meru gesehen wurden.
ilferit-Niederung, Steppe, Jan. — Kilimandjaro (Schillings).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 103
Apus afflnis (Gr. Hardw.).
Rchw. TT. 382. ^ Lg. 120. Fl. 110—113. Sclnv. 43, Tris schwarzbraun. 4 nini.
Die Jungvögel bekommen zuerst volle Befiederung am Kopf und an der weissen
Kehle. Äusserst häufig an der Küste bei Tanga, wo sie massenhaft an den Gebäuden
ihre Nester hatten, die im Juni gleichzeitig Eier, grössere und kleinere Junge enthielten.
Die weissen, matten Eier messen 22 — 24x15 — 16 mm. Die Vögel fuhren oft unter
lautem Schreien in grossen Schwärmen jagend nach einander durch die Luft. Brüteten
auch in vulkanischen Felsenhöhlen auf der Alassaisteppe. Es ist leicht möglich, dass
auch A. Iioru.s, der von Useri (Hunter) bekannt ist, hier vorkam.
U.mmbara: Tanga. Kilimandjaro-Meru-SteTpTpe, zwischen Ngare nairobi und
Ngare na nvuki und nördlich vojn Meru. — Neu für das Gebiet.
Tach.vuautes parvus (Licht.).
Oberholser, o. c. p. 860. — Lg. 160, Fl. 130. Schw. 90, Fl./Schw. 0. Iris schwarzbraun, 2,r, mm.
Während der Rückreise nach der Küste übernachtete ich in Kahe; gegen den Abend
zeigten sich hier mehrere dieser kleinen Segler, die in sausendem Flug wie Blitze durch
die Luft fuhi'en, um dann und wann zwischen den Blättern der hier bei den Hütten der
Eingeborenen gepflanzten Cocospalmen zu verschwinden.
A';7///iff«f?/rt/o-Niederung, Kahe, Juni. — Durch Abbott von Kahe. Taveta und
dem Lumiflusse bekannt.
Hiriiiidiiiidaß.
Kiparia ciiicta (Bodd.).
Rchw. TT, 394. — Lg. 165, Fl. 130, Schw. 62, Tris dunkelbraun, 4 mm.
Diese Schwalbe hat einen sehr charakteristischen Flug; langsam und flatternd, wie
suchend, fliegt sie in der Luft dahin, gern ziemlich nahe am Boden, hält sich plötzlich,
beinahe mit einem Ruck zurück, um im nächsten Augenblick ihren Flug fortzusetzen,
wobei sie durch die flatternden Flügelschläge etwas an einen Ziegenmelker erinnert.
Sie hält sich gern am Wasser auf, nahe der Oberfläche umherfliegend. Wurde auch
an den steilen Felsen und trockenen Erosionstälern nördlich vom Meru gefunden, wo
sie wahrscheinlich in den hohen Erdwänden brütete.
Kilimandjaro-8te]:>-pe: Natronseen, Sept., Nov. — ilfe/»-Steppe, Jan. — Neu für
das Gebiet.
Riparia minor (Gab.).
Rchw. TT, 397. — Lg. 115, Fl. 100, Fl./Schw. 0—10, Tris dunkel, 3 mm.
Jung vögel. wurden am 11. Sept. erlegt; die Armschwingen mit rostgelblichem Aus-
sensaum. auch das übrige dunkle Gefieder mehr oder weniger rostgelblich verwaschen.
War an den Natronseen recht häufig. Hier flogen sie in leichtem Flug über das
Wasser hin, schössen gegen den ^Vind in die Luft empor, um sich wieder zu senken und
104 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERtT EXPEDITION. 3.
schnell über die Oberfläche hinzueilen. Bei einem grossen Termitenhügel an den Seen,
hinter welchem die Mücken, vom Winde geschützt, ihre Tänze in der Luft hielten, flogen
am 14. Sept. mehrere Arten Schwalben jagend hin und her: hier sah man diese kleine
7?. minor schnell uuiherfliegen, an Grösse wie an Flug sich von der grossen mit Kropf-
band versehenen R. cincfa unterscheidend, M-elch letztere durch ihren langsamen, schwan-
kenden Flug charakterisiert wird, ferner die unten weisse, oben blauschillernde mit
grauweissem Bürzel versehene Hirnndo griseopyga und endlich unsere Rauchschwalbe
{H. rustica), die neulich als Wintergast angekommen war.
Kilimandjaro-f^teY^pe: Natronseen, Sept.. Nov. — Neu für das Gebiet.
Hipiiria nit'i^'iila (Fschr. Rchw.).
Rchw. II, 400. — Lg. 137, Fl. 114, Schw. 47, Fl./Schw. 80. Iris dunkel, 2,:i mm.
Der Schwanz ist in der Mitte deutlich, wenn auch ziemlich leicht ausgerandet, die
mittleren Federn 5 mm kürzer als die äusseren.
Scheint ziemlich spärlich vorzukommen und wurde nur an der Missionsstation bei
Kiboscho beobachtet, wo sie auch brütete. Sie waren sehr zutraulich, so dass man
sie aus geringer Entfernung betrachten konnte, wie sie auf rings um das Haus gehenden
Leisten oft jiaarweise sassen. Ein Mitte Febr. erlegtes ? hatte ein grosses Ei im Ovidukt.
Kilimandjaro: Kiboscho, Kulturzone, Febr. — Ferner: Kilimandjaro (Schil-
lings).
Hirnndo srriseojt.vffa Sund.
Rchw. II, 403. ~ Lg. 130—165, Fl. 96—104, Schw. .55—65, Iris dunkel, 3 mm.
An den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und Meru war diese kleine Schwalbe
nicht selten und wurde auch am Flusse KirarägTia erlegt. Fliegt sowohl über der Step-
pe wie über dem Wasser.
Kiliniandjaro — 3fef ?i-Steppe: Natronseen, Kirarägua: April, Mai, Sept. — Neu
für das Gebiet.
Hirnndo rnstica L.
Rchw. II, 406. — Am 14. Sept. wurden die ersten Rauchschwalben im Gebiete
beobachtet. Am 7. Nov. sah ich sie in ganzen Schwärmen über den grasbewachsenen
Teichen der Natronseen wie über unseren \^^iesen fliegen oder in Menge auf Büschen
an der Seite der Seen sitzen.
An den Flusspferdseen flogen sie am fi. ^Nlärz überall über den Scirpussümpfen.
Noch am 22. April waren sie in Kibonoto häufig, wurden am 1. Mai zum letzten Mal
gesehen.
Kilimandjaro — ilfer« - Steppe. Sept. — Mai. — Auch von Marangu (Marwitz),
Taveta (Nettmann), Kahe und dem östl. Kilimandjaro 8. — 10.000 F. (Abbott)
bekannt.
Hirnndo smithi Leach.
Rchw. II, 410. — Lg. 150. Fl. 117, Schw. 47, Fl./Schw. 5, Iris schwarzbraun, 3 mm.
Am 1. Mai zeigten sich recht grosse Schwärme dieser Schwalbe an den Natron-
seen, wo sie in schnellem Flug über der umgebenden Grassteppe, oft nicht weit vom
SJOSTEDT, VÖGEL. lOS
Boden, liinstiicheti. Auch wurde die Ai't im Febr. brütend an der Missionsstation bei
Kiboscho beobachtet, wo man Bretter für die Schwalben aufgehängt hatte.
Kilimandjaro — Meru, Steppe, Mai; Kibosclio. Kulturzone, Febr. — Ferner:
Marangu (Neumann), Moschi (Schillings).
Hiruiicio piiella abyssinica Guerin.
Hirundo puella Tem. Sohl., Reichenow, Die Vögel Afrikes III, p. 413.
Hirundo puella abyssinica Guerin, Rev. Z. 1843, p. 322; Oberholser, Proc. U. S.
Nat. IVlus. XXVIIT, 1905, p. 933.
Lg. 185, Fl. 105, Schw. 105, Fl./Schw. 00, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Die im Gebiete erlegten Exemplare haben eine sehr dicht und breit gestreifte
Unterseite, wie die genannte Subspecies. Die Vögel erschienen im Flug in der Tat
so dunkel, dass ich sie zuerst nicht erkannte, obgleich die Art von Westafrika her mir
so wohlbekannt war. Wurde am Kwarefluss Mitte Mai ziemlich häufig angetroffen.
Kilimandjmo: Kibonoto-Niederung, KAvarefluss, 16. Mai. — Ferner: Taveta
(Abbott).
Hirundo emini Rchw.
Rchw. II, 420. — Lg. 200, Fl. 127, Schw. 105, Fl./Schw. 40, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Ein am 27. Dez. in der Meruniederung nördlich vom Berge erlegter Jungvogel
hat Kehle und Brust, besonders die letztere, mit Dunkelbraun gemischt und verwaschen;
die hinteren Seiten des Kopfes braunrot ohne scharfe Begrenzung. Nur der hintere
Teil der Unterschwanzdecken schwarz und zwar mit rostgelblichen Federsäumen, die
vordere, grössere Partie rostgelb wie der Bauch. Die inneren Armschwingen und die
Armdecken teilweise mit rostgelben Säumen. Wurde im Gebiete mehrmals beobachtet,
sowohl bei Kibonoto und Madschame als an den steilen Felsen und ausgetrockneten
Erosionstälern auf der Steppe nördlich vom Meru. Ohne besondere Schnelligkeit strich
sie durch die liuft, dann und wann mit einigen schnellen Flügelschlägen sich Schwung
gebend, \\m dann schwebend sich zu senken und wieder mit einigen Flügelschlägen in
die Luft zu erheben. Zuerst etwas vorsichtig, wurde ein Paar bei Kibonoto mehr und
mehr zutraulich, strich näher und näher rings um meine kleine Station, wo die offenen
Zimmer oben mit weissem Tuch überspannt waren, kam hinein geflogen und begann
bald sein Nest an der schrägen Tuchwand aufzubauen, wo indessen die angeklebte
Erde nicht haften wollte.
Ihre Stimme erinnert an die der Rauchschwalbe, ist aber etwas schärfer. Magen-
inhalt: Käfer u. a. Insekten.
Kilimandjaro: Kibonoto, Madschame, Kulturzone, Nov. — ilf^i «-Steppe, Ende
Dez. — Ferner: Marangu (Marwitz), Kilimandjaro (Schillings), Dschallasee, Marangu
(Abbott).
Psalidoprocne liolonieliPiia massaica Neum.
Neumann, Ornith. Mon., 1904, p. 144.
Diese schwarze Schwalbe war am Kilimandjaro ziemlich häufig und wurde von
der Steppe bis zum Regenwald in einer Höhe von fast 3,000 m beobachtet. Gern
Sf'ügUdtä Kilunaniljttrn-Meru EsptiHtina ^ l-l
106 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MEBU EXPEDITION. 3.
hielten sie sich in den offenen Pflanzungen der unteren Kvüturzone auf, wo sie oft nicht
weit vom Boden flogen, um sich dann und wann in die Luft zu erheben, ein Insekt er-
greifend, und dann wieder fortzueilen, in ihrem Auftreten recht sehr an die Rauch-
schwalbe erinnernd.
Auch sieht man sie oft über den breiten Erosionstälern sowie auch längs der
Wege nahe am Boden wie Rauchschwalben fliegen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Buschsteppe — Regenwald. — Jf e/'»-Regenwald, 2,000 —
3,500 m. — Ferner: Taveta (Hxtnter, Abbott), Moschi, Kiboscho, .Marangu (Neum. ),
Marangu (Abbott).
MiiscicapidsB.
Bradoriiis pallidiis muriniKs Finsch Habtl.
Rchw. II, 436. — Lg. 180—200, Fl. 96—99, Schw. 76—78, Iris dunkelbraun, 4,s— 5 mm.
Ähnelt in seinem Auftreten dem B. griseus, mit dem er zusammen vorkommt.
War im CTcbiete vielleicht nicht so häufig wie dieser.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, März, Nov., Dez. — Ferner: Moschi
(Neum ANN, Schillings).
Bradoriiis griseus Echw.
Rchw. II, 438. — Lg. 150—160, Fl. 78—85, Schw. 63—65, Fl./Schw. 30—35, Iris dunkelbraun, 4,5—5 mm.
Lebt besonders in der Obstgartensteppe und in den lichten Akazienwäldern, wo
er ziemlich häufig war. Erinnert in seinem Auftreten sehr an Muscicapa grisola. Ein
am 14. Mai erlegtes ? hatte grosse Eier im Ovarium.
Ein gefleckter Jungvogel wurde Anfangs Jan. erlegt. Leben von Samen, Heu-
schrecken, Blattiden u. dergl.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, Mischwald. — Meru: in den Aka-
zienwäldern am Flusse Ngare na n3aiki. — Ferner: Kilimandjaro (Schillings), Aruscha
(Fischer).
Dioptroriiis fisclieri Rchw.
Rchw. II, 440. — Lg. 170—180, Fl. 88—94, Schw. 78—80, Fl./Schw. 45—50, Iris dunkelbraun oder
fast schwarz, 5 mm.
Obgleich vom Älischwald bis zum Regenwald angetroffen, scheint diese Art die
Kulturzone vorzuziehen, wo sie das Jahr hindurch häufig war. Bisweilen ruhig mit
hängendem Schwanz und lose angelegten Flügeln sitzend, schwingt er sich wie ein
grauer Fliegenschnäpper empor und setzt sich dann wieder auf einen Zweig mit hängen-
den Flügeln und leise wippendem Schwanz, dabei in der Form sehr an ein Rotkehlchen
erinnernd. Am Meru in einer Höhe von 3,500 m angetroffen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald — Regenwald. — Meru: Regenwald, 3,500
m. — Ferner im Gebiete von Marangu (Neumann, Marwitz, Kretschmer), Aruscha
(Fischer), Kilimandjaro 0,000 F. (Johnston) und dem östl. Kilimandjaro 5,000 F.
(Abbott) bekannt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 107
llolaoiiornis iitor tropicalis (Gab.).
Kc'Iiw. II, 443. — Lg. Ii)(i. Kl. 100, 8oInv. 92, Fl./Scliw. 45, Iris diink.-H.iami, r, nun.
Lebt im Mischwald und in der Obstgartensteppe, avo er einige Male im Gebiete
beobachtet wurde. Mageninhalt: Larven von einer Papilionacee, Raupen und Käfer
(Cassiden).
KiUmandjaro: Kibonoto, Nov. — Ferner: Taveta (Neumann, Abbott), Useri
.(Huntkr), Moschi (Schillings).
MHScicapa ficodiila (L.).
Motacilla Ficedula Linne, Syst. Nat. cd. X (1758), p. 185.
Muacicapa grisola L., Reichenow, Die Vögel Afrikas II, p. 449.
Wie Prof. Lönnberg (Journ. Orn. 1906, p. 529) nachgewiesen, ist ficedula der
älteste Linnesclie Artname für den grauen Fliegenschnäpper.
Als Wintergast besonders in der Obstgartensteppe und in den Akazienwäldern
im Nov. und Dez. beobachtet.
KiUmandjaro: Kibonoto-Niederung, Mischwald, Obstgartensteppe, März, April,
Nov., Dez. — Kibonoto, Kulturzone, April. — iIfe>M- Steppe: Ngare na nyuki, Dez. —
Ferner: Useri (Abbott), Aruscha (Fischer), Moschi (Schillings), Taveta (Neumann).
Alseouax miiriinis Fschr. Rchw.
Rehw. II, 458. — Lg. 120—130, FI. 63—66, Fl./Schw. 15—20, Iris dunkelbraun, 3-3,; mm.
Von den unteren Teilen der Kulturzone, wo Partien vom Urwalde noch erhalten
geblieben sind, bis an die äusserste Grenze des Regenwaldes am Kilimandjaro 3,000 m
und am Meru noch höher hinauf wurde dieser anspruchslose, schweigsame kleine Vogel
dann und wann gesehen, wie er gern, auf freien Lianen oder Zweigen sitzend, sieh in die
Luft seh wang, um seine Beute zu ergreifen und dann wieder nach seinem Ruheplatz zurück-
zukehren. Hält sich gern am Waldesrande und in Lichtungen auf. Mageninhalt: eine
grössere Mücke und Fragmente von Hymenopteren.
Ein am 18. Febr. in den äussersten Bäumen des Regenwaldes an der Grenze nach
den Bergwiesen zu erlegter Jungvogel zeigt oben grosse weisse Flecke, die zum Teil
dunkel begrenzt sind, am Oberkopf kleinere. Die Unterseite hat nach unten zu schon
teilweise das neue gelbbräunlichweisse Kleid bekommen; ein Band quer über der Brust
stammt noch aus dem .Tugendkleid, ist weisslich, dunkel gefleckt und gestreift; Arm-
schwingen mit ockergelblichen Säumen, an der Spitze mit einem etwas helleren Fleck;
Steiss fast weiss; Schwanzfedern wie beim alten Vogel.
Lg. 130, Fl. 65, Schw. 52, Fl./Schw. 23, Iris fast schwarz, 3,5 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, 1,100 m, Aug.; Kibonoto, unterer
Regenwald, 2,000 m, April; Kiboscho, oberer Regenwald, 3,000 n\, Febr. — Meru:
Regenwald, 2,000 — 3,500 m, Jan. — Fernere Fundorte im Gebiete: Kifinika (Neumann),
Moschi (Schillings), Aruscha (Fischer), Kilimandjaro 4 — 10,000 F. (Johnston, Ab-
bott).
Alseonax cceralesrens (Hartl. ) ist durch Abbott von Taveta bekannt.
108 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 3.
Crjptoloidiii uiiibrovireus (lorcadichroa Rchw. Neum.
Cryptolopha nmhrovirens dorcadichroa Rchw. Neum., Oberholser, Proc. U. S. Nat.
Mus. XXVIII 1905, p. 916.
Lg. 105—115, Fl. 53—57, Schw. 42—45, Fl./Schw. 20—25, Iris dunkel- oder rotbraun, 2—2,; mm.
Am vorderen Augenwinkel ein dunkler Fleck.
Der Jungvogel hat die Vorderbrust hell graubräunlich verwaschen und gleichwie
die Mitte des Unterkörpers grünlich angehaucht.
Die Biologie dieser Art war bisher unbekannt. In seinem ganzen Auftreten an
einen Laubsänger erinnernd, gehört dieser Vogel typisch dem Regenwald der Berge an
und wird nur zufällig unterhalb desselben angetroffen. Lebhaft hüpft er hier im Laub-
werk umher, eifrig seine Nahrung suchend, wobei er dann und wann seine feine Stimme:
hiö-tjü-hi'tt-hi'tt-tjö hören lässt, den ersten Ton etwas wehmütig, die anderen mehr klin-
gend; bald folgen drei, bald vier Töne auf den ersten länger ausgehaltenen, bisweilen
wird der letzte verdoppelt. Steht man still, so kommt der kleine Sänger ganz nahe,
neugierig wie ein Laubsänger den Hinterkörper und Schwanz hin und her bewegend,
und man kann sich kaum vorstellen, dass man nicht eine Art Laubsänger vor sich hat,
unter welcher Gattung {Ficedula, Phyllopneuste) eine CnjjHoJopha- Art auch ursprüng-
lich beschrieben worden ist.
Die Nahrung besteht aus Insekten und Larven. Nur einmal wurde der im Regen-
wald häufige Vogel in der unteren Kulturzone angetroffen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,100 m, März; Kiboscho, Regenwald,
2,000—3,000 m, Febr., Dez. — Meru: Regenwald, 2,000—3,500 m. Auch in der
Bambusregion des Berges, Dez., Jan. — Ferner: Kilimandjaro 6,000 F. (Hunter),
östl. KiUmandjaro 6 — 10,000 F. (Abbott).
€hloropeta iiataleiisis siinilis Richm.
Chloropeta similis Richmond, Auk XIV, 1897, p. 163. — Chloropekr tiatalensis similis Richm.,
Oberh., Proc. U. S. Nat. Mus. XXVIII, 1905, p. 912. — Chloropeta kenya Shaepe, Bull. Brit.
Orn. C. XII, 1901, p. 31.
Dr. Sharpe hat freundlichst eines der mitgebrachten Meru-Exemplare mit seinem
Typus aus Kenia verglichen und die Übereinstimmung bestätigt.
In den höheren Teilen des Regenwaldes des Meru in etwa 3,500 m Höhe wurde
diese Art, über deren Lebensweise bisher nichts bekannt war, Ende Januar angetroffen.
Hier hielten sich die Vögel (ein Paar, cT ? ) zwischen der dichten Vegetation des Bodens
bei mehr offenen Plätzen auf. zeigten sich einen Augenblick über dem niedrigen Blätter-
werk, stiessen einige ungewöhnlich klangvolle Töne aus, um sofort wieder zwischen
den Kräutern und Gräsern des Bodens zu verschwinden.
Meru: Regenwald, 3,500 m, Jan. — Ferner: ö. Kilimandjaro 10,000 F. (Abbott).
Chloropeta natalensis massaica Fschr. Rchw. wird von Fischer aus Komboko
am Kilimandjaro und von Schillings von dem Kirarägua angeführt.
SJÖSTBDT, VÖGEL. 109
SniitiKii'iiis caponsis (A. Sm.).
Rchw. I], 471. — Lg. 145 — 15(1, Kl. 73, Schw. 55, Fl./Schw. 30—35, Iris dunkelbiaun oder rot-
braun, 5,.) mm.
Wurde zweimal in der Kultiirzone erlegt.
KiJitnandjaro: Kibonoto, 1,300 m, Nov. — A\ich von 7\ahe (Neum.4Nn) be-
kannt.
Batis mixta (Shell.).
Hrlivv. II, 479. — Lg. 105—115, Fl. ö4— 65, Schw. 36, Fl./Schw. 8—10, Iris rotbraun bi.s dunkel-
braun, 4 mm.
Die vorliegenden drei Vögel stammen vom Kilimandjarö her und gerade aus der-
selben Höhe (2,000 m) wie die Tyjien dieser Art, der sie also ohne Zweifel angehören.
Indessen haben die zwei J* keinen weissen Genickfleck, wodurch sich die Kilimandjaro-
Art von diinorpha unterscheiden soll, sowie auch keinen weissen .\ugenbraueristrich,
das zweite Unterscheidungsmerkmal der Arten. Diese Charaktere scheinen also zu
wechseln vnd die beiden Arten in einander überzugehen. Das Rotbraun der Brust
ist beim ? deutlich dunkler als das der Kehle, wie l)ei flimorpJia, ein weisser Kropffleck
ist dagegen nicht vorhanden, obgleich die betreffende Partie ziemlich hell ist. Nach
Reichenow ist die Länge des Schwanzes kein zuverlässiges Kennzeichen. B. onixta
ist 1889, dimorpha 1893 beschrieben. Ein am 5. Nov. erlegtes cf hatte grosse Testes.
Kilimandjarö: Kibonoto, untere Kulturzone — Regenwald, Nov. — Ferner: ö.
Kilimandjarö 6 — 7, 000 F. (Hinter, Abbott).
Batis niolitor puella Rchw.
Rchw. II, 483. — Lg. 105—115, Fl. 56—60, Schw. 40—45, Fl./Schw. 20, Iris blassgelb, graublau
mit gelbem Ring oder weissblau, 3 — 3,5 mm.
Nicht selten in den Akazien\väldern am Flusse Ngare na nyvdvi, wo sie sich, fast
immer paarweise, in den lichten Kronen aufhielt. Mageninhalt: kleine Käfer u. a.
Insekten.
Kilimandjarö: Kibonoto, MischAvald, April. — 7lf(;n<-Niederung: Ngare na nyuki,
Jan. — Ferner: Moschi (Schillings).
Balis minor suahelica Neitm. [»Balis orientalis (Hkugl. )»] ist für das Gebiet
durch Neumann (Kahe), IMarwitz (Marangu) und Abbott (Taveta) nachgewiesen.
(Vergl. Rchw., 1. c, p. 481 und Neumann J. O. 1907 p. 353).
Batis niolitor moiitaiia n. subsp.
Das ^Männchen ist dejn der puella sehr ähnlich, aber grösser. Das breite schwarze
Brustband besonders an den Seiten mit Dunkelbraun gemischt.
Lg. 130, Fl. 63, Schw. 49, Lauf 19,.-), Iris gelbweiss, 3 mm.
Das Weibchen ist oben viel dunkler als das ? der 'puella, schwarzgrau statt asch-
grau, auch der Nacken und Oberkopf dunkler, der leftztere schiefergrau; der grosse
weisslich graue Nackenfleck der puella ist hier kaum zu seilen.
110 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Lg. 120, FI. 60, Schw. 44, Lauf 18, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Während die Hauptform den Steppenwäidern des Gebietes angehört, wurde
diese grössere und dunklere Form im Regenwald angetroffen.
Kilirnandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 m, Nov.
Platysteira poltata Sund.
Rchw. II, 487. — Lg. 135, Fl. 65, Schw. 52, Fl./Schw. 33, Iris dunkel, 4 mm.
Vorliegendes J aus Kibonoto hat nur wenig grünlichen, mehr blauen Metall-
glanz am Kopf und nähert sich dadurcli der P. jaclcsoni.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald, 15. Aug. — Ferner: Kiboscho, Marangu
und Moschi (Neumann).
Platysteira cryptofleura Oberh. n. sp. Useri, Kahe (Abbott).
Trochocereus lüvittatus Rchw.
Rchw. II, 499. — Beim alten Weibchen ist der ganze Oberkopf mit den langen
Haubenfedern stark stahlblau glänzend, wie beim <S, vielleicht etwas heller, stark
gegen die sonst matte Färbung des Vogels abstechend; Nacken und Rücken blaugrau;
Kehle und Vorderbrust etwas heller blaugrau, weiss gefleckt und gestrichelt, dichter
gefleckt an der Kehle wie auch an den Hals- und Kopfseiten; Zügel und Kinn weiss;
Unterkörper weiss, an den Seiten blaugrau verwaschen; Unterflügel- und Unterscliwanz-
decken weiss; Schwingen schwarzgrau, aussen schmal blaugrau gesäumt; die mittleren
und grossen Flügeldecken mit weissem Endfleck resp. Endsaum, zwei schmale schräg
gehende Flügelbinden bildend; Schwanzfedern von der Farbe der Schwingen, schwach
blaugrau angehaucht.
Wie der wesbafrikanische T. nigromitratus, der in Kamerun im dichten Unter-
holz der Wälder lebt, hält sich auch dieser Trochocereus im Unterholz dichter Wälder
auf und zeigt sich nicht gern auf offenem Terrain. In den überaus dichten Waklpartien
mit fast undurchdringlichem, schattigem Unterholz, wie sie bei Kibonoto in der unteren
Kulturzone als Rest der früheren, jetzt zum grossen Teil von den Wailschaggas weg-
gehauenen Wälder erhalten geblieben sind, in dichten Gebüschen an den Seiten der
Erosionstäler fand ich diesen Vogel bei einigen Gelegenheiten. Hier führt er ein zu-
rückgezogenes Leben, ohne durch Gesang oder sonst die Aufmerksamkeit auf sich zu
ziehen, fliegt leise zwischen dem Lau})werk der niedrigen Bäume oder ruht unter den
schattigen, dicliten Partien derselben. Seine Stimme ist rauh und schwach.
Kilimandjaro: Kibonoto, Nov., Mai. — Ferner: Kahe (Neumann), Taveta,
östl Kilimandjaro 6,000 F. (Abbott), Moschi (KiTTENBERaEn).
Tchitrea perspicillata snahclica (Rchw.).
Rchw. II, 509. — Augenlid hellblau, Iris dunkelbraun, 3 mm, ^ ad. Lg. 190, resp. 330, Fl. 85,
Schw. 100, resp. 240, Fl./Schw. 60, Iris schwarzbraun, 4 mm.
Schien liauntsächlich in der Kulturzone vorzukommen, wo sie in den Planta-
nenpflanzungen, in erhalten gebliebenen Urwaldpartien, besonders wo diese dicht und
schattenreich sind, ziemlich häufig war. Wird einzeln oder paarweise angetroffen.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 111
Kilünroidjaro: Kibonoto, Kiboscho, Febr., März, April, Mai, Nov. — Ferner:
von Moschi, Merkersee (Schillings), Moschi, Kiboscho (Net.^mann), .\ruscha (Ftscpier),
Taveta (Jackson), Marangu (Marwitz), Taveta, östl. Kilimandjaro (Abbott) bekannt.
Caiupephagidae.
Coraciiia caecia pura (Sharpe).
Rchw. II, 515. — $. Lg. 230, Fl. 120, Schw. 110, Fl./Schw. 60, Iris nussbraiin, 7 mm.
Nur einmal beobachtet, und zwar im Regenwald des Kilimandjaro, wo ein ? am
25. Sept. in einer dichten, hohen Baumkrone erlegt Avurde. Mageninhalt: Käfer und
Raupen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald 2,000 m. — Neu für das Gebiet.
Campephaga flava Vibill.
Campephacju nigra Vieill.; Reichenow, Die Vögel Afrikas II, p.518.
'» flava ViETLL. ; Oberholser, Proc. U. S. Nat. Mus. XXVIII, 1905, p. 921.
Lg. 200—220, Fl. 100—105, Schw. 90, Fl./Schw. 50—60, Iris braun bis rotbraun, 5— G mm.
Vom unteren Regenwalde durch die Kulturzone und den Mischwald bis zur Obat-
gartensteppe wurde diese Art dann und wann beobachtet, wo sie gewöhnlich allein
im Laubwerk umherhüpfte. Ein am 16. März erlegtes ? hatte ein völlig reifes Ei
im Ovidukt; es war hell blaugrün mit braunen, am gröberen Ende zahlreicheren Flecken.
— Lebt von Larven und Insekten.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe — Regenw^ald, März, April, Mai,
Nov. — Mern: Kulturzone, Dorf Meru, Jan. — Ferner: von Taveta (Hitnter), Kahe
(Neitmatün), Taveta, östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott) bekannt.
Cainpephag:a liartlaubi (Salvad.).
Rcliw. II, 520. — Lg. 205, Fl. 103, Schw. 100, Fl./Schw. 60, Iris nussbraun, 5 mm.
Diese Art war bedeutend spärlicher als die vorhergehende, flava, und wurde nur
ein paarmal beobachtet.
Kiliinandjaro: Kibonoto, Dez. — Auch von Aruscha durch Fischer bekannt.
Laniidae.
Eurocepliahis rüppelli Bp.
Rchw. IL 526. — Fl./Schw. 45—55, Iris dunkelbraun, 5— 5,r, mm.
Unterwegs durch Usanibara zeigte sich dieser Würger an mehreren Orten sehr
häufig in offenem, mit zerstreuten fTcbiischen und kleineren Bäumen, besonders Akazien,
bewachsenem Terrain, wo er durch sein buntes weiss-braunes Kleid leicht die Auf-
merksamkeit auf sich lenkte. Oft waren einige in der Nähe beisammen. Wenn
112 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
er jagend sich wieder auf einen dürren Zweig o. dgl. setzen will, senkt er sich bisweilen
mit eigentümlich über dem Rücken etwas zusammengehaltenen Flügeln. Seine Stimme
ist rauh.
Usanibara : Same, Juni. — Kilimandjaro-^if^Aerwwg: Kahe, Juni. — Ferner:
Usp.ri (Hunteb), Kahe (Neumann), Taveta (Abbott).
Sig:ino<liis retzii trieolor (G. R. Gr.).
Rchw. II, 535. — Lg. 220—225, Fl. 120—122, Schw. 87—90, Fl./Schw. 40—45, Iris rotgelb, bei
jüngeren Vögeln gelbweiss, graugrün oder hei! Terra, 6 — 7 mm. Füsse korallenrot oder chromgelb.
In hohen, den Fuggafluss begrenzenden Bäumen der unteren Kulturzone wurde
dieser Vogel bisweilen beobachtet, sowie auch in dichten Urwaldpartien längs dem
Sanyafluss. Hier zogen sie in kleineren Schwärmen in den Kronen umher von welchen,
oft im Chorus, ihr klangvolles tjü-jü-jü, tjü-jü-jü, tjü-jü-jü ertönte, bisweilen mit einem
raschen tjü-jii-uitt abwechselnd oder auch in tjöuii-, tjoü-ü-ti-tjoü übergehend.
Kiliinandjaro: Kibonoto, Mischwald — Kulturzone, März, April, Aug., Sept. —
Neu für das Gebiet.
Sigmodus retzii graculinus (Gab.) ist durch Neumann (Marangu) und Abbott
(Kahe) für das Gebiet nachgewiesen.
Nilaus afer massaicus Neum.
Journ. Ornith. 1907, p. 363 — Lg. 145, Fl. 82, Schw. 53. Fl/Sehw. 24, Iris schwarzbraun, 4 mm.
Füsse blaugrau.
Dann und wann in den lichten Akazienwäldern am Ngare na nyuki beobachtet.
Hier wurde er gewöhnlich allein gesehen, wie er leise in den Akazienkronen herum-
hüpfte.
ilfe/«-Niederung: Ngare na nyuki, Nov., Jan. — Ferner vom Dschallasee (Neu-
mann) undUseri (Abbott) bekannt.
Poniatorhynehus ausstralis minor (Rchw.).
Rchw. II, 547. — Lg. 185, Fl. 76, Schw. 80, Fl./Schw. 55—60, Iris dunkel- oder graubraun, 5 mm.
Besonders im Mischwald und iii der Gbstgartensteppe war dieser Würger ziem-
lich häufig, wo er sich gern im dichten Gebüsch und in niedriegen Bäumen aufhielt.
Während der Brutzeit steigt das cT in die Luft empor und lässt sich, laut singend
fast v.'ie ein Anfhus arboreus, wieder in einem Baum nieder.
Kilvinandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone-INIischwald-Obstgartensteppe. Aug.,
Nov. u. s. vv. — Ferner: Marangu, östl. Kilimandjaro 4,000 F. (Abbott), Moschi
(Schillings).
Pomatorliynehiis seneisalHS armeims Oberh.
Proc. U. S. Nat. Mus. XXX (1906) p. 809 — Lg, 220—230, Fl, 88—90, Schw. 90—92, Fl./Sehw.
70 — 80, Iris dunkelbraun, 5 — 6 mm.
Wie minor kommt auch diese Art in der Obstgartensteppe und im INIischwalde
vor, wenn auch vielleicht nicht völlig so gemein wie jener. Von einem Gebüsch zuui
anderen, oft nicht weit vom Boden, fliegend breitet er den Schwanz fächerartig aus,
S.TÖSTEDT, VÖGEL. 113
wobei die breit weissen Federspitzen gegen den dunklen übrigen Teil des Schwanzes
sicli grell und liübsch abheben.
KUimandjarn: Kibonoto, Kulturzone- ^Mischwald-Obstgartensteppe, — Jan., März,
April, Juli. — Jfem-Niederung, Mischwald, Jan. — Ferner: Dschallasteppe (Kretsoh-
mer), Taveta (Abbott, Hunter).
Nicator anularis Finsch. Hartl.
Rchw. II, 555. — Lg. 235, Fl. 107, Schw. 113, Fl./Schw. 70, Iris dunkelbraun, 6 mm.
Wie der westafrikanische, in Kamerun häufige N. chloris hält sich auch diese
Art in dichtem, dunklem Unterholze auf, war aber im Gebiete recht spärlich, indem
er nur einmal beobachtet wurde, und zwar in den Urwaldi:)artien der unteren Kultur-
zone bei Fugga, wo ein J", das durch seine laute, wiederholte, schnalzende Stimme
seinen Platz im dichten Blätterwerk verriet, erlegt wurde. Wie chloris frisst er gern
Heuschrecken.
Kiliinandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April. Ferner: Kiboscho, Kahe (Neu-
mann).
> Chloroplioneus iiigrifrons (Rchw.).
(Taf. 2, Fig. 3).
Rchw. II, 560. — Lg. 190—200, Fl. 85—89, Schw. 85—89, Fl./Schw. 55—65, Irii^ lackrot (art.), rot-
braun oder dunkelbraun (jun.), 4,5 — ö,:» mm.
Ich halte diese dem Chlorophoneus abbotti sehr nahestehende Art vom letzteren
gut unterschieden. Das Rote erstreckt sich hier nur über den Kropf und gewöhnlich
nach oben auch über die Kehle und ist schon bei jungen, unten mattgrün quergebänderten
Vögeln deutlich zu sehen, geht aber nicht weiter am Unterkörper hinab. Das schwarze
Zügelband geht bei nigrifrons bis zum Auge oder umsäumt dasselbe oben schmal, bei
abbotti verläuft es ziemlich breit über dem Auge, das von Schwarz ganz umgeben wird;
auch an den Halsseiten ist bei letzterer Art das Schwarze mehr ausgedehnt. Die Ohr-
gegend ist bei nigrifrons oft graulich, nicht so tief und rein schwarz wie bei abbotti.
Der bisher unbeJ:an7ite Jungvogel (Taf. 2 Fig. 3) ist oben grün wie der alte, hier und
da mit einer gelblich gesäumten Feder, Oberkopf und Nacken von derselben Farbe,
aber etwas grau gemischt; unten viel heller, grüngelb, an den Weichen grüner, fein
und dicht mattgrün quergebändert, an den Weiclien und unteren Schwanzdecken
undeutlicher; avich an der Kehle schwächer und feiner; Ohrgegend hell gestrichelt;
Kropf deutlich rot angeflogen; kein schwarzes Stirn- und Zügelband; Flügeldecken
und Armschwingen mit gelblicher Spitze, an den ersteren innen dunkel begrenzt: untere
Flügeldecken hellgelb, etwas dunkelgrün gefleckt; Schwanzfedern oben grün, die Federn
bis zur Spitze an der Innenfahne gelblich gesäumt, die äussersten an der Spitze auch
am Aussenrande gelblich. Am 10. April erlegt.
Lebt in laubreichen Waldpartien, wo er in den dichten Kronen oder in den Ge-
büschen herumhüpft, sowohl in der unteren Kulturzone, wo solche Partien noch er-
halten geblieben, wie in der oberen und im Regenwald. Er ist ziemlich häufig. Magen-
inhalt: Käfer (Cassiden), Phasmiden, Raupen.
Kilimandjaro : Kibonoto 1,100 — 2,500 m, April, Mai, Okt., Nov.; die Art ist
auch von Marangu (Marwitz) bekannt.
Sjwlcrlt.« Kilimatnl/am-Aferti Kxpnlition. 3. 15
ii4 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Chlorophoiieus abliotti (Rich.).
Rchw. II, p. 560. — Chlorophoneus miniatus Mad., Ann.Mus.Nat.Hungr.il, 1904, p. 205.
Lg. 190—120, Fl. 87—96, Schw. 84—^5, Fl./Schw. 50—70, Iris lackrot 6 mm.
Eine Reihe von elf vorliegenden Bälgen in verschiedenen Altersstufen zeigt, dass
der vom Kiliniandjaro neulieh beschriebene miniatv.-s nur als eine besoi)ders schöne
Ausfärbungsstufe des abhotti aufzufassen ist. Die Farbe der X''^nterseite geht von Hell-
gelb bis in tief Orangegelb über; die noch schöner ausgefärbten sind an Vorderhals
und Brust stark mennigrot {miniatus) angeflogen mit durchleuchtender gelber Grund-
farbe.
Ein jüngerer vorliegender Vogel (?) ist unten im Ganzen mehr grünlich, das
schwarze Stirnband ist mit Grau gemischt, und die Ohrgegend ist nicht schwarz, sondern
grau wie der Oberkopf, dunkel schattiert. Schöne rotbrüstige Männchen [miniatus)
im März, Okt. — Dez. erlegt.
Auch diese Art halt sich in laubreichen Waldpartien auf sowohl in der Kulturzone
wie im Regenwald. Bisweilen habe ich von dichten Gebüschen, wo dieser Vogel dann
gesehen wurde, äusserst schöne und klangvolle Töne gehört, die, wie ich glaube, von
ihm herkamen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Regenwald, März, April, Nov., Dez. —
Ferner: ö, Kilimandjaro 1,500 m (Abbott).
l'liioroplioiUMis siilfiireopeetus .siiiiheliciis Neum.
Journ. Ornith. 1899, p. 395. — Lg. 180—185, Fl. 85-90, Schw. 90—97, Fl./Schw. 50—55, Iris
rotbraun, 5,5 — 6 mm.
Im Mischwald und in der unteren Kulturzone wurde dieser schöne, bunte Vogel
einigemal beobachtet, wo er sich noch in den äussersten kleinen Akazien am Rande
der Steppe zeigte. Er versteckt sich oft überaus gut in den dichtesten Gebüschen,
aus denen seine herrliche Stimme bisweilen erklingt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Sept., Nov., Dez. — Ferner: Aruscha (Fischkr),
Taveta (Hunter).
Liuiiariiis fuiiebris (Hartl.).
Rchw. II, 574. — Lg. 210—215, Fl. 85—90, Schw. 80—85, Fl./Schw. 60. Iris dunkelbraun, 5 mm.
Wenn auch bisweilen, und zwar im Jan. und März, in der Kulturzone des Kili-
mandjaro beobachtet, gehört dieser Würger typisch mehr offenem, mit zerstreuten
Bäumen und Gebüschen bewachsenem Terrain an, wie den lichten Akazienwäldern
am Ngare na nyuki, wo er häufig war und sofort durch den eigentümlichen Wechsel-
gesang des Paares die Aufmerksamkeit erregte. Auf das knurrende hö-i-jö oder je-
i-je des Weibchens antwortet sofort das Männchen mit einem lauten, raschen, frischen
Doppelpfiff: tju-ipp, tju-ipp oder tjutt, wenn Doppelton zuerst niedriger, dann scharf
höher abgeschlossen. Bisweilen lässt das ? ein knarrendes, gedämpftes «rrrh ! » hören.
Mitte Dez. wurden Jungvögel mit dunkler Querbänderung an Bauch und Weichen
erlegt. Mageninhalt meistens Käfer.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 115
Kilitiiandjaro: Kibonoto, Knltnrzone, Jan., März. — Mer«-Niederinig: Ngare
ua iiyuki, Nov., Jan. Ferner: Useri (Hunter), Mosclii (ScniLLi>fGs), Kahe (Neu-
mann), Aruscha (Fischer), Taveta (Abbott).
Lanius sublacteus (Cass. ) ist von Fischer für Aruscha, von Johnston und Abbott
für den östl. Kiliniandjaro 5,000 F. nachgewiesen.
Laiiiariiis a^tliiopicus aiiil>ig:uus Mad.
Laniarin-<t ninbiguus Mad., Ann. Mus. Nat. Hungar. II 1904, p. 205.
Laniarius (Bthiopicus amhigmts Mad., Reichenow, Die Vögel Afrikas III, p. 834.
Lg. 225, Fl. 100, Fl./Schw. 55—60, Iris dunkel- oder rotbraun, 5,5—6 mm.
Eine tägliche Erscheinung in diesen Gegenden, wo er durch seinen Wechselsang
und seine überaus variierende Stimme mehr als alle anderen Vögel die Auf merksamkeit
auf sieb zog. Über diesen Tonkünstler vergl. weiter die Einleitung, p. 25— 29. Während
der Trockenzeit im Jan. und Febr. hört man den Vogel weniger.
Kiliniandjaro: Kibonoto, Buschsteppe-Regen wald. — Meru: Buschsteppe-Kul-
turzone. — Ferner: Marangu (Neumann), Aruscha (Fischer), Moschi (Schillings,
Kittknberger) und östl. Kiliniandjaro 5,000 F. (Hunter).
Dryosoopiis ciibla hamatiis Hartl.
Rchw. II, .594. — Lg. 170—180, Fl. 80—85, Schw. 65—70, Fl./Schw, 35—45, Iris lackrot, 5 mm.
Mit Vorliebe hielt sich dieser Würger in der unteren Kulturzone auf, besonders
in den hier und da zwisclien den Ansiedelungen der Wadschaggas stehen gebliebenen
Bäumen oder Gruppen von solchen. Hier hält er sich in den höheren Kronen auf,
aus denen man oft seine klangvolle, weithin tönende Stimme: tju, tju-tju- - hört, beson-
ders wenn der Vogel mit geräuschvollem Flug nach einem anderen Baum fliegt. Wurde
auch sowohl in der höheren Kulturzone, in 1,800 m Höhe, wie in dem an die Steppe
grenzenden Mischwald gesehen.
Kiliniandjaro: Kibonoto, Mischwald-Kulturzone, März, April, Sept., Nov. Ferner:
Aruscha (Fischer), Moschi (Neumann, Schillings), Kiliniandjaro .3,500 F, (Johnston),
Marangu (Marwitz), Useri (Hunter), Taveta (Jackson, Abbott).
Drijoscopu.'^ affinis (G. R. Gr.) und D. 'pringlii Jacks, sind für re.sp. Aruscha
(Fischer) und Kifinika (Jackson) nachgewiesen.
Lanius collaris uropyarialis Rchw.
Rchw. II, 009; III, 834. — Lg. 2.30—250, FI. 95—98, Scliw. 120—130, Iris rotbraun bis dunkel-
braun, 5,5 — 6 mm.
Reichenow trennt 1. c, Bd. 3. die ostafrikanische Form des LaniiiM humeralis
unter dem Namen uropygialis von der nordöstlichen, für welche der Name hume-
ralis beibehalten wurde.
Eine im [Mischwald, in der Obstgarten- und Akaziensleppe und ähnlicliem offenem
Terrain fast tägliche Erscheinung, wo er sich am liebsten in kleinen, einzeln stehenden
Akazien u. a. Bäumen aufhielt. Lebt von Heuschrecken, Forficuliden, Käfern u. s. w.
Jüngere Vögel im März, Juli, Dez. erlegt.
116 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Steppe. Wurde auch an der oberen Grenze
der Kulturzone, etwa 1,900 m, gesellen. — 3f er?/-Steppe. — Ferner: Aruscha (Fischer),
Moschi (Schillings), östl. Kilimandjaro 4 — 7,000 F. (Johnston), Marangu (Marwitz).
Laiiius cabaiii*«i Hart.
Nov. Zool. XIII, (1906), p. 404. — Lanius caudatus Gab., Rchw. II, 613. — Lg. 285— .300, Fl. 110
—115, Schw. 155—160, Fl./Schvv. 115—120, Iris dunkelbraun bis rotbraun, 6—7 mm.
Kommt im Gebiete nicht selten vor und wurde bei mehreren Gelegenheiten in
der Niederung der Berge beobachtet, einzeln oder einige zusammen. Offenes mit
zerstreuten niedrigeren Bäumen und Gebüschen bewachsenes Terrain w ar der beliebte
Aufenthaltsort dieser Vögel: durch ihre scliwarz- weisse Tracht waren sie dort schon
von weither sichtbar, wo sie gern im Wipfel eines Gebüsches oder Baumes tronten.
Usamhara, Juni.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, Gangasumpf, Baum-Buschsteppe, März,
April. — ilferH-Niederung, Jan., Dez. — Ferner: östl. Kilimandjaro 3,000 F. (John-
ston), Useri (Hunter), Aruscha (Fischer), Taveta, Dschallasee (Abbott).
Lanius dorsalis Gab.
Rchw. II, 614. — Lg. 210, Fl. 105, Schw. 97, Fl./Schw. 65, Iris dunkelbraun, 5,5—6 mm.
Ein am 20. Juni erlegter Jungvogel hat von der neuen Tracht schon einige graue
Rückenfedern und et\\as Schwarz am unteren Teil des Halses vor dem Flügelbug be-
kommen. Sonst reines Jugendkleid.
In Usambara an mehreren Orten ziemlich oft gesehen, wurde diese Art in) Kili-
mandjaro-Meru-Gebiete mir zweimal beobachtet, und zwar auf offener, mit zerstreuten
Akazien und Gebüschen bewachsener Steppe. Auf einem dürren Zweige sass der
schöne Vogel, in seinem hellgrauen, schwarzen und weissen Kleid leuchtend, ruhig
in aufrechter Haltung, den Kopf hin und her wendend, um sicli dann hinabzii werfen
und am Boden hinstreichend schiesslich auf einen dürren Zweig oder anderen freien
Platz hinaufzufliegen. Die Stimme ist ein dann und wann wiederholtes tjöt-tjöt-.
Usamhara: Mkomasi, Juni.
Meru: Massaisteppe, Ngare na nyuki, März, Juli. — Neu für das Gebiet.
Lanius minor Gm.
Rchw. II, 616. — Lg. 200, Fl. 120, Schw. 95 mm, Iris dunkelbraun.
Nur einmal im Gebiete von mir beobachtet, wo ein ? am 6. April auf der mit
vereinzelten Gebüschen versehenen Grassteppe zwischen dem Kilimandjaro und Meru
erlegt wurde.
Kilimandjaro-l^iederu.ng, Ngare nairobi. — Auch von IMosclii (Schillings) be-
kannt.
Lanius oollurio L.
Rchw. II, 622. — Als Wintergast wurde unser Neuntöter von Nov. — April nicht
selten beobaclitet, sowohl auf der Steppe und im Misch walde wie in der unteren
Kulturzone, immer in einzelnen Exemplaren.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 117
KiliiiKDidifiio: Kibonoto, April; Ngare nairobi, März. — ilfen'-Steppe: Ngare
na nyuki, Nov., Dez. — Ferner: Marangu (Abbott) und Mosclii (Schillings).
Liuiius isabelliiiiis Hempr. Ehr.
Rchw. II, 624. — Lg. 180, Fl. 90, Schw. 85, Fl./Schw. 45—48, Iris dunkelbraun, 5 mm.
Auf der sonnendurchglühten, dürren Akaziensteppe am Ngare na nyuki wurde
diese helle Art im Jan. zweimal erlegt. Hier hielten sie sich einzeln in den dornigen
'Gebüschen auf und waren wenig scheu.
■Ife/-» -Steppe: Ngare na nyuki, Jan. — Östl. Kilimandjaro (Abbott).
Folgende Laniiden sind ferner für das Gebiet nachgewiesen worden: Priovops
talacoma A. Sm., Taveta (Hunter), Moschi (Schilli.kgs). — F. melamrptera inlcrmc-
dia Sharpe, Taveta (Hunter). — P. vinaceigularis Richm., östl. Kilimandjaro (Ab-
bott). — Urolestes os^yMatona?is Rchw., Aruscha (Fischer).
Corvidae.
Corvus albus P. L. S. Müll.
Kleinschm. Journ. f. Orn. 1906 p. 90.
C. scaimlatns Daud., Rchw. IT, 634. — Lg. 480—490, Fl. .310—360, Scliw. 170—200. Fl./Schw.
10—12, Iris dunkel, 8 mm.
Den Schildraben, der an der Küste bei Tanga und zwar besonders am Meeres-
ufer eine tägliche Erscheinung war, habe ich im Kilimandjaro-Meru-Gebiete nicht
oft gesehen, obgleich er bei einigen Gelegenheiten doi't angetroffen wurde. So wurden
mehrere Exemplare an einer Viehboma nicht weit vom Dorf ]Meru und einige in der
Kulturzone bei Useri an der Ostseite des Kilimandjaro beobachtet.
Usamhara: Tanga, Juni.
Kilimandjaro: Useri, Mai. Jfe/»-Niederung, Dez. — Ferner: östl. Kilimandjaro
5,000 F. (Johnston, Abbott).
Corvultur alhicollis (Lath.).
Rchw. II, 640. — Lg. 530, Fl. 400, Schw. 190, Fl./Schw. 20, Iris dunkelbraun, 8 mm.
An der Küste habe ich den Geierraben nicht beobachtet, und erst bei Tanda
wurde er während des Marsches durch Usambara nach dem Kilimandjaro gesehen und
zwar im dortigen Negerdorf, wo einige auf den Hütten sassen oder auf dem Boden
umherspazierten. Ohne Furcht vor den Eingeborenen, zeigten sie sich uns gegen-
über behutsam und nach einigen Schüssen sehr vorsichtig. Im Kilimandjaro-Meru-
Gebiet war dieser Rabe ziemlich häufig, wo er sich von der Steppe an bis hinauf in die
höchsten Teile der Berge zeigte; so wurde er am Kilimandjaro über den Gletschern
der Eiskuppe scliwebend gesehen. Kommt das Jahr hindurch vor.
U-sahihara: INIoembe, Lempeni (Limbeni), Tanda.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kiboscho, Steppe — Eiskuppe. Meru: Steppe — Gipfel.
— Ferner: Aruscha (Fischer), Marangu, Kahe (Abbott), Kilimandjaro (Jackson,
Hunter, Johnston).
118 SJÖSTEDTS KILIMANDJAHO-MERU EXPEDITION. 3.
Dicniridie.
Dicrurus iulsimilis (livaricatiis (Licht.).
Oberholser, Proc. U. St. Nat. Mus. XXVIIT, 1905, p. 918. — D. afer (A. Licht.), Rchw. II, 646.
— Lg. 240, Fl. 130. Schw. 120, Fl./Schw. 55, Iris dunkelbraun oder rötlich, 5 mm.
Wenn auch nicht häufig, war diese Art an mehreren Stellen in der Obstgarten-
steppe, wo sie sich mit Vorliebe aufhielt, ziemlich gemein. Hier hielt sie sich allein
oder paarweise in dünnblätterigen Kronen auf, oft ruhig auf einem Zweig sitzend, von
welchem sie auffliegend ihre Beute ergriff. Auch in den lichten Akazienwäldern am
Ngare na nyuki gesehen. Mageninhalt: Heuschrecken.
Kiliinandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone-Baumsteppe, Nov., Dez. — Meru-
Niederung: Xgare na nyuki, Jan. — Ferner: Moschi (Schiliings), östl. Kilimandjaro
(Abbott), Aruscha (Fischeb).
Oriolidae.
Orioliis notatus Ptrs.
Rchw. II, 656. — Lg. 220, Fl. 136, Schw. 78, Fl./Schw. 28, Iris lackrot, 7 mm.
Viel seltener im Gebiete als 0. rolleti, wurde dieser schöne Vogel nur einmal dort
gesehen und zwar in einer hohen Krone in der Pflanzung am Fuggafluss, wo gleich-
zeitig auch Sigmodus recht häufig auftrat.
Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, Sept. — Ferner: Taveta (Abbott,
Hunter), Kilimandjaro 2,.500 F. (Johnston).
Orioliis oriolus (L.) ist vom östl. Kilimandjaro durch Abbott bekannt.
Oriohis larvatus rolleti Salvad.
Rchw. II, 659. — Lg. 205—240, Fl. 130, Schw. 85, Fl./Schw. 21—35. Iris lackrot, 6 mm.
In offenem Mischwald und in der Obstgartensteppe, besonders avo hier und da
hohe Bäume standen, in deren Kronen er sich mit Voi'liebe aufhielt, hörte man nicht
selten die zweitönige, gedämpfte Stimme dieses Vogels, der zweite Ton schwach mar-
kiert, verklingend. Bisweilen ist die Stimme drei- viert önig wie: tj6-löa-ö, oder auch
ein: o-a-ho, der zweite Ton niedriger; die Töne sind voll, gedämpft, bisweilen fast zu
einem Bellen zusammenfliessend. Einzeln oder paarweise, selten mehrere nahe bei-
sammen. Gegen Ende April hatte ein ? grosse Ovarien.
Kilimandjaro: Kibonoto, Misch wald-Obstgartenstej)pe, April, Sept. — Fernere
Fundorte im Gebiete: Aruscha (Fischeii), Taveta (Abbott), Moschi (Schillings,
Kittenbergee).
Stiirnidae.
]iii|)hau:us erythrorhyiiclius (Stanl.).
Rchw. II, 667. — Lg. 220, Fl. 118, Schw. 96, Fl./Schw. 52—55, Iris zinnoberrot, 4—5 mm.
Obgleich ich lange überall nach Madenhackern suchte, gelang es mir erst kurz
vor der Rückreise, diese Vögel im Gebiete zu sehen und zwar an der Viehboma beim
SJÖSTEDT, VÖGEL. 119
Kwarefluss in der Kibonoto-Niederung. Hier hielten sie sicli zwischen dem Vieh auf
oder sassen auf den liohen Pfählen, welche den Boinahof umgaben. In der Nähe
der Berge scheinen sie selten zu sein, wenn sie auch dort vielleicht zufällig vorkommen.
Kilimandjaro-'isliedeYung, am Kware-Flusse, 15. April. — Durch Fischer von
Sigirari bekannt.
Ihiphagii.^ afriranti'i L. soll von Abbott in Useri angetroffen worden.
Creatophora earuiiculata (Gm.).
Perissornis carunculatns (Gm. ); Reichekow, Die Vögel Afrikas II, p. 670.
Creatophora carunculaia (Gm.); Reichenow, o. c. III, p. 836.
I.g. 200—220, Fl. 115—123, Schw. 65—70, Iris dunkel, 5 mm.
In den lichten Akaziensteppen am Ngare na nyuki zogen bisweilen Schwärme
von diesen Vögeln umher, in ihrem Auftreten an unsere Staare erinnernd. Ende März
hatte ein ? grosse Eier im Ovarium. Alle erlegten waren Weibchen oder Jungvögel.
ilfer/t-Niederung. — Ferner vom Djipesee (Jackson) bekannt.
Spreo superbiis (Rüpp.).
Rchw. II, 674. — Lg. 210—220, Fl./Schw. 30, Iris Chromgelb, bei jüngeren Vögeln dunkelbraun, 5 mm.
Auf der Akaziensteppe am Ngare na nyuki war dieser prachtvolle Vogel ziem-
lich häufig und wurde auch an mehreren Stellen unterwegs durch Usambara beobachtet.
Unruhig fliegt er hier, oft zu kleineren oder grösseren Schwärmen vereinigt, von Baum
zu Baum, lässt sich auf dem hier oft von den Feuern der Massais schwarzgebrannten
Boden nieder, wo er wie unsere Staare umherspaziert, um wieder in die kleinen Aka-
zien hinaufzufliegen. Bisweilen, z. B. in der Nähe der Kraale, ziendich zutraiüich, ist
er oft unruhig und fliegt dann schon, ehe man in Schussweite herankommt, weiter fort.
Usamhara: Tanda, Juni.
iWe/»-Steppe, Okt. — KiUmandjaro: Kibonoto, Mischwald, Mai. — Ferner:
östl. Kilimandjaro (Abbott).
Spreo liildebramltl (Gab.).
Rchw. II, 676. — Lg. 215, Fl. 110, Schw. 75, Fl./Schw. 35, Iris rotgelb, 6 mm.
Unter den am Ngare na nyuki erlegten Glanzstaaren befindet sich auch ein Exem-
plar dieser ausserordentlich schönen Art.
Jferzi-Steppe: Ngare na nyuki, Aug. —Durch Hit.debrandt von Taveta bekannt.
Spreo femorali-'^ (Richm.) ist für das Gebiet durch Hunter und Abbott (östl.
Kilimandjaro, 6,000 F.) nachgewiesen.
CiHiij-riciiichis leucogaster verreanxi ([Boc] Finsch, Hartl.).
Rchw. TT. 680. ~ Lg. 170—185, Fl. 105—120, Schw. 58—60, Fl./Schw. 25-35, Iris blassgelb,
bei Jungvögeln dunkelbraun, 5 — 6 mm.
Mit besonderer Vorliebe hält sich dieser prachtvolle Vogel in der lichten Obst-
gartensteppe auf. wo er in der Kibonoto-Niederung und in der Nähe des Gangasumpfes
im Nov. mehrmals beobachtet wurde, immer in kleineren Gesellschaften. Wurde auch
120 SJÖSTEDTS KJLIMANÖJARO-MERTT EXPEDITION. 3.
in der oberen Kulturzone in einer Höhe von 1,900 m erlegt. Mitte Dez. wurden in
Prachtkleid befindliche Vögel beobachtet; Mitte April waren sie in Übergangskleid
mit eingemischten grauen Federn. Mageninhalt: Papilionaceensamen und Ameisen.
Kilimandjaro: Kibonoto: Obstgartensteppe — Kulturzone, April, INIai, Juli, Okt.,
Nov., Dez. — Ferner: Moschi (Schili.iisgs).
Amydrns (Pyrrhocheira) walleri Shell.
Rchw. IL 697. — Lg. 240—265, Fl. ] 30— 138, Schw. 95—100, Fl./Schw. 53—55, Iris
fast schwarz, 5 — 6 mm.
In den hohen Kronen der unteren Teile des Regenwaldes sowie auch in der Kultur-
zone in einer Höhe von 1,800 m habe ich diese Art ein paarmal gesehen, im Regen-
walde wohl 6 — 8 Stück. Sie leben von Beeren, wovon die Magen erlegter Vögel aoII
waren .
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Regenwald, April, Sept. — Ferner: Kibo-
scho (Neumann), östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott).
Aniydnis iiiorio rüppelli Verr.
Rchw. II, 699. — Lg. 335, Fl. 160, Schw. 170, Fl./Schw. 100, Iris schwarzbraun, 7 mm.
In der Kibonoto-Niederung am Kwarefluss, wo ein Paar sich an einem alten
Termitenhügel aufhielt, einmal erlegt; sonst nicht beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, Mai. -- Von Johnston und Abbott am
östl. Kilimandjaro 5 — 7, 000 F. gefunden.
Folgende Sturniden sind ferner für das Gebiet nachgewiesen worden: Slilho'pmr
fituhhnanni Rchw., westl. Kilimandjaro (Schillings), Taveta (Abbott). — Stilhojisar
kenricki (Shell.), Kilimandjaro (Kittenberger). — Cosmopsarus recjius Rchw.,
östl. Kilimandjaro (Abbott).
Ploceidae.
Ploceinse.
Diiicmellia diiiemelli ([Horsf.] Rüpp.).
Rchw. IIL 7. — c? Lg. 215, Fl. 115, Schw. 75, Fl./Schw. 45, Iris fast schwarz, 5 mm.
Einige jMale wurde dieser bunte Vogel unterwegs durch Usambara beobachtet
und in offenem, mit zerstreuten Gebüschen und Bäumen bewachsenem Terrain am
Mkomasiflusse im Juni erlegt.
Im Gebiete von Useri (Hunter, Abbott) und dem östl. Kilimandjaro (Abbott)
bekannt.
Anaplectes melaiiotis (Lafr.).
Rchw. III, 26. — Lg. 150, Fl, 85, Schw. 62, Fl./Schw. 25, Iris braun. 4 mm.
In der Obstgartensteppe der Kibonoto-Niederung ein paarmal beobachtet, scheint
dieser Vogel im Gebiete ziemlich spärlich zu sein.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mai, Dez. — Ferner: Moschi (Neumann),
SJÖSTEDT, VÖGKL. 121
Ploceus reielieiKMvi (Fschr.).
Kchw. III. 38. — Lg. löü 17(t, Fl. 78—80, 8ehw. 55—60, Fl./Schw. 35, Iri.s wei.ssgelb. 4 mm.
Ein am 17. März an den Natronseen zwischen dem Küiinandjaro und INIeru erlegter
Jungvogd hat, wie 8h\rpk (conf. RcHW. 1. c.) erwähnt, den OVjerkörper olivengelb,
schwarzgestriclielt, indem die schwarzbraunen Federn gelblich umsäumt sind; ein heller
Augenbrauen- xnid Sohläfenstreif ist aber hier, ebensowenig wie beim alten Vogel,
nicht vorhanden. Die gelbe Unterseite — weniger der Bauch — etwas braungelblich
angeflogen. Mageninhalt: Samen und Kies.
Ein in der Kulturzone und im angrenzenden Mischwalde nicht seltener Vogel,
V, o er dann und wann angetroffen wurde. Hier hielt er sich mit Vorliebe in den Ansiede-
lungen der Wadschaggas auf, wurde aber nie in grösseren Schwärmen gesehen, immer
einzeln, paarweise oder einige zusammen.
KiJitnandjnin: Kibonoto, Mischwaid-Kulturzone, März, April, Juli, Noa'. — Fernere
Fundorte im Gebiete: Aruscha, Sigirari (Fischer), ö. Kilimandjaro 5 — 6,000 F. (JoiiN-
STOK, Abbott), Moschi (Schillings), Marangu (M.\rwitz), Kilema (Kretschmer).
Ploceus melaiioxanthns (Cab.).
Rchw. III, 43. — Lg. 155, Fl. 80. Schw. 55, Fl./Schw. 40, Iris braunrot, 4 mm.
Anfangs Dez. wurde ein Nest dieses schönen, im Gebiete sonst nicht beobachteten
Webers auf der mit zerstreuten Akazien bewachsenen Steppe am Ngare na nyuki gefun-
den, wo es in einer Akazie etwa drei Meter über dem Boden hing. Es waren einige zu-
sammen, von denen jedoch nur eines augenblicklich bewohnt war. Das Nest ist retorten-
förmig. ganz aus feinen Bastfasern zusammengesetzt; der Beutel ist 14 cm hoch, das
Rohr etwa 8 cm breit. Es enthielt ein einziges weisses, ovales, ziemlich mattes, spärlich
rötlich braun oder blass rötlich-violett geflecktes und pimktiertes Ei in einer Grösse
von 21 X 15 mm. Die Flecken stehen etwas dichter am gröberen Ende.
Me/»-Niederung: Akaziensteppe am Ngare na nyuki, 2. Dez. — Ferner: Aruscha
(Fischer).
Ploceus ocularius suahelicus Neum.
Neumann, Journ. f. Ornith., 1905, p. 339; Hartert, Nov. Zool. XIV, 1907, p. 496.
Lg. 150—165, Fl. 70—80, Schw. 56—62, Fl./Schw. 35—40, Iris blass- oder weissgelb, 4 mm.
Nach Neumann ist die Kilimandjaro-Form mit seiner Subsp. stiahelicus 1. c. identisch.
Wurde in der Kulturzone und im Mischwald dann und wann beobachtet, gewöhn-
lich paarweise oder einzeln, nie in Schwärmen. Sein retortenförmiges, aus zarten Bast-
fasern gewebtes Nest wurde im Erosionstal am Ufer des Fuggaflusses beobachtet, wo
es zwischen dem dichten Blätterwerk etwa sechs m über dem Boden hing. Auch am
17. März beim Neste gefunden.
Kilimandjaro: Kibonoto, Jan., April, Juli, Sept., Nov. — Ferner: Aruscha
(Fischer), Kilimandjaro 2,300—6,000 F. (Johnston), Taveta, Marangu, östl. Kili-
mandjaro (Abbott), Moschi (Schillings).
Sjösledtt. Kilimandjaro- Meru Expeditinn. 3. ^"
122 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Ploceus nigriceps (Lay.).
Rchw. III, 62. — Lg. 160, Fl. 85, Schw. 55, Iris oiangerot.
Wurde in kleineren Scharen an einem grösseren Teich nicht weit von Tanga beob-
achtet, wo er sich in den am Ufer oder drinnen im Wasser stehenden Akazien n. a. Bäu-
men, im Schilfgras u. s. w. aufhielt. Vermutlich war es diese Art, die ihre Nester in
den höheren Akazien auf der Steppe am Ngare na nyuki hatte.
üsambara: Tanga, Juni. Im Gebiete am Djipesee, bei Moschi (Schillings) und
Taveta (Abbott) angetroffen.
Ploceus spekei (Heugl.).
Rchw. III, 65. — Lg. 160, Fl. 82—85, Schw. 52—54, Fl./Schw. 30, Iris rotgelb oder
($) weissgelb, 4 mm.
Bei Kibonoto in der Kulturzone beobachtet. Die erlegten Vögel hatten im Magen
weis^sen, weichen Mais.
Kilimandjaro: Kibonoto, Juli, Aug. — Ferner: Merkersee (Schillings).
Ploceus iiureoflavus A. Sm.
Rchw. III, 9], — Lg. 155, Fl. 74,. Schw. 47, Fl./Schw. 30. Iris rotgelb, 3,r, mm.
In einigen am Bande eines Baches stehenden, niedrigen Akazien, nur etwa 1 — 2 m
über der Oberfläche, wurden in den nächsten Umgebungen von Tanga mehrere verein-
zelt hängende Nester dieses Webers im Juli gefunden. Sie enthielten keine Eier. Frei-
lich konnte man auch hier und da ein Nest über der Erde hängen sehen, die meisten
waren aber, um mehr geschützt zu sein, an den über das Wasser hinausragenden Teilen
der Zweige gebaut. Wenn diese Art, die hier ziemlich häufig zu sein schien, vielleicht
oft Kokospalmen — welche, nicht weit vom genannten Platz gepflanzt, ganze kleine
Wälder bildeten — wie Fischer (1. c.) sagt, für ihre Nester vorzieht, so scheint doch sein
Ausdruck: 'Der Vogel nistet stets auf Kokospalmen und scheint geradezu mit dem
Verschwinden dieser Bäume aufzuhören >> einiger Modifikation zu bedürfen. Das Nest
ist fast kugelförmig, vorn abgeplattet, 11 cm hoch und 9 cm breit, ganz aus Grashalmen
gebaut, von denen diejenigen, welche die Wände innen bekleiden, viel breiter als die
anderen sind; der Eingang ist halbkreisförmig, oben gebogen, unten gerade, 5,5X 3,5 cm.
Üsambara: Tanga, Juni.
Ploceus iiureoflavus castaueiceps (Sharpe).
Hyphantornis castaneice'ps Sharpe, Cat. Brit. Mus. XIII, 1890. p. 448. — Ploceus schillingsi Rchw.
Orn. Mon. 1902, p. 158. — Vergl. Martert, Nov. ZooL, 1907, p. 499.
J" Lg. 155—165, Fl. 80, Schw. 57, Fl./Schw. 35—40, Iris dunkelbraun — nicht weiss! — 4 mm.
Prof. Neumann hat mir freundlich mitgeteilt, dass er den Typus von castaneice'ps
im Brit. Mus. verglichen und schillingsi mit ihm identisch gefunden.
Das Weibchen dieser Art ist oben bräunlich, golbgrün verwaschen, Rücken mit
olivenbräimlichen Mittelflecken, Kopf, Nacken, Hinterrücken und Bürzel ohne Flecke;
Augenbrauenstrich, Kehle, Wangen, Seiten des Halses und die ganze Unterseite hell-
gelb bis blassgelb, an den Seiten etwas ins Graubräunliche spielend, ohne Flecke;
SJOSTKDT, VÖGEL. 123
Scliwingeu und Flügeldecken olivenbraun mit breiten grünlich gelben Säumen, die der
orsteren etwas reiner gelb; die erste Schwinge fast ganz einfarbig olivenbraun, die
zweite von unten bis etwas über die Mitte, die folgenden allmähhch nach aussen weiter
am Innenrand breit hellgelb gesäumt; am vorderen Augenrande ein kleiner, aber deut-
licher dunkler Fleck; Schwanzfedern helloliv bräunlich, etwas grüngelblich angehaucht,
mit schmalen, hell grüngelben Innensäumen und breiteren gelbgrünen Aussensäumen;
unten der Schwanz etwas mehr gelblich angehaucht als oben; Schäfte gelblich weiss;
' ( )berschnabel dunkel hornf arben, Unterschnabel blass horngelblich ; Beine hell hornbraun.
Lg. 145, Fl. 73, Schvv. 54,'F1./Schw. 32, Schw. 1.5, Lauf 22, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Wo Bäche, Flüsse und Sümpfe mit hohem, breitblätterigem Schilfgras bewachsen
sind, wie aui Lima, au einem in den Sanya mündenden Bach, am Kwareflusse, u. s. w.,
trifft man in der Kilimandjaro-Niederuug diesen Weber recht allgemein, wenigstens zu
gewissen Jahreszeiten, und hier sieht man auch seine an den Schilfhalmen befestigten,
zerstreut hängenden Nester. Durch ihre goldgelbe, leuchtende Farbe aus weiter Ent-
fernung schon sichtbar, ziehen die Vögel von verschiedenen Richtungen nacli den Brut-
plätzen hin. lebliaft und beweglich hüpfen sie zwischen den Schilfhalmen umher, ver-
schwinden in den Nestern, um sich bald wieder zu zeigen. Sind Bäume in der Nähe,
so fahren sie beunruhigt in diese hinauf, um dann allmählich wieder in das Schilf her-
unterzufliegen.
Die Nester, die Anfangs Dezember Eier enthielten, sind ziemlich kugelförmig und
oben an der Seite mit einem etwa 35 mm grossen Schlupfloch versehen, über dem ein
sehr kurzes Dach sich vorwölbt; es ist aus schmäleren oder etwas breiteren Streifen von
Schilt'halmen zusammengesetzt, dicht und stark. Die Eier sind olivengrünlich mit
feinen und schwachen, etwas dunkleren Flecken, oval, an beiden Enden ein wenig ver-
engt und messen 23 x 16 mm (26. Nov. 05).
Kiliniandjaro-'Niederung, am Lima-, Sanya- und Kware-Flusse. — Ferner im Ge-
biete vom Djipesee, von Taveta und Useri (Abbott, Hunter) bekannt.
Amblyospiza uiiie«h>r (Fsche. Rchw.).
(Taf. 5).
Rchw. III, 99. — Lg. 170—190, El. 95, Schw. 70, Fl. Schw. 45—55, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Wurde am Kilimandjaro hier und da von der Buschsteppe und dem Mischwald
an bis hinauf zu den oberen Teilen der Kulturzone a.ngetroffen. Obgleich sie ihr Nest
in den Schilf sümpfen unterhalb des Berges baute und sich während der Brutzeit dort
am meisten aufhielt, sah man sie während anderer Zeiten im Walde und bei den An-
siedelungen in der Kulturzone. Hier bewegte sie sich in den Kronen höherer oder nied-
rigerer Bäume oder sass träge im Laubwerk, allein oder einige in der Nähe von einander.
Ein Nest mit halberwachsenen Jungen wurde am 1. Mai in den Schilf sümpfen am
Lima, in der Kibonoto-Niederung, gefunden. — Zwei im Nov. und Dez. erlegte Männchen
haben die Federn der Oberseite rostbräunlich, die der Unterseite von der Brust an weiss-
lich gesäumt; das eine entbehrt den weissen Stirnfleck. Ein am 9. Nov. in der Kultur-
zone, in etwa 1,300 m Höhe, erlegter Jungvogel ist oben graubraun, schwach gelbgrün
verwaschen, die Federn des Oberkopfes mit schw^arzer Schaftpartie; die Seiten des Kopfes
und die Kehle schwarzbraun, die Wangen mit einem ziemlich grossen, weissen, hier
124 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 3.
und da dunkleren Fleck, wogegen die Stirn nur an den Nasenlöchern mit einzelnen kleinen,
weissen Federn versehen ist. Brust dunkel graubraun, ungefleckt, etwas heller als der
Rücken; die Unterseite im übrigen hell, deutlich rostgelb verwaschen mit dunkel ge-
streiften Seiten; Schwingen an der Aussenf ahne breit gelbgrün gesäumt, die grösseren
Armdecken am Aussensaume mit einem weissen, oft etwas grünlichen Endfleck; auch
die sonst einfarbigen schwarzbraunen Schwanzfedern, am Aussensaume breit, obgleicli
nicht besonders stark gelbgrün.
Auffallend sind die verschiedenen Formen von Nestern (Taf. 5), die dieser Weber
baut. Diejenigen, in welchen er brütet, sind viel dichter gebaut und ganz geschlossen,
ausgenommen vorn in der Mitte, wo ein ganz kleines Loch, nicht grösser, als dass der
Vogel gerade durchkriechen kann, sich befindet. Sonst bewohnt er ein viel dünner
gebautes Nest, das oben an der Seite ganz offen ist. Die Nester sind aus feinen Streifen
von Schilf gras zusammengesetzt und hängen zwischen den Schilfhalmen. Das Brut-
nest ist 14 cm breit und 19 cm hoch, das kreisriinde Schlupfloch 3,3 cm im Durch-
messer, das andere resp. 12, 18 und 8 cm.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald-Kulturzone; Nov., Dez.. Mai. — Ferner:
Aruscha (Fischer), Moschi (Schiltjngs), Taveta (Abbott) und der östl. Kilimandjaro
(Jackson).
SpermestincB.
(^uelea saii«:uiiurostris ietliiopica (Sund.).
Rchw. III, 109. — Lg. 120—125, Fl. 74—78, Schw. 40—46, Fl./Schw. 24—25, Iris dunkelbraun
oder rotbraun, 3,.^ mm.
Tn den lichten Akazienwäldern am Flusse Ngare na n\'uki war diese Art im Januar
sehr gemein und hielt sich in gi'ossen Schwärmen in den zerstreut stehenden Akazien
auf, von denen die Vögel auf den Boden herunterflogen, um im Grase nach Samen zu
suchen.
KiIi')nandjaro-^ieden\ng: Kibonoto, März. — J/er «-Niederung: Ngare na nyuki,
Jan., zahlr. — Ferner im CTebiete von Taveta (Abbott), Kirarägua (Sciitllixgs) und
dem (istl. Kilimandjaro (Abbott) bekannt.
Pyromelana llaminiceps (Sw.).
Rchw. III, 118. — Lg. 135—150, Fl. 75-80, Schw. 45—50, Fl./Schw. 25, Iris schwarz-
braun, 3,5 — 4 mm.
Einer der häufigsten Vögel in der Umgebung von Tanga, wurde dieser Pracht-
vogel auch bei Mombo gesehen. Nest mit Eiern am 4. Juni gefunden.
Usambara: Tanga, Mombo. — hu Kilimandjaro-Meru-Gebiete bei Aruscha
(Fischer), Taveta und dem östl. Kilimandjaro .5,000 F. (Abbott) angetroffen.
Pyromelana iiigroventris (Cass.).
Rchw. III, 125. — Lg. 100, Fl. 58, Schw. 30, Fl./Schw. 17, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Auch diese Pi/romelana~ Art schien bei Tanga gemein zu sein, wenn auch nicht
im selben Grade wie jlammiceps, und wurde zusammen mit dieser in liohem Grase an-
getroffen, wo die Vögel hier und da oben auf den Halmen fronten.
Usambara: Tanga, Mombo, Juni.
SJÖSTEDT, VÖGKL. 125
Kuplpctps i-a|)eiisis xaiithoiix'las Rüpp.
Rchw. III, 128. — Lg. 150, Fl. 75, Schw. 55, Fl./Schw. 3,.'-,, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Die niederen Teile der Kulturzone, besonders die offenen Ansiedelungen der Wad-
schaggas, und noch melir der unterhalb derselben liegende offene ^lischwald und die
Buschsteppe mit ihren zerstreuten Gebüschen bildeten die beliebtesten Aufenthalts-
plätze dieser Art, wo man sie auch regehnässig antraf; sie war einer der charakteristisch-
sten Vögel dieser Gegenden. Gewöhnlich trifft man sie allein oder einige zusammen
(grosse Schwärme habe ich dagegen nie gesehen) besonders in den zerstreuten Büschen
des Miscliwaldes und in den niedrigen Gebüschen an der Grenze gegen die Grassteppe.
Rs ist selbstverständlich besonders das Männchen mit seiner in die Augen fallenden
Tracht, das die Aufmerksamkeit aiif sich zieht, wenn es in der Spitze eines Busches
tront oder in raschem, aber ziemlich niedrigem Flug sich nach einem anderen Ort be-
giebt, wobei besonders die goldgelbe Rückenpartie schön hervorleuchtet. Im dichten
Walde sieht man diese Vögel nie. Während der Brutzeit verändert das Männchen
seinen Charakter, der sonst ziemlicli scheue und unruhige Vogel fliegt jetzt gemächlich,
statt wie vorher gewöhnlich in die unteren Teile der Gebüsche zu verscliwinden, lässt
er sich jetzt auf freien Zweigen, im Wipfel der Gebüsche und auf steifen Halmen nieder,
aus weiter Ferne" schon an seiner samtschwarzen und goldgelben Farbe erkennbar;
immer allein, sitzt er ruhig und selbstbewust, gemächlich hin und her schauend, bis-
weilen mit etwas flatternden Flügeln, sich an einen anderen Platz begebend. Das
Gefieder ist während dieser Zeit oft gesträubt, wodurch der Vogel grösser erscheint.
Ein am 9. Dez. erlegtes Männchen trug gerade das Übergangskleid. Die Unter-
seite bräunlichweiss, dunkelbraun gestrichelt, nur Kehle, ein Stück längs der Mitte der
Brust, ein Fleck an den Seiten unten, Schenkel, Schwanz und die untereii Schwanz-
decken samtschwarz; Kopf im übrigen gemischt aus dem alten ammerfarbigen und
dem neuen schwarzen Kleid, Rücken noch in Winterkleid, auf fahlbraunem Grunde
breit schwarzbraun gestrichelt. Bürzel und grosser Schulterfleck goldgelb. Ein ande-
res fast gleichzeitig erlegtes Exemplar hat bereits das volle Prachtkleid angelegt mit
Ausnahme der Flügel und der Schulterfedern. Anfang Mai in vollem Prachtkleid. Mitte
Dezember waren sie mit dem Nestbauen beschäftigt. Im Magen erlegter Vögel fanden
sich Samen, Larven, Pentatomiden, Heteromeren u. dergl.
Kilimaudjaro: Kibonoto — Useri, alle Jahrezeiten, Grassteppe-Kulturzone; gemein.
— Meru : von der Steppe bis zu den oberen Teilen der Kulturzone. — Ferner: Taveta,
MoscVii (Jackson, Hunter), Moschi (Schillings, Neumann), Aruscha (Fischer), östl.
Kilimandjaro 3,000 F. (Abbott).
Urobrachya axillaris zaiizibarica Shell.
Shelly, Proc. Zool. Soc. Lond. 1881, p. 586. — Urobrachya phrnnicea (Heugl.) ex. p. Rchw. III. 128.
Lg. 148—155, Fl. 85—87, Schw. .50—55, Fl./Schw. 30—35, Iris dunkei, 4 mm.
Am 9. Sept. wurde ein Schwärm dieser Vögel in der Nähe der Natronseen gesehen,
wo sie in ihrem braun ammerfarbigen Kleid mit beim c? im Fluge prachtvoll hervor-
tretendem orangerotem grossem Flügelfleck über das Gras hinzogen, um bald auf einem
kleinen Hügel — einem überwachsenen Termitenhügel — sich in den dort stehenden
126 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEßU EXPEDITION. 3
Gebüschen niederzulassen, während einige auf dem Boden ringsherum im Grase dem
Blick entschwanden. Die breiten Flügel geben den Vögeln einen charakteristischen,
fast wankenden Flug. Vom Hügel zog der Sehwarm an das Wasser herunter, um in
das Gras hier an der Seite wieder einzufallen. Erheben sich einige, so folgen bald die
übrigen nach, ohne dass der Schwärm gleichzeitig, Avie auf ein Zeichen, aufbricht.
Männchen in Prachtkleid wurden Ende März auf sumpfigen, vom Regen teilweise
überschwemmten Graswiesen am Ngare nairobi gesehen, wo sie durch ihre schwarze
und rote Farbe schon von weither sichtbar waren, wie sie liier vmd da auf den Halmen
sassen. Auch zu dieser Zeit hielten sie sich in kleinei'en Schwärmen zusammen.
Die echte phcenicea Heugl. ist nach Neumann viel kleinschnäbeliger und kommt
nur vom Ost-Zudan (Weissen Nil) bis zum Victoria Nyansa (Uganda) vor.
KUimandjaro-Niedeviing: Natronseen, Ngare nairobi, März, Aug., Sept. — Neu
für das Gebiet.
Coliiispasser laticauda (Lcht.).
Rchw. III, 136. ~ J' ad Lg. 235—256, Fl. 75—80, Schw. — 170, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Auf der umgebenden Baumsteppe, im Mischwald und in der Kulturzone des Kili-
mandjaro und des Meru bisweilen bis an die untere Grenze des Regenwaides wurde diese
Art oft zahlreich angetroffen. Ganz besonders lieben sie die niederen Teile der Kultur-
zone, wo sie manchmal in Seharen von bisweilen wohl tausend (Dez.) zusammen mit
Vidua serena, Spinus citrinelloidps hyposticf/us, Lagonostirfa hrvnneiceps, EslriUla astrild
minor u. a. in den Ansiedelungen der Wadschaggas umherzogen, sowie die mit zerstreu-
ten Gebüschen und Gras bewachsenen dichten Steppen weiter hinaus nach der Gras-
steppe zu. wo besonders Euplectes xanthomelas und disticola- Arten ihre beliebtesten
Aufenthaltsplätze hatten.
Mitte Dezember trugen mehrere Männchen volles schwarz-rotes Prachtkleid, wäh-
rend andere, mit diesen vermischt, ihr unansehnliches Winterkleid trugen. Bisweilen
ziehen die Männchen ziemlich langsam durch die Luft, etwas durch ihren langen, lose
ausgebreiteten Schwanz behindert, um sonst auch in dem hindernden Prachtkleid mit
recht grosser Schnelligkeit hinzufliegen, (lern lassen sicli die durch ihre schwarze Farbe
in weiter Ferne sichtbaren Männchen in den oberen Teilen vertrockneter Büsche, steifer
Halme u. dergl. nieder, hüpfen dann allmählich mehr und mehr herunter, bis sie im
Grase verschwinden. Im Magen erlegter Vögel fanden sich kleine Samen, Beeren und
kleine Partikel von vulkanischem Sand.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Steppe, Dez., Jan. — Meru: Kulturzone,
etwa 1,800 m, Jan. -- Ferner: Taveta (Neumann), Aruscha (Fischer) s.-ö. Kilimandjaro
(Jackson), Kirarägua, Mosch i (Schillings).
Drepaiioplectes Jacksoui Sharpe.
Rchw. III, 143. — ^ Lg. 329-335, Fl. 86—90, Scliw. 185-2.30, Fl./Schw. 150—195. Iris dunkel-
braun, 4 mm, Schnabel schwarz mit grüngelblicher Spitze, Iris dunkelbraun, 5 mm.
Nur auf den mit zerstreuten Hügeln versehenen grossen Grasebenen unterhalb
des nördlichen Abhangs des ^leruberges habe icli diese Art angetroffen und zwar in
recht grossen Schwärmen. Es war am 27. Dez. während eines Marsches ringsum den
SJOSTBDT, VOGEL. 127
Berg, ich war vom Lager weg auf die mit etwa zwei Fiiss hohem Gras bewachsene Ebene
hinausgegangen, um eine schnelle Orientierung über die Fauna vorzunehmen, in weiter
Ferne war kein Raum zu sehen, und das Vordringen im dichten Grase wurde immer
mühsamer. Aus dem Grase hier und da aufsteigende Schwärme von Webervögeln
hatten meine Aufmerksamkeit gefesselt, da unter den ammerfarbigen, welche die
grosse Menge ausmachten, liin und wieder ein grosser schwarzer Vogel mit herunter-
gebogenem, auffallend langem und grossem Schwanz durch seine Grösse und Farbe
sich von den übrigen scharf abhob. Auch einzelne solche Vögel erhoben sich hier und
da aus dem Grase, zogen in etwas mühsamem Flug durch die Luft, um dann wieder in
das Gras einzufallen. Langsam zog der Schwärm durch die Luft bald nach der einen,
bald nach der anderen Seite steuernd, bald sich ausbreitend, bald sich zusammenziehend,
um sich dann langsam in das Gras zu senken, wo die Weibchen mehr oder weniger dem
Blick entschwanden, wogegen die grossen schwarzen l\lännchen aus weiter Entfernung,
oft auf der Spitze der Grashalme fronend, sichtbar waren. Eigentümlich ist der schon
von HiNDE erwähnte Tanz dieser Männchen, und eine Gesellschaft in der Luft tanzender
Vögel auf der Steppe sieht in der Tat sehr spasshaft aus, wie sie wiederholt etwa \/a
m über das Gras in die Luft springen und dann wieder niederfallen, ganz wie eine im
Wasser eierlegende Libelle. Sie sind nicht besonders scheu.
Ein zusammen mit den Männchen erlegtes ? ist oben ammerartig gezeichnet,
Oberkopf mit schmäleren Säumen und dadurch dunkler; Hinterhals mit kleineren dunklen
Zentralflecken an der Spitze der Federn; Flügel schwarzbraun. Schwingen und Deck-
federn breit gelbbräunlich gesäumt wie der Rücken, bisweilen schmäler und heller;
Augenbrauenstreif, Kopf- und Halsseiten, Vorderhals und Körperseiten nebst Unter-
schwanzdecken deutlich gelbbräunlich verwaschen, besonders am Kröpfe, Bauchmitte
heller; Körperseiten, besonders Weichen, deutlich dunkel gestrichelt, die Unterseite mit
Kopf- und Halsseiten sonst ungefleckt; Linterflügeldecken einfarbig blass rostgelb, am
Flügelrand dunkler; ein kurzer schwarzbrauner Strich vom Mundwinkel an; Schwanz-
federn einfarbig dunkelbraun mit ziemlich schmalen helleren Säumen, unten heller.
Schnabel hornf arbig, Unterschnabel heller, Füsse dunkel hornfarben. Lg. 154
Fl. 80, Schw. 50, Fl./Schw. 30, Lauf 25, Iris dunkelbraun, 4 mm.
iWe?«-Niederung: Grassteppe, Dez. — Neu für das Gebiet.
Spermestes scutata Heugl.
Rchw. III, 150. — Lg. 93, Fl. 48, Schw. 31, Fl./Schw. 22, Iris schwarz, 2 mm.
Auf dem Wege an die Küste in Usamhara bei Mombo und IMakanyo erlegt. —
Im Kilimandjaro-Meru-Gebiet bei Aruscha (Fischer) und am östl. Kilimandjaro (Ab-
bott) angetroffen.
Spermestes nigriceps Cass.
Rchw. III, 153. Lg. 95, Fl. 46, Schw. 33, Fl./Schw. 20, Iris dunkel, 2 mm.
Wurde paarwei.se oder in kleineren Schwärmen im Misch walde und in der Obst-
gartensteppe, sowie auch in der Kulturzone dann und wann beobachtet.
Usamhara: Mombo, Juni. — Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe-Kultur-
zone, März, Aug., Dez. — Ferner; Djipesee, Kilimandjaro (Schillings), Taveta (Abbott).
128 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEBU EXPEDITION. 3.
Npermestes cauiceps (Rchw.).
Rchw. TU, 154. — Lg. 115—120, Fl. 57—60, Schw. 43—47, Fl./Schw. 30, Iris schwarz, 2,r, mm.
Diese Art zeigte sich in einigen Exemplaren nicht weit von Kahe in der Kilima-
wfZ^aro-Niederung, wo sie auf dem offenem Weg v^or der Karawane herflogen, sich immer
wieder auf den Weg setzend. Sonst habe ich sie nicht beobachtet. — Ferner : vom östl.
Kilimandjaro durch Abbott bekannt.
HyiKU-iifos iiiveoguttatus (Ptrs.).
Rchw. III, 157. — Lg. 130-140, Fl. 58, Schw. 58—60, Fl./Schw. 42-45, Iris dmikelbrauii, 4 mm.
Gehört der Akazien- und Buschsteppe an, wo er gern neben den Gebüschen am
Boden umherhüpfte, um Samen u. dergl. zu suchen. Wurde dann und wann gesehen.
Auch in der unteren Kultu^zone beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, Buschsteppe-Kulturzone, April, Aug. — ikfenf-Niedervmg:
Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Aruscha (Fischer), Marangu (Neumann), Taveta,
Kahe, östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott).
Pytilia melba (L.).
Rchw. III, 163. — Lg. 135, Fl. 62, Schw. 52, Fl./Schw. 40, Iris rot, 3 mm.
Auf der mit zerstreuten niedrigen Akazien und mit Sanseviera durchsetzten Ge-
büschen bewachsenen trockenen Grassteppe am Ngare na nyuki ein paarmal erlegt.
Jlferw -Niederung: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Kilimandjaro (Schillings).
Pseudoiiigrita caliaiiisi (Fschr. Rchw.).
Rchw. III, 173. — Lg. 135, Fl. 69, Schw. 47, Fl./Schw. 3, Iris lackrot, 4 mm.
Wurde am Mkomasiflusse in Usambara am 20. Juni erlegt, wo eine Kolonie in
einer Adansonia ihre Nester hatte. — Auch vom östl. Kilimandjaro durch Jackson und
Abbott bekannt.
Cryptospiza salvadorii Rchw.
Rchw. III, 174. — Lg. 116, Fl. 56—57, Schw. 42, Fl./Schw. 22—29, Iris fast schwarz, 2 mm.
Reichenow vereinigt 1. c. mit der Art dieses Namens auch C. ausiralis Shell.
Wurde in kleineren Schwärmen im Regenwalde des Meru angetroffen, wo sie sich in Ge-
büschen aufhielten. Sie hüpften lebhaft zwischen dem Blätterwerke umher, sowie auch
am Boden unter der niedrigen Vegetation.
Meru: Regenwald, 3,500 m, Jan. — Neu für das Gebiet.
Estrilda astrild massaica Neum.
Neumann, Journ. Ornith. 1907, p. 596. - Lg. 100—110. Fl. 44—46, Schw. 44—47, Fl./Schw. 35,
Iris dunkel, 2 mm.
In den Ansiedelungen der Wadschaggas hielten sich oft Schwärme dieser lebhaften
kleinen Art auf, gewöhnlich zusammen mit anderen nahestehenden Vögeln. Auch wurde
sie im hohen Schilfgras am Flusse Lima in kleinen Schwärmen gesehen. Auf einem
SJÖSTEDT, VÖGEL. lÖÖ
Areal von etwa einigen Hektar hatten die Eingeborenen Ende August in der oberen Kul-
turzone in einer Höhe von 1.800 m nicht weniger als .sechs Hütten aufgeführt, um ihre
Eleu.^ine-Felder gegen diese und verwandte kleine Diebe, wie Sperme.ste.s ,'icutata und
nigriceps, Lagonostkta brunneiceps, Colimpasser lalicauda u. a., die hier in Schwärmen
über die Felder herfielen, zu schützen.
Mitte September zogen sie in Schwärmen in den Pflanzungen und Bohnenfeldern
der unteren Kulturzone, sowie auch im angrenzenden Mischwald umher. Lassen sich
gern im Grase nieder, aus dem sie sich unter im C^horus ertönendem feinem Gezwitscher
und Rauschen der Flügelschläge auf einmal erheben, um bisweilen dicht zusammen-
gedrängt wegzusteuern.
Die echte minor hat 39—43 mm Flügellänge (cf. Neumann, J. O. 1907, p. 596).
Usainhara: Mombo, Juni. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone-Mischwald,
März, April, Mai, Aug. — Ferner: vom Djipesee (Schillings), von Aruscha (Fischer)
und Marangu 5 — 6,000 F. (Abbott) bekannt.
Estrilda rhodopyga Sund.
Rchw. in, 183. — Lg. 92—100, Fl. 45—47, Schw. 36, Fl./Schw. 30, Iri.s dunkelbraun, 2 mm.
Schwärme von dieser schwarzschnäbeligen, der E. massaica sehr ähnlichen Art wur-
den neben den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru zusammen mit
E. subflava Ende Februar beobachtet.
Ein jüngerer Vogel wurde in demselben Terrain Anfangs Mai erlegt. Sehr lebhaft.
KiUmandjaro-W\Qdev\.n\g, Febr., Mai. — Bei Taveta von Abbott angetroffen.
Estrilda subflava (Vieill.)
Rchw. III, 186. — Lg. 95, FI. 47, Schw. 35, Fl./Schw. 23, Iris schwarz, 2 mm.
Wurde Ende Februar in kleinen Schwärmen an den Natronseen zwischen dem Kili-
mandjaro und dem IMeru angetroffen.
Kilimandjaro-Wiedevwng, Febr. — Neu für das Gebiet.
Lagouosticta brunneiceps Sharpe.
Rchw. III, 196. — Lg. 92—95, Fl. 48—50, Schw. 33—35, Fl./Schw. 22—25, Iris rotbraun
oder dunkelbraun, 1,7 mm.
Kommt paarweise oder in grösseren oder kleineren Schwärmen, oft zusammen
mit nahestehenden Arten ani Kilimandjaro vor. Es ist ein lebhafter kleiner Vogel, der
sich gern am Boden aufhält, wo er Samen u. dergl. zur Nahrung sxicht.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartenstepj)e-Kulturzone, Mai — Kahe, Juni,
ilf erw-Niederung : Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: Aruscha (Fischer), Moschi
(Schillings).
üraeginthus beugalus (L.).
Rchw. in, 207. — Lg. 120, Fl. 50, Schw. 50, Fl./Schw. 40, Iris dunkelbraun, 2,ö mm.
Vorliegendes in West-Usambara erlegtes Exemplar ist auf dem Schildchen als ^
bezeichnet, hat aber kein rotes Ohrband. Die Art ist auch von Aruscha durch Fischer
und von Taveta durch Abbott bekannt.
Sjösledta Kilimanrljaro-Meru Expedition. 3. 1"
130 SJÖSTEDTS KILTMANDJARO-MEBU EXPEDITION. 3.
ITraeginthiis ianthiiiogaster Rchw.
Rchw. III, 211. — cT Lg. 145, Fl. 60, Schw. 70, Fl./Schw. 55, Iris lackrot, 3 mm.
Ein in den lichten Akazienvväldern am Flusse Ngare na nyuki ziemlich gemeiner
Vogel. Hier hielt er sich paarweise oder einige zusammen in den zerstreuten, mit San-
seviera gemischten Gebüschen zwischen den Akazien auf oder hüpfte im Sande neben
denselben umher, um Samen u. dergl. zu suchen. Am häufigsten sieht man ihn paar-
weise etwa wie unseren Hänfling {Fringilla cannabina), an den er in seinem Auftreten
nicht wenig erinnert.
ilfef?<-Niederung, am Flusse Ngare na nyuki, Jan., März. — Ferner: östl. Kili-
mandjaro (Abbott).
Tidua hypocherina Verb.
Rchw. III, 216. — Auf der mit zerstreuten Akazien und Büschen bewachsenen
Grassteppe am Flusse Ngare na nyuki beobachtet.
Zwei bei Makanya in Usambara an einem alten Lagerplatz erlegte Weibchen
scheinen auch dieser Art anzugehören.
Jf erw-Niederung : Ngare na nyuki, März. — Ferner: vom Djipesee (Jackson) und
von der Steppe südlich des Kilimandjaro (Hunter) bekannt.
Vidua sereiia (L.).
Rchw. III, 217. — In der Kulturzone, besonders in den unteren Teilen derselben,
war dieser Vogel sehr gemein, wo er sich zu gewissen Zeiten, besonders Jan. — April,
in grossen Schwärmen zusammen mit Coliusfasser laiicauda, Spimts citrinelloides
hypostictus, Estriläa minor u. a. in der alten Ansiedelungen der Wadschaggas aufhielt.
Auch wurde er in grossen Schwärmen in der Kulturzone des Meru Anfangs Januar
gesehen.
Während der Brutzeit (Anfangs Mai beobachtet) sieht man die in vollem Pracht-
kleid befindlichen Männchen, oft allein, auf freistehenden Zweigen in den Bäumen sitzen
oder ihren eigentümlichen Tanz in der Luft ausführen, wobei sie mit flatternden Flü-
gelschlägen, fast an derselben Stelle in der Luft bleibend, sich schlangenartig heben
und senken, wobei die langen, weichen Schwanzfedern sich in Wogen biegen, ein wahr-
haft eigenartiges Bild. In ähnlicher Weise tanzt er auch über seinem auf dem Bo-
den umherhüpfenden Weibchen. Im Nov. trugen die Männchen Winterkleid.
Kiliniandjaro: Kibonoto, Useri, Steppe-Kulturzone. — Meru: Kulturzone. —
Ferner: Aruscha (Fischer), Djipesee (Schilling.s), Kiliinandjaro (Johnston), Taveta,
Marangu (Abbott).
Liinira flscheri Rchw.
Rchw. III, 222. — Lg. 255—300, Fl. 69-70, Schw. 40—45, resp. 200—250,
Iris dunkelbraun, 2 mm.
Auf der offenen, mit zerstreuten kleinen Akazien und einzelnen Büschen bewachse-
nen Steppe am Ngare nairobi wurden Ende März mehrere Exemplare dieser Art gesehen,
die ich sonst nicht beobachtet habe. Hier flogen sie von einem Busch oder Baum zum
anderen, immer in den höchsten Teilen derselben sich niederlassend und beim Fluge
SJÖSTEDT, VÖGEL. 131
durch ihi-e langen, feinen, hellen Schwanzfedern sofort die Aufmerksamkeit auf sich
ziehend.
Kilitiiandjaro-Steppe: Ngare nairobi, März. — Ferner: Taveta (Abbott), die
Steppe südlich vom Kilimandjaro (Jackson, Huhter).
Stegauura paradisea verreauxi (Cass.).
Pr. Philad., 1850, p. 56; B. B. 0. C. N»- 139, 1908, p. 43. — Rchw. III, 223. — Lg. 140, resp. 350,
FI. 78, Schvv. 57, resp. 260, Fl./Schw. 30, Iris dunkel- braun, 3 mm.
Tm]\risch\valdderKibonoto-Niederung einnialerlegt; auch in Usambara beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, April. — Ferner: Kilimandjaro (Neumaistn).
Noch folgende Ploceiden sind für das Kilimandjaro-Meru Gebiet nachgewiesen
worden: Textor albirosfris intermedius Cab.: Aruscha (Fischer), Taveta (Arbott)
—Quelea cordinnlis (Hartl.): Taveta (Abbott) — Pyromelanadiademata (Fisch., Rchv^^.):
Djipesce (Jackson) — Colinspasser ardens (Bodd.): Marangu (Marwitz) — Amadina
fasciata (Gm.): Kilimandjaro (Abbott, Schillings) — Aidcmosyne cantans orienfalis
Lz. Hellm.: Kilimandjaro (Schillings) — Nigrita diaholica Rchw. Neum.: Kifinika
(Kretschmer, Neumann), öst. Kilimandjaro, 9,000 F. (Abbott) — Oriygosjnza poly-
zona (Tem.): Kilimandjaro (Schillings) — Coccopygia diifresni kiliniensis (Sharpe):
Kilimandjaro (Hünter, Abbott), Marangu (Marwitz) — Urceginthus cyanocephalus
(Richm.): User i (Abbott) — Hypockera amauropteryx Sharpe: Aruscha (Fischer),
Moschi (Schillings), Taveta (Abbott).
Friiigillidae.
Passer griseus suiihelicus (Rchw.).
B. B. 0. C. N"^^ 141, 1908, p. 70; P. sivainsoni (Rüpp.). Rchw. III, 228. — Lg. 160—165, Fl. 86—87,
Schw. 63—66, Fl./Schw. 35—40, Iris nussbraun bis dunkelbraun, 3,5— 4, i m. Höhe des Schnabels
an der Wurzel 7 — 8 mm.
Bei der Viehboma am Kwarefluss in der Kibonoto-Niederung ein paarmal erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, x\pril, Mai. — Von Aruscha durch Fischer
bekannt,
Passer goiigoneiisis (Oust.).
Rchw. III, 229. — Lg. 170, Fl. 91, Schw. 65, Höhe des Schnabels 10 mm.
Diese der vorhergehenden sehr ähnliche Art Avurde immer auf der Steppe, wo
sie sich in den zerstreut stehenden kleinen Akazien aufhielt, angetroffen, während die
vorher genannte in der Nähe der Dörfer beobachtet und erlegt wurde. Der Schnabel
ist bedeutend höher als bei P. suahelicus.
ilfertt-Niederung, Massaisteppe am Flusse Ngare na nyuki, März. — Ferner:
Kilimandjaro ( Kitten berg kr).
Passer riifociiictHS Fschr. Rchw.
Rchw. III, 241. — Lg. 148, Fl. 75, Schw. 48, Fl./Schw. 33, Iris hell gelbweiss oder graubraun,
2,5 — 3 mm.
Auf der offenen Massaisteppe wurde diese Art einige Male gesehen, wo sie ihr
132 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Nest in den niedrigen, einzeln stehenden Flötenakazien hatte. Ende Mai wurden jüngere
Vögel erlegt.
Küimandjaro: Niederung, März, Mai. — Ferner: Kilimandjaro (Kittenberger,
Schillings).
Poliospiza striolata (Rüpp).
Rchw. in, 256. — Lg. 140—150, Fl. 65—68, Sehw. 56-62, Fl./Schw. 40—45, Iris dunkel, 3—3,5 mm.
Im oberen Teil des Regenwaldes auf dem Meru war diese Art häufig, wurde aber
auch in den obersten Teilen der Kulturzone sowohl hier wie am Kilimandjaro gesehen,
am letzteren viel seltener als am Meru.
Am liebsten hielt sie sich an offenen Stellen in lichterem Walde auf, wo sie einzeln
oder in kleineren Gesellschaften in niedrigen Kronen und Gebüschen umherhüpfte.
Im Magen hatten erlegte Vögel Samen von derselben Beere, die Turdus deckend, Phyl-
lastrephus nigriceps, Zosterops eurycricota, Aplopelia larvata u. a. gern verzehrten, aber
nur die geschälten Samen, ausserdem Kies. — Die Kilimandj aroform ist von RiCH-
MOND als subsp. ajjinis beschrieben wurden.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone 1,800 m, April. — Meru: Regenwald-
Kulturzone 2,000 — 3,500 m, Jan., Febr. — Ferner: Aruscha (Fischer), Kirarägua
(Schillings), östl. Kilimandjaro 5 — 8,000 F. (Johnston, Hunter, Abbott), Kifinika
(Neumann), Marangu (Kretschmer).
Serinns flavirertex (Blanf.).
Rchw. III, 264. — Lg. 125, Fl. 80, Schw, 52, Fl./Schw. 16, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Mit Ausnahme von ein paar hoch über der Eiskuppe des Kilimandjaro fliegender
Geierraben wurde kein Vogel von mir so hoch auf dem Berge beobachtet wie diese Art,
die an der äussersten Grenze der Vegetation in etwa 4,000 m Höhe unter Wolken und
Nebel erlegt wurde. Etwas niedriger wurden in der öden und trostlosen Sand- und
Steinwüste, wo nur einige kleine Ericinella-\^tYauc\\e\\ Helichrysum. Euryops dacry-
dioides, Gräser und vielleicht noch einige andere Pflanzen die dürftige Vegetation bildeten,
Pinarochroa hypospodia, Cisticola hunteri und Nectarinia johnstoni angetroffen. Es
war ein ? mit grossen Eiern im Ovarium.
Kilimandjaro: Kiboscho, Bergwiesen, 4,000 m, Febr. — Ferner: Aruscha (Fischer
Kifinika (Neumann), Marangu (Marwitz), ö. Kilimandjaro 10,000 F. (Abbott).
Serinus Icterus madaraszi Rchw.
Rchw. III, 271. — Lg. 110, Fl. 65, Schw. 45, Iris dunkel, 2,^ mm.
Die Grundfarbe des Oberkopfes ist grauer als die des Rückens, Oberkopf und
Rücken ziemlich stark dunkel gestrichelt. Die vorliegenden Exemplare scheinen
daher der subsp. madaraszi anzugehören.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, Gangasumpf, Nov., Dez. — Moschi (Neu-
mann, Schillings, Kittenberger).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 133
Si»iinis citriiioIloHles liypostictus Rchw.
Rchw. III, 275. — Lg. 120—130, Fl. 64—71, Schw. 48—53, Fl./Schw. 25—30, Iris dunkel, 3 mm.
Von den obersten Teilen der Kulturzone bis zur Steppe kommt diese Art am
Kilimandjaro vor, besonders zahlreich wurde sie jedoch in der imteren Kulturzone
angetroffen, wo sie in den Ansiedelungen der Wadschaggas zu gewissen Zeiten in grossen
Schwärmen vorkam, oft dabei zusammen mit CoUitspasser laticmida, Vidua serena,
Estrilda minor. Lagonosticta brunneiceps u. a. IMageninhalt: Samen und Kies. Ein
am 22. April erlegtes cT hatte grosse Testes, ein ? grosse Eier im Ovarium. Bei dem
genannten ? sind sowohl die Wangen wie das Kinn dunkelgrau.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone; März, April, Aug., Dez. — Ferner:
Aruscha (Fischer), östl. u. südöstl. Kilimandjaro (Johnston, Hunter, Kittenberger).
Liiuirgiis kilimoiisis Rchw. Neum.
Rchw. III, 278. — Lg. 140—145, Fl. 72—76, Schw. 55—58, Fl./Schw. .30—35, Iris dunkel, 3 mm.
Das bisher unbekannte Weibchen ähnelt sehr dem des L. oUvaceuf aus Kamerun,
ist aber etwas dunkler, die Handschwingen sind fast rein schwarz ohne grünlichen Aussen-
saum; die Armschwingen und grösseren Flügeldecken deutlicher, scharf grüngelb, ge-
säumt, die Schäfte der Schwanzfedern, nach unten allmählich schwarzgrau, nur tief
an der Basis 3 — 5 mm weiss, während bei olivaceu.'^ die helle Farbe der Schäfte sich
20 mm oder mehr nach aussen hin erstreckt, um allmählich zuerst hornbräunlich, dann
braunschwarz zu werden. Bauch und untere Schwanzdecken schärfer grün. Schnabel
dunkel hornbraun, Unterkiefer an der Basis und die innere Ecke des Oberkiefers hell.
Im Regenwald des Meru in einer Höhe von 3,000—3.500 m war dieser Vogel
recht häufig; hier bewegte er sich in kleineren Kronen und Gebüschen, einzeln oder
einige nahe beisammen, wohingegen sie nie in Schwärmen beobachtet wurden. Im
Magen erlegter Vögel fanden sich Samen und Kies.
Meru: Regenwald, 3,000—3,-500 m, Jan., Febr. — Ferner: Kilimandjaro, Kifi-
nika (Neumann).
Emberiza poliopleura Salvad.
Rchw. III, 286. — Lg. 155, Fl. 75, Schw. 67, Fl./Schw. 40, Iris dunkel, 3 mm.
In offener Akazien- und Buschsteppe unterwegs durch Usambara am Flusse
Mkomasi im Juni erlegt.
Folgende Fringilliden sind ferner für das Kilimandjaro-^leru-Gebiet nachgewiesen:
Petronia pyrgita (Heugl. ): Useri, östl. Kilimandjaro (Abbott), Kilimandjaro (Schil-
lings) — Poliospiza reichenoici (Salvad.): n.-w. Kilimandjaro (Schillings) — Polio-
spiza albifrons (Sharpe): östl. Kilimandjaro 6—7,000 F. (Abbott) — Serimis sharpei
Neum.: :\[arangu (Neumann) — Emberiza flaviventris Steph.: Aru.scha (Fischer),
Useri (Hunter), östl. Kilimandjaro (Abbott).
134 SJÖSTEDTS KILIMANDJAßO-MBEU EXPEDITION. 3.
Motacillidae.
Motacilla vidua Sund.
Rchw. III, 296. — Lg. 205, FI. 90, Schw. 94, Fl./Schw. 65, Iris dunkelbraun, 3,5 mm.
Scheint hier weniger häufig als longicauda zu. sein, wurde aber sowohl beim Meru
auf den Strassen in Aruscha als am Rauflusse bei Kahe gesehen. Am genannten Fluss
wurden recht viele beobachtet.
Kilimandjaro-l^iederung, Kahe, Juni — Meru: Aruscha, Jan. — Ferner: Taveta
(Abbott, .Jackson).
Motacilla longicauda Rüpp.
Rchw. III, 301. — Lg. 190, Fl. 80, Fl. Schw. 70, Iris dunkelbraun, 3,5—4 mm.
An Flüssen mit stark strömendem Wasser war diese Art im Gebiete nicht selten
und wurde regelmässig paarweise angetroffen.
Mit grosser Geschwindigkeit, ein hohes feines, durchdringendes Piepen aus-
stossend, fliegt sie pfeilschnell längs dem Fluss, schiesst unter dem überhängenden
Laubwerk vorwärts und verschwindet den Fluss herunter. Ungestört hüpfen sie auf
im Wasser stehenden Steinen oder am steinigen Ufer nahe dem Wasser umher.
Usambara: Mombo, Juni. — Kilimandjaro: an den Flüssen Fugga und Sanya,
Juli, Nov., Dez. — Ferner: Kilimandjaro 6,000 F. (Johnston).
Budytes campestris (Fall.).
Rchw. III, 306. — Lg. 165—170, Fl. 82—83, Schw. 70—74, Fl./Schw. 45, Iri.s dunkel, 3,5 mm.
Alle Budytes-'EiX^eiwxA-ATe, die ich im Gebiete angetroffen, wo dieser Vogel bisweilen
in grossen Schaaren, besonders rings um die Natronseen zwischen dem Kilimandjaro
und dem Meru, gesehen wurde, gehören dieser Art an. Bisweilen ist der ganze Kopf
bis hinter den Ohren ziemlich einfarbig schön gelb wie die Unterseite, sonst ist der Ober-
kopf wie der Nacken und Rücken gefärbt, gelbgrün; Augenbrauenstreif gelb wie die
Unterseite. Jüngere Vögel haben die Oberseite braungrau, grünlich angeflogen, die
helle Farbe der Kehle, Brust, Kopfseiten und des Augenbrauenstreifs weiss oder auch
von der gelben Farbe der Unterseite.
Zum erstenmal wurden sie am 11. Sept. an den Natronseen beobachtet, wo sie
unter wippendem Flug sich schreiend vom sumpfigen Ufer erhoben. Ende September
zeigten sich grosse Schwärme auf der Massaisteppe und in lichtem Mischwald zwischen
den Schafen und Kühen der Massais; eigensinnig halten sie sich dicht an die Tiere,
am liebsten ganz nahe ihren Köpfen, so dass es gar nicht leicht war, einige Vögel zu
erlegen, ohne das Vieh allzusehr zu erschrecken. Zu derselben Zeit flogen sie fast
überall auf der von den I\Iassais verbrannten Steppe an den Natronseen. Noch Mitte
Januar waren sie häufig auf der Steppe.
Wurden auch in den obersten Teilen der Kulturzone im Nov. gesehen.
Kilimandjaro: Kibonoto-Steppe (Natronseen) — Mischwald — Kulturzone 1,900
m, Sept. — Jan. — Meni: Ngare na nyuki, Jan. — Ferner: östl. Kilimandjaro (Abbott).
Budytes flariis (L. ) ist von Schillings für den Meru angegeben.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 136
Aiithus eerviinis (Pall.).
Rchw. TU, 311. — Lg. 155—165, Fl. 80—85, Schw. 60, Fl./Schw. 30—32, Iris dunkel, 3— 3,r, mm.
Von fünf vorliegenden Exemplaren haben zwei die Kehlpartie weinrcitlich isabell-
farben angeflogen, die übrigen weisslich.
Nur am sumpfigen Strande der Natronseen, und zwar von Dez. — Febr., habe
ich diesen kleinen Pieper gesehen, wo er da nicht selten war. Er schien so an das Wasser
gebunden zu sein, dass er sich fast immer ganz nahe am Ufer aufhielt und selten ein-
mal einige Meter weiter auf das trockene liand ging. Wenig scheu, flog er nur kurze
Strecken, um sich bald wieder niederzulassen.
Küimandjaro-'Niederung: Natronseen, Dez., Jan., Febr. — Neu für das Gebiet.
Anthus trivialis (L.).
Rchw. III, 311. — Lg. 160—170, Fl. 83—90, Schw. 60—65, Fl./Schw. .'55—40, Ms dunkel, 3,5 mm.
Vorderhals und Körperseiten, besonders aber ersterer, oft ziemlich stark rost-
gelblich angehaucht. Den Baumpieper habe ich zum erstenmal am 16. Nov. im Gebiete
gesehen und zwar in der Obstgartensteppe, wo er später recht oft gesehen und erlegt
wurde, der letzte am 5. April.
KiUmandjaro: Kibonoto; Obstgartensteppe, Mischwald, Nov., Mcärz, April. —
Meru: Steppe, Ngare na nyuki, März. — Ferner: Kifinika (Neumann).
Anthus caffer Sund.
Rchw. III, 312. — Lg. 132, Fl. 70, Schw. 46, Fl./Schw. 27, Iris dunkel 2,5 mm.
Auf den trockenen, lichten Akaziensteppen am Ngare na nyuki wurde dieser
kleine Pieper ein paarmal gesehen, wo er durch seine auffallend geringe Grösse leicht
die Aufmerksamkeit auf sich zog. Sass sowohl am Boden wie in den dürren Bäumen.
ilf ertt-Steppe : Ngare na nyuki, Dez. — Neu für das Gebiet.
Anthus rufulus einnamomeus Rüpp.
Rchw. III, 313. — Lg. 160—170, Fl. 85—92, Schw. 62—67, Fl. Schw. 3.5—40. Iris dunkel-
braun, 4 — 4,5 mm.
Der gemeinste Pieper dieser Gegenden, wo er meistens auf der offenen Steppe
angetroffen wurde. Am 28. Nov. wurde ein an der Seite eines kleinen Rasenhügels
liegendes Nest dieser Art auf der Grassteppe am Ngare nairobi gefunden; die Eier sind
auf hellem Grunde fein und dicht, schärfer oder matter bräunlich gefleckt und messen
21,6—22° X 16,6—17 mm.
Ein altes c^ aus Tanga weicht von den übrigen etwas ab, indem die Aussenfahne
der 2. Schwanzfeder, die sonst weiss ist. hier schwarzbraun fein hell gesäumt erscheint.
Die längsten Armschwingen reichen nicht bis zur Spitze der längsten Handschwingen,
sondern sind einige mm kürzer. Die Unterseite dieses Vogels ist auch viel mehr sand-
gelb, besonders am Kröpfe und an den mittleren Armdecken. Ob eine zufällige Varia-
tion oder selbständige neue Art vorliegt, bleibt weiteren Forschungen festzustellen
überlassen. Lg. 160, Fl. 80, Schw. 57, Lauf 25 mm.
136 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERtr EXPEDITION. 3.
Kilimandjaro-Mcru: Steppe, Sept., Nov., März. — Ferner: Aruscha (Fischer),
Kifinika (Neumann) und Kirarägua (Schillings).
Anthns nicliolsoyii Sharpe ist von Schillings am Kiliniandjaro angetroffen
worden.
Macroiiyx croceus (Vieill.).
Rchw. III, 321. — Lg. 185, Fl. 91, Schw. 69, Fl./Schw. 54, Iris dunkelbraun, 4,5—5 mm.
War in der Umgebung von Tanga ziemlich häufig. Sie sassen oft wie Würger
in dem Wipfel auf offenem Terrain hier und da stehender Büsche. — Vom Meru, Aruscha,
durch Fischer bekannt.
Macrouyx auraiitiigwla Rchw.
Rchw. III, 324. — Lg. 195—205, Fl. 89—96, Sohw. 70—78, Fl./Schw. 45—55, Iris braun, 5 mm.
Auch dieser Vogel gehört der offenen Steppe an, und zwar wo diese mit zerstreuten
Gebüschen und niedrigen Akazien bewachsen ist. Hier sitzt er auf den Bäumen,
Gebüschen oder dem Boden und ist nicht sehr scheu. Eigentümlich ist, wie seine
schöne gelbe Farbe schon in geringer Entfernung nicht mehr erkennbar ist. Magen-
inhalt Heuschrecken.
Kilimandjaw-8te]i]ie; Kibonoto- Obstgartensteppe, Nov., Dez., März. — Meru-
Steppe: Ngare na nyuki, Jan., Nov. — Ferner: Meru (Fischer), Kilimandjaro (xA.bbott).
Macrouyx wintoui Sharpe.
Rchw. III, 325. — ^ ad Lg. 190. Fl. 92, Schw. 75, Fl., Schw. 45, Sehn. 14, Lauf 29, Iris nussbraun,
5 mm. $ Lg. 170, Fl. 84, Schw. 67, Fl., Schw. 45, Iris dunkelbraun, 4,r. mm.
Das Weibchen ist kleiner, entbehrt der schönen scharlachroten Farbe an der
Kehle und Bauchmitte, wo sie gelbrötlich angeflogen ist; die Kehle oben grösstenteils
weisslich. Auf der Grassteppe in der Nähe der Natronseen ein paarmal erlegt. Magen-
inhalt: Pentatomiden, Cercopiden, Käfer u. dergl.
Kilimandjaro-^te-p-pe, Natronseen, Sept. — Neu für das Gebiet.
Tmetothylacus tenellus (Gab.) ist im Gebiete von Hunter (Kilim.) und Kitten-
BERGER (Djipesee) angetroffen.
Alaiididae.
Mirafra intercedeiis Rchw.
Rchw. III, 334. — Lg. 150—160, Fl. 84—92, Schw. 50—57, Fl./Schw. 22—25. Iris rotbraun oder
dunkelbraun, 3,5 — 4 mm. \
Auch dieser Vogel gehört der offenen Gras- und Gebüschsteppe an, wo er ziemlich
häufig war. Wie athi hat auch diese Art eine wehmütige Stimme, die mit der Öde
der Steppe stimmungsvoll harmoniert.
KiUmandjaro-Meru-Stc-p])e, Nov., Dez., Jan. — Ferner: Kilimandjaro (Schil-
lings).
SJÖSTEDT, VOGEL. 137
H^riilia nieriu'iisis n. sp.
MirafrcB alhicaurlcp RcHW. maxime aitinis sed pra^sertim colore caudae facillime
distinguenda.
Oben .schwarzbraun mit bräunlicligraiier Umsäumung, Federn des Vorder-
rückens nach der Spitze zu mit einem unbestimmten bräunhchweissen Fleck; Ober-
kopf schwarzbraun mit sehmalen hellen Federsäumen; Nackenfedern mit dunklem
Schaftstrich und breiten hellen Säumen; Bürzel und Oberschwanzdecken dunkelbraun
mit hellen Säumen, am Bürzel eine feine helle Querbänderung bildend; breiter Augen-
brauenstrich weisslich; Kehle und Halsseiten weiss, die letzteren sowie die Wangen
dunkel getüpfelt; Ohrgegend weisslich, dunkel gefleckt; Unterkörper weiss, schwach
sandgelblich angeflogen, etwas stärker am Kröpfe; dieser mit zerstreuten, aber scharf
markierten dunkelbraunen Flecken; die ganze übrige Unterseite mit Weichen und
Unterschwanzdecken einfarbig, nicht gestrichelt oder gefleckt; erste, 20 mm lange
Schwinge etwa zwei mm breit, dunkelbraun mit sehr schmalem, hellem Aussensaum,
ö mm länger als die Handdecken; die folgenden mit nach innen allmählich breiterem
und dann wieder schmälerem, isabellrötlichem Innensaum, welche Farbe nie die Schäfte
erreicht; Flügeldecken, besonders die mittleren, und grosse Armdecken breit Aveisslich,
etwas sandgelblich, gesäumt; Handdecken imd mittlere Schwingen breit isabellröt-
lich gesäumt, die übrigen Schwingen mit helleren und schmäleren Säumen; untere
Flügeldecken einfarbig blass isabellrötlich wie die Innensäume der Schwingen; äusser-
ste Schwanzfeder weiss, an der Innenfahne dunkelbraun gesäumt bis etwa 14 jnm
vor der Spitze, welche, wie auch der Schaft, ganz weiss erscheint; an der Basis geht die
dunkle Färbung bis an den Schaft, um nach aussen, dem Rand folgend, sich allmählich
zu verjüngen; die 2. Schwanzfeder mit ganz weisser Aussenfahne, ausgenommen unten
an der Basis, und ganz schwarzbrauner Innenfahne; die folgenden schwarzbraun, die
mittleren etwas heller bräunlich mit weisslichen Säumen.
Lg. 130, Fl. 75, Schw. 45, Fl. Schw. 30, Sehn. 11, Lauf 21,5, Iris dunkel, 3,5 mm.
Unterkiefer blass hornfarben, Oberkiefer hornbraun mit helleren Rändern, Füsse blass
hornfarben.
Diese Mirafra- Art steht albicavda RcHW. am nächsten, hat aber eine wesentlich ab-
weichende Färbung des Schwanzes: die äusserste Schwanzfeder bei albicauda ist ganz
weiss, bei meruensis an der Innenfahne von der Basis nach aussen mit schwarzbraunem,
etwa 14 mm vor der Spitze endendem Saume; die 2. Schwanzfeder von aussen bei
albicauda fast ganz weiss, nur am unteren Teil des Innensaumes schwarzbraun, bei
meruensis die ganze Innenfahne schwarzbraun; die 3. Schwanzfeder bei albicauda mit
weisser Aussenfahne, bei meruensis die ganze Feder schwarzbraun.
Von der ebenfalls nahestehenden M. fringillaris- Sund, unterscheidet sich die
Art, wie das vorliegende SuNDEVALL'sche Typusexemplar zeigt, u. a. durch folgende
Charaktere: der Innensaum der äussersten Schwanzfeder bei fringillaris ganz dunkel-
braun nur mit einem etwas vor der Basis beginnenden, längs dem Schaft gehenden,
kaum zwei mm breiten, gelblichen Band, das etwa 9 mm vor der Spitze endet, während
bei meruensis die dunkelbraune Partie, von der Basis an sich allmählich verjüngend, etwa
13 mm vor der ganz weissen Spitze endet. Aussenf ahne der 2. Schwanzfeder bei frin-
Sß.<l>-illy Ki<i,„ii,iilJ,(ru-.^rffii E.i-jinlitliiii H. 18
138 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MKRU EXPEDITION. 3.
giUaris nach aussen dunkelbraun, bei meruensis weiss. Schaft der 2. Schwanzfeder
bei jringillaris an der basalen Hälfte weiss, bei meruensis der ganze Schaft hornschwarz.
Aussenfahne der 2. Handscliwinge bei fringillaris, ausgenommen an der Spitze, wo ein
schmaler dunkler Rand längs dem Schaft geht, ganz weiss, bei meruensis dunkel-
braun, teilweise schmal, hell gesäumt. Armschwingen bei fringillaris bedeutend kürzer
als die Handschwingen, bei meruensis die längsten Hand- und Armschwingen gleich
lang. Die Weichen bei jringillaris dunkel gestrichelt, bei meruensis einfarbig. Der
rotbraune Saum der mittleren Schwingen bei meruensis breiter (bis etwa 2 mm)
und deutlicher, wie auch die hellen Säume der Flügeldecken breiter und deutlicher er-
scheinen, an den mittleren Armdecken 2 — 3 mm.
Diese neue Ai't wurde in den lichten dürren Akaziensteppen am Ngare na nyuki
entdeckt, wo sie sich zusammen mit Mirafra intercedens, Macronyx aurantiigiäa u. a.
Vögeln in den niedrigen Gebüschen und Bäumen aufhielt.
Nach meinem Freunde Prof. Reichenow, der die Bestimmung derselben be-
stätigt, besitzt auch das BerlinerMuseuin Exemplare derselben Art aus diesen Gegenden.
i)fe;?(- Steppe: Ngare na nyuki, 19. Dez. 1905.
Mirafra fisclieri (Rchw.).
Rchw. III, 339. — Lg. 160, Fl. 83, Schw. 57, Fl./Schw. 35, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Unterwegs durch Usamhara wurde diese Lerche bei einigen Gelegenheiten bei
Moembe gesehen, wo sie dann und wann vom Pfade aufflog. Mit flatternden Flügel-
schlägen, abwechselnd auf ausgebreiteten Flügeln schwebend und bisweilen wie an der-
selben Stelle in der Luft hängend, den Kopf hin und her drehend, flogen sie oft nur kurze
Strecken, um sich dann wieder zu senken. Im Gebiete beim Fluss Sanya gesehen.
Kiliman(ljaro-l^\edexx\ng, Dez. — Ferner: Kahe (Schillings).
Mirafra afrieaiia athi Hart.
Rchw. III, 345. — Lg. 188—190, Fl. 100—105, Schw. 60—65, Fl./Schw. 25—35, Iris hellbraun
oder ockergelb, 5 mm.
Gehört der offenen Steppe an, wo man sie bisweilen auf alten Termitenhügeln
oder in der Spitze niedriger Akazien sitzen sah. Die Stimme ist ein wehmütiges, weit-
hin hörbares, dreitöniges hui-lü, die zwei ersten Töne einen Doppelton bildend. Bis-
weilen sieht man den Vogel mit staccato bewegten Flügeln sich in die Luft erheben,
umhergucken und wieder ins Gras sich hinabsenken. Mageninhalt: Termiten und
kleine Ameisen.
Kilimat)djaro-8te\)\)e: Ngare nairobi, Natronseen, Kibonoto, März, Juli, Sept. —
Ferner: Sigirari (Fischer), Kirarägua und der Kihmandjaro (Schillings).
Pyrrliulauda leucopareia (Fschr. Rchw.).
Rchw. III, 369. — Lg. 110, Fl. 75. Fl./Schw. 18, Iris dunkel, 3,5 mm.
Auf den Bergen selbst sieht man nicht diese Steppenvögel, aber auf dem offenen Ge-
biet zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru wurden sie unterwegs nach Aruscha zu-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 139
saiuineu mit Ocna. C((j>t'ti.si.s am 19. Dez. ziemlieh zalilreich beobachtet, wo sie besonders
auf dem Wege gingen oder verscheucht aufflogen, um weiter vorn sich wieder nieder-
zulassen.
Calaiulrella cinerea saturatior Rciiw.
Rchw. III, 378. — ? Lg. 150, Fl. 84, Schw. 56, Fl./Schw. 25, Iris dunkelbraun, 3,5 mm.
Ein ? dieser sonst nicht beobachteten Art wurde am 29. Sept. auf der von den
iNIassais schwarzgebrannten, mit zerstreuten Termitenhügeln versehenen Steppe an
den Natronseen erlegt.
KiUmandjaro-^tG\)T^e, Sept. — Neu für das Gebiet.
Folgende Lerchen sind ferner aus dem Gebiete bekannt: Mirajra poecilosierna
(Rcinv.): südl. und östl. Kilimandjaro, Kalie (Abbott). — Mirafrahijperinetra (Rchw.):
Sigirari (Fischer) — Pijrrliulauda Iciicotis (Stanl. ): Kilimandjaro (Schillings).
Pycnoiiotidae.
PlijUastrepluis striifacios (Rchw. Neum.).
RcInv. III, 391. — Lg. 210—220, Fl. 91—100, Schw. 80—90, Fl./Schw. 5,ö — 6, Iris grau oder
hell nussbraun, 4,5 — 5,5 mm. Fasse dunkel hornbraun.
Gehört typisch dem Regenwalde der Berge an, kommt aber auch in den dichten
Waldpartien der Kulturzone vor. Nicht selten. Mageninhalt Samen und Knospen.
KiUm.andjnro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 — 3,000 m; Kulturzone 1,300 m.
Auch von Marangu (Neumann) und dem östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott) bekannt.
Phjilastrephns iiigrieeps (Shell.).
Rchw. III, 392. — Lg. 185--195, Fl. 85—92, Schw. 76—85, Fl./Schw. 50—55, Iris nussbraun oder
rotbraun, 4,5 mm. Füsse graugrün.
Die Biologie dieses Vogels war bisher unbekannt. Im Regenwald der Berge ist
er eine häufige Erscheinung und wird bisweilen auch in den dichten Waldpartien
der Kulturzone angetroffen.
Er ist ein lebhafter Vogel, hüpft schnell im Laubwerk umher, oft den Hinterkörper
und Schwanz hin und her bewegend, sträubt die Kopffedern wie ein Pycnonotus, um
bald in geräuschvollem Flug nach einem anderen Baum zu fliegen. Umherhüpfend
lassen sie oft einen geschwätzig wiederholten Ruf hören; der Gesang ist ziemlich melo-
disch, aber gedämpft und quakend. Auch lassen sie eine mehr gedämpfte, pimpelige,
aus zwei Doppeltönen und zwei mehr ausgezogenen, ziehenden Tönen bestehende
Stimme, mit starkem Akzent auf der Pänultima, hören; etwa wie: hu-öpp, hö-6pp
rhü-ö, die letzten Töne an die letzten des Grauammers {miliaria) erinnernd. Das
Paar wird oft zusammen gesehen.
Sie leben von Insekten (Käfern, Hemipteren, Termiten u.s. w. ), Samen und Beeren.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 m, Sept., Okt., Nov. — il/er«.- Regen-
wald, 3,000 — 3,500 m, Dez., Jan. — Fernere Fundorte im Gebiete: Marangu (Mar-
wiTz), Kifinika (Kretschmer), Kiboscho (Neumann), östl. Kilimandjaro 6 — 10,000 F.
(Abbott, Hunter), westl. Kilinumdjaro (Schillings).
140 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 3.
Phylliiistrephiis kilimaiuljariciis n. sp.
(Taf. 2, Fig. 2.)
Phyllastrepho mombasce (Shell.) maxime affinis sed statura minore, siibalaribus
pallidioribus, pileo colore dorsi, gula pectorecjue obscurioribus distinguendus.
Oberseite mit Flügeln und Schwanz einfarben olivenbraun, Oberkopf von der-
selben Farbe, nicht brauner; Handschwingen, weniger die zwei ersten, gelbgrün gesäumt,
wie auch, obgleich weniger, die ersten Armschwingen; unten ziemlich hell gelb;
Kehle und noch mehr Kropf und Halsseiten deutlich olivenbräunlich angehaucht,
welche Schattierung, obgleich schwächer, sich längs den Seiten heruntererstreckt;
Ohrgegend nicht hell gestreift; untere Schwanzdecken von der Farbe des Bauches,
die Federn nach der Mitte zvi schwach olivenbräunlich; untere Flügeldecken nebst den
Innensäumen der Schwingen deutlich stärker gelb als der Bauch; Schäfte der Schwanz-
federn oben rötlich hornbraun, unten hellgelb. J' Lg. 195, Fl. 88, Schw. 83, Fl./Schw.
50, Iris gelbweiss, 4 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300 m. 2. Dez. 1905.
Diese Art, die Prof. Reichenow mit Ph. mombasce, dem sie am nächsten steht,
freundlichst verglichen hat, ist kleiner als genannte Art, das Gelb der Unterflügeldecken
und der Schwingensäume ist blasser, der Oberkopf wie der Rücken gefärbt, bei moni-
basce etwas dunkler und brauner; Kehle und Kropf ist trüber.
riiyllastrt'i»lius placidns (Shell.).
Rchw. III, 401. — Lg. 180—200, Fl. 78—86, Schw. 75—80, Fl./Schw. 50—55, Iris graubraun,
hellbraun oder grauweiss, 4,5 — 5 mm.
Die Biologie dieses Vogels war bisher unbekannt.
Auch diese Art gehört dem Regenwalde der Berge an, wenn sie sich auch bis-
weilen in den Waldpartien der Kulturzone zeigt. Beweglich hüpft der Vogel in den
Kronen oder unten in den CTcbüschen umher, während er wiederholt seine ge-
schwätzige, an die des Turdus pilaris erinnernde, mit einigen höheren, beinahe pim-
peligen Tönen abwechselnde Stimme hören lässt, wobei er eifrig den Schwanz und
Hinterkörper hin und her bewegt. Mehrere stimmen auch gleichzeitig ihr wieder-
holtes Konzert an, um plötzlich wie auf ein Zeichen zu schweigen. Ziemlich häufig.
Lebt von Käfern, Samen, Beeren u. dergl.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 — 3,000 m, Aug.; Kulturzone 13,000
m. — Meru: Regenwald 3,000 — 3,500 m, Dez., Jan., Febr. — Fernere Fundorte im
Gebiete: östl. Kilimandjaro 6,000 F. (Hunter, Abbott), Taveta (Abbott), Kiboscho
(Kittenberger).
Phylla.stroidius cerviiiiveiitris Shell.
Rchw. III, 403. — Lg. 200, Fl. 90, Schw. 88, Fl./Schw. 50, Sehn. 17, Iris gelbbraun, 4,.i mm.
In der Urwaldpartie der unteren Kulturzone bei Kibonoto erlegt.
Kilimandjaro-YAhonoto, 1,300 m, Nov. — Ferner: Moschi (Kittenberger),
Taveta (Abbott).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 141
riiyllaslroplnis stropitans (Rchw.).
Kchvv. III, 405. — Lg. 180, Fl. 80, Sclnv. 80, Fl./Schvv. 50, Iris rotbraun, 4,;. mui.
In einer Pflanzung bei Tanga erlegt.
Ein wahrscheinlich vom Kiliniandjaro stammendes Exemplar ist nach Ober-
HOLSER von Abbott heimgebracht worden.
Pyciioiiotus barbatus niicrus Oberh.
Proc. U. S. Nat. Mus. 1895, p. 891; Hartert, Nov. Zool. XIII, 1906, p. 391; P. layardi C!urn.,
Rchw. III, 423 1, ex p. — Lg. 190—220, Fl. 88—90, Schw. 80—85, Iris dunkel, 4 mm.
Schon in der ersten Morgendämmerung lässt dieser in den Pflanzungen gewöhn-
liche Vogel seinen Gesang durch die kühle Luft ertönen, wie um die schlummernde
Natur zu neuer Tätigkeit zu erwecken. In gerader Stellung auf einem Zweige sitzend,
sendet er wiederholt seine aus vier Tönen bestehenden frischen, klangvollen, ziemüch
schönen, lebhaften Strophen — huTtt-tjü-lu-O — in die Natur hinaus, aber auch gegen
Abend hört man den Sänger, von der untergehenden Sonne beleuchtet, eifrig wie ein
Buchfink seinen Sang erneuen. Das Paar hält treu zusammen, kommt der eine, findet
sich bald der andere ein; bisweilen fliegen sie hinter einander her.
Ein am 6. Okt. gefundenes Nest war aus Halmen wie das eines Anthus gebaut
und sass in einem Baum etwa drei Meter v-om Boden ab; es enthielt zAvei auf weissem
Grund dicht schärfer oder matter rötlichbraun gefleckte Eier, die resp. 22 x 16 und 24
X 17 mm massen. Bisweilen bilden die dort dichter stehenden Flecke einen deut-
lichen Kranz rings um das dickere Ende. Zwei solche Eier wurden am 2. Okt. bei Ki-
bonoto gefunden.
Kilimandjaro und Meru: Massaisteppe-Kulturzone.
Folgende Pycnonotiden sind ferner aus dem Gebiete bekannt: PluiUastrephus
flaviventris momhasa?. (Shell.): Moschi (Neumann), [das betreffende Stück wohl dieselbe
Form wie kilimandjaricus /]; — Andropadiis insularis (Hartl. ): Aruscha (Fischer) —
Andropadus virens zombensis Shell.: Kahe, Moschi (Neumann), Marangu (MarW'Itz),
Moschi, Kiboscho (Kittenberger). — ? Pycnonotus trkolor (Hartl.), Moschi
(Schillings).
Zosteropidae.
Zosterops iMirj-cricota Fschb. Rchw.
Rchw. III, 430. — Lg. 105—123, Fl. 60-65, Schw. 46— 50, Fl./Sohw. 25—30, Iris nusshraun, 2,r, mm.
Im Regenwald der Berge ist dieser kleine Vogel, über dessen Lebensweise bisher
wenig bekannt war, eine häufige Erscheinung, wo er sowohl im dichten Walde wie
an Lichtungen in kleinen Gesellschaften umherfliegt. Er ist nicht scheu; bleibt man
still unter einem Schwärm stehen, so konnnea sie bisweilen ganz nahe, hüpfen munter
in den Zweigen umher, untersuchen ZAveige und Blätter, um dann in ziemlich geräusch-
vollem Flug sich nach einem anderen Baum zu begeben; fliegen in die Gebüsche hinab,
142 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
zwischen die die Bäume umgebenden Schlingpflanzen hinein, wobei die ganze Zeit
der breite weisse Augenring gi-ell hervorleuchtet. Erregt etwas ihre Aufmerksamkeit,
ein Schusö o. dergl., so hört man ein summendes, feines, langgezogenes Gezwitscher,
von mehreren Seiten im Chorus wiederholt, um dann wieder schnell aufzuhören. Bis-
weilen kann man die Vögel auch aui Boden (auf dem Pfade!) sehen. Die summende
Stimme: tju-tju wird auch von den verschiedenen Vögeln gehört, um den Schwärm
zusammenzuhalten.
Sie leben von Käfern, Raupen und anderen Insekten nebst Beeren, wovon der
Magen oft vollgepfropft war.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regen wald 2,000 m, Jan.; Kiboscho, Regenwald 3,000
m, Febr. — Meru: Regenwald, 3,000 — 3,500 m, Jan. — Ferner: Aruscha (Fischer),
Kiboscho (Neumann), Marangu (Marwitz), ö. und s. ö. Kilimandjaro 5 — 10,000 F
(Abbott, Hunter, Kittenberger).
Zosterops flavilateralis RcHW. ist von Taveta, dem östl. Kilimandjaro (Abbott),
Aruscha (Fischer) und dem Meru (Schillings) bekannt.
Nectariiiiidae.
Aiithrei»tes collaris hypodilus (Jard.).
Äntheples collaris hypodilus (Jard.). Reichenow, Die Vögel Afrikas III, p. 443.
c? Lg. 105, Fl. 55, Schw. 35, Fl./Schw. 17, Iris schwarz, 2,5 mm.
Ein häufiger kleiner Vogel, der von der Buschsteppe bis zur oberen Grenze der
Kulturzone oft gesehen wurde. Sehr lebhaft. Die Stimme ist rasch und zitternd.
Ein am 9. Dez. gefundenes Nest enthielt 2 weissliche, am gröberen Ende mit
einem violettgraulichen Kranz versehene, spärlich fein bräunlich gefleckte Eier; das
schmale Ende ziemlich fleckenlos. Erinnern im Farbenton an den der Sylvia curruca.
Grösse: 17 X 12 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto. — Meru: Ngare na nyuki. — Ferner: Aruscha (Fischer),
Moschi (Schillings), Taveta [2a/»6e5/anM.s] (x\bbott. Hunter).
Anthreptes loii;L;inari oripiitalis Hartl.
Journ. Orn. 1906, p. 244; Echw. III, 446. — (^ Lg. 130, Fl. 67, Schw. 48, Fl./Schw. 25, Iris dunkel,
3 mm. $ Lg. 120, Fl. 60, Schw. 47, Fl./Schw. 25, Sehn. 14 mm.
Scheint im Gebiete nicht gerade häufig zu sein. Wurde auch am ^Mkomasif lasse
in Usambara beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppc. Meru: Ngare na nyuki, in den Aka-
zienwäldern, Nov. — Ferner: Aruscha (Fischer), Kilimandjaro (Neumann), Useri
(Abbott, Hunter).
Chalconiitra obscura ragazzii (Salvad).
Rchw. III, 451. — J Lg. 135, Fl. 64, Schw. 50, Fl./Schw. 30, Sehn. 24, Iris dunkel, 3 mm.
Nur einmal von mir im Gebiete beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,300 m. — Ferner: Moschi (Schillings, Kitten-
berger), östl. Kilimandjaro 5 — 6,000 F., Tavet^j, (Abbott).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 143
Clialcomitra kirki (Shell.).
Rchw. III, 460. —Lg. 130—135, Fl. (55—68, Scliw. 40—45, Fl./Sehw. 20, Iris diinkel. 2,s mm.
Scheint in den Avestlichen Teilen des Berges nicht liäufig zu sein; wurde dort
hei einigen Gelegenheiten im Mischwald und in der Kulturzone in einer Höhe von 1,400
in erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Okt., Nov., Dez. — Ferner: Aruscha (Fischer), Moschi
(Neumann, Schillings), östl. Kilimandjaro 3 — 7,000 F. (Johnston, Hunter, Abbott),
'Taveta, Kahe (Abbott), Marangu (Marwitz).
Cliiilcoinitra senegaleiisis lamperti Rchw.
Neumann, J. O. 1906, p. 254. — Lg. 150—155, Fl. 75—77, Schw. 52—55, Fl./Schw. 25—28, Iris
dunkelbraun, 2,3 — 3 mm.
Ein am 9. Dez. erlegtes c/ ist in Übergangstracht; Rücken und Nacken haben
alte heller graubraune Federn zwischen die neuen braunschwarzen gemischt, Bauch
mit unteren Schwanzdecken stark graulich und grünlich verwachsen.
Ein zusammen mit dem ^ erlegtes Weihclien ist oben graubraun; die Schwingen
und Schwanzfedern brauner, mit einer Andeutung zu Bronzefarbe; die Schwingen,
mit Ausnahme der zwei äussersten, und die Flügeldecken mit hellem Aussensaum,
am deutlichsten an den Handschwingen, wo der schmale Saum fast weiss ist; die Schwanz-
federn an der Spitze schmal hell umsäumt; Vorderhals dunkelbraun, die Federn mit
hellem Saum, was diesen Partien ein geflecktes oder geschupptes Aussehen verleiht;
Unterkörper graubraun, weisslich oder in der Mitte etwas gelbgrünlich verwachsen;
untere Schwanzdeeken graubraun, breit weisslich umsäumt; untere Flügeldecken grau-
braun, mit weisslichem Saum.
Lg. 135, Fl. 70, Schw. 45, Fl./Schw. 25, Iris dunkelbraun, 2,3 mm.
Ein anderes ohne Zweifel auch hierhergehöriges ? hat den LTnterkörper etAvas
gefleckt, obgleich weniger als am Vorderhals, ein etwas hinter dem Mundwinkel be-
ginnender, bis unter die Ohrgegend sich erstreckender Bartstreif grünlich weiss wie
die Säume der Brustfedern.
Ein im Mischwald und in der unteren Kulturzone nicht seltener Vogel.
Kih'nunuljaw: Kibonoto, März, Juli, Dez. — Ferner: Moschi (Schillings).
Chalcoinitra giitturalis inaestimata Habt.
Rchw. III. 464. — Lg. 140—160, Fl. 68—70, Schw. 45, Fl./Schw. 18-20, Iris dunkelbraun, 2,r, mm.
In einzeln stehenden Bäumen und Gebüschen in der Umgebung von Tangn
erlegt.
Ciiinyris venustns falkeiisteini Fschr. Rchw.
Rchw. III, 474. — Lg. 110—105, Fl. 55, Schw. 38, Fl./Schw. 20, Iris dunkelbraun 2.3 mm.
Ein mit demselben Schuss wie ein cT erlegtes Weibchen ist oben braungrau, oliven-
grünlich angehaucht. Schwingen graubraun mit hellen Aussensäumen, kaum merklich
ins Grünliche spielend; die zwei äusseren ohne hellen Saum; auch die Flügeldecken
etwas hell grünlich umsäumt; Schwanzfedern oben tief braunschwarz, mit schmalem,
144 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 3.
stahlgrün glänzendem Aussensaum; die äusseren am Ende der Innenfahne am Rande
hell; die äusserste Schwanzfeder ohne stahlgrünglänzenden Aussensaum, an der Aussen-
fahne und an der Spitze heller, mehr braungrau. Obere Schwauzdecken braunschwarz
mit stahlgrün glänzender Spitze. Unten hellgelb, der Vorderhals ist etwas mehr grün-
lich und erscheint durch die durchleuchtenden basalen grauen Teile der Federn etwas
dunkler gegenüber dem rein gelben Unterkörper; untere Schwanzdecken weiss, schwach
gelblich angehaucht wie die Kehle; ein schwach hervortretender gelblicher, kurzer
Augenbrauenstrich; kein dunkler Zügelstrich; untere Flügeldecken grau mit breiten
weissen Spitzen; die am Flügelrande gelblich verAvachsen. Schnabel und Füsse braun-
schwarz.
Lg. 95, Fl. 50, Fl. Schw. 20, Schw. 39, Schnabel 16, Lauf 15, Iris dunkelbraun,
2 mm.
Wurde vom Mischwalde an bis hinauf zur oberen Grenze der Kulturzone dann
und wann beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, Mischwald-Kulturzone, 1,900 m, April, Aug., Nov.
Dez. — ■ Ferner: östl. Kilimandjaro 4 — 5,000 F. (Johnston, Hunteb, Abbott), Kirarä-
gua, Moschi (Schillings), Marangu (Marwitz).
Ciiinyris iiiicrorliyncliiis Shell.
Rchw. III. 481. — Lg. 108, Fl. 53, Schw. 37, Iris fast schwarz.
Vorliegendes, bei Tanga erlegtes Männchen bildet eine Zwischenform z\Aischen
der ostafrikanischen, von Mombassa bis nach Zambesi hin bekannten Form microrhyn-
chus und der südwestafrikanischen hifasciahis. Kopf, Oberseite und Kehle sind rein
smaragdgrün, nicht kupferrötlich wie beim letzteren, die Grösse dagegen ist bedeutend
geringer, wie bei der genannten ostafrikanischen Form. Die unteren Schwanzdecken
erzgrün oder etwas bläulich gesäumt.
Wurde ein paarmal in der LTmgebung von Tanga beobachtet, wo er lebhaft und
beweglich sich auf offenem Terrain in zerstreut stehenden Bäumen aufhielt.
Usambara: Tanga, Juni.
Cinnyris luediucris Shell.
Rchw. III, 490. ~ ^ Lg 105—120, Fl. -52—54, Schw. 42—45, Fl./Sehw. 20—27, Iri.s dunkelbraun,
2 mm. $ Lg. 100, Fl. 50, Schw. 38, Fl./Schw. 22, Iris dunkelbraun, 2 mm.
Diese hübsche kleine Art gehört dem Kegenwalde an, wo sie bis zur oberen Grenze
desselben, 3,000 m, bei Kiboscho ziemlich häufig war. Auf dem Meru sah ich sie
nicht weit von der Spitze, etwa in 4,400 m Höhe, wo ihr bald rascherer, bald lang-
samerer Ruf, ein wiederholtes, ziemlich scharfes langgezogenes tji-tji-tji durch Nebel
und Wolken in der wilden, fremden Natur mir entgegentönte.
Ein am 29. Jan. erlegtes J* hatte sehr grosse Testes.
Mageninhalt: Fragmente von Insekten, wahrscheinlich kleinen Schlupfwespen.
Kilimandjaro: Kiboscho, Regenwald 3,000 m, Febr. — Mcni: Regenwald 2,500 —
4,400 m, Jan., Dez. Fernere Fundorte im Gebiete: östl. Kilimandjaro 5 — 12,000 F.
(Abbott, Hfnter, Johnston), Useri (Hunter), Marangu (Marwitz), Kifinika (Neu-
mann).
S.JOSTEDT, VÖGEL. 146
Nectariiiiji johiistoiii Shell.
(Taf. 2, Fig. 1.)
Rchw. III, 501. — Oberholser. Proc. U. S. Nat. Mus. XXVIII, 1905, p. 929.
cT ad. Lg. 160—170 resp. 260—290, Fl. 83—88, Schw. 50—55, resp. 145—180, Fl./Schw. 25—30,
Iri.s dunkelbraun, 3 mm.
Das Weibchen dieser schönen Nectarinide ist oben dunkelbraun, kaum merklich
olivengrün verwachsen; die Federn des Oberkopfes in der Mitte dunkler; die Schwingen
dunkelbraun, die Flügeldecken und die inneren Arnischwingen mit scliAvachem metallisch
grünem Glanz; mit Ausnahme der zwei ersten Handschwingen die Schwingen mit hellem
Aussensaum, an den Handschwingen sehr schmal, an den Armschwingen etwas breiter;
Tnnensaum der Schwinge etwas heller als die Innenfahne im übrigen; Armdecken wie
die Armschwingen gesäumt; Schwanzfedern von der Farbe der Schwingen, an der Spitze
fein hell umsäumt, die äusserste mit etwas grauerer Aussenfahne: die Unterseite etwas
heller als die Oberseite und mehr olivengrünlich angehaucht, Mitte des Unterkörpers
hellgelblich; Kehle und Bartstreif, der letztere etwas heller als die Kehle, fein dunkel
quergewellt; über den Augen ein kurzer, ziemlich schwach hervortretender gelblicher
x-\.ugenbrauenstrich; untere Sch\vanzdecken braungrau, breit weisslich umsäumt; untere
Flügeldecken graubraun, von derselben Farbe wie die Unterseite der Schwingen, die
am Flügelrand grüngelb umsäumt sind; Brustbüschel tief orangerot, unten von Hell-
gelb begrenzt, die Federn an der Basis dunkelgrau. ?
Lg. 153, Fl. 75, Schw. 50, Fl./Schw. 25, Iris dunkelbraun, 3 mm.
Die bisher unbekannten Jungvögel ähneln im Grossen und Ganzen dem Weibchen,
entbehren aber die orangeroten Brustbüschel; die Unterseite ist etwas mehr grüngelb
angehaucht, besonders die JMitte des Unterkörpers.
Nur oberhalb des Regenwaldes, auf den offenen Bergwiesen in einer Höhe von
3,000 — 3,500 m, habe ich am Kilimandjaro diese Nectarinide gefunden und zwar ziem-
lich häufig, sodass ich in einigen Tagen zehn Exemplare erlegen konnte. Hier hielten
sie sich in der Ericinella-Region auf, wo sie gern in der Spitze der Ericinellabüsche
tronten, oder man sah das alte ^ wie einen schwirrenden Pfeil, glänzend wie ein Edel-
stein, durch die Luft fahren, um nach recht schnellen Flügelschlägen gerade auf das
ausersehene Ziel hinzusteuern. Die Jungvögel, die am häufigsten waren, sind wenig
scheu.
Kilimandjaro: Kiboscho, Bergwiesen, 3,000 — 3,500 m; Febr. — Ferner: Kili-
mandjaro 5 — 11,000 F. (Johnston), östl. Kilimandjaro 10 — 16,000 F. (Abbott).
Nectariuia kilimensis Shell.
Rchw. III, 502. — (^ Lg. 156—160 resp. 200—230, FI. 73—78. Schw. 55—65 resp. 110—120,
Iris dunkel, 2,r) — 3 mm.
Ein junges, am 17. April erlegtes cf ist oben braungrau, schwach olivengrün an-
gehaucht; Kehle braunschwarz, jederseits von einem iiach unten zu breiteren, grünlich-
weissen Bartstreif begrenzt; die ganze Unterseite im übrigen grau, die Federn breit
grüngelb gesäumt, was diesen Partien ein unregelmässig geflecktes Aussehen verleiht;
Sjöstedta KUimandjaro-Mera Expedition. 3. 19
146 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
die breiten Säume der unteren Schwanzdecken etwas weisser; gelblicher, schmaler, kur-
zer Augenbrauenstreif kaum sichtbar.
Von der Steppe bis zum Regenwald des Kilimandjaro beobachtet, scheint diese
Nektarinide die obere Kulturzone vorzuziehen, wo sie oft sehr häufig war, wurde aber
am Meru bis zu einer Höhe von etwa 3,500 — 4,000 m beobachtet. Mit Vorliebe besucht
sie die gelben langen Blüten der Leonotis mollissima (Labiate), die wie in Knäueln stock-
werkartig über einander rings um den Stengel geordnet sind, umfasst den Stengel dicht
unter dem Knäuel, eine Blüte nach der anderen untersuchend, wobei der Vogel sich
ganz aufrecht hält. Oft ist die Stirn mit angeklebtem Pollen überzogen. Der Flug ist
schnell; wie ein Pfeil fährt der Vogel in schnellem, kräftigem, oft geräuschvollem Flug
durch die Luft, lässt sich an einer Leonotis nieder, untersucht die Blüten und eilt dann
wieder hinweg. Wo Gruppen von solchen blühenden Sträuchern stehen, sammeln sich
recht viele, gern zusammen mit Drepanorhytichus reichenowi. Die Stimme, die sie gern
von der Spitze eines Baumes oder Gebüsches hören lassen, ist ein rasches: tjiepp, tjiepp,
tjiepp. War Ende Aug. in der Mauser; Jungvögel Mitte April erlegt. Das ganze
Jahr häufig.
Kilimandjaro: Kibonoto, Leitokitok, Useri, Kiboscho, Steppe-Regenwald. —
Meru: Regenwald, 3,500 — 4,000 m. — Ferner: östl. Kilimandjaro 3 — 5,600 F. (John-
ston, Hunter, Abbott), Moschi (Schillings), Marangu (Neumann, Marwitz, Kret-
schmer),
Nectariiii.a tacazzo (Stanl.).
Rchw. III, 503. — Lg. ca. 180, Fi. 80, Schw. 70 resp. 113 mm.
Diese wunderschöne iNectarinide wurde in der Bambusregion des Meru erlegt, so-
wie auch in den oberen Lichtungen des Regenwaldes, in etwa 3,500 m Höhe beobachtet,
wie sie gern zusammen mit Drepanorhyuclius reichenoivi dort stehende gelbblütige Pa-
pilionaceenbäume besuchte. Sie waren sehr lebhaft und ziemlich scheu.
Meru: Regenwald, etwa 3,500 m. — Ferner: Kifinika (Neumann), jMarangu (Mar-
witz), östl. Kilimandjaro (Abbott).
Brepanorhynclins reichenowi Fschr.
Rchw. III, 504. — J" Lg. 150—160, resp. 220—230, Fl. 80—85, Schw. 60—70 resp. 110—135, Iris
dunkel, 3 mm. $ Lg. 140—150, Fl. 67—70, Schw. 55— 57, Fl./Schw. 30—35, Iris dunkel, 2,7— 3 mm.
Das junge c? äiinelt sehr dem ?, die Oberseite ist jedoch mehr grau, nicht grün-
lich, die ganze Unterseite matt braunschwarz, heller am Unterkörper, wo die Federn
mit grünlichgelbem Saum versehen sind, was diesen Partien ein geflecktes Aussehen
verleiht; Bauch mehr einfarbig graulich, gelbgrün angehaucht.
Ein am 2. April erlegtes jüngeres c? hat die ganze Unterseite, Kopf und Rücken
mattschwarz, etwa wie die alten am Bauch; hier und da zeigen sich hervorspriessende
feurig kupferglänzende Federn; Schwingen und Schwanz wie bei den alten.
Ein anderes c? in Übergangskleid, erlegt am 6. Okt., hat die noch zurückgebliebe-
nen Federn des alten Kleids am Rücken viel blasser, bräunlich grau, mit eingemischten,
neuen kupferglänzenden Federn, die an der Kehle und am Kröpfe schon ganz ausgebildet
sind. Auch der Bauch ist z. T. heller als sonst. Bei den graugrünen, unten stark grün-
SJÖSTEDT, VÖGEL. 147
gelb verwaschenen W'^eibclien haben die Schwingen und Sehwanzfedern wie beim cT
breite chromgelbUche Säume, jedoch vielleicht etwas dunkler.
Bei Kibonoto am Kilimandjaro hielt sich diese wi;nderschöne Nectarinide fast
ausschliesslich an bestimmten Plätzen der oberen Kulturzone, gern am oberen Abhang
der Erosionstäler in einer Höhe von etwa 1,800 m auf, wo sie ziemlich häufig war; wurde
auch dann und Avann in den unteren Teilen derselben Zone gesehen. Bei Leitokitok,
an der Nordseite des Berges, wurde sie zusammen mit N eclarinia kilimensi.s in offenem
Terrain an der Grenze der Steppe unter blühenden Leonotis mollissima im Mai beobach-
tet, wo ganze kleine Schwärme dieser Prachtvögel sich angesammelt hatten.
Am Meru war sie häufig auf Lichtungen im oberen Regenwald, etwa 3,500 m,
wo blühende, gelbleuchtende Papilionaceenbäume der Sammelplatz der Nektariniden
der Gegend bildeten.
Es ist ein lebhafter und unruhiger Vogel, fliegt geschwind in die Spitze von Bäu-
men und Gebüschen auf, schiesst plötzlich spielerisch mehrere Meter in die Luft hinauf,
um eben so schnell wieder in das dichte Blätterwerk unterzutauchen, wo er, wenn
erlegt, oft nicht leicht zu finden ist. Mit ungewöhnlich geräuschvollem Flug, wobei
man den Vogel oft früher hört als sieht, schiesst er in seiner gelben und feurig kupfer-
glänzenden Tracht und mit langem gelbem Schwanz durch die Luft, steuert geraden-
wegs auf sein Ziel los und verschwindet im Blätterwerk, um sich vielleicht wieder spie-
lend in die Luft zu erheben und dann im Laubwerk zu verschwinden. Wenn das ?,
das man nicht so oft sieht, mit geräuschvollem Flug herangeflogen kommt, stösst es
2 — 3 mal einen ziemlich schwachen viertönigen Laut: hüi't-hü-it oder ein hartes tjipp,
tjipp — aus. Sie leben von kleinen Käfern, Proeiden, kleinen Schlupfwespen, Termiten
— wovon Köpfe der Arbeiter deutlich in dem ^Mageninhalt iinterschieden werden konn-
ten — Larven u. dergl. Am 2. Nov. wurde ein cf mit grossen Testes erlegt.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone 1,000 — 1,900 m; Leitokitok, Steppe. —
Meru: Regenwald, 3,000 — 3,500 m. — Ferner: Kifinika (Neumann), Marangu (Mar-
wiTz), Moschi (Kittenbergeb), östl. Kilimandjaro (Abbott, Hunter).
Folgende Nectariniden sind ferner vom Gebiete bekannt: Chalcomitra hunteri
(Shell.): Useri (Hunter), Taveta (Neumann). — N eclarinia nectarinioides (Richm. ):
nahe dem Kilimandjaro (Abbott). — N eclarinia melanogaslra Fschr. Rchw: Marangu
(Marwitz), Djipesee (Kittenberger). — Neclarinia janiosa (L.): östl. Kilimandjaro
5 — 7,000 F. (Abbott [cupreonüens], Johnston), Kifinika, Marangu (Neumann).
Paridae.
Parus tliruppi barakae Jacks.
Purus t/iruijpi Shell., Rchw. III, 517. — Pams tJiruppi barakce (Jacks.), Oberholser, Pi'oc. U.
S. Nat. Mus. XXVIII p. 917, $ Lg, 120, Fl. 66, Schw. 50, Fl./Schw. 30, Iris schwarz, 3 mm.
In der Busch- und Akaziensteppe nicht weit von Kahe einmal beobachtet.
Küimandjaro-Niedevung, Kahe, Juni. — Ferner: Taveta, Kahe (Neumann), östl,
Kilimandjaro (Abbott).
148 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 3.
Parus friiigilliniis Fsohr. Rchw.
Rchw. III, 318. — Fl./Schw. 20, Iris dunkel, 3,5 mm.
Diese kleine Meise wurde ein paarmal in den Akazienwäldern am Flusse Ngare
na nyuki beobachtet. Ein am 29. Nov. erlegtes ? hatte grosse Eier im Ovariiim.
Der weisse Endsaum der Schwanzfedern sehr schmal.
Bewegten sich lebhaft in den lichten Akazienkronen.
ilfe)«-Niederung: Ngare na nyuki, Nov. — Ferner: Aruscha (Fischer).
ParisoiHii bölimi Rchw.
Rchw. III, 520. — Fl./Schw. 45, Iris weissgelb, 3 mm.
Wurde nur in den Akazienwäldern am Ngare na nyuki beobachtet,
ilf ent-Niederung, Dez. — Neu für das Gebiet.
Anthosco'pus musculus (Hartl. ) ist von Abbott im Gebiet angetroffen worden.
Sylviidae.
Sylviinse.
Melocichla mentalis orieiitalis CSharpe).
Rchw. III, .538. — Lg. 190-200, Fl. 77—80, Fl./Schw. 60—70, Iris weiss mit deutlicher brauner
Schattierung, 4 mm.
In der Obstgartensteppe und im Mischwald, wo Gruppen von Gebüschen im Jiohen
Gras standen, Avar diese x4.rt nicht gerade selten und wurde dort mehrmals beobachtet.
Die Stimme ist ein laut klingendes, wiederholtes tjupp, tjupp, tjupp, bisweilen durch
recht schöne, klangvolle Töne ersetzt. Gern bewegt sich der Vogel in den xxnteren Teilen
der Gebüsche, in dem hier wachsenden Grase verschwindend. Die Nahrung besteht
aus Heuschrecken, Käfern u. dergl.
Kilimandjaro-Wiedexung, Kibonoto, Mischwald-Obstgartensteppe, März, Mai,
Nov., Dez, — Ferner: Kirarägua (Schillings).
(üsticola huiiteri Sharpe.
Rchw. III, 543. — Lg. 140—163, Fl. 58—62, Schw. 60—76, Iris dunkel, 3— 3,.i mm.
Zugleich mit Pinarochroa hypospodia und Nectarinia johnstoni der charakteri-
stischste Vogel der Bergwiesen, wo sie sich mit Vorliebe in der Ericinellaregion aufhalten.
Sehr lebhaft hüpfen sie rasch zwischen den Sträuchern der Ericinella umher, versch^vinden
unten zwischen den dichten Zweigen, um sich bald wieder auf den Spitzen zu zeigen.
Oft einige zusammen, lassen sie ihre dreitönige, frische Stimme durch die öde Gegend
ertönen; diese beginnt mit einem kräftigen klingenden Anschlagston, dem unmittelbar
laute trillernde und summende »tschrr» folgen, um dann mit einigen klingenden Tönen
abgeschlossen zu werden. Bisweilen macht der Sänger einen Augenblick eine Pause
mitten im Summen und Trillern, wobei die Strophe viertönig erscheint. Oft hört man
auch 1 — 2 frische Anschlagstöne, denen ein summender und trillernder Laut folgt; mehrere
SJÖSTEDT, VÖGEL. 149
stiniiuen auch gern gleichzeitig ihr Lied an — ein erfrischendes kleines Konzert in diese
öden Natur.
Nicht besonders scheu, so dass man ihnen in den Ericinellagebüschen ganz nahe
kommen kann.
Kilimandjaro: Kiboscho, Bergwiesen, 3 — 3,500 m, Febr. — Ferner: Kifinika
(Neümann), Marangu (Kretschmer), östl. Kilimandjaro 10,000 F. (Abbott, Hunter).
Cisticola priiiioirtcs Neum.
Rchw. in, 543. — Lg. 140—155, Fl. 58—62, Schw. 70—72, Iris rotbraun, 3 mm.
Zugleich mit Cinnyris viediocris wurde dieser Grassänger in den obersten Teilen
des Meru gesehen, und wo die ganze Gegend von heranstiirmenden Wolken umhüllt
war, hörte man durch den Nebel die frische und muntre Stimme dieses kleinen Vogels.
Am Kilimandjaro habe ich ihn in den obersten Teilen der Kulturzone an der unteren
Grenze des Regenwalds angetroffen.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,900 m, Nov. — Meru: oberhalb des Regenwalds, etwa
4,300 m. — Ferner: Marangu (Kretschmer), Kiboscho (Kittenberger), östl. Kili-
mandjaro 5 — 8,000 F. (Abbott).
Cisticola chiiiiaiia (A. Sm.).
Rchw. III, 546. — Lg. 145—155, Fl. 61—63, Schw. 55, Sehn. 13, Lauf 22—23, Iri.s
dunkelbraun, 3 mm.
Kommt in der Busch- und Akaziensteppe vor.
U samhara: Lempeni, Juni. — Kilimandjaro: Kibonoto, Massaisteppe, März. —
il/e/«-Steppe, Ngare na nyuki, Nov. — Ferner: Kahe (Abbott).
Cisticola scliilliiig:si Rchw.
Rchw. III, 548. — Lg. 130, Fl. 61, Schw. 60, Lauf 23 mm.
Nur einmal beobachtet und zwar auf der mit zerstreuten Gebüschen und einzelnen
niedrigen Akazien bewachsenen Steppe in der Nähe des Flusses Ngare nairobi. Der
Vogel machte, als er flog, durch seine helle Farbe einen fremdartigen Eindruck, so dass
ich, obgleich auf dem Marsch, die Karawane anhalten Hess, um ihm nachzugehen und
ihn zu erlegen.
Kilimandjaro-l^ieAewing, März. — Neu für das Gebiet.
Cisticola katona^ Mad.
Rchw. III, 549. — Lg. 110—120, Fl. 53—55, Schw. 39—41, Lauf 20—22, Iris braun oder
ockergelb, 2,5 mm.
Lebt in der Gras- und Buschsteppe. Nicht selten; 5 Ex. liegen vor.
Kilimandjaro: Kibonoto, Natronseen, Buschsteppe, Febr., März, April, Nov.
— Ferner: Moschi (Kittenberger).
150 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 3.
Cistieola calaiiioherpe Rchw.
Rchw. III, 549. — Lg. 110—120, Fl. 48—52, Schw. 40—45, Lauf 20—21, Iris ockergelb, 2,.=, mm.
Der Oberkopf ist bei allen vorliegenden Exemplaren immer ein wenig mehr rot-
braun als der Rücken.
Ein Vogel aus Kibonoto hat die erste Schwinge etwas länger als die Hälfte der 2.,
ist aber sonst mit katonce typisch identisch und ist scheinbar eher dieser als jener Art
zuziaweisen. Kommt in der Akaziensteppe und im Mischwald vor.
Kilimandjaro: Kibonoto, Natronseen, Mai. — J/e?« -Niederung, Jan. — Ferner:
westl. Kilimandjaro (Schillings).
Cistieola liigiibris suahelica Neum.
Journ. Ornith. 1906, p. 272; Rchw. III, 552. — Lg. 125—140, Fl. 55—62, Schw. 45—52, Fl,/
Schw. 30 — 85, Lauf 23, Iris ockergelb, 3 mm.
Wurde dann und wann in Buschsteppe und Mischwald beobachtet. Auch bei
Tanga erlegt.
Kiliniandjaro: Kibonoto, Natronseen, März, Mai, Nov,, Dez. — Ferner: Taveta
(Abbott).
Cistieola robusta aiiibis^ua Sharpe.
Bull. Br. Orn. C. LXXV, Vol. XI, 1900, p. 28; Neumann, J. O. 1906, p. 265.
cT Lg. 145, Fl. 70, Schw. 54—56, Fl./Schw. 32-35, Lauf 25, Iris hellbraun, 3,5 mm.
$ Lg. 133, Fl. 60, Schw. 47, Lauf 23, Iris hellbraun 3,.'. mm.
Das kleine ? ist zusammen mit einem der angegebenen c? auf dem Kiliman-
djaro, in etwa 1,800 m Höhe, erlegt worden.
Die Art wurde sowohl auf der Baumsteppe als auf dem Berge auf grasbewachse-
nem, offenem, mit zerstreuten Gebüschen bewachsenem Terrain in den oberen Teilen
der Kulturzone angetroffen.
Eine auf der Massaisteppe erlegte partielle Albino-Form ist im ganzen weiss,
schwach gelbbräunlich verwaschen, die sonst schwarzbraunen Flecke des Rückens sind
viel schwächer und mehr rostbräunlich; Schwingen weiss, Dunenfahne schwach rost-
bräunlich angehaucht, etwas stärker an den Armschwingen, wo die dunklere Farbe sich
auch auf die Aussenf ahne ersti'eckt; Säume weiss; Schwanzfedern ziemlich matt grau-
braun, nach aussen etAvas dunkler, hell gesäumt, an der Spitze breit weiss, die mittelste
viel blasser; Oberkopf und Nacken scharf hell rostrot, die Federn an der Spitze etwas
blasser.
Bei dem Jungvogel sind die Säume der Rücken- und Flügelfedern rostgelblich, der
Nacken rotgelb, viel heller und schwächer als beim alten Vogel; der ganze Oberkopf
deutlich dunkel gestrichelt; Zügel, Augengegend, Wangen, Halsseiten, Flügelrand und
der ganze Vorderhals, besonders in der Mitte, deutlich schwefelgelb verwaschen; Weichen
und Bauch weiss, isabellgelblich angehaucht; Schwanzfedern mit viel grösserem, etwa
10 mm langem, weissem Endfleck und mehr zugespitzt. Unterkiefer und die Ränder
der Oberkiefer hell horngelb. Auf dem Kilimandjaro in der oberen Kulturzone, in
etwa 1,800 m Höhe, am 2. April erlegt.
SJÖSTEDT, VÖGEL. 151
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kiilturzone, April, Aug. — Ferner: Komboko
am Kilinicandjaro (Fischer).
(istieolii cisticola uropygialis (Fräs.).
Rchw. III, 556. — Lg. 98, Fl. 52, Sehw. 34, Fl./Schw. 20, Iris hellbraun, 2 mm.
Der Ivropi tles vorliegenden Exemplares ist fast rein weiss, nur sehr schwach rost-
.gelblich angehaucht; Weichen deutlich rostgelb. Wie terrestris lebt auch diese Art
auf der offenen Grassteppe, wo sie nicht gerade selten war.
KiJi)n<nifIja)n-fite]i'pe, April. — Neu für das Gebiet.
CistieolM terrestris (A. Sm.).
Rchw. III, 558. — Lg. 90—100. Fl. 46—52, Schw. 29—3.3, Fl./Schw. 17—23, Iris hell- oder
dunkelbraun, 2,5 — 3 mm.
Der Jungvogel ist unten blendend weiss, Vorderhals und Wangen schwefelgelblich
angehaucht, Körperseiten und untere Schwanzdecken deutlich gelbbräunlich verwaschen,
die helle Farbe der Oberseite mehr rostgelblich als beim alten.
Eine auf der Steppe bei Kirarägua in der Kilimandjaro-Niederung erlegte partielle
Albino-Form hat Kopf, Hals und die ganze Unterseite sowie die meisten Schwingen
weiss; Unterseite schwach rostgelblich angehaucht; Oberseite vom Nacken an breit
dunkel gestrichelt, etwas blasser als sonst, die Säume blasser rostgelblich, die Schwanz-
federn normal. Iris dunkelbraun.
Dieser kleine Grassänger gehört der offenen Grassteppe an, wo er sich dann und
wann in schwippendem Flvig aus dem Gras erhob. Nicht selten.
KiUmandjaro-^te-p-pe, März, April, Aug. — Ferner: Kilimandjaro (Schillings).
Cisticola nana Fschr. Rchw.
Rchw. III, 560. — Lg. 100, Fl. 45, Schw. 35, Fl./Schw. 25, Iris ockergelb, 2 mm.
Bei Lempeni (Limbeni) in Usmnbara erlegt.
Bei Ngaruka nicht sehr weit westlich vom Meru von Fischer angetroffen.
Cisticola rnfopileata Rchw.
Rchw. III, 561. — Lg. 130—150, Fl. 66—67, Schw. 52—59, Fl./Schw. 35—40, Iris ockergelb,
3 — 3,5 mm.
Wangen und Vorderhals der Jungvögel etwas schwefelgelb angehaucht; Unter-
schnabel gelb.
Es ist ein sehr lebhafter Vogel, hüpft rasch in den Büschen umher oder setzt sich
auf die äussersten Zweige, seinen scharfen Laut: tjipp-tjipp-tjipp lange Zeit
hindurch wiederholend. Bisweilen wird er hierbei sehr eifrig, der schwarze Rachen ist
weitoffen, während er aus allen Kräften sein Schreien fortsetzt, das ganze kleine Geschöpf
zittert, der Schwanz schwingt unruhig hin und her, und die Kehlfedern sind gesträubt
wie bei einer Dorngrasmücke. Die Jungvögel haben eine viel weichere und schwächere
152 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Stimme, sperren aber den Mund ganz wie die Alten auf, wenn sie schreien, fliegen in
Buschwipfel auf, schwingen lebhaft Schwanz und Hinterkörper und fahren dann
wieder in das Gebüsch herunter.
Mageninhalt: Termiten und Käfer.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone, März, April, Sept., Okt., Dez. —
Ferner: Kilimandjaro (Schillings), Moschi (Neumann).
Cisticola seniitoryues (Heugl.).
Rchw. III, 563, — Lg. 120—130, Fl. 53—54, Schw. 40-49, Fl./Schw. 30—40, Iris ockergelb,
2,5 — 3 mm.
Die schwarze Binde vor dem Ende der mittleren Schwanzfedern viel schwächer
als an den anderen, Endsäume derselben blassbraun, nicht grau oder weiss. Vorliegende
drei Exemplare gehören also nicht der nahestehenden, vom Kilimandjaro beschriebenen
C. pictipennis an. Ein am 22. April erlegtes ? hatte grosses Ovarium.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, April, Dez. — Neu für das Gebiet.
Calamonastes siiuplex (Gab.).
Rchw. III, 573. — Lg. 135, Fl. 03, Schw. 58, Fl./Schw. 4, Iris ockerbraun, 3 mm.
In offener Busch- und Akaziensteppe unterwegs durch üsambara erlegt. Sonst
nicht gesehen.
Üsambara: Lempeni, Juni. — Vom Kilimandjaro-Gebiete, Taveta, durch Abbott
bekannt.
Sehoeiiicola apicalis (Gab.).
Rchw. III, 577. — Lg. 160-165, Fl. 59—60, Schw. 75—85, Fl./Schw. 60-70, Iris rotbraun
oder ockergelb, 3 mm.
Die Kilimandjaro-Form ist ziemlich blass, nicht völlig so lebhaft rotbraun wie
die typische. Auf der mit zerstreuten Gebüschen bewachsenen Grassteppe zwischen
dem Kilimandjaro und Meru nördlich von den Natronseen war diese durch ihren auf-
fallend grossen und breiten Schwanz charakteristische Art besonders im Ajoril nicht
selten und wurde mehrmals hier erlegt. Sie hält sich — einzeln oder paarweise —
gern unten in den Büschen auf, hüpft hier auf den Zweigen und im umgebenden Grase
umher und lässt dabei bisweilen ihre ziemlich schwache Stimme tja-tja hören.
Fliegt ziemlich dicht über dem Boden hin, wenn sie sich nach einem anderen Gebüsch
begiebt.
KiliniandjaroSteip-pe, März, April. — Neu für das Gebiet.
Bradypterus baba^euhis (Vieill.).
Rchw. III, 580. — Lg. ca. 145, Fl. 60, Schw. (def.). Sehn. 13, Lauf 22 mm.
Lebt in Sümpfen und versteckt sich im Schilf wie ein Rohrsänger, zeigt sich einen
Augenblick, um dann wieder in den unteren dichten Teilen des Schilfes zu verschwinden.
Wurde nur an einem Platz, am Flusse Lima, beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, 25. April. — Ferner: Kilimandjaro (Hunter), Marangu
6,000 F. (Abbott).
S.TÖSTEOT, VÖGEL. 153
Brad.vpterus ciniiamonieiis (Rüpp.).
Rclnv. III. öSl. — Lg. 155—165, Fl. 60-64, Schw. 65-70. Fl./Sphw. 50—58, Sehn. 13. Lauf 24,
Iris rot- oder dunkelbraun, 4 mm.
Vorliegende drei alte Vögel stimmen mit der Beschreibung des cinnamomeus über-
ein. Vom Kilimandjaro ist (1. c. p. 582) eine äusserst nahestehende Form, rufoflavidis,
angeführt, die sich durch trübgelbe (blass wachsgelbe) Farbe an Augenbrauenstrich,
Kehle und Mitte des Unterkörpers unterscheidet. Reichenow vermutet 1. c, dass diese
Form vielleicht nur die Jugendtracht von cinnamomeus sei, was ohne Zweifel der Fall
ist, da die genannten alten Vögel, die von demselben Berge stammen, mit cinnamomeus
identisch sind, und die Jugendform des nahestehenden Bradypterus viarice, wie ich unter
dieser Art nachgewiesen, gerade durch ihre stark grüngelbliche Schattierung unten sich
von den alten Vögeln unterscheidet.
Wurde nur in den höheren Teilen des Meruberges beobachtet, wo er sich unter
niedrigem Gebüsch und verschiedenen niedrigen Kräutern nahe am Boden aufhielt.
Im Magen eines untersuchten Vogels fanden sich ein Schmetterling, kleinere Käfer und
eine kleine Schnecke.
Meru: Regenwald 3,000 — 3,500 m, Jan., Febr. — Ferner: Kifinika (Neumann,
[rufoflavidifi]), Marangu 6,000 F. (Abbott, [barrafti]), östl. Kilimandjaro 10,000 F.
(Abbott, [salvadorij).
Bradypterus marisiB Mad.
Rchw. in, 842. — Lg 154—155, Fl. 58—62, Schw. 60—70, Fl./Schw. 40—52, Sehn. 11—12,
Lauf 23 — 24, Iris rotbraun oder dunkelbraun, 4 mm.
Der bisher unbekannte Jungvogel dieser Art ist oben wie der Alte gefärbt, kaum
merklich grauer am Oberkopf und Nacken, an der Unterseite aber verschieden: die sonst
weisslichen Partien sind stark grüngelblich angehaucht, das Kropfband ist nicht mar-
kiert. Weichen und Unterschwanzdecken rostbräunlich, viel rötlicher als beim Alten,
auch die Körperseiten oben und Kropf etwas rostbräunlich verwaschen.
Ein älteres Exemplar hat schon ein ausgebildetes breites Brustband wie die Alten
und die Körperseiten olivenbräunlich, die helle Kehlpartie und die helle Bauchmitte
sind jedoch noch grüngelblich angehaucht.
Dieser Vogel gehört dem Regen walde an, wo er am Kilimandjaro bis hinauf zur
Grenze der Bergwiesen in 3,000 m Höhe beobachtet wurde, während ich ihn am Meru
bis zu etwa 3,500 m Höhe angetroffen habe. Hier hüpft er in den dichten Gebüschen
oft sehr nahe am Boden umher, dann und wann ein bald schärferes, bald weicheres,
von dem anderen beantwortetes »tji» ausstossend, sowohl im Auftreten wie in der Farbe
recht sehr an Troglodytes panmlus erinnernd. Bisweilen wird die Stimme zu einem
langen, wiederholten »tsitr» ausgezogen. Der Gesang ist für diese Wälder sehr charak-
teristisch; es ist ein kräftiges, klingendes und, wenn der Vogel sich nähert, an Stärke
zunehmendes und dann wieder verklingendes Trillern, das den ganzen kleinen, in den
Gebüschen nahe am Boden herumhüpfenden Vogel erzittern lässt. Das ist die ein-
zige Stimme, die während langer Zeiten den geheimnisvollen, düsteren Regenwald
belebt. Im Magen erlegter Vögel fanden sich Käfer (Curculioniden) u. a. Insekten,
Sjöalräls KUiiiiniuljarn-Mi'vii EriMitilinii 3. 20
154 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Raupen nebst grossen, flachen Samen, wie sie auch im Magen von Aplopelia larvata
gefunden worden sind.
Kilimandjaro : Kiboscho, Regenwald, 3,000 m, Febr. — Meni: Regenwald 3,000
— 3,500 m, Jan. (jun. et ad.). — Ferner: Kiboscho (Kittenberger).
Acrocephalns anuHlinaceiis (L.).
Rchw. III, 585. — Lg. 195, Fl. 95, Schw. 75, Fl./Schw. 45, Iris nussbraun, 4,r, mm.
Im hohen, am Strande der Natronseen hier und da wachsenden Grase wurde im
März einigemal die Rohrdrossel beobachtet.
KilimandjaroSte-p-pe: Natronseen, März. — Neu für das Gebiet.
Acrocephalns baeticatus (Vieill.).
Rchw. III, 587. — Lg. 125—128, Fl. 54—55, Schw. 48, Fl./Schw. 35, Iris dunkelbraun, 3 mm.
In den mit hohem, breitblätterigem Schilfgras bewachsenen Sümpfen am Lima
wurde dieser Rohrsänger im März einigemal erlegt. Auch, wie ich glaube, bei Mombo
beobachtet.
Kilimandjaro: Kibonoto, März. — Neu für das Gebiet.
Acrocephalns schoenobiT>nns (L.).
Rchw. III, 588. — Lg. 135, Fl. 69, Schw. 50, Fl./Schw. 35, Iris dunkel, 3 mm.
In mit Gras und zerstreuten Gebüschen bewachsenem Terrain in der Nähe der
Natronseen erlegt. Sonst nicht beobachtet.
Kilimandjaro-'Niedevung, Natronseen, 1. Mai. — Ferner: Taveta (Abbott).
Prinia niystacea Rüpp.
Rchw. III, 590. — $ J Lg. 115—135, FI. 49—55, Schw. .50—60, Fl./Schw. 37—40, Iri.s
nussbraun, 2,.^ mm.
Lebt im Mischwald und in der lichten Akaziensteppe, wo sie vielleicht nicht gerade
selten ist, obwohl man den kleinen grauen Vogel nicht besonders oft bemerkt. Die
Stimme ist ungewöhnlich schwach und kaum einige Schritte weit hörbar; es ist ein un-
unterbrochenes Schwätzen, wobei der schwarze Rachen des Vogels weit offen gehalten
wird.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Mischwald, April, Dez. — Ferner: Kilimandjaro
5,000 F. (Johnston), Taveta (Abbott), Mbschi (Schillings).
Apalis griseiceps Rchw. Neum.
Rchw. IIL 606. — Lg. 124, Fl. 53, Schw. 48, Fl./Schw. 30, Iris blass- oder hochgelb, 3 mm.
Gehört dem Regenwald an und wurde dort sowohl am Kilimandjaro wie am JMeru
erlegt. Lebhaft bewegt sie sich leicht im Laubwerk der Bäume und Gebüsche. Magen-
inhalt: Käfer und Larven.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 m, Dez. — Meru: Regenwald, 3,500 m,
Febr. — Ferner: Kifinika (Neumann), Marangu (Kretschmer, Marwitz), östl. Kili-
mandjaro 9—10,000 F. (Abbott).
.S.JÖSTBDT, VÖGEL. 155
Apalis piilcliolla (Cretzschm.).
Rchw. III, (ilü. — Lg. 105—110, Fl. 45—48, Scliw. 44— 46, Fl. 1 Schw. 30- .'J2, Iris ockergelb, 2 mm.
In zerstreut stehenden kleineren Akazien auf der Massaisteppe in der Nähe
des Flusses Ngare na nyuki erlegt. Bewegte sich wie ein Laiibsänger in den lichten
Kronen. Auch im Mischwalde bei Kibonoto beobachtet.
Kilimandjaro-l<liederung: Mischwald, März. — Jferw-Niederung: Ngare na nyuki,
Jan. — Neu für das Gebiet.
AiMilis tfolzi (FscHR. Rchw.).
Rchw. III, 611. — Lg. 115^125, Fl. 50-54, Schw. 46—52, Fl./Schw. 30—38, Iris hell
nussbraun, 3 mm.
Wurde in der Obstgartensteppe und Akaziensteppe beobachtet, wo er sich lebhaft
wie ein Laubsänger in den Kronen bewegte.
Kilimandjaro: Kibonoto; Obstgartensteppe, April, Dez. — ilfef?t-Steppe: Ngare
na nyuki, Jan. — Ferner: Aruscha (Fischeb), Moschi (Schilings, Neumann), Kahe
(Abbott).
Macrosi»li('inis krctschmcri (Rchw. Neum.).
Rchw. IIl''614. Lg. 160, FI. 66—69. 8chw. 65—68, Sohn. 16-^18, Fl./Schw. 45, Iris rot, von
einem schmalen, scharf markierten hellen Ring umgeben.
Die Biologie dieser Art war bisher unbekannt. Wie Andro'padus- Aview, an die
er in seinem Aussehen sehr erinnert, hält sich dieser Vogel in dichtem Laubwerk, beson-
ders in dichten, fast dunklen, mit Lianen u. a. »Schlingpflanzen behängten, niedrigen
Kronen auf, wo er, im Schutz des Blätterwerkes gemächlich umherhüpfend, dann und
wann seine vier-fünftönige Stimme hören lässt; diese beginnt mit einem markierten Kn-
schlagston, auf welchen drei-vier rasche Töne folgen, der letzte etwas langgezogen.
Er ist sehr stationär und wird Tag für Tag in derselben Gegend des Waldes, ja in
derselben Krone wiedergefunden.
Lebt von Käfern u. dergl.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, März, Mai, Nov. — Ferner: Kiboscho
(Neumann).
Camaroptera griscoviridis (v. Müll.).
Rchw. III, 616. - Lg. 125, Fl. 59, Schw. 45, Fl./Schw. 30, Iris hellbraun bis ockergelb, 3 mm.
War am Kilimandjaro und zwar besonders in der Kulturzone ziemlich häufig, wo
man in den Baumkronen ihren charakteristischen wiederholten Ruf hörte.
Kilimandjaro: Kibonoto, April, Mai, Okt., Dez. — Ferner: Moschi (Schillings),
Aruscha (Fischer), Kiboscho (Neumann); C. brevicauda Cr., östl. Kilimandjaro 5,000
F. (Abbott).
Sylvletta jacksoni (Sharpe).
Rchw. in, 627. — Wurde nur bei einigen Gelegenheiten gesehen und zwar im lich-
ten Mischwald und auf der Akazienstejipe, wo sie durch ihren kurzen Schwanz, der be-
sonders im Fluge dem Vogel ein eigentümliches Aussehen verleiht, sofort die Aufmerk-
samkeit auf sich zog. In ihren Bewegungen etwas an eine Meise erinnernd, flog sie
156 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
gegen einen Stamm, krallte sich an ihm fest, um nach Insekten in der Rinde zu suchen,
flog auf einen Zweig hinauf und sang eifrig. Hält sich gern in Gesellschaft anderer
kleiner Vögel auf. — Gehört der helleren Form 8. major Neum. an.
KiUmandjaro: Kibonoto, Mischwald, Akaziensteppe, Nov. — Ferner: Moschi
(Schillings, Kittenberger), Taveta (Abbott).
Phylloscopus trochilus (L.).
Rchw. in, 634. — Lg. 125, FI. 65, Schw. 50, Fl./Schw. 25, Iris dunkel, 2,-j mm.
Der Laubsänger wurde einige Male in den unteren Teilen der Kulturzone und auf
der Buschsteppe gesehen. Ein vorliegendes, am 24. April erlegtes Weibchen ist in
Bauttracht, oben ziemlich hell bräunlich grau, nur schwach grünlich angehaucht.
KiUmandjaro: Kibonoto, Buschsteppe-Kulturzone, März, April. — Ferner:
Moschi (Schillings).
Tiirdiiiae.
C'rateroi>us plebejus eniini Neum.
.lüuiii. Orn. 1904, p. 549; Orn. Mon. 1906, p. 144 — C. jardinei hijpostictus Cab. Rchw., Rclnv.
III, 660, ex. p. — Lg. 225-235, Fl. 95—105, Schw. 90—105, Fl./Schw. 65—70, Iris rotgelb oder
weissgelb, 5 mm, bei Jungvögeln dunkelbraun.
Wurde einigemal in der Obstgartensteppe angetroffen, wo sie, in kleinen Schwärmen
versammelt, einen schrecklichen Lärm verursachten.
Ein Ende März erlegtes ? hatte grosse Eier im Ovarium; ein jüngerer Vogel wurde
Mitte November angetroffen. Mageninhalt: Samen von Papilionaceen, Termiten-
arbeiter und Juliden.
KiUmandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, März, Nov. — Ferner: Kilimandjaro
5,000 F. (Johnston), Moschi (Schillings).
Crateropus hypoleiifiis nifiioiisis Neum.
Neumann, Ornit. Monatsb. XIV, 1906, p. 148.
Lg. 245, Fl. 110, Schw. 105, Fl./Schw. 75, Iris weis.sgelb, 6 mm.
Dieser Vogel, den ich in der Obstgartensteppe beim Gangasumpf in der Kibonoto-
Niederung einmal erlegt habe, scheint im Gebiete spärlich vorzukommen.
KiUmandjaro-WiG^QTuwg, März. — Ferner: Rombo (Schillings), Kiboscho
(Trotha).
Argya rubigiuosa heuglini Sharpe.
Rchw. III, 673. — An der Küste bei Tanga scheint diese Art häufiger zu sein, da-
gegen habe ich sie im Kilimandjaro-Meru-Gebiet nur einmal gesehen, und zwar in
den lichten, mit dichten Gebüschen versehenen Akazienwäldern am Flusse Ngare na
nyuki, wo sich ein kleiner Schwärm Anfangs Dez. zeigte. Halten sich gern im dicliten
Laubwerk der Gebüsche auf.
if erw-Niederung: Ngare na nyuki, Dez. — Ferner: Aruscha (Fischer), Taveta
(Abbott) und Moschi (Neumann).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 157
Gcocichia gunieyi kilimeiisis Neum.
Rchw. III, 683. — ad. Lg. 214, Fl. 102. Schw. 80, Fl./Schw. 40, Iris fast schwarz, 6 mm.
Alle vorliegenden, sowohl alten als jüngeren Vögel aus den höheren Teilen des
Meru haben die äusseren Schwanzfedern ohne weissen Endfleck, was für die subsp. kon-
stant zu sein scheint. Dagegen ist die rotbraune Stirnbinde des alten Vogels nur schwach
angedeutet. Die rotbraune Farbe der Kehle und der Brust ist dunkel, der Ohrgegend
schwarzgrau verwaschen, oline Binden.
Der bisher unbekannte Jungvogel ist oben olivenbräunlich, etwas roströtlich an-
geflogen, besonders am Hinterrücken und Bürzel; die Federn des Oberkopfes, des Nackens
und des Vorderrückens mit hellem Schaft und besonders die der letzteren mit hellem,
rostgelblichem Schaftfleck und dunklerem Endsaum; die Federn nach innen hellgrau;
Zügel rostgelb; eine besonders gefärbte Stirnbinde nicht vorhanden; Unterseite auf rost-
gelblichem Grund dicht schwarzbraun gefleckt, die einzelnen Federn mit breitem, dunk-
lem, oft winkelig begrenztem Aussensaum; Kehle bisweilen etwas heller, jederseits von
einem dunklen Bartstreif begrenzt; Bauchmitte und Steiss weiss, bisweilen schwach
rostgelblich angehaucht; die Unterschwanzdecken Aveiss, mehr oder weniger mit Rost-
gelb oder Rostbraun gemischt; obere Schwanzdecken etwas mehr rostfarben als der
Bürzel; Flügel wie beim alten Vogel gezeichnet, die weissen Flecke der mittleren und
grossen Flügeldecken zum Teil rostgelblich, die kleineren Flügeldecken mit mehreren
rostgelblichen Fleckchen. Schwanzfedern einfarbig olivenbraun, Innenfahne der äusse-
ren etwas graubraun, keine weissen Endflecke vorhanden; die Schwanzfedern laufen in
eine kurze, feine, helle Spitze aus.
Lg. 205—215, Fl. 105, Schw. 175—180, Lauf 33, Iris dunkelbraun, 6 mm.
Wurde nur im Regenwalde in einer Höhe von 2 — 3,500 m angetroffen und zwar
ziemlich spärlich. Hier hielt sie sich im dichten Unterholze auf, wo sie am Boden unter
verfaulenden Blättern umherhüpfte oder, besonders gegen den Abend, sich an dem durch
den Wald führenden Wege zeigte, gern längs demselben hüpfend. Jüngere Vögel Ende
Jan. beobachtet.
Erlegte Vögel hatten im Magen: Termiten, Käfer (Curculioniden), Schnecken
(eine kleine Art ganz und Fragmente von anderen), Raupen nebst Beeren.
Meru: Regenwald 2 — 3,500 m, Jan., Febr. — Ferner: Kifinika (Neumann).
Tiirdus (leckeni Gab.
Rchw. III, 686. — Lg. 227—240, Fl./Schw. 50—60, Iris nussbiaun, 6 mm, Schnabel rotgelb,
Füsse blassgelb, chromgelb oder gelbbraun, Augenring rotgelb.
War auf dem Meruberg häufig, besonders in einer Höhe von 3 — 3,500 m. Hüpfte
rasch zwischen dem Laubwerk umher, wo der gelbe Schnabel leicht den Vogel
verriet.
Mageninhalt: Beeren und ihre Samen.
158 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 3.
Meru: Regenwald, 2,000 — 3,500 m. Fernere Fundorte im Gebiete: östl. Kili-
mandjaro 5 — 6,000 F. (Johnston, Abbott), Kifinika, Moschi (Neumann), Marangu
(Mabwitz), Moschi (Kittenberger).
Saxicolince.
Moiitieola saxatilis (L).
Rchw. III, 699. — Lg. 175—200, Fl. 115—120, Fl./Schw. 10—15. Iris rotbraun bis dunkel-
braun, 5 — 6 mm.
Alle vorliegenden Exemplare sind Jungvögel, die Federn der Oberseite haben
blassbraunen Endsaum und schwärzliche Binde davor, die rostroten Federn der Unter-
seite weissen Endsaum; das Graublau des Kopfes an den Kehle und den Kopfseiten mit
weissen, dunkel gefleckten Federn gemischt, die weissbräunlichen Federn des Ober-
kopfes mit dunklem Schaft oder wie die Rückenfedern mit blassbraunem, innen dunkel
begrenztem Endsaum. Einige Male auf der offenen Busch- und Akaziensteppe gesehen.
Jferw-Steppe, Jan., Dez. — Ferner: Kiboscho (Schillings), östl. Kilimandjaro
(Abbott).
Piiiarochroa sonlida liypospodia Shell.
Neum., J. 0. 1906, p. 291; Rchw. III, 714. — Lg. 140-150, Fl. 70—80. Scliw. 50—55, Fl./Schw.
25 — 28, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Jüngere Vögel haben die Federn der Unterseite schwach fein dunkel gesäumt.
Rachen mit Mundwinkeln gelb.
Gehört den Bergwiesen an und ist zugleich mit Nectarinia johnstoni und Cisficola
hunleri der charakteristischste Vogel dieser öden Gegenden. Wenig scheu, fliegt sie
auf die Steine hinauf, hüpft wie ein Steinschmätzer, an den sie in ihrem Auftreten sehr
erinnert, auf dem Boden umher, setzt sich in den Wipfel eines jEr^cmeZte-Strauches und
fliegt wieder weg, während der weisse Bürzel weithin leuchtet, um bald wieder sich
niederzulassen. Meist einzeln oder einige in der Nähe von einander, wurden sie bis
hinauf zur äussersten Grenze der Vegetation in der öden und trostlosen Steinwüste,
in etwa 4,000 m Höhe, unter Nebel und Wolken gesehen.
Mageninhalt: Käfer (Curculioniden, Canthariden und Coccinelliden), Raupen,
Spinnen und bisAveilen auch Samen. Ein Vogel hatte einen grossen schwarzen Hetero-
mer ganz verschluckt, wodurch der Ventrikel ausserordentlich ausgespannt war. Auf
den Bergwiesen ist dieser Vogel sehr häufig.
Kilimandjaro: Kiboscho, 3,000 — 4,000 m, Febr. — Ferner: östl. Kilimandjaro
10 — 14,000 F. (Johnston, Abbott, Hunter).
Saxicola i»ilpata (Gm.).
Rchw. III, 718. — Lg. 160—170, V\. 90—93, Schw. 55—60, Fl./Schw. 2,h, Iris dunkel-
braun, 4,ii mm.
Auf der von den Massais verbrannten Steppe in der Nähe der Natronseen zwischen
dem Kilimandjaro und Meru war dieser schöne Steinschmätzer häufig, wurde aber
SJÖSTEDT, VÖGEL. 159
auch an mehreren anderen Stellen gesehen. Auch in der Umgebung von Tanga häufig,
wo er sich besonders auf abgeschwendetem Lande mit stehen gebliebenen Baumstümpfen
u. dergl. aufliielt. Lässt, wie eine Lerche in die Lüfte vom Boden aufsteigend, bisweilen
ihren schönen Gesang hören.
Kilimandjaro — ilf ent-Steppe, März, Mai, Juli, Sept. — Ferner: Aruscha (Fischer),
Kilimandjaro (Kittenberger).
Siixicola oenaiithe (L.).
Rchw. III, 723. — Ein am 21. Febr. auf den Bergwiesen des Kilimandjaro, ,3,000 —
3.Ö00 m, erlegtes altes Männchen ist oben ziemlich rein hellgrau, nur wenig rostgelblich
angehaucht; die Schwingen sind schwarz ohne hellere Aussensäume.
Ein anderer, auf der Steppe zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru am 29.
Sept. erlegt, ist oben stark sandgelblich angehaucht, und die schwarzen Schwingen
sind mit breiten weisslichen bis sandgelblichen Säumen versehen.
Zwei Weibchen von den Bergwiesen, im Febr. erlegt, sind alte Vögel ohne ocker-
gelblichen xA.ussensaum an den Flügeln, wie das am 29. Sept. erlegte jüngere $ ihn hat.
Wurden im Oktober oft unter den schwarzen, verbrannten, zerstreuten Gebüschen
auf der Steppe bei den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und Meru gesehen.
Kilimandjaro: Steppe-Bergwiesen, Sept., Okt., Dez. — Neu für das Gebiet.
Saxieola schalowi Fschb. Rchw.
Rchw. III, 730. — ^ ad. Lg. 165, FI. 85, Schw. 60, Fl./Schw. 32, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Die Schwanzfedern des alten J", mit Ausnahme der zwei mittleren, an der Spitze
mit einem triangulären, etwa 5 mm langen, rostgelblichen, zum Teil weissen Fleck.
Das bisher unbekannte alte Weibchen ist oben trübe graubraun, unten weiss, an
Kehle und Brust dicht graubraun gefleckt und gestreift, indem die graubraunen Federn
hell umsäumt sind; auch an den Seiten herunter einige dunkle Streifen; Bauch weiss,
L^nterschwanzdecken und der Bürzel hell rostfarben, die zwei mittleren Schwanz-
federn im basalen Drittel rostfarben, dann braunschwarz, die braunschwarze Endpartie
der anliegenden etwa 20 mm breit; untere Flügeldecken einfarbig braunschwarz, am
Flügelrand etwas rostgelblich angehaucht.
Fl. 78, Lauf 23, Sehn. 15, Iris dunkelbraun, 4 mm, Füsse schwarz, Schnabel braun-
schwarz.
Die Unterseite eines etwas jüngeren Weibchens erscheint heller, indem die schmutzig
weisslichen Säume der Federn breiter und nicht so stark abgerieben sind wie später.
Der ebenfalls bisher unbekannte Jungvogel ist von den Alten sehr verschieden,
indem nicht nur die Oberseite mit den Flügeln dunkel, und zwar matt braunschwarz
ist, sondern auch die ganze vordere LTnterseite, Kinn, Kehle und Brust; Bauch und
Unterschwanzdecken weiss, rostgelblich angehaucht, Bürzel rostgelb, die hellen Partien
der Schwanzfedern auch von rostgelber Farbe, aber etwas kräftiger, dunkler; die zwei
mittleren Schwanzfedern nur unten an der Basis rostgelb; die dunkle Endpartie der
äussersten 18 mm. Die Befiederung ist sehr weich.
Bei den oft steilen Felsen und alten Erosionstälern an der nördlichen Seite des
]Meru war dieser Steinschmätzer Ende Dezember häiifig, wurde im Gebiete aber sonst
160 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
nicht beobachtet. Hier hielten sie sicli auf den Absätzen der steilen Wände auf, flogen
längs den Seiten, sassen auf den Steinen oder hüpften lebhaft auf dem Boden umher.
Flügellahm geschossene Exemplare wussten sich mit grosser Schnelligkeit wie Mäuse in
Löchern und Spalten zu verstecken.
ilferit-Niederung, nördlich vom Berge, Dez. — Neu für das Gebiet.
Pratincola salax axillaris Shell.
Rchw. III, 733. — Die östliche Form der Pratincola salax Vere. scheint, wie fol-
gende Masse näher zeigen, immer etwas grösser zu sein und damit eine besondere subsp.,
axillaris Shell., zu repräsentieren.
4 Ex. {? ad. 7 Ex. ? und Jungvögel
Fl. 68—72 mm Fl. 68—77 mm
Schw. 48—55 » Schw. 49—51 »
Lauf 21—23 » . Lauf 21—22 » .
Die Masse der Hauptform nach Reichenow 1. c: Fl. 63, Schw. 45, Lauf 20 mm.
Zuerst nur in den oberen Teilen der Kulturzone ifi einer Höhe von etwa 1,900 m
auf offenem, mit zerstreuten Gebüschen bewachsenem Terrain beobachtet, wurde die
Art später auch auf der Grassteppe gesehen und zwar allgemein nördlich vom Meru in
den alten Erosionstälern, wo auch Saxicola schalowi häufig war. In den Farmen und
Ansiedelungen der Wadschaggas scheint sie dagegen nicht gern vorzukommen. Magen-
inhalt: Käfer, Raupen, Spinnen und Heuschrecken.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe-Kulturzone 1,900 m, Jan., Aug., Sept., Okt.,
Nov.; Madschame 1,400 m, Febr. — ikf er«-Steppe, Jan., Dez. — Ferner: Kilimandjaro
5 — 10,000 F. (JoHNSTOK, Schillings, Kittenberger, Hunter, Abbott), Marangu,
Kifinika (Neumann).
Pratincola rubicola (L).
Rchw. III, 732. — Lg. 130, Fl. 69, Schw. 45, Fl./Schw. 25, Iris dunkelbraun, 4 mm. ■>
Der schwarzkehlige Wiesenschmätzer wurde im Winter einmal im Gebiet beob-
achtet, wo ein ? am 5. Jan. erlegt wurde. Die Oberschwanzdecken spielen ins
Rostfarbene und sind nicht weiss wie bei salax axillaris, Unterkörper ziemlich dunkel
rostfarben.
Kilimandjaro: Kibonoto, Gangasumpf. — Neu für das Gebiet.
Timeliinoe.
Alcippe abyssinica (Rüpp.).
Rchw. III, 741. — Lg. 155, Fl. 68, Schw. 60, Fl./Schw. 35, Iris rotbraun oder nussbraun, 4 mm.
Diese Art gehöre typisch dem Regenwald an, wo sie, ziemlich gemein, ihren schönen,
eifrig erklingenden Gesang von dichten, mit Schlingpflanzen umsponnenen Kronen oder
Gebüschen hören Hess; ein erfrischendes, kleines Konzert in diesem schweigsamen,
düsteren Walde ! Der Gesang besteht abwechselnd aus schärferen und mehr gedämpften
klingenden Tönen, eine längere, dann und wann wiederholte Strophe bildend, während
SJÖSTEDT, VÖGEL. 161
der Vogel im Schutze des überhängenden Laubwerkes sich leise zwischen Zweigen und
Schlingpflanzen bewegt. Im Magen erlegter Exemplare fanden sich hauptsächlich
kleine Käfer.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald 2 — .3,000 m, April, Nov., Dez. — Ferner:
ö. Kilimandjaro (Hunter).
Erithacince.
Cossyplia iiatalensis A. Sm.
Rchw. in, 754. — Lg 180—190, Fl. 90—94, Schw. 78—80, Fl./Schw. 45, Iris dunkel, 5 mm.
Wurde dreimal in der Kulturzone bei Kibonoto beobachtet und zwar in den dich-
ten, dort noch stehngebliebenen Urwaldpartien, wo er lebhaft in dem Unterholz sein
Wesen trieb. Im Magen eine grosse Chrysomelide.
KUimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Mai, Juli. — Ferner: Kahe (Neumann),
Useri, Taveta, östl. Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott).
Cossypha caffra iola'ina Rchw.
Rchw. III, 754. - $ Lg. 170, Fl. 82, Schw. 75, Fl./Schw. 45, Iris nussbraun, 4,5 mm.
Ein altes, schönes, im Febr. erlegtes Exemplar hat das Kinn schwarz, in der Mitte
weiss, kurzer Bartstreif weiss; ein Jungvogel [*!») hat diese Zeichnungen nur schwach
angedeutet.
Ein lebhafter Vogel, der sich gern in dichten Gebüschen oder im Regenwald auf-
hält; hüpft gern auf dem Boden unaher. Der Magen eines untersuchten Vogels war
mit Termiten — sowohl Soldaten als Arbeitern — vollgepfropft.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Aug. — Meru: Regenwald, 3,300 m,
Febr. — Ferner: Marangu (Marwitz), östl. Kilimandjaro (Abbott, Hunter).
Cossypha subnifeseeiis Boc.
Rchw. III, 760. — Lg. 170-190, Fl. 80—93. Schw. 70—85, Fl./Schw. 40—50, Iris dunkel, 5 mm.
Bei einem am 28. Juli erlegten jüngeren Vogel ist die schwarze Kopf färbe mehr
graubräunlich, etwas roströtlich angehaucht; der weisse Augenbrauenstreif beginnt ober-
halb der Augen und erstreckt sich nach vorn nicht bis zur Stirnpartie; er ist mit rost-
braunen Federn gemischt und scheint zuerst rostbraun gewesen zu sein, indem die weis-
sen Federn neu scheinen. Die Jungfedern der Unterseite, die noch hier und da geblieben,
sind heller, rostgelb, mit dunklen Spitzen. Kommt im Regenwald und in der Kultur-
zone, und zwar ziemlich häufig, vor.
Hält sich gern in dichten Gebüschen auf.
iL?7jwaftf//rtro.Kibonoto, Kulturzone— Regenwald, Juli, Okt., Nov., Dez. — Ferner:
Aruscha (Fischer), Kilimandjaro (Schillings), Marangu (Neumann, Marwitz).
Cichladusa guttata (Heugl.).
Rchw. III, 766. — Lg. 285, Fl. 80—83, Schw. 75—80, Fl./Schw. 60, Iris rotbraun, 4 mm.
Unterwegs durch Usambara habe ich diese Art bisweilen recht gemein gefunden,
dagegen ist sie nicht im Kilimandjaro-Gebiet angetroffen worden.
Sjö^leclts Kilimunrijoro-Meru Expedition. 3. 21
162 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Des Abends kommen sie gern aus den Gebüschen hervor, um mit aufwärtsgerichte-
tem Schwanz fast wie Rotkehlchen auf dem Pfad umherzuhüpfen.
Usambara: Moembe, Same, Lempeni, Juni. — Im Kilimandjaro-Meru-Gebiete bei
Arusclia (Fischer), Djipesee (Jackson) und Kahe (Abbott, rufipennis) angetroffen.
Erytliropyffia hnnnieiceps Rchw.
Rchw. III, 774. — Lg. 160—180, Fl. 70—79, Schw. 70—80, Fl./Schw. 47, Iris braun, 4,5 mm.
Der weisse Endteil der äussersten Schwanzfedern [vom Winkel an der Innen-
fahne gemessen] 18 — 21 mm. Die graubraune Farbe des Oberkopfes und Nackens deut-
lich von der mehr rostbräunlichen des Rückens sich abhebend.
Kommt in den Akazienwäldern am Ngare na nyuki ziemlich häufig vor, wo man
bisweilen ihr viertöniges, etwas wehmütiges, dann und wann wiederholtes: tjü-tjii-i-
tjipp, die zwei ersten Töne gleich hoch, die anderen steigend, hört. Sie ist lebhaft, sitzt
oft mit gesenkten Flügeln und aufwärtsgerichtetem Schwanz und ist schon von weither,
besonders im Fluge, an ihrer bunten Tracht erkennbar. Im Magen Käfer und Raupen,
ilf erii-Niederung : Ngare na nyuki, Nov., Jan. — Ferner: Kilimandjaro (Schil-
lings).
Tarsiger guttifer Rchw. Neum.
Rchw. III, 776. — Im Regenwald des Meru erlegt, wo er sich im dichten Unter-
holz aufhielt.
Meru: 3,000 m, Jan. — Ferner: Kifinika, Kahe (Neumann).
Tarsiger orieiitalis Fschr. Rohw.
Rchw. III, 778. — Lg. 165, Fl. 85, Sehw. 65, Fl./Schw. .35, Iris dunkelbraun, 4 mm.
Die Unterseite der vorliegenden Männchen ist schön goldgelb, nicht strohgelb, der
Zügel ist nicht tiefschwarz, sondern etwa von derselben Farbe wie die Kopfseiten;
schwarzer Endsaum der äussersten Steuerfedern 21 mm.
Gehört dem Regenwald an, wo er im dichten Unterholz oder in niedrigeren Kronen
lebt. Scheint weniger gemein zu sein.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2,000 m, Nov. — Meru: Regenwald, 3 —
3,500 m, Febr. — Ferner: Kilimandjaro (Schillings; 6 — 10,000 F. Abbott, Hunter),
Kifinika (Neumann); subsp. intensus Sharpe: Marangu (Kretschmer).
Aus dem Gebiete sind ferner folgende Sylviiden bekannt: Cisticola semijasciata
Rchw.: Kilimandjaro 5, 500 — 8, 000 F. (Johnston). — Cisticola lavendulm Gr. Reid: westl.
Kilimandjaro (Schillings). — Cisticola pictipennis Mad.: Moschi (Kittenberger). —
Cisticola erythrops (Hartl. ): Marangu (Abbott). — AjkiUs thescela Oberh.: östl. Ki-
limandjaro 6,000 F. (Abbott). — Sylvieita micrura (Rüpp.): Taveta (Abbott). — Sylvia
atricapilla (L. ): Moschi (Neumann). — Chcetop>s hiUmensis Mad.: Moschi (Kittenber-
ger).— Turdns tephronotus Gab.: Useri (Hunter). — Cossypha heuglini Hartl.: östl.
Kilimandjaro 5,000 F. (Abbott). — Erithacus gutturalis (Guer.): Taveta — Kahe (Jack-
son). — Erythropycjia Icncoptera (Rüpp.): östl. Kilimandjaro (Jackson). — Aedon luscinia
africana (Fschr. Rchw.): Meru, Djipesee (Schillings), östl. Kilimandjaro (Abbott).
SJÖSTEDT, VÖGEL. 163
Literatur der Togelwelt des Kiliiuaiidjaro-Meru-Gebietes.
18(j8 J. CabiiiiifS. [Neue ostatVikanischc Vögel des Baron v. d. Decken]. Jourii. üruitli. XVI, 18C8.
p. 411—414. T. III (ex. p).
lS()fl ,, ,, Baron Cakl Claus v. d. Deckens Reisen iu Ostafrika. III Bil. 1 Abth. 18(59. (ex. p.)
1870 0. Fiiiscli 1111(1 G. Htarthuib. Bakun Carl Claus v. der Deckens Reisen in üstafiika. IV Bd.
(ex. p.).
1881 0. E. Sliollcy. On five uew or little-kuown Species of East-Africaii Birds represented iu Mr.
IL H. Johnston's first Collection from tlie Kilinianjaro District. Proc. Zool. Soc. London, p.
564— .558. T. LI.
1885 Ct. A. Fischer. Uebersicht der in Ostafrika gesammelten Vogelarten, mit Angabc der verschie-
denen Fundorte. Jonrii. Ornitli. XXXIII, p. 113 — 142. Mit. I Karte. Uebersicht vorher pub-
lizierter Arbeiten!
1886 G. E. Shelley. On the Collection of Birds made by H. H. JdiiNSTON in the Kilima-Njaro District.
With Field-uotes by Mr. H. H. Joiinston. Proc. Zool. Soc. London, p. 222 — 230.
1888 G. E. Shelley. List of Birds collected in Eastern Africa by Mr F. J. Jack.son. F. Z. S. With
Notes and an Introduction by the Collector. Ibis (5) (i, p. 287—295. PI. A^I— VII.
1889 J. C. Willoilghby. East Africa and its Big Game. The Narrativc of a Sporting Trip from
Zanzibar to the Borders of the Masai. London.
1889 G. E. Shelley. On the Birds collected by Mr. H. C. V. Hunter F. Z. S. iu Eastern Africa.
Proc. Zool. Soc. London. XXIX (3) p. 35(>— 372.
1894 Ch. W. Kiclimoiul. Diagnosis of a uew Genus of Trogons (Hdcrotrogoii) based on Hapalo-
derma vittatum of Shelley; with Descriptiou of the femalc of that species. Proc. U. Sf. Nat.
Mus. XVII p. «01—603.
1895 A. Keicheiiow. Zwei neue Vögel vom Kiliniandjaro. Ornith. Monatsb. III p. 187 — 188.
Nigrita kretschmeri (= N. diobolica Rchw. Neum.j und Andropadiis marwittsi (= A. virens zom-
hensis Shell).
1896 A. Keicheiiow. Laniarius ( Chlor ophoneus) nigrifrons n. sp. vom Kiliniandjaro. ebenda IV p.
7(!— 78.
1897 Ch. W. Kichinoiid. Doscriptions of ten new Species of Birds discovered by Dr. W. L. Aübott in
the Kilimaujaro Region of East Afrika. Auk XIV p. 154 — 104.
1897 Georg Volkens. Der Kilimandscharo. Darstellung der allgemeineren Ergebnisse eines fünfzehn-
monatigeu Aufenthalts im Dscbaggalande. Pag^. 33!) — 350.
1898 Oscar Neuiuiiiiii. Beitrüge zur Vogelfauna von Ost- und Central-Afrika. Die von mir auf meiner
Expedition durch die Massai-Länder und in den Ländern am Victoria Nyausa 1892 — 1895 gesammel-
ten und beobachteten Vögel. Journ. Ornith. XLVI, 1898, p. 227— 305 T. II u. III: XLVII, 189f» p.
83—74 T. I: XLVIII, IIKM) p. 185—228, 25;J— 313 (ex. p.).
1904 J. V. Madiiräsz. Zur Ornis Deutsch-Ostafrikas. Ann. Mus. Hmig. Budapest II p. 203 — 206.
Nebst einigen als neu beschriebenen sind leider nur wenige der 207 Arten der Sammlung er-
wähnt worden.
164 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
1904 J. V. Madaräsz. An Extraordiuary Discovery in Ornithology. obcuda p. 39ö — 398. (Charadriola
si>ini(laris n. sp. = Tmcfothylacus fencllus Cab); vom Djipesee.
1!(05 A. Reiclieiiow. UebersicLt der von Herrn C. G. Schillings gesammelten Vogelarten in Schillings:
Mit Blitzlicht und Büchse, Leipzig. Anhang, p. 537 — 558.
1905 Harry C. Oberliolser. Birds collected by Dr W. L. Abbott in the Kilimanjaro region, East Africa.
Proc. V. St. >at. Mus. XXVIIl p. 823—936.
SJOSTEDT, VOGEL.
165
Übersicht der vom Kiliiiiaiidjaro und Merii bisher bekannten
Vögel.'
Strutliioiiida?.
1. Strtithio massaicus Neum.
*(Jolymbus infuscatus Salvad.^
Colymbida?.
3. Colymbus ccqjensis [(Lcht.) Salvad.].-
Laridse.
4. *Gelochelidon nilotica (Hasselqü.). 5. Uydrochclidon leiicoptera (Schinz).
PhalacrocoracidiB.
8. Anhinga rufu [Lacep. Daud.] [fide Volkens].
6. Phulacrocorax luciäus laguhris (Rüpp.).
7. » africanus (Gm.).
9. Pelecanus roseus Gm.
10. * Erismatura maccoa (A. Sm.).
11. TJialassornis leuconotus Ett.
1:2. Xi/roca capensis [(C'uv.) Less.].
13. * Sputula clypeata (L.).
14. "Anas sparsa (A. Sm.) Eyt.
15. » erythrorhyncha Gm.
16. * » capensis Gm.
17. ' punctata Bukch.
Pelecauidae.
Aiiatidif.
I 18. * Anas querquedula L.
19. * Bendrocygna f'ulm (Gm.).
20. » mduata (L.) [coli. Jackson].
21. Nettapus auiitus (Bodü.).
22. Sarkidiornis melanotus (Penn.).
23. Chenalopex ceyyptiacits (L.).
24. Plectropterus gambcnsls (L).
• In dieser Liste sind die Arten angegeben, die auf den Bergen selbst und den nächst unigelienden
.Steppen, im Osten und Süden bis nach Taveta, dem Djipesee und Kalie, angetroffen worden sind. Gross-Aruscha
('Aruscha») in der Kulturzone des Meru ist selbstverständlich hier eingeschlossen, dagegen nicht Klein-Aruscha
südlich von Kahe, Taita, der Rongafluss u. a. mehr entfernte Orte. Die für das Gebiet hiermit zum ersten Male
nachgewiesenen (74) Arten sind mit einem * bezeichnet.
Uie ganze Anzahl der aus dem Gebiete bisher bekannten Arten beläuft sich, nachdem einige Arten zusam-
mengeschlagen oder gestrichen worden, auf etwa 4f«i (vergl. ä. 4 .
■" Vielleicht besser als Sulisp. des cristatus = Colymbus cristatus infuscatns Sai.v. wie auch capensw als Subsp.
des minor = Colymbw minor capensis [(Lcht.) Salv.] zu bezeichnen.
166
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Cliaradriidap.
25. *Glarcola melanopfera Xoedm.
26. Rhlnopt.'dus clialcoptenis{TEa.){co\\.A.-ß\MTT'\.
27. » bisignatus (Haktl.).
28. cindus (Heugl.) [coli. Hitntee].
29. Charadrius asiaticus Pall.
30. » varius Vieill.
31. * » venust'us Fische. Rchw.
32. * » hiaticula L..
33.
34.
35.
36.
37.
38.
39.
Charadrius fricoUaris Vieill.
* Stephanihyx inomatus (Sw.).
» coronatus (Bodd.).
Hoplopferus spinosus (L.) [coli. Jackson].
» speciosus [(LcHT.) Wagl.].
Oedicnemus capensis IjCHT.
» oermiculatus Cab.
Scolopacidie.
40. Becurrirostra avocetta L.
41. Himantopus himantopus (L.).
42. Numenius arquatus (L.).
43. » phaeopus (L.) [coli. Jackson].
44. Totanus pugnax (L.).
45. * >' Uttoreus (L.).
46. * » stagnatilis Bchst.
47. » ochropus (L.).
48. Totaniis glureolu (L.).
49. * Tringoidcs Irypoleucos (L.).
50. Tringa fcrruginca Ekünn.
51. » minitta Leisl.
52. GuUinago media (Frisch).
53. » nigripennis (Rp.) [coli. Schillings].
54. * » galUnago (L.).
55. Bostratula bengalensis (L.).
56. Otis kori Burch.*
57. * » canicollis Rchw.
Otididii'.
58.
59.
Otis gindiana (Oüst.).
» melanogastcr Rüpp.
(rriiidae.
60. BaJearica regulorum gibhericcps Rchw.
Jaeanidje.
61. Actophilus africanus (Gm.). | 62. Microparra capensis (A. Sm.).
RallidiB.
63. *Crex crex (L.).
64. Limnocorax niger (Gm.)
65. * Ortygometra pusilla ohscura (Neüm.)
66. * Porphyrio porpliyrio (L.).
67. » alleni Thums.
68. * Gallinula chlnropus (L.).
69. * » angnlata Sukd.
70. *Iulica crisfafu Gm.
71. Podica senegalensis petersi IIartl.
72. Turnix lepurwna (A. Sm.).
TurnicidiB.
PterodidiP.
73. Pterocles gntturalis saturatior Hart.
74. » decoratus Caü. [coli. Hunter].
75. Pteroclurus cxustus (Tem.).-
Ibida>.
76. Ibis cethiopica (Lath.).
77. Theristicus hagedash (Latu.).
78. * Plegadis autnmnalis (Hasselqu.).
79. *Platalea alba Scop.
' Gehört der subsp. nfriithiHnvuliis Nehm. uii.
" Fag. 61 steht infolge Druckfehlers P. excstus; pag. 54 Totcmut statt TotaiiiK-
SJOSTEDT, VOGEL.
167
Cicoiiiidae.
80. *Tanfah(s ibis L.
81. Aiinsfomus lameUir/eriis Tem.
82. Leptopfiloa criimrnifer [(Cuv.) Less.].
83. * Fjplnppiorhynchus senegalensis (Shaw.
84. * Ciconia ciconiri (L.).
85. *Dissoura microscelis (G. R. Gr.).
86. Phoenicopferus roseus Pall.
88. Scopits umbretta Gm.
Pliocnicopterida'.
I 87. Plioenicopterus minor Geoffk.
ScopidiP.
Ardeidsp.
89.
90.
91.
92.
93.
99.
100.
101.
102.
103.
104.
105.
106.
■115.
116.
117.
118.
119.
Ardefta pnyes/ [(Veee.)Haetl.] [coli. Jacks.].
» sturmi (Wagl.).
Ardeola ralloides (Scop.).
* Ardea purpurea L.
* » cinerea L.
94. Ardrn melanocephahi Yio. Childe.
95. Bnhulcus ibis (L.).
96. *Herodias gurzetta (L.).
97. * » alha (L.).
98. * » brachyrhynclia Beehm.
Coliimbidap.
Vinngo calva midirostris Sw.
y> » wal-ef'teldi (Shaepe).
» delalandei (Bp.).
CoJumba guinea longipennis Rcnw.
(irquatrix arqiintriculd (Bp.).
Turtur senegalensis (L.) [subsp. (eqiiatori-
alis Eel.]
Turtur lugens (Rüpp.).
» semitorquatus (Rüpp.) [subsp. intcr-
medius Eel.].
107.
108.
109.
110.
111.
112.
113.
114.
Turtur capicola tropicus Rchw.
» ambiguus perspiciUatns Fschr. Rchw.
Turturoena deJegorguei liarterti Neum.^
Aplopelia larvata (Tem.).
Tympanistria tympanistria (Tem.).
ühaJcopelia afra (L.).
CJialcopeKa chalcospiln acanfhina Obeeh.
Oena capensis (L.) [subsp. anonyma Obeeh.].
Pliasianidie.
Numida rcichenotci Grant.
» intermedia Nehm.
ArryUium vulturimim (Hahdw.).
fruttera pulcherani (Haetl.).
Pteruistes leucoscepus infuscatus Gab.
120. Francolimis schütfi Gab.
127. Otogyps aurkiilutus (Daud.).
vel Lnphogyps occijntalis (Buech)
128. Pseudogyps africanus (Salvad.).
121.
122.
123.
124.
125.
Francolimis Idldebrandti Gab.
» uliiensis Geant.
» {shelleyi Geant). ^
» granti Haetl.
Coturnix delegorguei Del.
126. * Excalfarforia adansoni (Yeer.).
Tulturida'.
129.
130.
Neophron piercnopteriis (L.).
^> monaclms (Tem.).
' T. harferti Neum., den Reichenow mit delegorguei vereinigt, hat sich nach Neümann als sehr gute Subsp. dieser
Art erwiesen.
' Herr Prof. Neümann hat freundlichst meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet, dass, obgleich die vom
Kilimamljaro mitgebrachten Frankoline, die ich als shelleyi angeführt, vom Typus des selir nahestehenden i<li(ensis
etwas abweichen, sie doch zu dieser Art zu rechnen sind. Sie stimmen mit den. von .Schillings mitgebrachten und
als uluensis bereits publizierten Exemplare vollkommen überein.
168
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
131.
132.
133.
134.
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143.
157.
158.
161.
163.
164.
166.
167.
168.
169.
170.
176.
177.
178.
179.
183.
184.
185.
186.
187.
* SerpenUtrhts serpeiünrius (Miller).
Polyhoroides ttjpicus A. Sm.
^ Circns pygargus (L.).
» marourus (Gm.).
'' » ceruginosus (L.).
» ranivorus (Dauh.).
Melkrax poliopterus Cab.
Kaupifalco monngrammicus (Tem.).
Aittur tacliiro (Daud.).
» sparsimfasciafuR aceletvs Oberh.
Acripiter nisus (L.). *
^> minuUus intermedrus Erl.
Micronisufi gah/(r (Daud.).
Falooiiidfe,
144.
145.
146.
147.
148.
149.
150.
151.
152.
153.
154.
155.
156.
Circaefus dnereus Vieill.
Lophoaetus occipifalk (Daud.).
Aquila rapax (Tem.).
Btiteo augur Rüpp.
» deserforum (Daiid.).
"" Helotarsus ecaudaf,us (Daud.).
Haliaetus vocifer (Daud.).
Milvus (egyptius (Gm.).
Elanus cceruleus (Desf.).
Falco subbutfio L.
» cuvieri A. Sm.
* Cerchneis tinnuneulus (L.).
Poliohicrax semitorquatus (A. Sm.).
Bubo lacteits (Tem.).
» maculosus amerimnus (Oberh.),
Strigidi».
159. Asio nisuella (Daud.).
160. Glaucidium perlatum (Vieill.).
P.sittaci(laei.
PoiccplittJus guIieJmi massainis (F.schr.
RCHW.)
CMzaerhis leucogastra Rüpp.
Gallirex chlorochlami/s Shell.
162. Poicephalus rufirentris (Rüpp.).
Musophagulap.
165. Tvracus liaiilauhi (F.'iCHR. Rchw.).
Cuculidap.
Centropus siiperriliosus Hempb. Ehr.
Ceuthnwcliares nustralis Sharpe.
Clamafor jacobinus (Bodd.).
* Coccystes glandarhis (L.).
Cuculus clamostis IjAth.
171. Cucul'KS solifarhis Steph.
172. » ca9wrus L.
173. Chrysoroccyx cupreus (Bodd.).
174. » klaasi (Steph.).
175. Metallococcyx smaragdincus (Sw.).
Iiulicatorida?.
Indirator indimtor (Gm.).
» maior Steph.
» variegatus Less.
» minor Steph.
Lybius melanopterus (Ptes.).
» albicmtda (Shell.) resp. abbotti
(RiCHM.)
Tricltoltema lacrymosum Cab.
» stlgmnfotliorax Cab.
* » massaicum (Rchw.).
180. Indimtor exilis meliphiJus (Oberh.).
181. Prodotiscus regiihts Sund.
182. » reichenowi Mad.
Capitonidiv.
188. Buccanodon kilimense (Shell.).
189. Barbntula leticomy»tax Sharpe.
190. > affinis Rchw.
191. Trachyphonus erythrocephalus Cab.
192. » böJimi Fsche. Rchw.
' Das .S. 7s nnter dieser Art erwähnte kleine Exempl;ir ans lTsanil)ara ist ein jünsi:eres 9 von Astur pnh/20-
naides (A. Sm.) mit dicht quergestreifter Aussenseite der Schenkel-
SJOSTEDT, VOGEL.
169
Picidap.
193. Dendronms chrysvrus suahelicus (Rchw.). \ Iflfi. il/fsojj/ros xphnäocepluihts rlmäeogasfer (Fschr.
194. » nuhicus (Gm.). Rchw.)
195. Mesopicos griseoccplialus (Bodd.). 197. * » namaquns (A. Lciit.).
198. Dendropicos hartlaubi Malh.
Coliida'.
I 200. Colius macrourus puJclier Neum.
TrogonidiP.
I 202. Hetcrotrngon ritfofiim (Shell.).
Coraeiidae.
205. Euri/stowiis afer siiahelims Neum.
199. Colius leticofis affinis Shell.
201. Apalodermn narina (Steph.j.
203.
204.
Coracias garruJus L.
» caudatus L. [subsp. suahelicus
Neum.].
Bucerotid».
206. Bucornis cafer (Schl.j.
207. Bycanistes cristatiis (Rürr.).
208. Lophoceros melanoleiicos (A. Lcht.)
[subsp. suahelicus Neum.].
209. * Loplioceros nasutus epirhimis (Sund.).
210. » ergthrorhi/iickus (Tem.).
211. » deckeni (Gab.).
Alcedinidap.
212.
213.
214.
215.
HaJcyon chelicidi (Stanl.).
» albiventris orientalis Ptrs.
-> se)nic(eruleus(FonäK.)[coU.ll\mTER].
Ispidina pida (Bodd.).
216. Coryfhoriiis cyanostigma (Rüpp.).
217. Alcedo semitorquafa Sw.
218. Ceryle rmlis (L.).
219. » maxima (Pall.).
Meropidae.
220.
221.
222.
223.
224.
MeliftopTiagus oreobates Shaepe.
» pusillus meridionalis Sharpe.
» » cyanostictus (Gab.).
» bulJockoides (A. Sm.).
Äerops albicollis (Vieill.).
225. Merops apiaster L.
226. * >^ superciJiosus L.
227. » persicus Fall.
228. » nubicus Gm.
Upupid».
229.
230.
Upupa africana Bchst.
Irrrisor erythrorhynrhos (Lath.).
231. Bliinopomasftis cyanomelas schalnivi Neum.
232. » cabcmisi (Fil.).
Ciiprimiilgidae.
233.
234.
235.
'Caprimulgus cnropacus (L.).
» donaldsoni Sharpe.
» frcenafus Salvad.
236. "Caprimulgus palmquisti SjOst. n. sp.
237. > fossei [(Verr.) Hartl.].'
238. » apatelius Neum.
' Wahrscheinlich beziehen sich auch die für Jas Gebiet angegebenen Exemplare dieser Art auf apatelius.
Sjöstedta Kilimandjaro-Meru Expedition. 3. 22
170
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITON.
3.
Macropteryeridai.
239.
240.
241.
242.
246.
247.
248.
249.
250.
256.
257.
258.
259.
260.
261.
262.
263.
264.
Ajiiis melha afiicanus (Tem.).
)■ (qms (L.).
» myoptilus (Salvad.) [coli. Abbott].
» sireKhcli (Hartl.) [coli. Hunter].
243. A2nis }wnis [(Haetl. Finsch) Salvad. Antin.].
[coli. Abbott].
244. * » affinis (Gr. H.).
245. Tachi/nautes parvus (Licht.).
* Biparia einet a (Bodd.).
* » minor (Gab.).
» rufigula (F.schr. Rchw.).
* Hirundo griseopyga Sund.
» rustiea L.
Hiruiulinidae.
251.
252.
253.
254.
255.
MuscicapidiP.
Hirundo smitlii Leach.
» puella abyssinica (Gü]6e.).
» monfeiri Hartl. [coli. Abbott].
» emini Rchw.
Psalidoprocne holomelcena massaica Neum.
Bradornis palUdus murinus Finsch, Hartl.
» griseus Rchw.
Dioptrornis fiseheri Rchw.
Melaenornis ater tropiealis (Gab.).
Muscieiipa ficedula (h.).
Alseonax eoernleseens (Hartl.).
» murinus Fschb. Rchw.
Criiptolopha umbrovirens doreadichroa
Rchw. Neum.).
CJiloropefa nafalensis similis Richm.
265. Chloropeta natalensis massaica Fshcr. Rchw.
266. SmitJiornis eapensis (A. Sm.).
267. Batis mixta (Shell.).
268. » minor suaheüca Neum.
269. » molitor puella (Rchw.).
270. * » » monfana Sjö.st. u. subsp.
271. Platysteira pelfafa Sund.
272. » cryptoplenra Oberh.
273. Troelwcercus hiriUafiis Rchw.
i 274. Tehitrea perspicillata suahelica (Rchw.).
275. *Coraeina ceecia pura (Sharpe).
276. Campepliaga flava Vieill.
CaiupepliaeidtP.
277. Campephaga harßauhi (Salv.).
Laiiiidap.
278. Eurocephalus rü2ipelli Bp.
279. Prionops talaeoma A. Sm.
280. » melanoptera intermedia Sharpe.
281. » vinaceigularis Richm.
282. Sigmodus refzii tricolor (G. R. Gr.).
283. » » graculinus (Gab.).
284. Nilaus afer massaieus Neum.
285. Pomatorhynchus australis minor (Rchw.).
286. » senegalus armenus Obere.
287. Nicator gularis Finsch Hartl.
288. CMoivphoncus nigrifrons (Rchw.).
289. » ahhotti (Richm.).
290. » salfureopeetus si<ahelicus
Neum.
291.
292.
293.
294.
295.
296.
297.
298.
299.
300.
301.
302.
303.
304.
Chlorophoneus quadricolor (Cass.) [coli. Schill.].
Laniarius funehr is (Hartl.).
» sublacteus (Cass.).
» cefhiopicus ambiguus Mad.
Dryoscopus affinis (G. R. Gn.).
» cubla hamatus Hartl.
» pringlii Jacks.
Lanius collaris uropygialis RcHW.
» cabanisi Hart.
» dorsalis Gab.
» minor Gm.
» eollurio L.
» isabelliniis Hempe. Ehr.
Urolestes cequatoriaJis Rchw.
305. Corvus albus P. L. S. Müll.
Oorvidae.
I 306. Corvultur albicoUis (Lath.).
Dicrurida;.
307. Dierurus adsimilis divaricatus (Licht.).
SJOSTEDT, VOGEL.
171
308. Oriolus oriohts (L.\
309. )' notatus Pths.
OiiolidiP.
I 310. Oriolus larcatus rolleti Salvad.
üinnyricinclus leucogastcr verreauxi [(Bnc)
FiNscH, Hartl.].
Ämydrus walleri Shell.
morio riippelli Verr.
Stilbopsur stuhlmanni Rchw.
» kenricki (Shell.).
Cosmopsarus regius Rchw.
Spermestes scutata Heugl.
» nigriceps Cass.
» caniceps (Rchw.).
Äidemosyne cantans orientalis Lz. Hellm.
Hypargos niveoguffatus (Ptrs.).
Pytilia melba (L.).
Nigrita diabolica Rchw. Neum.
Pseudonigrita cabanisi (Fschr. Rchw.).
*Cryptopiza salcadorii Rcuw.
Estrilda astrild massaica Neum.
» rJiodopyga Sund.
* » subflava (Vieill.).
Lagonosticta brunneiceps Sharpe.
Ortygospiza polyzona (Tem.).
Coccopygia dufresni kiliuiensis (Sharps).
Uraeginthus bengahts (L.).
» cyanoccphalHs (Richm.).
» iunthinogaster Rchw.
Hypochcra amauropteryx Shaepe.
Vidua hyporherina Vere.
■■ sereiia (L.).
Limira fischeri Rchw.
Steganura paradisca verreauxi (Cass.).
Serinus flavivertex (Blanf.).
» sharpei Neum.
» Icterus madaraszi Rcnw.
Sjnnus citrinelloidcs hypostictus Rchw.
Linitrgus kilimensis (Kchw. Neum.).
Emberizu fkwiventris Steph.'
' Wohl dieselbe Form fjioliojileiirnj, die ioli aus Us:unl)ara iiiitgeliraclit.
172
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEHU EXPEDITION.
3.
395. Mirafra poecllosterna (Rchw.).
396. inf.ercedens Kchw.
397. * > mcruensis Sjüst. u. sp.
398. • fischeri (Rcinv.).
399. afrkana afhi Hakt.
Anthus rufulus cinnamomeus Rüpp.
nicJiolsoni Sharpe. [subsp. longirostris
Neum.]
Jlacronyx croceus (Vieill.).
> aurantiigula Rchw.
'' V ivintoni Shaepe.
Tmetothylacm tcnellus (Cab.).
400. Mirafra hijpermetra (Rt'Hw.j.
401. Pyrrhulauda Icncotis (Stanl.).
402. » leucopareia (Fschh. Rchw.
403. * Galandrdia cinerea saturatior Rchw.
P.Vt'iioiiotida^.
404. Phi/Uastrephus striifacies (Rchw. Neum.).
405. » nigriceps (Shell.).
406. * » kilimandjaricus SjOst. u. sp.
407. » placidus (Shell.).
408. » cervinivcntris Shell.
409. PhyUastrephus strcpitans Rchw. (?)
410. Andropadus insularis (Hartl.).
411. » virens zomhensis Shell.
412. Pycnonotus barhafiis micrus Oberh.
413. » tricolor (Haetl.). (V)
414. Zosterops flavilatcraUs Rchw.
ZosteropidiB.
I 415. Zosterops eurycricota Fschb, Rchw.
Ncctariniida^
416. Anthreptes collaris hypodilus (Jaed.).
417.
418.
419.
420.
421.
422.
423.
» longmari orientalis Haetl.
Clialcomitra ohscara ragaszü (Salvad.).
» kirki (Shell.).
hunteri (Shell.).
senegalcnsis lamperti (Rchw.).
424. Nectarinia nectarinioides (Richm.).
425.
426.
427.
428.
429.
melanogastra Fsche. Rchw.
famosa (L.) [mnelgiilaris] .
Johnstoni Shell.
kilimensis Shell.
tacazze (Stanl.). .
Clnriyris venustusfalhensteiniYaam.^YxCMvi. 430. Brcpanorhynchus reichenowi Fsche.
» mediocris Shell. |
^„„. Parisoma böhmi Rchw.
434. Anthoscopus muscultis (IIaetl.).
Cisticola katoncc Mad.
» calamoherpe Rchw.
» lugubris suahelica Neum.
» robusta ambigua Shaepe.
' » cisticola uropygialis (Feas.)
» terrestris (A. Sm.).
8JOSTBDT, VOGEL.
173
447. Cisticola lavcndulm Gii. Reip.
448. riifopileafa Rchw.
449. * » scmiforqncs (IIeugl.).
450. » pktipennis Mad.
451. K erythrops (Hahtl.).
452. Culamonasfes simplcx (Cau.).
453. * Sihoenicolu upicalis (Cab.).
454. Bradypteriis babcecidus (Vieill.).
455. » cinnamomeus (Rüpp.).
456. » mariai Mad.
457. * Acrocephalus arundinaceus (L.).
458. * » bceficafus (Vieill.).
459. » schocnobePHUS (L.).
460. Prima mysfacea Rüpp.
461. Apalis griseiceps Rchw. Neum.
462. » fhesccla Oberh.
463. * ' pulchella (Ceetzschm.).
464. (jolzi (FscHR. Rchw.).
465. Mucrosphenus. kretsckmeri (Rchw. Neum.).
466. Camaroptera griseoviridis (v. Müll.).
467. Stßoietta jacksoiii (Sharpe.) [major Neum.].
468. -' micrura (Rüpp.).
469. Pliylloscopus trochilus (L.).
470. Sylvia atricapllla (L.).
471. Crateropus plebcjus emini Neum.
472. Crateropus hypoleucus rufuensis Neum.
478. Ghatops kiUmensis Mad.
474. Argya rubighiosa hcuglini Shakpe.
475. Gcockhlu gurneyi kiUmcnsis Neum.
476. Tnrdus deckeni Cab.
477. » tcphrotiotus Cab.
478. Montkola saxatilis (L.).
479. Pinarochroa sordida hypospodia Shell.
480. Saxicola plicata (Gm.).
481. * » oenanthe (L.).
482. * » schalom Fischr. Rchw.
483. Pratincola salax axillaris Shell.
484. * » rubicola (L.).
485. Alcippe abyssicina (Rüpp.).
486. Cossypha natalcnsis A. Sm.
487. » caffra iolcema Rchw.
488. » heuglini Hartl.
489. ^> subriifescens Boc.
490. CkJdadusa guttata (Heugl.).
491. Erythropygia leucoptera (Rüpp.).
492. •' brunnekeps Rchw.
493. Tarsiger guttifer Rchw. Neum.
494. » Orientalis F.schb. Rchw.
495. Erithacns gutturalis (Guek.).
496. AedoH luscitiia africana (Fschk. Rchw.).
TAFEL
SJÖSTEDTS KILIMAND.IARO-MERU EXPEDITION. 3
Tafel 1.
Caprimulgus palmquisti Sjöst. n. sp. J", nat. Gr.
Sjösledts Kilimandjaro-Meru Expedition.
3. Vösel.
Taf. 1.
Axel Ekhlom pinx.
Trefärgskl. Gen. Stab. Lit. Anst., Sthlm.
Sjöstedt: Vögel.
TAFEL 2.
Sjösttdts Kiliinaniljaro-Meru Expedilwn. 3. ^°
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
Tafel 2.
1. Ncdarinla johnstoni Shell. '^ ad, iiat. Gr., von den Bergwiesen des Kilimandjaro.
2. rii 1/11(1 st rephtis liliinaiHljaririts Sjöst. n. sp., uat. Gl'., \on der Kulturzone bei Kibouoto.
3. Cldorupltoneus niyrifi-ons (Rchw.) jun., adliuc ignotus; uat. Gr.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
3. VÖcrcl.
Taf. 2.
Axel Ekblom pinx.
Trefärgskl.: Gen. Stab. Lit. Anst., Sthlm.
Sjöstedt: Vögel.
TAFEL 3.
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3,
Tafel 3.
1. Nest von Sfrufhio miissaicus Neum. auf der offenen Grassteppe am Flusse Kiraragua zwischru dem
Kiliniandjaro und dem Meru, am 29. Sept. angetroffen.
2. Junge Strausse von einem am 26. Oktober am Ngare na nyuki gefundenen Nest mit Eiern und
mehreren schon ausgebrüteten Jungen; einige Wochen alt.
3. Alte Massaistrause, ^T und 5-
4. Otis Icori BuKCH. Bild von der Grassteppe zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
3. Vöge!.
Taf. 3.
\'ngve Sjöstedt foto.
Sjöstedt : Vögel.
Ljiibtr. Juätiis Cederquist, Stlllm.
TAFEL 4.
SJÖSTEDTS KILlMANDJARO-MEßU EXPEDITION. 3.
Tafel 4.
1. Plectropfcnis gambensis (L.). Bild von den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru.
2. Pseuäogyps africanus (Salvad.); Steppenbild vom Flusse Ngare na nyuki.
3. Helofarsus ecaudatus (Daud.) von der Massaisteppe am Kilimandjaro.
4. Bi/canistes cristalus (Rüpp.) ^, von der Kulturzonc bei Kibonoto, Kilimandjaro.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
3. Vögel.
Taf. 4.
Yiigve Sjöstedt foto.
Ljnstr. Jiistus Cederqiiist, Sllilm.
Sjöstedt: Vögel.
TAFEL 5.
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3.
Tafel 5.
1. Brutuest von Amblyospina tmicolor (Fsciie. Rcuw.): nat. Gr.: 19 cm hoch und 14 cm bieit, Schlupf-
locli 3,3 cm.
2. Nest desselben Vogels für zufälligen Schutz, nat. Gr. resp. 18, 12 und 8 cm.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
3. Vögel.
Taf, 5.
Foto. 0. Ljustr. Justus Cederquist, Stockholm.
Sjöstedt: Vögel.
4. REPTILIA AND BATRACHIA
BY
EINAR LÖNNBERG.
WITH 1 PLATE.
REPTILIA.
The knowledge about the herpetological fauna of the Kilimandjaro-Meru region
is not very great as few coUeetors have operated there. It is the more gratifying to
receive now at one time such a great number of species recorded from this interesting
tract through the large collections of Professor Yngve Sjöstedt which will be described
in the following pages.
Cheloiiia.
In the newest list of tortoises from German East Africa Tornier^ enumerates
5 species, but then he unites Sternothcerus nigricans and siiiuatus in one.
Professor Sjöstedt collected two species Testudo pardalis and Pelomedusa ga-
leaia in the Meru region. Both species are widely distributed in tropical Africa.
Testiulo pardalis Bell.
Testudo pardalis Bell. Boulenger Cat. Chelonians p. 160.
1 specimen with the length of the carapace about 23 cm. — 1 specimen about 24 cm.
Near the river Ngare na nyuki in the slirubberies of the acacia forest, Meru
low lands.
1 Zoül. Jaljib. Abtli. f. Syst. Gcogr. v. Biol. Bd 13 Jena 1900.
Sjöstedis Kilimandjaro-Meru Expedition. 4.
2 SJOSTF.DTS KILTMAND.TARO-MERtT ICXI'KnfTION. 4.
Peloniedusa giileata (Schoepff).
Peloniechisa galeata (Schoepff). Boulenger Cat. Chelonians p. 197.
1 small specimen from the river Ngare na nyuki.
The shields of the plastron of this specimen are anomalous as their number
is 15; this is due to the fact that there are four femoral shields instead of two.
Lacertilia.
The number of lizards recorded from German East Africa amounts to between
70 and 80 species. The exact number is difficult to state as it depends upon whether
some of the names have been given to real species or mere varieties and in some in-
stances this can not yet be ascertained. The amount of Variation in some, for in-
stance Gerrhosaurus, appears to be very great. The collection brought home by Pro-
fessor Sjöstedt contains about 30 different forms (in 141 specimens). A couple of
these are, however, perhaps only varieties.
The Geckoes are represented in the collection by four species, all of which were
known from Usambara before. Three of these, Gonatodes ajricanus, Hemidactyhis wer-
neri and Lygodactylus conradti, were coUected by Sjöstedt at Kilimandjaro and the
two latter at Meru, as well, for which region they were not recorded before. As
some of the Geckoes recorded from German East Africa have a very wide distribu-
tion, it is most probable that they will also be found in the Kilimandjaro district
later on, and it thus will be proved that this family is represented there by more species
than the three mentioned aboA'e. The three members of the genus Agama which
Sjöstedt has found at Kilimandjaro and Meru are all of them widely distributed.
The same is the case as well with the two Varani, and Latastia longicamlala and
Nucras tesselata. Eremias spekii seems to inhabit the greater part of German East
Africa. But of great interest was the discovery of Lacerta jacksoni at Kilimandjaro
and Mombo as it had only been found at the Mau Mountains in British East Africa
before, and by this find it is proved that the genus Lacerta has found its way still
further into the heart of Africa than ever was believed before.
From a zoo-geographical point of view the specimens of Gerrhosaurus are of
less interest, but the more for the study of Variation (conf. below).
The three Mabuias found by Sjöstedt in the Kilimandjaro-Meru region are all
well known from East Africa, where several other species of this genus are at home.
The two species of Lygosoma have a more restricted habitat, but both were known
from Kilimandjaro before, although not from Meru. Ahlepharus loahlbergi is a widely
distributed species. Among the true lizards there is thus in this collection only La-
certa jacksoni which is of special importance from a zoo-geographical point of view.
LONNliKKd, KKI'TILIA AM) liA'IH ACIU \,
The problein to solve is whether this interesting lizard of the Lacerta muralis
group lias pnshcd so far south in recent tiiiie, or if it is a relict from a tinie when
the distribiition of tlie genus Lacerta extended still fiirther. The fact that this spe-
cies hitherto has been found on isolated mountains speaks for the latter alternative.
Among the Bhiplocjlossa the news are not so great. The collection contains 4
species from the Kilimandjaro-Meru region but i\\Qy were all reeovded from this tract
before. 24 species of lizards are now on record from the Kilimandjaro-Meru region.
Among the lizards from Usambara the huge Chaniceleon melleri is the most interesting.
Two species of Chamaeleons viz. Ch. dilepis and Ch. gracilis the faima of Kili-
mandjaro has in common with that of the isolated Cameroon mountain of West
Africa. The latter fauna includes, however, not less than five endemic Chamseleons
and is thus much more sui generis than the fauna of Kilimandjaro.
On the whole there is, however, a greater number of lizards in the Kilima-
ndjaro region than in the Cameroon territory and that depends upon that the former
is a more open and dry country which is more suitable for lizards. The same is also
proved by the components of the fauna. In Cameroon there are only two members
of the family Lacerticlos viz. Lacerta echinata and Holaspis guentheri (also found in
East Africa) while there are four at Kilimandjaro and several more in adjacent parts
of East Africa. Cameroon has only one Agama (colonorum) which is widely distri-
buted but 3 species of that genus live at Kilimandjaro and many more in adjacent
parts of East Africa.
On the other band there are two Amphisbcenidce known from Cameroon but none
from Kilimandjaro.
Fam. Geckoni(la\
(«oiiatodcs africamis (Werner).
Gyirmodactijlus africanus Werner. Verh. K. K. Zool. bot. Ges. Wien. 45 Bd. 5 Hft p. 190.
1 defect specinien "Z? 1905 Kibonoto. — 1 specimen Aug. 1905 Kibonoto at
Kilimandjaro. — 1 specimen from the Mkulumusi caves near Tanga, July 1905. —
2 specimens from the farms, Kibonoto, Nov. 1905. — 1 specimen caught on a tree in the
farm at Kibonoto, Jan. 1906.
This species is before this described from Usambara.
Hemidactylus wenipri Tornier.
Hemidactylus bocagei Tornier. Thierwelt Ost-Afrikas Lief. III Reptil, p. 12.
Hemidactylus werneri Tornier. Arch. Naturgesch. Jahrg. 63, Bd. I p. 63.
1 specimen from the acacia forest at the river Ngare na nyuki, Meru low lands
Nov. 1905.
This specimen has 13 prseanal pores and agrees in other respects with Torniers
description of this species.
4 SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MBRIT EXPEDITION. 4.
To the same species appear to belong: 1 specimen from the Massai steppe. —
2 specimens caught under stones on the Massai steppe, Kibonoto, ""/s 1905. — 1 spe-
men, Kibonoto, Oct. 1905.
This species was described by Tornier from Dalalani.
Lyarodactylus picturatiis Peters.
Lygodactylus pictwatus Peters. Boulenger Cat. Lizards J, p. 161.
1 male specimen from Usambara June 1905. — 1 specimen from Tanga Vr. 1905.
Often seen running on the trunks of palms.
Known from Zanzibar to British East Africa.
Lygodactyhis conradti Matschie.
Lygodactylus conradtiMATScniE. Sitzber. Ges. Naturf. Freunde, Berlin. Jahrg. 1892p. 109.
1 specimen caught in the tent, Kibonoto 'V? 1905. — 2 specimens from Kibo-
noto, Oct. 1905. — 2 specimens from the acacia forest at the river Ngare na nyuki,
Meru low lands, Jan. 1906.
The.se specimens agree perfectly with Matschies descriptions (1892) and Tortstiers
remarks (1896) to the same. The colour is somewhat variable, .some specimens having
a series of black spots on the flanks, others not. In all the specimens it looks
as if the mental was compoiu^d of three plates. Originally described from Usambara.
Fam. Againidjp.
Agama doriiv Boulenger.
Agama dorice Boulenger. Ann. Mus. Civico Stör. Nat. (2) Vol. II. 1885.
2 specimens from the tract at Ngare na nyuki, Meru low lands -" "''/'ii 1905. —
1 specimen caught on a big stone on the Massai steppe * j 1905, Kibonoto.
Very similar to A. colonorum. It has been collected by Neumann at Nguruman
and other places. Originally it was described from Abyssinia and has also been found
in the Somaliland and has thus a wide distribution.
Agama plaiiiceps Peters.
Agama planicepH Peters. Boulenger Cat. Lizards I p. 358.
1 specimen, Ngare na nyuki, Meru steppe, ^^ '"'/n 1905. — 1 specimen in acacia
forests, Ngare na nyuki, Jan. 1906.
This species is widely distributed.
Agama atricollis Smith.
Agama atricollis Smith. Boulenger Cat. Lizards I p. 358.
4 specimens from Ngare na nyuki, Meru steppe -" '"'/ii 1905. — 1 specimen from
the acacia forests at the river Ngare na nyuki, Meru low lands, Jan 1906, usually on
volcanic rocks.
LÖNNBERa, REPTILIA ANÜ BATRACHIA. 5
This species is widely distributed and also found at many places in German
East Africa.*
Farn. Varaiiifljr.
A'araims nilotieus (Linne).
Varanus nilotieus (Lin.). Boulenger Cat. Lizards II p. 317.
2 specimens. Tanga.
Varanus ocellatus Rüppell.
Varanus ocellatus Rüppel. Boulenger Cat. Lizards II p. 308.
1 specimen froni the steppe with acacia forests near the river Ngare na nyuki.
Dec. 1905.
This species was oi'iginally described from Abyssinia. but it was already known
before tliat its distribution extended so far south as to Usambara.
Farn. Lacerticlap.
Lacerta jacksoiii Boulenger. [kibonotensis n. subsp?)
Lacerta jachsoni Boulenger. Proc. Zool. Soc. 1899 p. 96.
1 fine specimen caught on the trunk of a tree, Kibonoto ^"/o 1995. — 1 speci-
men from a banana plantation, Kibonoto "U 1906. — 3 specimens from Kibonoto,
caught in May 1906. — 1 specimen from Mombo, Usambara, June 1906.
It was of great interest to receive some specimens of this kind of lizards which
originally was described by Boulenger on a single male specimen »from Ravine
Station, ]Mau Mountains on the main route from Mombasa to lake Victoria at an
altitude of 7,500 feet». Through Professor Sjöstedt's specimens from different loca-
lities the species is proved to have a considerable distribution and not to be confined
to a Single mountain ränge.
There is \eiy little discrepancy between the Kibonoto specimens and Boulen-
ger's description and figures except the following. One of the former specimens has
5 labials on one side, and 4 on the other, in front of the subocular. The collar is
composed of 7 or 8 plates (10 in the type) the outer of which on either side is rather
small. In the Mombo specimen the collar consists of 8 plates and the interparietal is
anomalous being transversally divided into two plates. The latter is also the case
with a specimen from Kibonoto. In his description ' Boulenger says »temple gra-
nulär». With regard to these specimens the word granulär appears to be less suit-
able as the scales in the corresponding region of the present specimens are, although
irregulär, larger than the dorsal scales. To judge from Boulenger's figure the scales
of the temporal region of the type-specimen appear to be smaller and consequently
more numerous than in the specimens from Kibonoto. Thus in the figure 8 rows
* ToKNiER. Reptilien, Thierwelt Ost- Afrikas.
* Proc. Zool. Soc. Loiidou 1899 p. 96—97.
6 SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 4.
of scales may be counted between the parietal and the labials and each such row
contains about 9 — 11 scales, but in the specimens from Kibonoto the corresponding
numbers are 5 — 6 (7) and 6 — 7 (8). If all these small differences are constant, —
which, however, can not be proved as the typical form only has been found in one
specimen — the specimens from Kibonoto appear to belong to a somewhat aberrant
geographical subspeoies for which I take the liberty of proposing kibonotensis as a
third name. A direct comparison might then also reveal some other small characteristics.
From the forest east of Kagera River in German East Africa Tornier described
1902 a lizard which he named Lacerta vmireselli and regarded to be related to L.
jacksoni Boulenger. Tornier's lizard differs from L. jacksoni and the lizard from
Kibonoto in having 11 plates in the serrated collar but no gular fold, only 8 femo-
ral pores, and only 6 series of ventral plates. They are thus easily distinguished
from each other.
Nucras tesselata (Smith).
Nucras tesselata (Smith). Boulenger Cat. Lizards III p. 52.
1 specimen from the hot and sunny grass steppe at the river Ngare na nyuki,
Meru low lands "Vio 1905.
Latastia loiigicaudata (Reuss).
Latastia longicaudata Hevss. Boulenger Cat. Lizards III p. 55.
2 specimens from the acacia forest near Ngare na nyuki.
This lizard is widely distributed in East Africa from Abyssinia to Unyamwesi.
Ereniias spckii Günther
Eremias spekii Günther. Ann. Mag. Nat. Hist. (4) 1 1872.
2 specimens from the acacia forest in the Meru low lands "*/ii 1905.
»Frequenting open, sunny and sandy places, running with great speed. When
scared they hide in holes in the earth». — 2 specimens from the acacia forest at
the river Ngare na nyuki, Meru low lands. -" ^"/u 1905.
2 specimens from Mombo, Usambara, June 1906,
Fam. Oerrliosaiiritl«'.
(leri'liosaunis iiiffroliiieatus Hallow.
Gerrhosaurus nigrolineatus Hallow. Boulenger Cat. Lizards III p. 122.
1 specimen (together with Latastia longicatidata) from Ngare na nyuki.
(ierrhosaunis flavigularis Wiegmann.
Gerrhosaurus flavigularis Wiegmann. Boulenger Cat. Lizards III p. 122.
A large specimen, measuring 367 mm. in total length, from Ngare na nyuki.
The praefrontals just touch each other in this specimen.
LONNDKRO, RKrTlLIA AND nATRAOIlIA. 7
(licri-iiosiiiiriis flavii;iilaris Wiegmann.
(PI. 1 Fig. 1 a & b) forma intermedia.
A fine specinien, nearly 400 mm. altliongh the tip of the tail has been broken
and partly reproduced, cauglit on the steppe iiear the Natron lakes, Kibonoto *'/9 1905.
This animal diffcrs as Avell from Q. nigroUneatus as from flavigularis with which
it may be related, if these tvvo species are held apart and not united as Tornier
has done lately.'
The present specimen has a long suture between the prsefrontals as in G. ni-
groUneatus, but only 22 series of dorsal scales all of which, even those of the flanks
are strongly keeled. The füll description is as follows: Head shields smooth. Nasals
in contact behind rostral. Frontonasal as broad as long. Praefrontals with a long
median suture. Frontal much shorter than fronto-parietal and parietal together. A
narrow tympanic shield. Interorbital breadth posteriorly across the third supraoculars
contained 2 ', a times in the distance between tip of snout and ear-opening. 22 series
of scales .all strongly keeled and also provided with smaller lateral keels. 52 shields
between the chinshields and the large prseanal shield. 14 femoral pores.
Dark brown above with three yellowish white dark-edged stripes, the median
narrowest. Sides minium red with dark bars extending from the back. These are
at first 2 scales broad but lower down on the flanks only one Scale broad. Across
these bars there are short longitudinal yellowish white stripes on each scale.
The differences from the descriptions of 0. nigroUneatus and O. flavigularis are
thus very conspicuous, but as Tornier (1. c.) has described from Dar-es-salaam fully
intermediate forms between both these supposed species, it appears difficult to main-
tain them. The best thing may therefore be to use the oldest name G. flavigularis
for all and distinguish the different varieties with a third name until the matter is
still better elucidated by greater collections from different locaiities.
Farn. Scinei(l;p.
Miihuia coniorensis (Peters).
Mahuia comorensis (Peters). Boulenger Cat. Lizards III p. 163,
1 specimen from Mombo, Usambara, June 1906.
Miihiiiii moffalura (Peters).
Mahuia megahira (Peters). Boulenger Cat. Lizards III p. 1905.
1 fine specimen found in a shrub on the Massai steppe near the Natron lakes
"/s 1905. — 1 specimen with reproduced tail found among grass in the mixed forest
(»Mischwald») Kibonoto Vii 1905.
' Zool. Jaliib.: Abtli. Svst. Bil. 13, .Jona 1901.
8 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 4.
Both these specimens are similar in colour-pattern and disagree with the descrip-
tions in having 4 black dorsal stripes, the 2 median of which disappear without ha-
ving joined on the tail to a median azygous stripe. They extend about 1 V2 cm. on
the tail and end there without having even converged. The lateral stripes are broader
and extend to the tip of the tail. On the flanks of the body they appear to have
a tendency to break up each in two.
4 similar specimens, Kibonoto, May 1906.
Mabiiia varia (Peters).
Mabuia varia (Peters). Boulenger Cat. Lizards III p. 202.
1 specimen found below a stone on the steppe at the river Ngare na nyuki,
Meru low lands 'Vn 1905. — 1 specimen from the iipper part of the Ericinella-vegion,
3,500 m. above the sea level, Kiboscho, '^2 1906.
The latter specimen is somewhat aberrant in having the nuchal scales mostly
quadricarinate, but as this is a characteristic subjected to Variation I have referred
it to M. varia with which it otherwise agrees in essential characteristics and appearance.
Mabuia striata (Peters).
Mabuia striata (Peters). Boulenger Cat. Lizards III p. 204.
2 specimens "Vt 1905 Kibonoto, found »running on stems of trees>. — 1 spe-
cimen ■' 7 1905 Kibonoto. — 1 specimen "'7 1905 Kibonoto. This sijecimen is ano-
malous, having a double or rather forked tail. — 5 specimens '^/a 1905 Kibonoto. —
1 specimen near the river Ngare na nyuki, Meru low lands. — 3 specimens, the same
locality. — 3 specimens Kibonoto, May 1906.
"The most common of all lizards, often seen running 011 the huts of the natives
in the same manner as Agama colonorum in West Africa. Also running on stems
of trees and hiding in holes in the same».
Lygosoma modestnm (Günther).
Lygosoma modestum Günther. Boulenger Cat. Lizards III p. 306.
4 specimens from termite hills Kibonoto, May 1906. — 5 specimens from the
acacia forest near the river Ngare na nyuki, Meru low lands Jan. 1906. — 1 small
specimen the same locality and date.
2 specimens from the same locality caught in Nov. 1905 are a little larger (resp.
110 and 140 mm.) and less uniformly coloured. The blackish dots on the head shields
are more conspicuous and the central blackish streaks of the scales of the back and
the sides are more numerous and more defined and they extend not only over the
dorsal surface of the tail but are also to be seen on the lower surface of that organ,
although somewhat less distinct. Otherwise they are typical L. inodesttwi and agree
with the description with regard to lepidosis, relative dimensions etc. This species
was liuown fiom Kilimandjaro before.
I.ÖNNBERii, REPTILIA AND HATRACHlA. ö
lijuosoiiiii kilinieiisis Stejneger.
Lygosomd l-iliincusis Stejneger. Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 14 p. 405.
l speciinou from tho neighbourliood of Ngare na nyuki. — 1 small specimen
t'roni Ivibonoto eaiight in Oet. 1905. — 1 specimen from a banana farm, Kibonoto
"/n 1905. This specimen is better streaked on the lateral scales than the foregoing.
1 specimen ""/v 1905 Kibonoto. »Caught on the ground among grass». This
specimen is also well streaked on the flanks and sides of the tail, that is the unbroken,
not reproduced part of this organ. It is evident tliat this species is rather long-tailed,
altlioiigh as a riile more or less of the tip has been broken off and reproduced. But
in this specimen the tail (including 25 mm. reproduced at the tip) measures 86 mm.
while the length of head and body is 55 mm. only.
1 specimen from banana plantations Kibonoto "'s 1905. Length of head and
body 72 mm., length of tail, partly reproduced 94 mm. The streaks of the scales
form continonus longitudinal bands on the flanks.
It is interesting to see how the reproduced parts of the tail of this lizard have
a different lepidosis with large transversal shields across the lower surface and a series
of enlarged scales along the dorsal siu'face as well, instead of the normal scales. In
this respect it differs entirely from L. modestiivi which has no enlarged shields on the
lower surface of the reproduced tail.
Ahlophanis wahlberja;! (A. Smith).
Ablepharus wahlbergi (A. Smitti). Boulenger, Cat. Lizards III p. 330.
Eighteen specimens, Oct. 1905, Kibonoto. — 9 specimens "'s Kibonoto.
»Run extremely swiftly, caught under stones on the steppe».
1 specimen -^lo 1905. »On the glowing hot grass steppe near the river Ngare
na nyuki».
The interparietal exhibits a good deal of Variation in size etc. in these speci-
mens. Sometimes it is very small, sometimes it is more or less confluent with the
frontoparietal. In a few specimens this confusion is quite complete so that the inter-
parietal and frontoparietal form only one shield, in others part of the sutures remain.
Rliiptoglossa.
Fam. ('Iiaiiirt'loontidii'.
Clianiii'lcoii ?i:racilis Hallow.
Chamelreo gracilis Hallow. Werner, Zool. Jahrb. Syst. Bd. 15 p. 336.
1 specimen from Meru 3,000 m. above the sea '"/12 1905 in the so called >rain-
forest» (Regenwald).
S/üstedts Kilimandjaro-Mern Expedilion. 4. '■ 2
lÖ SJÖSTEDTS KIMMAND.TARO-MERÜ EXPEDlTfON. 4.
Werner reports (1. c.) that this wideh' distributed chamfeleon has been found
between Mombasa and Kilimandjaro.
('lianiiPleoii «lilepis Leach.
Ckamceleon dilepis Leach. Werner, Zool. Jahrb. Bd. 15 p. 338.
5 specimens "/n 1905. — 4 specimens '/- 1905. — 3 specimens Aug. 1905. — 2
specimens Jnly — Aug. 1905. — 4 specimens May— June 1906, Kibonoto, Kilimandjaro.
Among the last mentioned ones were 2 females containing rather large eggs.
Concerning this species Prof. Sjöstedt has communicated the following notes
from his diary: »On a leafy branch the poor being has chosen its place, its lower
side is px-essed to the top surface of the branch and the feet clasp, with their sharp
claws, the sides. Tlie tail is stretched backward, its tip hanging free and rolled up
spirally. Quite immovable the animal sits there, not a particle of the contours of the
body changes, it looks as if cast in some metal. Only the eyes move, independently
of each other, scanning the surroundings, they roll now to this, now to the other side,
sometimes resting to scrutinize something more carefully. To agree with the sur-
roundings the animal has assumed a light green colour only showing along the flanks
a rusty reddish streak as a kind of »lateral line». As soon as it is touched, however,
it is suddenly changed as if touched with a wizards vand. The whole animal from snout
to tip of tail is covered with densely set dark spots of the size of hempseed. To
begin with they are shadowy but soon become so sharply confined that it looks as
if the animal had smallpox. The rusty red lateral streak and three scattered but
"weU defined spots on the neck, breast and inguinal region have assumed a pale violet
shade. Some little pronounced, dark clouds appear and disappear again.
If the animal is left in peace the dark spots and weakly developed clouds as-
sume a dark green colour and become by and by lighter, first the clouds then the
small round spots tili tlie animal has resumed its light grass green colour which it had
when first observed. (A female with 24 eggs, white, 24 X 10 mm.) Not far from
this another chama?leon of the same size was seen but with larger occipital lobes
and a somewhat higher parietal crest. The whole animal is on light green ground
largely and sharply panther-spotted with blackish green irregulär clouds, small
spots of the size of hemp-seed in the green areas between the large clouds. The
blackish green spots extend to the tip of the tail, forming along the tail and the
back a dozen more regulär patches. Radiating streaks on the lid from the opening
for the pupil give a peculiar appearance to the animal. It is thus quite different from
the other, and has the warning colour of the gular folds, which it shows with a his-
sing sound, open mouth and inflated throat, darker orange-yellow. — After a while
it becomes like the other green as a leaf with spots, and the lateral streak light. When
touched the small spots began to appear as pale rusty red changing to dark green.
In less than a quarter of a minute the panther spotted appearance was fuUy developed.
But other colour changes may be seen as well. One morning, when the grass
green female witli its rusty rcddisli lateral streak was touched, the body darkened
l.UNNBlil«;, KEPTILIA ANIJ HAJ'KAl Hl A. 11
to iilinoöt bluisli grey, the small black spots began to appear. In a fevv niomeiits
the dark cloud over the skiii disappeared and the whole aninial becanie grass green,
densely beset with sharply defined dark spots of tlie size of a hemp-seed. After a
t'evv niinutes of rest these have again disappeared and the green ground colonr pre-
vails. When touched again it was scattered all over with yellow spots of hemp-seed
size which before niy eyes rapidly changed to dark, and at the same time the great
dark eloiids put in appearance.
The male is nearly always cloudy and had, to match the dark surroundings of
the Station house, assumed a stone brown ground colour, between the clouds, soon
c'hanging to green, not so clear and light, however, as in the female. Sometimes the
whole animal was uniformly stone brown as gneis, with a rusty reddish lateral band.»
BüiBi has also observed the colour changes of this species and tried to discern
three local varieties according to the colour.' Strange enough the description by
Sjöstedt (conf. above) agrees best with Böhm's »Form. I» which is Stuhlmann's
»Küstenform».
Cliiima'lc'oii l>itiiMiiatus Fischer.
Chamceleon bitcenidlK.^ Fischer. Jahrb. wiss. Anst. Hambuig f. 1883, p. 83.
2 specimens from Kiboscho, Kilimandjaro, mountain meadows above the forest
region, 3,000 m. above the sea, Febr. 1906.
The flat tubercles on the sides form two distinct bands in the larger specimen,
but no knob is found on the snout. Dorsal crest formed by groups of 2 — 4 enlarged
scales. Head and anterior part of body dark, flanks towards the lumbo-sacral region
and belly clouded with lighter.
liength from snout to vent about 58 mm. in the larger specimen.
This species appears to be a real mountain loving chamseleon as it has been
recorded not onW from Kilimandjaro before (Volkens conf. Tornier f. c.) but also
from otlier places, as for instance, Leikipia 6,000 feet». Mau IMountains, Gnrui 3,000—
3,200 m. etc.
(']iaiiiii'l(M)ii hitii'iiiiitus Fischer n. var.
1 specimen Kibonoto, Kilimandjaro.
This specimen resembles Ch. h. elivti (Günther) in having the parietal crest
divided anteriorly in three rows of tubercles, the lateral of which diverge from the
median one towards the superciliar}' ridges. About every fourth of the conical tu-
bercles forming the dorsal crest is larger than the others.
Large flat tubercles form on either side two continuous longitudial bands, but
in addition to this a great number of flat tubercles are intermixed with smaller and
larger granules of all sizes which constitute the lepidosis of this chameeleon. The
gular and ventral crests are formed by rather blunt and flattened tubercles. No knob
' Conf. TniiMEi; K('iitilicii (i. 4s in Die Tliierwolt ()^t-Af^ikas,':
12 S.IÖSTEÜTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 4.
on the siiout. The length of t!ie mouth is shorter than the heiglit of tlie casque froin
the corner of the mouth.
The head and legs are rather dark bat the other parts have a yellowish giey
ground colonr with a series of dark blotches on the back, and on either side a series
of dark triangulär spots with their bases at the upper lateral band and the tips
downwards.
As this speciinen differs froni all four varieties of Ch. hiffeniafiis hitherto recog-
nized. it niight deserve to be distinguished with a separate third name but as the
variability of the chameleons is very great, one specimen is too little for a new name.
From Ch. h. flioti (Günthee) it differs in having two distinct lateral bands, from Ch.
b. bitceniatw^ by the strong development of the lower lateral band and by the shape
of the tubercles of the gular and ventral crests, otherwise it is most closely related
to that variety ; from the two others it differs by the absence of a knob on the
snout. Distance from snout to vent about 60 mm.
Another specimen is somewhat darker but otherwise pretty similar.
Clianiii'lcdii tavcteiisis Steindachner.
ChamceleoH tavelensis Steindachnee. Weenee, Zool. Jahrb. Syst. Bd. 15 p. 418.
3 specimens, Ngare na nyuki, Meru low lands. — 2 male specimens, Kibonoto.
— 1 female specimen, Kibonoto, July — Aug. 1905. — 1 male specimen, Kibonoto,
May— June 1906.
This species is recorded from Kilimandjaro betöre.
('Iianiii'lcon inclleri Uray.
Ghanuehon vidleri Geay. Weenee, Zool. Jahrb. Syst. Bd. 15 p. 421.
A splendid specimen measuring 545 mm. in total length, found in a forest with
tall but not dense trees at Mombo, Usambara.
In a living state the animal was very light greenish yellow, almost uniform. In
spirit it has retained the light yellow tint to some extent.
Hhaiii|)h()l*>()ii kcrstoni (Peters).
Bhampholeou kcrsicni (Pktees). Weenee, Zool. Jahrb. Syst. Bd. 15 p. 430.
1 specimen */6 1905, Tanga, Usambara. — 2 specimens JNIombo, Usambara,
June 1906.
LÖNNBERO, RUTTILIA AND BATRACHIA. 13
Ophidia.
Between HO and 70 species of snakes are recorded from German East Africa.
ßy the addition of Professor Yngve Sjöstedts coUections, the fauua of the Kili-
inandjaro-Merii district has reached to about half this mimber or exactly 30 spe-
cies. 19 species of snakes have been collected by S.J(")Stedt (in 85 specimens).
Some of these were of course recorded from Kilimandjaro before. The remaining 11
by others, chiefly by G. A. Fischer and Jackson.
Concernhig the geographical distribution of the snakes which have been found
in this region and of which a list is appended below, the following remarks may be
niade. The nienibers of the genera Typhlops, Glauconia and Pi/tJion are all widely
distributed in tropical Africa. The same is also the case vvith the representatives of
the genera Tropidonotus, Boodon, Philothamnus, Homalosomo., Dasypeltis, Leptodira,
Amplorhinus, Thelotornis, Elapechis, Naja, Causus, and Bitis, and the species Lyco-
phidium capense, Psamniophi.s ><ibUans, and Dendra.spis angusficep-^. Chiefly confined
to East Africa bat rather widely distributed there are the menibers of the genera
Chlorophis and Coronella, the remaining three species of Psanirnophis, and Aparallac-
tus concolor. Lycophidium jacksoni has been foimd only within the borders of German
East Africa, and Bhamphiophis rubropunctatus, and Aparallactus jacksoni have as yet
only been collected at Kihmandjaro.
Among the snakes there are thus only a few forms which may be regarded as
endemic in this region and nearly all the others are at home almost everywhere in
suitable places in tropical Africa.
A comparison between the ophidian fauna of Kilimandjaro and that of Cameroon
in West Africa is of a certain interest as it shows as well that some species are com-
mon to both and in otlier instances there are corresponding members of the same
genera. The following species of snakes belong to both these distant regions Typh-
lops punctatus, Python sebce, Dasypeltis scabra, Leptodira hotamboeia, Philothamnus se-
mivariegatus, Thelotornis kirtlandi, Naja nielanoleuca, N. nigricolli.^, Dendraspis angusti-
ceps, Cansus rhombeatus and Bitis arietans.
The analogous forms may be matched as follows:
Cameroon. Kilimandj aro.
Tropidonotus fuliginoides T. olivaceus
Boodon olivaceus & virgattis B. lineatus
Lycophidinm 5 species L. capense
Chlorophis irregularis d- carinahis Chi. neglectns
Dendraspis jamesoni D. sjöstedti
From a biological point of view this comparison could be extended still further.
Although the following snakes belong to different genera they may occup\^ similar
places in nature. The sinall opisthoglyphous genera Miodon and Elapops from Ca-
meroon, and Aparallactus from Kilimandjaro.
14 SJÖSTEDTS KILIMANOJAEO-MERU EXrKUITION. 4.
With our present knowledge there are, however, not far from twice as maiiy
species of snakes known from Canieroon as froiii Kilimandjaro. Tliere is especially
a greater variety of tree-snakes in the former region in correspondence to the greater
abundance of forests there.
Farn. Typlilopidii'.
'J\v|>lil<>l>^ IMiuctatus (Leach)
Ti/phlops pancktlas (Leach). Boulenger, Cat. Snakes I p. 42.
3 specimens from Kibonoto 1005. — 3 niore from the same locality coUected in
May 1906.
These blind snakes were sometimes found on the foot patlis on the aurface of
the ground. The species has been recorded from Kilimandjaro befoz'e.
Farn, (lilaiicoiiiidii'.
(■laiK'oiiia sfutifroiis (Peters).
(rlaiicuiiia aritlijron.^ (Peters). Boulenger, (.!at. Snakes 1 p. (j<S.
1 specimen from the steppe with acacias near the river Ngare na nyiiki in the
Mern steppe Nov. 1905.
This species has not been found on Kilimandjaro before bat this is the case
with the related (Jl. cunjuncta.
Fam. |}<n(la'.
I'.vtlniii sebii' (Gmeiin).
Pylhori sehcB (Gmelin). Boulenger, Cat. Snakes I p. 86.
1 specimen from Kibonoto, Aug. 1905. The two foremost upper labials deeply,
tlie third feebly pitted. — 1 specimen Kibonoto with labials normally pitted.
Fam. Coliibrida'.
J{(K)(loii liiicaliis (IJuM. & BiBR.)
ßuddun liiicalH^'^ (Dum. & Bibr.) Boulenger, Clat. Snakes I p. 332.
12 specimens from Kibonoto July— August 1905. (The foUowing dates especially
recorded "Z?; 'V?: ^7?; Vs : ^/s 1905). — 1 small specimen from the same locality
collected in November 1905. — 2 specimens from Ngare na nyuki in the Mern low
lands. — 1 specimen from Mombo, Usambara, .June 1906. — 3 specimens from Ki-
bonoto May 1906. 1 small young not measuring more than about 12 \:. cm.
LONNBERd, RKPTirJA ANT) BATRACIHA. 16
Small specimens of this kind were often found ander the bark of tree tninks
lying on the groiind.
Tliis appeai's to be the most coininon of all snakes in this distriet, where it has
beeil collected several times betöre.
L,y('o|)lii(liiiiii ciippiise (Smith).
Lycophidium capense. (Smith). Boulenger, Cat. Snakes I p. 330.
2 specimens from Kibonoto, caught resp. '",« and "Vs 1905, the latter found lin-
der stones on the Massai steppe. — 1 specimen from Ngare na nyuki in the IVleru
low lands.
This snake has been found at Kilimandjaro before.
Cliloropliis iipg:lectiis (Peters).
ChJorophis neglcctus (Peters). Boulenger, Cat. Snakes II p. 94.
4 specimens from Kibonoto, collected in July and August (one specimen is la-
belled "' t, another *!s) 1905.
A fifth smaller specimen is labelled »Kibonoto, cultivated zone, July 1905».
Pliilotliiiiintiis seiiiiv!irie!?iitus (Smith).
Philothamnvs semivariegatns (Smith). Boulenger, Cat. Snakes II p. 99.
3 specimens from Kibonoto July— Aug. 1905.
Recorded from Kilimandjaro before.
Dasypeltis scabra (Linn^;).
Da.^i/peltis scabra (Linne). Boulenger, Cat. Snakes p. 354.
1 fine specimen from the Meru lakes collected the '^"h 1905.
The resemblance in colour pattern between this snake and Causus rJioinheatus
is very striking in this specimen so that it could be füll reason to speak of mi-
micry. 1 good specimen caught on a path in the steppe with scattered trees in June
1905 is duU brick-red above without any markings at all except that in a few places
the bases of the scales show a narrow whitish margin. Below the snake is whitish
with a brick-red tint anteriorly.
A third specimen caught at Kibonoto in May 1906 is uniformly duU brovvn with
faint cross bars of a darker brown anteriorly, belly finely mottled.
This species has been found at Kilimandjaro before.
Ii('|)t()(lirii liotaiiilMi'ia (Laurenti).
Leplodira hotamhoeia (Laurent:). Boulenger, Cat. Snakes III p. 89.
4 specimens collected at Kibonoto in July (resp. ^It, -'/t, "Vt, ^"/t); a fifth spe-
cimen from the same locality is caught the 'Vs 1905, and a qiiite young specimen
measuring onlv 20 cm. is labelled ", s 1905.
16 S.TÖSTEDTS KILtMANDJARO-MERU EXrEPITION. 4.
One specimen with small white dots forming crossbands crossbars from Ngare
na nyuki in the iMeru steppe.
A small specimen, without locality, probably Kibonoto 1906.
rs.iinmophis siibtifniatus (Peters). Boulenger.
Psammophis suhtceniatus (Peters). Boulenger, Cat. Snakes III p. 160.
1 specimen from the acacia forests at the river Ngai'e na nyuki in the Meru
steppe, Jan. 1906.
Not only this but also three other related species of this genns have been recor-
ded for Kilimandjaro betöre.
Tlielotoniis kirtlaiidii (Hallow).
Thelotornis kirtlandii (Hallow). Boulenger, Cat. Snakes III p. 185.
2 specimens from Kibonoto both collected in August 1905; a tliird from the
same locality is labelled with another date V4 1906.
This snake is offen found in shadowy shrubberies where it looks almost like a
dry twig wlien it rests, quite immovable.
AparaHactiis Jacksouii (Günther).
Aparallactus jacksoyiii (Günther). Boulenger, Cat. Snakes III p. 256.
1 small specimen caught in Nov. 1905 in the acacia forests at the river Ngare
na nyuki appears tö belong to this species.
Aparallactns coneolor (Fischer).
Aparallactus coneolor (Fischer). Boulenger, Cat. Snakes III p. 257.
1 specimen from Usambara, June 1905.
Both these species have been described from Kilimandjaro.
Kliipeohis ii;iioiitlieri (Bocage).
EUfpechis yuenlheri (Bocage). Boulenger, Cat. Snakes III p. 359.
1 specimen from Kibonoto collected "'/? 1905.
Naja iiu'laiiolenea Hallow.
Naja nielanoleuca (Hallow). Boulenger, Cat. Snakes III p. 376.
A 3'oung specimen from Kibonoto caught the lOth of July 1905, had swal-
lowed a specimen of Chlorophis which was actually longer than the Naja. The tail
end of the Chlorophis still hung outside the mouth of the Naja but the greater part
was swallowed and forced into undulatory coils in the digestive canal of the Naja.
rONNUERO. RKPTII.IA AND BATRAf'HlA. 17
Ih'iidraspis aiiijusticeps (Smith).
Dendraspis angusticeps (Smith). Boulenger Cat. Snakes III p. 437.
6 specimens froin Kibonoto, one caught in May, one "'/t, one ^"7, one ^/s, one
"/s and one witliout dale. In five of these there arc only 3 scales between the npper
posterior temporal, and behind the parietals ; in one of them one of these scales, or
small plates, is, how ever, semidivided. In the fifth specimen the upper posterior tem-
poral is separated from its fellow of the other side by 5 small scales.
A seventh specimen had no jabel indicating where it had been collected but was,
no doubt, also from Kibonoto.
DeJKlrasjn's sjöstcdti n. sp.
(PI. 1 fig. 2.)
A specimen of Dendraspi.'^ from Kibonoto differs from all the others in several
respects and at the same time from the descriptions of hitherto known fornis as well.
The most striking difference is the length and the narrowness of the frontal, the
arrangement of the temporals etc.
Rostral broader than deep. Internasals short, tlieir length contained aboiit
1 ^/4 times in the length of the pr;Tefrontals. Frontal long and comparatively narrow,
its width bejng contained 1 '3 in its length, it is nevertheless shorter than its distance
from the end of the snout, and than the parietals. Two preeoculars, the upper not
in contact with the frontal ; a subocular wedged in between lower prseocular and third
and fourth labials. Three or four postoculars (the lower of which may be termed
subocular). Two anterior temporals, behind the upper of these a second upper tem-
poral largely in contact with the parietal ; this second upper temporal is very large
so that it is separated from its fellow only by a single occipital shield, and from the
labials by a single posterior lower temporal (temporals thus 2 + 2). 8 upper labials
on one, 9 on the other side, fourtli entering the eye, second and third much deeper
than first and in contact with praefrontal. Three lower labials in contact with anterior
chin-shields which are about as long as the posterior. Scales in 19 rows, outer not
shorter than dorsals. Ventrals 227, an divided, subcaudals 102.
The colour appears to be uniformly green.
It is of course difficult to say if this single specimen represents a different spe-
cies or only a remarkable individual aberration of D. anxjuMicep-'^, but as the distinct-
ness is so clear I have preferi'ed to name it.
Fam. Yiperidse.
Caiisus r]ioinl)eatus (Lichtenstein).
Causus rhombeatus (Lichtenstein). Boulenger Cat. Snakes III p. 467.
6 specimens from Kibonoto, one caught the "/?, the others in August 1905.
In one ot the specimens the angle formed by the upper end of the rostral is less
tlian a right angle.
i'^jOstedta K'iJhnanfJjfiro-Mrni Expedition. 4. ' 3
]8 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 4.
2 small specimens about 27 cm. were caviglit at Kibonoto resp. '"/s and '"^'h 1905.
3 more specimens were collected at Ngare na nyuki, in Meni low lands.
Bitis arietaiis (Merebm).
Bitis arietans (Merrem). Boulenger Cat. Snakes III p. 493.
2 specimens from Kibonoto collected the "^Z? and "/s 1905. — 1 fine specimen
from Leitokitok, nortliern side of Kilimandjaro on a steppe with scattered acacias,
end of May 1905. — 1 specimen killed a few days later.
LONNHERC, REPTUJA ANU BATRACHIA.
19
lAsi o\' sjK'cies ol" Keplih's liitliciti» kiioAVii fnmi tlie Kiliinjnidjiiro-3Ieni
(Ustrit't.
1.
3.
Chi'loiiia.
'I'fsliiilo panlnlis Bell.
PcloiHcdiisa (/((Jeafa (ScnoErf).
LactM-tilia.
(«efkoiiida'.
(io)intoilcs africanit^ (Wekneh).
Ilfm'iäudiihis wcrneri Tcirniei;.
Llf;l<}(hllt>/h(S pictiinÜHs jrATSlillE,
Afi^aiiiida'.
AlimiKI iJoficC linl'LE.Ni.lEl;.
.\(/(niiii pJaiiice}>s Petees.
A'jditKi (ifriivJIis Smith.
VaranidiP.
Viuiniiia oirilufiis KCrrEij..
Varintitg niJoticus Lixxe.
LacerlidiP.
!1. Ldirrta jacksoni Buulenüer (siili>]i. /.ihiii/t.
fensis Lönnberg).
in. I.utusüu loniikaudata (Keu.s.s).
1 1 . Xucran feriseUnfa (Smith).
12. lürmias .•yjc/.-i'/ Günther.
(üerrlio.sauridiP.
13. GcrrhosiinniA inffroliiicatiis Hai.lhw.
14. Gri-rJioaaiints flarifjularis AViEiiM.ixx.
Gerrhoiifiiiriis flririfiidaris tbniia iiifcnncditi.
ScincidiP.
1."). Mdhiliil )li('(Jüh(fa (Peter.s).
1(). Mdhidii rarki (Peters).
17. Mdhuia striata (Petebs).
18. Lygosoma moilcstum (Günther).
1!1. Ljifio^oma Ii-ilimoisa (Steineüer).
2(1. Ahlfjiliurns irdhlJicrgl A. Smith.
Hliiptoglossa.
('liaiiupleoufidfP.
21. ('Iidmtplron c/raciUs H.m.lhw.
23. (Jhummlcon ililfiins Le.\i:h.
23. ('lidmrrh'on hitceniatns Fi.scher.
2-4. C/duiucIcon turcteitsis Steindachner.
Ophidia.
Tjplilopida»,
1. TiijililoiiH iiHiidutns (LeachI.
GlaiicoiiidiP.
' 3. (ilauco)iia conjdHcta Smith.
4. (ilaiicoHia scKfifyons Peters.
BoidiP.
['i/tli<iii Mhrc (Gmei.ix).
ColubridfP.
TropidoHotus olivaceus Peters.
Boodnn lineatits (Dum. & Bibe.)
Liieophidium capcnse (Smith).
L//rni)]iidium jacksoni BdULEXOER.
Cldoropliis ncgledus (Peters).
Philotlidnniiis scmiraricgdtus (Smith).
Ciiroiiella scmiornata (Peters).
Homatoxonia Ivtrix (Lixxe).
Dasi/pcltis scabra (Lixse).
Liptodira Jiotamhceia Laueenti.
JmpJorJiinuii nofotcenia (Günther).
l\liampliiophi>t nihropunctatds (Fisikek).
l'.-iditniiojjl/is xuUaiiidfns (Peters) Bnut.
Psdniiiidjil/ift pniKidldtus (Dum. it Bihr.)
l'sdiiniitjjiliis fiihild)/s {hixst).
l'sd^nixqdiis biscridtus Peters.
Tliclofomis kiiilandi (Hallow).
Aparnllacfiis jacksoni (GirxTHER).
Äiiardllactus ivncolor (Fischer).
FJapcrhis i/iii'iithcri (Bocage).
Xa/a wrtaiioIcKca (Hallow).
Xdjd i/ir/rirollis Reinhardt.
Driidraspis aiigasticeps (Smith).
Dcndraspis sjOstedti Lösnberg.
VippridiP.
10.
U.
'12.
' 13.
14.
15.
'IH.
'17.
IS.
M9.
'2(1.
■21.
0 2
23.
24.
2:j.
2fi.
'27.
2s.
2y.
30. Caiaiis rhombeatus (Lic'Hten.stein)
31. Bifis drivtfins (Merrem).
' Not represonteJ in present coUeution.
20 SJÖSTICÜTS KlMMANn.JARO-iNIERU KXPKDITION.
BATRACHIA.
In Professor Yngve S.iöstedt's collection of Batrachia 21 species are represeu-
ted by 398 speciniens and some tadpoles. The fauna of German East Africa niimbered
before this about 33 — 37 species of Batrachia Salientia — an exact niunber cannot
be stated, as it depends upon, how many »species» of Bapjna are adniitted. Throiigh
this collection not less than six species are added as new to the fauna of German
East Africa; and one of these is entirely new. One of the other novelties Ra7ia fus-
cigula is widely distributed in West and South Africa, one Phrynobatrachus ranoides
was before known from Natal, two, viz. Arfhroleptis imnutu.s and A. bottegi, have been
described from the Somaliland and the last Hylamhates johndoni from Northern
Nyassa land. There are certainly still many additions of Batrachia to be expected
before the fauna of East Africa is thoroughly known. If the specifically luicertain Bappice
are left out, it will be found that the greatest part of the others are very widely dis-
tributed on the dark continent. Not less than 9 species are found practically all
over Africa, as well in its western and southern parts as in its eastern, 9 (perhaps lU)
are found both in West and East Africa, and 5 are common to South and East Africa.
The remaining ones belong, as far as hitherto is known, to the East African subregion
but some of them are very widely distributed within the same. Three species {Phry-
nohatrachus ncridoides, Arthroleptis mintifu-'^ and A. holtegi) extend, for instance, in
northeasterly direction into Somaliland. Others have been found partly at the coast
and partly far in the inferior. It is therefore difficult to decide whether any, or how
many species of Batrachia may regarded as endemic and exclusively confined to this
country. In some cases only a few speciniens have been found and the knowledge
is thus scanty about such species. German East Africa as a whole, is not a zoo-
geographical unit and may therefore hardly be expected to include many endemic
Batrachia. There is, however, a possibility that the great mountains Kilimandjaro
and Meru may be inhabited by endemic species, and it seems even probable that the
new species of Rana, described below, will prove to be such a one.
The batrachian fauna of the Kilimandjaro-Meru district was very little known
before, only a few species of Rana having been recorded. By Professor Sjöstedt's
collection the number of species from this district is at once increased to 17, most
of which have a very wide distribution, stränge to say.
1-ÖNNBERG, REI'TILIA AND BATHACHIA. 21
Kaiia adspcrsa (Bibron).
Rana adsper-sa Bibron. Boulenger Cat. Batrachia Sal. p. 33.
(PI. 1 fig. 3 a & 3 b.)
2 large and 3 small specimens from Tanga '" n 1905. — 1 small specimen Tanga
^U 1905.
One of the larger of these specimens is figured on the accompanying plate fig.
3 a. and b.
It has a rather characteristic but not exactly ranoid appearance.
Kaiia iiuTumoiitaiia n. sp.
(PI. 1 fig. 4 a & 4 b).
Vomerine teeth in two transverse but somewhat oblique rows, beginning almost
on a level with the front-edge of the choanse and with their inner ends which are
directed a little backwards, not reaching on a level with the nüddle of the choanae.
CTi-eatest posterior breadth of head about equal to ^ü of its length. C'anthus rostralis
indistinct. Snout rounded vory little projecting much longer than the orbit. Loreal
region concave. Nostril about equally distant from eye and tip of snout. Interorbi-
tal space nearly twice as broad as upper eyelid. Tympanum distinct, its diameter
about one half the diameter of the eye. Fingers pointed, long, second longer than
first, fourth longer than second, third much the longest. Toes very long and slender,
pointed, not webbed, the web being confined to the metatarsals. Distance from tarsal
Joint to tip of longest toe equal to the distance from snout to vent. A rather small
metatarsal tubercle. Length of tibia equal to Vs of the length of the foot from the
tarsal Joint, and about equal to the fore limb; tibio-tarsal articulation reaching far
beyond the snout. Skin smooth, dark brownish grey above. A black band from
nostril over eye and tympanum to forelimb; another irregulär band from axilla to
groin. Flanks grey, some dark spots across forearm and tibia. Under parts white
almost unspotted but lips dark brown.
One specimen from the jNIeru mountain 3,000 m. above the sea, caught the 21t
of Dec. 1905.
Rana fuscigula Dum. & Bier.
Baria fuscigula Dum. & Bibr. Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 50.
6 specimens from Meru rain-forest 3,000 m. above the sea level, "/i3 — ^Via 1905.
— 1 specimen from the same locality although caught higher up, between 3,500 and
4,000 m.
All these specimens are young and thus not so easil}' recognized, but I have
liad the pleasure of Consulting D:r G. A. Boulenger about them and he has kindly
told me that they are to be regarded as representatives of Rana fiiscigula. The web
on the hind feet is rather deeply emarginate. The lower side of some specimens is
spotted, marmorated with dark all over, while in some others it is unspotted with the
exception of the lower jaw.
22 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 4.
This species is not recorded by Tornier from German East Africa ^ but by
BoiTLENGER from Northern Nyassa land.^
Raiia aiigolensis Bocage.
Rana angolensis Bocage. Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 50.
A great number (59) of young frogs and tadpoles from a rivulet witli a pond
having a Vegetation of Nymphcea, Potamogeton etc., the Kibonoto steppe, "Vo 1905.
Some tadpoles and 6 young frogs, Kibonoto, Dec. 1905.
The young frogs have aquired the characteristic spots on the back already
before they have lost the last stump of the tail. The tadpoles have on their tails
large round spots of a brownish black colour on light ground.
Two young but fully metamorphosed frogs from the upper rain-forest ('Regen-
wald») of the Meru mountain, 3,000 — 3,500 m. caught the "°/i 1906 belong to this
species but I am uncertain concerning some tadpoles from the same locality as they
are not coloured as those mentioned above from Kibonoto.
1 young frog and some tadpoles from a rivulet, tributary to the river Sanya,
Kibonoto, 'V^ 1606.
1 large specimen from Fugga river, Kibonoto, Wt 1905. This specimen was caught
with a net while it was sitting on the bottom in a depth of ^h m. and the water
Avas cold as in a spring. In consequence of its age and size, about 9 cm. from snout
to vent, the colour pattern of this specimen is less defined and it looks almost uni-
formly brown above with indistinct light marmoration, especially on the sides.
This frog has been coUected at Kilimandjaro before, even above the forest re-
gion by Volkens.
IJana oxyrJiyuclia (Sundevall) Smith.
Ba7ia oxyrhynchus (Sunde v.) Smith. Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 51.
2 specimens from Fngga river, Kilimandjaro, Kibonoto, '', n 1905. — 1 specimen
caught near the Natron lakes, Kilimandjaro stejipe, '^/i 1905. — 3 specimens from
a rivulet with clear water and a pond with Nymphcea, Potamogeton and other Vegeta-
tion, the Kibonoto steppe "V» 1905. — 6 specimens from Kibonoto '^/•j 1905. — 2
specimens from Kibonoto, May 1906. -- 1 specimen from Ngare na nyuki, Meru steppe.
— 1 specimen from the IMkulumusi caves near Tanga, July 1905.
Kaiia inascarenlensis Dum. & Bibr.
Rana mascareniensis Dum. & Bibr. Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 52.
1 specimen "/s Kibonoto. — 3 specimens from the shores of the Natron lakes,
Kilimandjaro steppe " ? 1905. — Twenty specimens from a rivulet with clear water
and a pond with Nymphcea, Potamogeton and other Vegetation, the Kibonoto steppe
1 Thierwelt Ost-Afrika!< & Arch. Xaturgescli. .Talir«-. 63. Üd. I.
ä Proc. Zool. Soe. 1897 p. 801.
LÖNNBERG, REPTILIA AND BATRACHIA. Ö3
^Vo 1905. — 1 specimen Dec. 1905, Kibonoto. — 3 small sjiecimens V» 1905, Kibo-
noto. — 1 specimen June 1905, jMonibo, Usambara. — 1 specimen from a rivulet,
tributary to the river Sanya, Kibonoto, -V2 1906.
Concerning tliis frog Sjöstedt has communicated from his diary the following.
»This is the most common frog of the district and is especiall}^ incredibly numerous
on the low hinds round the Natron lakes between KiHmandjaro and IMeru and at the
rivers and rivulets there. They sit often in the grass on land some way off from
the water and take very long leaps. Vary quickly it makes a long jump out from
the grass and dives down again in the same but as a rule it does not stay but con-
tinues its jumping fnrther aw'ay to seek shelter and safety. If it is near the water
it takes some long leaps and disappears like an arrow in the same. In some places
they are literally swarming and form tlie main food of many of the birds frequent-
ing these lakes in great numbers. »
Pliryiiobatr.iclnis iiatalensis (Smith).
Ph)\i/)iohatrachi(s natalensis (Smith). Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 112.
84 specimens from a rivulet with clear water and a pond with Nymphcea, Pota-
mogeton and other Vegetation, the Kibonoto steppe "'/» 1905.
9 of these specimens had a light dorsal stripe which was either broad and brown-
ish or narrow' and whitish. Otherwise they were similar to the other specimens.
1 specimen from Ngare na nyuki. — 1 specimen from Kibonoto ''/» 1905. —
3 specimens caught near the Natron lakes ^'•'/i 1905. — 1 specimen from Kibonoto,
May 1906. — 4 specimens from the ^Ikulumusi caves near Tanga, July 1906.
Plu-yiiobatrac'lius acridoides (Cope).
Phrynobatrachiis acridoides (Cope). Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 113.
1 specimen from Mombo, June 1906.
Pliryiiobatraelius ranoidos Boulenger.
Phrynobatrachus ranoides Boulenger. Proc. Zool. Soc. 1894 p. 644.
1 specimen from Kibonoto.
This species was originally described from Pietermaritzburg, Natal 1894.
The second tarsal tubercle imder the heel is veiy characteristic for this species.
Artlirolei»tis miinitiis Boulenger.
Arthroleptis minutus Boulenger. Proc. Zool. Soc. 1895 p. 539. PI. XXX fig. 4.
5 specimens Kibonoto " « 1905.
Boulenger has kindly compared one of these specimens, which was remitted
to him with the type-specimen and confirmed the identification. These specimens have
all of them two metatarsal and a tarsal tubercle. The vertebral stripe is present in
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 4.
all, and is eitlier narrow and whitish, or broader and then pale brown. The lower
side is niore or less speckled with brown.
This species was originally established bv Boulenger 1895 on a sniall specimen
froni Western Somali-land. Its known geographical distribution has thus been exten-
ded a great deal by this find at Kibonoto.
Arthroleptis hottegi Boulenger.
Arthroleptis bottegi Boulenger. Ann. Mus. Civ. 8tor. Nat. Oenoa (2) Vol. XV p. 16
PL IV, fig 3.
9 specimens from Kibonoto, Nov. 1905.
I owe my best thanks to my friend D:r G. A. Boulenger, who has kindly
deternüned this species and compared it with the type-specimen from Somali land.
Arthrolei»tis stenodactyhis Pfeffer.
Arthroleptis slenodactylus Pfeffer. Jahrb. Hamb. wiss. Anst. Jahrg. X
Hamburg 1892 (3). p. 15, Tat". I, fig. 11.
6 specimens from Mombo, Usambara, June 1906.
These specimens agree with Pfeffer's description (1893) except that they
being well preserved, have no (through contraction in the spirit produced) dermal
folds. The black tympanic spot is as a rule extended over the eye to the snout.
The black round spots in the inguinal tract and at the Shoulder are not constant
but only present in some specimens. The sternal tract is marmorated across with
blackish. There is no conical papilla on the tongue. By this characteristic it
is distinguished from Arthroleptis whytii Boulenger 1897 * with which it agrees very
closely as well with regard to the description as to the figure.
Itaitpia inariuoruta (Rapp).
(PI. 1 fig. 5).
Rappia marmorata (Rapp). Boulenger Cat. Batr. Sal. p. 121
18 specimens from Kibonoto. — 1 specimen found sitting on a rock on the
Massai steppe and agreeing in colour with the rock, Kibonoto */» 1905. — 2 specimens
in a pond through which a rivulet with clear water ran, which emptied into the river
Sanya, the Kibonoto steppe "/v 1905. The frogs sat on the floating leaves of Nymphcea.
— 1 specimen Kibonoto Nov. 1905. — 2 specimens from a rivulet, tributary to the
river Sanya 'V2 1906.
It is extremely difficult to form any opinion as to which »species» some speci-
mens of Rappia belong. C'haracteristics derived as well from the colour as from the
dimensions of certain parts of the body appear to be very variable. This is also the
case with the specimens enumerated above, but I think, however, that they must be
l'i-oc. Znol. Soc. 1S(17, p. S(l2 PI. \\.\\ tis. 8.
LONNBERG, REPTILIA AND BATRACHIA.
25
iiamed as above tili nur knowledge of these animals has increased sufficiently to
enable a suitable and natural arrangement of the different varieties.
The present speciinens are partly uniformly coloured, partly spotted. The latter
have, as a rule, no regulär pattern for the arrangement of the light spots. In most
cases, however, the light spots have a dark centre, and as no such specimen is repre-
sented in Tornier's large series of colour-pattern of Rappice ' a figure of such a spe-
cimen is repi'esented on the accompanying plate (fig. 5).
The males have an adhesive disk.
Hiipi*iii ituiicticulata Pfeffer.
Rappia puncticulata Pfeffer. Jahrb. Hamb. wiss. Anst. Jahrg. X.
Hamburg 1892 (3) p. 31. Tat". II fig. 2.
Numerous (64) young specimens caught with an insect net swept through grass,
rushes {Scirpus etc.) round pools on the Massai steppe, Kibonoto, -^ ..i 1905. — 1 spe-
cimen -' 7 1905, Kibonoto. — 4 specimens May 1906, Kibonoto. — 1 rather large spe-
cimen May 1906, Kibonoto.
Megalixalus foniasiiiii (Bianconi).
Megalixalus fornasinii (Bjamconi). Boulenger, Cat. Batr. Sal. p. 130.
1 specimen from Mombo. June 1906.
This species is also recorded from Cameroon.
Cassiiia senegalensis (Dum. & Bibr.)
Cassina senegalensis (Dum. & Bibr.) Boulenger, Cat. Batr. Sal. p. 131.
3 specimens, Kibonoto, 'V.i 1905. — 1 specimen found under rotten and moist
banana leaves in a farm, Kibonoto, '' « 1905. — 1 specimen under a stone on the
Massai steppe, Kibonoto -'*,s 1905. — 4 specimens, Kibonoto, Nov. 1905. — 1 speci-
men from a rivulet, tributary to the river Sanya, Kibonoto, -■ ä 1906.
All these specimens are females and in all of them the vomerine teeth, are
verj' little developed but otherwise they are typical in every respect.
Hylambatt's joliiistoiii Boulenger.
Hylambales johnstoni Boulenger. Proc. Soc. 1897 p. 803. PI. XLVI.
3 specimens from Mombo, Usambara, June 1906.
This species was originally described from Northern Nyassa land.
Heniisus sudaiieiise Steindachner.
Hemisus sndanense Steindachner. Boulenger, Cat. Batr. Sal. p. 178.
1 specimen Dec. 1905, Kibonoto.
^ Die Thienvelt Ost-Afrikas; Kept. u. Ampliib
Sjösteclts Kilimamljaro-Meru Expedition. 4.
Tat". W.
26 SJÖSTEDTS KILlMANDJARO-MERll EXPEDITION. 4.
Uiito rcffuliiris Reitss.
Bi(fo regularis Reuss. Boulenger, Cat. ßatr. Sal. p. 298.
1 specimen ^7 1905 Kibonoto. — 1 specimen '7 1905 Kibonoto. — 12 speci-
mens - s 1905 Kibonoto. — 1 specimen May 1906 Kibonoto. — 3 specimens Ngare na
nyuki, Meru steppe, 1905. 1 specimen Mombo, Usambara, Jnne 1906.
»Often hiding deep nnder dry leaves. »
Concerning the habits af this toad Professor Sjöstedt has made the foUowing
communication from bis diary:
>The 26th of July 1905 T sat in the workingroom at Kibonoto (1.300 m. above
the sea). The sun had set long ago and only the screams of Gcilago crassicaudatus
and the noise from the crickets broke sometimes tlie silence of the night. Then at
once some peculiar soimds were heard which resembled the drumming on a dry tree
trunk or reiterated snorerings of a sleeping man. To begin with weaker and with in-
tervals, but soon more intense and more continuous. I got interested and wanted to
make siire whetlier, as I believed, toads produced these sounds. I lighted an acetylen
1 antern and went with some negroes, passing the Massai craal, down towards the farm.
With every step the noise became stronger, the »snoring» and > drumming» increased.
It soon became evident that the sound came from a dng up pond not far off and Ave
went there. In this great »pot- there was an ahnest ghastly concert. All aronnd its
borders, which were partly concealed by the overhanging brims, it snored, clattered,
and drummed most awfuUy hoUow. Tlie coarser and finer sounds succeeded in a cer-
tain tempo as the snoring sounds at the time of ex- or inspiration. When the light
was reflected in the pond several spotted toads were seen floating at the surface, others
embracing each other swam round or dived down in tlie muddy water. But it was,
as already mentioned, from the, by overhanging grass partly concealed, borders of the
pond that the lond music came. The lantern was directed towards this border and,
when the overhanging long grass had been put aside, the sharp light made long
rows of toads visible. They had partly or completely crawled up out of the water
and gave vent to their music most heartily. The throat was inflated to a great light
coloured vesicle in which the air seemed to work as in a bag-pipe. Without being
disturbed by the light they continued their concert clattering almost as storks. The
fore feet with the fingers spread rested on the red earth. The anterior part of the
body was elevated but the hind part often remained in the water. Yery soon one
after the other of the animals was caught in the dip-net and then put in the cistern
with spirit but the remaining did not cease to make music. — — — — — — — —
Still at 7 o'clock in the morning, thus about one hour after sunrise, some Single
croaks were heard but they too became silent by and by."
Three small specimens from Tanga ' 0 1905, and one specimen from Meru rain
forest 3,000 m. above the sea -' u 1905 have the tympanum hidden but agree other-
wise perfectly with Biifo regularis and 1 think they only represent varieties of this
species.
LÖXNBEKC. KKI'TILIA AND BATRACHIA. 27
XtMioims lipvis (Daudin).
Xenopus Icevis (Daudin). Boulenger, Cat. Batr. Sal. p. 456.
1 specimen from Kibonoto July Aug. 1905. — 6 specimens from the Natron
lakes between N. W. Kibonoto and Meru ' t 1905. »Several stages of larval develop-
ment from the Natron lakes between Kilimandjaro and Meru, '' t 1905. — 2 speci-
mens from a rivulet witli clear water and a pond with Nymphceu, Potamogeton, and
other Vegetation, the Kibonoto steppe -^ .. 1905. Yellowish beneath, especially poster-
iorly and with roundish brown spots. — 1 specimen from the river Ngare na nyuki.
Mex'u steppe 1906.
Xpno]>ii.s miielleri Peters.
Xenopus inülleri Peters. Boulenger, Cat. Batr. Sal. p. 457.
9 specimens from pools and ponds in a farm, Tanga ^ L 1905. Several larvae
probably of the same from the same locality.
28
SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MEKr EXPEDITION. 4.
List of Batracliiaiis liitlieito kiiowii froiii tlie Kiliiiiandjaro-Mern district.
Itaiiu (iihprrMi (üiühiin).
Itana merumoniana LiixNiiEm:.
Buna fvsriffiila Dum. c^- liiwi.
Itann cmf/olcnsis Bocage.
Bann o.ii/rhi/ncha (Su.xdevall) Smith.
Bana mascarcnicmis Dum. & Biük.
Buna hrarana (Peteks). '
Bhrynüliatrachm nafalcnsis (Smith).
Phrynohatrachus mnoidc» B<iui>e\geh.
1(1. Arflimlrptis tiiiiiatii^ Boulemiek.
11. Artlinilcptis boffcf/i Boulexgek.
12. Büpp'm marmorata (1!app).
ly. Bappia puncficulata Pfeffek.
14. Cassina senegalcnsis (Dum. it Bibk.)
1."). Hemisxs sudancnse Steindachxek.
](i. Biifii rcgalaris Eeüss.
17. Xenopnn l<rvis (Daudin).
Xot finind hv S.JÖSTEDT.
Explaiiatioii of Plate.
Im^'. 1
» 1
» 0.
;i. Heacl (if Gcrriwsaanis llangiihtris
intermedia seeu froiu above.
Ii. The samt' froiii sido.
Head of T)endi-a>tpis sjöf-fnUi ii. sp.
a. Bana adsperm Bir.iMX tVinii Taiiga.
Fi.y. K li. Heud of thf >-a\m\
4 a. Bana merumonfana
4 h. Head of the saim-.
') It'apjiia munnorafa
i-olouf pattciTi.
t(i >lio\\ ;i iicculiur
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 4. Reptitia and Batrachia.
PI. 1.
Axel Ekbtom delin.
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm.
Lönnberg: Reptilia and Batrachia.
5. riSHES.
BY
EINAR LÖNNBERG.
The first fishes from the fresh waters of the Kilimandjaro district were collected
by Dr. G. A. Fischer and subseqiiently in the year 1883 described by Dr. J. G. Fischer.'
They only numbered four species viz. Tilapia nilotica, Ciarias robecchi (=CI. mossaiu-
hicus Fischer nee Peters), Barbus pagenstecheri and B. neumayeri, the two last being
described as new. A few years later Günther- described four new species, Tilapia hioi-
teri, Synodontis punchilatus, Labeo montanus and Barbus jacksoni.
In the year 1896 Pfeffer' enunierated 101 species of fresh water fishes belonging
to the fauna of German Fast Africa. The foUowing year he published a new list with
the number increased to ICS.* There are, however, in these lists no direct additions to
tlie fauna of the Kilimandjaro district, although some species are recorded froni places
situated not far from the same, as for instance Barbus vincigerrai and B. jacksoni
from the Wembere steppe, B. oxyrliynchus and B. quadripnnctatus from Korogwe in
Usambara, Chiloglanis deckenii and some other silurids, and Barbus salrno from Pangani
river.
In the year 190.3 Boulenger described '^ four new species of5ar6?<.s from Kilimand-
jaro viz. B. percirali, hnniensis, lineoniaruhitus and amphigrainma, and recorded at
the same time Discognatlius deinbeensis as new to the district, and Labeo inonfarnis and
Tilapia hunteri as refound.
Through Professor Sjöstedt's collections the ichthyological fauna of the Kilimand-
jaro-Meru district and Usambara has received some interesting additions. Eleven spe-
cies are represented (viz. 6 from Kilimandjaro-Meru and 5 from Usambara), four of
these are more or less new and one cannot be determined with certainty on account of
of the youth of tlie specimens. Of the 6 species from Kilimandjaro-Meru not less than
three species have been described from Mount Kenya viz. Discognathus hindii, Barbus
hindii and Amphilius grandis, one, Barbus percivali is known from Kilimandjaro before,
one Ciarias mossa)nbicvs is rather more widely distributed from the Wembere steppe to
Mozambique, and the sixth is new but its nearest relative Barbus macropristis has been
' Jahrcsb. Hamb. wiss Aiist. f. 1883. iraniliiiiy 1884.
- Proc. Zool. Soc. 188i).
' Die Thienvplt Ost-Afrikas, ücrlin 18!I(;.
' Arcli. f. XaturKesdiichtc. .Talir;;-. 63. üd. 1.
" Ann. Mas. Nat. Hist (7) Vi.l. XI.
SjÜKleilf.': KlIiDKlnilidrii-Mii'ii Eiiwililioii. :,. ._ 1
2 SJOSTEDTS KILlMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 5.
described from Lake Victoria. The fishes of the Kilimandjaro-JMeru district are pro-
bably not all known yet. From the notes above it will appear, that hitherto about 18
species of fish have been recorded, and of them not less than 9 belong to the genus Bar-
bus, which ha.s produced a very great quantity of different forms in Africa. It is highly
probable that many of these are restricted to a very limited area of distribution and
that a great number ought to be regarded rather as local races or geographic subspecies,
than as real species. This is, however, a very difficult question, and the problem cannot
be satisfactorily solved before a rieh material from different waters and representing
different sizes and ages has been collected. Until thi.s has been done it only remains to
describe and report lipon the additions of material which has been obtained.
The fish fauna of Usambara appears to be rather unexplored as yet. Of the five
species collected there by Professor Sjöstedt only one Barbus jacksoni from Mombo
represented a species which was known before (from Kilimandjaro and the Wembere
steppe). Three species are new and described below, the fifth would probably have
proved to be new as well, if the material had admitted a satisfactory determination.
Fam. (liaracinidcT.
Petersius taiigeiisis n. sp.
18 specimens collected in a pool on inundated groiind at Tanga, June 1905.
Depth of body about four times in total length without caudal, length of head
4^'4 (in small specimens hardly 4 times). Mouth oblique lower jaw, however, hardly
extending beyond snout. Diameter of eye 2''/4 in length of head (in small specimens
2V2). Interorbital space about equal to ^U diameter of eye. Snout shorter than eye.
Dorsal fin with 10 rays 8 of which are branched. Its height almost equal to the length
of head. Its origin is situated in about equal distance from anterior border of eye and
middle of the root of caudal. Adipose fin small and slender its height hardly equal to
^U the diameter of eye. Its distance from the rayed dorsal about 2V2 times the length
of the base of the latter. Anal with 19 rays 17 of which are branched. Pectoral not
quite as long as head, and not quite reaching the base of the ventrals, which just reach
the vent. Caudal deeply forked, outer rays twice as long as middle rays. Caudal pe-
duncle about P/2 times as long as high. Lateral line with 36 scales. 6V2 scales be-
tween lateral line and origin of dorsal 2V2 between lateral line and base of ventral.
Silvery, probably with the back light olivaceous or greenish in life. A darker
silvery band along the side above the lateral line separates the less shiny lower parts
from the olivaceous back. Total length with caudal in the longest specimen 57 mm.
The only other species of Petersius from East Africa P. conserialis is easily distin-
guished from this one by it smaller eye (3V2 times in length of head), longer anal (21
rays) smaller number of scales in the lateral line (33), greater height of body (only 2"/3
times in total length) etc.
In general appearance P. tangensis may be most similar to P. modestus Boulen-
GER from Congo, Lake Leopold, but the former has a longer caudal peduncle. The lat-
LONNBERG, FISHES. 3
ter has a greater number of anal rays (23) and of scales in the lateral line (40) and its
height is only contained SVs times in the total length. P. leopoldianus Boulenger
froni the same locality as P. 7iiodestus has a greater number of anal rays (22 — 23), a
snialler number of scales in the lateral line (30 — 31), its body has a different shape, be-
ing expanded at the base of the anal fin. The remaining four species have a greater
dcpth of body and at the same time fewer scales, except P. hiUjendorfi, from Lake Leo-
pold, which has about the same number of scales but a longer anal fin with 23 — 26 rays.
The six species of Peter sius known up to 1899 are reviewed by Boulenger in
Annales du Musee du Congo, zool. T. I Fase. 4. A seventh species P. grandios from
Southern Cameroon is described by the same author in The Annais and Magazine of
Nat. Hist. (7) Vol. 12 1903.
Fam. C.ypriiiidjv.
Discoifiiiithus hindii Boulenger.
Discognathus Hindu Boulenger Proc. Zool. Soc. 1905 vol. I, p. 62.
1 specimen from a small tributary to the river Sanya, Kilimandjaro low lands
Va 1906. — 1 specimen from the river Sanya, Kibonoto ^^'2 1906.
This species also is described from the Kenya district »from the head- waters
of Nyiro River at an altitude of 7,000 feet». (Proc. Zool. Soc. 1905 Vol. 1, p. 62.) A
Synopsis of the other 6 african species of this genus has been communicated by Bou-
lenger in Proc. Zool. Soc. 1903 II p. 331.
This genus is not recorded by Pfeffer in »Die Thierwelt Ost-Af rikas » .
Barbus luacroprisiis menieusis n. subsp.?
9 specimens from the river Ngare na nyuki, coming from the INleru mountain,
" .0 1905. D. III, 7, S. III, 5, L. lat. 36—38.
Depth of body 3-/3 to about 4 times; length of head about 4 times in total length
Avithout caudal. Snout and diameter of eye subequal about 3^4 to 4 times in head;
interorbital wddth 2V2 times in head. Anterior barbel about as long as V2 diameter
of eye, posterior about equal to diameter of eye. Last simple ray of dorsal not quite
as long as head, rather strongly serrated behind along its outer two thirds. Ventrals
situated in advance of dorsal. Depth of caudal peduncle about */? of its length. 7 sca-
les between lateral line and origin of dorsal, 3 between lateral Une and ventrals. Silvery
with a dark band along the side above the lateral line, a black spot at the base of the
caudal, lateral line blackish. Largest specimen 75 mm.
This fish is no doubt very closely allied to Barbus macropristis Boulenger from
Lake Victoria and perhaps only a local variety of the same. The latter species has the
»last simple ray very strong, bony, strongly serrated behind, nearly as, long as or a little
longer than head», and no markings. The differences may perhaps be due to different
age as Boulenger's specimens were a little larger, (128 mm.), or the specimens from
the small waters of the Meru may always remain in a juvenile stage compared with those
of the great lake.
4 SJOSTKDTS KIHiMANDJAHü-MERU EXPEDITION. 5.
BiirJdis percivali Boulenger.
Barhus Percivali, Boulengee Ann. & Mag. Nat. Hist., (7), vol. XI 1903 p. 52.
6 specimens from the river Sanya, Kibonoto, ^V? 1905.
Boulenger has deseribed this species »from the Nairobo River, Kilimandjaro
6,500 feet .^ The five smaller specimens of this collection agree entirely with the ori-
ginal description. The sixth which is a little larger than Boulenger' s types, and mea-
sures 89 mm. has a little different proportions. The description of the species may thus
be somewhat widened with the following addition: Depth of body equal to length of
head 37-- to 4 times in total length. Posterior barbel P/s to nearly 2 diameters of eye.
Professor Sjöstedt has communicated about the habitat of this fish the following
notes: >The specimens were caught in a small tributary to the river Sanya. In the
clear and cold water of this shallow river, w hich was slowly running over stony ground,
this fish lived in small schools swimming near the bottom and looking like roaches. The
river runs from the mountain towards the steppe and is surrounded by woods. »
liarhiis Jacksolli (4ünther.
JJarbu.s Jack.sutti Günther Proc. Zool. Soc. 18!S!.) p. 72.
3 specimens from Mombo River, June 1906. Caught with hook and linc with flies
used for bait. D. III, 7. A. III, 5. L. lat. 37.
Depth of body about SVa times in total length without caudal. Length of head
4 to 4V5 times in total length without caudal. Snout a little shorter than eye which is
contained about 3V2 times in length of head. Interorbital width about 2^2 times in
length of head. Anterior barbel a little shorter than eye, posterior about P/a times
as long as eye. Tliird simple dorsal ray strongly ossified, not serrated, longer than
head, second not much more than Va of the length of the third. Origin of dorsal behind
base of ventrals. Free edge of dorsal emarginate. Longest anal ray about "/s of length
of head or a little more. Pectoral not reaching ventral. Depth of caudal peduncle
contained from P/* to nearly 2 times in its length ö'/i scales from lateral line to origin
of dorsal and 3V2 scales to base of ventral.
Silvery, olive above, 3 dark spots on the side, the first above the 7:th, the second
above the 15:th or 16:th scale, and the third at the base of the caudal.
Largest specimen 116 mm.
This fish agrees with B. jacksoni according to the original description' except that
Günther says the origin of the dorsal fin is opposite to the root of the ventral . If
this is to be taken literally, the fish from Mombo differs in having the origin of the dor-
sal behind the vertical through the base of the ventrals. The posterior barbel is also
longer in the fish from Mombo, but I do not think that these small differences are of
specific value. This fish was common in Mombo river.
■ Ann. MiiR. Xat. Ilist. (7) XI. 1903.
- Proc. Zuol. Soc. isHi).
LONNliERG, FISHES.
Hill'ltUS lliinlÜ BOULENCIER.
BarfiKs Hindu Boulenger Proc. Zool. Soc. 1ÜU2 p. 222.
3 speciniens froiii the liver Sanya, which imfortunately have been spoiled agiee
as far as can be judged from general proportions, number of rays of dorsal and anal
fins etc. with this species.* The fourtli doi'sal spine is, however, not quite so long as
the head and the barbels appear to be even shorter than in the fish l'roni Mount Kenya,
'tluis still sinaller than in its ally B. ianensis Günther.
This fish was seen in small schools swimming near the bottoni. It was caught on
hooks baited with di'agonflies.
'o~-
KaiiMis usaiubani' n. siJ.
1 speciinen from a pool on inundated ground, June 1905, Tanga. D. III 7. A.
ili 5. L. lat. 3.
Depth of body 3^/* tinies in total lengtli without caudal; length of head 4 times in
total length without caudal. Snout much shorter than eye which is contained about
3V2 tinies in length of head. Interorbital width about 2^1 7 times in length of head.
Barbels short, posterior longer, about equal to diameter of eye. Origin of dorsal equally
distant from snout and root of caudal. Last simple ray of dorsal not enlarged, not
serrated a little shorter than head; dorsal not emarginate. Ventrals situated in front
of the vertical through the origin of the dorsal. Pectoral not reaching base of ventral,
tip of ventral just reaching vent. Caudal peduncle almost twice as long as deep. 6
scales between lateral line and origin of dorsal, 3 scales between lateral line and base
of ventral. Silvery, a somewhat darker lateral streak, a black spot at the root of the
caudal, a cloudy spot at the base of anal.
Length of specimen 44 mm.
This species is apparently related to B. ainp/iiyraiiuiia Boulenger" from Nairobi
River, Kilimaiidjaro, which, however, has 35 — 36 scales in the lateral line which is black-
ish, snout and eye equal, length of head shorter than depth of body, shorter barbels,
4 scales between lateral line and ventral.
The 10 species of Barbus hitherto known from the Kilimandjaro-Meru district may
be distinguished with the aid of the following table.
I. Last simple ray of dorsal enlarged, serrated behind.
a) more than 35 scales in lateral line B. iiKicrojmslismeruensis.
b) less than 32 scales in lateral line.
1 ) about 30 scales in lat. line
*) Dorsal III, 8, Anal II G B. iicuiiiai/cri.
**) » III, 6— 7, Anal III 5 B. percivali.
2) 27 scales in lat. line. B. lumiensis.
II. Last simple ray of dorsal, enlarged but not serrated behind.
^ Coiif. Proc. L'oo 1. Soc. 1902.
- Ann. Mau. Xat. Ilist. (7) V(,l. XI.
6 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 5.
a) 37 scales in lat. line; dorsal III, 9 B. jack^oni.
b) 25—29 » » » » » III, 7 B. hindii.
III. Last simple ray of dorsal not enlarged and not serrated.
a) dorsal IV, 9, anal III, 6 B. 'pagensteclieri.
b) dorsal III, 8, anal III, 5, lat. line 30 B. lineomaculatus.
c) dorsal III, 7, anal III 5.
1) 35 — 36 scales in lat. line B. amphigramma.
2) 30 » » » » B. usambarce.
As probably several inore species of Barbvi are to be found in this district this
table is certainly not sufficient but only of preliminary use.
Farn. Siluridfe.
Clarias mossambicus Peters.
Ciarias mossambicus Peters. Reise nach Älozambique. Zool. IV Flussfische p. 32.
Taf. VI Berlin 1868.
7 specimens collected the 30th of July 1905 in the small lakes at Meru.
This species as well as Cl. robecchn Vinciguerra (=C/. micropthalmus Pfeffer)
have been recorded from German East Africa before. The latter species is recognized
by its less granulated head, smaller eyes etc.
The colour of the living specimens was very dark slaty, lighter below, the eyes
blackish brown. The small shallow lakes and stagnant pools in which they lived had
muddy bottom and brown water, and were surrounded by woods, grass and Scirpus grew
at the shores. The fishes rose to the surface emitting bubbles of air and producing a
noticeable smaeking sound.
The meat of the fish was fat like that of eel. The fishes bite readily at the hook
and were caught on a long line with hooks stretched over a small bay. They took the
bait best just after sunrise and just before sunset.
Aiiiithiliiis irrandis Botjlengeb. ,
Amphilius grandis Boulenger Proc. Zool. Soc. 1905, Vol. I p. 63
3 specimens from Kibonoto, Fugga River. Aug. 1905.
These specimens measure from 118 to 164 mm. The length of the type-specimen
was 180 mm. The species was discovered from the Chania River of Tetse, Tana System
in cold water, at an altitude of 7,000 feet» in the Kenya district. British East Africa.
When describing this species Boulenger has given a key' to the seven species of the
genus Amphilius. Two more of the same have been found in East Africa viz. A. pla-
tychir Günther from the region between Lake Tanganyika and Lake Nyassa, and A.
uranoscopus Pfeffer" from Ushanda and Mhonda, German East Africa.
1 Proc. Zool. Soc. 1905. Vol. 1. l'ait. I.
~ Thicrwclt U.st Africas.
LONNBERG, l'ISHES. 7
The present specimens of A. grandis are light brownish, indistinctly spotted with
(larker, the spots having a tendency of becoming confluont to bands along the lateral
liiie and on the back on either side of the dorsal fin.
Fani. Cy|H'iiiO(loiitidrt>.
I'himIuIiis paliiKivisti ' n. sp.
28 specimens (mostly small) from an inundated cocoa plantation at Tanga '^/g 1905.
Upper surface of head broad and flat, its upper contour straight or even a little
concave. Body compressed at once behind the occiput.
Depth of body less than length of head, the fornier is contained from 2^/+ to 3 times,
the latter about 3Vä times in total length without caudal. Snout equal to or a little
longer than the diameter of eye, which is contained aboiit 4 times in length of head and
P/a times in interorbital width. Dorsal with 16 rays, its origin is situated in about
the same distance from the hindmargin of the eye and the middle of the base of the
caudal a little in front of the vertical through the origin of the anal; its longest rays in
the male about ^,U of the length of head. Anal with 15 rays, its origin a little behind
that of the dorsal and its rays a little shorter in the male. Anal rays beset with short
spines. Pectoral about "/s of length of head, i'eaching base of ventrals in male. Caudal
peduncle longer than deep. Lateral line 27 — 28 (3 — 4 smaller caudal scales not counted)
10 scales between ventrals and origin of dorsal.
Every scale of the male has near its posterior margin a carmine red band and
these bands are connected with each other so as to formi continuous, transversal, some-
what wavy red bands across the body in similar number as the transverse series of sca-
les. These bands are less bright just behind the head. Caudal fin bright red; anal
and dorsal fins with carmine red spots in the shape of short streaks on the rays a little
weaker on the web but connected into irregulär bands across the fins.
Female uniformly coloured, probably greenish in life, without markings. The lar-
gest male measures from tip of snout to end of caudal fin 42 mm. This Fundulus is
nearly related to F. güntheri Pfeffer but the latter has a greater number of scales (30 —
32) in the lateral Hne and depth of body greater than the length of head which is SVs
times in total length without caudal. The Situation of the origin of dorsal and anal
fins is also different in F. güntheri in which both begin at the same vertical. The anal
rays are longer in F. palmqiiisti, being almost equal to the depth of the body, but in F.
güntheri according to the available figures" very much less. According to the same the
caudal fin of F. güntheri is more rounded and in F. palmqiiisti more squarely truncate»
and at the same time it has no dark margin or spots in the latter species.
Of F. melanospilus Pfeffer only the female is known and it is blackspotted.
F. tceniopygus from Victoria Nyassa differs in its colour as well, and in the male not
only anal but also dorsal rays are beset with small spines.
' Named in lioiiour nt' ."\lr, (1. I'aliinp i>t. ihr iiueconas of tlic r\)ic(liti(iii.
- Pfefker: Die Fisi-lic O^f AtVilüi^ ]i. 17. Fi,ü\ lit: GOntiiki,' niid Tlaviaii:: 'Hic I''isclits ol' Zaii/iliar
i'l. XVII tis. 2.
8
S.K'i.sTEDTS KII.IMAND.IARO-MERU EXPEDITION.
Fam. (iobiidsi».
(wobius SJ1.
Among the Fundulus specimens were foimd two small specimens of Gohius, but
they are too young to be properly described and T think it therefore most siiitable only
to mention shortlv them this way.
List oi" species of fislios liithorto kiiowii tVoin tlio Kiliiiiaii(ljaio-3rorii distriot.
1. Lahro nuintaiiiiA ((if'XTHEnl.
2. JliKiofiiuit/iti (If)ii]/('r>i!<is IiiiiT'Ei..
:1. :» hl Ulla BriULENUElt.
t. T!<nli/i>i iiiarroprhfis mcrucni>ls L(i\M!Eiin.
f). - jiciimai/cri J. G. Fischer.
ü. prrciraU Boulesger.
7. /nwirnais Boulexger.
8. V hindii Bnin, enger.
9. - jackSOIli (ÜNTIIER.
10. llitrhii>i jidtiriislcilirfi .1. (i. Fis( iiKi;.
11. » lil/COllKKIlllltllS lidVl.EXGET:.
12. » (implihirdmtH'i Bih'i.exger.
18. t'lariufi tiiOfi:<iniihi(ii!^ I'eters.
14. rohrcrhi YixcMiUEitR'A.
IT). AmphUhis graudiA Boueexger.
1(). S)inn(lontls jiiiiictitlains (JCnther.
17. TUainii iiihit'icd (IIasseeijvist).
!,-!. hdlllfri (il'XTHER.
6. Mollusca
von
ADOLF D'AILLY.
Mit 1 Tafel.
Das von der Kilimandjaro-JMeru-Expedition des Herrn Prof. Dr. Yngve Sjöstedt heim-
gebrachte Molluskenmaterial, das über 3,800 Ex. zählt, umfasst 52 Arten, von denen
nicht weniger als 27 sich für die Wissenschaft als neu erwiesen haben.
Vom Kilimandjaro sind, soweit ich habe finden können, bisher 33 Arten bekannt
gewesen, zu denen nun 24, davon 2 aus anderen Gegenden bekannte und 17 neue nebst
5 nur zur Gattung bestimmten Arten, die jedoch wahrscheinlich alle neu sind, kommen.
Die Kenntnis der interessanten Fauna dieses Berges ist also durch vorliegende Samm-
lungen in einem hohen Grade erweitert worden. Vom Meru-Berg, dessen Molluskenfauna
bisher vollständig ununtersucht war, sind 23 Arten heimgebracht worden, von denen nur
8 aus anderen Teilen Ost-Afrikas bekannt waren, und somit 15 für die Wissenschaft neu
sind. Ausserdem sind auf der Reise durch üsambara 12 Arten, von denen 6, darunter
3 neue, von den eigentümlichen Mkulumusi-Höhlen stammen, erbeutet worden.
Die von Prof. Sjöstedt auf dem Kilimandjaro durchforschten Gegenden können in
vier, ihrer Natur nach vollständig verschiedene Bezirke eingeteilt werden, und zwar in das
Steppengebiet unterhalb des Berges, 750—1,000 m., dann, in der Reihenfolge nach dem
Berggipfel zu, die Kulturzone bei einer Höhe von 1,000 ä 1,100—1,700 ä 1,900 m., den
Regenwald, 1,700 ä 1,900—2,800 ä 3,000 m. und die Bergwiesen, 2,800 ä 3,000—
4,000 m. Das hierauf folgende, über die Fanogeramengrenze gelegene Gebiet zeigte sich,
was Mollusken betrifft, steril.
Das vom Mern gesammelte Material stammt aus der Meru-Niederung, Ngare na
nyuki, und aus den zwischen etwa 3,000 bis 3,500 m. gelegenen Teilen des Regenwaldes.
Ausserdem sind während der bei zwei verschiedenen Gelegenheitea vorgenommenen Be-
steigungen des Berggipfels 3 Arten auf den alleroberslen Teilen des Berges angetroffen
worden.
Wie zu erwarten war, iial)en die Kulturzone auf dem Kilimandjaro und die auch
während der Trockenzeit stets sehr feuchten Regenwälder auf den beiden Bergen die
Sjöstcdfs KiUmandjaro-Meru Expedition. '>, l
2 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKEU JiXPEDITIOX. (j.
reichste Ausbeute gegeben. In der Kulturzone sind nämlich 15 und in den Regen-
wäldern 20 Arten gesammelt worden, während die Niederung 10 und die Bergwiesen 9
Arten gebracht haben.
Eine nähere Kenntnis von der Ausbreitung der gefundenen Arten in den von der
Expedition untersuchten Gegenden gibt die am Schlüsse dieses Aufsatzes gelieferte Zu-
sammenstellung.
Das heimgebrachte, ausserordentlich gut konservierte Material muss als erstklassig
bezeichnet werden, indem sämtliche Exemplare, mit ganz wenigen Ausnahmen, in leben-
dem Zustand gesammelt und in Alkohol konserviert worden sind, und hat Herr Professor
Sjöstedt hiermit wiederum eine Probe seiner hervorragenden Fähigkeit als wissenschaft-
licher Sammler geliefert. Für seine Freundlichkeit, mir die Bearbeitung dieses wertvollen
Materials anvertrauen zu wollen, bin ich ihm sehr dankbar und muss nur bedauern, dass
Mangel an Zeit und an genügendem Vergleichungsmaterial, sowie teilweise auch an Lite-
ratur mir nicht gestaltet hat, dasselbe so eingehend zu behandeln, wie ich es gewünscht
hätte. Es wäre mir sehr lieb, wenn ich Gelegenheit finden könnte, behufs einer näheren
Untersuchung desselben, besonders in Bezug auf die Weichteile, auf dasselbe zurück-
zukommen.
Des Raummangels wegen habe ich mich bei den Literaturhinweisungen auf die
Angabe der wichtigsten Arbeiten beschränken müssen, und da ich nur eine Tafel zu
meiner Verfügung hatte, habe ich leider nur Abbildungen von wenig Arten bringen können.
Gleichzeitig benutze ich die Gelegenheit, dem Herrn Professor Dr. Thiele am Museum
für Naturkunde zu Berlin für seine Liebenswürdigkeit, mir durch das hiesige Museum
verschiedene ost afrikanische Arten, das einzige mir zugängliche Vergleichungsmaterial, leih-
weise zur Verfügung zu stellen, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.
Cyclostoraa Letourneuxi Bourguignat.
Rochebriima Letourneuxi Ancey in litt.; — Bourguignat, Bull. Soc. Mal. France,
IV, 1887, p. 270; Cyclostoma Letourneuxi Bourguignat, Moll, de l'Afr. cquat., 1889,
p. 152; — V. Marxens, Beschalte Weichtiere, p. 4, Taf. II, Fig. 5, in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897.
Usamhara: in den "Mkulumusi"-Höhlen, unweit Tanga; Mombo. 4 Ex.
Das einzige, aus Mombo stammende, in lebendem Zustand gesammelte Exemplar,
das aber nicht seine vollständige Entwickelung erreicht liat, ist auf der letzten Windung
nicht allein mit graulichen Ouerstreifen, sondern auch über die Peripherie mit einem
dunkelbraunen Spiralband geschmückt, das bei den von v. Martens beschriebenen quer-
gestreiften Individuen dieser Art fehlt. Bei den anderen, die zwei Spiralbänder haben,
ist die radiale Färbung nur schwach angedeutet.
In der von Bourguignat gegebenen Diagnose von L'ochehrunia Letourneuxi (1. c.)
finden sich die Worte: "peristomate continuo aut subcontinuo, recto, acuto, nunquam in--
crassato aut expanso"; die von ihm I)eschriebenen, nur 10 mm. in der Höhe messenden
Exemplare haben jedoch offenbar ihre normale Grösse noch nicht erreicht.
l) AII.I.V, JloI.l.UWl'A.
Cjcloplioriis ((.'yclophoropsis) kibonototMisis u. sp.
Testa depress^e globoso-tiirbinala, modice aperte uml)ilical;i, solida, apice papillato,
lan'igato, sa^pissime sulurate rosaceo vel carneo, inlerduin albesceiite, ceterum superne
regnlariter deinde irregulariter crebre plicato-coslata, epidermide rufo- vel olivaceo-brunnea
in costulis lestae ipsius membranaceo-lamellicoslata induta. Anfr. 472 — 5, sutura im-
pressa inter Ultimos profnndiore discreli, priimim regnlariter deinde celeriter accrescentes,
convexi, ullimus teres, circa umbilicuni leviter planatus, aperturam versus sub periphe-
riani antepenultimi sensim descendens; apertura parum obliqua, circularis, peristomale
conlinuo, breviter afiixo, superne leviter angulaüm produclo, margine externo et basal!
reclis, coluniellari leviter expanso, intus lactea fauce lulescente, ssepe anguste fusco-limbata.
Speeimen maximum: alt. 19 Ve, diam. maj. 2V/2, min. 18; apert. alt. 12, lat.
IOV2 mm.
Operculum sat immersnm, concavatum, mullispiralum, striis plicatis, curvatis, e nu-
cleo centrali oblique radianlibus densissime sculptum, succineum, superficie interna satu-
ratiore nitida, medio papillata.
Aniraal pallidum.
Specimina 180 vidi, omnia viventia in KilhHdudjaro, Kibonoto, ad altitudinem
1,300—1,900 m. in silvis regionis cultivatse, plurima inter folia ])utrescen(ia, mensibus
Aprilis, Maji, Julii et Septembris collecla.
Durch freundliches Entgegenkommen des Äluseums lijr Naturkunde zu Berlin hatte
ich Gelegenheit zur Vergleichung der hier beschriebenen Art mit Exemplaren von C. inter-
medins v. Marxens und C. Waldbergi (Benson). In seiner Form scheint er sehr C.
mtermedius zu gleichen, unterscheidet sich aber von ilim vollständig durch die stark
ausgeprägte, eigentümliche Skulptur, die aus schmalen, faltigen, radiierenden, schrägen
Rippen besteht, über welche die Epidermis zn dünnen und spröden, wo sie vollständig
erhalten sind, kugelig nach hinten gebogenen Lamellen aufgetrieben ist, die zwar bei
grossen Exemplaren zuweilen durch Abnutzung mehr weniger verschwunden sind, ohne
dass deshalb die Schale selbst entblösst ist, die aber bei C. intermedius vollständig zu
fehlen scheinen, welche Art überdies spirale Farbenbänder hat, die bei der hier erwähn-
ten Art vollständig fehlen. Von C. Hüdehrandti v. Martens, über dessen Epidermis-
skulptur von v. Martens nichts angegeben ist, der aber nach Dautzenberg eine eigen-
tümliche lamellöse Epidermis haben soll, infolge welcher er für diese Art die Sektion
Cijdophoropsis gel;)ildet hat, weicht er durch seine bedeutend geringere Grösse, besonders
was die Breite im Verhältnis zur Höhe betrifft, ab. Ein anderer Unterschied dürfte auch
nocli vorhanden sein, nämlich in Bezug auf den Nabel, der für C. Hüdehrandti als '/* des
Durchmessers einnehmend und somit als etwas weiter als bei C. intermedius angegeben
ist, welcher hierin vollständig mit der hier beschriebenen Art übereinstimmt. Von C. WaJd-
Ixrjii weicht er durch die mehr oder weniger schnellere Zunahme der Windungen, die
höhere Schale, den von der letzten Windung mehr eingeschränkten Nabel und zuletzt
durch deutlichere und spärlichere Hautrippen ab.
4 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. I).
Bei einigen Exemplaren ist die letzte Windung unter der Naht etwas aufgetrieben
und darunter ein wenig eingebuchtet. Die rosenrote, nach der Spitze zu immer stärkere
Farbe kommt öfter bei ausgewachsenen Exemplaren vor. In Alkohol erscheinen die
Rippen dunkler, und da die Fläche zwischen ihnen oft mehr oder weniger mit Erde be-
deckt und der Nabel vollständig damit gefüllt ist, erscheinen solche Exemplare beinahe
schwarzbraun. Der Deckel zählt bis zu H Spiraldrehungen und ist mit bogenförmigen,
wirbelähnlichen vom nucleus ausgehenden feinen Streifen skulptiert; die untere Seite hat
einen dunkleren, gelatinefarbigen, firnisglänzenden, im Kern papillenförmig erhabenen Beleg.
Edentulina obesa (Gibbons).
Buliminiis ohesus Gibbons. Taylor, Shells east coast Afr., in Quarterly Journ. of
Conchol. I, 1877, p. 255, PI. II, Fig. 3. — Ennea (Edentulina) obesa v. Martens, Be-
schalte Weichthiere, p. II u. 13, in D.-Ost-Afr. B. IV, 1897.
TJsambara: in den ■'Mkulunuisi"-Höhlen, unweit Tanga; ein einziges Exemplar.
Da ich nur ein einziges Exemplar zu meiner Verfügung habe und ich mir das nötige
Vergleichungsmaterial nicht verschaffen konnte, habe ich dasselbe nur mit grossem Zögern
als E. obesa (Gibbons) identifiziert.
Das fragliche Exemplar bietet nämlich verschiedene Abweichungen von den von
v. Marxens in der vergleichenden Übersicht über die ostafrikanische Edentulhia-Gvuppe
gegebenen Kennzeichen von E. obesa dar (1. c. p. 11).
Dasselbe ist z. B. kaum nach oben stärker zugespitzt, als E. Grandidieri Bourguignat
(Moll, de l'Afr. equat., 1889, p. 142, PI. Vll, Fig. 8, 9) nach der gegebenen Figur sein
dürfte; ferner bat es keinesw^egs eine krenelierle, bandförmige, sondern eine eingedrückte
marginierle Naht und die Schale zeigt ausser einer Wachstumsskulptur mit hier und da
einigen schwachen, unregelmässigen Falten nur unter ziemlich starker Vergrösserung eine
regelmässige und sehr dichte rippenförmige, schräge Streifung, die in der Nahteindrückung
etwas mehr accentuiert ist und die, ausser möglicherweise unmittelbar unter der Sutur,
in der letzten Windung vollständig verschwindet, sowie ausserdem eine, soweit ich finden
kann, nirgends erwähnte äusserst feine, mikroskopisch nur bei günstiger Beleuchtung
sichtbare Spiralstreifung und endlich eine ausserordentlich feine, hammerschlag- oder chagrin-
ähnliche Skulptur. Der nach oben nur äusserst schwach bogenförmig vorgezogene und
nach unten rückwärts gerichtete äussere Rand der Mündung, die weniger konvexen
Windungen, die, wenn man die Schnecke von der Seite betrachtet, gleichförmiger geboge-
nen Begrenzungslinien, die an der Älündung weniger stark aufsteigende letzte Windung
und die horizontalere Älündungswand bilden v^^ieder Charaktere, die eine Assimilierung mit
E. Grandidieri unmöglich zu machen scheinen. Die Länge der letzteren scheint übrigens,
der Figur nach zu urteilen, die in Bezug auf den Diameter mit den Massen der Diagnose
übereinstimmt, infolge eines Schreilifehlers statt auf 28 mm. auf 18 angegeben zu sein.
Die Schale ist milchweiss, beinahe opak und hat eine Länge von 227- und einen Dia-
meter von 10 V2 mm., die Mündung hat eine Höhe von 9 und eine Breite von 772 mm.
E. Zangueharica Morelet (Journ. de Conch. Vol. 37, 1889, p. 10, PI. I, Fig. 7, 7a)
D ÄILLY, MULLÜSCA. O
werden vom Verfasser folgende Kennzeiclien beigelegt : Ein sehr schmaler Rand umsäumt
die Naht des letzten Umgangs. Sie ist von einem punktförmigen Nabel durchbohrt" und
■'die Schale ist ziemlich dünn, vollständig glatt, glänzend, gleichförmig hornfarbig". Keiner
dieser Charaktere ist bei der mir vorliegenden Schnecke zu finden. Dieselbe, die eine
mit verschiedenerlei Skulptur ausgerüstete, ziemlich feste und, mit Ausnahme des Apex,
nur schwach glänzende, milchweisse Schale besitzt, hat eine bis zum apex hinauf margi-
nierte Naht und ihr Nabel besieht aus einer deutlichen und liefen, ziemlich runden
Perforation.
Edenfidina oledceu Flilton (Journ. of Malacology, 1903, Vol. 10; p. 99, t. 9, fig. 9),
die ebenfalls ein naher Verwandter sein dürfte, ist jedoch durch ihre stark konvexen
Windungen und die nur zwischen den letzten Windungen marginierte Naht deutlich unter-
schieden. E. Zanguebarka wird von v. Marxens und E. Grandidieri von E. A. Smith
als Synonyme von E. ohesa betrachtet, die gegebenen Beschreibungen und Figuren
scheinen aber eine solche Betrachtungsweise nicht zu unterstützen, und ich wage gleich-
wolil zu argwöhnen, dass E. bidimiformis GRANomiER (Bull. Soc. aial. de France, 4, 1887,
p. 188), die von v. Martens zu einer Varietät von E. ohesa gemacht wird, E. Grandidieri
unterzuordnen sei. Nur ein genaues Studium der Typenexemplare der hier erwähnten
Arten dürfte jedoch über die gegenseitige Verwandtschaft Klarheit bringen können.
Edentuliiia luontium n. sp.
Taf. 1, Fig. 1, 2.
Testa plus minusve obtecte rimato-perforata, cylindrico-ovata vel obsolete obovata,
tenuis, diaphana, nitida, distanter varicosa, sub epidermide olivaceo- vel virescente-grisea,
strigis raris incrementialibus saturatioribus notata, albida; anfr. 7, embryonales laevigati
cum sequentibus conulum obtusum constituentes, ceteri distanter varicosi ubique regula-
riter oblique costulato-plicali, plicis aperturam versus et infra suluram impressam, an-
gustissime pellucido-marginalam fortioribus, suturam ipsam subtilissime crenulantibus,
ceterum plus minusve evanescentibus, sub lente vix conspicue densissime spiraliter striati,
antepenultimus et ultimus basin versus attenuati, ultimus antice leviter ascendens; aper-
tura truncato-ovalis, subverticalis, peristomate retrorsum anguste involuto, limbum cylind-
ratum formante, marginibus callo parietali dilatato, tenui junctis; columella margine tri-
angulatim dilatato in plicam validam, callo-marginalam, oblique intrantem compressa.
Long. 8V2 — 107- diam. 4— 4Y- mm.
Animal osseo-albidum, pallio in anfractibus medianis viride translucente.
Specimina mensibus Januarii et Februarii collecta aperturam membrana tenui sat
firma, sulco margini parallelo sculpta clausam habent.
Specimina 11, omnia viventia mensibus üecembris — Februarii collecta et in alcoh.
servata, perlustravi, quorum 6 in Kilinuindjaro, Kiboscho, in pratis montanis in alti-
tudine 3,000 — 4,000 m., et ö in Meru ad allitudinem 3,000 ni. in silva pluviosa summa
capta.
fi SJÖSTEDTS KII,I5IASD,TAK0-MERr KXPKUITION. C.
Eiinea (Gulella) nieruensis n. sp.
Taf. 1, Fig. 3— (i.
Testa arcuatim clauso-rimata, cylindrico-ovata, solidiuscula, cereo-albida, vix cereo-
nitidula; anfr. 8V2, primi tevigati, snb lente vix conspicue spiraliter striolati, cum sequen-
tibus conulum obtusum forniantes, ceteri regulariter accrescentes costulis obliquir< »qui-
distantibus, suturam impressam dentioulato-marginaiitibus eleganter ornati, ubique striis
perpendicularibus aut leviter ad sinistram abeunübus, oculo nudo haud conspicuis, den-
sissime sculpti, antepenultimus et ultimus basin versus altenuati, ullimus basi rotundata
cristam nee formante leviter recedens, ad aperturain constrictus leviterque ascendens; aper-
tura rofundato-subtrigona, supra verticalis, infra recedens, 3-plicata, peristomate sat late
reflexo, intus remote albido-incrassato. marginibus callositate parietali dilatata tenuissima
vix conspicua junctis; lamina parietalis valida, curvata, margine rotundata, ad dextram
concava, superne in callo filiformi, plus minusve evanescente saepeque tuberculatim termi-
nante prope ad insertionem marginis externi conlinuata; niargo externus denfe valido e
callositate peristomatis prominente, scrobiculum externum indistinctum efficienle munitus;
columella ipsa in fauce in plicam callo-marginatam, medio angulatim protractara compressa.
Long. IOV2 — 14-; diam. 5 — b'^/s mm.
Animal osseo-albidum.
Testa juniora cylindrico-pervio-umbilicata, peripheria distincte angulata, subtus la?vi-
gata, costulis paululum infra angulum continuatis deinde evanescentibus.
Apertura testaj speciminorum diebus ultimis mensis Februarii collectorum membrana
tenui at firma, sulco mediane sculpta, subter laminam parietalem et denfem marginis
externi posita, clausa.
Specimina 44, quorum 39 in alcoh. servala, vidi, in Mcrn ad altitudinem 3,000 —
3,500 m., in silva pluviosa summa inter folia putrescentia mensibus Decembris —
Februarii collecta.
Eiinea (tiulella) coarctata n. sp.
Taf. 1, Fig. 7—9.
Testa rimato-perforata. obovata vel cylindraceo-oi»ovata, tenuis, diaphana, nitidula,
cereo-albida; anfr. 6^/2 — 77^, primi fortiter convexi, conulum obtusum, subgradatum for-
niantes, ceteri convexiusculi; embryonales kevigali, proximi levissime plicato-striali, striis
infra suturam fortioribus, ceteri hTevigati, ullimus aperturam basinque versus subcostulato-
striatus sub lente vix conspicue spiraliter striatus, basi atlenualus, in cristam latam scro-
biculo bipartitam compressus et ad marginem externum profunde uniscrobiculatus; sutura
impressa, pellucido-marginata, crebre serrato-denticulata ; apertura subtetragono-rotundata,
infra recedens, peristomate late expanso et anguste retlexo, marginibus callo parietali
tenui, dilatato junctis, plicis dentibusque in fauce ipsa coarctata: pariete lamina
valida, sigmeoideo-flexuosa, intrante, superne cum margine juiicta et lubcrculo plus minusve
elongato vel elevato inter laminam et columellam instructo; margine externo dentibus
duobus inter se valde approximatis remote instructo, superiore minuto tuberculiformi,
D AlLLY, MOLLUSCA. 7
inferiore valicio, obtuso, callum llliformein ba^in versus, dente sat acuminato niunitam,
emitteiite, margine columellari edenlulo, columella ipsa in fauce plicis duabus validis
approxiinaüs subhorizontalibus callo-marginatis, supci'iore majore, inslructa.
Long. 373—47"; diam. circiter 2 mm.
Animal osseo-albidum.
Specimina 3 vidi, quoruni 2 in Ment in silva pluviosa summa ad altiludinem
3,000 — 3,500 rn., el 1 in Kilimandjaro, Kibonolo, inter folia putrescentia, omnia vi-
vonliii, inensibus Janiiarii, Februarii el Septembris capta.
Sfroptaxis enncoide.s v. Marxens.
Monatsberichte d. Akad. d. Wissenscli. in Berlin, 1878, ]). 295, Taf. 2, Fig. 5, 6;
— Beschalte Weichthiere, p. 31, Tafel 11, Fig. 29, in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897.
Kilimandjaro: Kibonolo, Kullurzone auf 1,300 — 1,900 m. Höhe, im Juli bis Sept.
und im Regenwald bei 2,000 — 2,500 m. im Jan. 16 Ex., alle lebend gesammelt, die
meisten under vermoderten Blättern.
Die Dimensionen dieser Schneckenart sind, wie bei allen dieser Galtung angehörigen,
sehr schwankend. Die Schale misst von 14 — 17 72 mm. Länge und die vorletzte Windung
hat eine Breite von 9 72 — 11 mm. Die Rippenskulptur, die auf der abgeplatteten Partie
über der Mündung vollständig fehlt, wird auch auf der letzten Windung, besonders in
deren Mitlelpartie, oft vollständig verwischt.
Das Tier ist ausser am Fusse, der dunkel braungrau oder dunkelgrau ist, creme-
farbig. Zuweilen zeigt der untere Teil des Mantels eine schwach rosa Färbung.
Ein ausgewachsenes Exemplar hatte die Mündung von einem dünnen, kalkartigen
Deckel bedeckt, der in der Mitte mit einer krummgebogenen Furche und im Winkel an
der Insertion des Aussenrandes mit einer durchbohrten Erhöhung, die beinahe wie eine
Röhre aussah, versehen war, was jedoch vielleicht ein Zufall sein kann.
Helicariou merucusis n. sp.
Testa depressa, sublus rotundata, solidiuscula, irregulariter radiatim curvato-plicata,
nitida, virescente-succinea saepeque superne straminea, apice pallidiore, spira paululum pro-
iiiinula; anfr. 3, sulura adnata, lale canaliculala, rugulosa discreti; embryonales sub lente
pulcherrime spiraliler punctato-striati, ceteri circa suturam undato-rugulose spiraliter striali,
striis ceterum nisi hie illic in tergis plicarum incrementi et aperturam versus sub lenle
vix conspicuis; ullimus celeriter crescens peripheria semicirculari, superne planulalus, lenle
declivis, basi rotundalus; apertura obliqua, emarginatosubelliptica, paulum latior quam altior,
peristomale ubicjue angusle concolore membranaceo-lirabalo, marginibus callo tenuissimo
sigmoideo junctis, supero subhorizontali, medio antrorsum curvulo-producto, basali arcuato,
columellari superne pallidiore, subcalloso, elongato-triangulatim adnalo-reflexo, duplicationem
in callum parietalem sensiin transeunlem formanfe, cum basali fere angulatim juncto.
Spec. raax. diam. maj. I772, min. I272, alt. 10; apert. lat. 12, alt. II72 mm.
Specimina J9 omnia vivenlia collecta et in alcoh. servala vidi, in Meni in silva
summa pluviosa ad altiludinem 3,000 — 3,500 m., mensibus Januarii et Februarn capta.
8 S.TÖSTEDTS KlI.OrAND.TAKO MKRU EXPEDITION. 0.
Vitrina nigrocincta v. Martens.
Beschalte Weichthiere, p. 39, Taf. 111, Fig. 7, in D.-Ost-Afr., B. iV, 1897.
Meni: 1,615 Ex. vom oberen Teil des Regenwaldes und höher, 3,000 — 4,000 m.,
und 11 Ex. von den allerobersten Teilen des Berges, 4,400 m.
Küimandjaro : Kibonoto, 4 Ex. auf Blüten im oberen Teile der Regenwaldzone,
2,500 m. Zusammen 1,630 Ex., alle lebend im Juni, Febr., Aug. und Dez. eingesammelt.
Die grössten Exemplare haben eine Schale von 11 mm. im grossen Durchmesser,
8 im kleinen und eine Höhe von 6 mm.; die von v. Marxens beschriebenen Ex. dürften
deshalb nicht ausgewachsen gewesen sein.
Das Tier ist im allgemeinen verhältnismässig klein und dick, mit einem durch die
Schale sichtbaren bunten Mantel, oft mit violetter Marmorierung.
Der auf der rechten Seite des den Nacken bedeckenden vorderen Lappens des
Mantels vorkommende schwarze Streifen ist kein Artencharakter, wie v. Marxens, dem
von ihm der Art gegebenen Namen nach zu urteilen, anzunehmen scheint, denn unter
dem hier vorliegenden Massenmaterial befinden sich Individuen mit und ohne Bänder und
solche, die, mit Ausnahme der immer hell tonfarbigen Fusssohle und des Fussrandes,
durch Zusammenfliessen der Pigmenttlecke vollständig dunkelfarbig sind, und ausserdem
kommt dieser Streifen bei zwei anderen hier beschriebenen Arten vor und fehlt nur bei
einer Art, die ein beinahe vollständig dunkelfarbiges Tier hat. Dasselbe gilt auch von
dem von v. Marxens für die Art angegebenen medianen schwarzen Längsband auf dem
Rücicen des Fusses.
Der rechte, auf die Aussenseite der Schale sich lagernde Älantellappen ist bei den
vorliegenden Exemplaren nicht, wie es bei nigrocincta der AngaJie nach der Fall ist,
dreieckig, sondern, wie bei ausgewachsenen Exemplaren aller hier beschriebenen Arten,
gerundet breit zungenförmig. Die dreieckige Form dieses Mantellappens kann jedoch
darauf beruhen, dass die Exemplare nicht ausgewachsen waren (cfr. 1'. riridisplendens mh).
Infolge des hier Angeführten hal)e icli deshalb in der hier behandelten Schnecke
mit einem gewissen Zögern die obenangegebene Art zu erkennen geglaubt, die jedoch
auch auf dem Kilimandjaro im Gürtelwalde in ungefähr gleicher Höhe, wie die hier be-
findlichen Kilimandjaro-Exemplare, eingesammelt worden ist.
Titrina kiboschot'iisis n. sp.
Taf. 1, Kig. 10—13.
Testa depresse convexiuscula, tenuis, diaphana, nitida, spira albescente excepta,
epidermide succineo-cornea, unicolore induta, irregulariter leviterque crebre plicata, plicis
hie illic fortioribus; spira paululum prominula; anfr. 2Yl', sutura anguste adnata, sub-
canahculata, pellucido-marginata et sub lente subtilissime spirahter striata vcl rugulosa
leviterque plicatula discrefi, uliinius ad peripheriam rotundatus, celeriter crescens, sulcis
paucis spiralibus indistinclis interruptisque scujptus; apertura emarginato-rotundata, obliqua,
intus concolor, peristoma rectum, unicolor vel paulisper saturatius, subtus iate superne
extusque anguste membranaceo-prolongatum, marginibus callo tenuissimo pallido junctis,
1> AILIA', MOLLT?S0Ä. 9
supero substricto sensim descendente, medio inodice arcuatim producto, externo bene
rotundato, basal! levitcr arcuato, columellari subrecto paulum ad sinistram deviante albido-
incrassatulü, cum basal! angulum obtusum formanle.
Diam. maj. 9—10, min. 6^/2— ly-r, all. 5 — 6; aperl. diam. 6—7, alt. obliqua
572 — 6 mm.
Animal, in alcoh. servatum, pallide brunnemn, pallio macula magna rufa (hepar
designante?) ornata Scepissimeqne sulfureo-tincto vel -maculato; lobus cervicalis pallii ple-
rmiique maculis parvulis fuscis vel nigris ornatus, maculis ad dextrum srepissime in
lineam, usque in appendicem rotundato-lingureformem conlinualam, confluentibus; pes
laleribus sulcis obliquis parallelis sculptus foiiiterque sulcato-marginatus, sublus unicolor,
Iripartilus, parlibus lateralibus transversim fortiter sulcatis, tergo in parte testam susti-
nente triangulatim excavato ibique seepe linea mediana nigrescente notato, deinde usque
ad terminum in oarinarn obtusam rarissime nigrescentem compresso.
Specimina 46, in Kilimamljaro, Kiboscho, ad altitudinem 3,000 m. in regione
Ericinellarum pratorum montanorum plerumque inter folia Loheliae Deckenii mense
Februarii viventia coUecta, exstanl.
Vitrina ericlnelhe d. sp.
Testa depresse convexiuscula, tenuis, nitidissima, sub periostraco, in spira albido
ceterum olivaceo strigisque radiantibus saturatioribus ornato, albida, opaca, leviter plicata,
plicis incrementialibus fortioribus, sub lente vix conspicue spiraliter striata; spira per-
paulum prominula; anfr. 27-2, sutura saturatiore, anguste adnata et pellucido-marginata,
plus minusve canaliculata, spiraliter striata discreti, ultimus ad peripheriam rotundatus,
celeriter crescens, ssepissime distanter perindistincte spiraliter sulcatus et lineis saturati-
oribus spiralibus interdura notatus; apertura emarginato-ovata, obliqua, intus cseruleo-alba;
peristoma rectum saturatius, subtus late, ceterum anguste membranaceo-prolongatum, mar-
ginibus callo distincto pallido, saspe fusco-marginato junctis, supero substricto, declivi, in
medio leviter arcuatim producto, externo bene curvato, basali modice arcuato, columellari
substricto ad sinistram deviante, albido-incrassatulo, cum basali angulum obtusum formante.
Diam. maj. 10, min. 7; alt. 5; aperl. diam. 67^, alt. obliqua 572 mm.
Animal, in alcoh. servatum, pallide brunneum, pallio cinereo-brunneo, macula
magna rufa (hepar designante?) ornato; ceterum animali special pr8ecedenti omnino simile.
Specimina 174 exstant, omnia in Kilimandjaro, Kiboscho, ad altitudinem 3,000 m.
in regione Ericinellarum pratorum montanorum cum prascedente viventia coUecta.
Titriiia Tiridispleiulciis n. sp.
Testa depressa, tenuis, nitidissima, diaphana, flavo-viridis, nucleo albescente; spira
planata, apice vix prominulo; anfr. '2^l-i, modice celeriter accrescentes, sub lente densis-
sime spiraliter-siriati, striis in ultimo evanescentibus, irregulariter leviterque plicati, sutura
adnata, subtilissime plicata, canaliculata et pellucido-marginata discreti.; apertura emargi-
nato-rotundata, diagonahs, intus concolor, peristoma rectum, unicolor, subtus latius ceterum
Sjöstedts KiUmandJaro-Meru Expedition. 6. ■ 2
10 S.IÖSTEm'S KILIJIANDJABO MKRU EXI' tiüITIO N. (i.
anguste membranaceo-prolongatum, niarginibus callo tenuissimo concolore jimctis, supero
modice curvato, regulariter arcuatim producto, sensim descendente, externo bene arcuato,
basali substricto, coluraellari brevi, subrecto, cum basali angulum obtusum formante.
Specimen maxinium: diam. maj. 8, min. 6Vo, alt. 5; apert. lat. et alt. obliqua 5 mm.
Animal, in alcoh. servatum, breve, parte mediana pallida pedis tripartiti excepta,
omnino nigrescens; lobus cervicalis pallii magnus, validus, appendix dextera speciminum
adultorum magna, rotundata, juniorum parva, triangularis; pes rüde reticulatim sulcatus,
post testam paulum tantum porrectus, tergo post excavationem longam fortem triangulärem
in carinam obtusam compressus.
64 specimina exstant omnia in KiUmanxljaro, Kiboscho, ad altitudinem 3,000
— 4,000 m. in summis pratis montanis prope ultimam regionem herbarum, mense Februarii,
viventia coUecta.
Thapsia cavernicola u. sp.
Testa anguste nee profunde perforata, convexo-depressa, modice tenuis, pellucida,
stramineo-cornea, subtiliter radiatim plicata, plicis subtus fortioribus, sub lente lineis spira-
libus levissime undatis, in anfractibus superioribus difficillimo, in ultimo prsesertimque
subtus bene conspicuis, creberrime striata; anfr. 5, planato-convexiusculi, sensim accre-
scentes, sütura adnata subcanaliculata, plicata leviterque pellucido-marginata discreti, ultimus
extus bene rotundatus nee angulatus, subtus subplanatus et ad Perforationen! paulum plane
excavatus; aperlura subobliqua, lunata; perisfoma rectum, acutum, marginibus distantibus,
basali paulum arcuatim protracto, columellari valde obliquo leviter albido-calloso-incrassato
et longiter triangulatim dilatato, superne transversim excavato, leniter reflexo et superne
ad sinistram angulatim producto, perforationem semitegente.
Diam. maj. I272; min. 11; alt. 6V2 mm.
Animal leviter reticulatim sulcatum; pes nigrescens, subtus tripartitus, parte media
pallida, supra postice cauda brevi acuta, apice pallido instructus.
Specimina 15, quorum unicum in alcoh. servatum, in üsamhora in cavernis "Mkulu-
musi" dictis prope Tanga capta, perlustravi.
Thapsia silvapphiviosap n. sp.
Testa anguste nee pervie perforata, convexiusculodepressa, modice tenuis, pellucida,
oleo-nitida, pallide stramineo-cornea, apice et regione perforationis leviter albescens, radia-
tim dense sat regulariter plicata, plicis subtus fortioribus, sub lente ubique spiraliter
densissime striata; .spira parum prominula, apice obluso; anfr. 4V2, planato-convexiusculi,
sensim accrescentes, sutura albescente vix adnata nee canaliculata, dislincte pellucido-
marginata, plicata discreti, ultimus bene rotundatus haud angulatus; apertura obliqua,
rotundato-lunata; peristoma rectum, acutum, regulariter arcuatum, marginibus distantibus
callo tenuissimo antrorsum curvatim ternünato junctis, superiore prope insertionem et
basali in medio leviter arcuatim protractis, columellari pallido-incrassato, superne tri-
angulatim dilatato, subadnato leviterque ad sinistram angulatim producto, perforationem
paulisper legente.
1) AII.I.Y, MOIjLUSC'A. li
Diain. maj. 7'/-. min. 67.;; all. 4 mm.
Animal, in alcoh. servatum, siibtilissime granulatum et leviter reliculatim sulcatum,
pallide cinereuni, postice saluralius; pes longus, inferne lineis duabus, inferiore fortiore,
late marginatus, margine ipso tran^versim fortiter sulcato, snblus Iriparlitus, pallidns, uni-
color, postice supra in cornum validum conicuni prolractus.
Specimina 26 vidi, omnia in Meru in silva pluviosa ad altitudinem 3,000 — 3,500 m.,
mensibus Decerabris — Februari viventia capta.
Thapsia radiata n. sp.
Testa anguste perforala, convexo-depressa, solidiuscula, subpellacida, oleo-nitens,
flavo-cornea, strigis crebris incrementialibus angustis, fuscis, hie illic praäsertim aperluram
versus saluratioribu.s notata, radiatini plicatula, plicis juxta suluram et in basi fortioribus,
subtus subtilissime sub lente vix conspicue spiraliter striata; anfr. 472, planato-convexius-
culi, .sensiin acrrescentes, sulura adnata, canaliculata, plicata et anguste pellucido-margi-
nata discreti, ultimus extus bene rotundalus haud angulatus; apertura subobliqua, lunata;
pcristoma rectum, acutum, fusco-limbatum, marginibus callo tenuissimo junctis, basali
leniter arcualim producto, columellari obliquo, superne paulum incrassato, triangulatim
dilatato et breviter reflexo, Perforationen! semitegenle.
Diam. maj. vix 7, min. 572; all. 373 mm.
Animal fortiter reliculatim sulcatum ; pes longus, niger, subtus tripartitus, parte media
paulum tanlum pallidiore, supra cauda brevi, conica, valida apice unicolore instructus.
Specimen unicum (an adullum?) in alcoh. servatum, in Kilimandjaro, Kiboscho,
in pratis montanis ad altitudinem 3,000 m., mense Februarii captum, vidi.
Thapsia kibonotoeusis u. sp.
Testa pervie cylindraceo-perforata, depresso-convexa, tenuis, pellucida, sericeo-nitens
sjspeque irisans, cerea vel pallide corneo-cerea, crebre radiatim plicatula, phcis in peri-
pheria inOrmioribus, ubique striis spiralibus, sub lente bene conspicuis subtilissime un-
datis creberrime elegantissime sculpta; spira modice prominula, apice obtuso; anfr. 5,
convexiusculi, sensim accrescentes, sutura anguste adnata, sat canaliculata, pUcata, pellu-
cido-marginata discreti, ultimus extus rotundatus nee angulatus, subtus convexiusculus;
apertura obliqua, rotundato-lunata; peristoma rectum, acutum, regulariter arcuatum, mar-
ginibus dislantibus, callo tenuissimo antrorsum arcuatim producto junctis, superiore prope
insertionem levissime curvalim produclo, columellari albido-incrassatulo, subobliquo, tri-
angulatim dilatato superne quasi canaliculata extusque angulatim emarginato, Perforationen!
vix tegente.
Diam. maj. 77<, min. 67-; fiU- ■i7-' mm.
Animal minute granulatum, fuscescens, ad tergum et postice saturatius; pes subtus
pallidus unicolor, supra cauda acuta pro ratione magna instructus.
Specimina 9 vidi, in Kilimandjaro, Kibonoto, in alliludine 1,300 — 1,900 m.; in silva
rnontis inter folia pulrescentia; in foliisCyperorum; mensibus JuliietSeptembris viventia capta.
12 S.IÖSTEDTS KILIJIANDJAKO MKl;r EXPK DITII IX. 0.
Trocliozonites Leroji (Boueguignat).
Trochonarnua Leroyl Bourguignat, Moll, de TAfr. equal., 1889, p. 18. i)l. II.
lig. 13, II'. — Trochonmiina (TrocJiozonites) Lcroiji v. Martens, Beschalle Weichtiere,
p. 4i, in D.-Ost-Afr., B. IV. 1897.
Usambara: Monibo, Juni 1906. Ein einziges, in Alkohol konserviertes Ex.
Das vorliegende, nicht ausgewachsene E.xemplar, 8 mm. hoch und 10 mm. im
Durchmesser, dürfte der obenstehenden Art angehören. Was mich hieran zweifeln lassen
könnte, ist teils, dass der Apex nicht so spitz ist, wie es Bourguignat's Figur angibt,
teils, dass Bourguignat die Farbe bei seiner Art als horngelb beschreibt, während das
vor mir liegende Exemplar hell wachsfarben und durchsichtig ist, teils, dass die oberen
Windungen, wie auch v. Martens angibt, gerundet, und nicht, wie Bourguignat's Figur
und Diagnose es darstellen, flach sind, sowie dass, mit Ausnahme dieser Windungen, die
Schale an der oberen Seite beinahe ebenso stark glänzend ist, wie auf der unteren Seite.
Der Unterschied in sowohl Farbe wie Glanz kann jedoch davon herrühren, dass dasselbe
nicht ausgewachsen ist. Eigentümlich ist jedoch, dass die Anwesenheit einer Spiral-
skulptur von Bourguignat gar nicht und von v. Martens nur für die untere Seite erwähnt
ist. Diese, die äusserst fein und regelmässig sowie etwas wellenförmig ist, ist gleichwohl
auch auf der oberen Seite vorhanden, wo sie mit dem Wachstum der Windungen an
Deutlichkeit zunimmt. Dieses Übersehen lässt sich nur teils dadurch erklären, dass diese
Skulptur mit unbewaffnetem Auge überhaupt nicht sichtbar ist, teils dadurch, dass die
Skulptur auf der oberen Seite schwächer als auf der unteren ausgeprägt ist und deshalb
zu ihrer Wahrnehmung eine stärkere Vergrösserung erfordert. Da ich aber wiederholt,
sowohl bei der Bearbeitung der Kameruner Mollusken (Contributions ä la connaissance
des mollusques lerrestres et d'eau douce de Kameroun, Bih. K. Sv. Vet. Akad. Handl.
B. 22. Afd. IV, N:o 2), als während der Arbeit mit dem vorliegenden Material, gefunden
habe, dass Charaktere und besonders Spiralskulpturen, die erst durch stärkere Ver-
grösserung wahrnehmbar waren, übersehen worden sind, kaini dies mich nicht hindern,
die hier behandelte Schnecke mit Tr. Lero>/i Bourg. zu assimilieren; und hätte diese
letztere Art wirklich nicht die spirale Basalskulplur, so wäre sie auch kein Trocliozonites.
Das Tier ist — in Spiritus — cremefarben, der Fuss besonders nach der hinleren
Partie zu ins bräunliche spielend. Der ziemlich kräftige Anhang der F.usses ist nach der
Spitze zu schwärzhch.
Trochozouites luerueusis u. sp.
Testa punctiforme perforata, turbinata, Cornea (?), oblique curvatimque dense plicato-
costata; anfraclus plani, sentim accrescentes, acute carinali, sulura distincte carinato-
marginata discreti, ultimus subtus convexiusculus, juxta carinam late canaliculatus, nitidus,
striis subtilissimis sub lente vix conspicuis spiraiiter sculplus; apertura obliqua securi-
formis; peristoma rectum acutum, marginibus callo tenuissimo junctis, supero fere stricto,
basali arcuato, columellari breviter reflexo, perforationem semitegente.
Diam. maj. 674, min. 573 mm.
d'aim,y, Mor,nrsc'A. 13
Specimeii niiiruiii apice de.slructo el colore probabilihn' iiifuscato vidi, in Mcru, in
silvH pluviosa ad altitudinem 3,000 m., mortuum captum.
Marteiisia albopicta (v. Martens).
Na)iin<( »lossambicensis var. albopkia v. äIartens in v. d. Decken's Reise, III, 1869,
p. 56, Taf. 1, Fig. 2. — Lcdoidxia albopicta Bourguignat, Helixarionides, p. 12 und
^Aloll. de l'Afr. equat. p. 24. — Trochonanina fMarfcnsiaJ mossambicensis (Pfr.) var.
albopicta v. äIartens, Beschalte Weichtiere, p. 17, in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897.
KiUmandjaro: Kibonolo, Kulturzone bei 1,300 — 1,900 ni. Höhe, unter Ipomeeen
und anderen Schlingpflanzen.
Usambara: Tanga; iMomho.
21 Ex., alle lebend gesammelt.
Nach einer Vergleichung von M. niossaiubicensis und der Varietät albopicta, die ich
vom Äluseum in Berlin gelielien bekam und die beide von v. ^Martens bestimmt waren,
muss ich vollständig mit Bourguignat übereinstimmen, der die letztere für eine besondere
Art hält. Unter dem vorliegenden Älaterial kommen sowohl Exemplare mit und ohne
Band vor.
Marteu.sia inenieusis u. sp.
Testa pervie cylindraceo-perforata, depresse subgloboso-conica, solidiuscula, .'^ubopaca,
pallide coruea, strigis albidis irregularibus radiantibus, prsesertim prope anfractus embry-
onales unicolores sfepe liic illic in maculas dissolutis ornata, subtus pallidior, strigis albidis
fere contluentibus, ibique nitidula, supra, apice oblusulo sub lente subtillissime spiraliter
striato excepto, radiatim costulis creberrimis, ohliquis, curvatis, sa^pe infra suturam albido-
callose contluentibus, subtus plicis incrementialibus irregularibus et sub lente lineis im-
pressis, undatis, sat distantibus, spiralibus sculpta; spira late conica plus minusve pro-
minens; anh-. 67^ convexi, carinati, carina, in ultimo obtusiore aperturamque versus
evanescente, filo rotundalo, porcellaneo, albido cincta; ultimus ad carinam haud excavatus,
subtus bene rotundatus; sutura impressa, fere ubique carinato-marginata; apertura obliqua,
rotundato-lunata; peristoma rectum, acutum, marginibus callo tenuissirno junctis, colu-
mellari plus minusve ol)liquo, superne triangulalim dilatato, leviter reflexo, perlbrationem
vix tegente.
Diam. maj. 227s, min. 2072; alt. 15 mm.; aperl. laf. ir7'S alt. 9 mm.
Animal, in alcoh. servatum, pallio leviter fusco- vel nigro-marmorato; pes brevis
fusco-cinereus, subtus etiam unicolor, tergo rotundatus, supra postice cauda valida, conica
sat remote instructus.
Specimina 10 vidi, omnia ad Mrru. in regione inferiore, viventia collecta.
Bloyetia .siniulans (v. Martens) et var. Krelselinieri (v Martens).
Trochonanina (Bloyetia) simulans v. Martens, Beschälte Weichtiere, p. 51, in D.-
Ost-Afr., B. IV, 1897; — var. Kret.schmeri v. Martens ibid. p. 52, Taf. III, Fig. U.
KiUmandjaro: Kibonoto auf 1,300 — 1,900 m. Höhe, Kullurzone und in dem Regen-
wald bei 2,000-3,000 m. Höhe; Mern auf 3,000—4,000 ni. Höhe, Regenwald.
14 SJOSTEÜTS KllAMAiVDJARO-MERÜ EXPEDITION'. (i.
349 Ex., davon 302 aus Kibonoto und 47 vom Meru, alle lebend gesammelt; die
meisten finden sich auf den Blättern von Sträuchern oder grösseren Pflanzen und unter
vermoderten Blättern im Walde.
Von den zahlreichen vor mir liegenden Exemplaren zeigt nur eine geringe Zahl ein
peripheres Band, das sehr schwach markiert und keineswegs mit weiss besäumt ist, wes-
halb ich sie nur mit grossem Bedenken als zu der oben zitierten Art gehörig identifiziere.
(i) Troclionanina inembranacea n. sp.
Testa obtecte perforala, depressa, tenerrima, fragillima, perdiaphana vitraceo-albida,
nitidissima, epidermide tenuissima facile deterenda, summum versus palhda, ceterum pallido-
olivacea, irregulariter radiatim saturato-strigata induta; spira planata prominula, apice
obtusulo; anfr. 572, embryonales convexiuscuh, sensim accrescentes, ultimus teres, ad suturam
quasi humerosus aperturam versus sensim levissime descendens; sutura pellucido-marginata,
inter anfractus supremos impressa, deinde canaliculata ; anfractus embryonales Ifevigati, sub
lente subtilissime spiraliter striati, ceteri plicis incrementialibus, irregularibus, curvatis el
striis spiralibus sub lente forfi hie illic tantum conspicuis sculpti; apertura lunato-rotuu-
data, peristoma rectum, acutum, marginibus callo tenuissimo, curvatim producto juncfis,
columellari fere verticah, superne triangulatim late reflexo, adiiato, duplicationem quasi
formante e( Perforationen! fere omnino tegente.
Diam. maj. J4, min. 12; alt. 10; apert. (margine columellari exciuso) lat. 8, alt.
/~/r. mm.
Tesla jun. supra peripheriam obtuse rolundato-angulala.
Animal, in alcoh. servatum, pallio eburneo-albido, sa^pe maculis longis continuis
fuscis notato nee marmorato; pes brevis, pallido-brunneus, supra postice cauda brevi
rostriformi, concolore instructus.
Specimina 12, in Kilimündjaro, Kibonoto, in altitudine 1,300 — 1,900 m., omnia
viventia ex parle inier folia pulrescontia, mensibus Aprilis, Maji et Septembris capta, vidi.
Helix Sjöstodti n. sp.
Taf. 1. Fig. 14—17.
Testa anguste umbilicata, rotundalo-conica, firma, in statu adulto nitidula, peri-
ostraco nigrescente, summum versus griseo-olivaceo, lineis spiralibus undulatis, subtilibus,
saturatioribus, in anfracUbus superis pra?sertim perspicuis ornato, strigis saturatioribus
radiatim notato, in apice albescente vel pallide corneo induta, sub periostraco roseo-tincta
vel pallide Cornea, apicem versus albescens. Spira rotundalo-conica apice obtusulo; anfr. 6,
convexi, embryonales tevigati, sequentes sat regulariter, ultimus irregulariter, rugis incre-
menti densis sigmoideis scul|)ti, sub periostraco striis spiralibus sub lente bene perspicuis
densissime sculpti, sutura, impressa sat plicata discreti, ultimus globosus, anlice leviter
descendens. Apertura lunato-circularis nbliqua, intus lactea; peristoma leviter patuluni,
breviter reflexum, intus fuscolimbatura calloque valido albo vel fuscescente sat remoto,
columellam versus validiore munilum, marginibus callo parielali lenui diaphano sigmoideo
rj'Air.T.Y, Moi,T,i'scA. 15
junctis, columellari obliquo, triangulatim longiler dilalalo, reflexo, umbilicuiii panlulum
restringente ; columella incrassata.
Diam. maj. 1772—20, min. 14—167.", all. 1272—167- apert. laf. 10— II72,
alt. 87^—1073 mm.
Testa junior ^^upra iiiediuui aiigulala, tenui.s, hautl nitidula, sa'pe gnsea, s^utura
interrupto-albomarginata, interdum tsenia fusca vel rarissime pallida extus vix visibili intus
tamen bene perspicua supra angulum cincta, margine aperlura; tenuissimo plerumqne
membranaceo.
Animal, in alcob. servatum, pallidum pallio plus minusve nigro-marmorato, pedo
fuscesconte unicolnro.
Specimina 192 perluslravi, omtiia vivi'utia in Küimiindjuro, Kiboscho, 157 in
pratis montanis in altiludine 3000 m. et 5 in regione Ericinellarum in altitudine 3,000 m.
mense Februarii et 30 in Kibonoto in altitudine 1,300 — 1,900 m. collecta.
Es dürfte nicht vollständig sicher sein, dass die Exemplare von Kibonoto dieselbe
Art sind. Sie sind dünner mit einer graulichen Epidermis und die oberen Windungen neh-
men langsamer zu, als bei Exemplaren derselben Grösse von Kiboscho. Da die Exemplare
von Kibonoto aber bei weitem nicht ausgewachsen sind, ist es schwer, sich über sie ein
sicheres Urteil zu bilden, und es ist möghch, dass die Unterschiede nur auf den verschie-
denen Ursprungsorten beruhen, indem diese auf einer Höhe von nur 1,300 — 1,900 m.,
die anderen dagegen auf 3,000 m. gesammelt worden sind.
Helix alticola n. sp.
Taf. 1, Fig. 18—20.
Testa anguste pervio-umbilicata, semiglobosa, tenuis at firma, nitidula, anfraclu
ultimo olivaceo-cornea, ceteris pallidior, lineis densis subtiUbus saluratioribus spiraliter et
slrigis arcualis radiatim notata; spira rotundato-conica; anfr. 572 convexi, embryonales
Isevigati ad suturam sat regiilariter plicati, ceterum radiatim irregulariter plicato-striati »-t
striis subtilibus, pauhsper undulatis, spiralibus, in anfractii ultimo, prtH^sertira ad aperturam
plus minusve interruptis vel evanescentibus densissime ornati, sutura simplici, impressa
sat phcata discreti; ultimus anlice sensim leviter descendens; apertura lunato-circularis,
obhqua; peristoma regulariter arcuatum, subtiliter expansiusculum, marginibus callo tenuis-
simo, diaphano, sigmoideo junctis, columellari superne dilatato et reflexo, unibilicum
paullo tegente.
Specimina juniora testa tetiui sericeo-nitidula, supra medium distincte angulata.
Animal, in alcoh. servatum, pallio nigrescenle- vel fusco-griseo, hie illic indistincte
marmorato, levissime violaceo tincto, pede unicolove cinereo.
Spec. raax. diam. niaj. 15, min. 13; alt. 11 72 mm.; apertura lat. 8, alt. 772 mm.
Specimina J5 vidi, unico excepto viventia collecta, in alcoh. servata, in Kilimandjaro,
Kiboscho, 4 in partibus summis pratorum montanorum prope ultiniam regionem herbarum
ad altitudinem 3,800 — 4,000 m., mense Februarii, et 11 in pratis montanis ad altitudinem
3,000 — 4,000 m., inter folia putrescentia, mense Septembris, capta.
IT) SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEKtr EXPEDITION. 6.
Obschon es zweifellos ist, dass die oben beschriebene Art im allgemeinen Habitus
sehr dem H. Idlimce v. Marxens (Beschälte Weichtiere, p. 55) ähnelt, ist es mir doch
unmöglich gewesen, die beiden Arten zu vereinigen.
Bei der vorliegenden Art, von der alle Exemplare, ausser einem, lebend gesammelt
sind, sich in einem sehr guten Zustande belinden und alle Stufen des Wachstums ver-
treten, war es mir unmöglich, die geringste Spur von Härchen oder die erwähnten ver-
tieften Punkte zu entdecken, und ich würde den Verdacht aussprechen, dass die Narben,
von denen v. Marxens spricht, nichts als ungenau gedeutete Spuren der Spiralskulptur
seien, wenn diese Skulptur nicht so deutlich ausgeprägt wäre, dass es unmöglich wäre,
dass die.ser bedeutende Gelehrte sie nicht beobachtet haben sollte.
Unter den Arten, die ich vom Museum für Naturkunde in Berlin geliehen be-
kommen habe, befand sich auch eine als H. kilmce bestimmte Schnecke. Diese Schnecke,
die, was die Skulptur betrifft, nicht mit der Diagnose von II. hilimce übereinstimmt, kann
also kaum mit den Typen dieser Art übereinstimmen, sondern gehört unzweifelhaft der
hier oben beschriebenen Art an.
Helix Gregorii (E. A. Smith).
Taf. J, Fig. 21—23.
Zingis Gregorii E. A. Smith, Proc. Mal. Soc, London, 1894-, p. 164 u. 166,
flg. 4; V. Marxens, Beschalte Weichthiere, p. 53, in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897; Dautzen-
BERfi, Journ. de Concli., Vol. 56, 1908, p. 7.
Meru: Oberer Teil des Regenwaldes und höher, 3,000 — 4,000 m.; Kilimandjaro :
Kibonoto, Kulturzone, 1,300 — 1,900 m., unter Ipomteen und anderen Schlingpflanzen,
auf Blättern von Cyperaceen und unter vermoderten Blättern.
420 Exemplare; 342 vom Meru und 78 vom Kilimandjaro, alle lebend eingesammelt
und in Alkohol aufbewahrt; Jan., Febr., Juli— Sept.
Obgleich diese Art von drei verschiedenen Plätzen in Ostafrika bekannt ist, indem
sie nämlich von Dr. Gregory auf dem Kenia, von Dr. Stuhlmann auf dem Runssoro-Berg
und endlich vom Missionär Daubenberger auf dem Kilimandjaro eingesammelt worden
i.st, ist das Tier der Schnecke bisher vollständig unbekannt gewesen, was zur Folge ge-
habt hat, dass die Art zu einer falschen Gattung hingeführt worden i.st. Sie gehört näm-
lich keineswegs zur Gattung Zingis v. Marxens und auch nicht, wie es v. Marxens infolge
der Spiralbandzeichnung für möglich hält, zu Trorhonaiiina, sondern muss bis auf weiteres
zu Helir geführt werden. J>ie für Zingis charakteristischen zwei Nackenlappen des
Mantels und die Schleimpore am Ende des Fusses fehlen vollständig und der Fuss hat
nach hinten die Form einer breiten, flachen und dünnen dreieckigen Scheibe.
Ausser den von Smith (1. c.) erwähnten Farbenvarietäten kommt eine solche mit
zwei rotbraunen Bändern vor, von denen das erstere zuweilen nach unten weniger scharf
begrenzt und ungefähr doppelt so breit wie das obere ist. Dies letztere ist gewöhnlich
beiderseitig, stets aber nach unten distinkt begrenzt und .-^etzt oben auf dem Gewinde ein
wenig oberhalb der Naht fort. Auch das schmalere dieser beiden Bänder ist immer be-
d'AILLY, MOLLUSCA. 17
deutend breiter als das bei der eingebänderten Varietät. Bei einem Exemplar hören die
beiden Bänder ein wenig vor der Mündung auf, so dass die Schale dort einfarbig hell
hornbraun ist. Von den 420 Exemplaren kommt auf die verschiedenen Farbenvarieläten
folgende Anzahl: 169 ohne Band, 200 mit einem braunen schmalen und i-8 mit zwei
braunen breiten Bändern sowie 3 mit einem hellen Rhtlelband.
Durch ein vom Berliner Äluseum leihweise erhaltenes, von E. A. Smith bestimmtes,
von Kenia herstammendes Exemplar habe ich mich davon überzeugt, dass die hier be-
handelte Art dieselbe wie Zinyis Gregorii Smith ist.
Helix alieuus ii. sp.
Testa anguste pervio-perforafa, depresso-convexa, tenuis, albescens, periostraco
olivaceo-fusco, spiram versus pallidiore induta, regulariter sigmoideo-plicato-costala et in
anfractu ultimo sub lente creberrime et, preesertim in interstitiis, distincte striis spiralibus
leviter undulatis vel liris minutissimis quasi lamelliformibus eleganter sculpta, sculptura
spirali subtus, umbilicum versus, evanescente; spira depre.gsa, apice obtuso; anfr. öVs,
convexiasculi, sutura valde impressa et angustissime marginala discreti, ullimus modice
crescens, primum obtuse angulatus deinde rotundatus; apertura rotundato-lunata, obliqua,
intus, pariete pallido excepto, concolor, peristoma rectum, tenue, marginibus callo tenuis-
simo, sigmoideo, diaphano junclis, columellari obliquo, triangulatim dilatato leviterque
reflexo, Perforationen! non tegente.
Diam. maj. 10; min. 8Y2; alt. 6; apert. lat. (i, alt. ö'/s mm.
Specimen unicum (an adultum?) exstat, in 3I('ra in silva pluviosa ad altitudinem
3,000 — 3,500 m. vivens captum.
Helix (Phasis) meriiensis u. sp.
Testa pervie cylindraceo-perforata, depresso-convexa, corneo-brunnea, unicolor, tenuis,
pellucida, plicis obliquis incrementialibus dense sat regulariter striata, pilis brevibus
paululuni reflexis, in seriebus arcuatis oblique ad sinistram abeuntibus dispositis, stepe
deterendis, cicatrices sub lente forti tantum conspicuas relinquenlibus, modice confertim
instructa; spira convexa apice obtusulo; anfr. 5, convexi subceleriter accrescentes, ultimus
primum peripheria obsolete rotundato-angulatus deinde bene rotundatus, aperturam versus
sensim leviter descendens; sutura impressa angustissime pellucido-marginata ; apertura
obliqua, lunato-rotundata, peristoma rectum, acutum ubique regulariter arcuatum, mar-
ginibus callo tenuissimo junctis, columella bene arcuata, margine triangulatim latissime
dilatato, perforationem paululum tegente.
Diam. maj. 11 V2, min. 10; alt. 71/2; apert. alt. 572, lat. (margine columellari ex-
cluso) öy* mm.
Animal pallidum pallio raacuUs nigris translucentibus pulchre ornato; pes palhdo-
brunneus, unicolor.
Specimina 42, omnia viventia in Meru in silva pluviosa ad altitudinem 3,000 —
4^,000 m., mensibus Decembris — Januarii collecta, exstant.
Sjöstedts KilimandjaroMeru Expedition. '>'. 3
18 SJÖSTEDTS KII.IMAXDJAKO MEKU EXPEDITION. f).
Bulimiiius (Ccrastus) Theeli n. sp.
Tat. 1, Fig. 2i, 25.
Testa anguste plerumque fere omnino oblecte perforata, conico-ovata, solida, oleoso-
nitidula, fuscescenli-castanea, sub periostraco aureo-corneo lilacino brunnea, ad aperturam
pallide corneo- vel flavo-marginala; spira acuminata iiucleo ipso obtusulo; anfr. 6Y2,
sutura impressa, pra3.sertim in apice et aperturam versus albido-marginala discreti, embry-
onales rotundati, IcBvigati, sequentes duo planato-convexiusculi, oblique sat regulariter
plicato-costulati, costulis in sequentibus sensim in plicas incrementiales irreguläres pra"-
sertim ad aperturam crebras fortiterque notatas transeuntibus, anfractibus summis exceptis
testa tota pulcherrime densissimeque spiraliter granuloso-striala, penultimus convexus, ul-
timus gibbosulus, basi rotundatus antice sensim levissime descendens; apertura subobliqua,
subtrapezoidea, intus fuscocastanea, pariete et columella pallidioribus, persistomate incras-
sato, expansiusculo-reflexo, pallido-limbato, marginibus callo parietali dilatato, tenui, dia-
phano junctis, externo parum arcuato ad insertionem plus minusve obtuse angulato, ba-
sal! rotundato angulum obtusum cum columellari superne triangulatim dilatato forraante.
Long. 26V'i — 30, diam. 14- — 16; apert. long. ISVs— löVs, lat. incl. peristomate
0—11 mm.
Testa junior tenuis, Cornea, anfraclu ultimo acute carinato.
Animal, in alcoh. servatum, cinereum pallio in inferiore parte nigrescente, pallido-
limbato, cervice et pede rüde reticulalim sulcatis, tergo primum planalo-rotundato deinde
in cristam parvam quasi serratam usque ad extremitalem vix conlinuatam compresso.
Specimina 9 vidi, quorum 8 in Mern in silva pluviosa summa ad altitudinem
3,000—3,500 m. et unicum in Kühnandiaro, Kiboscho, in pratis montanis ad altitudinem
3,000 m., ornnia viventia, mensibus Januarii et Februarii capta.
leb widme diese ausgezeichnete Art dem eminenten schwedischen Zoologen, Herrn
Prof. Dr. H.IALMAR Thkel.
Buliminu,s (Conuliims) sordidulus v. Maetens.
Beschälte Weichtiere, p. 65, Taf. III, Fig. 30, in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone in 1,300— 1,900 m. Höhe, April— Sept. ; Mern
in der Niederung. 19 Ex., alle lebend gesammelt.
Die Schale dieser Art ist dünn, beinahe durchsichtig, wenigstens bei den mehr hell-
farbigen Exemplaren. Die Farbe variiert von wachsbleich bis hornbraun oder rotliraun,
oft nach der Spitze zu, die zuweilen dunkelrotbraun ist, dunkler. Die Epidermis ist dünn,
hell graulich oder hell oUvenfarben bis braun, oft stark glänzend oder schwach irisierend.
Die Schnecke ist, besonders in der Naht, mit einer dünnen Kruste überzogen, die nicht
aus Erde Ijesteht, sondern ein filziges Aussehen hat und aus äusserst fein zerkauten
Ptlanzenresten zu jjestehen scheint. Wahrend die Embryonalwindungen eine Skulptur
entbehren imd stark glänzend sind, besteht die Skulptur im iibrigen aus einer ziemlich
schwachen, unregelmässigen Zuwachsskulptur, die unter der mehr oder weniger deutUch
durchleuchtenden schmal geränderten Naht kräftiger wird und dieser ein beinahe krene-
liertes Aussehen verleiht. Ausser dieser Skulptur hndet sich eine feine und dichte Spiral-
DAILLY, MOL1,ÜJ50A. 19
skulplur, die jedoch von v. Martens nicht erwähnt wird. Bei der Reinigung der Naht wird
man finden, dass die ersten Windungen der Schale rund und die übrigen ganz konvex sind.
Die letzte Windung ist unter der Mitte in der Verlängerung der Naht mit einer
schwachen, nach der Mündung hin verschwindenden Kante versehen; bei jungen Exem-
plaren ist diese Kante gut ausgeprägt. Das grösste Exemplar hat 7'/2 Windungen und
ist 1073 mm. lang und b^/i mm. breit, mit einer Mündung, die iV- "th- lang und, den
Rand einbegriffen, 2'''/i mm. breit ist. Ein vom Meru stammendes Exemplar, das 8
Windungen zählt, ist mit seiner Länge von JO'/s mm. und seiner Breite von •i^:, mm.
auffallend schmal. Im übrigen weicht dieses Exemplar durch seine Farbe, die von hell-
hornbraun an der Spitze allmählich in rein milchweiss an den unteren Windungen über-
geht, von den übrigen ab. Vielleicht repräsentiert dieses Exemplar eine neue Art, oder
wenigstens eine Varietät, da es aber unausgewachsen ist, dürfte dies erst zu entscheiden
sein, wenn reichlicheres Material vorliegt.
V. M.-VRTENS hielt es nicht für unmöglich, dass die aus Kiüii in Ukanda und Ndi
im Taita-Gebiete herstammenden Exemplare, die er zu seiner Verfügung hatte, alle nicht
ausgewachsen seien, sicher ist aber, dass kein einziges von den 19 Ex., die ich vor mir
habe, seine vollständige Entwickelung erreicht hat.
Mabilliella Daubenbergeri DAUTZENBERr,.
Taf. 1, Fig. 26,
Recolte malacologique de M. Ch. i\lluaud en Afrique Orientale (1903 — 1904),
Journ. de Conch. Vol. 56, No. 1, 1908, p. 10, pl. 1, fig. 11 — 13.
KiliiiKDtdjaro: Kibonoto auf 2,000 — 2,500 m. Höhe im Regenwald; Meru: 3,000
— 3,500 m. Höhe, im oberen Teil des Regenwaldes. 5 Ex., in Alkohol aufbewahrt,
gesammelt Jan., Febr. und April.
Mit Ausnahme der Embryonalwindungen ist die Schale mit bei blossem Auge kaum
sichtbaren eingedrückten Spiralstreifen versehen. Die letzte Windung der jungen Schnecke
ist mit einer sehr stumpfen peripheren Kante versehen. Der Mantel des Tieres ist mit
durch die Schale sichtbaren kleinen strohgelben Flecken bestreut. Der Rücken des
dreieckigen Fusses ist nach seiner hinteren Partie liin in einen gekerbten Kamm zu-
sammengedrückt.
Eachls sp.
üsambara: in den "Mkulumusi'-Höhlen, unweit Tanga.
Ein einziges totes Ex.
Da das einzige vorliegende, leer aufgefundene Exemplar sich in einem ziemlich
schlechten Zustande befindet, kann ich auf dasselbe keine neue Art gründen, obschon es
mir nicht möglich gewesen ist, es mit irgendeiner bisher beschriebenen Art zu identifizieren.
In Bezug auf die Zeichnung dürfte es sich R. Braunsi var. lumdatus v. Marxens nähern,
bezuglich der Form dagegen mehr B. Böhni v. Martens, wobei jedoch zu bemerken ist,
dass es bedeutend kleiner als die letztere Art ist, und dass nicht zu entscheiden ist, ob
der Mündungsrand au.sgebogen war, da derselbe nämlich abgebrochen ist. Die erste
Hälfte der lelzten Windung hat eine Kante, die auf der letzten Hälfte verschwindet.
20 SJÖSTEDTS KILIMANDJAROMERÜ EXPEDITION. (>.
In unbeschädigtem Zustande dürfte die Schale etwa 18 mm. lang und 10 mm. breit,
mit der Mündung von etwa 8 mm. Höhe gewesen sein. Die Schale ist mit einer ausser-
ordentlich feinen Spiralstreifung skulptiert. An der letzten Windung, die an der Mündung
nicht herabsteigend zu sein scheint, finden sich 5 Biinder. Das unterste von diesen, das
ziemlich gesättigt hornbraun, nicht abgebrochen, distinld begrenzt und -/■" ™™- breit ist,
liegt unterhalb der Peripherie und geht IV2 mm. unter der Naht in die Mündung hinein.
Von den 4 übrigen, die hellbraun, nicht scharf abgesetzt, mehr weniger abgebrochen
und in Flecke aufgelöst sind, liegt das unterste in der Verlängerung der Naht und das
oiterste dicht unter der oberen Naht. Das mittelste der 5 Bänder ist am breitesten. Die
beiden folgenden Windungen haben 3 hellbraune Bänder, die grösstenteils in schräge, der
äusserst schwachen, faKenförmigen Zuwachsskulplur parallele, aus rechts gerundet mond-
förmigen Flecken auf dem Platze der Bänder gebildete Streifen umgewandelt sind. Hierauf
besteht die Zeichnung nur aus undeutlichen, sehr hellen, schrägen Streifen, und zu aller-
oberst zeigt sich eine Andeutung von Rosafarbe, die anzugeben scheint, dass wenigstens
der untere Teil der abgebrochenen Spitze diese Farbe gehabt hat. Die Schale, die in
der Grundfarbe kalkweiss und in Flecken und Bändern transparent ist, zeigl in der
Nabelgegend keine abweichende Farl)e.
Acliatina Pilsbryi n. sp.
Taf. 1, Fig. 27— .SO.
Testa conicoovata, solidula, sericeo-nitidula, summum versus saturate rosacea,
apice mamillato, anfractus embryonales unicolores, sequentes dno fasciis rufescentibus,
angustis, fcquidistantibus, obhque ad sinistram abeuntibus vel flexuosis, superne rarissime
bifurcatis ornali, ceteri sub periostraco pallide olivaceo, in ultimo suturaliore, albescentes,
strigis flammulisque fusco-castaneis, in peripheria latioribus plerumque fulguratis interdum
in maculas dissolutis picti; spira regulariter conico; an fr. 7 convexiusculi, regulariter ac-
crescentes, ultimus basi attenuatus; sutura impressa, inter anfractus quatuor Ultimos
rugoso-plicafa lineaque fortiler impressa marginata; anfr. embryonales la^igati, sequentes
leviter plicato-strialis, ultimi tres fortiter plicis incrementialibus ad suturam vahdioribus et
linies impressis spiralilais in ultimo sat distantibus et infra peripheriam infirmioribus,
plicas incrementi in rectangula superne saepe bipartita in parte superiore anfractuum per-
valida pr<iesertimque ibi longitudinaliter inter se non regulariter conlinuata, transforman-
tibus, prteterea superficies tota, summo excepto, oculo nudo haud conspicue regulariter
densissimeque decussaUm cancellata. Apertura parum obliqua, acuminato-oblonga, dimidiam
longitudinis testce paulum superans, intus lacteo-ca-rulea, flammulis externis translucen-
tibus; peristoma simplex, acutum, intus fusco-castaneo-limbatum, marginibus callo eburneo
extus distincte terminato picturam parietis pellucide exhibiente junctis, margine externo
regulariter curvato; columella stricta, sursum vix tortuosa, abrupte truncata, basin aper-
tura3 non attingens, callo porcellaneo, sursum in pariete aperturali dilatato, incrassata.
Tjong. 74, diam. 39; apert. long. 40 72, lal. 20 V2 mm.
Specimina tria (an adulta?), in Usambara in pariete externo cavernarum "JMkulu-
musi" dictarum prope Tanga mense Junii viventia collecta et in alcoh. servata, vidi.
DAIT.l.Y, JIOLLUSC'A. 21
Obschon ich beim Studium der Diagnose von Achatina zanziharica Bourguignat
(Descript. de diverses especes de Moli, de l'Egypte etc., 1879, p. 5), die leider nicht ab-
gebildet ist, vieles fand, was darauf hindeutet, dass die vorliegende Art möglicherweise
hierhin geführt werden könnte, fand ich doch bei der Vergleichung teils mit einem vom
Äluseum in Berlin geliehen bekommenen Exemplar von ^4. LhotcUeni Bourguignat und
teils mit der von Ancey (Journ. de Conch., vol. 50, 1902, p. 274) gegebenen Figur eines
von Bourguignat selbst bestimmten Exemplars einer Varietät der letzteren Art, dass dies
unmöglich sei. Da nämlich ein so bedeutender Conchyliolog, wie v. ÄIartens, A. Lhotel-
len'i als Varietät von A. zanziharica aufgeführt hat und meint, dass die meisten von
Bourguignat angeführten Unterschiede zwischen dieser nur auf einer schlankeren Form
der ersteren beruhen, muss doch zwischen ihnen in den wichtigsten Charakteren eine gewisse
Übereinstimmung vorhanden sein. Die Art, die ich vor mir habe, ist aber in allen Be-
ziehungen so weit von A. LhoteUerii verschieden, dass sie auch nicht zu einer Art hin-
geführt werden kann, von der diese letztere eine Varietät sein könnte.
Ich widme diese schöne Art dem berühmten Malakozoologen Henry A. Pilsbry
als Ausdruck meiner Dankbarkeit für den grossen Nutzen, den mir das von ihm heraus-
gegebene monumentale Werk, Manual of Conchology Structural and Sy.stematic, bereitet hat.
Achatina paiithera Ferussac var. leiicostjia Pilsbry.
Pilsbry, in Manual of Conch. Slruct. and Syst., Vol. XVII, 1904, p. 45, pl. 39,
lig. 33, pl. 40, flg. 2, 3.
Usamhnra: Tanga; Juni 1905.
3 lebend eingesammelte und in Alkohol aufjjewahrte Exemplare.
Das grösste Exemplar zählt S'/z Windungen und ist 114 mm. lang mit einer 62 mm.
langen Älündung. Der Form nach stimmt dieses Exemplar am meisten mit der von
Pilsbry auf der Taf. 40, Fig. 2 (1. c.) gegebenen Figur überein. Die ganze letzte Windung
ist einfarbig dunkel kastanienbraun mit einer hellen, gefalteten Naht, die durch eine
kräftig eingedrückte Linie abgeschnürt wird, unterhalb welcher sie kurz, kräftig gefaltet
ist; mit Ausnahme der schwach faltigen Zuwachsskulptur und einiger spärlichen, nicht bis
zur Mündung reichenden Spiralfurchen auf dem oberen Teile sowie einer bei Vergrösserung
sichtbaren Spiralstreifung ist die letzte Windung vollständig glatt und ziemlich glänzend.
Älit Ausnahme der allerobersten glatten Windungen sind diejenigen des Gewindes
fein gefaltet und durch ziemlich feine Spiralfurchen gekreuzt. Innen ist die Mündung
blaugrau mit dunkel kastanienbraunem Bande, der jedoch nicht, wie auf der angeführten
Figur, scharf begrenzt ist, sondern allmählich in die blaugraue Farbe übergeht. Die
Columelle ist ziemhch stark gewunden, gebogen und bläulich weiss. Die kleineren Exem-
plare von 84 resp. 79 mm. Länge haben auf der letzten Rlündung hier und da hellere
Längsstreifen und weisen Spuren einer abgelagerten, hell olivenfarbigen Epidermis auf.
Von ^4. Hamülei Petit unterscheidet sie sich teils durch die Skulptur der letzten
Windung und teils durch geringere Convexität der beiden vorletzten Windungen, wodurch
die Kontur des Gewindes mehr gradlinig und die Schale nicht eiförmig wird.
0 0
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION.
Achatina kiliuiae Daützenberg.
Recolte malacologique de M. Ch. Alluaud en Afrique Orientale (1903 — 1904-),
Journ. de Condi. Vol. 56, No 1, Acut 1908, p. 11, pl. I, fig. U.
Meru: Meru-Niederung, in der Nähe des Flusses Ngare na nyuki.
8 lebend gesammelte und in Alkohol aufbewahrte Ex.
In Bezug auf die Columelle weichen alle vorliegenden Exemplare von den von
Daützenberg beschriebenen dadurch ab, dass sie statt einer "tres arquee et fortement
tordue" Columelle eine aucli bei ganz Ausgewachsenen beinahe vollständig gerade Säule
haben. Ähnliche schwankende Formen der Columelle kommen indessen bei mehreren
Achatina-Arten vor. Unter der Epidermis, die sich zuweilen in grossen Partien abblättert,
ist die Schale nach der Spitze zu, und bei grossen Exemplaren auch gegen die Mündung
hin weisslich, im übrigen aber mehr weniger hell lilafarben. Auf der letzten Windung
geht die Zuwachsskulptur, die bisher faltenartig war, in wirkliche Rippen iiber, die
bei ausgewachsenen Exemplaren an der Partie über der Mündung kräftig und dicht so-
wie sehr regelmässig sind. Hier und da, und besonders am Basalteil der letzten Windung,
findet man die eigentümliche, mikroskopische, von mir bei Ächafiiui Püsbryi und niargi-
nata nachgewiesene Netzskulptur, obschon weniger deutlich und regelmässig, als bei jenen.
Das grösste Exemplar ist 110 mm. lang und im Diameter 53 mm., mit der Mündung
54 mm. lang und einschliesslich des Columellarrandes 3-i mm. breit.
Achatina Retzii n. sp.
Testa ovato-conica, sat solida, eburneo-albida, strigis angustis parallelis ?equi-
distantibus perpallide rufescentibus, in anfractibus superioribus interdum fiexuosis vel in
flammulas transformatis, obsoleti.ssime ornata, periostraco tenui fulvo aureo-splendente
unicolore, facillime deterendo, tantum aperturam versus et in varicibus raris persistente,
induta; spira .subelongato-conica; anfr. l'^Ji planato-convexiusculi, sutura impressa, plicata
haud marginata discreti, ultimus basi plus minusve ventricosus, embryonales la^vigati,
ceteri plicis incrementialibus, in ultimo prcesertim aperturam versus costiformibus ibique
sat regularibus, sculpti, pra^tereaque usque ad medium ultinii lineis impressis spiralibus
in duobus ultimis fortioribus et sat distantibus decussali. denique ultimus sub lente striis
confertissimis spiralibus, in tergis plicarum praecipue conspicuis, instructus; apertura
parum obliqua dimidiam partem longitudinis non attingens, subpiriformis, superne acumi-
nata, intus alba; peristoma rectum, acutum, intus angustissime periostraco fusco-limbatum,
marginibus callo porcellaneo inferne incrassato, superne tenui, pellucido junctis, externo
regulariter modice curvato, basah fortiter arcuato; columella porcellaneo-alba, subobliqua,
cylindrica, dextra et in fronte curvatim excavata, abrupte truncata, basin apertura? non
attingens.
Long. 138, diarn. 66; apert. long. 64, lat. 42 mm.
Specimina tria, ad Meru (Ngare na nyuki) viventia capta, exstant.
Dem eminenten schwedischen Anatomen, Herrn Prof. Dr. Gustaf Retzius gewidmet.
DAIl-LY, MOLl.USCA. 23
Limicoläi'ia niartensiana E. A. Smith.
Edgar A. Smith, Ün Ihe Shells of Lake Tangenyika and of Ihe Neigbourhood
of Ujiji, Cientral Africa, Proc. zool. Soc. 1880, p. 34-5.
PiLSBPxY, in Man. of Conch. Slrucl. and Syst. XVI, 19U-i, p. 289, pl. 34-, flg. 36—39.
V. Martens, Beschalte AVeichtUiere, p. 108, in Ü.-Osl-Afr., B. IV, 1897.
Kiliiiiandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300 — 1,900 ni.
7 lebend eingesammelte Ex., davon 4 erwachsene.
Die vorliegenden Exemplare dieser anscheinend sehr proteushaften Art entsprechen
nach den von Pilsbry gegebenen Figuren (1. c. pl. 34', lig. 36 — 39) am ehesten den von
Dr. A. DoNALDSON Smith am Rudolfsee, Dritt. Ost-Afrika, gesammelten Form.
Von E. A. Smith's Typ für die Art unterscheiden sie sich teils dadurch, dass die
feine, gegitterte Skulptur noch auf der vorletzten Windung vollständig au.sgeprägt ist und
sich auch, obschon mehr oder weniger schwach, auf dem oberen Teil der letzten wieder-
findet, und teils dadurch, dass der Apex nicht rötlich, sondern von derselben hellstroh-
gelben, oder vielleicht eher hellwachsgelben Farbe ist, wie sie die äusserst feine Epidermis
der an sich rein weissen Schale aufweist. Die Zeichnung erinnert bei einigen Exem-
plaren an die bei var. »lulfißda v. ÄIartens, aber statt der Vergabekmg der Streifen nach
oben in zahlreiche kleine kommen hier schmale, gleichsam von den Nähten herab-
hängende, am Ende etwas breitere Streifchen zwischen den ersteren hinzu, die nach oben
ohne Gabelung linienförmig bis zur Naht ausgezogen sind.
Die Masse der zwei grössten Exemplare sind: Länge 40 V2, Breite 17, Länge der
Mündung 17 und Breite 10 mm., und stimmen somit vollständig mit den grössten der
von v. jMartexs für var. muJtifida angegebenen überein.
var. exiinia v. Maetens.
Taf. 1, Fig. 37, 38.
v. Martens, Nachrbl. der mal. Ges. 1895, p. 183; Beschalte Weichtiere, p. 110,
Taf. V, Fig. 34.
Massaisteppe unterhalb Kibonoto am KUimandjaro.
3 lebend eingesammelte Ex. ; Sept.
Die Exemplare, die ich vor mir habe, sind nicht ausgewachsen, denn sie haben
nur 6 Windungen. Das kleinste ist 21 Y2 mm. lang und I2-/3 mm. breit und das grösste
22 resp. 12 72 mm. Der Unterschied in Grösse und Form ist somit ein sehr unbe-
deutender, und die Zeichnung, die mit der auf den ersten Windungen bei var. eximia
\. Martens vollständig übereinzustimmen scheint, ist bei sämtlichen beinahe absolut gleich
und gehören sie wahrscheinlich derselben Brut an. Trotz des unentwickelten Stadiums
und obschon die Columelle, die bei zwei Exemplaren ganz gerade und beim dritten äus-
serst unbedeutend gebogen ist, von derselben he'lstrohgelben Farbe wie bei der Schnecke
im übrigen ist, habe ich es gewagt, sie mit der erwähnten Varietät von L. martensiana
Smith zu identifizieren. Sollte sie sich jedoch nach weiteren Funden als eine besondere
Art herausstellen, möchte ich für dieselbe den Namen L. fidminatrix vorschlagen.
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERÜ EXPEDITION. 6.
Limicolaria tuiTiforniis var. solida v. Maetens.
V. Marxens, Nachrbl. d. mal. Ges., 1895, p. 182; Beschalte Weichthiere, p. 103,
Taf. IV, Fig. 13. in D.-Ost-Afr., B. IV, 1897.
Meru: oberer Teil des Regenwaldes, 3,000 — 3,500 m.; unter vermodertem Laub,
Jan. 1906.
Ein einziges, lebendes Ex.
Das Exemplar ist unausgewachsen, zählt 6 Windungen und ist 21 mm. lang und
1272 mm. breit mit 10 7^ mm. langer und 772 mm. breiter Mündung. In Bezug auf
Festigkeit, Form und Skulptur der Schale scheint dieselbe mit der oben angegebenen
Varietät von L. turriformis übereinzustimmen. Was wieder die Farbe betrifft, die von
V. Marxens in der Originalbeschreibung als "unicolor albida", später aber (1. c.) als "ein-
farbig blassgelb" angegeben ist, so weicht sie dadurch ab, dass sie auf einem weisslichen
Hintergrund hellgelbbraune, ungeteilte Streifen hat, die erst auf der vorletzten oder fünften
Windung auftreten und der Form nach der der Hauptart zu gleichen scheinen, wenn sie
auch etwas breiter als die auf den entsprechenden Windungen bei dieser sein dürften.
Auf der unteren Seite der schwach kantigen letzten Windung weichen diese Streifen, wie
dies bei unausgewachsenen Individuen der Gattung so oft der Fall ist, hastig nach hnks
als gleichbreite Parallelbänder ab. Da in der Gattung Limicolaria indessen, wie beispiels-
weise bei L. numidica (Reeve), neben Individuen mit dunklerer oder hellerer Zeichnung
auch solche vorkommen, die eine solche vollständig entbehren, so hat die Anwesenheit
der Zeichnung bei der fraglichen Schnecke mich, bis weiteres Material vorhegt, nicht da-
von abgehalten, sie lieber als eine Form der obenstehenden Varietät zu betrachten, als
auf ein einziges unausgewachsenes Exemplar einer so schwer zu beurteilenden Gattung,
wie Limicolaria, eine neue Art zu gründen.
Limicolariopsis nov. genus,
primo aspectu generi Limicolarice persimile sed ita distinguendum:
Testa elongato-ovata, apice perobtuso; anfr. convexi, sutura impressa discreti, em-
bryonales liris spiralibus plicato-granulatis sculpti, ceteri plicis incrementialibus et hneis
impressis spiralibus decussati strigisque vel flammulis fuscis ornati; peristoma rectum vel
levissime expansum, margine columellari reflexo, cum basali angulum formante; columella
oblique ad sinistram devians vel verticalis, supra in plicam tortuosa.
Ova cretacea, magna, perpauca.
Limicolariopsis Sjöstedti n. sp.
Taf. 1, Fig. 31—36.
Testa elongato-ovata, pierumque imperforata, interdum plus minusve obtecte rimata
vel aperte perforata, sohda, apicem versus roseotincta, anfractibus primis duobus unicoloribus,
tertio strigis angustis, rufescentibus oblique ad sinistram abeuntibus vel pierumque siginoideis
notato, ceterum sub periostraco stramineo albescens, strigis fuscesceniibus flammulisque
atro-castaneis superne acuminatis vel in maculas dissoluUs rarissime nonnullis furcatis,
DAILLT. MOLLUSCA. 25
infra peripheriam attenuatis, iiiterdum praesertim ad aperluram plus ininu^ve evanescen-
tibus; spira convexo-conica, apice perobtuso; anfr. 6V2, distincte convexi, sutura impressa,
pallida, plicatula, in anfractibus ultitnis sa^pe linea impressa marginata discreti; embry-
onales, plerumque detriti, ad suturam levissime plicato-slriali, liris sublilibus, spiralibus
eleganter plicato-granulaüs reguiariter oniati, celeri plicis incrementi irregularibus liueisque
impressis spiralibus infra peripheriam ullimi evanescentibus fortiter decussati, ultiinus basi
rotundatus plerumque gibbosulus, antice haud descendens; apertura subverticalis angulato-
elliptica, intus ca^ruleo-lactea ; peristoma rectum vel levissime expansum, in speciminibus
adultis intus anguste badio-limbatum extusque quasi crusta callosa calcarea periostraco
destituta marginatim superstruetum, margine externo modice arcuato, basali rotundato,
columellari reflexo, incrassato cum basali angulum distinctum fere canaliculatum formante,
superne in callum parietalem parte inferiore pervalidum transeunte; columella ipsa oblique
ad sinistram abiens, rarius verticalis, interdum in medio paulisper angalatim excavata,
supra in plicam validam, cylindraceam tortuosa.
Specimen maximum: long. 59, diam. 26 V2; apert. long. 25, lat. 17 mm.;
» minimum: » i2, » 20; » » 2OV2, lat. 13 mm.
Forma ß: Testa turrita, anfractibus convexiusculis, strigis angustis incrementialibus
olivaceo-fuscescentibus plus minusve evanescentibus notata, vel pallido-virescens strigis
maculisque stramineis obsolete picta.
Long. 5OV2, diam. 21; apert. long. 20 V2, lal. 13 mm.
Animal, in alcoh. servatum, cinereum pallio nigrescente anguste pallido-limbato et in
parte sutura:- inter anfractus duos Ultimos subjecta late alhido-marginato, cervice et pede,
tergo rotundato, rüde reticulatim sulcatis.
Ova cretacea, longa 9 — IOY4, lata 7 — 8 mm. In uno eodemque animali ova
tantum tria reperta sunt.
Ova formse ß: longa 8V2— 972, lata Q^-i—iy^ mm.
Specimina 105 vidi, quorum 96 viventia collecla; 103 in Meru inter folia putre-
scenlia in silva pluviosa ad altitudinem 3,000 — 3,500 m. et 2 inadulta in Küimandjüro,
Kibonoto, in silva pluviosa ad altitudinem 2,000 — 2,500 m., mensibus Decembris —
Februarii capta.
Die bisher bekannten Arten, die der oben beschriebenen am nächsten kommen,
sind Limicolaria keniana Smith vom Kenia-Berg in Engl. Ost-Afrika und L. Dohertyi
Smith von der Ugandagrenze, die wahrscheinlich auch dieser neuen Gattung zugehören
dürfen.
Obschon sie L. keniana Sm. (Journ. of Conch., vol. 10, 1903, p. 318, pl. IV,
flg. 17) zweifellos sehr nahe steht, bietet sie jedoch gewisse Ungleichheiten dar, die mir
eine Identifizierung mit dieser verbieten.
So wird für L. keniana angegeben, dass der Columellarrand gerade, beinahe senk-
recht sei, während er bei der hier behandelten Art mehr weniger nach links gerichtet ist,
und für L. keniana ist nicht angegeben, dass der Basalrand beim Übergang in den
Columellarrand einen deutlichen Winkel bildet, der sogar eine Andeutung zu einer schwachen
Sjöstedts KilinrnndjaroMeru Expedition. (J. 4
26 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 6.
Kanalisierung aufweist. Auch die Zeichnung, und zwar auch bei Exemplaren, wo diese
schwach ausgeprägt ist, scheint von der Ijei L. heniana ganz gut getrennt zu sein.
Sowohl betreffend die Form wie die Grösse scheint die neue Art sehr wechselnd zu sein,
es lassen sich aber zwei Hauptformen, deren Typen durch die Figuren 31 und 32 dar-
gestellt sind, unterscheiden. Unter den von mir untersuchten 105 Ex. sind alle Grössen
zwischen 42 und 59 mm. vertreten. Im Verhältnis zur Länge der Schale haben die
kleinen Exemplare eine breitere letzte Windung und eine längere Mündung. Ein Exemplar
mit sehr schwachen dunkleren Längsstreifen ist getürmt ausgezogen mit abgeplatteten
Windungen und schmaler letzter Windung, so dass das Profil gerader wird; da dieses
Exemplar aber schon als es drei Windungen erreicht hatte übel beschädigt worden ist,
lässt sich darauf keine Formenvarietät gründen, sondern es muss wohl als eine pathologische
Form betrachtet werden. Ein anderes Exemplar, das nur fünf Windungen erreicht hat,
hat eine weiss wachsfarbige Spilze und ist übrigens sehr hell olivengelb mit zerstreuten,
kleinen, schwachen, strohgelben Streifen und Flecken, aber ohne die dunklen Flammen.
Was die Form betrifft, so scheint sie auch L. Dohertiji Smith nahe zu stehen,
dürfte aber durch bedeutend grössere Miindung, Form der Columella und Zeichnung gut
von dieser getrennt sein. Von L. saturaia Smith mit deren Varietäten unterscheidet sie
sich besonders durch die stumpfe Spitze.
Die Eier sind im Verhältnis zur Grösse der Schnecke ungewöhnlich gross, und in
keinem Exemplar sind mehr als drei angetroffen worden, während z. B. in einem Exem-
plar von Limicolaria numidim (Reeve) von bedeutend kleinerer Grösse bis zu 25 Eier
von nur i mm. Länge und 37;; mm. Breite gefunden worden sind.
Hoinorus (Subuloua) usagaricus (E. A. Smith).
Stenogyra (SubuUna) nsagarica E. A. Smith, Ann. and Mag. Nat. Hist. (6) IV,
1890, p. 158, pl. 5, lig. 17.
Usambara: Mombo. 3 im Juni lebend gesammelte Ex.
Obschon die vorliegenden Exemplare nicht ausgewachsen sind und obschon sie
eine bedeutend schlankere Form haben, als die zur Art gegebene Figur es angiebt, dürfte
es doch ohne Zw'eifel diese Art sein. Statt 15 zählt das grösste Exemplar nur 107=
Windungen und die Länge beträgt nur li, die Breite 372 mm., statt 37 resp. 7 mm.
Die Mündung ist 37* mm. lang und l^s mm. breit. Trotz des in äusserer Beziehung
unentwickelten Zustandes sind bei diesem Exemplare drei elliptische, etwa 273 mm. lange,
17* mm. breite und somit im Verhältnis zur Dimension der Schnecke sehr grosse Eier
durch die Schale sichtbar. Diese Form der Eier genügt, um die Führung der Art zu
der kugelrunde Eier besitzenden Subidina-Gi-uppe unmöglich zu machen. Unter der dritten
Windung ist die Schale ein wenig zusammengeschnürt und markiert hierdurch die Grenze
der Embryonalschnecke. Die Embryonalwindungen und die unmittelbar darauf folgenden
haben eine wachsweissliche Farbe. Die Naht ist vom Apex die ganze Länge hinunter
deuthch durchscheinend marginiert.
1) AILl.Y, MOLLUSCA. 2/
Petriola alticola n. sp.
Taf. 1, Fig. 39—41.
Tesla elongato-turrita apice acuto, nilido, pallidiore, lenuis at sat firina, ceterum
sericeo-nitidula, subpellucida, cereo-albida, epidermide pallide olivaceo-cerea bene ad-
hserenle indiita; anfr. 972, regulariter accrescentes, primus laevis, acuminalo-tortuosus,
prominulus, proximi subplanati, Icevigali, ceteri convexiusculi sat regulariter subtiliterque
plicato-striati, plicis superne infra suturam impressam, anguste pellucido-marginatam for-
tioribus, breviterque curvatis deinde subverticalibus, sub lente vix conspicue spiraliter
densissime undatim striolati, ultimus rotundatus, sape varicibus dislantibus fuscescente-
marginatis leviter instructus; apertura -/'' — V^ longitudinis adaequans, modice obliqua, sub-
rhomboideo-piriformis; peristoma tenue, rectum, anguste fusco-marginalum, margimbus
callo parietal! tenuissimo junctis, externo regulariter modice arcuato, basali bene curvato,
subter columellam excavatam, tortuosarn albido-callo-marginatam, plus minusve abrupte
truncatam, descendente.
Specimen max.: long. 24, diam. 6-/3; apert. long. 673, lat. vix 372 nim.
Animal pallidum, pallio aperturam versus fuscescente, in anfractibus medianis ma-
culis lineisque parvis, fuscis, translucentibus sparsim notato, viviparum. Specimina mense
Januarii capla pullos 7 — 9 continentia. Pulli, omnes magnifudine aequales, te.sta nitida
vitreo-albida, 4 mill. longa, 27s mill. lata, anfractus 472 habente, ultimo distincte angu-
lato, subtilissime plicato-striato.
Specimina 129 perlustravi, omnia viventia mensibus Decembris — Februarii in silva
pluviosa collecta, unicum in KiUmcnuljaro, Kibonoto, ad altitudinern 2,000 — 2,500 m.,
cetera omnia in Meru ad altitudinem 3,000 — 4,400., id est usque ad suramum montem,
capta.
Curvella subgradata n. sp.
Testa perforata, elongato-ovata, tenuis, subpellucida, cereo-albida, sericeo-nitidula,
apice obtuso; anfr. 6, primi duo laevigati, rotundati, ceteri convexiusculi, subgradati,
arcuatim subcostato-plicati, ultimus gibbosulus, dimidiam longitudinis testse non altingens;
sutura valde impressa, plicatula, pellucido-marginata; apertura angulato-elliptica, peristoma
rectum, intus leviter labiatum, margine externo regulariter curvato, arcuatim producto,
subtus recedente, columellari stricto, verticali, triangulatim dilatato et fornicatim reflexo.
Long, vix 8, lat. 37^; apert. long. 3, lat., margine columellari incl., 2 mm.
Specimina duo exstant, ad 3Icru in regione inferiore viventia, ova continentia, capta.
Opeas varicosum n. sp.
Testa vix perforata, subulata, apice obtusulo, eburneo-alba opaca vel cereo-cinerea
subpellucida, nitida; anfr. 8, regulariter accrescentes, hie illic varicibus distinctis instructi,
laevigati, ad suturam impressam, subcrenulatam et pellucido-marginatam, breviler plicati,
primi rotundati, ceteri planato-convexiusculi; apertura parum obliqua, angulatim ovata,
peristoma rectum, acutum, marginibus callo tenuissimo junctis, externo medio paululum
arcuatim prolracto, regulariter curvato, basali fortiter arcuato, columellari stricto verticali
28 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. ß.
vel leviler ad sinistram deviante, angulum obtusum cum basali formante, angustere flexo
Perforationen! fere omnino claudente.
Long. 6Y2, lat. 17" ; apert. long, l^s, lat. 1 mm.
Specimen unicum aperturam membrana firma, pulco mediano profundo sculpta,
clausam habet.
Specimina 7 exstant, qiiorum 6 in Merii in silva pluviosa ad altitudinem 3,500 m.
et summo monte ad alt. 4,400 m. collecta, et unicum in KiUmancljaro, Kiboscho, in
regione Ericinellarum pratorum montanorum ad altitudinem 3000 m., mense Februarii,
captum.
Opeas taiigaense n. sp.
Testa perforata, subulato-turrita, apice obtusulo, cereo-albida, subpellucida, oleo-
nitida; anfr. 9, regularifer accrescentes, convexiusculi, sutura impressa, anguste pellucido-
marginata discreti, embryonales Iseves, celeri plicis incrementi subccstiformibus verticalibus
curvatis crebre sculpti; apertura verlicalis, angulatim ovala; peristoma rectum intus levis-
sime callo-labiatum, marginibus callo distincto junctis, externo modice curvato, arcuatim
producto, basali recedente, fortiter curvato, columellari substricto, fornicatim reflexo;
columella ipsa stricta, verticalis vel leviter ad sinistram devians, superne angulum dis-
tinctum quasi canaliculatuni cum pariete aperlurali formans.
Long. lOy.", lat. vix 3; apert. long. 27-2, lat. (marg. columellari incl.) 17= mm.
Ova cretacea, globosa, diam. 7^ m™-
Specimina 21, in Usamhara in cavernis "Mkulumusi" dictis prope Tanga capta,
exstant.
Succinea sp.
KiUmandjaro: Kibonoto, auf 1,300 — 1,900 m. Höhe, Kulturzone.
Da die 4 vorliegenden, leer gesammelten Exemplare, deren grösstes nur 472 mm.
lang und 27^ ram- breit ist sowie 272 Windungen ziüilt, nicht ausgewachsen sein dürften,
wage ich es nicht, für sie eine neue Art aufzustellen. Die Schale ist goldglänzend, ziem-
lich bauchig. Das Gewinde ist hart gewunden mit sehr kleinem, vorstehendem Apex, die
Windungen stark konvex, durch eine tiefe, unbedeutend schräge Naht getrennt. Die Zu-
wachsskulptur besteht aus bogenförmigen, auf dem oberen Teil der Windung kräftigeren
und ziemlich regelmässigen Falten. Die Mündung ist breit eirund und die Mündungs-
wand hat eine dünne, aber deutliche Ablagerung.
Meladomus pui-pureus (Jonas).
Ampidlaria purpurea Jonas, Archiv f. Naturgeschichte, V, 1839, p. 342, Taf. 10,
Fig. 1. — Lanistes (Meladomus) purpu7-e%is, v. Marxens, Beschalte Weichtiere, p. 163, in
D.-Ost-Afr., Bd. IV, 1897. — Meladomvs purpureus, Bourguignat, Descript. divers, esp.
Moll, de l'Egypte etc., 1879, p. 35 und Moll, de l'Afr. equat. p. 170.
Usamhara: Tanga, unter Mangrovewurzeln, Juni.
47 Ex., alle lebend eingesammelt.
DAIT.LY, jrOLLUSCA. 29
Das grösste Exemplar -IG mm. lang und 31 mm. breit. Ein IG mm. langes Ex.
mit noch vollständig unverletzter Spitze.
Die Schale, bei ganz jungen Exemplaren hell hornbraun, bei grösseren dunkel
olivenfarbig oder schwarzbraun, ist unter der nicht schwer zu entfernenden Schlammkruste
stark glänzend.
Ausser der ausgeprägteren, faltigen, unregelmässigen Zuwachsskulptur weist die Schale,
wo die Kruste entfernt ist, eine äusserst feine und regelmässige, beinahe rippenähnliche
Vertikalskulptur imd ausserdem eine mikroskopische Spiralskulplur auf, die bei kleineren
Exemplaren deutlich, bei grösseren Exemplaren aber nur stellenweise und besonders auf
dem oberen Teile der Schale bei günstiger Beleuchtung wahrzunehmen ist. Wo die feinen
Vertikalrippchen durch die Spiralstreifen geschnitten werden, bekommen jene ein, bei ausge-
wachsenen Exemplaren durch Abnutzung mehr oder weniger vermischtes, schönes, granu-
liertes Aussehen, das sie Perlenbändern ähnlich macht.
Atoxou taeniatum Simroth.
Die Nacktschnecken Ost-Afrikas, p. 8, Taf. I, Fig. 4, in D.-Ost-Afr. IV, 1896.
KiUmandjaro: Kibonoto, 1,300 — 1,900 m. Höhe, Kulturzone; unter vermoderten
Blättern des Regenwaldes bei 2,000 m. Höhe; auf den Blättern der Cyperaceen, unter
den Ipomeeen und anderen Schlingpflanzen in der unteren Kulturzone ; unter vermoderten
Blättern in einer Bananenpflanzung.
64 in den Älonaten April, Älai, Juli — Sept. gesammelte Ex.
Unter dem vorliegenden Älaterial finden sich alle Grössen, von 6 bis zu 41 mm.
Länge hinauf repräsentiert. Bei vielen Exemplaren sind alle Bänder vollständig in kleine,
punktförmige Flecke aufgelöst. Der in Spiritus erstarrte Schleim hat eine hellrosa-
violette Farbe.
Atoxou lineatum Simeoth.
Die Nacktschnecken Ost-Afrikas, p. 10, Taf. I, Fig. 9, in D.-Ost-Afr., IV, 1896.
Kilimanäjaro : Kibonoto, unter vermoderten Blättern in einer Bananenpflanzung bei
1,300 — 1,900 m. Höhe, Kulturzone; in den vermoderten Blättern im "Walde; Meru-
Niederung in den Akazienwäldern am Flusse Ngare na nyuki.
35 im Juli — September gesammelte Exemplare.
Die Grösse wechselt von 14 bis 52 mm. Die Älantelpore ist (in Spiritus) bei den
meisten rund, bei einigen aber länglich oder sogar ritzenförmig.
Der Rücken, der bei kleineren Exemplaren einen schwachen Kiel zeigt, scheint bei
ausgewachsenen Exemplaren gerundet, ohne Kiel und bei einzelnen sogar statt des Kieles
mit einer seichten Rinne versehen zu sein. Die Rlittelpartie des Rückens hellfarbig. Ich
bin nicht sicher, ob sich nicht unter denen, die ich zu A. lineatum führen zu müssen
geglaubt hatte, möglicherweise einige Exemplare verbergen, die vielleicht als A. rariegatum
Si.MROTH zu identifizieren wären.
30 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO MERU EXPEDITION. G.
{ Atoxon sp.
Küimandjaro : Kibonoto, unter Ipomseen und anderen Schlingpflanzen der unteren
Kulturzone; unter vermoderten Blättern im Walde.
6 im Juli und Aug. gesammelte Ex.
Das grösste Exemplar 74 mm. lang. Farbe ganz hell lehmgelb ohne geringste
Spuren einer Zeichnung. Der Älantelschild grob netzfurchig, nach hinten abgerundet, mit
einer im Verhältnis zur Grösse des Tieres äusserst kleinen Pore. Die Körperseiten mit
längsgehenden parallelen Furchen. Der Rücken mit einem kräftigen und besonders hinten
über der Schleimpore hohen, durch Kontraktion in Spiritus grob weflenförmigen Kiel.
l Atoxon sp.
Küimandjaro: Kibonoto, im Walde unter vermoderten Blättern; i/er» auf 3,000 m.
Höhe, im Regenwalde.
4 Ex.; April, Mai, Juli, Dez.
Das grösste Ex. 78 mm. lang mit einem 26 mm. langen Manlelschild.
Die Farbe ganz lehmgrau mit grünlichem Anstrich, ohne Spuren einer Zeichnung,
Mantel, Rücken und Fussende dunkler.
Der Mantel spärlich, seicht netzfurchig. Die Mantelpore äusserst klein, 7» ^mi-
lang, linienförmig. Die Körperseiten mit regelmässigen, in gleichem Abstand untereinander
vom Mantel ausstrahlenden, distinkten, aber nicht tiefen Furchen mit äusserst feinem
Netz dazwischen. Der Rücken mit einem hohen, scharfrandigen, bei zwei Exem-
plaren wellenförmig kontrahierten Kiel, etwas dunkler als der Rücken im übrigen.
Nebst den oben angeführten Arten liegen teils zwei der Gattung Physopsis zuge-
hörende Species, die eine, von den Natronseen zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru
stammende, mit ziemlich ausgezogenem Gewinde und schw^ach unregelmässiger Zuwachs-
skulplur, die andere, die am Kilimandjaro in einem klaren in den Fluss Sanya sich
ergiessendes Bächlein angetroffen wurde, mit kurzem, stumpfem Gewinde und treppenstufen-
ähnüch abgesetzten, besonders an den oberen mit regelmässiger, fallenähnlicher Skulptur
versehenen, Windungen, teils eine kleine Muschel aus Tanga in Usambara, die in Form
und Skulptur eine gewisse Ähnlichkeit mit nicht ausgewachsenen Exemplaren des Pisi-
(lium nmnicuiH Müller zeigt, vor.
Infolge mangelnder Zeit ist es mir aber augenblicklich nicht möglich auf eine nähere
Behandlung dieser wahrscheinlich neuen Arten einzugehen.
i'bersiclit der von der Expedition mitgebrachten 3Iollusken.
Kilimandjaro.
Cijclophorus (Cyrlophoropsis) kibonotoensis n. sp. ..
EdentuUna montium n. sp
Eiinea (Gulella) meruensis u. sp
t ( t ) coardata n. sp
Streptaxis enneoides v. Marxens
Heikarion meruensis n. sp
Mtrina nigrocinda v. Marxens
s kihosrlwensis ii. sp
» ericineUw n. sp
» viridisplendeiLS n. sp
Thapsia silvcppluviosw n. sp
> radiaia n. sp
» kibonotoensis n. sp
TrocJiozonites meruensis n. sp
Martensia albopida (v. Marxens'!
» meruensis n. sp
Bloijetia simulans (v. Marxens)
3 » var. Kretschmeri (v. Marxens)
? Trochonanina membranacea n. sp
Helix Sjöstedti n. sp
» alticola n. sp
» Gregorii (E. A. Smixh")
» alienus n. sp
» (Phasis) meruensis ii. sp
Bulhninus (Cerastus) Tkieli n. sp
(Conulinus) sordidulus v. Marxens
Mabilliella Daubenbergeri Dauxzenberg
Achatina kilimm Dauxzenberg
» Retzii n . sp
Limicolaria martensiana E. A. Smixh
» » var. eximia v. Marxens
» turriformis vai-. so/irfa v. Marxens ..
Limicolariopsis Sjöstedti n. sp
Pelriola alticola n. sp
Gurvella subgradata n. sp
Opeas varicosum n. sp
Succinea sp
Physopsis sp
» sp
Äioxon tceniatum Simroxh
> lineatum Simroxh
f ■> sp
? » sp
Mein.
32
SJÖSTEUTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. fi.
Aussordeiu sind, nach mir zugäugliclior Literatur, uoeli folgende Arten
vom KiUmandJavo bekannt:
Cyclostoma anceps v. Marxens
» Letoiirneuxl Bourguignat
» Delmaresi Ancey
Ci/clophorus Volkensi v. Marxens
Ennea (Gidella) tudes v. .Marxens
» C » ) Nollei HoEXXGER
Strepta.i'is kihweziensis E. A. Smixh
Vitrina lohelicecola Dauxzenberg
Mariensia mossambicensis (Pfeiffer)
» ohtusangida v. Marxens
>' Percivali E. A. Smixh
Bloijetia rufofusra v. Marxens
Helix kilinm v. Marxens
» riinssorhia v. Marxens
Rarhis rJiodotmiia v. Marxens
Achatina panthera Ferussac var. Keumannl
V. Marxens
Achatina Bioyeti Boürguignax var. faialis
V. Marxens
Achatina castanea Lamarck
kiliince Dauxzenberg
» fulminatrix v. Marxens
Limicolaria colorata E. A. Sjiixh
» dimidiata v. Marxens
» » var. Volkensi v. Marxens
» saturata E. A. Smixh
Suhidina Conradti v. Marxens
Hapalus Kretschmeri V. Marxens
Opeas limpidum v. Marxens /. major Boexxger
? Parmarion Kerstenii v. Marxens
TAFEL 1
'.TOSTKnTS KII.IM A-VD.TA Kn-lIKl.T i; X TK lU'l'Ic >X
Tiifel 1.
Fig. i — 2. EäentuUna iiioiitiitiii n. sp.
3 — G. Ennea (Gulella) meruensis ii. s|i.
7 — 9. » ( '" ) coarrtatn n. .sp.
» 10 — i;-!. Vitrina kihoschoensifi n. s|i.
» 14 — J7. Hefe Sjöstedti n. sp.
» 18 — 2(1. » nlticola n. sp.
» 21 — 2;!. » Gregorii (K. .\. Smith'I
2i — 25. Iiiilii)iiiiii^ Tlireli n. ^p.
2(i. Mdliilliellii D<iitJieiihci-(/cri Hautz.
27 — 30. Arhiifliia l'iluhryi ii. sp.
31 — 3(). Limicolariopsh'i Sjösteilli n. neu. d n. >p.
37 — 38. Limirolaria marteiisiarid K. .\. S.mith
var. exiniia v. Maktl.n.s.
3it — i-l. l'cfriola alticnhi ii. .-p.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
6 Mollusca.
Tai 1.
^
.s^
.2 4
20
Mi
#.^v
30
40
G, Liljevall delin.
Cederquists Graf. A.B.. Sthim
d'Ailly: Mollusca.
7. COLEOPTERA.
1. DytiscidaB, Gyriiiidap, Hydropliilidte
par
M. REGIMBART.
Siir les coleopteres aqiiatiques de ces regions ecrit M. Sjöstedt:
»Parmi les trois familles aquatiques Dytiscidae, Gyrinidae et Hydrophildae,
qui proviennent toutes des filets d'eau serpentant siir les steppes elevees et dans les
zones inferieures des monts Kilimandjaro et Meru, les Dytiscides paraissent monter
le plus haut dans les regions froides de ces montagnes. Ils ont ete en effet trouves
dans les eaux des prairies du Kilimandjaro au-dessus de la limite des forets, entre
3,000 et 4,000 met., ainsi que dans les eaux des ravins du Meru, dans une region
de forets et de bambous ä une altitude semblable ou plus haute. Une localite tres riche
en ces insectes est constituee par un ruisseau d'eau limpide, courant sur la steppe vers
la riviere Sanya, dont les bords sont couverts d'herbes, principalement a un petit
elargissement dans lequel se developpent des Nymphsea bleus {Nymphcea stellata
WiLLD.) des Potamogeton et autres plantes aquatiques. Dans ce bassin si inte-
ressant, assez profond et noir, se prennent de grandes especes telles que Cybister tripunc-
tahcs var. africanus, C. senegalensis plus petit, mais semblable comme aspect, les Hy-
daticus caffer, Leander, dorsiger, galla (ces deux derniers tres communs), matruelis, ex-
damationis, etc., puis de mombreuses petites especes sortant des paquets d'herbes tires de
l'eau, telles que LaccophiJus pilitarsis, adspersus, grammicus, lineatus, Canthydrus SediUoti
et higultatus, Hydromnthtis micans, Bidessus ovoideus et sordidus, se hätant de regagner
leur element liquide, tandis que se trainent plus lentement bon nombre H3^dro-
philides, tels que Laccobius parumpunctatus, Helochares melanophthalmtts, etc., sans'
oublier le grand Hydrophile Stethoxus senegalensis et son plus humble voisin Sterno-
lophus gracüis. Tout ce monde d'insectes partage ces repaires avec de nombreuses
grenouilles : Rana angolensis, de couleur brune foncee et un peu maculee, se retrouvant
jusqu'aux prairies de montagne, 3,000 ä 3,500 metreset sur les parties les plus hautes
du mont Meru, Rana mascareniensis, ornee de son ruban vert au niilieu du dos, partout
commune dans les regions inferieures. Nombreux aussi sont les Agrionides, les Aeschnides
SjosiPfUs Ki/iinanifjarn-Mcrif KxjtfdiHon. 7. ■. 1
2 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 1.
et les Libelhilides, volant autour des eaux oü les larves innombrables se tiennent cachees,
ainsi qiie les Naucorides et Corixides et dont les Gyrinides, les grands Dmentes afri-
canus et aereus et le plus petit Atdoyiogyrus caffer, sillonnent la surface de leurs ra-
pides et capricieux meandres.
»Dans les eaux des lacs Natron, sur la steppe situee entre le Kilimandjaro et le
Meru, se rencontrent aussi un bon nombre d'especes, au milieu des herbes, des cha-
racees, etc. les plus communes, Volvulus stagnicola, cet Hydrophilide bronze, convexe
et coniprime, le petit Paracymus punctillatus, Sternolophus rufipes, Herophydrus inqui-
nalus, Canthydrus Sedilloti, Bidessus sordidus, Laccophilus hiridus, d'autres beaucoup
moins repandues et meme rares: Hyphydrus maculiceps, Canthydnis biguttatus, Hyda-
ticus Leander, Phllhydrus parvulus et Helochares variabilis. Dans les bassins au fond
des ravins sur les regions les plus hautes du mont Meru, d'oü descendent les ruis-
seaux d'eau froide, a ete decouvert V Agahiis Sjöstedti, dont l'aspect indique bien une
espece du nord, en compagnie d'une nouvelle variete, atratus, de V Hydroporus ahyssini-
cus, espece variable et repandue dans les eaux courantes de l'Afrique Orientale.
»Enfin, pour terminer par l'indication d' une autre espece nouvelle, Agahus dytiscoides,
il est interessant de remarquer que non seulement ce Dytiscide est tres voisin de VA.
Sjöstedti, mais aussi qu'il vit d'une fagon analogue, a une hauteur de 3,000 ä 3,500
metres sur le Kilimandjaro, dans les eaux froides des prairies alpestres, au-dessus de
la limite des forets».
La collection reunie comprend plus de 1,200 exemplaires repartis en 61 especes.
Ce nombre evidemment pourra etre augmente, sinon pour les especes des parties
froides qui seront toujours restreintes, du moins pour la zone inferieure oü les
especes sont presque toutes les memes que celles des regions voisines et des regions
tropicales.
Farn. Dytiscidae.
Hydroporus abyssiiiicus Sharp, var. atratus Reg., nov. var.
Cette variete tres tranchee est ainsi caracterisee : tete et pronotum noirs, la
premiere avec une bordure du clypeus et une taclie transversale sur le vertex, le
second avec une bordure laterale et une tache mediane d'un roux vif, souvent bien
indiquees, souvent tres diminuees et parfois nulles, elytres noires avec 8 lignes jaunes
parfois entieres, le plus souvent interrompues gä et la et surtout en deliors, pattes
noir ätres largement rousses aux articulations, ainsi que la seconde moitie des antennes.
Sur le mont Meru, dans les eaux de ruisseaux rapides et froides, ä 3,500 met.
Cette variete contraste d'une fagon remarquable avec une autre variete de la
meme espece, que j'appelle v. flavidus, nov. var., trouvee par M. Ch. Alluaud dans
le lac de Nakurs, (Rift Valley, Afrique Orientale anglaise, vers 2,000 met. d'altitude);
la couleur est noire en dessous, d'un jaune fauve sur la tete et le pronotum, la pre-
miere avec une ligne transversale en arriere, le second avec une bordure transversale
au sommet et deux taches basales, ces marques noires, les elytres jaune pale avec
REOIMBART, DYTISCIDJE, GYRINII).«;, HYDROPHILID^. 3
sept lignes noires entieres, l'externe moins reguliere et pourvue en dedans de deux
dilatations ou taches.
Dans ces deux varietes, la femelle differe du male par la surface un peii
moins brillante, la forme un peu plus large et surtout par les elytres plus tronquees
au sommet, le denticule externe en forme d'angle, tandis qu'il est ä peu pres nul
chez le male.
Herophydnis inquinatus Boh.
Nombreux exemplaires tres variables comme coloration, les uns ayant les dessins
bien apparents, les autres etant beaucoup plus fonces et avec les dessins reduita ä
quelques taches. KiUmandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans un ruisseau pres
de la riviere Sanya 21. IX. 05. Laos Natron, entre Kilimandjaro et Meru 2. VII. 05.
Herophydnis Sjöstedti n. sp.
Long. 3 '2— 4 niill. — EUiptico-ovalis, convexus, rufo-ferrugineus, capite nigro,
antice et postice late rufo-flavo, intra oculos utriusque oblique et late depresso, for-
titer et sat dense punctato, clypei margine in medio sat anguste interrupto, pronoto
rufo-flavo, antice et postice late nigro marginato, lateribus anguste marginatis, fortiter
et dense punctato, elytris fortiter, dense et eequaliter punctatis, biseriatis, nigris,
margine antice sat lato, ante medium et post medium intus bilobato, postice angusto,
vitta angusta suturali, vittaque in disco antice maculatim dilatata, denique vittula
extus ante apicem, rufo-flavis, his duabus vittis saepe integris et ssepe interruptis.
Espece tres voisine de H. inquinatus Boh., mais plus petite et ayant les memes
dessins roux vif disposes de meme sur les elytres et qu'il me parait utile de rappeler
en detail: 1" une bordure marginale assez large ä la base, etroite en arriere, envoyant
en dedans un prolongement lobiforme, puis ä partir du milieu un dedoublement plus
developpe et atteignant de nouveau la moitie marginale pour se confondre avec eile
jusqu'au sommet; 2" une bände longitudinale etroite, reguliere, etendue de la base au
sommet oü eile rejoint la bordure; 3" une bände discale analogue ä la suturale, mais
dilatee en tache ä la base, puis parfois un peu irreguliere et joignant la bordure avant
le sommet; 4" une petite bände courte et situee dans le dernier quart, entre la bordure
et la bände discale. Cette description se rapporte aux exemplaires tres colores ; chez
d'autres plus fonces, les dessins sont plus ou moins reduits ou interrompus et meme
chez des exemplaires tres fonces il ne reste qu'une partie de la bordure et la tache
basale de la bände discale. Les elytres ne presentent pas de trace des deux series
imprimees du disque qui generalement sont assez distinctes chez l'espece precedente.
Usambara: Tanga 12 ex.
Herophydnis guineensis Aube.
Usambara, un exemplaire {turgidus Er., hy phydroides Peeeis).
4 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 1.
HyplijMlrufs iiiaculiceps Reg.
Kilimundjaro : Kibonoto. region inferieure, dans un ruisseau pres de la riviere
Sanya, 21. IX. 05; un seul exemplaire; Lacs Natron entre Kilimandjaro et Meru,
12. VIT. 05, im exemplaire.
Hyphydrufs grosisus Sharp.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans un ruisseau pres de la riviere
Sanya, 21. IX. 05. Trouve aussi dans les Lacs Natron, entre Kilimandjaro et iMeru.
— U Samba ra.
Hyphydrus impresssus Klug.
Usanihara: Tanga, Juin 1905; un exemplaire (coqiienli Fairm.).
Bidesisxis ovoideus Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05; 14 ex.
Bidessus sordidus Sharp.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure: Lacs Natron; 14 ex.
BidesMis g;emiiiu8 Ol. var. capeiisiis Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans un ruisseau pres de la riviere
Sanya; un ex.
Bidessus geiuiiiodefs Reg. var. zauzibareusis Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto. region inferieure, pres de la riviere Sanya.
Hydrovatus mucrouatus n. sp.
Long. 4'/;) mill. — Ovalis, latus, convexus, ad humeros latior, postea leviter,
ante apicem fortiter attenuatus et ad apicem acuminatus; capite fusco-castaneo, antice
late rufo-ferrugineo, subtilissime reticulato, sparsim tenuissime punctulato, clypeo
subemarginato-truncato, tenuiter marginato ; pronoto fusco-castaneo, ad latera dilatiore,
fortiter sat dense sed parum profunde punctato, subtilissime et obsoletissime reticu-
lato ; elytris biseriatim punctatis, ut pronoto reticulatis et punctatis (punctis ad latera
et apicem obsoletis), nigricantibus, ad latera anguste ferrugineis; corpore subtus, an-
tennis pedibusque rufo-ferrugineis.
II resemble beaucoup comme forme et coloi'ation ä H. oblongipennis Reg., d'Af-
rique occidentale, mais il en differe par la reticulation tres obsolite et par la ponc-
tuation beaucoup plus grosse et un peu moins serree; la plus grande largeur du corps
est au niveau des epaules, ensuite le conto ur des elytres en se retrecissant legerement
est obliquement presque rectiligne, puis vers les trois quarts de la longueur la courbe
REGIMB.VRT. O VTIÖCJLÜ.'K, GYRJNID.K, il^ DKOPHUJÜ^. 5
augmente et accentue le retreciösement et enfin le contour se redresse pour former
uiie pointe commune tres accentuee ; les antennes sont assez greles, du moins chez
les quatre exemplaires que je connais.
Kilimandjaro: Kibonoto. region inferieure, pres de Sanya, 20. IX. 05, deux
exemplaires captures par M. Sjöstedt et bien semblables aux deux de Natal, Durban»
captures par H. W. Bell Maley. Brit. Mus. et coli. Regimbart.
("aiitliydnits Itiguttatiis Rkg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure; nombreux — Lacs Natron entre
Kilimandjaro et Meru 12. VIII. 05.
Cauthydnis Sedilloti Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure pres de la riviere Sanya; 21. IX. 05;
nombreux — Lacs Natron entre Kilimandjaro et Meru; 12. VII. 05; nombreux.
Hj'drocaiithus mieaiis Wehncke.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure. — Usamabra: Tanga, juin; 16 ex.
Laccophilus hiridus Schm.
Lacs Natron entre Kilimandjaro et Meru, 12. VII. 05; 29 ex.
Laccophiliis pilitarsi« Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure. pres de Sanya, Sept.
Laccophiliis tieniolatus Reg.
Usamhara: Tanga, un exemplaire.
Laccophiliis adspersus Boh.
Kilitnandjaro : Kibonoto. region inferieure, pres de Sanya, Sept.; Lacs Natron
entre Kilimandjaro et Meru. — Usambara.
Laccophiliis grammicus Shart.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05, un exemplaire.
Laccopliüus lineatus Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05.
Agabu»« Sjöstedti n. sp.
Long. 7 — -S mill. — Oblongo-ovalis, subparallelus, parum convexus, piceo-casta-
8 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEHU EXPEDITION. 7: 1.
neus, marginibus omnibus rufescentibus, in capite et pronoto sat late, in elytris paulo
tenuiter areolatus subtus piceus vel piceo-ferrugatus, antennis pedibusque rufis; capite
intra oculos utiinque fovea minuta et profunda niunito, pronoto secundum apicem et
basin uniseriatim fortiter punctato, lateribus arcuatis et fortiter sat anguste margi-
natis, elytris antice sat regulariter triseriatim, postice sine ordine punctatis. — J ni-
tidus, areolatis leviter impressis, tarsis anterioribus et intermediis parum dilatatis,
unguiculis simplicibus. — '+ paulo minor, valde opaca, areolis profunde impressis,
corrugatis, capite subnitido, scutello Isevi et nitido.
Cette curieuse espece est une des plus remarquableg qu'on puisse rencontrer ä
cause de la dissemblance des deux sexes et presente les memes differences que VA.
mimmi J. Sahlb. (Hceffneri Thoms., nee Aube, opaciis Thoms., nee Aube) dont eile
est cependant bien distincte. Le male est d'une taille un peu plus grande, d'une
forme un peu plus large, sui'tout au niveau de la region thoraco-elytrale, et a les
teguments tres brillants, les arioles de la reticulation etant tres peu imprimees, les
tarses anterieurs et intermediaires sont peu dilates, mais assez fortement comprimes,
le 1" article beaucoup plus long que les df/iux suivants et degarni de brosses et de
cupules dans sa premiere moitie, comme c'est la regle dans le groupe de VA. gutfntus
Payk., les ongles simples. La femelle est en moyenne de 1 niill. moins longue, un
peu plus eroite, surtout en avant, et les teguments sont completement opaques,
surtout sur le pronotum et les elytres, dont la reticulation est tres profondement im-
primee et rugueuse; la tete un peu moins profondement sculptee et par suite moins
opaque, et l'ecusson tres lisse est egalement brillant.
L'aspect indique bien une espece du nord et il est en effet notable que l'insecte
a ete trouve sur le mont Meru, entre 3,500 et 4,300 met., dans l'eau tres froide; 10
exemplaires, 22 dec. 1905.
Agabus dyti.scoi(l(^s n. sp.
Long. 6' 3 — 7 mill. — Oblongus, angustus, parallelus, depressus, infra niger, ad
coxas et ad marginem segmentorum ventralium rufo tinctus, supra piceo-ferrugineus,
capite antice et postice, pronoto ad quatuor margines rufis, elytris castaneis et ad
marginem anguste rufis, antennis, palpis et pedibus rufo-ferrugineis, femoribus piee-
scentibus; reticulatione tenui, pronoti margine apicali et basali anguste depresso et
punctato. — d nitidissimus, distincte et tenuiter reticulatus, elytris distincte ante me-
dium trilineatim et post medium irregulariter punctatis. — V profundius reticulata,
in capite et pronoto nitida, in elytris fortiter coriaceo-reticulata, opaca, indistincte
punctata.
Espece tres voisine de A. Sjöstedti, n. sp., raais beaucoup plus petite, beaucoup
plus etroite, plus deprimee, bordures plus fauves, plus distinctes, plus larges, les deux
taches occipitales plus fondues, pronotum sensiblement plus etroit, a bords lateraux
moins arques et tombant plus en dedans des epaviles; la difference sexuelle de reti-
culation est moins fortement accentuee, le pronotum beaucoup plus brillant chez la
femelle et les elytres moins profondement chagrinees et moins absolument opaques
REGIMBART, DYSTICID^, GYRINID.?!. HYDROPHILID^. 7
que chez l'espece voisine; les pattes sont encore un peu plus greles, quoique confor-
mees de meine dans les deux especes qui appartiennent bien au groupe nombreux qui
vit dans les eaux froides et courantes des deux mondes.
J'ai donne a IM. dytiscoides ce nom ä cause de la grande similitude de forme
et de Couleur des mäles dans les deux especes. Ce dernier a ete decouvert par M.
Sjöstedt dans les torrents d'eau glacee ä Kiboscho, au Kilimandjaro, sur le plateau
au-dessus de la foret de ceinture, entre 3.000 et 3.500 met., en fevrier 1906.
Copelatus Erichsoiii Guer.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans un ruisseau pres de la riviere
Sanya, 21. IX. 05, un exemplaire.
Rhaiitus capensis Aube.
Kilimandjaro : Kibonoto. zone des cultures et region inferieure, Sept. 1905: 3 ex.
Hydaticiis flaTolineatus Boh.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieure dans un ruis-
seau pres de Sanya: 22. IX. 05; 7 ex.
Hydaticiis catt'er Boh.
Kilimandjaro : Kibonoto, region inferieure, pres de la riviere Sanya; 22. IX. 05; 4 ex.
Hydaticiis ealla Reiche.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, sept., nov.; 28 ex.
Hydaticiis niatriielis Clark.
Kilimandjaro : Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, sept., nov.; 9 ex.
Hydaticiis dorsiger Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, 22. X., 3. XI.
05; 25 ex.
Hydaticiis Leander Rossi.
Kilimandjaro : Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, 23. IX. 05. Lacs
Natron 9. V^III. 05. Usamhara; 8 ex.
Hydaticiis exciamatioiiis Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, sept.; 5 ex.
8 S.TÖSTEDTS KIl.IMANnjAEO-MERU EXPEDITION. 7:1.
Hydaticus bivittatiis Aube.
Kilimandjaro : Kibonoto, region inferieure, 22. IX. 05.
Khantatieus sii>:iiatii)eiiHis Gast.
Usambara: un exeniplaire.
Cybister trii»iiiictatiis Ol. var. africaiius Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans les rivieres Sanya et Nassai,
aoüt — oct. ; 17 ex.
Cybister 8eueg:aleusi8 Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, pre.s de Sanya, 22. IX. 05: 1 ex.
Cybistei' innnarffinatiis Fab.
Kilimandjaro: Kibonoto, pres de la riviere Nassai, 21. IX. 05; 3 ex.
(lybister biuotatus Klug.
Kilimandjaro: Kibonoto, la riviere Nassai; un exeniplaire, $, d'un remarquable
developpement de la sculpture sexuelle, qui a envahi tout le pionotum et les trois
quarts environ des elytres, comme cela a lieu parfois chez certains exemplaires de la
var. madagassiensis Aube.
Farn, (jyriiiidt».
Diiieiites africainis Aube.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, les rivieres Fugga, Sanya, Lima,
aoüt— Sept., nombreux. — Usambara: Tanga, juin 1905.
Diueutfs lereus Klug.
Kilimandjaro: Kibonoto, comme le precedent. — Usambara: Tanga, juin.
AHloiiogyrus caffer Boh.
Kilimandjaro: Kibonoto, connne le precedent; nombreux. — Usambara: Tanga.
Orectog:ynis distiiictus Reg.
Usambara: juin 1905, une femelle.
Ri;öIMBART. DYTISCID^, GYRINID.^i. HY DROl'HILtD.IS. 9
Orectojiyi'us Leroyi Reg.
Ummhara: juin 1905, serie.
Orectosr.vnis rnarulifer Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, dans la riviere Fugga 7. IX. 05;
belle Serie de oette rare espece, decouverte par M. Ch. Alluaud dans les memes
parages.
Orectogyrus feiniiialis Reg.
Kilimandiaro: Kibonoto, region inferieure. un senl male.
Oreetogiyrus scliistazeus (;erst.
Usatnbara, uue fenielle.
Farn. Hydropliilidae.
StetlioxiLs seuegalensis Perch.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05. Un seul exemplaire (^,
remarquable par sa forme plus allongee que d'habitude {convexus Gast.; Paidinieri
GUER.).
Stenioloplms graeilis Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, sept. 1905; cinq exemplaires, dont
deux de grande taille (1.3 — 14 mill.), trois de petite taille (10 — 11 mill.). Ayant com-
pare entre eux un grand nombre d'exemplaires d'Afrique Orientale et occidentale et
de jNIadagascar, j'ai trouve tous les passages des plus petits (9 mill.) aux plus grands
exemplaires (14 mill.); le principal caractere consiste dans la brievete de l'epine
metasternale qui est ä peine saillante entre les hanches posterieures, sans les depasser,
tandis que cliez l'espece suivante eile est longuement saillante.
Usamhara, un exemplaire de grande taille.
Steriiolopluis rut'ipes Sol.
Lac Natron entre Kilimandjaro et Meru, 9, 12. VIII. 05; 9 ex. (solieri C'ast.).
Heloeharps Tariabilis Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto. zone des cultures, aoüt. Laos Natron entre Kilima-
ndjaro et Meru: 4 ex.
Helocliarps melanoi»htlialnnis Reich.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieiire, sept., nov.; 18 ex.
Sjöfttedt^ Kilimunfljnro-Mpru Exppditioyx. 7. , 2
1() S.TÖSTEDTS KILIMAND.JARO-MERTT EXPEDITION. 7: 1.
Helochares nisfrifroiis Brancz.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, sept., trois exemplaires.
Pliilhydrus picinus Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, petite Serie (circumdiiclus Reg.).
Les Premiers exemplaires que j'ai vus de cette espece viennent du sud de Madagascar
(Ch. Alluaud); cette espece ayant ete retrouvee en Erythree (D'' Andreini) a ete
decrite par moi sous le nom de P. circumductus, nom qui tombe en synonymie, comme
je Tai reconnu, et se retrouve au Congo (L. Fea) ; les exemplaires provenant de Ki-
bonoto sont plus noirätres, mais ne presentent aucune particularite qui puisse les faire
separer. I/espece est donc largement repandue en Afrique.
Philhydrus parviilus Reich.
Lacs Natron entre Kilimandjaro et Meru 19. VII. 05, trois exemplaires. —
Usambara: Tanga, juin.
Paracymns pimctillatus Rey.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure; Lacs Natron entre Kilimandjaro et
Meru. — Usambara: Tanga. Tres commun dans toute l' Afrique; nombreux.
Laccobius panimpuiictatus Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et region inferieure, aoüt, sept.;
nombreux. Espece egalement tres repandue dans l'Afrique Orientale.
Volvulus stagnicola Muls.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure. Lacs Natron entre Kilimandjaro et
Meru; {cwpreus Reg.).
Volvnlus obsoletus Reg.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05; 3 ex.
Ain|)]iiops lucidns Fah.
Kilimxmdjaro : Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05; 3 ex.
Cercyoii capeiisis Muls.
Kilimandjaro: Kibonoto, region inferieure, aoüt, sept.; 6 ex. {scapularis BoH.,
rufocaudatus Fairm.).
REOIMBART, DYTISCID^, GYRINIDjE. HVDROPHILID.-K.
11
H.vdrit'iiii kiliiiiaii(ljar(Misis Reg.
Kilimandjuro : Kibonoto, region inferieure, 21. IX. 05; 4 ex.
Le voyage de M. le Professeiir Docteur Sjöstedt, et celui accompli uu an
environ auparavant par M. Ch. Alluaud,' ont permis de recolter un nombre consi-
derable d'especes qui ont bien fait connaitre la faune coleopterologique de ce massif.
Ces deux explorations du Kilimandjaro ont donne un resultat tres important et
tres interessant. Sans compter tout d'abord le Mont Meru qui n'a ete visite que
par le Prof. Sjöstedt, nous remai'quons que si les deux explorateurs ont pris chacun
la plupart des memes especes, nous trouvons aiissi que chacun a capture des especes
non capturees par l'autre, ce qui indique d'une part que les localites visitees n'etaient
pas les memes, et d'autre part que chacun avait une maniere differente de chasser.
C'est ce qui s'observe presrjue toujours dans les resultats differents obtenus par chaque
naturaliste. Aussi j'ai pense qui'il etait indispensable, comme appendice, de condenser
les deux listes et de faire ainsi d'un seul coup connaitre les especes jusqu'ici rencon-
trees dans ce groupe montagneux. Lorsque d'autres explorations auront lieu, elles
augmenteront l'enunieration, car beaucoup d'autres especes ont ete prises dans les
regions voisines, dont l'altitude atteint jusqu'ä 2,000 et meme 2,500 metres.
Liste des Dytiscides, (Jyiinides et Hydropliilides actiielleinent coiinus du
Kiliiuaiidjaro et du Meru.
1.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
üytiscidfe.
Hydroporus (Nebrioporus) kilimand- 12.
jarensis Reg. 13.
Hydroporus (Deronectes) abyssinicus 14.
Sharp var. atratus Reg. n. var. 15.
Herophydrus inquinatus BoH. 16.
Hyphydrus maculiceps Reg. 17.
Hyphydrus grossus Sharp. 18.
Yola frontalis Reg. 19.
Bidessus ovoideus Reg.
Bidessus sordidus Sharp. 20.
Bidessus geminus Ol. var. capensis 21.
Reg. 22.
Bidessus geminodes Reg. var. zanzi- 23.
barensis Reg. 24.
Hydrovatus mucronatus Reg. n. sp. 25.
Canthydrus biguttatus Reg.
Canthydrus Sedilloti Reg.
Hydrocanthus micaus Wehncke.
Laccophilus luridus Schaum.
Laccophilus pilitarsis Reg.
Laccophilus adspersus Boh.
Laccophilus grammicus Sharp.
Laccophilus lineatus Aube (brevicol-
lis Sharp).
Agabus Sjöstedti Reg. n. sp.
Agabus dytiscoides Reg. n. sp.
Agabus Raffrayi Sharp.
Copelatus Erichsoni Guerin.
Rhantus capensis Aube.
Hydaticus flavolineatus Boh.
Regimbakt: Ann. Sor. Ent. Fi-. 190ß, \). iSö — 278 ex. ji. 127 e.'^peces du Kilimandjaro).
12
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
26. Hydaticus Dregei Aube.
27. Hydaticus caffer Boh.
28. Hydaticus galla Reich.
29. Hydaticus matruelis Clark.
30. Hydaticus dorsiger Aube.
31. Hj'^daticus Leander Rossi.
32. Hydaticus exclamationis Aube.
33. Hydaticus bivittatus Aube.
34. Cybister tripunctatus Ol. var.
canus Aube.
35. Cybister senegalensis Aube.
36. Cybister immarginatus Fab.
37. Cybister binotatus Klug.
afri-
1. Dineutes africanus Aube.
2. Dineutes sereus Klug.
3. Aulonogyrus epipleuricus Reg.
4. Aulonogyrus caffer Aube.
5. Aulonogyrus virescens Reg.
(Tryriiiid«.
6. Orectogyrus laticostis Reg.
9.
10.
Orectogyrus rugulifer Reg.
Orectogyrus feminalis Reg.
Orectogyrus coptogynus Reg.
Orectogyrus erosus Reg.
Hydi'ophilirta^.
1. Stethoxus senegalensis Perch. 12.
2. Steniolophus gracilis Reg. 13.
3. Steniolophus rufipes Sol. 14.
4. Helochares melanophthalnuis Reich. 15.
var. crenatostriatus Reg. 16.
5. Helochares nigrifrons Brancz. 17.
6. Helochares variabilis Reg. 18.
7. Philhydrus picinus Reg. 19.
8. Philhydrus parvulus Reich. 20.
9. Paracymus punctillatus Rey. 21.
10. Paracymus minor Reg. 22.
11. Laccobius parumpimctatus Reg. 23.
Berosus vitticollis Reg.
Volvulus stagnicola MuLS.
Volvulus obsoletus Reg.
Amphiops globus Eb.
Amphiops lucidus Fab.
Dactylosternum depressum Klug.
Cyclonotum rubrocinctum Reg.
Cercyon capensis Muls.
Cercyon limbicollis Reg.
Megasternum brunneum Reg.
Sphaeridium apicale Boh.
Hydrsena kilimandjarensis Reg.
Janvier 1907.
r. COLEOPTERA.
2. Histerid*
by
G. LEWIS.
The Histeridse froni tlie inoimts Kilimandjaio and Meru were hitherto very little
known and I can only find the record of two species namely: ZabromorpJms pachysomus
Ancey and Pachycrcerus laticejjs Lew. from this region, neither of these are in the
present collection.
Judging from the 230 specimens brought home by Prof. Sjöstedt including
22 species, the districts investigated are not prolific in insect-life and half the species
are such as have a very wide distribution. Notably Macrosternus Lafertei Mars.
which has been found on both sides of the Continent and as far south as Gazaland.
Ijioderma catt'rum Er.
Küimandjaro: Kibonoto. One single female taken under bark of the cande-
labrumtree (Euphorbia Reinhardti) on the lo wer region of culture, 1,200 in., 13 XI 05.
Hololepta semiciiicta Mars.
Küimandjaro: Kibonoto-steppe and in the region of culture; aug., sept., nov.
1905; 7 specimens.
Macrosternus Lafertei Mars.
Kilimandjaro : Kibonoto, in the region of culture, 30X05; 5 specimens.
Macrolister validus Er.
Kilimandjaro: Kibonoto, in the region of culture, 4 mai 1906; 1 specimen.
Macrollster pilicollis Sch.
Kilimandjaro: Kibonoto, region of culture, 10X05; 1 sp.
14 SJÖSTEDTS KTLIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 2.
Faeliylister uigrita Er.
Küiriiandjaro : Kibonoto-steppe and in the region of culture, aug., sept., oct.
— Meru: at the river Ngare na nyuki, oct., dec, 1905; 9 sp.
Pachylister catt'er Er.
Kilimandjaro : Kibonoto-steppe, aug., oct.; J"?.
Hister adjectiis Mars.
KiUmayidjaro : Kibonoto-steppe, 2 X 05; 1 sp.
Hister tropicus Payk.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and in the region of culture, aug., sept. —
ilfent-steppe, at the river Ngare na nyuki, oct. 1905, 7 sp.
Hister pyxidatus Lew.
Kilimandjaro: Kibonoto, region of culture.
Hister vadatiis n. sp.
Ovalis, convexus, niger nitidus; fronte stria antice recta; pronoto bistriato;
elytris, striis 1 — 4 integris, 5 obsoleta, suturali utrinque abbreviata; propygidio pygi-
dioque punctatis: niesosterno stria marginali in medio interrupta; tibiis anticis 3-
dentatis, apicali dente immani.
L. 7 mill.
Oval, convex, black and shining; the head, frontal stria eomplete, straight
anteriorly and rounded off on either side; the thorax, marginal stria very fine, two
lateral well-marked and parellel to each other, the outer stria terniinates behind tlie
eye, inner continued behind the head; the elytra, humeral stria wanting, dorsal 1 — 4
eomplete, 5 indicated by a few apical points, sutural abbreviated at both ends, the
ends turn away from the suture; the pygidia are clearly not closely punctured with
microscopical points in the interspaces; the prosternum, lobe marginate and impunc-
tate ; the mesosternum is f eebly sinuous anteriorly and the marginal stria is interrupted
in the middle; the anterior tibiae 3-dentate, apical tooth very large.
The above is similar to H. obesiis Fähr, and others by the thorax being bistriate
laterally and the terminal tooth of the anterior tibia being very large.
Meru: at the river Ngare na nyuki, 22 nov. 1905.
Hister coproi»Iiilus Reiche.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and in the region of culture, aug., nov. —
Jfent-steppe, at the river Ngare na nyuki oct.; common.
Hister sp.
2 specimens.
LEWIS, HISTERTD^. 15
Piiroiiiiilus pxiffims Fähr.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and region of culture, aug., 1905; 4 sp.
Tribalus caveniicola n. sp.
Ovalis, supra subdepressus, subaeneus, nitidus; fronte concava. snpra oculos
elevata, fere Isevis; pronoto basi transversim impresso; elytris striis obsoletis; pro-
sterno, striis utrinque divergentibus ; antennis pedibusque obscure brunneis.
L. 3 mill.
Oval, somewhat depressed above, brassy, shining ; the head, ooncave anteriorly
with lateral margins elevated, surface almost impunctate; the thorax is evenly, finely
and ratlier closely punctulate, marginal stria complete, along the middle of the basal
edge there is a narrow transversa rugose impression; the elytra, dorsal strise short
oblique and ill-defined, diso and the pygidia are almost smooth; the prosternum,
lobe marginate, clearly punctured and microscopically strigose, Striae divergent before
and behind, keel lightly sculptured ; the mesosternum, marginal stria very fine and
interrupted in the middle, evenly, sparingly and very minutely punctulate, transverse
Stria well-marked with sixteen crenellations ; the antennse, pale-brown, legs obscurely
brownish.
Similar is form and colour to T. capensis Payk. but the surface sculpture of
Payküll's species is densely punctulate.
üsamhara: Tanga, in the Mkulumusi-caves.
Pacliycr;vrus inoiitainis n. sp.
Oblongus, subcylindricus, viridi-cyaneus; fronte impi'essa, stria integi'a; pronoto
Stria marginali antice late interriipta; elytris striis dorsalibus 1 — 4 integris, 5 obsoleta,
suturali dimidiata ; propygidio pygidioque f ortius punctatis ; prosterno bistriato, striis
rectis haud conjunctis; mesosterno antice immarginato ; tibiis anticis 6-dentatis.
L. 5V2 — 6 mill.
Oblong, somewhat cylindrical, greenish blue, shining; the head slightly im-
pressed anteriorly, marginal stria complete, surface microscopically punctulate; the
thorax, marginal stria widely interrupted behind the head, disc before the scutellum
smooth but behind the he^id and lateraliy it is conspicuously punctured; the elytra,
Striae, outer humeral fine and bent and reaches the middle from the apex, 1 —4
complete, 5 short, feeble and apical, sometimes whoUy wanting, sutural well-marked
and reaching just beyond the middle; the pygidia are rather closely and coarsely
punctured; the prosternum, Striae are straight and parallel not meeting at either end
nor quite reaching the base; the mesosternum is somewhat acute and immarginate;
the anterior tibite are 6-dentate.
In colour this species somewhat resembles P. Raffrayi Lew. but the form is a
little less cylindrical.
Kilimandjaro: Kibonoto, region of culture, 12, XI, 05.
16 SJÖSTEDTS KILTMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 2.
Pachycraprus cyanipf^miis Fähr.
Kilimandjaro : Kibonoto, region of culture, 1,200—1,600 m., 11 XI 05; 3
III 06; 7 sp.
Pacliycrseriis cyaiiescens Er.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and region of culture, april, niai, nov. ; 8 sp.
Abraeus cyclonotus Mars.
Kilimandjaro: Kibonoto, region of culture, aug. ; 1 sp.
Sapriiuis spleiuleiis Payr.
Kilimandjaro : Kibonoto-steppe and the lower region of culture, mars. — Meru-
steppe, at the river Ngare na nyuki, nov. — Merker-see, 4 XII Oo: verv common.
Saprinus gaboiieiisis Mars.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and in the lower region of culture, aug., sept.
iW"en/-steppe at the river Ngare na nyuki 1 XII 05. — Merker-see, 4 XII 05; 9 sp.
Saprinus iiitricatus Er.
Kilimandjaro: Kibonoto-steppe and region of culture, aug., sept. — Meru-
steppe, Ngare na nyuki. dec: 8 sp.
List of Histeridae hitherto known from the Kilimandjaro and the Meru.
1. Lioderma caffrum Er. 12. Hister vadalns Lew. sp. n.
2. 9 semicincta Mars. 13. » coprofhilus Reichpj.
3. Macrosternus Lafertei Mars. 14. Paromalus exiguus Fahr,
4. Macrolister validus Er. 15. Pachycrcerus montamis Lew. sp. n.
5. >> pilicollis ScH. 16. » cyani'pennis Fahr.
6. Pachylister nigrita Er. 17. » cyaiiescens Er.
7. » cajjer Er. 18. » laticeps Lew.
8. Zahromorphus pachysomiis x4ncey. 19. Abrceus cyclonotus Mars.
9. Hister adjectus Mars. 20. Sapritms splendens Payk.
10. » tropicus Payk. 21. ' gabonensis.
11. » pyxidatus Lew. 22. » intricatus Er.
February 1907.
7. COLEOPTERA.
3. Buprestidse
par
CH. KERREMANS.
Avec 1 planche.
Les Buprestides que Ton connaissait des Monts Kilimandjaro et Meru etaient
tres peu nombreux avant le voyage de M. Sjöstedt au cours des annees 1905—1906.
La region du Massaü, dans laquelle sont compris ces deux pics neigeux, avait ete
exploree ä plusieurs reprises, notamment par le D'' Fischer, dont les recoltes entomo-
logiques avaient occasione un travail assez important de Gerst^^cker dans le »Jahr-
buch der Hamburgischen Wissenschaftliehen Anstalten für 1883», (Hamburg 1884)
p. 51—52, mais dans lequel toutefois les Buprestides ne comptent que pour une in-
fime minorite.
M. Wateriiouse, l'eminent entomologiste du British Museum, a decrit »An-
nais and Magazine of Natural History» (1889), un petit nombre de Buprestes provenant
directement du Kihmandjaro, notamment le süperbe Sternocera Hunteri et le PsilojAera
laeta, mais en general on peut pretendre que ces deux montagnes etaient pour ainsi
dire inconnues au point de vne de la faune des Buprestides, avant les consciencieuses
recherches de M. Sjöstedt, qui met sous nos yeux une remarqixable serie d'especes
de cette famille, au nombre de 48 (217 ex), ce qui est considerable etant donne un
territoire relativement exign.
Parmi ces especes, une partie d'entre elles se retrouvent sur les hauts plateaux
de l'Abyssinie; d'autres etendent leur habitat par toute l'Afrique equatoriale, d'autres
enfin n'avaient ete decouv^ertes jusqu'ici que dans la partie meridionale du conti-
nent noir.
L'on ne connaissait encore, de la region du Massai, que les grandes especes, et
les micro-buprestides en etaient encore totalement inconnus; et ce qui rend surtout
interessantes les recherches de M. Sjöstedt, c'est la quantite de petites especes qu'il
a recueillies.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. 3
18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
Parrni celles-ci, deiix appartiennent ä des genres consideres comme faisant par-
tie de la faune Indo-Malaise: Samhns et Cryj)todactylus. Le prämier, avec une quaran-
taine d'especes de cette region, n'en possedait que deux connues de d'Afrique. Une
troisieme vient confirmer Textension du genre jusque dans le continent africain et
rattache une fois de plus la faune de celui-ci ä celle de l'Asie et de la Malaisie. Les
Cryptodactylus etaient, jusqu'ä ce jour, totalement inconnus en Afrique et etaient
consideres comme etant essentiellement Indo-Malais. La decouverte d'une espece
dans une nouvelle region, oü jusqu'alors le genre auquel eile appartient n'etait
pas represente, a toujours une grande importance au point de vue de l'etude de la
repartition des genres et des especes ä la surface du Globe. Elle permet de faire entrer
definitivement dans le domaine des faits acquis ce qui n'etait jusqu'alors que des hy-
potheses et ä ce titre, les Buprestides recueillis par M. Sjöstedt constituent un tres
serieux apport ä l'etude de la faune Africaine.
Sternoeera Hildcbraiidti Har.
Mon. K. P. Acad. (1868), p. 214, f. 1. — L'unique exemplaire, provenant de la
region inferieure du Küimandjaro, represente la forme essentiellement typique de l'es-
pece, avec des bourrelets sinueux et transversaux sur les elytres. Aöut 1905.
Sternoeera Oerstaeckeri Kerrem.
Ayin. BeJg., t. 32 (1888), p. 78. — Fischeri Gerst., Jahrh. Wiss. Anst. Hamb.
(1884), p. 51. — Un seul exemplaire de cette remarquable espece et se rapprochant
de la var. concolor ; intermediaire entre celle-ci et le 8. castanea Oliv., vers lequel
il semble former un passage extremement interessant. II faudrait pouvoir examiner
un certain nombre d'exemplaires pour traneher la question de la reunion du Ger-
staeckeri au castanea. L' exemplaire recueilli par M. Sjöstedt presente la forme robuste
et elargie du premier, mais il se rapproche du second par la presence de fossettes
laterales pulverulentes au tiers posterieur des elytres et par des impressions tomenteu-
ses sur les cotes des segments abdominaux, mais beaucoup moins accentuees que
chez le caatayiea. II est ä remarquer que l'espece de Gerstaecker provient du Massai,
par consequent de la meme region que celle exploree par M. Sjöstedt, oü se trouve
aussi le castanea. Le Oerstaeckeri serait donc ime race massaienne de l'autre espece?
— De la riviere Ngare na nyuki, Meru.
Stei'iiocera castanea Oliv.
Entom., t. 2 (1790), gen. 32, p. 25, pl. 2, f. 8 b. c. — Un seul exemplaire, pro-
venant du Meru — Ngare na nyuki — et ne presentant pas de differences avec le
type. L'espece est repandue par toute 1' Afrique nord-equatoriale, du Senegal a la
Nubie et se trouve aussi dans l'Arabie. 29. XI. 05.
Aoniaeodera elevata Klug.
Symb. Phys., 1829, p. 6, pl. 1, f. 6. — Un seul exemplaire provenant des forets
d'Acacie ä la riviere Ngare na nyuki, mont Meru. Espece repandue par tout l'Afri-
que equatoriale, jusque dans l'Arabie. 25. XI. 05.
CH. KERREMANS, BUPRESTIÜAE. 19
Steraspis breviconiis Klug.
Em. Reis., 183Ü, p. 29. — Un seul exemplaire provenant de la riviere Ngare
na nyuki, moiit Mern, qni se rapproche de la i-ace subbrevicornis Thoms.. Tyj). Bupr.,
ap]i. 1 a, 1879, p. 7, mais sans pouvoir le maintenir parmi celle-ci. L'habitat de Tes-
pece s'etend fort par toute TAfrique. 29. X. 05.
Psiloptera suboatemilata Thoms.
Bull. Fr., 1879, p. 151. — Un exemplaire provenant de Kibonoto, ä la region
inferieure de KUimandjaro. 29. IV. 06. et un provenant de r»Obstgarten-Steppe», Ki-
bonoto, 22. III. 06.
l'siloptera albomarg:iiiata Herbst.
Col., t. 9 (1801), p. 132, pl. 44, f. 2. — Neuf exemplaires provenant toxis de
la region inferieure et des cultures de Kibonoto, Kilimaiidjai-o, dont deux presentent
en dessus une coloration un peu plus foncec. Avril, mai, aoüt, nov.
Psiloptera aspasia Gerst.
Jahrb. Wiss. Hamb., t. 1 (1884). p. 52. — Un seul exemplaire provenant de la
region inferieure du 3Ieru, et que j'attribue avec doute ä l'espece de Gersteecker.
Psiloptera trlstis L.
Syst. Nat. Ed., X. (1753), t. 1, p. 410. — Six exemplaires provenant de region
des cultures de Kibonoto KUimandjaro, et de la riviere Ngare na nyuki, Meru. —
Janv., avril, octob.
Splu'iioptera aurnleiita Gast. & Gory.
Monogr., t. 2 (1839), p. 30, pl. 10, f. 61. — Cinq exemplaires provenant de la
region inferieure et des cultures de Kibonoto, KUimandjaro. 1 — 9. XI. 05.
Sphenoptera dispar Kerrem.
Ann. Belg., t. 43 (1899), p. 262. — Un seul Exemplaire provenant de la riviere
Ngare na nyuki, Meru. 2. XII. 05.
Spliciioptera spleiulidula Gast. & Gory.
Monogr., t. 2 (1839), p. 37, pl. 10, f. 58. — Un seul exemplaire provenant de
la region des cultures de Kibonoto, KUimandjaro. 9. XI. 05.
Sphenoptera latoiia Jak.
Hör. Soc. Boss., t. 35 (1901), p. 299 et 339. — Sept exemplaires provenant de
la region inferieure et de la region des cultures de Kibonoto, KUimandjaro, 1 — 18.
XI. 05.
Sphenoptera cuueiformis Goky.
Monogr., t. 4 (1841), p. 314, pl. 53, f. 310. — Un seul exemplaire provenant
de la region inferieure de Kibonoto, Kilimandjaro. 9. XI. 05.
20 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
Spheiioptera neglecta Klxjg.
Erm. Ath, 1835, p. 30. — Un seul exemplaire provenant de la region inferieure
de Kibonoto, Küimandjaro. 9. XI. 05.
Splieiioptera lucidula Kerrem.
Ann. Belg., t. 43 (1899), p. 264. — Un seul exemplaire des cultures de Kibonoto,
Kilimandjaro, un peu different du type, qui provient du Natal. 15. V. 05.
Splieiioptera trispiiiosa Klug.
Synib. Phys., t. 1 (1829), pl. 3, f. 3. — Un seul exemplaire provenant de la
riviere Ngare na nyuki, Meru, 26. XI. 05.
Splieiioptera iiigripeiinls Kerrem.
Ann. Belg., t. 42 (1898), p. 297. — Un seul exemplaii-e de la region inferieure
de Kibonoto, Kilimandjaro; le type provient de Mozambique. — 2. I. 05.
Splieiioptera Sjöstedti nov. sp.
PI. 1, fig. 1. — Long. 7,3; larg. 1,7 mill. — Ecourte, parallele, aussi large en avant
qu'en arriere, d'un bronze clair et brillant legerement cuivreux en dessus; dessous
cuiATeux pourpre brillant; antennes et tarses noirs.
Se rapproche, par le facies, du Sph. Tajjpesi Mars., de la Turquie et de l'Asie
mineure, mais entierement different par toute une serie de details.
Tete forte, large; yeux grands, paralleles; epistome court, etroitement'echancre
en arc en avant; front surmonte de deux reliefs obliques se rejoignant en arriere et
affectant la forme d'un V; Vertex vaguement sillonne; surface couverte d'une ponctua-
tion fine, les points separes Tun de l'autre par une distance triple au moins de leur
diametre. Pronotum subcylindrique, aussi long que large et aussi large en avant qu'en
arriere; la marge anterieure bisinuee avec un large lobe median peu avance et arque
et les angles anterieurs avances et obtus ; les cotes, vus en dessus, legerement arques
du sommet jusqu'au tiers posterieur et sinueux ensuite avec les angles posterieurs aigus
et tres abaisses sur les elytres; la carene marginale sinueuse et atteignant pas le
sommet, nette en arriere, vague mais distincte ä partir du milieu; la base fortement
bisinuee avec le lobe median avance et tronque au dessus de l'ecusson ; le disque avec
un silion longitudinal vague, visible seulement sous un certain angle; la surface cou-
verte de points superficiels, assez espaces et regulierement dis^Doses. Ecusson plus
large que haut, plan, subcordifome, tronque ä sa base. Elytres ä peine deux fois
aussi longs que la tete et le pronotum reunis; le lobe epipleural bien accentue; le
sommet tridente; les dents laterales courtes, la mediane large et obtuse, formant le
prolongement d'une cöte parallele ä la suture et interrompue vers le milieu, la suture
elevee du sommet au tiers anterieur, une deuxieme cöte, plus vague, parallele ä la
premiere en dehors de celle ci, rejoignant une cöte longeant la marge laterale
dont eile est separee par un silion etroit, net; la surface couverte de series longitu-
CH. KERREMANS, BUPRESTIDAE. 21
dinales de points inegaux, subcarres, entre de tres vagues rides transversales et si-
nueuses. Prosternuni plan, couvert d'une ponctuation assez epaisse et tres inegale-
ment espacee; strie marginale nulle ainsi que le sillon median. Pattes peu robustes;
femurs assez epais, fusiformes; tibias anterieurs et medians arques en dedans; les
posterieurs presque droits, legerement arques en dehors; tarses presqu'aussi longs que
les tibias. Extremite du dernier segment abdominal subtronquee et bisinuee. — Un
seul exemplaire J", provenant de la region des cultures de Kibonoto (Kilimandjaro).
Nov. 1905.
Clialeogenia femoratii nov. sp.
Long. 13; larg. 5 mil]. — Oblong, attenue en avant et en arriere, les cötes
paralleles; tete et pronotum cui\Teux pourpre obscur, la premiere couverte d'une tres
courte pubescence soyeuse, blanche et tres dense ; elytres plus obscurs, d'un bronze
cuivreux clair. Dessous cuivreux pourpre plus clair que le dessus avec la region
mediane verdätre; pattes robustes, femurs tres epais, les posterieurs tres developpes;
tarses et moitie terminale des antennes verts.
Espece voisine du C. coniernfta Mann., mais entierement differente de celle-ci
par la forme robuste des pattes et par la coloration du dessous.
Tete plane, finement granuleuse, sans traces de reliefs lisses ; Vertex finement
siUonne ; epistome anguleusement echancre. Pronotum ä peine deprime sur les cotes,
sans fossettes; plus large que long; la marge anterieure bisinuee avec un lobe me-
dian anguleux; les cötes regulierement arques avec les angles posterieurs obtus; la
base tronquee et subsinueuse; le disque tres legerement convexe; la surface couverte
de points ocelles excessivement fins et tres rapproches, mais moins denses que sur
la tete. Ecusson brillant, en triangle curviligne, un peu plus large que long. Elytres
de la largeur du pronotum ä la base, droits sur les cotes (vers en dessus) depuis la
base jusqu'un peu au dela du tiers posterieur, obliquement attenues ensuite et den-
teles sur les bords jusqii'au sommet; la surface paraissant plus rugueuse que le pro-
notum, avec des traces visibles de cotes presentant l'allure de Celles du sulcipennis,
mais vagues, lineaires et tres peu saillantes. Dessous couvert d'une courte pubescence
blanche, emergeant d'une ponctuation aciculee; prosternuni uni; milieu des quatre
Premiers segments abdominaux sillonne; le dernier segment presentant les traces
d'une carene mediane, ses bords finement denteles, son sommet faiblement bisinue
avec luie petite echancrure mediane; pattes ecourtees, robustes et epaisses; femurs
posterieurs rappelant ceux du Megactenodes femorata; tibias ecourtes; tarses forts, ä
articles elargis. — Un seul exemplaire $ provenant de Mombo, Usambara.
('halcogeuia coiitempta Mann.
Bull. Mose, 1837, p. 84. — Un seul exemplaire de la riviere Ngare na nyuki,
Meru, 22. XI. 05.
Anthaxia iiioutaua nov. sp.
PI. 1, fig. 2 — Long. 4.2; larg. 1 mill. — Suboval aire, ecourte, les cötes sub-
paralleles sur les deux tiers anterieurs, attenues ensuite jusqu'au sommet, entiere-
22 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 7: 3.
ment d'im bronze clair et brillant, la tete et le pronotum un peu plus ternes et plus
obscurs qiie les elytres.
Tete large, subconvexe, de la largeur du pronotum et tres finement granuleuse,
couverte d'une pubescence blanchätre a peine sensible. Pronotum presque deux fois
aussi large que long, aussi large en avant, qu'en arriere; la marge anterieure bisinuee
avec le lobe median anguleux et les angles anterieurs aigus; les cotes regulierement
et faiblement arques; la base tronquee avec les angles posterieurs obtus; le disque
Sans sillon median, avec une Impression allongee et oblique, ä fond lineaire; la sur-
face couverte de ridules transversales excessivement rapprochees et tres fines. Ecus-
son petit, triangulaire, mat, plus sombre que les elytres et tres finement granuleux.
Elytres de la largeur du pronotum a la base, droits sur les cotes qui sont paralleles
depuis la base jusqu'au tiers anterieur, ensuite attenues suivant un arc oblique peu
tendu jusqu'au sommet; le calus liumeral oblique et peu allonge; la region suturale
deprimee depuis le sommet jusqu'au tiers posterieur; le disque presentant une faible
depression oblique limitee par une tres vague elevation lineaire formant le prolonge-
ment du calus humeral; la surface couverte d'une tres fine granulation Simulant des
ecailles imbriquees ; la marge laterale creusee en gouttiere sur toute son etendue,
mais vaguement en avant et plus profondement en arriere et entourant le sommet
pour remonter un peu le long de la suture. Dessous finement pointille ; extremite de
dernier segment abdominal subacuminee. — Un seul exemplaire provenant la region
inferieure de Kibonoto, Kilimandjaro. Dec. 1905.
Aiithaxia obockiaiin Fairm.
Bevue cTEntom., 1892, p. 99. Deux exemplaires provenant de la region des cul-
tures de Kibonoto, Kilimandjaro. Nov. 1905.
Aiithaxia temiicaiula Boh.
Oef. Vet. Ak. Foih. (1860), p. 18. — Un seul exemplaire provenant de la ri-
viere de Ngare na nyuki, Meru. — I. 05.
Aiitliaxia Sjöstertti nov sp..
Long. B,.""); larg. 2 mill. — Subovalaire, ecourte, les cotes subparalleles en avant
et attenues en arriere, d'un cuivreux bronze brillant et clair en dessus, plus terne et
plus obscur en dessous, la tete couverte d'une courte pubescence blanche.
Tete large, plane, couverte de points ocelles tres rapproches; front uni; yeux
grands, saillants en dehors et depassant les cotes du pronotum; antennes noires.
Pronotum une fois, et demie aussi large que haut, un peu plus etroit en avant qu'en
arriere; la marge anterieure bisinuee avec le lobe median subanguleux et les angles
anterieurs obtus; les cotes un peu obliques, tres faiblement arques; la base tronquee
avec les angles posterieurs droits; le disque sillonne longitudinalement au milieu, le
sillon net en arriere, vis a vis de l'ecusson et dimimuant graduellement d'intensite
CH. KEBREMANS, BÜPRESTIDAE. 23
poiir disparaitre un peu avant le milieu ; une fosette ou depression irreguliere de
cliaque cöte pres du bord et vers le milieu; la surface couverte de points ocelles sur
les cötes et de tres fines ridules transversales au milieu. Ecusson un peu plus large
que long, en triangle curviligne. Elytres de la largeur du pronotum ä la base, si-
neux sur les cötes a hauteur des hanches posterieures, attenues obliquement jusqu'au
sommet; le calus humeral epais, saillant et oblique, vaguement prolonge suivant une
cöte sinueuse peu ailongec; la suture etroitement carenee en arriere avec un sillon
assez large; la base faiblement deprimee; la marge laterale creusee en gouttiere en
arriere et finement dentee du tiers posterieur au sommet; la surface finement chagri-
nee suivant de tres vagues granulation simulant des ecailles. Dessous finement pointille,
couvert d'une tres courte pubescence blanchätre, tres espacee; tarses bronzes, parfois
verdätres ; extremite du dernier segment abdominal subacuminee. — Trois exemplaires
provenant de la region des cultures de Kibonoto, Kilimandiaro, 3 — 12. XI. 05.
Aiithaxia ptimila Klug.
Symh. Phys., t. 1 (1829), p. 37, pl. 3, f. 11. - Un seul exemplaire de la ri-
viere Ngare na nyuki, Mern. I. 06.
Clirysobothris dorsata Fab.
Moni., t. 1 (1787), p. 179. — Un seul exemplaire provenant de la region des
cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, 11. V. 06.
Mei2:actenodes Westermaiii Gast, et Gory.
Monogr., t. 2 (1838), Belionota, p. 5, pl. 1, f. 3. — Huit exemplaires, dont
5 J'c? et 3??, provenant tous la region des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, et
appartenant indiscutablement ä l'espece ä laquelle je les assimile, malgre l'aspect
plus brillant du dessus et la coloration pourpre metallique vif du dessous. Chez le
type le dessous est vert brillant varie de pourpre et le J" a les femurs posterieurs
plus developpes. 30. X. 05; 10. IV. 06.
Melibaeus costatiis nov. sp.
Long. 5 — 6,5; larg. 1, 5 — 2 mill. — Oblong, subelliptique, attenue en avant et
en arriere, le dessus convexe et faisant, vu de cöte, une courbe continue de la tete
au sommet, violace pourpre, bleu ou vert ; le dessous le plus souvent violace pourpre
chez les exemplaires violets, vert clair avec les pattes bronzees chez les exemplaires
bleus en dessus, et bronze cuivreux brillant chez les exemplaires verts; pubescence du
dessous gris blanchätre et rare.
Tete etroite, sillonnee sur toute sa longueur ; front creuse ; epistome court echan-
cre en avant, lobe de chaque cöte autour des cavites antennaires ; la surface couverte
de points assez regulierement espaces entre de vagues ridules longitudinales. Prono-
tum presque deux fois aussi large que long, de la largeur de la tete en avant et
24 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
plus large que les elytres en arriere; la marge anterieiire bisinuee avec un large lobe
median avance en arc; les cötes regulierement et faiblement arques avec 1' angle ante-
rieur abaisse et aigii et le posterieur presque droit ; la base bisinuee avec le lobe me-
dian avance et arque pour l'iasertion de Tecusson; le disque mediocrement et regu-
lierement convexe, les cötes legerement aplanis; la surface couverte de points entre
des ridules sinueuses plus accentuees sur les cötes et laissant parfois une vague ligne
mediane et longitudinale lisse. Ecusson claviforme, plus large que long et tres acu-
mine en arriere. Elytres presentant de chaque cöte une cöte sinueuse et lisse, nais-
sant du calus humeral, suivant Tallure des cötes exterieurs et disparaissant un peu
avant le sommet; la suture et la marge laterale elevees; la surface couverte de ru-
gosites Simulant des ecailles imbriquees; le sommet largement et separement arrondi
ä dentelnre ä peine distincte. Marge anterievire du prosternum fortement bilobee
avec une echancrure mediane anguleuse; dessous finement pointille. — Seize exem-
plaires provenant de la region des cultures de Kibonoto (Kilimandjaro) que j'aurais
pu rapporter au M. carinatus Qtjed., si la description de cet auteur ne s'ecartait,
par beaucoup de points, des specimens recueillis par M. Sjöstedt. 3 — ^12. V. 06.
Melibaeus moiitainis nov. sp.
liOng. 5,5; larg. 1,5 mill. — Oblong, subelliptique, attenue en avant et en ar-
riere, bronze legerement cuivreux en dessus, plus brillant et moins cuivreux en des-
sous, la tete, les cötes du pronotum, ceux du sternum et une tache arrondie sur cha-
cun des Segments abdominaux 2, 3 et 4 couverts d'une pubescence blanche. Vu de
cöte, regulierement convexe en dessus de la tete au sommet, la convexite formant
une courbe continue.
Tete faibelment sillonnee, le sillon ne s'etendant pas jusque sur le vertex en
arriere; la surface couverte d'une fine ponctuation assez dense. Pronotum une fois
et demie aussi large que long, de la largeur de la tete en avant et un peu plus large
que les elytres a la base; la marge anterieure bisinuee avec un large lobe median ar-
que; les cötes declives et aplanis, regulierement arques avec l'angle anterieur aigu et
le posterieur droit; la base bisinuee avec le lobe median echancre pour Finsertion
de la base de l'ecusson; le disque regulierement convexe; la surface couverte de
points regulierement espaces, sans ridules distinctes, mais plus rapproches vers les
cötes. Ecusson claviforme, plus large que long, tres acumine en arriere. Elytres un
peu plus etroits que le pronotum a la base; la suture et la marge laterale lisses, li-
neaires et costiformes, le sommet separement et largement arrondi, subtronque et
finement deutele; la surface assez rugueuse, les rugosites simulant de fines ecailles
imbriquees et assez aigues. Marge anterieure du prosternum largement bilobee avec
une echancrure mediane anguleuse ; dessous finement pointille ; extremite du dernier
Segment abdominal avec une plaque anale contournant tout le bord libre. — Quatre
exemplaires provenant de la region des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, avril, aöut.
CH. KERREMANS, BUPRESTIDAE. 25
Melibaeiis ipneiis Kerrem.
Ann. Soc. Belg., t. 43 (1899), p. 275. — Deux exemplaires provenant de la re-
gion des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, oct., nov. 1905.
Pseiulagrilus sophorae Fab.
Eilt. Syst., t. 1 (1794), p. 215. — Un seul exemplaire ä coloration sombre, pro-
venant de la region des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro. 15. V. 05.
Pseiulagrilus beryllinus Fähr^us.
Ins. Ca fr., t. 1, (1851), p. 360. — Un seul exemplaire provenant de la region
des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, 17. IV. 05.
Pseudaffrilns snbfaseiatus Kerrem.
Atin. Belg., t. 42 (1898), p. 318. — Deux exemplaires provenant la region des
cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, 7. V. 06.
Pseiulaörrilus soplioroides Mureay.
Ann. Mag. Nat. Hist., Serie 4, t. 2 (1868), p. 106. — Neuf exemplaires prove-
nant de la region des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, avril— mal 1906.
Pseudagfrilus Sjöstedti nov. sp.
Long. 6—7; larg 1,5 — 1,7 mill. — Allonge, subparallele, legerement attenue en
avant et en arriere, tete et dessus bronze cuivreux clair et finement granuleux, les
elytres avec une vague bände transversale et l'apex pubescents de blanc. Dessous
tres brillant, vert bleuätre clair avec tous les femurs rouge vif, les quatre anterieurs
un peu obscurs, les posterieurs clairs; tibias bronze cuivreux clair.
Tete plane, inclinee; vertex saillant et sillonne; surface rugueuse, couverte de
ridules sinueuses. Pronotum presque carre un peu plus long que large et aussi large
en avant qu'en arriere; la marge anterieure bisinuee avec un large lobe median avance
et arque; les cötes droits, un peu rentrants en avant et en arriere; la carene mar-
ginale tres sinueuse; carene posterieure tres arquee, naissant de l'angle inferieur et
dirigee obliquement vers la partie interne, puis brusquement recourbee vers le bord
pour aboutir dans l'angle anterieur; la base fortement bisinuee avec le lobe median
echancre pour l'insertion de la base de l'ecusson; le disque convexe; la surface ru-
gueuse, couverte de petites rides concentiiques dont le centre commun est situe au
milieu et pres du bord anterieur. Ecusson cla\dforme, acumine a son sommet. Ely-
tres fortement lobes a la base; largement et separement arrondis au sommet; cbu-
verts de rugosites simulant de fines ecailles. Dessous beaucoup plus lisse et plus
brillant que le dessus, couvert d'une fine pubescence blanche, espacee, courte et
irreguliere; abdomen finement pointille; sternum couvert de petites rides irregulieres.
— Quatre exemplaires provenant de la region des cultures de Kibonoto, Kiliman-
djaro, 3—9. V. 06.
Sjöatedta Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. 4
26 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 7: 3.
Psendaerrilus graimlosiis Roth.
Wiegm. Arch. Natiirg., 1851, p. 119. — Douze exemplaires provenant de la re-
gion des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, janv., avril, niai 1906.
Saiiibns albopiiiietatus Fähr.5:u.s.
Ins. Caffr., t. 1 (1851), p. 347. — PI. 1 fig. 3 — Un seul exemplaire prove-
nant de la region des cultures de Kibonoto, Kilitiiandjaro. 11. V, 06. — Le type est
de Natal.
Sanil)us inontauns nov. sp.
PI. 1 fig. 4 — Long. 4 — 6; larg. 1 — 2 mill. — Elliptique, assez convexe, at-
tenue en avant et en arriere, entierement bronze, plus clair et plus brillant en des-
sous, couvert d'une courte pubescence gris argente, reunie en bandes sinueuses sur les
elytres, ces bandes tres vagues, sauf deux transversales, un peu plus nettes et si-
tuees au tiers posterieur.
Tete inclinee, vaguement bossuee; Vertex saillant et sillonne; surface couverte de
fines ridules transversales. Pronotum un peu plus large que haut et plus etroit en
avant qu'en arriere, la marge anterieure bisinuee avec un large lobe median avance
et arque; les cotes (vus en dessus) regulierement arques, leur plus grande largeur un
peu avant le milieu ; la carene marginale sinueuse et tres inflechie, invisible en des-
sus; la carene posterieure presque droite, emergeant de l'angle posterieur, et sub-
perpenticulaire ä la base; celle-ci fortement bisinuee avec le lobe median avance et
tronque ; le disque inegal, bossue ; la surface couverte de rides sinueuses. Ecusson
plus large que long, claviforme, un peu declive en avant, acumine au sommet. Elyt-
res aussi larges que le pronotum ä la base; largement et separement arrondis au som-
met; le disque plan; la surface couverte de fines rugosites simulant des ecailles.
Mentonniere du prosternum large et arquee ; extremite du dernier segment abdomi-
nal un peu echancree entre deux lobes arrondis et munie d'une plaque anale distincte.
— Douze exemplaires de la region inferieure et des cultures de Kibonoto, Kiliman-
djaro, 8-9. XI. 05.
La decouverte de cette espece porte ä 3 le nombre des Sanribus actuellement
connus de l'Afrique. Les au tres especes, au nombre de 40, sont confinees dans la
faune Indo-malaise (Birmanie, Chine, Sumatra, Celebes, Moluques, Nouvelle-Guinee,
Ceram, Batchian, Japon, etc.).
Cryptodactylus africauus nov. sp.
PL 1 fig. 5 — Long. 5,5—6; larg. 1,8 — 2 mill. — Oblong, allonge, attenue en
avant et largement arrondi en arriere, les cotes paralleles, le pronotum inegal et
bossue, les elytres plans sur le disque; entierement noir en dessus, le pronotum et les
elytres couverts de taches d'un noir veloute, couverts d'une pubescence noire, ces
taches alternant avec des bandes sinueuses formees par une courte pubescence gris
argente. Dessous noir brillant, tres legerement bleuätre sur l'abdomen, et couvert
d'une pubescence courte, rare, et d'un gris argente.
CH. KERREMANS, BUPRESTIDAE. 27
Tete inegale, vaguement quadrituberculee entre deux sillons ä peine accuses et
se coupant a angles droits ; surface rugueuse, ponetuee et ridee. Pronotum rectangu-
laire, plus large qiie long, avec les angles anterieurs et les posterieurs coiipes en dia-
gonale; la marge anterieure bisinuee avec le lobe median anguleux; les cötes droits,
rentrants en avant et en arriere; la carene marginale droite et pencliee vers l'avant;
carene posterieure peu sensible ä sa base, tres arquee apres le milieu et se terminant
un peix avant le sommet; la base bisinuee avec le lobe median peu avance etarque;
le disque eleve en avant, inegal et bossue, semicirculairement deprime le long de la
base et sur les cotes; la surface inegalement ponetuee et couverte de rides sineuses.
Ecusson assez grand, et triangle equilateral. Elytres plans sur le disque, legerement
declives sur les cötes, largement lobes ä la base, conjointement arrondis et a peine
denteles au sommet. Dessous finement pouctue; marge anterieure du prosternum
munie d'une mentonniere courte, tronquee sur tout son parcours et incurvee sur les
cötes pour l'insertion des antennes au repos. Femurs greles; tibias elargis au som-
met et creuses pour l'insertion des tarses. — Treize exemplaires provenant de la re-
gion des cultures de Kibonoto, Küimandjaro, mars— mai 1906.
Cette capture est excessivement interessante: eile fait entrer dans la faune
africaine un genre considere jusqu'ä present comme purement indo-malais. Le caractere
essentiel du genre tibias tres elargis et profondement creuses pour Vinsertion des tarses au
repos) ne se presente pas, chez Vajricanus, avec autant de nettete que chez les espe-
ces de l'extreme Orient, mais il n'en subsiste pas moins a un degre suffisamment ac-
centue et tous les autres caracteres le rattachent indiscutablement aux Crij ptodactylus.
Agrilus Beniiigseiii Kerrem.
Ann. Belg., t. 43 (1899), p. 281. — Un seul exemplaire provenant de la re-
gion des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, 22. I. 06.
Agrilus coraobifonuif« nov. sp.
PI. 1 fig. 6 — Long. 13; larg. 3,3 mill. — Robuste, peu convexe, elliptique,
attenue en avant et en arriere, sa plus grande largeur vers le tiers posterieur, bronze
verdätre obscur mais brillant en dessus avec, sur les elytres, une tache oblique au
milieu, une bände transversale assez large au tiers posterieur et une etroite bände
irreguliere preapicale, formees par une courte pubescence gris jaunätre. Dessous d'un
bronze cuivreux plus clair que le dessus, couvert d'une pubescence rare, d'un gris
moins jaunätre; antennes bleu d'acier; pattes obscures, surtout les tibias et les tarses,
Cette espece presente tout le facies des Coraebus apparentes au bifasciatus OL,
mais avec les caracteres generiques des Agrilus parmi lesquels je la ränge.
Tete munie de quatre tubercules, dont deux frontaux et deux sur le vertex;
ces tubercules garnis de fines rides circulaires et concentriques ; le reste de la tete
grossierement et inegalement ponctue; antennes dentees ä partir du quatrieme article,
les articles dentes, sauf le premier de ceux ci qui est allonge, courts et tres trans-
versaux. Pronotum court, presque deux fois aussi large que long, en trapeze, peu
convexe; la marge anterieure bisinuee avec un tres large lobe median peu avance et
28 SJÖSTEDTS KIUMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
faiblenient arque; les cotes (vus en dessus) un peu obliques; carene posterieure per-
pendiculaire ä la base et arquee ; carene anterieure (la marginale du pronotum) en-
tiere et sinueuse; carene inferieure subparallele ä la precedente et la rejoignant un
peu avant la base; l'angle anterieur aigu et le iDosterieur arrondi; la base fortement
bisinuee avec un large lobe median arrondi ; le disque largement impressionne au
dessus de l'ecusson, Fimpression arrondie et surmontee d'une depressiou transversale;
la surface couverte de rides sinueuses. Ecusson grand, large, elliptique en avant et
acumine en arriere. Elytres largement lobes ä la base et separement arrondis et
denteles au sommet ; la surface couverte, sur les taches villeuses, de granulations et
de points excessivement fins, et sur les parties gabres, de rugosites simulant de tres
fines ecailles; une vague depression assez large le long de la suture; celle-ci fine-
ment carenee du tiers anterieur au sommet. Dessous finement granuleux sur les
parties villeuses; marge anterieure du pi'osternum avec une large mentonniere arquee;
pourtour libre du dernier segment abdominal avec deux fines carenes pai'alleles ; fe-
murs arques a leur sommet; tibias greles et subcylindriques, les posterieurs presen-
tant, sur la moitie posterieure de leur tranche externe, quatre houppes de poils noirs.
— Trois exemplaires de la region des cultures de Kibonoto et de Obstgarten-steppe
Kilimandjaro, mars— avril.
Kainosia tlioracica Kerrem.
Wytsm. Gen. Ins. Bujw., fasc. 3 (1903), p. 294, pl. 3, f. 15. — Dix-huit exem-
plaires provenant de la region des cultures et (1 ex.) de la region inferieure de Ki-
bonoto, Kilimandjaro, avril — mai.
Traehys Sjöstedti nov. sp.
Long. 4; larg. 2,3 mill. — Elargi, subovalaire, attenue en avant et largement
arrondi en arriere, assez convexe, tete et pronotum noirs, tres brillants, couverts
d'une pubescence rousse; elytres noirs, brillants, rugueux, ornes au tiers superieur
d'iui bände lineaire blanche, transversale et tres flexueuse et, entre celle-ci et le
sommet, d'une seconde bände plus vague et moins flexueuse. Dessous d'un noir
brillant, tres profond.
Tete sillonnee et crensee; surface presque lisse, ä peine ponctuee; bords des
yeux tranchants. Pronotum pres de trois fois aussi large que long, de la largeur de la
tete en avant et de celle des elytres en arriere; la marge anterieure tronquee; les co-
tes obliques et faiblement arques ä bords tranchants ; la base fortement bisinuee avec
un large lobe median arrondi; le disque legerement convexe et uni; la surface cou-
verte de points excessivement fins et tres espaces, plus accentues sur les cötes. Ecus-
son tres petit. Elytres declives vers Favant ä la base, penches en ligne droite (vus
de profil) vers FaiTiere, brusquement declives au sommet; le calus humeral epais,
allonge, lisse et bien marque; les cotes obliquement attenuos en ligne droite de
la base au tiers posterieur, ensuite attenues, largement et conjointement arron-
dis et finement denteles au sommet; la surface rugueuse, inegale, subecailleuse,
mais d'une fagon tres irreguliere et sans allure determinee; transversalement
CH. KBRREMANS, BUrEESTIDAE. 29
rides sur les cotes anterieurs; le fond des bandes villcuses finement granuleux.
Dessous tres finement pointille; dernier segment abdominal sillonne le long de son
pourtour libre; femurs et tibias greles. — Deux exemplaires provenant de la region
des cultures de Kibonoto, KiUmandjaro, aoQt 1905.
Traeliys massaica nov. sp.
PI. 1 fig. 7 — Long. 2,7; larg. 1,6 mill. — Subheptagonal, convexe, reguliere-
ment arqiie (vii de profil) de l'avant ä Farriere, subacumine au sommet, bronze bril-
lant en dessus avec des bandes villeuses grises, sinueuses et assez larges sur les elytres;
la tete et le pronotum couverts de la meme villosite. Dessous noir brillant, legere-
ment bronze, couvert ga et la de quelqvies poils courts, gris blanchätre.
Tete assez large, sillonnee et creusee : bords des yeux tranchants ; surf ace ä
peine pointillee. Pronotum presque trois fois aussi large que haut, de la largeur de
la tete en avant et de celle du pronotum en arriere; la marge anterieure faiblement
echancree en arc; les cotes obliques et faiblement arques avec les bords tranchants;
la base fortement bisinuee avec le lobe median avance et largement arrondi; le
disque uni et regulierement convexe; la surface couverte de points assez larges, su-
perficies, finement granuleux alternant avec des espaces lisses. Ecusson tres petit,
triangulaire. Elytres droits sur les cotes et obliquement attenues de la base au tiers
posterieur, ensuite regulierement attenues en arc et subacumines au sommet, celui-ci
finement et irregulierement dentele; le calus humeral peu saillant et surmonte d'une
courte carene; la surface inegalement ponctuee sur les parties glabres et finement
granuleuse sur le fond des bandes villeuses. Dessous plus lisse et plus brillant que
le dessus; pourtour libre du dernier segment abdominal sillonne; pattes mediocres. —
Un seul exemplaire provenant de la region des cultures de Kibonoto, Kiliviandjaro,
aoüt 1905.
Trachys circunulata nov. sp.
PI. 1, fig. 8 — Long. 3; larg. 1,7 mill. — Subovalaire, assez convexe, declive
en avant et en arriere, brusquement declive au sommet, entierement bronze, brillant
et couvert d'une pubescence gris jaunätre, assez dense sur le pourtour exterieur des
elytres, oü eile est tres vaguement agglomeree en bandes sinueuses, laissant toute la
region discale, de la base au tiers superieur, presqu'entierement glabre.
Tete sillonnee, faiblement ci'eusee; surface couverte de ridules irregulieres ; bord
des yeux non carene. Pronotum presque trois fois aussi large que haut, de la lar-
geur de la tete en avant et de celle des elytres en arriere; la marge anterieure bi-
sinuee avec un lobe median subanguleux; les cotes obliquement et faiblement arques
avec les bords tranchants; la base fortement bisinuee avec un large lobe median
avance et arrondi; le disque regulierement convexe; la surface couverte d'une tres
fine ponctuation, agglomeree par places, avec, ga et la, des granulations excessive-
ment fines. Ecusson tres petit, triangulaire. Elytres regulierement attenues en arc
de la base au sommet; le calus humeral peu accentue; la surface ä ponctuation su-
perficielle, tres inegale, plus rugueuse et plus dense sur le pourtour qu'au milieu du
30 SJÖSTEDTS KIl.IMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
disque. Dessous d'un bronze im peu plus obscur que le dessus, tres finement poin-
tille; pourtour libre du dernier segment abdominal creuse d'une fine gouttiere; pat-
tes assez greles. — Un seul exemplaire de la region des cultures de Kibonoto, Kili-
mandjaro, acut 1905.
Tracliys lunntaiia nov. sp.
Long. 2,8; larg. 1,3 niill. — Subovalaire, assez convexe et regulierement arque
en dessus, d'un bronze obscur et brillant, couvert d'une pubescence grise plus dense
sur le tiers posterieur des elytres oü eile forme deux larges bandes transversales sub-
sinueuses et presque contigues. Dessous plus obscur que le dessus, d'un bi'onze moins
brun, mais tres brillant.
Tete large, faiblement excavee; front sillonne ; bord des yeux ä peine carene.
Pronotum presque trois fois aussi large que haut, de la largeur de la tete en avant
et de Celle des elytres en arriere; la marge anterieure faiblement echancree en arc;
les cötes obliques un peu arques et tranchants sur les bords; la base fortement bi-
sinuee avec le lobe median avance et largement arrondi; le disque assez reguliere-
ment convexe; la surface couverte d'une ponctuation superficielle, irreguliere, inegale
et tres finement granuleuse. Ecusson tres petit, punctiforme. Elytres regulierement
attenues en arc de la base au sommet, celui-ci subacumine et tres finement deutele;
le calus humeral assez saillant, oblique et ecourte; la surface un peu ridee sur les
cotes anterieurs, couverte d'une ponctuation semblable ä cclle du pronotum. Dessous
presque lisse, tres brillant, couvert ca et lä de tres fines raies longitudinales ; le pour-
tour libre du dernier segment abdominal sillonne; pattes assez greles. — Neuf
exemplaires provenant de la region des cultures de Kibonoto, Kilimandjaro, avril,
aoüt, sept.
Tnu'lijs Ovis nov. sp.
PI. 1, fig. 9, — D'un ovale tres regulier, vu en dessus, a peine interrompu par
la faible saillie du calus humeral, bronze brillant, couvert d'une pubescence grise, va-
guement disposee en bandes irregulieres et subflexueuses sur la region posterieure des
elytres.
Tete assez large avec une faible fosette frontale; vertex non sillonne; surface
tres finement pointillee, la pubescence rare, divergente. Pronotum presque trois fois
aussi large que haut, de la largeur de la tete en avant et de celle des elytres en
arriere; la marge anterieure bisinuee avec un lobe median subanguleux; les cotes
arques faisant une courbe continue avec celle de la tete et celle des elytres, la marge
laterale subcarenee et presque droite; la base bisinuee avec un lobe median -suban-
guleux; le disque regulierement convexe; la surface couverte d'une ponctuation ex-
cessivement tenue, superficielle et ocellee. Ecusson tres petit, triangulaire. Elytres
regulierement attenues en arc de la base au sommet; celui-ci a peine deutele ; la sur-
face plus rugueuse que celle du pronotum, couverte d'une ponctuation inegalement
espacee et irreguliere, melee de fines granulations et de vagues ridules transversales
CH. KE&REMANS, BUPRESTIDAE. 31
siir les cotes. Dessous cFun bronze plus cuivreux et plus brillant qua le dessus; la
pouctuation tres fine; pourtour libre du dernier segment abdominal sillonne; pattes
assez greles. — Un seul exemplaire provenant des regions inferieures du Meru,
4. XII. 05.
Janvier 1907.
32
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION 7: 3.
Liste des Biiprestides acüielleinenl coiimis du Kiliinandjnro et du aieru.
Antliaxia montana Keeeem. n. sp.
» obofkiana Faiem.
» teiiuicauda Boh.
» Sjöstedti Keeeem. n. sp.
» pumila Klug.
Chrysobothiis dorsata Fab.
Megactenodes Westermani Gast, et Goey.
Melibseus costatus Keeeem. n. sp.
» montanus Keeeem. n. sp.
» asneus Keeeem.
Pseudagrilus Sopliorae Fab.
» beryllinus Fähe.
» subfasciatus Keeeem.
» sophoroides Muee.
» Sjöstedti Keeeem. ii. sp.
» grauulosus Roth.
Sambus albopunctatus Fähe.
» inoiitamis Keeeem. n. .sp.
Gryptodactylus africanus Keeeem. n. sp.
Agrilus Benuingseui Kereem.
» corsebiformis Keeeem. ii. sp.
Kamosia tlioracica Keeeem.
Tracliys Sjöstedti Keeeem. n. sp.
» massaica Keeeem. n. sp.
» circumdata Keeeem. ii. sp.
» montana Keeeem. n. sp.
» Ovis Keeeem. n. sp.
r. COLEOPTERA.
4. Bostrydiid*
par
PIERRE LESNE.
Avant le A^oyage eiitrepris par M. le professeur Sjöstedt au Kilimandjaro et
au Merf , on ne connaissait que fort peu de chose de la faune bostrychidologique de
ces montagnes. Quelques specimens conserves au K. K. Naturhistorisches Hofmuseum,
de Vienne, et dans la collection de M. Rene Oberthür avaient appris que l'on ren-
contrait au Kilimandjaro une espece de moj^enne taille, assez largement repandue
dans l'Afrique Orientale, le Bostrychopsis villosula Lesne, espece qui fut retrouvee
recemment dans la meme region par M. Charles Alluaud. D'autre part, le Musee
National entomologique de Berlin possedait une seconde espece, le Xijloperthodes
nüidipennis Murray, rencontree egalement au Kilimandjaro.
M. Sjöstedt a retrouve ces deux formes dans les montagues qu'il a explorees;
il y a recueilli, en outre, 10 autres especes representees par 143 individus et dont
une etait restee jusqu'ici inconnue. Ces materiaux permettent de se faire une opinion
sur la faune des Bostrychides des hautes montagnes de l'Afrique Orientale.
Le premier point qui ressort de notre etude est l'absence de formes propres ä
ces regions. Les 10 especes rencontrees au Kilimandjaro sont toutes largement repan-
dues dans rAfricßie Orientale ou meme dans toute l'Afrique tropicale et australe.
Parmi les 5 especes du Bas Meru, 3 figiirent dejä parmi Celles du Kilimandjaro; les
deux autres offrent plus d'interet au point de vue faunistique. L'une, Enneadesmus
evacanthns Lesne, n'etait encore connue que de TAbyssinie et du pays des Somalis;
eile atteindrait au ^leru sa limite vers le Sud. La seconde espece, Lichenophanes cor-
ticeus n. sp., n'a encore ete trouvee que dans les parties septentrionales de l'Afrique
Orientale allemande.
L'une des especes dominantes au Kilimandjaro comme au Meru parait etre le
Bosirychopsis villosula, et il est assez curieux de remarquer que cet insecte n'a jamais
ete rencontre, au moins ä notre connaissance, au nord des memes montagnes.
Un autre point tres frappant est l'absence d'especes cosmopolites au Kilimandjaro.
Sjösledts Küimandjaro-Meru Expedition 7. • 5
34 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERr EXPEDITION. 7: 4.
En resiime, ce que l'on sait aujourd'hui de la faune du Kilimandjaro et du
Meru permet de dire, qu'en ce qui concerne les Bostrychides, eile ne se distingue pas
au point de vue qualitatif de la faune des regions voisines de l'Afrique Orientale.
Licheunplianes faseieularis FIhr^us.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, 3 j an vier. Un J".
Ce specimen appartient ä une forme intermediaire entre le type et la race
morbillosus Quedenfeldt; mais il est plus voisin du premier.
Espece repandiie dans TAfrique tropicale.
Lioheiiopliaiies oortioeus nov. sp.
Long. 12 — 13 millimetres.
Allonge, parallele, d'un brun fauve. Stature et facies du Lieh, faseieularis Fahr.
dont il est tres voisin.
Front recouvert d'une pubescence tres dense, laissant a peine apparaitre les
grains saillants du tegument. Angles anterieurs de l'epistome an-ondis. Taches pileuses
de la massue antennaire rousses ainsi que la f ränge du labre et la pubescence du
dessous des tarses. Angles anterieurs du prothorax courts, deprimes, non prolonges
en cornes greles, et limitant une echancrure de forme arrondie ou subtrapezoidale.
Bosses du disque du pronotum tres saillantes. Base des elytres offrant un tubercule
juxtascutellaire epais. Epaules nullement saillantes en avant. Dos des elytres offrant
en avant, sur le trajet de la nervure dorsale interne, une carene epaisse et elevee, et, en
arriere, au voisinage de la declivite apicale. deux paires de tubercules tres eleves,
revetus de poils, mais sans gi'ains brillants pertant cette pubescence. Pubescence
des elytres tres dense, formant une sorte de revetement feutre presque continu et
n' offrant que des espaces denudes tres restreints. Saillie intercoxale du mesosternum
simple, non gibbeuse. Pubescence de l'abdomen tres dense, d'un gris fauve, mas-
quant la sculpture sous-jacente, mais offrant de petites taches eirculaires denudees.
Pubescence des tibias normale, non epaissie ä la face externe ni differemment
coloree vers l'apex. Tibias anterieurs dans denticules au cote interne. Tibias poste-
rieurs sans soies dressees ä la face externe. 2* article des tarses anterieurs plus court
que le dernier. le 2'' article des tarses posterieurs au moins aussi long que le dernier.
Cette espece prend place au voisinage immediat du Lieh, faseieularis dont eile
se distingue notamment par la densite de la pubescence abdominale et de Celle du
front, par la continuite presque complete de celle des elytres, par la saillie tres
accusee des gibbosites du pronotum et des eh'tres, etc.
ilferif-Niederung, Ngare na nyuki, le 25 novembre (D' Sjöstedt), un individu.
Tanga (Musee national entomologique de Berlin), un individu.
LESNE, BOSTRYCHID^. 35
Bostrycliopsis villosula Lesne.
cf. Bulletin du Museum (THistoire Naturelle (Paris), annee 1905, N:o 5, p. 298.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1.300 ä 1900 m., en janvier et novembre; Kibonoto-
Niederung, janvier, mars, aoüt, septembre, novembre; Kibonoto steppe, fin septembre;
Kibonoto, zone des cultures, en mars, avril, et depuis aoüt jusqu'en decembre; Obst-
gartensteppe, en novembre; Lacs Natron entre le Kilimandjaro et le jMeru, en janvier
et en octobre. Merw-Niederung, Ngare na nyuki, en octobre et en novembre.
Les coUections du K. K. Naturhistorisches Hofmuseuni, de Vienne, et celle de
M. Rene Oberthür renferment quelques exemplaires de cette espece recueiIHs autre-
fois au Kilimandjaro. Plus recemment M. Ch. Alluaud a capture le Bostr. vülosula
dans les memes montagnes et notamment dans la zone des cultures, ä Kilema, en
janvier, dans celle des Bruyeres, ä Moschi, et sur la riviere Himo, en mars.
Cette espece est largement repandue dans l'Afrique Orientale et australe.
Bostrychoplites eonnitiis Olivier.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures, fin avril. Un J.
Toute l'Afrique tropicale depuis le Senegal, le Soudan et l'Erythree jusqu'au Cap.
Bostrychoplites cjiiiHlricus Fähr^us.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung en septembre; Kibonoto, zone des cultures,
en fevrier et en mai.
Espece repandue dans presque toute l'Afrique au sud de l'equateur; eile remonte
du cöte de l'Est jusque dans IWbyssinie meridionale.
Xylioii adustus Fähr^us.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures et steppe ä arbres fruitiers, en
novembre. ilferif-Niederung, Ngare na nyuki, en novembre et decembre.
Espece repandue dans presque toute l'Afrique tropicale et australe.
Euiieadesinus evacaiithus Lesne.
ilferw-Niederung, Ngare na nyuki, en novembre.
Parait etre localise, en Afrique Orientale, dans la region qui s'etend depuis
l'Abyssinie jusqu'aux parties septentrionales de l'Afrique Orientale aUemande.
Sinoxylou ruflcorue Fahr^^ius.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1000 — 1300 m. en avril; Kibonoto, zone des cultures,
en avril, aoüt et septembre; Lacs Natron, en octobre; Leitokitok en mai.
Afrique australe et Orientale jusqu'au voisinage de l'equateur.
36 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION 7: 4.
Xyloperthodcs iiitidipeunis Murbay, var. plagiatus Fähr^us.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1300 m., en mai, et Kibonoto, zone des cultures, en
septembre.
Variete entierement rousse: Kilimandjaro, Kibonoto, zone des cultures, en se])-
tembre.
Espece de presque toute l'Afrique tropicale.
Xylojtertliodes iiicertus Lesne.
in Ann. de la Soc. Ent. de France, 1906, p. 548 et 554.
Cette espece a ete recemment decrite par nous d'apres un certain nonibre
d'exeuiplaires provenant de l'Afrique australe, Colonie du Cap et Transvaal. Nous en
avions vu aussi un specimen recueilli dans l'Erythree italienne par M. Ragazzi, ce
qui nous avait fait supposer que l'espece devait se rencontrer dans toute l'Afrique
Orientale. Sa capture dans le massif du Kilimandjaro par M. Sjöstedt, ainsi que la
decouverte de la meme espece aux environs de Nairobi par M. Allüaüd, sont venues
confirmer cette hypothese.
Les nombreux specimens rapportes par M. Sjöstedt permettent de se faire une
opinion sur la variabilite du Xylop. incertus, espece souvent difficile ä identifier. Les
proportions du dernier article de la massue antennaire, la presence d'un sillon au cote
externe du postepipleure, la sculpture de la region dorsale des elytres formee d'une
ponctuation tres nette, assez dense et assez forte, sans traces de rides dans les
intervalles, constituent un ensemble de particularites tres caracteristique.
Les tubercules marginaux de la declivite posterieure sont ä peine costiformes,
parfois verruciformes, jauiais pointus, mais au contraire arrondis au sommet. Les
epines juxtasuturales de la declivite posterieure sont contigues ä la base et generale-
ment divergentes lorsqu'on les examine en dessus. Chez les exemplaires du Kiliman-
djaro, ces epines ne sont pas coniques comme chez les specimens du Cap. Vues de
dessus, elles rappellent par leur forme, celles du Xylop. clavula Lesne, sans qu'il j'
ait toutefois de dilatation apicale. Dans certains cas, ces epines tendent ä prendre
l'apparence mamilliforme de celles du Xyl. discicollis Fairm. Rarement elles sont
accolees l'une ä l'autre sur presque toute leur longueur. Ces variations remarquables
dans la forme des epines juxtasuturales denotent, semble-t-il, une parente tres etroite
entre le Xyl. incertus et ses congeneres X. clavula et X. discicollis.
Les tarses posterieurs portent une longue soie au cöte interne de chacun des
articles 2 et 3. Parfois ces memes articles portent chacun deux ou trois soies (cT?).
Les specimens du Kilimandjaro sont presque tous roux ou testaces avec la
massue antennaire noire et la region posterieure des elytres rembrunie. L'un des
individus a la tete, la region de la räpe prothoracique et les elytres (sauf ä leur base)
d'un brun fonce; mais le dessous du corps est roux comme chez les autres specimens.
Ceux de Nairobi sont tantöt roux avec la tete, la region de la räpe prothoracique et
LESNE, BOSTRYCHID^.
37
le dessous du corps noir, tantot noirs avec les bords de Fabdomen, le funicule des
antennes et les pattes roux ; leurs dents juxtasuturales sont contigues ä la base et
a peine divariqiiees au sommet.
KlUinandjaro: Kibonoto-Niederung, ainsi qu'ä l'altitude 1800 m., en janvier;
Kibonoto, zone des cultures, 1900 m., en decembre.
Apate iiidistiiieta Murray.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, en mars; Kibonoto, zone des cultures, en
fevrier, avril, niai, septembre et decembre; Lacs Natron, en novembre. ilfe/M-Nie-
derung, Ngare na nyuki, en novembje.
Afrique Orientale et australe.
riioiiapate fVoiitalis Fähr^us.
Kilimandjaro: Kibonoto, zone des cultures, en fevrier.
Toute l'Afrique tropicale et australe.
Liste des BoMtrychWos recueillis jusqii ici au Kiliiiunuljaro et au Meru.
Lkhenophancs fasckularis VkwRXxa.
Lichenoplmnes corUceus Lesne n. sji.
Bosfri/cho^isis rilfosula Lesne.
Bostri/choplttcs comutus Oliviek.
BostrycJioplites cylindricus Fähr.^us.
Xylioti adustus Fähr.eus.
Enneadesmus evacanthus Le«ne.
8. Sinojylon ruficornv TkoRMUS.
9. Xi/loperthodes nitidipennis Mubeay, var. iilagiatus
Fährsus.
lU. Xyloperthodes incerfus Lesne.
IL Äpate indistinda Mueeay.
12. Phonapate frontalia Fähr.eus.
7. COLEOPTERA.
5. Coprophaga
t
von
CARL FELSCHE, HENRI d'ORBIGNY, ADOLF SCHMIDT,
»Die Coprophageii kommen hauptsächlich in der Niederung ringsum die Berge
und in den unteren Teilen der Kulturzone vor. In den oberen Teilen der Kultur-
zone sind sie sparsam und gehen kaum über 2,000 m. hoch, jedenfalls nicht gern.
Sie lieben sehr die Sonne und verschwinden grösstenteils wärend der Regenzeit
(Sjöstedt).»
1. Ateuchiiii und Coprini
von
Carl Felschb.
Scarabaeus piirpiirasceiis Gerst.
Archiv f. Naturgesch. 1871. I., p. 48; v. d. Deckens Reise, Gliederfüsser, p. 121.
Kilimandjaro: 16 Exempl. bei Kibonoto — Steppe, Mischwald, Kulturzone —
und der ilferw-Niederung am Flusse Ngare na nyuki gefangen.
Scarabaeus porosus Batbs.
Entomologists Monthly Mag. 1888, p. 202.
JferM-Niederung, Ngare na nyuki, den 22.-25. Nov. und 2. Dez. ; 5 Exempl.
Herr Prof. Kolbe hat in der Stettin. Ent. Zeitung 1895, p. 330 die Ansicht
ausgesprochen, dass diese Form zu purpurascens Gerst. gehöre, in seinem »Die Kcäfer
Deutsch Ost-Afrikas», p. 132 (1897) sagt er: Diese Art ist dem purpurascens ähn-
lich, aber von diesem gut unterschieden». Ich glaube die erste Ansicht ist die richtige,
Scarabaeus pustulosus Gerst.
Archiv f. Naturgesch. 1871. I., 48; v. d. Deckens Reise, Gliderfüsser, 121.
Taf. VII, Fig. 5.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe— Kulturzone, Sept., Nov.; 3/er« -Niederung
nördlich vom Berge am 27. Dez.; »wurde am 23. Sept. und 14 Nov. Kugel rollend
beobachtet». 27 Ex.
40 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 5.
Scarabaeus politifrons Fairm.
Ann. Soc. Ent. Tr. 1887, p. 105.
Usambara: Mombo, juni.
Scarabaeus salebrosipeniiis Fairm.
C. R. Soc. ent. de Belgique 1884, p. 142., Ann. Soc. ent. de France 1887. p. 104.
ilferw-Niederung, Ngare na nyuki, 23. Nov., 29. Dez.; 10 Ex.
Scarabaeus glabratus Kolbe.
Stettin, E. Z. 1895, 332.
Kili^nandjaro : Kibonoto-Niederung, 23. Sept.; 1 Ex.
Auaclialcos maguus Bates.
Ent. Monthl. Mag. XXIV, p. 203.
KiUmandjaro : Kibonoto, Kulturzone, März, xA.pril, 4 Ex.
Coptorhlua bicolor Ancry.
II Natural. Siciliana II p. 71.
KiUmandjaro: Kibonoto-Steppe, April.
(Jyiuuopleurus azureus Fabr.
Systema Eleuth. I. p. 57.
KiUmandjaro: Kibonoto, Mischwald, 15 Nov.; 1 Ex. iferw-Niederung, Ngare
na nyuki, 25. Nov.; 2 Ex.
(ij'iHiiopleurus spleudeus Gast.
Hist. nat. des Ins. Col. II. p. 71.
KiUmandjaro: Kibonoto-Niederung, den 12. und 7. Nov.; 2 Ex.
Gymuopleurus sericeifrous Fairm.
Ann. Soc. Ent. de France 1887, p. 108.
KiUnmndjaro : Kibonoto, Steppe — Kulturzone; 12 Ex. ilf er «-Niederung, Ngare
na nyuki, Dez. Usambara: Tanga, Juni. Die meisten von der Kibonoto-Niederung,
Nov. und Dez.
Gymnopleunis unibriuus Gerst.
Archiv f. Naturgesch. 1871, I., p. 49.; v. d. Deckens Reise. r41ipderfüsser, p. 125,
Taf. VII, fig. 6.
Usambara: Tanga, Juni.; 12 Ex.
Heliocopris hamadryas Fabr.
Syst. Ent. p. 22.
KiUmandjaro: Kibonoto, febr. In Mist von Nashorn.
Heliocopris Huutcri Waterhouse.
Annais. Mag. Nat. History (6) VII. p. 508. ; $ trilobus Kolbe.
Stett. Ent. Zeit. 1893, 199.
KiUmandjaro: Kibonoto, Steppe — Kulturzone, Aug.^Sept. ; 5 J", 1 ?.
FKLSCHE, ATEUCHINl UND COPRINI. 41
Ciitliarsius scsostris Waterh.
Pidceed. Zoolog. Society 1888 p. 86. — Pühechis auct.
Merit : Kulturzone 26 Dez. ; 1 J'. Küimandjaro : Kibonoto, Steppe — Kultur-
zone, Aug.; 2 J", 1 ?.
Catliarsius ^iblticollis Gerst.
•liilirl). d. wiss. Aiiist. Hamburg, 1884, p. 50.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, März.
('«jn-is troglodytanim Roth.
Archiv f. Naturgcsch. 18.51. I., 124. — pronus. Gerst. Jahrb. d. Wissenschaft.
Anstalten Hamburgs I. p. .50.
Icli habe von beiden Arten die typischen Stücke vor mir gehabt.
JferM-Niederung, 27. Dez., nördlich von Berge; 1 <j' 1 ?. Küimandjaro: Kibo-
noto, Kulturzone, 8. Okt.; 1 $.
Copri.s orphaiuis Guer.
Voyage en Abyssinie par Lefebure, IV. Partie. Tome 6, 310. Taf. 4, Fig. 4. — evanidus Klug.
Monatsber. Acad. Wiss. ßerUn 1855 p. 655; Peters Reise p. 243. — Neptys Reiche,
Voy. Galinier p. 314. Taf. 19, F. 3.; Harold, Col. Hefte V., 61.
Kilimandjaro : Tn Anzahl von Kibonoto, Steppe — Kulturzone, Aug.— Dez.;
die meisten von der Niederung im Sept. und Aug., einzelne von der Kulturzone. Meru.
Oiiitis cupreus Gast.
Hist. nat. des Int. Col IL, 90.
ilferM-Niederung, Ngare na nyuki, 23. Nov. ; 1 Ex.
Ouitifs siilcii)einii.s Felsche.
Deutsche Entom. Zeitschr. 1907, p. 201.
Kilimandjaro : 1 J" 3 ? von Kibonoto, zwar von dem Regenwald 2,000 m.,
Sept. und Dez., die anderen von der Niederung, Nov. Die Art ist in letzten 3 Jahren
von Natal, Mossambik, Deutsch u. British Ostafrica gekommen.
Oiiitis sphiiix var. Alexis Klug.
Ermans Reise, Atlas p. 32: Lansb. Monogr., 89.
Kilimandjaro: In Anzahl von Kibonoto, Sept. — Nov. Die meisten von der
Niederung im Sept. Einige aus der Kulturzone. Wohl die gemeinste Art ; über ganz
Afrika verbreitet.
(Miitiis luu'inatus Klug.
Monatsber. Berl. Akad. 1855, p. 652.; Peters Reise, 223.
Küimandjaro: Kibonoto-Niederung ; 1 4.
üiiitis creiiatus Reiche.
Galinier Voyage en Abyssinie, p. 328, pl. 20, fig. 1 — 1". 0. Herbsti, Roth,
Archiv f. Naturgesch. 1851. I. p. 129.
Kilimandjaro: In Anzahl von Kibonoto, Aug. — Nov.; die meisten von der Nie-
derung im Sept.— Okt.; einzelne aus der Kulturzone. Meru: Ngare na nyuki.
Sjöatedts Kilimaiuljuro-Meni Expedition. 7. ■ 0
-12 SJÖSTEDTS KILTMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7 : 5.
Oiiitis iiiayeri Kolbe.
Stettin. Entorn. Zeitung 1891, p. 21.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe— Kulturzone, Aug., Sept.. Dez.; 1 J" 2 ?.
Onitis fulgidus Klug.
Monatsb. Berl. Ac. 1855, p. 650.
Meru: Ngare na nyuki, Jan. 3 Ex.
Oniticellns egregius Klug.
Monatsber. Berl. Akad. 1855, p. 652; Peters Reise, p. 225, Taf. 12, F. 15.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 7. Nov.; 1 ?. Die Art scheint selten zu
sein; ich habe ausser diesem und dem im Berliner Museum befindlichen nur noch 3
Stück gesehen, welche in meiner Sammlung sind.
Oniticellus {»lauatus Gast.
Hist. nat. II. p. 91.
Kilimandjaro: Kibonoto, Aug. — Nov., Steppe — Kulturzone, besonders in Aug.
und Sept.; 21 Ex. Über die ganze afrikanische Region verbreitet.
Oniticellus militaris Gast.
Hist. nat. II. p. 91.
Kilimandjaro: Kibonoto, Aug. — Nov.; 64 Ex. Die meisten von der Niederung:
der Obstgarten-Steppe und dem INIischwald; einzelne \"on der Kultnrzone.
Oniticellus triaugulatus Har.
Coleopterolog. Hefte XI, 105.
Kilimandjaro: Kibonoto, fast alle von der Niederung im Sept.; 20 Ex. Ist
bisher nur aus Süd- Afrika bekannt gewesen; dürfte wohl oft unter O. nasicornis ge-
mengt sein.
Oniticellus africauus Har.
Coleopterolog. Hefte XI, 105.
Kilimandjnro : Kibonoto-Niederung, Sept.; 1 Ex. Von ihm gilt auch das beim
vorigen gesagte.
Oniticellus nasicornis Reiche.
Galinier, Voy. en Abyssinie, Entom. p. .330, Taf. 21, Fig. 7.
Kilimandjaro : Diese gemeine, über die ganze afrik. Region verbreitete Art liegt
in grosser Anzahl aus Kibonoto-Niederung und der untere Kulturzone vor, die
meisten von August und September, einzelne von November.
l)rei»anocerus abyssinicus Roth.
Archiv, f. Naturgesch. 1851. I., 128.
Kilimandjaro: In ziemlicher Anzahl von Kibonoto-Niederung und untere Kul-
turzone, Aug. — Sept.
U'ORBIGNY, ONTHOPHAGID^. 43
I)r('|taii(»c<'nis siilcicollis Cast.
Hist. iiiit. II., 92. — dispar Boheman, Ins. Caffrariae II., p. 325.
Kilimandjaro: In einiger Anzahl von Kibonoto-Niederung und von der unteren
Kulturzone Aug. — Sept.; bisher nur aus Süd-Afrika bekannt.
Drcpaiioferus piirallolus Raffray.
Rev. et Mag. de Zoologie 1877, p. 314.
KiU)H(tmlj((ro: 9 Ex. von Kibonoto-Niederung und untere Kulturzone, Aug. —
Okt. ; bisher nur aus Abyssinien bekannt.
Phopochrous Beccarii Har.
Col. Hft VIII, 1871, p. 26.
Kilimmidjaro: Kibonoto, Kulturzone, April.
Plioeoclnoiis stercorariiis Kolbe.
Kilimandjaro: Kibonoto. Kulturzone, April, 2 Ex.
Sisyplms iiifuseatus Klug.
Monatsber. Akad. Berlin 185.5, p. 651, Peters Reise, ]). 217
J7e^7(-Niederung, Ngare na nyuki, 12 Nov.; 1 Ex.
Sisyphus calcaratufs Klug.
Peters Reise, 219. Taf. XII, F. 13.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung und untere Kulturzone, Sept.; 16 Ex.
Sisypluis crispatus Gory.
Monogr. p. 13 pl. 1 fig. 9. — Mrius Gory., Monogr.. 14. Taf. 1. F. 10.
caffei- Boheman Ins. Caffrar. II., 195, sordidus Boh. I. c. p. 194.
Guriji. Har. Berl. E. Z. 1859 p. 204. — Pering. Descr. Cat. Lucan. and Scarab. p. 106 und 897.
Kilimandjaro: Zahlreiche Exemplare von der Kibonoto-Niederung und untere
Kulturzone Sept. —Dez. Meru. Über die ganze afrik. Region verbreitet. Peringuey
(Descr. Cat. 107.) macht aufmerksam, dass die Behaarung nicht nur variirt, sondern
auch ungleich beständig ist, sodass manche Stellen leichter ausfallen als andere.
lJ(»llM»('eras iiitfropiceinii n. sp.
Kleine Art (6 mm.) oben pechschwarz, stark glänzend, unten kastanienbraun,
Behaarung graugelb, Kopfschild trapezoidal, vorn gerade abgestutzt, hier deutlich
gerandet; Wangen gerundet, stark vortretend; Fläche des Kopfes, mit Ausnahme
des Scheitels, grob und dicht runzelig punktirt, zwischen den Augen ein etwas
breit gedrückter Höcker. Prothorax stark und gleichmässig gewölbt, an den Hinter-
ecken am breitesten, vorn und an den Seiten bis über die Hinterecken hinaus-
gerandet, am Hinterrande nur eine Reihe Punkte ; die Fläche unregelmässig, zerstreut,
mit grossen und tiefen Punkten besetzt. Das Scutellum gross, fast parallelseitig, die
Spitze stumpf, die Ränder glatt, die Mitte unregelmässig grob punktirt. Die Flügel-
decken mit 10 unregelmässigen, tiefen, stark punktirten Streifen, die sich an der
Spitze mehrfach verbinden, dann folgt ein elfter von etwa der halben Länge der
Flügeldecken auf deren Mitte, dann ein zwölfter, der sich vorn und hinten mit dem
44 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEKU EXPEDITION. 7: 5.
zehnten verbindet, sodass der 11. eingeschlossen ist, dann noch 2 unregelmässige, die
unter der Schulter eine Schwiele lassen; neben dem Rande noch eine Reihe Punkte.
Die Zwischenräume sind stark gewölbt, punktfrei ; die Spitze der Flügeldecken grubig
vertieft. Die Vorderschienen mit 7 Zähnen, die oberen 4 sehr klein.
Kilimandjaro : Kibonoto, Obstgarten-Steppe. 2 Ex.
2. Outhophagidae.
Henri d'Orbigny.
Caccohius obtusiiis Fähr.eus.
BoHEM., Ins. Caffr., II, 1857, p. 313, decrit du Natal.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Caccobiuss Scha?(llei d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 10, decrit de l'Afrique Orientale allemande.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Miliflius jticticollis Gerst^cker.
WiEGM., Arch. f. Naturg., XXXVII, 1871, 1, p. 51, decrit de l'Afrique Orientale.
Kilimandjaro : Kibonoto.
Milichus rliodesiauus Pbringuey.
Ann. S. Afr. Mus., III, p. 222, decrit de la Rhodesia meridionale.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Oiithophagriis Simoiii d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 23, decrit du Transvaal.
Kilimandjaro: Kibonoto, un seul exemplaire.
Cette espece parait rare; je n'en avais encore vu que deux ou trois exemplaires
provenant du Transvaal et du Natal. Celui qu'a rapporte M. Sjöstedt differe de
l'iiniqe exemplaire trouve par M. Simon dans le Transvaal, et que j'ai decrit, par la
tete et le prothorax d'un noir fortement cuivreiix et ä reflets verdätres, les elj'tres
d'un noir brunätre, la carene frontale tres courte, le prothorax sans trace de depres-
sion pres des angles posterieurs, les elytres ä stries assez etroites. Malgre ces legeres
differences, il me parait bien appartenir ä la meme espece.
OntliopliiifjHS (luadriniacnlatus Raefeay.
Rev. et Mag. de Zool., 1877, p. 319, decrit du Zanguebar.
Meru inferieur : Ngare na nyuki ; Kilimandjaro : Kibonoto.
d'orbiony, ONTHOPHAGID/E. 45
Oiifliopliiiiriis acDiuihiosiis Roth.
WrEG.M., Ai(>h. f. Xatuii;.. XVU, I. 1851. p, ll'4. deriit do r.Abvssinic.
Meru inferieur: Ngare na nyuki.
(hitliopliuiriis liiciistris H.ahold.
Mitth. Münch. Eni. Ver.. [. 1877. p. 9», decrit du Nyassa.
Kihmandjaro : Kibonoto.
(hithoi)liiii;riis ti'icariniijcr ü'Okbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 47, decrit de l'Afrique Orientale allemande: üar-es-Salam.
Kilimandjaro : Kibonoto.
L'etude des tres nombreux exemplaires rapportes par M. S.töstedt, m'aniene
ä reunir ä cette espece le trirugatus d'Orbigny (Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 415),
decrit de l'Afrique Orientale anglaise, et qui, d'apres ma description, n'en differait
guere qne par la coloration plus claire, la ponctuation du prothorax plus grosse et
plus serree.
L'insecte est ordinairement d'un noir d'ebene brillant, tres rarenient d'un noir
briinätre ou legerement bronze. La ponctuation du prothorax est tantot assez ecartee,
tantot assez serree, et composee de points plus ou moins fins, melanges de gros points
plus ou moins nombreux.
Je n'avais encore vu que peu d'exemplaires de cette espece, et aucun r? bien
developpe. Ordinairement chez le cT la fine carene anterieure de la tete est largement
interrompue dans le milieu, le vertex est arme d'une haute lame situee un peu en
arriere du milieu des yeux et occupant tout leur intervalle, dressee verticalement,
ä cotes presque paralleles, ou seulement un peu plus etroite a son sommet ((u'a sa
base, divisee longitudinalement, et parfois presque des sa base, par une longue et tres
etroite echancrure, le bord superieur de la lame formant un angle droit de chaque
cote de l'echancrure, s'elevant en une grande dent triangulaire ä ses extremites. Chez
les <S moins developpes, la lame est moins haute, moins profondement echancree,
divisee des le fond de l'echancrure en deux grandcs dents regulierement triangulaires,
ou legerement dentees vers leur base ä leur cote interne ; parfois la lame est reduite
a une forte carene etroitement echancree dans son milieu, legerement elevee en dent
ou ondulee de chaque cote de l'echancrure, plus ou moins dentee ä ses extremites.
L'epistome est parfois assez fortement sinue chez la $. Le prothorax a ordi-
nairement en devant, dans les deux sexes, une longue callosite transverse, droite,
s"elevant legerement en tubercule ä ses extremites, mais, chez les J", cette callosite
est souvent moins prononcee et non tuberculee ä ses extremites. Les interstries des
elytres sont ordinairement plans, parfois un peu convexes. La ponctuation du pygi-
dium est composee de points assez gros, melanges de points plus fins. La longueur de
l'insecte varie de 6 ä 9 mill.
Cette espece est extremement voisine de Vemeritiis Peringuey (1901, Trans.
S. Afr. Phil. Soc, XII, 1900, p. 176 et 216, pl. 5, fig. 31 et 31^), decrit de la Rho-
desia meridionale; eile en differe par la ponctuation du prothorax composee de points
46 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 7:5.
assez fins, assez profonda et non onibiliques, melanges de gros points ombiliques
ecartes (au lieii d'etre entierement coniposee de points ombiliques tres peu profonds,
les uns assez petits, les autres grands et peu serres), ]e prothorax, chez les $ et tres
souvent chez les (J, ayant en devant une callosite transverse, droite, non ou legei'e-
nient tuberculee ä ses extremites (au Heu d'avoir soit deux gros tubercules complete-
ment separes, soit une callosite transverse, tres peu accusee dans son milieu, nette-
ment elevee en tubercule ä ses extremites), la lame du vertex, chez les J" bien deve-
loppes, nullement elargie vers son sommet (tandis qu'elle est fortement elargie vers
son sommet dans la figure domiee par Peringuey).
OiitliopliJiijns viiiftus Erichson.
WiEGM., Arch. f. Natiirg., TX, 1843, T., p, 284, decrit de l'Angola.
Meru: zone inferieure et jusqu'ä l'altitude de 3,000 metres; Kilimandjaro: Kibonoto.
Oiitlioi»liag:»s carboiiarius Klug.
Monatsbcr. .Ad. Berkal., 185.5, p. (i5o, decrit du Mozamliique.
3Ieru inferieur: Ngare na nyuki.
Var. aterrimus Gerst^ckee, Wiegm., Arch. f. Naturg., XXXVII, 1871, p. 51,
decrit de Zanzibar; cf. d'Orbigny, Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 422.
Kilimandjaro : Kibonoto.
Oiitli(>|)luiifiis fossihasis n. sp.
Nitidulus, niger, supra breviter flavo-pubescens, prothorace utrinque prope an-
gulos posticos longius setoso. Capite rugoso, fronte confertim tenuiter punctata,
punctis magnis parce intermixtis, vertice fortiter et parum dense punctato; clypeo
rotundato: fronte arcuatim carinata; vertice carina brevi, angulatim inverso-arcuata,
medio subinterrupta, inter oculorum margines anteriores sita, iustructo. Prothorace
uniform iter, simpliciter, subfortiter et subdense punctato, utrinque prope angulos posti-
cos profunde impresso et subtilius punctato ; lateribus postice valde sinuatis ; basi
tenuiter marginata. Elytris anguste striatis; intervallis planis, subdense granulatis.
Pygidio confertim subtenuiter punctato. — Long. 4 mill.
Assez brillant, noir, massue des antennes noire. Tete, prothorax, elj^tres et
pygidium ä courte pubescence jaunätre, le prothorax ayant de chaque cote, pres des
angles posterieurs, un petit espace garni de longues soies dressees. Epistome arrondi
en devant; joues peu saillantes et arrondies; la tete divisee par deux assez fines ca-
renes transverses, en trois parties, dont celle du milieu beaucoup plus petite, les deux
autres ä peu pres egales, la carene anterieure assez longue, arquee, atteignant la suture
des joues, la posterieure un peu plus courte, anguleusement en arc renverse, presque
interrompue dans son milieu, situee entre les bords anterieurs des yeux et n'occupant
pas beaucoup plus du tiers de leur Intervalle ; l'epistome et les joues couverts de
rugosites serrees, le front ä ponctuation serree, composee de points fins, melanges de
gros points ecartes, le vertex garni de gros points peu serres. Prothorax finement
D ORBIGNY, ONTHOPHAGID^. 47
reborde ä la base; les angles posterieurs arrondis; les cötes fortement sinues pres de
ces angles, en ligne droite entre le milieu et les angles anterieurs; la partie poste-
rieure avec une tres vague trace d'impression longitudinale mediane, et de chaque
cote une assez profonde Impression pres des angles posterieurs; le devant sans saillie
ni depression; toute la surface uniformement garnie d'une ponctuation simple, assez
grosse et assez serree, sauf les depressions basilaires ä ponctuation fine et ecartee.
Elytres plus larges que le prothorax, arrondis lateralement ; stries etroites ; interstries
plans, garnis de granules assez serres. Pygidium ä ponctuation serree et assez fine;
la carene de la base presque en arc de cercle. — Usambara : Mombo.
Voisin du minutulus Harold (Deutsche Ent. Zeitschr., 1875, p. 216) decrit du
Bechuana : en differe principalement par la carene du vertex non pas droite, mais an-
guleusement en arc renverse, le prothorax ä ponctuation plus serree, sa base fortement
deprimee de chaque cöte pres des angles posterieurs. les granules des elytres assez serres
(au Heu d'etre tres ecartes), la ponctuation du pygidium beaucoup plus serree.
<hit]io]ihii{a:us toiisus d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 94, decrit de Zanzibar.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Oiitli()|)Iiai;iis JHsricola d'Orbigny.
L. e., p. 82, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Outlioi»has:us Raffrayi Harold.
Berlin. Ent. Zeitschr., 1886, XXX, p. 144, decrit de l'Aby.ssinie.
Kilimandjaro : Kibonoto.
Ontliopliagns cariuicoliis Raffray.
Rev. et Mag. de Zool., 1877, p, 325, decrit du Zanguebar.
Kilimandjaro : Kibonoto.
Oiiflioplia$riis meruanus n. sp.
Nitidus ; capite prothoraceque aeneo-nigris; elytris nigris, basi atque apice late
testaceo-maculatis, macula basali ab intervallo 3° usque marginem externum extensa, in
intervallo h", basi nigro, anguste interrupta, angulo humerali nigro ; pygidio nigro;
supra breviter, in elytris pygidioque brevissime flavo-pubescens. Apud marem capite
parce, in clypeo genisque dense punctato, punctis magnis, minutis intermixtis, clypeo
vix sinuato, fronte non aut indistincte carinata, vertice inter oculorum margines an-
ticos acute tuberculato. Prothorace simpliciter, subfortiter et subdense punctato, ut-
rinque prope angulos posticos minute subdepresso ; lateribus postice vix sinuatis; basi
tenuissime marginata. Elytris subtenuiter striatis; intervallis planis, parum dense
granulatis. Pygidio fortiter et subdense punctato. — Long. 4 mm.
Brillant; tete et prothorax d'un noir bronze; elytres noirs, avec une assez grande
tache testacee occupant la base des 3"— 4" interstries, en se prolongeant plus longuement
sur le 4''' interstrie, et s'etendant, un peu en arriere de la base, sur la majeure partie
de la largeur du 5" interstrie, une autre grande tache basilaire s'etendant du 6" inter-
48 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERXJ EXPEDITION. 7: 5.
strie au bord lateral, en laissant etroitement noir 1' angle humeral, et uns tache
apicale ocoupant toute l'extremite, sauf l'interstrie juxtasutural et une petita tache
noire contre le bord apical; epipleures entierement noirs; pygidium, dessous du corps
et pattes noirs, massue des antennes brune. Dessus ä pubescence jaune, courte sur
la tete et le prothorax, tres courte sur les elytres et le pygidium. Epistome ä peine
sinue en devant; joues tres peu saillantes et regulierement arquees ; front sans carene,
ou av-ee seulement une legere trace de carene arquee; vertex avec un gros tubercule
conique, situe entre les bords anterieurs des yeux ; la tete ä ponctuation composee
de gros points melanges de points fins, serree sur Fepistome et les joues, assez ecartee
sur le front et le vertex. Prothorax tres finenient reborde ä la base; les angles
posterieurs tres obtus; les cötes ä peine sinues pres de ces angles, tres legerement
arques entre le milieu et les angles anterieurs ; toute la longueur du disque avec une
legere trace de depression longitudinale mediane; la region des angles posterieurs avec
une tres petite et tres faible depression ; le devant sans saillie ; toute la surface ä
ponctuation simple, uniformement assez grosse et assez serree. Elytres un peu plus
larges que le prothorax, arrondis lateralement ; stries assez fines; interstries plans,
garnis de fins granules peu serres et en majeure partie disposes sur deux rangees.
Pygidium ä grosse ponctuation assez serree; la carene de la base formant dans le mi-
lieu un angle plus ou moins obtus. — Merii: zone inferieure, un exemplaire iS\Kilima-
ndjaro: Kibonoto, un exemplaire <S.
Tres voisin du spurcatus d'Orbigny (Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 432),
decrit de l'Afrique Orientale anglaise et du Kilimandjaro; en differe par toute
la pubescence beaucoup plus courte, la tache testacee de la base des elytres s'eten-
dant jusqu'au bord lateral (au lieu de s'arreter sur le 1" interstrie), le prothorax ä
ponctuation un peu moins grosse, ayant sur toute la longeur du disque une legere
trace de depression longitudinale mediane, la carene de la base du pygidium non en
arc de cercle, mais plus ou moins anguleuse dans le milieu.
Ontliophagus flavipeiniis d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 438, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Meru: zone inferieure.
L'unique exemplaire connu jusqu'ici, provient du voyage de M. Alluaud et
est un c?; M. Sjöstedt en a rapporte un exemplaire $, differant du precedent par
l'epistome assez fortement sinue, la carene frontale forte, arquee, atteignant la suture
des joues, l'epistome entierement garni de gros points rugueux tres ecartes, 1' angle
apical interne des tibias anterieurs simple et obtus.
Ontlio])hai>rus hellus d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 454, (Gestroi. d'Orbigny, 1904, Ann. Mus. civ. di Genova.
XLI, p. 287), decrit du pays Galla, d'apres un seul exemplaire.
Kilimandjaro : Kibonoto.
M. Sjöstedt n'en a rapporte qu'un seul exemplaire differant de celui que j'ai
decrit, par sa taille beaucoup plus petite (6 mill.), la bände noire transverse des
elytres legerement interrompue sur le 2" interstrie, contre la strie juxtasuturale, repistome
moins prolonge en avant, ä peine releve et presque arrondi ä son sommet, la tete
d'orbigny, onthophagid^. -49
ayant seulement, entre les bords posterieurs des yeux, un petit tuberculc triangulaire,
le prothorax non brusqueiiieiit declive ä sa partie anterieure, ses tubercules medio-
creineiit gros, tonte sa surt'ace uniformement granulee, les ititerstries des elytres garnis de
fins granules assez serres, se transformant graduellement vers les cotes en ponctuation
räpeuse serree et assez forte.
Un exemplaire ä peu pres semblable a ete trouve dans j'Afrique Orientale ang-
laise, au Sud du lac Rodolphe, par M. Maurice de Rothschild.
Ces trois exemplaires sont jusqu'ici les seuls que j'aie vus de cette jolie espece
qui parait rare.
Oiithophap:us verrucosus d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 128, decrit de FAfriqne Orientale anglaise.
KUimandjaro : Kibonoto.
Outhophagus creber d'Orbigny
L. c, 1905, p. 468, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
KUimandjaro: Kibonoto.
Oiithopliagus clusifroiis d'Orbigny.
L. e., 1905, p. 489, decrit du KUimandjaro.
KUimandjaro : Kibonoto.
Ontliophagus parvifroiis d'Orbigny.
Deutsch. Eilt. Zeitschr., 1907, p. 172, decrit de l'Afrique Orientale anglaise et allemande.
KUimandjaro: Kibonoto et Leitokitok.
Ontliopliagus Leroyi d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 157, decrit de l'Afrique Orientale anglaise et du KUimandjaro.
Mer^l inferieur: Ngare na nyuki ; KUimandjaro: Kibonoto.
Outhopliagus costilatus n. sp.
Nitidus; capite prothoraceque aeneo-nigris, elytris fusco-nigris, pygidiofusco-rufo;
supra breviter flavo-pubescens. Capite parce asperato-punctato, clypeo rugoso, antice ro-
tundato; fronte arcuatim carinata; vertice inter oculos minute cornuto. Prothorace forti-
ter, profunde et subdense, in diniidio posteriore fere sinipliciter, antice aspere punctato, ad
lateraconfertiniasperato, antice valide bituberculato; lateribus postice sinuatis; basi niargi-
nata. Elytris mediocriter striatis; intervalb's convexis, parce granulatis, ad latera densius
a.sperato-punctatis. Pygidio fortiter et dense rugoso-punctato. — Long. 6 mill.
Brillant; tete et prothorax d'un noir bronze, elytres d'un noir brunätre, py-
gidium d'un brun jaunätre assez fonce, dessous du corps d'un noir brunätre, pattes
d'un brun rougeätre, massue des antennes d'un testace clair. Tete, prothorax, elytres
et pygidium a courte pubescence jaune. Epistome arrondi en devant; joues peu
saillantes et arrondies; front avec une assez forte carene arquee atteignant la suture
des joues; Vertex avec une petite corne dressee, situee un peu en arriere du milieu
des yeux; la tete garnie de points räpeux assez ecartes et assez gros, sauf l'epistoine
couvert de rugosites serrees. Prothorax reborde ä la base; les angles posterieurs bien
prononces; les cotes nettement sinues pres de ces angles, arrondis entre le milieu et
Sjöstedls Kilininndjaro-Meru Expedition. 7. ^
50 SJÖSTEDTS KTLIMANDJARO-MKRIT EXPEDITION. 7: 5.
les angles anterieurs; Ja moitie posterieure avec une assez forte Impression longitu-
dinale mediane; la region des angles posterieurs sans trace de depression; le devant
avec deux gros tubercules completement et assez largement separes. Elytres plus
larges et beaucoup plus longs que le prothorax, peu arrondis lateralement et peu re-
trecis en arriere; stries mediocrement larges; interstries convexes, presque costiformes,
garnis de granules assez ecartes, en majeure partie disposes sur deux rangees pres des
stries, et se transformant vers les cötes en grosse ponctuation räpeuse, sauf le lateral
ä grosse ponctuation räpeuse assez serree. Pygidium ä grosse ponctuation serree et
rugueuse, melangee de quelques points fins; la carene de la base formant dans le
milieu un angle peu prononce. — Kilimandjaro : Kibonoto, un seul exemplaire.
Assez voisin du laeviceps d'Orbigny (Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 162),
decrit de Fernando-Po, du Gabon et de T Angola; en differe principalement j>ar le
prothorax ayant en devant deux gros tubercules completement separes, sa ponctua-
tion plus grosse, les interstries des elytres presque costiformes.
Ontlioplia^us piigioiiatiis Fähr.^iius.
BoHEM., Ins Caffr., II, 1857, p. 286, decrit de la regioii du fleuve Orange et du Natal.
Kilimandjaro: Kibonoto.
Var. laiefvhms d'Orbigny, Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 173. — V.mmbara:
Tanga, MKulumusi.
Oiithopliaisrus atrofasciatiis d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 480, decrit de l'Afrique Orientale anglai.se et allemande.
Meru inferieur: Ngare na nyuki, deux exemplaires.
Ces exemplaires different de ceux que j'ai decrits, par le disque du prothorax
non simplement granvile, mais garni, sur toute sa longueur, d'une assez fine ponc-
tuation legerement räpeuse ou granuleuse et assez serree. Parmi d'autres exemplaires
provenant de diverses parties de l'Afrique Orientale anglaise, j'en ai vu quelques uns
presentant plus ou moins distinctement le meme caractere.
OntliopaiTus xaiitliopygus n. sp.
Nitidulus; capite prothoraceque fusco-nigris, prothoracis lateribus ad medium
subrufescentibus ; elytris nigro-fuscis, basi apiceque late testaceo-maculatis ; pygidio
testaceo; supra breviösime flavo-pubescens. Capite sparsim punctato, clypeo genisque
confertim rugosis; clypeo rotundato; fronte longe et fere recte carinata; vertice ca-
rina longula, inter oculos et illorum post medium sita. instructo. Prothorace fortiter
et dense, simpliciter, in laterum medio aspere punctato, antice transversim valde
calloso et medio subsinuato; lateribus postice sinuatis; basi marginata. Elytris medio-
criter striatis; intervallis subconvexis, parum dense granulatis, ad latera asperato-
punctatis. Pygidio fortiter et subdense punctato. — Long. 4 mill.
Assez brillant; tete et prothorax d'un noir brunätre, le prothorax legerement
rougeätre vers le milieu des cötes; elytres d'un brun noir, avec la base des 2*— 7* in-
terstries et largement l'extremite testacees, Tinterstrie lateral obscurement rougeätre
U'ORBIÜNY, ONTHOPHAGID^. 51
vers sa base le long du bord externe, les epipleures d'un brun rougeätre obscur; py-
gidiuin enlierement testace ; dessous du corps d'un brun fonce, sauf les derniers Seg-
ments de l'abdonien testaces; pattes testacees, massue des antennes brune. Dessus
ä tres courte pubescence jaune, sauf la tete et le devant du prothorax glabres. Epi-
stome arrondi en devant; joues peu saillantes et arrondies ; front avec une assez forte
carene presque droite, atteignant la suture des joues; Vertex avec une assez forte
carene droite, de meme longueur que la carene frontale, n' atteignant pas ä beaucoup
pres les yeux et situee notablnment en arriere de leur milieu; Tepistome et les joues
garnis de fortes rugosites serrees, le reste de la tete lisse, sauf quelques gros points
sur le front et sur le Vertex. Prothorax reborde ä la base ; les angles posterieurs
tres obtus mais assez accuses; les cötes assez fortement sinues pres de ces angles,
arrondis entre le milieu et les angles anterieurs; la partie posterieure ayant seulement
une courte trace d'impression longitudinale mediane; la region des angles posterieurs
Sans trace de depression; le devant avec une forte callosite transverse, cariniforme,
un peu sinuee dans son milieu, et occupant environ le quart de la largeur ; toute la
surface garnie d'une grosse ponctuation simple et serree, melangee de quelques points
fins, sauf le milieu des cötes ä ponctuation distinctement räpeuse. Elytres plus larges
que le prothorax, arrondis lateralement ; stries mediocrement larges ; interstries legere-
ment convexes, garnis de granules peu serres, se transformant vers les cötes en ponc-
tuation räpeuse. Pygidium ä ponctuation assez serree, composee de gros points me-
langes de quelques points fins; la carene de la base en arc de cercle. — Usambara:
Mombo, un seul exemplaire.
Voisin du cinticoUis d'Orbigny (Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 214), decrit
de l'Abyssinie, et du sellatidus d'Orbigny (1. c, p. 215), decrit de Sierra-Leone ; en
differe principalement par le front avec ime assez forte et assez longue carene presque
droite, le prothorax ä ponctuation beaucoup plus grosse, ayant en devant une forte
et assez longue callosite transverse cariniforme, ses cötes plus fortement sinues pres
des angles posterieurs.
Oiithopliagus lobatieoliis d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 498, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Kilimandjaro : Kibonoto.
(hitlH)pliai;us oiuostignui d'Orbigny.
L. c, 19u2, p. 226, decrit de l'Afrique Orientale anglaise et du Kilimandjaro.
Kilimandjaro : K ibo no to .
Oiith(»i»ha!S,'us bifidicorni.s d'Orbigny.
L. c.. 1902, p. 23.5, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Meru: zone inferieure; Kilimandjaro: Kibonoto.
Oiitlu>i)ha^U!s laceratus Gerst^cker.
WiEüM., Arch. f. Naturg., XXXVII, 1871, 1, p. 50, decrit de Zanzibar.
Meru inferieur : Ngare na nyuki ; Kilimandjaro : Kibonoto.
52 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 7: 5.
0. (Phalops) siiblapvis d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 251, decrit de l'Afrique Orientale alleniande.
Merii : zone inferieure.
0. (Proiigoderus) ramosicornis d'Orbigny.
L. c, 1902, p. 259, decrit de l'Afrique Orientale allemande.
Meru: zone inferieure.
Le violaceus d'Orbigny (1. c, p. 261), decrit de l'Afrique Orientale anglaise,
ne differe du ramosiüornis, d'apres ma description, que par sa couleur non verte, mais
violette, l'extremite des cornes J' et la carene anterieure du prothorax ? autrement
conformees. J'ai dejä dit (Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 510) que ces differences
de conformation ne sont pas constantes ; il en est de meme pour la coloration. Parmi
les exemplaires rapportes par M. Sjöstedt les uns sont nettement verts, d'autres
d'un vert ä reflets violaces, ou d'un violet ä reflets verdätres, quelques uns ont la
tete et le prothorax verts, les elytres violets. Je pense donc que le violaceus doit
etre considere seulement comnie une variete du ramosicornis.
0. (Proag.) sexoormitus d'Orbigny.
L. c, 1902, p. 268, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Kilimandjaro : Kibonoto .
0. (Proag.) iiigricornis Fairmaire.
Ann. Soc. ent. Fr., 1887, p. 112, decrit de FAfrique Orientale allemande.
Meru: zone inferieure.
(). (Proag.) atridaviger d'Orbigny.
Ann. Soc. ent. Fr., 1905, p. 516, decrit de l'Afrique Orientale anglaise.
Kilimandjaro: Kibonoto.
0. (Proag.) alcyon Klug.
Monatsber. Akad. Berl., 1855, p. 653, decrit du Mozambique.
Meru: zone inferieure; Kilimandjaro: Kibonoto.
Var. virens d'Orbigny, Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 290. — Meru: zone
inferieure.
0. (Diastellopalpus) Johnstoui Waterh.
Proc. Zool. Soc. Lond. 1885, p. 232, decrit du Kilimandjaro.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone.
SCHMIDT, APHODIUS. 53
3. Genus Aphodius
von
Adolf Schmidt.
Herr Prof. Dr. Sjöstkdt war so liebenswürdig, mir die Bearbeitung der von
seiner Expedition nach dem Kilimandjaro mitgebrachten Aphodiinen zu übertragen.
In diesem Gebiete sind schon gesammelt worden von dem Botaniker Prof. Dr.
VoLKENS, Stabsarzt Dr. Wied?:nmann, Dr. Kretschmer, Missionar Paesler, P. Leroy,
VON der Decken, Dr. Hans Meyer.
Eine zusammenhängende Bearbeitung dieser Ausbeuten hat niclit stattgefunden
mit Ausnahme der beiden letzteren. Das von Decken gesammelte Material wurde
bekanntgegeben in »v. d. Deckens Reisen in Ost-Afrika». Der 3. Band, der die Sca-
rabaeiden umfasst, ist von Gerst.^cker bearbeitet worden. Er zählt in demselben
nur 3 Aphodien auf, (nninjinicollis Har., moestus F., anthrax Gerst.). Die von Dr.
Meyer gesammelten Arten finden sich indem Werke: »Die Käfer Deutsch-Ost-Af-
rikas von Prof. H. J. Kolbe.» Ferner haben über diese Gegend O. Waterh. Proc.
Zool. Soc. London 1885 und Fairm. Ann. Belg. 1894, p. 386 (P. Leroy) publioiert.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch ein Werk von Prof. H. J. Kolbe er-
wähnen: »Über die Lebensweise und die geographische Verbreitung der coprophagen
Lamellicornier. » (Zoologische Jahrbücher 1905, Jena). Der Herr Verfasser gibt in
demselben nicht nur ein Bild über die horizontale Verbreitung dieser Familie, sondern
auch über die verticale, darunter auch die auf dem Kilimandjaro.
Die Ausbeute des Herrn Prof. Dr. Sjöstedt umfasst 10 Arten, die bis auf
eine aber schon aus andern Lokalitäten bekannt sind. Neun Arten wurden in einer
Höhe von 1,000—1,300 m., eine in der Meru-Niederung gefunden.
Es wurden, teilweise in grosser Anzahl, folgende Arten gesammelt:
Aphodius marginicollis Har.
Diese Art ist bisher vom Kap d. g. Hoffn., von der Kapkolonie, von Transvaal,
Südrhodesia, Ovampo-Damaraland, Mozambique, Abessinien, Senegal und Angola nach-
gewiesen. Sie ist also offenbar dem ganzen tropischen und südlichen Afrika eigen-
tümlich.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, 1,000—1,300 m., Aug.,
Sept. ; zahlreich.
Aphodius impurus Roth.
Gehört ebenfalls zu den weitverbreiteten Arten. Er bewohnt fast dieselben
Gebiete wie die vorige Art (= picipes Klug.)
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, 1,000 — 1,300 m., Aug.
— Sept.; zahlreich.
54 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 5.
Aphodius lividus Oliv.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, Aug. — Sept.; zahlreiche
Ex. Jlf e>tt-Niederung, am Flusse Ngare na nyuki, Jan.; 3 Ex., Kosmopolit.
Aphodius ardeiis Har.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, Aug., Sept.; 30 Ex.;
bisher nur von der Kapkolonie bekannt.
Aphodius uiirrita F.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, Aug., Sept.; 10 Ex.
{== nigritulus Bohem. = expertus Har.) Bisher nur vom Süden (Bohem. Limpopo, Har.
Südafrika) und Osten (Klug Madagaskar, F. Mauritius, Har. Abessinien) bekannt.
Aphodius rhiuocerus Reiche.
Kilimandjaro: Kibonoto, zwei Exemplare von der Steppe, Aug. (= armalus
Roth). Die Art ist bisher von Abessinien, vom Senegal, von Südrhodesia, Caffrarien,
von der Kapkolonie, von Transvaal, Natal bekannt. Sie scheint in der Form des
Kopfhorns sehr zu variieren, vielleicht ist auch die bei der Expedition gefundene Art
eine neue Species ; doch lässt sich bei den wenigen Exemplaren, die sich hier und da
in den Sammlungen vorfinden, kein Urteil abgeben.
Aphodius liepaticus Roth.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,000—1,300 m. Nur 1 Exemplar. {^ tiviidns Bohem.
= peregritius Bohem = Fauveli Har.). Aus der zahlreichen Synonymie lässt sich
schon auf ein weites Verbreitungsgebiet schliessen. Die Art findet sich in Tigre, Abes-
sinien, am Senegal, in Caffrarien, Südafrika, am Limpopo.
Aphodius urostigma Har.
Zahlreiche Exemplare aus dem Kilimandjaro Kibonoto, von der Steppe bis zur
unteren Kulturzone, Aug., Sept. (= posi/pilosus Reitt.). Wurde von Har. aus Java
u. Ceylon, von Reitt. aus China beschrieben. Von den ungefähr 100 Ex. der
Expedition waren die meisten in der Färbung der Flügeldecken von den typischen
Stücken so abgewichen, dass ihre Identität nur durch die charakteristische Punktie-
rung und Behaarung nachzuweisen möglich war. Die einfarbig schwarzen Flügel-
decken änderten in verschiedenen Übergängen bis zum gleichmässigen Gelbbraun ab.
Manche Exempl. zeigten nur vor der Spitze einen heilem Fleck oder hellere Basis
oder beides, diese helle Farbe verbreiterte sich bei anderen und ging in einander
über, einzelne zeigten sogar die abwechselnden Zwischenräume hell und dunkel. '
' Eine ähnliche Farbeuabänderimg zeigte!, umoenns Buhem. (= cenfralh Hak., = vestitm Buhem., =■ pal-
lidicofHis Walkeh, = impiignuiism.). Die tj^iisclie Form \oi\ paUhlkornh aus Ostindien, — Flügeldecken schwarz — .
zeigt in Afrika zuerst gelbroteii Basal- u. Apicalfleck (imptignans m.), oder das Gelbrot dehnt sicli aus, so dass
SCHMIDT, APHODUTS. 55
Aphodiiis tibialis n. sp.
Aph. deserti Klug similis, testaceus, nitidus; capite nigro, indistincte piinctulato,
fronte mutica, vertice medio tumidiilo, clipeo antice subeinarginato, utrinque rotun-
dato, genis pariim prominulis; thorace Ifevi, punctis raris ad latera coUocatis, angu-
lis posticis subtruncatis, basi immarginata, in medio vitta magna, lateraliter macula
parva (nigris) ornato; scutello parvo, angustato; elytris dorso infuscatis, profunde stria-
tis, striis obsolete punctatis, postice dilatatis, interstitiis convexis, pilosis, libris; tibiis,
posticis apicaliter setis longitudine sequalibus instructis, metatarso articulis tribus sequen-
tibus conjunctis longitudine aequali, calcari apicali breviore; Spina terminali tibiarum
anticarum longissima. inter dentes duos superiores inserta.
Long.: 5 mm. Patria: Meru-Niederung, Ngare na nyuki.
Aph. desertus Klug in der Form des Halsschildes, der Streifung der Flügel-
decken ähnlich, aber deutlich verschieden durch die Gestalt des Clipeus, den schwarzen
Kopf und mehr längliche Flügeldecken. Schwach gewölbt, gelbbraun. Kopf, Mitte
des Halsschildes, ein Pinikt jederseits desselben und Schildchen schwarz, Naht und
Scheibe der Flügeldecken angedunkelt (dadurch lividus Oliv, ähnlich.). Kopf seitlich
erloschen, einzeln punktiert, in der Mitte mit glatter, stumpfer Beule, Quernaht nur
über den Augen deutlicher, Seiten des Kopfes schwach gerandet, nach vorn wenig
verschmälert, vorn gerade abgestutzt, in der Mitte schwach ausgerandet. Ecken ab-
gerundet, Wangen wenig abgesetzt, rundhch, mit Haarbüschel. Thorax quer, sehr
glänzend wie der Kopf, nach vorn gerundet verschmälert, Seiten gerandet und be-
wimpert, der Seitenrand setzt sich verschmälert um die abgestutzten Hinterwinkel
fort, Basis schwach gebuchtet, ungerandet, Oberfläche mit zerstreuten, sehr feinen,
seitlich mit wenigen grösseren, flachen Punkten, der schwarze Mittelfleck erreicht
nicht den Hinterrand. Schildchen schmal, vorn parallel. Flügeldecken schon vor
der Mitte etwas erweitert, deutlich gestreift, an den Seiten etwas schwächer, Streifen
nach hinten breiter, fast furchenartig, und die vorn konvexen, fein punktierten Zwischen-
räume daselbst schmäler, kielartig, Seitenrand vorn und Schulter bewimpert. Hin-
terbrust und Schienen dunkelbraun, Schenkel und Hinterleib heller, letzterer lang be-
haart. Hintertibien mit ziemlich langen, gleichen Borsten. Das erste Glied der Hin-
tertarsen gleich den drei folgenden Gliedern an Länge, etwas kürzer als der obere
Enddorn. Vordertibien aussen dreizähnig, der obere Zahn klein, Endzahn dagegen
sehr lang, schlank, nach vorn gerichtet. Der sehr lange Enddorn ist zwischen den
beiden oberen Zähnen eingefügt, er erreicht fast die Spitze des ziemlich langen
zweiten Tarsengliedes. Die Art ist an der Bildung der Vordertibien leicht kenntlich.
5 Exemplare, Nov.
nur Seiten und gemeinsamer Fleck liintiT ilcni Schildelien schwarz bleiben (irntraHs, awoemis), oder Flügeldecken
ganz einfarbig gelbrot (resfitns).
Das Vorkoniinen beider Arten (urostii/»ui u. amoenas) in Ost- u. Südasien einerseits, in Afrika andrer-
seits kann bei dem oft kosmojiolitischen Auftreten einzelner AphodiHS-k\\Q\\ wohl scliworlich als Beweisglied für
eine ehemalige Verbindung zwischen Afi-. u. Asien durch den Indischen (»cean hiniluich verwertet werden, solange
nicht eine vollständige Exploration der dazwischenliegenden Länder erfolgt ist.
5R SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 5.
Lonlitomaeus linintulus n. sp.
Oblongus, testaceus, parum nitidus, pilosus, valde depressus; capite inarmato,
sparsim et inaequaliter punctato, apice subtruncato, postice infuscato; prothorace
niediocriter punctato, transverso, dorso infuscato, basi immarginata, angulis posticis
rotundatis; scutello Isevi, parvulo; elytris crenato-striatis, in medio infuscatis, lunula
diluta ante apicem ornatis, intervaUis punctatis ; metatarso articulis tribus sequen-
tibus conjunctis longitvidine sequale.
c? Spina apicali truncata, ? acuta.
Long,: 5 nim. Patria: Kilimandjaro : Kibonoto; Usambara.
Durch flache Gestalt, Farbe, geringen Cllanz ähnelt diese Art dem L. depla-
natus Roth, weicht aber durch andere Form des Kopfes, Halsschildes und Streif ung
der Flügeldecken wesentlich ab.
Ober- u. Unterseite gelbbraun, Hinterkopf schwarz, Scheibe des Halsschildes
und der Flügeldecken leicht angedunkelt. Vor der Spitze der letzteren mit länglich-
runder, etwas schräggestellter, heller Makel, die nach vorn im 3. u. 4., etwas tiefer
im 5. u. 6. Zwischenraum von fast schwarzen Flecken, hinten mehr schattenartig
begrenzt wird. Oberseite behaart, länger u. mehr aufstehend auf Kopf und Mitte des
Halsschildes, mehr liegend und dichter an den Seiten des letzteren und auf den Flü-
geldecken. Kopf glatt, nur mit schwacher Längserhöhung und wenig sichtbarer Quer-
linie, hinter dieser Kopf dicht und grob punktiert, vor derselben nur mit einzelnen
groben und zahlreicheren feinen Punkten. Clipeus abgestutzt, sehr sehwach ausge-
randet, Ecken abgerundet, Vorderrand mehr aufgebogen als seitlich. Wangen treten etwas
winklig über die Augen hervor. Halsschild quer, wenig konvex, Seiten gerundet,
hinten gegen das Schildchen etwas lappig vorgezogen, die schniale Seitenrandung er-
lischt in den breit abgerundeten Hinter winkeln, Halsschildmitle glänzend, mit glatter
Mittellinie, daneben einzelne grobe Punkte, die matten Seiten gleichmässig, nicht grob
punktiert, hinter dem glatten Vorderrande mit querer Punktreihe, Seiten- und Hin-
terrand lang bewimpert. Schildchen lang und sehr schmal. Flügeldecken fein gestreift,
nach hinten etwas breiter und deutlicher punktiert. Der 7. Streifen ist ungefähr vom
ersten Drittel ab geteilt, läuft aber vom letzten Drittel ab als einfacher Streifen nach
der Spitze aus, wie alle andern, Zwischenräume schwach konvex, der 1., 2., 4. u.
6. haben je eine, der 3., 5. u. 7. je zwei Haarreihen. Hintertibien am Spitzenrande
in der Mitte mit gleichen, nach den Seiten mit ungleichen Borsten. Das 1. Glied der
Hintertarsen länger als oberer Enddorn und als die 3 folgenden Glieder. Epipleuren
breit und hell gefärbt, aber etwas schmäler als bei !>. deplanatus Roth. Abdomen
und Hinterschenkel mit einzelnen langen Haaren.
cT Vordertibien nach vorn nicht verbreitert. Enddorn mit stumpfer, nach innen
gebogener Spitze. Thorax an Seiten zerstreut punktiert, die glatte Mittellinie wird
von groben Punkten unregelmässig begrenzt.
? Vordertibien gleichmässig nach vorn verbreitert. Enddorn zugespitzt. Thorax
seitlich dichter, neben der Mitte weniger grob punktiert.
Die ganze Coprophagensammlung umfasst 89 Arten in 2,364 Exemplaren.
7. COLEOPTERA.
6. Elaterida3
von
OTTO SCHWARZ.
Vorliegende aus dein Kilimandjaro und dem Meru stammende Sammlung um-
fasst 28, darunter 13 neue Arten in 154 Exemplaren. Spezielle Bearbeitungen über
Elateriden aus diesem Gebiete sind mir nicht bekannt.
A8:ryi»inis Peringueji Oand.
Elat. nouv. fasc. IV, p. 2, Cap. — Meru-'NiedeTung: Ngare na nyuki, 25 Nov.; 1 Ex.
Lacoii Weisei Schw.
Deuf. Eilt. Zeit. 1898, p. 188. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April, Mai;
in der Niederung, Jan.; 6 Ex.
Lacon Sjöstedti n. sp.
Fere niger, opacus, interduni vage fusco-maculatus, squamulis flavis nigrisque
variegatus, sat depressus; fronte crebre punctulata, antice leviter impre?sa; protho-
race longitudine latiore, transversim medio subcristato, apice subito angustato, late-
ribus crenulato, postice subsinuato, dense subtiliter punctato, angulis posticis obtusis,
planatis; el3'tris piothoracis latitudine. medio rotundatim subdilatatis, apice rotunda-
tim attenuatis, sat dense subtiliter subseriatim irregulariterque punctulatis; corpore
subtus fusco-nigro, dense subtiliter pallide squamuloso; pedibus epipleurisque fus-
cis; sulcis tarsalibus anticis male definitis; mucrone prosternali horizontali. Long.
9 mill., lat. 3 mill.
Usariibara, INIombo, Juni, 2 Ex. — Fast schwarz, matt, zuweilen verwaschen bräun-
lich gefleckt, ziemlich flach, mit gelben und schwarzen Schüppchen miregelmässig
zerstreut ziemlich dicht bekleidet. Die Stirn ist dicht punktiert und vorn schwach
Sjö^tedl« Kilimamljarn- Mein Expedition. 7. ' 8
58 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 6.
eingedrückt. Die Fühler sind gebräunt. Das Halsschild ist breiter als lang, auf der
Mitte der Quere nach undeutlich gewölbt, dicht und fein punktiert, an der Spitze
plötzlich ziemlich stark verengt, an den Seiten schwach gekerbt und hinten sehr
achwach ausgeschweift ; die Vorderecken sind etwas vorragend und stumpf abge-
rundet, die Hinterecken flach, nicht vorragend, rechtwinklig mit stumpfer Spitze.
Die Flügeldecken sind so breit wie der Thorax, in der Mitte gerundet schwach ver-
breitert und an der Spitze gerundet verengt, ziemlich dicht und fein unregelmässig,
stellenweise etwas gereiht punktuliert. Die Unterseite ist bräunlich schwarz, sehr
fein heller gelb beschuppt. Beine und Epipleuren der Flügeldecken sind bräunlich.
Der Prosternalfortsatz ist horizontal nach hinten gerichtet. Die Seiten der Vorder-
brust mit schwach angedeuteten Tarsalfurchen. Dem L. pictüis ScHW. verwandt.
Alans atropos Geest.
Beiir. Z. I7is. Zanz. III. 1871, Zanzibar. — Kilirnandjaro: Kibonoto-Niederung,
Jan. — ilfent-Niederung: Ngare na nyuki, Nov.; 2 Ex.
Alaus truneatipeiiiiis var. proiniiqiius Schw.
Deut. Ent. Zeit. 1898, p. 412, Deut. O.-Afr. - Usambara: Mombo, Juni; 1 Ex.
Tetralobus eavifrons Fairm.
Ann. Sog. Ent. Tr. 1887, p. 149. Somalis. ~ Küimandjaro: Kibonoto 1000—1300
m, April; Kulturzone, März, Mai, Nov., 5 Ex.
Oloplupus protensHS Geest.
Jahrb. Hamb. Anst. V. I. 1884, p. 33. Africa or. — Küimandjaro: Kibonoto,
Kulturzone, Febr.; 2 Ex.
Psephiis (liscolor Schw.
Deut. Etit. Zeit. 1899, p. 79. Beut. Ost- Ah. — KilivHindjaro: Obstgartensteppe,
März, 1 Ex.
Psephus insigiiitns n. sp.
Angustus, pilis nigris erectis sat longis sat dense vertibus, nitidissimus; fronte
viridescente, antice impressa, porrecta, subrotundata, sat dense subumbilicato-punc-
tata; antennis nigris, opacis, elongatis, ab articulo 3° acute serratis; prothorace rufo,
subquadrato, parce punctato, angulis posticis tenuibus, divaricatis, extrorsum carinu-
latis; elytris prothorace paulo latioribus, parallelis, apice rotundatim attenuatis, viride
cyaneis, dense sat profunde punctato-substriatis, interstitiis planis, parce subtilissime
subseriatim punctulatis; corpore subtus pedibusque rufis, abdomine nigro, tibiis tar-
sisque plus minusve fuscis; laminis posticis leviter dentatis. Long. 11 milL,
lat. 2 mill.
SCHWARZ, ELATERID^. 59
3Ierii. 2 Ex. — J' Schmal, stark glänzend, mit abstehenden, ziemHch langen schwar-
zen Haaren massig dicht bekleidet. Die Stirn ist metallisch grün, vorn eingedrückt,
etwas vorragend und in der Mitte fast gerade abgestützt, dicht und etwas nabelig
punktiert, der Nasalraum ist nicht breiter als hoch und fast horizontal. Die Fühler
sind schwarz und matt, vom dritten Gliede an gesägt und überragen die Hinterecken
des Thorax um 4 Glieder. Das Halssehild ist rot, fast quadratisch, fein und wenig
dicht, bei starker Vergrösserung nabelig punktiert, an der Basis nur schwach und un-
deuthch eingedrückt: Die Hintereeken sind dünn, deutlich divergierend und neben
dem Seitenrande fein und ziemlicti lang gekielt. Die Flügeldecken sind metallisch
grünlich blau, etwas breiter als der Thorax vor den Hinterecken, lang und parallel,
an der Spitze gerundet verengt, ziemlich tief und dicht fast nur gereiht punktiert,
mit flachen wenig dicht, sehr fein, fast nur einreihig punktulierten Zwischenräumen.
Unterseite und Beine sind rot. Schienen und Tarsen mehr oder weniger schwärzlich
braun; das Abdomen ist schwarz. Die Schenkeldecken sind zchwach gezähnt; der
Prosternalfortsatz ist nach innen genseigt.
Beim ? sind die Fühler etwas kräftiger und überragen die Hinterecken
des Thorax nicht. Der Thorax ist an der Spitze leicht gerundet verengt und vor
den Hinterecken schwach ausgeschweift. Die Flügeldecken sind dunkler metallisch
blau. Dem insignis Cand. (Ischiodontus Cand.) sehr ähnlich; die Hinterecken des
Thorax sind aber divergierend; die Flügeldecken sind nur gereiht punktiert.
Psephus nibripennis n. sp.
Fronte prothoraceque nigris, elytris rubris, dense subtiliter flavo-pilosis; fronte
antice subimpressa, dense subtüiter umbilicato-punctata; antennis brunneis, elongatis,
serratis, articulo 3° 4° longiore; prothorace latitudine paulo longiore antrorsuni sen-
sim angustato, dense subtiliter umbilicato-punctato, basi medio sulcato, angulis pos-
ticis divaricatis, brunnescentibus, carinatis; scutello rubro; elytris prothorace subla-
tioribus, a basi usque ad apicem sensim rectoHneariter, apice rotundatim attenuatis,
subtiliter punctato-striatis, interstitis planis, subseriatim punctulatis; corpore subtus
pedipusque brunneis, antepecto nigro; laminis posticis dentatis. Long. 12 mill.,
lat. 3 mill.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe, 22. März.
Kopf und Thorax sind schwarz, Scutellum und Flügeldecken braunrot, dicht
und fein gelb behaart. Die Stirn ist vorn sehr schwach eingedrückt, dicht und fein
nabelig punktiert; der Nasalranm ist nicht breiter als hoch. Die Fühler sind rot-
braun, gesägt und überragen die Hinterecken des Thorax um 3 Gheder; dass dritte
Glied ist etwas länger als das vierte. Der Thorax ist etvv^as länger als breit, nach
vorn allmählich schwach verengt, dicht und fein nabelig punktiert und mit äusserst
kleinen, nur bei starker Vergrösserung sichtbaren Punkten zerstreut besetzt, an der
Basis durch die gebräunten, divergierenden und gekielten Hinterecken etwas verbrei-
tert und in der ]Mitte gefurcht. Die Flügeldecken sind wenig breiter als der Thorax
und von der Basis an allmählich geradlinig, von der Mitte an schwach gerundet
(iO SJÖSTBDTS KILIMANDJ ARO-MERU EXPEDITION. 7: 6.
verengt, fein punktiert-gestreift, mit flachen, fast nur einreihig sehr fein punktulier-
ten Zwischenräumen. Unterseite und Beine sind braun, die Schenkeldecken gezähnt;
die Vorderbnist ist schwarz. Gehört in die Gruppe des umbilicatus Cand. und ist
mit diesem verwandt.
Pst'i»liiis bniniieiveiitris n. sp.
Fuscus, sat nitidus, dense flavo-pilosus, elytris saepe dilutioribus; fronte sat
porrecta, subconvexa, sat dense subtiliter umbilicato-punctata; antennis rufo-brun-
neis, subelongatis, serratis, articulo 3° 4° longiore; prothorace latitudine a basi usque
ad apicem sensim angustato, dense umbilicato punctato, 2:)ostice medio sulcato, an-
gulis posticis dilutioribus, extrorsum carinatis; elytris prothoracis latitudine, paralle-
lis, apice rotundatim attenuatis, subtiliter punctato-substriatis, interstitiis planis,
parce subtiliter punctulatis; corpore subtus pedibusque rufo-brunneis; antepecto toto
vel per partim obseuriore, laminis posticis dentatis, pedibus dilutioribus. Long.
11-14 miU., lat. 2i— 3J mill.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kvüturzone. April.
Stirn und Halsschild sind fast schwarz, die Flügeldecken etwas heller braun,
massig glänzend, dicht gelb behaart. Die Stirn ist etwas vorragend, nur wenig ge-
wölbt, fein und ziemlich dicht nabelig punktiert. Die Fühler sind rotbraun, massig
lang, gesägt ; das dritte Glied ist länger als das vierte. Das Haischild ist etwas
länger als an der Basis breit, nach vorn allmählich und geradlinig verengt, dicht na-
belig punktiert, hinten in der Mitte gefurcht; die Hinterecken sind etwas gebräunt,
in der Richtung der Halschildseiten divergierend und neben dem Aussenrande ge-
kielt. Die Flügeldecken sind so breit wie das Haischild an der Basis, parallel,
an der Spitze gerundet- verengt, fein punktiert-gestreift; die Streifen sind nur un-
deutlich, die Zwischenräume flach, fein und zerstreut punktuliert. Die Unterseite
ist mehr oder weniger heller braun, die Vorderbrust, zuweilen mit Ausnahme des
Prosternum dunkler. Beine und Epipleuren der Flügeldecken sind heller gefärbt als
das Abdomen; die Schenkeldecken sind gezähnt.
Das $ hat kürzere, schwach gesägte Fühler, das Halsschild ist kaum länger
als breit und die Flügeldecken sind hinter der Mitte ein wenig verbreitert.
Gehört in die Gruppe des umbilicatus Cand.
rsephus latiusciihis n. sp.
Fuscus parum. nitidus, dense breviter griseo-pilosus; fronte confertissime subti-
liter punctata, antice triangulariter subimpressa, medio decliri; antennis rufo-brun-
neis, haud elongatis, serratis, articulo 3° 2° paulo longiore sed 4° distincte minore;
prothorace latitudine haud longiore, densissime, lateribus umbilicato-punctato, a basi
sensim, apice rotundatim paulo angustato, modice convexo, basi medio leviter sulcato,
angulis posticis divaricatis, longe carinulatis; elytris prothorace sublatioribus, postice
rotundatim attenuatis, subtiliter punctato-striatis, interstitiis planis, densissime sub-
tiliter rugulose punctulatis; corpore subtus brunneo, nitido, pedibus brunneo-rufis, la-
minis posticis haud dendatis; murcone prosternali horizontali.
Long. 14—15 mill., lat. 21-4 mill.
SCHWARZ. ELATERID.IÜ. 61
Mer»-Niederung : Ngare na nyuki, Nov.; 1 K\. [') Ex. aus Usambara (Coli.
Schwarz)].
üiinkelbraiiii. wenig glänzend, dicht und kurz grau behaart. Die Stirn ist
fein und sehr dicht punktiert, vorn schwach dreieckig vertieft und in der ]\litte et-
was nach unten gebogen; der Nasalrauni ist dadurch in der Mitte etwas niedriger
als an den Seiten. Die Fühler sind rotbraun, erreichen beim cj" die Hinterecken des
Halsschild und sind beim o etwas stärker gesägt als beim '^f ; das dritte Glied ist et-
was länger als das zweite aber viel kürzer und schmaler als das vierte. Das Hals-
schild ist nicht länger als an der Basis breit, massig gewölbt, nach vorn allmählich
und fast geradlinig, an der Spitze gerundet verengt, dicht und fein, an den Seiten
sehr dicht und nabelig piinktiert, an der Basis mit kurzer Mittelfurche; die Hinter-
ocken sind divergierend fein und ziemlieh lang gekielt. Die Flügeldecken sind etwas
bi-eiter als das Halssshild, im letzten Drittel gerundet verengt, fein punktiert-gestreift,
mit flachen fein und dicht runzlig punktulierten Zwischenräumen. Die Unterseite ist
etwas heller braun und glänzender als die Oberseite, der Prosternalfortsatz horizontal
nach hinten gerichtet. Die Beine sind braunrot, die Schenkeldecken sind innen nur
schwach gerundet verbreitert, nicht gezähnt.
Pseplnis iiiiinisciilus n. sp.
Brunnens, parum nitidus, dense subtiliter flavo-griseo-pilosus; capite prothora-
ceque interdum fuscis vel fusco-nigris; fronte aequaliter convexiuscula, confertissime
subtiliter punctata, antice rotundata; antennis brimneis, subelongatis, tenuibus, sub-
serratis, articulo 3° 4° aeciuali ; prothorace latitudini longitudine subaequali, a basi
usque ad apicem sensim angustato, densissime subtiliter umbilicato-punctato, basi
medio haud impresso; angulis posticis carinulatis; elytris prothoracis latitudine, apice
rotundatim attenuatis, interstitiis planis, dense subtiliter rugulose punctulatis; cor-
pore subtus fusco vel fusco-nigro, pedibus epipleurisque dilutioribus; laminis posticis
haud dentatis, fere simplicibus. Long. 1i—iS mill., lat. 2- — 2} mill.
Küimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe — Kulturzone, Sept. — Nov.; 15 Ex.
Heller oder dunkler braun, Kopf und Halsschild zuweilen bräunlich schwarz,
wenig glänzend, dicht und fein gelblich grau behaart. Die Stirn ist sehr schwach
gleichmässig gewölbt, fein und sehr dicht punktiert, vorn gerundet ; der Nasalraum
ist niedrig, doppelt so breit wie hoch. Die Fühler sind dünn, kaum gesägt, rötlich
braun und überragen beim <i die Hinterecken des Thorax um 1 Glied. Das Hals-
schild ist nicht länger als an der Spitze der Hinterecken breit imd nach vorn all-
mählich verengt, fein und sehr dicht nabelig punktiert, ohne deutlichen Basalein-
druck; die Hinterecken sind in der Richtung der Halsschildseiten divergierend und
fein gekielt. Die Flügeldecken sind so breit wie der Thorax, an der Spitze gerundet
verengt, fein punktiert-gestreift, mit flachen, dicht und fein runzlig punktulierten
Zwischenräunien. Die Unterseite ist dunkler als die Oberseite, zuweilen bräunlich
schwarz gefärbt ; die Beine und die Epipleuren der Flügeldecken sind wie die Fühler
gefärbt. Die Schenkeldecken sind nicjit gezähnt, fast einfach. Der Prosternalfort-
satz ist nach innen geneigt.
02 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. / : 6.
Psi'|>lnis niaciilutiis n. sp.
Testaceus, nitidus, dense flavo-pilosus; fronte leviter convexa, medio vage
nigra, confertissime subtilissime umbilicato-punctata; antennis elongatis. filiformibus,
articulo 3° 4° aequali; prothorace longitudine latiore, a medio usque ad apiceni ro-
tundatim angustato, lateribus plus minusve vage nigro, densissime subtilissime uni-
bilicato-punctato, angulis posticis haud divaricatis; elytris prothoracis latitudine, apice
rotundatim attenuatis. sutura lateribiisque nigris, subtiliter punctato-striatis, inter-
stitiis minus dense subtilissime punctulatis ; corpore subtus pedibusque rufo-brunneis
(?), pedibus interdum flavis (cf); laminis posticis simplicibus. Long. 6 mill., lat. 1 mill.
Kilimandjaro : Kibonoto, Regenwald, 2000 — 2500 m, Okt. 2 Ex.
Gelblich robbraun, glänzend, dicht gelb behaart. Die Stirn ist leicht gewölbt,
auf der Mitte verwaschen schwarz, sehr dicht und sehr fein nabelig punktiert. Die
Fühler sind dünn, fadenförmig und überragen beim (o) die Hinterecken des Thorax
um 4 Glieder; das dritte Glied ist gleich dem vierten. Der Thorax ist etwas breiter
als lang, von der Mitte an nach vom gerundet verengt, an den Seiten mehr oder
weniger verwaschsen schwarz und wie die Stirn punktiert; die Hinterecken sind nicht
divergierend und fein gekielt. Die Flügeldecken sind so breit wie der Thorax, an
der Spitze gerundet verengt, längs der Naht und an den Seiten geschwärzt, fein punk-
tiert-gestreift, mit massig diclit und sehr fein punktulierten Zwischenräumen. Unter-
seite und Beine sind braunrot (?), die Beine bei dem 1 vorliegenden cT gelb. Die
Schenkeldecken sind einfach. Schon durch die Zeichnung mit keiner Art zu
verwechseln,
Mt'laiithoides («estroi (and.
Loc. cit. fasc. II, p. 14. Africa intertropicali — Kilimandjaro: Kibonoto,
Niederung-Kiüturzone, Sept.; zahlreich.
Drasterius iethiopidis Cand.
Elat. -nouv. fasc. III, p. 62. Abessinien — ilf erw-Niederung : Ngare na nyuki,
Okt., 1 Ex.
Aiu'hastus Weisei Schw.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, Okt.; zahlreich.
Car(li(»[»li<)rus angularis Cand.
Elat. Fasc. nouv. III, p. 79 (1881). Zanzibar — Usamhara: Mombo, Juni. 1 Ex.
Cardioidioms sororius Schw.
Deut. Ent. Zeit. 1898, p. 371. Africa or. — il/en<-Niederung : Ngare na nyuki,
Nov. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April; 4 Ex.
SCHWARZ, ELATKRID-E. 63
('iirdi(»iilioriis evcisus Sohw.
Beul. Eni. Zeit. 1900, p. 152. Usambara, Somali. Kiliitiaudjaro: Kibonoto, untere
Kulturzone, JMai.
Canlioplionis basiDiiiciiIiitiis n. sp.
Niger, nitidus, dense subtilissime griseo-pilosus ; fronte leviter convexa, confer-
tissinie subtilissime dupliciter punctata; antennis fusco nigris haud elongatis; protho-
race latitudine haud longiore, convexo, basi apiceque rotundatim angustato, densis-
sime subtilissimeque dupliciter punctato, basi medio breviter sulcato, sulcis basalibus
brevibus tenuibnsque; angulis posticis brevibus, haud divaricatls, carinatis; elytris
prothoracis latitudine, parallelis (J') vel postiee parum diiatis (J), subtiliter punctato-
striatis, interstitiis versus basin convexiusculis, sat dense subtilissime punctulatis,
macula liumerali plus minus magna rufa notatis; corpore subtus pedibusque nigris.
Long. 7 mill., lat. 2 mill.
Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, April, — J/ent-Niederung: Ngare
na nyuki, Jan.; 4 Ex.
Schwarz, glänzend dicht und sehr fein grau behaart. Die Stirn ist leicht ge-
wölbt, sehr dicht und sehr fein doppelt punktiert. Die Fühler bräunlich schwarz
und überragen die Hinterecken den Thorax nicht. Der Thorax ist so lang wie breit,
gewölbt, an der Spitze etwas mehr als an Basis gerundet verengt und wie die Stirn
punktiert, in der IMitte mit kurzer Mittelfurche ; die Basalstrichelchen sind fein und
kurz, die Hinterecken kurz, nicht divergierend, fein gekielt. Die Flügeldecken sind
so breit wie der Thorax, beim <S parallel, beim ? nach hinten allmählich schwach
verbreitert, fein punktiert-gestreift; die Zwischenräume sind nach der Basis zu leicht
gewölbt, sehr fein und massig dicht punktuliert. Unterseite und Beine sind schwarz;
die Klauen sind klein und dünn, einfach.
Cardioplioriis iiicoiiditiis n. sp.
Fere niger, vel fuscus. elytris interdum paulo dilutioribus, sat opacus, dense
subtiliter, prothorace incondite subsericeo-griseo-pilosus ; fronte confertissime inaequa-
liter rugulose punctulata; antennis in c^ parum elongatis, tenuibus; prothorace lati-
tudine haud longiore, tumidulo, basi apiceque rotundatim angustato, densissime sub-
tiliter inaequaliter punctulato, basi sulcato ; angulis posticis haud divaricatis, brevibus,
carinatis, sulcis basalibus brevibus; elytris prothoracis latitudine, parallelis, apice ro-
tundatim attenuatis, subtiliter punctato-striatis, interstitiis dense subtilissime punctu-
latis, versus basin convexiusculis; corpore subtus pedibusque fere concoloribus; un-
gulis simplicibus; long. 7 — 8 mill., lat. 1|— 2 mill.
Meru: Ngare na nyuki, Jan., Nov.; 8 Ex.
Fast schwarz bis dunkelbraun. Flügeldecken zuweilen etwas lieller als Kopf
und Thorax, ziemlich matt, dicht und fein, der Thorax ist verworren, etwas
seidenartig grau behaart. Die Stirn ist fein, sehr dicht und etwas runzlig ungleich
64 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITIt)N. 7: ().
puiiktuliert. Die Fühler sind dünn und überragen die Hinterecken des Thorax um
3 Gheder. Der Thorax ist so lang wie breit, stark gewölbt, an der Basis und Spitze
ziemlich gleich gerundet verengt und wie die Stirn punktujiert ; die Hinterecken sind
kurz, niclit divergierend; die Basalstrichelchen sind kurz und sehr fein. Die Flügel-
decken sind so breit wie der Thorax in der Mitte, parallel, an der Spitze gerundet
verengt, fein punktiert- gestreift, mit massig dicht und sehr fein punktulierten, nach
der Basis zn schwach gewölbten Zwischenräiimen ; Unterseite und Beine sind wie die
Oberseite gefärbt; die Krallen sind einfach.
Cardiophorus iiiquiiialis n. -sp.
(?) Infuscatus, vage nigro-maculatus, parum nitidus, incondite flavo-subseri-
ceo-pilosus, fronte plana, confertissime subtiliter rugulose punctata, punctis majoribus.
subumbilicatis adspersa ; antennis nigris ; prothorace latitudine haud longiore, basi
apiceque rotundatim angustato, densissinie subtilitei' inaequaliter punctato, basi vage
nigro, medio sulcato, striis basalibus brevibus tenuibusque, angulis posticis haud di-
varicatis, extrorsum breviter carinatis; scutello impresso, nigro; elytris prothoracis
latitudine. apice rotundatim attenuatis, sutura marginibusque anguste nigris, punctato-
substriatis, intei'stitiis planis, dense subtilissime rugulose punctulatis; corpore subtus
pedibusque nigris, nitidis dense subtiliter flavo-pubescentibus ; pedibus geniculis brun-
nes centibus, unguiculis simplicibus. Long. 10 mill, lat. 3 mill.
KiJimandjaro : Kibonoto, untere Kulturzone, April. J Ex.
Dunkelbraun, stellenweise verwaschen schwarz, wenig glänzend, ziemlich dicht
gelblich seidenartig verworren behaart. Die Stirn ist flach, sehr dicht und fein, et-
was runzlig punktuliert und mit grösseren, bei sehr starker Vergrösserung etwas na-
beligen Punkten zerstreut besetzt. Die Fühler sind fast schwarz. Der Thorax ist
so lang wie breit, an der Spitze etwas stärker als an der Basis verengt und wie die
Stirn punktiert, an der Basis geschwärzt, mit kurzer Mittelfurche und K'urzen, feinen
Baselstrichelchen, eine undeutliche Längslinie ist geschwärzt ; die Hinterecken sind
nicht divergierend und an den Seiten kurz gekielt. Die Unterrandlinie ist bis über
die ]\Iitte hinaus deutlich. Das Scutellum ist schwarz und grübchenartig eingedrückt.
Die Flügeldecken sind so breit wie der Thorax in der Mitte, im letzten Drittel ge-
rundet verengt, die Naht und der Seitenrand schmal schwarz, fein und undeutlich
gestreift, innen feiner als aussen, fast nur gereiht punktiert, mit flachen, dicht, äus-
serst fein, schwach runzlig punktulierten Zwischenräumen. L^nterseite und Beine
sind schwarz, glänzend, dicht und fein gelb behaart; die Beine sind an den TJelenken
gebräunt, die Klauen einfach.
Cardionliorus iiitrieatiis n. sp.
Niger, sat nitidus, dense subtilissime flavo-griseo-pubescens; elytris saepe plus
minusve fuscis; fronte paulo convexiuscula, confertissime subtiliter dupliciter punc-
tata, punctis majoribus umbilicatis parce adspersus; antennis brevibus, saepe brun-
SCHWARZ, ELATBRID^. 6ß
neis, tenuibus ; prothorace longitudine haud latiore, apice rotundatim angustato, basi
pariim angustato, dense siibtilissime dupliciter piinctato, punctis majoribus umbilica-
tis paruin dense adsperso, sat convexo, basi plus minusve sulcato, sulcis basalibus
brevibus, rectis; angulis posticis brevibus, liaud divaricatis, obtusis, subtiliter cari-
natis; elytvis prothoracis latitudine, parallelis, apice rotundatim attenuatis, subtiliter
punctato-striatis, interstitiis versus basin convexiusculis, dense subtilissime punctula-
tis ; corpore subtus nigro. interdum per partim vage fuscis, pedibus flavo-testaceis,
unguiculis minutissimis, simplicibus. Long. 5 — 7 mill., lat. li~2 mill.
Mern: Ngare na nyuki, Nov., Dez. — Usambara: Mombo; 6 Ex.
Schwarz, massig glänzend, dicht und sehr fein gelblich grau behaart. Die
Flügeldecken sind sehr häufig braun. Die Stirn ist leicht gewölbt, sehr fein und sehr
dicht punktiert und mit grössei'en, nabeligen Punkten mehr oder weniger zerstreut
besetzt. Die kurzen, dünnen Fühler sind braun. Der Thorax ist beim cf ein wenig
länger als breit beim ? nicht, an der Spitze gerundet verengt, an der Basis sehr wenig
verengt und wie die Stirn punktiert, massig gewölbt, an der Basis mehr oder weni-
ger gefurcht, mit kurzer, feiner Längslinie beiderseits; die Hinterecken sind kurz und
stumpf, nicht divergierend und fein gekielt. Die Flügeldecken sing so breit wie der
Thorax, an der Spitze gerunget verengt, fein punktiert-gestreift; die Zwischenräume
sind nach der Basis zu schwach gewölbt, dicht und sehr fein punktuliert. Die Unter-
seite ist schwarz, zuweilen teilweise verwaschen gebräunt; die Beine sind mehr oder
weniger gelblich rotbraun, die sehr kleinen Klauen nicht gezähnt.
Bei einer Var. {subhumeralis ScHW. nov. var.) sind die Vorderecken gebräunt
und bei einer anderen, ausser den Vorderecken auch die Schultern gebräunt. Dem
Card, grumus Cand. verwandt aber der Thorax ist doppelt piuiktiert.
Cardioplionis duhius n. sp.
Ater, subopacus, griseo-pilosus; fronte antice impressa, confertissime subtillis-
sime punctata; antennis subelongatis, ab articulo 3° acute serratis; prothorace latitu-
dine parum longiore, convexo, apice paulo angustato, densissime subtilissime punc-
tato, basi subangustato, medio obsolete subtiliter sulcato. striis basalibus nullis; an-
gulis posticis brevibus, obtusis, subdivaricatis; elytris prothorace latioribus, parallelis,
apice rotundatis, sat profinide punctato-striatis, interstitiis convexis, dense punctula-
tis; corpore subtus niger; pedibus nigris, vel fuscis, brevibus, crassiusculis, unguiculis
simplicibus. Long. 8- — 9 mill., lat. 2— 2| mill.
Meru: Ngare na nyuki, Dez., 1 Ex.
Tief schwarz, ziemlich matt, massig dicht grau behaart. Die Stirn ist vorn
eingedrückt, sehr fein >uid sehr dicht punktiert. Die Fühler sind ziemlich kräftig,
vom dritten Gliede an scharf gesägt. Das Halsschild ist etwas länger als breit, ge-
wölbt, an der Spitze gerundet schwach verengt, vor den kurzen, stumpfen, schwach
divergierenden Hinterecken sehr wenig ausgeschweift verengt, fein und sehr dicht,
etwas ungleich punktiert, mit feiner und undeutlicher Längsfurche an der Basis, ohne
Bastalstrichelchen und ohne Spur einer Unterrandlinie. Die Flügeldecken sind brei-
Sjögtedts Kitiintindjaro-M^ru Kr2>ei/ittun. 7. • 9
66 SJÖSTEDTS KILTMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 6.
ter als der Thorax, parallel, an der Spitze gerundet verengt, ziemlich tief punktiert-
gestreift, mit etwas ungleich gewölbten und fein punktulierten Zwischenräumen. Die
Unterseite ist schwarz, grau behaart, fein und sehr dicht punktiert. Die Beine sind
ziemlicli kurz und dick, schwarz, stellenweise verwaschen dunkelbraun, die Klaunen
einfach, an der Basis verbreiterte. Die Schienen sind seitlich zusammengedrückt
und nach der Spitze allmählich verbreitert, die Tarsen dünn.
'^o'-
Cardiotarsiis Sjöstedti n. sp.
Brunnens, vel testaceus, fronte prothoraceque interdum fuscis, dense flavo-pi-
losus sat nitidus; fronte plana, confertissime subtilissime fere aequaliter punctata,
antennis in cT parum elongatis, filiformibus; prothorace latitudine haud longiore, basi
apiceque subangustato, densissime subtilissime fere aequaliter punctato, postice me-
dio obsolete sulcato, basi medio tridentato, angulis posticis brevibus, subdivaricatis,
extrorsum subtiliter sat longe carinatis; elytris prothorace paulo latioribus, apice ro-
tundatim attenuatis, acute punctato-striatis, interstiis convexiusculis, parce subtilis-
sime punctulatis; corpore subtus fere concolore, abdomine plus minusve fuscis, pedi-
bus plus minusve dilutioribus; unguiculis simplicibus. Long. 7 — 9 mill., lat. li—|2 mill.
Kilimandjaro : Kibonoto, Aug.; 4 Ex.
Heller oder dunkler braun, Kopf und Tliorax zuweilen schwärzlich braun. Die
Stirn ist flach, sehr fein und sein- dicht fast gleichmässig punktiert. Die Fühler sind
fadenförmig und überragen die Hinterecken des Thorax beim cf um vier Glieder.
Der Thorax ist so lang wie breit, an der Basis und Spitze sehr schwach gerundet
verengt und wie die Stirn punctiert, hinten mit schwacher Mittelfurche, der Basalrand
vor dem Scutellum fein dreizähnig; die Hinterecken sind kurz, sehr schwach diver-
gierend, von der Mitte an schräg nach unten gebogen und neben dem Seitenrand
fein und fast bis zur Mitte gekielt; die ünterrandlinie ist bis über die Mitte deut-
lich. Die Flügeldecken sind wenig breiter als der Thorax, an der Spitze gerundet
verengt, scharf punktiert-gestreift; die Zwischenräume sind leicht gewölbt, sehr fein
und zerstreut punctuliert. Die Unterseite ist fast wie die Oberseite gefärbt, das Ab-
domen mehr oder weniger dunkler, die Beine meist etwas heller; die Klauen sind
einfach.
Melanotus iimhilicntus Gyll.
Schönh. Sijn. Ins. Cavd. Mon. V. III. Africa intertr. — KiJi)nandjaro: Kibo-
noto-Niederung, Jan.; 1 Ex.
Steatoderus fulviis Schw,
Deut. Eni. Zeit. 1903, }j. 373. Nguela. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone,
Febr. ; 1 Ex.
SCHWARZ, ELATERIDiE.
67
Liste der .ms dem Kiliinaiidjaro, dem Merii und den umge-
benden Massai-Steppen bisher bekannten Elateriden.
!t
10
11
12
13,
11
A;iri/jmHS Perüi(/uei/i Cand.
Lacon Wcisei Schw.
V Sjösfedti SfHw. n. sji.
Alans afropos Gerst.
tnincafipennis Boh. var. propinqims
SlHW.
'.9^etralohu>< carifrot/s P'aihm.
OJophoeHf: protensHS Gekst.
Pscphus discolor Schw.
> insignüus Schw. n. sp.
mlirlpennis Schw. u. sj).
hrunnciventrh Schw. n. sj).
» latiusculus Schw. ii. sp.
» mimtsculus Schw. n. sp.
» maciüatas Schw. n. sp.
15. Melanthoides Gcstroi Cand.
16. Brasterius cetMopkus Canu.
17. Anchasfus Weisel Schw.
18. Cardlophofiis ungularis Cand.
19. » sororius Schw.
20. » excisus Schw.
21. » basimaculatus Schw. ii. :
22. » incondifm Schw. u. sp.
23. » inquinatus Schw. n. sp.
24. » intricatus Schw. n. sp.
25. » dnbiiis Schw. n. sp.
26. Cardiotarsus Sjöstedü Schw. u. sp.
27. Melanotus umbiUcatus Gyll.
28. Steatodenis fulvus Schw.
7. COLEOPTERA.
7. Cleridai, Erotylidse und Eiidoiiiychidse
von
SIGM. SCHENKLINa.
Mit 1 Tafel.
Cleridae.
Die Ausbeute des Herrn Prof. Dr. Yngve Sjöstedt umfasst 17 Arten Cleriden,
von denen nicht weniger als 8 neu sind. Von dem explorierten Gebiet existiert bis-
her noch keine zusammenfassende Bearbeitung der Cleriden. H. Kolbe führt in
den »Käfern Deutsch-Ostafrikas» (Berlin 1897) keine Art speziell aus dem Gebiete
des Kilimandjaro und Merii auf, von dem nahe gelegenen Jipe-See (auf der Grenze
zwischen Britisch- und Deutsch-Ostafrika) nur den Phloeocopus vinctus Gerst./ den
Sjöstedt nicht auffand. Dr. G. A. Fischer^ und H. H. Johnston % die auch am
Kilimandjaro sammelten, haben keine Cleriden mitgebracht.
Subfam. Tillince.
Cylidrus saiisibariciis Habold.
Taf. 2, Fig. 1. — Monatsber. Akad. Wissensch. Berlin 1878, p. 220. — Kilima-
ndjaro: Kibonoto, 2. Jan. 1906. 1 Exemplar. Sonstige Verbreitung: Sansibar,
Kitui (Hildebrandt coli.).
Gen. Strotocera Schklg.
Strotocera Sjöstedti nov. spec.
Taf. 2, Fig. 2. — Rufo-brunnea, nitida, capite dense minute punctato, anten-
nis nigricantibus, basi rufis, pronoto sat inaequali, rugoso, lateribus nigris, elytris
' A. Gerstaeckee, Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. (Archiv für Naturgescli. XXXVII. 1871, I,
p. 57) uiiil: V. Decken's Reise in Ostafrika, Gliedertiere, 1873, p. Iö9.
- A. Gehstaeckeb. Bestimmung der von Hru. Dr. G. A. Fischer wälirend seiner Reise nach dem Massai-
Land gesammelten Coleopteren. (Jahresbuch wissensch. Anstalten Hamburg 1883, p. 43 — 63.)
' Ch. 0. Watekhuuse, On the Insects coliected nn Kilimandjaro by Mr. H. H. Johnston. (Proc. Zool.
Soc. Loudou 1885, p. :i3ü— 235, Tab. XV.)
70 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 7.
seriatim punctatis, punctis ante apicem desinentibus, plaga mediana magna (antice et
postice nigro cincta) et puncto marginali pone humerum flavis, pectore nigro, pedibus
nigrescentibus. Long. 9,6 mm.
Die Fühler bis zum dritten Gliede rot, das vierte brann, Glied 5 — 11 schwärz-
lich, das letzte an der Spitze rötlich, Glied 5 — 10 nach innen lang dreieckig ausge-
zogen. Halsschild lang seidenartig gelbgrau behaart, sehr schlank, 1 '2 mal so lang
als breit, an den Seiten hinten tief schräg eingedrückt, auf der Mitte der Seiten mit
einer tiefen Grube, von der eine Furche nach der Mitte der Scheibe zieht, vordere
und hintere Querfurche sehr devitlich, dadurch die Oberseite des Halsschildes imeben
erscheinend, überall, besonders hinten, stark runzelig, die Seiten des Halsschildes
schwarz. vSchildchen dicht gelbgrau behaart. Flügeldecken mit regelmässigen Reihen
grosser Punkte, die im hinteren Fünftel verschwinden, vor der Spitze dicht gerunzelt ;
rot, auf der Glitte eine breite gelbe Querbinde, die schräg nach vorn nach der Naht
zu zieht und in der Mitte jeder Decke in einem geraden Strich etwas nach vorn ver-
längert ist, ebenso ein kleiner gelber Fleck am Seitenrande hinter der Schulter, die
gelbe Querbinde vorn und hinten schwarz eingefasst, auch die Naht vorn bis zur
Querbinde, einen schmalen roten Nahtstreif ausgenommen, schwarz; die Flügeldecken
mit einzeln stehenden (an den Seiten etwas dichteren) längeren und kürzeren gelben
Haaren besetzt. Mittel- und Hinterbrust schwarz. Beine bräunlich bis schwärzlich.
Diese Spezies weicht von allen bisher bekannten Arten der Gattung auffällig
durch die Färbung ab.
ilfe?« -Niederung, 26. Nov. 1905. 1 Exemplar.
Gen. Diploplioriis Faiem.
Diplopliorus (liscoidalis nov. spec.
Taf. 2, Fig. 3. — Niger, pronoto dense rugoso, antice pimctato, margine antico
et fasciculo discoidali longe aureo pilosis, elytris antice grosse seriatim foveolatis,
basi rufis, pone medium fascia flava ad suturam interrupta. Long. 14 — 15 mm.
Kopf einzeln punktiert und teilweise fein runzelig, Fühler genau wie bei D.
oculicollis Fairm. gebildet. Halsschild glänzend schwarz, der Vorderrand und ein
runder Fleck auf der Mitte lang goldgelb behaart, auch vor dem Hinterrande einige
längere gelbe Haare, sonst auf der Scheibe mit schwarzen, an den Seiten und hinten
mit grauen Haaren dicht besetzt, die Scheibe hinter dem vorderen Quereindruck sehr
grob gerunzelt, vor demselben einzeln stark punktiert. Flügeldecken am Ende einzeln
abgerundet, im vorderen Drittel rot, dann schwarz, etwas hinter der Mitte eine breite,
gerade, gelbe Querbinde, die vor der Naht abgerundet ist und auch den äussersten
Seitenrand nicht erreicht, bis zum Beginn der gelben Binde mit regelmässigen Reihen
grosser, grubiger Punkte, dahinter mehr einzeln uiu"egelmässig schwach narbig punktiert
und glänzend. Unterseite und Beine schwarz, lang grau behaart.
Dem D. oculicollis Fairm. von Britisch-Ostafrika (Makdischu) nahe stehend und
nur durch die rote Basis der Flügeldecken und die fehlende grosse, gelbe Makel des
Halsschildes, an deren Stelle sich ein dichter Haarbüschel befindet, unterschieden.
SCHENKLING, CLERID^. 71
Subfani. Clerinm.
()|>il(» iiiitTrriinns Kraatz.
Deutseli. Ent. Zeitschr. 1900. p. 296. — i¥era-Niedening. Okt. und 22.-24. Nov.
1905. 7 Exemplare. Sonstige Verbreitung: Von Ikutha (Britisch-Ostafrika) be-
schrieben.
Gen. Aptei'oclerus Woll.
Ai>teroclorus (?) brevis nov. spec.
Tat. 2, Fig. 4. — Nigro-fuscus, dense flavo vestitus, capite pronotoque dense
subtiliter tuberculato-punctatis, antennis basi flavobrunneis, longis, paullatim crassi-
oribus, elytris ad medium usque seriatim punctatis, luridis, fascia mediana lata dentata,
altera anteapicali (interdum inconspicua) maculisque nonnullis pone basin nigris,
pectore rufo vel brunneo, abdomine pedibusque nigris, femorum basi. tibiarum apice
tarsisque fulvo-testaceis. Long. 3,6 — 4 mm.
Stimmt in den Hauptmerkmalen mit Apteroderiis fusijormis überein, den
WoLLASTON von St. Vincent (Capverden) beschrieben hat, ich stelle deshalb die Art,
allerdings ,nur vorläufig, z.u diesem Genus. Die neue Art ist kleiner, der Halsschild
ist nach hinten etwas verschmälert, der Eindruck in den Hinterwinkeln fehlt. Flügel-
decken mit Längsreihen von Punkten, die zum Teil über die Mitte hinausgehen, mit
glänzenden gelben Härchen besetzt, lehmgelb, eine breite Mittelbinde, die in der Mitte
jeder Decke tief eingeschnitten ist und am Vorderrande sich an der Naht hin weit
verlängert, eine zweite, mitunter undeutliche oder in Flecke aufgelöste Binde vor
der Spitze, ein Seitenfleck hinter der Schulter imd 1 oder 2 Flecke neben dem Schild-
chen schwarzbraun.
Kilimandjaro: Kiboscho, 3000 — 3500 m, 15. Febr. 1906. Auf Bergwiesen,
Ericinella-Regiorx : in den trockenen Blütenständen von Lohelia Deckeni. 4 Exemplare.
Gen. Cai'idopns^ nov. gen.
Corpus elongatum, non alatum, longe pubescens. Oculi modice granulati, non
excisi : palpi labiales articulo ultimo fortiter securiformi, maxillares eodem cylindrico ;
antennee ll-articulatee, apicem versus leviter incrassatse. Prothorax latitudine multo
longiore. Elytra antice angustata. Pedes, praecipue antici, valde elongati ; tarsi
5-articulati, articulo primo supra recondito, articulis 1° — 4° fortiter lamellatis, ungui-
culis parvis, basi vix crassatis.
S (?) Abdominis segmentum ultimum supra scutiforme dilatatum.
Von den bisher bekannten flügellosen Gattungen der Chrince : Apteroclerus'Wo-LL.,
Dozocolletus Chevr. und Apfinoderus Kuw. steht dieses neue Genus dem zuerst ge-
nannten am nächsten, unterscheidet sich aber durch die nicht ausgerandeten Augen,
den Prothorax, der fast noch einmal so lang als breit ist imd deutliche Tuberkeln
' Von /ia(v'.?, /.apioos, Krabbe, und aou?, Fuss.
72 S.IÖSTEnTS KILIMANDJARO-MERF EXPEDITION. 7: 7.
trägt, das schildförmige letzte Abdominalseginent und die ausserordentlich langen
Vorderbeine. An den Fühlern ist Glied 1 sehr dick, 2 fast kugelig. 3 und 4 etwa
gleich lang, 5 — 8 allmählich an Länge abnehmend. 9 — 11 eine scliwache Keule
bildend, das letzte Ghed fast so lang wie die beiden vorhergehenden Glieder zusam-
men. Das letzte Abdominalsegment weist (bei 5 ?) eine schildförmige Verbreiterung
auf, ähnlich wie sie bei der Gattung Operctdiphorus Kuw. vorkommt ; dieselbe erscheint
von unten gesehen ausgehöhlt.
Caridoinis inoiistruosHs nov. spec.
Taf. 2, Fig. 5. — Rufo-brunneus, longe griseo vestitus, capite pronotoque dense
granulato-punctatis, hoc 6-tuberculato, lateribus nigris, elytris luridis, nigro maculatis,
fere seriatim punctatis, interstitiis partim costulatis, palpis, antennis joedibusque flavis,
femoribus late nigro apicatis, tibiis basi rufis. Long. 8 mm.
Kopf dicht körnig punktiert, rot, auf der Stirn bogig eingedrückt und zum
Teil geschwärzt, Taster und Fühler gelb, letztere nach der Spitze etwas verdunkelt.
Halsschild an den Seiten in der Mitte stark gerundet erweitert, wie der Kopf körnig
punktiert, auf der Scheibe mit 3 Paaren fast glatter, länglicher Höcker, von denen
das mittlere Paar mehr nach der IMitte zu gelegen ist, die ganze Längsmitte des
Halsschildes bis zu den Höckern rot, die Seiten schwarz. Schildchen klein, punktiert,
rot. Flügeldecken vorn nur wenig breiter als der Halsschild, am Ende einzeln ab-
gerundet, aber an der Naht etwas winklig vorgezogen, mit unregelmässigen Reihen
von Punkten, die Punktierung im hinteren Sechstel unregelmässig, die Zwischenräume
zum Teil kielig hervortretend, so der dritte und besonders der fünfte; lehmgelb, ein
kleiner Fleck um das Schildchen herum, eine aus drei Längsflecken zusammengesetzte
schräge Binde vor der Mitte, einige undeutliche Punkte zwischen dieser Binde und
der Basis und eine breitere Querbinde hinter der Mitte, die den Seitenrand nicht
erreicht und an der Naht stark nach hinten gezogen ist, schwarz. Brust und Hinter-
leib rot, letzterer schwarz gefleckt. Die schildförmige Verbreiterung des letzten Ab-
dominalsegments in der Mitte tief eingeschnitten. Beine sehr lang, besonders auch die
Schenkel, diese gelb mit schwarzer Endhälfte, Schienen so lang wie die Schenkel, stark
gebogen, rot, nach der Spitze zu gelb, Tarsen gelb.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1300 m. 30. April 1906. 1 Exemplar.
Carulopus att'iiiis nov. spec.
Car. monstruoso appropinquat, sed capite pronotoque toto nigris, elytris minus
punctatis et magis nigro maculatis, femoribus tibiisque fere toto nigris. Long. 6 mm.
Ist vielleicht nur eine Form der vorigen Art, weicht aber in der Färbung und
auch sonst so bedeutend ab, dass sie besser als eigene Art zu betrachten ist. Kopf
und Halsschild ganz schwarz, nur die Oberlippe, die Taster und Fühler gelb, die
Skulptur wie bei der vorigen Art. Flügeldecken nur auf der Mitte mit einigen Pimkt-
reihen, sonst uneben und besonders vor der Spitze unregelmässig punktiert, lehmgelb,
die Umrandung des gelben Schildchens, die Schulterhöcker, eine aus drei Flecken
SCHENKUNG, CLERID^. 73
bestehende Querbinde vor der Mitte, einige unregelmässige Flecke im vorderen Teile
und eine ebenfalls aus drei länglichen Flecken zusammengesetzte breite Binde vor der
Spitze schwarz. Vorderbrust und Hinterleib mit Ausnahme der gelblichen Spitze
schwarz, Mittel- und Hinterbrust rotgelb. Schenkel und Schienen scliwarz, die Tro-
chanteren sowie die äusserste Scheukelbasis und die äusserste Schienenspitze mit den
Tarsen gelb. Die Verbreiterung des Abdominalendes hinten einfach zugerundet, ohne
Einschnitt. Meru, im oberen Regenwald, 3500 m. 1 Exemplar.
Gypoiiyx tricolor Schklg.
Taf. 2, Fig. 6. — Mitteil. Naturhist. Mus. Hamburg XVII, 1900, p. 15. —
Kiliwandjaro: Kibonoto 1000 — 1300 m., 26. April 1906, 1 Exemplar: Kibonoto Kultur-
zone, 2. und 12. April 1906, 4 Exemplare.
Sonstige Verbreitung: Capland, Mashonaland, Natal, Angola.
Bemerkung: Eine über einen grossen Teil von Afrika verbreitete Art. Die
vorliegenden Exemplare weichen etwas von der Originalbeschreibung ab (Typus vom
Cap im Naturhistorischen Museum zu Hamburg), deshalb gebe ich hier einige ergän-
zende Bemerkungen. Die gleichmässige Wölbung und geringe Skulptur des Hals-
schildes bei dem Typus ist wohl nur individuell und zufällig, bei den mir sonst vor-
gekommenen Stücken wie auch bei allen fünf Exemplaren vom Kilimandjaro ist die
Mitte der Scheibe eingedrückt und dichter mit Punkten besetzt als der übrige Teil
der Scheibe, die Seiten erscheinen mehr oder weniger deutlich gerunzelt. Der rote
Teil der Flügeldecken ist bei den Tieren vom Kilimandjaro in seiner hinteren Partie
verdunkelt, die Ränder der weissen Mittelbinde sind bald fast ganz glatt, bald ge-
zähnelt, die Spitzenmakel nimmt manchmal die ganze Spitze (ohne den äussersten
Apicalrand) ein, andermal bildet sie eine schmale Binde vor der Spitze; die erste
Punktreihe neben der Naht geht zuweilen bis in die weisse Querbinde hinein. Die
Brust ist stärker oder schwächer punktiert, schwarz oder rot. Die Beine sind schwärz-
lich bis rotbraun.
Den von mir beschriebenen Gyp. sponsalis (Ann. South African Mus. V, 1907,
p. 197) möchte ich jetzt nur als Rasse der obigen Art ansprechen.
Eine sehr nahe stehende Art ist Oyp. abyssinicus Gorh. ; derselbe hat aber
(nach einem in unsrem Museum befindlichen Cotypus aus dem Museum zu Genua)
eine viel feinere Reihenpunktierung der Flügeldecken, auch weist die vordere Hälfte
der Decken ein fast einfarbiges Gelbraun auf, in dem sich die Punkte dunkler abheben.
Gypoiiyx aiigustus nov. spec.
Taf. 2, Fig. 7. — Angustus, piceo-brunneus, capite pronotoque nitidis, sparsim
subtiliter punctulatis, prothoracis disco leviter impresso, densius punctulato, elytris
seriatim, ante apicem irregulariter punctatis, briinneis, humeris fasciaque postmediana
flavis, abdomine rufo, pedibus brunneis, trochanteribus tarsisque rufis. Long. 9--11 mm.
Kopf glänzend schwarzbraun, äusserst fein und wenig dicht punktiert, Fiililer
braun, Taster rotbraun. Halsschild glänzend braun, am Vorderrande rötlich, Scheibe
Sjösti'dts Klh'tnan/Ijaro-Mrru Expedition. 7. 10
74 SJÖSTKT>T? KILISIAXDJAKO-MKEr EXPEDITTOX. i. i.
einzeln fein punktiert, die ^NDtte derselben schwach eingedrückt und stärker und dichter
pimktiert, die Seiten schwach runzhg. Flügeldecken mit geringerem Glanz als Kopf
und Halsschüd. braun, die Schulterhöcker und eine Querbinde hinter der Mitte, die
die Xaht nicht erreicht, gelb, bis hinter diese Querbinde mit Längsreihen feiner Pimkte,
die Reihen zum Teil etwas unregelmässig, vor der Spitze dicht unregehuässig punk-
tiert. Brust fast glatt, Hinterleib rot. Der ganze Käfer lang und dicht greis behaart.
Kilimandjaro: Kibonoto. untere Kulturzone. 23., 27. und 30. April 1906,
3 Elxemplare: Kibonoto Kultiurzone. 13. März und 16. April 1906, 2 Exemplare.
Gjrponyx nov. spec.
Xur 1 defektes Exemplar, der vorigen Art ähnlich, aber die Flügeldecken überaU
nnregelmässig punktiert und die helle Querbinde auf der Mitte der Decken gelegen.
Jtferu-Xiederung, 22. Xov. 1905. 1 Ex.
Apheloehroa eameipeuni* O. Qfedf.
Berl. Ent. Zeitschr. XXIX, 1885, p. 26S. — Synonym: LissaiiUcus- ruber
Kuwert in: Ann. Soc. Ent. Belg. XXXVH, 1893, p. 471. - J/oM-Xiederung,
Juni 19C»5.
Sonstige Verbreitung: Westafrika: Quango-Strom. und Ostafrika: Dela-
goa-Bay.
Gen. Sti 2:711 atinm Gbey (sens. ang.)
Stieiuatium festirom nov. spec.
Taf. 2, Fig. 8. — Cylindricus, niger, opacus, capite dense subtiliter punctulato,
postice rugosulo, antennis gracUibus, nigris, pronoto antice rufescente, minutissime
granulato, elytris fortiter seriatim punctatis. nigris, macula magna circumscutellari
rufa, faseia mediana eurvata maculaque anteapicaU griseo-brunneis, albo serieeis,
pectore, abdomine pedibusque rufis, femoribus tibüsque anterioribus pro parte nigres-
centibus. Long. 7 mm.
Kopf schwarz, dicht und fein punktiert, Scheitel deuthch gern n zeit, Fühler
sehr dünn und schlank, vom 5. Gliede an gesägt, die GHeder allmählich an Grösse
zunehmend, Taster gelbbraun, die Kiefertaster zum TeU geschwärzt. Halsschild mit
sehr scharf eingeschnittener vorderer Querfurche, bis zu derselben vom rot, der Vor-
derrand aber wieder schwarz, die ganze Oberseite, besonders hinter der vorderen
Querfurche, äusseret fein gekömelt, auf der Seitenwölbung mit einem Grübchen.
Schildchen braun. Flügeldecken schwarz, ein grosser dreieckiger Fleck, der fast die
ganze Basis einnimmt und das Schildchen timgibt, rot, auch ein kleiner Fleck am
Seitenrande hinter der Schulter rot, auf der Mitte eine nach vom gebogene voll-
ständige Binde und vor der Spitze ein Querfleck graubratin und dicht gelblichweiss
behaart, die Reihenpunkrierung der Flügeldecken fast bis zum Ende reichend, von
der Querbinde an feiner werdend, vom sehr grob. Mittel- und Hinterbrust dicht und
fein gekörnt, Hinterleib und Beine rot. die Vorder- und Mittelschenkel und -schienen
SCHENKUXG. CLERID^. 75
teilweise schwärzlich angelaufen. Die ganze Oberseite mit langen weissen borstenar-
tigen Haaren besetzt, besonders an den Seiten, die schwarzen Teile ausserdem kurz
schwarz behaart.
Dieses kleine Stigmatium ist nach hinten nicht verschmälert wie die ähnlich
gefärbten, aber viel grösseren St. rhodesianum Schklg. imd obockianum Faibm.
Momho in Usambara, Juni 19<J5: 1 Exemplar.
Pha»oeyelotomTis notieomis Krw.
Ann. Soc. Ent. Belg. XXX^^II, 1894, p. 422. — Kilimandjaro: (ohne nähere
Bezeichnung) Sept. und 12. Okt. 190.5, 2 Exemplare: Kibonoto-Xiederung 2. Jan.
19<:k}, 1 Exemplar; Kibonoto ISW— 19W m., 11. und 13. Xov. 19«5ö, 2 Exemplare. —
Eins der letzteren Exemplare trägt die Bemerkung: 'Unter der Rinde eines Kandelaber-
baumes, am Baumsaft. >
Sonstige Verbreitung: Derema im Bezirk Tanga: Xeu-Bethel in Usambara.
Subfam. Hydnocerince.
Ceplialoflerns basipes Schklg.
BulL Mus. Xat. Hist. Paris 1902. p. 330. — Kilimandjaro : (ohne nähere Be-
zeichnung) August 1905, 1 Exemplar; Kibonoto 13«X»— 19<h:» m., 6. und 7. Okt. 19<:>5.
4 Exemplare. Sonstige Verbreitung: Abessinien.
Subfam. Corynetince.
Pro««rniiiu<i eribripenni* Cast.
Sübermanu's Rev. Ent. IV. 1S36, p. 52. — Synonym: Ryparu-s tomeniosus
Spinola, Essai monogr. Clerites II, 1S44, p. 76, tab. 41, fig. 6. — J/trH-Xiederung
(Xgare na nyuki), Janaar 19<h5: 1 Exemplar. Sonstige Verbreitung: SenegaL
CorjTietes auali> Klug.
Monogr. Clerii 1S42, p. 34S. — Synonym: C. palh'cornis Spinola, Essai monogr.
Clerites II, 1^44, p. 95, tab. 43, fig. 3. — Kilimandjaro : Obstgarten-Steppe. 16. Xov.
1905. — 1 Exemplar. Sonstige Verbreitung: Xatal, Caffraria, Congo, Kamerun,
Toso. Gabun. Abessinien.
Xef robia rufipe* Degeee.
^Memoires V. 1775, p. 165, tab. 15, fig. 4.
Synonyme: Tenehrio denmstoides Piller et Mitterpacher. Iter Poseg. 17So.
p. 68, tab. 7. fig. 8. Conjnetes glaber Champollion. Mag. encycl. :MiIlin 1814. III,
p. 41. Xecrohia amefht/slitia Stephens. 111. Brit. V. 1832. p. 417. Xecrobia mumiarum
Hope. Hist. Egypt. Mum. Pettigr. 1S34. p. 54, tab. 5. fig. 1 — 3. Xecrobia pilifera
Reitter. Verhdlir. Xat. Ver. Briinn XXXII, 1894, p. 85.
76 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 7.
Kilimandjaro: Kibonoto Kulturzone, 5 Exeni})]are; JferM-Niedening (Ngara na
nyuki), 22. Nov. 1905, Jan. 1906, 7 Exemplare.
Sonstige Verbreitung: Kosmopolit, über alle Erdteile verbreitet.
Erotylidii^.
Vom Gebiete des Kilimandjaro und Meru waren bisher noch keine Erotyliden
gesammelt worden. Prof. Sjösteut hat 3 Arten mitgebracht, alle neu.
Gen. Episcjiplia Lac.
Episciipiiii subcostata nov. spec.
Taf. 2, Fig. 9. — Convexa, nigra, nitida, capite pronotoque sat dejise puncta-
tis, elytris inconspicue punctatis, late striatis, interstitiis leviter costatis, macula den-
tata humerali fasciaque dentata postmediana rufis. Long. 13 mm.
Kopf dicht und deutlich punktiert, bei einem Exemplar jederseits hinter der
Fühler Wurzel ein mideutlicher roter Fleck, Taster rot, Fühler schwarz, das dritte Glied
nur um ein sehr geringes länger als das vierte, deshalb die Art besser zu Episcapha
Lac. als zu Episcaphula Crotch zu ziehen. Halsschild uneben, wie der Kopf punk-
tiert, an den Seiten dichter. Flügeldecken schwach gefurcht, die etwas erhabenen
Zwischenräume undeutlich punktiert, hinter der Basis an der Schulter eine aus drei
Längsflecken zusammengesetzte rote Binde, diese Flecke hinten mit einander ver-
bunden, der mittlere Fleck vorn die Basis erreichend, im hinteren Drittel eine vorn
und hinten stark gezähnte Querbinde, die weder den Seitenrand noch die Naht er-
reicht. Vorderbrust stark quer gefurcht, Mittel- imd Hinterbrust einzeln, der Hinter-
leib dichter punktiert, die drei letzten Abdominal-Sternite, besonders nach ihren
Hinterrändern zu, dicht gelb behaart. Beine schwarz, die Hüften mehr oder weniger
deutlich rot, die Spitze der Schienen und die Unterseite der Tarsen dicht gelb befilzt,
Klauen rot.
Eine durch ihren gewölbten Körper und die schwach gefurchten Flügeldecken
sehr ausgezeichnete Art.
Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2000—3000 m, 5. Jan. 1906; 3 Exemplare,
Aiiil>lyseolis loiiiuriila nov. spec.
Taf. 2, Fig. 10, — Elongata, rufo-testacea, capite dense, pronoto minutissime
punctato, antennarum clava elytrisque piceo-nigris, bis punctato- striatis, interstitüs
minute punctulatis. Long. 6 — 8,5 mm.
Kopf dicht punktiert, Stirn gewölbt, angedunkelt, Fühler mit etwas durch-
blättorter schwärzlicher Keule, das dritte Fühlerglied verlängert. Halsschild viel
SCHENKUNG, BROTYLID.E, ENDOMVCHID.E. 77
feiner und etwas weitläufiger als der Kopf punktiert. »Schildehen rot, fein punktiert.
Plügeldecken pechschwarz, drei mal so lang als an der Basis breit, mit regelmässigen
Reihen feiner, sehr dicht gestellter Piuikte, dazwischen äusserst fein punktuliert.
Unterseite und Beine gelb. Schienen am Ende stark verbreitert.
Von allen bisher bekannten Amblyscelis durch die durchblätterte Fühlerkeule
unterschieden, sonst der A. senegalensis Lac. recht ähnlich, aber der Körper mehr
gestreckt, die Fühlerkeule schwarz.
Küimandjaro: Kibonoto Kulturzone, 27. Febr. und 30. April 1906; 9 Exemplare.
Ambl.vseelis ffrandis nov. spec.
Oblongus, convexus, subnitidus, niger, antennis, palpis, tarsis abdominisque apice
rufo-brunnescentibus, capite pronotoque dense fortius punctatis, elytris striatis, striis
confertim punctatis, interstitiis leviter minutissime punctulatis. Long. 8 — 9 mm.
Die grösste Art der Gattung. Kopf glänzend, fein und dicht, auf der Mitte
der Stirn etwas weniger dicht punktiert, Palpen und Fühler rotbraun. Halsschild
ebenfalls fein und dicht, an den Seiten dichter punktiert, glänzend, Vorderwinkel sehr
schwach nach aussen gezogen, Hinterwinkel schräg abgestutzt. Flügeldecken viel matter
als Kopf und Halsschild, mit 9 Reihen feiner Punkte, die paarweise vor der Spitze
zusammenstossen, die Zwischenräume sehr fein flach punktiert. Unterseite schwarz-
braun, Epipleuren braun. Hinterbrust fein mid einzeln, an den Seiten grob punktiert,
die Abdominalsternite sehr dicht imd fein punktuliert, die letzten bräunlich. Schenkel
etwas keulig verdickt, fein punktiert. Schienen nach dem Ende zu breit dreieckig
erweitert und sehr grob punktiert, Tarsen unten dicht gelb befilzt.
Mit A. nigrinus Gorh. und brunneus Gorh. von Natal verwandt, doch viel grösser.
KiHmandjaro, 19. XI. 1905; Kibonoto 1300—1900 m, 27. XII. 1905.
Eiidoiiij cliid«.
Wie von den Erotyliden war auch von den Endomychiden noch nichts vom
KiHmandjaro und Meru bekannt. Die Sjöstedt'scIic Ausbeute umfasst 4 Arten.
Subfam. Dapsince.
Aiifji(»i»us iiij«:rofiiscxis Gorh.
Ann. Mag. Nat. Hist. (7) V, 1900, p. 93. - KiHmandjaro: Kibonoto 13. Okt.
1905, 1 Exemplar; Kibonoto, Kulturzone, 7. Dez. 1905, 1 Exemplar; il/er«-Niederung
(Ngara na nyuki), Jan. 1906, 1 Exemplar.
Sonstige Verbreitung: Natal, Congo.
78 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 7.
Diiiiiii' rufula Reiche.
Taf. 2, Fig. 11. — Voyage Galin. Abyss. 1847, p. 408, tab. 26, fig. 2. - 3Ieru-
Niederung, 22. Nov. 1905 und Jan. 1906; 3 Exemplare.
Sonstige Verbreitung: Abessinien.
Subfani. Stenotarsince.
Steiiotarsus Pauli Weise.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1903, p. 203. — Kilimandjaro, Aug. und 6. Sept. 1905;
2 Exemplare.
Sonstige Verbreitung: Kwai (Usambara).
Steiiotarsus spec.
Kilimandjaro, 18. Nov. 1905; nur 1 defektes Exemplar.
Liste der vom Kiliinaii(1,jiii-o mul dem 3Ierii ln'slier bekannten
Cleriden, Erotyliden und Endomyeliiden.
Clcri(la\
1. Cylidrus sansibaricus Hak. I 9. Gyponijx aiiijustns Sc^hklg. ii. sp.
2. Strotocera Sjösfeäti SvHKho. ii. sji. 10. Aplidochroa rarncipenma Qued.
3. DiplojjJwrus dlscoiilalis Schklu. ii. bj). i 11. Stii/matium festivum Schklg. n. .sji.
4. Opilo nigerrimus Kr. i 12. Phceocyclotomus noHcornis Kuw.
.5. Apteroclerus (?) hrevis Schklg. u. sp.
6. Caridopus momtruosus Schklg. u. sp.
7. » affinis Schklg. n. sp.
8. Gypomjx tricolor Schklg. n. sp.
13. CcpJialoclcnts basipcs Schklg.
14. Prosymnus eribripennis Cast.
15. Üorynetes analis Kl.
16. Necrobia riifipics 1)eg.
Krot.vlidaB.
1. Eplscapliu subcostata Schklg. u. sp. 3. Amblyscelh yniiidia Schklg. n. sp.
2. Amhlyscdis lonr/ula Schklg. n. sp. I
EudomycliidiP.
1. Ancylopns nujrofnscus Gokh. 1 3. Stenotarsus Pauli Weise.
2. Danai; rufula Reiche. I
. (JOLEOriERA.
8. Stapliyliiiidffi
von
F. EICHELBAUM.
Mit 1 Textfisur.
Eine besondere Beschreibimg der Staphylinidenfauna des Kilimandjaro und ÄFeru
lag bisher nicht vor.
Der erste Reisende, der am Kilimandjaro Staphyliniden gesammelt hat, war
der Baron Carl Claus von der Decken, welcher zweimal, im August 1861 und im
November 1862, den Berg besucht und das zweite Mal bis 13,900 englische Fuss den-
selben bestiegen hat. Seine Ausbeute war von der ganzen Reise 8 Staphyliniden,
darunter 5 Arten vom Kilimandjaro. Dieselben sind beschrieben in dem Reisewerk
des Genannten, 3. Band, 2. Abteilung, und im Archiv für Naturgeschichte, Jahrgang
XXXIII. 1. Band, pag. 1—49 von Prof. A. Gerstäcker, Die Reisenden Dr. G. A.
Fischer und H. H. Johnston haben aus der IMassaisteppe und vom Kilimandjaro
keine Staphyliniden mitgebracht.^
In den Jahren 1903 — 1904 hat der französische Reisende Mr. Ch. Alluaud
den Kilimandjaro besucht und zahlreiche Staphyliniden, auch kleine und kleinste
Arten, mitgebracht. Seine Sammlung ist bearbeitet von Herrn Albert Fauvel in
Caen in der Revue d'Entomologie 1905, pag. 194—198 und Revue d'Entomologie
1907, pag. 10 — 70. Herr Fauvel zählt im Ganzen aus der ALLUAUü'schen Ausbeute
in Ostafrika 180 Stapliyliniden auf mit 97 neuen Arten, darunter 75 am Kiliman-
djaro vorkommende.
Die Sammlung des Herrn Prof. Sjöstedt enthält 63 Staphylinidenarten vom
Kilimandjaro in 731 Exemplaren, darunter konnte ich 4 neue Arten und 4 neue Va-
rietäten bereits beschriebener Arten feststellen. Für gütige Durchsicht der neuen
Arten spreche ich an dieser Stellen Herrn Albert Fauvel meinen tiefgefühlten Dank
' Man vergleiche: Prof. A. Gekstäcker, Bestimmung der von Herrn Di'. G. A. Fischer während seiner
Heise nacli dem Massailand gesammelten Coleoiiteren, im Jahrbuch der wissenschaftlichen Anstalten zu Hamburg
18S.S, pag. 41 — C3 und Charles 0. Waterhmuse: On the Insects coUected on Kilimandjaro liy Mr. II. 11. Jolni-
ston. Proceediugs of the Zoological Society of London for the year 1886, pag. 230.
80 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 8.
aus. Als besonders nachahmenswert verdient an dieser Sammhing hervorgehoben zu
werden, einmal, dass bei jedem Tier die genaue Höhenangabe notiert ist, in welcher
es gefangen wurde, und zweitens, dass grosse Aufmerksamkeit auf die bei Ter-
miten lebenden Arten gerichtet wurde. Speziell technische Fangmethoden, wie z. B.
Sieben, scheinen leider nicht angewendet worden zu sein, denn es fehlen in der Aus-
beute fast gänzlich kleine und allerkleinste Tiere. Vorhanden sind dieselben dort
sicher, sie sind eben nur schwer zu erbeuten. Ich habe aus den Usambarabergen 3
Oligota-, ca. 8 Gyrophaena- und über 20 Atheta- Arten mitgebracht. In Hinsicht auf
diese Minutien ist daher ein genaues Bild der Staphjdinidenfauna der beiden Berge
nicht zu geben.
Von den 98 bisher vom Kilimandjaro und IMeru bekannten Staphyliniden sind 35
Arten = 35,35 "o echte, genuine Kilimandjarotiere, d. h. solche, welche — wenigstens
nach dem gegenwärtigen Standpunkt imseres Wissens — nur auf dem Kilimandjaro
und IMeru vorkommen, nämlich:
Omalium algidum Fvl., Omalium africanum Fvl., Trogophloetis singularis Fvl., 8te-
nus ascendens Fyt,., Stenus conductor Fvl., Paederus alticola Fvl., Paederus tumidicol-
lis Gerst., Paederus basipes Fvl., Paederns macelhis Fvl., Paederus piceus Fvl.,
Stilicns arduus Fvl., Pinophilus Sjöstedti Eichelb., Oidichirus stilicinus Gerst., Lep-
tacinus pennalus Fvl., Leptacinus encephalus Fvl., 'KantlioUnus microps Fvl., Sta-
phylinus Alluaudi Fvl., Staphylinvs dispersus Fvl., Staphylinus cerdo Gerst., Belo-
nuclius nigrorufus Fvl., Philonthus dimidiaticornis Fvl., Philontlnis rudipennis Fvl.,
Philonthus altivagans Fvl., Moiocerus Uneiventris Fvl., Conosoma decorafum Fvl.,
Atheta acutkollis Fvl., Atheta inducta Fvl., Atheta praticola Fvl., Atheta micrommata
Eichelb., Tachyusa pratensis Fvl., Myrmedonia hamifera Fvl., Myrmedonia hispinosa
Fvl., MyrTnedonia alpicola Fvl., Myrmedonia Brunni Eichelb., Termitopulex Sjö-
stedti Eichelb.
Am engsten ist die Verwandschaft, wie sehr natürlich, der Kilimandjaro-Sta-
phylinidenfauna mit der der umgebenden Massaisteppe. Beide Faunen haben folgende
19 Arten gemeinsam :
Trogophloeiis e.rigmis Er., Sienus subopaens Fxh., Paederits pedestris Gerst., Pae-
derus scahripennis Fvl., Cryptobium africanum Fairm., Eulissus Alluaudi Fvl., Sta-
phylinus hemichrysis Fvl., Actobins nakur.ensis Fvl., Philonthus natalensis Boh., Phi-
lonthus lebkanus Fvl., Philonthus abyssinus Fvl., Philonthus nairobiensis Fvl., Phi-
lonthus opaciventris Fvl., Philonthus circumcinctus Eppelsh., Philonthus caffer Boh.,
Myrmedonia chlorotica Fvl., Aleochara rufipes Boh., Aleochara trivialis Kr., Aleo-
chare dilatata Er.
Mit den nördlich vom Kilimandjaro gelegenen Ländern (Britisch-Ostafrika. Ab^'s-
sinien, Somaliland, Gallaländer, Aethiopien) hat dessen Staphylinidenfauna folgende
17 Arten gemeinsam:
Oxytelus planus Fvl., Oxytelus dilutipennis Fvl., Paederus scahripennis Fvl.,
Cryptobium africanum Fairm., Hasumius validus Fairm., Staphylinus Raffrayi Fvl.,
EICHELBAUM, STAPHYLINID^. 81
Staphi/Iinvs hemichrysis FvL., Philonthus hasicornis Eppelsh., Phüonthus natalensis
Bon. var. rittatiis Roth., Philonfhus somaliensis Eppelsh., Philonthus circumcinctus
Eppelsh., Philonthus vwrio Bon., Anisolinus himieralis Fvl., Anisolinus aethiopicus
FvL., Anisolinus cordicollis Gerst., Glyphesthes picipennis Roth., Myrmedonia Allu-
audi Fvl.
Eine Verwandtschaft mit den südlich gelegenen Ländern bezeugen 12 Arten:
Oxytelvs planus Fvl., Cryptobium africanum Fairm., Pinophilus capensis Er.,
Philonthus natalensis Boh., Philonthus circumcinctus Eppelsh., Philonthus caff er Bon.,
Philonthus vwrio Boh., Philonthus sanguinetis Fvl., Philonthus rujipes Boh., Aniso-
linus cordicollis C4erst., Tachinomorphus africayius Eppelsh., Myrmedonia armata^R.
Gleichzeitig östlich vom Kilimandjaro kommen 10 Arten vor, nämlich:
Oxytelus reductus Fvl., Stenus kwaiensis Schub., Paederus scabripennis Fvl.,
X.antholinus picti2'>ennis Fvl., Hasumitis validus Fairm., Staphylimis hemichrysis Fvl.,
Belonuchus holisinus Fvl., Philonthus sanguineiis Fvl., Anisolinus cordicollis Gerst.,
Tachinomorphus africanus Eppelsh.
Nicht weniger als 17 Arten finden sich auch in den nach Westen gelegenen
Gegenden':
Oxytelus planus Fvl., Oxytelus reductus Fvl., Oxytelus heterocerus Fvl., Pino-
philus capensis Fvl., Staphylimis hemichrysis Fvl., Philonthus hasicornis Eppelsh.,
Philonthus circumcinctus Eppelsh., Philonthus 7norio Bon., Philonthus sanguineiisFvh.,
Anisolinus humeralis Fvl., Hesperus Kraatzi Eppelsh., Glyphesthes picipennis Roth,
Tachinomorphus africanus Eppelsh., Pygostenus carinellus Kr., Myrmedonia aculeata
Eppelsh., Myrmedonia sulcicollis Fvl. (auch auf Java), Termitobia gastrophysa Wasm.
Über Afrika und die angrenzenden I-änder sind weit verbreitet:
Holosus singularis Gerst. (auch im Malayischen Archipel), Paederus Sahaeus
Er. (auch auf INIadagascar), Philonthus ahyssinus Fvl., Philonthus peregrinus Fvl.
(auch auf Madagascar und in Ostindien), Aleochara dilatata Er. (auch auf Madagas-
car), Aleochara rufipes Boh. (auch von Aden bekannt), Aleochara denticulata Motsch.
(auch in Ostindien inid Birma), Aleochara trivialis Kr. (auch in Ostindien, Ceylon,
Birma).
Aus dem Nordreich (paläarktische und nearktische Zone) stammen 3 Arten:
Conosoma puhescens Grvh., Hypocypfus laeviusculus Mnnh., Aleochara crassicor-
nis BoiSD. et Lac. (über Nordafrika verbreitet: in Marocco, Algier, Tunis).
Subkosmopolitische Arten sind:
Medon debilicornis Woll., Philonthus longicornis Stefu., Philonthus agilis Grth..,
Philonthus quisquiliarius Gyll., Philonthus 7iigritulus Grvh.
Als echter Kosmopolit findet sich auch auf dem Kilimandjaro Philonthus va-
rians Payk.
Sjösledta Kilitnandj'aro-Meru Expedition. 7. 11
82 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERtJ EXPEDITION. 7: 8.
Infolgfe der geuau angegebeneu Höhenlage, in welcher jedes Tier eingefangeu worden ist, kann ich auch
eine Ziisauiiuenstellung der Arten in lijpsologisclier Bezieliung nach den einzelneu Zonen des Berges geben. Es leben
1) in der Steppenzone und unteren Kulturzone, 1000 — 1300 Meter, folgende Arten:
Lispinus usmnbarae Fvl., Holosus singularis Gebst., Trogophloeus exiguus Er.,
Oxyteliis planus Fvl., Oxytelus reductus Fvl., Stenus suhopacus Fvl., Stemis Jctvaien-
sis Schub., Stenus conductor Fvl., Paederus pedestris Gerst., Paederus Sabaeus Er.,
Medon dehilicornis Woll., Cryptobium africanum Fairm., Pinophilus capensis Er.,
Pinophilus Sjöstedti Eichels., Hasmnius validus Fairm., Staphylinus liemichrysis Fvl.,
Stapliylinns suhaeneus Roth, Belonuclius Iwlisinus Fvl., Belonuchus mgrorufus Fvl.,
PhilontJms natalensis Boh. und var. vittatus Roth, Philonthus ahyssinus Fvl., Phi-
lonthus lebkanus Fvl., Philonthus somaliensis Eppelsh., Philonthus nairobiensis Fvl.,
Philonthus caffer Boh., Philonthus varians Payk., Philonthus agilis Grvh., Philonthus
peregrinus Fvl., Philonthus rufipes Boh., Philonthus sanguineus Fvl., PhilontJms ni-
gritulus Grvh., Anisolinus humeralis Fvl., Anisolinus aethiopicus Fvl., Anisolinus
cordicollis Gerst., Moiocerus lineiventris Fvl., Glyphesthes picipennis Roth, Tachino-
morphus africa7ius Eppelsh., Pygostenus carindlus Kr., Atheta acuticollis Fvl., Ter-
mitopulex Sjöstedti Eichels., Termitobia gastrojAysa Wasm., Myrmedonia hamifera
Fvl., Myrmedonia Fauveli Schub., Myrmedonia Alluaudi Fvl., Myrmedonia alpicola
Fvl., Aleochara dilatata Er., Aleochara crassicornis Boisd. et Lac, Aleochara rufipes
Boh., Aleochara denticulata Motsch.
2) in der Kulturzone, 1300 — fast 2000 Meter:
Trogophloeus singularis Fvl., Oxytelus heterocerus Fvl., Stenus ascendens Fvl.,
Paederus basipes Fvl., Paederus scabripennis Fvl., Paederus Sabaeus Er., Pi^iophilus
capensis Er., Eulissus Alluaudi Fvl.. Staphylinns Raffrayi Fvl., Staphylinus hemi-
chrysis Fvl., Staphylimis Alluaudi Fvl., Philonthus rudipennis Fvl., Ariisolinus cor-
dicollis Gerst., Hesperus Kraatzi Eppelsh., Myrmedonia chlorotica Fvl., Myrmedonia
aculeata Eppelsh., Myrmedonia sulcicollis Fvl.
3) in der Zone des Regenwaldes, etwa 2000 — 3000 Meter:
Paederus macellusFvL,., Philonthus rudipennis Fvi,., Philonthus longicortiis Stefb..,
Anisolinus humeralis Fvl. var. elytris immaculatis, Conosoma decoratutn Fvl., Atheta
inducta Fvl., Atheta microm^nata Eichelb.
4) in der Zone der Bergwiesen, 3000 — 4000 Meter:
Omalium algidum Fvl., Paederus alticola Fvl., Paederus macellus Fvl., Paede-
rus piceus Fvl., Xantholinus microps Fvl., Staphylintis dispersus Fvl., Actobius na-
Icurensis Fvl. var. Philonthus abyssinus Fvl., Philonthus rudipennis Fvl. var. ery-
thropterus Eichelb., Philonthus altivagans Fvl., Philonthus mrians Payk., Conosoma
pubescens Grvh., Atheta praticola Fvl., Tachyusa pratensis Fvl., Myrmedonia Brunni
Eichels.
Holosiis singularis Gerst.
Von der Deckens Reisen. 3: 2 p. 83 (unter Lispinus) — Kilimandjaro: Kibonoto,
untere Kulturzone 1 Ex. Ferner aus dem malayisclien Archipel, Kamerun, Togo, Ga-
EICHBLBAUM, STAPHYLINID^. 83
bun, Sierra Leone, vom Senegal, aus Abyssinien, von den Ugonoberge und von Usam-
bara bekannt.
Oinaliiiiii al:>:i(hini Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907. p. 12. var. signatum Eichelb. mit feinen behaarten Schräg-
strichen auf dem 2. und dem 2. und 3. Dorsalsegment (cf. Eichelbaum: über Varie-
täten einheimischer Staphyliniden. AUg. Zeit. Ent. VII (1902) p. 151 — 153. — Kili-
rnandjaro : Kiboscho, Bergwiesen in der Ericinellaregion 3000 — 3500 m in den Blüthen
von Tupa Deckenü Ascherson. 15. II 1906, zahlreiche Exemplare.
Oxytoliis rcductus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1905 p. 124 — Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — Kulturzone,
1100 — 1300 m, August und September 1905. 6 Ex. Ferner vom Congo und aus
Deutsch-Ostafrika bekannt.
»Stenus kwaiensis Schub.
Deut. Ent. Zeit. 1906 p. 376. — Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone.
1 Ex. Ferner aus West-Usambara bekannt.
Stenus coiHluctor Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 19. — Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, 1 Ex.
Stenus subopacus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 20. — Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, Sep-
tember 1905, zahlreiche Exemplare. Auch in Britisch Ostafrika (Nairobi),
Paederus alticola Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 20. — Kilimandjaro: Kibonoto, Regenwald, 2000—3000
m. 6 Expl. — Meru. Regenwald 3000 — 3500 Meter, Dezember 1905, zahlreiche Exem-
plare. Ein Expl. auch von der Niederregion des Meru, am Flüsschen Ngare na
nyuki. Jan. 1906.
Paederus basipes Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 21. —Kilimandjaro: Kulturzone, Jan., Febr., April., Dez.,
zahlreiche Expl.
Paederus pedestris Geest.
Von der Decken's Reisen, 3:2 p. 82. — Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe —
untere Kulturzone 1000 — 1300 m, September und Oktober 1905. — il/er^t-Niederung,
27. Dezember 1905, zahlreiche Expl.
Ferner Britisch Ostafrika (Kibwesi).
84
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 7: 8.
Paedpriis macelhis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 22. — Kilimandjaro : Kihoscho, Bergwiesen, 3000 m, Feb-
ruar 1906 — Meru. Regemvald 3000 — 3500 m, Januar u. Februar 1906, zahlreiche
Exemplare.
P.aederiis piceus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 22. — Kilimandjaro: Kiboscho, oberste
Grenze des Regenwaldes, 3000 m, Februar 1906.
Paedorus scabripeiuiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 22. — • Kilhnandjaro : Kibonoto, Kul-
turzone, 4 Dez. 1905, 1 Expl.
Ferner: Zanzibar, Britisch-Ostafrika, Abyssinien.
Paederus Sabaens Erichs.
Gen. etspec. Staphyl. p. 655. — Kilimandjaro: Kibonoto,
Kulturzone, März und Mai 1906. — iferw-Niederung, Oktober.
November, Dezember, 1905, zahlreiche Expl.
Über Afrika weit verbreitet.
Cryptobiuin africaimin Fairm.
Ann. Soc. Ent. Belg. Bull. p. 282, (unter Ophites), — Ki-
limandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, April 1906, 1 Expl.
Ferner: Britisch-Ostafrika, Somaliland, Südafrika (Rho-
desia).
Piiiophilus capeiisis Erichs.
Gen. et spec. Staphyl. p. 673. — Kilimandjaro: Kibo-
noto, 1000—1300 m, August 1905 und Kibonoto, 1300—1900 m,
7. Dez. 1905, 2 Expl. c^
Ferner: Südafrika, Senegal.
Piiiopliilus Sjöstedti Eichels, spec. nova.
Peraffinis Pinofhilo Fauveli Schubert Deutsche Entomol. Zeit-
schrift 1902 pag. 408 sed alia punctatione capitis (cf. Fauvel
Revue d'Entomologie 1905. pag. 149).
Oberlippe, Kopfscliikl,
Stirnteile und Fühler von
Paederus macellus Fvl.
Zeiss. A. Oc. 3.
l Oberlippe, ch Chitiuver-
dickungen derselben,
c clypeus, f Stirnteil,
a Loch für den Fühler,
g Fülllergrundglied,
1, 2, 3, 4
■ttes oies ßtes ^tes
Fühlerglied.
Elongatus, fere parallelus, nigro-brunneus, dense fusco-pilosus, antennis tar-
sisque rufopiceis, abdomine subaeneo, segmentorum trium anteriorum margine pos-
teriore rufo-piceo, ultimo segmento dilutiore, thorace dense ac fortiter, capite pauUo
remotius, elytris rugulose punctatis. Caput longitudine latius, thoracis fere latitu-
dine, postice ante Collum incisura lata emarginatum. Labrö corneo, transverso, lato.
EICHELBAUM, STAPHYUNIDJE. 85
medio incisura profunda fere usque et basin diviso, quod non concordat cum dar.
Erichsoni diagnosi, qui labrum in hoc genere dicit integrum (genera et species
Staph^djnorum pag. 669), clypeo haud distincto, in tractum tenuissimum inter labrum
et frontem reducto, fronte fere laevi, ad marginem anteriorem tantum punctis setigeris
quattuor instructo, quorum mediani pauUo longius inter se distant quam ab lateralibus,
vertice linea mediana laevi incisuram marginis posterioris attingente, ad ociilos et
ad tempora punctis umbilicalibus pauUulum rugulose quasi elongatis dense obsitum,
oculis temporibus longioribus, articulo ultimo palporum maxillarium praelongo, facie
palpitante extenso et leviter convexo, penultimo fere ter longiore, mandibulis piceis,
curvatura mediana membrana instructis. Antennae tenues, graciles, longae, basin
thoracis fere attingentes, iUis Pino'pliiU Fauveli pares. Collum punctis umbilicalibus
aequalibus dense obsitum. Thorax quadrato — cordatus, capite paullulum latior, angulis
anterioribus leniter, posterioribus fortiter rotundatis, punctis umbilicalibus dense
obsitus, basi lineola tenuissima et brevissima longitudinali subelevata, ante eam subim-
pressus, postice processu angustato, dense punctulato, ci;m mesothorace conjunctus,
ab elytris longa remotus. Abdomen fere parallelum, apicem versus paullulum dila-
tatum, thorace et elytris paullo minus dense quasi aciculatim punctatum. Margines
posteriores trium segmentorum anteriorum sub lente circiter centies amplificante
distincte a reliqua parte segmenti separati, nempe fere perlucidi lineis tenuissimis
sex vel octo punctato-striatis subtilissime transversim microstriati. Lamina segmenti
primi ventralis conspicue in medio fortiter et alte carinata, juxta cai'inam in utroque latere
fossula impressa, quae lateraliter carinula minore terminata est, ut in radice ventrali
abdominis tres videas carinas, medianam fortiorem et altiorem, duas laterales minores.
Ultimum segmentum conspicuum in mare incisura profunda et satis angusta emargi-
natum. Femora anteriora (an in utroque sexu?) fortiter incrassata, in parte apicali
sinuata. Long. 10 mm.
ilferM-Niederung. Am Flüsschen Ngare na nyuki. lanuar 1906 1 Expl. <^.
Dem Entdecker zu Ehren benannt.
Der ERiCHSON'sche Gattungsbegriff muss erweitert werden. Es kommen in der
Gattung Pinophüus auch ungeflügelte Formen mit tief eingeschnittener Oberlippe
vor. Für diese Untergattung, in welche bis jetzt gehören: P. Schuberti Fauvel,
P. Fmiveli Schubert, P. australicus Harold u. P. Sjöstedti m. schlage ich den
Namen Pinophiliyius vor. Da das Tier nur in einem Exemplar vorliegt, konnte ich
kein mikroscopiches Präparat der Oberlippe und des Clypeus anfertigen. Als Ersatz
nahm ich die entspi'echenden Kopfteile von Paederus macellus, den ich in diesen
Teilen mit Pinophilinus ganz gleich gebaut gefunden habe. (Cf. Figur.)
Eulissiis Alluandi Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907, p. 34 (unter Xantholinus.) — Kilimandjaro : Kibonoto.
Kulturzone und auf der Steppe im Gebiet Leitokitok. August und Oktober 1905,
Januar und I\Iai 1906 zahlreiche Expl.
86 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 8.
Xaiitlioliiius pictipeiiiiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1904 p. 289 var. quadrimaculatus Eichelb.
Die Flügeldecken gelblich, von der Mitte des Seitenrandes schiebt sich ein halb-
kreisförmiger schwarzer Fleck nach der Naht vor, erreicht dieselbe jedoch nicht ganz,
so dass ein grosser Humeralfleck, ein schmaler Strich an der Naht und der äusserste
Spitzenrand gelb bleiben. Ob das von Fauvel 1. c. beschriebene Tier oder das von
Prof. Sjöstedt gefangene die Stammform ist, vermag ich nicht zu sagen.
Küimandjaro-Meru: Steppe an den Natronseen. 1 Expl. 28. Febr. 1906.
Die Normalform ferner: Natal. Usambara.
Hasiiinius validus Fairm.
Ann. soc. ent. Belg. 35 (1891) p. CCLXXXII. — Kilimandjaro: Kibonoto. Obst-
gartensteppe im Grunde aufgegrabener Bauten von Termes hellicostis. 22. Februar
1906. 9 Expl.
Ferner: Karaguej Usambara, Somaliland, Gallaländer.
»Stai)li.vlinus Kaffrayi Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 35. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone 10. Dez. 1905
u. 3. März 1906.
Ferner aus Abyssinien bekannt.
Staphylimis hemiclirysis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1905 p. 196. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone. August-
Oktober 1905. 5. Mai 1906. 22 Expl.
Ferner bekannt aus Angola, Abyssinien, Deutsch-Ostafrika.
Staphjiiiuis Alluaiidi Fauvel.
Rev. d'Ent. 1905 p. 196. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Leitokitok,
Steppe. 13. Mai 1906. 2 Expl.
Stapliyliiius siiltaenpiis Roth.
Archiv für Naturg. 1851. I p. 118. — Kilimandjaro: Kibonoto — Niederung
26. Sept. 1905. 2 Expl. c??.
Auch bekannt aus Abyssinien, vom Congo, aus Gabon, Natal.
Stapliyliiius dispersus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 36. — Kilimandjaro: Kiboscho. Bergwiesen an der ober-
sten Grenze des Regenwaldes, 3000 m. Febr. 1906. 2 Expl. ?.
Actobius iiakureiisis Fauvel var. ?
Rev. d'Ent. 1907 p. 37.
An dieser Stelle ist der Artname verdruckt in nukurensis.
Kilimandjaro: Kiboscho, 3000 m, oberste Grenze des Regenwaldes.
EICHELBAUM, STAPHYLINID^. 87
Bergwiesen. Februar 1906 1 Expl. Durch rötlicli gefärbte Basis des Halsschildes
und durch hellere Naht der Fügeldecken etwas abweichend, vielleicht ein nicht ganz
ausgefärbtes Exemplar.
Bekannt aus Britisch-Ostafrika (Nakuru).
Ueloiiuclius Iiolisiiuis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1904 p. 288. — Kilimandjaro: Kibonoto, untere Kulturzone, August
1905. 1 Expl.
Bekannt aus Natal, Usambara, Loanda, Gabon.
lielouuelius iiigrorufiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 38. — Kilimandjaro : Kibonoto, untere Kulturzone 1 Expl. ?.
Fhiloiitlius iiiitaleusis Boheman.
Ins. Caffr. Col. I: i p. 278. — Kilimandjaro: Kibonoto 1300 Meter. 15. Mai
1906. 2 Expl.
Bekannt aus Port Natal, Caffrarien, Capkolonie.
IMiiloiithns nataleiisis Boheman, var. vittatus Roth.
Arch. für Naturg. 1851. I p. 118 (als Art). — Kilimandjaro : Kibonoto, Steppe
und untere Kulturzone. 8 Expl. <S u. ?.
Bekannt aus Abyssinien, Zanzibar, Caffraria.
Pliiloiitlius abyssiinis Fauvel.
Ann. Mus. civ. stör. nat. Genova. (1) XVI (1881) p. 203 (unter Belonuchus).
— ilfera-Niederregion beim Flüsschen Ngare na nyuki. Januar 1906.
Meru, Regenwald 3000—3500 m. 21. Dez. 1905. — Kilimandjaro: Kulturzone
1000—1300 m. Kibonoto 12. IV. 1906 bei Termes vadschaggae Sjöst. 14 Expl. cT?.
Bekannt aus Schoa, Somalia, Usambara.
Pliiloiithiis somalieusis Eppelsh.
Ann. mus. civ. stör. nat. Genova, (2) XV 1895 p. 211. Beim J' das 6. Abdo-
minalsegment tief dreieckig ausgeschnitten, im Ausschnitt mit einer Membran. —
Kilimandjaro: Kibonoto. Steppe — untere Kulturzone August, September, November
1905. 8 Expl. c^$.
Bekannt aus Somahland, Gailaland.
Phildiitlius uairohiensiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 41. — Kilimandjaro: Steppe— untere Kulturzone 1 Expl. ?.
Ferner: Britisch-Ostafrika. (Massaisteppe bei Nairobi.)
88 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 8.
Pliiloiithus nidipeiiiiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 41. — Kilimandjaro : Kibonoto. Steppe — untere Kultur-
zone. August 1905 und Februar, März, April 1906. 9 Expl.
var. erytliropterus Eichels.
Meru, Regemvald 3500 m. 1. Febr. 1906. Eine sehr interessante Farbenvarietät !
Die Flügeldecken rot, nur an den Seiten ein breiter und neben der Naht ein sehr
schmaler Streifen schwarz, der äusserste Spitzenrand und die Umgebung des Schild-
chens gleichfalls schwarz. 1 Expl. ?.
l'liiloiitlius Jiltivagiiiis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 42. — Meni, Regenwald 3500 m. Jan. 1906. 5 Expl.
Philontlius opaciventris Fauvel.
Rev. d'Ent. p. 42. — Meru: Niederregion, am Flüsschen Ngare na nyuki.
Jan. 1906. 2 Expl.
Ferner: Britisch-Ostafrika (Massaisteppe bei Nairobi.)
Pliilontliiis qiiisqiiilinrhis Gyll.
Ins. suec. II p. 335. — Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe- untere Kulturzone.
August u. September 1905. 3 Expl.
Subkosmopolit. Nordreich, China, Siam, Neucaledonien.
Pliiloiitlius caffer Boh.
Ins. Caffr. I: i p. 280. — Kilimandjaro: Kirarägua, Steppenregion mit Crema-
stogaster- Xmei^QW in den Gallen der Flötenakazie. 4. April 1905. 1 Expl. ?.
Bekannt aus Südafrika.
Pliiloiitlius variaiis Payk.
Monogr. Staphyl. Siiec. p. 45. — Meru, Regenwald. 3500 m. 1 Expl. $. —
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone. August u. September 1905.
4 Expl. J" ? varietas mit roten Flügeldecken.
Kilimandjaro im Gebiet Leitokitok. 1 Expl. $
Kosmopolit.
Pliiloiitlius agilis Grvh.
Mon. micropt. p. 77. — Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone.
August 1905. — Meru: Niederregion am Flüsschen Ngare na Nyuki Jan. 1906.
2 Expl., beide mit roten Flügeldecken.
Über Afrika weit verbreitet, auch in der paläarktischen und nearktischen Region.
Pliiloiitlius loiii;iforiiis Steph.
111. Brit. Ins. V p. 237. — Meru, Regenwald 3000 m. Jan. 1906. 2 Expl.
Subkosmopolit.
EICHEI.BAUM, STArHYLINir);E. 89
PliiloiitliHS ppiTgriims Fauvel.
Ann. Soc. ent. Fr. 1866 p. 815. — KUimandjaro : Kibonoto. Steppe— untere Kul-
turzone, Mai, August, Oktober 1905. 12 Expl. J' u. ? ausserdem 1 Expl. ? 12. IV.
1906. Kibonoto bei Termes imdschcujcjae. Sjöst.
Über Afrika und Nachbarländer weit verbreitet : Tropisches Afrika, Südafrika,
Madagascar, Comoren, Sechellen, Mauritius, Reunion, Ostindien.
Pliiloiithiis nifipes Boh.
Ins. Caffr. Col. p. 284. — KUimandjaro: Kibonoto 1000--1300 m. 7. Sept.
1905. ] Expl.
Bekannt aus Südafrika.
Philoiitlnis Siuiguiueus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 46. — Meru, Niederung. 1 Dez. 1905. 1 Expl.
Bekannt uns Deutsch-Ostafrika, Natal, vom Congo, vom Senegal, aus Sierra Leone.
-' Philoiitlnis iiigritiihis Grvh.
Monogr. micropt. p. 41. — KUimandjaro: Kibonoto. 1000—1300 m. August
1905. 1 Expl.
Subkosmopolit. Nordreich, Chile, Australien.
Anisoliiuis Inniieralis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 47. — KUimandjaro : Kibonoto, Steppe— untere Kulturzone.
1 Expl.
Bekannt uns Abyssinien, vom Senegal.
var. elytris immaculatis.
Kibonoto, Regenwald. 2000—3000 m. 6. Okt. 1905. 2 Expl.
AiiisoliiiHs actliiopicus Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 47. — KUimandjaro: Steppe— untere Kulturzone. September
1905. 2 Expl.
Bekannt aus Abyssinien und dem südlichen Aethiopien.
Aiiisoliiiiis cordicollis Gerst.
Von der Deckens Reisen 3. 2. p. 80 (unter PhUontlms).
<S am Hinterrand des 6. Ventralsegmentes flach ausgebuchtet, von der Aus-
buchtung geglättet und haarlos.
KUimandjaro: Kibonoto. 1000—1900 m. Mai 1906. 4 Expl.
Bekannt aus Abyssinien, Usambara, Zanzibar, vom Zambesi.
Sjöatedts Kilimandjaro-Meru Expedition 7. \'l
90 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 8.
Hesppnis Kraatzi Eppelsh.
Deut. Ent. Zeit. 1895 p. 129. — Kilimandjaro : Kibonoto. Kulturzone 1300
—1900 ni. 13. Nov. 1905 unter der Rinde der Kandelabereuphorbien. 1 Expl.
Bekannt uns Westafrika (Togoland).
Moiocenis lineiveiitris Fattvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 48. — Älern : Niederregion 26. Dezember 1905. 2 Expl.
Die Fühler dieser Gattung hat von Solsky Berl. Entom. Zeitschrift 1804. Taf. IV
Fig. 8 vollkommen richtig gezeichnet, nur diene zur Erläuterung, dass Glied 2 der
Zeichnung in Wirklichkeit Glied 3 der Fühler ist, bei der gezeichneten Stellung der
Fühler ist Glied 2 unsichtbar, cf. die Figuren von Kraatz. Berl. Entom. Zeitschrift
1858. Taf. III. V. Fühler von Glyphesthus rufipennis Kr.
Glyphestlies picipeniiis Roth.
Wiegmanns Arch. für Naturg. 1851 I p. 118 (unter Acylophorus.) — A7//-
mandjaro: Kibonoto. 1000-1300 m. 3. I\Iai 1906. 1 Expl.
Bekannt aus Senegambien, Abyssinien.
Conosoma piibeseens Grvh.
Col. Micropt. p. 130. — Kilimandjaro: Kiboscho, oberste Grenze des Regen-
waldes, an den Bergwiesen. 3000 m. Febr. 1906. 1 Expl.
Bekannt aus der paläarktische und der nearktische Region.
Conosoma decoratiiiii Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 51 (unter Conurus). — Kilimandjaro: Kiboscho, oberste
Grenze des Regenwaldes. 3000 m. Februar 1906. 1 Expl.
Pyiarosteiuis cariiielliis (Kraatz) Fauvel.
Rev. d'Ent. 1899 p. 19. — Sutur der Flügeldecken hinten nur sehr schwach
kiel förmig erhoben. Long. 3 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto. 1000—1300 m. Sept. 1905. 1 Expl.
Bekannt von der Goldküste (Adda).
Ailicta (Dimctrota) aeuticollis Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 52. — Kilimandjaro: Kibonoto bei Tennes vadficluiggae
Sjöst. 1 Expl.
Atlieta (Liosjliita) micronunata Eichelb. spec. nov.
Rufus, subnitidas, abdomine segmento quinto toto et sexto parte basali et
mesosternl et metasterni processu inter coxas intermedias nigris. Pedes, palpi, antennae
testaceae, hae basi dilutiores. Caput, thorax. scutellum, el3'tra sub lente fere septuagies
EICHELBAUM, STAPHYLINIU.E. 91
ani])]ificaiite in fuiuio siihtilissime aeiculatini reticulata. Caput fere trianguläre, niti-
(luin, ()l),s()Ietissinie punctulatum, parce pilosuni, fronte intcr insertionem antennaruui
approxiiuatarum paulluluni cunice elevata, oculis niinoribus, temporibus fere quiuquies
brevioribus, in superiore cajMtis parte prope antennas positis, a linea niarginali tem-
porum antice evanescenti valde elongatis, ita ut superne optinie, mininie inferne
perspicias. Antcnnae erassiusculac, pilis nonnullis longioribus verticillatim positis,
vestitac, articulo 2° 3° longitudine aequali, 4° ad 10"' transversis, pauUatini crassioribus,
ultimo elongato et acuminato. Thorax capite pauUuin latior, subquadratiis, ubique
subtiliter marginatus, subtilissinie punctulatus, basi summa leviter angustatus, angulis
aiiterioribus paullatim deflexis, rotundatis, lateribus fere rectis, in disco punctis
duobis majorlbus signatus, postice ante basin fovea transversali haud profunda in-
structus, in cujus fundo oculo fortissime armato quattuor observandae sunt depressiones
punctiformes, alterae medianae majores, alterae laterales minores. Scutellum magnum,
trianguläre, acutum, punctatum. Elytra valde transversa, thorace dimidio fere bre-
viora sed paulluluni latiora, pubc fulva haud dense vestita, squamulatim remote
punctata. Abdomen fere parallelum, apicem versus pauUo attenatum, marginatum,
subtilissinie punctatum, in unoquoque segmento dorsali punctis nonnullis majoribus
in tluas vel tres series transversas dispositis signatum. Long 5 mm.
Meru: Regenwald. Dezember 1905. Unicum.
-'o^
TonnitoiMilex SJöstedti Eichelb. spec. nov.
Statura gracillima, tenerrima. Niger, subnitidus. »C-aput latitudine longius, oculis
temporibus quater niinoribus, basi maiidibularum arcte ap})roximatis. Partes oris
omnes proeminentes, ut praeparato microscopico carens agnoscas. Labium magnum,
albidum, membranaceum, margine anteriore integrum. Mandibulae longae, acutae,
medio dente niinuto armatae. Clypeus albidus, videtur membranaceus. Antennae
valde elongatae, marginem posteriorem elytrorum longe superantes, articulis omnibus
longioribus quam latis, versus apicem evidenter incrassatae, articulo l" elongato,
obconico, quasi scapiformi, secundo minuto, tertio secundo tertia parte longiore, 4"
ad 8"" longitudine aequali, 9" et 10° brevioribus, 11° nigro, praecedenti paulluluni
longiore. Thorax capiti longitudine fere aequalis, pauluni elongatus, angulis posterio-
ribus fere rectis, aequaliter obsolete punctatus, nuUa linea punctorum in disco, lateribus
rectis, medio paullulum incurvatis, pleuris niodice iiiflexis. Elytra thorace distincte
longiora et latiora, apice conjunctim cxcisa, sicut caput et thorax obsolete punctata
et pilis serieeis sparse vestita. Abdomen apicem versus attenuatum, iisdem pilis
griseis vestitum ac thorax et elytra, obsolete punctatum. Pedes graciles, elongati,
coxae intermediae contiguae, processus mesosternalis inter eas acutissimus, tibiae
omnes haud spinulosae, tarsi anteriores haud dilatati, intermedii articulo 1° elongato,
postici elongati, tibiis longioribus, articulo 1° ultimo aequali. Ungues basi vix dentati.
Longitudo 4 mm. Unicum ?.
Kilimandjaro: Kibonoto 13. IV. 1906 bei Termes vadschaggae Sjöst. Dem Ent-
decker zu Ehren benannt.
92 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 7: 8.
Teniiitobia gastroi>hysa Wasm.
Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1891 p. 647. — Kilimandjaro: Kibonoto. Tn den
Bauten von Termes golialh Sjöst. bei der Königinzelle. 5 Expl. Ferner von der
Goldküste bekannt.
3I,yi-iiui(louia Alluaudi Fauvel.
Rev. d'Ent. 19U7 p. 64 (unter Zyras). — Kiliinandjaro : Kibonoto, Obstgarten-
steppen 22. März 1906. 1 Expl. ?.
Bekannt uns Britisch Ostafrika (Ost Nandi).
Jlj'riiu'doiiia al])icola Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 65 (unter Zyras). — Kilimandjaro: Steppe— untere Kultur-
zone August 1905. 1 Expl. ?.
Myrmedoiiia ohlorotica Fauvel.
Rev. d'Ent. 1907 p. 66 (unter Zyras). — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone
1300-1900 m. 11. Nov. 1905. 1 Expl. ? (das 2. und 6. Dorsalsegment olnie Aus-
zeichnung).
Beschrieben von Britisch-Ostafrika (Nairobi).
Mynnortouia aculeata Eppelsh.
Deut. Ent. Zeit. 1885 p. 100. — Kilivmndjaro : Kibonoto. Kulturzone 27. Febr.
1906. 1 Expl. ?.
Beschrieben von Adda an der Goldküste.
Myrmedoiiia sulcicollis Fauvel.
Mitt. Naturh. Mus. Hamb. XXI. 1904 p. 85 (unter Zyras). — Kilimandjaro:
Kibonoto. Kulturzone 27. Febr. 1906. 1 Expl. ?.
Bekannt von Java und Gabon.
Die Art scheint ausserordentlich variabel zu sein. Vier mir vorliegende Stücke
aus Gabon von Hr. A. Faxjvel bestimmt, zeigen den Halsschild am Rande breit auf-
gebogen, drei Exemplare von Hr. Prof. KRiEPELiN auf Java gesammelt, nach denen
die Fauvel'sche Beschreibung aufgenommen ist, sind am Rande des Halsschildes fast
gar nicht aufgebogen, dagegen ist die ]\Iitte der Scheibe recht und links gefurclit und
in den Furchen stark und grob punktiert. Das SjöSTEDT'sche Exemplar nähert sich
der Form aus Gabon, nur sind die mittleren Furclien des Halsschildes kaum ange-
deutet, aber der Rand ist sehr breit aufgebogen. Die Punktierung des Abdomens ist
an diesem Exemplar sehr wenig charakteristisch.
Myrmedoiiia Bruiiui Eichels, spec. nov.
Zyrae sulcicolli Fauvel affinis sed tota alia et singularis. E maximis, brunnea,
lata, nitida, alata ; capite, marginibus thoracis et abdominis, elytris setis longissimis.
EICHELBAUM, STAPHYLINID^E. 93
erectis, iiigris parce vestita, disco thoracis et abdomnie piceis, palpis, anteiinis,
thoracis niarginibus piceo-nifis. Caput nigrum, trianguläre, disperse subtiliter
punctatum, fronte inter antennas conice elevato, ad clypeum praerupte declivi,
oculis maximis. Antennae longae, apicem elytrorum fere attingentes, ad apicem
attenuatae, articulis duobus priniariis siibnitidis, sparse pilosis, reliquis pube dense
vestitis, opacis, articulis tribus jirimariis apice iisdeni longissimis setis nigris ornatis
ac aliud corpus, articulo 3" 2° duplo longiore, 4" — 10"'" longitudine vix decre-
scentibus, multo longioribus quam latis, ultimo elongato, acuminato, summo
apice testaceo. Thorax capite multo latior, ubique margine late elevatus, quasi alatus
ibique translucidus, apice et basi marginatus, angulis omnibus rotundatis, disco parce
jnlosiis et subtiliter punctulatus, sine uUa linea mediana, inter discum et marginem
basalem sulco angusto profundo. Scutellum trianguläre, glaber, fere laevis, in fundo
subtilissime transversim microstrigulatum. Elytra thorace haud latiora, quam lata
longiora, squamulatim punctata, nitida. Abdomen apicem versus attenuatum, nitidum,
alte marginatum, margine segmenti sexti spina acuta deficiente, hoc segmento trans-
verse infracto, lateraliter sulco longitudinali haud profundo instructo, segmentis Om-
nibus subtilissime sat dense punctatis, in fundo subtilissime transverse aciculatim
microstrigulatis, segmento 2" — 5"" marginibus apicalibus seriebus duabus punctorum
majorum circiter 10—12 instructis. Coxae anticae paululum inflatae. Longitudo 12
mm. Latitudo 3 mm.
Kilwiandjaro : Kibonoto. Oberste Grenze des Regenwaldes 3000 m. September
1905. 1 Expl. ? (?)
Benannt nach Herrn Professor M. von Brunn, dem Custos der entomolo-
gischen Abteilung des Hamburger Naturhistorischen Museums, der mir jeder Zeit in
liebenswürdigster Weise die Benutzung der entomologischen Bibliothek und die Durch-
sicht der entomologischen Sammlung des genannten Institutes gestattete.
Aleocliara crassieoriiis Boisd. et Lac.
Faune ent. de Paris I p. 531. — Kilimandjaro: Kibonoto, 1000—1300 m.
1 Expl. August 1905.
Bekannt aus der paläarktischen Region und aus Nord-Afrika. (Marocco, Algier,
Tunis.)
Ah^ooliiirii rufi|ies Boheman.
Ins. Caffr. Col. I: i p. 269. — Kilimandjaro: Kibonoto, 1000-1300 m.
Steppe. August 1905. 4 Expl.
Bekannt aus Abyssinien, Usambara, Südafrika.
94
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 7: 8.
Verzeichnis fsäiiiiliclier bislier vom liiliinaiidjjiio und 31ei'ii
bekannten Stapliyüniden.
1. Ijhpinas usamharae Fvl.
2. llolosus singularis Geest.
3. (hnulinm dlifiäiUH Fvl.
4. » itfrk-unum Fvl.
5. Troijophlocus slnijnluvis Fvl.
(). » exiifitHs Er.
7. üxytelus planus Fvl.
y. •> dilidipennis Fvl.
9. » redudus Fvl.
10. » heterocerus Fvl.
11. Sfenus uscciideHS Fvl.
12. » kwaicnsis Suiiüb.
13. » condudor Fvl.
14. -^ subopacus Fvl.
15. l'acdcriis idficold. Fvl.
16. » tumidicoUis Gehst.
17. " basipes Fvl.
18. pcdestris Geest.
19. inaceUus Fvl.
20. piceus Fvl.
21. - scabripcnnis Fvl.
22. » usainbarac Fvl.
23. _ » Fuuvcli QUEDENF.
24. :- Sabacus Eb.
25. McdoH dd/ilicornis Woll.
2(). Stilicus anhiiis Fvl.
27. L')\i/pf,obium africanum Faibm.
28. l'i)iopI/iIiis capcnsls Ee.
29. SJösfcdfi EiciiELii.
30. ()rdirliir/is sfiliciinis Geest.
31. Lrptudmis pennatiis Fvl.
32. >' enccphulus Fvl.
33. Eulissus Alluaudi Fvl.
34. Xantholinus microps Fvl.
35. » j>ic<y)f«w('s Fvl. v;ir. i/iiiidriimKuhi//i.s
ElCHELB.
36. StupkyUinis Ba/j'yai/l Fvl.
37. M'J'rfo (JEBST.
38. " hcmidiri/sis Fvl.
39. » AUnmuli Fvl.
40. siibaneus Ruth.
41. » dispersus Fvl.
42. Ilusnmius validus Faiem.
43. Adubius nakurens'is Fvl.
44. Hcsperus Kraatzi Eppelsh.
45. BdonticJms nfrorufiis Fvl.
46. ' Iiülüsiiius Fvl.
47. l'hlltinfiis bitsiairiiis Epr.
48. iiiifa/ciisis ümi. und var. riflalus RdPH,
49. » dimidiaticorms Fvl.
50. l'luUintlnis ubi/ssinus Fvl.
51. » Icblcanus Fvl.
52. !> somalicnsis Epp.
53. ;> nairobiciisis Fvl.
54. nid'iiicnnh Fvl. uml var. rriithiuptenis
ElrHELL.
55. idtinKjuns Fvl.
56. tipariccntris Fvl.
57. circnmcmdns Epp.
58. ■ quisqudiarius Gyll.
59. ■/ f«//t'r Bon.
60. iiiorio BoH.
61. /(ini/irornis Steph.
62. vurians Payk.
63. •- (f(/(7/s Gevh.
64. » pfrcffrimts Fvl.
65. » sanguincus Fvl.
66. " nifipcs BoH.
()7. » nkjritulus Gevh.
68. Änisolinus humercdis Fvl.
69. » adJno2nci(s Fvl.
70. » cord/coIUs Geest.
71. ^[oiori'nis lineiecntris Fvl.
72. (iliiplii'sthus plclpcnnis Ruih.
73. Tachinomorphus afneanus Epi'.
71. Cunosoma 2'itb(.'scens Gevh.
75. » decorafam Fvl.
76. Uiipoci/ptus laeoiitsculus Mnnh.
77. l'iigosfenU'S carindlm Ke.
78. Atlida actdkolUs Fvl.
79. > indiida Fvl.
80. >- praficold Yvi..
81. mkrommutu Eiciielp..
82. Tadii/usa pratensis Fvl.
83. Termitopidcx Sjiistcdtl Eichell.
84. Tcnuifobla (jasfroplii/sa Wasm.
85. Mi/rmedunia Jaimifcra Fvl.
86. -' Faurdi Schub.
87. » Alltiandi Fvl. ,
88. » unnafu Er.
89. » (dpicolu Fvl.
90. » ddorotim Fvl.
91. » aculeafa Epp.
92. » suIcicoUis Fvl.
93. Bniiuii Eichelb.
94. Älcodiura ddatata Ee. vai'. roiiniui Wull.
95. riifipes Ijhh.
i)(i. i> dcntkulata ÄIutscii.
07. » crassicornis BmsD. et Lac.
98. fririalis Ke.
r*
7. COLEOPTEJIA.
1). Apioiiiiijv
von
HANS WAGNER.
Unter dem ziemlich umfangreichen Material zentral- und südafrikanischer Apio-
niden, welches mir bis jetzt von fast allen europäisolicn Museen und von zahlreichen
(loleopterologen zur Bearbeitung mitgeteilt wurde, befand sich nur eine sehr geringe
Anzahl von Exemplaren, die aus dem Gebiete des Königs der afrikanischen Berge,
dein Kilimandjaro stammten; ein Beweis dafür, dass die Hand streng wissenschaftlich
forschender und im Sammeln erfahrener, nicht nur »Riesenkäfer» sammelnder Ento-
mologen und speziell Coleopterologen, in diesem Gebiete wenig tätig war. Herr Prof.
Dr. Sjöstedt, dem ich das im Nachstehenden bearbeitete Material verdanke, gehört
zu den Wenigen, die das Gebiet mit Erfolg explorierten. Nach den mir vorliegenden
Daten einiger Apionen des kgl. zool. Museums in Berlin durchforschten vor ihm zwei
Herren das Gebiet und zwar: bei Marangu 1540—1650 m (August 1894) Kretscii-
MiiiR und bei Tschagga, Madschame, T. Paesler. Das Material Herrn Prof. S.töstedts
stammt teils vom Meru und zum grössten Teil aus Kibonoto in der Kultnrzone des
Kilimandjaro, in einer Höhe von 1000 bis 2000 m in den Jahren 1905—1906 gesammelt.
Der Faunencharakter des Kilimandjaro-Gebietes ist von dem der flacheren und
der Küstengebiete Deutsch- und Britisch-Ost-Afrikas kaum verschieden und dürften
sich bei Untersuchung eines sehr umfangreichen Materiales wohl nur wenige, dem
Kilimandjaro allein eigene Arten ergeben; im folgenden sind bereits einige Arten
(darunter 1 n. sp.) angeführt, deren Verbreitungsgebiet sich über einen grossen Teil
British- und Deutsch-Ost- Afrikas, bis in das nördliche Rhodesien and Mozambique und
selbst bis Natal (z. B. Aj). con.siderandum Fähr.) erstreckt. Nur unter den oft äusserst
nahe verwandten und schwierigen Conapion und Piezotrachelen, die in der äthiopischen
Apionidenfauna das Hauptkontingent stellen und in welchen wir wohl phylogenetisch
sehr junge Formen zu betrachten haben, ist die Möglichkeit vorhanden, unter den
nachstehenden Novas für das Kilimandjaro-Gebiet endemische Formen zu besitzen.
96 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 9.
Infolge des grossen Prozentsatzes an Conapion und Piezotrachelen hat die zen-
tral- und südafrikanische Apionidenfauna nur mit der indo-malai'schen nahe Verwandt-
schaft und ist vom paläarktischen Faunencharakter ziemlich verschieden; es mag wohl
die Sahara die natürliche Faunengrenze bilden. Nur in Erythrca luid Abyssinien
finden wir Einstrahlungen paläarktischen Faunencharakters, ja selbst das Vor-
kommen europäischer Arten; so kommt z. B. in Erythrea noch Apion (Aspidap).
validum Germ, vor! Im südlichsten Südafrika (Transvaal, Kapland) finden wir dann
merkwürdigerweise wieder Spuren paläarktischen und gleichzeitig aber südamerikani-
schen Faimencharakters.
Über die Biologie der afrikanischen Apioniden wissen wir leider noch sehr, sehr
wenig; allein die wenigen biologischen Daten lassen schliessen, dass auch in diesem
Faunengebiet die Gruppe der Leguminosen die von den Apionen am meisten frequen-
tierten Pflanzen sind. — In den äquatorialen Zonen scheint dem Vorhandensein voll-
kommener Individuen (Imagines) durch die khmatischen Verhältnisse kein besonders
langer Einhalt geboten zu sein, da mir oft Individuen derselben Spezies aus den
Monaten Januar bis September und später, vorlagen, was wohl auf eine rasche und
ununterbrochene EntwickelungsjDcriode schliessen lässt.
Bevor ich zum systematischen Teil übergehe, entledige ich mich der angenehmen
Pflicht, Herrn Prof. Dr. Sjöstedt für seine jederzeitige Hilfsbereitschaft wärmstens
zu danken.
A])ioii Sjöstedtl n. sp.
?. Körper bräunlichschwarz, mit Ausnahme der beiden apikalen Dritteln des
Rüssels matt, kahl.
Kopf mit den massig stark gewölbten, nicht vortretenden Augen etwa l'/amal
so breit als lang; ziemlich stark und dicht punktiert, im Grunde äusserst fein chagri-
niert, ebenso die breite, ebene Stirne, die in der Mitte zwei undeutliche Längsrunzeln,
die gegen den Innenrand der Augen von zwei schwachen Längsfältchen begrenzt
werden, trägt. Rüssel kräftig gebaut, zylindrisch, massig stark gebogen; im basalen
Drittel längsrunzelig punktiert, matt, in den beiden apikalen Dritteln zienüich stark
und dicht punktiert, glänzend.
Fühler im basalen Drittel des Rüssels eingefügt, ziemlich kräftig; Schaft so
lang als die 2 ersten Geisseiglieder zusammen; L Geisseiglied doppelt so lang als breit,
wenig breiter als die folgenden, 2. Glied noch deutlich länger als breit, 3. und 4. so
lang als breit, die folgenden schwach quer; die ziemlich grosse, eiförmige Keule deut-
lich abgesetzt.
Halsschild wenig breiter als lang, nach vorn wenig verengt, an den Seiten sanft
gerundet, wenig hinter der Mitte am breitesten; am Vorderrande schwach, am Hinter-
rande nicht eingezogen, die Basis zweibuchtig; mit groben ziemlich flachen Punkten
WAONER, APIONIN.E. 97
(licht besetzt, die Zwischenräume fein chagriniert, vor dem Schildchen mit einem
scharfen Strichelchen.
Flügeldecken etwa l"/:!mal so lang als breit, an der Basis reichlich breiter als
der Halsschild, an den Seiten fast parallel (nur sehr sanft gerundet!), hinten stumpf
zugerundet, seitlich gesehen schwach gewölbt; tief kettenartig punktiert gestreift, die
ebenen Spatien nicht oder nur wenig breiter als die Punktstreifen, fein und etwas
runzelig chagriniert. Schulterbeulen kräftig entwickelt, das 3-eckige Schildchen unge-
fiu'cht. Die Seiten der Brust und die 2 ersten Abdominalsternite ziemlich grob und
dicht punktiert. — Beine kräftig, Schenkel und Schienen massig stark punktiert;
1. Tarsenglied kaum länger als das 2., dieses so lang als breit; Klauen deutlich gezähnt.
Long. (s. r.): 2 mm.
1 Ex. (?) vom Kiliwandjarn, Kibonoto, 22. Sept. 1905 von Herrn Prof. Dr.
Yngve Sjöstedt gefangen und dem Entdecker, der mich in meinem Studium jeder-
zeit so freundlich unterstützte, dankbai'st dediziert.
Apioii taii^ainnii Hartm.
l/crH-Niederung, 27. Dez. 1905, 1 Ex.
Apion ooiisidpraiulnin Fähe. var. cniiilnistiiiii nov. Wagner.
Von der typischen Form durch die ganz dunkel pechbraunen Beine und Fühler,
bei welch ersteren nur die Mitte der Vorderschenkel an der Innenseite dunkel rot-
braun ist, verschieden.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 6. und S.Oktober 1905. 2 Ex. (? V).
Ai»i(tii fortiro.stre Wagner.
KUimandjaro: Kibonoto, Kulturzone— Niederung, 1000— 1900 m, August— Oktober
1905-OG. 6 Ex. (4 cfd", 2 ??).
Apion trapezicolle n. sp.
Dem Apion atricolor Hartm. sehr nahe stehend, durch folgende Charaktere
leicht zu trennen: Körper viel schwächer glänzend, der Rüssel und Kopf sehr fein
und spärlich punktuhert, letzterer auf der Unterseite mit einer starken Querleiste,
die seitlich gesehen als scharfes Höckerchen erscheint; die Stirne vollkommen eben,
der Halsschild deutlich punktiert. Die Beine schlanker, die Tarsen auffallend lang-
gestreckt.
Körper schwarz, wenig glänzend, kahl.
Kopf mit den schwachgewölbten, wenig vortretenden Augen und dem massig
langen Scheitel wenig länger als breit, nach vorne schwach verengt, auf der Unter-
seite unter dem hinteren Augem'ande mit einer starken Querleiste, die im Profil ge-
sehen als scharfes Höckerchen erscheint; am hinteren Augenrand mit äusserst feinen
Pünktchen besetzt, in der Älitte wie die vollkommen ebene Stirne unpunktiert, im
Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel kaum so lang als Kopf und Halsschild zu-
sammen, massig stark, sehr schwach gebogen, fast zylindrisch, nur an der Fühler-
Sjösledls Kih'mcindjaro-Meni E.rpeiUliun. 7. 13
98 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 9.
insertion sehr wenig verdickt, an den Seiten äusserst fein und spärlich punlvtuliert,
im Grunde mikroskopisch fein chagriniert, matt, nur an der äussersten Spitze glatt
und glänzend. Füliler im basalen Drittel des Rüssels eingefügt, ziemlich kurz, fein
behaart; Schaft etwa l'/ämal so lang als das 1. Geisseiglied, dieses wenig länger als
breit, rundlich, stärker als die folgenden; 2. Glied merklich länger als breit, das 3.
noch deutlich so lang als breit, 4. — 6. kugelig, das 7. schwach quer. Die ziemlich
grosse, eiförmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild so lang als an der Basis breit, nach vorne wenig und vollkommen
geradlinig verengt, am Vorder- und Hinterrande nicht eingezogen; mit massig starken,
flachen Punkten ziemlich dicht besetzt, die an den Seiten schwach gerunzelten
Zwischenräume sehr fein chagriniert, mit einem kurzen, undeutlichen Basalstrichel.
Flügeldecken kurz eiförmig, an der Basis reichlich breiter als der Thorax, an
den Seiten ziemlich stark gerundet erweitert, wenig hinter der Mitte am breitesten;
ziemlich tief pvniktiert gestreift, die gewölbten Zwischenräume etwa 3 mal so breit als
die Punktstreifen, äusserst fein und unregelmässig punktuliert. Schildchen klein, rund-
lich; Schulterbeulen deutlich entwickelt, Seiten der Brust und das Abdomen massig
stark und dicht punktiert. — Beine lang und schlank, die 4 hinteren Schienen beim
J* an der Spitze schwach erweitert; 1. Tarsenglied an den Vorderbeinen etwa 3'/2, an
den 4 Hinterbeinen 3 mal so lang als breit, das 2. Glied an den Vorderbeinen reich-
lich 2 mal, an den 4 Hinterbeinen P/2 mal so lang als breit; Klauen schwach gezähnt.
Long. (s. r.): 1,8 mm.
Kilimandiaro: Kibonoto, 30. Sept. 1905, 1 Ex. (J').
Apion (Coiiapioii) l(»iii;ifrus FIartm. ( ('«iisdicncollc Hartm).
Kilimandjaro: Kibonoto, August 1905, Regenvvald, 2000 — 2500 m; und Oktober
1905, Kulturzone, 1300—1900 m, 2 E,x.
Apioii (Coiiiiitiou) i»iiralleloc()lle 11. sp.
c?. Sehr ausgezeichnet durch den parallelseitigen Halsschild, der kaum breiter
als der Kopf und die ziemlich stark gewölbten Flügeldecken, die an der Basis doppelt
so breit als der Halsschild.
Körper tiefschwarz, wenig glänzend, kahl.
Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen und dem stark ver-
längerten Scheitel merklich länger als breit; massig stark und dicht jiunktiert, die
sehr schwach eingedrückte Stirne unpunktiert, sehr fein chagriniert, in der Mitte
mit einem undeutlichen, feinen Strichelchen, beiderseits gegen den Innenrand der
Augen von einem feinen Längsfältchen begrenzt. Kopf durch eine schwache Quer-
depression vom glänzend-glatten Scheitel getrennt. Rüssel kräftig gebaut, schwach
gebogen, zylindrisch, wenig länger als der Halsschild; bis zur Spitze stark und dicht
punktiert, sehr schwach glänzend. Fühler pechbraun, zietnlich kurz und kräftig, wenig
hinter der Mitte des Rüssels eingefügt; Schaft kurz, so lang als das ]. Geisselgliecl;
dieses doppelt so lang als breit, oval, breiter als die folgenden; 2. und 3. doppelt so
WAGNEK, APIONIN.'E. 99
lang als breit, 4. noch deutlich länger als breit, das 5. und C. rundlich, das 7. schwach
quer. Die eiföraiig zugespitzte Keule schwach abgesetzt.
Halsschild 1' imal so lang als breit, kaum breiter als der Kopf, zylindrisch, am
V^order- und Hinterrande massig stark eingezogen, der Vordei'rand selbst schwach aus-
gebiichtet; mit massig starken, flachen Punkten ziemlich dicht besetzt, die äusserst
fein chagrinierten Zwischenräume undeutlich gerunzelt; vor der Basis mit einem sehr
undeutliclien, kurzen Strichelchen.
Flügeldecken im Verhältnis zu Kopf und HaJ-sschild sehr gross: etwa l'/3mal so
lang als breit, an der Basis doppelt so breit als der Halsschild, an den Seiten sanft
gerundet-erweitert, wenig hinter der Mitte am breitesten, hinten stumpf zugerundet;
seitlich gesehen ziemlich hoch und gleichmässig gewölbt; etwas undeutlich punktiert-
gestreift, die schwach gewölbten Zwischenräume viel breiter als die Punktstreifen, fein
chagriniert, stellenweise schwach gerunzelt. Schulterbeulen kräftig entwickelt (die
Flügeldecken hinter diesen seitlich schwach eingedrückt!), das kleine, rundliche Schild-
chen ungefurcht; Seiten der Brust und das Abdomen fein und spärlich punktiert.
Beine lang und schlank; 1. Tarsenglied IV^mal so lang als das 2., dieses wenig
länger als breit. Klauen stumpf gezähnt.
Long. (s. r.): 2,3 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto, 22, Sept. 1905, 1 Ex. (cf) zur Beschreibung vorgelegen.
Apioii (ConapioH?) fiiinilijire Fst. (Sjöstedti ra. i. 1).
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, September 1905, 2 Ex.; davon 1 Ex.
freunillichst für meine Kollektion überlassen.
Apioii (I's(Mulopiezütraeh('lus) atratuui n. sp.
Mit Apion prohum Fst. und ripicola Hartm. sehr nahe verwandt, von beiden
durcli den liürzeren Halsschild und längeren Rüssel, von ersterem ausserdem durch
die Stirnskulptur und die längeren Füliler, von letzterem noch durch die feiner ge-
streiften, in den Streifen undeutlich punktierten Flügeldecken verschieden. — Schwarz;
Kopf und Halsschild matt, Flügeldecken massig glänzend, kahl.
Kopf mit den massig stark gewölbten, kaum vortretenden Augen so lang als
breit, durch eine schwache Quersutur vom glänzend-glatten Scheitel getrennt, unter
dem hinteren Augenrand juit einer stumpfen Querleiste, die im Profil gesehen als
schwaches Höckerchen erscheint; hinter den Augen fein und undeutlich punktiert; die
leicht eingedrückte Stirne in der Mitte mit einem stumpfen Kielchen, unpunktiert,
im Grunde wie der übrige Teil des Kopfes sehr fein chagriniert. Rüssel wenig länger
als Kopf und Halsschild zusammen, sehr schwach gebogen, fast zylindrisch, von der
Fühlerinsertion bis zur Spitze kaum merklich verengt, fein und etwas längsriessig
punktiert, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Fühler im basalen Drittel des
Rüssels eingefügt, ziemlich schlank und lang; Schaft so lang als das 1. Geisselglied,
dieses 2V'2mal so lang als breit, schwach verkehrt kegelförmig, wenig breiter als die
folgenden; 2. und 3. Glied doppelt so lang als breit, 4. noch merklich länger als breit,
5. — 7. so lang als breit; die schwach abgesetzte Keule eiförmig, zugespitzt.
100 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 9.
Halsöchild so lang als an der Basis breit, nach vorne massig stark und seitlich
sehr sanft gerundet verengt, am Vorderrande ziemlich stark, am Hinterrande nicht
eingezogen, die Hinterecken nahezu rechtwinkelig; mit flachen, ziemlich grossen
Punkten massig dicht besetzt, die sehr fein chagrinierten Zwischenräume schwach ge-
runzelt; vor dem Schildchen mit einem kurzen, undeutlichen Strichelchen.
Flügeldecken ziemlich gedrungen eiförmig, an der Basis reichlich breiter als der
Halsschild, an den Seiten massig stark gerundet, etwa in der Mitte am breitesten,
hinten stumpf zugerundet; punktiert-gestreift, die Punkte in den Streifen etwas un-
deutlich, die schwachgewölbten Zwischenräume reichlich breiter als die Streifen, schwach
gerunzelt. Schulterbeulen kräftig entwickelt, das 3-eckige Schildchen deutlich gefurcht.
Seiten der Brust und das Abdomen un punktiert, fein chagriniert. Beine massig
lang und schlank; 1. Tarsenglied wenig länger und schmäler als das 2., dieses wenig
länger als breit. Klauen schwach gezähnt.
Long. (s. r.): 1,« mm.
Nach 1 Exemplar (??) vom Kilimandjaro, Kibonoto, 22. Sept. 1905, beschrieben.
Apion (Pseudopiezotraclielus) atrainontiirium n. sp.
Durch den starken Glanz des Halsschildes und der Flügeldecken dem Apion
(Piieudoj)iezotr.) piezofracheloides m. am nächsten verwandt, durch folgende Punkte
leicht zu trennen: der Halsschild merklich schmäler, hinter dem Vorderrande stärker
eingezogen, die Einschnürung etwas näher an den Vorderrand gerückt.
Körper schwarz; der Kopf und Rüssel wenig, der Halsschild und die Flügel-
decken stärker glänzend, kahl.
Kopf mit den ziemlich stark gewölbten und seitlich vortretenden Augen wenig
breiter als lang, durch eine deutliche Quersutur vom glänzendglatten Scheitel getrennt;
wie die ebene Stirne fein und spärlich punktiert, im Grunde chagriniert, hinter den
Augen mit einzelnen grösseren Punkten, die Stirne mit 2, durch einen stumpfen
Mittelkiel getrennten, mehr oder minder tiefen Furchen; auf der Unterseite des
Kopfes, unter dem hinteren Augenrand befindet sich ein schwaches Querleistchen, das
im Profil gesehen als feines Höckerchen erscheint; hinter demselben ist der Kopf
durch eine feine Querfurche von der Kehle getrennt. Rüssel beim J" wenig kürzer,
beim ? so lang als Kopf und Halsschild zusammen, in beiden Geschlechtern wenig
gebogen, bis zur Fühlerinsertion zylindrisch, von da zur Spitze beim c? sehr wenig,
beim ? etwas deutlicher verjüngt; äusserst fein und spärlich punktuliert, im Basal-
teil im Grunde mikroskopisch fein chagriniert, matt, gegen die Spitze im Grunde
glatt und massig glänzend. Fühler beim cT hinter der Mitte, beim ? etwa im basalen
Drittel des Rüssels eingefügt; Schaft etwa P^mal so lang als das 1. Geisseiglied, dieses
beim $ nahezu doppelt so lang als breit, beim J wenig kürzer, stärker als die folgenden;
2. Glied dojipelt so lang als breit, das 3. noch merklich länger als breit, das 4.-7.
allmählig kürzer werdend, das 7. beim V rundlich, beim J* schwach quer. Die läng-
lich-eiförmige, zugespitzte Keule schwach abgesetzt.
Halsschild etwas länger als an der Basis breit, hinter dem Vorderrande stark
eingezogen, von den nahezu rechtwinkeligen Hinterecken bis zur apikalen Einschnürung
WAGNEK, APIONIN^. 101
ziemlich sauft gerundet vereugt, die Basis schwach 2-buchtig; mit massig starken,
fiacheii Punkten ziemlich dicht besetzt, vor dem 8childchen mit einem kurzen, doch
deutlichen Basalstrichelchen.
Flügeldecken ziemlich kurz oval, an der Basis reichlich breiter als der Hals-
schild, mit kräftig entwickelten Schidterbeulen, seitlich massig stark gerundet erweitert,
etwa in der Glitte am breitesten, hinten stumpf-eiförmig zugerundet, seitlich gesehen
ziemlich hoch gewölbt; stark punktiert gestreift, die gewölbten Zwischenräume etwa
2 null so breit als die Punktstreifen, fein und etwas runzelig cliagriniert. Das kleine,
3-eckige Sclüldchen ungefiu'cht. — Beine schlank; 1. Tarsenglied etwas länger als das
2., dieses doppelt so lang als breit; Klauen deutlich gezähnt.
Long. (s. r.): 2,1 — 2,:i mm.
1 Pärchen vom Küimandjaro : Kibonoto, Kulturzone, 1300 — 1900 m. 7. Okto-
ber 1905.
Aiti(»ii (Piczotraclu'lus) iisanilinreiise Htm. (= foveicollis Hartm.).
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1 Ex. (?).
Ajiioii (Piozotrju'lu'luis) fonn'catiiiii n. sp.
Sehr ausgezeichnet durch die stark gewölbten Flügeldecken mit den nur sehr
schwach angedeuteten oder fehlenden Schulterbeulen.
Körper tiefschwarz, ziemlich stark glänzend, mit äusserst fein staubförmigen
Härchen besetzt.
Kopf mit den grossen, stark gewölbten und stark vortretenden Augen breiter
als lang, die Schläfen massig kurz abgesetzt; fein und späTlich punktuliert, im Grunde
sehr fein cliagriniert, die schwach längsgewölte Stirne mit 2 mehr oder minder tiefen,
durch einen stumpfen ]Mittelkiel getrennten Furchen. Rüssel kräftig gebaut, in beiden
Geschlechtern an Länge kaum verschieden; beim ? so lang als Kopf und Halsschild
zusammen, aber etwas dünner als beim cf, bei diesem etwas kürzer; in beiden Ge-
schlechtern wenig gebogen, nahezu zylindrisch (nur nach vorne sehr wenig ver-
schmälert); fein und massig dicht punktuliert, im Grunde sehr fein cliagriniert, matt,
beim ? gegen die Spitze schwach glänzend. Fühler etwas hinter der Mitte des Rüssels
eingefügt, ziemlich kräftig; Schaft so lang als das L Geisselglied, dieses etwa IV ^ mal
so lang als breit, oval, das 2. doppelt so lang als breit, das 3. und 4. noch merklich
länger als breit, 5. und 6. so lang als breit, das 7. schwach quer. Die eiförmig zu-
gespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild etwa l'/iiiial so lang als an der Basis breit, nahezu zylindrisch, nach
vorne nur sehr wenig verengt, die massig starke Abschnürung zwischen dem apikalen
Drittel und der Mitte gelegen, der Vorderrand deutlich so breit als der Kopfdurch-
inesser, seitlich gesehen wenig gewölbt; mit feinen, flachen Punkten zerstreut besetzt,
nur gegen den Seiten- und Vorderrand stehen diese wenig dichter; im Grunde mikro-
skopisch fein chagriniert, bisweilen mit einer schwach angedeuteten iMittelfurchc, jedoch
ohne Basalstrichelchen, die Basis gerade abgestutzt, die Hinterecken fast rechtwinkelig.
102 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 9.
Flügeldecken kurz ellijitisch, Schulterbculen gänzlich fehlend oder kaum ange-
deutet; an der Basis nicht oder nur unmerklich breiter als der Halsschild, in der Mitte
am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, hoch gewölbt, die Naht schwach schiff-
bugförmig erhoben; tief, doch undeutlich punktiert-gestreift, der 1. Streifen meist
etwas tiefer eingedrückt und deutlicher punktiert, die ebenen oder flachgcwöll)ten
Zwischenräume in der Mitte der Decken reichlich 4 — 5 mal so breit als die Streifen.
Das 3-eckige Schildchen ungefurcht. — Beine lang und schlank; das 1. Tarsenglied
reichlich, das 2. fast doppelt so lang als breit. Klauen scharf gezähnt.
Long. (s. r.): 2,2 — 2,3 mm.
Von dieser interessanten Spezies lagenmir 2p]x. (cT, ?) vom Küiwandjaro, Kibonoto,
Kiilturzone, August 1905, Sjöstedt, und 1 Ex. (c?) aus Deutsch-Ost-Afiika: Amani,
1903, EiCHELBATJM, zur Beschreibung vor; letzteres Exemplar besitzt schwach ange-
deutete Schulterbeulen, wodurch die Flügeldecken an der Basis etwas breiter erscheinen.
Apioii (Piczotrachpliis) coloims Fst.
1 Pärchen vom KiUinmuljaro, Kibonoto, Kultiirzone und Niederung (Aug. 1905)
mit der Faustschen Type vollkommen übereinstimmend.
A])ioii (PiczotnacliclHs) (lisjuiictuiii n. sp.
Diese Art stellt habituell ein Bindeglied zwischen den Arten der colonns- und
Figinii-Qvn^T^e dar.
Körper tief schwarz, massig stark glänzend, äusserst fein staubförmig behaart.
Kopf etwas breiter als lang, die ziemlich stark gewölbten Augen massig stark
vortretend; massig stark und spärlich punktiert, nur am Hinterrand mit etwas gröberen
Punkten besetzt; die Stirne mit 2 ziemlich tiefen und breiten, durch einen Mittelkiel
getrennten Furchen, in diesen Avie der Kopf im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel
ziemlich kräftig, beim J" so lang, beim $ reichlich länger als Kopf und Halsschild
zusammen, in beiden Geschlechtern zylindrisch, wenig gebogen, nur beim c? an der
Fühleransatzstelle kaum merklich verdickt; ziemlich stark und dicht punktiert, beim
J" bis zur Fühlerinsertion, beim ? kurz vor der Basis fein chagriniert, matt, im Übrigen
glatt und stark glänzend. Fühler etwas hinter der Mitte des Rüssels eingefügt, ziemr
lieh schlank; (S: Schaft wenig länger als das 1. Geisseiglied, dieses etwa l'/iinal so
lang als breit; 2. Glied fast 2 mal so lang als breit, 3. — 5. reichlich, 6. so lang als
breit, 7. schwach quer; ?: Schaft etwa IVamal so lang als das 1. Geisseiglied, dieses
etwas länger als das beim J', reichlich doppelt so lang als breit, 3. — 5. (Tlied noch
merklich länger als breit, 6. und 7. so lang als breit. Die länglich-eiförmige Keule
in beiden Geschlechtern schwach abgesetzt.
Halsschild etwa l'^rnal so lang als an der Basis breit, nach vorne wenig ver-
engt, die Einschnürung zwischen der Mitte und dem apikalen Drittel gelegen, kräftig;
an den Seiten bis zur apikalen Einschnürung sehr sanft gerundet, vor dieser etwas
stärker und gleichmässig gerundet, der Voi'derrand leich konkav, deutlich breiter als
der Kopfdurchmesser; seitlich gesehen kaum gewölbt; mit feinen, flachen Punkten
WAGNER, APIONIN.«. 103
spärlicli besetzt, im Orunde mikroskopisch fein genetzt, mit einem scharfen Basal-
strichelchen, das sich bisweilen als feine Linie bis nahe zur Mitte fortsetzt.
Flügeldecken im Verhältnis zum Vorderkcu'per kräftig entwickelt, an der Basis
reichlich breiter als der Thorax, mit kräftig entwickelten Schulterbeulen, an den Seiten
ziemlich stark gerundet erweitert, etwas hinter der Mitte am breitesten, hinten eiförmig
zugerundet; punktiert-gestreift, die ebenen oder schwach gewölbten Zwischenräume
mehr oder minder stark gerunzelt, im Crunde fein chagriniert; das rundliche Schild-
chen ungefurcht. — Beine lang und schlank, 1. Tarsenglied reicblich, das 2. fast doppelt
so lang als breit, die Klauen gezähnt. Beim J' ist das 1. Tarsenglied der Hinterbeine
an der apikalen Innenecke zahnförmig nach abwärts gezogen.
Long, (s.r .): 2,2 — 2,5 mm.
3 Exemplare (2 J'J, 1 ?) vom Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung, Aug. und
7. Sept., zur Beschreibung vorgelegen.
Apioii (Piozotrachohis) puiictict^iis n. sp.
Der vorigen Art sehr nahe verwandt, durch folgende Punkte von ihr verschieden:
Kopf kräftiger und dichter punktiert, die flacher gewölbten Augen wenig vor-
tretend, die Stirne in den 2 flachen Furchen so kräftig wie der Kopf punktiert; Rüssel
beim cT so lang als Kopf und Halsschild zusammen, bis zur Spitze ziemlich stark
und dicht und etwas runzelig punktiert, im Grunde chagriniert, matt. Der
Hajsschild ist an der Basis etwas breiter, von da zur ziemlich starken Einschnürung,
die etwa im apikalen Drittel gelegen, merklich stärker und sanft gerundet verengt,
die Seiten vor der apicalen Einschnürung gegen diese etwas stärker als gegen den
Vorderrand zugerundet, der Vorderrand selbst ziemlich stark konkav, merklich breiter
als der Kopfdurchmesser. Die Skulptur ist die gleiche wie bei der vorigen Art. Die
Flügeldecken etwas stärker punktiert gestreift als bei disjunctum, die leicht gewölbten
Zwischenräume schwach gerunzelt, im Grunde äusserst fein chagriniert.
Beine etwas kräftiger, 1. Tarsenglied 2 mal so lang als breit, das 2. etwas länger
als breit. Beim cf ist das L Tarsenglied aller Beine einfach.
Long. (s. r.): 2,8 mm.
Kilimmuljaro: Kibonoto, Kulturzone, 22. Sept. 1905, 1 Ex. (</).
März 1908.
104
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 9.
Liste der ans (loiii (leln'oto des Kiliiiiaiuljaro und Moni ))islior hekaimteii Arten.
1. Ajiion Sjösfedti Wt:Ni(. Kilimaudj.-Kilionoto. 22.
IX. 190.5.
2. » f'inynninn Htm. Meru-Niederung, 27. XII.
190.5.
3. » fortlrostre Wgnr Kilimandjaro-Kibonoto,
Kulturzoue 1,000—1,900 m, ■\1II.— X.
1905 — Ofi; Kilimandjaro-Bjaggaland. Mad-
schame (T. Paeslek): Kilimandjaro-IMa-
rangu, 1500—15(50 in. 30. VIII. 1894
(KKETSfHMEE).
4. (tfnratiuin GvLii. Kilimaiuljaro-D.jaggalaiid,
Madsfhame (T. Paesler).
t 5. fcmoratum Wgne.^ Kilimandjaro-Maraiigu,
1540—1560 m, 31. Till. 1894 (Kretscii-
mer).
6. ■ cniscitlum Fst. Kilimaudjaro-^Maiangu,
1500—1560 m. 30. VIII. 1894 (Kret.sch-
mer).
7. rrnmiJnraiHlnm v. rnmhitsfum Wgnr. Kili-
mandjaro, Kibonoto, Cultiirzoue, 6. u. 8. X.
1905—06.
8. :" trapezicolle Wgnr. Kilimaiidjaro-Kihonnto.
30. IX. 1905.
9. » (Cnnapion) longicrus Htm. Kilimandjaro-
Kibonoto. VIII. 1905, Regenwald 2000—
2500 m, Kulturzone 1300-1900 m, X.
1905.
10. » (Conajnon) pnrrilleJocolle Wgxr. Kili-
mandjaro-Kibonoto. 22. IX. 11)05.
11. Allion (Conapion?) familiäre Fst. Kilimand-
jaro-Kibonoto, Kulturzone, IX. 1905.
12. » (Pseiulopiczof)-.) üfratum W(iNR. Kili-
mandjaro-Kibonoto, 22. IX. 1905.
13. » (Pscudopiezofr.) (iframciifdriiim Wgnr.
Kilimandjaro-Kibonoto, Kulturzone. 1300
—1900 m, 7. X. 1905.
14. >> (PiczotracJi.) colonus und r. riciimm Htm.
Kilimandjaro-Kilionoto. Kultuizoue und
Niederung. VIII. 19(i5 und Kilimandjaro-
Djagga-land, iladscliame (T. Paesi.er).
t 15. » (Piosotr.) tr»rhrosu)ii Wgnr. Kiliniaud-
jaro-Djagga-land, Madschame (T. Paesler).
16. » (Piezotr.) fnrnicahtm Wgnr. Kilimand-
jaro-Kibonoto-Kulturzone, VIII. 19U5.
17. » (Piezotr.) disjunctnm Wgnr. Kilimand-
jaro-Kibonoto-Xiederung. VIII. und 7. IX.
1905.
18. » (Piezotr.) puncficepsW Gii^. Kilimandjaro-
Kibonoto, Kulturzone, 22. IX. 1905.
19. » (Piezotr.) usamJiareuiie Htm. Kilimand-
jaro-Kibonoto. Kulturzone,
t 20. » (Piezotr.) )iiara>i(/>icn<<e W'iiKU. Kilimand-
jaro-Marangu, 1540—1560 m, 31. VIH.
1894 (Kretschmer).
' Die mit einem f liezeii-hneten Arten .sind nuuh uiulit publiziert, doi-li Ijereits im Mamiekiipt bearUrielien.
7. COLEOriEllA.
10. Malacoderinata
par
J. BOURGEOIS.
Avec 1 ]ilaiiflie.
Les Malacoderines recueillis en 1905 et 190(3 imr M. le Professeur Sjüstedt
dans la partie de l'Afrique Orientale qui porte le nom de Massai et que dominent
les pics neigeux du Kilimandjaro et du Meru, forment un total de 49 especes (1150
individus environ) sur lesquelles 32 sont decrites ici pour la preuiiere fois. Etant
donnee la petite etendue du territoire pareoumi, ces ehiffres, en nieme temps qu'ils
tenioignent du zele et de l'liabilete du savant explorateur, peiniettent d'apprecier
limpoitance des resultats de son voyage pour la connaissance de la faune de l'Afrique
tropicale.
La sous-faniille la mieux representee est celle des Ltjchtae. Ses especes, au
nonibre de 25, se partagent entre 9 genres, dont un petit nombre seulement sont
esseutiellement africains: les autres sont tous plus ou moins repandus dans d'autres
contrees du globe, quelques- uns notamment dans la region Orientale. Mais toutes ces
especes, sans exception et a quelque genre qu'elles appartiennent, revetent la livree
jaune et noire qui caracterise si nettement les Lycides ethiopiens (Cf. Ann. Soc. ent.
Fr., 1891, p. 360).
La sous-tribu des Latitpyrinae se presente avec deux genres: les Diaphaneft,
([ui ont aussi des representants en Asie et les Luciola, ä habitat tres etendu et qui
ne nianquent qu'en Amerique.
Les Cantkaridinae nous offrent une espece nouvelle du genre cosmopolite Can-
iharis, dont le facies rappelle beaucoup celui d'une de ses congeneres des bords du
Limpopo et 5 especes inedites de Silidiu-s, genre demenibre des Silis, dont l'habitat,
jusqu'ä present, parait etre exclusivement africain.
Sjösleills Küiinandjaio-Mei u /•::ipi-ditwn. 7. 14
lOG SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
Enfin les Malachnnce comprennant 10 especes, dont 8 iiouvelles. Pour m'aider
dan,s cette etude, ]\IM. les Professeurs Sjöstedt, du Musee de Stockholm et Kolbe,
du Musee de Berlin, ont bien voulu me communiquer quelques-uns des types conserves
dans les coUections de ces etablissements scientifiques et mon ami. M. Erxest Olivier,
in'a prete son precieux concours pour les liampyrides. Je prie ces obligeants coUegues
de recevoir ici l'expression de ma vive gratitude.
Subfam. Lycinae.
Gen. Lycus Fabr.
Fabr., Mant. his., 1787, I, p. 163. — Bourg., Ami. Soc. ent. Fr., 1901, p. 32.
Le genre Lycus, considere dans son ensemble, est reparti sur une grande etendue
des zönes tropicale et subtropicale du globe; toutefois il parait manquer completement
au Chili, dans les Antilles, ä IMadagascar, aux Philippines, dans la partie de TArchipel
asiatique situee ä Test des Celebes, en Australasie et dans les iles de l'Ocean Paci-
fique. Les Lycus africains sont actuellement au nombre d'environ 80 especes, sur
lesquelles 13 ont ete recueillies par M. le Professeur Sjöstedt au cours de son voyage
dans la region des monts Kilimandjaro et Meru. Parmi ces treize especes, plusieurs
{covstrictus, semiamplexus, anrpliatus, trabeatus, etc.) ont un vaste habitat, qui s'etend
indifferemment de Test ä l'ouest et du nord au sud de l'Afrique tropicale; d'autres
{inamplexus, podagricus, congener) n'ont ete trouvees jusqu'ä present que dans la
partie Orientale de ce continent; trois sont nouvelles {flammatus, hamulifer, gibbuUfer);
une enfin, dont le type est special a l'Abyssinie, se montre dans la region du Massai
avec des differences dans la forme et la coloration qui, bien que legeres, sont assez
constantes pour qu'on soit en droit de la considerer comme une race on une sous-
espece {Raffrayi melanogaster).
Lycus (Acantholjcus) coiistrictiis Fähr.
BoHEM. Ins. Caffr., I, 2, 1851, p. 434 (?). — cuspidatus Klvg, Monatsb. Berl.
Acad., 1855, p. 648 {<S). — Aeolus Murray, Ann. Mag. nat. Hist., 1868, I, p. 331,
pl. IX, fig. 19 (J'). — Kibonoto, Kilimandjaro, depuis les regions inferieure et des
cultures jusqu'a 1900 m. d'altitude (janvier ä novembre); Kiboscho 3000 ä 4000 m.
(decembre). • — Meru, region des cultures (decembre). — Mombo, Vsamhnra (juin).
Nombreux exemplaires c? et $. Quelques ? ont Tabdomen entierement noir.
Un J' de la region des cultures de Kibonoto presente cette meme particularite avec
la fache noire apicale des elytres moins etendue le long du bord lateral.
L'espece est repandue par tonte l'Afrique tropicale, surtout sur la cote Orientale,
oü eile s'etend depuis l'Abyssinie jusqu'au Natal.
(Compare au tA^pe!)
Lyells (Acaiitholyciis) corniger Dalm.
ScHÖNH. Syn. Ins., 111, App., 1S17, p. 25, pl. 5, iig. 2 (i^). — subcostalus Mvr-
ray, Ann. Mag. nat. HisL, 1868, I, p. 327, pl. IX, fig. 8 {?). — Kibonoto,
BOURGEOIS, MALACODBRMATA. 107
Kiliniandjaro, trois exeiiiplaires (2 J', 1 ?) de la region inferieure, janvier; un ex. (?)
de la region montagneuse, entre 1300 et 1900 m., iiiars.
Cette espece n'avait ete rencontree jusqu'a present que sur la cote occidentale
de TAfrique tropicale, de Sierra Leone au Vienx Calabar.
Lycus (Lojiholjcus) KattVaji Bourg., iiielaiioiraster nov. subsp.
PI. 3, fig. 1 (d"). — Long. 9—12 mill.; lat. max. 4—6 mill.
A forma typica (Ann. Soc. ent Fr., 1877, p. 364) dylrif^ in mare minus cliJa-
fafis ahdomineque in utroque sexu omnino nigro discedif.
Cette forme, qn'on peut considerer comme une race geographique ou sous-espece
du L. Haffrayi d'Abyssinie, ne differe du type que par les elytres moins dilates ehez
le cT, differant ä peine en largeur de ceux de la ?, et par l'abdomen entierement noir
dans les deux sexes. Mais ces caracteres se maintiennent constants chez tous les
exemplaires de la region du Kiliniandjaro. La tache noire scutellaire est aussi plus
etendue et rejoint parfois la tache apicale le long de la suture. Le disque du pro-
notum (ä l'exclusion, bien entendu, des bords marginaux) est entierement noir et cette
coloration s'etend jusqu'au bord apical, tandis que chez les Raffrayi typiques, eile
s'arrete generalement avant d'avoir atteint le sommet.
Kibonoto, Kiliinandjaro, depuis les regions inferieure et des cultures jusqu'a
1900 m. d'altitude (janvier ä mai).
Nombreux exemplaires J" et ?.
Lycus (in sp.) semiamplexus Murray.
Ann. Mag. nat. Hist., 1868, I, p. 325, pl. IX, fig. 6 (cT); C. 0. Waterh., lllustr.,
1879, p. 18, pl. IV, fig. 6 (J') et 9 (?). — Mombo, Usamhara, deux exemplaires (J", ?),
juin. Cette espece est repandue dans toute l'Afrique tropicale.
Lycus (in sp.) inamplexus Boxtrg.
Bull. Mus. hist. nat. Paris, 1906, p. 194 (J'). — PI. 3, fig. 2 (cTj. —Kibonoto,
Kilimandjaro, un exemplaire J ä 1000 m. d'altitude. Stäpp. 4 Avril.
Cette espece, qui a ete decrite des environs de Harrar, est intermediaire entre
les L. semiamjüexus et ainpliatus. Elle se distingue ä premiere vue de ce dernier
par la forme de la tache noire apicale des elytres, dont le bord anterieur est echancre
au niveau de la 2? cöte, tandisque chez ampliatus, cette echancrure se trouve au niveau
de la 3? cöte.
Lycus (in sp.) ampliatus Fähr.
BoHEM. Ins. Cajjr., I, 2, 1851, p. 432 (J', ?). —Kibonoto, Kiliinandjaro, depuis
la region des cultures jusqu'a 1300 m. (avril — mai, 5 c?, 2 ?); Leito-Kitok, Kiliman-
djaro (1 ex. (^). — Tanga (1 ex. J"). — Mombo, Usamhara (1 ex. ?).
Cette espece habite toute l'Afrique tropicale, principalement dans la partie
Orientale, oü eile s'etend depuis l'Abyssinie jusqu'au Cap.
(Compare au type!)
108 SJÖSTEDTS KII,IMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 7: 10.
Lyons (in sp.) flainmatus nov. sp.
PI. 3, fig. [] 'J) et 4 (?). — Long. 11 — 15 mill. (<^), 12— IG inill. (?): lat. huiii.
3'/2— IV2 m'Il.: lat. max. 6-10 mm. (J), 4— 6V. mill. {?). — J". Obcordatus, nitidius-
ciilus, brevissime pubescens, supra ochraceus, thoracis disco omnino, elytrorum macula
scutellari communi posticaqne parte nigris, liac nigredine longe suturam et in inter-
vallum qiiartnm basin versus ascendente; subtus cum pedibi's niger. nnguiculis rufis;
capite antenuisque nigris, fronte excavata, rostro sat tenui, latitudine basali plus quam
duplo Jongiore, apicem versus paululura attenuato, antennarum articulo tertio tribus
sequentibus simul sumptis iiaulo breviori ; prothorace transverso, trapeziformi, apicem
versus attenuato, Interibus late reflexo-marginatis, angulis anticis rotundatis, posticis
extrorsum parum productis, apice retusis; scutello nigro; elytris basi thorace haud
latioribus, ab humeris inde usque ad medium rotundato-dilatatis, dein apicem versus
arcuatim sensim attenuatis, apice singulatim rotundatis, supra-subconvexis et pone
medium ad suturam leviter gibbosis, 4-costatis, costa tertia obsoleta, intervallo
inter costas 3 et 4 ad humerum inflato, margine reflexo et fimbriato; abdominis seg-
mentis ventralibus S-conspicuis, penultimo postice fere recte truncato, ultimo elongato-
triangulari, bivalvato. — ?. Elytris fere parallelis, humeris minus inflatis; abdominis
segmentis ventralibus 7 conspicuis, ultimo fere semilunato.
Cette espece est voisine du L. ampliatiis, mais ses elytres sont un peu plus
allonges et de forme moins brievement ovalaire. Ils presentent, en outre, une colo-
ration caracteristique constante chez les nombreux exemplaires c^ et $ que j'ai sous
les yeux. De la fache noire apicale se detachent en avant deux larges prolongements,
dont Tun se poursuit le long de la suture pour aller rejoindre la fache scutellaire
avec laquelle il se confond et dont l'autre pcnetre dans l'intervalle des cötes 3 et 4
(qu'il deborde generalement sur les cötes) pour s'avancer, en s'amincissant graduelle-
ment en pointe, jusqu'au delä du milieu (J") ou jusqu'au milieu (?). Quelquefois la
coloration noire suturale se retrecit au point de n'affecter que la suture eile meme.
La coloration noire du pronotum occupe generalement la partie mediane dans toute
sa longueur et ce n'est que tres rarement qu'elle s'arrete avant d'avoir atteint le
bord anterieur. Elle peut meme deborder sur les bords lateraux.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis les regions inferieure et des cultures jusqu'ä
1900 m. (janvier, fevrier, avril, mai; nombreux exemplaires ^ et ?); Leito-Kitok,
Kilimandjaro (1 cT, 1 ?.) — Merii, riviere Ngare na nyuki, janv. (un ex. c? avec la cou-
leur noire du disque du pronotum debordant sur les bords lateraux).
Lj'Ciis (in sp.) liainiilifVr nov. sp.
PI. 3, fig. 5 (J"). -Long. 10-14 mill.; lat. max. 6-9 mill. (d"), 4 mill (?).-<:?.
Obcordatus, subplanatus, nitidiusculus, fere glaber, ochraceus, thoracis disco omnino,
elytrorum regione scutellari posticaque parte nigris, hac nigredine longe costam quartam
versus humeros ascendente illosque ssepius tegente; capite nitidiusciilo, nigro, rostro
sat longo, subcylindrico, utrinque paululum compresso, antennis nigris, articulo 3"
tribus sequentibus simul sumptis ajquali ; prothorace transverso, latitudine basali
distincte breviore, margine antico subrotundato, utrinque leviter sinuato, basi fere
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 109
lecte truncata, lateribus subparallelis, late reflexo-marginatis, vix punctulatis, angulis
anticis rotundatis, posticis subrectis, haud productis, disco longitudinaliter canaliculato;
scutello elongato-quadrato, ad apiceni subimpresso; elytris basi prothorace band
latioribus, dein sat abrupte rotuudatiin dilatatis. pone hiinieros valde eristato-inflatis
spinaque longa, nigra, apice leviter introrsinn curvata ornatis, postice singulatim
rotundatis, lateraliter haud reflexo-marginatis, 3-costatis, costis 1 et 2 elevatis, tertia
postice evanescente; corpore subtus nitidiore, nigro, pectore niedio, trochanteribus
femorunique basi sa^pius paulum rufescentibus ; abdominis segmentis ventralibus 8 con-
spicuis, penultinio postice haud eniarginato, ultimo angustiore, triangulariter elongato.
— ?. A mare differt elytris ad humeros haud eristato-inflatis, tantum leviter elevatis,
ad latera multo minus dilatatis, elongato-ellipticis ; abdominis segmentis ventralibus
tantum 7 conspicuis, ultimo ogivali, apice retuso.
Cette espece rappelle tout a fait par son facies mon L. prodiyiosu.s de vSicrra
Leone (Ann. Soc. ent. Fr., 1899, p. 660); eile en differe cependant par quelques
caracteres importants qui permettront toujours de la reconnaitre. Le prothorax est
transversalement rectangulaire, distinctement plus court dans son milieu que large ä
la base; la boursouflure post-humerale des elytres (</) est encore un peu plus comprimee
lateralement que dans prodigiosus et se rapproche encore davantage de la forme d'une
crete; l'epine qui la termine est un peu moins longue et moins sensiblement tournee
en dedans; les cotes des elytres sont beaucoup plus saillantes; la coloration noire
apicale ne remonte pas le long du bord lateral, mais s'avance en pointe le long de
la 4? cote pour aller rejoindre la crete humerale sur laquelle eile s'etend en se dilatant
legerement; le bord marginal n'est pas aussl largement releve en gouttiere que dans
prodigiosus; la forme generale est un peu moins elargie chez le J' et la tache noire
scutellaire est generalement plus etendue. Tres voisine aussi du L. Marshalli Bourg.
[Ann. Soc. ent. Fr., 1902, p. 738) du Natal, mais distincte par la forme differente de
la partie noire posterieure des elytres.
Regions inferieure et des cultures de Kibonoto, KiUmandjaro, janvier ä mars
(8 ex. cT, 1 ex. ?). — Merit, ri viere Ngare na nyuki, janvier (1 ex. cT).
Lycus (Clilaiiiydolyciis) irabeatus Guer.-Men.
Icon. Regne anim., 1835, p. 45, pl. 14, fig. la {<i); Her. Zool. 1847, p. 220
(J, ?); Voy. Lefebvr. Abyss., p. 287, pl. 3, fig. 1 — 4.
var. ß (Ann. Mus. Giv. Genov., XVIII, 1883, p. 630). — Kibonoto, KiUmandjaro,
1000 ä 1200 m. Stäpp. 20 mars (1 cT). — Meru, riviere Ngare na nyuki, janv. (7 ex.
c?: 2 ex. ?).
var. Y (loc. supr. cit.). — Meru, riviere Ngare na nyuki, janv. (1 ex. c?).
var. [i (loc. supr. cit.). — Meru, riviere Ngare na nyuki, janv. (1 ex. c^).
Espece repandue dans toute lAfrique tropicale.
fiyciis (31en>Iycus) podagrirus Bourg.
Ann. Soc. ent. Fr., 1902. p. 741 (c^, ?). — PI. 3, fig. 6 (^). — Kibonoto, Kili-
mandjaro, depuis les regions inferieure et des cultures jusqu'ä 1900 m. d'altitude,
janvier a avril. — Meru, riviere Ngare na nyuki, janvier.
110 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7:10.
Nombreux exemplaires cT et ?.
L'espece se trouve aussi au Mashonaland (Matebele). d'oii eile a ete decrite.
La coloration noire scutellaire varie de grandeiir ; quelquefois meme eile se
prolonge le long de la sutiire pour rejoindre la tache apicale. Chez les ?, les elytres
sont un peu plus finement ponctues et moins fortement rides dans les intervalles que
chez les (^. Ces derniers ont Fabdomen tantöt margine de roux, tantöt entiereinent
noir, tandis que chez les $, il est toujours en entier de cette derniere couleur.
Lyells (Mprolycus) scaimlaris Murray.
An,}, and Magaz. Neil. HisL, 1868, I, p. 327, pl. IX, fig. 9 (?); C. O. Waterh.,
Illustr., 1879, p. 17, pl. IV, fig. 3 (?). — Kibonoto, Kilimandjaro, de la region des
cultures ä 1300 m., mal (2 ex. cT, 1 ex. ?).
Cette espece rentre dans le groupe des Meroh/cus. Elle a ete decrite du Vieux
Calabar, mais parait habiter toute l'Afrique intertropicale, surtout dans sa partie
Orientale, oü eile descend jusqu'au Natal. Elle est peu commune. Ses caracteres
sexuels secondaires, (jui n'ont pas encore ete signales jusqu'ä present, sont les
suivants:
cT. Femoribus 4 posticis incrassatis, ante apicem infra bidentatis.
?. Femoribus omnibus simplicibus.
Elle varie au point de vue de la coloration. Dans Texemplaire typique, le
pronotum et les elytres sont d'un jaune testace, ä l'exception d'une bordure noire
assez etroite ä l'extremite de ceux-ci. Dans les exemplaires du Natal, comme aussi
dans ceux recoltes au Kilimandjaro, le disque du pronotum, la region scutellaire et
le tiers posterieur des elytres sont noirs. La coloration de Tabdomen est egalement
variable. Tantöt il est entierement roux, comme dans le type, ä l'exception du
dernier segment; tantöt il est noir avec une large bordure rousse; quelque fois il est
entierement noir. Cette derniere coloration se rencontre surtout chez les ?.
Lyons (Merolycus) !,'ibl»iiliier nov. sp.
PI. 3, fig. 7 (J). — Long. 12—15 mill.; lat. niax. SVa— 7 mill. — Elongatus, sub-
parallelus, glaber, fere opacus, niger, thorace elytrisque ochraceo-flavis, illo disco ex
parte, his regione scutellari plus minusve trienteque apicali nigris, nigredine apicali
antice fere recte truncata, transversa: rostro paruni elongato, sat crasso, apicem versus
paululum angustato; antennarmn articulo 3" duobus sequentibus simul sumptis paulo
longiore; prothorace subquadrato, medio nitidiusculo, apicem versus haud angustato,
postice recte truncato, lateribus late reflexo-marginatis, rugoso-punctatis, medio pau-
lulum coarctatis, disco medio longitudinaliter canaliculato, ad apicem breviter carinu-
lato, angulis anticis stibrotundatis, posticis subrectis, saepius extrorsum paulum pro-
ductis; scutello oblongo-quadrato, apice leviter emarginato; elytris thorace latioribus,
subparallelis, medio leviter dilatatis, ad humeros gibboso-inflatis, 4-costatis, costis 2
et 4 paulo magis elevatis, quarta gibbam humeralem extus ambiente; corpore subtus
pedibusque nitidiusculis, omnino nigris. — cT. Trochanteribus posticis intus longe
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 111
dentato-productis ; femoribus ejusdem paris incrassatis et ante apicem dente valido
armatis; abdominis seginento ventrali penultimo fere recte truncato, t'orcipe apice in-
tegro, obtuso. — ?. Trochanteribus posticis band dentato-productis; femoribus omnibus
simplicibus; abdominis segmento ventrali ultimo semilunato.
Chez cette espece, dont le facies est semblable ä celui du scapularis, les cnisses
posterieures seules sont renflees et dentees a l'extremite chez le J; en outre, leur dent
est simple, tandis qu'elle est double chez scapularis. Les tibias de la nieme paire
presentent, un peu apres la base, une dent plus petite et c'est dans le sinus qui
fait suite ä cette dent qu'est regne la dent femorale quand le tibia est replie sur la
cuisse. Pareille disposition existe chez L. podagricus cf.
Le L. gibbulifer se distingue encore du scapularis par la taille relativement
petite, par le prothorax presque carre, sensiblement plus etroit que les elytres ä la
base, par les elytres subparalleles, ä peine un peu dilates dans le milieii et pareille-
ment conformes chez le cT et la $, ainsi que par les trochanters posterieurs (c^) forte-
ment prolonges. La tache noire scutellaire est variable et peut meme disparaitre
completement; la coloration noire apicale des elytres est coupee transversalement en
ligne presque droite ä son bord anterienr.
Kibonoto, Kilimandjaru, regions inferieure et des cultures; janvier, avril (9 ex.
i; 9 ex. ?).
Lyells (Haplolycus) coiigeiier Gerst.
Decken's Reise in Ost-Afr., III. 2, 1873, p. 154, pl. VIII, fig. 8 (?); Boueg.,
Ann. Mvs. Civ. Genov., XVIII, 1883. p. 632 (J", ?). ^ Kibonoto, Kitimandjaro, depuis
les regions inferieure et des cultures jusqu'ä 1900 m.; janvier, mars, avril, mai,
octobre, novembre, decembre (2 ex. cf, 14 ex. ?).
Cette espece, qui parait speciale ä l'Afrique Orientale, se trouve egalement en
Ab3'ssinie, au pays des Bogos, ä Zanzibar, ä Mombas et au Natal.
Elle varie beaucoup pour la taille, presque du simple au double.
Gen. Cladoplionis Guer.-Menev.
Guer.-Menev!, Voy. de la Coquille, 1838, Entoni., p. 72.
Les Cladophorus, pris dans le sens le plus large, c'est-a-dire en y comprenant
un certain nonibre de genres voisins dont plusieurs, tels que les Cautires et les Xylo-
banus, n'ont qu'une valeur de simples divisions, peuvent etre definis des Dictyopterus
ä antennes plus ou nioins flabellees chez les cT. Ces genres sont surtont repandus
dans la region Orientale; mais les Cladophorus proprement dits, les Cautires et les
Xi/lobanus sont egalement representes en Afrique et a Madagascar et etablissent un
lien des plus evidents entre la faune du continent africain et celles de l'Asie et de la
Malaisie.
riiKlopliorus coarcticollis nov. sp.
Long. 7 — 12 mill.; lat. 2 — 4 mill. — Valde elongatus, subopacus, subtilissime
sericeo-pubescens, niger, prothorace elytrisque flavo-aurantiacis, illo disco postice fusco-
112 SJÖSTEDTS KILIMANDJAROMERU EXPEDITION. 7:10.
vel nigro-maculato, his tneute po.steriori nigris, troclianteribus anticis feinoriitnque
ejiisdem paris summa basi flavis; palporum maxillarium articulo basali mandibiilisque
riifis; ro.stro niillo; prothorace subquadrato, vix transverso, ad latera medio valde
coarctato, antice subrotundato-lobato, basi fere recte truncata, utrinque leviter sinuata,
angalis anticis rotnndatis, posticis subacutis, extus paulum productis, disco distincte
7-areolato, areola dorsali inaequaliter bilanceolata, postice basi contigua, antice vero
cum margine apicali carinula longitudinali juncta; scutello subquadrato, longitudinaliter
impresso, apice triangulariter exciso; elytris subparallelis, 4-costatis, intervallis a eostula
longitudinali clathrisque transversis biseriatim quadrato-areolatis. — i. Antennis sub-
tlabellatis, articulis a 3" inde in ramulum compressum sat longe prolongatis, ultimo
flabellato-elongato, ad apicem attenuato, dnobus praecedentibus simul sumptis aequali;
abdomine segmento penultimo (7") medio profunde arcuatim exciso, ultimo elongato-
triangulari, bilvalvato. — ?. Antennis profunde serratis; abdomine segmento ultimo
(7°) subogivali.
Cette espece se reconnaitra facilement, parmi toutes ses congeneres africaines,
ä son prothorax fortement etrangle dans son milieu. I.e pronotum est marqne
posterieurement de deux taclies noires, situees symetriquement de chaque cöte de
l'areole mediane et qui paraissent constantes, tout en variant d'intensite; le fond de
l'areole mediane est souvent noir ou au moins fortement rembruni. Les c? sont
generalement de taille moindre et de forme un peu plus allongee que les ?.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis les regions inferieure et des cultures jusqu'ä
1900 111.; janvier, fevrier, mars, avril, aoüt, septembre, octobre (5 ex. J"; 12 ex. $).
('ladoiilionis Uiiliiiaiii nov. sp.
Long. 8—14 mill.; lat. 2V2— 4 mill. — Valde elongatus, subopacus, subtilissime
sericeo-pubescens, niger, prothoracis lateribus elytrisque aurantiaco-flavis, his quadrante
posteriori nigris; mandibulis rufis; trochanteribus anticis saepius rufescentibus; rostro
nullo; prothorace subquadrato vel subtrapeziformi, parum transverso, ad latera paulum
coarctato, antice subrotundato-lobato, basi fere recte truncata, haud vel vix utrinque
subsinuata, angulis anticis rotundatis, posticis subacutis, extus paulum productis; disco
5-areolato, areola dorsali inaequaliter bilanceolata, postice basi contigua, antice vero
cum margine apicali carina longitudinali juncta, areolis anticis grosse denseque
rugoso-punctatis; scutello subquadrato, longitudinaliter impresso, apice profunde arcu-
atim exciso; elytris parallelis, 4-costatis, intervallis a eostula longitudinali clathrisque
transversis biseriatim dense quadrato-areolatis. — J'. Antennis flabellatis, articulis a
3° inde in ramulum compressum articulo ipso fere duplo longiorem prolongatis, ultimo
elongato-flabelliformi, apicem versus attenuato. tribus praecedentibus simul sumptis
aequali; abdomine segmento penultimo (7°) medio profunde triangulariter exciso, ultimo
elongato-triangulari, bivalvato. — ?. Antennis subflabellatis, ramulis articulis ipsis haud
longioribus, abdomine segmento ultimo ogivali.
Cette espece est tres voisine du Cladoplwrus flahellalus Dalm. de Sierra Leone,
inais s'en distingue nettement par les antennes plus longuement flabellees. Chez les cT,
les rameaux antennaires sont pres de deux fois aussi longs que Tarticle lui meine, tandis
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 113
que eliez flahellatus, ils ne sout que pectines (pectinatis) ; chez les ?, ils atteignent
encore la longueur de l'article, alors que cliez flahellatus ils sont seulement serriformes
{scrratis). Les pattes, dans notre espece, sont entierement noires et chez flabellaius
les cuisses sont testacees a la base {femorihus hasi testaceis). De nienie que chez
flahellatus, le pronotnm ne presente que 5 areoles, les carenules transversales etant
nulles ou obsoletes. Les cT sont generalement plus petits et de forme plus allongee
que les $. La taille, du reste, parait varier dans des limites etendues.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis la region des cultures jusqu'ä 3500 m., avril,
mal, octobre, novembre (2 ex. J'; 3 ex. ?). — Meru, 3000 ni., janvier (1 ex. ci).
Cliuloplionis uotabilis Fähr.
Boliem. Ins. Caffr., I, 2, 1851, p. 447 {Calopteron) [cT, ?]. — subsp. favosus
Gerst., Decken''s Reis, in Ost-Afr., III, 2, 1873, p. 156 {Eros) [?]; hasicornis Faiem.,
Ann. Soc. ent. Fr., 1887, p. 155 {Eros) [?]. — subsp. maculicornis, nov. subsp.
Les caracteres invoques par Gerstäcker pour separer son C. favosus du C. nota-
hilis Fahr, sont de minime valeur et je suis d'avis de ne le considerer que comme
une race ou sous-espece de ce dernier. J'en ferai de meme pour une autre forme,
recueillie dans la region du Kilimandjaro et dans FUsambara par M. Sjöstedt et ä
laquelle je donne le nom de maculicornis.
Voici les dignoses coniparatives du type et de chacune de ces deux races:
C notabilisFAJiR. — Elongatus, parallelus, niger, antennarum basi, thoracis margine
plus minusve elytrisque postice usque ultra medium flavis; pronoto in areolas 7 diviso,
duabus anticis subtriangularibus, grosse punctatis, una mediana, intequaliter bilanceo-
lata, apicem haud attingente, duabusque, seepius obsoletis, ad latera utrinque; elytris
4-costatis, intervallis costarum biseriatim quadrato-areolatis. — cT. Antennis subflabella-
tis vel acute serratis, articulis 3 — 10 ad angulum apicalem plus minusve prolongatis;
abdominis segmento ventrali penultimo (7?) medio profunde rotundatim emarginato.
?. Antennis obtuse serratis; abdominis segmento ventrali ultimo (7?) subogivali.
Forma typica. — Antennarum articulis 3 basalibus (tertio tantum ad basin)
flavis; prothorace ad angulos anticos flavo-maculato; corpore subtus pedibusque om-
nino nigris. — Natal. (Compare au type!)
G. notabilis favosus Gerst. — Antennarum articulis 4 basalibus flavis, tertio quarto-
que ad angulum apicalem nigris; prothorace antice et lateraliter flavo-marginato;
corpore subtus pedibusque nigris, bis trochanteribus femorumque basi rufescentibus.
— Lac Jipe, Andara. — Le C. hasicornis Fairm., de Mpoiuipoua (Revoil), me parait
devoir etre rapporte a la ? de cette sous-espece.
C. notahilis maculicornis nov. subsp. — Long. 7 — 11 mm.; lat. 2—3 mm. — Anten-
narum articulis 3 basalibus flavis, primo superne nigro-maculatp, tertio ad angulum
apicalem nigro; prothorace antice et lateraliter flavo-marginato; corpore subtus pedi-
busque omnino nigris. — Kibonoto, Kilimandjaro, depuis la region des cultures jusqu'a
1300 m., janvier, avril, mai. — Mombo, Usambara, juin.
Sjüsicäls Kiliiiitiniljui-o-Mfrii Expedition. 7. 15
114 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
Nombreux exemplaires cf, ?.
Un exemplaire ( J") de la region des cultures a las quatre premiers articles des an-
tennes jaunes, ä l'exception de l'extremite des 3? et 4^, et forme ainsi passage au
favosus. Le 3? article peut aussi devenir en majeure partie noir; enfin assez souvent
le pronotum n'est margine de jaune que sur les cotes. Mais la tache noire du pre-
mier article des antennes se maintient bien constante.
Gen. Caiitires Watebh.
C. 0. Waterh., Illust. of Typ. Spec. of ColeopL, I, 1879, p. 36.
Les Cautires ne different essentiellement des Cladoplwrus que par la disposition
qu'affectent, au point de vue de leur Insertion, les rameaux antennaires chez les J".
Ces rameaux, dans les Cladophorus, partent de l'angle apical interne de Tarticle, dont
ijs ne sont pour ainsi dire que le prolongement. Chez les Canlires, au contraire, ils
se detachent de la base et l'article reste cylindrique ou siibcylindrique sur presque
toute sa longueur. Mais ce caractere n'est reellement bien accuse que chez les especes
asiatiques; chez beaucoup d'especes africaines, les rameaux qui, dans les articles basi-
laires de Tantenne, se detachent nettement de la base, ont leur point d'insertion
d'autant plus rapproche du sommet que les articles sont eux-memes plus pres de
Textremite. II y a la un passage evident ä la forme antennaire des Cladophorus et
Ton comprend qu'il soit souvent tres difficile, sinon impossible, de decider a quel
genre teile espece doit etre rapportee.
Cautires Usambarae nov. sp.
Long. 10—11 mill.; lat. max. 3—4 mill. — Elongatus, postice leviter dilatatus,
subplanatus, brevissime pubescens, opacus, niger, thorace elytrisque flavo-testaceis,
illo disco postice plus minusve nigro- vel fusco-maciilato, his fere dimidio x^osteriori
nigris; capite haud rostrato, mandibulis rufis; pro thorace trapeziformi, parum trans-
verso, latitudine basali paulo breviore, apicem versus parum angustato, apice subro-
tundato-lobato, antice et lateraliter fortiter rugoso-punctato, lateribus medio subsinuatis,
angulis anticis rotundatis, posticis subacutis, extrorsum productis, disco distincte 7-
areolato, areola dorsali ina^qualiter bilanceolata, dimidium posteriorem tantum occu-
pante, antice cum margine apicali carinula longitudinali juncta; scutello apice trian-
gulariter profunde emarginato; elytris ad basin thorace haud latioribus, versus apicem
sensim paululum dilatatis, 4-costatis, intervallis costarum a costula longitudinali cla-
thrisque transversis biseriatim quadrato-areolatis ; corpore subtus nitidiusculo, cum
pedibus omnino nigro. — cf. Antennis flabellatis, articulis a 3? inde flabellum compres-
sum, articulo ipso fere duplo longiorem a basi emittentibus, ultimo elongato-flabelli-
formi; abdominis segmento ventraU penultimo (72) medio arcuatim emarginato, ultimo
elongato-triangulari, bivalvato. — ?. Antennis profunde serratis; abdominis segmento
ventrali ultimo (7^) semilunato.
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 115
Mombo, Usambara, juiu (1 ex. <^). — Je possedais dejä deux exemplaires (cf. ?)
de la meine provenance.
Espece voisine de mon C. latithorax d'Assinie (.4««.. 8oc. ent. Fr., 1889, p. 244),
mais distincte par le prothorax beaucoup moins transversal, a peine plus large ä la
base que long dans son milieu et par les antennes entierenient noires (chez latithorax
leur dernier article est jaune, au moins en partie).
Cautires Kilimauus nov. sp.
Long. 8 — 9 mill.; lat. 2'A; mill. -- Elongatus, subparallelus, subtilissime pubes-
cens, niger, elytris aurantiaco-flavis, quinta parte apicali nigris; capite haud rostrato,
mandibulis rufis; prothorace nitidiusculo, parum transverso, latitudine basali paulo
breviore, antice sat valde anguloso-lobato, antice et lateraliter rugoso-punctato, lateri-
bus medio subsinuatis, angulis anticis rotundatis, posticis subacutis, extrorsum valde
productis, basi leviter utrinque simiata, disco distincte 7-areolato, areola dorsali in-
aequaliter bilanceolata, antice cum margine apicali carinula longitudinali juncta;
scutello subquadrato, apice arcuatim emarginato; elytris thorace paulo latioribus, sub-
parallelis, 4-costatis, intervallis costarum a costula longitudinali tenuissima clathrisque
transversis biseriatim areolatis, areolis insequalibus; corpore subtus cum pedibus om-
nino nigro. — cT. Antennis flabellatis; articuJis a 32 inde flabellum compressum, articulo
ipso dimidio longiorem a basi emittentibus, ultimo elongato-flabellit'ormi; abdominis
segmento ventrali penultimo (7?) postice triangulariter profunde emarginato, ultimo
elongato-triangulari, bivalvato. — ?. Antennis profunde serratis; abdominis segmento
ventrali ultimo semilunato.
Kibonoto, Küimandjaro, 2000 a 3000 m. Regenwald, 5 janv. (1 ex. J"); Kibo-
noto, 2000 a 3500 m., 7 oct. (1 ex. ?).
Espece facile a reconnaitre ä son prothorax entierement noir. Dans les deux
exemplaires recoltes, les elytres ne sont noirs que sur leur 52 posterieur.
Gen. Xylobaims Waterh.
C. O. Waterh. Illustr. of Typ. Sjiec. of Coleopt., I, 1879, p. 38.
Les Xylohanus sont des Cladophorus dont les elytres ne presentent, dans leurs
intervalles intercostaux, qu'une seule rangee d'areoles par suite de l'absence de la
costule intermediaire. Chez quelques especes, cependant, il existe, dans certains inter-
valles, des vestiges de cette costule, ce qui demontre le peu de valeur du caractere
sur lequel ce genre a ete etabli.
Xjlobamis seiiiiflabellatus J. Thoms., uigripes nov. subsp.
Long. 6' 2 — 11 mill.; lat. 2 — 3 mill. — A forma typica (Arch. entom., II, 1858,
p. 79) corpore subtus pedibusque ofnnino nigris discedit.
110 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7:10.
Le type de cette espece habite la cöte occidentale de l'Afrique tropicale (Gabnn;
territoire d'Assinie; pays des Ashantis). Les exemplaires recueillis par M. Sjöstedt
dans la region du Massai s'y rapportent entierenient, sauf en ce qui concerne la colo-'
ration du dessous du corps et des pattes qui sont entierenient noirs, tandis que dans
le type la base des cuisses et le milieu du metasternum sont jaunes. Ils ne consti-
tuent qu'une variete du semijlabeUatus qui. en raison de sa delimitation geographique spe-
ciale et de la constance de sa coloration, peut etre consideree comme une sous-espece.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis les regions inferieure et des cultures jusqu'a
1800 m., janvier, fevrier, avril, niai, aoüt ä decembre. — Meru, riviere Ngare na nyuki,
jusqu'a 3000 m., janvier-fevrier.
Nombreux exemplaires cT et ?.
Xjlobaiius iiiirricollis nov. sp.
Long. 6 — 11 mill.; lat. 2 — 3 mill. — Elongatus, subparallelus, subtilissime pubes-
cens, niger, eh'tris flavis, summo apice nigrescentibns; capite haud rostrato, mandibulis
rufis; prothorace nitidiusculo, paruni transverso, subquadrato, apicem versus paulum
angustato, antice rotundato, ad marginem anticum et lateralem rugoso-punctato,
lateribns subrectis, angulis anticis rotundatis, posticis subacutis, extrorsum vix pro-
ductis, basi leviter utrinque sinuata, disco 5-areolato, areola dorsali ina^qualiter bilan-
ceolata, antice cum margine apicali carinula longitudinali juncta; scutello subquadrato,
apice leviter emarginato; elytris thorace paulo latioribus, fere parallelis, 4-costatis, inter-
vallis costarum a clathris transversis uniseriatim subquadrato-areolatis; corpore subtus
nitidiusculo. cum pedibus omnino nigro. — cT. Antennis pectinatis, articulis a 3" inde
in ramulum compressum, articulo ipso liaud longiorem intus prolongatis, ultimo elon-
gato-flabelliformi; abdominis segmento ventrali penultimo (7?) postice triangulariter
profunde emarginato, ultimo eloiigato-triangulari, bivalvato. — - ?. Antennis serratis;
abdominis segmento ventrali ultimo ogivali.
Le seul de tous les Xylobanus africains decrits jusqu'a present dont le pro-
thorax soit entierenient noir. Cliez c[uelques exemplaires, les elytres presentent des
vestiges de costules secondaires, d'oü rcsultent des intervalles en totalite ou en partie
biserialement areoles (passage aux Cladophorus). Cette particularite s'observe surtout
chez les exemplaires du Kilimandjaro (Kibonoto et Kiboselio).
Kibonoto, Kilimandjaro, 1300—1900 m., septembre; Kiboselio, Kilimandjaro;
Regeiiwald, Bergwiesen, 3000 ä 3500 m., fevrier. — Meru, depuis la region in-
ferieure (riviere Ngare Na nyuki) jusqu'a 3500 m., janvier.
Nombreux exemplaires cT et ?.
Gen. Stademis Waterh.
C. O. Waterh. Illustr. of Typ. Spec. of Coleopt., L 1879, p. 61.
Les Stadenus ont une repartition geographique bien particuliere. Sur les dix
especes dont se conipose actuellement le genre, deux habitent FAustralie occidentale
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 117
et les neuf autres rAfri([ue tropicale.' Les Stadenas africains different un peu, il est
vrai, de leurs congeiieres australiens, notamment en ce qui coiicerne la forme des an-
tennes. Au Heu d'etre, comme chez ces derniers, courtes et larges et plus (cT) ou nioins
(?) profondement serriformes dans les deux sexes, les antennes des especes africaines
sont plus greles, plus longues, ä articles parfois subcylindriques et souvent garnies de
poils herisses, surtout chez les o'". Quelques especes ont les articles 2 et 3 tres courts,
coiume nos Pyroptcriis palearctiques. En outre, l'ecusson, au Heu d'etre profondement
emargine ä snn extremite, est ici subarrondi et generalement entier. Mais ces carac-
teres n'ont que peu de valeur et sont d'ailleurs trop sujets a varier d'une espece a
Fautre pour legitimer la creation d'un genre nouveau.
Startoinis niflceps nov. sp.
Long. 12 mill.; lat. hum. 3 mill. ; lat. max. 4'-- mill. — J. Hucusque invisus. —
?. Elongatus, vix nitidus, brevissime pubescens, supra rufus, elytris in medio sub-
dilatatis, a triente anteriori inde nigris; capite rufo, palpis, basi excepta, mandibulisque
ad apicem infuscatis; antennis dimidio corporis paulo longioribus, dense pubescentibus,
nigris, articulis duobus primis rufis, primo obconico, 22 brevissimo, 3° breviter obtri-
angulari, sequentibus longioribus, ad apicem paululum dilatatis; prothorace trapezi-
formi, basi longitudine fere duplo latiore, apicem versus valde angustato, antice sub-
rotundato-producto, lateraliter leviter sinuato, basi subrecta, utrinque subsinuata,
angulis anticis obtusis, posticis retusis, haud productis, disco medio fovea lanceolata
longitudinaliter exarato, costulis transversis fere obsoletis; scutello subquadrato, apice
subrotundato, integro; elytris costis 4 elevatis instructis, intervallis costarum a costula
longitudinaH tenui clathrisque transversis biseriatim quadrato-areolatis; corpore subtus
nitidiore, cum pedibus nigro, coxis, troclianteribus femoribusque anticis (summo apice
excepto) testaceo-rufis; abdominis segmento ventrali ultimo (7?) transverso.
Mombo, Usambara, juin (1 ex. ?).
Cette espece est voisine du *S'. BoUvari BouRG. de la Guinee espagnole {Mem.
Soc. Espan. Histor. Natur., I, 1905, p. 193); eile s'en distingue surtout par la taille
plus grande, les elytres sensiblement elargis dans leur milieu et la couleur des femurs,
dont les anterieurs seuls sont roux. Le dernier article des antennes manque dans
l'unique exemplaire capture.
Stademis Sjöstedti nov. sp.
Long. 8V'2 mill.; lat. 273 mill. — c?. HucusC;[ue invisus. — ?. Elongatus, fere
parallelus, subplanatus, nitidiusculus, brevissime pubescens, supra testaceo-rufus, eh'tris
a quadrante anteriori inde nigris; capite palpisque rufis, bis ad apicem subinfuscatis;
antennis dimidium corporis vix attingentibus, dense pubescentibus, nigris, articulis
^ Especes australienlies: .S'. diclirous C. Waterh., inquhmJus V. Watehh. : especes africaines: S. antennaUs
lioum;. (Assiiiie), BoUvuri JSourg. (Guinee espagnole), Aitbeiii Bourg. ((iabon), sensifulvus Faiem. (Ile San Thome),
ruf'icollis BoHEM. (Afr. occ), cyanoxantlms Bourg. (C'ap) et les deux decrites ci-dessus.
] 18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
tribus basalibus riifis, primo obconico, 2° brevissiino, 3^ prsecedenti vix duplo loiigiore,
sequentibiLS elongatis, subcylindricis, sequalibus, duobus ultimis flavis, ultimo preece-
deuti paulo tenuiori, ad apicem acuminato; prothorace subtrapeziformi, basi longitu-
dine paulo latiore, apicem versus paulum angustato, antice subrotundato, lateraliter
haud coarctato, basi utrinque sinuata, angulis anticis rotundatis, posticis subacutis,
vix productis, disco fovea magna lanceolata costulam transversam parum elevatam
utrinque emittente longitudinaliter exarato; scutello subquadrato, apice levissime
emarginato; elytris costis 4 elevatis instructis, intervallis costarum a costula longi-
tudinali tenui clathrisque transversis biseriatim quadrato-areolatis, costula in quinto
intervallo deficiente (inde hoc intervallum tantum uniseriatim areolatum apparet);
corpore subtus nigro, prosterno, coxis, trochanteribus femoribusque anticis et inter-
mediis (bis medio infuscatis) testaceo-rufis, tibiis eorumdem parium ad marginem in-
feriorem, metasterno ad apicem sicut et coxis posticis rufescentibus; abdominis seg-
mento ventrali ultimo (7°) fere semilunato.
Mombo, üsambara, juin (1 ex. ?).
Jolie petite espece, que sa coloration, jointe ä la brievete du 3? article des aii-
tennes, permettra de reconnaitre facilement. Je me fais un plaisir de la dedier ä M.
le Professeur Sjöstedt.
Gen. Plailctei'OS GoRH.
GoRH., Ami. Muss. Cev. Geriov., XVIII, 1883, p. 591.
Ce genre a ete cree par le Rev. Gorham poiir les Plaleros dont les antennes,
au Heu d'etre comprimees et plus (cf) ou moins (?) profondement dentees en scie,
sont filiformes et composees d'articles subcylindriques dans les deux sexes. Tandis
que les Plateros sont presque exclusivement americains, les Planeteros sont surtout
representes dans la region Orientale et dans l'Afrique tropicale.
riaiieteros iiigricauda nov. sp.
PI. 3, fig. 8 (J"). —Long. 6V2— 7 mill.; lat. 2 mill. — Elongatus, parallelus, de-
pressus. niger, elytris flavis, pubescentibus, apice nigris; fronte inter antennas pro-
minente et longitudinaliter canaliculata; antennis ab articulo 42 inde sat dense et
breviter hirsutis, articulo 22 parvo, subnoduloso, 32 triangulari, sequentibus elongatis,
subcylindricis; prothorace nitido, trapeziformi, latitudine basali breviore, apicem versus
sat valde angustato, antice subrotundato, basi fere recte truncata, lateribus reflexis,
subrectis, angulis posticis subacutis, extrorsum distincte productis, disco laevi, fossula
sat profunda ante medium basis; scutello quadrato, apice integro; elytris 9-costatis,
costis alternis paulo elevatioribus, intervallis quadrato-punctatis; corpore subtus pedi-
busque omnino nigris. — J". Antennarum articulis a 42 inde paulo longioribus et gra-
cilioribus, 4—7 ad angulum apicalem subdentato-productis; abdomine segmentis ven-
tralibus 8-conspicuis, penultimo subrecte truncato.
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 119
Espece voisine de P. ocJiropferus Gorh. {africamis Bottrg.) du Choa, mais
distincte par le protliorax en trapeze transversal, sensiblement plus court dans son
milieu que large ä la base, assez fortement retreci d'arriere en avant et par les elytres
plus QU moins taches de noir au sommet. Elle mime le Xylobanus nigricoUis, en
conipagnie duquej eile se prend.
Meru, 3000 a 3500 m.. janvier.
Nombreux exemplaires c? et ?.
Gen. Adoceta Bourg.
BouRG., Monogr. Lycides in l'Abeille, XX, 1882, p. 96.
Les Adoceta ont beaucoup d'analogie avec les Li/gistopterus et n'en different
guere que par l'absence ou l'extreme brievete du rostre. Ils sont essentiellement
africains; une de leurs especes, celle sur laquelle le genre a ete etabli, est algerienne
{A. Caroli Bourg.); les autres habitent Tx^frique tropicale ou subtropicale jusqu'au
Cap de Bonne-Esperance.
M. le Professeur Sjöstedt a rapporte deux especes nouvelles de ce genre de
la region du mont Meru.
Adoceta liirsutula nov. sp.
PL 3, fig. 9 (?). — Long. 7 — 8 mill. — Elongata, subparallela, nigra, vix nitidi-
uscula, thorace elytrisque testaceis, illo disco plus minusve, bis triente posteriori nigris;
antennis subcompressis, articulis 3 primis vel omnino vel tantum subtus rufo-testaceis;
prothorace quadrato, lateribus subparallelis, pone medium levissime coarctatis, angulis
anticis subrotundatis, posticis subrectis, apice retusis, disco medio longitudinaliter
sulcato, utrinque oblique plicato; elytris prothorace paululo latioribus, longe hirsuto-
pilosis, 9-costatis, costis alternis, pra?sertim 2 et 4, magis elevatis, intervallis punctato-
rugulosis. — J", Abdominis segmento penultimo (7?) postice medio rotundatim emar-
ginato, ultimo lanceolato, bivalvato, valva inferiori subtus longitudinaliter impressa.
Variat thorace fere omnino nigro, angulis tantum testaceis.
Espece immediatement reconnaissable ä la pubescence herissee des elytres, beau-
coup plus dense et plus longue que chez Ckiroli, dont eile differe d'ailleurs par la
coloration et la forme plus allongee.
Meru, region inferieure, decembre (2 ex. d", 3 ex. $); Kibonoto, Obstgarten-
Steppe, 13 dec. (1 ex. ?).
Adoceta luitis nov. sp.
Long. 5^/4 — 8'/2 mill. — Elongata, subparallela, nigra, nitidiuscula, thorace elytris-
que testaceis, illo disco plus minusve, his triente posteriori nigris; antennis subcom-
pressis, articulis 3 primis vel omnino vel tantum subtus rufo-testaceis; prothorace
quadrato, apicem versus ssepius paululum dilatato. lateribus subparallelis, angulis
120 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 7: 10.
anticis rotundatis, posticis retusis, disco niedio longitudinaliter sat profonde sulcato,
iitrinque oblique plicato; elytris thorace paululo latioribus, pube prostrata subsericea
sat dense obtectis, 9-costatis, costis alternis vix elevatioribus, intervallis punctulatis.
— cT. Antennis paulo longioribus; abdominis segmento pennltinio (7?) postice medio
arciiatim emarginato, ultimo elongato-tiiangulari, bivalvato.
Espece tres voisine de Dregei BoURG. (Anii. Soc. ent. Fr., 1889, p. 230) du Cap
de Bonne-Esperance, mais distincte par la pubescence des elytres plus dense, les
cotes alternes beaucoup moins saillantes et la coloration noire apicale ne recouvrant
pas plus du quart posterieur, tandisque chez Dregei eile s'avance jusqu'au milieu.
Meru, region inferieure et bords de la riviere Ngare na nyuki, novembre,
decembre.
Nombreux exemplaires c? et ?.
Subfam. Latnpyridince.
Gen. Difiphaiies Mots.
MoTS., Etucl. entom., I, 1852, p. 44. — Ern. Oliv, in Wytsman Gener. Insect.,
fasc. 53 (Laynpyridce), p. 40.
Genre tres voisin des Lampyris, ä prothorax plus ou moins allonge et orne en
avant de deux taches diaphanes bien apparentes. Ses especes liabitent l'Asie Orientale
et l'Afrique tropicale.
Diaphanes Volkeiisi Kolbe.
Stuhlmann's Ost- Afrika, IV, Coleopteren, 1898, p. 218 {Lampyris).
PI. 3, fig. 10 (cf). — Kibonoto, Kilimandjaro, depuis la region des cultures jus-
qu'ä 1900 m. d'altitue, avril, novembre, decembre; Lac Natron, janv. — Meru, de-
puis la region inferieure et les bords de la riviere Ngare na nyuki jusqu'ä 3500 m.,
novembre ä Janvier. Mombo, Usamhara, juin. — 16 ex.
Avait dejä ete trouve au Kilimandjaro, region des cultures, entre 1200 et 1700
m., par le Prof. Volkens.
(Compare au type!) — Cette espece est bien voisine du D. {Lampyris) rugicollis
Fairm. (Ann. Soc. ent. Fr., 1887, p. 155), de Kibanga, si eile ne lui est pas identique.
Diaphanes Kiliinanus Kolbe.
Stuhlmann's Ost-Afrika, IV, Coleopteren, 1898, p. 217 {Lampyris). — Kibonoto,
Kilimandjaro, region des cultures. — Meru, region inferieure et bords de la riviere
Ngare na nyuki, janv. — 10 ex.
Avait dejä ete trouve dans la region des cultures du Kilimandjaro (1200—1700
m.) par le Prof. Volkens.
(Compare au type!)
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 121
Diaphaiies meruaiiiiK nov. sp.
Long. 11 — 13 mill. — cT. Sat elongatus, subparallekis, flavo-testaceiis, prothorace
medio obtriangulariter nigro-niaculato, elytris omnino nigro-fuscis; corpore subtus cum
pedibus flavo, tibiis tarsisque nigro-fuscis.
cf. Assez allonge, subparallele. Tete d'un flave roussätre en devant; palpes et
antennes dun brun fonce, celles-ci avec le premier article plus clair. Protliorax k
peine moins long que large, regulierement arrondi en devant, subparallele sur les cotes,
subrectiligne ä la base avec les angles posterieurs emousses, parcouru sur presque
toute sa longueur par une fine carene, rugueusement et fortement ponctue en avant
et sur les cotes, plus finement et moins densement sur la moitie posterieure de son
disque, d'un flave pale, avec une grande tache discale obtriangulaire qui s'elargit
d'arriere en avant en perdant peu ä peu de son intensite et une lunule translucide,
assez etroite, de chaque cote du bord anterieur. Ecusson triangulaire, flave, presque
lisse. Elytres d'un brun noirätre uniforme, sans marge laterale plus claire, assez
fortement rugueux, parcourus chacun par 3 cotes longitudinales assez saillantes et
abregees posterieurement, la premiere depassant ä peine le milieu. Poitrine et ab-
donien jaunes; pygidium subcarre, ä cotes sensiblement arrondis, assez profondement
bisinue a son bord apical, avec les angles lateraux arrondis, ne depassant que tres
jjeu le lobe median; cuisses jaunes, tibias et tarses d'un brun noirätre.
Voisin du D. {Lampyris) natalen.sis Bohem. {Ins. Caffr., I, 2, p. 442), mais
distinct par ses elytres en entier d'un noir brunätre, sans trace de bordure jaune.
Meru, depuis la region des cultures jusc[u'ä 3000 m. d'altitude, janvier (11 ex. J").
Ohserv. — Parmi ces exemplaires c? se trouvait une V, de meme provenance, qui
se rapporte tres probablement ä cette espece. En voici la description:
?. Long. 13 mill.; lat. max. 4 mill. — Facies general des ? apteres de Lampen«.
Corps deprime, allonge, subparallele, legerement elargi dans son milieu, assez dense-
ment recouvert sur toute sa surface de petits tubercules granuleux, d'un testace un
peu roussätre en dessus et en dessous, compose de II Segments, sans compter la tete
qui est entierement retiree dans le prothorax. Antennes courtes et epaisses, testacees,
pubescentes. Pronotum aussi long dans son milieu que large ä la base, legerement
attenue d'arriere en avant, subarrondi ä son bord anterieur, legerement arque en
arriere ä son bord basilaire, longitudinalement deprime de chaque cöte du disque,
parcouru dans son milieu par une fine carene, vaguement rembruni dans sa partie
mediane, sans taches diaphanes apparentes; Segments meso- et metathoraciques
transversaux, un peu plus larges que le pronotum. Segments abdominaux plus
courts, augmentant un peu de largeur jusque vers le milieu pour diminuer graduelle-
ment ensuite jusqu'ä l'extremite, les deux derniers un peu plus longs que les prece-
dents; pygidium en rectangle transversal, legerement arque sur les cotes, tres legere-
ment arrondi ä son bord posterieur. Pattes courtes, deprimees, assez larges; tibias
graduellement elargis de la base vers l'extremite, reml)runis dans leur milieu; tarses
d'mi brun noirätre.
Meru, 3000 ä 3500 m. (1 ex.). • .
Sjöstcdts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. 16
122 SJÖSTEDTS KILIMANDJÄRO-MERXJ EXPEDITION. 7: 10.
Diaphaiies Sjöstedti nov. sp.
Long. 15 — 16 mill. — i/. Valde elongatus, parallelus, flavo-testaceus; prothorace
ogivali, ad apicem angustato, medio obtriangulariter nigro-maculato; elytris longissi-
mis, omnino nigro-fuscis; corpore subtus cum pedibus flavo, mesosterno abdomineque
medio infuscato, tibiis tarsisque nigro-fuscis.
cT. Tres allonge, parallele. Tete d'un flave roussätre en dev'ant; palpes et an-
tennes d'un brun fonce, celles-ci avec le premier article plus clair. Prothorax ogival,
aussi long sur la ligne mediane qua large ä la base, sensiblement attenue en avant,
subrectiligne ou legerement bisinue ä la base, avec les angles posterieurs bien mar-
ques, a peine emousses, parcouru sur presque toute sa longueur par une fine carene,
rugueusement et fortement ponctue en avant et sur les cotes, plus finement et moins
densement sur la moitie posterieure de son disque, d'un flave legerement orange, avec
une grande tache discale, obtriangulaire, s'elargissant darriere en avant en perdant
peu ä peu de son intensite et une lunule translucide, assez etroite, de chaque cote
du bord anterieur. Eeusson en triangle emousse au sommet, d'un flave orange.
Ejytres tres allonges, 4 fois au moins aussi longs qua la prothorax, d'un brun
noirätra uniforme, sans marge laterale plus claire, assez fortement rugueux, parcourus
chacun par 3 cotes longitudinales assez saillantes et abregeas posterieurement, la
premiere plus courte que las deux autres. Dessous du corps jaune, metastarnum et
milieu des sagmants abdominaux plus ou moins rambrunis; pygidium subcarre, un peu
transverse, ä cotes subarrondis et ä bord apical presque droit; cuisses jaunes, tibias
et tarses d'un brun noirätra.
Espece voissina da la precedente, mais remarquable par la longueur des elytres
et la forme en ogive allongee du prothorax.
Kiboscho, Kilimandjaro, 3000 m., fevrier (2 ex. cT). — Dediea ä M. le Professeur
Sjöstedt.
Gan. Luciola Casteln.
Casteln., Ann. Soc. ent. Fr., 1833, p. 146. — Ern. Oliv, in Wytsman Gen.
Insect., fasc. 53 (Lamjjyridce), p. 50.
Le genra Luciola comprend un tres grand nombre d'especes qui sont repar-
ties dans l'Europe australa, l'Afrique, l'Asie et l'Oceania. II n'est pas rapresente en
Amerique.
Luciola coxalis Ern. Oliv.
Rev. cTeyitom.. 1883, p. 80 (?); Jägeeskiöld Swedish zool. Exped. to Egypt and
the White Nile 1901, N2 10a, Coleoptera, p. 10 (cT, ^) — brevicollis Fairm.., Ann. Soc.
ent. Fr., 1887, p. 156. — Kibonoto, Kilimandjaro, regions inferieure et des cultures,
janvier, avril, mal (4 ex. c?; 6 ex. ?). — Meru, bords de la riviere Ngare na nyuki,
22 nov. (1 ex. ?). — Tous ces individus se rapportant ä la variete signalea du Nil
Blanc par M. Ernest Olivier {loc. supr. cit.) et qui differe du type par les elytres
antierament bordes de jaune orange sur toute leur etandue.
L'espece se trouve egalement en Abyssinie.
BOUEGEOIS, MALACODERMATA. 123
Luciola Olivieri nov. sp.
Long. 10 mill. — J". Elongata, subparallela; capite nigro, fronte sat profvuide
excavata; pronoto transverso, flavo, medio niacula fusca notato, longitudinaliter sat
profunde sulcato, rugoso-punctato; eLj^tris fuscis, flavo-marginatis, sat dense punctatis;
pectore flavo; abdoniinis segnientis duobus primis flavis, 3" nigro, diiobus ultimis
cereis; pedibus flavi.s, tibiis tarsisque nigro-fuscis. — ?. Hucusque invisa.
cT. Allonge, snbparallele. Tete noire, rugueusement ponctuee, assez fortement
concave entre les yeux, avec une fine strie longitudinale dans le milieu; palpes et
antennes d'un brun noirätre; mandibules rousses. Protborax transversal, pres de deux
fois aussi large que long, subrectangulaire avec le bord anterieur legerement arrondi,
les bords lateraux subparalleles et le bord posterieur presque droit; d'un jaune un
peu orange, avec une tache mediane peu nettement limitee, d'un brun noirätre; disque
subconvexe, assez densement et subrugueusement ponctue, avec les points subocelles,
creuse dans son milieu d'un profond sillon longitudinal; angles anterieurs obtus mais
bien marques, les posterieurs presque droits, ä peine emousses. Ecusson triangulaire,
flave, fortement ponctue. Elytres subparalleles, tres legerement et graduellement
elargis de la base jusque vers le milieu, puis attenues vers l'extremite oü ils sont
subconjointement arrondis, d'un brun fonce avec une bordure marginale et suturale
et un callus humeral saillant de couleur jaune, finement pubescents, densement et
assez fortement ponctues et marques chacun de 3 stries longitudinales obsoletes.
Poitrine entierement jaune. Abdomen avec les deux premiers arceaux ventraux jaunes,
le suivant d'un noir fonce et les deux derniers d'un blanc de cire. Cuisses jaunes;
tibias et tarses d'un brun noirätre. — ?. Inconnue.
Mombo, Usambara. juin (un seul ex. J").
Cette espece ressemble ä coxalis Ern. Oliv. Elle s'endistingue surtout par la
coloration differente de la poitrine et de l'abdomen, par le prothorax beaucoup plus
court et plus transverse, ä angles anterieurs bien marques, creuse dans son milieu
d'un profond sillon longitudinal et par les elytres plus fortement ponctues.
Je me fais un plaisir de la dedier au savant monograplie des I.ampyrides, en
temoignage de notre constante et dejä vieille amitie.
Subfam. Gantharidince.
Gen. Caiitliaris L.
LiN., Syst. Natur., 10'', ed., 1758, I, p. 100. — Telephortis Sch.^ff., 1766,
plerumque auct. sequent.
Le genre Cantharis, essentiellement cosmopolite, renferme un grand nombre
d'especes qui se rencontrent par tout le globe avec un facies et des caracteres ä peu
pres identiques. L'Afrique tropicale est une des regions oii il est le moins bien
repre.sente. Une espece nouvelle a ete recneillie par le M. le Professeur Sjöstedt au
Kilimandjaro; eile y parait tres commune.
124 SJÖSTEDTS RILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
C'aiitliiirls imberula nov. sp.
A. C. nigrlna Bohem., cui valde affinis, prothorace longitudinaliter canaliculato
sicut et elytris pube subfarinosa niicante pilisque erectis seriato-dispositis vestitis, mox
distincta. — Long. 4— 4V2 mill. (c^); 5-6 mill. (?).
Cette petite espece presente tont ä fait le facies de la C. nigrina Bohem., des
bords du Limpopo {Ins. C'affr., 1, 2, p. 457), au type de laquelle j'ai pü la comparer
et il serait facile ä premiere vue de les confondre. Elle en differe neanmoins par
deux caracteres constants: d'abord par le fin sillon longitudinal qui parcourt le pio-
notum dans son milieu et qui n'existe pas cliez nigrina et, en second lieu, par le mode
de vestiture des elytres. Chez nigrina, ces organes sont revetus d'une pubescence
uniforme, formee de poils assez longs et mi-couches, tandis que chez piiberida, la
vestiture est double et consiste en petits poils excessivement courts, squamuliformes
ou subfarineux, ä eclat micace, qui sont eux-memes entremeles de soies dressees,
distantes, disposees en series lineaires et s'elevant chacune d'un petit tubercule denude.
Les caracteres sexuels secondaires sont assez marques. Les cT sont toujours de
taille moindre, avec les yeux un peu plus saillants et les antennes un peu plus longues;
le dernier arceau ventral de Tabdomen est entaille dans son milieu par une large et
profonde echancrure subcarree et le dernier arceau dorsal est lui-meme partage, par
une decoupure en forme de trefle, en deux lobes lateraux convexes et subacumines ä
Fextremite.
Kilimandjaro, juin; nombreux exemplaires cT et ?.
Gen. Silidius Gorh.
GoRH., Ann. Mus. Civ. Genov., XVIII, 1883, p. 595.
Genre voisin des Silis et caracterise surtout par l'ongle externe des tarses fendu
a l'extremite chez les c? et par le dernier arceau ventral divise, dans le meme sexe,
en deux moities laterales par une fissure longitudinale plus ou moins large.
Les Silidius paraissent propres ä l'Afrique tropicale.
On peut les diviser en deux sections, d'apres la forme du pygidium chez les cT.
Dans Tune, cet arceau est simple a ses angles lateraux-posterieurs; dans l'autre. il
est prolonge, de chaque cote et en dessous, en xin grand crochet recourbe.
A. — Pygidium (cf) non prolonge lateralement en dessous.
Silidius Sjöstedti nov. sp.
PI. 3, fig. 11 (^). — Long. 10—13 mill.: lat. 2V2— 3 mill. - Elongatus, subparal-
lelus, rufo-flavus, oculis, antennis (articuli primi basi excepta), elytrorum limbo apicali,
femorum apice, tibiis tarsisque nigris; capite postice valde augustato; epistomate
triangulär!, mandibuhs falcatis, apice fuscescentibus, palpis fuscis; prothorace semi-
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 125
circulari, disco pone medium sat profunde fossulato; elytris pallide flavis, sat dense
ruguloso-punctatis, pube teuui vestitis. — cf. Antennis dimidio corporis paulo longio-
ribus, articulis intermedii« ad angulum apicalem leviter deutato-productis; oculis mag-
nis, valde prominentibus; prothoracis lateribus ante oculos posticos dentibus 2 acutis,
excisione profunda interposita, armatis; tarsorum unguiculo externo apice fisso; ab-
dominis segmento 6" ventrali incisura lata, triangulari longitudinaliter bipartito, pygi-
diali transverso, subconvexo, segmentum ventralem ad latera amplectente, postice
medio arcuatim emarginato. — ?. Antennis vix brevioribus, articulis intermediis apice
haud dentato-productis; oculis minus prominentibus; prothoracis lateribus ante basin
leviter sinuatis; tarsorum unguiculis omnibus simplicibus; abdominis segmento ultimo
ventrali triangulari, longitudinaliter fisso, pygidiali depresso, postice medio leviter
emarginato.
Belle et grande espece, qiii differe a premiere vue du S. cefhiopicus Gorh. {Joe.
supr. cit.) du Choa par son Systeme de coloration. Le dernier segment ventral est
legerement deborde sur tout son pourtour par le pygidium; il est partage, chez le cT,
en deux moities laterales par une large decoupure triangulaire garnie de poils sur ses
bords et prolongee anterieurement en une fissure etroite.
Kibonoto, Kilimandjaro, region des cultures, mars ä mai (4 ex. J"; 3 ex. ?).
Dedie a M. le Professeur Sjöstedt.
Silidiiis (U'iiticulatus nov. sp.
Long. 6—7 mill.; lat. l'/2— 2'/2 mill. — Pallide flavus, oculis, antennis, palpis,
abdomine (apice excepto) pedibusque nigris; epistomate triangulari; mandibulis falcatis,
apice fuscescentibus; prothorace transverso, antice rotundato, disco postice sat pro-
funde fossulato; elytris punctato-rugulosis, pube tenui vestitis. — <S. Elongatus, an-
tennis corporis longitudine attingentibus, articulis gracilibus, elongato-obconicis; oculis
paulo magis prominentibus; prothorace elytris angustiore, parum transverso, antice et
ad latera sat valde rotundato, lateribus pone medium leviter sinuatis et ante angulos
posticos triangulariter excisis, angulis posticis subacutis, disco pone medium profunde
fossulato; tarsorum unguiculo externo fisso; abdominis segmento 6? ventrali longitudi-
naliter bipartito, pj^gidiali late et triangulariter usque ad medium inciso, quam ven-
trali multo longiore et latiore. — c?. Bre\dor et latior; antennis medium corporis vix
attingentibus, articulis crassioribus; oculis minus prominentibus; prothorace valde
transverso, antice vix angustato, lateribus medio paululum sinuatis, postice integris,
angulis rotundatis, disco pone medium parum profunde impresso; elytris sfepius pau-
lum dehiscentibus, subabbreviatis, tarsorum unguiculis omnibus simplicibus; abdominis
segmento ultimo ventrali in dimidio posteriori angustissime longitudinaliter fisso.
Le J" de cette petite espece a la tete moins retrecie posterieurement, les yeux
moins saillants, l'echancrure posterieure des cötes du prothorax moins profonde et le
pygidium, qui deborde largement Farceau ventral correspondant, beaucoup plus pro-
fondement entaille posterieurement que chez ;S'. Sjöstedti. La ? est de forme plus
large et plus courte que le cT, avec le prothorax tres transversal, les elytres sub-
126 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
dehiscentes et ne recouvrant pas le pjgidium, parfois rembrunis de cliaque cote de
la sutiire.
Kibonoto, Kilimcmdjaro. regiou des ciiltiires, fevrier. — Kiboscho, Kilhtinndjaro,
de 3000 m. ä 4000 m.; Bergvviesen Regenwald, fevrier (10 ex. c^; 2 ex. ?).
Silidins iiienianus nov. sp.
Long. 6—9 niill.; lat. 2—3 mill. — Rufo-flavus, subnitidus, antennis palpisqne
fuscis, abdomine (apice excepto) pedibusque plus minusve infuscatis; oculis nigris;
epistortiate oblongo-triangulari, mandibulis sat longis, falcatis, apice fnscescentibus;
elytris pallide^ flavis, punctato-rugulosis, pube tenui sat dense vestitis. — cT. Valde
elongatus, antennis corporis longitudinem attingentibus, gracillimis, articulis longis,
tenuibus, cylindricis; capite basin versus angustato; oculis magnis, valde prominenti-
bus; prothorace elytris angustiore, vix transverso, antice et ad latera sat valde rotun-
dato, lateribus ante basin subtriangulariter excisis, angulis postieis acutis, disco pone
medium sat profunde fossuiato; tarsorum unguiculo externo fisso; abdominis segmento
6? ventrali longitudinaliter bipartito, pygidiali late et triangulariter usque ultra medium
inciso, quam ventrali multo longiore. — ?. Brevior et latior; capite subopaco; antennis
medium corporis tantiun attingentibus, articulis crassioribus et multo brevioribus,
elongato-obconicis; oculis multo minus prominentibus; prothorace multo latiore, valde
transverso, antice vix rotundato, lateribus medio paululum sinuatis, postice integris,
angulis rotundatis, disco pone medium paium ^^i'ofimdp impresso; elytris ssepius ab-
breviatis; tarsorum unguiculis omnibus simplicibus; abdominis segmento ultimo ven-
trali in dimidio posteriori angustissime longitudinaliter fisso.
Voisin du denticulatus decrit ci-dessus. Le cf differe par la taille plus grande
et la forme plus allongee, par les yeux plus gros et beaucoup plus saillants, par les
antennes plus longues et beaucoup plus greles, par l'echancrure posterieure des cotes
du prothorax encore moins profonde et jaar la couleur moins foncee des antennes, de
l'abdomen et des pattes. Les ?, qui sont de taille sensiblement moindre qua les J*,
sont difficiles a distinguer de Celles du denticulatus, mais les articles des antennes
sont un peu plus allonges que dans cette derniere espece.
Mcru, depuis la region inferienre et les bords de la riviere Ngare na nyuki,
jusqu'ä 3500 m. d'altitude, janvier.
Nombreux exemplaires J" et ?.
Silirtius Gorliiiiui nov. .sp.
Long. 8 — 9 mill.; lat. 2 — 3 mill. — <S . Elongatus, rufo-flavus, par um nitidus
antennis (articulis 2 primis exceptis) palpisque fuscis; epistomate triangulari, mandi-
bulis falcatis, apice fuscescentibus; elytris pallide flavis, plaga longitudinali fusca, antice
attenuata, nee suturam nee marginem attingente, singulatim ornatis, confertim ruguloso-
pimctatis, pube tenuissima dense vestitis. — cf. Antennis ultra medium corporis pau-
lulum prolongatis, articulis a 3? inde elongato-obconicis; capite basin versus angustato,
oculis magnis, prominentibus; prothorace elytris angustiore, parum transverso, antice
et ad latera sat valde rotundato, lateribus ante basin arcuatim leviter excisis, angulis
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 127
posticis subacutis, disco medio profunde canaliculato; tarsorum unguiculo externo fisso;
abdominis segmento 6" ventrali longitudinaliter bipartito. pygidiali supra convexo,
apice arcuatim emarginato. — ?. Antennis medium corporis vix attingentibus, articu-
lis paulo minus elongatis; oculis paulo minoribus et prominentibus; prothorace latiore.
evidenter transverso, antice et ad latera minus rotundato, lateribus postice integris,
angulis posticis subrotundatis, disco medio minus profunde canaliculato; tarsorum
articulis omnibus simplicibus; abdominis segmento ultimo ventrali haud longitudina-
liter bipartito.
Differe du meruanns par la forme moins allongee, les elytres longitudinalement
rembrunis dans leur partie mediane, les antennes beaucoup moins greles et moins allon-
gees, et le pygidium non profondement incise, mais seulement emargine en arc a l'ex-
tremite chez le J".
Kibonoto, Küimandjaro, region inferieure, septembre (1 ex. cT, 1 ex. ?), de
1000 a 1200 m., Nischwald, avril (1 ex. J").
SilidiHS ociilaris nov. sp.
Long. 10 mill.; lat. 2V-' mill. — c?. Rufo-flavus, antennis, palpis pedibusque a
femorum apice inde fuscis; oculis maximis, valde prominentibus, nigris; antennis gra-
cilibus, ultra medium corporis prolongatis; epistomate subtriangulari, parum elongato;
mandibulis falcatis, apice fuscescentibus; prothorace transverso, antice et ad latera
subrotundato, lateribus ante basin leviter sinuatis, angulis anticis rotundatis, posticis
retusis, disco pone medium late et sat profunde fossulato; elytris pallide flavis, dense
ruguloso-punctatis, obsolete costulatis, siibopacis, pube tenui dense vestitis; tarsorum
articulo externo fisso; abdominis segmento 6? ventrali longitudinaliter bipartito, pygi-
diali supra convexo, triente posteriori medio angustissime inciso. — ?. Hucusque invisa.
Cette espece, dont il n'a ete capture qu'un seul exemplaire J", se distingue par
ses yeux tres grands, son prothorax transversal, ses elytres d'un jaune pale mat, avec
des vestiges de cötes longitudinales. Le pygidium est tres etroitement fendu sur le
tiers posterieur de sa longueur.
Kibonoto, Küimandjaro, Regenwald 2000 m., 5 janvier (1 ex. J").
Ohserv. — Ainsi que j'ai pü m'en assurer sur l'exemplaire typique du Musee de
Stockholm qu'a bien voulu me communiquer M. Sjöstedt, Canlharis emarginata
BoHEM. {Ins. Caffr., I, 2, p. 451) appartient ä cette section du genre Silidius. C'est
un individu cT. Le dernier arceau ventral de l'abdomen est fendu dans toute sa
longueur; le pygidium est convexe en dessus et profondement echancre en arc ä son
extremite; Tangle externe des tarses est bifide. II provient du Natal (ßosjesmansrand).
B. — Pygidium (c() prolonge en dessous ä chacun de ses angles posterieurs
en un grand crochet recourbe.
»*■
Silidius pygidialis nov. sp.
Long. 8—10 mill.; lat. 2—3 mill. — Elongatus, rufo-flavus, subnitidus, capite
postica parte, antennis, palpis, scutello, abdomine (apice excepto) pedibusque nigris;
128 S.TÖSTEDTS KILIMAKDJARO-MERTT EXPEDITION. 7: 10.
oculis in iitroque sexu mediocribus et parum prominulis; epistomate elongato-triangu-
lari, mandibulis longis, ad apicem faloatis et vix fuscescentibiis; elytris flavis, minus
dense punctato-rugulosis, pube brevissima, fere inconspicua sat remote vestitis. — J'.
Paulo angustior, antennis longitudinem corporis attingentibus, gracilibus, articulis
longis. tenuibus, subcylindricis; capite basin versus angustato; prothorace elytris paulo
angustiore, vix transverso, antice rotundato, lateribus incrassatis, subrotundatis, ante
basin subtriangulariter leviter excisis, angulis posticis obtusis, disco a triente anteriori
inde usque ad basin profunde fossulato; tarsorum unguiculo exteino apice leviter fisso;
abdominis segmento 6£ ventrali longitudinaliter bipartito; pj'gidiali transverso, postice
late arcuatini emarginato et utrinque subtus in uncum validum producto. — ?. Paulo
latior; antennis ultra medium corporis vix prolongatis, articulis paulo crassioribus et
brevioribiis; prothorace latiore, evidenter transverso; abdominis segmento ultimo brevi,
transverso, haud bipartito; tarsorum unguiculis omnibus simplicibus; ceterum ut
in mare.
Cette espece se distinguera facilement du meruanus, dont eile presente a peu
pres le facies, par repistome et les mandibules sensiblement plus allonges, par la tete
noire posterieurement a partir des torulus, par Tecusson noir, par les elytres moins
densement ruguleux et surtout par la forme du pygidium chez le <S. Les j^eux dans
les deux sexes sont peu proeminents.
Kibonoto, Kilimandjaro, 1300 ä 2000 m., Regenwald, janvier (1 ex. J"; 1 ex. ?).
— Meru, 3000 ä 3500 m., janvier (1 ex. J'; 3 ex. ?).
Silidiiis porrcctus nov. .sp.
PI. 3, fig. 12 ((j'). — Long. 7—9 milL; lat. 2— 3'/2 mill. — Subelongatus, parum
nitidus, niger, capite antice, elytris abdominisque segmentis ultimis rufo-flavis; oculis
in utroque sexu naediocribus et parum prominulis; epistomate valde porrecto, trian-
gulari, mandibulis longis, ad apicem falcatis et infuscatis; prothorace imdique anguste
et vage rufo-limbato; elytris minus dense punctato-rugulosis, vix conspicue pubescenti-
bus. — (^. Paulo angustior; antennis longitudinem corporis attingentibus, gracilibus,
articulis longis, tenuibus, subcylindricis; capite basin versus vix angustato; prothorace
elytris paulo angustiore, vix transver.so, antice subrotundato, lateribus incrassatis, sub-
rotundatis, ante basin leviter sinuatis sed haud excisis, angulis posticis retusis, disco
a quadrante anteriori inde usque ad basin late fossulato; tarsorum unguiculo externo
apice leviter fisso; abdominis segmento 62 ventrali longitudinaliter bipartito, pygidiali
transverso, postice late subarcuatim emarginato et utrinque subtus in uncum validum
producto. — ?. Paulo latior; antennis medium corporis vix attingentibus, articulis
paulo crassioribus et brevioribus; prothorace latiore, evidenter transverso; abdominis
segmento ultimo ventrali brevi, transverso, haud bipartito; tarsorum unguiculis om-
nibus simplicibus; ceterum ut in mare.
Espece tres voisine de pygiclialis, mais distincte par le prothorax noir, etroite-
ment borde de roux, ä cötes non incises, mais seulement subsinues au devant des
angles posterieurs et par l'epistome et les mandibules encore plus allonges.
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 129
Meru, depuis la region inferieure jusqu'ä 3500 m. d'altitude, decembre — janvier
(5 ex. d"; 8 ex. ?).
Observ. — Le Silis fossulafa Gorh. {Anii. Mus. Civ. Genov., XVIIT, 1883, p.
594) d'Abyssinie et du Clioa, se rapproche beaucoup par la forme du pygidiuin (J)
des especes de ce groupe, et bien que Tauteur le ränge dans les vrais Suis, je suis
porte ä croire que sa place est parmi les Silidius. 11 pourrait en etre de nienie du
»S. Beccarii (Ansaba, Keren) du ineme auteur.
Svibfam. Malachiince.
Gen. Attallis Erichs.
Erichs., Entomogr., I, 1840. p. 89. — Abeille de Perrin, Malachiid(e in Ann.
Soc. ent. Fr., 1890, p. 400; tir. ä part, p. 150.
La petite espece dont la description va suivre fait partie du sous-genre Mixis,
etabli primitivement par M. Abeille de Perrin pour une espece du Turkestan
{Rev. d'entom., 1885, p. 147), mais dans lequel l'auteur a fait entrer depuis un certain
nombre d'especes d'Abyssinie [Rev. d'entom., 1890, p. 50 et suiv.).
Attalus (Mixis) gentilis nov. sp.
Long. 2V2 mill.; lat. niax. 1 mill. — J". Rufo-testaceus, parce nigro-hirsutus;
capite antice pallido, postice infuscato; prothorace postice albido-limbato, medio nigro-
niaculato; elytris eburneis, maciilis duabus (una humerali, altera submarginali pone
medium) vittaque sinuata nigris singulatim ornatis, ad apicem rufis, excavatis et un-
cinato-appendiculatis; abdomine obscuro. — ?. Hucusque invisa.
J . — Tete transversale, d'un jaune pale en devant, roussätre sur le front, rem-
brunie posterieurement; antennes courtes, subserriformes, testacees. Pronotum en
ellipse transversale, plus fortement attenue en arriere qu'en avant, lisse, testace-
roussätre, lisere de blanchätre de long de la base et sur la moitie posterieure des
bords lateraux, longitudinalement fache de noir dans son milieu, angles anterieurs
subarrondis, les posterieurs largement tronques. Ecusson noir, subcarre. Elytres deux
fois environ aussi longs que larges ä la base, un peu plus larges aux epaules que le
prothorax, sensiblement elargis jusqu'au delä du milieu, eparsement et finement
pointilles, d'un blanc d'ivoire passant au roussätre dans la region humerale et a Tex-
tremite, ornes chacun de deux macules noires, l'une humerale, Tautre submarginale
et d'une bände longitudinale mediane egalement noire, qui, partant de la base, se
prolonge, en se contournant un peu, jusque vers le V4 posterieur, oü eile se termine
par une tache subarrondie; extremite des elytres creusee d'une excavation ä bord
festonne et prolongee en un appendice spiniforme termine par un crochet recourbe en
dessous et pointu; abdomen fonce; pattes d'un flave roussätre. — $. Inconnue.
Jolie petite espece, bien caracterisee par sa coloration.
Siöstedta Küimandjaro-Meru Expedition. 7. 17
130 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
II n'en a ete pris qu'un seul exemplaire cj" dans la region inferieure du Meru,
sur les bords de la riviere Ngare na nyuki (25 novembre 1905).
Gen. Hapaloclii'iis Erichs.
Erichs., Entomogr., T, 1840, p. 50 {ex parte). — Abeille de Perrin, Malachiidce
in Ann. Soc. ent. Fr., 1891, p. 212; tir. ä part, p. 382.
Ce genre est repandu dans toutes les regions chaudes de l'Europe, de l'Asie et
de l'Afrique.
11 peilt se diviser en deiix groupes oii sous-genres, d'apres la forme des tarses
anterieurs chez les <^.
I. — Especes ä S'ilE article des tarses anterieurs prolonge en dessus chez les c?.
Ce groiipe peut lui-meme se subdiviser en deux sections.
A. — J". Tibias anterieurs armes d"un fort crochet recourbe ä l'extremite; articles
1 et 2 des tarses anterieurs grands et larges, le 2£ longuement prolonge au desSus
du 3" (Hapalochrops mihi).
Hapaloclirus (Hapaloclirops) suinptiiosiis Bohem.
BoHEM., Ins. Caffr., I, 2, 1851, p. 458 (J. ?).
PI. 3, fig. 13 (cT). — Un seul exemplaire c^ du KiUmandjaro, avec cette indication:
»Lebt auf der Flötenakazie». — 11 se rapporte en tous points ä Texemplaire typique
du Musee de Stockholm.
BoHEMAN ne parle pas de la forme particuliere qu'affectent les tarses anterieurs
chez le </. Je crois donc utile de redonner iei, en la completant, la description com-
parative des deux sexes de cette espece:
cT. Prothorace viridi; antennis flavis, flabellatis, extrorsum fuscis; a.bdomine,
apice excepto, pedibusque anticis et intermediis flavo-testaceis, femoribus anticis supra
viridibus; tibiis anticis versus apicem sensim ampliatis, apice intus dente valido, longo,
extrorsum flexo, instructis, tarsorum ejusdem paris articulis 2 primis magnis, dilatatis,
secimdo superne producto, apice nigro-limbato, sequentibus simplicibiis, infuscatis;
tibiis intermediis basi tenuibus, apicem versus valde dilatatis, inflatis, et ante apicem
subtus profunde excavatis.
?. Prothorace flavo-testaceo, medio macula magna, viridi, postice leviter bi-
emarginata; antennis brevioribus, serratis, basi testaceis; pedibus simplicibus, virescen-
tibus; tibiis tarsisque fuscis; abdomine flavo-testaceo, medio viridi, segmentis apice
testaceis.
La Couleur vert-bleu metallique des elytres peut s'etendre plus ou moins et
meme quelque fois les recouvrir completement, ä l'exception d'iine partie de la suture,
d'iine tache marginale de chaque cöte et d'une tache apicale qiii restent jaunes.
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 131
Cette belle espece habite une grande partie de l'Afrique Orientale depuis l'Ery-
three (ma collection) jiisqu'en Cafrerie.
(Compare au type!)
Hapaloclirus (Hapalochrops) deforinipcs nov. sp.
PI. 3, fig. 14 (df). — Long. 7 mill. ; lat. 2^'2 mill. — cT. Cyaneo-viridis, pilia erec-
tis nigris vestitus, elytris parallelis, dense rugoso-punctatis, a 4° articulo inde flabeJ-
latis, nigris, articnlis basalibus (secundo occulto) flavis, primo supra nigro-maculato:
abdomine pedibvisque-rufis, illo apice nigro; femoribus anticis supra posticisque ad
apicem viridescentibus; tibiis anticis versus apicem sensim ampliatis, apice intus dente
valido, longo, extrorsum flexo, instructis, tarsorum ejusdem paris articulis 2 primis
magnis, dilatatis, secundo superne producto, apice nigro-limbato, sequentibus simplici-
bus; tibiis intermediis apicem versus valde dilatatis, inflatis et ante apicem subtus
excavatis; femoribus posticis dimidio apicali viridescentibus, tibiis tarsisque ejusdem
paris infuscatis. — ?. Antennis serratis, nigris, articulo primo testaceo, supra nigro-
maculato; abdomine omnino cum pedibus cyaneo-viridescente, illis simplicibus, tibiis
tarsisque fuscis.
cT. Dessus du corps d'un vert-bleu metallique peu brillant, herisse de poils noirs
dresses avec les elytres vetus en outre d'une pubescence plus courte, assez dense,
grisätre, ä reflets soj^oux et mi-couchee. Tete finement ruguleuse; epistöme et labre
flaves; palpes roussätres; antennes prolongees un peu au delä du milieu des elytres,
noires avec les 4 ä 5 premiers articles testaces, flabelles ä partir du 4? article, le
premier epais, obconique, taclie de noir en dessus, le deuxieme enfoui dans le premier,
invisible, 3 et 4 obtriangulaires, les suivants emettant de leur summet des rameaux
qui augmentent peu ä peu de longueur jusqu'au fi? inclusivement, le dernier (10?
apparent) lineaire, presque aussi long que les deux precedents reunis. Prothorax
transversal, legerement et regulierement arrondi lateralement, presque lisse sur le disque,
assez densement et finement ruguoux sur les cötes. Ecusson noir, tres finement
pointille. Elytres paralleles, conjointement arrondis ä l'extremite, tres densement et
rugueusement ponctues. Poitrine d'un vert metallique; abdomen roux avec les Seg-
ments basilaires taches de noir siu' une etendue variable de leur partie mediane et
les deux Segments apicaux entierement noirs. Pattes rousses; cuisses anterieures
noires sur leur tranche superieure, moitie apicale des cuisses posterieures d'un vert
noirätre metallique et tibias de la meme paire en partie rembrunis; tibias anterieurs
triangulairement elargis d'arriere en avant et termines ä leur angle apical interne par
un grand crochet recourbe en forme de hamegon; les intermediaires elargis et forte-
ment renfles de la base vers Textremite, oü ils sont profondement excaves sur leur
tranche interne; articles 1 et 2 des tarses anterieurs grands et larges, le 25? prolonge
au dessus du suivant en une lame rectangulaire arrondie et finement liseree de noir
anterieurement. — ?. Antennes serriformes, noires, premier article testace en dessous;
abdomen et pattes entierement d'un vert bleuätre metallique, tibias et tarses simples,
d'un noir brunätre.
132 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
Espece tres voisine du sumptuosus et ({ue Ton pourrait etre tente de considerer
comme n'eii etant qu'une variete ä elytres entierement metalliques, mais le corselet,
cliez deformipes, est de la meme couleur dans les deux sexes, tandis que chez sump-
tuosus, il est d'iin vert-b]eu chez le J et largement borde de roux chez la ?. La forme
est aiissi iin peu plus parallele.'
Meru, bords de la riviere Ngare na nyuki, 2 dec, uii ex. J". — Aussi en Ery-
three (ma coUection; cT, ?).
B. — cf. Tibias anterieurs saus crochet recourbe ä l'extremite; articles 1 et 2
des tarses anterieurs ä peine plus larges que les suivants, le 2^^ un peu prolonge au
dessus du 3? {Hapalochrus in sp., Abeille de Perrin, Ann. Soc. ent. Fr., 1891, p.
212; tir. ä part, p. 382).
Hapaloclirus (in sp.) SJöstedti nov. sp.
PL 3, fig. 15 (cf). — Long. 4V2 mill.; lat. max. elytr. 27^ niill. — Cyaneus, pube
grisea erecta vestitus, elytris postice dilatatis, forte denseque (angulo apicali Ipevi ex-
cepto) ruguso-punctatis; antennarum articulis 2 primis ex parte testaceo-flavis; ab-
domine rufo, medio infnscato. — J*. Antennis a 3" articulo inde flabellatis; pedibus
anticis et interinediis rufis, femoribus anticis subtus dentatis, tibiis anticis et inter-
mediis a medio inde leviter sinuatim contortis; tarsorum anticorum articulo 2° superne
producto. — $. Antennis serratis; pedibus simplicibus, viridescentibus, femoribus anticis
solis rufo-flavis, medio angulose dilatatis.
cT. Corps recouvert d'une pubescence dressee, brunätre et peu fournie sur la tete
et le pronotlnnn, grisätre et assez dense sur les elytres. Tete d'un bleu verdätre
assez brillant, assez densement et tres finement ponctuee anterieurement, presque
lisse sur le vertex; epistome et labre flaves, palpes roux; antennes prolongees au delä
du milieu des elytres, noires ä l'exception des deux premiers articles qui sont en
partie roux, flabellees ä partir du 4? article, 1?^ article assez court et epais, obconique,
2me enfoui et invisible, 3'^ plus allonge, d'un Vs plus long que le premier, les suivants
emettant de leur sommet des rameaux qui augmentent peu ä peu de longueur jus-
qu'au 9? inclusivement, le dernier (1(>' apparent) lineaire, aussi long que les 2 prece-
dents reunis. Prothorax transversal, un peu retreci d'arriere en avant, d'un bleu
verdätre brillant avec des reflets violets, presque lisse. Ecusson noir, finement poin-
tille. Elytres sensiblement elargis de la base ä l'extremite, assez convexes, fortement
et subrugueusement ponctues, sauf dans l'angle apico-sutural qui est brillant et presque
lisse. Poitrine d'un vert metallique, noirätre dans son milieu; abdomen d'un rouge
vif avec le milieu des Segments plus ou moins rembruni. Pattes anterieurs et inter-
mediaires rousses, les posterieures d'un vert noirätre metallique; tarses noirs, les an-
terieurs seulement ä Textremite, cuisses anterieures dilatees ä lein- bord interne en
une expansion dentiforme assez saillante; tibias anterieurs et intermediaires sinueuse-
^ Je dois dire, cepeiidant. ijuo je possede un Htqialochrus '-f' prnvcnant d'Amara (Erythrec) chez leipicl Ic
proiiotuin est entierement d'un vert-bleu nietalli(iue et ipii, jjar tous ses autres caraeteres, nie purait bien devoir
se rapporter au sumptuosus. 11 y aurait lä, evideniraeiit, un argunient en faveur de l'unispeeitlcite des deux
formes.
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 133
ment contournes dans leur moitie apicale; 2™^ article des tarses anterieurs un peu
prolonge au dessus du suivant sous forme de crochet. — ?. Antennes serriformes, ne
depassant que peu la base des elytres; pattes d'un vert noirätre metallique, les cuisses
anterieures seules d'un flave roussätre, anguleusement dilatees, mais non dentees, ä
leur bord interne; tous les tibias subrectilignes.
Espece interessante, dans le groupe des Hapalochrus in sp., par le dichroi'snie
sexuel de ses pattes et la large dent triangulaire dont sont arinees les cuisses anteri-
eures chez le J". Elle se fait remarquer aussi par l'angle apico-sutural des elytres
brillant et presque lisse. Rappelle, par la coloration et la forme des pattes anterieures,
H. Tschoffeni Pic (Ann. Soc. ent. Belg., 1907, p. 384), mais le J" de ce dernier n'a
pas les antennes flabellees, au moins d'apres la description.
Dediee ä M. le Professeur Sjöstedt qui l'a decouverte.
Kibonoto, KiUmandjaro, de la region inferieure ä 1900 m. d'altitude, janv. (2
ex. cf, 1 ex. $). — Mem, 3000 m., janv. (1 ex. J").
Aussi au Congo (ma coUection).
II. — Especes ä 2'^ article des tarses anterieurs simple chez les cT. {Paratinus
Abeille de Perrin, Ann. Soc. ent. Fr., 1891, p. 220; tir. a part, p. 390).
Hapnloclii-us (Paratinus) ainplipeniiis Harold.
Harold, Monatsb. Berl. Acad. Wissensch., 1878, p. 220. — Pairm., Afin. Soc. ent.
Fr., 1887, p. 158 (reimpr.).
Le type de cette espece, qui fait partie des collections du Musee de Berlin, m'a
ete obligeamment communique par M. le Professeur Kolbe. C'est inie ? recoltee par
Hildebrandt ä Taita (Zanzibar).
Hapalochrus am/pUpennis parait commun dans la region du Massai, ä en juger
par le grand nombre d'exemplaires des deux sexes recoltes par M. le Professeur Sjö-
stedt. Les caracteres sexuels secondaires, qui n'avaient pas ete indiques jusqu'ä
present, sont les suivants:
J". Elytris paulo minus ampliatis, oblongo-ovatis; tibiis anticis medio inflatis et
extus in expansionem uncinatam dilatatis, intermediis apicem versus valde incrassatis
et subtus excavatis, posticis simplicibus. — ?. Elytris inflato-ampliatis, breviter ovatis;
tibiis Omnibus simplicibus.
Kibonoto, KiUmandjaro, regions inferieure et des cultures, janvier, avril, octobre;
Obstgarten-Steppe, deeembre; Leitokitok. — Mem, depuis la region inferieure et les
bords de la riviere Ngare na nyuki jusqu'ä 3500 m. d'altitude, janvier, septembre,
novembre, deeembre. Nombreux exemplaires J' et $. — Meru-Berg, 4700 m., 1 ex.
cT. — Long. 3V2— 5 mill.; lat. 2—3 mill.
Par ses elytres renfles, H. amplip)ennis rappelle un peu les Charopus. Chez la ?,
les alles inferieures sont souvent sensiblement raccourcies, quelque fois presque com-
pletement atrophiees. Les taches noires des arceaux ventraux peuvent envahir ceux-
ci plus ou moins completement.
134 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITON. 7: 10.
Peut-etre faut-il rapporter ä la ? de cette espece le Laius latipennis Pic {Bull.
Mus. hist. nat. Paris, 1906, p. 22) du sud du lac Rodolphe (Afrique Orientale anglaise).
Hapalochrus (Paratinus) modestus nov. sp.
Long. 3V2 — 4 mill.; lat. 2— 2V2 mill. — Oblongo-ovatus, cyaneus vel viridi-cyaneus,
setis longis erectis supra sat dense vestitus; capite fere laevi, antice utrinque longitu-
dinaliter impresso, antennis nigris, medium corporis vix attingentibus, articulis 4 primis
(secundo occulto) subtus testaceo-rufis, articulo tertio quam quarto vix longiore; pro-
thorace transverso, apicem versus paulum angustato, laevi, ad trientem anteriorem et
longa basin transverse impresso, angulis posticis late rotundatis, subincrassatis, basi
arcuata et utrinque sinuata; elytris basi thorace vix latioribus, dein apicem versus
sensim dilatatis, valde cribrato-punctatis; corpore subtus cum pedibus cyanescenti-vel
viridescenti-nigro, abdoniine lateraliter plus minusve rubro-maculato. — d". Tibiis an-
ticis medio inflatis sed haiid uncinatis, subtus longitudinaliter excavatis; tibiis inter-
mediis apicem versus valde dilatatis et excavatis; femoribus ejusdem paris ad basin
ssepius rufo-testaceis. — ?. Tibiis omnibus simplicibus.
Espece tres voisine äCamplipeyinis, mais distincte par la taille un peu moindre,
par les elytres beaucoup moins dilates et moins renfles, d'ampleur ä peu pres egale
dans les deux sexes, par le 3^ article des antennes a peine plus long que le 4*^. et par
la conformation differente des tibias anterieurs chez le J".
Kibonoto. Kilimandjaro, depuis la region inferieure jusqu'ä 1900 m. d'altitude,
janvier, avril, aout, septembre, octobre, decembre. — Meru, depuis la region inferieure
jusqu'ä 3000 m., janvier, novembre.
Nombreiix exemplaires cT et ?.
Hapalochrus (Paratiims) janthiiuis Fairm.
Fairm., Ann. Soc. ent. Fr., 1887, p. 157.
Les exemplaires que j'ai sous les yeux se rapportent bien ä la description que
Fairmaiee a donnee de cette espece sur deux individus (probablement $) provenant
de rUsagara (Afrique Orientale allemande). Le J" a les tibias anterieurs interieure-
ment dilates dans leur milieu et les intermediaires fortement epaissis vers l'extremite
et excaves sur leur tranche interne. L'extreme base des cuisses intermediaires est en
dessous d'un flave roussätre, mais seulement chez le J". — Long. 4Vä — 6 mill.; lat.
2V2— 3V. mill.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis la region inferieure jusqu'ä 1900 m. d'altitude,
janvier, acut, novembre, decembre; Flusspferdseen, 5 msivs. — llcrii, 3000 m., janvier.
~ (8 ex. cT; 15 ex. ?).
Hapalot'hrufS (Paratiinis) Kolbei nov. sp.
Long. 3V4 mill.; lat. P/4 — 2\/4 mill. — Oblongo-ovatus, cyaneus, supra pilis fuscis
inclinatis parum dense vestitus; capite dense rugoso, parum nitido, postice medio
longitudinaliter striato, antennis medium coriwris vix attingentibus, nigris, articulis
BOURGEOIS, MALACODERMATA. 135
1—5 (secundo occulto) vel omniuo vel tantum subtus testaceo-rufis, tertio quam
quarto liaud longiore; prothorace haud transverso, latitudine maxima vix breviore,
medio Isevi, ad latera sat dense punctato. antice posticeque transversim impresso,
lateribus subrotundatis, angulis posticis late rotundatis, paiilulum incrassatis, basi
arcuata, vitrinque subsinuata; elytris basi thorace paululo latioribus, dein apicem
versvis sensim dilatatis, dense rugoso-punctatis; corpore subtus cum pedibus cyanes-
centi vel viridescenti-nigro, abdomine basi et lateraliter plus minusve rubro-maculato.
— cT. Femoribus anterioribus ad apicem, tibiis ejusdem paris ad marginem interiorem
sicut et femoribus intermediis ad basin testaceo-rufis; tibiis anticis intus parum dila-
tatis, intermediis apicem versus inflatis et intus excavatis. — ¥. Pedibus concoloribus;
tibiis Omnibus simplicibus.
Voisin de H. flomlis Harold {Monafsb. Berlin. Acad. Wissensch., 1878, p. 220),
de Zanzibar, mais distinct par la taille un peu plus grande, par la tete rugueusement
ponctuee et par la coloration differente des antennes et des pattes. Chez le J", les 4
Premiers articles des antennes (sauf le dessus du premier), l'extremite des cuisses an-
terieures, la tranche interne des tibias de la meme paire et la partie basilaire des
cuisses intermediaires sont d'un flave roussätre; les tibias anterieurs sont, en outre,
un peu dilates interieurement et les intermediaires renfles et excaves ä leur face in-
terne. Chez les ?, les elytres sont un peu plus dilates vers l'extremite, les articles
basilaires des antennes sont tous rembrunis en dessus, les pattes sont concolores et
les tibias simples.
Kibonoto, Kilimandjaro, depuis la region des cultures jusqu'a 3500 m. d'altitude,
aoüt, octobre, novembre. Flusspferdseen, 5 mars. — Meru, region inferieure et bords
de la ri viere Ngare na nyuki, janvier. — (7 ex. cT; 22 ex. ?).
Dedie ä M. le Professeur Kolbe, du Musee de Berlin, en reconnaissance de
l'obligeance avec laquelle il m'a toujours communique les materiaux utiles a mes
etudes entomologiques.
Observ. — h'HajMlochrus iifemZis Kolbe {Berlin, entom. Zeitschr., 1883, p. 22) de
Chinchoxo, decrit sur un ex. ?, est une espece voisine de Kolbei, mais differente. En
effet, tandis que chez Kolbei ? les tibias anterieurs sont concolores, ils sont d'un
testace flave chez tibinlis ?. En outre, les 5 premiers articles des antennes chez
tibialis ? sontjaunes, alors que chez Kolbei ?, ils sont largement rembrunis en dessus.
Hapaloclirus (Paratiinis) rugaticeps nov. sp.
Long. 3'/2 — 3^4 mill.; lat. IV2 mill. — Subelongatus, cyaneus vel viridi-cyaneus,
pube albido-grisea inclinata vestitus; capite dense rugoso-punctato, punctis grossis,
umbilicatis; antennis ultra humeros vix prolongatis, serratis, nigris, articulo primo
subtus rufo-testaceo; prothorace latitudine vix breviore, lateraliter rotundato, apicem
versus paulum angustato, ad trientem anteriorem et longe basin parum profunde
transversim impresso, medio fere laevi, ad latera autem dense rugoso-punctato, punc-
tis grossis, umbilicatis, angulis posticis rotundatis, haud incrassatis; elytris basi tliorace
paulo latioribus, subparallelis, confertissime punctato-rugosis; corpore subtus cum
136 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 10.
pedibus cyanescenti- vel viridescenti-nigro, abdomine medio et ad latera plus minusve
rufescente. — ^. Antennis profunde serratis, articulis latis, ultimis valde dilatatis;
tibiis anterioribus intus dilatatis et concavis, interniediis apicem versus dilatatis et
ante apicem profunde excavatis. — ?. Antennis minus profunde serratis, articulis ulti-
mis prsecedentibus band vel vix latioribus; tibiis omnibus simplicibus.
Espece voisine de cognatus Harold {Monatsh. Berlin. Acad. Wissensch., 1878,
p. 220). mais facilement reconnaissable ä ses antennes serriformes, dilatees vers l'ex-
tremite chez le c? et ä la ponctuation dense, forte et ombiliquee de la tete et des bords
lateraux du pronotum. Les elytres sont subparalleles dans les deux sexes, assez fine-
ment et tres densement ponctues.
Meru, region inferieure (decembre, 1 ex. c?) et bords de la ri viere Ngare na
nyuki (juin, 2 ex. $).
Hapalochnis (Paratiiius) densatus nov. sp.
Long. 3 — 3V2 null.; lat. Vi-i — IV4 mill. — Subelongatus, cyaneus, pube albido-
grisea suberecta vestitus; capite laxe punctulato, fere Isevi, nitido, antennis nigris,
medium corporis haud attingentibus, subfiliformibus, ai'ticulis subcylindricis, secundo
occulto, 3? quam quarto haud longiore; prothorace latitudine vix breviore, lateraliter
rotundato, apicem versus paulum angustato, ad trientem anteriorem leviter et longe
basin profunde transversim impresso, medio fere lasvi, antice et ad latera parum dense
punctulato, angulis posticis rotundatis, haud incrassatis, basi subrecte truncata; elytris
thorace vix latioribus, subparallelis, postice paululum dilatatis, confertim punctulato-
rugosis; corpore subtus cum pedibus cyanescenti- vel viridescenti-nigro, abdomine rufo-
testaceo, utrinque nigro-maculato. — J". Tibiis anterioribus medio leviter dilatatis,
intermediis a triente basali inde paulum incrassatis, ante apicem fossula profunda,
subrotundata intus excavatis. — V. Tibiis simplicibus.
Espece voisine de rugaticeps decrit ci-dessus, mais distincte par les antennes non
serriformes, ä articles allonges, par la tete presque lisse et par la ponctuation beau-
coup moins dense et moins forte des bords lateraux du pronotum. Elle s'eloigne du
velutinus Gebst. {Gollops), de Zanzibar, par les articles des antennes concolores (cf.
Fairmaire Ann. Soc. ent. Fr., 1887, p. 159).
Kibonoto, Küimandjaro, de la region des cultures ä 1900 m. d'altitude, decembre,
— Meru, region inferieure, decembre (13 ex., c? et ?).
ßOUkGEOlS, MALACODERMAtA.
137
Li>ste des Malacoderiiies reeiieillis jiisquid an Kilimaiuljaro et an Meni.'
10.
11.
*12
13.
*14.
*16.
■ 1 1 .
*18.
*21.
*2.^.
*24.
*25.
Staaeuus C. O. Wat.
ruficeps BouKG.
Sjöstedti BouuG.
riaiieteros Gorh.
niiiricaudu Boueg.
Adoceta Bourg.
Inrsutulu ]3ourg,
mitis BouKG.
Subf. Lyciiia>.
Lycus Fabr.
L. {Äccüilholi/ctis Buuiui.)
constrictxs FÄiin.
corniger IUlm.
L. (LopJwli/ctts BouKG.)
Jliift'niyi BouRG. melanoyuster iiov. subsp.
L. (in sp.).
scmiamplexus Mueray.
inamplexus Büurg.
ampliafus Fähr.
flammatus Bourg.
hamulifcr Büürü.
L. iCMumi/doIi/rns Bhurg.)
fraheatus Gueh.-Menev.
L. (MeroJycHs Bourg.)
podugrkiis Bourg.
scapnlaris Mueray.
gibbuUfer Bourg.
Jj. (H(iph)h/cii!i BciUKG.)
congener Geest.
Cladopliorus Guer.-Menev.
coairficolis Boueg.
Balmani Boueg.
Hotabilis Fähe, muculicornis iiov. subsp.
Cautires C. 0. Wath.
Usambarce Boueg.
Kilimanus Boueg.
Xylobamis C. O. Wath.
*19. scm'iflidjrUcüitg^. Tn'iyifi. )iigripcA\\n\.ii\xhii\). i *38. pygidialis Bourg.
*2ü. iiigricoUis Bourg. | *39. pjorredus Boueg.
Subf. Laiiipyi'idina^.
Diaphaiies Mots.
' L'asterisque (*) indique les especes et sous-especes nouvellenient decrites.
Sjöstedti) Kilimandjaro-Meru Expedition. 7.
18
138
SJÖSTEDTS KILIMAN£>JAK0-MERIT EXPEDITION. 7: lÖ.
Subf. 3Ialacliiiiiae.
Attalus Erichs.
A. {Mixis Abeille).
*40. gentiVxs Bourg.
Hapaloclinis Erichs.
H. {Iluplüclirops RouRi;.)
41. sumpf UOSKS BOHEM.
*42. deformipes Boukü.
H. (Hapalochrus in sp.).
*43. Sjöstcdti Bourg.
H. (Paratinus Abeille).
44. amplipcnnis Harold.
*45. modestus Bourg.
46. jantliinus Fatem.
*47. Kolhei Bourg.
*48. rugaticeps Bourg.
*40. densatiis Bourg.
-^—
7. COLEOPTERA.
11. Cerambycidae
von
CHR. AURIVILLIUS.
Mit 6 Tcxtfiffurcn.
Bisher sind nur sehr unbedeutende Angaben über die Cerambycidenfauna des
Kilimandjarogebietes veröffentlicht worden. Dieselben beschränken sich auf einige
Mitteilungen aus der Gegend des Djipe-Sees in Van der Deckens Reise und auf die
Erwähnung durch Prof. Kolbe von zwei Arten, welche von Dr. Hans Meyer auf
der Rückreise vom Kilimandjaro im Dezember 1889 erbeutet worden sind. Wie weit
aber vom Kilimandjaro diese beiden Arten {Titoceres jaspideus Serv. und Frea suh-
costata Kolbe) angetroffen wurden, ist nicht angegeben. Dieselben wurden nicht von
Prof. Sjöstedt gefunden und gehören vielleicht nicht der Fauna des Kilimandjaro-
gebietes an.
Wenn wir von diesen beiden Arten absehen, gibt es nur fünf Arten, welche
früher in der Gegend des Kilimandjaroberges gefunden sind, welche nicht von S.jö-
STEDT angetroffen wurden. Diese sind die folgenden von Gerst^ecker in Van der
Deckens Reise aus der Gegend des Djipe-Sees erwähnten oder beschriebenen Arten:
Phantasis ^Hjigantea>-> Gekst. {= auguria Kolbe); Crossotus barbatus Gerst.; Niphona
appendiculata Gerst., Hippopsicoyi' virgatum Gerst. und H. rusticum Gerst.
Die von Prof. Sjöstedt heimgebrachte Sammlung besteht aus etwa 400 Stücken,
welche zu 88 Arten gehören, von denen jedoch 10 Arten nur bei Mombo in Usambara
und nicht im Kilimandj arogebiete angetroffen wurden. Wenn die von Van der
Decken beim Djipe-See gefundenen Arten zugerechnet werden, sind also jetzt aus
dem Kilimandj arogebiete nicht weniger als 83 Arten von Cerambyciden bekannt.
In den unteren Zonen des Kilimandjaroberges bis 2000 m. hinauf sind wahr-
scheinlich nicht viele andere Arten als die von Sjöstedt angetroffenen zu finden. Im
grossen Regenwald aber, welcher nur verhältnismässig flüchtig von Prof. Sjöstedt
untersucht werden konnte, finden sich sicher noch viele für die Wissenschaft unbe-
140 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: U.
kannte Formen. Dasselbe gilt wohl in noch höherem Grade von den bewälderten
Teilen des INIeruberges.
Es ist sehr auffallend und interessant, dass der Meruberg so viele seltene oder
eigentümliche Formen beherbergt, welche nicht auf dem naheliegenden Kilimandjaro
angetroffen wurden. Unter den Cerambyciden will ich besonders die bei Meru in
Anzahl gefundenen Parandroeme brunnea und Synnu/pserha vieruana hervorheben.
Wenn die ganze Sammlung bearbeitet worden ist, verdient diese Sache genauer
untersucht zu werden.
Die Cerambyciden des Kilimandjarogebietes gehören alle dem ostafrikanischen
Faunentypus an und zeigen nur wenige Beziehungen zu der Fauna des westafrikani-
schen Urwaldgebietes. Die wenigen Arten, welclie mit Westafrika gemeinsam sind,
sind solche, welche fast über ganz Afrika verbreitet sind.
Es sind in der Sammlung 23 bisher unbekannte Arten, von denen nur eine in
Usambara, alle anderen im Kilimandjarogebiete angetroffen wurden. Die neuen Arten
machen also 26 "/o der ganzen Artenanzahl aus.
Prioiiiiia*.
Acaiillioiilioriis Beriii^i KoLBE. Jfer«-Niederung. 1 J'. Jan.
Titliops i'onUiiis Cast. ilf er«-Niederung. 12 d', 2 ?. Nov. — Alle wurden unter
dem Borke alter Akazienstämme angetroffen.
Miillodon Downesi HoPE. Kilimandjaro: bis 1900 m. 10 J", 10 ?. März, Nov.
Miii'Totoina iiatala Thoms. Kilimandjaro. 1 d"; Meru-^iedevung. 1 ?. Nov.
Macrotoiiia palmata Fabr. il/er?< -Niederung. 7 d", 2 ?. Nov.
Macrotoina mieros White. Kilimandjaro: Kibonoto bis 1900 m. 26 (/, 14 ?.
Nov. — Die Beine sind schwächer bedornt wie bei Stücken aus Südafrika, bisweilen
fast unbewaffnet.
Mai-rotoina tiestroi Lam. ilferit-Niederung. 1 $. Nov. — Die von Lameere ge-
lieferte Beschreibung des einzigen bisher bekannten Weibchen (aus dem Somalilande)
scheint mir gut auf das vorliegende (Stück zu passen; die Vorderbrust ist jedoch in
der Mitte vor den Hüften kräftig angeschwollen.
Ceraiubjciii«.
Hypocsi-linis aeneseeiis n. sp. — H. stricjoso valde affinis, minor, angustior, antennis
nigro-fuscis, densius griseo-tomentosis, elytris aenescentibus apice conjunctim rotun-
datis omnino inermibus' fere unice distinctus. Long, corporis ? 12 mm. ikferw-Nie-
derung. 1 ?. Okt.
Bei den zwei typischen Stücken von strigosus Gylh. (1 c?, 1 ?) aus Sierra Leone
haben die Flügeldecken an der Spitze einen ziemlich langen Dorn, welcher etwas nach
aussen von der Naht entspringt, bei Stücken von Kliartum ist die Nahtecke selbst
kurz gezahnt.
AURIVILLIUS, CBRAMBYCIDiä!.
141
raraiulrocnu; nov. gen.
Oeminse.
Frons lata, brevis, subverticalis. — Palpi breves, subsequales; articulus ultimus
apice truncatiis. — Condyli antennarum lobis superioribus oculorum miilto latius, lobis
inferioi'ibus paullo brevius distantes. — Antennae corpore breviores, maris trientem
posteriorem, feinina> medium elytrorum attingentes; scapus obconicus, nitidus, sub-
nudus, articuli 3 — 11 pubescentes, T- — 11 apice extus dentati; articulus 4^l^_ reliquis
inter se subaequalibus brevior. — Prothorax supra deplanatus, subquadratus, basi api-
ceque fere recte truncatus, ad basin transverse sulcatus et elevato-marginatus. —
Scutellum transversum, apice truncatum. — Elytra deplanata, parallela, apice conjunc-
tim rotundata, inermia; epipleura ad basin sat lata, postice
evanescentia. — Prosternum ante coxas sat elongatum, inter
coxas mediocre, mesosternum attingens. — Mesosternum inter
coxas latum, antice declive, inerme. — Acetabula antica extus
valde angulata, postice late aperta; intermedia extus aperta.
— Episterna metathoracis fere linearia, postice acuminata. —
Abdomen maris dense tomentosum, feminse nitidum, subnu-
dum. — Pedes breves; femora fortiter incrassata, leviter com-
pressa; tibise vix compresspe; tarsi breves, articulus 1^ 2° et 32
simul sumtis haud longior; unguiculi divaricati.
Die hierher gehörige Art erinnert so sehr an eine kleine
Parandra, dass ich zuerst geneigt war, sie als eine aberrante
Prioniden-Gattung zu betrachten. I)a aber die Seiten des
Halsschildes zwar etwas scharf, nicht aber gekielt sind i;nd
die Anordnung der Plügelrippen (Fig. 1) nicht mit derjenigen
der Prioniden übereinstimmt, stelle ich die Gattung unter den
Oeminen, mit denen sie offenbar am nächsten verwandt ist.
P. bruiiiiea n. sp. — Fig. 1. — Tota rufo-brunnea, punctu-
lata, nitida, pilis brevissimis fulvis uudique vestita; antennis scapo rufo excepto brunneo-
fuscis aureo-sericeis; abdomine maris fulvo-aureo-tomentoso. Long, corporis 11 — 17 mm.
ifer-M-Niederung. 10 d", 13 ?. Nov., Dez.
Psatliynis aspcricoruis Chevk. MerM-Niederung. l J". Dez.
Fig-.
1. Paranärormc hnrmirrt
AuHiv. Mit Flügel.
Psatliyrissa nov. gen.
Oemina3.
A genere Psathyrus, cui valde affinis, differt oculis maximis supra fere contiguis,
tuberculis antenniferis latissime distantibus, subdeplanatis, scapo antennarum longiore
graciliore obconico, Isevi, articulo 3° quam .5° breviore, prothorace fere cylindrico ar-
ticuloque 1? tarsorum posticorum sequentibus tribus simul sumtis haud breviore.
Es mag hier bemerkt werden, dass Psaihtirm lineatus DiST, wie die Figur zeigt,
gar nicht ein Psathyrus, nicht einmal eine Oemine ist, sondern zu den Hippopsinen (!)
gehört.
142
SJÖSTEDTS KIMMANDJARO-MERU EXPEDITION.
11.
Psathyri.ssa bruiinea n. sp. — Fig. 2. — Fusco-brunnea, fronte ferruginea, antennis
pedibiis elytrisque pallidioribus plus minus testaceis; prothorace latitudine plus duplo
longiore, opaco, densissime punctulato, maris basi apiceque levissime angustato siipra
caiinulis tribus antice abbreviatis obsoletis instrueto, feminse omnino cylindrico vel
apice paullulo latiore supra haud carinulato; corpore undique punctulato opaco vel
subopaco; pedibus et abdomine subnitidis. Long, corporis 6 — 10 mm. Kilimandjaro:
Kibonoto bis 1900 mm. 5 J', 3 ?. März, April, Okt., Nov.
Xystrofcra iiig^rita Serv. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 ?. März.
Xystrofcra dispar FÄiiR. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 ?. März,
April. — lfer?t-Niederung. 3 ?. Nov., Dez.
Hinsichtlicb der Namen der afrikanischen Xystr'ocera-Axt&n mit gelblichen Flügel-
decken herrscht in der Litteratur eine grosse Verwirrung. Die älteste Beschreibung
einer solchen Art aus Afrika liefert Fabricius, welcher 1792 Gallidium vittatum aus
Guinea beschreibt. Durch Untersuchung des noch in Copenhagen
aufbewahrten typischen Exemplares habe ich feststellen können, dass
X. vittata Fabr. mit senegalensis Klug (1835) zusammenfällt. Diese
Art ist aber von X. globosa Oliv. (1795) welche aus Java und nicht,
wie in Gemminger luid Harolds Kataloge angegeben wird, aus Mau-
ritius beschrieben wurde, ganz verschieden. X. globosa, welche in
Süd-Asien sehr verbreitet ist und auch auf Madagaskar und Mau-
ritius vorkommt, unterscheidet sich nämlich von den auf dem Fest-
lande Afrikas vorkommenden ähnlichen Formen sofort dadurch, dass
das Halsschild bei beiden Gesc^hlechtern oben vorne und hinten einen
ziemlich breiten niedei'gedrückten metallisch gefärbten Gürtel hat,
welcher durch eine scharfe Linie von der etwas erhöhten, zum grössten
Teil gelb gefärbten IMittelpartie getrennt ist. Dazu kommt, dass die
letzte Rückenplatte des Hinterleibes beim d" von X. globosa an der
Spitze abgerundet und nur schwach ausgerandet, bei vittata aber und verwandten
tief und breit gespalten ist. Meines Wissens ist die wahre X. globosa bisher nicht auf
dem Festlande Afrikas angetroffen.
Die mit X. vittata Fabr. nahe verwandten Formen Afrikas sind dispar Fähr.,
erosa Pasc, und eine noch unbenannte im Congogebiete nicht seltene Form, die ich
abrupta^ benennen w^ill. X. erosa Pasc. {= sernilunaris Fähr.) unterscheidet sich von
den übrigen durch das Fehlen des Mittelstreifens der Flügeldecken.
In der letzten Zeit hat man die X. dispar Fähr, mit X. mnrginalis Goldf.
(1805) vereinigt. Dieser Ansicht kann ich aber nicht beitreten. Dafür spricht nur
die Vaterlandsangabe (»Cap. Bon. Spei») nicht aber die Abbildung oder die Beschrei-
bung, welche gar nicht auf dispar passen. Wenn die von Goldfuss beschriebene
^ X. abrupta n. sp. — Unterscheidet sicli von X. dispar durch die helleren FlüKeldecken, deren stahl-
lilauer ^Mittelstreifen etwas hinter der ^Mifte hreit lunl stumpf endet. Der Kopf ist auch viel lieUer als hei dispar
gefärbt und der hufeisenförmige Eindrnek des Halsschildes des J* ist gewöhnlich breiter als heim J' ^'on disjiar.
— Congogehiet. Jluseum Holmiie. — Ist vielleicht nur als eine Lokalrasse von disjiar zu betrachten. Auch hei
dispar erreicht bisweilen der Mittelstreifen nicht die Spitze der Flügeldecken, ist Jedoch nach hinten schmal und
zuge.spitzt,
Fig. 2. Psallii/riss((
bniinica Aukiv.
AÜtllVILLIUS, CERAMBYCID^. 14S
Art auf eine mir bekannte gedeutet werden soll, kann sie nur auf X. globosa passen,
in welchem Falle die Vaterlandsangabe wohl unrichtig ist. Goldpuss' Abbildung kann
übrigens unmöglich fehlerfrei sein; das Halsschild und der Wurzelteil der Fühler ge-
hören nämlicii offenbar einem jMännchen an. der Spitzenteil der Fühler aber ist wie
bei einem Weibchen gebildet.
PloeaMlerus Coiii-iulli KoLBE. ifent-Niederung. 1 J. Nov. — Ein kleines Männ-
chen, welches nur 30 mm lang ist; die Grösse dieser Art wechselt sehr und je nach
der Grösse auch die Dicke des Fühlerschaftes. F. Bennigseni Kolbe scheint mir nur
auf grossen Männchen von Conradti begründet zu sein. Die Art ist unter anderem
durch die längliclie Vertiefung der Flügeldecken hinter ihrer Mitte ausgezeichnet.
Dcrolus Inciiltus Gerst. iJferit-Niederung. 5 J', 4 ?. Nov., Dez. — Ausgenommen,
dass der Fühlerschaft und die Schenkel fast rot sind, stimmen die vorliegenden Stücke
mit Gerst.eckers Beschreibung und Abbildung gut überein. Bei den ^Männchen,
welche Gerst.^cker unbekannt waren, sind die Fühler ein wenig länger als dei
Körper und die Fühlerglieder 3 — ^8 haben jedes 1—3 tief eingedrückte, grosse Punkte.
Die Augen sind oben und unten ziemlich breit getrennt. Wenn diese Form sich als
eine besondere Lokalrasse zeigen würde, mag sie rufoscapiis benannt werden.
Cordjiomera spiiiicornis F. var. saiisibarica KoLBE. Usambara: Mombo. 2 cT. Juni.
Allopliytoii bilociilare Thoms. Kilimandjaro. 1 ?. Sept.
Conipsoniera feiiestrata Gerst. ilferw-Niederung. 1 cT. Nov.
Mecosaspis aiiratipoiiiiis KoLBE. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone.
1 ^. Mai.
Syiiaptola liclorociioiiiis Gerst. Usambara: Mombo. 1 cT. Juni.
Pliileinatiuin saiisibariciim Gerst. Usambara: Mombo. 3 cT, 1 ?. Juni. — Die
Männchen sind blau, das Weibchen grün gefärbt.
Closteroinerus siituralis Har. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 cT,
2 ?. April.
Clostcromcrus disi'rctus n. sp. — Fig. 3 a. — Elongatus, linearis, cyaneo-viridis, supra
punctatus, infra nitidus; antennis pedibusque chalybeo-nigris, scapo virescente; fronte
elongata, plana, inter oculos haud angustata sed distincte Hneata, sparsim punctata,
haud rugulosa; vertice medio laevi, utrinque punctato; antennis maris corpore multo
longioribus, ab articulo 7° leviter incrassatis, haud compressis, feminae corpore parum
longioribus articulis 7—11 valde incrassatis, cylindricis, articulo 32 quam 42 parum
longiore, 32 — 62 sulcatis, carinulatis et apice leviter incrassatis, scapo subcylindrico
punctato; prothorace latitudine basah multo longiore, apice quam basi angustiore,
lateribus pone medium leviter rotundato-ampliatis, sparsim punctato linea media fere
Isevi; scutello triangulari apice acuto; elytris linearibus apice singulatim rotundatis,
inermibus, carinula media parum distincta apicem non attingente instructis, undique
dense, sed discrete punctatis, haud rugosis; pedibus levissime punctulatis, femoribus
posticis apicem versus modice incrassatis, elytra parum superantibus; articulo l2 tar-
sorum posticorum parum compresso quam 22 et 32 simul sumtis longiore; corpore
infra haud sericeo-pubescente. Long, corporis 8 — 10 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto bei 1300 m. 1 c?, 1 ?. Mai.
144
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 11.
Closteroiiienis sericeiis n. sp. — Fig. 3 b. — Speciei praecedenti quoad colorem, for-
mam et magnitudinem siniillimus, protliorace ovali, apice quam basi haud angustiore,
elytris densissime rugoso-punctulatis, femoribus posticis longioribus, dimidio clavse
pauUo crassioris elytra superantibus, sternis et lateribus abdominis argenteo-sericeo-
pubescentibus antennisque maris corpore parum longioribus facile distinguendus. Long,
corporis 9 mm.
Kilimandjaro: Obstgartensteppe. 1 (S- März.
Clostoroineni.s dilaticoniis n. sp. — Fig. 3 c. — Parvus, elongatus, viridis, antennis
pedibusqne nigris, femoribus anticis et intermediis basi nigra excepta rubris; capite
elongato, punctato; antennis brevibus (maris corpore vix longioribus, femina? multo
brevioribus) articulis 6—11 valde (in femina multo fortius) incrassatis et plus minus
compressis, articulis 9—11 (cj") aut 7—11 (?) quadratis vel transversis; prothorace fere
conico lateribus pone medium levissime rotundatis, supra disperse infra dense pro-
funde punctato; scutello triangulari, apice
acuto; elytris dense coriaceo-punctatis; meso-
et metasterno abdomineque subnitidis pube
tenuissima pallida vestitis. Long, corporis
6,6—7 mm.
Jferit-Niederung. 1 J", 1 J. Nov.
Auch diese Art ist den beiden vorigen
in Farbe und Körperform ähnlich, hat aber
rote Vorderschenkel und kürzere, an der
Spitze viel mehr verdickte Fühler. Sie ist
offenbar mit C. crassicornis Oestro aus dem
Somalilande sehr nahe verwandt, weicht aber durch die ganz schwarzen Hinterbeine
davon ab. Die Hinterschenkel überragen beim d" etwas die Spitze der Flügeldecken,
erreichen beim ? aber dieselbe nicht.
Die Gattung Closteromerus Thoms. wurde auf scabriusculus Thoms. gegründet;
diese Art ist aber weit früher als claviger Dalm. (= viridis Pasc) beschrieben worden.
Oligosinenis limltalis Har. Kilimandjaro: Kibonoto, 1300 m. 1 J". Mai.
Helyiiupus iiotatifoUis Perr. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 c?.
April.
Euporus partitu.s Gerst. Kilimandjaro: Kibonoto und Leitokitok. 9 J, 9 ?. Mai.
Clytus (Calautlipinis) saltator KoLBE. Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung. 1 ?. Jan.
Philagatlieis VValilbergi Fahr. ilferw-Niederung. 1 cC. Dez.
Fig. 3. Halssi'liild von
Closteromerus disortus Aukiv.
» sericeiis Auriv.
» dilaticornis AuKiv.
Laiiiiiiiie.
Phaiitasis gorgo Kolbe (?). ifera-Niederung. 2 J", 2 ?. Jan., Nov. — Die sichere
Bestimmung der Phantasis-Arten nach den Beschreibungen ist fast unmöglich, weil
die Kennzeichen nicht konstant sind. Eine genauere Prüfung der aufgestellten Arten
wird wahrscheinlich darlegen, dass dieselben zum grossen Teil wieder vereinigt werden
müssen. Die von Sjöstedt gesammelten Stücke sind sehr rein und gut erhalten; das
AURIVILLIUS, CERAMBYCID^. 145
Grundtoment ist grau, stellenweise mehr oder weniger rostbraun gemischt und auf
den Flügeldecken mit unregelmässigen schwärzlichen Flecken geziert.
Pliautasis briu-liyceroides KoLBE. Kilimancljaro: Kibonoto in der Kulturzone.
1 ?. April.
Uitjioderiis balteiitus AuRiv. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 <S,2 ?.
April, Sept., Nov. Meru: im Regenwald, 3000—3500 m. 4 d". Jan., Febr., Dez.
Nililiopanupiia albopilosa n. sp. — Brunnea, pube densa grisea undique tecta; cor-
pore supra, fronte, tibiis apiceque abdominis pilis rigidis erectis albidis conspersis;
fronte et vertice punctatis, genis quam lobis inferioribus oculorum fere brevioribus;
prothorace sequali, disperse profunde punctato, basin et apicem versus leviter angustato,
lateribus medio leviter convexis et pauUo pone medium dente minutissimo retrorsum
fere directo armatis; scutello medio poHto, nudo, apice obtuso; elytris ad basin pro-
thorace vix latioribus, apicem versus sensim valde angustatis et sensim declivibus,
apice subtruncatis, irregulariter seriato-punctatis et costulis quaternis obsoletis in-
structis; antennis corpore haud vel vix longioribus, articulis 3 — 11 apice infuscatis;
corpore infra femoribusque laevibus, haud punctatis. Long, corporis 6 — 9 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 0, 4 V. Jan., Febr., Sept.,
Okt., Nov.
Der N. bispinosa AuRiv. recht ähnlich, davon aber durch die an der Spitze
unbewaffneten Flügeldecken, die viel längeren Borstenhaare der Oberseite, die undeut-
licheren Rippen der Flügeldecken und die dickere graue Pubescens des Körpers ver-
schieden.
Niphoparinena mcruana n. sp. — Speciei praecedenti valde similis et affinis; differt
statura paullo majore, colore obscuriore fuscobrunneo, antennis punctis fuscis vari-
egatis, elytris apice singulatim rotundatis et prsesertim corpore supra brevissime
setoso (haud | iloso), capite tantum pilis nonnuUis instructo. Long, corporis 8 — -12
mm. Meruberg: 3500 m. 1 J", 2 ?. Jan., Febr.
Stixis Ifevieollis n. sp. — Fusca, pube densa umbrina vestita et undique setis bre-
vissimis albidis remote conspersa; fronte subquadrata, modice convexa, sparsim punc-
tata, pilis paucis instructa; vertice obscuro, impunctato; antennis corpore sat brevi-
oribus, articulis 3 — 11 sensim decrescentibus, apice anguste pallido-annulatis, scapo
quam articulo 32 parum longiore, ante apicem leviter constricto et apice cicatrice
angusta praedito; prothorace subquadrato, intra basin apicemque lineis binis trans-
versis profundis cincto, disco impunctato paullo ante medium callis duobus parum
elevatis obscuris instructo, utrinque spina media laterali arinato; scutello subtriangulo,
apice obtuso, utrinque late flavo-tornentoso, medio subnudo; elytris ad basin protho-
race latioribus humeris obtuse rotundatis, medio latioribus basin versus leviter, apicem
versus fortius angustatis, supra convexis, apicem versus sensim declivibus, apice singu-
latim rotundatis et oblique subtruncatis, undique punctis profundis fuscis subplagiatim
irregulariter impressis; corpore infra pedibusque impunctatis; processu prosterni postice
valde abrupte arcuato, mesosterni antice subtruncato. Long, corporis 11 — 12 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 3 Ex. (??) März, April, Dez.
SjOstedta Kilimandjaro- Meru Expedition. 7. 19
146
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 11.
Erinnert sehr an ein Dorcadion. Die recht bedeutenden Unterschiede zwischen
dieser Art und der S. punctata Gah. sclieinen mir nur von spezifischer Natur zu
sein.
Hepoiiiidioii fyriiiiulatum n. sp. — Nigrum, pube tenui cinerea vestitum; antennarum
articulis 3 — 11 apice anguste cinereo-annulatis; fronte vix punctata pilis paucis in-
structa: capite inter tuberculos antenniferos late sulcato et profunde punctato; vertice
imjiunctato (in uno specimine punctis utrinque circiter 8 profundis impresso); antennis
mediocribus, corpore articulis 102 et llEtantum superantibus; prothorace'subquadrato
utrinque medio spina valida armato, supra rüde sparsim punctato et callis tribus
parum elevatis instructo; scutello dense flavo-tomentoso; elytris ad basin prothorace
multo latioribus, a basi usque ad apicem sensim angustata, ad basin fere planis,
medio convexis, apicem versus sensim decHvibus, apice singulatim rotundatis, ad basin
minute granulatis, irreguhxriter sat profunde punctatis punctis apicem versus minori-
bus; corpore infra pedibiisque impunctatis, minutissime punctatis. Long, corporis
17—19 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone und bis 2000 m. 4 Ex. Febr.,
April, Nov.
Kleiner als H. sti/gicuin Thoms. und mit kürzeren Fühlern. Die Flügeldecken
nicht an der Wurzel »denticulata».
Pli.yiiiiitoji:,vrus iiicrinis n. sp. — Fig. 4. — Ph. 'pumilioni Kolbe similis et affinis,
elytris ad basin inermibus, setis longis erectis nigris obsitis et fascia alba ad suturam
angulata paullo ante medium instructis facile distinguen-
dus. Long, corporis 4 mm.
Kilimandjaro. 1 Ex. Sept. — Kolbe stellt diese
Gattung zu den Parmeninen, mit denen sie auch wirklich
viel Ähnlichkeit hat. In der Ivörperform kommt sie der
Gattung Stenoparmena recht nahe. Da aber die Klauen
nicht ausgesperrt sondern mn- wenig divergent sind, bin
ich geneigt zu glauben, dass Phi/matogyrus eher zu den
Spalacopsinen zu führen ist. Das einzige mir vorliegende
Stück erlaubt mir nicht die Bildung der Unterseite genau
zu untersuchen.
Monocliaimi.s ixinniilatus QuED. (= nyassensis Gah.). Kilimandjaro: in der Obst-
gartensteppe. 1 $. Dez. Usamhara: Mombo. 1 ?. Juni. — Beide sind klein, nur
16 — 18 mm. und haben kurze Fühler, welche nur mit den zwei oder drei letzten
Gliedern die Flügeldecken überragen. Bei einem grösseren Weibchen aus Lukuledi in
D. Ostafrika erreicht das sechste Fühlergiied die Spitze der Flügeldecken.
Opepliarus aspenila White. Kilimandjaro: Kibonoto bis 1300 m. l <S. 1 ?.
März, Mai.
Autlioie.s leucoiiotiLs Pascoe. Kilimandjaro: Kibonoto zwischen 1000 — 1200 m.
1 $. April.
Coptops 5P(ll(icator Fabr. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 cT, 3 ?.
März, April.
Fig. 4.
l'lii/Hiti/o(/i/rus inermls Auiuv.
ATTRIVILLIÜS, CERAMBYCID^.
147
Steniotoiiiis Ferreti WestW. Usambara. 1 c^.
Tray;iscoscheina ineriiiis ii. sp. — Nigra, e maxiina parte tomento denso cretaceo
tecta, signaturis nigris pube temii cinerea vestitis; fascia transversa frontis inter an-
tennas, vitta lata triangula verticis antice cum fascia connexa vittaque temporali
pone lobum inferiorem ooulorum per prothoracem et latera pectoris continuata nigris;
prothorace fere cylindrico utrinque omnino inermi supra vitta lata dorsali nigra or-
nato; scutello nigro; elytris cylindricis dense cretaceo tomentosis vitta lata suturali
ante et pone medium paulhilum dilata, fascia transversa subapieali, punctis tribus vel
quatuor lateralibns apiceque nigris; medio sternorum abdomineque
nigris, lioc utrinque maculis 4 magnis lateralibus cretaceo-tomentosis;
pedibus rufo-testaceis, apice tibiarum tarsisque infuscatis; antennis
nigris. Long, corporis 10 mm.
ilf e?'i(-Niederung. 1 c^. Dez. — Mit T. nigroscripta Fairm.
und Wehn'f.scJü Paiva am nächsten verwandt; von beiden durch das
völlig unbewaffnete Halsschild und die Zeichnung verschieden.
Diiioeeplialus ocellatiis n. sp. — Fig. 5. — Niger, cinereo-pubescens,
infra utrinque ad latera paullo densius albido-pnbescens, maculis
rotundatis nigris albopupillatis (2 verticis, 2 pronoti pone medium,
7 — 8 in singulo elytro) ornatus; capite et prothorace impunctatis,
hoc basin versus angustato; elytris leviter punctatis, apicem versus
angustatis, apice rotundatis inermibus; antennis maris corpore plus
duplo longioribus articiilis .5 — 11 brunneo-pubescentibus, ultimo valde
elongato. Long, corporis 1 1 mm.
Usambara: IMombo. 1 cT. Juni. — Die Gattung Dinocephalns
Per. gehört z.u den Tragocephalinen und ist wohl am nächsten mit
Baliesfhes Gah. verwandt.
Chariestlies nigrofjiittata n. sp. — Nigra, supra cretaceo-tomentosa
et maculis rotundatis nigris ornata, infra vitta utrinque sternali
maculisque lateralibus abdominis cretaceo-tomentosis; elytris sat fortiter punctatis,
apice rotundatis inermibus; corpore reliquo fere impunctato. Long, corporis 6 — 8 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 J, 3 ?. April, Mai. — Die Fühler
überragen nur etwa mit einem Drittel die Spitze der Flügeldecken; das dritte Glied
ist sehr lang, die drei letzten aber kurz imd ein wenig verdickt. Die grossen, runden,
schwarzen Flecke der Oberseite fliessen auf dem Halsschilde oft zu Längsstreifen und
auf den Seiten der Flügeldecken zu Querflecken zusammen. Es findet sich derselben:
auf dem Kopfe zwei am imteren Teil der Stirn, einer auf der Älitte des Scheitels,
zwei jederseits hinter den Augen und einer auf den Wangen; auf dem Halsschilde
einer oben in der Mittellinie hinter der Mitte und vier jederseits in zwei Querlinien
geordnet und auf jeder Flügeldecke zwei an der Wurzel, drei Pärchen an der Seite
imd einer an der Spitze, dazu kommen zwei gemeinsame an der Naht vor der ^Mitte.
(Vroplesis irregiilaris Har. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 cf, 3 ?.
April, Sept. — Tanga. 2 J", 1 ?.
Fig. 5. Dinoccpliahis
ocellafits AuRiv.
148 SJÖSTEDTS KII.IMANUJARO-MERU EXPEDITION. 7: II.
Ceroplesis oripiitiilis Herbst. Kilimandjaro: auf der Steppe. 2 J*. März, April.
— Diese beiden Stücke sind sehr klein, nur 17 — 18 mm. lang, haben ein fast ganz
unbewaffnetes Halsschild und nach hinten viel schwächer punktierte Flügeldecken.
Sie stellen offenbar eine verkümmerte Rasse, die ich massaica n. var. benenne, dar.
Pliryneta spinator Fabr. Kilimandjaro: Kibonoto bis 3000 m. 1 J", 1 ¥•
Febr., Mai.
Chreostes obliqiiata Har. iferw-Niederung. 1 <S . Nov.
Cyinatura imii'oroa Fairm. Kilimandjaro: Kibonoto in der Massaisteppe unter
hohem Gras. 1 ?. April.
Acmoeera anlliriboides var. picta JoRD. Usambara: Mombo. 1 cT. Juni.
Anauxesis singiilaris n. sp. — Fusca, punctata, linearis, infra pube grisea et vitta
laterali subochracea praedita; scapo antennarum elytrisque brunneis subnudis; pro-
thorace elongato, conico, supra fere nigro et nudo vitta obsoleta media leviter pubes-
cente; elytris apice inermibus, levissime oblique truncatis vel fere rotundatis; antennis
(maris?) corpore haud duplo longioribus scapo excepto nigris articulis 5 — 7 annulo
minuto basali griseo, articulis 3" et 4? seque longis, incrassatis, omnino cylindricis, 4"
apicem elytrorum fere attingente, 5 — 7 sensim brevioribus, 8 — 11 brevibus 62 simul
sumtis parum longioribus infra nigro-hirtis, reliquis infra haud ciliatis; pedibus plus
minus rufescentibus. Long, corporis 13 mm., antennarum 20 mm.
Jfei-M-Niederung. 1 <S {?). Nov. — Nach der Bildung des letzten Ventralseg-
mentes muss ich das vorHegende Stück als ein Männchen betrachten. Wenn ich
darin Recht habe, weicht diese Art durch die Bildung der Fühler völlig von allen
anderen Arten ab. Sonst scheint sie mit A. simplex Jord. am nächsten verwandt
zu sein.
Frea marmorata var. alboplagiata KoLBE. Usambara: Mombo. 1 cT, 2 ?. Juni.
Crcssotus sp. Usambara : — Ein einziges nicht sicher bestimmtes Stück.
Dichostathes tabularis KoLBE. Kilimandjaro: in der Kulturzone. 1 J". Jan.
Pteroloplüa scripta var. dorsalis KoLBE. Kilimandjaro bei 1000 m. 2 Ex. April,
August.
Apoinecyna acutipciinis KoLBE. Kilimandjaro. 20 Ex. Sept.
Apomecyna trifasciata QuED. {'!}. Kilimandjaro in der Kulturzone. 4 Ex. Jan.,
Aug., Sept. — Ausgenommen, dass die weissen Punktflecke der Flügeldecken nicht in
deutliche Querbinden geordnet sind, stimmen die vorliegenden Stücke gut mit Quedbn-
felt's Beschreibung überein. Die Fühler sind sehr kurz und erreichen nicht die
Mitte der Flügeldecken; ihre Glieder 3 und 4 sind zusammen etwas länger als die
folgenden Glieder zusammen. Die Art ist durch das schmale und fast ganz zyhn-
drische Halsschild ausgezeichnet.
Apoinecyna sp. — Kilimandjaro: Kibonoto zwischen 1000 und 1300 m. 2 Ex.
Dez. — Jf erit-Niederung. 1 Ex. Dez. — Eine der vorigen ähnliche, aber viel kleinere,
nur 5,5 — 6 mm. lange Art, welche sich durch eine mehr eintönige, graue, kaum ge-
fleckte Färbung, an den Seiten ein wenig gerundetes Halsschild und längere Fühler
auszeichnet. Die Fühlerglieder 3 und 4 sind verhältnismässig kürzer als bei trifasciata.
AXTRIVILLIUS, CERAMBYCID^. 149
Pluloiiipfyna pilosolla KoLHK. Kilimandjaro bis 1300 in. 10 Ex. Jan., April,
Mai, Sept. — Usambara: IMombo. 1 Ex. Juni.
Paraiiiocyiia nov. gen.
( Apomecyninse ? )
A genere Apomecynd vix differt nisi ociilis subdivisis, antennis infra ciliatis et
acetabulis intermediis extus fere omnino clausis.
Wegen der nacli aussen geschlossenen Gelenkshöhlen der Mittelhüften wäre diese
Gattung zu den Ptericoptinen zu stellen; da aber die Art einer kleinen Apomecyna
sehr ähnlich ist und die genannten Gelenkhöhlen auch bei Apomecyna nur wenig ge-
öffnet sind, möchte ich die Gattung eher bei den Apomecyninen stehen lassen. Die
Apomecyninen und Ptericoptinen sind übrigens kaum scharf von einander zu trennen
und könnten am besten mit einander vereinigt werden.
Piirniueryiiii x-signata n. sp. — Parva, sublinearis, brunnea, nigroplagiata; plagis
nigris subnudis, areis brunneis pube grisea vestitis; capite rüde punctato, fronte trans-
versa inter antennas late emarginata; antennis medium elytrorum vix superantibus
infra ciliis rigidis vestitis, scapo cylindrico, infra ad basin profunde exciso, articulis
3 et 4 feque longis, simul sumtis articulis 5 — 11 simul sumtis sat brevioribus; pro-
thorace latitudine longiore, cylindrico, supra convexo, utrinque inermi, rüde punctato,
supra obscuriore, lateribus utrinque flavido-plagiato, dorso lineis duabus obliquis al-
bidis retrorsum conniventibus et pone medium conjunctis; elytris sublinearibus, ad
basin prothorace latioribus, apice pauUulum angustatis et oblique truncatis angulo
exteriore dentato-producto, rüde seriato-punctatis nigro- et brunneo-plagiatis griseo-
hirsutulis, singulo linea curvata albida, ab huraero incipiente, suturam ante medium
tangente et deinde versus medium lateris recurva; pedibus brevibus, femoribus posticis
apicem segmenti 2i attingentibus, femoribus nigricantibus dense punctatis, tibiis et
tarsis brunneis, illis apice infuscatis. Long, corporis 6 mm.
Kilimandjaro. 4 Ex. Aug., Sept.
Eiiiiitlia senilis Thoms. Kilimandjaro in der Kulturzone. 2 ?. April, JMai.
Eunirtia sp. — Kilimandjaro zwischen 1000 — 1200 m. Ein einziges defektes
Stück. Mai.
Ogmodera nov. gen.
Ptericoptinaru m .
Corpus elongatum, subcylindricum. — Capiit inter tuberculos antenniferos diver-
gentes profunde triangulariter sulcatum temporibus tumidis. — Oculi parvi subdivisi;
lobus superior linearis minutus; lobus inferior transversus, triangularis, genis triplo
brevior. — Antennse crassse, filiformes, medium elytrorum longe superantes, infra haud
ciliatae; scapus cylindricus; articulus 3l^ 4? pauUo longior, sequentes sensim breviores.
— Prothorax subcylindricus, inermis, ad basin utrinque sinuatus, supra sulcis tribus
transversis intermedia flexuosa insculptus. — Scutellum latitudine paullo longior, apice
160 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 11.
truncatiis, lateribus reetis parallelis. — Elytra fere cylindrica, ad basin prothorace
latiora recte tnincata liumeris obtvisis, ad suturam subplana, apice abrupte declivia
et oblique truncata angulo exteriore paullulum producto. — Pro- et mesosternum fere
plana, hoc latius. — Acetabula antica et intermedia rotundata omnino clausa. — Pedes
breves; femora crassa, postica segmenti 2.! abdominis attingentia; tibite intermedise
extns prope apicem incisse; tarsi tibiis parum breviores; unguiculi divergentes.
I\Iit BamnJarius Auriv. und Stenoco'ptus Kolbe verwandt; vom ersteren durch
die nicht ziliirten Fühler, vom letzteren durch die fast geteilten Augen und den
längeren Fühlerschaft, von beiden durch die Querfurchen des Halsschildes verschieden.
Ogmodera suleata n. sp. — Fusca, indumento denso flavescente - albido vestita;
sulcis pronoti punctatis fusco-brunneis; elytris ad medium levissime coarctatis obso-
lete punctato-striatis interstitiis plus minus costato-elevatis et nigro-punctatis (prae-
sertim interstitio suturali), macula triangulari pone scutellum alteraque elongata dis-
cali ad medium fuscis, disco pone medium flavescente; segmentis ventralibus 3 — ^5
abdominis medio late infuscatis. Long, corporis 8 mm. Kilimandjaro: Kibonoto in
der Steppe. 1 Ex. INIärz.
Belodcra (?) .siiuplcx KoLBE. Kilimandjaro: Kibonoto zwischen 1300 und 1900 m.
1 cT. Sept. — Weicht in allen wichtigen Kennzeichen von Belodera ab und gehört
wohl kaum dieser Gattung an.
Soi)lirünic'a liiieata Pasc. Kilimandjaro an den Nilpferdseen. 1 cT. März.
Sophronica g;risoa n. sp. — Fusca, punctata, griseo-tomentosa pilisque erectis palli-
dis vestita; prothorace dense punctato, apice quam basi haud angustiore, lateribus
pauUo pone medium rotundatis; scutello concolore, impunctato; elytris sparsim irre-
gulariter punctatis, inter pilos albidos fusco setosis, apice conjunctim rotundatis; an-
tennis griseis pallido-pilosis. Long, corporis 11 — 13 mm.
Kilimandjaro in der Kulturzone. 1 Ex. Nov. — Der vorigen Art sehr ähnUcli;
das Halsschild aber ohne gelbliche Rückenlinie.
Soplironica oljscuriccps n. sp. — Brunnea, punctata, griseo-tomentosa pilisque erectis
albidis vestita; capite, prothorace antennisque plus minus infuscatis, prothorace leviter
transverso, apice quam basi angustiore, lateribus medio leviter rotundatis; corpore
infra subnitido; metasterno fortius, abdomine obsolete punctato. Long, corporis 8 —
10 mm.
Kilimandjaro: 1 Ex. Nov. Merw-Niederung. 1 Ex. Dez. — Von der vorigen
Art durch die etwas hellere Färbung und besonders durch die Form des Halsschildes
verscliieden.
Soplironica Bettoni Gau. (?). Kilimandjaro in der Kulturzone. 2 Ex. März. —
Die vorliegenden Stücke sind nur etwa 6 mm lang und weichen auch dadurch von
der Beschreibung Gahan's ab, dass die schwarzen Zeichnungen der Flügeldecken nur
undeutlich grau tomentiert sind und dadurch als scharfe schwärzliche Zeichnungen
hervortreten.
H.vllisia siibyirgata Fairm. Kilimandjaro: Obstgartensteppe. 2 c?. März, April.
Hyllisia vittafa FÄHR. Kilimandjaro: Obstgartensteppe. 1 cT. März.
Tctragleiies pliantoina Gerst. Kilimandjaro. 2 Ex. Aug., Sept.
AURIVILLIUS, CERAMBYCID.B.
151
Kilimandjaro: Kibonoto bis 1300 m.
Kibonoto in der Kulturzone. 26 cT,
Anipliisljiiis I'jiiili Fairm. Usambara: Monibo. 2 Ex. Juni.
Amphislyhis linoaris n. sp. ~ A. Pauli sinüUimus statura minore, colore obscuriore,
capite supra distincte longitudinaliter sulcato, pronoto lineis tribus pallidis paruni
distinctis ornato, seriebus punctorum elytrorum per paria approximatis, elytris fere
omnino linearibus abdomineque distinctius punctato fere unice distinctus. Long,
corporis 10—12 mm.
i¥er(t-Niederung: Ngare na nyuki. 2 Ex. Jan.
Exoceiitnis sp. — Jf e?-M-Niederung. Ein einziges Stück einer mit E. exiguus Gah.
verwandten Art.
Exoceiitnis sp. — Aus derselben Lokalität ein anderes Stück einer noch kleineren
kaum 3 mm langen Art. Ich halte es nicht für ratsam, neue Arten in dieser schwie-
rigen Gattung nach vereinzelten Stücken zu beschreiben.
(Jlenea leptis JoRD. Kilimandjaro: Kibonoto, 2000 — 3500 m. 1 cT. Okt.
Gleiiea Marleyi DiST. Usambara: Mombo. 1 J". Juni.
Vohiiniiiji AVostpriuaiini Thoms. Kilimandjaro: Kibonoto bis 1300 m. 7 cT, 4 V.
Jan., April, Mai, Dez. Jfen^-Niederung. 1 (j". Jan.
Nupserha apiealis FÄHR. (= globiceps Har.).
2 c^, 1 ?. April, Mai, Nov.
Synnupsorlia Hoiiioyeri Har. Kilimandjaro.
16 ?. April, Nov.
Syniiupserlia apioata Fairm. Kiliniandjaro: Kibonoto bis 2000 m. 2 J*. April, Okt.
Syiimipserha m(>riiana n. sp. — Fig. 6. — Nigra, pube albido-sericea plus minus
dense vestita; elytris pallide flavidis .vitta lata suturali et sexta
parte apicali nigris; fronte punctata; prothorace subquadrato, latitu-
dine pauUo breviore, lateribus subrectis vel medio levissime convexis,
utrinque dense albido-sericeo angulis posticis plus minus flavidis, supra
carinula media instructo; elytris subseriatim punctatis, apice oblique
emarginatis angulo exteriore spinoso; antennis nigris, articulis 4 — 11
supra ad basin griseis, infra totis griseis; metasterno et abdomine
nitidis. Long, corporis 11 — 15 mm.
Meru-Berg bis 3500 m. 7 J", 3 ?. Jan.
Eine sehr ausgezeichnete Art, welche in die Nähe von S. apicata
zu stellen ist. Die Fühlerglieder 3 und 4 sind unten fein bewimpert
und das dritte Glied nur wenig länger als das vierte.
Nitocris trigoiiifera AuRiv. Kilimandjaro : Kibonoto in der Kul-
turzone, 3 cT, 3 ?. April, Mai. — Das zweite Bauchglied des d" hat an der Mitte des
Hinterrandes einen deutlichen Dorn.
Obercopsis iniiiiiua KoLBE. Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone,. 1 ^. April.
Blcplsanis orieiitis n. sp. — Nigra et nigrosetosa; elytris testaceis parte tertia api-
cali nigra, pygidio testaceo; prothorace interdum utrinque vitta antrorsum abbreviata
fulvida; ore genisque flavescentibus; fronte transversa, punctata, inter antennas late
impressa; vertice subelongato rüde punctato; temporibus tumidis; prothorace sub-
quadrato lateribus subrectis, ante basin apicemque leviter constricto, supra calHs duo-
Fig. G. Siininip-
scrha meruana
AURIV.
152 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 11.
bus et carina media parum elevatis subnitidis instructo; scutello quadrato nigro;
elytris apice singiilatim rotundatis vel levissime subtruncatis, subseriatim punctatis,
ad suturam distincte depressis; antennis maris corpore paiillo, feminse vix longioribus,
artieulis 4 — 11 opacis, fuligineo-pubescentibus, leviter incrassatis. Long, corporis
9—10 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 c?, 1 ?. April, Mai.
Dyeiiiiioiiiis (?) coiifiisus n. sp. — Niger; capite, pronoto et plus quam dimidio basali
elytrorum fulvo-testaceis; genis, temporibus, tuberculis antenniferis cum sinu et
margine interiore oculorum nee non linea transversa clypei maculaque parva triangu-
lari verticis nigris; pronoto vitta media ante medium dilatata nigra ornato, disco punc-
tato carina media Isevi; scutello nigro apice subtruncato; elytris usque ad apicem rüde
subseriatim punctatis, apice oblique truncatis angulo exteriore dinstincto, colore nigro
ad suturam quam ad margines magis producto corpore infra toto nigro tibiis anticis
ad basin plus minus fulvescentibus; antennis fere filiformibus nigris artieulis 4—1 1 ad
basin plus minus late testaceis. Long, corporis 9 — 11 mm.
Kilhnandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 cT, 1 ?. April.
In der Zeichnung stimmt diese Art nahe mit D. nupUis Thoms. aus Natal über-
ein, ist aber kleiner, hat hell geringelte, gegen die Spitze kaum verdickte Fühler,
schwarze Wangen, viel kleineren schwarzen Sclieitelfleck und längere Hinterschenkel,
welche das zweite Bauchglied überragen. Die Fühler sind fast ganz wie bei »Obereai>
Kässneri DiST. gefärbt; bei dieser Art fehlt jedoch die schwarze Rückenstrieme des
Halsschildes. Durch die fast fadenförmigen Fühler und die etwas längeren Hinter-
schenkel weicht die neue Art vom Typus der Gattung ab. Das von Thomson aus
Gabun als angebliches Weibchen von D. Huptus beschriebene Tier gehört offenbar
einer ganz verschiedenen Gattung an.
7. COLEOPTERA.
12. Chrysoinelidt© und Cocciiiellidae.
Von
J. WEISE.
Mit einer Tafel.
1. Chrysomelidae.
In der folgenden Zusammenstellung sind die Chrysomeliden (mit Ausschluss der
Cassidinen) behandelt, die auf der Expedition des Herrn Prof. Dr Sjüstedt nach dem Kili-
mandjaro und Äleru 1905 und 1906 gesammelt wurden. Bisher war die Chrvsomeliden-
Fauna jener Gegend so gut wie unbekannt, denn frühere Reisende (Decken, Fischer etc.)
halten dort ihr Augenmerk ausschUesslich auf die grösseren Tiere gerichtet und deshalb
nur verschwindend wenige Arten mitgebracht, die zu dem Reichtume an Phytophagen,
welcher aus der besonderen Flora der beiden Riesenberge zu folgern war, in keinem
Verhältnisse standen. Dies hat sich nun. Dank der Einsicht und Energie des Leiters der
schwedischen Expedition völlig geändert; es wurden auch die kleinsten Tierformen be-
rücksichtigt und so ein Material gewonnen, welches ein klares Bild von den Chrysome-
liden-Formen der interessanten Gebirgslandschaft gewährt. Besonders hervorheben möchte
ich noch, dass trotz der mangelhaften Unterkunftsstätten und des schwierigen Transportes
zur Küste, die Ausbeute in tadellosem Zustande nach Hause gebracht worden ist.
Das gesamte, mir vorliegende Material besteht in ziemlich 3,000 Exemplaren, wel-
che 264 Arten bilden und 102 Gattungen angehören. Von diesen Gattungen sind 52
der afrikanischen Fauna eigentümlich (die 5 neuen dürften auf das Kilimandjaro-Meru
Gebiet beschränkt sein), 24 kommen noch in Asien, und 26 noch in Europa und Asien
vor, unter letzteren sind 4, die ausserdem Repräsentanten in Amerika, 8 in Australien
und 8 zugleich noch in den beiden genannten Erdteilen besitzen.
Sjnsfeilfs KHiiiiiiiHljnnhMcru E.rpcilifioii. 7. 20
154 SJÖSTEDTS KILIMANDJATJO-MERTJ EXPEDITION. 7: 12.
Bei den 264 Species sind 13 aus Usambara mitgezählt, es beläuft sich also die
Zahl aller im behandelten Gebiete bis jetzt beobachteten Arten, einschliesslich von 9 länger
bekannten, und von Herrn Sjöstedt nicht wieder gefundenen, auf 260. Hiervon sind
105 am Kilimandjaro und Meru heimisch, die übrigen hat dies Gebiet gemeinschaftlich
mit: Usambara 62, Somali 3, Britisch Ostafrika 8, Deutsch Ostafrika 1, Abyssinien 11,
Abyssinien südlich bis Usambara 9, Usambara südlich bis Natal 24, ganz Ostafrika von
Abyssinien bis Natal 24, Mittelafrika 7, ganz Mittel- und Südafrika 3, Umgebungen des
Mittelländischen Meeres und Südeuropa 2, Deutsch Ostafrika und Madagascar 1 Art.
Aus den Angaben über die Fangzeit der einzelnen Tiere lassen sich die beiden
Regenperioden nicht erkennen: die Mehrzahl der Arten ist vom August oder September
bis Januar gesammelt worden, im Juni nur ein Exemplar am Leitokitok, im Juli keins.
Bei einigen Arten fiel mir auf, dass sie am Kilimandjaro kräftiger entwickelt sind als in
Usambara. Es könnte dies entweder eine Folge besserer Ernährung sein, die durch die
üppigere Gebirgsvegetation bedingt ist, oder mit der kühleren Temperatur der Berge zu-
sammenhängen, welche die Vegetation länger frisch erhält und den Larven gestattet, sich
völlig auszuwachsen, während letztere in einem heissen Landstriche, in dem die Nahrungs-
pflanzen schnell vertrocknen, zur vorzeitigen Verpuppung gezwungen sind. Zuletzt
möchte ich noch auf eine ungeflügelte Halticine, Eremidla rubra, hinweisen, die ganz
regelwidrig einen ausnehmend hohen Schulterhöcker hat. Es wird dadurch unsere Ansicht
hinfällig, dass mit der Verkümmerung der Flügel auch ein Schwinden der Schulterbeule
verbunden sein müsste.
Sagrini.
Sagra ferox Balt.
Journ. Linn. Soc. 1877, p. 338. — Ws. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1900, p. 446. —
cf longcfemorata Fairm. Ann. Belg. 1884 C. r. p. 124; Ann. Fr. 1887, p. 347. —
cf opacd Jag. Transact. Lond. 1888, p. 189, t. 7, fig. 7. — cf longipes Kolbe, Stuhlm.
Ostafr. IV 1897, p. 324. — Kolhei Clavar. Ann. Belg. 1900, p. 274.
Ein sehr kleines ? von 13 mm. Länge wurde in der Kulturzone des Kilimandjaro
bei Kibonoto am 12. Mai gefangen. Die Art breitet sich in Ostafrika von Abyssinien bis
NaLal aus.
Sagra (Tinosagra) Murrayi Balt.
Transact. Lond. 1860, p. 251, t. 14, fig. 13. — Kolbe, Stuhlm. Ostafr. IV, 1897,
p. 325. — Ws. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1905, p. 33. — Kilimandjaro, Kibonoto, Kullurzone,
April und Mai, 13 Exemplare. Davon haben 5 eine dunkel und schwach kupferig-bronce-
farbene Oberseite, die übrigen sind tief schwarz und gehören deshalb zur ab. atrata
Fairm. Ann. Belg. 1891 c. r., p. 303. — StuJümanni Kolbe 1. c. t. 4. fig. 51.
Criocerini.
Sigrisma cjliudrica Krug.
Erman Reise Atl. 1895, p. 46 (sub Lema). — Ws. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1905,
p. 54. — Lema frontalis Lap. Hist. nat. I 1840, p. 509. — Sigrisma tuherifrons
WEISE, CHRYS0MELIDJ5 UND COCCINELLID-ä). 155
Fairm. Ann. Fr. 1888, p. 201. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, November, 1
Exemplar.
Lema hottentotta Lac.
Monogr. 1845, p. 326. — Ws. Archiv für Naturg. 1901, p. 148. — Küimandjaro:
Kibonoto Niederung, September und Januar, sowie in der Kulturzone, September, 3
Exemplare.
Lema foramiuosa Lac.
Mon. p. 319. — Reiche Voy. Galin. Abyss., t. 25, fig. 2. — Meru Niederung,
November, Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone im October und December. 5 Exemplare
mit dunkel blauen, kupferig-violetten bis goldig kupferigen Flügeldecken.
Die Art wurde zuerst aus Abyssinien beschrieben; mit ihr sind identisch L. serie-
foviata Fairm. Ann. Belg. 1891 c. r., p. 303 ^ und L. foveipennis Jag. Transact. Lond.
1895, p. 161 (Lefehvrei Clavar., Wytsm. Genera 32, p. 12), erstere von Britisch Ost-
afrika, letztere von Mashonaland.
Lema Kegimbarti Gesteo.
Ann. Mus. Civ. Genova 1895, p. 433. — Jag. Proceed. Lond. 1898, p. 212. —
Ws. Archiv f. Naturg. 1901, p. 149. — 3Ieru Niederung, am Flusse Ngare na nyuki
vom November bis Januar, an den Natron Seen im Februar, sowie am Küimandjaro
in der Kibonoto Niederung und Kulturzone vom Januar bis November. 38 Exemplare.
In Jacoby's Beschreibung fällt auf, dass der Thorax p. 212 "rather long" und
p. 213 "rather more elongate than usual" genannt wird. Es dürfte aus Versehen long
statt broad geschrieben sein, denn die übrigen Angaben passen nur auf die vorlie-
gende Art.
Lema australis Lac.
Mon. p. 319. — L. cribraria Jag. Transact. Lond. 1888, p. 190; Wytsm. Genera
Ins. 23, t. 2, flg. 60^. — Küimandjaro: Kibonoto Niederung, Januar; Kulturzone, Fe-
bruar, Mai und November, Natron Seen, Februar, 8 cf , 4 9.
Leicht kenntlich an den Punktreihen der Flügeldecken, die sehr eng an einander
liegen und sehr schmale Zwischenstreifen haben; die sechste bis achte Reihe sind hinter
der Mitte mehr oder weniger verworren, ähnlich wie bei der besser bekannten Crioceris
livida Dalm. Lagordaire spricht in der Diagnose von der 7. und 8. Reihe, in der Beschrei-
bung irrtümlich von der 8. und 9. und den benachbarten Reihen. Jedenfalls haben diese
verworrenen Reihen Jagoby veranlasst, im ganzen 12 Reihen zu zählen. Dass beide
Beschreibungen sich auf dasselbe Tier beziehen, geht aus der Geschlechts Auszeichnung
des c^ hervor, bei dem die Mittelschienen in Ys Länge in einen grossen, gewöhnlich röt-
lichen Zahn erweitert sind, ähnlich wie bei der oslindischen Lema roromandeliana. F.
Bei dieser und der vorigen Art hat der Thorax keine Seitengruben.
* Der Ausdruck bei Fairmaire 1. c. "fiontt" inter oculo.s foveata" muss wohl "callosa" heissen.
156 SJÖKTEDTS KIIilMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Leina semistriata u. sp.
Metallico-nigra, supra leviter aurichalceo-inicans, prothorace punctato-rugoso, medio
constricto, elylris anlice fortiler strialo-puiiclalis (seriebus internis rugas nonnullas distur-
batis), pone medium punctato-striatis, inlerstitiis carinalis. — Long. 6.5 mm.
Eine höchst auffällige Art. Einfarbig schwarz, unten metallisch, oben auf den er-
habenen Stellen zwischen der Punktirung mit Älessingschimmer. Stirn und Hals massig
dicht punktiert, die Stirnhocker durch eine Mittelrinne getrennt, aussen von den tiefen
Augenfurchen begrenzt, und hinten durch einen gebogenen schwachen Quereindruck vom
Halse geschieden. Thorax wenig breiter als lang, in der Mitte eingeschnürt, die vordere
Borstenpore auf einem dicken Kegel eingestochen, vor der Basis mit einem Quereindrucke,
der mehrere Querrunzeln besitzt, die übrige Scheibe darmartig gerunzelt. Schildchen dicht
und fein punktirt. Flügeldecken grob punktirt; in der vorderen Hälfte sind die Beihen,
in denen die Grübchen stehen, durch einige darmartige Bunzeln gestört, so dass dort die
Scheilie ziemlich unregelmässig iiunktirt erscheint, hinter der Älitte ist sie dagegen regel-
mässig punktirt gefurcht, mit schmalen, leistenförmigen Zwischenstreifen. — Küimandjaro:
Kibonoto Niederung, 1 Ex.
Leiua clialcoptera Lac.
Mon. p. 352. — Ws. Archiv f. Naturg. 1901, p. 147 et 155. — Jag. Transact.
1901, p. 212. — L. foreicollis Gerst. Archiv f. Nal. 1871, p. 79. — L. pulchella
Pering. Trans. S. Afr. RIus. 1892, 82. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Januar,
Februar, April, Mai, und vom September bis December; seltener in der Kibonoto
Niederung, Januar, sowie in der Meru Niederung am Ngare na nyuki vom November bis
Januar; endlich am Meru Begenwald, 3,000 m. Höhe, Januar und Februar, 60 Exemplare.
Die häufigste Art, und von Abyssinien bis zum Kaplande verbreitet. Mit der Stamm-
form wurden auch folgende Farbenabänderungen gefangen:
ab. Gerstwcl-eri Ws. Arch. f. Nat. 1901, p. 155. 53 Exemplare.
ab. sanguinicollis Lac. Mon. p. 379. 9 Exemplare.
ab. femoraUs. Wie sanguinicollis gefärbt, aber wenigstens die Hinterschenkel,
später noch die Mittelschenkel, endlich auch noch die Brust rot. 4- Exemplare.
Loma bipunctata Baly.
Ann. Nat. Bist. 1865, p. 157. — Ws. Arch. f. Nat. 1901. 160. Es wurde nur
die ab. iderica (Ws. Arch. f. Nat. 1904, p. 157) am Kilimandjaro in der Kibonoto
Niederung im Januar in 1 Exemplare erbeutet.
Lema suahelorum Ws.
Arch. f. Naturg. 1901, p. 161. — Kilimandjaro: In der Kibonoto Niederung
vom November bis Januar und am Meru, Begenwald 3 000—3,500 m. hoch im Januar;
7 Exemplare.
WKISE, C'IlItYSOMELID^ UND COCCINELLIDJ-;. 157
Leiiia Pauli Ws.
Arcil. f. Nat. 1901, p. 161. — Merii Niederung, November, und am Flusse Ngare
na nyuki, Januar. 2 Exemplare.
Lema acutangula N\'s.
Arch. f. Nat. 1901, p. 158. — Das einzige Exemplar, am Mern in 3,000 m.
Höhe im Januar erbeutet, hat die Fühler und Beine hell rötlich gelbbraun, nur die äus-
serste Spitze der einzelnen Fühlerglieder ist verloschen angedunkelt. Damit solche Stücke
in Zukunft nicht als besondere Art aufgefasst werden, belege ich sie mit dem Namen ab.
xanthopldla.
Lema fugax Ws.
Arch. f. Nat. 1901, p. 159. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April, 4
Exemplare. Diese und die vorhergehenden Arten wurden zuerst von meinem Sohne Paul
Weise in Usambara gefangen.
Lema kibonotensis n. sp.
Fulva, fronte convexiuscula prothoraceque sublaevibus, elytris aeneis vel aeneo-
coeruleis, apice testaceo-flavis. Long. 5.5 mm.
ab. u. zonaUi: Elytris fulvis, fasciis duabus nigris, prima in basi, secunda pone medium.
Auf den ersten Anblick der L. apicipennis Lac. ^ sehr ähnlich, aber in folgenden
Punkten sicher verschieden: Die Stirn ist in dem Dreiecke über den Furchen ziemhch
glatt, sparsam gelblich weiss behaart, massig gewölbt, und fällt zum Halse so ab, dass
die Trennung mindestens durch einen Quereindruck zu erkennen ist. Die Augenrinnen
werden hinter den Augen tiefer und begrenzen dort einen massig breiten, scharf geran-
deten, hohen Streifen, welcher bei apicipennis schmal und abschüssig ist. Endlich sind
Fühler, Beine und Unterseite einfarbig rotgelb. In der Form und Skulptur des Thorax
stimmen beide Arten überein, die Flügeldecken dagegen sind bei kibonotensis kürzer und
deutlich breiter gebaut, ihre Punktirung, der Eindruck neben der Naht hinter der Basis,
die Wölbung der beiden ersten und der 3 letzten Zwischenstreifen, sowie die hell rötlich
gelbe Spitzenmake] weichen nicht wesentlich ab, dagegen scheint die Grube, in der sich
hinten die dritte und 6. bis 8. Punktreihe vereinigen, grösser und tiefer zu sein.
Auffällig ist die Farbenvarietät «. Bei ihr sind die Flügeldecken rotgelb, mit zwei mas-
sig breiten, schwarzen Querbinden, von denen die erste an der Basis liegt. Sie ist ge-
'■ L. apicipennis Lac, Mon. 1845, p. 387, wurde nach Stüc-ken von clor Guinea Kü.ste beschrieben.
Mit ihr ist identisch 1., L. Miirrayi Baly, Cist. Ent. II 1878, p. 308. — Clavar. Gen. Ins. 23, t. 2,
fig. 3 von Guinea, Gabun, Old Calabar 2., L. apicicornis Jag. Transad. 1888, p. 191, ebenfalls von Old
Calabar. Das Tier ist an der Stirn kenntlich, welche anliegend gelblieh behaart und zwischen den Furchen
kaum gewölbt ist; hier ist sie fein punktirt, mit einer kurzen, grubenförniigen Mittolrinne auf dem Scheitel,
und geht dann ganz allmäiilich in den Hals über. An den Fühlern sind die letzten 2, 3 oder mehr Glieder
gelblich gefärbt.
158 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
raeinschaftlich, hinten ziemlich gradlinig, aber nicht recht scharf begrenzt und endet an
der Vertiefung neben der Naht, so dass sie etwa das erste Fünftel der Länge bedeckt.
Die zweite, hinter der JMitte, ist kaum schmaler, sie bildet auf jeder Decke einen sehr
schwachen, nach hinten geöffneten Bogen, der kaum die Naht berührt, aussen aber, auf
dem letzten Zwischenstreifen, etwas verlängert ist.
Es wurden in der Kulturzone des KiUmandjaro bei Kibonoto am 17. und 18.
April 3 Exemplare gefangen.
Leina gularis n. sp.
Subelongata, nigra, nitida, antennis basi plus minusve maculaque transversa verticis
rufo-testaceis, gula magna, convexa, flava; prothorace parce punctato, sulco ante basin
lato et profundo, medio dilatato, disco in medio utrinque bifoveolato, elytris nigro-coeru-
leis, punctato-striatis, interstitiis apice parum convexis. — Long. 5.2 mm.
Ausgezeichnet von den übrigen Arten durch den Bau und die Skulptur des Thorax,
sowie durch die sehr grosse, gewölbte hell gelbe Kehle. Der Thorax ist etwa so lang
als breit, nahe der Mitte am engsten und von hier nach vorn und hinten fast gleichmäs-
sig erweitert; er hat vor der Basis eine breite und tiefe, in der Mitte erweiterte Quer-
rinne, die sich an den Seiten mit einer grossen, oben von einer Kante begrenzten Grube
verbindet. Davor liegen jederseits 2 Grübchen, das innere gerundet, das äussere quer.
Der Mittelstreifen ist zerstreut in 3 unregelmässigen Reihen, der Raum über dem nach
aussen tretenden vorderen Borstenkegel sparsam punktirt. Der Kopf ist schwarz, matt,
nur der abgeschnürte Hals glänzend, die Stirn ist breit dreieckig, äusserst kurz und fein
grau behaart, runzelig punktirt, kaum gewölbt, aber hinten deutlich zum Halse abfallend,
mit massig tiefen, durch die Behaarung ziemlich verdeckten Augenrinnen und einer, im
oberen Teile schärfer ausgeprägten Mittelrinne. Der Abfall zum Halse ist rötlich gefärbt.
Die Fühler reichen etwa bis hinter die Schulter und sind bis zur Spitze massig verdickt,
das zweite Glied, sowie die Basis der 2 oder 3 folgenden Glieder rötlich. Flügeldecken
doppelt so breit als der Thorax, parallel]^ hinter der Basis nahe der Naht unbedeutend
eingedrückt, kräftig in sehr regelmässigen Reihen punktirt, mit ziemlich ebenen, vor der
Spitze wenig gewölbten Zwischenstreifen. Unterseite schwarz, dicht und sehr fein greis
behaart, Beine pechschwarz.
KiUmandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 11 Mai, 1 Exemplar.
Ausserdem befindet sich in meiner Sammlung ein Exemplar, welches bei Mikindani
mit Exothispa Reimen Kolbe zusammengefangen und mir von Herrn Heyne vor Jahren
überlassen worden war. Bei diesem Stücke ist das erste und zweite Fühlerglied gänzlich
nebst der Unterseite der 2 folgenden Glieder hell rötlich gelb, die Beine sind ähnlich, nur
etwas gesättigter rot gefärbt, mit angedunkelten Tarsen. Die gelbe Kehle und die überein-
stimmende Einrichtung des Thorax und der Flügeldecken brachte mich erst darauf, dass
beide zu derselben Art gehören müssen.
WEISE, CHRYSOMEI^ID« UND COCCINELLID^. 159
LeiUii fuscitarsis Jac.
Proceed. 1897, p. 240. — Ws. Arch. f. Nat. 1901, p. 148 und 155. Das d" hat
einen feinen Längskiel vor der Mitte des ersten Bauchsegmentes. — Küimandjaro: In
Leitolvitok, in der Kulturzone bei Kibonoto (Januar, März, April, Mai, August), in der
Obstgartensleppe (December), sowie in der Kibonoto und Meru Niederung (Januar) wurden
22 Exemplare gefangen, davon gehören 10 zur typischen Form, bei 10 anderen sind die
Fühler fast einfarbig gelbbraun, 2 Exemplare endlich haben das Endglied der Fühler
schwarz.
Lema verticalis n. sp.
Nigra, palpis antennisque arüculis septem uUimis obscure testaceis, fascia verticis fulva,
prolhorace sublaevi, pone medium profunde coarctato, elytris aeneis, striato-punctatis, pone
basin impressis. — Long. 5 — 5,5 mm.
Var. «. Antennis omnino nigris, elytris flavo-brunneis, apice aeneis.
Var. ß. Immatura, testacea, elytris obsolete aeneo indutis, antennis, femorum apice,
tibiis tarsisque nigricantibus, tuberculis frontalibus interdum nigris.
Etwas grösser als die vorhergehende und ihr in der hellen Form./S sehr ähnlich,
jedoch durch die dunklen Fühler, Schienen und Tarsen und den leichten metallisch grün-
lichen oder bläulichen Anflug der Flügeldecken stets zu unterscheiden. Als Ausgangspunkt
nehme ich die dunkelste Form an, die nur in einem Exemplare aus der Kulturzone bei
Kibonoto (August) vorliegt. Sie ist schwarz, unten zart greis behaart, oben glänzend, ein
Querband der Stirn zwischen dem oberen Rande der Augen gelblich rot, Flügeldecken
dunkel metallisch grün, der Fortsatz der Hinterbrust zwischen die Älillelhüften und der
des 1. Bauchringes zwischen die Hinterhüften, der Hinterrand der ßauchringe, die Taster
und die sieben letzten Fühlenglieder schmutzig rostrot. Jedenfalls ist diese Färbung der
Fühler nicht normal, denn bei allen übrigen Stücken sind dieselben einfarbig schwarz.
Stirn glatt, mit einzelnen Pünktchen, die Augenrinnen tief, behaart, die Stirnhöcker bilden
eine leicht gewölbte Fläche, die im oberen Teile eine kurze Längsgrube besitzt und hinten
allmählich in den Hals übergeht. Thorax hinter der Mitte tief eingeschnürt und mit einer
kräftigen, breiten Querfurche versehen, welche in der Mitte ein Längshöckerchen hat und
an den Seiten in eine Grube mit kantigem Oberrande übergeht. Die Vorderecken, in denen
die Pore eingestochen ist, treten in einem abgerundeten Winkel nach aussen. Die Scheibe
ist massig gewölbt, glatt und glänzend, nur unter starker Vergrösserung sind bei einigen
Exemplaren zwei Reihen von Pünktchen in der Mitte und einige ähnliche über den
Yorderecken bemerkbar. Flügeldecken regelmässig gereiht-punktirt, mit glatten, ziemlich
ebenen Zwischenstreifen, von denen die inneren nahe der Spitze und die beiden äusseren
gewölbt sind Die dritte bis siebente Reihe sind hinten verbunden und fallen hier in eine
gemeinschafthche Grube ab; nahe der Naht ist hinter dem Schildchen ein massig üefer
Eindruck, der eine deutliche Basalbeule absetzt.
In der Abänderung «, die in einem Exemplare am 18. April in der Kulturzone bei
160 SJÖSTEDTR KII,IMAND.TARO-MERU EXPEDITION 7: 12.
Kibonoto gefangen wurde, sind die Flügeldecken gelbbraun, die Spitze und ein undeut-
licher, feiner Nahtsaum schwarz metallisch.
Für unausgefärbt halte ich die Stücke unter ß. Sie sind rötlich gelbbraun, Fühler,
Spitze der Schenkel, nebst Schienen und Tarsen schwarz; bei einigen Exemplaren ist die
Mitte des ersten Bauchsegmentes und der Kopf vor den Fühlern schon angedunkelt, ein
anderes Stück hat auf der SUrn einen schwarzen Fleck, der den Raum zwischen den
Rinnen bis vor den Scheitel bedeckt. Hiervon wurden 5 Exemplare aus der Kulturzone
bei Kibonoto (Mai, August, September) und aus der dortigen Steppe (October) mitgebracht.
Leraa liirtifroiis Ws.
Archiv f. Nat. 1901, p. 156. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 8. November,
1 Exemplar. Ein zweites Stück vom gleichen Fundorte dürfte verkrüppelt sein, auf den
Flügeldecken sind die Zwischenslreifen bis vorn hin leistenartig gewölbt.
Leiiia pubifroiis Jac.
Proceed. London 1898, p. 215; Transact. 1901, p. 210. — Küimandjaro, in der
Kibonoto Niederung und am Meru, Regenwald, 3000 m. hoch im Januar in 5 Exemplaren
gefangen.
Crioceris liTula Dalm.
Analecta ent., p. 73. — Lac. Mon., p. 568. — Ws. Arch. f. Nat. 1901, p. 162.
— Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Mai und November, 2 Exemplare. Fühler und
Beine, Brust und Bauch (mit Ausnahme der Spitze) schwarz, auf dem Thorax ist die Mittel-
linie von dem verloschenen Quereindrucke bis nahe zum Vorderrande glatt und etwas gewölbt.
Die Art wurde von Sierra Leone beschrieben und scheint über ganz Älittelafrika
verbreitet zu sein.
Crioceris kwaiensis Ws.
Arch. für Nalurg. 1901, p. 163. — In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibo-
noto im Mai, 1 Exemplar.
Crioceris nigropunctata Lac.
Mon.. p. 585. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, December, und Niederung,
Januar, 2 Exemplare, von 3,5 — 5 mm. Länge, zur ab. laficollis Jac, Transact. 1888,
p. 191, t. 7, flg. 1, gehörig, welcher die beiden schwarzen Makeln des Thorax fehlen;
zwei andere Stücke aus der Obstgartensteppe (März) und der 3feru Niederung vom Flusse
Ngare na nyuki (Januar), haben auf den Flügeldecken nur noch die schwarze Humeral-
makel, die übrigen sind geschwunden = ab. defecta.
WKISE, CHRTSOMELIDiE UND COC'f'INELLin.T;. 161
Megalopini.
Lencastea Sjöstedti n. sp.
Taf. 4, Fig. 16.
Subtus fulva, pectore pedibusque nigris, supra nigro-pilosa, antennis fuscis apicem
versus rufescentibus, capite, prothorace scutelloque rufis, macula media frontis maciilisque
Iribus prothoracis nigris, elytris nigris, fascia conmumi flava. — Long. 7 — 8 mm.
Rias: femoribus posticis sat incrassatis.
var. a. Meso- et melasterni medio trochanteribusque fulvescentibus.
var. ß. Fronte iminaculata, maculis prothoracis plus minusve deficientibus.
var. //. Immatura, flavo-rufa, elytris stramineis, fronte macula nigra, tibiis apice
tarsisque obsolete infuscatis.
In Grösse, Körperform und Skulptur der L. oceipifaMs Ws. ähnlich, aber etwas
schlanker gebaut, der Scheitel mehr in Form einer Querkante aufgewulstet, der Winkel an
der breitesten Stelle des Thorax vor der Basaleinschnürung abgerundet, ausserdem durch
die Färbung völlig verschieden. Die ganze Oberseite ist sparsam mit aufstehenden schwärz-
lichen Haaren besetzt, Kopf, Thorax und Schildchen sind gelblich rot, eine zuweilen
fehlende Längsmakel zwischen den Augen und drei Makeln des Thorax schwarz. Von
diesen liegt die eine, welche klein und gerundet ist, ziemlich in der Mitte der Scheibe,
und je eine grössere am Seitenrande hinter den Vorderecken. Nelien dieser befindet sich
unterseits noch eine ähnliche schwarze Makel dicht an den Vorderhüften. Es können
nun die Seitenmakeln, oder der Älitteltleck verschwinden, bei der Var. ?] fehlen alle drei,
dagegen ist bei ihr die Stirnmakel grösser als gewöhnlich. Die Fühler sind ungefähr halb
so lang als der Körper, beim cf länger als beim ? , vom fünften Gliede an verbreitert,
dunkel und nicht lebhaft rotbraun, die 4 ersten Glieder wenigstens oberseits schwärzlich;
das dritte Glied ist fast so lang als das erste, oder so lang wie die beiden kürzesten
Glieder 2 und 4 zusammen. Stirn einzeln fein punktirt, zwischen den Augen leicht ge-
wölbt und jederseits in eine schwache Vertiefung neben den Augen abfallend, darüber bis
zum Scheitel flach gedrückt. Thorax quer, auf der Scheibe schwach gewölbt, einzeln
fein punktirt, durch eine feine Querrinne an der Basis stärker als an der Spitze einge-
schnürt, vor der Basalrinne schnell erweitert, dann in schwacher Rundung bis zur Apical-
rinne verengt. Schildchen fast glatt, an der Spitze massig breit ausgerandet. Flügel-
decken mit Basalbeule und Schulterhöcker, massig dicht, auf dem Abfalle zur Spitze ver-
einzelt punktirt, schwarz, eine gemeinschaftliche Querbinde dicht hinter der Mitte stroh-
gelb. Diese Binde ist an der Naht nach vorn und nach hinten etwas verlängert und
zieht sich öfter als feiner Seitensaum bis in die Nahtecke. Unten ist die Vorderbrust
und der Bauch rötlich gelb, die übrigen Teile sind schwarz, zuweilen ist jedoch die Mitte
der Mittel- und Hinterbrust nebst den Hüften, Trochanteren und den 3 ersten Tarsen-
gliedern rötlich gelbbraun.
Sjöstedts Kilii)tii»dJaro-Mi;rn Exjictiitiott. 7. 21
162 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEtr EXPEDITION 7: 12.
2 cf und 2 $ wurden am Küimandjaro bei Kibonolo in der Kulturzone im April
gefangen.
Leiicastea autennata n. sp.
Lutea, pilosa, antennis apicem versus incrassatis, verlice, margine laterali elytrorum,
pectore, tibiis larsisque piceis, fronte punctata, prothorace lateribus rotundato, elytris crebre
punctatis, basi brunneis. — Long. 5,3 mm.
FLihler pechschwarz, vom 5. Gliede ab allmählich verbreitert, Ghed 8 bis 10 quer,
das EndgUed kurz, breit, am Ende stumpf abgerundet. Kopf mit stark heraustretenden
Augen und in diesen breiter als der Thorax, die Stirn, der Scheitel und der Hals bilden
eine gleichmässige Fläche, welche massig dicht, kräftig punktirt und, wie der Thorax,
sparsam mit aufstehenden dunklen Haaren besetzt ist. Der Kopf ist schmutzig gelb, die
Mitte der Stirn, nebst Scheitel und Hals rötlich pechbraun. Thorax bräunlich gelb, deut-
lich breiter als lang, vereinzelt punktirt, vorn und hinten durch eine Querrinne einge-
schnürt und die Seiten zwischen den Rinnen stark gerundet. Flügeldecken so breit wie
der Kopf in den Augen, dicht und kräftig punktirt, blass bräunlich gelb, im ersten Viertel
dunkler, braun, ein schmaler Saum am Seitenrande bis hinter die Mitte schwärzlich. Die
Scheibe ist ziemlich dicht mit langen, nicht ganz anliegenden greisen Härchen bedeckt,
zwischen denen einzelne ähnliche Härchen aufgerichtet sind. Unterseite bräunlich gelb,
Mittel- und Hinterbrust (ohne Seitenstücke), sowie die Beine schwärzlich, Schenkel heller,
rotbräunlich. Bauch und Beine sind mit langen abstehenden, die Brust mit anliegenden
und kürzeren greisen Härchen besetzt.
Da die Körperzeichnung verwaschen begrenzt und die Farben nicht recht lebhaft und
bestimmt sind, könnte das einzige Exemplar, welches aus der Kulturzone am Kibonoto
(April) stammt, noch nicht völlig ausgefärbt sein, trotzdem würde sich die Art an dem
nicht zugespitzten, kurzen und breiten Endgliede der Fühler, sowie an der zweifarbigen
Behaarung der Oberseite wohl sicher erkennen lassen.
Clyfrini.
Diaproniorplia tetteusis Gekst.
Monatsber. Ak. Wissensch. Berhn 1855, p. 636; Peters Reise 1862, p. 333, t. 20,
flg. 7. — üsamharit: Mombo, Juni, 2 Exemplare.
Peploptera iinpre.ssa Hae.
Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1880, p. 268. — Küimandjaro: Kibonoto Niederung,
6. April, 1 Exemplar.
Herr v. Harold stellte dies Tier 1. c. zu Miochira, aber die Körperform und die
Einrichtung der Tarsen spricht dagegen. Kopf, Flügeldecken und Beine sind genau so
gebaut wie in den typischen Peploptera-Yormen, nur der Thorax, der an den Seiten
gerundet und in der Mitte etwas breiter ist als die Basis der Flügeldecken, macht einen
WEISE, CHBYSOMELID.« UND COCCINELLID^. 103
abweichenden Eindruck. Wir besitzen jedoch bei P. acromialis annähernd dieselbe Bildung,
auch die beiden Schrägeindrücke des Thorax, nach denen die Art benannt ist, haben die
gleiche Lage wie l)ei den meisten Gattungsgenossen.
Das vorliegende Stück hat auf jeder Flügeldecke 3 schwarze Flecke, einen ovalen
auf der Schulterbeule, einen kleinen, gerundeten zwischen Schulter und Schildchen, etwa
um seinen Längsdurchmesser vom Vorderrande getrennt, und den typischen Längsfleck
dicht hinter der Mitte neben der Naht.
Peploptera dorsata Lac.
Mon., p. 245. — Bei dem einzigen Exemplare, welches in der Kulturzone des
Kilimandjaro bei Kibonoto am 9. November gefangen wurde, ist die schwarze, vorn ab-
gekürzte Miltelbinde des Thorax beiderseits verengt, die Seitenmakel klein, oval, der
Humeralfleck der Flügeldecken hat normale Grösse, die gemeinschaftliche Längsmakel in
der J\ntte der Naht ist ziemlich breit.
hu südöstlichen Afrika, Natal etc. häufiger.
Peploptera Barkeri Iac.
Transact. 1901, p. 223. — Usamharci: Tanga, 4. Juni, 1 Exemplar. — Es ist
möglich, dass auf die vorliegende, in Usambara gemeine Art P. ahyssiniam Lef., Revue
et Mag. 1877, p. 225, bezogen werden muss.
Peploptera merueusis n. sp.
Taf. 4, Fig. 1.
Elongata, subtus nigra, dense argenteo-pubescens, pedibus fulvis, capite nigro crebre
punctato, clypeo sublaevi, palpis antennisque fulvis, bis apice infuscatis, prothorace fortiter
punctato, fulvo, vitta media nigra, elytris albicantibus, apice fulvescentibus, striato-punc-
tatis, linea suturali et laterah apice abbreviatis nigris. — Long. 3,5 mm.
Eine kleine, schlanke Art, die an der dichten und starken Punktirung des Thorax
und der schwarzen Zeichnung der Flügeldecken leicht wieder zu erkennen ist. Die Stirn
ist schmal, wenig breiter als ein Auge, dicht punktirt, mit einem lang dreieckigen Ein-
drucke zwischen den Augen und einer kurzen, glatten Ähttellinie darüber. Der Clypeus
hat einen breiten, tiefliegenden Streifen am Vorderrande und einen gewölbten quer drei-
eckigen Teil darüber und ist sparsam punktulirt. Der Thorax ist etwas breiter als lang,
von den Hinterecken in sanfter Rundung bis zu den Vorderecken verengt, gelblich rot,
grob punktirt, eine Längsbinde, die etwa Vs der Breite einnimmt, schwarz. Flügeldecken
blass gelblich weiss, an der Spitze mit rötlichem Anfluge, die Naht und der Seitenrand
bis zum Abfalle zur Spitze fein schwarz gesäumt. Der Nahtsaum ist auf die Kante selbst
beschränkt und am Ende dreieckig erweitert. Der Seitensaum beginnt mit einer grossen,
dreieckigen Längsmakel in der Schulterecke und reicht an der Basis von der fünften
ganzen Punktreihe bis über die Epipleuren; er verschmälert sich schnell bis auf die Kante
164 SjTlSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION 7: 12.
des Seitenrandes und ist erst am Ende wieder erweitert. Die schwarzen Epipleuren trennen
diese Art von allen bisher bekannten. Die Unterseite ist nebst dem Pygidium schwarz
und dicht anliegend silberweiss behaart, ein Streifen an den Seiten der Vorderbrust und
die Beine gelblich rot.
Es wurde nur 1 cf in der Meru Niederung, Ngare na nyuki, am 24. November
1905 gefangen.
Melitonoma sobriua Lac.
Mon., p. 377. — Kilimandjaro : Kibonoto Steppe, 1000 ra. hoch, 1 Exemplar.
Ich bin nicht ganz sicher, ob dies Tier die wirkliche Sabrina Lac. ist, aber es
zeichnet sich durch verhältnismässig lange Tarsen aus, Unterseite und Beine sind ein-
farbig schwarz. ÜbereinsUmmende Stücke befinden sich in meiner Sammlung von Ukerewe
(Ertl.) und Dar es Salaam. Jacoby schreibt der Art mit Unrecht (Entomologist 1903,
p. 92) gelbe Schienen zu, nur die Var. *., scita Lac, ist mit solchen angegeben.
Melitouoiua diligens u. sp.
Subcylindrica, nigra, antennis basi ferrugineis, prothorace, elytris tibiisque (apice
excepto) fulvis, clypeo brevi, lato, triangulariter exciso, prothorace laevi, maculis tribus
nigris, elytris dense evidenter ruguloso-punctatis, singulo maculis quinque aeneo-vel coe-
ruleo-nigris; 1, 2,2. — Long. 5 — 5,s mm.
Den übrigen Arten sehr ähnlich und der 31. bomaensis Jac. nahe stehend, ausge-
zeichnet durch die Schienen, welche von der Basis bis vor die Spitze rotgelb gefärbt
sind, während diese selbst nebst den Tarsen schwarz bleibt, ferner durch das breite Kopf-
schild, das vorn in einem stumpfen Winkel ausgeschnitten ist, endlich durch die verhältnis-
mässig starke und etwas runzelige Punktirung der Flügeldecken, deren letzter Teil auf
dem Abfalle zur Spitze ziemlich glatt ist, während die Punkte dicht davor, sowie neben
der Naht und über dem Seitenrande unregelmässig gereiht sind. Die Stirn ist breit, nicht
dicht punktulirt, gelblich greis behaart, und hat zwischen den Augen nur einen weiten
und sehr schwachen winkeligen Eindruck. Die schwarze Farbe des Kopfes hat einen
leichten metallisch grünen oder blauen Anflug, welcher auf den Ähikeln des Thorax und
namentlich denen der Fliigeldecken stärker und ziemlich deutlich ist. Von den Makeln
der Flügeldecken ist die erste gerundet, wie bei verschiedenen anderen Arten, die 4 fol-
genden sind mehr oder weniger eckig, die vierte und fünfte sind etwas, zuweilen bedeu-
tend länger als breit und laufen einander parallel.
In der 3Ieru Niederung wurden am 27. December 4 o^ and 3 ? gefangen.
Melitouoma patruelis Lep.
Ann. Belg. 1891, C. r., p. 252. — Meni Niederung am Ngare na nyuki, Januar,
1 Exemplar.
WEISE, CHRYSOMELID^ UND COCCINELLIDiE. 165
Melitonoma maiulibularls n. sp.
Subcylindrica, nigra, subtus griseo pubescens, anlennis basi, prothorace elytrisque
flavo-testaceis, illo obsolete punctulato, maculis tribus nigris, elytris subtiliter punctatis,
singulo macula huraerali et apicali fasciisque duabus nigris; clypeo antice latissimo, trun-
cato, mandibulis validis. — Long. 5 mm.
An der Kopfbildiing leicht zu erkennen. Die Stirn ist breit, glatt, und zwischen
den Augen quer eingedrückt; diese Vertiefung ist neben jedem Auge äusserst fein runze-
lig punktirt und mit sehr kurzen Härchen versehen. Der Scheitel ist gewölbt; das Kopf-
schild erweitert sich schnell, so dass es in den spitzen, nach aussen gerichteten Vorder-
ecken breiler als die Stirn ist und etwas liber die Milte jedes Auges hinaus reicht. Der
Vorderrand fällt steil ab und ist gradlinig abgestutzt, die Mandibeln, deren Spitze rötlich
ist, sind lang und sehr stark und an ihrer Basis sowohl nach aussen wie nach innen
erweitert. Nach aussen treten sie gradlinig in Form eines dicken, cylindrischen, glatten
und glänzenden Höckers noch über die Vorderecken des Clypeus hinaus, nach innen ist
ihr oberer Rand in eine grosse, schief-viereckige Platte verlängert, deren obere Innenecke
zahnförmig nach oben ausgezogen ist. Tief unter diesen Platten liegt die grosse Oberlippe.
Von den drei schwarzen Makeln des Thorax ist die mittlere klein, dreieckig, unge-
fähr so gross als das Schildchen, die seitlichen sind quer und am inneren Rande in einen
Ast nach vorn verlängert. Die Schultermakel der Flügeldecken ist massig gross, rund,
die Spitzenmakel klein, quer, saumförmig. Die beiden Querbinden sind durch Vereinigung
der Normalmakeln, 2 bis 5 entstanden, was man noch an einer leichten Einschnürung
in der Mitte erkennt; sie reichen bis an die Nahtkante, bleiben aber vom Seitenrande
etwas weiter entfernt.
Auf diese Art, von der nur 1 cT am 29. November am Küimandjaro in der Kibo-
noto Niederung (Steppe) erbeutet wurde, bezieht sich wahrscheinlich Mel. epistomalis Jag.,
Proceed. 1897, p. 2-47, vom Mashonalande.
Gynandrophthalma vittata Lef.
Rev. et Mag. Zool. 1877, p. 227. — Küimandjaro: Es wurden 3 Exemplare bei
Kibonoto in der Niederung und der Kulturzone (Steppe) im April und in der Meru Nie-
derung im November gefangen.
Der Autor hat diese und viele andere Arten nur mit einer Diagnose versehen, aber
nicht ausführlich beschrieben und verglichen, da entstehen oft Zweifel, ob die betreffende
Art wirklich vorliegt. Von vittata erhielt ich einige Stücke von Keren durch Herrn Heyne,
welche 4,5 — 5,5 mm. lang sind, die von Herrn Prof. SjOstedt gesammelten variiren in
der Länge von 4,5 — 6,7 mm. Sie sind oberseits glänzend und auf den Flügeldecken
merklich feiner als die abyssinischen Stücke punktirt. Die Art ist rotgelb mit weisslich
gelben Flügeldecken, Mittel- und Hinterbrust, Kopf, Schildchen, ein Nahtsaum und eine
fast gradlinige Längsbinde hinter der Schulter jeder Flügeldecke (am Ende abgekürzt)
schwarz. Die Stirn ist massig dicht, fein punktirt und anliegend w'eisslich behaart; sie hat
166 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEKU EXPEDITION. 7: 12.
Über dem Kopfschilde einen weiten, bogenförmigen, nach unten offenen Eindruck, der
aus den 3 Grübchen zusammengesetzt ist, die vielen anderen Arten eigen sind. Der
Vorderrand des Kopfschildes ist in sehr stumpfem Winkel ausgeschnitten. Der Thorax
ist vorn und an den Seiten oft weisslich gerandet. Die gemeinschaftliche schwarze Naht-
binde der Flügeldecken ist schmal, von gleicher Breite auf dem Abfalle zur Spitze all-
mähhch verengt, und erreicht die abgerundete Nahtecke nicht ganz: bei den Stücken aus
Abyssinien erweitert sie sich in etwa 7^ Länge schwach, aber deutlich, ist also breiter.
Die Längsbinde ist breiter als der Nahtsaum, im Quereindrucke hinter der Schulter unbedeu-
tend gebogen, bis zum Ende gleichbreit, hier abgestutzt oder verschmälert und abgerundet.
Gjnaudrophthalma punctipcuuis Lef.
Rev. et Mag. Zool. 1877, p. 226. — Der vorigen Art ausserordentlich ähnlich, aber der
Kopf vor den Augen rotgelb, der Thorax schwarz gezeichnet und die Flügeldecken be-
deutend dichter punktirt. Die Stirn ist kräftig, runzelig punktirt und hat einen weiten,
graden Ouereindruck, der vom unteren bis zum oberen Rande der Augen reicht. Er
wird unten durch eine niedrige und stumpfe Kante vom gelben Teile geschieden und
steigt oben allmählich zu dem gewölbten, sparsam punktirten Scheitel an. Der Thorax
ist bei dem vorliegenden 7 mm. langen Stücke feiner als die Flügeldecken punkürt und
trägt jederseits eine viereckige schwarze Makel, die vorn in einen schräg nach innen lau-
fenden Ast verlängert ist. Die drei schwarzen Längsbinden der Flügeldecken haben ge-
nau dieselbe Lage, Form und Ausdehnung wie bei vitUita, an den Hinterschenkeln ist
auf dem Rücken ein feiner dunkler Strich, am Aussenrande der Schienen vor der Spitze
ein ähnlicher Strich bemerkbar, ausserdem ist der zweite bis vierte Halbring des Bauches
angedunkelt.
In der Merii Niederung am 2. December 1 Exemplar.
GyuaiulrophtJialma iiiffrollueata Gesteo.
Ann. Mus. Civ. Genova 1895, p. 436. — Kilimanäjaro: Kulturzone am Kibonoto
am 4. December 1 Exemplar von 3 mm. Länge. Kleiner, schlanker gebaut als die vori-
gen Arten, ähnlich gefärbt, jedoch der schwarze Kopf nicht dicht punktirt, mit tiefer,
Stirngrube, der Thorax weitläufig punktirt, die schwarze Nahtbinde der Flügeldecken an
der Spitze bis auf die Nahtkante verengt, aber dann vieder erweitert und ein Stück am
Hinterrande verlängert, die andre Binde liegt unmittelbar am Seitenrande.
Gynautlroplitlialina bifasciata Lef.
Revue et Mag. Zool. 1877, p. 229. — Diese Art ist kürzer und breiter gebaut als
die vorigen, hell rötlich gelbbraun, die erweiterten Fühlerglieder schwarz, Kopf und Tho-
rax lebhaft und hell rot, Flügeldecken weisslich gelb, 2 breite Querbinden (an der Basis
und hinter der Mitte) schwarz. Die erste Binde ist gemeinschaftlich, aber an der Naht oft
sehr verengt; am Aussenrande verlängert sie sich stets mehr oder weniger weit nach
WEISE, (mitYSOMELIDif: UND COCCINET.LTD/T). 167
hinten. Die zweite erreicht weder die Naht, noch den Seitenrand ganz, sie ist aussen
nach hinten wie nach vorn ausgezogen und vereinigt sich nicht selten in der Rütte des
Seitenrandes mit der ersten. Bei einem Exemplare aus der Kibonoto Niederung (Januar)
fehlt die zweite Binde gänzlich: ai). dcfedci.
Es wurde ausserdem je 1 Exemplar in der Kulturzone bei Kibonoto im April und
in der Obstgartensteppe des Küimmuljaro im März erbeutet.
Gynaudrophtliiünia zanzibarica Lef.
Rev. Mag. Zool. 1877, p. 229. — Eine gestreckte Art, bei welcher der Clypeus
vorn quer-viereckig ausgerandet, die Stirn mit einer tiefen, auch in der Umgebung punk-
tirten Grube versehen und der Thorax fast glatt ist. Die schwarze Zeichnung der Flü-
geldecken besteht anfangs aus zwei' gemeinschaftlichen Querbinden an der Basis und vor
der Spitze, die durch einen feinen Seitensaum verbunden sind. Später zweigt sich von
der Basalbinde hinter der Schulter eine Spitze ab, die sich allmählich als breiter Strich
mit der zweiten Binde vereint. Dann wird über dem Seitenrande ein kleiner, länglicher,
gelber Fleck eingeschlossen, der zuletzt verschwindet. Gelb gefärbt ist ausserdem eine
gemeinschaftliche viereckige Quermakel in der ]\htte und ein feiner, in der Mitte begin-
nender und an der Spitze stark erweiterter Seitensaum. Ein wahrscheinlich noch nicht
ausgehärtetes Exemplar hat weisslich gelbe, durchscheinende Flügeldecken, die im ersten
Viertel und an der Spitze gesättigter gelb gefärbt und nicht durchscheinend sind.
Meine Vermutung, Arch. f. Naturg. 1902, p. 128, dass G. usambarica trotz der
grossen Ähnlichkeit in Farbe und Zeichnung von zanzibarica verschieden sein dürfte,
bestätigt sich; denn bei usambarica ist die Stirngrube durch einen schwachen, winkeligen
Eindruck ersetzt, der Thorax deutlich punktirt und die Naht bleibt selbst in der dunkel-
sten Form mombonensis, deren Flügeldecken ganz schwarz sind, immer noch rötlich ge-
färbt, was auf kein Stück der zanzibarica zutrifft. Letzterer Name ist von Lefevre nicht
gut gewählt, denn man folgert daraus das Vorkommen dieser Gebirgsart bei Zanzibar.
Es wurden 3 Exemplare am Kilmandjaro in der Kullurzone bei Kibonoto im April
und November gefangen.
Gynandrophtlialma sonialensis Lac.
Ann. Mus. Civ. Genova 1899, p. 522. — Im Körperbau der vorigen Art ähnlich,
die Fühler einfarbig gelb, der punktirte Thorax mit massig breiter, schwarzer Längs-
binde und die Flügeldecken nur mit 2 schwarzen Querbinden. Meru Niederung, 22 No-
vember, 1 Exemplar.
Gynandroplithalma miochiroides Lef.
Rev. Mag. Zool. 1877, p. 231. — Kilimandjaro: Kibonoto Niederung, Januar,
1 Exemplar.
108 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Cryptocephalini.
Crjptocephahis aerifer n. sp.
Taf. 4, fig. .3.
Nigro-aeneus, ore antennisque nigris, his basi piceis, tibiis tarsisque flavescentibus,
prothorace basi macula magna transversa limboque apicali et laterali flavis, elytris punc-
tato-striatis, flavis, singulo macula obliqna humerali maculaque oblonga pone medium
chalybaeis. Long. 4.5 mm.
Durch die Zeichnung der Oberseite dem halb so grossen Cr. Thoreiji Jag. am ähn-
lichsten. Der Körper ist massig gestreckt, sehr dunkel metallisch grün, der Mund und
die Fühler schwarz, letztere in den Basalgliedern pechbraun. Stirn dicht runzelig punk-
tirt, oben sehr verengt, unten vom Kopfschilde schlecht getrennt. Thorax fast doppelt
so breit als lang, nach vorn in massiger Rundung stark verengt, glänzend, ziemlich dicht
aber seicht runzelig-punktirt, lebhafter grün gefärbt als die Stirn, ein feiner Saum am
Vorderrande (in der Ahtte etwas erweitert), ein breiterer Seitensaum und eine grosse
Quermakel an der Basis gelb. Nimmt man gelb als Grundfarbe an, so liegt auf der
Scheibe dicht hinter dem Vorderrande eine grüne Querbinde, welche bis hinter die Mitte
reicht und jederseits einen gebogenen Ast zur Basis sendet. Flügeldecken kräftig gestreift-
punktirt, mit schwach gewölbten, leicht quer gerunzelten, glänzenden Zwichenstreifen, gelb,
jede mit 2 stahlblauen Makeln. Die erste liegt an der Basis auf der Schulterbeule zwi-
schen dem neunten und vierten Punktstreifen; sie wendet sich hinter der Schulter in
gleicher Breite schräg nach innen, wo sie neben dem 2 Punktstreifen endet. Die zweite
befindet sich hinter der Mitte vor dem Abfalle zur Spitze und ist länger als breit, der
Naht parallel; innen beginnt sie zwischen dem 3. und vierten, aussen endet sie im 7. Punct-
streifen. 1 Exemplar in der Obstgartensteppe des Kilhiiandjaro am 22 März gefangen.
Ausserdem liegt noch ein etwas verkrüppeltes Stück eines ähnlichen Cryptoeepludus vom Mera
vor, dessen Skulptur und Zeichnung nicht normal ist.
Cryptocephalns Hildebraiidti Hae.
Monatsber. Akad. Wiss. Berlin 1880, p. 268. — Küimandjaro: Kibonoto Niederung
(Steppe), 29. September 1 9 und in der Kulturzone am 1. November 1 cf. Bei beiden
Exemplaren sind die Schienen und Tarsen hell bräunlich gelb (Harold beschrieb die
Beine einfarbig schwarz) und alle 3 Makeln jeder Flügeldecke frei; dagegen hat der Naht-
saum in Vs und -j-i Länge eine Erweiterung, welche die spätere Querverbindung der 2
inneren Makeln beider Flügeldecken andeutet.
Diese Art ist mit maculicollis Suffr. verwandt, bedeutend kleiner, auf den Flü-
geldecken feiner punktirt und abweichend gezeichnet. Die Humeralmakel dehnt sich
nicht bis an die Basis aus, Älakel 1 ist weiter vorgerückt, so dass der gelbe, elliptische
Querfleck, den macidicollis an der Basis neben dem Schildchen besitzt, in der vorliegen-
WEISE, CHEYSOMELID/TC UN» COCCINKLLID/H. 169
den Ai't bei völlig verbundenen Makeln hinten tief ausgerandet sein müsste, auch sind
die Fiihler kürzer und erinnern schon an die von Melixanthus, endlich überwiegt auf
dem Thorax die gelbe Zeichnung, bei macuMcoUis die schwarze.
Cryptocephalus Pauli Ws.
Arch. f. Naturg. 1898, p. 217. — Von der typischen Form wurde 1 $ am 3Iern
3,U00 m. hoch im Januar gefangen, 2 andere $ aus der Kulturzone des Küinunuljaro bei
Kibonolo, Februar und November, gehören zur ab. coccineus Ws. 1. c, endlich liegen noch
4 Exemplare vor die zu keiner der in Usambara beobachteten Farbenabänderungen, viel-
leicht nicht einmal zur obigen Art gehören, was sich aus späteren Penisvergleichungen
ergeljen dürfte. Ich kann an ihnen ausser der Färbung und der etwas stärkeren Punk-
tirung der Flügeldecken kein stichhaltiges Merkmal finden, um sie specifisch abzutrennen.
«. 1 $ von Leitokitok ist ganz wie coccineus gefärbt, jedoch haben die Flügel-
decken noch eine schmale, schwarze, mehrfach leicht unterlirochene Querbinde hinter der
Ählte, welche neben der Naht nach hinten biegt und sich dann noch etwas auf dieser
verlängert.
ß. Ein Pärchen vom Kibonoto, Kulturzone, 7. April und 11. Mai, ist schwarz,
Fühlerwurzel und Stirn rotgelb, Flügeldecken rot, hinter der Mitte mit einer gemeinschaft-
lichen breiten, schwarzen Querbinde, die den Seitenrand berührt, an der Naht verbreitert
und nach vorn wenig, nach hinten bis zur Nahtecke ausgezogen ist.
ri- 1 Exemplar aus der Kulturzone des Kibonoto, 12. Mai. Wie vorige, aber die
Flügeldecken einfarbig bräunlich rot. Diese Form unterscheidet sich vom ähnlichen Cr.
nnjricollis Ws. durch geringere Grösse, helle Fühlerwurzel, die weniger regelmässigen
und flacher eingestochenen Punkte in den Reihen der Flügeldecken und die dunklere
Farbe der letzteren. Die Abänderungen ß und ij fasse ich unter dem Namen mcJano-
]>hili(s zusammen.
Cryptocephalus callias Supfr.
Mon. IX. 1854, p. 122. — Küimandjaro: In der Kibonoto Niederung wurde am
1. November ein Pärchen gefangen. Es gehört zur ab. Instrio: Femoribus posticis ora-
nino rufis, pygidio abdomineque apice fulvo-limbatis, elytris coeruleis vel coeruleo-aeneis
apice fulvis.
Bei dieser Abänderung haben sich die beiden blauen oder blaugrünen Makeln,
welche der typische callias auf jeder Flügeldecke besitzt, ausgedehnt und die Decken
bis auf eine rotgelbe Quermakel in der Spitze völlig überzogen. Während so die Ober-
seite einen Überschuss an dunkler Farbe erhält, ist die Unterseite heller geworden; an
den Hinterschenkeln ist die schwarze Färbung ganz geschwunden und der letzte Bauch-
ring und das Pygidium sind ziemlich breit rotgelb gesäumt. Die Exemplare sind ober-
seits feiner punktirt, auch in den Zwischenstreifen der Flügeldecken feiner gerunzelt und
punktulirt. Übergänge zu histrio haben noch eine Spur schwarzer Zeichnung auf dem
Sjoulciltit J\'iliiiiaiiiljiiri)Mcn{ K.r}}V(}itii>it. 7. 22
170 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7; 12.
Rücken der Hinterschenkel und oft einen verloschenen roten Strich jederseits auf dem
Pygidium, nahe dem Aussenrande.
Bei der extremsten Form, der var. clialyheipenms Suffr. Mon. p. 124, vom Sene-
gal und aus dem Kaffernlande, ist die Unterseite, Beine und Pygidium einfarbig röt-
lich gelb.
Die Art ist über Mittel- und Südafrika verbreitet.
Melixauthus (Aiiteriscus) Batesi Jac.
Taf. 4, flg. 2.
Transact. Lond. 1895, p. 174 (sub. Cryptocepluilus). — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1906,
p. 39 var. tortüis. — 3 Exemplare, darunter 2 ^f, wurden am Küimandjaro in der Obst-
gartensteppe am 13. und 14. December gefangen. Sie unterscheiden sich von der Stamm-
form in folgenden Punkten: Kopfschild und Oberlippe sind schwarz, ersteres hat ausser-
dem einen weit schärferen graden, kantigen Vorderrand und ist in der Mitte der Ober-
fläche kaum concav. Die schwarze Zeichnung des Scheitels bildet nur ein schmales
Querband ; die beiden schwarzen Makeln des Thorax sind viel kleiner, gerundet, wenig
länger als breit und unter sich wie vom Seitenrande gleich weit entfernt. Die Flügel-
decken sind fast matt, in unregelmässig verdoppelten Reihen punktirt, deren Zwischen-
streifen zart gewirkt, quer gestrichelt und fein punktulirt sind. Die schwarzen Makeln
hängen unter einander zusammen. Sie bilden zunächst eine gemeinschaftliche Querbinde
an der Basis, welche aussen die grosse Schulterbeule umfasst, aber nicht den Seitenrand
berührt, innen bis in die Nähe des Schildchens zieht, hier plötzUch nach hinten biegt
und die Naht in etwa y.-. der Länge erreicht. Es bleibt also hinter dem schwarzen
Schildchen eine gemeinschaftliche dreieckige Makel rot. Etwas vor dem Ende der Bie-
gung tritt die Binde in Verbindung mit einer schmalen Quermakel in etwa y.s Länge hin-
ter der Schulter, ausseidem durch einen Nahtsaum mit einer gemeinschaftlichen Quer-
binde in -/s Länge. Diese zweite Querbinde ist aus 3 Makeln zusammengeflossen, von
denen die gemeinschaftliche Nahtmakel viel grösser als die äussere Scheibenmakel ist.
Selten sind die Makel hinter der Schulter und die drei Makeln hinter der Mitte frei. Die
Unterseite ist ähnlich gefärbt wie in Batesi, schwarz, die äussere Ecke der Vorderbrust
hinter den Hüften, die Epimeren der Mittelbrust und ein kleiner Fleck des ersten Bauch-
segmentes zwischen den Hinterhüften rötlich gelb; die Beine sind einfarbig schwarz.
Cr. b-plagiatus Jac, Transact. 1895, p. 170, darf wohl nicht zu Batesi gerech-
net werden, weil die Fühler kurz und der Thorax dreimal breiter als lang und an den
Seiten schwach gerundet angegeben sind.
Die Gattung Melixanthus beschrieb Suffrian, Mon. IX. 1854, p. 8, nach einem
"nur auf einem sehr beschränkten Räume vorkommenden Käfer", der nach p. 10 "in
einem sehr beschränkten Bezirke in Hinterindien einheimisch" sein soll und nach p. 11
endlich auf Borneo gesammelt wurde. In gleichem Verhältnisse zu diesen geographischen
Kenntnissen, mit denen der Herr Schulrat heute kaum Aufnahme in ein Lehrerseminar
WEISE, CHRYSOMELID-ä; UND COCCINELLID^. 171
linden würde, steht auch die Erkenntnis von den Merkmalen seiner neuen Gattung. Alle
Angaben, die fast 2 Druckseiten einnehmen, sind hinfällig, und niemand, Baly, Chapuis,
Harold, Jacoby etc., selbst der Autor, vermochte dadurch die Gattung von Cryptocephalus
zu unterscheiden. Chapuis half sich damit, dass er Melixanthus in seine Monachiten-
Gruppe stellte, Genera 10, p. 172, aber auch er gelangte nur zu der Ansicht Suffrian's,
Meli.rantliHS bildet eine Übergangsform von Monachus zu Crypiocepludus. Dies ist nicht
der Fall, sondern die Gattung gehört unmittelbar neben Cryptoeephalus ; ihre Arten haben
kurze und lange Fiihler und Beine, dicke und schlanke Schienen, kurze und gestreckte
Tarsenglieder, stets sind sie jedoch an den Klauen zu erkennen, die einen grossen, langen
und sehr scharfen, häufig hell gefärbten Basalzahn besitzen, während die Klauen von
Cri/ptoeephalas einfach sind. Ich habe diese Trennung schon in der Deutsch. Ent. Zeit.
1906, p. 39 angewandt und fi'u' die langfühlerigen Arten den Namen Änteriscus einge-
führt, der aber, wie ich aus dem Materiale von Herrn Sjöstedt erkenne, nicht mit
Cnjptocephalus, sondern mit Melixanthus zu verbinden ist. Die Heimat dieser Gattung
ist demnach Afrika, einige Arten kommen auch im tropischen Asien bis nach China
und auf den Sunda Inseln vor.
Melixanthus (Änteriscus) erytliroraelas Suffe.
Mon. IX 1857, p. 136 (sub. Cnjptocep)lKilus) . — Ws. Deutsch. Zeitsch. 1906, p. 38.
Kilimandjaro: Kulturzone bei Kibonoto, März, April, 4 Exemplare.
Melixanthus (Änteriscus) viator Suffe.
Älon. IX 157, p. 140 (sub Cri/pfocephalusJ. — Crypf. contraniis Chap. Ann.
Mus. Civ. Genova 1877, p. 347. — Cryjyf. ahijssimacns Jag. Transact. 1895, p. 174.
— In der Mern Niederung am Ngare na nyuki im Januar 1 J. Dieses Exemplar ist
3.7 mm. lang und hat einen ungefleckten Thorax, die Nahtbinde der Flügeldecken ist
schmal und erlischt bald hinter der Mitte, der feine schwarze Seitenrandsaum ist nur
im dritten Viertel der Länge angedeutet, unterseits sind nur die Episternen der Hinter-
Ijrust schwarz gefärbt, die Zwischenstreifen der Flügeldecken sind fast glatt, unter starker
Vergrösserung verloschen punktulirt und quer gestrichelt.
Suffrian's Stellung der Arten in der Monogr. IX. ist eine willkürliche, so dass
die nächstverwandten Tiere oft weit getrennt untergebracht wurden. Daher hat weder
Chapuis noch Jacoby die Beschreibung von viator Suffr. beachtet, sondern sich nur
um rittir/rr Suffr. gekümmert. Ich halte contrarius und ahyssiniacus für synonym mit
viator, welcher in der Grösse, Körperform und Farbe ausserordentlich variirt. Der Tho-
rax ist einfarbig rot, oder mit 2 kleinen, runden, schwarzen Punkten nahe der Mitte,
die sich zuletzt zu 2 bindenartigen, nach vorn convergirenden Basalflecken erweitern.
Schildchen in der Mitte gelb oder völlig schwarz. Die 3 Längsbinden der Flügeldecken
ändern in der Länge. Breite und Form ab, der schwarze Seitensaum von der Mitte bis
zur Spitze kann vollständig verschwinden. Cr. atrorinctus Jac, Proceed. 1897, p. 260,
172 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU ESPEDITION. 7: 12.
dürfte vielleicht durcli dunklere Färbung der Unterseite, des Pygidium und der Beine
abweichen.
Melixanthiis Sjöstedti n. sp.
Sat elongatus, rufo-testaceus, antennis apice, fronte, punctis (J) vel maculis {cf)
duabus prothoracis scutelloque nigris, elytris flavo albidis, subtiliter striato-punctatis, sin-
gulo vittis duabus nigris. Long. 3.5 — 4.3 mm.
Dem vorigen ähnlich und nahe verwandt, aber leicht an den kürzeren Fühlern
und den vier schwarzen Längsbinden der Flügeldecken zu erkennen, von denen die bei-
den inneren nach hinten convergiren und nicht selten am Ende zusammen stossen.
Stirn massig dicht, fein punktirt, schwarz, selten rotl)raun, ein feiner Saum am
ganzen Innenrande der Augen und ein Querstreifen des Kopfschildes zwischen den Füh-
lerwurzeln hell gelblich, der Vorderrand des Kopfschildes, die Oberlippe und Mandilieln
sind pechbraun Ijis schwarz, Taster und Fühler hell rötlich gelb. Letztere sind massig
lang, Glied 3 und 5 gestreckt, die folgenden erweitert, jedes bedeutend länger als l^reit,
in den verdickten Gliedern roti)raun bis schwarz. Thorax lebhaft, glänzend bräunlich
rot, am Vorder- und Seitenrande gelblich gesäumt, gewölbt, fast glatt, beim (f mit 2 nach
vorn wenig convergirenden, bindenarligen schwarzen Makeln von der Basis bis vor die
Mitte, beim J mit 2 kleinen runden Makeln ungefähr in der Älitte der Länge, unter sich
bedeutend weiter entfernt als die einzelne vom Seitenrande. Schildchen schwarz, Flü-
geldecken kaum breiter als der Thorax, glänzend gellilich weiss, fein in Reihen punktirt,
von denen die, erste und zweite hinter der Mitte und die 8. und 9. beim J meist ver-
tieft sind und gewölbte Zwischenstreifen haben; letztere sind ziemlich glatt. Auf jeder
Decke liegen 2 ziemlich breite schwarze Längsbinden von der Basis bis vor die Spitze;
die innere beginnt an der abgekürzten Punktreihe und nähert sich nach hinten allmäh-
lich der Naht, die sie bald hinter der Mitte (cT), oder in Y' Länge (J) berührt und
entweder hier endet, oder schnell verengt bis an die Nahtecke verlängert ist. Es Iileibt
sonach ein gemeinschaftlicher, sehr lang dreieckiger Raum an der Naht gelb. Die zweite
Binde zieht gradlinig über die Schulterbeule und hat etwa dieselbe Länge wie die innere;
beim J tritt sie hinten etwas über die neunte ganze Punktreihe hinaus, beim cf erreicht
sie ungefähr in der Rlilte den Seitenrand und folgt diesem bis zum Ende. Unterseite, Beine
und Pygidium sind rötlich gelbbraun. Prosternum am Vorderrande niedrig, am Hinter-
rande zweispitzig, nebst dem Mesosternum und der Mitte des ersten Bauchsegraentes weiss.
3 Exemplare wurden in der Mcru Niederung am Flusse Ngare na nyuki im Januar
erbeutet.
Melixautlius Kaifrayi Chap.
Ann. Mus. Civ. Genova 1877, p. 340. — In der Kulturzone bei Kibonoto, Kilimu-
ncljaro, 1 Exemplar. Wenig schlanker als Crypioc. callias Suffr., unterseits blass rötlich gelb-
braun, oberseits hell gelb und stark glänzend. Mandibeln pechbraun, Kopfschild durch eine
wenig gebogene Rinne zwischen den Fühlern scharf abgesetzt, die Stirn darüber ziemlich
eben, nicht dicht und sehr fein punktulirt, in der oberen Hälfle schwarz. Thorax an der Basis
WEISE, CHBYSOMELID.5; UND COCCINELLID^. 173
doppell SO breit wie in der Älitte lang, nach vorn slark zusammengedrückt-verengt, an den
Seiten schwach gerundet, der Hinterrand undeutHch gekerbt, die Scheibe nicht dicht,
sehr fein punktuUrt, mit 2 schwarzen Makehi in der Mitte, die gerundet-dreieckig sind
und nur durch die helle Mittellinie getrennt werden. Fli'igeldecken fein in Reihen punk-
tirt, von denen die achte und namentlich die neunte einen Streifen bildet. Zwischen-
streifen fein, hie und da gereiht-punktulirt. An der Basis und auf dem Abfalle zur
Spitze liegt je eine schwarze Querbinde, die weder die Naht noch den Seitenrand be-
rührt. Der Hinterrand der Basalbinde ist innen vom Schulterhöcker ausgebuchtet, die
zweite Binde ist in der Mitte eingeschnürt, so dass beide Binden aus 2 Makehi zusam-
mengeflossen sein dürften. Auf der Unterseite sind die Episternen der Hinterbrust
schwarz, der Vorderrand des Prosternum ist in der Mitte in leichtem Bogen vorgezogen.
Das Pygidium ist punktulirt und hat eine glatte, kaum gewölbte Mittellinie, welche unten
in einem kräftigen, spitzen Höcker endet. Die beiden ersten Tarsenglieder sind kurz,
viel breiter als lang. Das letzte Bauchsegment des vorliegenden Exemplares hat in der
Mitte eine sehr weite Vertiefung, die in eine breite, tiefe und glatte Mittelrinne abfällt;
es dürfte daher ein ^ sein.
Melixauthus vittulatiis d. sp.
Taf. 4, flg. -4.
Oblongus, niger, antennis basi, tibiis, tarsis pygidioque fulvis, macula frontali pro-
thorace elytrisque stramineis, prothorace viltulis quatuor elytrisque sutura et vitta hume-
rali nigris. — Long. 3 mm.
In Grösse und Körperform ungefähr dem europäischen Cr. fiilvus Goeze ähnlich.
Kopf schwarz, Stirn breit, ziemlich eben, leicht querüber gewölbt, zart gewirkt, fein
punktirt, in der Mitte mit einer gelben Makel. Fühler verhältnissmässig kurz, Glied 3
— 5 dünn, die folgenden erweitert und jedes etwa so lang als breit, das Endglied länger.
Thorax massig dicht und sehr fein punktirt, strohgelb, mit 4 schwarzen Längsmakeln,
die wie kurze Binden aussehen und ein Stück hinter dem Vorderrande beginnen. Die
beiden mittleren enden schon hinter der Mitte, die seitlichen erst unmittelbar vor der
Basis. Dadurch wird die helle Grundfarbe in 5 Längsstreifen geteilt, von denen der
mittelste am schmälsten ist. Der folgende ist wenig breiter, der äussere am breitesten.
Flügeldecken hell strohgelb, ein schmaler Nahtsaum und eine ähnliche Längsbinde über
die Schulter schwarz. Die Binde verengt sich hinter der Schulterbeule allmählich und
reicht bis über die Mitte; sie diirfte bei anderen Stücken breiter und länger sein. Die
Scheibe ist regelmässig gereiht-punktirt, in den Zwischenstreifen punktulirt, die Punkte
der Reihen sind vorn nicht stark, aber deutlich, werden bald kleiner und verlöschen
hinter der Mitte. Ausgenommen ist davon die 8. und 9. Reihe. Erstere ist vor der
Mitte, letztere bis auf den Abfall zur Spitze vertieft. Unterseite schwarz. Schienen und
Tarsen, ein kleiner Seitenfleck des letzten Bauchsegmentes nebst dem Pygidium rötlich gelb.
Kilimaudjaro, in der Kulturzone bei Kibonoto. 1 Exemplar.
17i SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 7: 12.
Coeiiobiiis Hauseri Ws.
Archiv f. Natiirg. 1904, p. 39.
Kilimandjaro: Kibonolo, Kulturzone, am 2. Novemlier. 1 Exemplar.
Coeuobiu.s Sjöstedti n. sp.
Niger, nitidus, antennis pedibusque piceis, illis basi, tibiis tarsisque testaceis, pro-
thorace basi et apice valde marginato, disco sublaevi, utrinque impressione obliqua, magna,
profunda, punctata, elytris punctato-striatis, apice fulvis. — Long. 2.^ mm.
Dem vorigen in der Körperform sehr ähnlich, alier durch die Skulptur des Thorax
weit verschieden. Der Hinterrand des letzteren wird von einer tiefen, dicht punktirten
Rinne leistenförmig emporgehoben. Davor liegt jederseits ein nach aussen erweiterter,
breiter Schrägeindruck, der massig dicht punktirt ist, sonst befinden sich auf der Scheibe
nur noch einzelne Pünktchen. Die Rinne hinter dem Vorderrande hat wenige Punkte,
der Rand selbst ist breit und im mittleren Teile äusserst zart längsgestrichelt. Die
Flügeldecken sind punktirt gestreift, mit gewölbten, glatten Zwischenräumen, die Streifen
ziemlich verworren, aber kräftig punktirt. Die Spitze wird von einer bräunhch gelb ge-
färbten Makel eingenommen, deren Vorderrand bogenförmig ausgeschnitten ist.
Ich halte das einzige Exemplar, welches auf den Bergwiesen des Kilimandjaro
bei Kiboscho, 3,000—4,000 m. hoch gefangen wurde, nicht für ganz ausgefärbt, weil
die Ränder d.es Kopfschildes, die Fühler und Beine eine verwaschene rotbraune Farbe
zeigen, die bei älteren Stücken schwarz werden dürfte. Die Vorderschenkel sind in der
äusseren Hälfte, die 4 übrigen Schenkel gänzlich pechbraun, auch die Fühler werden
nach der Spitze hin dunkler.
Coenobiiis piincticollis u. sp.
Niger, niüdus, antennis fuscis basi pedibusque fulvis, femoribus posticis piceis;
prothorace subcylindrico, antrorsum angustato, undique sat dense punctato, linea pone
marginem anticum crebre punctata, elytris punctato-striatis, intersütiis externis subpor-
catis. — Long. 2 mm.
Sicher am Thorax zu erkennen. Dieser ist gleichmässig und stark querüber ge-
wölbt, mit einem weiten, sehr verloschenen Schrägeindrucke über den Vorderecken, wel-
cher die Wölbung der Scheibe kaum stört. Diese ist ziemlich gleichmässig und für die
Gattung verhältnissmässig stark punktirt; vor dem Hinterrande treten die Punkte, beson-
ders nahe dem Schildchen, auch zu einer Reihe zusammen, aber diese ist nicht vertieft
und hebt den schmalen, glatten Hinterrand nicht empor; dagegen ist die Rinne hinter
dem Vorderrande mit einer äusserst dichten Punktreihe besetzt. Die Wurzel der Fühler
ist rötlich gelb, die 6 erweiterten Endglieder sind angedunkelt; auch die Beine sind röt-
lich gelb, Hinterschenkel schwärzlich. Die 3 äusseren Zwischenstreifen der Flügeldecken
bilden feine Leisten. 1 Exemplar wurde bei Tanga in Usamhara am 4. Juni gefangen.
WEISE, CHRYSOMELID.E UND COCCINEIiEID.T:. 175
Isnus niger var. vittatus Ws.
Archiv f. Naturg. 1898, p. 216 et 217. — KiUniandjaro, Kulturzone bei Kibonoto,
1 Exemplar.
Coenohms hiseriatns Chap. Ann. Mus. Civ. Genova 1877, p. 321, gehört nicht zu
dieser Gattung, sondern zu Isnua und ist nach der Beschreibung dem vittatus sowohl
in der Färbung, wie in der Punklirung zwar sehr ähnUch, jedoch sicher verschieden,
wenn Chapuis richtig beobachtet hat. Er sagt, 1. c, die Zwischenstreifen der Flügel-
decken haben zwei ziemlich regelmässige Punktreihen. Bei dem vorliegenden Stücke des
vittatus hat der 2., 4-. und 5. Zwischenstreif nur eine Reihe, die übrigen sind unregel-
mässig mit mehreren Reihen besetzt. Die Augen sind massig genähert, sie bleiben oben
durch einen Raum getrennt, der ziemlich mit der Entfernung der Fühlerwurzeln von
einander übereinstimmt.
Etmiolpini.
Lefevrea costulata n. sp.
Testacea, supra sat nitida, antennis articulis ultimis apice, fascia frontali, maculis
duabus prothoracis, pectore abdomineque infuscatis, elytris stramineis, striato-punctatis,
interstitiis punctulatis quatuor convexis, sutura brunnea. — Long. 3 mm.
Rötlich gelbbraun, die Spitze der 6 letzten Fühlerglieder, eine nach vorn gebogene
Querbinde zwischen den Augen, eine verwaschene Makel jederseils auf der Thoraxscheibe
und die Naht der strohgelben Flügeldecken pechbräunhch. Unterseits sind die Seiten der
Mittel- und Hinlerbrust nebst dem Bauche schwärzlich, ein Saum am Hinterrande der
ersten Ringe und der grösste Teil der beiden letzten Ringe hell rötlich braun. Stirn
dicht, nach oben hin feiner punktirt. Thorax dicht und fein punktirt, die Punkte sind
rund und werden nach aussen zu wenig grösser. Flügeldecken mit 12 kräftigen Punktreihen
und einer abgekürzten am Schildchen, die Zwischenstreifen haben je eine unregelmässige
Reihe sehr feiner Punkte, der 4. und 7. Zwischenstreif ist gewölbt, der 9. und 11. hoch,
rippenförmig, glatt.
Dies Tier muss der Lef. semistriata Jag. aus Mashonaland äusserst ähnhch sein,
ist aber unterseits heller gefärbt, oben dunkel gezeichnet, der Scheitel zwar feiner als die
Stirn zwischen den Augen punktirt, aber nicht fast glatt, ebenso sind die Punkte auf
Stirn und Thorax rund, nicht länglich.
Das einzige Stück wurde in der Kulturzone des Kilimandjaro bei Kibonoto im
December erbeutet.
Lefevrea kibonoteusis n. sp.
Subaurichalceo-nigra, nitida, antennis basi pedibusque fulvis, prothorace sat crebre
subtiliter punctato, antrorsum rolundatim angustato, elytris sat subtiliter striato-punctatis,
interstitiis punctulatis, penultimo costulato. — Long. 2 — 2,6 mm.
Unten schwarz, häufig mit metallisch bläulicher Beimischung, oben schwarz, kupferig-
messingfarbig oder grünlich angeflogen, der Thorax stärker glänzend als die Flügeldecken,
176 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Fühler und Beine hell röüich gelbbraun, erstere selten einfarbig, ihre letzten 3 bis 6 Glieder
meist angedunkelt, selbst schwärzhch. An den Beinen sind zuweilen die Schenkel, nament-
lich in der oberen Hälfte angedunkelt, selten auch die Schienen gebräunt. Stirn massig
dicht, oben sehr fein, nach unten hin etwas stärker punkürt, mit einem Längsgrübchen
zwischen den Augen. Fühler halb so lang als der Körper, das dritte Glied etwas länger
als das fünfte und bedeutend länger als das vierte Glied. Thorax um die Hälfte breiter
als lang, vor dem kleinen, stumpfwinkeligen Ausschnitte an den Hinterecken am breite-
sten, von hier aus nach vorn in massigem Bogen verengt, auf der Scheibe ziemhch dicht,
fein punktirt. Flügeldecken in regelmässigen Reihen punkürt, deren Punkte zwar grösser
als die des Thorax, jedoch flacher sind; sie werden hinter der Älitte allmählich feiner.
Die Zwischenstreifen sind eben, zart gewirkt und mit einer äusserst feinen Punktreihe ver-
sehen, nur der vorletzte ist gewölbt, einer feinen Rippe ähnlich, die vorn und hinten
verloschen, in der Mitte durch die beiden einschliessenden, vertieften Punklreihen empor
gehoben wird.
Von Lef. intermedia Jag. ist diese Art durch geringe Grösse, das dichter punklirte
und am Vorderrande im Bogen ausgeschnittene Kopfschild, ein längeres drittes Fühlerglied
und den nach vorn verengten Thorax verschieden, auch haben die Flügeldecken nur eine
Rippe. In der Kulturzone des Kibonoto wurden am 4. December 15 Exemplare, in der
Mern Niederung, ebenfalls im December, 2 Exemplare gesammelt.
Pagria suturalis Lef.
Ann. Franc. 1884, Bull., p. 67. — Kilimandjuro: Kibonoto, Kulturzone, August.
2 Exemplare.
Beide Stücke gehören zur ab. wactdata, bei welcher 2 neben einander stehende
Makeln auf dem Thorax, eine Makel in der Grube der Flügeldecken und oft noch ein
schräger Längsfleck nahe der Mitte in den beidenäusseren Zwischenstreifen schwarz sind.
Phascus fulviis Lef.
Ann. Fr. 1884, Bull., p. 66. — In der Kulturzone des Kilimandjaro bei Kibonoto
und in der Meru Niederung wurden im October und December 3 Exemplare gefunden.
Diese sind 3 bis 4 mm. lang, die Fühler bald einfarbig gelb, bald an der Spitze ange-
dunkelt, bei einem Stücke sind auch die Seitenteile der Hinterbrust und der vordere Teil
der drei ersten' Bauchringe geschwärzt.
Scelodoiita albidovittata Balt.
Transact. London 1877, p. 42. — Psendocolaspis (dholineata Ancey, Naturaliste
1882, p. 54. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone im November 1 Exemplar und in
der Meru Niederung im November und December 15 Exemplare.
Scelodoiita sansibarica Geest.
Wiegm. Archiv f. Naturg. 1871, p. 81; Decken's Reise III 1873, p. 272. — Inder
Men( Niederung im November und am Flusse Ngare na nyuki im Januar je ein Exemplar.
WEISE, CHRTSOMELID^ UND C0CCINELLID-ä5. 177
Scelodoiita Chapuisi Lef.
Ann. Fr. 1884, Bull. p. 46. — Sc. vittata Chap. Ann. Mus. Civ. Genova 1879,
p. 9. — KiUmandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April, Mai und October, sowie in der
Kibonoto Niederung im Januar 6 Exemplare.
Scelodonta kibonoteiisis u. sp.
Obscure aenea, subcupreo-micans, supra parce brevissimeque albido-pubescens, sat
nitida, fronte ruguloso-punctata, evidenter alutacea, opaca, prothorace elytrisque trans-
versim rugosis, bis dorso subdeplanatis, apice et in lateribus punctatis, interstitiis alternis
solum-modo conspicuis, antice posticeque costatis. — Long. 5 mm.
Durch Farbe, Skulptur, Haarbekleidung und die auf der Scheibe abgeflachten Flügel-
decken von allen afrikanischen Arten verschieden. Der Körper ist dunkel metallisch, nach
messinggelb neigend und mit einer schwachen kupferigen Beimischung, ziemlich glänzend,
nur die Stirn matt. Die Oberseile ist sparsam mit äusserst kurzen und nur unter starker
Vergrösserung sichtbaren weissen, aufgerichteten Härchen besetzt, die auf den Flügeldecken
gereiht sind. Auf der Unterseite sind die Härchen länger und besser zu bemerken. Die
Stirn ist gewölbt, dicht runzelig punktirt, gewirkt, unten mit der Spur einer Mittelrinne.
Die Augenrinnen liegen weit getrennt von einander, beginnen dicht an der Fühlerwurzel
und ziehen sich später unmittelbar neben den Augen hin; unten sind sie schmal und
werden nach oben bis hinter die Augen breiter und tiefer. Der Thorax ist breiter als lang,
an den Seiten gerundet, nach vorn mehr als nach hinten verengt, oben ziemlich gleich-
massig, dicht mit feinen, leistenförmigen Querrunzeln besetzt. Schilchen normal, punktirt.
Flügeldecken in den Schultern stark heraustretend und viel breiter als der Thorax, hinter
der Schulter leicht eingeschnürt, im letzten Drittel verengt und hinten schmal abgerundet,
die graden Zwischenstreifen deutlich, in der Mitte leicht gewölbt, vorn und vor der Spitze
(der 8. gänzlich) rippenförmig. Der breite Raum zwischen diesen Streifen ist ganz regel-
mässig und dicht mit feinen, leistenförmigen Querrunzeln bedeckt, welche von einer Rippe
zur andern reichen und die beiden darin befindlichen Punktreihen verdecken. Letztere
sind nur bei schräger Ansicht von der Seite bemerkbar, die secundären Zwischenstreifen
fehlen gänzlich. Die beiden ersten und letzten Punktreihen sind etwa von der Mitte ab,
die übrigen im letzten Viertel deutlich sichtbar, weil hier die Querleisten fehlen. Auf der
stark punktirten Unterseite sind die Seitenslücke der Brust nicht dichter behaart, wie in
den meisten übrigen Arten, Seiten der Vorderbrust sparsamer behaart als der mittlere
Teil, die Seitenstücke der Hinter- und Mittelbrust glatt, kahl, nur die Episternen der Hinter-
brust tragen eine Reihe von weissen Härchen in der Längsfurche, welche die Mitte durchzieht.
Das einzige Exemplar wurde in der Kulturzone des KiUmandjaro bei Kibonoto
am 23. April erbeutet.
Eubrachys viridis Chap.
Ann. Mus. Civ. Genova 1879, p. 9 (sub. Pseudocolaspis). — Meru Niederung,
2. December, 1 Exemplar.
Sjösfedts Kilhnandjafo-Mcni Expedition. 7. 23
178 SJÖSTEDTS KILIMANDjAßO-MEEÜ EXPEDITION. 1: 12.
Eubrachys fuscoaenea Chap.
Ann. Mus. Civ. Genova 1879, p. 10 (sub Pseudocolaspis). — Pseudocol. leuco-
gramma Oestro, Ann. Mus. Civ. Genova 1895, p. 445. — Meru Niederung vom October
bis December, und am Ngare na nyuki im Januar, 26 Exemplare; in der Kulturzone des
Küimandjaro bei Kibonoto (November und December) 3 Exemplare.
Dies ist eine massig gestreckte Art von 3 bis 5 mm. Länge, mit regelmässigen
Schuppenreihen, die bei der Ansicht von hinten silberweiss glänzen, und kann an dem
verloschenen, dunkel rotbraunen, nicht metallischen Saume am Vorderrande des Thorax
mit Sicherheit erkannt werden, weil meines Wissens dieser Saum bei keiner anderen
metallisch gefärbten Art auftritt. Da auch die Epipleuren der Flügeldecken und die Beine
rotbraun sind, so passt die Beschreibung von Pseud. leucogramma Gestro vorzüglich auf
diese Art, und ich halte beide für identisch.
Eubrachys meruensis n. sp.
Oblongo-ovalis, convexa, subcupreo-aenea, breviter subtilissimeque albido-pilosa, supra
quasi pruinosa, elytris praeterea brevissime seriatim squamulosis; antennis pedibusque
rufo-testaceis, antennarum femorumque apice saepe infuscatis. — Long. 2,2 — 2,7 mm.
Der Körper ist grünlich metallisch gefärbt, mehr oder weniger kupferrot schimmernd,
aber diese Färbung wird auf der Oberseite durch eine dichte, kurze und sehr feine Be-
haarung zum Teil verdeckt, bei gut gehaltenen Stücken erscheint das Tier oben wie grau
bereift. Übereinstimmend mit vielen anderen Arten sind die weisslichen Härchen auf den
Flügeldecken in Wirklichkeit äusserst feine, nadeiförmige Schuppen, was man nur unter
stärkerer Vergrösserung erkennt; eine Reihe von ihnen wechselt stets mit einer regel-
mässigen Reihe stäbchenförmiger Schuppen ab, welche breiter, aber kürzer als die haar-
förmigen und nicht zugespitzt sind. An diesem Wechsel von längeren haarförmigen und
kürzeren stäbchenförmigen Schuppenreihen ist die Art gut zu erkennen, auch wenn ab-
geriebene Exemplare vorliegen, denn diese behalten wenigstens auf dem Abfalle zur Spitze
einen Teil ihrer Bekleidung.
Der Kopf ist dicht punktirt, im oberen Teile längsrunzelig, das Kopfschild hat einen
kleinen, bogenförmigen Ausschnitt. Thorax weniger dicht als der Kopf punktirt, so lang
als breit, oder unbedeutend länger, nach hinten wenig, nach vorn mehr verengt, die Seiten
massig gerundet. Schildchen punktirt, die beiden Ausschnitte am Hinterrande sehr schwach.
Flügeldecken breiter als der Thorax, mit der grössten Breite in den Schultern, bis -jz der
Länge unbedeutend verengt, dann ziemlich breit abgerundet, ähnlich wie der Thorax, doch
etwas feiner punktirt. Im ersten Drittel stehen die Punkte nahe der Naht dichter und
treten runzelartig zusammen. Die Fühler und Beine sind rötlich gelbbraun, Fühlerkeule
öfter angedunkelt, ähnlich auch die Spitze der Schenkel. Alle Schenkel haben einen
kleinen, spitzen Zahn.
Pseudocolaspis puchnephora Fairm. ist etwas grösser als die vorUegende Art und
WEISE, CHRYSOMELIDiE TJND COCCINELLID^. 179
scheint nach der Beschreibung stärker gewölbt, länger behaart und mit dunklen Beinen
versehen zu sein.
In der Kibonoto Kulturzone {Küimandjaro) wurden im November und December
18 Exemplare, in der Obstgartensteppe, December, 1 Exemplar, in der Mern Niederung
im November bis Januar 74- Exemplare und am Ngare na nyuki im Januar 2, zusammen
95 Exemplare gefangen.
Eubrachys soror n. sp.
Oblongo-ovalis, convexa, subcupreo-vel nigro-aenea, brevissime subtiliterque albido-
pilosa, supra quasi pruinosa, antennis pedibusque rufo-testaceis, illis apice saepe infuscatis,
femoribus olisolete dentatis superne aehescentibus. — Long. 2,5 — 3 mm.
Der vorigen sehr ähnlich, durchschnittlich etwas grösser, meist dunkler gefärbt und
glänzender, Kopf und Thorax feiner, weniger dicht punktirt, letzterer zugleich etwas länger
und an den Seiten stärker gerundet, die Schenkel mit einem sehr kleinen, schwer sicht-
baren Zähnchen. Auf den Flügeldecken von meruensis sind die haarförmigen Schuppen
der Zwischenstreifen mehr wie doppelt so lang als die breiteren, stabförmigen Schuppen
der einschliessenden Reihen, letztere sind sehr regelmässig gestellt und fallen gut in die
Augen; bei der vorhegenden Art sind alle Schüppchen stabförmig, sehr kurz, ungefähr
von gleicher Länge, aber die der Zwischenreihen von halber Breite und unregelmässig
angeordnet. Die breiteren, häufig heller weiss gefärbten Schüppchen bilden ziemlich regel-
mässige Reihen, aber diese treten selbst hinter der Mitte niemals recht klar und scharf
hervor.
In der Kulturzone des Küimanäjaro bei Kibonoto und in der Meru Niederung im
December. 9 Exemplare.
Eubrachys apicicornis Jac.
Proceed. 1897, p. 531. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Meru Niederung,
December. 2 Exemplare, welche von dem typischen Stücke meiner Sammlung (bei Beira
von Sheppard gesammelt) ausser durch die dunklere Erzfarbe der Oberseite noch in fol-
genden Punkten abweichen: Der Thorax und die Flügeldecken sind etwas weitläufiger punk-
tirt und behaart; die stäbchenförmigen, weisslichen Borsten der Flügeldecken sind weniger
regelmässig gereiht, gewöhnlich um ihre ganze Länge von den nächsten entfernt und
etwa doppelt so lang wie die von apicicornis, bei der sie dicht hinter einander stehen.
Der Thorax ist an den Seiten weniger gerundet, die Flügeldecken haben eine höhere,
tiefer abgesetzte und stärker heraustretende Schulterbeule und sind auf dem Blicken mehr
abgeflacht, an den Schenkeln ist der Zahn endlich kleiner, viel undeutlicher.
Ich habe zu wenig Material, um beurteilen zu können, ob diese Unterschiede spe-
cifisch sind, und betrachte daher die Kilimandjaro-Stücke als eine Localvarietät, die den
Namen v. clialciiis führen mag. Ihre Fühler sind rot, in den letzten 5 Gliedern stark
erweitert, Glied 7 und das Endglied sind dreieckig, die drei Zwischenglieder quer,
schwarz.
180 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Eubracliys nitidipennis u. sp.
Ovata, obscure aurichalceo-aenea, saepe leviter cupreo-micans, supra parce-, subtus
sat dense griseo-pilosa, palpis, antennis pedibusque rufescentibus, feraoribus interdum
superne infuscalis, fronte opaca, ruguloso-punctata, prolhorace crebre punctato, elytris
minus dense subtiliter punctatis, brevissime seriatim selulosis. — Long. 2,7 — 3,.^ mm.
Sehr dunkel metallisch gefärbt, mit kupferigem Messingschimmer, unten kurz und
massig dicht-, auf dem Kopfe, Thorax und Schildchen sparsam greis behaart, die Flügel-
decken mit weisshchen, äusserst kurzen, borstenförmigeti Schüppchen in lockeren Reihen
be.setzt. Mundteile, Fühler und Beine sind rotbraun, die Schenkel, namentlich in der
Spitzenhälfte auf dem Rücken dunkel. Kopf runzelig punktirt, dicht gewirkt, matt, Kopf-
schild vorn dreieckig ausgeschnitten, Stirn abgeflacht, mit einer langen, schwachen Längs-
leiste, die eine feine Mittelrinne besitzt. Thorax unbedeutend feiner, doch dichter als der
Kopf punktirt, stark querüber gewölbt, an den Seiten gleichmässig, schwach gerundet.
Flügeldecken in den Schultern fast gradlinig heraustretend und bedeutend breiter als der
Thorax, dahinter allmählich sehr schwach verengt, zuletzt breit abgerundet, die Scheibe
gewölbt, feiner und viel weitläufiger wie der Thorax punktirt, mit breiten, glatten und
glänzenden Zwischenräumen. Die Schulterbeule ist gross, innen durch einen weiten Längs-
eindruck abgesetzt, an dessen Ende ein stärkerer Quereindruck nach innen zieht. Der
Zahn an den Schenkeln ist klein, scharf und spitz.
Meru Niederung; November, December, 13 Exemplare; Kulturzone des KiUmandjaro
bei Kibonoto, December, 2 Exemplare.
Eubrachys bipilosa Schaufuss.
Nunquam otiosus L 1871, p. 200. — KiUmandjaro: Obstgartensteppe, März.
1 Exemplar.
Diese Art habe ich in der Deutsch. Ent. Zeit. 1903, p. 356, zwar mit aureovülosa
Marshall zusammengezogen, bin aber später zweifelhaft geworden, weil mir Jacoby unter
letzterem Namen eine echte, der insignis Lef. täuschend ähnliche Psemhcolaspis gegeben
hat, mit der Versicherung, dass auch Baly dies Tier für aureovülosa gehalten hätte.
Da aus Marshall's Beschreibung kein sicherer Anhalt zu gewinnen ist, sondern nur
durch genaueste Untersuchung der Typen (Vergl. Deutsch. Ent. Zeit. 1906, p. 45, Anm.),
so lasse ich die synonymische Frage offen und gehe wieder auf bipilosa zurück, deren
Beschreibung zwei wichtige Anhaltspunkte gibt, nämlich: Kopfschild fast abgestutzt, nur
die Vorderschenkel gezähnt. Beide Merkmale sind, wenigstens auf eriopliora Chap.,
nicht anwendbar, treffen aber die vorliegende Art, von der hier eine Besprechung
folgen mag.
Körper ziemlich cylindrisch, lebhaft grün mit Metallschimmer, glänzend, massig
dicht silberweiss behaart. Diese Bekleidung besteht aus massig langen, nicht ganz an-
liegenden, sowie aus längeren aufstehenden Haaren. Bei gewissem Lichte schimmern
einige Härchen gelblich. Der Kopf ist gross, die Stirn deutlich gewirkt und kräftig punk-
WEISE, CHRTSOMELID^ UND COCCINELLlDiE. 181
tirt, mall, rin Querstreifen ühcr dem sehr breiten Vorderrande des Kopfschildes, der in
einem äusserst flachen Bogen ausgerandet, fast abgestutzt ist, glänzend. Mundteile pech-
schwarz, Fühler rotbraun, das erste Glied metallisch grünlich, bläulich oder kupferig ge-
färbt, die folgenden 5 GliediM- (namentlich das zweite) meist noch mit einem Schimmer
der genannten Farben versehen, die 5 erweiterten Endglieder schwärzlich, matt. Thorax
etwas breiter als lang, vor den Hinterecken zuerst eine Spur erweitert, dann in sehr
schwacher Rundung nach vorn nicht bedeutend verengt, vor der Basis und hinler dem
Vorderrande schwach quer eingedrückt, die Scheibe gewölbt, fein und nicht dicht punk-
lirt. Die l'unkte sind scharf eingestochen, rund oder länglich und doppelt bis vierfach
kleiner als die ebenen und glatten Zwischenräume. An den Seiten ist hinter der Milte
eine feine Randleiste bemerkbar. Schildchen so lang als breit, vorn ziemlich parallel-
seilig, hinten mit einer grossen, breit dreieckigen Spitze. Flügeldecken in den heraus-
tretenden Schultern breiter als der Thorax, dahinter leicht eingeschnürt, dann wenig
verengt, im letzten Drittel stärker verschmälert und abgerundet, auf der Scheibe etwas
stärker und bedeutend dichter als der Thorax punktirt, mit unebenen Zwischenräumen,
eine Basalbeule ist angedeutet. Die Vorderschenkel haben einen kurzen, starken Zahn,
die Mittelschenkel sind unbewehrt, aber an den Hinterschenkeln ist eine kleine, stumpfe,
von der längeren Behaarung verdeckte Ecke an der Stelle des Zahnes vorhanden.
Schienen und Tarsen sind oft kupferig angehaucht; der Vorderrand von den Seiten-
stücken der Vorderbrust ist schwach concav.
Eubracliys turbata d. sp.
Ovata, obscure cupreo-aenea, crebre punctata et albido pubescens, parum nitida,
pihs in elytris variegatim obsitis, femoribus modice dentatis. — Long. 3 — 4; mm.
Bedeutend kleiner als Pseudocol. chrysitis Gehst., aber durch die wolkige Be-
haarung der Flügeldecken recht an diese Art erinnernd. Dunkel metallisch, mit einem
verschossen kupferigen Schimmer, anliegend dicht weisslich behaart, und dadurch, sowie
durch die dichte Punktirung der Oberseite ziemlich matt, oder fettig glänzend. Die 4
oder 5 letzten Fühlerglieder sind schwarz, der Kopf ist deutlich gewirkt und weniger
dicht wie der Thorax punktirt, der Vorderrand des Kopfschildes stumpfwinkelig ausge-
schnitten. Thorax wenig länger als breit, an den Seiten gerundet und nach vorn mehr
als nach hinten verengt, oben kissenartig gewölbt, dicht punktirt. Schildchen quer vier-
eckig, hinten normal dreizähnig. Flügeldecken an der Basis fast gradlinig heraustretend
und in den Schulterecken am breitesten, nach hinten wenig verengt, am Ende breit ab-
gerundet. Schulterhöcker gross, innen durch einen schwachen Längseindruck abgesetzt,
der mit einem weiten Quergrübchen in Verbindung steht. Die Scheibe ist dicht und
etwas querrunzelig punktirt, die weissen, anliegenden Härchen sind um das Grübchen
nach verschiedenen Seiten gerichtet, dahinter sind sie streifenweise, neben der Naht
schräg nach aussen, in der Mitte nach innen, über dem Seitenrande wieder nach aussen
und hinten gebogen. Die Schenkel haben einen massig grossen, spitzen Zahn.
182 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Es wurden in der Meru Niederung, der Obstgartensteppe und in der Kulturzone
des Kilimandjaro bei Kibonoto im November und December, sowie am Flusse Ngare
na nyuki im Januar zusammen 53 Exemplare gefangen.
Badeilis nov. gen.
Corpus oblongo-ovatum, apterum, pubescens. Antennae dimidio corporis breviores,
articulis quinque ultimis dilatatis. Prolhorax immarginatus, subelongatus, subcylindricus,
lateribus paullo rotundatis. Scutellum subtriangulare. Elytra breviter ovata, apice anguste
truncata, dorso brevissime seriatim setulosa, epipleuris distinctis. Pedes sat breves,
femoribus subclavatis, tibiae apice dilatatae, unguiculi bifidi.
Diese Gattung gehört unmittelbar neben Euhrachys, mit der sie in der Körper-
bekleidung, dem Kopf- und Brustbau, sowie der Fühlerbildung übereinstimmt, sie unter-
scheidet sich aber durch den ungeflügelten Körper, der das Fehlen der Schulterbeule und
dadurch einen ganz abweichenden Umriss der Flügeldecken bedingt, sowie durch das
dreieckige Schildchen. Im Körperbau erinnert das Tier an eine Colaspidea, deren Thorax
aber gerandet ist; die ebenfalls ungeflügelten Genera Callipta LeF. und Eurysthenes Lef.
weichen durch längere Fühler und schlanke Beine ab.
Badenis parvula n. sp.
Aenea, leviter cupreo-micans, nitidula, albido-pubescens, ore, antennis pedibusque
ferrugineis; capite sat fortiter ruguloso-punctato, prothorace crebre punctato, elytris minus
profunde punctatis, seriatim griseo-setulosis. — Long. 2,5 mm.
Dunkel metallisch, mit einem schwachen grünlich-kupferigen Schimmer, massig
glänzend, nicht dicht mit anliegenden feinen, weisslichen Härchen bekleidet, die Flügel-
decken nur mit Reihen von kurzen, stäbchenförmigen weisslichen Schuppen versehen,
welche leicht aufgerichtet sind. Mundteile, Fühler und Beine dunkelrot, der Rücken der
Schenkel nahe der Spitze etwas angedunkelt. Fühler ungefähr bis an die Schulter
reichend, Glied 1 und 2 lang, 3 bis 6 kurz, unter sich ziemlich von gleicher Grösse,
die folgenden stark erweitert, 7 dreieckig, die 3 folgenden quer, 11 fast so lang als die.
beiden vorhergehenden zusammen. Der Kopf ist am stärksten und tiefsten punktirt, die
Flügeldecken am schwächsten, weitläufiger und flacher als der Thorax. Der Vorderrand
des Kopfschildes ist in einem tiefen, bogenförmigen Winkel ausgerandet, die Augen sind
lang, wenig gewölbt. Thorax etwas länger als breit, fast cyli ndrisch, die Seiten ziemlich
parallel, vorn und hinten schwach convergirend. Schildchen länger als breit, dreieckig,
sparsam punktirt. Flügeldecken wenig länger und breiter als der Thorax, an den Seiten
gerundet, hinter der Ähtte allmählich in eine schmale, abgestutzte Spitze verengt. Die
Scheibe ist stark gewölbt und die Punkte sind hie und da in wenig deutliche Reihen
geordnet, Epipleuren ziemlich schmal, nach hinten wenig verengt und am abgestutzten
Rande endigend. Beine kurz und stark, Schenkel keulenförmig, in der Mitte stark ver-
WEISE, CHRT80MELID* UND COCCIKELLlD^!. 183
dickt, vor der Spitze unterseits eingeschnürt, Schienen nach der Spitze erweitert, an
dieser zahnförmig ausgezogen.
Es wurde nur 1 Exemplar in der Meru Niederung am 2. December gefangen.
Colasposoma subcostatuni Gerst.
Wiegm. Archiv f. Nalurg. 1871, p. 82; Decken's Reise Ghederth. 1873, p. 276.
— Ws. Archiv f. Naturg. 1902, II, p. 133. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone,
April, Mai und October, 6 Exemplare, darunter auch die ab. vindescens und nigrnm
Ws. 1. c, sowie die ab. Iwlocyaneum Fairm. Ann. Fr. 1887, p. 350.
Colasposoma sansibaricum Har.
Col. Hefte 1879, p. 230. — Küimandjaro: Obstgartensteppe, März; Kibonoto
Kulturzone, April; Meru Niederung, December. 10 Exemplare, unter diesen auch die
ab. violaceum Ws. Archiv f. Naturg. 1902, p. 134 (sub. vompadmn); ein Exemplar ist
schwarz, mit grünlichem Metallschimmer, Schildchen lebhaft grün, die Flügeldecken leuch-
tend goldig-kupferrot.
Colasposoma Sjöstedti n. sp.
Ovatum, convexum, subtus aeneo-nigrum, supra laete aeneo-viride, aurichalceum,
cupreum vel nigrum, nitidum; capite minus dense punctulato, prothorace sat crebre
subtiliter punctato, elytris dense minus profunde punctatis, extrorsum transversim rugu-
losis. — Long. 3 — 4,8 mm.
In Grösse, Körperform und Farbe mit C. amplkolle Lef. fast übereinstimmend (nur
das 5 ganz abweichend gebaut), aber die Flügeldecken etwas länger, hinter der Schulter-
beule eingeschnürt, der Kopf viel-, der Thorax etwas weitläufiger punktirt, die Flügel-
decken hinter der Einschnürung bis zu -j-i Länge beim cf ziemlich parallel, beim $ all-
mählich erweitert, glänzend, nicht gewirkt, aber stärker und tiefer punkürt, mit einzelnen
Pünktchen in den Zwischenräumen. Die Punkte sind nur dicht neben der Naht und an
der Spitze rund, nach aussen etwas quer und ihre Zwischenräume in beiden Geschlech-
tern zu Querrunzeln vereint, welche hinter der Schulter am stärksten sind und nach
hinten schwächer werden. Die Vorderbeine sind beim cf ftiehr als beim $ verlängert,
ohne Zahn, ihre Schienen gebogen und beim cP nach der Spitze verbreitert.
Col. cnriipes Jag. ist merklich grösser und von ganz verschiedenem Umrisse, auch
sind bei ihr die Punkte in den Vorderecken des Thorax quer und zu Schrägrunzeln ver-
bunden.
Es wurden in der Steppe des Küimandjaro bei Kibonoto am 4. April 11 cf und
5 5 gesammelt.
Colasposoma monticola n. sp.
Aeneum, nitidum, labro, palpis, antennis pedibusque rufo-flavis, capite subtiliter-
prothoraceque pauUo fortius, sat dense punctatis, elytris crebre punctatis, singulo lineis
quatuor laevibus parum convexis instructo. — Long. 4 — 5 mm.
184 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Mas: minor, subparallelus, supra aurichalceo-viridis, punctis elylrorum viridi-
aeneis.
Femina: major, supra ciiprea, elytris apicem versus paullo dilatatis punctis aeneo-
viridibus.
Eine kleine Art, die sowohl im Körperbau wie in der Farbe beider Geschlechter
verschieden ist und dadurch gut wiedererkannt werden kann. Das cf ist ziemlich schlank
gebaut, oberseits lebhaft metallisch grün gefärbt, mit Messingschimmer; seine Flügel-
decken sind in den Schultern am breitesten, dahinter leicht eingeschnürt und später bis
zu Ys Länge allmählich eine Spur verengt, hinten schmal gemeinschaftlich abgerundet.
Das 5 ist grösser, kupferrot gefärbt, und seine Flügeldecken sind in ^/s Länge am brei-
testen, hinten breit gemeinschaftlich abgerundet. Die Punkte der Flügeldecken sind
metallisch grün bis bläulich grün, sie stechen beim (f wenig, beim $ bedeutend von der
Grundfarbe ab.
Der Kopf ist massig dicht und sehr fein punktirt, auf dem Kopfschilde stärker als
darüber; zwischen den Augen befindet sich ein Grübchen, dessen Umgebung nebst der
hohen Leiste am hmenrande der Fühlergrube lebhaft kupferig oder goldig gefärbt ist.
Taster, Oberlippe und Fühler sind nebst den Beinen hell rötlich gelbbraun, die Endglieder
der Fühler meist etwas dunkler als die Basis. Thorax doppelt so breit als lang, hinter
der Mitte am breitesten und von hier aus nach vorn etwas mehr als nach hinten ver-
engt, die Seiten also wenig gerundet. Die Scheibe ziemlich dicht, in der Mitte fein,
nach den Seiten hin stärker punktirt, der abgesetzte Seiten- und Hinlerrand bläuhch
grün. Schildchen länger als breit, halboval, glatt. Flügeldecken dicht, punktirt, mit je
4 glatten Längslinien, die beim $ deutlicher als beim (f ausgeprägt sind und jederseits
von einer Punktreihe begrenzt werden. Die Basalbeule ist niedrig, aber, nebst dem Ein-
drucke dahinter, deutlich. Unterseits ist die Brust metallisch grün, aber die Seitenstücke
der Mittel- und Hinterbrust sind nebst dem Bauche dunkel rotbraun bis pechschwarz;
die Schenkel haben ein äusserst kleines, schwer sichtbares Zähnchen.
2 cf und 3 $; davon wurde 1 cf iii der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibo-
noto gefangen, die übrigen Stücke stammen vom Regenwalde am Kibonoto, 2000 m.
hoch, October und Januar.
Ausserdem liegt noch ein $ einer anderen unbeschriebenen Colasposoma-Arl vor,
welches im April in der Kulturzone des Kibonoto angetroffen wurde.
Euryope Batesi Jac.
Proceed. 1880, p. 169. — Meru Niederung am Flusse Ngare na nyuki, Januar.
2 Exemplare, die zu der kleinen Form haematim Gerst., Jahrb. wiss. Anst., Hamb. 1884,
p. 62, gehören. Gerstäcker gibt 7 mm. Länge an, die Merustücke sind 9—9,5 mm.
lang, viel heller rot gefärbt wie die typische Batesi aus dem Somali Lande und Usam-
bara, der Kopf des rf kleiner und ohne den bogenförmigen Eindruck, der den Clypeus
absetzt.
WEISE, CHETSOMELID^ UNB COCCINELLID^. 185
Euryope Säuberlichi Ws.
Archiv f. Nalurg. 1904', p. il. — Nördl. Küimandjaro: Leitokitok, Steppe, Mai,
1 Exemplar.
In meiner (^hersicht der Gattung, Stettin, ent. Zeit.. 1907, p. 201, könnte zum leich-
leren F,rkennen beider Arten noch angeführt werden:' Oberseite glänzend bei liatesi, matt
bei Sänherlichi.
Pseudocolaspis in.siguis Lef.
Notes Leyd. Mus. 1890, p. 182. — Mern Niederung am Ngare na nyuki im Januar.
1 Exemplar.
Durch die Punktirung des Thorax ausgezeichnet. Die Punkte sind ziemlich gross,
aber flach, und stehen sehr dicht. Unter starker Vergrösserung erscheint die Punktirung
narbig, jeder Punkt bildet eine Fläche, die einen scharf eingestochenen Mittelpunkt besitzt,
und von einer feinen Leiste umrandet ist. Im mittleren Teile der Scheibe sind die Punkte
gerundet, vorn und an den Seiten dagegen oval, und ihre feinen Zwischenräume ver-
einigen sich zu Längsruiizeln. Der Thorax ist bei dem vorliegenden Sti:icke um die
Hälfte breiter als lang, Lefkvre gibt »mehr als doppelt so I)reit als lang» an.
Pseudocolaspis clirysitis Geest.
Wiegm. Archiv f. Nat. 1871, p. 81; Decken's Reise III. 1873, p. 273. — Ws. Archiv
f. Naturg. 1802, I. 2, p. 134. — Mombo in Usamhara, Juni. 4 Exemplare.
Ausser der Farlie und der nicht dichten, w'olkigen Behaarung der Flügeldecken ist
diese Art an dem Vorderrande des Thorax zu erkennen, welcher neben jedem Auge zwei
stumpfe Zähnchen besitzt; das innere ist klein, höckerförmig und liegt neben dem oberen
Rande des Auges, das andere, etwa in der Mitte hinter dem Auge, ist grösser und wird
von dem Querlappen, in den die Seitenstücke der Vorderbrust ausgezogen sind, durch
einen winkeligen Ausschnitt getrennt.
Pseudocolaspis laeta n. sp.
Aeneo-viridis, sat dense brevissimeque albido-pubescens, quasi pruinosa, nitidula,
supra aurichalceo-, subtus cupreo-micans, antennis piceo-aeneis, arliculis 4 ultimis nigris ;
capite alutaceo sat dense punctato, prothorace creberrime punctato, elytris dense sub-
ruguloso-punctulatis; clypeo subarcuatim emarginato, femoril)us unispinosis. — Long. 3 mm.
Der Pseud. erihripes Oestro am ähnlichsten, lebhafter grün gefärbt und glänzender
als diese, ohne regelmässige Schuppenreihen auf den Flügeldecken, und der Lappen, in
den die Seitenstücke der Vorderbrust vor den Hüften ausgezogen sind, ist nicht zahn-
förmig, mit scharfer, nach hinten gebogener Spitze, wie bei cribripes, sondern länglich,
am Ende abgerundet.
Der Körper ist lebhaft metaUisch grlin, oben mit leichtem Messingschimmer, unten
nebst den Reinen mehr oder weniger kupferig angehaucht, ziemlich dicht, aber sehr fein
und kurz weisslich, anliegend behaart, massig glänzend. Die Härchen der Flügeldecken
Sjösfedts Kilimandjaro-Meru Expeditin». T. 24
186 SJÜSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 7: 12.
sind auf der inneren Hälfte schräg nach aussen und hinten, auf der äusseren Hälfte
meistens nach hinten gerichtet. Fühler pechbraun, metallisch grün überzogen, die letzten
4 Glieder schwarz^ oder bläulich schwarz, Ähmdteile pechschwarz, nur die Oberlippe
glänzend grün. Stirn gewirkt und massig dicht punktirt. Thorax ziemlich so lang als
breit, vorn etwas mehr als hinten verengt, die Seiten in der Mitte fast parallel; oben stark
quer über gewölbt, sehr dicht und wenig feiner als der Kopf punktirt. Schildchen normal,
hinten dreispitzig, vorn punktirt und behaart. Flügeldecken an der Basis bedeutend breiter
wie der Thorax, mit vorspringender Schulterbeule, dahinter kaum merklich eingedrückt,
feiner und nicht ganz so dicht als der Thorax verworren punktirt, schwach querrunzelig.
Alle Schenkel haben einen ziemlich langen, dornförmigen Zahn, ähnlich dem von chrysüis.
Kilimandjaro: Obstgartensteppe, März. 1 Exemplar.
Liniscus usambaricus u. sp.
Subtus rufo-piceus, ore, antennis (articulis 5 ultimis nigris exceptis), prosternum
pedibusque obscure fulvis, supra metallico-picea, alutacea, sericeo-micans ; fronte sat dense
punctata, prothorace sat dense subtiliter punctato, elytris striato-punctatis, posüce sublae-
vibus, interstitiis parce punctulatis, stria prima pone medium profunde impressa. — I-^ong.
4,5 mm.
Unterseits ist die Mittel- und Hinterbrust nebst dem Bauche pechbraun, die Vorder-
brust und Beine hell bräunlich rot, auch die Oberlippe, die Taster und die 6 ersten
Fühlerglieder haben eine ähnliche helle Farbe, während die verbreiterten 5 Endglieder
der Fühler schwarz sind. Die Oberseite ist pechschwarz, mit einer Spur von Metall-
schimmer, äusserst dicht und fein gewirkt, schwach fettig glänzend. Stirn ziemhch breit,
massig -dicht punktirt, die Punkte nach den Seiten hin etwas dichter gestellt, aber kaum
stärker. Flügeldecken in regelmässigen Reihen punktirt, welche vor der Mitte leicht ver-
tieft sind und kaum merklich gewölbte Zwischenstreifen haben, hinter der Mitte fast er-
löschen. Hier ist jedoch der erste Punktstreifen stark vertieft und hebt den Raum an der
Naht leistenförmig empor. Die Zwischenstreifen sind mit zerstreuten feinen Pünktchen Ijesetzt.
Von den beschriebenen 4 Arten ist interstitialis Jag. am ähnlichsten, aber schlanker
gebaut, kleiner, Fühler einfarbig hell, Kopf und Thorax sehr dicht, letzterer zugleich
stärker punktirt, vorn viel mehr zusammengedrückt und die Seiten stärker gerundet; auch
ist der erste Zwischenstreifen der Flügeldecken am Ende kaum leistenförmig erhöht.
1 Exemplar wurde bei Tanga in Usamhara erbeutet.
Liuiscus substriatus n. sp.
Subtus rufo-brunneus, metasterno nigro aeneo, antennis (apice vix infuscatis), palpis
pedibusque flavo-testaceis, supra nitida, fronte prothoraceque piceo-aeneis, minus dense
^ Bei den meisten hierlier gehörigen Arten sind die letzten 5 erweiterten Fiihlerglieder dic-lit behaart
und matt, die vorhergehenden glänzend, aber das 7. Glied hat in der Regel noch die Färbung der vorher-
gehenden Glieder.
WEISE, CHRTSOMELID^: UND COCCINELLIDÄ. 187
subtiliter punctatis, elytris flavo-brunneis, aeneo-splendentibus, sat fortiter punctato-sub-
slriatis, striis et punctis apice subtilioril)us. — Long. 2,8 — 3,5 mm.
Die Stirn isl fein und nicht dicht punktirl, nach unten hin wenig stärker, leicht
runzelig, glänzend, dunkel metallisch grünlich gefärbt, das Kopfschild rötlich, mit einem
sehr kleinen und flachen Ausschnitte. Die letzten Fühlergheder wenig dunkler als die
vorhergehenden. Thorax ähnlich wie die Stirn gefärbt, vor der Mitte zusammengedrückt-
verengt, mit tief herabgebogenen Vorderecken und stark gerundeten Seiten, auf der Scheibe
massig dicht, fein punktirt, ein grösserer Raum über den Vorderecken und ein Streifen
am Seitenrande fast glatt. Schildchen glatt. Flügeldecken hellbraun, mit leichtem Erz-
schimmer, ziemlich stark punktirt-gestreift, die Zwischenstreifen glatt, gewölbt. Hinter der
Mitte werden die Punkte in den Streifen allmählich kleiner und die Zwischenstreifen
flacher. Der Eindruck hinter der Basis ist sehr schwach und undeutlich, die Schenkel
sind ungezähnt.
L. sansibaricHS Lef., der nach der Diagnose nahe verwandt sein muss, soll gerade
umgekehrt hinter der Älitte der Flügeldecken punktirt-gestreift sein, Kopf und Thorax sind
heller gefärbt.
3 Exemplare wurden am 4-. Juni bei Tanga in Usamhara gefangen.
Eurydemns geiiiculatus Jac.
Proceed. 1904, p. 250, t. 17, fig. 12. — Meru Niederung, Flusspferdseen (Merker-
see), 5. März, 2 Exemplare.
Beide Stücke sind hell gefärbt; die beiden schwarzen Makeln des Thorax sind klein,
schmal, unbestimmt begrenzt, und von der Längsbinde jeder Flügeldecke, die sich bei
vollkommener Zeichnung zwischen der dritten und achten Punktreihe ausdehnt, ist nur
der Anfang, ein Schulterpunkt und ein kurzer Längsfleck zwischen diesem und dem
Schildchen vorhanden.
Syagrus morio Habold.
Mittheil. München 1877, p. 101. — Ws. Deutsch. Zeit. 1905, p. 328. — Syagr.
pnncticollis Lef. Ann. Fr. 1877, p. 320. — Küimandjaro: Kibonoto Niederung im
September und in der Kulturzone im April und Mai, sowie August bis November; endlich
in der 3Ieru Niederung im December. 23 Exemplare.
Syagrus caligiuosns Lef.
Ann. Belg. 1891, p. 272. — Von Lefevre ist wohl nur das 5 beschrieben worden,
welches 6 — 7 mm. lang ist und allein (mit Ausnahme der Olierlippe, Taster und der
Fühlerbasis) einfarbig schwarz zu werden scheint, wenigstens ist mir bis jetzt kein ähn-
liches (f bekannt. Es wurden 4 solche 5 am Kibonoto in der Niederung und Kulturzone
im November und December gefangen; 2 andere 5, Kibonoto Steppe, 1000 m., haben
rötlich gelbbraune Flügeldecken, jede mit einer schwarzen Längsbinde, welche hinter der
Basis beginnt, weiter von der Spitze entfernt endet und den Raum zwischen der 2. und
7. ganzen Punktreihe bedeckt.
188 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Das cf, von dem 4 Exemplare aus der Kulturzone des Kilimandjaro bei Kibonoto,
November, December, und vom Flusse Ngare na nyuki in der Meru Niederung mitge-
bracht wurden, ist kleiner und etwas schlanker als das $, 5,5 mm. lang, und hat röthch
gelbe Schenkel, an denen die dünne Basis und Spitze schwarz ist. Die Schienen sind
pechschwarz, an der Spitze oft rötlich. Ein Stück, welches rötlich gelbbraune Flügel-
decken mit schwarzer Längsbinde, ähnlich den oben erwähnten 2 $ besitzt, stimmt nach
der Beschreibung mit EHnjüemus vittdtns Gestro überein, nur hat es eine kräftig punk-
tirte Stirn und ein runzelig punklirtes Kopfschild; die 3 anderen (/" haben pechbraune
oder schwarze Flügeldecken, auf denen oft noch eine Makel in der Schulterecke bräun-
lich rot, stets aber das letzte Drittel bis Viertel bräunUch gelb gefärbt ist. Beide Farben
gehen ohne wirklich scharfe Begrenzung in einander über. Der Zahn an den Vorder-
schenkeln ist sehr klein und undeutlich, der an den Älittelschenkeln klein, an den Hinter-
schenkeln grösser.
Diese Art ist nach der Fühlerbildung kein echter Sijdfjrus, aber sie kann eben so
wenig bei RhembastHS untergebracht werden. Letztere Gattung ist überhaupt nach der
Länge des zweiten Fühlergliedes schlecht begrenzt und enthält mehrere Arten, die in der
Form der Augenrinnen der Gattung Mcnitis gleichen, z. B. ohsmrellm und micans Gehst.,
welche Harold, Älittheil. Münch. 1877, p. 102, als Gattungstypen anführt. Hier kann
nur eine Bearbeitung der ganzen Gruppe Wandel schaffen. ^
Sjaij'riis mashoiiauus Jac.
Proceed. 1897, p. öü; Ann. Mus. Civ. (lenova 1899, p. 525. — Kilimandjaro:
Kibonoto, Kulturzone, December. 1 Exemplar.
Rhembastus recticollis Jac.
Proceed. 1898, p. 237. — Aus Abyssinien beschrieben und am KUimaiir/jaro, in
der Obslgartensteppe am 14. December in 1 Exemplare aufgefunden.
Rliembastiis Tariabilis Hab.
Mittheil. München 1877, p. 103. — Es wurde 1 Exemplar von 4 mm. Länge in
der Kulturzone des Kilimandjaro bei Kibonoto am 18. November gefangen. Dasselbe
steht zwischen Harold's Var. c. und d. in der Mitte: Der Körper ist gelblich rot, Flügeh
decken dunkel metaUisch bläulich grün, mit einer gemeinschaftlichen roigelben Querbinde,
deren grösserer Teil vor der Mitte liegt und die aussen bis an die 11. Punktreihe reicht.
Diese Farbenabänderung mag den Namen fasciafus führen.
Rhembastus trivialis Gerst. var.?
Wiegm. Arch. f. Naturg. 1871, p. 82; Decken's Reise Gliederth. 1873, p. 275.—
1 Exemplar von Tanga, Z^samhara. ist hell rötlich gelbbraun, das hintere Viertel der
Flügeldecken schwarz. Die Oberseite ist feiner als normal punktirt.
' Syagrus Bottegoi Jac, Ann. Mus. Civ. Genova 1899, p. 324, gehört nicht zu dieser Gattung, sondern
zu Ämblynetes; mit ihm ist Ämbl. morio Ws., Archiv f. Naturg. 1904, p. 42, von Ikuta identisch.
WEISE, CHBYSOMELID^ UND COCCINELLID/E. 189
Meiiius siiuplex u. sp.
Subellipticus, sublus niger, metasterno aeneo, pedibus plus minusve rufo-piceis,
antennis flavescentibus apice interdum infuscatis, supra niger, metallico-splendens, elytris
slriato-punctatis, interstitiis siibconvexis, femoribus denle parvo munitis. — Long. 3 — 3,5 mm.
Ziemlich elliptisch, gewölbt, oben glänzend schwarz, mit einem geringen gelblichen
Älelallschimmer, die Hinterbrust (ohne Seitenstücke) metallisch grün, die übrigen Teile der
Unterseite schwarz, die Beine, namentlich Schienen und Tarsen, oder die 4 Vorderbeine
fast ganz rötlich pechbraun, Fühler gelb bis rötlich gelbbraun, die Endglieder zuweilen
angedunkelt. Stirn wenig dicht punktulirt, oben mit feiner Längsleiste, die zwischen den
Augen in eine feine Rinne übergeht. Diese' ist der stumpfwinkeligen Querrinne, welche
das Kopfschild begrenzt, genähert, oder mit ihr verbunden. Die Augenrinnen sind tief
und oben ziemlich breit. Thorax von normaler Form, nach vorn in leichtem Bogen ver-
engt, auf der Scheibe massig dicht und ziemlich fein punktirt, der Raum am Seitenrande
und das Schildchen glatt. Flügeldecken dicht in regelmässigen Reihen punktirt, von denen
die 3 bis 4 inneren feiner als die äusseren sind und ziemlich ebene Zwischenstreifeh
haben, die äusseren Streifen sind gewölbt. Alle Schenkel besitzen einen kleinen, spitzen
Zahn.
Diese Art ist dem iiiicans Gerst. (sub Bhemhastns) sehr ähnlich, schmaler gebaut,
oberseits ohne grünen Metallglanz, die Augenrinnen sind etwas breiter, der Thorax ist
dichter und die Flügeldecken sind etwas stärker punktirt, Beine und Unterseite viel dunkler
gefärbt. — KiUmandjaro : Kibonoto, Kulturzone, April und November; Obstgartensteppe,
März; Kiboscho, Bergwiesen, 3000 — 4000 m. 6 Exemplare.
Ich besitze auch einige Stücke, die von meinem Sohne Paul Weise im August 1899
bei Mombo in Usamhura gesammelt sind.
Coryiiodes Dejeaiii Bertoloni.
Nov. Comm. Acad. Bonon. 1849, p. 433; Ins. Mozamb. Dissert. III. 1849, p. 55.
— Gerst. Monatsber. Ak. Wissensch., Berlin 1855, p. 636; Peters Reise 1862, p. 336.
— KiUmandjaro: Kibonoto Niederung, Januar; Kulturzone, Januar und März; Mombo,
Usambara, Juni. 54 Exemplare.
Coryuodes Bennlgseni Ws.
Deutsch, ent. Zeitschr. 1900, p. 449. — KiUmandjaro: Leitokitok, 1 Exemplar;
Kibonoto, Kulturzone, 24. April, 1 Exemplar.
Dermoxantlius alternans n. sp.
Testaceus vel testaceo-flavus, nitidus, antennis ab articulo quinto, femorum apice,
tibiis tarsisque nigris, prothorace ante basin utrinque evidenter impresso, elytris punctato-
sulcatis, interstitiis laevibus alternis costulatis, femoribus posterioribus denticulo obtuso
armatis. — Long. 4,5 — 7 mm.
190 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEIT EXPEDITION. 7: 12.
Variat «. Immaturus, pedibus flavo-testaceis ;
ß. Episternis meso- et metathoracis, abdomine (limbo laterali excepto) femori-
busque (maxima parte) nigris;
11. cinctus: Ut in ß, sed elytro singulo nigro-cincto;
6. meruensis: Subtus plus minusve niger, pedibus omnino niger, supra fulvo-
rufus.
Eine mit D. snlcipennis Ws. äusserst nahe verwandte Art, die sich hauptsächUch
durch folgende Punkte unterscheiden lässt: Der Thorax dieser Arten hat an den Seiten
vor der Basis eine bogenförmige Ausbuchtung, welche die Hinterecken, in denen die
Borstenpore steht, nach aussen vortretend erscheinen lässt. Zu dieser Ausbuchtung zieht
sich vom Schildchen her eine Vertiefung, diese ist in snlcipennis weit, sehr flach und
verloschen, in der vorUegenden Art schmaler, aber deutlich und ziemlich tief, und hebt
den Streifen am Hinterrande leicht wulstartig empor. Die Punktstreifen auf den Flügel-
decken der sulcipennis sind scharf, tief punktirt, und die Zwischenstreifen (mit Ausnahme
des achten) kielförmig; in aUernans sind die Punkte in den Reihen kleiner und flacher,
die abwechselnden Zwischenstreifen 3, 5, 7, 9 breiter und höher als die andern, kiel-
förmig, während der 4. kaum gewölbt, 6 und 8 eben sind. Alle Schenkel besitzen bei
sulcipennis einen kleinen, aber spitzen Zahn, in der Kilimandjaro-Art sind sie sehr schwach
und stumpf, wenig deutlich, die Vorderschenkel in der Regel nicht gezähnt.
Die Färbung ist veränderlich, rötlich gelb oder blass gelb, die Fühler vom fünften
Gliede ab (dessen Basis oft noch rötlich ist) schwarz, ebenso die Spitze der Schenkel nebst
Schienen und Tarsen; bei frischen Stücken (ab. «) haben die Beine ebenfalls die Körper-
farbe. Es werden nun die Episternen der Mittel- und Hinterbrust und die Mitte des
Bauches schwarz, auch die Schenkel, aber an diesen bleibt ein Streifen auf der Unter-
seite rötlich [ß], sodann färbt sich auf den Flügeldecken ein Nahtsaum, ein makelförmiger
Basalsaum und ein damit verbundener Seitensaum schwarz. Letzterer lässt im ersten
Viertel den letzten Zwischenstreifen, dahinter nur die Seitenkante, hinten die Spitze frei.
Er endet neben dem Nahtsaume (i/). Die Stücke vom Meru sind oberseits gesättigter rot
gefärbt, haben einfarbig schwarze Beine; Mittel- und Hinterbrust sind nebst dem Bauche
grösstenteils rot bis gänzlich schwarz [d).
Die typische Form wurde am Kilimandjaro in der Kibonoto Niederung im Januar
und in der Kulturzone im April, October, November in 5 Exemplaren gesammelt, die Ab-
änderungen a bis Ti in je einem Exemplare ebenfalls in der Kulturzone, April oder Mai
die ab. d endUch in 5 Exemplaren in der Meru Niederung am 27. December.
Chri/somelini.
Colaspidema discoidalis Faiem.
Ann. Belg. 1891, C. r., p. 304. — Ähnlich, doch lebhafter gefärbt, kürzer gebaut,
gewölbter und viel glänzender als C. Dufouri Perez aus Spanien. Es wurde nur 1
Exemplar in der Meru Niederung am Ngare na nyuki im Januar gefangen.
WEISE, CHRY80MELIDJ? UND COCCINELLIDÄ. 191
Chrysomela superba Thunb.
Mus. Nat. Ac. Upsal IV. 1787, p. 44-, not. 10 ^ — Ws. Archiv f. Naturg. 1904,
p. 46. — Chr. Mmbolata Reiche Voyage Abyss. III. 1850, 405, t. 25 fig. 8. — Chr.
americana Vogel Mon. 1871, p. 95. — Chr. salisburiensts Jag. Transact, 1901, p. 255.
Von Abyssinien bis Natal verbreitet. Am 3Ien(, 3,000 — 3,500 m. hoch, sowie in
der Niederung am Ngare na nyuki im Januar, endlich in der Kulturzone des Kühna-
ndjaro bei Kibonoto, December, wurden 88 Exemplare erbeutet. Bei allen ist die metal-
lisch grüne oder blaue Farbe der breiten Zwichenstreifen auf den Flügeldecken schwach
aufgetragen, oft nur angedeutet, und fehlt bei einem Stücke gänzUch.
Chrysomela Clarki Baly.
Transact. 1864, p. 227. — Ws. Archiv f. Naturg. 1904, p. 45. — Küimanäjaro:
Kibonoto, Kulturzone, April und August: Meru Regenwald, 3000 m. hoch, im Januar.
9 Exemplare.
Chrysomela opulenta Reiche.
Voy. Abyss. IIT. 1850, p. 405. — Ws. Arch. f. Naturg. 1904, p. 43. — Beicliei
Vogel Mon. 1871, p. 86. — ponderosa Gerst. Decken's Reise III. 2, 1873, p. 278. —
sansibarica Har. Monatsber. Ak. Wiss. Berlin 1880, p. 269. — Küimandjaro: Obstgar-
tensteppe, 24 März, 5 Exemplare.
Diese Art ist, ähnlich wie die vorige, über ganz Ostafrika von Abyssinien bis zum
Cap verbreitet.
Ceraices natalensis Balt.
Transact. 1857, p. 88. — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1895, p. 349.
In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto wurden im April 2 Exemplare
und bei Mombo (Usambara) im Juni 4 Exemplare gefangen; sie gehören alle zur Ab-
änderung sansibarensis Ws. 1. c, mit rötlichem Bauche.
Mesoplaty.s" ochroptera Stäl.
Öfvers. Vet. Ak. Förh. 1857, p. 60. — Vogel Mon. p. 124 (Entomoscelis). —
Ws. Arch. f. Naturg. 1898, p. 212. — Küimandjaro: Obstgartensteppe im März, Mer^i
Niederung im October und November, sowie am Flusse Ngare na nyuki im Januar, 46
Exemplare. Der Verbreitungsbezirk des Tieres erstreckt sich über das ganze afrikanische
Dreieck.
Phaedonia impolita Vogel.
Mon. p. 134 (sub PUujiodera). — Ws. Archiv f. Nat. 1898, p. 213.
In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto wurden vom Februar bis Mai
und am Meru, 3,000 m. hoch im Januar zusammen 15 Exemplare gefangen.
' Für ("hr. suj^erha Ol. Enc V. 1790, p. 705 schlage ich den Namen lugdunensis vor.
192 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERÜ EXPEDITION. 7: 12.
Plagiodera opacicollis Ws.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 205. — KUinumdjaro: Kibonoto, Kulturzone, April
und Mai, November und December, 18 Exemplare, bei denen die Flügeldecken metallisch
grün bis grünlich goldgelb, dunkelblau, ohne grüne Beimischung, und gesättigt violett
gefärbt sind.
Plagiodera fernigata Ws.
Archiv f. Naturg. 1898, p. 211. — Kilimandjaro, in der Kulturzone des Kibonoto
im April 1 Exemplar.
Gestreckter als die vorige, auf dem Thorax glänzend und überall fein punktirt.
Omoliiia n. gen.
Corpus ovatum, minus convexum, apterum, supra metallicum, nitidissimum. Pro-
thorax fortiter transversus, lateribus vix vel haud callosus, angulis seta brevissima in-
structus. Elytra subtiliter geminatim striato-punctata, humeris deplanata, epipleuris glabris
pone medium deficienlibus. Acetabula anUca aperta; prosternum processu evidenter in-
structum.
Das Tierj für welches diese Gattung errichtet wird, ähnelt in der Körperform un-
gefähr unserer europäischen Linaeidea aoiea L., ist aber oberseits viel glatter und glän-
zender und dadurch sehr auffällig, dass an der Stelle der fehlenden Schulterbeule eine
weite und sehr schwache Vertiefung liegt, die sich hinter dem aufgebogenen Basalrande nach
innen und über dem Seitenrande nach hinten zieht. Die Flügeldecken sind in der ab-
gerundeten Schulterecke nur so breit als die Basis des Thorax und haben 10 feine nicht
ganz regelmässige Punktreihen, von denen die erste und letzte einzeln stehen, die übrigen
einander paarig genähert sind.
Omolina Sjöstedti n. sp.
Ferruginea, supra aeneo-virescens, nitidissima, prothorace parce punctulato, supra
marginem lateralem deplanato vel obsolete impresso et evidenter punclalo, elytris subtiliter
geminatim striato-punctatis, intersütitiis minus crebre punctulatis. — Long. 5 — 6 mm.
Hell und lebhaft rostrot, die Stirn, der Thorax, das Schildchen und die Flügel-
decken dunkel metallisch grün, oft mit Messingschimmer, bei frischen Stücken wenigstens
mit dieser Farbe mehr oder weniger stark überzogen. Kopf breiter als lang. Kopfschild
durch einen bogenförmigen Eindruck von der Stirn geschieden. Letztere hat eine feine
Mittelrinne. Fühler ziemlich schlank, nicht ganz bis zur Älitte der Flügeldecken reichend,
sparsam und fein abstehend behaart, die letzten 4 bis 5 Glieder ausserdem noch massig
dicht anliegend behaart. Glied 1 ist ziemhch lang, keulenförmig, die folgenden 5 Glieder
sind viel schwächer, kurz, nur das dritte lang, wenig kürzer als das erste. Die 5 End-
glieder sind etwas dicker und, mit Ausnahme des Endgliedes, wenig länger als die vorher-
gehenden. Thorax etwa doppelt so breit als lang, an den Seiten wenig gerundet, nach
WEISE, C'HRYSOMELID^ UND COCCINELLID^. 193
hinten ganz unbedeutend, nach vorn eine Spur stärker verengt, mit scharfen Ecken, von
denen jede eine Pore mit einem kurzen Härchen besitzt. Die Scheibe ist schwach quer-
über gewölbt, ziemlich weitläufig punktulirt, und fällt jederseits zu einem ebenen oder
wenig vertieften Längsstreifen ab, der stärker punklirt ist und den einzeln punktirten
Seitenrandstreifen etwas emporhebt. Schildchen wenig länger als breit, zart gewirkt.
Flügeldecken hinter der Mitte am breitesten, am Ende schmal alagerundet, mit einzeln
verrundeter Nahtecke, die achte und neunte Punktreihe sind eine Spur stärker als die
übrigen und liegen in einem leicht vertieften Streifen, wodurch der letzte Zwischenstreifen
gewölbt erscheint. Das Prosternum bildet einen gerundet-abgestutzten Fortsatz, welcher
sich in eine hoch umrandete Grube der Mittelbrust einlegt. Der Bauch hat 5 sichtbare
Abschnitte, von denen der erste so lang als die Hinterbrust ist, die folgenden sind kürzer.
Beine ziemlich schlank, Schienen auf dem Rücken abgerundet, ohne Enddorn, zweites
Tarsenglied kleiner als die einschliessenden Glieder, drittes am Vorderrande leicht aus-
gebuchtel, Klauen einfach.
KilinKindjaro: Kilionoto, Regenwald, 17 Februar. 2 Exemplare.
Galerucini.
Oitles coUaris Balt.
Journ of Ent. I 1861, p. 295. — Meru Niederung am Ngare na nyuki vom Octo-
ber bis Januar, 51 Exemplare; einzeln auch am KüiiHandjaro : Kiboscho auf den
Bergwiesen 3,000 — 4000 m., 2 $, Kibonoto Kulturzone und Niederung im Januar, 4
Exemplare.
Alle diese Stücke weichen wesentlich von der Küstenform ab. Der Körper ist
durchschnittlich gestreckter und weniger gewölbt, die erweiterten Glieder der Fiihler sind
dicker, der Thorax ist etwas schmaler, mit besser markirten Hinterecken; neben dem
Seitenrande hat er eine starke Vertiefung, die sich gewöhnlich noch um die Hinterecken
herum bis neben das Schildchen fortsetzt, die Scheibe zeigt auf jeder Seite vereinzelte feine
Punkte, die tiefer als in collaris eingestochen, daher besser zu sehen sind. Endlich ist
der Thorax nie einfarbig rotgelb, sondern braun bis pechschwarz, ein schmaler Saum
am Vorder- und Hinterrande, sowie ein breiter Saum am Seitenrande gelb. Beide Far-
ben sind nirgends recht scharf getrennt. Bei 2 Exemplaren, vom Kiboscho und der
Kibonoto Niederung ist der Thorax .pechschwarz, mit Spuren der gelblichen Färbung in
den Vorder und Hinterecken. Auf den Flügeldecken sind die Punkte eine Spur grösser
und tiefer, ihre Zwischenräume schwächer gewirkt, so dass die Oberfläche etwas mehr
glänzt.
Trotz dieser Unterschiede halte ich dies Tier nur fi'ir eine Lokalform von collaris,
var. meruensis, weil die Penisform nicht abweicht. Der Penis bildet eine dicke, sanft
gebogene Röhre, die ungefähr halb so lang als der Körper ist; sie verengt sich neben
der Öffimng in eine lang-dreieckige, massig scharfe Spitze, die unterseits einen Längs-
eindruck besitzt.
üjöstedts Kilimandjaro Mein Expedition. 7. ' 26
194f SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Kliapliidopalpa africaua Ws.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1903, p. 36. — Küimandjaro : Kibonoto, Kulturzone,
September, 1 $; Mombo, üsamhara. Juni, 1 cf.
Copa delata Er.
Wiegm. Arch. f. Nat. 1843, p. 265. — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1892, p. 396 et
1903, p. 36. — Küimandjaro bei Kibonoto in der Kulturzone und Niederung im August
und September, 10 cP und 7 $.
Copa orieiitalis Ws.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1903, p. 36. — Küimandjaro; in der Kibonoto Niederung
und Kulturzone wurden vom Januar bis Mai und im August und September, sowie in
der Obstgartensteppe im December zusammen 126 Exemplare gefangen, in der Meru
Niederung am Ngare na nyuki im Januar nur 1 Exemplar.
Das cf dieser Art ist von C. delata sicher an der Stirnbildung zu unterscheiden,
aber zur Trennung des $ beider Arten reichen die von mir 1. c. angebenen Merkmale
nicht aus, besonders da fast alle vom Kibonoto vorliegenden Stücke der Orientalis helle
Schienen und Tarsen haben und ungefcähr 7^ derselben wenigstens auf dem Bauche (mit
Ausnahme des Anus), oder noch auf der Mittel- und Hinterbrust schwarz gefärbt sind,
wie es bei delata normal ist. Bezüglich der Färbung möchte ich erwähnen, dass die
Fühler der delata gesättigter rötlich gelb sind, entweder ganz einfarbig, oder die letzten
Glieder an der Spitzte angedunkelt. Beim 5 der orientidis liegt über den Stirnhöckern
ein gebogener Quereindruck, der sich nach der Mitte stark vertieft und hier einen fur-
chenartigen Eindruck nach dem Scheitel sendet. So entsteht in der oberen Hälfte der
Stirn eine annähernd dreieckige tiefe Grube, welche an den oberen Rändern, wo sie
allmählich in den Scheitel übergeht, mehr oder weniger verloschen punktirt und gestri-
chelt ist. Mindestens ist nahe dem Scheitel, an der Spitze der dreieckigen Grube eine
I^ängsleiste vorhanden, die von einer vertieften Linie durchzogen wird. Bei delata ist
diese Grube undeutlicher, weiter und viel flacher, völlig glatt.
Copa praecox Klug.
Ins. Madag. 1833, p. 213 (sub Galleruca). — dentiror)tis Ws. Deutsch. Zeitschr.
1903, p. 36. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, September. 1 cf-
Die Art scheint von Herrn v. Harold übersehen worden zu sein; ich stiess wie-
der darauf bei Durchsicht der von Herrn Prof. Voeltzkow auf Madagaskar gesammelten
Chrysomeliden und schloss aus der Körperform und Farbe, dass sie zu Copa gehören
müsste. Ein Vergleich mit dem typischen Exemplare auf dem hiesigen Königlichen Mu-
seum (1 (f) ergab die völlige Übereinstimmung mit der ostafrikanischen denticornis.
Diacautha duplicata Gerst.
Archiv f Naturg. 1871, p. 8i; Decken's Reise III. 1873, p. 284. — Ws. Deutsch.
Zeitschr. 1901, p. 279; 1903, p. 43. — Aulacopliora semipalliata Fairm. Ann. Belg.
WEISE, r'HRYS(1MKMD,*: UND COCCINEM^ID/E. 195
1891, C. r. p. 305. — Kilimandjdro: Kihonoto Niederung, September, und Kulturzone,
März, Mai, August bis October. 11 </, 26$.
ab. aperta Harold, Col. Hefte 1879, p. 210. — Hjjperaeaniha inafqualis Chap.
Ann. Mus. Civ. Genova 1879, p. 19 ^ — KiUmandjaro: Leitokitok, Kulturzone (April)
und Niederung am Kibonoto im Januar, ebenfalls am Mcru, 3,000 m. 27 (f: 34 $.
ab. HSdmharim Ws. Deutsch. Zeitschr. 1901, p. 286. — KiUmandjaro: Kibo-
noto, Kullurzone, Mai, September, October. 11 $.
Von der Art sind nunmehr 3 Färbungsstufen bekannt: ditplicata hat auf den Flü-
geldecken eine breite, schwarze Querbinde an der Basis, die ungefähr das erste Drittel
einnimmt und am Seitenrande in einen Zipfel verlängert ist. Das zweite Drittel ist leb-
haft rötlicfi gelb, das letzte Drittel heller, blass gelb. Gewöhnlich weichen diese beiden
hellen Teile sehr bedeutend im Tone der Farbe ali, mitunter nicht wesentlich. In aperta
bildet sich hinter der Mitte eine schmale schwarze Querbinde am Seitenrande, die zu-
letzt die Naht erreicht; sie scheidet den rötlichen Teil der Flügeldecken von dem hel-
leren Spitzenteile. In der Abänderung xsambarica dehnt sich die zweite Querbinde bis
in die Spitze der Flügeldecken aus, diese sind schwarz, eine gemeinschafthche, den
Seitenrand nicht erreichende Querbinde nahe der Mitte rot. Aus Usambara habe, ich
bisher nur diese Form erhalten, die am KiUmandjaro selten zu sein scheint und nur
in $ gefangen wurde. Diese haben am Hinterrande des letzten Bauchsegmentes dieselben
Ausschnitte, welche ich, Deutsch. Zeitschr. 1903, t. 1, fig. 13 und 15 abbildete; bei 2
Stücken ist der mittlere Bogen sogar schwach winkelig.
Diacantha semiuigra All.
Ann. Fr. 1888, p. 316. (suli ÄuktcopJiora). — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1901, p.
279; 1903, p. 43, t. 1, fig. 25. — Hiiperaeantlia müifaris Jag. Transact. 1903, p. 19.
Bei JMombo in Usambara, Juni, 6 cf, 4 $.
Diacantlia diffusa Ws.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1901, p. 280 et 288; 1903, p. 44. — KiUmandjaro:
Leitokitok, Kibonoto Niederung, (Januar, September) und Kulturzone Januar, März, Mai.
6 (/, 5 ?.
ab. paiuilla Ws. 1. c. 1901, p. 288; 1903, p. 45. — KiUmandjaro: Leitokitok,
Obstgartensteppe (December), Kibonoto, Kulturzone (Januar, Februar, Mai, August, Sep-
tember), Niederung, (Januar), Natron Seen, (Februar). 9 (f, 29 $.
Idacantba couifera Faiem.
Ann. Belg. 1882, Cr. p. 56 (sub Äidacophora). ^Ws. Deutsch. Zeitschr. 1901, p.
295 (sub Prosmidia). — KiUmandjaro: Leitokitok. 1 Exemplar.
' Der Band i.st am 28. November 1879 erschienen, die Col. Hft. jedenfalls früher, denn sie werden
bereits in der Deutsch. Zeitschr. 1879, p. 426 besprochen, die ebenfalls im November ausgegeben wurde.
196 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Idaeautlia Passeti All.
Ann. Fr. 1888, p. 318 (sub Diacantha). — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1901, p. 295
(sub Prosmiäia), — Kilimandjaro in der Kulturzone bei Kil^onoto, März bis Mai. 3 0^,6$.
ab. pygidialis Fairm. Ann. Belg. 1891, C. r. p. 304 fAidacopJioraJ. — Ws. 1. c.
295 (Prosmiäia).
An demselben Fundorte wie die Hauptform 4 o^, 4 $. Bei letzterer nimmt die gelbe
Makel auf der hinteren Hälfte der Flügeldecken die Spitze selbst ein, bei pj/girUalis ist
sie durch einen mehr oder weniger breiten schwarzen Saum von derselben getrennt.
Einige der vorliegenden Exemplare besitzen eine innen tief ausgerandete, andere eine
vorn verkürzte gelbe Makel.
Idacautha excavata n. sp.
Taf. 4, flg. 7.
Subtus nigra, pygidio fulvo, supra ochraceo-flava, nitida, antennis ab arficulo quarlo
nigris, elytris minus dense subtiliter punctatis, dimidio poslico, maculam rotundam vel
oblongam includente, nigris. — Long. 6 — 8.5 mm.
Mas: prothorace ante scutellum fovea magna, profunda, transversa, bipartita, scu-
tello sat magno, elytris basi dente subacuto.
Femina: prothorace ante scutellum fovea magna obsoleta, scutello nigro.
ab. u. Elytris ante medium puncto nigro vel punctis duobus nigris, transversim
positis.
ab. ß. $ Ut in « sed elytris praeterea macula scutellari magna communi.
Auf den ersten Anblick könnte man dies Tier mit Id. P<is.seti verwechseln, aber
es weicht durch die Thoraxbildung von allen bekannten Arten ab. Schwarz, die ersten
3 Fühlerglieder und die Oberseite glänzend gelb, mit rötlichem Anfluge, der letzte Rücken-
ring ähnlich, aber etwas dunkler rot, die hintere Hälfte der Flügeldecken (öfter etwas
weniger) schwarz. Diese Färbung schliesst eine grössere ovale, oder eine kleinere runde,
gelbe Makel vor der Spitze jeder Decke ein und ist an der Naht in eine gemeinschaft-
liche Spitze vorgezogen, so dass der Vorderrand aus 2 nach vorn geöffneten Bogen be-
steht. Die Abänderungen haben zunächst einen schwarzen Punkt in etwa 7:^ Länge
näher der Naht als dem Seitenrande; dann tritt ein zweiter schwarzer Fleck daneben,
über dem Aussenrande hinzu, endlich, beim 5, noch eine grosse gemeinschaftliche schwarze
Makel, die das Schildchen umgibt.
Das cf ist durchschnittlich kleiner und schlanker als das 5, sein Thorax hat vor
dem Hinterrande eine grosse und tiefe, scharf gerandete Quergrube, welche durch einen
Mittelkiel geteilt ist. Dieser Kiel ist vorn niedrig und schmal und erweitert und erhöht
sich hinten schnell. Das Schildchen ist dreieckig, länger als breit, überhaupt breiter als
beim (f der verwandten Arten, die Seiten sind dünn, durchscheinend, und über den mitt-
leren Teil des Schildchens hinaus verlängert. Die Flügeldecken endlich haben nahe dem
WIOISE, CHUYSOMELID^ UND COCCINKLIilD/K. 197
Schildchen je zwei bogenförmige Ausschnilte, die durch einen grossen, seitlich zusammen-
gedrückten Zahn geschieden sind.
Das $ hat im Hinterrande des Thorax einen kleinen Ausschnitt vor dem Schildchen,
davor eine weite, flache Vertiefung, und ein schwarzes Schildchen.
Im Januar wurden am 3Lyt( in 3,000—3,500 m. Höhe 12 (f und 1 $ der Stamm-
form und 6 cf und 4 $ von den Abänderungen « und ß gefangen.
Idacantha spec.
1 $ vom Küimandjaro, Kibonoto, 1,000 m. hoch in der Steppe am 6. April ge-
fangen, gehört in die Verwandschaft von trifnsnata All. und lässt sich ohne das dazu
gehörige cf nicht beschreiben.
Beloua Petersi Beetoloni.
Memorie Acad. Bologna 1868, p. 194, t. 1, fig. 3, 4Y.4»/r/roj;/wn/;. — Ws. Deutsch.
Zeitschr. 1901, p. 299. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, März bis Mai und
August; Leitokitok. 13 Exemplare (4 cf, 9 $).
Leptaulaca basalis AVs.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 142. — üsamham, Mombo (Juni); KiUmandjaro :
Kibonoto Niederung (Steppe) im Januar, August, September, und in der Kulturzone April,
September, November, sowie in der Merii Niederung am Ngare na nyuki, Januar zusammen
5 cf , 8 ?.
Die 1. c. angebene Färbung des Bauches (schwarz, letztes Segment gelbbraun) be-
zieht sich auf das $, der Bauch des cf ist in der Regel rötlich gelbbraun, der letzte
Ring heller.
Leptaulaca flssicoUis Thobis.
Arch. Ent. II. 1858, p. 218 (G(dleruca). — vinula Er. Stett. Zeit. 1859, p. 85.
— ffistiva Gerst. Peters Reise Zool. 1862, p. 343, t. 20, fig. 13 fCMlenicaJ, — ocuUdd
Karsch. Berl. Zeitschr. 1882, p. 398 (Aidacophom, llhüphidopalpa). — Ws. Archiv f.
Naturg. 1902, p. 143.
In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto im April, August und September,
6 Exemplare und 1 Exemplar der ab. mombonensis Ws. 1. c.
Erytln-obapta variicoriiis Ws.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 141. — ^^7mr/wf/;V/ro.- Kulturzone bei Kibonoto, August
bis October, auch am Jleni 3,000—3,500 m. hoch und in der Niederung am Ngare na
nyuki, im Januar und Februar. 14 Exemplare.
Die Stücke vom Meru sind alle frisch und sehen dann höchst auffällig aus. Die
Puppe muss sehr kurz gebaut sein, denn die eben ausgekommenen Tiere sind noch zu-
sammen geschoben, der Thorax ist sehr breit, mit schwachem Quereindrucke, die Flügel-
198 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
decken sind verkürzt, oft Ijedecken sie nicht ganz den Hinterleib und das Tier macht
dann ganz den Eindruck einer ungeflligelten Art.
Luperodes lineatus Karsch.
Berliner ent. Zeitschr. 1882, p. 400 (Monolepta). — Ws. Archiv f. Naturg. 1904,
p. 51. — Monol. exclamationis Jag. Proceed. 1900, p. 258, t. 10, fig. 9. — Kultur-
zone des Kilimandjaro bei Kibonoto im März. 1 Exemplar.
Lnperodes obscuricornis n. sp.
Elongata, convexiuscula, testaceo-flava, nitida, palpis, antennis, scutello et tarsis
apice piceis, pectore abdomineque nigris, elytris stramineis, punctulatis, sutura margine
laterali et epipleuris ante medium piceis. — Long. 3 — 4 mm.
Langgestreckt und ziemlich parallel, hell rötlich gelb, Hüften, Brust und Bauch
schwarz, Taster, Fühler und Schildchen pechschwarz, die Tarsen an der Spitze angedun-
kelt, das letzte Glied zuweilen pechbraun. Stirnhöcker deutlich umrandet, die Stirn da-
rüber punktulirt, auf der Mittellinie glatt. Thorax hinten fast doppelt so breit als lang,
vorn schmaler, an den Seiten schwach gerundet und an der vorderen Borstenjjore kaum
nach aussen gedrückt, Hinterecken scharf stumpfwinkelig; die Scheibe feiner als die
Stirn punktirt. Flügeldecken parallel, am Ende wenig verengt und gerundet-abgestutzt,
mit verrundeter Nahtecke, etwa so stark als die Stirn, flach punktulirt, sehr verloschen
querrunzelig, strohgelb, ein feiner Nahtsaum und die äusserste Basis pechschwarz. Die
dunkle Färbung der Basis erweitert sich aussen bis nahe an die höchste Steile der
Schulterbeule, zieht dann auf der Kante des Seitenrandes bis in die Nähe der Mitte und
nimmt bis dahin auch die Epipleuren ein. Das zweite Fühlerglied ist kurz, das dritte
deutlich länger, die vorderen Hüftpfannen sind offen, der Metatarsus ist länger als die
folgenden Glieder zusammen.
Öfter scheint ein bandförmiger Querfleck hinter dem Vorderrande des Thorax
schwärzlich durch.
Diese Art ist dem Luperodes nigrosuturalis Jag. Proceed. 1897, p. 567 aus Ma-
shonaland (Proceed. 1899, p. 376 zu 3Ionolepta gezogen) äusserst nahe verwandt, viel-
leicht auch nur eine Localvarietät davon, die Fühler sind jedoch dunkler gefärbt, während
die bedeutend feiner punktulirten Flügeldecken nur einen sehr schmalen dunklen Naht-
saum haben und der Seitensaum hinter der Mitte ganz fehlt.
Am Kilimandjaro in der Kibonoto Niederung im September, sowie in der Kullur-
zone im December 6 Exemplare aufgefunden, alles Weibchen; wahrscheinlich gehören
auch 2 cf hierher, die aus der Meru Niederung (1. December) stammen. Sie sind wohl
unausgefärbt, die Füher erst vom 5. Gliede ab dunkel und die Flügeldecken einfarbig
strohgelb.
Ausserdem liegt noch 1 Exemplar ($) einer anderen Luperodea-Kxi vom Kibonoto,
Kullurzone, 6. October, vor. Es zeichnet sich durch stärkere Punktirung der Oberseite,
WEISE, CHK.YSOMELID.E UND COCCINELLID^. 190
namentlich des Thorax aus. Letzterer hat fast parallele Seiten und einen, in der Mitte
unterbrochenen Quereindruck auf der Scheibe.
Hier sind 2 Arten einzufügen, die in je einem Exemplare gefangen wurden und
zur Gattung Laperus gehören könnten. Die eine ist vorherrschend hell gefärbt und
stammt von Kibonoto Regenwald, 2,000 m. hoch, 7. October; die andre aus der Meru
Niederung am Ngare na nyuki, Januar, ist metallisch bläulich grün. Da die Hinterbeine
fehlen, lässt sich die Gattung nicht sicher erkennen.
Ootheca Beiiuigseui Ws.
Deutscli. ent. Zeitschr. 1900, p. 453. — üsambara: Tanga, 4. Juni, 1 Exemplar.
Ootheca kibonotensis u. sp.
Ovalis, convexa, rufa, nitida, antennis basi vel apice pedibusque infuscatis vel
nigris, angulis anticis prothoracis angulatim dilatatis. — Long. 4.3 — 5.5.
ab. «. Elytris nigris.
ab. ß. Supra nigra.
Die (^o^//f(Y/-Arten lassen sich vielleicht noch schwieriger aus einander halten als
die grünen Halfica-Avien, sie ähneln sich in der Farbe und Skulptur ausserordentlich.
Die vorliegende ist der Orientalis Ws. täuschend ähnlich, aber durchschnittlich kleiner,
verhältnissmässig breiter gebaut und äusserhch noch am besten an der Neigung zu er-
kennen, dass Fühler und Beine dunkel werden. Die Fühler haben in der Regel die
letzten, oder die beiden ersten Glieder schwärzUch, es kommen aber auch Stücke mit
einfarbig gelbbraunen Fühlern vor. Die Beine sind fast immer dunkel gefärbt, häufig
ziemlich schwarz; bei den anderen bekannten Arten sind die Schenkel und die Basis
der Schienen hell gefärbt. Auffällig ist auch die ab. ß., bei der die Oberseite einfarbig
glänzend schwarz ist. Der Penis verschmälert sich von der Öffnung aus ganz allmählich
in eine lange, schmale Spitze, welche ungefähr so lang ist als der röhrenförmige Basal-
teil. — Kilimaii<lJaro: Kibonoto, in der Niederung (Januar) 1 $, Kulturzone (April) 1 cf ,
5 $, und in 2,000 m. Höhe (October) 1 $.
Hallirhotius puiicticoUis Ws.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 211. — Kilimandjaro : Kibonoto, Kulturzone März,
April 5 ö^, 8 $.
Ich habe 1. c. nur das (f beschrieben; das $ hat einen schwarzen Bauch, an dem
nur das letzte Segment gelblich rot ist.
Exosoma ventralis Ws.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 150. — In der KuUurzone des Kilimandjaro bei Ki-
binoto wurden im April 2 (f und 10 $ gefangen. Alle Stücke sind grösser, besonders
in den Flügeldecken breiter gebaut als die Stammform aus Üsambara, oben immer zwei-
200 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEÜ EXPEDITION. 7: 12.
farbig, nätnlich der Thorax goldig grün bis leuchtend kupferrot, die Flügeldecken dunkel
metallisch blau l)is grün. Diese Form vom Kilimandjaro bezeichne ich daher als var.
fulgidicoUis.
Exosoma mouticola n. sp.
Straminea, nitida, antennis leviter rufescentibus, peclore abdomineque nigris, ano
saepe flavo, labro coxisque piceis, elytris sat dense subtiliter punctatis, interstitiis punc-
tulatis. — Long. 4.5 — 6 mm.
An der Farbe und der doppelten Punktirung der Flügeldecken von den zahlreichen
ähnlichen Arten ohne Mühe zu unterscheiden. Ziemlich scWank gebaut, glänzend stroh-
gelb, die Beine luid namentlich die Fühler etwas rötlicher, Brust und Bauch schwarz, aber
die Seiten der Vorderbrust stets, die Umgebung des Afters in der Regel gelb. Stirn
glatt, Höcker gewölbt, tief umgrenzt und von dem ziemlich breiten und stumpfen Nasen-
kiele scharf geschieden. Oberlippe und JMandibeln pechschwarz, ebenso der Raum unter
jedem Auge. Thorax von normaler Bildung, der Seitenrand sparsam bewimpert, die Scheibe
äusserst fein punktirt, oft mit einer Grube jederseits liinter der Mitte und einem ver-
loschenen Längsgrül)chen vor dem Schildchen. Letzterer ist öfter gebräunt, fast glatt,
Flügeldecken an der Basis breiter als der Thorax, dahinter nur unbedeutend erweitert,
fast parallel, hinten verengt und einzeln abgerundet, auf der Scheibe massig gewölbt,
ziemlich dicht, fein punktirt, in den Zwischenräumen zahlreich punktulirt. An den Bei-
nen sind die Hüften pechschwarz. Das (f hat nur einen kurzen Einschnitt am Hinter-
rande des letzten Bauchsegmentes jederseits, der kurze Miltelzipfel und der Raum davor
ist muldenförmig vertieft.
Am Meru 3,000 — 3,500 m. hoch im Januar 17 (y und 7 5- Ausserdem wurde
noch in der Meru Niederung am Ngare na nyuki (Januar) und am Kilimandjaro in der
Kibonoto Niederung im November je 1 cT gefangen.
Exosoma meruensis n. sp.
Nigra, pectore femoribusque subaeneo-micantibus, vertice, prothorace elytrisque
viridi-aeneis, prothorace leviter cupreo-micante dense obsoleteque punctulato, postice ut-
rinque longitudinaliter impresso, elytris crebre punctatis. — Long. 4.7 mm.
Weniger lebhaft gefärbt als Ex. speeiosa Ws., Arch. f. Naturg. 1907, p. 219, aus
Abyssinien, von dieser Art schon durch den fast glatten Thorax verschieden, dessen dichte
und äusserst zarte Punktirung erst unter starker Vergrösserung bemeri<bar wird. Schwarz
auf der Brust und den Schenkeln mit einem metallisch grünlichen Anfluge, die Stirn
über den Höckerchen, Thorax und Flügeldecken dunkel metallisch grün, auf dem Thorax
teilweise mit kupferigem, auf den Decken hie und da mit einem messinggelben Schimmer.
Der Nasenkiel ist scharf und schmal und fällt oben in eine tiefe Längsgrube zwischen
den innen gewölbten, aussen flacheren Höckern ab. Diese sind oben durch eine Quer-
furche vom Scheitel getrennt, welcher gewirkt und einzeln punktulirt, ausserdem mit einer
weiten, flachen Mitlelrinue versehen ist. Fühler schlank, Glied 3 fast doppelt so lang
WEISE, CHKYSOMELID« UND OOCCINELLID^. 201
als 2, aber etwas kurzer als i, mit dem jedes der folgenden Glieder in der Länge ziem-
lich übereinstimmt. Tliorax um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten gerundet und
vorn verengt, die Hinterecken stumpfwinkelig, die Vorderecken beulig verdickt. Auf der
Scheibe beflndet sich jederseits über dem Seitenrande eine weite und sehr flache Quer-
vertiefung, mit der ein bogenförmiger Längseindruck schwach verbunden ist, der am
Hinterrande, nahe den Ecken endet. Schildchen schwarz, äusserst fein gewirkt. Flügel-
decken dicht und ziemlich fein querrunzelig punktirt, mit einzelnen Pünktchen in den
Zwischenräumen.
1 (f wurde in der 3I('rH Niederung am Ngare na nyuki am 27. December gefangen.
Exosoiua kiboiiotensis d. sp.
Nigra, subtus griseo-pubescens, subopaca, antennis basi testaceis, prothorace obso-
lete punctulato, flavo, elytris alutaceis ruguloso-punctulatis, parum nitidis. — Long. 4 —
4.5 mm.
Oberseits der syrischen thoracica Redtb. am ähnlichsten gefärbt, schwarz, die 3
ersten Fühlerglieder röthch gelbbraun bis rostrot, der Thorax blass rötlich gelb, glänzend,
die schwarze Farbe der Flügeldecken hinten, sowie auf den Epipleuren mit rötlicher
Beimischung, ungefähr pechbraun. Nasenkiel sehr schmal, Stirnhöcker durch eine feine
Rinne getrennt, oben von einer tiefen Querfurche begrenzt. Thorax kaum um die Hälfte
breiter als lang, an den Seiten gerundet, nach hinten wenig, nach vorn etwas mehr
verengt, die Vorderecken verdickt, auf der Scheibe ziemlich dicht, aber nur bei starker
Vergrösserung sichtbar punktulirt. Scliildchen glatt, Flügeldecken unbedeutend breiter
als der Thorax, annähernd parallel, hinten gemeinschaftlich abgerundet, zart gewirkt
und dicht, flach und sehr fein runzelig punktirt, fettig glänzend.
Kilimandjaro: Kulturzone des Kibonoto, 7. November, und an den Flusspferd-
seen, Meru Niederung 5. März. 2 Exemplare.
Exosoma persimplex n. sp.
Nigra, prothorace, scutello elytrisque pallide testaceis, prothorace parce obsoleteque
punctulato, elytris crebre subtiliter punctatis, interstitiis minute punctulatis. — Long.
5 mm.
In der Färbung des Körpers an polita Jag. erinnernd, aber bedeutend kleiner und
auf den Flügeldecken deutlich punktirt, die Grösse stimmt mehr mit transvaalensis Jag.
überein, die aber ein schw-arzes Schildchen hat. Kopf glänzend schwarz, Stirnhöckerchen
durch die Spitze des breiten Nasenkieles geschieden und oben tief begrenzt. Fühler ziem-
lich schlank, die Mitte der Flügeldecken erreichend, ihre ersten 3 Glieder teilweise pech-
braun, Glied 2 kurz, 3 etwas länger, 4 etw^a so lang als beide zusammen, die folgenden
dem vierten gleich. Thorax um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten massig ge-
rundet und nach hinten unbedeutend, nach vorn mehr verengt. Hinterecken stumpfwin-
kelig. Vorderecken verdickt, die Scheibe weiüäutlg und nur bei stärkerer Vergrösserung
Sjöstedts KüimandjaroMeru Expedition. 7. 26
202 SJÖSTEDTS KII.IMANDJABOMEEU EXPEDITION. 7: 12.
sichtbar punktirt, glänzend. Flügeldecken deutlich, dicht und fein punktirt mit einzelnen
Pünktchen in den Zwischenräumen. Unterseite und Beine glänzend schwarz, sparsam
greis behaart.
Küimandjaro: Kibonoto Niederung, 11. November, 1 $. Zwei andere Weibchen,
in der Kulturzone am 18. November gefunden, stimmen zwar in Grösse und Körperform
überein, dürften aber einer anderen Art angehören; denn bei ihnen ist unterseits nur
die Mittel- und Hinterbrust schwarz, und die Knie, Schienenspitze und Tarsen sind an-
gedunkelt, oben ist der Kopf heller oder dunkler braun, die Fühler sind bei dem einen
Stücke rostrot, beim andern vom 4-. Gliede ab geschwärzt. Thorax, Schildchen und Flü-
geldecken sind wie bei persimplex hell rötlich gelbbraun, letztere aber feiner punktirt,
mit schwärzlicher Nahtkante.
Megalognatha siituralis Balt.
Ann. and Mag. 1878, p. 417. — Malacosomn nriipniicfafa Har. Älonatsber. Ak. Wis-
sensch. Berlin 1880, p. 269. — Auf einer breitblätterigen Grasart an Flussufern in der
Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto am 13. und 14. März 25 cf und 37 $• Alle
Exemplare gehören zu der oberseits feiner punktirten und glänzenden Lokalform bipnnc-
tata Jag., Proceed. 1883, p. 4-02, t. 45 fig. 9. Wenige Stücke haben einfarbig bräun-
lich gelbe Flügeldecken, oder auf diesen noch einen angedeuteten bis gut ausgeprägten
schwarzen Fleck in der Mitte; die meisten besitzen ausserdem noch einen zweiten, klei-
neren schwarzen Fleck nahe dem Aussenrande, beide Makeln sind öfter zu einer Quer-
binde vereinigt.
Megaloguatha meniensis n. sp.
Nigra, segmentis abdominalibus postice fulvo-marginatis, capite prothoraceque niti-
dis, hoc quinque foveolato, pone medium punctato, elytris alutaceis creberrime sat sub-
tiliterque ruguloso-punctatis. -- Long, 7 — 8.5mm.
J\Ias: Antennis articulo septimo basi rotundatim emarginato, articulis tribus sequen-
tibus unicarinatis.
ab. u. Immatura, elytris brunneo-testaceis, abdomine fulvo.
Mit Meg. imbecüla Ws. sehr nahe verwandt, in der Regel grösser, die Flügeldecken
stärker und mehr runzelig punktirt, die 5 Gruben des Thorax weniger tief, niedriger
umrandet.
Der Körper ist schwarz, Kopf und Thorax ziemlich glänzend, die Flügeldecken
fettig schimmernd. Kopf glatt, Thorax so lang als breit, in der Mitte am breitesten und
von hier aus beiderseits fast gleichmässig verschmälert, die Seiten schwach gerundet,
die Hinterecken rechtwinkelig, die Vorderecken klein. Die Scheibe ist vor der Mitte
weitläufig, hinter derselben dichter punktirt, die Punkte sind klein und ziemhch flach,
beim $ deutlich stärker als l)eim (f. Von den grossen Vertiefungen, welche 3, 2 an-
geordnet sind, nehmen die beiden hinteren der Quere nach den grössten Teil vor der
Basis ein; sie sind wulstartig umrandet und werden durch einen Längswulst getrennt,
WIOISK, CHKYSOMELID* UND COOCINEIiLID /E. 203
der eine Mittelrinne trägt und aus einer Verlängerung der Seiten der vorderen Mittelgrube
entstanden ist. Letztere hebt, nebst den Seitengruben, den Vorderrand in Form einer
breit dreieckigen Querleiste empor. Alle diese Vertiefungen und Erhöhungen sind beim
(/ flach. Die FUigeldecken sind dicht gewirkt und äusserst dicht, flach punktirt.
5 Pärchen wurden am 29. December in der Ment, Niederung gesammelt.
Eastcoiirtiaua litura Gerst.
Wiegm. Archiv f. Naturg. 1871, p. 84; Decken's Reise III. 1873, p. 285 (sub
' Malacosomt?]. — Ws. Arch. f. Naturg. 1903, p. 208. — FAtstc. hifasciafa Jag. Pro-
ceed. 1900, p. 260. — In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto im November
und December. 2 Exemplare.
Eastcourtiana biformis n. .sp.
Taf. i, flg. 12.
Oblonga, convexiuscula, testaeeo-flava, nitida, tuberculis frontalibus sat distinctis,
prothorace transverso minus dense subtilissimeque punctulato, antice utrinque impressione
curvata, punctata, elytris minus crebre punctulatis {(j"). — Long. 3.6 — 4-. 2 mm.
Femina: obscurior, prothorace scutelloque interdum nigricantibns, elytris bicari-
nulatis, sutura margineque laterali saepe infuscatis. — Long. 4 — 5 mm.
Bedeutend grösser als der seither bekannte einzige Repräsentant der Gattung. Die
Stirnhöckerchen deutlich, innen schwach gewölbt; die bogenförmige einreihig punktirte
Furche jederseits auf dem Thorax der litura ist in biformis durch einen ähnlich geboge-
nen, aber breiteren und mehrreihig punktirten Eindruck ersetzt, hinter dem oft ein ein-
zelnes Grübchen steht, und die Flügeldecken des $ sind mit 2 feinen, jedoch scharfen
Längsleisten versehen, die durch je einen muldenförmigen Streifen unter sich und vom
Seitenrande getrennt sind. Die äussere Leiste ist die Verlängerung der Schulterbeule
und reicht bis vor die Spitze, die innere ist bedeutend kürzer.
Das (f ist kleiner, einfarbig blass bräunlich gelb, das letzte Bauchsegment hinten
abgestutzt, das erste Tarsenglied an den vier Vorderbeinen erweitert. Das 5 ist grösser
dunkler gefärbt, Thorax und Schildchen zuweilen schwärzlich, Naht und Seitenrand der
Flügeldecken dunkel gesäumt, Spitze des Bauches vorgestreckt und der Hinterrand des
letzten Segmentes in einen abgerundeten Winkel vorgezogen.
Die Gattung Paralejifa Chap. = Chapnisia Duviv. muss mit Eastcourtiana nahe
verwandt sein, sie würde sich durch einen längeren Metatarsus und nur an den Mittel-
beinen bedornte Schienen unterscheiden.
Kilimandjaro: Kulturzone des Kibonoto, April, Mai, November, Januar. 27 Exemplare.
Asbecesta breviuscula Ws.
Archiv f. Naturg. 1904, p. 48. — Es wurden 27 Exemplare mitgebracht, der grösste
Teil aus der Kullurzone des KUiniandjaro bei Kibonoto im Januar, April, September
bis November, einzelne Stücke stammen vom Regenwald bei Kibonoto 2,000 m. hoch.
204 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEKU EXPEDITION. 7: 12.
dann aus der Obstgartensteppe (December), der Kibonoto Niederung und vom Hera
Regenwald, 3,000 m. hoch, Januar.
Bei dem (f ist Ghed 7 bis 9 der Fühler stark erweitert, Güed 8 grösser und etwas
breiter als die beiden einschliessenden; vor diesen dicken Glieder ist das 5. und 6. Ghed
allmählich erweitert, während die beiden Endglieder allmählich verschmälert sind. Ob-
gleich die Fiihler wesentlich anders gebaut sind wie die von Laetana Jiistrio Baly, so
ähneln sie sich doch darin, dass sie nach der Basis und Spitze hin schwächer werden.
Asbecesta capensis All.
Ann. Fr. 1888, p. 326. — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1905, p. 329. — Küimandjaro .-
Kibonoto Niederung, September, und Kulturzone (Mai). 2 Exemplare.
Asbecesta kibonotensis n. sp.
Testaceo-flava, labro, antennis apice abdomineque infuscatis, fronte prothoracisque
disco sublaevibus, elytris stramineis, crebre punctatis, singulo costa humerali postice ab-
breviata. — Long. 4.5 mm.
Kleiner^ schlanker gebaut, weniger gewölbt und lieller gefärbt als Ashec. icterica
Ws., blass rötlich gelb, die Flügeldecken weisslich gelb, der Bauch mit Ausnahme des
Randes, die Oberlippe, die letzten 5 oder 6 Fühlerglieder und das Schildchen angedun-
kelt. Die Stirn über der Querfurche und der Thorax sind fast glatt. Letzterer hat we-
nige Punkte über den Vorderecken und eine breite und tiefe, in der Mitte etwas nach
hinten gebogene und verflachte Querfurche. Flügeldecken dicht punktirt, hinter der Mitte
schwächer als davor; parallel dem Seitenrande läuft auf jeder eine breite, massig hohe
Längsleiste von der Schulterbeule bis an die hintere Aussenecke. Sie wird innen von
einem deutlichen Längseindrucke, aussen von dem muldenförmigen Streifen über dem
Seitenrande emporgehoben.
1 cf Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 9. April.
Asbecesta pilifera n. sp.
Testaceo-flava, nitida, labro, palpis, antennis apicem versus, scutello, femorum apice
tibiis tarsisc[ue piceo-nigris, elytris stramineis, crebre subtiliter punctatis, parce pilosis,
limbo lateraU nigro-aeneo vel coeruleo nigro. — Long. 5.5 mm.
Von den übrigen Arten sofort durch die Punktirung und Behaarung der Flügel-
decken zu unterscheiden. Der Körper ist in Grösse und Gestalt der capensis ähnlich,
blass rötlich gelb, die Flügeldecken weisslich gelb, ein Seitensaum, welcher die Schulter-
beule umfasst, dicht dahinter verschmälert, dann wieder allmählich verbreitert ist, den
Hinterrand umzieht und an der Naht in etwa V» der Länge endet, metallisch grünlich oder
bläulich schwarz. Stirn glatt, Oberlippe, Taster und Fühler pechschwarz, die beiden
Basalglieder der letzteren, sowie die Unterseite der 3 folgenden Glieder hell rötlich gelb-
braun. Thorax weitläufig und gleichmässig sehr fein punktirt, die Pünktchen über den
WEISE, c'hrysomelida; und coc'Ctnhm.id.k. 205
Vorderecken nur wenig stärker als die der Scheibe. Flügeldecken dicht und fein punk-
firt, mit 4 schwer sichtbaren Reihen stärkerer Punkte, von denen jeder ein äusserst fei-
nes, langes, gelblich weisses Haar trägt. Ausserdem sind noch einige andere Haare vor-
handen, die in nicht gereihten, grösseren Punkten befestigt sind. Diese, nur bei genauer
Ansicht bemerkbaren Härchen, sind bei dem vorliegenden einzigen Exemplare anliegend,
könnten jedoch am lebenden Tiere vielleicht aufgerichtet sein. Der Raum, den der me-
tallisch gefärbte Seitensaum einnimmt, ist muldenförmig vertieft und wird bis zur hin-
teren Aussenecke von der Scheibe durch einen leichten Längskiel geschieden. Ein Wisch
auf dem Riicken der Schenkel, der an den Hinterbeinen länger als an den vorderen ist,
nebst Schienen und Tarsen pechschwarz, das dritte Tarsenglied mehr rötlich.
1 Exemplar wurde bei Tanga (UsamharaJ gefangen.
Asbecesta nigripennis u. sp.
Testaceo-flava, capite prothoraceque brunneo-ruhs, hoc parce punctulato, elytris nigris,
crebre subtiliter punctalis. — Long. 4.7 mm.
Ich würde das einzige Exemplar, w-elches im Älärz in der Kulturzone bei Kibonoto
erbeutet wurde, für eine Abänderung von terminalis Ws. aus Usambara halten, wenn
nicht die Tarsen eben so hell gefärbt wären, wie die übrigen Teile der Reine, ausserdem
ist der Körper schlanker gel)aut und auf den Flügeldecken etwas tiefer und stärker punk-
tirt, auch trägt die Scheilie des Thorax ausser den vereinzelten grö.sseren Punkten über
den Vorderecken noch weitläufig stehende feine Punkte. Reiden Arten gemeinsam ist
eine feine, niedrige Längsleiste, die unterhalb der Schulterbeule beginnt und sich hinter
der Mitte verliert, sie wnrd durch einen schwachen Längseindruck hinter der Schulter und
die Vertiefung des Seitenstreifens heraus gehoben.
Sjoestedtiuia n. gen.
Corpus oblongum, apterum, breviter pubescens. Acetabula antica semiocclusa.
Elytra abbreviata, a basi ad apicem dilatata, epipleuris usque ad angulum lateralem pos-
ticum continuatis. Tibiae calcaratae, unguiculi appendiculati.
Diese hochalpine Gattung wiederholt ziemUch genau die Körperform der indischen
Gattung Khasia Jac, und der syrischen MarseiiUa Joannis; denn Kopf, Thorax und
Rasis der Flügeldecken haben ziemlich diesellie Rreite, hierauf erweitert sich der Hinter-
leib allmählich und ist von der breitesten Stelle ab mehr oder weniger weit frei, weil die
Flügeldecken dort al)gekürzt und in einem gemeinschaftlichen stumpfen Winkel ausgeran-
det sind. Der kurz behaarte Körper und die vollständigen Epipleuren der Flügeldecken
sind augenfällige Unterschiede von den beiden oben genannten Gattungen, von Marseiiliu
ausserdem die mit einem Rasalzahn versehenen Klauen. Die Fühler sind fadenförmig,
wenig länger (cf), oder etwas kürzer ($) als der Körper, auch die Reine sind schlank,
mit verdickten Hinterschenkeln und gebogenen Hinterschienen. Alle Schienen haben
einen Enddorn.
206 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Beide Geschlechter sind nicht immer leicht zu erkennen, weil das $ zuweilen ehen
so klein und ganz cähnlich geformt ist wie das cf. In den meisten Fällen ist das $
grösser, mit einem viel mehr erweiterten, aufgetriebenen Bauche, dessen Analring gleich-
massig gewölbt und am Ende gerundet-vorgezogen ist. Das cT h^^t eine glatte, zweiteilige
Grube vor dem abgestutzten Hinterrande des letzten Bauchsegmentes; der Penis bildet
eine von oben zusammengedrückte feine Röhre, die an der Spitze in ein Dreieck ver-
engt ist.
Die einzige in jeder Hinsicht veränderliche Art wurde im Februar in 82 Exemplaren
auf Bergwiesen des Küimmuljaro in Kiboscho, 3000—3500 m. lioch, aus den trocke-
nen Blütenständen von Lobelia Decheni geklopft. Es ist:
Sjoestedtiüia inoutivaga n. sp.
Taf. 4, Fig. 9.
Picea, antennis pedibusque rufescentibus, fronte prothoraceque alutaceis, subtiliter
punctatis, subopacis, elytris ruguloso-punctatis, subopacis vel nitidulis. — Long. 2 — i mm.
ab. a. Sordide testacea, lal)ro, verlice, maculis tribus prothoracis, scutello vittaque
suturali elytrorum piceis, femoribus posticis infuscatis.
ah. ß. Ut in «, sed elytris fuscis, nitidis, macula basali et apicali flavescentibus.
Pechbraun, Fühler und Beine mehr rötlich braun, Hinterschenkel schwärzlich.
Fühler unter sich und von den Augen ungefähr in gleicher Entfernung eingefügt, Glied 1
ist das dickste, lang keulenförmig, 2 klein, 3 nicht ganz doppelt so lang als 2, beide
zusammen selten länger als 1, Ghed 4 länger als 3, 5 das längste, die folgenden unter
sich ziemlich gleich, jedes etwa so lang als 4. Kopfschild quer, zu einer Kante an-
steigend, die mit dem Nasenkiele verbunden ist. Stirnhöcker klein, oben meist von einer
graden Querrinne begrenzt, in der Mitte durch einen tiefen Eindruck geschieden, glänzend,
wie der Unterkopf, oder gewirkt und ziemlich matt, wie der Raum darüber. Dieser ist
bald flach und ganz verloschen-, bald sehr deutlich punklirt. Augen massig gewölbt, weit
getrennt. Thorax viereckig, etwas breiter wie lang, an den Seilen paralell oder nach hinten
schwach convergirend, gerandet; Eckporen gross, die Scheibe massig querüber gewölbt, ähnlich
wie die Stirn gewirkt und punktirt. Schildchen quer, fast glatt, hinten abgerundet. Flügel-
decken wenig stärker als der Thorax punktirt, aber deutlich und nicht dicht gerunzelt,
die Zwischenräume sind gewölbt, so dass die Skulptur gekörnt aussieht. Die Nahtecke
ist scharf stumpfwinkelig und liegt weiter vorn als die rechtwinkelige abgerundete Ecke
am Seitenrande. Die vorderen Hüftpfannen sind halb geschlossen, die Spitze der Seiten-
stücke bleibt vom Prosternum entfernt.
hl der Abänderung «, wozu vorherrschend Weibchen gehören, ist der Körper ver-
schossen bräunlich gelb, oben mit durchgehender dunkler Mittelbinde. Diese beginnt über
der Fühlerwurzel, verbreitert sich auf dem Thorax und zieht dann, wieder verschmälert,
auf der Naht der Flügeldecken und über die freiliegenden Rückensegmente fort. Ausser-
dem hat der Thorax noch jederseits eine runde oder längliche Makel neben dem Seiten-
WEISE, CHUYSOMEMD,« UND COCCINELLID*. 207
rande, auch die Epipleuren der Flügeldecken sind schwärzlich. Später dehnt sich die
dunkle Farbe über die Flügeldecken aus, es bleibt aber noch eine Quermakel an der
Basis und in der Spitze gelb (ab. 4). Öfter sind die Zwischenräume der Flügeldecken
eben, glatt und glänzend.
Apoi»lijiia Marshalli Jac. ('?).
Proceed. 1897, p. 571 (sub 3Ialaxia). — Ein Pärchen, welches in der Obstgarten-
steppe am 13. und 14. December gefangen ist, stelle ich nur fraglich zu der Art. Die
Stirn ist über der Querrinne nicht einfarbig schwarz wie in den meisten übrigen Arten,
sondern mit einer schwarzen Längsmakel versehen, welche einen Augensaum und den
Hals frei lässt; auch der Thorax ist in der Mitte quer vertieft und an den Seiten stark
gerundet, dagegen stimmt die Farbe der Unterseite nicht mit Jacoby's Worten überein.
Sie wird pechbraun oder schwarz genannt, das letzte Bauchsegment dunkel rotgelb ; beide
Stücke vom Küimandjaro haben al^er nur die Hinterbrust (ohne Seitenstücke) schwarz.
Ob hier eine andere Art vorliegt, muss weiteres Material lehren.
Die Gattung Apoplujlia. die von Chevrolat im Dict. Univ. Hist. Nat. IT. 184-2,
p. 31, kurz gekennzeichnet und von Thomson, Archiv. Ent. II., p. 221, näher begründet
wurde, ist durch Chapuis, Gerstäcker, Allard und Jacoby falsch angewandt worden.
Ihr bestes Erkennungszeichen besteht in der Bildung der Klauen, die beim cf an der
Spitze gespalten, beim $ mit einem Basalzahne versehen sind. Erst in den Transact.
1903, p. 22, führten Gahan und Jacoby Apoplujlia wieder auf ihren richtigen Umfang
zurück; mit ihr ist Gli/pfolus Jag. und Malaxia Fairm. identisch, während Galerucesthis
Ws., Deutsch. Zeitschr. 1896, p. 296, höchstens eine Abteilung davon bezeichnet, bei
welcher der vordere Borstenkegel von den Vorderecken des Thorax abgerückt ist.
Apophylia similis n. sp.
Testacea, antennis (basi excepta), fronte supra antennas, maculis tribus prothoracis,
scutello pectoreque nigris, abdomine plus minusve fusco, tibiis tarsisque leviter infuscahs,
elytris saturate aeneo-viridibus, confertim granuloso-punctatis. — Long. 5 — 5,s mm.
Ganz vom Ansehen der übrigen Arten, aber von der nächstverwandten semi-obscura
Fairm. durch den verhältnissmässig hell gefärbten Thorax zu unterscheiden, der nur kleine
schwarze Makeln hat. Die mittelste bildet einen gerundeten Fleck vor dem Schildchen
und reicht kaum über die Mitte hinaus nach vorn, die Seitenmakel ist nach hinten in
eine Spitze verschmälert, ihr Innenrand läuft gradlinig von der hinteren Borstenpore zum
Vorderrande. Der Kopf ist unterhalb der Stirnhöcker bräunlich gelb. Letztere sind
ziemlich gross, quer-dreieckig, glatt und glänzend, die Stirn darüber matt, dicht runzelig
punktirt. Thorax doppelt so breit als lang; vor dem Hinterrande liegt eine feine vertiefte
Querlinie, hinter dem verdickten Vorderrande eine ähnliche, aber etwas stärkere, die jeder-
seits in einer tiefen, runden Grube nahe dem Seitenrande endet, auch die Mitte der
Scheibe ist wenig deutlich der Länge nach eingedrückt. Vor der hinteren Borstenpore
befindet sich eine kleine, grubige VerUefung, die den ähnlichen Arten AlluauiU All.,
208 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
M(irsli(iUi Jag. etc. fehlt. Die Flügeldecken sind dunkler grün gefärJjL und nebst den
übrigen Teilen der Oberseite kürzer behaart als die ebengenannten Arten. Die Mittel- und
Hinterbrust sind schwarz, der Bauch ist schwärzlich, an den Seiten und zur Spitze hin
gelblich, Schienen und Tarsen sind in der Regel angedunkelt.
4 $ wurden von Januar bis April in der Kulturzone des Kilwuiniljaro bei Kibonoto
gefangen.
Steiielliua nierueiisis n. sp.
Taf. 4, Fig. 10.
Sordide testaceo-flava, vertice sublaevi elytrisque (limbo laterali excepto) saturate
aeneo-viridibus, his alutaceis, crebre subtiliter ruguloso-punctatis, prothorace parce punc-
tulato, nitido, utrinque nigro-maculato, tibiis muticis. — Long. 4 — 5,2 mm.
Grösser, etwas breiter gebaut als Sten. marginata Ws. aus Usambara, dieser in der
Färbung ähnlich, aber der vordere Borstenkegel des Thorax niedriger als der hintere und
wenig heraus tretend, die Flügeldecken dichter und etwas feiner punktirt, an der Naht
nie hell gefärbt, und die Schienen ohne Enddorn.
Der Körper ist sehr blass bräunlich gelb, die Stirn über den Höckern nebst den
Flügeldecken gesättigt und lebhaft metallisch grün, letztere am Seitenrande gelb gesäumt.
Der Thorax jederseits mit einer grossen schwarzen Längsmakel, welche das äussere Fünftel,
Viertel oder Drittel einnimmt, aber die abgesetzten Ränder frei lässt. Fühler fadenförmig,
fast so lang ($), oder wenig länger als der Körper, Glied 1 das stärkste, keulenförmig,
Glied 3 das längste. Thorax doppelt so breit als lang, vor der Mitte am breitesten, nach
hinten mehr als nach vorn verengt, mit gerundeten Seiten, die Schellte querüber gewölbt,
fast glatt, nur über den Vorderecken mit einigen verloschenen Punkten. Schildchen glatt,
blass gelb. Flügeldecken breiter als der Thorax, sehr dicht, fein, querrunzelig punktirt,
die Zwischenräume gewirkt, daher weniger glänzend als der Thorax. Der gelbe Seiten-
saum hat einen gradlinigen hinenrand; er beginnt schmal in der Schulterecke, erweitert
sich dann etwas und zieht in ziemlich gleicher Breite bis in die Nahtecke. Die Beine
sind schlank, der Metatarsus länger als die drei folgenden Glieder zusammen, die Sohle
der beiden ersten Tarsengheder ist kurz und massig dicht behaart, das breitere dritte
Glied hat eine Filzsohle.
Bei einem Stücke sind die Flügeldecken grösstenteils metallisch kupferig braun
gefärbt.
Am Meru 3000 m. hoch im Januar, und am Küiniaudjaro auf Bergwiesen 3500 m.
hoch im Februar in 53 Exemplaren gesammelt.
Strobitleres Jacobyi Ws.
Archiv f^ Naturg. 1902, p. 156. — Küimandjaro: Kulturzone bei Kibonoto, April,
2 Exemplare.
Biiphoiiella miirina Geest.
Wiegm. Arch. f. Naturg. 1871, p. 83 (sub Apopliylia)\ Decken's Reise ffl. 1873,
p. 280, — Fauui. Aim. Fr. 1887, p. 366. — Ws. Arch. f. Naturg, 1904. II. 166. —
WEISK, CIIRYSOMELIDA: UNI) OOC'CINELLID/K. 209
Biiplioii. chiiiijdtu Jac. Transact. 1903, p. 37. — Küimandjaro, September bis November;
Obstgartensteppe, December; Kiboiioto Niederung, Januar, und Kulturzone, December,
Februar bis April; Merti Niederung, December. 22 Exemplare.
GaliTucella geniciilata Hak.
Sitzungsber. Ak. Wiss. Berlin 1880, p. 27. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone,
September, November; Mombo, üsamhara, Juni. 3 Exemplare.
Galenicella usambarica Ws.
Deutsch, enl. Zeitschr. 1901, p. 307. — Mombo in üsamhara, Juni. 31 Exem-
plare.
Dircemella Batesi Jac.
Notes Leyd. lAIus. 1884, p. 232 (sub Paclnjtoma). — Ws. Archiv f. Naturg. 1902,
p. 156. — Üsamhara: Älombo, Juni. 1 Exemplar. Die Art wurde aus Central Afrika
beschrieben, später aus dem Lande der Niams-Niams, vom Victoria Njansa und von Dar
es Salaam nachgewiesen.
Cerochroa ruficeps Geest.
Monatsber. Ak. Wiss. Berlin 1855, p. 637; Peter's Reise 1862, p. 341, t. 20,
flg. 12. — Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto, Januar bis Mai; Älombo in
Üsamhara. Juni. 9 Exemplare.
Monolepta (Caiulezea) haeiuatura Faiem.
Ann. Belg. 1891, C. r., p. 305. — Küimandjaro bei Kibonoto in der Kulturzone,
April, ^lai, November, und in der Steppe 1000 m., März, sowie in der Niederung,
November; endhch am M^rn 3500 — 4400 m. im December und Januar. 15 Exemplare.
Diese weichen von denen aus Usambara durch fast einfarbig gelbe Fühler, an denen
nur die äusserste Spitze der Glieder 4 bis 11 leicht gebräunt ist, und durch den roten
Spitzensaum der Flügeldecken ab, welcher auf eine schmale, scharf begrenzte Binde
beschränkt ist.
Monolepta (Candezea) flaveola Geest.
Monatsber. Ak. Wiss. Berlin 1855, p. 638; Peter's Reise Zool. 1862, p. 344.—
Küimandjaro: Obstgartensteppe (März), Kibonoto, Kulturzone (April) und Niederung;
Steppe (September), Tanga, Üsamhara, 5 Exemplare.
Mouolepta (Candezea) mendica s. sp.
Ovalis, rufo-testacea, anteunis flavescentibus, tuberculis frontalibus bene discretis,
prothorace rufo, antrorsum angustato, punclulato, elytris (apice excepto rufo) nigris, crebre
punctatis, interstitiis punclulatis. — Long. 5 mm.
In Grösse, Ivörperform und Farbe mit apicalis Sahlb. fast übereinstimmend, der
Thorax aber nach vorn stark und gradlinig verengt, mit ziemlich scharfen, rechtwinke-
ligen Hinterecken, das dritte Fühlerglied bedeutend länger als das zweite, die Stirn-
Sjöstedts KilimaudjaroMeru Ejcjieditiim. 7. 37
210 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
höcker scharf umgrenzt und die Flügeldecken viel stärker punktirl, die Punkte zu leichten,
wenig deuthchen Querrunzeln vereint, in den Zwischenräumen mit einzelnen sehr feinen
Pünktchen. Die Unterseite ist nebst den Beinen hell gelblich rot, Kopf, Thorax und
Schildchen lebhaft rot, gewirkt und massig glänzend, Oberlippe und Fühler gelb, Flügel-
decken schwarz, ein Seitensaum, der in der Mitte schmal beginnt, sich nach hinten
erweitert und an der Naht ungefähr das letzte Fünftel einnimmt, heller und mehr gelb-
lich rot als der Thorax. Letzterer ist nebst der Stirn ziemlich dicht, fein punktulirt.
In der Regel sind auch die Epipleuren der Flügeldecken, die Kanten des Seiten-, Vorder-
und Nahtrandes, l^ei einem Stücke auch die Schulterbeule rot.
In der Kulturzone des KühiUDidjaro bei Kibonolo im Januar und in der Niederung
im September. 2 Exemplare.
Moiiolepta (Candezea) pectoralis Jac.
Proceed. 1899, p. 379. — Küimandjaro: bei Kibonoto in der Kullurzone im
October und in der Niederung im Januar, 5 Exemplare.
Monolepta (Candezea) kwaiensis W^i.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 215. — Kühiiamljaro, Obstgartensteppe, December;
Kibonoto, Regenwald 2000 m., Januar, September, in der Kulturzone vom Feliruar bis
Mai und im September und October; sowie am Mern, 3000 m. hoch, im Januar. 17
Exemplare.
Monolepta (Candezea) advena n. sp.
Oblonga (cf) vel oblongo-ovalis ($), convexiuscula, albido-flava, sat nitida, antennis
arliculo ultimo fusco, prothorace dense punctulato, elytris alutaceis, subtihter haud pro-
funde punctatis. — Long. 4,5 — 6 mm.
Mas: elytris maculis duabus plus minusve confluenlibus et vittam postice abbre-
viatam, medio constrictam referentibus, maculaque apicali nigris, spatio communi inter
vittas plerumque coccineo.
Var. a (f. JMacula apicali nigro elytrorum deficiente.
Femina: unicolor, vel elytris macula apicali nigra.
Auffällig durch die in beiden Geschlechtern verschiedene Zeichnung und Körper-
form. Das cf ist ziemlich schlank, mit fast paralellen und nur massig gewöUiten Flügel-
decken, das $ ist grösser, breiter, stärker gewölbt.
Blass strohgelb, das letzte Fühlerglied angedunkelt und die äusserste Basis des
Metatarsus (ähnlich wie bei vielen anderen Arten) schwarz. Sonst ist das $ einfarbig,
oder hat nur noch eine kleine, gerundete Quermakel in der Spitze der Flügeldecken;
das (f besitzt diese Makel häufig auch, ausserdem noch auf jeder Decke zwei grosse,
schwarze Flecke, einen an der Basis, wenig länger als breit, den andern in imd hinter
der Mitte, langgestreckt. Diese Makeln liegen nahe der Naht und l)leiben vom Seiten-
rande etwas weiter entfernt; sie sind nur bei einem nicht ganz ausgefärbten Exemplare
frei, bei den andern zu einer hinten abgekürzten breiten Läugsbinde vereint, welche innen
WKISE, C'HRYSOMELID* UN1> COC'CINET,I,lD.*;. 211
in einem liefen Bo^en ;uisgerandet ist. Dadnrcli enlstelil uninillfiliar vor der Mitte eine
gemeinsciiaftliehe, grosse, helle Makel, die bei völlig ausgereiften Stücken leuchtend rot
gefärbt ist. Auf der Stirn sind der obere Rand des Kopfschildes, der Nasenkiel und die
mit iiim verbundenen Stirnhöcker l)reit, wulstartig; letztere werden oben von einer massig
tiefen Querlinie gut begrenzt. Die Grube um die Fühlerwurzel ist gross. Fühler schlank,
das dritte Glied länger als das zweite, beide alier gestreckt und zusammen fast so lang als
das erste, oder eins der folgenden Glieder. Der Thorax ist um die Hälfte breiter als
lang, ziemlich stark querüber gewölbt, dicht und sehr fein punklulirt, mit fast paralellen
Seiten. Flügeldecken breiter als der Thorax, viel stärker als dieser, aber sehr flacli
punktirt, mit zart gewirkten Zwischenräumen.
Kilimdndjaro: Kibonoto in der Kulturzone im Februar, April und August, sowie
in der Niederung (Steppe) im August. 4 cf, 4 $.
Monolepta (Caudezea) vivida n. sp.
Olilongo-ovalis, convexiuscula, flava, nitidula, fronte supra tuberculos, margine hume-
rali fasciaque pone medium elytrorum pectoreque nigris, fronte prothoraceque subtiliter
punctatis, elytris creberrime punctatis. — Long. 5 mm.
An der Zeichnung leicht kenntlich. Der Körper ist blass gelb (unterseits mit röt-
licher Beimischung), massig glänzend, die Stirn über den tief umgrenzten Höckern, eine
Basalmakel der Flügeldecken am Innenrande der hellen Schulterbeule, saumförmig in der
Schulterecke bis Vs der Länge am Seitenrande ausgezogen und eben so weit über die
Epipleuren ausgedehnt, eine Querbinde hinter der Mitte und der grösste Teil der Mittel-
und Hinterbrust schwarz. Die Querbinde erreicht weder Naht noch Seitenrand, ist überall
ziemlich von gleicher Breite und im äusseren Teile leicht nach vorn gekrümmt; ihr
inneres Ende liegt eine Spur weiter nach hinten als das äussere. Der Thorax ist hinten
mehr als doppelt so breit wie lang, nach vorn massig und fast gradlinig verengt, vorn
stärker als hinten querüber gewölbt, ziemlich dicht, sehr fein punktirt. Die Flügeldecken
sind sehr dicht punktirt, die Punkte sind massig stark, aber flach, mit einzelnen Pünkt-
chen in den schmalen Zwischenräumen.
1 Exemplar wurde in der Kulturzone des Kilmandjaro bei Kibonoto am 27. April
gefangen.
Eine andere Monolepta (Candezea) species liegt in einem Exemplar aus der Kultur-
zone des Kibonoto ((3. October) vor. Dieselbe erinnert im Thoraxbau schon etwas an
acutangula Ws., ist aber viel blasser gefärbt und auf dem Thorax nach aussen hin
tiefer und stärker punktirt. Sie lässt sich erst beschreiben, wenn mehr Material ver-
glichen werden kann.
Mouolepta leuce Ws.
Archiv f Naturg. 1903, p. 214;. — Küimondjaro: Obstgartensteppe im December,
Kulturzone am Kibonoto im März bis Mai und October bis December, auch in der
Niederung im September und November, sowie am Mrru 3000 m. hoch im Januar.
30 Exemplare.
e
212 SJÖSTEDTS KTI.IMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Mouolepta epliippiata Geest.
Wiegm. Arch. f. Nat. 1871, p. 84; Decken's Reise III. 1873, p. 283. — Mern:
1 Exemplar, bei den Flusspferdseen am 5. März gefangen, hat noch nicht ganz die
schwarze Zeichnung der Flügeldecken, die Gerstäcker angibt. Sie besteht hier nur aus
einem schmalen Nahtsaume im ersten Drittel, hinten makelförmig verbreitert, einem fei-
nen, innen vom Schulterhöcker dreieckig erweiterten Basalsaume, einem bis in die Nähe
der Mitte reichenden, vorn schmalen, nach hinten erweiterten Seitensaume und einer
gerundeten Scheibenmakel vor der Mitte. Ausserdem sind die F^pipleuren schwarz, und
die Naht ist vor der Spitze angedunkelt.
Mouolepta insignis Ws.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 212. — Küimandjdro, Kulturzone des Kibonoto im
März, April, August, October bis December, in der Obstgartensteppe im December und
der 3Ieru Niederung am Ngare ua nyuki im Januar. 11 Exemplare. Von diesen haben
nur 4 die normale Zeichnung; liei den ül)rigen fehlt der Nahtsaum im ersten Viertel
oder Drittel, dafür ist der Basalsaum auf der Nalit in eine kurze Spitze verlängert. Zu-
weilen ist Brust und Bauch schwärzlich.
MonoU'pta Sjöstedti u. sp.
Oblongo-ovalis, cnnvexiuscula, strarainea, vertice, scutello, linibo basali utrinque
prolongato maculaque pone medium elytrorum, meso- et metasterno nigris; prothorace
elytrisque dense subtihssimeque punclatis. — Long. 3,5 — 4 mm.
Der vorigen sehr ähnlich, aber durch gelbe Fiibler und Beine, den gelben Vorder-
kopf, schwarze Mittel- und Hinterbrusl und die kleine schwarze Makel hinter der Mitte
der Flügeldecken leicht zu trennen.
Der Körper ist strohgelb, das letzte Fühlerglied angediinkclt; Stirn über den Höckern
sparsam und sehr fein punktulirt, schwarz. Diese Färbung erstreckt sich unten jeder-
seits bis in die Nähe der Mitte, so dass hier noch ein Fängsstreifen gelb bleibt, während
bei insignis der ganze Kopf schwarz ist. Thorax und Flügeldecken sind dicht und sehr
fein punktirt, letzlere halben einen feinen, schwarzen Basalsaum, welcher sich oft auf der
Naht etwas verlängert, auf der Scliulter stets in eine Älakel erweitert und am Seitenrande
bis zum Ende des ersten Drittels ausgezogen ist. So weit sind auch die Epipleuren
schwarz. Ausserdem liegt auf jeder Decke, hinter der Mitte nahe der Naht, eine kleine
schwarze Makel, welche meist die Form eines kurzen Querstriches hat.
Kilimandjaro: Kibonoto Kulturzone und Niederung, Januar und September; Meru
Regenwald, 3000 m., Januar. 8 Exemplare.
Mouolepta sternalis n. sp.
Oblongo-ovalis, convexa, rufa, nitida, antennis apicem versus infuscatis, elytris flavo-
albidis, rufo-circumcinctis, macula Inimerali fasciaque obliqua pone medium piceis, peclore
nigro. — Long. 4 — 5 mm.
WEISE, chkVromelid.t; ttnd corciNEiiLin*. 213
Var. «. Signaluris clytrorum plus minusvo nigris.
Am näclisIcM iiiil rinosa Gf.rst. verwandt, etwas kleiner, durch das schwarze Meso-
sternum und die einfarbig schwarze Hinterbrust sicher zu unterscheiden. Die Fühler
sind lang, Glied 2 und 3 sehr kurz und ziemlich von gleicher Grösse, die folgenden ge-
streckten Glieder angedunkelt. Flügeldecken gelblich weiss, ein sehr schmaler Basalsaura
und ein breiter Saum, der am Seiten- und Hinterrande, sowie an der Naht entlang läuft,
rötlich, am Innenrande melir oder weniger schwarz eingefasst. Ausserdem ist eine Makel
auf der Schulterbeule und eine Querbinde hinter der Älitte pechbraun bis tief schwarz.
Zuweilen sind alle diese Zeichnungen schwarz. Die Querbinde beginnt am hmenrande des
roten Seitensaumes ungefähr in der Mitte und zieht schräg nach dem hmenrande des
Nahtsaumes, den sie hinter der Mitte berührt.
Es scheint eine häufige, weit verbreitete Art zu sein, die am Küimandjaro in der
Kibonoto Niederung vom September l)is November, in der Obstgartensteppe im März und
in der Kulturzone im iMärz, Septemlier und October in 2<S Exemplaren gefangen wurde.
Stücke aus Natal sind auf den Flügeldecken vorherrschend schwarz gezeichnet.
Moiiolopta miltiuoptera n. sp.
Laete rubra, nitida, antennis, tibiis tarsisque flavescentilius, mandibulis apice nigris,
prothorace elytrisque sat dense sublilissimeque punctatis. — Long. 5 — 6 mm.
Durch die ziemlich gleichmässige, lelihaft und glänzend rote Farbe der Oberseite
ausgezeichnet, die Unterseite ist etwas heller und mehr gelblich rot, Fühler, Schienen und
Tarsen gelbhch, der Vorderrand der Oberlippe, die Spitze der Mandibeln und zuweilen
auch die des letzten Fühlergliedes schwarz. ¥\\h\vv schlank, Glied 2 und 3 sehr kurz,
von gleicher Länge. Stirnhöcker bald undeutlich, verloschen umgrenzt, bald deutlich,
durch einen tiefen Eindruck getrennt und oben durch eine Querfurche abgesetzt. Die
Punktirung des Thorax ist ziemlich dicht und sehr fein, die der Flügeldecken weniger
dicht und etwas stärker; die Zwischenräume sind punktirt. Vordere Hüftpfannen ge-
schlossen.
Vielleicht ist auf diese Art Luperodes rufus Hau., lAHinch. Mitth. 1877, p. 109,
zu beziehen.
2 (f wm-den am KiliiiHnt(]j(tro bei Kibonoto, 2000 m. hoch im Regenwald am
6. October gefunden.
Mouolepta deleta Ws.
Arch. f. Naturg. 1903, p. 214. — Küimandjaro: In der Kulturzone des Kibonoto
im September und October, <S Exemplare. Diese weichen von der Form aus Usambara
in der Farbe ab: Kopf und Thorax sind nicht pechschwarz, sondern hell und lebhaft
bräunlicii rot. Icli bezeicline diese Form als var. h'ho)iofensis.
Mouolepta ciliata n. sp.
Oblongo-ovalis, convexa, pallide hdva, nitida, pectore nigro, antennis articulis 7
vel <S ullimis fuscis, protiiorac(> elytrisque stramineis, illo punctulato, bis crebre subti-
2l4 SJÜSTEDTS KII.IMAND.TARO-MEEU EXPEDITION. 7: 1 'J.
liter punctatis, marginibus omnibus fasciaque media obsoletissime fulvescentibus. —
Long. 5 — 5,5 mm.
Mas: femoribus intermediis leviter excavatis, longe ciliatis, tibiis intermediis parum
areuatis, subinerassatis, ciliatis.
Femina: ventre medio nigro.
Diese, durch die äussere Geschlechtsauszeichnung interessante Art, macht aucli
habituell einen fremdartigen, etwas an Exosonut erinnernden Eindruck, auch sind die
Beine kräftig und der Metatarsus ist verhältnissmässig kurz, kaum so lang als die 3 fol-
genden Glieder zusammen; aber die sonstigen Merkmale: geschlossene vordere Hüft-
pfannen, das kurze zweite und dritte Fühlerglied, die kaum über die Mitte der Flügel-
decken reichenden Epipleuren und die mit einem Enddorn bewehrten Schienen bringen
die Art zu Monolepta. Die Farbe der Oberseite ist der von flaveola oder haematica
ähnlich, ein blasses Gelb, Kopf, Unterseite und Beine, sowie die ersten 3 oder 4 Fühler-
glieder mehr rötlich, Mittel- und Hinterbrust (cf), oder noch der Bauch ($) mit Ausnahme
der Ränder tief schwarz, die letzten 7 oder 8 Glieder der Fühler sind schwärzlich.
4 Exemplare wurden im December in der Kulturzone des Kiliiiunuljaro liei Kibo-
noto gesammelt, ein anderes Exemplar stammt aus der Meru Niederung, vom Ngare na
nyuki, Januar.
Monolepta apicalis Sahms.
Thon, Ent. Archiv II. 1829, p. 27. — Küimandjaro: Leitokitok, Kibonoto Kultur-
zone (April, November) und Niederung (Januar). 7 Exemplare.
Die Art ist von Sierra Leone l)eschrieben und ül)er ganz Mittelafrika verbreitet.
Monolepta niarginella Ws.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 211. — Küimandjaro: Leitokitok, Kulturzone am Kibo-
noto (April) und Niederung (September). 4- Exemplare.
Monolepta lueruensis n. sp.
Oblongo-ovata, convexiuscula, testaceo-rufa, fronte elytrisque nigris, bis obsoletissime
alutaceis et crebre punctulatis. — Long. 4 — 4,5 mm.
Länglich eiförmig, hinter der Mitte der Flügeldecken am breitesten, und am Ende
breit abgerundet, massig gewölbt, rötlich gelbbraun, der Thorax gesättigter rot und glän-
zend, Fühler, Schienen und Tarsen mehr gelblich, der obere Teil der Stirn und die Flügel-
decken schwarz. Stirnhöcker unter sich und vom Nasenkiele schlecht getrennt, aber
oben von einer weiten Quervertiefung begrenzt. Der darüber befindliche schwarze Teil
der Shrn ist zart gewirkt und äusserst fein punktulirt, eine schmale Mittellinie glatt.
Thorax fast doppelt so breit als lang, an den Seiten sehr wenig gerundet und hinten
etwas schmaler als vorn, auf der Scheibe nicht dicht, fein punktulirt. Die Flügeldecken
sind massig dicht, etwas stärker als der Thorax, aber sehr flach punktulirt und in den
Zwischenräumen äusserst zart gewirkt, fettig glänzend.
WEISE, OHRYSOMELII).*: tIND COCCI N ELI.I l).*:. 215
In der Meru Niederung wurden am Ngare na nyuki im Januar 6 Exemplare ge-
sammelt.
Beiratiii pusilla u. sp.
Oblonga, convexa, testaceo-flava, nitida, antennis pedibusque testaceis, femoribus
plerumque fuscis, capite, scutello, pectore abdomineque nigris, prothorace obsolete punc-
tulato, elytris subtiliter punctatis, sutura infuscata. — Long. 3 — 3,8 mm.
Femina: segmento ultimo abdominis testaceo.
Diese Art, namentlich das $ derselben, sieht auf den ersten Anbhck wie eine Mono-
lepta aus, auch das Prosternum, welches zu einer schmalen und hohen Leiste zwischen
den Vorderhüften ansteigt, hinten mit der Spitze der Seitenstücke verbunden ist und so
die Pfannen schliesst, deutet auf diese Gattung hin, aber die stärkeren Hinterbeine mit
kurzen Schienen und feinem Enddorne, sowie der Metatarsus, der so lang ist als die beiden
folgenden Glieder zusammen, entfernen das Tier davon und bringen es zu Beiratia.
Die einzige Art derselben, B. inomata Jag., Transact. 1906, p. 50, ist durch Grösse,
Farbe und Skulptur völlig von pusüht verschieden.
Der Körper ist sehr lang eiförmig, blass gelb, mit rötlicher Beimischung, Flügeldecken
mehr weissHch gelb, Fühler und Beine rötlich gelbbraun, die Schenkel in der Regel mehr
oder weniger weit, zuletzt bis nahe an die Spitze schwärzlich, Kopf, Schildchen, Brust
und Bauch schwarz, letztes Hinterleibssegment des 5 gelbbraun. Nasenkiel massig hoch,
mit der Spitze in die Grube abfallend, welche die gewölbten Querhöckerchen trennt.
Oben sind diese von der sparsam und verloschen punktulirten Stirn durch eine Quer-
furche geschieden. Fühler etwa bis zur Älitte der Flügeldecken reichend, Glied 2 kurz,
3 etwas länger, jedoch kürzer als das vierte und eins der folgenden GUeder, die unter
sich ziemlich von derselben Länge sind. Thorax um die Hälfte breiter als lang, in der
Mitte am breitesten und nach hinten wenig, nach vorn viel stärker gerundet-verengt, mit
verdickten Vorderecken und stumpfwinkeligen Hinterecken, die Scheibe schwach kissen-
artig gewölbt und nur unter starker Vergrösserung bemerkbar punktirt. Flügeldecken
mit schwärzhcher Nahtkante, in den Schultern breiter als der Thorax, vorn ziemlich
parallel, oder bis hinter die Mitte unbedeutend erweitert, am Ende in einem Aveiten
gemeinschaftlichen Bogen abgerundet, gewölbt, ziemlich dicht und sehr fein, flach
punktirt.
In der Kulturzone des Küiminuljaro bei Kibonoto im April und Mai in 13 Exem-
plaren, ausserdem in der Niederung und am Meru, 3000 ra. hoch, im Januar in je einem
Exemplare aufgefunden.
Zur Gattung Beiratia gehört wahrscheinlich noch 1 Exemplar, bei Mombo im
Jimi, und ein anderes, in der Kulturzone des Kibonoto im Mai gesammelt, beide vor-
herrschend schwarz gefärl)t. Ersteres ist leider so geklebt, dass die vorderen Hüftpfannen
verdeckt sind, das andere ist grösser und weicht durch breiteren Körperbau und die
Flügeldecken ab, die eine deutliche Basalbeule haben.
216 SJÖSTE1>TS KILIMANDJÄRO-MKRII EXPEDITION. 7: 12.
HemixiUitliii inaculata n. sp.
Elongata, sordide testacea, nitida, anlennis lihiis tarsisque nigris, ore srulelloque
piceis, supra alutacea, dense piinctulata, fronte et prothorace macula media elytroque sin-
gulo maculis duabus aeneo-nigris, prima Jiasali fasciam angulatam formante, secunda ante
apicem. — Long. 6,3 — 7 mm.
Kleiner als H. inconspicna J.\c., Proceed. 1899, p. 368, und schlanker gebaut als
piceipes Jag., 1. c. 368, t. 21, fig. 6 (var.), von beiden durch viel feinere Skulptur der
Oberseite und deren metallisch dunkelgrüne Zeichnung verschieden. Die Farbe der Ober-
seite diu'fte beim leidenden Tiere bräunlich weiss sein, sie verdunkelt sich nach dem Tode
in ein verschossenes, blasses Braun und hat einen starken Fettglanz, die Unterseite ist
mehr rötlich gelbbraun, mit schwärzlichen Seitenstücken der Mittel- und Hinterl^rust;
Fühler, Schienen und Tarsen sind schwarz, das erste Fühlerglied an der Basis, oder auf
der Unterseite rotbraun. Der Scheitel und der Thorax halien in der Mitte einen metal-
lisch dunkelgrünen Längsfleck, der auf dem Thorax ziemlich die ganze Länge einnimmt,
aber beiderseits verschmälert ist. Jede Flügeldecke besitzt zwei ähnliche Makeln. Die
erste bildet eine winkelige Binde, deren einer Schenkel am Vorderrande, der andre über
dem Seitenrande liegt, über die Schulterlieule weg nach hinten zieht und in 7^ Länge
endet. Genau hinter diesem Schenkel liegt auch die zweite ^Makel in ungefähr ^ji Länge.
Sie ist bald klein, länglich, oval, bald grösser und annähernd dreieckig, aussen breit und
nach innen verschmälert. Die Oberseite ist äusserst fein gewirkt und auf dem Scheitel
sparsam, auf Thorax und Flügeldecken dicht punktulirt, die Punkte der Flügeldecken sind
etwas stärker als die des Thorax. Stirnhöcker quer viereckig, durch eine tiefe Rinne
getrennt und durch eine ähnUche vom Sclieitel geschieden. Thorax doppelt so breit als
lang, an den Seiten gerundet, die Hinterecken stumpfwinkelig, die Vorderecken durch die
Borstenpore zahnförmig nach aussen gedrückt. Flügeldecken an der Basis bedeutend breiter
wie der Thorax, dahinter fast parallel, am Ende breit abgerundet, mit verrundeter Nahtecke.
Küimandjaro, Kibonoto, Kulturzone und Niederung, November. 2 Exemplare.
An dieser Stelle ist vielleicht ein Tier aus der Kulturzone des Kibonoto (December)
unterzubringen, welches, da die Hinterbeine fehlen, nur fraglich als Hemixaniha spec.
angesi)rochen werden kann.
Iteinixaiitlia usambarica Ws.
Arch. f. Naturg. 1902, p. 158. — In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibo-
noto, März, September. 3 Exemplare. Die Art habe ich 1. c. zu Mimastroides gebracht,
sie hat aber geschlossene vordere Hüftpfannen.
Platyxaiitha iiiipressa n. sp.
Subtus fulva, [lalpis, antennis (articulo ultimo infuscato excepto) pedibusque albido-
flavis, supra rufa, alutacea, nitida, prothorace sulco lato, transverso, medio siibinterrupto,
elytris minus dense subtilissime pnnclulatis, plus minusve aeneis, singulo impressionibus
quatuor sat obsoletis. — Long. 5,s mm.
WKISIO. rllRYSOMELID.*; UND (.'OrCI N' K 1,1. 1 D.tl. 217
Ahnlich gelärlil als cith-drahi (Ikust., ahoi- kleiner, iiaiiieiillicli sclinialer gebaut als
diese und duicli die l'.indiiicke der hlügeidecken leiclil davon zu trennen. Jede Decke
besitzt vier weile, ziemlich Hache, doch deutliche Veitielungen: die erste ist gerundet und
treibt die iiasalbeule besonders nahe der Naht empor; di(^ zweite liegt nach aussen davon,
hinter der Schulterbeule, und ist die kleinste, die beiden andern belinden sich neben ein-
ander in der Nähe der Älitte, die iimere ist quer, die iiussere langgestreckl, etwas schräg
nach hinleu und aussen verlaulentl. Neben ihr ist der liaiiui über dem Seitenrande leicht
wulslartig. Der vordere Teil der l''liigeldecken ist innen l)is elwa '/^ der Länge, aussen
bis zur Mitte metallisch bläulich grün, doch breitet sich diese Farbe auch so aus, dass
nur noch ein Spitzensauni rol bleibt, der aussen schmal, innen breit und hier noch ein
Stück an der Naht verlängert isl. Jedenfalls werden Stücke mit fast einfarbig roten oder
gänzlich grünen Fli'igeldecken vorkonunen.
Da nur 2 5 im Jannai' in der Niederung und Kulturzone des Küimandjaro bei
Kibonoto gefunden wiu'den, ist es ungewiss, ob die Art bei den echten Plalyxanthen blei-
ben darf, das j^ müsste dann an der Seite der Hinterschienen einen S])orn haben.
l'hitj xaiitha (Haplotes) Sjöstedti n. sp.
Nigra, leviter aeneo-micans, fascia parva verlicali i'iifescente, elytris dilule brunneo-
llavis, subaenescentibus, sat crebre subtiliter punctatis. — Long. 4-,.t — 6 mm.
jNlas: antennis elongatis, breviter hirsutis, articulis 3—10 leviter curvatis.
Durch die Färbung ausgezeichnet. Der Körper ist gestreckt, massig gewölbt, schwarz,
niil hell lirännlich gellten Flügeldecken, oberseits oll uiil einem grünen Metallschimmer
üljcrllogen, ein wenig hervorstechender Querstreifen über den Slirnhöckern rötlich, manch-
mal auch noch das drille Tarsenglied und die Klauen. Die Fühler reichen Ijeini $ etwa
bis ziu' .Mille der Flügeldecken, iTeim (/ nicht ganz bis zur Spitze, sie sind bei ersterem
einfach, fadenförmig, beim (/ ziemlich dicht abstehend schwärzlich behaart und die Glieder
vom dritten bis zum zehnlen schwach gekrümmt. Glied 2 ist sehr klein, die übrigen
.sind unter sich ziemlich von derselben Länge, ausgenommen Glied 3, welches in beiden
Geschlechtern etwas kürzer ist, und das Endglied, welches so lang als 3 ($), oder länger
als das zehnte ist {(f). Kopf, Thorax und Schildchen sehr zart gewirkt, glatt, glänzend,
Stirnhöcker gewölbt, scharf umrandet. Thorax etwas breiler als lang, hinter der Mitte
verengt, die Qnerfurche bald flach, bald auf 2 grosse Gruben beschränkt, über den Vorder-
ecken werden oft einige Pünktchen sichtbar. Flügeldecken ziemlich dicht, fein punklirl,
sehr zart gewirkt, beim $ sind ausserdem zahlreiche vertiefte Längsstreifen angedeutet.
Der Metatarsus ist nur so lang als die 2 folgenden Glieder zusammen.
Kilhiiandjdro: Auf Akazien in der Obstgartensteppe im Miirz und in der Kulturzone am
Kibonoto im April. 3 cf und 6 5.
An)))]iiiiiela tarsata ^^ s.
Archiv f. Nalurg. 1902, p. 162. - KHi)ti<ni>ljaru: in der Kulturzone des Kibonoto
im October und Merii, Regenwald, 3000 rn. hoch im Januar. 2 Exemi)Iare. läeide
gehören zur ab. 4 — )it(inil<ti(i \Vs. 1. c.
Sjostrilta h'iliiiiaiiiljfiroMcni F-ipiilitimi. 7. 28
218 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEUr EXPEDITION. 7: 12.
Zur Gattung AmpMmela wollte Jacoby, Transact. 1906, p. 25, Torodera gezogen
wissen. AmpMmela hat Pnnktreihen auf den Flügeldecken, Torodera niclil, erstere ge-
schlossene, letztere offene Hi'iftpfannen. Wenn die AmpMmela ornata Jac, Transact.
1895, p. 326, wirklich geschlossene Hiift])fannen hat, kann sie mit meiner Torodera
fasriafa nicht identisch sein.
Cercyoiiia iisainliarica Ws.
Deutsch, ent. Zeitsch. 1906, p. 57. — Küimandjaro, im Regenwald bei Kibonolo
in 2000 m. Höhe. 1 Exemplar.
Nisotra snahcloniiii n. sp.
Ovata, convexa, fulva, nitida, mandibulis, antennis (basi excepta) pectore abdomine-
que nigris, prothorace subtilissime punctato et punclulato, antice ntrinque snlco impresso,
elytris nigro coeruleis vel aeneis, snbtiliter et crebre siibstriato-punctatis, interslitiis punc-
tulatis. — Long. Sj.-^ — 4,.'i mm.
Gestreckter und durchschnittlich grösser als die 3 ähnlich gefärl^ten westafrikani-
schen Arten ddeefa Dalm.\ Sjöstedfi und Pahnani Jac.., von diesen durch den Thorax-
bau und die verliältnismässig fein und dicht punktirten Flügeldecken sicher zu trennen.
An den Fühlern sind die ersten 4 Glieder rotgelb, die gewölbte Stirn ist zart punk-
tulirt. Thorax um die Hälfte Jtreiter als lang, kissenartig gewölbt, sehr fein punklirt, in
den Zwischenräumen noch feiner punktulirt, an den Seiten gerundet und nach vorn
etwas mehr als nach liiiiteii verengt, die Vorderecken gross, nacli aussen vortretend.
Das Fjängsfältchen an der I^asis jederseits ist zuweilen deutlich, die entgegengesetzte
Längsfurche am Vorderrande ist lang, scharf, im Grunde glatt, hinten etwas nach innen
gebogen, mit einigen schwer sichtbaren Punkten in der aufsteigenden Aussenkante. Schild-
chen glatt, rotbraun bis schwarz. Flügeldecken dicht und fein punktirt, die Punkte, wie
es in der Galtung Regel ist, in paarige Reihen geordnet, die aber selten recht deutlich
hervortreten, weil die Zwischenräume mit zahlreichen Pünktchen bedeckt sind. Der
Penis ist in der Spitzenhälfte allmählich sehr schwacli verengt, die dreieckige Spitze etwas,
aufgebogen.
In der Kulturzone des TCüi'niandjaro bei Kibonolo im März und October. 3 Exem-
plare. Auch in Usand/ara wurde das Tier bei Kwai von Paul Weise zahlreich gesammelt.
Po<lag:riea ki])Oiioteiisis n. sp.
Subelliptica, convexiuscula, i)allide rufo-testacea, pectore aJjdomineque saepe infus-
catis, elytris stramineis, striato-punctatis, interstitiis punctulatis. — Long. 2,r — 3 mm.
An dem länglich elliptischen, nur massig gewölbten Körper, dem gleichrnässig (vorn
nicht kissenartig) gewölbten und mit langen Rasalstrichen versehenen Thorax, sowie den
regelmässig gereiht-punklirten Flügeldecken kenntlich. Blass rötlich gelb])raun, die Flügel-
decken heller und mein- strohgelb, Brust und Mitte des Rauches in der Regel schwärzlich.
^ Von Nis. dilecfa lifigen mir Sli'ickp von dpv (liiincn Ki'isto von Siprra Leone bi.s Anooln vor, au.-^ser-
dem vom Kassai und von ({fr Oslki'islc des Tansanvika in Dculsi-h-Ostafi-ika fKoHLSCHÜTTEP").
\vi;isi.:, ciiKvsoJiKi.iü.i: und coccinkli.idJ';. 219
SliniiiiiMcn (IciUlicIi, iiclicM der Lcisic um dir FülikTWiirzcl luThuitciul, tliu Höcker Iclilen.
Stirn imil Thorax fa:~l glatt, Irlztcrcr ist fast doppelt so lucil als lang, hat hinten ziem-
lich parallele, vor tier JMille schwach convergirende Seilen, und ziemlich scharfe Vorder-
ecken, der Liingsstrich jederseits an der Basis ist tiet und hreit und nimmt mehr als
das letzte Drittel ein. Die Flügeldecken sind in den Schultern etwas hreiter als der
Thorax, erweitern sich his zur Mitte unmerklich, sind dann verengt und hinten gemein-
schaltlich ziemlich schmal aligerundet. Die Scheibe hat regelmässige Reihen von feinen,
hinler der Mitte sehr feinen Punkten, mit lireiten, zart piinktulirten Zwischenstreifen.
Die l)eiden letzten Reihen, über dem Seitenrande, bestehen aus grösseren Punkten und
sind sh-eifenförmig vertieft.
In der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto im Aiiril und August bis Ok-
tober, auch in der Mcni Niederung im September. 20 Exemplare.
Podagrica i»uiicticollis Wis.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 166. — -i Exemplare wurden am Kiliin((n(ljaro bei
Kibonoto, 1000— 1300 m., erbeutet.
lJh'i»liari(hi (Biepliaridella) Sjöstedti n. sp.
Oblongo-ovalis, testacea, linea media frontali fusca, prothorace subtilissime punc-_
tulato-alutaceo et parce [lunclato, sulcis quinque brevibus (3, 2) impresso, elytris strami-
neis, sat profunde punctato-striatis, punctis testaceis, macula communi ante medium
maculisque 5 in elytro singulo (prima humerali caeteris lateralibus) nigris. — Long.
5,5 — 6 mm.
Etwas grösser, namentlich breiter als Bl. (Eutheca) Erlangen Ws.,^ heller gefärbt
und durch die mit einem Basalzahne versehenen Klauen sehr verschieden. Länglich oval,
schwach gewölbt, rötlich gelbbraun, die Flügeldecken strohgelb, mit rötlichen Punkten in
den Streifen, eine Mittellinie im oberen Teile der Stirn schwärzlich, ein ähnlicher kurzer
Längsstrich vor dem Schildchen zuweilen angedeutet; ein gemeinschaftlicher kleiner Fleck
am Ende der abgekürzten Punktreihe auf den Flügeldecken, eine Schultermakel und vier
Querstriche auf dem letzten Zwischenstreifen, die sich auf den Epipleuren verbreitern,
scliwarz. Bei einem Exemplare treten noch einige pechbraune, sehr kleine Flecke hinter
der Mitte auf dem 2., 4. und 6. Zwischenstreifen auf, ausserdem noch je eine feine
Querlinie zwischen der zweiten bis vierten Makel am Seitenrande, auch sind die Epi-
pleuren fein braun und gelb marmorirt. Kopf und Thorax sind äusserst dicht und zart
gewirkt und punktulirt, die welligen Stirnfurchen sind scharf, breit und sehr tief, ein
Querstreifen an ihrem oberen Ende, der Raum neben den Augen und der Mittelstreifen
des Scheitels ,sind punktirl. Thorax im mittleren Teile und namentlich in der weiten,
» Meiiip Verniutun.u im Ardi. f. Xaturg. 1907, p. 223, da.ss Chapüis vit'iicicht E. Erlangen für
Bkpharida evainda Baly golialtcii Imbcn i<öunte, ist hinfällig, denn Staudinger schickte mir kürzlich
die letztgenannte Art von Asmara, womit ilir Vorkommen in Abyssinien zweifellos nachgewiesen ist.
220 SJÖSTEDTS KIl.IJl AND.JAEO-BIEKXI HX I'KDITION . 7: 12.
[laclirii (Jiicrvcrtiefung vor dem I liiitcrniiiclc dciillich |iiiiikliit, in der vorderen Hälfte
mit 8, in der hinteren mit 2 kürzeren Längstürclien. Von diesen ist die nnllelste liintt>r
dem Vorderrantle die l\leinsle und flaclisle, die Basalfurclien sind etwas länger und viel
tiefer, glatt, während die Apicalfurche jederseits mit einer Reihe starker Punkte besetzt
ist; sie berührt nicbt den Vorderrand. Scbildcheii glatt. Flügeldeeken regelmässig punk-
tirt-geslreift, Punkte und Streifen nehmen nach aussen an Stärke zu, deshalb werden
die Zwischenstreifen nach aussen schmaler und höher, nur die letzte ist breit.
Kulturzone des Küiiiiandjaro bei Kibonoto, Alärz, Noveml)er. 3 Exemplare.
Baly sonderte im Ent. Monthly iMag. 1878, p. 204, die Arten mit einfachen Klauen
unter dem Namen Enthera generisch von lUej)li(iri<l<i mit gespaltenen Klauen ab, aber
der JMangel sonstiger unterscheidender jNlerkmale und das Auftreten einer Zwischenform,
die einen Basalzahn an den Klauen besitzt, veranlasst mich, Entheai niu' noch als
Gruppeidjezeicbnung zu verweilen. Die Gattung besteht also aus 8 Abteilungen:
K. Unguiculi fissi Blepharkla Rogers.
ß. » appendiculali BkphnridelUi M.
/;. simplici Eiifhecd Bai.y.
Von Jjbphariik'lht kenne ich 7 Arten; ausser der obigen sind z.B. woi^h Hvllubi
und niyromaculuta Jag. beschrieben.
s ).
Crcpidodera iiiau;'ua n.
Oblongo-ovata, subparallela, convexiuscula, aeneo-nigra, palpis, antennis (basi testa-
ceis), tibiis larsisque piceis, cai)ite prolhoraceque salurate rufis, laevibus, scutello nigro,
elytris coeruleo-aeneis, punctato-subslriatis, intervallis obsolete punctulatis. — Long.
4f,3 — 5 mm.
Bedeutend grösser und schlanker, mehr parallel gebaut als die in der Färbung
sehr ähnliche Cr. n^(niih((rica Ws.,^ Ijesonders durch die Skulptur der Flügeldecken ab-
weichend. Bei asatnhdriva sind die Punklreihen der Flügeldecken ziemlich fein, hinter
der Älitte sehr fein, und iln-e Punkte stehen genau, aber nicht dicht, zuweilen sogar
weitläufig hinter einander, in der vorliegenden Art sind die Reihen etwas vertieft, ihre
Punkte viel stärker, auch noch hinter der iMitte bei schwächster Vergrösserung deutlich,
sehr dicht, alier in uiu'egelmässiger Linie hinter einander gestellt, so dass die Reihen
dadurch zum Teil verdor)|)ell werden. Der Körper ist unten metallisch bläulich oder
grüidich schwarz, Kopf, Vorderln'usl und Thorax gesättigt rot, glatt, glänzend. Schienen
und Tarsen, Taster und Fühler pechschw^arz, die drei bis vier ersten Fühlerglieder röt-
lich gelbl:)raun, Schildchen scliwarz, Flügeldecken gesättigt und lebhaft metallisch bläulich
grün, glänzend.
' JacOBY vereinte diese Art, Transact. liHKi, p. t;i, mil .seiner rerivgiici/i, wahrsclieinlich naeh
flüehtigem Vergleiche der Stücke, die ieti ihm schickte. Dagegen spricht die dunkle Farl)e (h-r Beine, die
gerundete nicht »fast winkelige» Verengung des Thorax vnr der .Mille und seine feine l'unklirung, sowie die
verhältnismässig feine, ni(dit dichte Pnnktirung der P'liigcldccken von Hsambarica.
WKISH, <■!! l; YSo.M KI.I I),)-: r \ I) COCI'INEI.I.ID.K. 221
1 l'.M'iiiplar Winde am KiliiiKunljdro in Lcilokilok, ein anderes in der K'nllnrzone
des Kduinolii am '.•. April ,L;e.-animell.
('n'|ii(lo(lcni luontiva:;» ii. sp.
OhliMiLio-ovala, conve.xinsenla, liilva, nilida, anlennis apice ferruiiineis, palpis, labro
ycnlell()(|ne i)iceis, peclore al)(loninie(|iie aeneo-nigris, Ironie pi'otliorae(M|ne laevibüs, elytris
siiliparallelis, aurielialceo-aeneis, slrialo -pnnclalis. — Long. 2,3 — 2.8 mm.
V'ar. (c. I'i'onle aenea.
Ki/intdiHljdni hei Kihonolo 1300 — 2000 in. hoch (KuUurzone — Regenwaldi und am
M<ri(. Hegenwald, in 'M){)0 m. Höhe im Januar. 8 Exemplare.
C'iTj)i(l<Kl('iii viii(lii»('iiiiis n. sp.
OI)loMgo-ovala, eonvexiuscula, fulva, nilida, antennis sal elongalis ab arliculo quinlo
infuscatis, palpis, lahro scnlellociue piceis, pectore ahdomiiieque aeneo-nigris, fronte et
prolhorare laevibüs, elytris suh|)arallelis, aeneo-viridihus, suhtiliter striato-|)uiictatis. —
Long. 8,2 mm.
2 Exemplare wurden am 7. September in der Kulturzone des KiliinaiKlJüro l»ei
Kibonoto gefangen.
Crepidortera Sjöstedti u. sp.
Oblongo-ovata, eonvexiuscula, fulva, nitida, antennis ajiice obscurioribus, palpis,
labro scutel!o(iue piceis, pectore abdomineque aeneo-nigris, fronte et prothorace subtilis-
sime |)unctulato aeneo-micanlibus, elytris laleribus subrotundalis, aurichalceo-viridi-aeneis,
striato-i)unctatis. — Long. 2,5 — 3 mm.
Var. cc. Snpra omnino aiuichalceo-aenea. — KUhndiuljdnt: Hegenwald in Kibo-
scho, 3000 m. iFebruan, und auf den Hergwiesen des Kiboscho Ins zur Vegetationsgrenze,
von 3000— 4000 m. Höhe. 9 Exemplare.
Diese drei Arten aus dem Kilimandjaro-Meru Dislrict, von denen durchweg nur das
5 gesammelt worden zu sein scheint, lassen sich wegen der hell rolgelb gefärbten Beine
niemals mit mayiiii und ((Sdiiibarica verwechseln, sind aber unter sich sehr ähnlich und
schwer zu unterscheiden. Die grösste ist riridipennis: sie zeichnet sich durch gestreckte
Fi^ihler aus, die etwas über die Mitte der Fliigeldecken hinaus reichen und vom fünften
Gliede alj schwärzlich gefärbt sind, während sie in den beiden anderen Arten nicht die
Mitte erreichen und rostrote, etwas kürzere aber verhältnismässig dickere Endglieder be-
sitzen. In dem glatten Thorax und den ziemlich parallelen Flügeldecken, die in den vor-
deren -/-.i fast von gleicher Breite, dahiiUer erst verengt sind, stimmt sie mit moiiticdyd
überein, hat aber rein metallisch grüne Flügeldecken, die bei iidjiifirdf/d dunkel metallisch,
oft etwas grünlich, und stets mit einem starken messinglärbenen Schimmer versehen sind.
Cr. Sjöstedti ist durch den zwar sehr fein, doch deutlich und ziemlich dicht punktulirten
Tliorax ausgezeichnet, der selbst bei den hellsten Stücken metallisch grünlich oder bläu-
lich überflogen ist, sowie durch die an der Basis engeren, an den Seiten gerundeten
222 S.TÖSTEDl>i KILIMANUJAKO-MKKU JOXl'EDITION. 7: 12.
Flügeldecken verschieden. In nioiitirdnn i.st ::>eltener, in Sjöstcdti häufig die Stirn über
den Querhöckei'n dunkel metallisch grün, bei letzterer nimmt zuweilen der Kopf und
Thorax gänzlich die dunkle RIetallfarbo der Flügeldecken an. Bei allen drei Arten sind
die Beine nebst Trochanteren und Hüften, die Vorderbrust, der Kopf und Thorax rötlich
gelb, die Hinterhüften manchmal dunkel rostbraun.
Neimianiiia aiij^ustula Ws.
Taf. -i, Fii,'. iS.
Arch. f. Naturg. 1902, p. 167 (sub Podayrica); 1. c. 1907, p. 223. 2 Exemplare
von der Kibonoto-Kiederung, KüinKtiuljuro.
Epitrix aethioiiica n. sp.
Ovata, nigra, anlennis pedibusque testaceis, femoribus posticis piceis, anterioribus
inlerdum infuscatis, capite prothoraceque rufis, hoc crebre punctato, interstitiis laevibus,
impressione transversa profunda, elytris sat fortiter punctato-striatis. — Long. 1,5 — 2 mm.
Von der nahe verwandten europäischen Ep. pnhescens Koch hauptsächlich durch
den viel tieferen klammerförraigen Quereindruck des Thorax und die mehr gradlinig nach
vorn verengten Seiten desselben verschieden, welche an der vorderen Borstenpore in einen
stärkeren Zahn nach aussen gedrückt werden. Die ganze Oberseite glänzt zugleich stärker,
trotzdem sie etwas länger behaart ist.
Die Art ist in Usaiiihara bei Mombo, Kwai und Nguelo häufig, anfangs auf der
Oberseite blass bräunlich gelb, Kopf und Thorax rötlicher, die Naht der Flügeldecken
meist angedunkelt; später färben sich die Flügeldecken, das Schildchen und der Quer-
streifen an der Basis des Thorax, der von der Querfurche eingeschlossen wird, schwarz
(zu dieser Färbungsstufe gehören die beiden Stücke, die aus der Kulturzone des Küi-
mumljuro bei Kibonoto mitgejjracht wurden), zuletzt ist die Oberseite einfarjjig schwarz.
ChaptociH'iiia coudiicta Motsch.
Bull. Mo.'^c. 1838, IL, 180, t. 3, fig. d. D. — Foudr. Mon., p. 10-i. — Ws. Ins.
Deutschi., IV, p. 761. — Küimamljdro, in der Steppe der Kibonoto Niederung im Sep-
tember, 1 Exemplar. Dasselbe ist heller als normal gefärbt, der dunkle Seitensaum der
Flügeldecken wird nur durch eine Trübung der Kante angedeutet und die Erweiterung
auf die Schulterbeule fehlt ganz. Sonstige Unterschiede von der in der Umgebung des
mittelländischen Meeres häufigen Form kann ich nicht finden.
Chaetociieiiia aciitaugula d. sp.
Oblongo-ovalis, convexiuscula, obscure aenea, aurichalceo-micans, nitida, antennis
(apice infuscatis) ~pedibus(iue fulvis, femoribus posticis aeneis; capite prothoraceque obso-
letius alutaceis, fronte parce punctato, prothorace minus dense subtiliter punctato, seta
antica longe pone angulos acutos collocata, elytris punctato-striatis. — Long. 2,5 — 2,8 mm.
Länglich-eiförmig, vorn unbedeutend schmaler als hinten, dunkel erzfarbig, mit
WKTSE, l'HRYSOMELID.?5 UND C'OCCINELLID^. 223
bräunlich messinggelbem Schimmer, oberseits stark glänzend. Oberlippe pechschwarz,
Fühler und Beine blass rötlich gelbbraun, die letzten Fiihlerglieder rotbraun, die Hinter-
schenkel schwarz erzfarbig. Kopf zerstreut punktirt, ein Längsstreifen in der Mitte des
Kopfschildes und der Stirn gewöhnlich ohne Punkte. Thorax quer, etwas cylindrisch,
nach vorn verengt, feiner und wenig dichter als die Stirn punktirt und wie diese schwer
siclitbar gewirkt; die Vorderecken spitz, vorgezogen und der Seitenrand von hier bis zur
Borstenpore, die weit dahinter eingestochen ist, verbreitert. Hinterecken stumpfwinkelig.
Flügeldecken regelmässig in vertieften Reihen punktirt, die Zwischenstreifen glatt, eljen,
nur die nahe dem Seitenrande leicht gewölbt. Die abgekürzte Punktreihe ist wie bei
allen ähnlich punktirten Arten unregelmässig verdoppelt.
Diese Art dürfte an den spitzen Vorderecken und dem Seitenrande des Thorax
wieder zu erkennen sein, welcher im letzten Drittel an der Spitze verbreitert und etwas
verdickt ist.
8 Exemplare wurden aus der 3/i?rw-Niederung und vom Ufer des Ngare na nyuki
(October bis Januar) mitgebracht, ausserdem 1 Exemplar aus der Kulturzone des Kili-
miindjaro liei Kibonoto (4. December).
Chaetocnema kibonotensis n sp.
Subcylindrica, nigro-aenea, supra leviter aurichalceo-vel cupreo micans, nitida, an-
tennis apice fuscis pedibusque fulvis, femoribus anterioribus plus minusve infuscatis, posti-
cis aeneis; fronte dense punctulata, prothorace lateribus rotundatis, angulis obtusis, seta
antica prope angulos sita, elytris punctato-striatis. — Long. 1,8 — 2,3 mm.
In der Körperform am meisten der europäischen Ch. <iiif/nsfn/<i Rosh. ähnlich,
oberseits stärker punktirt und die Flügeldecken viel glänzender wie diese, dunkel erzfarbig,
oben mit einem mehr oder weniger starken messinggelben oder leicht kupferigen Schim-
mer. Fülller halb so lang als der Körper, nebst den Beinen rötlich gelb, die letzten
Fühlerglieder und die 4 Vorderschenkel auf dem Rücken in der Spitzenliälfte angedunkelt,
die Hinterschenkel schwarz metallisch. Oberlippe pechschwarz. Kopf dicht punktulirt,
die Punkte des Kopfschildes stärker als die der Stirn. Letztere wird unten durch eine
tiefe Querfurche begrenzt. Thorax quer, stark gewölbt, bedeutend stärker wie die Stirn
l)unklirt, an den Seiten gerundet, die Ecken stumpfwinkelig, öfter fast abgerundet. Die
vordere Borsienpore ist unmittelbar hinter den Vorderecken eingestochen. Flügeldecken
kräftig gestreift-punklirt. Zwischenstreifen glatt, eben, die äussersten leicht gewölbt.
Küimatidjaro, Kibonoto, Kulturzone, September bis November, und in der Niederung
(Steppe), August und September. 13 Exemplare.
Die Frage, ob dies Tier noch zu Ch. raricolor ixe. vom Rudolf See gehört, lässt
sich nicht beantworten, weil der Autor die Körperform ganz übergangen hat.
Psjiliodes montaua n. sp.
Aptera, subtus picea, antennis pedibusque fulvis, femoribus posticis piceis, supra
aenea, nitida, fronte |)rothoraceque punclulalis, elytris apice subacuminatis, sfriato-punc-
22 i- SJÖSTEDTS KILIMAKU.TARO-MEKU KXP K.IJITION. 7: 12.
tatis, singulo impressioiiibus duahiis, |)iima liumerali, secunda siiturali. — Long.
2,5 — 3 mm.
Durch die beiden weilen Eindrücke jeder Flügeldecke ausgezeichnet. Der eine be-
findet sich an der Stelle der Schulterbeule, der andre wenig weiter nach liinten an der
Xaht, beide heben den Raum an der Basis neben dem Schildchen etwas empor. Der
Körper i.st unten pechschwarz, der .Vtler rötlich gesäumt, Fühler und Beine rötlich gelb,
an ersleren sind die Endglieder an der Spitze mehr geltraunl, die Hinterschenkel sind
pechschwarz. Oberseite glänzend grünlich schwarz mit Messingschimmer. Nasenkiel breit,
wulslarlig, Stiruhöcker sehr klein, quer, die Stirn darüber gewirkt und mehr oder weniger
dicht punktulirt. Thorax etwas iireiter als lang, stark querüber gewölbt, die Seiten fast
parallel, nahe den Vorderecken gerundet-verengt. Die Scheibe ist zart gewirkt und ähn-
lich wie die Sliin iiunktulirl. Flügeldecken an der Basis nur so breit als der Tliorax,
dahinter stark erweitert, aber schon hinter Vm der Länge allmählich verengt und am Ende in
eine stumpfe Spitze endigend, die Scheibe ist in regelmässigen Reihen inmktirl, von
denen die äusseren in Streifen stehen. Hintersdiienen sclilank, der erste Leislenzahn
niedrig, spitz.
Ein Exemplar wurde am LS. Februar am KiliiiKiiKljdro in Kiboscho, 3000 m.
lioch, gefangen, ein zweites vom Meru. Regenwald, 3000 ni. hocli, im Januar, ist nuch
unausgefärbt, oben durchscheinend, mit messingfarbigem Anfinge.
Physodactj'la riibigiuosa Gerst.
Archiv f. Xalnrg. 1871, p. Si; Decken's Reise, IlL, 2., 1873, p. 28G (sub Onllo-
i/i/rh/s). — Ws. Archiv f. Natwg. 1902, p. 1(38. — Phi/.sod. (ifrirdiid C.w.w. Genera IL,
1875, p. 89. — Oediomjchis mdalerisia Baly. Annais Mag. 1878, p. 227. — Küiin<ni<lJ(in>.
Obstgartensteppe, :\Iärz, Kibonoto Kullurzone und Niederung (Steppe) im Seplemljer bis
November und an den Natron Seen im October. 12 Exemplare.
Plijsoii.vcliis Wissiiiianiii Ws
Archiv f. Xaturg. 1902, p. 168. - In der Kulturzone und Niederung des KiliiiKtiKljaro
l)ei KiJjonoto im Januar, Februar, April, ]Mai und September. 3(5 Exemplare, von denen
die kleinsten i, die grössten (i mm. lang sind. ' ■
Pliilopoiia tibialis Ws.
Archiv f. Nalurg. 1903, p. 216. — 4-8 Exemplare wurden in der Obstgartensteppe
und in der Knlturzone und Niederung des KiliuHnKljurd bei Kibonoto im Apiil und Mai,
sowie vom Septeml)ei' bis Januar gefangen. Bei vielen Stücken sind die viel- Voider-
schenkel nur mich an Arv Inisis ruibrann, selten gänzlich scliwarz.
Pliilopoiia vernicata Gerst.
Archiv f. Nalurg. 1871, p. 81- isub Oedioni/cJm?). -- Ws. Archiv f. Naturg. 1903,
p. 216. — Oed'ioiujclii.s (ifrinnid Jac. Proceed. 1894-, p. 628. — Ocd. Chirki Jag. Pro-
ceed. 1900, p. 266. — Kiliiiidiidjdro, 1 Exemplar aus der Kibonoto Niederung, November.
WKISK, cHltYSdMKLTI)^'; UND C'dCCl N KI,M 1).^; 2'2r>
IMiilo|M)iiii rufiiiasus W's.
Dentscli. F.nl. Zcilsclir. H)(ir), p. ^^'^,;^. — K/h'iinnnljdro. Ohslgarlcnsteppe, Miirz,
1 Exemplar, Kiboiutlo Xicdcniiit;, Xmcinber, 2 Kxemplare. Diese Stücke haben wedei'
auf dein Thorax noch anl den Fliigeldecken eine schwarze Zeichnung, sind aber von der
voritren durch das bräunlich gelbe Kopfschild und die kräfligc ruiiktirung des Thorax
und dei' Längsfurche jeder Fli'i.ü('lde<'ke leicht zu trennen.
Halticii iii(li2:ac('a li.i..
Magaz. VT. 1807, ]\ 11 i et 87o. — Ws. Memor. Boc. Espan. 1907, p. 393. —
nigroriridk Ali,. Le Naturaliste 1H88, p. 7. — KilliiHnKljuro: 1 .J" wurde am 9. April
in doi- KuUurzone am Kibonoto erbeutet.
Haltica ina<la«:ascavieiisis Alt,.
Le Naturahste 1888 Sep. p. 8. — Ws. Memor. Soc Espan. 1907, p. 393. — 2
Exemplare ((/) von Alombo in T^sdiiihant. Juni.
Haltica pyritosa Ek.
Wiegm. Arch. 18i3 I. p. 266. — Jac. Novitates 1891., p. 525; Transacf. 1903,
p. 2. — Ws. Memor. Soc. Espan. 1907, p. 393.
Diese Art wurde bauplsäclilicli in der KuUurzone des KiliiiKDuljaro bei Kilionolo
und am M^rii in 3,000 in. Ibtlie gefangen, während aus der Kibonolo Niederung, Obsl-
gartensteppe, von den Bergwiesen am Kiboscho, 3,500 m., und vom Xgare na nyuki
nur je 1 Exemplar stammt. Es liegen im ganzen 30 (f und 25 $ vor, vom September
bis Mai gesammelt, von denen kein Stück eine leuchtend und rein grüne Fariie besitzt.
Diese ist nicht lel)haft und wenigstens mit Blau gemisclil. Ich bringe al)er 20 Exem-
plare, bei denen die grüne l-'arbe iiberwiegt, nocli zu /n/r/fosa, die übrigen gehören zur
ab. iiitpiirUoüd \Vs. iMem. Soc. Espan. 1907, p. 393, mit l)lauei', violetter oder schwärz-
liclier Ülierseite.
Haltifa fiilgeii.s n sp.
Ovata, convexa, subtus aeneo-nigra, supra aureo-cuprea, splendida, antennis (basi
excepta) tarsisque nigris, tuberculis lroutali])US magnis, subquadratis, laevilms, prolhoiace
anlice rotundatim angustato, elytris sul)tiliter punctatis. — Long. 4.ö — 5 mm.
ab. u. Supra aeneo-viridis, aurichalceo-splendens.
Mit der kupferroten Form der vorigen leicht zu verwecliseln, aber durchschnittlich
grösser, breiter gebaut, der Thorax vorn zusammengedrückt und im Bogen vereng!, (nicht
vorn ziemlich so breit als hinten wie in jyjjHfosaJ und die Flügeldecken nicht parallel,
sondern l)is hinter die JMitte erweitert (beim 5 mehr als beim cf).
Der Körper i.st unten scbwiirzlicli oder dunkel melalhscb grün, die Beine oft bläu-
licji, Oberseite kupferig goldig bis leuchtend kupferrot, zuletzt uiil violetter Beimischung,
nur bei der Farbenabänderung ti .goldig yriin, stark glänzend. Zuweilen sind auch nur
S/iisfcdls Kiliiiitiiiiljaro Mn-K E-r/inlifiiui. 7. 'J'J
226 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
die Flügeldecken gesättigt kupferrot, der Thorax grünlich goldfarhig, das Schildchen ist
in der Regel schwarzblau. Der Nasenkiel ist schmal, hoch, und reicht mit der Spitze
nur wenig zwischen die spiegelglatten, fast viereckigen Stirnhöcker. Der Thorax ist fast
glalt, der innere Schenkel der winkeligen Punktreihe jederseits besteht aus mehreren
(meistens 3) Reihen ziemlich feiner Punkte. Flügeldecken äusserst fein und verloschen
gewirkt und dicht und fein punktirt, ein Teil der Punkte ist namentlich vor der Mitte
in unregelmässige, paarige Reihen geordnet. Der Penis hat mit dem einer anderen afri-
kanischen Art keine besondere Ähnlichkeit, er ist ziemlich parallel, in V^ Länge und
vor der Spitze eine Spur verengt, am Ende gerundet-abgestutzt und in der Mitte in einen
kurzen, stumpfen Zahn ausgezogen; die Unterseite hat einen durchgehenden breiten, mul-
denförmigen Älittelslreifen, der jederseits zu einer ziemlich scharfen Kante ansteigt, an wel-
clier der schmale Seitenstreifen liegt. Dieser ist glatt, mit wenigen feinen Schrägriefen
nahe der Mitte.
Kilhnandjaro: 35 Exemplare, darunter 15 cf, wurden auf einer Rintie.r Art in
Leilokitok, in der Kulturzone und Niederung liei Kilionoto, sowie in der Meni Niederung
wiibi'eiid des ganzen Jahres, mit Ausnahme des Juni und Juli, gelangen.
Heriuaeopliaga kiboiiotensis n. sp.
Rufo-testacea, nitida, pectore abdomineque nigris, antennis apicem versus infuscalis,
prolliorace sublilissime punctulalo, elylris nigro-coeruleo-aeneis, dense subtiliter punctatis,
punctis hinc inde seriatis. — Long. 2.7 — 3 mm.
Kleiner, l)esonders etwas kürzer gebaut als FL fof/or)i<iisi Ws., Doulsch. Eiit. Zeitschr.
1902, p. 301 (sub Crfphhdera'^), oberseits fein punktirt, die jMillel- und Hinlerbrust
neljst dem Bauche schwarz gefärbt. V^orderbrust, Beine, Kopf und Thorax gelblich rot,
die Oberhppe und die Fühler vom 5. oder G. Güede ab angedunkelt. Schildchen schwarz.
Flügeldecken sehr dunkel metallisch bläulich grün, glänzend. Stirn glatt, Thorax unter
starker Vergrössung sichtbar punklulirt, Flügeldecken fein punktirt, einige Punkte sind in
fast regelmässige, einander paarig genäherte Reilien geordnet.
KilhiiaiKljaro: In der Kibonoto Niederung im September und Januar, in der Kul-
Uu'zoiie im August und in der Obstgartensteppe im December. G Exemplare.
Pliygasia pallida Jac.
Ann. Mag. 1898, p. 355. — 56 Exemplare stammen aus der Kulturzone und Nie-
derung des KilinKindjaro bei Ivibonoto (Januar, Februar, Mai und August \m November)
^ Die afrikaniseliPii Hermaeophaga- \\Wn wprdt'n ilcn ( iropidoderon sehr iiliiilk-li und niaii koiimif,
wenn Ijpi ungenügpndpm Malpriale nidit dip \ orderen Hüftpfannen unter.sueht werden können, in Verlegenheit
ülier die riehtige Stellung. Abge.sehen von der Längsfalte, dip dpn Qiipreindriick des Thorax jederseits be-
grenzt, und die in (Jrepidodera gerade, in Hernweophaga Ipichl gebogen ist, dürfte aufh die Länge des fünf-
ten Fühlergliedes gute Dipuste leisten. Dasselbe ist in Crepidndera länger als eins der pinsi-hlipssendpn
(ilieiler.
WEiSK, (■iri,'YS(>Mi!:i,ii)/K UNI) (jotx:iNEH,iUA;. 227
iintl aus der Obstgarlensteppe (Decemher), Die Länge der Art variirl von -!• — 0.5 mm.,
das (f ist stets kleiner als das $. Das dritte Fühlerglied ist länger als das vierte, die
niierfnrche des Thorax ist breit, flach, nnd endet jederseits in einer Grube nahe den
Hinlerecken; die Flügeldecken sind nicht dicht, sehr fein punktirt, genau so, wie bei einem
meiner Stücke vom Originalfundorte l'retoria (Haktmann).
Lypnea costata 11. sp.
Oblongo-ovalis, sat convexa, fulva, elytris creberrime obsoleteque ruguloso-punc-
tulatis, costatis, parum iiitidis, piceis, coeruleo-vel violaceo-micantibus, rufo limbalis. —
Long. 5 — 6..i mm.
Ob diese durch Skulptur und Farbe sehr auffällige Art noch zu der mir unbekann-
ten Gattung Ljjpnea Baly, Transact. 1876, p. 446, gehört, ist ungewiss; die gerippten
Flügeldecken, die jederseits durch eine Längsgrube begrenzte Querfurche des Thorax,
offene vordere Hüftpfannen, mit einem kurzen Enddorne versehene Hinterschienen und
der ziemlich lange Metatarsus sprechen dafür, scharf umrandete Slirnhöcker, verworrene
Punktirung der Flügeldecken und der abgerundete Fortsatz des Prosternum dagegen.
LypHf'ii africami Jag., Transact. 1903, p. 14, aus Mashonaland, ist nach der Beschrei-
bung der vorliegenden Art ganz unähnlich.
Länglich eiförmig, massig gewölbt, rötlich gelb, glänzend, nur die Flügeldecken
pechbraun, grünlich-, l)läulicli- oder violett schimmernd, mit seidenartigem Glänze, ein
Streifen am Seitenrande rot. Dieser Streifen ist innen schlecht und meist von~ der letz-
ten Längsrippe JiegrenzI und hinten erweitert. Die Fühler reichen beim (f etwas über
die Mitte die Flügeldecken hinaus, Glied 2 ist kurz, halb so lang als 3, dieses und die
folgenden Glieder sind nur wenig an Länge verschieden, die letzten werden jedoch all-
mählich eine Spur dünner und länger. Vorletztes Tasterglied ziemlich dick, das letzte
kurz, konisch. Nasenkiel stumpf und kurz, mit der Spitze bis zwischen die grossen,
dreieckigen, scharf begrenzten Stirnhöcker reichend. Thorax etwa um die Hälfte breiter
als lang, vorn so breit als hinten, die Seiten schwach gerundet, Hinterecken spitz. Vor-
derecken stumpf, die Scheibe fast glatt, ebenso das Schildchen, welches breiter als lang
und hinten gerundet-abgestutzt ist. Flügeldecken an der Basis etwas breiter als der Tho-
rax, hierauf bis hinter die Mitte sanft erweitert, hinten schmal abgerundet, auf der Scheibe
überall gleichmässig äusserst fein und flach punktirt und quer eingeritzt, mit je 7 bis 8
Längsfurchen, die durch stumpfe Hippen getrennt werden. Der Äletatarsus erreicht nicht
ganz die Länge der folgenden Glieder zusammen.
7 Exemplare wurden im Januar im Regenwald des Mera in 3,000 m. Höhe erbeutet.
Laiupcdoiia Sjö.stedti n. sp.
Taf. i, ßg. 1.
Testaceo-flava, nitida, antennis (basi excepta), tibiarum apice tarsisque nigricantibus,
prothorace sublaevi, elytris regulariter punctato-striatis. — Long. 4.8 — 5.8 mm.
228 SJÜSTI-MITS KIHMA^'DJAlJO■BIEl!U KXFKDl'l'ION . 7: 12.
Täuschciiil ähnlich der L. tiirsdUs Ws., Memor. Sor. Espan. 1!)07, p. ri99, von
Biafra nnd (lahiin, du^(•h^-(•hnil(h(■h grösser, und nur in folgenden Punkten davon ver-
schieden: An den Fiihlern ist das erste und zweite Ghed allein gelbbraun, die Stirn-
höcker sind klein, deutlich von einander getrennt, aber oben schlecht begrenzt, auf den
Flügeldecken endlich sind die Streifen tiefer, aber die Punkte in ihnen bedeutend kleiner
und ganz regelmässig liinter einander angeordnet, so dass nirgends verdoppelte Reihen
eil Istehen, wie liei tursalis.
K///iiKiii(lj(ir(>. Obstgarleiisteppe, Decemiter, Knllnrzone liei Kibonoto, Februar. 2
Exemplare.
Eui'.ylegiia n g» n
Corpus olilongo-ovahim, coiivexum, Acelahula anlica aperta. Palpi inaxillares
articulo penultimo incrassato, ultimo parvo, conico. Tulierciila frontalia distincta. Pro-
thorax ante basin Iransversim impressus, impressione juxla marginem lateralem conti-
nata. Elytra punctulata, epipleiiris apicem versus deletis. Tibiae posticae dorso subte-
retes, apice calcari Ijrevi instructae.
Die vorliegende Gattung erinnert in der Körperform an Plnjunsia Baly, mit der
sie auch dieselben JMerkmale besitzt, nur fehlt ihr vor der Basis des Thorax die Ouer-
furclie, welche jederseits abgekürzt und durch eine Längsrinne begrenzt ist. Dafür hat
Eiirijleynu dort einen tiefen, aber weiten Quereindruck, der sich au den Seilen mit der
breiten, punktirten Rinne, die den Seitenrand absetzt ver])indet.
Eine ganz ähiiliciie Einrichtung hat der Thorax von
Eremiella n gen.
Hilf welche zugleich auch die sonstigen, unter A'iir//Ir(jii(( gemacliten Angaben zutreffen.
Beide Gattungen unterscheiden sich aber folgendermassen :
Körper länglich-eiförmig, geflügelt, Schulterbeule der Flügeldecken normal (5),
J'jKri/lefjna.
Körper breit eiförmig, ungellügelt, Schulterbeule der l'Tiigeldecken länglich, sehr
liocli, innen durch einen auttallig tiefen, muldenförmigen Eindruck abgesetzt, welcher
von der Basis aus schräg nach hinten und aussen zieht ((/), Eremiella.
Eui\vles,'Uii fiilvii 11. sp.
$. Subtus flavo-testacea, antenuis, mandiliulis a|)ice, palpis pedibusque nigris,
supra laete fulva, nitida, fronte sculello(|ue laevibus, prothorace parce vix sibiliter puuc-
tulato, elytris subtilissirne obsoleteque punctatis. — Long, ö mm.
Stirnhöcker i|ucr, oben von einer sehr stumpfwinkeligen (Jneirinne begrenzt, von
einander durch die Spitze des breiten Nasenkiels getrennt. Fi'ihler lialb so lang als der
Körper, Ghed 2 kurz, o uikI die H folgenden, die uiitei' sich gleich sind, deutlicli länger,
von den 5 Endgliedern ist jedes eine Spur länger und stärker als Glied 3. Thorax
WEISE, (lIli'YSOMEI/II) K INI) CoCClNKI.l.rü.T';. 229
iiiflir als (i()|i|)i'l( SD hicil wie lang, hiiilci' der Mitte am lircitcslcii, von hier aus nach
limicii clwas weniger als nach vorn in sanller ünndiing verengt, die Hiiiterecken nicht
ahgenindel, sondern in eine kleine icihtwinkelige Ecke erweitert, auf der die Borsten-
pore liegt. Die vordere helindel sich hinter den Vorderecken und drückt den Seitenrand
winkelig nach aussen. Die bcheihe ist vor der Ouervertieluug leicht kisseuartig gewölbt,
fast glatt, unter starker Vergrösserung weitläufig und zart punktnlirt. Schildchen so lang
als breit, Innien lireit ahgernndel. Fliigeldecken in den Schnllern wenig breiter als der
Thorax, bis hinter die Mitte unbedeutend erweitert, am Knde breit abgerundet, mit mas-
siger, innen flach abgesetzter Schulterbeule, ziemlich dicht imd äusserst fein punktirt,
auf dem Abfalle ziu' Spitze (äst glatt. In dem Eindrucke, der den Seitenrand absetzt,
stehen stärkere Punkte, welche sich an der Spitze vermehren. Die Epipleuren sind vorn
breit, eben, verengen sich allmälilich nach hinten und erlöschen hinter der Mitte. Die
Beine sind ziemlich kräftig, die Hinterschenkel dick, die Schienen haben auf dem Rük-
ken keine Längsvertiehmg, sondern sind fast abgerundet, mit einer sehr schwachen
Kante. Der Enddorn der Hinterschienen ist klein, der iMetatarsus so lang als die fol-
genden 2 Glieder zusammen, die Klauen haben einen Basalzahn. Das Prosternum bil-
det zwischen den Hüften eine Leiste, die wenig auf das breite, muldenförmige JMesoster-
num übergreift.
Es wurde nur 1 v; am 2. November in der Kulliu-zone des Kü'nnandjaro bei Ki-
bonoto gefangen.
Eremiella rubra u. sp.
Taf. 4, flg. 5.
(f. Sn])tus flavo testacea, ore, antennis pedibusque nigris, supra ferrugineo-rubra
nitidissima, fronte prothoraceque parce et subtilissirae punctulatis, scutello laevi, elytris
subtilissime punctatis, evidenter amphatis, juxta callum huraeralem altum profunde im-
pressis. — Long. 5 mm.
Viel breiter gebaut und oberseits dunkler (gesättigt bräunlich rot) gefärbt als die
vorige, der ganze ^lund schwarz. Das vorletzte Glied der iMaxillartaster sehr dick, die
Hinterschenkel nur von massiger Stärke. Die Stirnhöcker werden oben durch eine aus
zwei Bogen bestehende Ouerrinne begrenzt und durch die Spitze des breiten Nasenkieles
geschieden, Stirn mid Thorax sind weitläufig mit zarten, nur unter starker Vergrös-
serung hervortretenden Pünktchen bedeckt. Der Thorax ist dem der vorigen Art ähn-
lich, doch an den Seiten weniger gerundet und nach vorn schwächer verengt. Die Flü-
geldecken sind an der Basis so breit als der Thorax, erweitern sich, anfangs wenig,
später mehr, bis hinter die .Mitte und verschmälern sich im letzten Drittel in einem
gleichmässigen Bogen. Die Scheibe ist überall nicht besonders dicht, a])er stärker als
der Thorax punktirt. Während bei anderen ungeflügelten Chrysomeliden der Schulter-
höcker verkleinert oder geschwimden ist, bildet er hier eine hohe, dicke Längsbeule, die
nach innen auffällig tief ablälli. Diese Verliefung bewirkt jedenfalls die Verkümmerung
der Flügel.
s
ö
230 SJÖiSTEDTS KILIMANUJAUO BIEIUI EXPEUITION. 7: 12.
1 cf ist ain i7. Februar nu^ den Bergwiesen den KU iiiKnuljaro in Kiboscho, 3,000
ra. hoch, gehinden worden.
Diain|)hi(lia coiiciniia Ws.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1906, p. 56. — Das einzige $, welches in der Mrni Nie-
derung am 29. November 1905 erbeutet wurde, ist oberseits noch etwas feiner und dich-
ter punktirt als die Normalform, die ich kürzlich auch von Mano\v durch Staudinger
erhalten habe, ausserdem abweichend gefärbt: Scheitel mit zwei schwärzlichen Makeln
neben einander, Thorax mit einer grossen, schwarzen Mittelmakel, die ein Stück hinter
dem Vorderrande jederseits in einen nach aussen gerichteten Ast verlängert ist. Schild-
chen und Flügeldecken schwarz, letztere am Aussenrande und auf einer grossen, gemein-
schaftlichen, nach hinten verengten dreieckigen iMakel rötlich gelbbraun. Diese Makel
reicht vorn von einer Schulterecke zur andern und endet vor der Mitte. Der Thorax
ist normal gebaut, seine Seiten besitzen nicht die starke Rundung wie bei femoralis,
sondern sind fast gradlinig und fast parallel, die Vorderecken sind nicht spitz, sondern
rechtwinkelig. Ich halte dies Tier für eine Farbenabänderung von coiiciinKi.
Jamesouia abdominalis W'is.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 174. — KiUiiiuudjüro, im Regenwald bei Kibonoto,
2,000 m. hoch im October, in der Kullurzone im August und September, und in der
Niederung im Januar. 6 Exemplare. Rei einem von diesen ist der Rauch dunkel gefärbt.
Jaiiiefsonia meruensis n. sp.
T;if. i, flg. (i.
Oblonga, nigra, pedibus fulvis, tibiis apice tarsisque infuscatis, fronte, prothorace
elytrisque obscure viridiaeneis, coeruleis vel cyaneis, nilidulis; fronte parce, prothoraceque
densius subtiliter punctatis, scutello laevi, elytris crebre et sat fortiter subruguloso-punc-
tatis. — Long. 3.5 — 4.5 mm.
Var. ci. Pedibus infuscatis.
Durch die Farbenverteilung und die' kräftige, dichte, runzelige Punktirung der Flü-
geldecken von den übrigen bekannten Arten sehr verschieden. Fühler beim grösseren.
$ ungefähr halb so lang als der Körper, beim cf länger, schwarz, Glied 2 und 3 sehr
kurz, die folgenden so lang oder gewöhnlich etwas länger als Glied 1, beim c/ erweitert.
Nasenkiel schmal, scharf, Stirnhöcker dreieckig, durch eine grade Rinne geschieden und
oben durch eine ähnliche Querrinne von dem sparsam punktulirten Scheitel getrennt.
Thorax kaum um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten schwach gerundet und die
kleinen Vorderecken leicht nach aussen gedrückt, querüber gewölbt und fein und mas-
sig dicht punktirt, nach aussen hin etwas dicliter. Schildchen glatt, schwarz. Flügel-
decken an der Rasis etwas breiter als der Thorax, bis zu -/o der Länge wenig erweitert,
sodann verengt und hinten schmal abgerundet. Rei der Abänderung «. sind die Reine
pechschwarz, Kniee und Klauen rötlich gelbbraun.
wKisK, cuRYsosrETjn.T; und c'occinki,i,ii);i;. 231
Jacoby hat das ^f einer ähnlichen, schwarzen Art in eine neue Gattung, Onieafe.s,
gebracht, welche aber niil ./diiirsnuid identisch ist. Aus Versehen ist in der Gattungs-
beschreibung, Proceed. 1899, p. 345, statt: das vierte und die folgenden Glieder dreieckig
erweitert, die falsche Angabo, "the third and following joints" stehen geblieben.
Am Mern. Regenwald, 3,000 — 8,500 m. hoch wurden 9 cf und 15 [^ der typischen.
Form und ein Pärchen der Var. « im Januar aufgefunden.
Jamesionia iiigriceps Ws.
Archiv für Naiurg. 1902, p. 174. — Es wurden 2 $ in der Kulturzone des KiU-
mandjaro bei Kibonolo im Januar und Februar, sowie 2 c/ in der Meru Niederung im
December gesammelt.
Jaiiiosonia piciventris n. sp.
Oblongo-ovata, dilule teslacea, nitida, antennis (basi excepta) tarsisque leviter infus-
catis, vertice, scufello, metaslerno abdomineque piceis, elytris stramineis, crebre sat sub-
tililer punctatis. — Long. 3 — 8,7 mm.
Blass rötlich gelbbraun, die Fühler vom vierten Gliede ab nebst den Tarsen und
einem verwaschenen Flecke in der Mitte des Thorax schwach angedunkelt, Scheitel, Schild-
chen, Hinterbrust und Bauch pechschwarz, die Flügeldecken blass gelb. Fühler halb so
lang als der Körper, Glied 2 und 8 kurz, zusammen so lang als eins der übrigen Glie-
der, welche unter sich ziemlich von derselben Grösse sind. Nasenkiel hoch, schmal,
scharf. Slirnhöcker schmal, quer dreieckig, oben durch eine grade Furche begrenzt, die
Slirn darüber sparsam und äusserst zart punktulirt, fast glatt. Thorax wenigstens um
die Hälfte breiter als lang, an der Basis unbedeutend breiter als an der Spitze, die Sei-
ten sanft gerundet, die Scheibe ist hinten weniger als vorn querüber gewölbt und überall
nicht dicht, äusserst fein, nacli punklirt. Schildchen glatt. Flügeldecken an der Basis
etwas breiter als der Thorax, bis zur JMitte unbedeutend verbreitert, fast parallel, hinten
gemeinschaftlich breit abgerundel, auf der Scheibe dicht und fein punktirt.
Am Mrrx in 3,000 m. Höhe (Januar) und in der Kulturzone des Küimandjaro
bei Kibonoto (September) 3 J.
.Tamesonia tpstacea n. sp.
Oblonga, teslacea, sat nitida, antennis (basi excepta) fuscis, prolhorace parce obso-
leteque punctulato, elytris dense sat subtiliter punctatis. — Long. 3 mm.
In der Farbe und Körperform den kleinsten Stücken der vorigen Art ähnlich, aber
einfarbig rötlich gelbbraun, nur die Fühler vom vierten Gliede an schwärzlich und ihr
viertes Glied so lang als die 8 vorhergehenden zusammen, ausserdem durch die viel dich-
ter, stärker punktirten, daher weniger glänzenden Flügeldecken sofort zu unterscheiden.
1 (f w-urde am 8. October am Kilimandjaro gefunden, ein zweites von Kwai in
Vx(i}}ili(ir(i fr'.\rL Weise 1899) befindet sich in meiner Sammlung.
'fe-
232 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXrEDITION. 7: 12.
Aplithoua Tulüaris Ws.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 172. — Usdin/iurd. Tanga, Juni, 1 Exemplar. — Aus-
serdem liegen noch 8 Exemplare vom Jlfni vor, in r!,00() in. Höhe im Januar gesam-
melt, ferner 10 Exemplare aus der Kulturzone des KilinnuKljaro bei Kibonoto (Septem-
ber) und 1 Exemplar von Kibonoto, 2,000 m., October. Diese Stücke sind grösser (3
— 3,s mm. lang) und merklich breiler gebaut als die Stammform aus Usamliara, auf den
Flügeldecken meist dichter und verworrener punklirt; sie bilden die Var. rorpidenfa. Bei
den Exemplaren vom Meru ist die Oberseite dunkelblau, bei denen vom Kilimandjaro
metallisch dunkelgrün.
Die Art zeichnet sich durch den verhältnismässig grossen, langen und spitzen Basal-
zahn der Klauen aus.
Ai»litlioua kibonotciisis n. sp.
Alata, nigra, o])Scure coeruleo-vel aeneo-micans, nitida, palpis, antennis (articulis
tribus primis testaceis) pedibusqne nigris, tibiis |»las miiiusve testaceis, elytris sat crebre
subtilissime punctatis, disco subdeplanatis, apice rotundatim-trunctatis, callo humerali sat
prominulo interne haud terminato. — Long. 2,3 — 2,s mm.
Ziemlich parallele, abgeflachte und hinten abgestutzte Flügeldecken und ein nach
vorn stark verengter Thorax gel)en der Art einen auffälligen Habitus. Der Körper ist schwarz,
mit einem leichten metallisch dunkelblauen oder grünlichen Schimmer, Taster, Oberlippe
und Fühler schwarz, an diesen sind die 3 ersten Glieder rötlich gelbbraun, zuweilen noch
das vierte rötlich, Schienen und Tarsen pechbraun, letztere an der Basis, öfter fast ganz
rotbraun. Die Stirnhöckerchen sind glatt, oben undeutlich begrenzt, durch eine feine
Rinne geschieden, welche sich nach unten etwas verbreitert und den niedrigen und
ziemlich breiten Nasenkiel durchzieht. Die Shrn über den Höckern glatt. Thorax quer,
nach vorn i)edeutend verengt und zusammengedrückt, die Scheibe massig dicht punktu-
lirt, hinten wenig, vorn stark querüber gewölbt. Schildchen breiter als lang, abgerundet,
glatt. Flügeldecken an der Basis etwas breiter als der Thorax mit massig heraustreten-
der, innen nicht abgesetzter Schulterbeule, ähnlich wie der Thorax pnnkliil. Die Punkte
nehmen nach hinten an Stärke ab. Klauen einlach.
in der Kulturzone des Kilim(iiK]j<n-o \m Kibonoto am 15. November, 11- Exemplare.
Aplithona mar^iiiata Ja( .
Proceed. 1900, p. 2-i(). — Ws. Arcliiv f. Xaturg. 1902, p. 172. — Kilimandjaro:
bei Kibonoto wurden am (i. October in der Kulturzone 3 Exemplare gelangen, welche
etwas grösser sind als die Stücke aus Usambara und zu dei- Al)ändcruijg mit einfarbig
metallisch grünen Flügeldecken gehören.
A]»litliona percgri na n. sp.
Alata, flavo-testacea, clypeo magno, triangulari, fronte laevi, prothorace itiinctulato,
fovea Setigera antica paullo ante medium impressa, elytris sat subtiliter i)unclaüs, pone
liumeros prnininulos leviler transversim deplmialis. -~ Long. 2,:. mm.
to
WEISE, l^IRYSOMELlDJi UND COCCINELLID^;. 233
In der Körperform iiocli am meisten mit der europäischen iwinistnlu Kutsch, ülter-
einstimmend, aber gestreckter und mit deutlicher ßasalbeule der Flügeldecken. Lebhafl
bräunlich gelb, oben stark glänzend, die letzten 5 verdickten Fiihlerglieder etwas gesät-
tigter gefärbt, das dritte Fiihlerglied kürzer als das zweite oder vierte. Das Kopfschild
ist gross, dreieckig, ziemlich eben, die Spitze reicht bis zwischen die Fühlerwurzeln und
erhebt sich über dieselben, der Nasenkiel fehlt, die Stirnhöcker sind nur durch die bogen-
förmigen Randleisten der Fühlergruben angedeutet, welche innen parallel bis unter die
Spitze des Kopfschildes laufen. Darüber ist die Stirn gewölbt, glatt. Thorax etwa dop-
pelt so l)reit als lang, nach vorn mehr als nach hinten verengt mit gerundeten Seiten,
welche an der vorderen Borstenpore, die dicht vor der Mitte liegt, winkelig nach aussen
gedrückt sind. Die Scheibe fällt an der Seite stark ab und ist nicht besonders dicht,
zart punktirt. Flügeldecken in den Schultern heraustretend und l)reiter als der Thorax,
bis zu 73 der Länge fast parallel, dann allmählich verengt und hinten in einem flachen
gemeinschaftlichen Bogen abgerundet, auf der Scheibe gewölbt und ziemlich dicht und
fein, doch deutlich punktirt, hinter der Basis der Quere nach niedergedrückt, mit ziem-
lich kräftiger Humeral- und Basalbeule. Das Prosternum ist viereckig, länger als breit,
die vorderen Gelenkhöhlen sind offen, der Enddorn der Hinterschienen massig lang, die
Klauen haben einen Basalzahn.
Es wurde nur 1 Exemplar im Regenwald des Küimdudjaro bei Kibonoto in 2,000
m. Höhe am 7. October gefangen.
Die Stirnbildung deutet auf eine verschiedene Gattung hin.
Aplithona iiioutivaga n. sp.
Aptera, oblonga, convexa, obscure viridi-aenea, nitida, antennis elongatis pedibusque
testaceis, tuberculis frontalibus bene discretis, prothorace elytrisque sublaevibus. — Long.
l,.i — 1,8 mm.
Der europäischen ^4. herbigrada Gurt, am ähnlichsten, aber kleiner, stärker ge-
wölbt, oben ziemlich glatt. Ungeflügelt, cylindrisch, nur die Flügeldecken schwach bau-
chig und in der Mitte etwas breiter als der Vorderkörper, dunkel metallisch grün, ober-
seits mit Messingschimmer. Füliler und Beine blass rötlich gelbl.)raun, erstere nach der
Spitze hin zuweilen etwas gesättigter gefärbt, bis hinter die Älitte der Flügeldecken rei-
chend. Kopf glatt, Stirnhöcker gewölbt, tief umrandet. Tliorax wenig breiter als lang,
an den Seiten sanft gerundet, nach hinten wenig mehr als im ersten Drittel verengt, oben
nebst dem Schildchen glatt. Flügeldecken vorn so breit als die Basis des Thorax, bis
zur Mitte etwas erweitert, dahinter ähnlich verengt und an der einzeln und schräg ab-
gestutzten Spitze deutlich sclunaler als vorn, ziemlich glatt, dagegen sind unter starker
Vergrösserung Spuren von feinen, sehr flachen Punkten bemerkbar.
3 Exemplare wurden am 17. Februar am Küimandjaro 3,000 m. hoch auf den
Bergwiesen des Kiboscho gefangen. Älit ihnen zusammen wurde auch eine Hespera
spec. in einem Exemplare erbeutet, eine andere, el)enfalls in einem Stücke im Januar
SjösfeJts Kilimandjaro-Meru Kspedition. T. 3U
234 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
in der Mern Niederung am Ngare na nyuki. Ein drittes Exemplar aus der Kullurzone
des Kibonoto, October, lässt sich nur fraglich als Hespera ansprechen, weil die Hinter-
beine verklebt sind. Eine Beschreibung dieser unscheinbaren Tiere nach einem Stücke
erscheint mir nicht ratsam.
Phyllotreta pocera Redtb.
Fauna Austriaca ed I 1849, p. 530 (HalticaJ. — Kutsch. Wien. Monats 1861,
p. 20 (138). — Foudr. Mon. 263. — All. Mon. 1866, p. 256. — Ws. Ins. Deutsch. VI,
p. 884. — Kulturzone des Küimancljaro bei Kibonoto, October, November, 11 Exemplare.
Diese Stücke vermag ich von den nordahikanischen und syrischen nicht zu unter-
scheiden; sie sind im Allgemeinen etwas grösser, oben durchgängig dunkel und nicht leb-
haft metallisch grün gefärbt, die ersten Fühlerglieder, Kniee und Tarsen dunkelbraun.
Beim cf ist das fünfte Fühlerglied merklich kürzer als das vorhergehende, etwas erwei-
tert, und der dreieckige Ausschnitt in der Spitze des Penis kurz.
Sebaethe elougata n. sp.
Elongata, subparallela, convexiuscula, rufo-testacea, nitida, elytris interdum brunneo-
rufis, antennis (basi excepta), femorum apice, tibiis tarsisque nigris. — Long. 4 — 5 mm.
Ausgezeichnet durch den gestreckten, ziemlich parallelen Körper. Hell rötlich gelb-
braun, stark glänzend, die Flügeldecken häufig dunkler, rotbraun, Fühler und Beine
schwarz, an ersteren die zwei Basalglieder, an letzteren die Schenkel mit Ausnahme der
äussersten Spitze rotbraun, Taster und Oberlippe angedunkelt. Stirnhöcker quer, durch
eine sehr feine Linie getrennt, Nasenkiel scharf, zwischen den Fühlern hoch, nach unten
abfallend. Stirn glatt, Thorax mehr - als doppelt so breit wie lang, vorn ziemlich so
breit als hinten, an den Seiten schwach gerundet, in den Yorderecken durch die Pore
in einen kleinen Zahn nach aussen gedrückt, auf der Scheibe fast glatt. Unter starker
Vergrösserung sind, wie bei vielen anderen Arten, einige ziemlich weitläufig stehende
Punkte zu sehen, deren Zwischenräume einige noch feinere Punkte tragen. Schildchen
glatt. Flügeldecken in den Schultern wenig breiter als der Thorax, ziemlich parallel,
hinten gemeinschaftlich l^reit abgerundet, vorn massig dicht und sehr fein punktirt, hinten
fast glatt.
In der Kulturzone des Kühnaniljdro bei Kibonoto im April und Mai, und in der
Obsigartensteppe im December. 6 Exemplare.
Sebaethe nieruensis n. sp.
Oblongo-ovata, convexiuscula, fulva, niüda, prothorace antice angustato, sublaevi,
elytris brunneis, subtilissime punctatis. — Long. 4 mm.
Breiter gebaut als die vorige, einfarbig rotgelb, nur die Flügeldecken mit Ausnahme
des abgesetzten Seitenrandes und der Epipleuren dunkel rötlich braun, der Thorax etwa
dreimal so breit als lang, nach vorn gerundet-verengt, mit sehr kleinen, ungefähr recht-
winkeligen Vorderecken.
Meru, Regenwald, 3,000 m., Januar. 1 Exemplar.
WEISE, CHRYSOMELID^ UND COCCINELMD.«. 235
Loiisritarsus aethiops Ws.
Archiv f. Naturg. 1903, p. 218. — Küimandjaro: Obstgartensteppe im März und
in der Kullurzone des Kibonoto im August und September, 10 Exemplare; zuerst aus
Usambara beschrieben.
Loiie:itarsus merueiisis n. sp.
Alatus, ovalis, convexus, testaceo-flavus, nitidissimus, elytris stramineis, ore, anten-
nis apicem versus, scutello, femoribus poslicis, pectore abdomineque fuscis, tuberulis fron-
tahbus bene discretis. — Long. 3 mm.
Dem L. Jansoni Jac, Ann. Mus. Civ. Genova 1899, p. 532, vom Rudolf See,
am nächsten stehend, jedoch durch die kaum punktirte, fast spiegelglatte Oberfläche und
die sehr scharf umrandeten Stirnhöcker auf den ersten Blick zu unterscheiden. Etwas
breiter gebaut als unser L. lateralis III., blass rötlich gelb, die Flügeldecken weisslich
gelb, und die 5 oder (i letzten Fühlerglieder, Schildchen, Brust und Bauch, sowie der
Klicken der Hinterschenkel mehr oder weniger schwärzlich. Stirnhöcker quer, ziemlich
schmal, gewölbt, durch eine Grube getrennt imd oben durch eine tiefe Rinne abgesetzt.
Thorax nach vorn gradlinig verengt, der Seitenrand an der vorderen Borstenpore wenig
nach aussen gedrückt und von hier bis zu den Vorderecken verdickt, die Scheibe stark
querüber gewölbt und selbst unter starker Vergrösserung schwer sichtbar punktulirt.
Flügeldecken an den Seiten schwach, hinten breit abgerundet, kaum punktirt, aber mit
Spuren von dunkel durchscheinenden Punkten. Enddorn der Hinterschienen bräunlich, kurz.
Meni Niederung im November, 3 Exemplare.
Longitarsus iLsambaricus Ws.
Archiv f. Naturg. 1902, p. 172. — Küimandjaro: Kiboscho, 3,000 m. hoch, im
Februar. 7 Exemplare. Etwas grösser, die Flügeldecken bauchiger, oberseits in der
Regel feiner punktirt als die Normalform, aber sonst in Farbe, Thorax- und Fühlerbil-
dung mit ihr übereinstimmend. Ein Exemplar ist schwarz gefärbt (Fühler und Beine
ausgenommen), mit einem leichten metallischen Schimmer auf den Flügeldecken. Diese
sind sehr kräftig punktirt.
Dibolia africaua Jac.
Proceed. 1900, p. 253. — Küimandjaro: Steppe, Leitokitok und Kulturzone des
Kibonoto im Mai. 4 Exemplare.
Jacoby erhielt die Art aus Britisch Ostafrika, und später wurde sie von Paul Weise
bei Kwai in Usambara gefangen. Abgesehen von kleinen Färbungsunterschieden lässt
sich kein sicheres Merkmal zur Trennung von intermedia Baly herausfinden, die auch
Chapuis von Ahyssinien angibt.
Dibolia biraaculata Jac.
Proceed. 1900, p. 253; Transact. 1903, p. 4-. — In der Ilrru Niederung am
Ngare na nyuki im Januar, 1 Exemplar.
236 SJÖSTEDTS KILIMAND.TÄEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Bei diesem Stücke ist das erste Fühlerglied pechschwarz, die drei folgenden vmd
die Basis des nächsten Gliedes bräunlich gellj, die Flügeldecken haben zwischen den teil-
weise paarig genäherten, nicht regelmässigen Punktreihen noch Pünktchen; es dürfte da-
her die Zusammengehörigkeit mit iiHindafa Har. zu vermuten sein. Beide wurden nach
Stücken aus Natal beschrieben.
Dibolia breviuscnla n. sp.
Breviter ovalis, convexa, nigra, interdum leviter aeneo-induta, nitidissima, antennis
basi testaceis, prothorace sat remote, elytrisque paullo densius subtiliter punctatis, carina
faciali angusta. — Long. 2,3 — 2,8 mm.
Kaum länger, aber bedeutend breiter gebaut wie die europäische occuUans Koch,
oberseits viel feiner punktirt, lackartig glänzend, tief schwarz, die Hinterschenkel mit
einem bläulichen Anfluge, Kopf und Thorax, bei einem Exemplare auch die Flügeldecken
metallisch grünlich angehaucht, die ersten 5—6 Glieder der Fühler rötlich gelbbraun,
einige davon zuweilen oberseits leicht angedunkelt, die folgenden sckwärzlich. Stirnporen
nahe den Augen eingestochen und durch eine Querfurche verbunden, welche die Höcker-
chen deutlich begrenzt. Thorax bis zur vorderen Borstenpore wenig, davor stärker ver-
engt, auf der Scheibe ziemlich weitläufig fein punktirt, mit glatten Zwischenräumen. Flü-
geldecken etwas dichter und noch feiner als der Thorax punktirt, die Punkte verlöschen
fast hinter der Mitte.
Die ebenfalls fein punktirle D. Trimeni Baly vom Cap hat einen schlanken, oben
metallisch grünen und weniger glänzenden Körper.
Am Mern, Regenwald, 3,000 m. hoch, im Januar in 4 Exemplaren aufgefunden.
Sphaeroderma feiuoratiiiu Jac.
Proceed. Lond. 1897, p. 556. — Hauptsächlich in der Kulturzone des Kilima-
ndj(tro liei Kibonoto vom März bis Älai und im August, einzeln auch in der Kibonoto
.\iederung und 3,000 m. hoch am Meru im Januar, endlich Meru Niederung, October,
28 Exemplare.
Sphaerodei-ina iiiacrostoina n. sp.
Ovatum, convexum, subtus rufo-piceum, supra nigro-aeneum, nitidum, ore, anten-
nis pedibusque flavis, femoribus poslicis infuscatis vel aeneis, mandibulis sat elongatis,
prothorace subtilissime-elytrisque subtiliter sat dense punctatis. — Long. 2,;, — 2,» mm.
Durcli die grosse Oberiippe, lange Mandibeln, eine grosse, innen tief abgesetzte
Schulterbeule und die Körperfarbe ausgezeichnet. Der Mund ist gelb, die Spitze der
Mandibeln pechbraun, Kopfschild fein runzelig punktirt, im unleren Teile rotbraun, oben
schwärzlich, zwischen den Fühlern ist ein kurzer Nasenkiel, neben dessen Spitze die
kleinen Stirnhöcker liegen. Diese sind oben durch eine zweibogige Ouerfurche begrenzt.
Die Stirn darüber ist dunkel metallisch grün, glatt, der Scheitel massig dicht, fein punk-
tirt. Thorax um die Hälfte breiler als lang, ähnlich wie der Scheitel gefärbt und punk-
tirt, kissenartig gewölbt, nach vorn etwas verengt, mit leiclit gerundeten Seiten. Die ab-
WEISE, CHRYSOMELID« UND OOCCINELLIDÄ. 237
gerundeten, leicht verdickten Vorderecken, hinter denen unmittelbar die Borstenpore ein-
gestochen ist, sind rötlich. Scliildchen schwarz, glatt. Flügeldecken an der Basis wenig
breiter als der Thorax, bis zur Mitte erweitert, dann verengt und am Ende schmal ab-
gestutzt, oben massig dicht, fein punktirt. Die Punkte werden hinten schwächer und sind
vor der Mitte teilweise gereiht; die vorletzte Reihe ist wie bei den meisten übrigen Arten
stark und fast regelmässsig und reicht weit nach hinten, der letzte Zwischenstreifen ist
breit und glatt. Neben dem Schildchen ist eine Basalbeule angedeutet.
12 Exemplare, im Januar am Ment, Regenwald, 3,000 m. hoch gefangen.
Sphaeroderma nigrum n. sp.
Ovatum, nigrum, nitidissimum, antennis articulis sex primis testaceis, prothorace,
minus dense pnnctulato, angulis anticis dentiformibus, elytris disperse subtihter punctatis.
Long. 2,5 mm.
Oval, an den Seiten wenig gerundet und hinten mehr als vorn verengt, tief schwarz,
und oberseits stark glänzend, die 6 ersten Fühlerglieder bräunlich gelb, ähnlich auch die
Basis der Älandibeln und der Vorderrand der Oberlippe. Der Mund ist wie bei der vori-
gen Art gebaut, aber kürzer, das Kopfschild dreieckig, gerunzelt, vorn im Bogen aus-
gerandet, mit einem breiten, niedergedrückten Querstreifen. Thorax kissenartig gewölbt,
nicht dicht punktulirt, ringsum fein und scharf gerandet, nach vorn wenig werengt. Die
vordere Borstenpore ist auf einem kleinen, spitzen, zahnförmigen Vorsprunge eingesto-
chen, der nach aussen gerichtet ist und wenig hinter den winkeligen Vorderecken liegt.
Flügeldecken mit grosser Schulterbeule, hinter dieser mit einem weiten Längseindrucke,
die Scheibe noch weitläufiger, stärker als der Thorax punktirt, aussen mit einer ziem-
lich regelmässigen Punktreihe, die den breiten und vorn gewölbten letzten Zwischen-
streifen absetzt.
1 Exemplar in der Kulturzone des Küimanäjaro bei Kibonoto. 21 April.
Sphaeroderma amplicoUe n. sp.
Subhemisphaericum, testaceum, supra coccineum, nitidum, antennis (basi excepta)
pedibusque nigris, prothorace latissimo, elytris subtilissime, in margine laterali biseriatim
punctatis. — Long. 4 — 4,5 mm.
Ab. a. Prothorace, vitta brevi communi ante apicem elytrorum limboque basali et
laterali nigris, femoribus anticis basi rufis, antennis testaceis apice parum
infuscatis.
Ab. ß. Elytris hmbo lato laterali nigro, antennis pedibusque rufo-testaceis.
Wenig länger als breit, fast halbkugelig, rötlich gelbbraun, oben lebhaft und glän-
zend rot, die Fühler vom fünften oder sechsten Gliede ab schwärzlich, die Beine schwarz,
das Kniegelenk, das letzte Tarsenglied und die Klauen rötlich. Nasenkiel breit, undeut-
lich runzelig punktirt, bis zwischen die kleinen und niedrigen, deutlich umrandeten Stirn-
höcker reichend. Thorax fast dreimal so breit als lang, von der Basis bis etwas vor
die i\Iitte unbedeutend verengt, hier durch die vordere Borstenpore nach aussen gedrückt,
238 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEETJ EXPEDITION. 7: 12.
bis ZU den abgerundeten Vorderecken mit einem verdickten Rande versehen und stärker
verschmälert, der Vorderrand über jedem Auge ausgeschweift, die Scheibe nicht dicht,
aber sehr fein punktirt, schwach querulier gewölbt, mit einem weiten und ganz ver-
loschenen Längseindrucke jederseits, welcher den Raum über dem Seitenrande leicht
wulstartig emporhebt. An der Aussenseite dieses Wulstes liegt eine weitläuhge Reihe von
stärkeren Punkten. Schildchen dreieckig, glatt. Flügeldecken bis zu der feinen Kante
des Seitenrandes ziemlich gleichmässig abfallend, weitläufiger und stärker als der Thorax
punktirt. Der breite und fast glatte Streifen über dem Seitenrande wird jederseits von
2 Punktreihen begrenzt, von denen die beiden inneren aus ziemlich dicht stehenden fei-
nen Punkten gebildet sind. Wenig stärker ist die Reihe am Seitenrande, während die
dicht darüber liegende weitläufiger mit kräftigen Punkten liesetzt ist.
Sehr auffällig sind die beiden angeführten Farbenabänderungen, weil bei ihnen
mit dem Auftreten einer dunklen Zeichnung auf der Oberseite die Almahme der schwar-
zen Beinfärbung verbunden ist. Von der ab. « liegt nur l Exemplar vor, welches auf
dem Thorax und Schildchen, sowie einer breiten Binde am Seitenrande der Flügeldecken
schwarz ist. Diese Binde ist (wahrscheinlich individuell) vor der Mitte fast unterbrochen,
auf der Schulter erweitert, und setzt sich dann um den Vorderrand als eine gemein-
schaftliche, nach hinten verengte Binde bis zur Mitte der Naht fort. Die Flihler und
die Basis der Vorderschenkel sind gelbbraun, an ersteren ist der dünne Basalteil der 5
letzten Gheder dunkel.
Die ab. ß hat eine breite, auf der Schulter erweiterte schwarze Binde am Seiten-
rande, Fühler und Beine sind einfarbig rötlich gelbbraun.
Stücke von Nguelo und Hohenfriedeberg in Usambara sind wie die Stammform
gefärbt, haben aber nur die Schienen und Tarsen schwarz.
Es wurden 6 Exemplare in der Kulturzone des KiUmandjaro liei Kibonoto im
April, Mai, August, September und November gefangen.
Spliaeroderiua discoidale Jac.
Transact. Lond. 1895, p. 319. — Kilimandjüro bei Kibonoto in der Niederung
(Steppe) im August, in der Kulturzone im December und im Regenwald in 2,000 m.
Höhe im October in 4 Exemplaren gefangen.
Es ist fraglich, ob diese Stücke alle und ülierhaupt zur genannten Art gehören,
aber die grösstenteils, oder gänzlich schwarzen Beine, die vier ersten rötlich gelben Füh-
lerglieder und die Punkürung der Oberseite deuten darauf hin. Da die afrikanischen
Sphaerodermen in FarJje und Zeichnung sehr variabel zu sein scheinen, lassen sich die
mit der folgenden Art nahe verwandten, äusserst ähnlichen Arten erst später an der
Hand eines reichlichen Maleriales feststellen.
Spliacroderma pusillum Geest.
Arch. f. Nalurg. 1871, p. 85 (sub Argopus). — Ws. Archiv, f. Naturg. 1902,
p. 171.
WEISE, CHRYSOMELID^ UND COCCINEIJ.ID*. 239
KüimaiHljaro: Am Kil)Oiioto in der Kulturzone im März und September, sowie im
Regenwald, 2,üü0 m. liocli, im October in 3 Exemplaren gesammelt.
Ein Stück ist normal gefärbt, das andere hat den oberen Teil des Kopfes, den
Thorax, einen breiten Seitensaum der Flügeldecken und die Hintersclienkel schwarz; bei
dem dritten sind nur die Flügeldecken schwarz, ihre Spitze und eine gemeinschaftliche
Quermakel nahe der Mitte rot. Noch andere Farbenabänderungen besitze ich von Kwai
in Usambara. Alle diese Exemplare stimmen in der Grösse, Skulptur und den hell röt-
lich gelbbraunen Fühlern ül)ereiu, deren Basis etwas blasser gefärbt ist.
Nahe verwandt erscheint mir eine andere Art, die im März in der Kulturzone des
Küimandjaro bei Kilionoto in 1 Exemplare gesammelt wurde.
Si»liaero(lerina dilutlcolle n. sp.
Breviter-ovalis, dilute fulva, nitida, prothorace antrorsum angustato, stramineo,
postice evidenter punctulato, antice et latera versus laevi, elytris antice punctatis, postice
sublaevibus, antennis pedibusque posticis nigricantibus, illis articulis 4 vel 5 primis et
articulo ultimo in apice llavescentibus. — Long. 2,5 — 2,s mm.
ab. u. Pedibus intermediis nigricantibus, sed femoribus basi fulvis.
Durch die hell rötlichgelbe Farbe der Flügeldecken und den blass strohgelben
Thorax, der nach vorn stark luid fast gradlinig verengt ist, von den übrigen kleinen
Arten leicht zu unterscheiden. Die Fühler sind schwärzlich, ihre ersten vier bis fünf
Glieder und die Spitze des letzten Gliedes gelblich. Hinterbeine schwarz, aber das Knie,
sowie das letzte Tarsenglied derselben nebst den Klauen rötlich. Die Fühlerglieder 2 bis
4 sind ungefähr von gleicher Länge, jedes kürzer als eins der folgenden Glieder. Der
Thorax ist an der Basis etwa doppelt so breit als lang, querüber gewölbt, an den Seiten
ganz schwach gebogen und an der vorderen Borstenpore nicht nach aussen gedrückt,
vor der Basis deutlich und sehr fein punktirt, die Punkte werden nacli vorn und den
Seiten hin feiner und verschwinden endlich vollständig. Von der stärkeren Punktreihe,
welche der Gattung eigentümlich ist und parallel dem Seitenrande über der Puuktreihe
in der Seitenrinne liegt, sind nur die 2 bis 3 letzten Punkte vorhanden. Flügeldecken
vorn ziemlich fein punktirt, hinten fast glatt, die vorderen Punkte sind teilweise gereiht,
die beiden äusseren Punktreihen sind nicht ganz regelmässig und kaum stärker als die
inneren.
Die Farbenabänderung a. zeichnet sich durch schwärzliche Mittelbeine aus, an
denen alier der grössere Teil der Schenkel an der Basis rotgelb bleibt.
Küimandjaro: Übstgartensteppe im December, Kibonoto Niederung und Meru,
Regenwald, 3000 m. hoch im Januar. 4 Exemplare.
Deearia Jacobyi Ws.
Deutsch, ent. Zeitschr. 1901, p. 305. — Das einzige $, welches aus der Kulturzone
des KiJiman(lj((ro von Kil.tonoto (September) stammt und nach der Punkürung der Flügel-
decken noch nicht ausgehärtet ist, hat Kopf, Thorax, Schildchen, Seitenrandkante der
240 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERtT EXPEDITTON. 7: 12.
schwarzen Flügeldecken und einen breiten Spitzensaura derselben dunkelrot, Unterseite
rostrot, Beine verschieden angedunkelt, Fühler schwärzlich, die beiden ersten Glieder
unten etwas rötlich, die beiden Endglieder gelblich.
Decaria aetliiopica Ws.
Archiv f. Naturg. 1907, p. 224. — KilinKindjaro: Kibonoto Niederung und Kultur-
zone, September, November, December, Obstgartensteppe, December. 8 Exemplare.
Hispini.
Leptispa natalensis Balt.
Cat. 1858, p. 2. — KiUmandjaro in der Kibonoto Niederung am 6. September.
1 Exemplar.
Calllspa kiliiuana Kolbe.
Stettiner ent. Zeit. 1891, p. 28. — KiUmandjaro in der Kibonoto Niederung am
20. September. 1 Exemplar.
Cryptonychus (Ci'yptonycliellu»s) angusticeps (Jestku.
Ann. Mus. Hungar. 1907, p. 67. — KiUmandjaro bei Kibonoto, in der Niederung
im November, 3 Exemplare, und in der Kulturzone im April und September, 29 Exemplare.
Die Gattung ('ri/pfomjchiis war bis jetzt durch zahlreiche Arten aus dem mittleren
Westafrika und nur durch eine Art [extremus Pering. von Natal) in Ostafrika vertreten,
daher ist die Entdeckung des angusticeps auf dem Kilimandjaro ein interessantes Ereignis.
Diese Art (nach der Diagnose könnte auch extrem its hierher zu stellen sein) unterscheidet
sich von den westahikanischen Species durch das erste dicke Fühlerglied, welches etwas
breiter als lang ist, durch die in den Vorderecken des Thorax fehlende Borstenpore, den
langen Hals, auf dem eine Rinne jederseits weit bis hinter die Augen zieht und die
rippenlosen Flügeldecken, weshalb ich eine besondere Abteilung von Cri/jjtoni/chus unter
dem Namen CrijptoHijchellus darauf gründe. Die Punktreihen 6 und 7 reichen nur bis
wenig vor die Mitte, wo sie sich mit den beiden angrenzenden Reihen vereinigen. Die
Oberlippe hat jederseits eine Gruppe von 4 bis 5 Härchen.
Oiicoccphala Kolbei Gestro.
Ann. Mus. Civ. Genova 1899, p. 823, iig. 11. — O. angidata Kolbe, Stühlm.
Ostafrika IV. 1897, p. 342. — Kilimandjaro: Kulturzone des Kibonoto, August.
1 Exemplar.
Piatypria (Dichirispa) usambarica Ws.
Archiv f. Naturg. 1898, p. 224. — Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone im
Januar, März bis Mai und September bis December, und in der Niederung im September,
sowie an den Natron Seen im Februar und November. 32 Exemplare.
Diese Art, die ich früher glaultle mit Baffrayi Chap. verbinden zu müssen, und
die deshalb Gestro, Ann. Mus. Civ. 1905, p. ölO, damit vereinte, ist sicher verschieden.
WEISE, CHRTSOMELID.*; UND COCCINELLIDÄ. 241
denn ihr fehlt stets der lange Dorn dicht vor der Mitte der zweiten primären Längsrippe
auf den Flügeldecken, der bei Ii'dffniiji nacii aussen von dem gleich hohen Dorne der
ersten Rippe vorhanden ist. Übrigens sind zuweilen alle Dornen der Flügeldecken von
Rafrai/i, mit Ausnahme des fünften am Seitenrande (hinter dem 4--dornigen Seitenlappen)
nebst der Umgebung ihrer Basis rein schwarz gefärbt, und von nsitnibarira kommen
Stücke vor, die am Seilenrande, hinter dem einzeln stehenden gelben Dorne, nur noch
6 statt 7 Dornen besitzen.
Hispa pallidicoriiis Gestro.
Ann. Mus. Hung. 1907, p. 70. — Kilinuindjaro: Kibonoto. In der Niederung
im Jaiuiar, in der Kulturzone im März und April, sowie im Regenwald in 2000 m. Höhe
im December. 5 Exemplare.
Hispa striaticollis (Jestro.
Ann. IMus. Civ. Genova 1906, p. 1-91. — KUinuindjdro: Kibonoto Niederung
(Januar, September, November) und Kulturzone (August, September). 7 Exemplare.
Hi8])a oinarramba Per.
Ann. South Africa Mus. 1898, p. 127. — Küimandjaro: Obstgartensteppe (De-
cember), Kibonoto, Kulturzone (November, December) und Niederung (September).
4 Exemplare.
Die Arten dieser Gruppe sind überaus ähnlich und eigentlich nur durch die Fühler-
bildung zu unterscheiden. Ich rechne die vorliegenden Stücke zur obigen Art, weil das
Glied 7 der Fühler bedeutend länger als das achte ist. Die Glieder 2 bis 6 sind massig
dicht und schwach abstehend behaart.
Hispa quadrifida Gerst.
Arch. f. Naturg. 1871, p. 85; Decken's Reise III. 1873, p. 289. — Ws. Deutsch.
Zeitschr. 1897, p. 128. — Küimandjaro: Kulturzone des Kibonoto, April und Mai,
Meru Niederung, December, 3 Exemplare.
Hhpa orampoa Pering., Ann. S. Afr. Mus. 1898, p. 126, scheint nach der Diagnose
durchaus ähnlich zu sein und nur in der Farbe 'dark brown- abzuweichen.
Daetyli.spa spiuulosa Gyll.
Schönh. Syn. Ins. I. 3. 1817, App., p. 3. — 1 Exemplar, im Juni bei Mombo
in Usamhara gefangen, gehört zur Var. salaamensis Ws. Deutsch. Zeitschr. 1897,
p. 140 Anm.
Dactjiispa plena Ws.
Archiv f. Naturg. 1899, p. 265. — 5 Exemplare wurden an den Flusspferdseen,
Jfcrx-Niederung, im März und in der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto im
April, September und December gesammelt.
Nach der Diagnose scheint T). f/raeüis Per., Ann. S. Afr. 1898, p. 122, dieser
Art naiie zu stehen.
Sjöstedts Küimandjaro-Meru Expedition. 7. 31
242 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Dactylispa iiotha Ws.
Archiv f. Naturg. 1899, p. 267. — Küimandjaro, Kultiirzone des Kihoiioto, 7.
October, 1 Exemplar.
Ausser den 1. c. erwähnten Kennzeichen dieser kleinen, mattschwarzen Art möchte
ich noch folgende hervorheben : Die Fühler sind schlank, Glied 1 dick, 2 kürzer und
etwas dünner, 3 iiis 6 sehr dünn, 3 nur so lang als 2, die folgenden bis zum allmäh-
lich verbreiterten Gliede 7 sind ungefähr von gleicher Länge, jedes etwas länger als 3.
Die 4 letzten Glieder sind so stark als das siebente an der Spitze, 8 bis 10 kurz. Auf-
fällig ist auch das glatte, nur gewirkte, erhabene, scharf gerandele Querband des Thorax,
welches dreimal so breit als lang, in der Mitte durch eine feine Längslinie geteilt, an
den Seiten gerundet-zugespitzt und ringsum von einer breiten Vertiefung umgeben ist.
Letztere ist ziemlich dicht punktirt und mit anliegenden Härchen besetzt, die bei dem
Stücke vom Kilimandjaro eine rötlich gelbe, bei denen aus Usambara eine weisslich gelbe
Farbe haben.
Daetylispa clavata Ws.
Deutsch. Enf. Zeitschr. 1901, p. 235. — Gestro Bull. Soc. Ital. 1904, p. 175. —
Kilimandjaro: Kulturzone des Kibonoto, December; Meru Niederung im October und
November, sowie am Ngare na nyuki im Januar. 15 Exemplare.
Zu erwähnen ist noch, dass die Vorderranddornen des Thorax weiter als bei den
ähnlichen Arten auseinander gerückt sind. Nach Gestro 1. c. ist 1 Stück in Abyssinien
in einem Ameisenhaufen bei Messor harbarus v. galla Emer. gefunden worden.
Daetylispa misella Ws.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1901, p. 236. — Kilimundjaro, 1 Exemplar stammt aus
der Niederung des Kibonoto (Januar), ein anderes vom Regenwald, 2000 m. Höhe (Oc-
tober), 7 Exemplare vom Meru, 3000 m. hoch (Januar).
Die Art ist 3,5 — 4,5 mm. lang, schwarz, der Bauch, die Beine und die schlanken
Fühler gelblich rot, die ersten 2 oder 3 Fühlerglieder, öfter auch noch die Basis des
vierten schwarz. Die Zahl der Seitendornen an den Flügeldecken variirt zwischen 14
und 18. Die glatte, unregelmässig erhabene Querlinie des Thorax kann sich jederseits
zu einem gerundeten Flecke erweitern.
Dactjiispa coutribiilis Ws.
Archiv f. Naturg. 1899, p. 266. — Gestro Ann. Mus. Civ. Genova 1906, p. 523.
— Kilimandjaro, Kibonoto: Kulturzone (März bis Mai und August bis November), Nie-
derung (September, Januar) und in 2000 m. Höhe (October, December). Meru, 3000 m.
(Januar). 42 Exemplare.
Bei den gut gehaltenen Stücken bemerkt man neben der dunklen Mittellinie des
Thorax jederseits einen sehr deutlichen breiten, dicht gelb behaarten Längsstreifen. Auf
diesem sind nämlich die Härchen schräg nach vorn und aussen gelagert und stossen
am Aussenrande des Streifens mit den nach innen gerichteten Härchen der äusseren
WEISE, l'HUYSOMEI.ID.« UND COCCINEI.MU,*;. 243
Scheibe zusammen. Die Art lässt sich gul erl^ennen, wenn man die Farbe der Seiten-
dornen des' Thorax und der Schulterdornen vergleicht. Erstere sind rötlich gelb, nur
an der äussersten Spitze schwärzlich, die 5 bis 6 Schulterdornen, von denen die beiden
ersten kurz, die folgenden lang sind und nach hinten an Höhe zunehmen, sind nebst
der ganzen Schultergegend schwarz.
Dactylispa hirsuta Gestbo.
Bullet. Soc. Ent. Ital. 1906 (1908), p. 191. — Kilimandjaro: Leitokitok, Kultur-
zone des Kibonoto (Mai, August — November) und Niederung (September, October). 14
Exemplare.
Bei ausgefärbten Stücken ist die Scheibe des Thorax mit Ausnahme aller Ränder
schwarz, dicht punktirt und fein anliegend greis behaart, eine Mittellinie (oft leicht
rinnenförmig) und ein schwach beulenartiger rötlicher Längsstreifen jederseits davon glatt
und kahl. Der Längsstreifen läuft schräg von hinten nach vorn und aussen auf die
Vorderecke zu. Die beiden an der Basis verbundenen Vorderranddornen jederseits sind
lang, der hintere steht senkrecht, der vordere schräg; von den Seitenranddornen ist der
zweite der längste, der freistehende dritte der kürzeste. Alle diese Dornen sind gelb,
an der Spitze gebräunt. Die Dornen auf der Scheibe der Flügeldecken sind schwärzlich,
öfter auch die Umgebung ihrer Basis dunkel. Am Seitenrande stehen ungefähr 15 Dor-
nen; diese sind schwächer als die der Scheibe und ziemlich von gleicher Länge, sie
werden vom zehnten ab schnell kürzer, der neunte bis elfte Dorn (an der hinteren
Aussenecke) sind angedunkelt bis pechschwarz, die übrigen rötlich gelb.
Diese Art ist von confribnlis durch geringere Grösse, die beiden hellen Längs-
beulen des Thorax und die grösstenteils hellen Dornen am Seitenrande der Flügeldecken
stets sicher zu trennen.
Dactylispa ambigvia Peking.
Ann. S. Afr. Mus. 1898, p. 12-i. — Meru Niederung, November, December, 14
Exemplare; am Flusse Ngare na nyuki, Januar, 39 Exemplare; Kulturzone des Kilima-
ndjaro bei Kibonoto, März, 2 Exemplare; Leitokitok, Juni, 2 Exemplare; Obstgarten-
steppe, December, 1 Exemplar.
Diese ziemhch kleine Art ist kennthch an den pechschwarzen Fühlern, deren 5
breitere Endgheder rot sind; der Thorax ist ebenfalls pechschwarz, ein Raum am Vorder-
rande, die Basis der Vorderranddornen und ein Saum am Hinterrande rot. Die Scheibe
ist punktirt und fein greis behaart, eine Mittelrinne und eine kleine, runde, sehr flache
und nicht scharf hervortretende Beule jederseits davon kahl und glatt. ^ Die Dornen der
Flügeldecken sind ziemlich kurz, schwarz, vierreihig, die vor der Mitte sehr kurz, auf
dem Abfalle zur Spitze stehen zahlreiche kleine Dornen. Sehr ähnlich ist D. discreta
* In dem Vergleiche der Art 1. c, p. 125, ist statt: ChieOv distinguished froni „H. amhigua" H. per-
fida zu lesen. .Mit letzterer, die ieh kürzli<di von Mähern (.Marschall) erhielt ist nieine I). suaheloiiim,
Archiv f. Naturg. 1899, p. 265, identisch.
244 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Ws. von Britisch Oslafrilia, aber die Dornen an den Seiten des Tliorax und liinter der
Mitte der Flügeldecken sind merklich länger.
Dorcathispa alternata Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1900, p. 213 et 458 (Ceratlüspa), 1. c. 1904, p. 449. — A7//-
niandjaro: Obstgartensteppe und Kulturzone des Kibonoto, December; Mfrn Niederung
und am Flusse Ngare na nyuki vom September bis Januar. 58 Exemplare.
Diese Art ist 3,5 — 5 mm. lang und ol)en tief schwarz bis metallisch dunkelblau
gefärbt. Oestro hat in den Ann. Mus. Civ. Genova 1906, p. 539 und 556 die Dorc. ex-
trema Per. mit heUicosa Guer. als Synonym verbunden und, da er auch die Stücke aus
Abyssinien zu hellicosa rechnet, so müsste auch alterndta hinzu gestellt werden. Ich
besitze von hellicosa und extrema nur je ein (von letzterer tyi)ischesj Stück und kann
sie nach diesen nicht vereinigen.
Bei hellicosa sind die Fühler am längsten, namentlich ist jedes der 5 Endglieder
merklich länger wie bei den beiden anderen Arten, gelblich behaart, die 2 glatten, flach
gedrückten Beulen auf der Thoraxscheil^e sind klein, schlecht umgrenzt, und die 5 bis
6 Dornen an der Spitze der Flügeldecken lang. Viel näher stehen sich die beiden ost-
afrikanischen Arten mit kurzen Fühlern, deren 5 Endglieder weisslich grau behaart sind,
aber die kleinen Beulen der nördlichen alfernafa bleiben vom hohen Querstreifen am
Hinterrande des Thorax weiter entfernt als bei der südlichen eitrema.
Psendispella inilitaris Ws.
Deutsch. Ent. Zeit. 1901, p. 230. — Kilhiiandjaro, in der Olistgartensteppe, der
Kulturzone und Niederung des Kilionoto, sowie an den Natron Seen vom September bis
Januar. 29 Exemplare.
Die Art hat die grösste Ähnlichkeit mit Ps. spiiria Perinu., ist aber sofort an der
reichlicheren Behaarung der Oberseite zu erkennen. Die Härchen der spiiria, von der
ich ein typisches Exemplar von Eastcourt (Haviland) besitze, sind kurz und sehen unter
starker Vergrösserung flach gedrückt und schuppenförmig aus, besitzen eine feine Längs-
rinne und sind am Ende abgestutzt. Auf den Fliigeldecken reichen sie nur wenig aus
den Punkten heraus und fallen daher schlecht in die Augen, weshalb Pkringuey das
Tier auch »nearly glabrous» nannte. Bei iirilitan's sind die Härchen fein, dünn, min-
destens doppelt so lang, die der Flügeldecken aufstehend und so lang als die kürzeren
Dornen. Schon bei schwächster Vergrösserung ist daher diese Behaarung sichtbar.
Liste der bis jetzt aus dem Kiliinaiidjaro-Meni District bekauuten Cliri/somel iden-Xrten.
1. Sa</ra fero.r Baly.
2. » (Tinosagra) Murrayi Baly.
ab. atrnta Faiem.
3. ^igrisma cylindr'ua Klug.
4. Lpina hottentolta Lac.
5. » foraminosa Lac.
6. » Tiegimharti Gestro.
7. » aub-tralis Lac.
WKISK, rHKYSOMEI.IDA: UND COC'OINEI.I.IDA'.
245
Cryptocephalus callias-histrio Ws. u. v.
Melixanthus (Aniheriscus) Batesi tortilis
Ws. u. V.
» » erythromelas Sffk.
» » riator Spfr.
» Sjöstedti Ws. n. sp.
Paff'rayi Chap.
B rittulatus Ws. n. sp.
doenobin.s Hauser i \\"s.
» Sjöstedti Ws. n. sp.
Isnus niger-vittaius \\s. n. var.
Leifevrea costulata \\». n. sp.
» kibonotensis Ws. ii. sp.
Pagria suturalis — imaculata A\'s. n. v.
Phascus fulvus Lef.
Scelodonta albidorittata Baly.
» sansiharica Gebst.
» Cliapuisi Lef.
kibonotensis Ws. n. sp.
Eubrachis viridis Chap.
fuscoaenea Chap.
» meruensis Ws. u. sp.
» soror Ws. u. sp.
» apicicornis-chalcitis V\'a. n. v.
» nitidipennis Ws. n. sp.
» hipilosa Schaufuss.
» turbata Ws. u. sp.
Badenis p)arvula Ws. u. sp.
Colasptosoma siibcostatum Gehst.
ab. riridescens Ws.
ab. holocyaneum Fairm.
ab. nigrum A\'s.
» sansibaricum Haeoi.ü.
ab. violacemn Ws.
» Sjöstedti Ws. n. sp.
» monticola Ws. n. sp.'
>:■ spec. ?.
Euryope Batesi-haematica Gehst.
Säuberlichi Ws.
» Hoehneli Lef.
Pseudoeolaspis insignis Lef.
» /aef« Ws. n. sp.
Eurydemus geniculatus Jac.
Syagrns niorio ITar.
caliginosus Lef.
» mashonanus Jac.
Rhembastus recticoUis Jac.
» variabilis-fasciatus Ws. u. v.
246
SJÖSTEDTS KIl.IMANDJAEO-MERÜ EXPEDITION. 7: 12.
Exosoma meruensis Ws. n. sp.
» Mbonotensis Ws. n. sp.
» persimplex ^^^s. n. sp.
» spec.
3Iegalognatha suturalis-bipunctaia Jac.
■> mert(ensis AVs. u. sp.
Eastcourtiana litiira Gerst.
>. biformis Ws. u. sp.
Äsbecesta breviuscula Ws.
» capensis All.
» hibonotensis Ws. u. sp.
» nigripennis Ws. n. sp.
Sjöstedtinia montiraga Ws. n. sp.
ÄpopihyJia MarshalU Jac. ?
similis n. sp.
» nobilifata Gerst.
StenelUna meruensis AVs. n. sp.
Strobideres Jacobyi A^'s.
Buphonella murina Gerst.
Galerucella genicuJata Hab.
Cerochroa ruficeps Geest.
Monolepta (Candezea) haematura Fairm.
» » ßaveola Gerst.
» » mendica AVs. n. sp.
» » pectoraUs Jac.
» » hwaiensis AVs.
» » advena AVs. n. sp.
» » vivida AVs. u. sp.
» ' » didyma Gerst.
» » spec.
» leuce AA^s.
» ep)hippiata Gerst.
» insignis AVs.
» Sjöstedti AVs. n. sp.
» sternalis AVs. n. sp.
» miltinoptera AVs. n. sp.
» deJeta-l-ibonotensis n. v.
» ciliata AVs. n. sp.
» apicalis Sahlb.
» marginella AVs.
» meruensis AVs. n. sp.
Beiratia pusilla A\'s. n. sp.
» sp.
Hemixantha maculata AVs. n. sp.
» usambarica AVs.
» '? sp.
Platyxantha impressa AA^s. n. sp.
» (Haphtes) Sjöstedti Ws. u. sp.
WEISE, CHRYSOMELID^ UND COCCINELLIDiE.
247
180. Amphimela tarsata Ws.
181. (Wcyonia usanibarica Ws.
182. Nisotra siiahelorum Ws. u. si).
183. l'odagrica kihonotensis Ws. n. sp.
184. » puncticollis Ws.
185. Blepharida (Blepharidella) Sjöstedti Ws.
u. sp.
18(i. Crepidodera magna AVs. n. sp.
187. » montivaga Ws. n. sp.
188. » viridipennis Ws. n. sp.
189. » Sjöstedti Ws. n. sp.
190. Neuniannia angushda Ws.
191. Epitrix aethiopica Ws. n. sp.
192. Chaetocnema conducta Motsch.
193. » acutangula Ws. n. sp.
194. ' 'kihonotensis Ws. u. sp.
195. PsiiUiodes monfana Ws. n. sp.
196. PhijsodactyJa ruhig inosa Gebst.
197. Physonychifi Wissmanni Ws.
198. Philopona tihialis Ws.
199. ? vernicata Gebst.
200. » rufinasus Ws.
201. HalHca indigacea III.
202. » pi/rifosa Ee.
ab. impyritosa Ws.
203. ;. fulgens Ws. n. sp.
204. Heymaeojihaga kibonofenf~-is Ws. n. sp.
205. Phygasia pallida Jac.
20(j. Lypnea costata Ws. n. sp.
207. Lampedona Sjöstedti Ws. u. sp.
208. Eurylegna fulva Ws. n. sp.
209. EremieUa rubra Ws. n. sp.
210. Diampliidia concinna Ws.
211. Jamesonia abdominalis Ws.
212. » mertiensis Ws. u. sp.
213. » piciventris Ws. u. sp.
214. » nigriceps Ws.
215. » iestacea Ws. n. sp.
216. Aphthona mdgaris-corpidenta Ws. n. v.
217. » kihonotensis Ws. n. sp.
218. » marginata Jac.
219. » peregrina Ws. n. sp.
220. Aphthona montivaga Ws. n. sp.
221. Hcspera sp.
222. » sp.
223. ? sp.
224. Phyllotreta procera Redtb.
225. Sabaethe elongata Ws. n. sp.
226. » merucnsis Ws. n. sp.
227. Longitarsus aethiops Ws.
228. » meruensis Ws. n. sp.
229. » usambaricus Ws.
230. Diholia africana Jac.
231. » himaculata Jac.
232. > breriuscula Ws. n. sp.
233. Sphaerodcrma femoratmn Jac.
234. » macrostoma Ws. n. sp.
235. » nigruiH Ws. n. sp.
236. » ampJicolle Ws. n. sp.
237. » discoidale Jac.
238. » pusilltim Geest.
239. » spec.
240. » diluticoUe Ws. n. sp.
241. Decaria Jacohyi Ws.
242. » aethiopica Ws.
243. Leptispa natalcnsis Baly.
244. Callispa kilimana Kolbe.
245. Cryptonyclius (Cryptonychellus) angusticeps
Gesteo.
246. Oncocephala Kolbei Gesteo.
247. Piatypria (Dichirispa) usambarica Ws.
248. Hispa paUidicornis Gesteo.
249. » striaticoUis Gesteo.
250. » omarramba Pering.
251. >' quadrifida Geest.
252. Daciylispa plena Ws.
253. » notJta Ws.
254. » clavata Ws.
255. .» misella Ws.
256. » contrihulis Ws.
257. » hirsiita Gesteo.
258. > ambigua Peeing.
259. Dorcathisjia alternata Ws.
260. Pseudispella militaris Ws.
September 1908.
248 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
2. Coccinellid.ae.
Die einzige Zusammenstellung der Coccinelliden vom Kilimandjaro, die wir besitzen,
lieferte Gerst^cker, welcher die Diagnosen seiner Arten iin Archiv f. Naturg. 1871, p.
345 — 349, und ausfürliche Beschreibungen derselben in der Gliederthierfauna des Sansi-
bar-Gebietes, von d. Decken's Expedition, 1873, p. 292 — 306 veröffentlichte. Es sind
darin im ganzen 19 Arten aufgezählt; denn Solanophila proHerpina und Stictoleis (Chei-
lomenes?) iiardidina Gerst. stammen vom See Djipe, ziemlich weit vom Kilimandjaro
entfernt her, sodann ist das Vorkommen von Epüachui aipicola unwahrscheinlich (es
dürfte sich wohl um Gtjllenludi MuLS. handeln), und die von Gerst.ccker angeführte
Epdachna punrf/pennifi Muls. ist mit der variabel gezeichneten und über Mittel- und
Südafrika verbreiteten Saldhergi Mls. identisch. Später wurden noch Epd. Hauneri
und Solanopjhüd nigricollis von Moschi bekannt, so dass wir seither mit einem Bestände
von 21 Arten rechnen durften. Diese Zahl ist durch die ausserordentliche Tätigkeit der
SjöSTEDT'schen Expedition auf 58 angewachsen, die in 1757 Exemplaren vorliegen. Mit
Hilfe dieses ausgezeichneten Materiales war es erst möglich, einige scheinbar gute Species
als Färbungsstufen anderer Arten zu erkennen, sowie den Nachweis zu führen, dass meh-
rere J.Zesm-Species sich langsam ausfärben und daher öfter in einer hellen Form gefun-
den werden, aus welcher so leicht niemand auf das fertig gezeichnete Tier schliessen
würde. 15 Arten scheinen der Kilimandjaro-Region eigentümlich zu sein, 36 kommen
in Usambara oder anderen Landstrichen Ostafrika's von Abyssinien ])is Natal vor, 4 sind
über den grössten Teil des afrikanischen Dreieckes und zwei über ganz Afrika, die süd-
liche Hälfte Europa's und Südwest-Asien bis Ostindien verbreitet.
Solanophila vittula Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1897, p. 290. — Kilimandjaro: Ein Exemplar aus der Kibonoto
Niederung. 30. IX. Die Art wurde in ziemlicher Anzahl bei Kwai in Usambara von
Paul Weise entdeckt.
Solanophila Hintzi Ws.
Ann. Belg. 1901, p. 274. — Kilimandjaro: Kibonoto Niederung 11. V. 1 Exem-
plar, bei dem Makel 3 fehlt. Das Tier ist sonst noch aus dem östlichen Usambara von
Tanga und Nguelo bekannt.
Solanophila niaga Ws.
Archiv f. Naturg. 1899, p. 54. — 4 Exemplare wurden im Juni bei Mombo in
Usambara und in der Obstgartensteppe am Kilimandjaro, Kibonoto am 13. XII. gefangen.
Solanophila discreta n. sp.
Breviter ovalis, supra nigra, .sat dense brevissimeque cinereo-pubescens, prothorace
forliter transverso, crebre punctulato, margine antico anguste ferrugineo limbato, elytris
WKlSK, CHRYSOMELln.T; UND COCClNKl.liin,«. 249
apicem versus sensiin rotmuhiliiii angustatis, subtiliter punctulatis, callo humerali parvo,
elytro singulo niaculis qualuor (2, 2) rufis, ochraceo-pubesoentilms, aut postice aut antice
nigro-marginatis. — Long. 7,5 — 8 mm.
Diese Art steht zwischen der vorigen und Sol. triqHefra Ws., sie ist oben etwas
glänzender als beide, bedeutend länger gebaut als die erstere, und hmter der Schulter
nicht so gleichmässig und last gradlinig verengt als die zweite, sondern in deutlicher
Rundung verschmälert. Die grösste Ähnlichkeit besteht mit triquetra, weil auch die Makeln
der Flügeldecken täuschend ähnlich sind, aber discrcta lässt sich immer sicher an dem
schmalen rötlichen Vorderrandsaume des Thorax erkennen, welcher den beiden andern
Arten fehlt. Die innere Vordermakel der Flügeldecken ist grösser und mehr gestreckt als
die äussere und Makel 3 hat einen fast gradlinigen in der Mitte leicht ausgeleuchteten
Vorderrand. Die beiden vorderen Makeln haben den schwarzen Saum hinten, die beiden
hinteren Makeln vorn; er wird durch schwarze Härchen geliildet. Es wurden 3 Exemplare
am Kilhnandjaro: Kibonoto, Kulturzone und 2 Kibonoto Niederung im September erbeutet.
Solanophila gentilis Ws.
Ann. Belg 1901, p. 277. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, am 7. und 23.
April, 2 Exemplare. Aus Usambara von Nguelo beschrieben.
Solanophila vicaria n. sp.
Breviter ovalis, convexa, subtus ferruginea, obscure variegata, supra nigricans, den-
sissime cinereo-pubescens, elytris creberrime punctulatis et minus dense sat forüter punc-
tatis, singulo maculis sat parvis septem flavescentibus : 2, 2, 2, 1 collocatis. — Long.
6,3 — 7 mm.
Sehr nahe mit S. 14-signata Reiche verwandt, der Körper weniger breit gebaut,
oben viel dichter grau behaart, die Bauchlinien bilden keinen gleichmässigen Bogen son-
dern sind aussen winkelig. Die Älakeln der Flügeldecken sind viel kleiner und undeut-
licher, nicht gerundet, sondern quer, und heben sich aus der Behaarung schlecht her-
aus; sie haben dieselbe Lage wie in 14-signatü.
3 Exemplare wurden am 23. XI und 2. XII 1905 in der Meni Niederung gefan-
gen. Ich erhielt die Art von Ukerewe (Pater Conrads) durch Herrn Ertl. in München.
Solanophila callipepla Gerst.
Archiv f. Naturg. 1871, p. 347; Gliederthierf. Sansibar p. 300. — Be rfolomi Crotch.
Rev. p. 4:4:; (dxjssiniaca Crotch. Rev. p. 73, — ocdhdd Fairm. Ann. Fr. 1887, p. 367.
— J/(?/vf-Niederung, November und Decernber, 6 Exemplare.
Solanophila Bennigseni Ws.
Archiv f. Naturg. 1899, p. 59. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, April, 2
Exemplare, Meru Niederung am Flusse Ngare na nyuki, Januar, 1 Ex. Diese Art ist
in Usambara und Britisch Ost-Afrika weit verbreitet.
Sjöstedts Küimandjaro-Mcru Exjirdition. 7. . 32
250 SJÖSTEDTS KILIMANhJARO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Solaiiophila labyrinthica Ws.
Archiv, f. Nat. 190-i, p. 59. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, August, Sep-
tember, October, Januar; Kibonoto Niederung, September, November, December, 21 Exem-
plare. Ausserdem bilden 2 Exemplare die aber. «, bei der der vordere Teil der unregel-
mässigen gelblichroten Längsbinde jeder Flügeldecke (also Makel 1) abgetrennt ist. Die
Auflösung der Längsbinde schreitet bei einem Exemplare weiter fort. Es sind 8 gelblichrote
Makeln auf jeder Decke vorhanden: 2, 3, 1, 1, 1, wovon nur Makel 7 gross, quer-bin-
denförmig ist, die übrigen sind klein, rund; aber. ß.
Solauophila Sahlbergi Muls.
Species p. 872. — Ws. Archiv f. Nat. 1899, p. 60. — Küimandjaro: In der
Kibonoto Niederung und Kulturzone, JI/eru-Niederung und am Flusse Ngare na nyuki;
auf dem Meru 3,000 m. und am Flusspferdsee während des ganzen Jahres (ausgenommen
Februar und März) angetroffen. 126 Exemplare, bei denen einzelne Flecke massig ver-
grössert, andere zu einem Pünktchen verkleinert sind. Ausserdem wurden noch fol-
gende Färbungsabänderungen gefunden :
ß. Die schwarzen Makeln der Flügeldecken 2, 3, 5 oder 1, 2, 3, 5 sind zu einem
grossen Schulterflecke vereint. 6 Exemplare.
ß. Makel 6, 7 und 8 stark vergrössert, zuweilen der Quere nach verbunden, öfter
auch Makel 9 4- 10 der Länge nach vereint. 10 Exemplare.
tj. Makel 1 + 3 -f 4 + 5 zu einer unregelmässigen Binde zusammen geflossen. 1
Exemplar.
ö. grapTdca Ws. Deutsch. Zeitschr. 1897, p. 297. 8 Exemplare ^
Solauophila Zetterstedti Muls.
Spec. p. 830. — Ws. Archiv f. Naturg. 1899, p. 58. — Küimandjaro : Kibonoto,
Kulturzone, August. Kibonoto Niederung 26. IX. 2 Exemplare, die ausser den normalen
8 Makeln auf jeder Decke (3, 2, 2, 1) noch an der Naht und am Seitenrande schwarz
gesäumt sind. Ein Stück hat auch noch einen schwarzen Längsstrich von der Basis bis
auf die Schulterbeule. Über ganz Ostafrika verbreitet. Die Zeichnung variirt so:
ab. scalaris Gerst. Archiv 1871, p. 347; Gliederthierf. Sansibar p. 302. Makel
2 + 3 zu einem grossen Flecke in der Schulterecke verbunden, die folgenden Seiten-
makehi 5, 7 und 8 mit dem verbreiterten Seitensaume vereint und Makel 1 in eine grosse
gemeinschaftliche Schildchenmakel erweitert. Makel 4 und 6 sind anfangs frei, später
der Quere nach vergrössert, bindenförmig, und an den Nahtsaum angeschlossen. — Küi-
mandjaro, Kibonoto, Kulturzone, Meru Niederung, April, Aug., Sept., Oct., Dec. 118 Ex.
ab. dorsata: Wie vorige, aber die zweite Makel an der Naht fehlt. Mit scalaris
zusammen, 8 Exemplare.
^ Im Arch. f. Nat. 1899, p. 60 liabo ieli Ej). cormosana Oestr., Ann. Mus. füv. Genova 1895, p.
477, für eine Varietät von Sol. Sahlbergi gehalten, sie bildet jedor-h eine eigene Art, zu der Sol. calisio v.
fihnlata Ws. Ann. ßelg. 1901, p. 279 als Synonym tritt, während Sol. calisfo Ws. Deutsch. Zeitschr. 1897,
p. 60 sich auf die Form von cormosana init normaler Zeichnung der Flügeldecken bezieht.
WEISE. CHRVSOMELID^ TINÜ COC'CINELLID^:. 251
ab. 6-hoi(if(/ Ws. Archiv 1899, p. 58. — Die zweite und dritte Nahtraakel von
der Naht liis an den Seitenrand ausgedehnt. 13 Exemplare von den oben genannten
Fundstellen und vom Äleru, 3,000 m.
Solauophila soluta Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1900, p. 119. — Kühnandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Februar,
April, Meru Niederung, November, am Flusse Ngare na nyuki, Januar. 13 Exemplare.
Zuerst von Älombo in Usamliara beschrielien.
ab. elenuntaria Ws. 1. c. — Kibonoto Niederung, Kulturzone und bis 3500 m.
hoch angetroffen, Januar und October. Meni Niederung, am Flusse Ngare na nyuki,
auch bei 3,000 m. Höhe gesammelt. 7 Exemplare.
Solauopliila vulpecula Reiche.
Voy. Galin. Abyss. p. 416, t. 26, fig. 7. — Muls. Spec. 730. — Kilimandjaro:
Kibonoto, Kulturzone, April, October. Jleru Niederung, April, October; am Ngare na
nyuki, Januar. 9 Exemplare, wovon nur eins typisch, die andern haben Kopf und Tho-
rax teilweise oder ganz rot. Die Unterseite, die bei der wirklichen rnlpecida einfarbig
schwarz ist, wird zuletzt nebst den Beinen rot oder rotgelb (Übergangsstücke haben den
grössten Teil der Hinterbrust und die Mitte der ersten Bauchringe schwarz). Auch die
roten INIakeln der Flügeldecken vergrössern sich, und bei 2 Stücken ist Älakel 2 von 3
nur noch vorn durch einen dunklen Längsstrich von der Basis bis auf die Schulterbeule
unvollkommen getrennt.
Die mit vulpecula verwandten Arten sind durch die Thoraxbildung ausgezeichnet.
Letzterer hat am Seitenrande keine muldenförmige Vertiefung, die den Rand selbst etwas
aufbiegt, sondern die Scheibe fällt bis an den Rand gleichmässig ab. Hierher gehören
ausserordentlich variabel gezeichnete und schwer zu unterscheidende Species, die sich
erst genau feststellen lassen, wenn die Arten von den verschiedensten Gegenden Afrika's
verglichen werden können. SoJ. vulpecula ist wahrscheinlich nur eine nördliche Form
von canina F., und Dregei, htpina. nicjritarsis Muls. dürften eine weitere Art bilden.
Epilachua 4-oculata Kolbe.
Stuhlmann, Ostafrika 4, p. 122. — Kilimandjaro : 5 Exemplare aus der Obst-
gartensleppe, 13. XII, und vom Kibonoto, Kulturzone, aiärz, April, August und Septem-
ber, sind 6 — 7 mm. lang, daher bedeutend grösser als die mir bekannten, durchschnittlich
nur 5,5 mm. langen Stücke vom Originalfundorte, der Plantage Derema in Usambara,
aber ich vermag sie nur als var. iirnjor aufzufassen. Ein sechstes Stück gehört vielleicht
nicht mehr zu i-oculata, denn es fehlt ihm der schwarze Punkt in der hinteren hellen
IMakel, und der Punkt in der vorderen hat sich mit der schwarzen Basis der Flügel-
decken vereint. Hier kann nur durch grösseres Material Klarheit geschaffen werden.
Epilachua tetracycla Gerst.
Archiv f. Naturg. 1871, p. 347; Gliederthierf. Sansihar 299. — Kilimandjaro:
Kibonoto von der Niederung bis 2,500 m., August bis October. Das von Gerst^^^cker
252 SJÖWTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
beschriebene Stück ist eine Missfärbung, bei welcher die beiden gelben Ringe jeder Flü-
geldecke sehr unregelmässig sind. Ähnliche Stücke liegen nicht vor; bei ihnen sind viel-
mehr die Ringe ziemlich, oder völlig regelmässig, denn der eingeschlossene schwarze
Fleck ist gerundet und hat eine mehr oder weniger centrale Lage. 15 Exemplare.
Am Meru wurden im Januar 34 Exemplare erbeutet, davon nur 2 in der Niede-
rung am Ngare na nyuki, die andern im Regenwald in 3,000 — 3,500 m. Höhe. Sie
sind kleiner als die Kibonoto-Stücke, 4,4 — 5 mm. lang.
Epilacliua bisseptemnotata Muls.
Opusc. 3. 1853, p. 115. — Ws. Archiv 1899, p. 4-9, Ep. schoensis Gorh. Ann.
Mus. Civ. Genova 1892, p. 910; Ws. Deutsch. Zeitschr. 1900, p. 115. — Küimmidjaro:
Kibonoto Niederung, Januar, Kulturzone, April, August, September. 45 Exemplare.
Die Var. nsamharim Ws. Deutsch. Zeitschr. 1897, p. 294 wurde in der Kibonoto
Niederung im September, Kulturzone, August, September und November, sowie am Meru
3,000 m. hoch im Januar in 12 Exemplare gefangen.
Epilacliua Hau.seri Ws.
Archiv f. Nat. 1904, p. 57. — Mern, Regenwald, 3,000—3,500 m. und in der
Niederung am Ngare na nyuki, Januar. 5 Exemplare.
Epilaclma fulTOsignata Reiche.
Voy. Ferret et Galin. Abyss. 1847, p. 417, t. 2f3, fig. 8. — Muls. Spec. p. 755.
— Ws. Archiv 1904, p. 58.
Reiche hat ziemlich die dunkelste Form beschrieben (Flügeldecken schwarz, mit
je 6 roten Makeln: 1, 2, 2, 1), welche auf Abyssinien beschränkt zu sein scheint, wenig-
stens sind mir bis jetzt aus Britisch- und Deutsch Ostafrika noch nicht ähnliche Stücke
vorgekommen. Am Kilimandjaro und Meru sind bei der dunkelsten Abäriderung die
vorderen drei roten Makeln von fulvosigmda zu einem grossen Querflecke verbunden,
von dem ein Ast an der hinenseite der Schulterbeule zur Basis läuft. Diese Form, wel-
che dieselbe Zeichnung der Flügeldecken wie die Var. moinhoiicnsis, aber eine einfarbig
schwarze Unterseite besitzt, führe ich als ab. Mbonotensis auf. Kilimandjaro: 2 Exem-
plare von der Kulturzone am Kibonoto, August.
Die hellste Abänderung hat Gerst^cker vom Kilimandjaro (von Endara, Aruscha
und dem See Djipe) als Ep. polymorplia beschrieben: Flügeldecken rot, mit je 8 schwar-
zen Makeln 2, 3, 2, 1, Unterseite schwarz, seltener teilweise oder gänzlich rot. Hier-
von liegen 47 Exemplare aus der Kibonoto Niederung und Kulturzone (März, April,
August, September, October), sowie aus der Meru Niederung (October, December) mit
schwarzer Unterseite und 6 Exemplare Kibonoto Niederung (November) und Kulturzone
(März, September) mit roter Unterseite vor. Häufig sind die äusseren Makeln 2, 5, 7
und 8 durch einen schwarzen Seitensaum verbunden, die inneren frei, oder der Quere
nach schmal zusammen geflossen.
WEISE, C'HKYSOMELIDA; und COC'ClNEIiLID.K. 253
Diese Form kommt in Usambara nichl vor; denn das Tier, welches liier lebt, hat
niemals eine schwarze Unterseite, es ist ausserdem breiter gebaut, namentlich treten die
Schultern hinter der Basis in viel stärkerer Rundung heraus, die Flügeldecken sind durch-
schnittlich feiner punklirt und ihr abgesetzter Seitenrand ist in der vorderen Hälfte merk-
lich breiter und flacher. Schon an der Zeichnung lassen sich beide helle Formen (die
aus Usambara, von mir früher für polymorphd gehalten, mag den Namen suahelormn
führen) in der Regel unterscheiden. Bei pohjmorpht Gerst. sieht die schwarze Makel
6 der Flügeldecken wie eine kurze, mit der Naht verbundene Querbinde aus, bei suahe-
lorum ist sie weit von der Naht getrennt und verbindet sich gern nach vorn mit Makel
4;, an die sich später 8 und 5 anschliessen. Das Bild der Art ist folgendes:
J'Jpil. fitlvosif/nafa Reiche Abyssinia.
var. poli/morpha Gehst. Kilimandjaro, Victoria Nyansa.
ab. l-ibonofensis Ws.... ^>
var. momhonensis Ws... Usamliara.
ab. SMdJtclonoii Ws. ... »
Epilachua hirta Thunb.
Nov. Ins. spec. 1781, p. 283, t. 18, fig. 35. — Muls. Spec, p. 7b6. — Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1888, p. 83. — Kilimandjaro bei Kibonoto und Meni von der Nie-
derung bis 3,500 m., mit Ausnahme des Februar, Mai und Juni das ganze .Jahr hin-
durch. 27 Exemplare. Über Mittel- und Südafrika verbreitet.
Thunbergs Beschreibung und Abbildung bezieht sich auf eine ziemlich seltene und
sehr dunkle Form: Oberseite schwarz, eine schmale, bogenförmige Basalbinde nebst 5
Makeln auf jeder Flügeldecke (2, 2, 1) rot, im Leben mehr oder weniger metallisch
grünlich gelb oder goldig schimmernd. Viel häufiger hängt die Basalbinde aussen, unter-
halb des Schulterhöckers, noch mit der dahinter liegenden jMakel 2 zusammen, und diese
ist später mit Makel 1 zu einer zackigen Querbinde vereint. Hierauf verbinden sich auch
die Makeln 3 und 4 hinter der Mitte zu einer Querbinde. Diese hellen Binden und die
Makel 5 verbreitern sich allmählich, die trennenden schwarzen Binden lösen sich in
Makeln auf, und so gelangen wir endlich zur hellen Grundform mit roten Flügeldecken
und zusammen 17 schwarzen Flecken: 2 V-i 3, 2, 1. Makel 1 und 2 sind ursprünglich
strichförmig, schräg zu einander gestellt, 1 auf der Innenseite, 2 auf der Aussenseite der
Schulterbeule. Alle Abänderungen, bei denen Makel 1 und 2 zu einem winkeligen Quer-
flecke zusammen geflossen sind, der mit der Schildchenmakel in Verbindung steht, rechne
ich noch zu Mrfa Thunb. Fehlt dagegen diese Verbindung und Makel 1 und 2 bilden
eine oder zwei freie Makeln, oder verschwinden teilweise oder gänzlich, so liegt die in
Usambara häufige Var. matronnla Ws., Deutsch. Zeitschr. 1897, 295, vor und, im Falle die
hintere Hälfte der Flügeldecken schwarz ist, mit je 3 roten Makeln, die ab. vetusta'Ws. 1. c.
Ähnlich ist die Var. eongrex aus Abyssinien gefärbt, aber ihr fehlt die gemein-
schaftliche schwarze Schildchenmakel; das vordere Drittel beider Flügeldecken ist rot,
höchstens die Naht etwas hinter dem Schildchen fein schwarz gesäumt. Selten ist eine
251- SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
der strichförmigen Makeln 1 oder 2 vorhanden, dagegen sind hinter der Mitte immer 3 rote
Flecke. Von diesen Abänderungen brachte Herr Prof. Sjöstept nur 1 Stück der mutroiuda
mit, welches im September am Ä7/M»r/«r/;V/ro in der Kibonoto Niederung gefangen wurde ;
11 weitere Exemplare aus derselben Gegend, sowie aus der Kulturzone (April, September,
October, Januar) und vom Meru bis 3,000 m. (Januar), bilden die ab. zda: Flügeldecken
schwarz, jede mit 2 grossen roten (grün- oder rotgoldigen) Makeln: 1, l,von denen die
zweite meist die Form eines dicken z besitzt. Bei dieser Varietät bilden die schwarzen
Normalmakeln 3 + 4 + 5 eine breite, gemeinschaftliche Querbinde und jede Flügeldecke
ist ausserdem an der Naht und am Seitenrande schwarz gesäumt. Beide Säume erwei-
tern sich vorn und engen dadurch den ersten roten Scheibenfleck ein, auf diesem ist
nur bei einem Exemplare der Normalstrich 1 sichtbar. Die zweite rote Makel wird einem
s ähnlich, wenn die vergrösserte schwarze Norraalmakel 6 mit der Naht und 7 mit dem
Seitensaume verbunden ist; sind 6 und 7 aber nur durch eine leichte Erweiterung des
Naht- und Seitensaumes angedeutet, so ist die rote Makel birnförmig, vorn breiter als
hinten.
Epilachua iimbratilis n. sp.
Taf. 4-, flg. 14—15.
Ovata, postice angustata, nigra, subtiliter brevissimeque cinereo-pubescens, antennis
basi testaceis, elytris densissime punctatis, singulo maculis duabus (1, 1) flavis, leviter
rufescentibus, ochraceo-pubescentibus, epipleuris antice macula oblonga fulva, lineis ab-
dominalibus arcuatis, integris. — Long. 6 — 8 mm.
ab. a. Macula postica transversim divisa, maculas duas formante, antica trans-
versim arcuata.
ab. ß. decastignid: Ut in «, sed macula prima et macula arcuata pone medium
longitudinaliter divisis: elytro singulo maculis quinque flavis ornato.
Eine durch die gleichmässige dichte Punklirung der Oberseite und die Zeichnung
der Flügeldecken sehr ausgezeichnete Art, deren Körperumriss an die kleinere Irirta
erinnert. Die Decken sind auf der Scheibe etwas stärker als Kopf und Thorax, äusserst
dicht punktirt, ohne Spuren grösserer Punkte, der schmal abgesetzte Seitenrand ist kräf-
tig und weniger dicht punktirt. Jede Flügeldecke besitzt 2 ziemlich grosse, blass rötlich
gelbe Makeln, die im Leben metallisch grün sein dürften. Die eine ist quer-oval und
liegt unmittelbar hinter der Basis im ersten Viertel der Länge, reicht nahe an den abge-
setzten Seitenrand und bleuet von der Naht ein Stück entfernt. Die zweite nimmt nicht
ganz die hintere Hälfte ein, ist länger als breit, dreieckig, mit abgerundeten Ecken, stösst
vorn fast an den abgesetzten Rand, entfernt sich nach hinten von demselben und bleibt
von der Naht noch weiter getrennt als von der Spitze. Ihr Innenrand nähert sich hinten
der Naht etwas und ist bei dem einzigen vorhegenden Stücke in der Mitte leicht aus-
gebuchtet. Diese grosse Makel wird, indem sich ein schwarzer Querljogen einschiebt, in
2 Stücke geteilt, das vordere ist ein liogenförmiges Querband von gleicher Breite, mit der
concaven Seite hinten, das andere Stück eine gerundete Makel vor der Spitze (ab. «.).
Später teilt sich das helle Querband und die grosse Basalmakel der Länge nach. Jetzt hat
WEISE, CHRYSOMEI.ID.?? UNI) COC'CIN ELLIDA!. 255
jede Decke 5 gelbe Flecke: 2, 2, 1. Die beiden ersten sind länglich, der innere oval
und näher an die Basis gerückt als der mehr gerundete äussere; sie sind etwa um ihren
Querdurchmesser von einander getrennt und laufen einander ziemlich parallel oder con-
vcrgiren nach hinten. Von den beiden folgenden Flecken, die unmittelbar hinter der
Mitte liegen, ist der äussere quer, mit mehr oder weniger scharfer Inneuecke, der innere
scharf dreieckig, Makel 5 gerundet.
Die Form mit der ausgedehntesten hellen Zeichnung der Flügeldecken nehme ich
als Grundform an, weil sich aus ihr die natürliche Reihe der Abänderungen ergibt; sie
scheint selten zu sein, denn es wurde nur 1 Exemplar auf Cucurbitaceen am oberen
Randes des Regenwaldes des Kilimandjdro in Kiboscho, 3,000 m. hoch im Febr. gefangen,
mit ihr zugleich die Abänderung «. in 7 und die Aberration decastigma in 4 Stücken.
Auch am Meru gelang es im Januar 1906, 3,000 m. hoch, 17 Exemplare, und in
der Meru Niederung am Flusse Ngare na nyuki (Januar) 2 Exemplare zu erbeuten, alle
zu decastigma gehörig, aber von den Kiboscho-Stücken dadurch verschieden, dass die
beiden ersten Flecke parallel zu einander stehen und die beiden folgenden weniger ge-
streckt, daher breiter sind.
Epilachua clirysomelina F.
Syst. Ent. 1775, p. 82. — Muls. Secur. 195. — 18 Exemplare vom Kilimandjaro :
Kibonoto Niederung und Kulturzone, August — October, sowie aus der Meru Niederung,
November, und vom Flusse Ngare na nyuki, Januar, endlich von Mombo in Usamhara,
Juni. — Die ab. reticulata Ol. liegt nur in einem Stücke vom Ngare na nyuki vor. Die
Art ist über ganz Afrika, Südeuropa und das südliche West-Asien bis Indien verbreitet.
Epilaclina GyUenhali Muls.
Spec. 80-i. — aipicola Gerst. Arch. f. Nat. 1871, p. 348; Kolbe, Stuhlm. Ost-
africa IV. 1897, p. 122. — Meru Niederung (April, September, November, December).
Kilimandjaro: Kibonoto Niederung (Januar) und Kulturzone (October). — Mombo in
Usamhara (Juni). 7 Exemplare. Über ganz Ostafrika verbreitet.
Die ab. pecforalis Ws. Deutsch. Zeitschr. 1897, 298, wurde in 12 Exemplaren in
der lleru Niederung im Nov. und Decemb. und die var. ? faseiafa Kolbe 1. c. 122 in
einem Exemplare am Kilimandjaro, Kibonoto, Kulturzone, October, gefangen.
Ob dies Tier eine eigene Art bilden muss, lässt sich nach den bis jetzt bekannten
2 Stücken nicht mit Gewissheit aussprechen, jedenfalls ist es auf den Flügeldecken stärker
als normale Exemplare von (hjllenliali, also viel kräftiger wie capicola punktirt und spar-
samer grau behaart. E. capicola ist mir aus Deutsch- und Britisch-Ostafrika nicht bekannt.
Epilaclina pellex Ws.
Archiv f. Nat. 1900, p. 50. — 7 Exemplare vom Kilimandjaro: Kibonoto, Kultur-
zone, August — November 1905. — Zuerst in Usambara entdeckt.
Epilaclina similis Thunb.
Nov. ins. spec. 1781, p. 271, t. 18, fig. 19. — Muls. Spec. 698. — Ws. Deutsch.
Zeitschr. 1898, p. 108. — Kilimandjaro und Meru. Lebt nach Herrn Prof. Sjöstedt
äf)6 SjÖSTEDtS KILIMANDJARO-ilERÜ EXPEDITION. 7: 12.
in Massen an Gräsern. Sie frisst an einer Seite die Epidermis und das Zellgewebe
weg, so dass die Grasblälter dadurch grosse' weisse Flecke und Striemen bekommen.
Von der typischen Form liegt nur je 1 Exemplar vom Flusspferdsee (März), der Obst-
gartensteppe (März) und vom Leitokitok (Juni) vor; die ab. assimilis Muls. 1. c. p. 699
in 23 Exemplaren vom Kibonolo, KuUurzone, August bis October, vom Meru, Niederung,
October, November, und 3,000 in. hoch, Januar. 72 Exemplare endlich gehören zur
ab. ritticollis Ws., Deutsch. Zeitschr. 1898, p. 108; sie stammen aus der Kibonoto
Niederung und KuUurzone (August — October), der Meru Niederung (Octob., Novemb.),
vom Meru 3,000 m. (Januar) und vom Flusspferdsee (5. März).
Die Art verbreitet sich über das ganze afrikanische Dreieck.
Epiliicluiii merueusi.s n. sp.
Breviter ovalis, sat convexa, fulva, brevissime cinereo-pubescens, pectore abdomi-
neque fuscis, elytris minus crebre punctatis et crebrius punctulatis, fascia basali et ma-
cula ante medium communibus maculisque quatuor in elytro singulo (2, 2) nigris. —
Long. 3 — 3,5 mm.
Der Ep. Godarti Muls. sehr ähnhch, aber von dieser sofort durch die Zeichnung
der Apical-Hälfte der Flügeldecken zu trennen, die stets zwei schwarze punktförmige
Flecke neben einander in einer graden Querreihe besitzt, während sich dort bei Goäarti
nur ein schwarzer Fleck befindet. Die Annahme, dass die 2 Flecke der meruensis durch
eine Teilung des einen Fleckes der Godarti entstanden sein könnten, ist hinfällig, weil
die 6'of/r/ >-//-Makel an derselben Stelle oder wenig weiter nach aussen liegt, wie die innere
Hintermakel von »lernensis, und unter dem Hiesenmateriale, welches ich von beiden
Tieren vergleichen kann, auch kein Übergang zu bemerken ist. Ebenfalls ähnlich ist
E}j. Dahlhomi Muls., hat aber 3 Makeln in der Mittelreihe und eine gemeinschaftliche
Makel hinter der Mitte der Flügeldecken.
Die Flügeldecken sind dicht und sehr fein punktirt, mit weitläufig gestellten grös-
seren Punkten, welche auf dem inneren Drittel kaum zu bemerken sind und nach aussen
an Stärke zunehmen. An der Basis liegt eine gemeinschaftliche schwarze Querbinde
von einer Schulter zur andern. Dieselbe hat in der äusseren Hälfte einen tiefen, bogen-
förmigen Ausschnitt im Hinterrande. Dahinter liegt dicht vor der Mitte eine Querreihe
von 5 schwarzen Makeln, eine davon gemeinschaftlich, die daneben liegende Makel jeder
Decke etwas weiter vorgerückt wie die übrigen. Hinter der Mitte stehen 2 schwarze
Flecke in grader Querhiiie und ziemlich genau hinter den beiden vorderen Makeln. Die
Bauchlinien bilden einen Bogen, der etwas über -/« Länge des ersten Binges hinaus
reicht. Wenn sich die Älakeln 1 und 2 nach vorn strichförmig bis an die Basalbinde
verlängern ist gewöhnlich auch die Naht bis zur Mitte schwarz gesäumt und es
werden dann 2 hell rötlich gelbbraune gerundete Makeln vor der Mitte eingeschlossen
(aber. «.).
Es wurden in der Meru Niederung im November und December, namentlich am
Flusse ngare na iiynki im Januar 237 Exemplare gesammelt.
WEISE, CHKYSOMELID« VNU COCtJlNELLIl)^;. 257
Adonia variegata Ooeze.
ab. corsica Reiche Ann. Fr. 1862, p. 299. — 1 Exemplar in der Meru Niederung
am 26. December gefangen. Bei diesem Stücke ist Makel 2 und 3 an die Längsbinde
angeschlossen.
Adalia sexareata Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1897, p. 298. — 1 Exemplar auf den Bergwiesen am Kiliiiid-
ndjaro: Kiboscho, 3,000 — 3,500 ni. hoch, aus Bli'iten von Lobelid Deckeni geklopft.
Lioadalia intermedia I'eotch.
Revis. 1874, p. 103. — KUimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, März und Mai;
Obstgartensteppe, JMärz; Leitokitok, Juni. — Unterscheidet sich von den iibrigen Arten
durch den gerundeten Körperbau und stark entwickelte Schulterecken; ich habe sie des-
halb für eine Ci/donüi gehalten und das 5 Cyd. grafiosa genannt. Schon früher ist die
Art von Reiche als eine Varietät von Adalia ßavomacidafa Deg. beschrieben und abge-
bildet worden. Da die Bauchlinien einen vollständigen Bogen bilden, ist die Stellung zu
Adalia wohl die richtige. Die Synonymie stellt sich folgendermassen :
Lioadalia intermedia Crotch, Revis. 1874, p. 103, (f, Abyssinia.
flavomavulata var. Reiche, Voy. Galin. 1850, p. 410, t. 26, fig. 3, o^.
gratiosa Ws., Deutsch. Z. 1905, p. 50, 9, Deutsch Ostafrika.
Tliea iinbecilla Gerst.
Archiv f. Nating. 1871, p. 345; Gliederthierf. Sansib. Decken 1873, p. 293. —
KUimandjaro: Kibonoto Niederung, 7. Januar, 1 Exemplar.
Dasselbe ist 3,7 mm. lang, der TJiea variegata im Körperbau und der Zeichnung
der Flügeldecken sehr ähnlich, aber der Thorax ungefleckt und die zweite Querreihe
schwarzer Älakeln auf den Fliigeldecken, die aus 3 Flecken besteht, bleibt vom Seiten-
rande weit entfernt, und ihre beiden äusseren, zu einem nach hinten offenen Querbogen
vereinten Älakeln 4 und 5 liegen schräg, von vorn nach hinten und innen gerichtet,
und sind weiter vorgerückt als Makel 3 an der Naht. Die beiden Makeln an der Basis
und die vier vor der Spitze stimmen in der Lage mit denen der verglichenen Art ziem-
lich überein, nur ist Makel 2 mehr nach innen gerückt.
Ausser dem vorliegenden Stücke habe ich nur noch eins von Durban gesehen.
Tliea blanda Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1897, p. 298. — 34 Exemplare. Ivilimandjaro: Kibonoto Nie-
derung, Januar, und Kulturzoue, August — November; Mera Niederung am Flusse Ngare
na nyuki und 3,000 m. hoch, Januar; Flusspferdsee, März. Das Tier wurde zuerst von
Paul Weise bei Iwai in Usambara gefunden.
Cydonia Inuata F.
Syst. Ent. 1775, p. 86. — Muls. Spec. p. 431. — Ws. Deutsch. Zeitschr. 1898,
p. 116. — Von dieser in Afrika gemeinsten Art wurden 63 Exemplare in der Niederung
Sjöstedts KilimaniljaroMeru Ejcpediiion. 7. ■ 33
258 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
und Kulturzone des Kibonoto, der Meru Niederung, am Flusse Ngare na nyuki und am
Natronsee während des ganzen Jahres hindurch gesammelt; die ab. vulpina F., Supplem.
Ent. Syst. 1798, p. 80, wurde in 5 Exemplaren im Juni bei Mombo und Tanga in
Usamhara beobachtet.
Cydonia sigüaticollis Ws.
Ann. Belg. 1898, p. 196. — 35 Exemplare vom Ki'limandjaro : der Kibonoto Nie-
derung und Kulturzone (April, Mai, September, October, November). Sonst noch in
Usambara und Britisch Ostafrika angetroffen.
Cydonia aurora Geest.
Archiv f. Nat. 1871, p. 345. Gliederthierf. Sansibar 1873, p. 249, t. 13, fig. 3.
— Eine der prächtigsten Coccinellen, die auf den Meru und Kilimandjaro und seine Vor-
berge in Usambara beschränkt zu sein scheint. Es wurden 63 Exemplare im April und
Mai, sowie von August bis Januar in der Niederung und Kulturzone des Kilimandjaro,
Kibonoto, desgleichen am Meru in der Niederung und bis 3,000 m. Höhe gesammelt.
Alesia striata F.
Ent. Syst. I. 1. 1792, p. 269. — MuLS. Spec. p. 354. — 40 Exemplare. Kilima-
ndjaro: Kibonoto Niederung und Kulturzone (Aprilund Mai), Obstgartensteppe (December);
Merii, Niederung (November, Januar). Über Mittel- und Südafrika verbreitet.
Alesia kibouoteusis n. sp.
Subhemisphaerica, flava, nitida, prothorace aut immaculato, aut brunneo, vel nigro-
signato, elytris vitta media utrinque abbreviata limboque suturaü et laterali nigris, sin-
gulo vittis duabus rubris. — Long. 4,7 — 5 mm.
ab. a. perfecta: Vitta media elytrorum basin attingente, prothorace ad extremum
nigro, punctis quatuor limboque apicali et laterali flavis.
ab. ß. Ut in «, sed punctis flavis deficientibus.
ab. ly. inornata: Elytris flavo-albidis, margine laterali nigro.
Der vorigen Art äusserst ähnlich, kleiner, kürzer gebaut, und durch die schwarze
Längsbinde der Flügeldecken, welche gradlinig verläuft, also weder geschwungen, noch
auf der Schulter erweitert ist, meiner Meinung, nach specifisch verschieden. Der Thorax
ist anfangs hell gelb, höchstens mit einigen leicht gebräunten Stellen, aus denen sich
später zwei braune Punkte in der Mitte der Scheibe, ein Strich vor dem Schildchen und
ein feiner, jederseits zweispitziger Basalsaum entwickeln. Dieser Saum verbreitert sich
in der Folge etw^as und wird schwarz. Die schwarze Längsl^inde der Flügeldecken ist
ziemlich lireit, an der Basis etwas, hinten weiter abgekürzt, jederseits von einer gelben
Linie eingefasst, an die sich eine breite rote Längsbinde anschliesst.
In der ab. perfeeta dehnt sich die schwarze Binde bis an die Basis aus, anfangs
als dreieckige, feine Spitze, dann in ganzer Breite; der Thorax ist wie bei der typischen
Form gefärbt, oder wird viel dunkler: die beiden Punkte in der Mitte werden schwarz,
vergrössern sich, fliessen zu einer Querbinde zusammen und verbinden sich mit den 5
WEISK, CHRYSOMELID« UND COCCINELLID«. 259
Spitzen des Basalsaumes. Es bleibt nun ein massig breiter Saum am Vorder- und Sei-
tenrande nebst i punktförmigen JMakeln in einer Querreihe vor der Basis gelb. Von
diesen Makeln verschwinden zunächst die seitliche, endlich alle vier (ali. ß). Die Unter-
seite und Beine sind hell rötlich gelbbraun, ähnlich wie in Ales, striata, Hinterbrust
und Bauch schwarz, letzterer noch oft rötlich gerandet. Später wird auch das Proster-
num schwarz und ein Teil der Hinterschenkel dunkel.
Die hellste Form »/. gewährt einen sehr abweichenden Eindruck; sie ist fast immer
kleiner als die vollkommen gezeichnete, unten einfarbig bräunlich gelb, oben gelblich
weiss, die beiden Punkte in der Mitte des Thorax und der Strich vor dem Schildchen
meist bräunlich, verloschen angedeutet, selten der Hinterrand fein schwärzlich gesäumt,
der Seitenrand der Fliigeldecken tief schwarz, bisw^eilen auch die Nahtkante angedunkelt.
Von der typischen Form wurden in der Niederung und Kulturzone am Kilima-
ndjaro, Kibonoto, in der Meru Niederung und am Natronsee vom 20. September
bis 30. December, sowie im März in der Obstgartensteppe 93 Exemplare erbeutet; die
aber, perfecta liegt von denselben Fundorten und vom Ngare na nyuki, Januar, in 100
Stücken, und die ab. inornata in 63 Exemplaren vor.
Alesia inchisa Muls.
Spec. p. 349. — In Ostafrika von Abyssinien bis zum Caplande verbreitet. Von
der Stammform, bei der sich der schwarze Saum am Seitenrande der Flügeldecken hin-
ten ganz allmählich bis in die Nahtecke verengt wurden 33 Exemplare am Kilma-
ndjaro in der Kibonoto Niederung und Kulturzone während des Jahres (ausgenommen
Februar, Mai, Juni und Juli) gefangen. Diese Art ändert ab:
ab. a. ajncalis: Der Bandsaum der Flügeldecken verengt sich zunächst plötzlich
ein Stück vor der Spitze und zieht dann sehr schmal bis in die Nahtecke; später er-
weitert er sich vor der verengten Stelle makelförmig und erreicht zuletzt die schwarze
Scheibenbinde. Jetzt ist in der Spitze eine helle Makel abgetrennt, welche etwas breiter
als lang ist. An denselben Fundorten, wie die Stammform, ausserdem noch in der Meru
Niederung (December). 19 Exemplare.
ab. ß. dorsaUs: Von der schwarzen Längsbinde der Flügeldecken zweigt sich in
ungefähr '/s der Länge ein Ast ab, der den Nahtsaum wenig vor der Mitte erreicht.
Der Seitensaum ist in der Hegel wie in der ab. «. 14 Exemplare aus der Kulturzone
des Küimandjaro bei Kibonoto (October — December) und der Meru Niederung (December).
Mir noch von Schoa bekannt.
ab. ij. torquata Muls. Spec. 3-44. — Flügeldecken weiss, mit einer bräunlichen
oder gelben Beimischung, Naht und Seitenrand tief schwarz gesäumt. — 5 Exemplare vom
Natronsee, 3. October, aus der Kibonoto Niederung, 2. October, und der Kulturzone,
August und 29. October. Der Thorax ist bei diesen Stücken normal gezeichnet, also
etwas dunkler gefärbt wie bei den von Mulsant beschriebenen; bei einem Exemplare
schimmert der Schulterhaken, bei einem anderen die ganze Längsbinde der Flügeldecken
sehr verloschen durch.
oßo sjÖstedts kilimandjaro-Meru expekition. 7: 12.
Alesia amoenula Gerst.
Archiv f. Naturg. 1871, p. 346; Gliederthierf. Sans. 1873, p. 295. — 2 Exem-
plare von Älombo in Usamhara, Juni.
Alesia trilineata u. sp.
Ovalis, convexiuscula, pallide lutea, pectore abdomineque nigris, prothorace lineolis
Iribus basalibus punctisque quatuor fuscis vel nigris, elytris sutura lineaque media longi-
ludinali antice parum liamata nigris, praeterea lineis duabus rufescentibus. — Long.
3,8 — 4,2 mm.
Am nächsten mit A. frivittafa Reiche verwandt, aber viel kleiner, heller gefärbt
und abweichend gezeichnet. Eiförmig, nur massig gewöll)t, hell lehmgellj, Mittel- und
Hinterbrust, mit Ausnahme der Epimeren, sowie der Bauch schwarz. Thorax dicht und
fein punktulirt, an der Basis drei kurze Längslinien, sowie vier punktförmige Makeln in
einer Querreihe in der Mitte leicht gebräunt bis schwärzhch; der Strich vor dem Schild-
chen oft undeutlich. Flügeldecken in den Schultern kaum l)reiter als der Thorax, sodann
bis zur jMitte in leichter Rundung erweitert, dahinter ähnlich verengt und an der Spitze
schmal abgerundet, wenig stärker und weitläufiger wie der Thorax punktirt und in den
Zwischenräumen etwas deutlicher gewirkt, mit einem feinen schwarzen Nahtsaume und
einer ähnlichen Längshnie in der Alitte der Scheibe. Diese Linie ist ähnhch, aber leich-
ter gebogen wie in sfriafa und auf der Schulterbeule in der Regel erweitert dreieckig
oder leicht und undeutlich hakenförmig; hinten ist sie abgekürzt und berührt die Naht
nicht. Bei gut gehaltenen Stücken bemerkt man auf jeder Decke noch 2 rötliche Längs-
linien, eine jederseits der schwarzen Mittellinie, ähnlich wie bei typischen Stücken von
striata F. Die äussere beginnt ebenfalls auf der Schulter, die innere ist der Naht parallel
und vorn erweitert. — 23 Exemplare vom KiUmandjaro: Kibonoto Niederung und Kultur-
zone, sowie aus der Meru Niederung vom September bis December.
Autotela picticoUis Ws.
Taf. 4, fig. 13.
Deutsch Zeitschr. 190O, p. 126. — 1 Exemplar, KiUmandjaro .- Leitokitok.
Exochoinus Sjöstedti u. sp.
Hemisphaericus, subtus fulvus, pectore segmentoque primo abdominali nigris, supra
nigra vix aeneo-micans, suljtilissime alutaceus et obsoletissime punctulatus, laleribus pro-
thoracis et in mare etiam capite fulvis, elytris supra marginem lateralem subtiliter, sed
evidenter punctatis. — Long 3,8 — 5 mm.
Dem Ex. flavipes Thunb. ähnlich gefärbt, aber in folgenden beiden Punkten wesent-
lich abweichend: Die Flügeldecken fallen in einer Flucht bis an die feine Kante des
Seitenrandes ab \ besitzen hier also keine Spur eines schräg abfallenden (bei Kohlschüt-
' Einen älmlifhpn Rand clor Flügeldecken hat Ex. Tellimi Ws. aus Erythr^a, aber über demselben
keine stärkeren Punkte. Diese Art ist viel kleiner und an den Seiten des Thorax oder auf der ganzen
(Jberseite fein behaart.
WEI8E, CHRYSOMELiD^ UND COCCINEI.LID^. gßl
teri Ws.i, noch ausgebreiteten (bei lacvhiscnhi.s Ws. von Äfadagasl^ar), oder noch schwacli
wulstig verdickten Längsstreifens, wie ihn flaripes zeigt; dafür ist ein Streifen über dem
Seitenrande fein, doch deutlich punktirt, während die Scheibe äusserst zart gewirkt und
sehr verloschen punktulirt ist, so dass sie einen schwachen seidenartigen Glanz erhält.
Die Unterseite ist rötlich gelb, das Mesosternuni, die Hinterbrust (ohne die Seiten-
stücke) und die Mitte des ersten Bauchringes sind schwarz, beim $ auch gewöhnlich das
Prosternum. Oberseile schwarz, namentlich auf den Flügeldecken mit einem kaum deut-
lichen grünen Anfluge, die Seiten des Thorax, nicht ganz das äussere Drittel einnehmend,
sowie beim (f der Kopf, sind ebenfalls rötlich gelb.
Diese Art scheint der Meru Niederung eigentümlich zu sein, denn sie ist mir bis
jetzt von keinem anderen Punkte x\frika's bekannt geworden. Sie wurde dort von Octo-
bcr bis DecemJjer, und am Flusse Ngare na nyuki im Januar in 32 (f und 37 $ ge-
fangen.
Exodiomiis flavipes Thunb.
Ins. Spec. nov. 1781, p. 281. — Muls. Spec. 483. — 3 Exemplare stammen aus
der Meru Niederung (Decemlier) und 1 Exemplar vom Äleru i-n 3,000 — 3,500 m. Höhe.
Über ganz Afrika (ausgenommen Aladagaskar), das südliche Europa und Südwest-Asien
verbreitet.
Exochonuis veutralis Geest.
Archiv f. Naturg. 1871, p. 346; Ghederthierf. Sansibar 1873, p. 298. — Es wur-
den 3 Exemplare am Kilimandjaro in der Kulturzone des Kibonoto im April und August
und 1 Stück in der Mern Niederiuig am Ngare na nyuki im Januar angetroffen.
Exochomus pulchellus Geest,
1. c. p. 346; 1. c. p. 297^. — 27 Exemplare, darunter 7 cf, stammen vom Kilima-
mljaro, aus der Kibonoto Niederung (November, Decemiter) und Kulturzone (^lärz— Mai
und August— November), aus der Meru Niederung (October) und vom Ngare na nyuki
(Januar).
Brniiius trivittatus Ws.
Deutsch. Zeitschr. 1891, p. 80. — 1 Exemplar, im Januar in der Meru Niederung
gefunden.
^ Frülier hatte ii-h mir die folgende Art falsch als pulchellus bestimmt: ExocJiomus viridipennis : 9
Brcviter ovalis, conve.xus, subtu.s rufo-testaceu.s, supra metallic-o-coeriilen-viridis, nitidus, |iunctu!atus, protho-
raoe lateribiis late fulvo. — Long. 3,5 mm. Uganda.
Bedeutenil schlanker gebaut als pulchellus, und durch die lebhaft metallisch bläulicli-griinen Flügel-
decken sehr ausgezeichnet. Der Ivopf unrl das mittlere Drittel des Thorax sind dunkler gefärbt als die
Fliigeldecken, ilandibeln und Taster schwarz, das äussere Drittel des Thorax rotgelb, Unterseite, Fühler und
Beine hell rostrot, Hinterbrust leicht angedunkelt. Die Oberseite ist äusserst zart und nur unter starker
Vergrösserung sichtbar gewirkt, Kopf und Tliorax sind sehr fein punktirt, die Flügeldecken etwas stärker
punktirt, letztere mit etwas grösseren Punkten auf dem ziemlich schmalen, geneigten, abgesetzten Seitenrande.
Das einzige ? mit der Angabe "ITganda" erhielt ich durch Staudinger; ein anderes 9, angeblich
von Keren (Heyne), ist vorn enger und im ganzen schmaler gebaut, auf der Sch-pibo der Flügeldecken
kaum sichtbar punktulirt, IJrust und Bauch grösstenteils schwarz; es di'irfte zu einer anderen Art gehören.
262 SJÖ8TEDTS KILIMANdJäRO-MEKÜ EXPEDITION. 7: 12.
Platyiiii-spis rufipeuuis Geest.
Archiv f. Naturg. 1871, p. 348. Gliedertliierf. Sansibar 1873, p. 306 (Microrhjm-
bns?) — Die Art ist in der Grösse und Farbe der Beine und Unterseite veränderlich,
weshalb ich das einzige, im Januar in der Kulturzone des Kiboiioto gefangene Exem-
plar ($), dessen Färbung durch irgend einen Einfluss verdunkelt zu .sein scheint, noch
dazu rechnen möchte. Die Oberseite ist schwarz, Flügeldecken, mit Ausnahme eines
breiten Seitensaumes, dunkel imd niclit lebhaft rotbraun; Unterseite und Beine schwarz,
Seiten der Mittel- und Hinterbrust, Bauch und Tarsen rostrot.
Gerst.-ecker's Typ auf dem hiesigen Königl. Äluseum hat die vier Hinterschenkel
nicht ''schwarz", sondern nur auf dem Rücken angedunkelt, daher ist meine PI. niß-
pennis, Deutsch. Zeitschr. 1888, p. 93, damit synonym.
Boschalis iiiarg:inalis W«. iiigripes n. var.?
Ann. Belg. 1898, p. 197. — Es wurde am Mern, 3,500 m. hoch, im Januar 1
Exemplar gefangen. Dasselbe ähnelt der nutrginalis ausserordentlich ist aber grösser,
3 mm. lang, und hat nicht nur den Kopf, sondern auch den Thorax und die Beine
einfarbig schwarz, der Bauch ist, wenigstens so weit die letzten Segmente an dem auf-
geklebten Stücke sichtbar sind, ebenfalls schwarz und die Punktirung der Oberseite, be-
sonders des Thorax, merklich feiner. Es dürfte aber trotzdem als Abänderung zu mar-
ginalis gehören, weil ich von dieser ein bei Nguelo (Usambara) von Dr. Kummer gefange-
nes Stück von 2,7 mm. Länge besitze, welches durch seinen schwarzen Thorax und
feinere Punktirung einen Übergang zu liilden scheint.
Hypcraspis usambarica Ws. ,
Ann. Belg. 1898, p. 198. — 2 Exemplare, das eine von Usambara: Kimela, das
andere aus der Kulturzone des Kibonoto, KiUmanäjaro, (November).
Hyperaspis Sjöstedti n. sp.
5 Breviter ovahs, convexiuscula, subtus fulva, postpectore nigricante, supra nigra,
nitida, clypeo apice rufescente, capite prothoraceque dense et subtilissime punctulatis;
hoc limbo laterali albido, elytris limbo laterali albido postice abbreviato. — Long.
3 — 3,5 mm.
Von oben betrachtet, sieht die Art einfarbig tief und sehr glänzend schwarz aus,
denn der weissliche Seitensaum des Thorax und der Flügeldecken ist schmal und wird
von der Wölbung der Seiten verdeckt. Dieser Saum ist am Thorax in der Regel etwas
breiter als an den Flügeldecken und endet auf diesen in etwa Ys Länge; er geht innen
oft in einen feinen roten Rand über und ist vor dem Ende meist schwach erw^eitert.
Ausserdem hat das Kopfschild einen roten, beiderseits allmählich erweiterten Vorderrand,
Mundteile, Fühler und Unterseite sind bräunlich gelb, die Hinterbrust schwärzhch. Die
ganze Oberseite ist dicht und äusserst fein punktirt, aber die Pünktchen der Flügel-
decken sind eine Spur stärker als die des Thorax.
WEISE, CHRYSOMELID« UND COCCINELLIDÄ. 263
Man könnte versucht sein, die vorliegende Art für eine Form der westafrikanischen
pumüa MuLS.' zu halten, bei welcher die drei hellen Scheibenmakeln jeder Decke ver-
schwunden sind, aber pumüa ist kleiner, schlanker gebaut und weniger gewölbt, daher
wird auch der weisslich gell:)e Seitensaum bei der Betrachtung von oben nicht ver-
deckt. — 3 5 in der Meru Niederung am 29. November und 2. December 1905, sowie am
Ngare na nyuki im Januar 1906 gefangen.
Aulis annexa Muls.
Spec. 933. — Ws. Archiv f. Naturg. 1904, p. 60. — Kilimandjaro: Kibonoto
Niederung im September. 2 Exemplare. Über Mittel- und Südafrika verbreitet.
Atilis niitis n. sp.
Nigra, subtiüter brevissimeque cinereo-pubescens, subnitida, capite prothoraceque
dense subtiliter punctulatis, elytris dense punctulatis, singulo limbo laterali postice ab-
breviato macuHsque 4 rufescentibus (1, 2, 1). — Long. 3,8 — 4- mm.
Eine sehr ausgezeichnete Art, die sofort an der schwach glänzenden Oberseite,
dem gleichmässig kurz und fein grau behaarten Thorax und den fein und einfach punk-
tirten Flügeldecken zu erkennen ist, deren rote Makeln wenig hervorstechen, da ihre
Behaarung mit der des schwarzen Grundes gleichfarbig, fein und kurz greis ist. An
den Fühlern sind einige Basalglieder rötlich. Auf jeder Flügeldecke ist ein massig brei-
ter Seitensaum, von der Basis bis hinter die Mitte, nebst 4 Makeln gelblich rot. Makel
1, 3 und 4, neben der Naht, sind gerundet; 1 liegt dicht hinter der Basis, 2 unmittel-
bar hinter der Mitte und 4 vor der Spitze, von der Naht weiter abgerückt als die vor-
hergehenden. Die Makel 3, etwas weiter vorgerückt wie 2, ist quer-viereckig und mit
dem Seitensaume entweder in gleicher Breite verbunden, oder nahe dem Saume verengt,
woraus man schliessen darf, dass sie auch frei sein kann.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, November und December. 2 Exemplare.
Cyrtaiilis apicalis n. sp.
Hemisphaerica, ferrugineo-rufa, capite, thorace, scutello pedibusque nigris, antennis
testaceis apice oreque piceis, prothorace crebre subtiliter, latera versus paullo fortiter
punctato, elytris dense obsoleteque punctatis, apice obscure limbatis. — Long. 3,5 — 4 mm.
ab. «. Elytris limbo laterali, fascia limboque suturali pone medium nigris.
Diese Art hat mit ^-guttata Ws. einen schwachen Längseindruck gemeinsam,
welcher die Scheibe der Flügeldecken von dem breiten Seitenstreifen über den Epipleuren
trennt, aber sie ist durchschnittlich kleiner, noch mehr gerundet, an den Seiten des
' Bei einem pumüa $ meiner Sammlung vom Senegal ist der Kopf weisslich gelb, mit einer feinen,
am Vorderrande welligen schwarzen Querbinde auf dem Scheitel, auch der Vorderrand des Thorax fein
weisslich gesäumt, ilakel 1 der Flügeldecken ist sowohl längs der Basis mit dem Seitensaume, als auch
hinten mit Makel 2 vcrlinmlcn. Miikrl 3, ilic Qnerniakel vor dem lliiitprrniidc, ben'ihrl aussen fast das
Ende des Seitensauines.
26i SJÖSTEUTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 12.
Thorax stärker, auf den Flügeldecken flacher punklirt und die Naht ist vor der Mitte
der Flügeldecken niemals dunkel gefärbt. Letztere sind lebhaft bräunlich rot, dicht und
fein punktirt, mit einem schlecht begrenzten schwärzlichen Saume am Hinterrande.
Dieser Saum ist an der iN'aht verbreitert, er dehnt sich allmählich am Seitenrande bis
in die Schulterecke aus und hat dann eine starke Erweiterung hinter der Mitte, die sich
zuletzt zu einer graden Querbinde verlängert, welche die Naht erreicht und auf dieser
saumförmig bis in die Spitze läuft. Hierdurch ist die Grundfarbe der Flügeldecken hinter
der Mitte auf eine grosse Makel reducirt, die etwas länger als breit ist. Die Fühler sind
rötlich gelbbraun, das erste und die drei letzten Glieder schwärzlich,
3 Exemplare, Küimaiidjdro: Kibonoto Niederung im Octol)er, Kulturzone im August
und in der Meru Niederung am l. December gesammelt.
Rodolia picicollis Wfs.
Deutsch. Zeitschr. 1900, p. 131. — Ilerii Niederung, 2. December, und am Ngare
na nyuki, Januar. 3 Exemplare, eins derselben hat auf jeder Flügeldecke eine breite,
ganz unbestimmt begrenzte schwärzliche Längsbinde, die etwas hinter der Basis beginnt
und die Spitze erreicht.
Ortalia ochracea u. sp.
Breviter ovalis, dilute ochracea, ochraceo-griseo-pubescens, nitidula, elytris crebre
punctulatis. — Long. 4,8 — 5,.'; mm.
Die vorliegende Art ähnelt in der Körperform und iJirer lebhaften, blass ocker-
gelben Farbe der madagassischen O. flaveola Klug ausserordentlich, ^^er sie kann da-
mit nicht identisch sein, denn ihr fehlt der dornförmige Zahn am Hinterrande des zweiten
Bauchringes, der das cf von flaveola auszeichnet. Sie liat ungefähr die Grösse von
Guilleheaui und pallens Muls., ist aber an den Seiten stärker gerundet. Die Oberseite
ist gesättigter gefärbt als die Unterseite, auch ist besonders zu lieachten, dass die Unter-
seite der Flügeldecken ebenfalls ockergelb ist wie in flaveola. während sie in den eben
genannten beiden Arten eine tief scliwarze Farbe besitzt, die später auf den Innenrand
der Epipleuren übergreift, dann diese ganz überzieht und endlich noch einen feinen
Seitensaum der Flügeldecken einnimmt.
Von den afrikanischen Ortalien sind bis jetzt immer nur wenige Stücke und vor-
herrschend cf gefangen worden, ochracea liegt in 2 cf von Älombo, Juni, vor. In meiner
Sammlung steckt je 1 c/ von Delagoa Bay (Heine), Nguelo (Staudinger) und Tanga
(HiNTz). Der Bauch der Männchen hat 8 sichtbare Abschnitte, von denen der 7. in der
Mitte völhg unterbrochen ist, also nur aus einer kurzen, quer dreieckigen Platte jeder-
seits besteht. Das 6. Segment ist in der Mitte noch massig Ijreit und, ähnlich den vor-
hergehenden 2 bis 3 Hingen, quer vertieft.
Ortalia Sjöstedti u. sp.
Elliptica, dilute flavescens, subtiliter griseo-pubescens, elytris flavo-albidis, sal crebre
punctulatis, inferne nigris. — Long. 3,3 — 3,8 mm.
Weise, chuysomelid^ und cocciNELLio.«. 065
In der Färbung der O. argßlacea ÄIuls. ähnlich, aber bedeutend kleiner, auf den
Flügeldecken feiner und weniger dicht punktulirt, ohne dunkle Kante des Seitenrandes.
Unterseite, Fühler und Beine blass rötlich gelbbraun, Kopf, Thorax und Schildchen ähn-
lich, aber noch etwas heller gefärbt, die Flügeldecken gelblich weiss, auf der Unterseite
dagegen, mit Ausnalune der Epipleuren, schwarz. Kopf und Thorax massig dicht und
äusserst fein punktulirt, die Flügeldecken etwas weitläufiger und stärker. Letztere sind
länglich, an den Seiten schwach gerundet. Platten des 7. Bauchringes beim (f sehr
kurz, schmal. — 4: Exemplare aus der Meru Niederung, November, December 1905.
Scymnus Morelleti Muls.
Spec. p. 973. — KUimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, August. 6 Exemplare.
Die falsche Grössenangabe bei jMuls.^xt 1. c. ist so zu verbessern: Long. 1,8 — 2,3 mm.
Larg. 1,4 — 1,6 mm.
Beim 5 ist öfter ein sehr feiner, verloschener Saum am Vorderrande des Thorax,
sowie der vordere Teil des Kopfschildes rötlich, das cf, welches Mulsant offenbar nicht
kannte, hat ausserdem den Kopf und einen nach hinten verengten und die Hinterecken
kaum erreichenden rotgelben Saum am Seitenrande des Thorax. Die Form, bei der der
schwarze Seitensaum der Flügeldecken, der in der Mitte zuweilen nur leicht erweitert
ist, sich vor dem hellen Spitzenrande bis zur Naht verlängert, scheint die vorherrschende
zu sein.
Scymnus kibonotensis n. sp.
Breviter ovalis, convexus, subüliter cinereo-pubescens, niger, nitidus, ore, angulis
anticis prothoracis, ano pedibusque flavo-testaceis, femoribus feminae plus minusve infus-
catis, prothorace elytrisque subtiliter punctulatis, his in singulo macula subtransversa
fulva. — Long. 2 — 2,3 mm. — Älas: Capite limboque laterali prothoracis fulvis.
Breiter gebaut, stärker gewölbt, oberseits bedeutend feiner punktirt und glänzender
als Sc. morosHS Ws.^ aus L^sambara; schwarz, massig dicht und sehr fein und kurz
greis behaart, der Rlund (5), oder der ganze Kopf (cf), ein feiner Saum hinter den
Augen am Thorax (9), oder der ganze Vorderrand nebst einem nach hinten kaum ver-
engten Saume am Seitenrande desselben (cf) rötlich gell). Dieselbe Farbe besitzen die
Beine, der After ($), oder die beiden letzten Bauchsegmente (cT), sowie eine Makel dicht
vor der Älilte jeder Flügeldecke. Diese Makel ist gerundet, breiter als lang und der Naht
bedeutend näher als dem Seitenrande. Beim $ ist der grösste Teil der Sclienkel schwärz-
lich. Thorax und Flügeldecken sind sehr fein punktulirt. — KUimandjaro: 6 Exemplare
aus der Kulturzone des Kibonoto, August, September.
' Das c^ von iiiorofius hat den Kopf und i.'inen l.)is in die ilintereeken stark verengten Saum an den
Seiten de.s Thorax rutlieh sjelh.
SjösteiJts KiUiii<in(lj(iro Mcni Expedition. 7. -. 34
26G
SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 12.
Liste der am Kilimaiidjaio und Meru gefundenen Coccinelliden.
1. Solanophüa vittula \Vs.
2. » Hintzi Ws.
3. » maga Ws.
4. » discreta Ws. n. sp.
ö. » (lentiUs Ws.
6. » vicaria Ws. n. sp.
7. » caUipepla Gebst.
8. » Bennigseni Ws.
9. » Jnhijrinthica Ws.
10. » Sahlhcrgi Muls.
ab. qraphica Ws.
11. » Zetterstedti Muls.
ab. Scolaris Gerst.
ab. dorsafa Ws. u. var.
ab. Glunata Ws.
12. » soluta Ws.
ab. elementaria Ws.
i:-}. » nigricollis Ws.
14. » vuJpecida Reiche.
15. Epilachna 4-oculata Kolbe.
V. major n. var.
16. » tetracyda Geest.
17. » Jnsseptemnotata Mls.
var. usaniharica Ws.
18. » Hauseri Ws.
l*t. » fulvosignata Reiche.
var. polymorpliu Geest.
ab. hihonotensis n. v.
20. » hirta Thunb.
ab. seta Ws. n. v.
var. matronula Ws.
21. » urnbratüis Ws. u. sp.
ab. decastigma Ws. n. v.
22. » chrysomelina F.
ab. retictüata Ol.
23. » GyUenhali Mls.
ab. pectoraUs Ws.
var.? fasciata Kolbe.
24. » j;e/?e.r Ws.
25. » similis Thunb.
ab. assinnlis Muls.
ab. vitticoUis Ws.
26. EpiJachna meruetisis Ws. u. sp.
27. Adonia variegata ab. corsica Reiche.
ab. Orientalis Ws.
28. Adalia sexareata Ws.
29. Lioadalia intermedia Ceotch.
30. Thea imhecilln Geest.
31. » hlanda Ws.
32. Cydonia liinata F.
ab. vulpina F.
33. » signaticoUis Ws.
34. » aurnra Geest.
35. Stictoleis pardalina (teest.
36. Alesia striata F.
37. » hihonotensis n. sp.
ab. perfecta Ws. n. v.
ab. inornata Ws. n. v.
38. » inclusa Muls.
ab. apicalis Ws. n. v.
ab. dorsalis Ws. n. v.
ab. torquata Mls.
39. » amoenula Geeet.
40. » trilineata Ws. n. sp.
41. Autotela picticoUis Ws.
42. Exocliomus Sjöstedti Ws. d. sp.
43. » flavipes Thunb.
44. » ventralis Geest.
45. » pidcliellus Geest.
4(j. Bruynus trivittatus Ws.
47. PJatynaspis rnfipennis Geest.
48. Boschalis marginalis nigripes n. var. '
49. Hyperaspis usambarica Ws.
50. » Sjösfedii Ws. n. sp.
51. Aldis annexa Mls.
52. » mitis Ws. n. sp.
53. Cyrtaulis apicalis Ws. n. sp.
54. Eodolia picicolUs Ws.
55. OrtaJia ochracea Ws. n. sp.
56. » Sjöstedti Ws. n. sp.
57. Scyjmius Morelleti Mls.
58. » hihonotensis Ws. w. ä/*.
März 1908.
7. COLEOPTERA.
13. Cassidae.
Von
FRANZ SP^ffiTH.
Über die im Gebiete der Meru- und Kilimandjaro-Berge vorkommenden Cassiden
wurde bisher eine zusammenfassende Arbeit nicht veröffentHcht. Die Mehrzahl der von
dort bekannt gewordenen Arten wurde von Boheman in seiner grossen Monographie,
zumeist aus Caffraria, ferner von Weise in seiner ersten Arbeit über ostafrikanische
Cassiden (Archiv für Naturgeschichte 1899, I.) beschrieben. Einzelne Arten wurden
ferner von Weise in einigen späteren Arbeiten, von Fairmaire, Dr. Gestro, Chapuis und
von mir publizirt; hiervon kommen als speziell für das Gebiet des Kilimandjaro nach-
gewiesen, jedoch von Professor SjOstedt nicht aufgefunden in Betracht: Aspidomorplui
hiliinana Weise (Archiv für Naturg. 1903, L, p. 220), Aspidomorplia riridida Weise
(1. c. p. 221), beide von Aruscha, ferner Cassida Harnoncoxirti Spaeth (Ann. Soc. Ent.
Belg. 1902, p. 458) vom Kilimandjaro. Zweifellos wird es noch möglich sein, eine An-
zahl der bisher aus Abessynien und Ost-Afrika, insbesonders Usambara beschriebenen
Cassiden auch im Gebiete der Meru- und Kilimandjaroherge nachzuweisen.
Die umfangreiche Ausbeute des Herrn Professor Dr. Yngve Sjöstedt bietet zum
ersten Male die Gelegenheit zu einem systematischen Überblick der Cassidenfauna des
Kilimandjaro. Sie enthält 29 Arten Cassiden (345 Exemplare), die sich auf 10 Genera
verteilen, hiervon sind 5 Arten neu; ferner musste die Gattung Hyhosinota für eine schon
von früher bekannte Art errichtet werden.
Metriopepla iuornata Watekh.
Weise Deutsche Ent. Ztg. 1905, p. 334. — Epistictia iuornata Waterh., Cist. IL,
p. 229 (1877). — Metriopepla lividula Fairm., Bull. Soc. Ent. Belg. 1882, LVII. —
Epistietki 4-maculata Linell, Proc. U. S. N. A. 1895, XVIII., p. 696. — Kilimandjaro,
Kibonoto, Kulturzone, IV., V., IX.; 4 Exempl. — Die von Linell beschriebene Epistictia
4-macidata, welche auf einzelnes, in Jumbene Range nordöstlich vom Kenia von ]\I. Chanler
268 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO MEEU EXPEDITION. 7: 13.
und Leutenant von Höhnel gefangenes Stück aufgestellt worden war, ist zweifellos mit
der vorliegenden Art ident. Fairmaire hat die Art aus Zanzibar beschrieben; ich habe
sie auch von Dar-es-Salam, Abessynien und Lukuledi.
Cassida irrorata Weise.
Archiv für Naturg. 1898, I., p. 221. — Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone,
6. 7. IV.; 2 Expl. — Von Weise aus Dar-es-Salam beschrieben.
Cassida coagulata Boheman.
Monogr., IL, p. 468. — JMombo (Usamhara) IV.; 6 Exempl. — Aus Caffraria nach
Stücken von Wahlberg beschrieben.
Eine kleine Übersichtstabelle der CV/ss?'f/«-Arten aus der Gruppe der coayt(lat(( Bon.
und irrorata Weise habe ich in Ann. Soc. Ent. Belg. 1902, p. 457, gegeben.
Csasida Sjöstedti nov. spec.
Parura convexa, nitida, subtus nigra, vitta basali in sternito 2°, epimeris mesotho-
racis, prosterno, antennarum articulis 7 basalibus testaceis, supra flavotestacea, disco ely-
trorum laete rufo; prothorax transverso-subellipUcus, angulis rotundatis, medio sitis, disco
laevi, maculis utrinque 3, quarum basalis ex 3, lateralis ex 2 confusae; elytra disco sub-
deplanato, minus regulariter striatopunctato, interslitiis laevibus, sutura et maculis 17 nigris;
protecto sat decUvi, non reflexo, ramis duobus apiceque nigris.
cf: ovato-rotundatus, sternito 5° valde remote punctato, nitido. Long.: 7 — 7,5 mm.,
lat. : 5,5 — 6 mm.
$: subovata, sternito 5° apice rugulose creberrime punctato, opaco. Long.: 8,5 — 9 mm.,
lat.: 6,2 — 6,5 mm.
15 Exempl. vom Küimandjaro, Kibonoto, Obstgartensteppe, Niederung — 1,200 m.,
I — IV.; 1 Exempl. 3/<?>*»-Niederung, Ngare na nyuki, I.
Zur Gruppe der Cassida 20-macidata Thunbg. gehörig und hier zwischen dieser
und der Cassida saahelorum Weise stehend.
Glänzend, massig gewölbt, das cf ziemlich gerundet, das $ viel länger und verhältnis-
mässig schlanker. Unterseite schwarz, eine Binde an der Basis des 2. Sternits, die
Aussenränder der übrigen Sternite, die Epimeren des Mesothorax, das Prosternum, meist
auch der Kopfschild, dann die Fühler bis zum 7. oder 8. Gliede gelb; Halsschild, Schild-
chen und Seitendach der Flügeldecken rötUchgelb, die Scheibe der letzleren hellrot, im
Tode allmählig verblassend. Kopfschild dreieckig, die Seiten sehr schräg convergirend,
die Oberfläche mit undeuthchem Eindruck. Halsschild quer-elliptisch mit vollständig ver-
rundeten, in der Mitte gelegenen Ecken, die glatte Oberseite hat 3 schwarze Makeln auf
jeder Seite; hiervon ist die Basalmakel quer, in der inneren Hälfte vorne kreisförmig er-
weitert, aus 3 iMakeln zusammengeflossen, wie ich dies bei Cassida revidsa (Deutsche
Ent. Ztg. 1906, p. 391) ausgeführt habe; von der gegenüberliegenden ist sie durch einen
schmalen, bis zum Schildchen reichenden hellen Streifen getrennt; vor ihr stehen auf
SP^TH, CASSID^. 269
jeder Seite: eine runde Makel innen über dem Kopfe, aussen ein querer, schräg auf das
Vordach fortgesetzter und aus 2 Makeln zusammengeflossener Fleck, ausserdem ist der
Hinterrand des Halsschilds schwarz gesäumt.
Die Flügeldecken sind beim cT massig, beim $ sehr schwach seitlich erweitert, die
Schulterecken treten ziemlich spitz vor, sind aber an ihrer SpKze abgerundet, die Scheibe
ist imr wenig gewölbt, mit feinen in den schwarzen Älakeln oft lieferen, nicht ganz regel-
mässigen Punktreihen, deren breite Zwischenräume glatt sind; das Seitendach ist glatt,
^ ziemlich geneigt (etwa in einem Winkel von -iö"), sein Rand nicht aufgebogen.
Die Nalit, zwei Aste auf dem Seitendach und 17 zum Teil zusammenfliessende
Punkte auf der Scheibe sind schwarz: 1 unter und ausserhalb der Schulterbeule, 2 auf
ihr, 3 neben dem Schildchen, stets mit der gegenüberliegenden und der Naht verbunden,
i vor der Mitte neben dem Aussenrand der Scheibe, quer, aus zweien zusammengeflossen,
5 an der Naht, gemeinsam; dann wieder in 2 Querreihen: 6 und 7, 8 und 9; u. zw.:
6 neben dem Seitendach mit der hinteren Randmakel desselben zusammenfliessend, 7
quer unregelmässig, stets mit der Naht und der gegenüberliegenden zu einer kreuzförmigen
Zeichnung vereinigt, oft auch mit G eine Querbinde bildend, 8 und 9 rund, vor der
Spitze. Von den Randäslen steht der vordere ganz an der Schulterecke.
Beim 5 ist das 5. Sternit am Ende dicht körnig runzelig punktirt, während beim
cf sich daselbst nur einige Punkte zeigen.
Cassida Sjöstedti ist von Cassicla suahelorum Weise durch weniger gewölbte, an
den Seiten schwächer gerundete Gestalt, dichter gestellte und meist stärkere Punktreihen
auf den Flügeldecken, das gefleckte Vordach des Halsschildes, von Cassida 20-maeidata
Thbg. durch geringere Grösse, das nicht aufgebogene Vor- und Seitendach, dunkle Unter-
seite, andere Zeiclmung, von Cassida (jaUarum Sp.eth ebenfalls durch die Färbung der
Unterseite, den Basalast, die Zahl der Halsschildmakeln, den über den Kopf nicht vor-
gezogenen Vorderrand des Halsschildes, weniger vorgezogene, stärker verrundete Schulter-
ecken verschieden; ausserdem weicht sie von allen diesen und verwandten Arten —
ausser Cassida fugai Sp.eth, die aber wegen ihrer oblongen Körperform und ihres kurzen
queren Halsschildes weit verschieden ist — durch die ganz schwarze Naht und die kreuz-
förmige Zeichnung auf dem Rücken ab.
In der Deutschen entomologischen Zeitschrift 1906 habe ich, p. 397, eine Übersicht
der zu dieser Gruppe gehörigen, mit Cassida äO-ntaeulata Thbg. verwandten Arten gegeben.
Cassida Sjöstedti wäre in folgender Weise in dieser Tabelle nachzutragen:
12. Flügeldecken mit schwarzer Naht, C. Sjöstedti;
12 a. — ohne vollständig schwarze Naht, 13.
13. ) Unterschied wie in der Tabefle !>12>.
13 a. /zwischen C. suahelorum und C gaUarum.
Cassida (Odoutionj'clia) kilimana uov. spec.
Breviter ovalis-rotundata, convexiuscula, subopaca, viridis, subtus. flava; prothorax
transverso-ellipticus angulis rotundatis, disco minus crebre obsolete punctato, protecto vix
270 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 13.
hyaline; elytra basi vix retusa, haud gibbosa, crebre, sat profunde, minus regulariter
striato-punctata, interstitio 2° subelevato, protecto lato, sat deflexo, ruguloso-punctato.
Long.: 5 — 5,5 mm., lat. : 4 — 4,7 mm.
Kümancljaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300—1,900 m., 111., X. 2 Exemplare.
Oberseits matt, einfarbig grün, im Tode verbleichend, unten glänzend weissgelb.
Stirne glänzend, glatt, nach der Fühlerwurzel verengt, ohne Eindrücke oder Stirnlinien.
Fühler ziemlich gestreckt, bis zu den Hinterwinkeln des Halsschildes reichend, das 2. Glied
wesentlich kürzer als die einschliessenden, die Endglieder nur sehr wenig dicker als die
inneren. Halsschild quer-elliptisch, nicht ganz doppelt so breit als lang, sein Vorderrand
in weitem Bogen gerundet, der Hinterrand neben dem lireiten Mittellappen zuerst fast
gerade, von den Schulterbeulen an schräg, aber ohne Bildung einer Ecke vorgezogen bis
zu den sehr stumpfwinkeligen, an der Spitze leicht abgerundeten in der Längsmitte des
Halsschildes gelegenen Ecken; die Scheibe ist kaum merkbar vom Vordach abgesetzt,
zerstreut und verloschen, aber ziemlich grob punklirt; das Vordach ebenso punktirt, sein
äusserster Saum hautartig durchscheinend, sehr fein aufgeflogen. Die Flügeldecken sind
an der Basis ziemlich tief ausgeschnitten, wenig breiter als der Halsschild; hinter den
vorgezogenen, spitzwinkeligen, aber nicht sehr scharfen Schulterecken erweitern sich die
Seiten bis nahe der JMitte ziemlich stark, worauf sie sich stärkei» als nach vorne, im
Bogen zur Spitze verengen; die Scheibe ist hochgewölbt, sehr stumpf und schwach ge-
höckert, das Basaldreieck kaum eingedrückt, die Profillinie nach vorne gerade, nach rück-
wärts sehr schwach konvex; nach den Seiten fällt die Scheibe stärker als nach rück-
wärts ab; sie ist mit groben, tiefen Punkten, deren Zwischenräume viel kleiner als die
Punkte sind, besetzt; neben der Naht und am Aussenrande stehen die Punkte in Streifen;
der 2. Zwischenraum ist am Höcker mit der Naht durch eine breite Schwiele verbunden
und von dieser an stärker erhaben; ebenso ist der 4. Zwischenraum hinter der Mitte
etwas höher; neben der früher erwähnten Querschwiele ist aussen eine sehr seichte
Grube, in der die Punkte verworrener sind; der letzte und der vorletzte Punktstreif sind
viel gröber, tiefer und regelmässiger. Das Vordach ist feiner wie die Scheibe runzelig
punktirt, aussen fein gerandet. Die Klauen haben an der Basis eine zahnförmig vor-
springende Ecke; sie überragen die sehr schmalen und langen Lappen des 3. Tarsen-
gliedes.
Die neue Art dürfte ihre nächste Verwandte in der mir nicht bekannten Cassida
sHhlcsta Weise (Archiv für Naturg. 1904, I., p. 173) aus Hohenfriedberg in Usambara
haben; sie scheint sich von ihr durch geringe Wölbung, stärker verbreiterte Flügeldecken,
welche nach aussen stärker als nach hinten al^fallen, weniger regelmässige Punktstreifen,
anderen Umriss und bedeutendere Grösse zu unterscheiden.
Im Aussehen erinnert Cassida lilimana an die liekannte Cassida dorsovittata BoH.
(Mon. IL, p. 395), von der sie durch den Klauenzahn, bedeutendere Grösse, runzelig
punktirten Halsschild, höher gehöckerte, weniger regelmässig punktirte Flügeldecken mit
schmäleren, teilweise erhöhten Zwischenstreifen und stärker vorgezogene Schulterecken
verschieden ist,
SPiETH, CASSIDJE. 271
Cassida (Odontloujcha) iiioniata uov. spec.
Breviter ovata, convexa, haud nitida, subtus nigra, abdomine late flavomarginato,
pedibus, antennis, bis apice excepto, flavis, supra dilute viridis; prothorax transversim
subellipticiis confertim alutaceus, angulis rotundatis, medio silis; elylra subtruncata, humeris
vix prominulis angulatis, lateribus haud ampliaüs, disco crebre vage poslice obsoletius
punctalo, iirotecto sal deflexo postice valde attenuato, mullo profundius et grossius
punctato.
Long.: 4,2 mm., lat. : 3,3 mm.
Kilimandjaro: Kibonolo, 1,000—1,300 m., XL, 1 Expl.
Ganz vom Aussehen einer winzigen Verkleinerung unserer bekannten Cassida
viridis L. Kopf, Prosternura, Brust und Hinterleib, letzterer mit Ausnahme eines breiten
Seitenrandes, schwarz, glänzend, Beine gelb, die Tarsen gri^in, Fühler gelb, vom 8. Gliede
an schwarz, die Oberseite einfarbig lichtgrün, im Tode teilweise verbleichend, matt. Kopf-
schild verhältnismässig breit, kaum Y4 länger als breit, eben, fein schagriniert mit zer-
streuten tieferen Punkten; die feinen Stirnlinien vereinigen sieh bogenförmig vor der
Fühlerwurzel. An den Fühlern ist das 3. Glied kürzer und dünner als das massig verdickte,
etwas gestreckte 2., die letzten vier Glieder sind stark verdickt, doppelt so dick als die Basal-
glieder, weiss behaart. — Halsschild quer-elliptisch, doppelt so l)reit als lang, der Vorder-
rand ist etwas stärker gerundet als der Hinterrand, die Ecken sind breit verrundet, die
grösste Breite liegt in der Längsraitte; die Scheibe ist dicht schagriniert, matt, mit äusserst
feinen zerstreuten Pünktchen, in denen man bei sehr starker Vergrösserung kleine Kar-
dien wahrnimmt; das Vordach ist von der Scheibe nicht abgesetzt, wie diese skulptierl,
am Bande glasartig durchscheinend. — Flügeldecken an der Basis um y^ breiter als der
Halsschild, fast abgestutzt, die scharfen schwach spitzwinkligen Schulterecken kaum vor-
gezogen, die Seiten sehr wenig erweitert, in der Mitte am breitesten, die Spitze breit ver-
rundet, die Scheibe leicht gewölbt, das Basaldreieck flach ansteigend, an den Seiten und
hinten nur undeutlich begrenzt, die Profillinie ohne Andeutung eines Höckers oben im
Winkel sehr stumpf gebrochen, vorne gerade, hinten konvex; die Scheibe sehr dicht,
vorne tiefer und gröber, hinten viel feiner und verloschen punktirt mit kurzen, feinen
mikroskopischen Härchen in den Punkten, die Punkte im vorderen Teil neben der Naht
gereiht, sonst ganz verworren, hinter der Längsmitte ist in der Quermitte jeder Scheibe
eine kurze Längsrippe angedeutet; das Seitendach ist durch eine von zwei Punktreihen,
die vorne deutlicher und tiefer sind und weiter von einander stehen, begrenzte seichte
Furche, von der Scheibe abgesetzt, vorne lireit, hinten sehr schmal, stark geneigt, ziem-
lich grob und tief, viel stärker als die Scheibe punktirt, aussen sehr fein gerandet. — •
Prosternum l^reit und flach, Klauen mit kleinem rechtwinklig vorspringendem Basalzahn.
Der Cassida Utigiosa Bon. zunächst verwandt, aber kleiner, von stärker gerunde-
tem Umriss, hinten weniger zugespitzt, viel weniger gewölbt, mit weniger steilem Seiten-
dach, schmälerem, an den Seiten mehr verrundeten Halsschild, viel weniger vorgezogenen
fast rechteckigen Schulterecken, dichter, besonders gegen die Spitze feiner und verlosche-
ner punktirten Flügeldecken und verhältnismässig gröber punktirtem Seitendach.
2"2 SJÖSTEDTS KILlMANDJARO-MERt EXPEDITION. 7: 13.
Ähnlich ist auch die abessynische Cassida puhernla Chapuis, welche zwar vom
Autor (Ann. ÄIus. Civ. Genova 1879) als CMrida beschrieben wurde, der kurzen Fühler
wegen zur Gattung Cassida (Odontionycha) gestellt werden muss. Durch die Güte des
Herrn Direktor Dr. Gestro konnte ich die Type des Äluseum zu Genua vergleichen.
Cassida pnherida ist wesentlich grösser (5 mm.), einfarbig gelb (im Leben grün), mit
hellbräunlicher Färbung der Unterseiten-Mitte, des Kopfes und der Fühlerspitze. An den
Fühlern sind 5 Endglieder verdickt, liiervon die 3 letzten sehr stark, das 8. weniger,
aber noch viel mehr als das gestreckte 7; das 8. — 10. Glied sind kürzer als dick, das
3. ist kürzer als das 2.; der Kopfschild ist breit, glänzend und bis auf einige einge-
stochene Punkte glatt; die Stirnlinien sind sehr fein und treffen in Spitzbogen an der
Fühlerwurzel zusammen. Der Halsschild ist kaum um die Hälfte l)reiter als lang, ellip-
tisch mit sehr breit verrundeten Ecken, die Schulterecken sind stark vorgezogen, recht-
winklig, nicht sehr scharf; das Basaldreieck ist deutlich eingedrückt, an den Seiten hinten
durch eine gut erkennbare Kante begrenzt, die ProfiUinie lässt im Gegensatze zu C inor-
nata und litifjiosa einen Höcker erkennen; sie fällt nach vorne steiler, äusserst schwach
gebuchtet ab, ist oben in deutlichem Winkel gebrochen, hinten anfangs gerade, vor der
Spitze konvex. Neben dem Höcker ist eine kleine Grube, schräg von ihr nach hinten
und aussen eine zweite grössere, aber seichtere, letztere von der auch bei C. inornata M.
erwähnten kurzen Längsrippe begrenzt; diese Rippe entspricht dem 4. Zwischenräume;
eine längere solche Rippe, aber noch schwächer ist auf dem 2. Zwischenraum erkennbar.
Zwischen ihr und der Naht stehen die Punkte gereiht, sonst wirr; sie sind gröber und
tiefer als bei C. ■inornata und fliessen hinten vielfach zusammen; in den Punkten stehen
mikroskopische, kurze weisse Haare. Das steile Seitendach ist von der Scheute durch
eine Furche getrennt, welche nächst der Schulterbeule von einem durch 2 Punktreihen
eingefassten breiteren Zwischenraum, hinten aber von einer wenig regelmässigen Punkt-
reihe erzeugt wird ; es ist gröber als die Scheibe punktiert und hat eine feine Randlinie.
Der stumpfe Basalzahn an den Klauen ist massig gross, rechteckig.
Hypocassida passaria Weise.
Deutsche Eni. Zeitschrift 1900, p. 215.
Küimandjaro: Kibonoto, 1,300 — 1,900 m., XL, 9 Ex. Jl/i^r^-Niederung, I., 5 Ex.
Usamhara: Momlio, VI., 2 Ex.
Vom Autor aus Mombo beschrieben; von Dr. Eir.itELRArM in Amaui aufgefunden;
anscheinend auf das a^quatoriale Ost-Afrika beschränkt.
Hypocassida gibbosa (Gestro).
Pafrisma cjihbosa Gestro Ann. Mus. Civ. Genova 1895, p. 470. — ITypocassida
gibbosa Weise Arch. für Naturg. 1903, L, p. 224 und 1904, L, p. 57.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, t2/IV., 1 Ex.
Vom Autor von Arussi — Galla — Somali beschrieben; von Weise aus Hohenfriedberg
in Wesl-Usambara nachgewiesen; sonstige Fundorte wurden bisher nicht bekannt.
SP^TH, CASSIDiE. 273
Von ck'i' in Südost-Afrika ((iap, Nalal, Transvaal) cinheimisciien Hijpocassühi f/ibhi-
pennis F. ist //. (jibbosa durch helle Schenkelbasis und vorne viel steiler abfallenden
Höcker verschieden.
Weise hat eine Übersicht der afrikanischen nijpocassida-kÜQX\ 1. c. 1903 gegeben.
Casfsida (Odontionyclia) infirma Boh.
Modice convexa, pube albida oijsita, marginibus ciliatis, elytris sat dense minus
profunde punctatoslriatis, interstitiis angustis, convexis, uniseriatim setosis, secundo ele-
vato postice incrassato, pedibus flavis, antennis apice parum crassioribus testaceis.
A. Cassida infirma (forma typica).
Ovato-rotundata, subnitida, sordide testacea, vitta fusca ab huraero orta, pone me-
dium in maculas effusa, interslitio secundo bimaculato, corpore nigro-piceo, abdomine
testaceo-marginato, prothorace sublaevi.
Long. 1,5 mm., lat. 3,8 mm.
BoHEMAN, Älon. IV. 359.
Mus. Holm.: Port Natal.
B. Casshla infirma sefosa.
Ovalis, subparallela, magis nitida, flavotestacea, corpore subtus nigro, flavomargi-
nato, prothorace obsolete rugulose punctato, elytris interslitio secundo pone medium bi-
maculato.
Chirida sctosa Chapuis, Ann. Mus. Civ. Genova 1879, 26; Mus. Genuense: Abes-
synia: Adua, Erythrea: Cheren.
C. Cassida infirma pilifera.
Breviter-ovata, latior, lateribus quamquam minime tamen magis rotundatis.
var. «. flavotestacea unicolor.
Cassida pilifera Weise, Archiv f. Naturg., 1899, I. 2M.
Weise: Mombo, (Usambara).
KiUmandjaro : Kibonoto Niederung 1,000 — 1,900 m. 4 Ex. — Ji6'r?«-Niederung.
6 Exempl.
var. ß- flavotestacea, corpore subtus nigro vel nigropiceo, flavomarginato.
KiUmandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300 — 1,900 m. 5 Exempl.
J/ent-Niederung : 4 Exempl.; 3,000 m.: 1 Exempl.
var. y. corpore flavo, elytris flavotestaceis, vitta picea longitudinali ab humero
orta usque in medium disci extensa, maculisque paucis prope apicem.
Kiliniaiidjaro: Kibonoto Niederung, 2. I. 1 Ex. — 3Ierii-Niedenmg, 29. XI — 1. XII.
3 Exempl.
var. d. disco elytrorum basiexcepta, ramo basali maculaque obsoleta pone medium
protecti nigropiceis, corpore nigro, flavomarginato.
Cassida infirma var hirsutida nov. var.
Kilimandj<tr<): Kibonoto, Niederung, 2 Exempl. 2. I.; Kulturzone, 18. IV. 1 Exempl.
Sjöstedts Kilimanäjaro-Mcru Exjicdition, 7. " 35
274 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO MEEU EXPEDITION. 7: 13.
Die in Körperform, Färbung, Zeichnung und Skulptur der Oberseite sehr variie-
rende Art ist an dem grossen, rechteckigen Klauenzahn, den reihenweise abstehend
liehaarten Zwischenräumen der Punkstreifen der Flügeldecken, den mit abstehenden fei-
nen Börstchen besetzten Aussenrändern des Körpers, endlich an der Bildung des 2. Zwi-
schenraumes in allen Formen zu erkennen; dieser ist in seinem ganzen Verlaufe etwas
höher erhaben als die anderen, hinter der Mitte ein kurzes Stück hindurch verdickt und
schwach beulig aufgetrieben, hiedurch hier mehr glänzend, diese schmale glänzende Beule
ist heller gelb als die Umgebung, vorn und hinten von einem dunkler gefärbten Flecke
begrenzt; nur in sehr seltenen Fällen mangeln diese Flecke oder wird auch die beulige
Stelle dunkel.
Cassida infirma Bon. deren Type aus dem Stockholmer Äluseum mir vorliegt, aus
Port-Natal, ist vom Autor in die Gruppe seiner Cassiden "pone basin distincte gibbosis
elytris" gestellt worden, wo sie nicht leicht jemand suchen wird, da ein eigentlicher Höc-
ker überhaupt nicht vorhanden ist und der Bruch der Profillinie an der Höckerstelle weit
aus weniger stark, als bei vielen von Boheman unter die Arten ijiit ebenen Flügeldecken
eingereihten Cassiden ist; überdies nennt sie der Autor irrtümlich subtriangularis und weist
ihr die Statur der C. serapkina zu — was beides nicht zutrifft. Sie ist vielmehr eiför-
förmig, mit der grössten Breite in der Mitte der Flügeldecken, nach hinten kaum schnel-
ler als nach vorn verengt. Der Halsschild hat die Form eines querliegenden Ovales
mit etwas zugespitzten, aber verrundeten Ecken, die in der Längsmitte liegen; seine
Scheibe ist fast glatt und mit zerstreuten, (wahrscheinlich teilweise abgeriebenen) kurzen,
weissen Börstchen besetzt; die Flügeldecken haben die Schulterecken vorgezogen, an den
Halsschild nicht ganz anschliessend; ihre Scheibe ist regelmässig, massig grob aber nicht
tief punktiert-gestreift, der 2. Zwischenraum wie oben beschrieben gebildet; alle Zwi-
schenräume sind mit einer Reihe feiner Börstchen besetzt, ein Merkmal, das der Autor
übersah. Die Zeichnung besteht aus einer pechbraunen Längsbinde, die in den Schulter-
ecken, ohne deren Basis ganz auszufüllen, beginnt, vom Seitendache breit auf die Scheibe
übertritt, hier etwas heller, verwaschener und unregelmässig wird und, nachdem sie
einen kurzen Ast zur Älitte des i-. Punktstreifens entsendete, hinter der Ähtte wieder das Sei-
tendach erreicht; ausserdem sind die Makeln auf dem 2. Zwischenräume und einige
unbestimmte neben der Naht vor der Spitze dunkler.
Diese zuerst beschriebene Form unterscheidet sich nicht unwesentlich von der
Cassida setosa, welche von Chapuis zuerst als Chirida beschrieben und dann von Weise
(Arch. f. Naturg. 1899, 245) richtig an die Seite seiner Cassida pilifera gestellt wurde
von der sie nach meiner Ansiclit spezifisch nicht zu trennen sein dürfte.
Cassida setosa Chapuis, deren Typus aus dem Mus. Civic. Genua mir durch die
Freundlichkeit Herrn Dr. Gestro's zum Vergleiche vorliegt, ist von mehr eiförmiger, etwas
grösserer Gestalt; ihre grösste Breite hegt gleich hinter den Schultern, weit vor der Mitte
der Flügeldecken, von hier ist sie anfangs fast gleichbreit, dann schneller und mehr
als nach vorn verengt; die Oberseite ist auf dem Halsschilde kürzer, auf den Flügel-
decken viel länger abstehend behaart, einfarbig strohgelb, nur die kleinen Makeln vor
SP^TII, C'ASSIDiE. 275
und hinler der Beule des 2. Zwischenraumes sind pechbraun; die Unterseite ist in der
Mitte ebenfalls pechbraun, nicht vollständig ausgefärbt, die Ränder des Abdomens der
Kopfschild, die Fühler und die Beine sind gelb; der Halsschild ist runze% undeutlich,
die Flügeldecken viel tiefer und deutlicher punktiert.
Von dieser aus Abessynien (Adua) und der Eritrea (Oberen, Mus. Genov. Derchi
1894) mir vorliegenden Form unterscheidet sich nur sehr wenig die Cassiäa püifcra
Weise welche von Professor Dr. SjüSTEDT in Anzahl im Kilimandjaro Gebiete gesammelt
wurde. Sie ist unwesentlich breiter, hinter den Schultern l)is zur Mitte des Körpers
mehr (cT) oder weniger ($) sanft erweitert, dann je nach dem Geschlechte zur Spitze
verengt. Die Halsschildeckon ragen beim (j" (ähnlich wie bei vielen unserer europäischen
Cassiden z. B. C. ruhighio^(t) ziemlich spitz seitlich über die Schutterecken hinaus, beim
5 liegen sie innerhalb der letzteren; die Punktierung und Beborstung ist die gleiche wie
bei C. sefosa. In der Färbung zeigt sich eine ausserordentliche Variabilität; nicht voll-
ständig ausgereifte Stücke, wie sie anscheinend aus Mombo Herrn Weise ausschliesslich
vorlagen, sind unterseits ganz hell, auch die Makeln des 2. Zwischenraumes sind dann öfters
verloschen. Allmählig wird die Unterseite (Prosternum, Brust und Bauchmitte) dunkel,
dann zeigt sich bei manchen Stücken auf den Flügeldecken eine Längsbinde, an die
obige Zeichnung der C. infirma B. erinnernd; an der Basis greift sie stets breit auf das
Seitendach über, hinter der Mitte ist sie dort meist nur angedeutet oder fehlt auch ganz;
endlich wird die ganze Scheibe dunkel, und zwar von aussen nach innen, am längsten
erhalten sich das Basaldreieck hell und die Beule auf dem 2. Zwischenräume. Bei einem
der Stücke mit dunkler Scheibe der Flügeldecken sind die Flügeldecken etwas runzelig,
weniger regelmässig punktiert-gestreift, wie dies auch Weise von seiner C. pilifera erwähnt.
Weitere Zwischenformen von Cassida infirma B. besitze ich von Quelimane (Küste
vom Mozambique) und vom Tsäde (Westafrika) wo sie Leutenant Schultze in Ulugo am
21. 2. 1907 fing. Es ist übrigens, da ich nur je ein Stück von jeder kenne, nicht aus-
geschlossen, dass sich eine oder die andere als eigene Art erweist.
Coptocycla amorifica Boh.
Cassida amorifica Boh. Mon. IV. 315.
Copiocjjla venustula Weise Deutsche Ent. Zeitung 1896, 28 und 1902, 404.
Bisher nur aus Süd-Afrika bekannt; von Boheman nach einem von Wahlberg am
N'gami-See (Südwest-Afrika) gefangenen Stücke, von Weise nach Exemplaren von Natal
beschrieben; ich besitze sie von Estcourt in Natal, wo sie Herr Marshall fing. Die ur-
sprünglich von Weise angegebene Heimat ''Margelan" beruhte auf einem Missverständnisse.
Die Zeichnung der Oberseite ist nicht ganz konstant. Im allgemeinen ist die
schwarze Basalmakel des Halsschildes hinten leicht verengt; so auch bei dem von Boheman
beschriebenen Stück von N'gami.
Das Stück vom Kilimandjaro stimmt mit meinem bei Estcourt gefangenen Stücke
in allen wesentlichen Merkmalen gut überein, ist jedoch noch etwas flacher und die
schwarzen Makeln des Halsschildes und der Flügeldecken zeigen stärker die Tendenz
276 SJÜSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 13.
sich auszubreiten. Die Halsschildmakel ist gross, zur Basis nicht verengt, vor ihr liegt
über dem Kopfe eine kleine dreieckige Makel (Weise 1. c. var. a.); die Flügeldecken tra-
gen im äusseren Teil der Scheibe eine Längsbinde, die aussen bis hinter die Mitte vom
vorletzten, dann vom letzten Punktstreifen begrenzt ist; innen ist sie hinter der Schulter
sehr tief eingebuchtet, in der Mitte stark verbreitert und sendet hier einen breiten, ge-
buchteten Ast (die Makel 2) bis zum 1. Punktstreifen, den sie hinter der Mitte erreicht;
vor der Spitze dringt eine sehr tiefe helle Bucht in sie von rückwärts ein; die beiden
gemeinsamen Flecken an der Naht bleiben isoliert; der vordere ist in der Mitte tief ein-
geschnürt. Es bleibt sonach nur weissgelb auf jeder Scheibe eine mehrfach verästete
Längsbinde, die an der Basis und Spitze auf dem 2. Zwischenräume ruht, vor der Mitte
erst nach aussen dann nach innen eine Ausbuchtung hat, hinter der Mitte auf den ge-
meinsamen Zwischenraum an der Naht zwischen den zwei ersten Punktstreifen eingeengt
ist und dann einen langen Ast nach vorn und aussen entsendet; wo der 2. Zwischen-
raum hell ist, ist er höher gewölbt.
Küimandjaro : Kibonoto, 1,000 — 1,300 m., 29. IV. 1 Exempl.
Cliirida iiigrosepta Fairsi.
Coptocyda nigrosepta Fairm. Ann. Soc. Ent. Belg. 1891. C. R. CCCVI. — Chinda
nigrosepta Weise Arch. f. Nalurg. 1899. L 245.
Ursprünglich von Fairmaire nach Typen des Wiener Hofmuseums, welche von
Leutenant von Hühnel bei Sansil)ar gefunden worden waren, beschrieben, im eequatorialen
Ost-Afrika weit verbreitet; von Dr. Eichelbaum liei Kussumi am Victoria Nyanza in Mehr-
zahl gefangen; bei einzelnen der dortigen Stücke ist die die Scliulterbinde umziehende
äussere schwarze Binde am Beginn des letzten Punktstreifens nur durch dunkle Färbung
der Punkte dieses Streifens angedeutet.
üsamharu: Tanga; 1 Expl.
Chirida Baiimauui? Sp^ith.
Ann. Soc. Ent. Belg. 1902. 4-59.
Ein einzelnes leider sehr schlecht erhaltenes Stück, welches ich mit einigem Be-
denken zu Chirida Baumanni m. stelle, da die Punktstreifen der Flügeldecken wesent-
lich feiner und der Zwischenraum zwischen den zwei letzten schmäler ist; auch sind
die Schulterecken weniger vorgezogen. Ob wir es hier mit einer ausgesprochenen von
Ch. Baumanni verschiedenen Art oder nur mit zufälligen Verschiedenheiten zu thun
haben, kann nur durch reichlicheres und besser erhaltenes Materiale klar gestellt werden.
Chirida Baumanni wurde vom Kagera Nil beschrieben.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 15. V.; 1 Expl.
Couclijioctenia hybrida Boh.
Cassida hyhrida Bon. Mon. II. 339 ; Dej. Cat. 3 ed. 37'i. — Aspidomorpha hy-
hrida Bon. Cat. Gemm. Harold XII, p. 3,649. — Aspidomorpha adjuncfa Weise Archiv
f. Naturg. 1899. I. 262.
SP^TH, OASSIDJE. 277
Eine der bekanntesten ufrikanisclien Cassiden, in Uät-Al'iika vom Cap (Drege) durcli
Transvaal, Caffraria, Deutsch Ost-Afrika bis Abessynien (Keren; Beccari 1870; Schoa)
u. Erythrea verbreitet.
ßOHEMAN hat die Art in die Gruppe seiner Cassidte mit gekämmten Klauen und
schwarz- oder braungeflecktem Halsschilde gestellt; da die Makeln des Halsschildes aber
sehr verschwommen, dabei wenig dunkler als die übrige Scheibe sind und häufig ganz
fehlen, wird nicht leicht sie jemand an jener Stelle suchen; offenbar wurde auch Weise
nur hiedurch zur Beschreibung seiner Aspidomorplui adjuncta veranlasst, da er sie nur
von der westafrikanischen ^1. vivuria Harold, nicht aber — was doch viel näher liegen
würde — von der ostafrikanischen Aspidomorpha hjjhrida trennt.
Die Berechtigung der Untergattung Couch i/Iocfem'a Sp.-eth (Ann. Soc. Ent. Belg.
1902, 4-1-9) ist von Weise (Archiv f. Naturg. 1902. I. 223) mit Unrecht bezweifelt wor-
den; abgesehen davon, dass die dazu gehörigen Arten schon durch Umriss und Habitus
von den eigentlichen Aspidomorphen verschieden sind, unterscheiden sie sich, wie 1. c.
erwähnt, besonders durch die Rinnen an den Aussenseiten der Schienen.
Meru: Kilimandjaro : Kibonoto, Leitokitok. — Usamhara: Mombo; 77 Expl.
Concliyloctenia punctata parumiiiaculata Boh.
Cassida pantmmaculafa Bon. Mon. II. 319. — Aspidomorplui parummaeuluta
Gemm. Har. Catal. XII. p. 3,650. — Aspidomorplia imndata var. parummacidata Weise Archiv
f. Naturg. 1899. I. 2fil. — Cassida exsanguis Gerstäck. Jahrb. Hamb. Anst. 1884. 62.
Weise hat 1. c. Aspidomorplta mandipennis Boh., parummacidata. Boh. und Intei-
collis Boh. als Varietäten der Asjyidomorpha punctata Fabr. erklärt. Conclußoctenia
jyarnmmacidata ist als eine Lokalrasse aus dem aequatorialen Ost-Afrika zu betrachten,
die sich durch den Älangel oder die sehr geringe Zahl schwarzer Punkte auf den Flügel-
decken auszeichnet; sämmtliche von Professor Sjöstedt gefangene Stücke gehören dieser
Form an; sie scheint daher im Gebiete des Kilimandjaro die ausschliesslich vorkom-
mende zu sein, welche Ansicht noch dadurch bestärkt wird, dass auch Gerstäcker seine
Cassida r.rsa)i(/uis, deren Type aus dem Hamburger Museum ich vergleichen konnte,
aus dem Massailande lieschrieben hatte; auch aus Usamhara kenne ich nur die Formen
])animmactdata und luteicoUis, nicht aber die typische C. punctata, die ihre Heimat
südlicher in Natal und Mozambique hat.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe — untere Kulturzone, 1,000 — 1,200 m., III., IV.,
IX.; 8 Expl.
Aspidomorplia areata Klug.
Weise Deutsch. Ent. Z. 1906. 21. — Cassida areata Klug. Erm. Reise Ins. p. 48,
179.; Boh. Mon. II. 364. — Cassida Dregei Dej. Cat. ed. 3. 374.
In Ost-Afrika vom Cap (Drege) bis Abessynien (Raffray) und Bogos (Chapuis) ver-
breitet, in der Zeichnung der Oberseite variierend. Die von Herrn Professor Sjöstedt
gesammelten Stücke gehören durchwegs zur Stammform mit Normalfärbung, bei welcher
4 Makeln auf dem Ilalsschild, die Naht, eine Längsbinde nächst dem Aussenrande der
278 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 13.
Scheibe und drei gemeinsame bis zn diesen Binden ausgedehnte Querbinden, die erste
hinter der Basis, die zweite in der Mitte, die dritte vor der Spitze schwarz sind; es
bleiben daher 4 Makehi auf der Scheibe der Flügeldecken, ihre Basis, der vordere Teil
ihres Aussenrandes, sowie das Seitendach hell; in seltenen Fällen dehnt sich die schwarze
Zeichnung ülier die ganzen Flügeldecken mit Ausnahme des fein bräunlichgelb, gesäum-
ten Aussenrandes aus (var. nigripennis Weise, Archiv f. Naturg. 1903. I. 223), viel häu-
figer ist sie reduziert, wobei oft auch die Makeln des Halsschildes erlöschen, bis endlich
die Oberseite hellbräunlichgelb ist. Aspidomorpha areafa Duvivieri Sp^th (Annal. Soc.
Belg. 1902. M9) ist eine Lokalrasse mit solcher fast einfarbiger Oberseite und nach
vorn und rückwärts schneller verengtem, mehr eiförmigen Umriss. Cassida htco)>sfa)is
Fairm. (Ann. Soc. Ent. Belg. 1893. 156), beschrieben von Quebbi (Webbi) im Somali-
lande, ist (nach mehreren von mir gesehenen Cotypen (ÄIus. Bruxell., coli. Sp^th) eine
AsjiidomotpJia, die der A. areata äusserst nahe steht, nach der Beschreibung auch in
Betreff der Zeichnung der Ober.seite in ähnlicher Weise variiert, von A. (irrafa jedoch
durch konstant gelbe Färbung des Kopfes und der Beine (mit Ausnahme der Schenkel-
basis) verschieden ist.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kullurzone, Steppe, 1,000 m.; Leilokitok IV. — Meru-
Niederung XII.; 5 Expl.
Aspidoniorplia quadrimaculata Oliv.
BoHEM. Mon. II. 263. — Cassida qwidn'macidafa Oliv. Ent. VI. 94.5. 36., 97.
T. 4, f. 68. — $ Aspridomorplia Wesfrrmanni BoH. Mon. II. 262. — Cassida tetrap-
tera Gerstäck. Jahr. Ber. Hamburg Anst. I. 63 (vide Sp^th D. E. Z. 1906. 401).
Zuerst aus Guinea bekannt, im ganzen sequatorialen Afrika bis Mozambique und
Zanzibar verbreitet, auch in der Erythrea (Keren, Ghinda), daher die am weitesten ver-
breitete afrikanische Aspidomorpha. Bei den ostafrikanischen Stücken fliessen häufig die
Halsschildmakeln zusammen und vergrössern sich (aberr. sifjnaHcollis Weise Deutsche. Ent.
Ztg. 1905. 334 aus ühehe), bei den von Professor Sjüstedt gesammelten Stücken ist
dies jedoch nicht der Fall.
Kilimandjaro: Kibonoto, Obstgartensteppe 1,300 — 1,900 m., III. — V.; 3 Expl.
— Usamhara: Mombo, VI; 6 Expl.
Aspidomorpha couciinia Weise.
Archiv für Naturgesch. 1899. I. 259.
Aus Dar-es-Salaam beschrieben, auch sonst im östlichen Afrika weit verbreitert
[coli. Sp.eth Mozambique; Mus. Genuense: Erithrea Ghinda, 1906 (Figini)], aber anschei-
nend viel seltener als die ihr nahestehende westafrikanische Aspidonwrplui confinis Boh.
Von ihr durch die viel dichtere und tiefere Punktierung der Scheibe und des Seiten-
daches der Flügeldecken konstant verschieden; dagegen scheinen die übrigen vom Autor
angegebenen Untersclieidungsmerkmale (weniger vorgezogene, breiter abgerundete Schulter-
ecken, hinter der Schulter weniger zusammengedrückte Flügeldecken, weniger nach innen
SP^TH, CASSIDiE. 279
gebogene l'iiiiklivilieii an der Grenze der Scheibe und des Seitendaches, schmälerer Zwi-
schenstreif) niciit Ivoiislaiil, icli halle daher, sowie weil schon am Congo bei Brazzaville
Aspidomorplut conjiiu's mil dichter punktierten Flügeldecken vorkommt, Aspidomorpha
coitcinna für eine östliche Lokalrasse von ersterer.
Kümandjaro: Kibonoto-Niederung, Kulturzone, 1,300 m., Jan. — April; 8 Expl.
Aspidomorplia prasina Weise.
Archiv für Naturgesch. 1899. I. 258.
Vom Autor aus Rlombo, Kwai und Dar-es-Salaam beschrieben; auch auf der Plan-
tage Nguelo und von Dr. Eichelbaum bei Amani zahlreich gefangen; wo sie vorkommt
anscheinend sehr häullg, aber auf das asquatoriale Ost-Afrika beschränkt.
KiUmandjaro: Kibonoto, von der Niederung — Regenwald, 2,000 m.; 31eru; üsain-
0(1 ra: JMombo; 50 Expl.
Aspidomorpha lateralis Weise.
Archiv für Naturgesch. 1899. I. 260.
Alle von Professor Sjöstedt gefangenen Stücke haben auf dem Seitendache der
Flügeldecken je zwei Randäste, welche ebenso wie die mit ihnen zusammenhängende
Längsbinde im Aussenteile der Scheibe meist rötlich oder braun, nur in wenigen Fällen
schwarz sind. Die Abart ohne rückwärtigen Randast fehlt anscheinend im Kiliraandjaro-
Gebiete. Die Art ist auf das asquatoriale Ost-Afrika beschränkt, hier aber verbreitet und
häufig; die Stücke vom Kilimandjaro weichen durch etwas weniger spitze Schulterecken
und die hinter diesen nicht ausgerandeten Seiten der Flügeldecken unbedeutend von jenen
aus Deutsch Ost-Afrika ab.
KRimandjaro: Kibonoto, Niederung — Kulturzone, 1,000 — 1,900 m., IV. — XL; 1
Expl. ; J/fV-^f-Niederung, X. , 29 Expl.
Aspidomorpha siihmutata Weise.
Archiv für. Naturgesch. 1899. I. 257.
Aus Dar-es-Salaam und Mrogoro beschrieben; im i:equatorialen Ost-Afrika sehr weit
verbreitet und anscheinend nicht selten. Die vom Autor angegebenen Unterschiede von
der westafrikanischen Aspidomorpha mntatd BoH. sind konstant, die Artberechtigung ist
zweifellos. Auf dem rückwärtigen Teile der Scheibe der Flügeldecken sieht man Spuren
einer gesättigter gefärbten Schrägbinde, die jedoch häufig nur durch je einen dunkleren
Punkt neben der Naht angedeutet ist; hiedurch wird die Zeichnung der Scheibe jener
von Aspidomorpha fragilis Weise gleich.
Kilimandjaro; Kibonoto, (Kulturzone, 27./IV.— i./V., 1,300—1,900 m.); 4./V. ;
Usamhara: Mombo, VI.; 6 Expl.
Aspidomorpha fragilis Weise.
Archiv für Naturgesch. 1899. I. 257.
Vom Autor vom Zambesi beschrieben.
280 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 13.
Der Aspidomorpha snJnnutata Weise äusserst ähnlich, durch etwas grössere Gestalt,
den Mangel des Basalastes, vorn weniger stark gerundeten, verhältnismässig breiteren
Halsschild, etwas schwächeren Höcker verschieden.
Küimandjaro : Kibonoto, 1,300 m., 7/V.; 1 Expl.
Aspidomorpha dilecta Boheman.
Mon. II. 312.
Vom Autor aus Caffraria vom Flusse Gariep nach von J. Wahlberg gesammelten
Stücken beschrieben. Wahrscheinlich nur eine Form der Aspidomorpha fragüis Weise
mit dunkler Scheibe der Flügeldecken.
1 (schlecht erhaltenes) Expl. vom Küimandjaro, Kibonoto, 1,300 — 1,900 m., 25./IX.
Aspidomorpha iufuscata nov. spec.
Rotundata, sat convexa, nitida, flavo-testacea, antennarum articulis 2 ultimis, pro-
sterno, pectore et abdoniine medio nigris, disco elytrorum ramisque duobus minus latis
protecti saturatioril)us vel rufotestaceis, his ramis apiccque suturae .subtus rufopiceis; pro-
thorax laevis, latitudine duplo brevior, antice late rotundatus et leviter reflexus, angulis
parvis, obtusis, parum ante scutellum sitis; elytra basi prothorace vix latiora, lateribus
valde rotundato-ampliata dorso obtuse gibbosa, gibbo antice concavo sat declivi, dorso
subtihter punctatostriata, punctis plerumque infuscatis; protectum lalum, albidum, hyalino-
punctatum, margine non reflexo.
Long.: 8 — 10,5 mm., lat. : 7 — 9,5 mm.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,900 mm., I. — 11; die meisten im April und
Mai; Leitokitok, 2 Expl.; Usamhara: Mombo, 1 Expl., VI.
Zur Gruppe der Apidomorplia natalensis gehörig. Zufolge der starken seitlichen
Entwicklung der Flügeldecken fast kreisrund, massig gewölbt, stark glänzend; die Ober-
seite weisshch gelb mit etwas gesättigter, rötlichgelb gefärbten Scheiben des Halsschildes
und der Flügeldecken und je zwei ebensolchen Randästen; auch die Spitze der Naht ist
schmal rötlichgelb; auf der Unterseite sind die Mitte des Prosternums und der Brust
sowie auf den Sterniten beiderseits der Mitte zwei Querflecke, welche auf den äusseren
Sterniten mitunter zusammenfliessen, schwarz; zuweilen ist die schwarze Färbung des
Prosternums oder der Brust reduziert oder erloschen oder aber es ist das ganze Abdo-
men mit Ausnahme lireitcr Ränder schwarz. Die Beine sind sammt den Trochantern
und Hüften gelb; ebenso die Fühler mit Ausnahme der zwei letzten Glieder; auf den
Eplipleuren sind die Randäste und die Nahtspitze pechrot. Halsschild querelliptisch mit
nahezu rechtwinkligen, aber verrundet abgestutzten Ecken, welche in einer Querlinie lie-
gen, die im ersten Fünftel vor dem Schildchen die Mittelaxe schneidet, der Vorderrand
daher viel stärker gerundet als die Basis; die Scheibe ist glatt, das Vordach schwach
aufgebogen, durchscheinend hyalin. Die Flügeldecken sind an der Basis fein gezähnelt,
bis zu den Schulterbeulcn nahezu gerade, dann zu den Schulterecken sch\vach vorge-
zogen, hier nur wenig breiter als die Halsschildbasis und an diese in der Rundung sich
SPÄTH, C'ASRID.T5. 281
anschliessend; die beeilen sind sehr stark, im Bogen crweilerl, in der Mitte am breitesten,
hier um die Hälfte breiter als der Halsschild, dann im Bogen verengt, an der Spitze
breit gerundet. Die Scheibe ist stumpf, nur nicässig hoch gehöckert, der Höcker kaum
knopffürmig, seine Spitze tritt nur wenig hinaus; die Profillinie ist von der Spitze des
Höckers nach vorn zuerst sehr schräg konkav, dann vom Schildchen bis zum Kopfe
weniger steil, riickwärts steigt sie bis zur Spitze des Höckers geradelinig auf, zuweilen
ist sie oben sogar schwach konkav; an den Seiten ist der Höcker durch einen seichten
Eindruck heraus gehoben. Die Scheibe hat 10 feine Punktslreifen, deren Punkte weit von
einander, häutig aber in Gruppen von 2 — 4 stehen und meist einen dunklen Grund
haben; ihre Zwischenräume sind breit und flach, oft durch niedrige, wellige Querfalten ver-
l)unden. Das durchscheinende breite Seitendach hat 2 schmale Aeste, ähnhch jenen von
Aspidomorpha tecta, der vordere ganz an der Basis ist am Ende etwas verengt, der
rückwärtige ist gleichbreit, meist schwach gewölbt; der Seitenrand ist nicht aufgebogen.
Die Klauen sind beiderseits gekämmt, ihre inneren Zähnchen lang, nach aussen an Grösse
zunehmend. Die Epipleuren sind in beiden Geschlechtern an der Spitze unbehaart. Das
Prosternum ist hinten ganz flach, sehr breit. Die $ sind etwas gestreckter und schmä-
ler als die cf; sonstige sexuelle Unterschiede sind mir nicht aufgefallen.
Ich kann diese Art auf keine der bisher beschriebenen beziehen; am nächsten
steht sie der Äspid. tecfa Bon. ; diese ist im allgemeinen gleich gefärbt und gezeichnet,
aber die Scheibe der Flügeldecken ist meist gesättigter gelb, die Punkte auf ihr sind
feiner, sie ist kleiner, ihr Seitendach ist schmäler; vor allem aber ist der Höcker viel
niedriger, oben weniger eckig, mehr verrundet, die Profillinie vorn gerade, hinten bis zur
Spitze des Höckers schwach konvex, nicht ganz gerade. Ihre Heimat liegt südlicher in
Ost-Afrika. Von der ebenfalls südostafrikanischen Aspid. nafalensis Boh. unterscheidet
sich Aspid. {nfnscafa durch den viel niedrigeren, im Profil nicht zapfenartig herausragen-
den Höcker, kleinere, stärker verrundete Gestalt, feiner punktierte äussere Reihen auf den
Flügeldecken, schmälere Randäste, hellere Färbung der Scheibe, teilweise schwarze Zeich-
nung der Unterseite.
Von A. madagascarica BoH. ist A. infusrafa durch kleinere Gestalt, niedrigeren,
weniger knopfförmig hinaustretenden Höcker, hellere Färbung der Scheibe und Randäste,
sowie schmälere, nach aussen mehr verengte Form der letzteren, schmäleres, am Rande
nicht aufgebogenes Seitendach verschieden.
Aspidomorplia iufiiscata Späth var.?
Von den übrigen, oben beschriebenen Stücken der Api'd. infuscata m. unterscheiden
sich einige Exemplare durch folgende Merkmale:
Der Körper-Umriss ist weniger rund, mehr elliptisch, daher gestreckter und schmä-
ler; der Höcker ist merklich niedriger, seine Profillinie steigt von hinten bis zur Spitze
des Höckers sehr schwach konvex an ; die Spitze des letzteren tritt gar nicht kopfförmig
heraus; das Seitendach ist schmäler, sein Rand schwach, aber breit aufgebogen; die
Scheibe der Flügeldecken ist meist etwas gesättigter gelb.
Sjüstedts Kilimanäjaro-Meru Expedition. 7. ■ 36
282 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 13.
Bei der unbedeutenden Differenzierung trage ich, insolange nicht reichlicheres Ma-
terial vorliegt, Bedenken, diese Form von Aspid. infuscata abzutrennen.
Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300 — 1,900 m., 6 Expl.; Leitokitok, 1 Expl.;
Usamhara: Älombo, 2 Expl.
Aspidouiorpha madagascarica Boh.
Mon. IL 275.
^1. madagascarica Bon. ist an der sehr breiten, fast kreisrunden Körperform, dem
breiten Seitendache, der kastanienbraunen bis pechschwarzen Färbung der Scheibe der
Flügeldecken, der Bandäste und der Nahtspitze, den hellgelben Flecken nächst dem
Schildchen, vor der Schulterbeule, hinter der Mitte der Naht und an der Seitendach-
brücke, der Form der Randäste, welche nach dem Aussenrande zu erw'eitert, dann vor
der Spitze schnell verengt sind, sowie an dem niedrigen, stumpfen Höcker zu erkennen,
dessen Spitze schwach knopfTörmig heraustritt und dessen ProfiUinie nach vorn stärker
konkav, nach rückwärts äusserst schwach konkav abfällt. Das Vorkommen der A. ma-
dagascarica ist auf Madagascar, die benachbarten Inselgruppen und das iiequatoriale
Ost-Afrika beschränkt. Boheman erwähnt sie auch aus Sierra Leone, allerdings mit Frage-
zeichen ; es ist aber zweifellos entw^eder der Fundort falsch oder es liegt eine Verwechs-
lung mit einer ähnlichen westafrikanischen Art, vielleicht A. dissentanea B. vor. Auch
die von Wagener (Deutsch. Ent. Zeitg. 1880, 161) erwähnte westafrikanische Form der
A. madagascarica ohne vorderen Randast des Seitendachs gehört jedenfalls einer ande-
ren Art an.
Usamhara: Mombo, VI.; 1 Expl.
Hybosiiiot.i nov. gen.
Corpus oblongo-quadratum, convexum; antennse minus elongatse, exlus incrassatae,
articulis 7 basalibus glabris, articulo 3. secundo plus duplo longiore; clypeus triangularis
apice sat alto, lateribus non marginatis, medio leviter impressus; prosternum sat latum,
medio haud contractum, apice leviter emarginato utrinque breviter profunde exciso; pro-
thorax protecto valde reflexo; elytra convexa, punctatostriata, multinodosa nee gibbosa,
nodo postmediano altiore difformi, protecto margine undulato, valde reflexo; unguiculi
breves, divaricati, intus quadripectinati, extus laeves.
Prosternum flach, nicht sehr schmal, zwischen den Vorderhüften wenig verengt
und hier breit und seicht vertieft; sein Vorderrand in der Rlitte leicht ausgerandet, an
den Seiten zuerst sanft abfallend, dann mit einem kurzen, tiefen Einschnitt, einer Art
Auszahnung, zur Aufnahme der inneren Glieder der Fühler, wenn diese in der Buhelage
sich an die Wand des Prothorax anlegen; die Fühler sind massig lang, erreichen mit
ihrer Spitze nicht die Seitenecken des Halsschildes und haben 7 glänzende Basalglieder;
das 3. Glied ist mehr als doppelt so lang als das 2., vom 8. an sind sie massig ver-
dickt. Der Kopfschild ist dreieckig, steigt hoch über die Fühlerwurzel an, ist innen nicht
gerandet, in der Älitte leicht eingedrückt. Halsschild von breit quer-ovaler Form; der
SP^TH, CASSID«. 283
Vorder- und Seilenrand sind in einem Laufe ohne Ecl<en oder Einbuchtungen gerundet,
die stumpfen Hinterecken sind unter den Schultern verborgen; die Scheibe ist hoclige-
wölbl, vor dem Schildchen tit>f abgesetzt und fällt nach vorn und seitwärts in eine tiefe
Rinne ab, welche den Vorder- und Seitenrand hoch emporhebt. Die Flügeldecken sind
gewölbt, ohne gemeinsamen Höcker, aber mit zahlreichen Höckern auf jeder Scheibe ;
hiervon sind zwischen dem 3. und 5. Zwischenraum zwei Höcker, der eine bald hinter
der Basis, der zweite hinter der JMitte, höher und breiter als die übrigen und haben
infolge der über sie hinwegführenden Längseindrücke, die sich als Fortsetzung der Punkt-
reihen darstellen, mehrere neben einander liegende Gipfel; das Seitendach ist hoch auf-
gebogen, sein Rand gewellt, die Nahtspitze tritt zahnartig vor. Die Klauen sind innen
gekämmt mit 4 Zähnen, aussen glatt.
Hijbosinota steht der Gattung Laccoptera Boh. am nächsten, ist aber von ihr durch
die Bildung des Prosternums, des Halsschildes, kürzere Fühler und die charakteristische
Skulptur der Flügeldecken verschieden.
Bei Laccoptera fällt der Vorderrand des Prosternums an den Seiten steiler ab, hat
aber keine Einkerbung zum Durchziehen der Fühler; diese sind wesentlich länger und
es sind nur 6 Basalglieder glänzend. Die indische Gattung Sindia Weise (Deutsch. Ent.
Ztg. 1897, 105) die sonst im Habitus viel Ähnlichkeit hat und zu welcher ich seiner-
zeit (Verh. zool. bot. Gesellsch. 1898, 5-iO) Cassida tnrrigera Boh. wegen der nur innen
gekämmten Klauen stellte, ist durch die Bildung des Prosternal-Vorderrandes, das viel
kürzere 3. Fühlerglied und behaartes, nicht glänzendes 7. Fühlerglied verschieden.
Zur neuen Gattung gehören: Cassida nodulosa Boh. Mon. II. 331 und Cassida
turrigera Boh. IV. 283, beide aus Afrika.
Hjbosiuota turrigera Boh.
Cassida turrigera Boh. JMon. IV. 283. — Aspidomorplia turrigera Gemm. Har.
Cat. XII. 3,650 — Sindia turrigera Sp^eth Verh. z. b. Ges. 1898, 5-40.
Von BoHEMAN nach einem einzelnen Stück von N'Gami (J. Wahlbg.) beschrieben;
von Dr. Holub. bei Panta-ma-tinka (Britisch Betschuana), von Schaedle bei Bagamoyo
(coli. Sp.eth) gefunden; im Wiener Äluseum aus dem Wabonilande; also im südlichen
und östlichen Afrika verbreitet. Die in der Gattungsbeschreibung erwähnte Bildung der
Höcker auf den Flügeldecken ist bei dieser Art viel charakteristischer ausgeprägt als bei
H. }wdulosa Boh. Unmittelbar an der Basis stehen 3 Höcker, davon der äussere, grös-
sere auf der Schulterbeule, die beiden inneren kleiner, aber spitzer, der innerste neben
dem Schildchen; schräg dahinter steht ein grosser Höcker, der drei Zwischenräume der
Punktstreifen einnimmt, die über ihn hinwegsetzen und oben schmale Furchen bilden;
hiedurch erhält dieser Höcker drei Gipfel, von denen der mittlere -weit höher als die
übrigen, der äusserste der niedrigste ist; neben diesem Höcker stehen noch einige kleine
körnchenartige Höcker, ebenso dahinter eine Querreihe von solchen; hinter der Mitte
in gleicher Linie mit der Seitendachbrücke steht zwischen dem 2. und 6. Zwischenraum
ein sehr hoher Höcker, der wieder infolge der über ihn hinwegsetzenden Punktstreifen
284 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: ] 3.
aus vier Gipfeln besteht, von denen der 2. der höchste ist und einen hohen Kiel bildet;
nun folgt dahinter wieder ein 3 — •i gipfeliger, aber viel niedrigerer Höcker, der von zahl-
reichen kleinen körnchenarligen umgeben ist.
Die Scheibe des Halsschildes ist tiefschwarz, matt, sein Vordach vorn hyalin, an
den Seiten holzbraun, dunkel geädert; dieselbe Färbung haben die Randäste und die
Spitze des Seitendachs der Flügeldecken, während diese auf der Scheibe heller rötlich-
gelb und die Höcker pechrot bis pechschwarz sind; die Unterseite ist im allgemeinen
hellrötlich, die Schienen und Schenkel sind oft dunkel gefleckt.
Das von Professor Dr. Sjöstedt gefundene Stück vom Kilimandjaro weicht von
allen übrigen mir vorliegenden Stücken in einigen Punkten ab: der Halsschild ist etwas
kürzer und breiler, die mattschwarze Färbung der Scheibe des Halsschildes geht an den
Seiten auch auf das Vordach, der Rand des Seitendachs der Flügeldecken ist viel tiefer
und regelmässiger gewellt, die Seiten des Prosternums, die Brust und das Abdomen,
letzteres mit Ausnahme einiger Fleclven an den Seiten, sind schwarz; da leider nur ein
einzelnes Stück gefangen wurde, kann ich nicht beurteilen, ob diese Unterschiede indi-
viduell sind oder einer eigenen Lokalrasse angehören.
H. noänlosa Boh., von der ich ausser dem Stück meiner Sammlung aus Natal
nur die Type (Pt. Natal, Wahlbg.) kenne, die mir ebenso wie jene von H. iurrigera
Boh. durch die Freundlichkeit Professor Sjöstedts aus dem Stockholmer Museum zur
Ansicht übersendet wurde, ist von H. furrigcra durch längeren, vorn und an den Seiten
mehr gerundeten Halsschild, stärker glänzende, mit zwei roten Flecken gezierte Scheibe
und fast in der ganzen Ausdehnung erhabenen 2. und 4. Zwischenraum, endlich mehr
rötliche Färbung der Flügeldecken verschieden.
Küimandjaro: Kibonoto, 1,000—1,200 m., 23./IV.; 1 Expl.
Laccoptera aurosa Faiemaire.
Annal. Soc. Ent. Belgique C. R., 1891, CCCVII.
Weise, Archiv für Naturgesch. 1899. II. 249. — Laccoptera longicornis Weise,
Archiv, für Naturgesch. 1898. 1. 2. 220.
Aus Dar-es-Salaam — Zanzibar, Nguelo, Älrogoro, Tanganisteppe bekannt; in Deutsch-
Ost-Afrika sehr verbreitet und häufig. Von Fairmaire aus der Ausbeute des Leutn. von
HöHNEL auf dessen Expedition von Somali nach Massai beschrieben.
üsambara: Mombo, VI.; 5 Expl.
Laccoptera moiitiTaga nov. spec.
Ovalis, convexa, supra cum basi antennarum et capite rufotestacea, parum nitida *
subtus nigra; prothorax antice rotundatus, dorso convexiusculo, crebre minus tenuiter
ruguloso; elytra prothorace quarto latiora, mox post humeros latissima, tum sat angustata,
gibbo parvo obtusissimo communi, dorso costis nonnuUis tenuibus, minus regularibus,
reticulatim confluentibus punclisque hie illic stria formantibus.
SPÄTH, CA8SIDÄ. 285
Long.: 6 — 7,r, mm.; lat. ; 5,3— 5, s mm.
Der L. lada Weise (Arch. f. Naturg. 1899. I. 252) aus den Ukami-Gebirgen ähn-
lich, aber mehr dreieckig im Umriss, kleiner und viel schmäler, die Flügeldecken an der
Basis wesentlich breiter als der Halsschild, hinter den Schultern welche infolge tieferer Buch-
tung der Basis etwas mehr vorgezogen sind, schneller, mehr geradlinig zur Spitze ver-
engt, hoher gewölbt und, wenn auch sehr schwach, so doch in deutlichem Winkel ge-
höckert.
Der Höcker schwach beulenförmig, mit einem dicken Querast, welcher sich gabelt
und nach vorn in der Richtung gegen die Schulterbeule am Rande des Basaldreiecks
sich gegen die Basis mehrfach verästend, nach rückwärts aber zur Rippe auf dem 2.
Zwischenraum verläuft; ausser dieser Rippe, welche stets bis zur Spitze deutlich bleibt,
sind noch solche auf dem 4. und 6. Zwischenraum, aber nur in rückwärtigen Teil der
Scheibe und nicht bis zur Spitze erkennbar; diese Rippen bilden mit zahlreichen klei-
nen Querrippen ein erhabenes schmales Netzwerk; die Längsrippen werden, so oft eine
kleine Querrippe mit ihnen zusammentrifft, aus ihrer Richtung abgelenkt, sind daher viel
weniger gerade als bei L. laeta, auch viel schmäler und weniger auffällig; die Punkte
zwischen den Rippen sind nur wenig deutlich, jene unterhalb der Schulter gereiht; die
Profillinie fällt nach vorn viel stärker als nach rückwärts, nach beiden Richtungen aber
gerade, vor der Spitze in steilem Bogen ab. Das Seitendach ist mit der Scheibe in
gleicher Flucht geneigt, nicht gewölbt, ohne dickeren Rand, innen gröber, aussen feiner
und dichter runzelig punktiert. Der Halsschild ist vorn und an den Seiten in gleich-
massigen Bogen gerundet oder höchstens vorn schwach abgestutzt, nicht wie bei L. laeta
Ws. vorn breit abgestutzt oder leicht ausgerandet, kürzer und im Verhältnis zur Basis
der Flügeldecken schmäler als bei dieser Art; die Scheibe gröber gerunzelt, die Runzeln
überall von annähernd gleicher Stärke, das Vordach fein querrunzelig. Die Oberseite
ist rötlich gelb, gesättigter als bei L. lada W., die Rippen der Flügeldecken sind häufig
braun; die Unterseite ist schwarz, der Kopf und die ersten 3 — 5 Fühlerglieder sind röt-
lich. Das Prosternum ist mit Ausnahme der Spitze tief und breit gefurcht.
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung — Kulturzone, 1,000 — 1,900 m., 11 Ex.; 1 Ex.
Leitokitok.
Laceoptera (Orphuodella) abjssinica Bon.
Cassida abijssinica Boh. Mon. IV. 285. — Aspidomorplui abyssim'ca Gemm. Har.
Cat. XII. — Laceoptera ruginosa auct. nee. Boh. — Laceoptera s^dmietaUica Chap.
Ann. Mus. Civ. Genova 1880. XV. 31. — Laceoptera usamhariea var. atra Weise Arch.
f. Naturg. 1899. I. 253.
J/fr((-Niederung, Ngare na nyuki, I.; 2 Expl.
Var. elytris rufo-ferrugineis, subtus plus minusve rufa.
Laceoptera usamhariea Weise Arch. f. Naturg. 1899. I. 253. — Laecoptera eiea-
trieosa Chap. Ann. Mus. Civ. Genova 1880. XV. 31, nee. Boh!
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,000 m., Steppe, 26./III. ; 1 Expl.
286 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 13.
Als Laecoptera ruginosa Boh. wurde bisher allgemein eine Orphnodella mit schwar-
zer Oberseite und zwei gelben Älakeln am Vorderrande des Halsschildes betrachtet, welche
Weise in seiner Übersicht der afrikanischen Laccopteren (Arch. f. Naturg. 1899) darauf
bezogen hatte und von der er eine rötliche Zwergform, wie er glaubte, als L. usambarica
beschrieb.
Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Sjöstedt erhielt ich jetzt die Type
Boheman's zur Ansicht, welche ergab, dass L. ruginosa Boh. zum Subgenus Laecoptera
gehört und dass mit ihr L. »lareida Weise (Arch. f. Naturg. 1899. I. 251) identisch ist.
Es muss daher für die bisher als niginosa betrachtete Art der älteste Name ahgssinica
Boh. eintreten. Laecoptera suhmctalUca Chap., von der mir che Type aus dem Museum
in Genua vorhegt, ist auf ein grosses (9 mm.) von Beccari 1870 bis Sciotel im Bogos-
lande gefundenes 5 aufgestellt, dessen Halsschild am Vorderrande zufällig tief ausgerandet
ist und bei dem die schwarze Oberseite schwachen Melallschimmer zeigt; an den Füh-
lern ist ausser den ersten 2 Gliedern auch die Spitze des letzten röthch. Im übrigen
ist eine Unterscheidung möglich weder von den zahlreichen Stücken der L. ahgssinica,
die ich von Asmara (Erythra\a) und aus Abyssinien (Keren) kenne, noch von den Stücken
aus Meru, welche Professor Sjöstedt gesammelt hat.
L. ahgssiniea ist zumeist bis auf zwei helle Flecke am Vorderrande des Halsschil-
des, den rötlichen Kopf und die Fühlerbasis ganz schwarz, häufig aber ist die Oberseite
rötlich braun, die erhabenen Runzeln auf den Fliigeldecken sind pechbraun, nächst der
Naht meist gelbgesprenkelt, Unterseite, Kopf und Fühler sind rötlich oder braun. Diese
Abart, die immer mit der schwarzen Form gemeinsam vorkommt, ist L. iisamhariea
Weise. Zu dieser Form gehört auch jenes Stück aus Abessynien, welches Chapuis (Ann.
Mus. Civ. Genova 1879. 31) als L. eieatricosa Boh. erwähnt und das mir zur Ansicht
aus dem Museum in Genua vorliegt.
Juni 1908.
Liste der am Kiliinaiidjaro und Meni bisher gefundenen
Cassiden.
1. Metriopepla inornata Wtrhs.
2. Cassida iiroyata Weise.
3. » Harnoncourti Sp.eth '.
4. » Sjöstedü Sp.kth n. sp.
5. » (Odonüomji:lia) kUimnna Sp^eth n. sp.
6. » » inornata Sp.ETH n. sp.
7. » » infirma 2nlifera Weise.
8. 2 » » V. /(iVsH/H/a Sp.eth
n. V.
!). Hypocassida passaria Weise.
10. » gibbosa Gestro.
11. Copfonjda amoriflca Doh.
12. Chirida nif/rosepfa Fairm.
13. » Baumanni (?) Sp.kth.
\'i. Concliylodcnia hybrida BOH.
15. » punctata pt<^'>~ummandata BoH.
16. Aspidomorpha areata Klug.
17. » 4-mandata ÖLiv.
18. » condnna Weise.
19. » prasina Weise.
20. » viridula Weise ^.
21. » lateralis Weise.
22. » siibmutata Weise.
23. » fragilis Weise.
24. » äileda Boh.
25. » kilimana Weise ^.
26. » infuscata Sp.eth n. sp.
26 a. » » var. '? Sp>ETH.
27. Hybosinota turrigera BOH.
28. Laccojjtera montivaga Sp.a;TH n. sp.
29. » abessynica BoH.
29 a. » » var. usambarica Weise.
' Ann. Soe. Ent. Belg. 1902, p. 457.
^ Ai'fhiv f. Naturg. I. 221.
^ Archiv f. Naturs. 1903 I. 220.
7. COLEOPTERA.
14. Liii>riidiie und Caiitharidae
von
F. BORCHMANN.
1. Lagriidae.
Die Lagriidenfauna des Kilimandjaro und des Meruberges war bisher so gut wie
gänzlich unerforscht. Belvannt waren nur L(((/n'<t convcra Kolbe und hirsufa Kolbe.
Interessante Einbhclve in diese Fauna lässt das prächtige Material tun, das Herr Prof. Dr.
Yngve Sjüstedt in den Jahren 1905 und 1906 auf seiner Expedition in die genannte
Gegend zusammenbrachte, und das mir zur Bearbeitung von demselljen freundlichst über-
sandt wurde. Im allgemeinen kehren zwar die aus Ost-Afrika bekannten Arten auch
hier wieder; aber es zeigt sich hier einerseits die merkwürdige Erscheinung, dass die
Fauna bis zu einem gewissen Grade einen weslafrikanischen Charakter trägt — Lagria
euprina Thoms., die sonst nur aus West-Afrika bekannt war, ist auch hier in grosser
Anzahl gefangen — während anderseits Formen aus Abyssinien und Sansibar in dies
Gebiet eindringen. Auch einige neue Arten befinden sich unter der Ausbeute. Auffallend
ist der Älangel an Vertretern der Gattung Nemostira Fairm. Nicht ein einziger Reprä-
sentant dieser Gattung ist gefangen worden. Die Gattung Eiitrapela Blanch. und Porro-
lagria Kolbe sind nur mit je 1 Art vertreten. Von den 16 Lagriiden-Arten des Materials
in zusammen 560 Exemplaren gehören 14 der Gattung Lagria Fbr. an.
Die ostafrikaiiisclien Gattungeu scheiden sich folgenderinassen:
I. Fliigeldeckenepipleuren reiclien l^is zur Spitze.
A. Der hitercoxalfortsatz der Vorderhüften ist sehr schmal, sodass die Vorderhüften
zusammenstossen.
1. Halsschild stark eingeschnürt, sodass ein rundlicher Vorderteil und ein trapezoi-
daler Hinterteil entstehen; Käfer sehr klein (bis 6 mm.) Knfijpodcra Gerst.
Sjöstedls KiUmandjaro-Meru Expedition. 7. 3"
290 SJÖSTEDTS EILIMANDJAKO-MEEU EXPEDITION. 7: 14.
2. Halsschild normal.
a. Käfer klein; cf mit auffallend grossen Augen; Zwischenraum zwischen den Augen
auf der Stirn kaum Va der Stirn. Adynata Fähr.
b. Käfer durchweg gross; Augen klein. Lagria Fbr.
B. Intercoxalfortsatz verhältnismässig breit, hinten abgerundet, sodass die Vorderhüften
getrennt sind.
1. Kopf bedeutend breiter als der Halsschild. Casnonida Fairm.
2. Kopf nicht alTallend breiter als der Halsschild.
a. Augen unten und oben sehr genähert; Kopf stark verläneert; Halsschild schmal.
Nemosiira Fairm.
b. Augen klein; Kopf nur massig verlängert; Halsschild so lang wie breit.
Eutrapela Blanch.
II. Fliigeldeckenepipleuren verschwinden vor der Spitze.
A. Käfer mit langen streifen Borsten reichlich besetzt. Lagriostira Kolbe.
B. Käfer spärlich beborstet oder kahl. Porrolagria Kolbe.
Von Lagriostira Kolbe liegen mir durch die Güte des Autors folgende von ihm
selbst mit der Type verglichenen Arten vor: Inspida, infernalis wndi parcepilosa wndi \on
Porrolagria Kolbe die Art derasa Kolbe. Ich kann trotz aller Mühe keinen eigentlichen
generischen Unterschied feststellen ausser der Behaarung, und dass die Arten der letz-
teren Galtung im allgemeinen kürzere, stärker gesägte, oft stark verbreiterte Fühlerglieder
aufweisen, besonders in einer neuen Art aus Kamerun. Es mögen nun die Arten der
Ausbeute mit den nötigen Bemerkungen folgen.
Adynata Fähraeus.
Öfversigt XXVII (1870) p. 330.
Adynata brcTicoUis Fähr.
L. c. p. 331. — 2 Ex. vom Kilimandjaro 1,300—1,900 m., gefangen am 4. Dez.
Die Art war bisher nur aus Caffraria bekannt.
LagTia Fabr.
I. Flügeldecken metallisch.
Lagria cupriiia Thoms.
Arch. ent. II. p. 106. — Diese Art war bisher nur aus West-Afrika bekannt. Sie
scheint aber auch an der Ostküste weit verbreitet zu sein. Mir liegt sie aus Erithrea,
Deutsch- und Brit. Ost-Afrika vor. Die sehr zahlreichen Individuen der Art, die sich in
der Ausbeute finden, variieren beträchtlich in Farbe und Grösse. Es finden sich Stücke
von dunkelviolet bis metallisch grün. Ein Irrtum in der Bestimrnund dieser Art erscheint
ausgeschlossen, da mir die Type aus dem Brüsseler Museum zum Vergleiche vorlag. Da
BOECHMANN, LAGEIIDAE UND CANTHARIDAE. 291
sich gleichzeitig auch die Type von Falkenstcdni Kolbe in meinen Händen befand, so
konnte ich sie mit der Type von cuprina Thoms. vergleichen. Ich konnte ausser den
bei manchen Exemplaren der Lagn'a cuprina Thoms. etwas stärker gesägten Fühlern
keinen Unterschied erkennen, sodass die Kolbesche Art wohl zu cuprina Thoms. gezogen
werden muss. Nach einer Bemerkung des Herrn Prof. Sjüstedt findet sich Lajjria cmp-
rina Thoms. zu Tausenden an den Grashalmen der Steppe. September bis Januar in
den verschiedensten Höhenlagen.
Lagria antennalis nov. spec.
2 (f (^ und 1 $. Kulturzone des Kibonolo 24. Okt. Nieder- J/er(( im Januar und
Mornbo (Csambara) im Juni, hi meiner Sammlung befindet sich ein Exemplar mit
schwach gezähnten Fühlern von den Nyassa-Bergen.
Lagria Tiridipennis Fabe.
Ent. Syst. Suppl. p. 118. — 1 wenig charakteristisches Exemplar ($) dieser sonst
nur aus Nord-Afrika bekanten Art. Kilimandjaro 29. Sept.
Lagria villosa Fabe.
Spec. Ins. I. p. 160. — Kilimandjaro. Zahlreiche Exemplare dieser durch fast
ganz Afrika verbreiteten Art. An dieser Stelle sei bemerkt, dass zwischen Lagria villosa
Fabr. und ohscura desselben Autors kein Unterschied zu ermitteln ist. Auch Fairmaire
beschreibt in seiner Neubeschreibung der ohscura Fabr. Ann. Sog. ent. France 1869 p.
241 mir ein blaues Exemplar der villosa Fabr. Die Plesiotype aus dem Museum in
Genua hat mir vorgelegen. Die Art ohscura Fabr. muss zu villosa gezogen werden.
IL Flügeldecken nicht metallisch, höchstens mit schwachem Metallschimmer.
A. Flügeldecken einfarbig.
Lagria denuatodes Faiem.
Ann. Soc. ent. France 1869, p. 245. — Diese Art war bisher nur von Sansibar
bekannt. Die glänzenden, nackten Erhabenheiten der Flügeldecken sind etwas schwächer
ausgebildet als bei den typischen Exemplaren; bei einigen Individuen verschwinden sie
fast ganz. 18 Exemplare. Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone bis 1,300 m. und
Natronsee (Steppe). 6. Sept. — IG. April.
Lagria flaTipennis Fähe.
Öfversigt Vet. Akad. Förh. 1870, p. 327. — Eine beträchtliche Anzahl dieser Art,
die in ganz Süd-Afrika und an einem grossen Teil der Ostküste verbreitet zu sein scheint.
Die vorliegenden Exemplare haben oft einen schwachen Metallschimmer auf den Flügel-
decken. Kilimandjaro: Kibonoto, Sept. und Okt. bis April.
292 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 14.
Lagria semic.yaiiea Gerst.
Arch. f. Nat. XXXVII 1., p. 65; v. D. Decken's Reise III. 2., p. 200. — Diese Art
wurde zuerst von Zanzibar beschrieben und ist bisher nicht von dieser Gegend konsta-
tiert, scheint aber an der Ostküste eine weite Verbreitung zu haben. Die Weibchen dieser
und der vorigen Art sind oft sehr schwer von einander zu trennen. Die Männchen unter-
scheiden sich gut durch die Fühlerbildung. Bei ßavipcnnis Fahr, und pUheja Gerst.
sind die Fühler nach aussen ganz allmählich verdickt ; bei Hemkijanea Gerst. sind das
6. und 7. Glied am breitesten; die folgenden sind wieder bedeutend schmäler. Kilima-
tuljaro: Kibonoto, Kulturzone bis 1,900 m., Natronsee, Steppe; Aug. bis März.
Lagria plcbeja Gerst.
L. c. p. 201. — Auch eine Anzahl dieser weitverbreiteten Art wurde aufgefunden.
Manche Individuen weichen beträchtlich in Färbung und Skulptur ab. Sie sind viel hel-
ler und viel feiner punktiert, auch sind die ersten Fühlerglieder hell gefärbt und die
letzten Güeder seitlich etwas zusammengedrückt. KilhnaiKljaro, Kibonoto; Meru, Sept.
bis März.
Lagria hirsuta Kolbe.
Berl. ent. Zeitschr. 1901, p. 543 nebst var. ohscuripes Kolbe. — Diese Art ist fast
an der ganzen Ostküste bis weit ins Innere verbreitet. Sie wurde vom Kilimandjaro
(Madschame) und die Varietät aus Karewia am Fusse des Ru'Nsororo-Gebirges und vom
Albert Nyansa besclirieben. Die zahlreichen Exemplare der Ausbeute fanden sicli vom
August bis April. Kilimandjaro, Kibonoto und Meni bis 3,500.
Lagri laticollis Kolbe.
L. c. p. 540. — 1 $ dieser Art vom Ileru 25. November. Bisher war die x\rt nur
von der Ostseite des Viktoria Nyansa bekannt.
Lagria uiidussumaua I\olbe.
L. c. p. 545. — Bisher nur vom SW. des Albert Nyansa bekannt. 6 Exemplare
vom Kilimandjaro, Kibonoto bis zu 1,900 m. Höhe. Die Exemplare weichen erheblich
von der Type ab. Sie sind schmäler und der Kopf fast aller Individuen ist lebhaft rot.
Nicht nur das 1. Füiilerglied, sondern auch das 2. ist rot. Die Fühler der cfc/' sind
nach aussen stark verbreitert und sichtbar zusammengedrückt, was in der Besclireibung
nicht erwähnt ist.
Lagria Sjöstedti nov. spec.
Diese interressante neue Art ist in 3 $ $ vertreten. — Kilimandjaro, Kibonoto, Kul-
turzone 7. und 29. Sept.
B. Flügeldecken mit dunklen Längsbinden.
Lagria quadrivittata Fairm.
Ann. Soc. ent. Belg. 1894, p. 674. — Von Mozambique zuerst beschrieben. Diese Art
ist in grosser Anzahl vom Kilimandjaro, Kibonoto vorhanden. August bis April.
liOKC'HMANN, I.AGRIIDÄK UND CANTHAEIDAE. 293
PoiTolagria Kolbe.
Borl. Ent. Zcitschr. 1883, p. 26.
Porrolaifria derasa Kolüe.
Berl. Ent. Zeitschr. 1901, p. 553. — Zuerst beschrieben von Derema in Usambara
Sept. bis Oct. li Exemplare vom Kilimandjaro, Kibonoto, Aug. bis Januar.
Eutrapela Blanchard.
Hist. nat. Ins. IL 184^5, p. 39.
Eutrapcla variaWlis nov. spec.
Zahlreiche Exemplare dieser unglaublich variabeln Art liegen vor vom Kilima-
ndjaro, Kibonoto bis zur Höhe von 1,300 m. Im September.
Neue Arten.
Lagria auteimalis nov. spec.
Länge 9 — 11 mm.; Breite an den Schultern 3 — 37^ mm. (/ nach hinten wenig, $
starlv erweitert; massig gewölbt, glänzend, schAvarz, Kopf und Halsschild oft mit grün-
lichem Metallschimmer; Älundteile, Füsse und zuweilen die ganze Unterseite oder nur
der letzte Hinterleibsring pechbraun; Flügeldecken grünlich oder bräunlich metallisch.
Einige braune Stücke zeigen keinen Metallglanz auf den Flügeldecken. Der ganze Käfer
ist ziemlich lang und weitläufig weisslich behaart, am längsten am Kopfe, Halsschild und
an den Beinen. Der Kopf ist rundlich, die Oberlippe und der Kopfschild fein und dicht
punktiert. Zwischen den Fühlern ist eine nach hinten gebogene, scharfe Querfurche.
Der Kopf ist hinten halsförmig eingeschnürt, stark und dicht punktiert; auf der Stirn ist
eine mehr oder minder deutliche, gebogene, nach vorn offene Vertiefung. Die Augen
sind massig gewölbt und vorn stark ausgerandet. Das Endglied der Kiefertaster ist auf-
fallend gross und dreieckig. Die Fühler überragen beim $ nur wenig die Schultern;
beim cT erreichen sie die halbe Körperlänge. Die 5 ersten Glieder sind glänzend, die
übrigen stumpf und schwarz tomentiert, die einzelnen Glieder mit vereinzelten längeren
Haaren. Die Fühler des cf zeigen eine eigentümliche Bildung. Das 1. Glied ist dick
und fast walzenförmig, das 2. nur 7^ so lang und viel schmäler, das 3. etwa doppelt
so lang wie das 2. und ebenso lang wie das 4.; beide konisch; das 5. Glied ist so lang
wie das 4.; aber nach der Spitze hin stark verbreitert. Das 6. und 7. Glied sind nach
innen sehr stark eckig erweitert, das 7. zahnartig, sodass diese Glieder breiter als lang
sind; Glied 8 bis 10 sind wieder viel schmäler und etwa so lang wie breit. Das 11.
Glied ist etwa so lang wie die 4 vorhergehenden zusammen, ein wenig gebogen und stark
zugespitzt. Bei schwachen Älännchen ist diese eigentümliche Fühlerbildung nicht immer
deutlich ausgeprägt; aber immer ist wenigstens das 6. Glied viel breiter als die übrigen.
20i SJÖSTEDTB KILIMANDJAKOMERU EXPEDITION. 7: 14.
Beim 5 ist die Fülilerbildung eine abweichende. Die Fühler sind nach aussen nur sehr
massig verdickt. Das 6. und 7. GHed zeigen keine Erweiterung. Dafür ist das 7. Glied
aber deutlich kürzer als das 8. Das Endglied ist nur so lang wie die 2. vorhergehenden
Glieder zusammen, gebogen und zugespitzt. Der Halsschild ist fast rechteckig, so breit wie der
Kopf, vorn etwas Ijreiter als hinten, in der vorderen Hälfte mit schwach gerundeten Seiten,
Vorder- und Hinterecken deutlich hervortretend, grob und weitläufig punktiert, vor dem
Hinterrande quer eingedrückt, vorn undeutlich, hinten stark gerandet. Vorder- und Hinterrand
fast gerade ; beim $ ist der Hinterrand oft etwas nach vorn ausgebuchtet. Das Schildchen ist
schwarz, dreieckig und ziemlich stark und weitläufig punktiert. Die Flügeldecken sind an
der Basis doppelt so breit wie der Halsschild; die Schultern sind rechtwinklig abgerundet,
beim § hinter dem Schildchen mit einem deutlichen Eindrucke, stark punktiert und quer
gerunzelt, im 1. Drittel fast parallelseilig und von da ab erweitert, Seiten vor der Spitze ein
wenig eingebuchtet, zusammen abgerundet; die Epipleuren haben dieselbe Skulptur wie die
Flügeldecken. Die Unterseite ist glänzender, fein und spärlich punktiert, wenig behaart;
die Seiten der Hinterleibsringe sind uneben. In der Bildung der Beine weichen beide Ge-
schlechter stark von einander ab. Beim ^ sind die Beine schlank; die Spitze der Ober-
schenkel der Hinterbeine erreicht den Hinterrand des 3. Bauchringes; die Oberschenkel
sind mit Ausnahme derjenigen der Vorderbeine wenig verdickt, die Schienen wenig gebogen.
Die Oberschenkel der Vorderbeine sind stärker verdickt, stark gebogen und am Unter-
rande vor der Spitze mit einer starken Ausbuchtung versehen, sodass vor der Spitze fast
ein stumpfer Zahn entsteht; doch ist diese Eigentümlichkeit nicht bei allen Exemplaren
gleich stark. Die Vorderschienen sind stark gebogen, und ihre Spitze ist stark verdickt.
Die Schienen der Mittel- und Vorderbeine sind zweimal gebogen. Die Spitze aller Schie-
nen und die Sohlen der Füsse sind in beiden Geschlechtern gelbbraun behaart. Beim
$ sind die Beine weniger schlank; die Spitze des Oberschenkels der Hinterbeine erreicht
nicht den Hinterrand des 3. Hinterleibringes. Die Vorderschenkel sind weniger verdickt,
ohne sichtbare Ausrandung, die Schienen wenig gebogen und ohne auffallende Verdickung
an der Spitze. Der Metalarsus der Hinterfüsse ist in beiden Geschlechtern so lang wie
die übrigen Glieder zusammen.
Die vorliegende Art gleicht entfernt einer kleinen Lagria villosa F., weicht aber
durch die geringere Grösse, die auffallende Fühlerbildung und die Bildung des Halsschil-
des ab. Die Fühlerbildung trennt sie von allen andern afrikanischen Arten. 3 cf cT,
Kilimandjaro, Kibonoto, Kullurzone, 24'. Okt.; Nieder- J/er», Januar, Älombo (Usam-
baraj, Juni, 3 (/" c/ und 3 $ $ aus Süd-Äthiopien (Berliner Museum) und 1 schwaches
(f meiner Sammlung von den Nyassa-bergen.
Lagria Sjöstedti nov. spec.
Länge 9 — 972 mm., Breite an den Schultern 372 — 4 mm.
Der Lagria undussnmana Kolbe sehr ähnlich, aber kürzer und nach hinten etwas
stärker erweitert, Flügeldecken stärker gewölbt; ganz schwarz, nur die Fusssohlen und
die Lippentaster gelbbraun, Oberseite überall ziemlich kurz und massig dicht anliegend
BORCHMANN, T,Ar,RIIDAE UND CANTHARIDÄE. 295
greis behaarl, glänzend, Unterseite und Beine äljnlicli, aber scinvächer behaart. Der Kopf
ist rundlich und hinten halsfönnig eingeschnürt, Oberlippe und Clypeus stark glänzend
und sparsam punktiert, der letztere von der Stirn durch eine breite, schlecht begrenzte
nach hinten gebogene Querfurche getrennt, Kopf diclit und ziemlich stark punktiert, die
Augen ziemlich stark gewölbt und vorn stark ausgeschnitten, etwas breiter als bei iindus-
sionana Kolbe. Die Fühler sind kräftig und überragen die Schultern nur wenig, nach
aussen verdickt. Die letzten 3 — 4 Glieder bilden eine seithch etwas zusammangedrückte,
schwache Keule; Glied 8 — 10 oder 9 und 10 sind am breitesten. Das 8. Glied ist so
lang wie breit, 9 untl 10 sind breiter als lang. Das Endglied ist nicht ganz so lang
wie die 2 vorhergehenden zusammen, zugespitzt. Glied 1 — 4 sind glänzend und mit
längeren weissen Haaren besetzt, Glied 5 ist weniger glänzend, spärlicher weiss behaart,
und die letzten Glieder sind kurz schwarz behaart und fast glanzlos. 1. Glied kugelig,
2. kürzer als das 1., 3. Glied fast dreimal so lang wie das 2., 4. Glied ein wenig kür-
zer als das 3., 5. Glied kürzer als das 4. Vom 5. Gliede ab werden die Glieder all-
mäliHch breiler, sind aber an Länge einander fast gleich. Der Halsschild ist quer, um
die Hälfte breiter als lang, breiter als der Kopf mit den Augen, seitlich ein wenig ge-
rundet, vor der Mitte am breitesten, vorn so breit wie hinten. Vorder- und Hinterecken
fast rechteckig, Vorderecken etwas zahnartig vortretend. Alle Seiten gerandet, Vorder-
rand äusserst schwach, Hinterrand am stärksten, Scheibe stark und dicht punktiert, wie
der Kopf dicht mit anliegenden weisslichen Härchen besetzt. Das Schildchen ist rund-
lich, fein und dicht punktiert und behaart. Flügeldecken dicht und stark punktiert, etwas
quergerunzelt, nach hinten kräftig erweitert, Spitzen zusammen abgerundet, Nahtwinkel
spitz, Schultern stumpfwinklig, Epipleuren ebenso skulptiert und behaart wie die Flügel-
decken. Geflügelt. Die Unterseite ist schwächer punktiert als die Oberseite, glänzender.
Die 5 Hinterleibsringe an den Seiten etwas eingedrückt. Die Beine sind kurz und
schwach, die Oberschenkel massig verdickt, die Schienen wenig gebogen, stark punktiert.
Metatarsus der Hinterfüsse kürzer als die folgende Glieder zusammen.
3 $$. Kilimandjaro: Kibonolo, Kulturzone und 1,000 — 1,300 m., 7. September
und 29. April.
Die neue Art zeigt grosse Ähnlichkeit mit Lagria dermatodcs Fairm., unterscheidet
sich aber sofort durch den Mangel der glänzenden, nackten Erhabenheiten der Flügel-
decken, die durchaus schwarze Färbung und die abweichende Fühlerbildung.
Auch Lagria plumhea Per. ist nahe verwandt, hat aber kürzere Fühler und ent-
behrt des Eindrucks zwischen den Fühlern.
Ich benenne die Art nach ihrem Entdecker, dem Herrn Prof. Yngve Sjöstedt.
Eutrapela Blanchard.
Eixtrapela variabilis n. sp.
Länge 7 — 9 mm., Breite an den Schullern 2 — 3 mm., gestreckt. Flügeldecken fast
parallelseitig, massig gewöllil, oben und unten ziemlich glänzend, nach hinten wenig er-
296 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERÜ EXPEDITION. 7: 14-.
weitert; Färbung ausserordentlich veränderlich, von hell gell^braun bis ganz schwarz mit
bläulichem oder grünlichem Erzschimmer. Bei schwarzen Exemplaren sind oft die Lip-
pentaster, das Mentum, die Trochanteren, die Basis der Oberschenkel, die ganzen Beine
und die Füsse dunkel pechbraun. Manche hidividuen haben hell gelbbraune Beine mit stark
gebräunten Knien; die ersten 5 Binge ihres Abdomens sind braun und nur die letzten
2 liefschwarz und erzglänzend. Andere Tiere halben ganz hellgelbe Beine; ihre ersten
4 AbdominaFringe sind hellgelb, oder das ganze Abdomen ist gelb. Bei noch anderen
lichtet sich die Farbe der Flügeldecken. Sie sind hellgelb mit 1 dunklen Längsbinde auf
jeder Decke, während die Unterseite des Tieres ganz schwarz ist. Auch ganz helle Flü-
geldecken kommen vor; dann sind die 4 ersten Hinterleibsringe ebenfalls gelb. Bei ganz
hellfarbigen Exemplaren sind nur die beiden letzten Hinterleibsringe gebräunt. Die helle
Färbung greift dann bei andern Tieren auf dem Halsschild über. Der Thorax zeigt
rote Ränder. Zuweilen ist der ganze Halsschild hell rotgelb oder gelb. Man findet ganz
liellfarbige Stücke. Nur der Kopf, die Fühler und das Schildchen sind immer tiefschwarz
mit Erzschimmer.
Kopf rundlich, Mundteile vorgezogen, Oberlippe stark glänzend, sparsam punktiert,
vorn fast gerade abgestutzt, vorn mit einem gelbbraunen, kurzen Borstenkranze, Clypeus
gewölbt, stark glänzend, weitläufig und grob punktiert, von der Stirn durch eine tiefe,
nach hinten etwas gebogene Querfurche getrennt, die Punkte tragen lange braune Bor-
sten; Stirn uneben, stark und grob punktiert, mit 2 etwas undeutlichen, schrägen Längs-
eindrücken, die sich hinten vereinigen; Kopf hinter den Augen plötzlich verengt und
einen breiten Hals bildend; Augen gross, slark gewölbt und vorn wenig ausgerandet.
Die Mundteile weichen in ihrer Bildung nicht wesentlich von derjenigen der andern Arten
ab. Das Endglied der Kiefertaster ist nach aussen nicht erweitert, sondern ist fast voll-
kommen walzenförmig und vorn ein wenig zugespitzt. Fühler kürzer als bei den mei-
sten andern Arten, etwa so lang wie Kopf und Halsschild zusammen, nach aussen wenig
verdickt. Die 4 ersten Glieder sind stark glänzend, die übrigen glanzlos. Die glänzenden
Glieder sind mit spärlichen, langen, gelben Härchen besetzt, die glanzlosen schwarz tomen-
tiert. Das 1. Fühlerglied ist dick und kugelig, das 2. sehr klein, halb so lang wie das
1., das 3. dreimal so lang als das 2., etwas länger als das 4-., die folgenden werden,
allmählich kürzer und breiter. Das 8. Glied ist fast gleichseitig dreieckig, das 9. und
10. sind fast walzenförmig, so lang wie breit, das 10. ein wenig breiter als lang. Das
letzte Glied ist walzenförmig, gerade, stumpf zugespitzt, beim 2 etwas kürzer, beim cf
etwas länger als die 2 vorhergehenden Glieder zusammen. Halsschild fast so lang wie
breit, bedeutend schmäler als die Flügeldecken, vorn etwas breiter als hinten, Seiten
stark gerundet, vor dem Hinterrande etwas eingeschnürt, sodass die Hinterecken etwas
vorspringen, Vorderwinkel abgerundet, Hinterwinkel spitz, vorn und hinten gerade abge-
stutzt, Scheibe gewölbt, Vorderrand und Seitenränder schwach, Hinterrand stark gerandet
und stark erhaben. Scheibe grob punktiert, an den Seilen dichter als in der Mitte. Die
Punkte tragen lange braune Borsten, Vorderrand gelb bewimpert. Manche Exemplare
haben auf der Scheibe beiderseits eine breite, ziemlich tiefe Grube, die meistens aber fast
BOBC'HMANN, LAORIIDAE UND CANTHARinAE. 297
oder lasl .uan/ verschwunden ist. Schildchen dreieckig, Spitze abgerundet, glänzend, glatt.
Flügeldecken massig gewölbt, Scbnilern rechtwinklig abgerundet, vom 1. Drillel an all-
mählich nach hinten erweitert, vom letzten Drittel ab verengt, zusammen abgerundet,
stark punktiert-gestreift, Scutellarstreifen kurz (etwa V-i der Flügeldeckenlänge), Punkte
in den Streifen dicht und tief, Zwischenräume auf der Scheibe mä.ssig, nach den Seiten
hin weniger, nach liinten stärker gewölbt; jeder Zwischenraum mit einer Reihe einge-
stochener, ziemlich entfernt stehender Punkte, die jeder eine gelbbraune Borste tragen;
Epipleuren ganz, von der Decke durch einen scharfen Rand abgesetzt, fein und zerstreut
punktiert. Unterseite fein und zerstreut punktiert. Beine kräftig, mittellang, Oberschen-
kel bei beiden Geschlechtern nach aussen etwas keulenförmig verdickt. Schienen 2mal
massig gebogen, Beine ziemlich dicht und stark punktiert, mit zerstreuten kurzen Haaren
besetzt. Metatarsus der Hinterfüsse so lang wie die folgenden Glieder zusammen. Unter-
seile sämtlicher Tarsenglieder mit gelben Borsten besetzt. Hinterleibsringe an den Seiten
mit je einem schwachen Eindrucke, auf dem vorletzten der stärkste. Intercoxalforlsatz
der Vorderbrust noch schmäler als bei den übrigen Arten. Das Abdomen dringt mit
einer breiten, abgerundeten Spitze in die Hinterbrust ein, sodass die Spitze die Ilinter-
hüfte überschreitet. Der Ausschnitt der Hinterbrust gerandet. Vor dem Ausschnitte be-
findet sich eine starke, dreieckige Vertiefung, von welcher sich nach vorn eine scharfe
Längslinie bis zur Älitte der beulig erhabenen Mittelbrust fortsetzt. Geflügelt.
Zahlreiche Exemplare von beiden Geschlechtern. KiVunandjaro, Kibonoto, Kultur-
zone im September und 1,600 — 1,900 m. ein besonders breites Individuum vom 25.
September. Die vorliegende Art hat eine weite Verbreitung. Sie liegt mir vor ausser
vom obigen Fundorte von Usambara (Nguelo und Neu-Bethel im August) in 2 schwarzen
und von Transvaal in 2 hellen Exemplaren.
Die nachfolgende Bestimmungstabelle enthält nur die wichtigsten ostafrikanischen
Arten der Gattung Lagria Fbr., soweit sie mir aus eigener Anschauung bekannt gewor-
den sind. Die teilweise recht mangelhaften Beschreibungen Perixguey's Hessen es nicht
rätiich erscheinen, auf Grund dieser Beschreibungen seine Arten mit einzureihen, umso-
mehr als ich auch seine Typen nicht zu Gesicht bekommen konnte. Trotz festen Ver-
sprechens waren mir auch die Typen der FAiRMAiRE'schen Arten, die sich im Pariser
Museum befinden, nicht zugänglich. So ist es mir trotz aller Alühe leider nicht gelungen,
natürliche Gruppen zu bilden. Es Hessen sich zwar solche Gruppen nach der Form des
Abdominalfortsatzes bilden, dazu gehört aber ein sehr umfangreiches Material. Als letzte
Schwierigkeit erhob sich noch die Unmöglichkeit der genauen Aljgrenzung des Vorkom-
mens vieler Arten. Manche Arten finden sich vom Kap bis Abessinien ; andere, wie z.
B. zonaria Fairm., cuprina Thoms. und subcostaia Reitt. finden sich an der Westküste
und an der Ostküste.
I. Flügeldecken metallisch.
A. Halsschild an den Seiten fast gerade oder nur menig gerundet erweitert, meistens
so lang wie breit.
■ 1. Fühler ohne auffafiende seitliche Erweiterung, höchstens gesägt.
Sjöstedts Kilimandjaro-Mn-H Expedition. 7. ■ 38
298 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 14.
a. Halsschild blau,
a 1. Fühler seitlich zusammengedrückt, kräftig, Glied 5 — 10 breiter als lang, Flügel-
decken rötlich- oder violett metallisch, wenig gewölbt, nach hinten wenig erweitert.
ri/anicollis m.
Bull, du Mus. Paris 1908, p. 151.
a 2. Fühler nicht seithch zusammengedrückt.
ai. Glied 5 — 10 breiter als lang. Flügeldecken nach hinten massig erweitert und
stark gewölbt. Halsschild mit fast geraden Seitenrändern. Flügeldecken grün.
viridipennis Fbr.
Flügeldecken rot. var. maiü-itanica Reiche.
Fühler gesägt, Flügeldecken blau bis röllichviolett oder grünlich, nach hinten wenig
erweitert und wenig gewölbt, Halsschild vor der Mitte am breitesten, vor dem
Hinterrande etwas eingeschnürt. cuprina Thoms.
an. Glied 7 — 10 breiter als lang. Flügeldecken dunkelbronzegrün, nach hinten hoch
gewölbt, jede einzelne in eine Spitze ausgezogen, stark gerunzelt punktiert.
RothscMldi m.
Bull. Mus. Paris 1908, p. 2.
ani. Glied 6 — 10 breiter als lang. Flügeldecken messingfarbig bis violett mit Älelall-
schimmer, nach hinten wenig erweitert, aber stark gewölbt, aeneipennis Fähr.
b. Halsschild bronzefarbig oder rötlich-bronzefarbig,
b 1. Fühler schnurförmig, nicht seillich zusammengedrückt, die Schultern wenig über-
ragend. Flügeldecken etwas flachgedrückt, jede einzelne in eine Spitze ausgezogen.
aerea Reiche.
b 2. Fühler seillich zusammengedrückt, Flügeldecken fast parallelseitig, nicht einzeln in
eine Spitze ausgezogen. Der ganze Käfer oliv- bis bronzemetallisch, gelblich
behaart; Beine hellbraun. Mrsuta Kolbe.
Beine dunkel. var. ohscuripes Kolbe.
2. Fühlerglieder mit zahnartigen, seitlichen Erweiterungen. Glied 6, 7 und 8 sind
besonders stark erweitert. Flügeldecken gewöhnlich grünlich bronzefarbig. Manche
Exemplare sind schwärzlich mit braunen Flügeldecken ohne Äletallglanz. Bei
schwachen Exemplaren sind die zahnartigen Erweiterungen oft undeutlich.
antennaUs m.
B. Halsschild an den Seiten stark gerundet erweitert,
1. in der Mitte am breitesten. Halsschild breiter als lang,
a. mit einer glatten Erhabenheit auf der Scheibe, Flügeldecken massig gewölbt, nach
hinten erweitert, bronzefarbig, grünlich mit blauem Nahtstreifen oder ganz blau,
villosa Fbr.
b. ohne glatte Erhabenheit, Flügeldecken dunkelbronze bis schwarz, wenig gewölbt,
auf der Scheibe etwas flachgedrückt, nach hinten Avenig erweitert, dunkel bronze
bis schwärzlich. latkollis Kolbe.
2. Vor der Mille am breitesten.
BORCHMANN, LAGRIIDAE UND CANTHARIDAE. 299
a. Flügeldecken hoch gewölbt, kaum 2mal so lang als an der Basis breit, nach hin-
ten stark erweitert, stark gerunzelt punktiert, grünlich bronze.
Coquereli Fairm.
b. Flügeldecken massig gewölbt, über 2mal so lang als an der Basis breit, mit fast
parallelen Seiten, Haisschild nach vorn stark gerundet erweitert. Flügeldecken
braunmetallisch. usambica Kolbe.
H. Flügeldecken nicht metallisch, höchstens mit schwachem Rietallschimmer.
A. Flügeldecken einfarbig oder nur die hintere Hälfte heller.
1. Flügeldecken mit kahlen Erhabenheiten.
Flügeldecken gleichmässig behaart bis auf die sehr charakteristischen Erhaben-
heiten, dermatodes Fairm.
2. Flügeldecken ohne glatte Erhabenheiten,
a. Flügeldecken gelb oder bräunlich gelb.
a 1. Halsschild metallisch,
ai. blau mit Metallschimmer, Flügeldecken beim (f messingsschimmernd .
semicjjanea Gerst.
an. grünlichbronze oder schwärzlich mit Bronzeglanz, Flügeldecken bräunlich, oft mit
schwachem Metallschimmer, Unterseite metallisch. flavipennis Fähr.
a 2. Halsschild nicht metallisch.
aa. Kopf und Halsschild gleichfarbig,
ai. Halsschild dicht gelb behaart, mit einer dicht behaarten Grube.
amoena Fähr.
au. Halsschild dicht gelb behaart mit einer erhabenen Mittellinie, Flügeldecken ohne
erhabene Längsrippen,
Käfer klein, Vorderkörper weisslich behaart, Flügeldecken gelb ohne Rletallschimmer.
pinguicula Gestro.
Käfer gross, Vorderkörper schwärzlich, braungelb behaart, Flügeldecken braun, zu-
weilen mit schwachem Rletallschimmer. fidvoj)ilosa Fairm.
am. Der ganze Käfer gleichmässig dicht, kurz greis behaart, jede Flügeldecke mit l
erhabenen Längsrippen. Der ganze Käfer braungelb bis schwarz.
subcostata Reitt.
ann. Halsschild ohne erhabene Mittellinie und ohne Grube.
a. Halsschild mit hellem Vorder- und Hinterrande, Kopf oft mit rotem Stirnfleck,
Käfer kurz behaart, cT nach hinten wenig, $ stark erweitert,
plebeja Gerst.
Käfer lang und zottig behaart, Halsschild an den Seiten fast gerade.
lanuginosa Kolbe.
ß. Halsschild einfarbig dunkel.
«i. Käfer lang behaart, Halsschild an den Seiten gerundet, Flügeldecken nach hinten
nicht affallend erweitert. segnis Fähr.
300 8.TÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEKtJ EXPEDITION. 7: 14.
«11. Käfer kurz behaart, nach hinten massig erweitert, jede Flügeldecke hinten in eine
Spitze ausgezogen. Halsschild last quadratisch, mit zahnartig vortretenden Vor-
derecken, apicata Har.
Flügeldecken beim 5 nach hinten auffallend erweitert, nicht in eine Spitze aus-
gezogen, im vordem Teile flachgedrückt, gelblichbraun, Kopf und Ilalsschild
schwarz. fuscipennis Fähr.
Flügeldecken fast parallelseitig, nicht in eine Spitze ausgezogen, Käfer kurz grau
oder gelblich grau behaart, Flügeldecken glänzend braun. pidverulenia Gerst.
b b. Kopf heller als der Halsschild.
bi. Käfer klein, Fiihlerglieder 6 — 10 breiter als lang und seitlich zusammengedrückt,
Kopf rot, Halsschild schwarz, auf jeder Flügeldecke neben der Schulter eine deut-
liche (erhabene) Beule. Flügeldecken bräunlichgelb. crytlirocephala m.
Deutseh. Ent. Z. 1909, p. 79.
bii. Käfer gross, Fühlerbildung normal, Kopf rot (zuweilen dunkel), Halsschild schwarz,
Flügeldecken ohne Beule, bräunlichgelb bis braun, oft die Spitze etwas lichter.
coriacea m.
Bull. iMus. Paris 1908, p. 151.
b. Flügeldecken dunkelblau,
der ganze Käfer dunkelblau, $ nach hinten stark bauchig erweitert, cf weniger.
disthivtd Fähr.
c. Flügeldecken schwarz,
der ganze Käfer schwarz.
c 1. Vorderkörper sehr zart, Fliigeldecken sehr stark bauchig aufgetrieben, wenig be-
haart, gibhosa Kolbe.
c 2. Vorderkörper normal, Flügeldecken nach hinten stark gewölbt, gemeinsam zugespitzt,
Käfer lang greis behaart, Fühler nicht zusammengedrückt. convcxa Kolbe.
c 3. Vorderkörper normal, Flügeldecken fast parallelseitig, nach liinten wenig erweitert,
kurz weisslich behaart, oft der Kopf rot, Fühler seitlich zusammengedrückt, keu-
lenförmig, undussummia Kolbe.
c i. Vorderkörper normal, Flügeldecken nach hinten bauchig erweitert, fein und kurz
greis behaart, Fühler nicht seitlich zusammengedrückt, die Schultern überragend,
Stirn uneben. Sjöstcdti m.
Fülller die Schultern nicht überragend, Stirn von ohne Quereindruck.
plmuhea Per.
d. Vorderkörper normal, Flügeldecken dunkelbraun, der ganze Käfer pechbraun, klein,
nach hinten massig erweitert, stark gewölbt, Halsschild quer, grösste Breite vor
der Mitte, Vorderecken zahnartig vortretend, vor dem Hinterrande ausgebuchtet,
Hinterwinkel rechteckig. picea Kolbe.
e. Vorderkörper normal, Flügeldecken hinten heller als vorn, nach hinten massig er-
weitert, gewölbt, vorn dunkelbraun, hinten strohgelb bis gelbbraun. Halsschild
wie bei picea. Kopf rot, zuweilen auch der Halsschild rot. ruficeps Kolbe.
BOKCilMANN, IjAGRIIDAE UND C A NTH A KID A E. 301
B. Flügeldecken hell inil dunklen Längsbinden.
1. Jede Flügeldecken mit 2 dunklen Längsbinden.
a. llalsschild dunkler .als die Flügeldecken.
a l. Vorder- und Hinterrand hell, Flügeldecken beim $ nach hinten stark bauchig er-
weitert. rittaUpennis Per.
a 2. Halsschild gleichmässig dunkel. Streifen auf den Flügeldecken sehr breit, sodass
die Grundfarbe oft nur schmale gelbe Längsstreifen bildet. Bei hellen Exemplaren
sind die Längsstreifen oft undeutlich. zonaria Fairm.
b. Halsschild mit den Flügeldecken gleichfarbig,
b 1. die äusseren Längsbinden erreichen weder die Schulter noch die Sj^itze der Flü-
geldecken, quadrivittata Fairm.
2. Jede Flügeldecke mit 3 dunklen Längsstreifen.
a. Grösser als quadrivittata, nur der innere Streif erreicht Schulter und Spitze.
sexvittata Gestro.
2. Cautliaridae (Meloidae).
Die Canthariden-Ausbeute ist verhältnismässig nicht gross sowohl betreffs der Arten-
ais auch der Individuenanzahl (297 Ex., 17 Sp.). Die meisten Vertreter dieser Familie
sind aus andern Gegenden Afrikas, besonders aus Abyssinien, Deutsch-Ostafrika und Süd-
afrika bekannt. Ich habe nur 4 neue Arten gefunden, die in ihrer Mehrzahl nur am
Kilimandjaro einheimisch zu sein scheinen. Auffallend ist das Vorkommen von Ildoe-
Arten so nahe dem Äquator, erklärlich aber dadurch, dass die Vertreter nicht unter 1,300
m. Höhe herunterzugehen scheinen und bis zu 3,500 m. ansteigen. Das interressanteste
Tier ist jedenfalls Stenoria gibhkollis m., da bisher aus diesen Gegenden kein Vertreter
dieser Gattung bekannt war. Sehr dankenswert sind die beigefügten Bemerkungen über
die Lebensweise, wenngleich sie nur bestätigen, da.ss die Lebensweise der dortigen Arten
derjenigen der Vertreter aus andern Gegenden vollkommen zu entsprechen scheint.
Es mögen zunächst die vorgefundenen Arten aufgezählt und dann im Anschluss
daran die neuen Arten beschrieben werden.
Meloe Linke.
Meloi' niouticola Kolde.
14 Ex. cf cf mil in der iMilfe stark verdickten und geknieten Fühlern. Kibonolo
Kulturzone, Küimandjdro und Mcru bis 3,500 m. 16. April bis 26. Mai (1 Ex. am
21. Dezember vom Meru in 3,000 m. Höhe, ein ausserordentlich schmales, langes
Weibchen).
Meloe atrocyaneiis Faiem.
7 Ex. Kii/niaiKlJ (()■<>: Kibonoto 1,300 — 1,900 m. 18. Nov. — 2. April. Das am
2. April gefangene Stück trägt die Bemerkung: Oberer Teil der Kulturzone (1,800 m.),
im Grase kriechend. Die Art war bisher nur aus Tabora bekannt.
302 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERü EXPEDITION. 7: 14.
Syiilioi'ia Kolbe.
Synlioria Fischeri Kolbe.
8 Ex. KiUmandjaro: Kibonoto Kulturzone und Nieder- i/f/-!« (Ngare na nyuki).
Alle vom 3. Dez.; bisher vom Victoria-See und von Sansibar bekannt.
Coryna Billberg.
Coryna dorsalis Gerst.
114 Ex. Diese Art scheint der häufigste Vertreter dieser Gattung zu sein. Küi-
mandjaro: Kibonoto Kulturzone 20. Jan. bis 22. März, 1,300 — 1,900 m. vom 11. Nov.
bis 3. März, Nieder-Kibonoto vom 4. bis 20. Jan. Meru im Okt., KiUmandjaro Aug.
bis 30. Dez.
Coryna apicicoriii.s Guer.
27 Ex.; war bisher nur aus Abyssinien bekannt. KiUmandjaro 12. Okt. bis 22.
Nov., Niederkibonoto 15. Nov. bis 4. Jan., 1,000 bis 1,200 m. vom Aug. bis 4. April
im Mischwalde, 1,300 — 1,900 m. am 14. und 15. Nov.; Meru im Dez. und Jan.;
Usamlara: Tanga 4. Juni.
Coryua Deokeni Gerst.
2 Ex. mit der Bezeichnung Usanihara und Tanga. Bei 1 Ex. ist der dunkle Grund
der die beiden vorderen gelben Binden trennt, in 5 Punkte aufgelöst, sodass der 3. Punkt
auf der Naht steht. Dafür ist aber die hintere gelbe Binde ganz. Bei dem 2. Ex. ist
der vordere dunkle Grund nur nahe dem Seitenrande schmal durchbrochen, dafür die
hintere gelbe Binde auf jeder Decke in 2 Punkte aufgelöst.
Coryna ambigiia Gerst.
3 Ex. KiUmandjaro: Massaisteppe 28. März, Usambara, Mombo im Juni, Tanga
4. Juni.
Coryna parenthesis Gerst.
5 Ex. Nieder- JI/(?rH vom 2. Dez. bis Jan. (Ngare na nyuki); Usambara, Tanga
4. Juni. Vom Jipe-See bekannt.
Coryna Kersteni Gerst.
13 Ex. Usambara, Mombo im Juni. Bei 1 hidividuum sind die gelben Schulter-
makeln zu einer Querbinde vereinigt, die an der Naht getrennt ist, auch die mittleren
gelben Flecke bilden eine gekniete Binde.
Zonabris Harold (MyLabris Fab.).
Zonabris amplectens Gerst.
27 Ex. KiUmandjaro: Kibonoto Kulturzone 1,300 m. 11. Nov. bis 30. April,
Obstgartensteppe 29. Okt. bis 13. Dez., Kibonoto 2. Jan., Kilimandjaro Aug. bis Dez.
BORCHMANN, LAGRIIDAK UND CANTHARIDAK. 303
Usamhara im Juni. Bisher nur an letzterem Orte, in Sansibar und in den Gallaländern
aufgefunden. Bei manchen Exemplaren sendet der dunkle Schulterfleck einen Ast an
die Basis der Flügeldecken, der sich dann an der Basis entlangzieht und das Schildchen
einschliesst.
Zoiiabris bipartita Mars.
4 Ex. Umnünira: IMombo im Juni; Kilimandjaro: Kibonoto Steppe (1,000 m.)
28. März und 6. April, Kibonoto Kulturzone im Aug. Diese Art war bisher nur aus
Caffraria bekannt. Bei 1 Ex. fliesst der schwarze Schultergrund in seinem seitlichen
Lappen mit dem schwarzen Punkte auf der vorderen (gelben) Hälfte der Decke zusam-
men; bei einem 2. hidividuum ist der schwarze Schultergrund in 2 Punkte aufgelöst,
der eine an der Basis auf der Schulterbeule, der andere im vorderen Drittel des Seiten-
randes stehend. Wenn sich dieser Punkt in 2 auflöste, wäre kein Unterschied mehr von
tristigma Gerst.
Zonabris tristigma Gerst.
1 Ex. vom Kilimandjaro, Kibonoto 1,000 m. trägt die Bemerkung: Auf der Mas-
saisteppe 26. April. Die Art war bisher von Mozambique bekannt.
Zonabris aperta Gerst.
3 Ex. Usamhara, Mombo im Juni, ilf(?;v(-Niederung im Okt. Die Art war bereits
aus dem Dschaggalande bekannt. Bei 1 Ex. ist die schwarze Mittelbinde auf jeder Decke
in zwei Punkte aufgelöst; beim 2. Ex. ist die Binde nahe dem Seitenrande nur schmal
durchbrochen, beim 3. ist sie unzerteilt.
Zonabris praestans Geest.
2 Ex. aus Usamhara, Mombo im Juni und von der i/cr^-Niederung am 25. Nov.
Die Art war bisher bekannt von Endara, Nguruman und dem südlichen Somalilande. Sie
ist wohl kaum von aperta Gerst. gut unterschieden, da nur Färbungsunterschiede erkenn-
bar sind.
Zonabris Sjöstedti uov. spec.
Länge 24 — 33 mm., Schulterbreite 7 — 9 mm. Gestreckt, ziemlich gewölbt, nach
hinten schwach erweitert; schwarz, Fühler mit Ausnahme der 2 Grundglieder rötlichgelb,
Flügeldecken mit 2 gelben Querbinden; massig glänzend; mit Ausnahme der spärlich und
verhältnismässig kurz behaarten Flügeldecken lang und abstehend schwarz behaart. Kopf
rundlich, hinter den Augen aufgetrieben, Schläfen etwa so lang wie 1 Auge, Kopf dann
plötzlich stark halsförmig eingeschnürt; Mundwerkzeuge stark vortretend, letztes Glied der
Maxillartaster gestreckt, nach aussen etwas erweitert und abgestutzt; Oberlippe viereckig,
Vorderecken wenig abgerundet, Vorderrand gerade oder schwach ausgerandet, mit 2
schwachen Gruben, grob und nicht dicht punktiert, Punkte mit schwarzen Borsten, vom
Kopfschild durch eine tiefe, gerade Furche getrennt; Vorderrand des Kopfschildes gerade
und glatt, sonst grob und etwas runzelig punktiert, Punkte mit Borsten; Stirn vom Kopf-
30-i 8JÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 14.
Schilde durch einen tiefen, schlecht begrenzten Eindruck getrennt, Stirn und Scheitel stark
und dicht punktiert, mit einem deutlichen Längskiele oder in der Mitte mit einer glatten
Fläche; Augen stark gewölbt, länghch, vorn wenig ausgerandet; Fühler kürzer als Kopf
und Halsschild zusammen, nach aussen etwas verdickt, 1. Glied aufgetrieben, länger als
breit, 2. Glied sehr kurz, etwas kugelig, 3. und 4. Glied von gleicher Länge, vom 5.
Gliede an Breite zunehmend, letztes Glied am breitesten, so lang wie die 2 vorhergehen-
den zusammen, gebogen, lang und stumpf zugespitzt. HaLsschild fast so lang wie breit,
so breit wie der Kopf, Seiten in der Älitte erweitert, nach vorn stark, nach hinten
schwach verengt, grol^ und nicht sehr dicht punktiert, hinler dem Vorderrande seicht
quer eingedrückt, in der Mittellinie 2 hinter einander liegende, starke Gruben, die 2. am
Hinterrande, im Grunde ein kurzer Längskiel, Hinterrand sehr wenig eingeschnitten und
ziemlich stark aufgebogen. Schildchen halbkreisförmig, stark und dicht punktiert, kurz
schwarz behaart, zuweilen mit einem glatten Längskiele. Flügeldecken bedeutend breiter
als der Halsschild, Schultern vortretend, Schulterbeule gut entwickelt, Spitze einzeln ab-
gerundet, mit schwacher Andeutung der Nahtwinkels, Seiten fein gerandet, dicht, stark
und etwas runzelig punktiert; spärlich, Schultern am stärksten schwarz behaart, mit 4
Längsnerven und mit 2 gelben, etwas erhabenen, schmal rot gerandeten QuerJjinden, die
vordere vor der Älilte, die ganze Breite einnehmend, an der Naht meist am breitesten,
ihr Hinterrand fast gerade, Vorderrand oft mit scharfen Zähnen, deren Zahl schwankend
ist, die Spitze des inneren Zahnes oft von der Binde abgeschnitten, sodass ein schräg
nach aussen gerichteter, kleiner Längsfleck entsteht; die hinlere Binde schmäler, stark
gebogen, oft die Naht nicht erreichend, ihr Vorderrand in der Mitte meist stark ausge-
schnitten, Hinterrand 2mal ausgeschnitten. Die Unterseite glänzender, fein und dicht punk-
tiert und dicht, lang, abstehend schwarz behaart, am stärksten die Brust; 6. Hinterleibs-
segment beim cf schwach ausgerandet. Beine massig lang und kräftig, fein und dicht
punktiert, Vorderschienen innen grau behaart. Hinterschienen mit 2 kurzen Dornen, der
innere spitz, der äussere breit. Hinterecken der Fussglicder stark nach hinten vorgezogen,
Füsse mit brauner, bürstenartig behaarter Sohle, Klauen rötlich braun.
Die Art ähnelt der Z. hizonutu Gerst. [äicinta Bertol.), unterscheidet sich aber
sehr durch die beiden Gruben auf dem Halsschilde, den fehlenden Miltelkiel, die am
Vorderrande gezackte Vorderbinde, die stärkere Punktierung der Binden, durch die rote
Bandung der Binden und die Form der Dornen an den Hinterschienen, die bei hizonata
Gerst. beide dünn und spitz sind. Die Art scheint am Kilimandjaro endemisch zu sein.
33 Ex. vom Kilimandjaro am 25. Sept. auf blühenden Cucurbitaceen, Kibonoto
Kulturzone am 9. April, 25. Sept., Kullurzone an der unteren Grenze des Begenwaldes 1,850
m., Kibonoto 1,000 — 1,200 m. am 4. April im Mischwalde und Kibonoto 1,300—1,900
m. am 25. Sept.
Ich benenne die Art zu Ehren ihres Entdeckers, des Herrn Prof. Dr. Yngve Sjöstedt.
BOKCHMANN. I,A(iRIIDAE UND CANTHAKIUAE. 305
Ceroctis Marseul.
Ceroctis callicera Geest.
2 Ex., 1 c/', 1 $ mit der Bezeichnung Usambara und Tanga.
Ceroctis vittata nov. spec.
Etwas grösser als cdUicera Gerst., 15 mm. lang, violett-metallisch, ziemlich lang
sciiwarz behaart, am stärksten am Vorderkörper; Kopf und Halsschild kupfrig-metallisch ;
Flügeldecken gelh, jede mit 1 schwarzen Längsbinde, die weder die Basis noch die Spitze
berührt, und einer 2. Längsbinde, di beiden Decken gemeinsam ist, auf der Naht, nach
vorn kürzer als die erste Binde. Kilimandjaro: Kibonoto-Steppe, April.
Caiitliaris Gemm. et Hak. (Lytta Fabr.)
Subgen. Epicauta Redtb.
Epicauta dichrocera Gerst.
11 Ex. Kilimandjaro: Massaisteppe 1,000 m. am 21. und 28. März, Kibonoto
Kulturzone am 16. April und im Mai, Kibonoto 1,300 m. am 9. und 11. Mai. Die Art
war bisher von dieser Gegend nicht bekannt.
Epicauta strangulata Geest.
5 Ex. von Usambara, Mombo, im Juni.
Zonitis Fabricius.
Zonitis nov. spec.
1 Ex., sehr ähnlich der abi/ssinica Fairm., abweichend gefärbt, Schultern der Flü-
geldecken schwarz, Halsschild rot. Kilimandjaro: Kibonoto 1,000 — 1,300 m. am 24. April.
Steiioria Mulsant.
Stenoria glbbicollis nov. spec.
Länge 8—9 mm., Schulterbreite 3 mm. Gestreckt, schwarz mit Ausnahme des
Hinterleibes und der Flügeldecken, welche gelb oder röllichgelb sind, Spitze der Flügel-
decken etwa bis Vs der Länge schwarz (bei einem unreifen Individuum weniger), wenig
glänzend, der ganze Käfer fein gelb behaart, am längsten die Brust. Kopf fast dreieckig,
Mundteile stark vortretend, Schläfen stark beulenartig, fast eckig aufgetrieben, dann plötz-
lich zu einem engen Halse eingeschnürt; Älandibeln lang, stark gebogen, stark glänzend,
letztes glied der Maxillartaster gestreckt, etwas schräg abgestutzt; Oberlippe stark mit
bräunlichen Borsten besetzt; Kopfsclüld schmal, grob punktiert, Scheibe eingedrückt;
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. .39
3()G SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION 7: 14.
Stirn stark und grob punktiert, sehr uneben, mit einem Längskiel, am Vorderrande zu
beiden Seiten des Kieles mit je 1 zuweilen sehr tiefen und scharf begrenzten Grube;
Scheitel tlach, am Hinterrande mit einem ziemlich starken Querwulste; Schläfen etwa so
lang wie 1 Auge; Augen massig gewölbt, nierenförmig, vorn massig ausgerandet; Fühler
beim cf die halbe Körperlänge erreichend, nicht glänzend, beim $ kürzer, nach aussen
nicht verdickt, alle Glieder mit Ausnahme des sehr kurzen 2. länger als breit, nach aus-
sen an Länge etwas abnehmend, 3. und 4. Glied von gleicher Länge, die letzten beiden
Glieder etwas platt gedrückt, Endglied so lang wie die 2 vorhergehenden zusammen,
beim $ etwas kürzer, zugespitzt vor der Spitze plötzlich eingeschnürt. Halsschild etwas
breiter als der Hinterrand des Kopfes, um die Hälfte breiter als lang, grösste Breite vor
der Älitte, Vorderrand sehr kurz, Seiten abgestumpft eckig erweitert, vor den Hinterwin-
keln etwas eingeschnürt, Hinterrand etwa doppelt so breit wie der Vorderrand, in der
Mitte ausgeschnitten, erhaben gerandet, Scheibe feiner punktiert als der Kopf, sehr un-
eben, mit einem scharfen Längskiele, vorn mit einer tiefen und breiten Quergrube, die
durch den Kiel unterbrochen wird, vor dem Hinterrande 2 kräftige Beulen, die durch
eine scharfe Mittelfurche von einander getrennt sind. Schildchen gross, dreieckig, Spitze
abgerundet, Seiten vor der Spitze ausgeschnitten, glänzend, punktiert. Flügeldecken kür-
zer als der Hinterleib, sehr dicht und fein punktiert, unbehaart, mit einer schwachen
Spur eines Längsnervs; Schultern stark vortretend, zwischen den Schultern auf jeder
Decke ein kräftiger Eindruck, Seitenrand deutlicli gerandet, au.sgeschnitten, Spitzen ein-
zeln abgerundet, klaffend, Naht erhaben gerandet; Spitzen der gelben Unterflügel ge-
bräunt, unter den Decken hervorragend. Unterseite glänzender, feiner punktiert; Brust
mittellang behaart, der letzte Hinterleibsring beim cf in der Mitte scharf ausgeschnitten.
Beine kräftig, Schenkel etwas verdickt. Schienen schwach gebogen; Dornen an den Hin-
terschienen dünn und schwach gebogen, an den Vorderschienen verhältnismässig kurz
und stumpf. 3 cTcf, 3 $$.
6 Ex. vom Küimandjaro: Kibonoto Kulturzone am 5. und 7. Älai; Kibonoto 1,000
— 1,300 m. 24. April bis 9. Mai.
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Marseul, S. A. de. Monographie des Mylabrides (1873), p. 427, 429.
Liste der yom Kilimaiidjaro und Meru bisher bekaiiiiten
Lagriiden und Cantliariden.
Lagria hirsuta Kolbe.
» laiicollis Kolbe.
» imdusumana Kolbe.
» Sjöstedti Borchm. n.
» quadriviitata Fairm.
» convexa Kolbe.
Porrolagria derasa Kolbe.
Eutrapela variabilis Borchm.
sp.
Zonabris tristigma Gerst.
» apcrta Gerst.
» praestatis Gerst.
» Sjösfedti Borchm. n. sp.
Cerorfis vitiata Borch.m. n. sp.
Epicauia dichrocera Gerst.
Zonitis n. sp.
Sfeiwria gibbicoUis Borchm. n. sp.
7. COLEOPTERA.
15. Clavicoriies
par
A. GROUVELLE.
L'etude des Clavicornes (Histerides exclus) recoltes par le professeur D"" Y. Sjöstedt,
dans la region du Kiiimandjaro, m"a donne le plaisir d'etudier une faune presque nou-
velle pour les Entolnologi^^tes.
La collection forme un total de 4-9 especes (1367 individus environs) sur lesquelles
20 sont descrites ici pour la premiere fois.
A priori, cette elude ne devait pas reserver de grandes surprises, quant ä la de-
couverte de formes tont-ä-fait nouvelles; les insectes Clavicornes ont en geueral un habitat
tres etendu, aussi devait-on s'altendre ä retrouver, en grande parlie, les genres et souvent
meme les especes de l'Afrique occidentale et des parties dejä explorees de l'Afrique
Orientale. Les grandes allitudes pouvaient seules reserver des surprises et ä cet egard,
elles nous ont permis d'etudier des Meliyethes se rapprochant singulierement des formes
europeennes.
Les Clavicornes du Kiiimandjaro, n'onl donne Heu, jusqu'ä ce jour, ä aucune etude
speciale; le present memoire commence donc ä combler une lacune: prochainement la
publication des resuUats des exploralions de M"' Ch. Alluaud, viendra apporter un nou-
veau contingent ä la connaissance des insectes de cette region et l'interet sera d'autant
plus grand, que les recolles de ÄLM. Y. Sjöstedt et Cn. Alluaud, faites sans doute dans
des conditions diffrrentes, se complelent et ne se superposent pas.
Tliaiiatoi»hiliis (Silplia) niicaus Fab.
Syst. El. T, 1801, p. 337. — De nombreux exemplaires provenant de la region infe-
rieure du yieni et du Kiiimandjaro.
Sjösfedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7 . 39 *
310 SJÖSTEDTS KILIMANDJÄROMERU EXPEDITION. 7: 15.
Cetle espece se rencontre dans toute la region Orientale de l'Afrique, depuis le Cap
de Bonne Esperance jusqu'ä l'Abyssinie. Le type de l'espece provient du Cap.
NitidulidsB.
Brachypeplus rubidus Muer.
Ann. Nat. Hist. 3, Ser. IV, 1859, p. 356; Mon. 1864, p. 304, pl. 34, fig. 6. —
24 exemplaires provenant du Kilimandjaro: Kibonoto, Region des cultures, 1200—1800
metres, Novenibre et Obstgartensteppe, Decembre.
La description originale de Murray a ete faite sur un insecte provenant de la
Guinee, depuis le B. ruhidus a ete retrouve dans tonte TAfrique tropicale.
Carpophilns liumeralis Fab.
Syst. El. I, 1801, p. 354. — Murr. Monog. 1864, p. 343. — Deux exemplaires
provenant du Küimandjuro, Region des cultures; Mars. Cette espece est repandue dans
toutes les regions tropicales et subtropicales de l'Afrique, de l'Asie et de la Malaisie.
Carpophilus obsoletus Er.
Germ. Zeitschr. IV, 1843, p. 259. — Murr. Monog. 1864, p. 368. — Kilimandjaro.
Aoüt. 4 Exemplaires. Cette espece se retrouve dans toutes les Indes orientales, finde,
TArabie, TAfrique Orientale et certaines iles de la Medilerranee; eile doit etre transportee
dans les fruits et autres matieres vegetales.
Epuraea Kolbei Grotiv.
Revue d'Entomologie, XXVII, 1908, p. 99. — Kilimandjaro; Kibonoto, Region
des cultures. Cette espece a ete decrite sur des exemplaires provenant de l'Afrique
Orientale Allemande, Amani et de l'Usambara.
Axyra lata n. sp.
Oblonga, subparallela, lata, modice convexa, nitidula, pilis fusco-cinereis, stratis et
setis flavis plus minusve inclinatis parce vestita, picea; antennis tarsisque rufo-piceis.
Antennae subbreves; clavae articulis transversissimis, paulatim latioribus, ultimo apice
truncato, modice pulvinato. Caput transversurn, anlice truncatum, subdepressum, antice
inter antennarum bases late biinipressum, dense valdeque punciatum; labro submagno.
Prothorax antice angustus, lateribus antice arcuatus, postice sinuatus, paulo duplo in
maxima latudine latior quam longior, dense valdeque punctatus; apice late et sat profunde
emarginato; angulis anticis subrectis, vix hebetatis; marginibus lateralibus late concavo-
explanatis; angulis posticis subacutis; basi recta, ad exircmitates subsinuata. Scutellum
subtriangulare, parce tenuiterque punctatum. Elytra basi protliorace vix latiora; lateribus
parum arcuata, ad angulos posticos rotundata, apice oblique subtruncata et separatim
OBOUVELI.E, CLAVICORNES. 311
breviter rotundata, l et 74 tarn olongata quam siinul lata, sparsius prolhorace punctata;
punclis basi minutissime aspero-Iobatis, ad basin majoribus et transversim confluentibus;
Stria suturali usque ad priniam quintam partem longitudinis impressa. Corpus subtus,
prosternum exceptum, tenuiter parcoqne punctatum, nitidum. Lung. 7 mm.
Oblong, subparallele, environ deux fois et un quart aussi long que large, modere-
ment convexe, un peu brillant, brun de poix avec les antennes et les tarses rougeätres ;
pubescence formee de poils cendres, legerement fonces, couches, tres peu serres et de
soies flaves, dressees, inclinees en arriere, tres espacees, disposees en lignes peu regulieres
sur les elytres. Antennes un peu allongees; 1'"' article epais, arque en dehors, plus long
que large, 4"'' et 5""^ suballonges, subegaux, 6*"" et 7"'" subtransversaux, 8"^ transversal,
plus large que 7"", 9""^ ä IL""" formant une massue bien marquee, piriforme, un peu
plus longue que large, terminee par un bouton convexe, surbaisse. Tete tres nettement
moins de deux fois plus large que longue, tronquee en avant, subdeprimee, couverte
d'une ponctuation dense et forte surtout pres des yeux et biimpressionnee entre les nais-
sances des antennes; yeux ä facettes assez fortes, glabres. Prothorax plus large au bord
anterieur que la tete, presentant sa plus grande largeur ä la base, arrondi sur les cötes
en avant, subparallele ä la base et legerement sinue contre les angles posterieurs, un
peu plus de deux fois plus large dans sa plus grande largeur que long; bord anterieur
assez profondement echancre, non reborde aux extremites; angles anterieurs subaigus,
saillants en avant; marges laterales largement explanees concaves surtout vers la base;
angles posterieurs subaigus; base droite, tres faiblement sinuee de chaque cöte aux extre-
mites, rebordee plus largement au milieu qu'aux extremites; ponctuation analogue ä celle
de la tete, mais moins serree sur le disque, grosse et confluente sur les cötes. Ecusson
transversal, en forme de triangle curviligne, eparsement et finement ponctue. Elytres un
peu plus larges ä la base que le prothorax, anguleux aux epaules, faiblement arques sur
les cötes, arrondis aux epaules, subtronques obliquement au sommet, separement et
brievement arrondis ä l'extremile, environ une fois et un quart aussi longs que larges
ensemble, couverts d'une ponctuation forte surtout ä la base, alors Iransversalement con-
fluente; points presentant ä la base un tres petit lobe, subrapeux ; stries suturales bien
marquees au sommet, prolongees jusqu'au premier cinquieme de la longueur; marges
laterales etroitement rebordees-explanees. Stries femorales du premier segment de l'ab-
domen divergentes, presqu'entieres. Dessous du corps brillant; mesosternum, metasternum
et abdomen eparsement et finement ponctues.
KUhuandjaro. Kibonoto, Hegion des cultures, septembre. 1 exemplaire femelle.
Axyra punetatissima uov. sp.
Oblongo-elongata, subparallela, convexa, nitidula, setis tlavis, subelongatis, sparsis,
retrorsum valde incurvatis vestita, nigro-picea; antennis, pedibus, prothoracis elytrorumque
marginibus refiexis rufo-piceis. Antennae breves; clavae articulis transversissimis paulatim
latioribus, ultimo apice Iruncato, brevissime pulvinato. Caput transversum, antice sub-
sinuatum, fronte convexiusculum, ante bases antennarum depressum, dense punctatum;
312 SJÖSTEDTS KILIMÄNDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 15.
labro brevi. Prolhorax parum anlice vix poslice angustus, laLeribus modice arcuatus,
duplo latior in maxima lalutine quam longior, dense et capite fortius punctatus; margine
antico medio arcuato, utrin(|ue sinuato et ad extremitates marginato; angulis antieis ob-
lusis, hebetatis; marginibus lateralibus stricte reflexis; anguli.s posticis parum obtusis; basi
subrecta, marginata. Elytra basi prolhorace vix latiora, subparallela, dein valde arenata,
ad apicem subacuminata et separatim rotundata, dense punctata; punctis basi minutissime
lobatis, saepius transversim confluentibus, ad basin majoribus. Corpus subtus teniiiter
punctatum, modice nitidum. Long. 6,5 mm.
Oblong, subparallele, environ trois fois et un tiers aussi long que large, convexe,
un peu brillant, noir-brunatre avec les antennes, les pattes et les bords reüechis du pro-
thorax et des elytres roux de poix; pubescence formee de poils flaves, espaces, fortement
recourbes, presque couches, Orientes en arriere ou plus ou moins inclines en dedans.
Antennes courtes; 1" article epais, un peu plus long que large, 2"^ subcarre, S"'^ plus
de deux fois plus long que large, 4""^ suballonge, ö""® une fois et un tiers aussi long que
large, 6'"'' transversal, 7""^ iin peu plus long que 6""", S""* plus transversal que 7™^ 9"® ä ll"""
formant une massue tres marquee, presqu'en forme de tronc de cöne renverse, termine
ä la base par une faible saillie convexe, environ aussi long que large a la base, c'estä dire
ä l'extremile de la massue. Tete moins de deux fois plus large c{ue longue, Ironquee-
subsinuee en avant, convexe sur le front, deprimee, biimpressionnee en avant des nais-
sances des antennes, couverte d'une ponctuation dense, assez forte, plus dense et plus
forte pres des yeux; ceux-ci ä facettes, moderement grosses, glabres. Prothorax plus large
au bord anterieur que la tete, un peu retreci en avant, ä peine ä la base, faiblement
arrondi sur les cöte, environ deux fois plus large dans sa plus grande largeur (|ue long;
bord anterieur assez fortement arque en avant dans le milieu, sinue de chaque cöte, re-
borde aux extremites; angles anterieurs obtus, emousses; marges laterales etroitement
explanees-rebordees; angles posterieurs faiblement obtus; base subtronquee, rebordee; ponc-
tuation dense, plus forte que celle de la tete, grosse et conflueute sur les marges late-
rales; de chaque cöfe, conlre la base, une assez courte Impression lineaire, oblique.
Ecusson subdemicirculaire, densement et finement ponclue. Elytres un peu plus larges
ä la base que le prothorax, subanguleux aux epaules, subparalleles, puis fortement arqut'S
en dedans, subacumines vers l'extremite et separement et brievement arrondis au sommet,
environ deux fois et un quart aussi longs que larges ensemble; couverts d'une ponctua-
tion forte surtout ä la base, dense, souvent transversalement conüuente; points presentant
un tres petit lobe ä la base; strie suturale bien marquee au sommet, prolongee vers la
base par une ligne de petits points serres; marges laterales etroitement rebordees explanees.
Stries femorales du premier segment de l'abdomen divergentes, s'arretant assez loin du
sommet du segmenl. Dessous du corps assez brillant, a ponctuation presque generale-
ment fine. Elytres du male tres legerement subsinuees pres du sommet. Tibias sans
courbure ou dilatation speciale a l'extremite.
Kilimamljaro : Kibonolo, 1800 ä 1900 metres. Xovembre. Assez nombreux exem-
plaires; Novembre.
• ihi 'I \ I i.i.i i I \ \ !•'•!: s k.!-:. -3lä
Plat.vchora eltena Thoms.
Archiv ml. II, IHöH, p. '1-2, pl. 1, lig. 2. Hii ext'inplaire. Espece decrile du Gabon,
liouvee depuis dans diverses regions de lAlriiiue Iropirale et en particulier dans l'Afrique
Orientale Allemande; Dar-es-Saläm. -- Kiliindiidjafo: Kibonoto, Region inferieure. Janvier.
Platjchora australis (iR<niv.
Ann. See. enl. Fr. LXVIll, 1899, i). 138. — Ki/imandjoro, Kibonoto, Region des
' cultures. Fevrier. Le type de l'espece provient du Nalal.
La.siodactjius imuuiiidiis Bohem.
Ins. Caffr. 1, 184'8, 2, p. 571. — Küimatidjaro, Kibonoto. Mai. Region des cultures.
1 exemplaire mrde et 1 exemplaire femelle.
Meli^etlies miinetes nov. sp.
Ovatus, convexus, nitidus, tenue griseo-pubescens, ater; tarsis rufo-fuscis. Caput
transversum, convexiusculum, subdense et subtenuiter punctatum; lateribus ante oculos
transversis; margine antico sinuato. Prothorax transversus, antice angustus, minus dense
et magis tenuiter capite punctatus; margine anlico subemarginato; angulis anticis obtusis,
hebetalis, subprominulis; lateribus subrectis, convergentibus, antice intus arcuatis, tenuiter
marginatis; angulis posticis acutis, hebetatis, retrorsum subproductis; basi medio recta,
utrinque scutelli sinuala, ad extremitates subsinuata. Scutellum transversum, trianguläre,
sublaeve. Elytra basi prothorace haud latiora, humeris hebetata, lateribus ad basin sub-
parallela, ad apicem convergentia, ad angidos posticos rotundata, apice lalissime et vix
separatiui subarcuata, paulo longiora ([uam in maxima latudine siniul lata, in disco sub-
parce punctulata; punctis ad latera transversim substrigosis; lateribus subtenuiter margi-
natis; Stria suturali nuUa. Tibiae anUcae sublatae; extus dense denticulatae; tribus denü-
culis longioribus: 1" ad primum trientem longitudinis, 2° et 3° ad apicem per duos
denticulos minimos separatis. Stria marginalis coxarum posticarum ante apicem inflexa.
Long. 2 mill.
Ovale, environ deux fois aussi long que large, convexe, brillant, noir avec les tarses
dun roux enfume, couvert dune pubescence fine, grise et courte, ne masquant pas la
couleur du tegument. 2""" et 3'"'' articles des antennes moderement allonges, subegaux.
Tete transversale, legerement convexe, densement et presque finement ponctuee; bords
lateraux, en avant des yeux sinues; epistome sinue. Prothorax retreci en avant, environ
deux fois plus large ä la base que long, couvert d'une ponctuation moins dense et plus
fine que celle de la tete; bord anterieur ä peine sensiblement echancre, reborde aux ex-
Irernites; angles anterieurs' obtus, emousses, un peu saillants en avant; cotes presque droits,
convergents, arques en dedans en avant, finement rebordes-explanes; angles posterieurs
aigus, emousses, un peu .saillants en arriere; base droite dans le milieu, sinuee de chaque
* Les angip.s aiitHi-ieiirs vus de face sont droits, einousses, les posfei'iears ublus, presqu'arrüiidis.
Sjostedts KUinuiiidjai-u Merti Expedition. 7. -. 40
314 SJÖSTEDTS KILIMANDJAROMERU EXPEDITION. 7: 15.
cöte de l'ecusson, subsinuee aux extremites. Ecusson triangulaire, plus de deux fois plus
large que long, presque lisse. Elytres ä la l)ase de la largeur du prothorax, emousses
aux epaules, d'abord subparalleles, puis attenues vers le sommet, arrondis aux angles
posterieurs, tres largement arrondis separement au sommet, sensiblement aussi longs que
larges ensemble dans leur plus grande largeur; ponctuation sulirapeuse, iin peu eparse
sur le disque, plus dense et formant presque des strigosites transversales sur la partie
laterale; stries suturales ä peine marquees au sommet; angles apicaux suturaux ä peine
obtus. Tibias anterieurs moderement larges, garnis sur leur bord externe de dentlcules
aigus, serres avec trois denlicules plus longs, un peu obliques; le 1"' vers le premier tiers
de la longeur, le 2°"^ et le 3"" vers l'extremite, separe par deux denticules plus petits, le
3""^ separe de Textremite par un petit denticule. Strie femorale des hanches posterieures
arquee avant l'extremite. Saillie prosternale et metasternum assez densement et grossiere-
ment ponctues; abdomen beaiicoup plus ilnement.
Region inferieure du Mern. Decembre. Un exemplaire ferneile.
Meligetlu^s iiicognitiis nov. sp
Ovatus, convexissimus, nitidus, tenue flavo-cinereo ]iubescens, piceus; antennis, elytris
pedibusque fulvo-ferrugineis. Caput transversum, convexiusculum, subdense punclulatum;
lateribus ante oculos profunde sinuatis; margine antico sinuato. Protborax transversus,
antice angustus, subparce punctulalus; margine antico truncato; angulis anticis rotundatis;
lateribus regulariter arcuatis, stricte marginatis; angulis posticis subrectis; basi medio
recta, utrinque scutelli sinuala, dein recta et ad extremitates subsinuata. Scutellum tri-
anguläre, transversum, dense punctulatum. Elytra basi prothorace band latiora, humeris
angulosa, lateribus arcuala, vix ainpliala, ad angulos posticos rotundata, apice sublate et
separatim arcuata, paulo longiora (juam in uiaxima latudine simul lata, parce punclulata
et transversim strigosa; lateribus tenui-ssime marginalis; Stria suLurali ad apicem impressa.
Tibiae anlicae sublatae, extus breviter denticulatae et ad apicem per quatuor dentes lon-
giores armatae. Stria marginalis coxarum posticarum ante apicem inflexa. Long. 1,5 mill.
Ovale, un peu plus de deux fois plus long que large, tres convexe, couvert d'une
pubescence d'un cendre tlave, assez longue et assez dense, ne masquant pas la couleur
du tegument, brun de poix moderement fonce sur la tele et le prothorax, avec les elytres
d'un roux ferrugineux un peu accentue, les antennes, les pattes et le prosternum d'un
roux testace et le mesosternum, le metasternum et l'abdomen un peu rembrunis. Tete
transversale, legerement convexe, peu densement pointillee; bords lateraux en avant des
bases des antennes profondement sinues; epistome sinue. Prothorax relreci en avant,
environ deux fois plus large ä la base que long, subeparsement pointille; bord anterieur
tronque, reborde aux extremites; angles anterieurs^ arrondis, non mar(|ues; ciMe reguliere-
ment arques depuis la base, etroitement rebordes explanes; angles posterieurs presque
droits; base tronquee dans le miheu, sinuee de chaque cöte de l'ecusson, puis tronquee
' Les angles anteiieurs vers la face sunt obtus emoussees, les püsteiieius obtus.
(iROUVELLK. CI,AV1((H:NKS. 315
et subsinuee vers rextremite. Ecusson en triangle suhcurviligne, plus de deux fois plus
large que long, densemenl pointille. Elylres a la base de la iargeur du prothorax, en
angle drüil aux epaules, arques sur les cötes, ä peine elargis, altenues vers le sommet,
ari'öndis aux angles posterieures, assez largement et separement arques au sommet, en-
viron une fois et un tiers aussi iongs que larges ensemble dans leur plus grande Iargeur;
ponctuation fine, eparse, formant de fmes strigosites subtransversales, mieux marquees
vers la base de l'elytre; stries suturales marquees au sommet; angles apicaux suturaux
nettement obtus. Tibias anlerieurs moderement larges, armes a l'extremite de quatre dents
iriangulaires, allongees et en avant de ces dents de petits denticules obtus, serres. Strie
femorale des hanches posterieures s'ecartant faiblement de la hauche en formant une
courbe fermee et inflechie avant l'extremite. Saillie prosternale et metasternum assez
densement et assez grossierement ponctues; abdomen moins densement et plus finement;
Segments de l'abdomen franges au sommet de poils flaves.
Kilimandjaro: Kibonoto, Region des cultures. Novembre. Un exemplaire rnale.
Meligethes dilutiis nov. sp.
Ovatus, convexus, nitidus, glaber, dilute piceus. Caput transversum, convexiusculum,
dense punctatum; lateribus ante oculos Iransversis; margine antico medio subprofunde
sinuato. Prothorax transversus, antice angustus, dense sed paulo minus fortiter capite
punctatus; margine antico truncato ; angulis anticis obtusis, hebetatis; lateribus arcuatis,
ad basin breviter parallelis, subtenuiter raarginatis; angulis posticis rectis, hebetatis; basi
subrecta, utrinque scutelli breviter subsinuata. Scutellum transversum, apice late rotun-
datum, dense punctulatum. Elytra basi prothorace haud angustiora, lateribus arcuata, ad,
angulos posticos rotundata et apice subseparatim arcuata, 1 et 7^ tam elongata quam in
maxima latudine simul lata, subdense punctata; punctis ad basin Ulis prothoracis majo-
ribus; lateribus subtenuiter marginatis; Stria suturali subintegra, ad apicem magis im-
pressa. Tibia? antictO sublata:», extus denticulata^ ; denticulis ad basin tenuibus, quatuor
ultimis ad apicem multo majoribus, elongatis. Stria marginalis coxarum posticarum ante
apicem inflgxa.
Long. 1,9 mill.
Ovale, un peu plus de deux fois plus long que large, convexe, brillant, glabre,
ferrugineux, legerement leinte de couleur de poix; antennes et pattes plus claires. 2""^ et
3"°^ articles des antennes allonges, subegaux. Tete transversale, legerement convexe,
densement ponctuee; bords lateraux aupres des antennes transversaux; epistome sinue
dans le milieu. Prothorax retreci en avant, environ deux fois plus large ä la base que
long, couvert d'une ponctuation dense, un peu moins forte que Celle de la tete; bord
anterieur subtronque; angles anterieurs obtus, emousses; cötes brievement paralleles ä la
base, forternent arrondis en avant, assez finement rebordes-explanes ; angles posterieurs
vus de dessus, droits, emousses; base tronquee, assez brievement sinuee de chaque cöte
de l'ecusson. Ecusson subtriangulaire, largement arrondi au sommet, plus de deux fois
plus large que long, couvert d'une ponctuation fine et dense. Elytres ä la base de la
316 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MEBU EXPEDITION. 7: 15.
largeur du piolhorax, anguleux aiix ('paules, ar(|ues sur ley cntes, presentant leur plus
grande largeur vers le premier quart de la lougeur, arrondis aux angles posterieurs qui
ne sont pas marques ainsi qu'au sommet, termines en angles un peu ohtus aux angles,
suluraux ; environ une fois et un quart aussi longs que larges dans leur plus grande lar-
geur; ponctuation un peu espacee, plus forte ä la base f|ue celle du prothorax; bords
laleraux assez linement rebordes-explanes ; strie sulurale i)ien marquee au sommet, presque
prolongee jusqu'ii l'ecusson. Tibias anterieurs assez larges; leur marge externe armee de
petites denls dans la partie l)asilaire et un peu avant rextremite de quatre dents allon-
gees, un peu inegales. Strie lemorale des hanches posterieures recourbee un peu avant
l'extremite. Saillie prosternale grossierement ponctuee; mesosternum lisse; metasternum
(■■parsement pointillr, deprimr au sommet chezlemäle; segments ahdominaux eparsement
pointilles.
Küimandjaro: Kibonoto, Kegion des cultures. 2 exemplaires.
Meligethes iPthiitps iiov. sp.
Breviter ovatus, convexus, nitidus, tenue griseo-pubescens, ater; antennis pedibusque
rufo-piceis. Caput transversum, convexiusculum, dense pundatum; lateribus ante oculos
Iransversis; margine antico sinuato. Protborax transversus, antice angustus, minus dense
quam Caput punctatus; margine anlico subemarginalo ; angulis anticis obtusis, hebetatis,
sul>prominulis; lateribus arcuatis, ad basin convergenlibus, tenuiler marginatis; angulis
posticis subrectis; basi subrecta, utrinque scutelli subprofunde sinuala. Sculellum trans-
versum, apice late rotundatum, haud dense punctulatum. Elytra basi prothorace sub-
latiora, humeris subdentata, lateribus arcuata, ad angulos poslicos rotundata, apice latis-
sime separatimque arcuata, circiter tarn elongata (|uam in maxima latudine simul lata,
dense et quam caput paulo fortius punctata; lateribus tenuissime marginatis; Stria sutu-
rali nulla. Tibia^ antica^ lat;;^, extiis irregulariter denlata^ : denticulis ad basin minimis,
irrcgölaribus, haud densatis, in ultimam lertiam partem longitudinis tribus denticulis lon-
gioribus per denticulos minores separatis. Stria marginatis coxarum i)osticarum ante api-
cem inflexa. Long. 2,i mill,
Ovale, un peu plus de une fois et demie aussi long que large, convexe, brillant,
noir avec les antennes et les pattes d'un brun rougetilre, couvert d'une pubescence grise,
courte, ne masquant pas la couleur du tegument. 2""' et S'"" articles des antennes un peu
allonges, subegaux. Tete transversale, legerement convexe, densement ponctuee; bords
lateraux sinues en avant des yeux; epistome sinur. Prothorax retreci en avanl, plus de
deux fois plus large a la base que long, couvert d'une ponctuation sensil)lemenl egale a
Celle de la tele, mais un peu moins dense; bord anterieur subechancre, reborde aux
extremites; angles anterieurs ' obtus, emousses, un peu saillants en avanl; cötes droits
vers la base, convergents, arques en dedans en avant, finement rebordes-explanes; angles
posterieurs presque droits; base subtronquee, sinuee de chaque cöte de l'ecusson. Ecusson
' Les angles anterieurs et posterieurs sont obtus, bien marques, lorsqu ils sont vus de face.
(iKOUVKl.l.K, CI.AViroKNKS. 317
subfriangulaire, largemeiil arronrlis an soiiiinct, plus de deux fois plii?^ large a la base
(|ue long, |)eu densemenl pointilh'. Klytres un peii plus larges ;i la base (jue le pro-
Ihdrax, presiiu'en angle droil aux epaiiles, subdentes, ;n<|ues sur les cotes, presentant leur
plus .yrande largeur vers le prernier liers de la longeur, arrondis aux angles posterieurs
([ui HC soni pas mar(|ues, largemeiil et separemenl arrondis au sonimet, un peu moins
longs (jiie hu'ges enseuible dans leur plus grande largeur; ponclnalioii dense, un peu plus
forte (|ue Celle de la lete, subrapeuse; bords lateraux iinement rebordes-explanes; strles
suturales :i peine inarquees au sommel; sur cliaque elytre, au dessous du calus humeral
une Irace de sillon longitudinal. Tibias anterieurs larges, garnis sur les deux premiers
liers de leur longeur de denticules courls, irreguliers, peu serres et sur le dernier tiers
de trois dents allongees, separees: les deux premieres par une denl allongee plus courte
et les deux dernieres par trois dents plus courtes, allongees et serrees. Stria femorale
des hanches posterieures recourbee un peu avant l'extremite. Dessous assez fortement
et densement ponctue; metasternum longitudinalement sillonne.
Hetiion infcrieure du llerii. Decembre. 1 exemplaire male.
Meligethes Sjöstedti uov. sp.
Ovatus, modice convexus, nitidus, cyaneo-aeneus, pube fusco-grisea tenui, band
dense vestitus, capite, prothorace praecipue ad basin, scutello et elytris alutaceus; antennis
clava excepta rufo-fuscis, pedibus dilutioribus, clava antennarum infuscata. Caput modice
transversum, convexiusculum, subparse punctatuni; lateribus ante oculos obliquis, con-
vergentibus; margine antico sinuato. Protborax transversus, postice vix, antice valde
angustus, capite minus fortiter punctatus; margine antico subtruncato, ad extremitates
raarginato; angulis anticis late rotundalis; lateribus arcuatis, sublate marginato-explanatis;
angulis posticis rotundatis; basi medio recta, utrinque scutelli subsinuata, ad extremitates
subobliqua. Scutellum transversum, trianguläre, lateribus arcuatum, parce punctatum.
Elytra basi prothorace paulo angustiora, laterilnis parum arcuala et vix ampliata, ad apicem
attenuata et apice separatim latissime rotundata, 1 et ^n tarn elongata quam in maxima
latudine simul lata, dense punctata. Tibife anficae sublatae, extus tenuiter denticulata?,
tribus ultimis articulis paulo majoribus. Stria marginalis coxarum posticarurn ad apicem
inflexa. Long. 3 mill.
Ovale, environ deux fois et demie aussi long que large, moderement convexe, cou-
vert d'une pubescence d'un gris sombre, tine, peu serree, brillant, d'un bronze bleuätre;
antennes d'un roux enfume, pattes plus daires; massue des antennes noiratre; tegument
alutace. Tete moderement transversale, assez saillante en avant, un peu convexe, cou-
verte d'une ponctuation, un peu eparse, assez forte; bords lateraux s'avangant oblique-
ment en avant immediatement en avant de la naissance des antennes; epistome sinue.
Prothorax a peine retreci ä la base, fortement en avant, plus de deux fois plus large
dans sa plus grande largeur que long, couvert dune ponctuation aussi dense, mais moins
forte que celle de la tete; bord anterieur tronque; angles anterieurs tres largeraent arron-
dis; cötes arques, rebordes par une marge explanee, s'elargissant vers la base, occupant
318 SJÖSTEDTS KILIMAND.IAKOMERU EXPEDITION. 7: 15.
]a region de l'angle posterieur et venant reborder rextremite de la base; angles posterieurs
obtus ; base droite dans le milieu, sinuee de chaque cöte de l'ecusson, uu peu ohlique-
ment tronquee aux extremiles. Ecusson transversal, en triangle curviligne, eparseinent
ponctue. Elytres un peu plus etroits ä la base que le prothorax, sulmrrondis aux epaules,
arques sur les cötes, faiblement elargis, attenue vers l'extremite, tres largement et sepa-
rement arrondis au sommet, environ une fois et un tiers aussi longs que larges ensemble
dans leur plus grande largeur, couverts d'une ponctuation tres dense, raoins forte que
Celle du prothorax; marges laterales etroitement rebordees. Marges externes des tibias
anterieurs armees de petites dents dont les trois dernieres sont un peu plus fortes. Strie
femorale des hanches posterieures recourbee ä l'extremite. Metasternum du male large-
ment deprime au sommet.
Küimandjaro: Kiboscho, 3000 ä 4-000 metres. Fevrier. Un exemplaire male.
Meligethes gloriosus dov. sp.
Ovatus, convexus, nitidissimus, viridi-cupreus, glaber, capite, prothorace praecipue
ad basin, scutello et elytris alutaceus; antennis rufis vel rufo-piceis, primo articulo dilu-
tiore; pedibus rufo-testaceis. Caput transversum, subdepressum, vix perspicue alutaceum,
subdense punctatum ; margine antico medio sinuato. Prothorax transversus, postice vix,
antice valde angustus, capite minus dense punctatus, margine antico utrinque sinuato et
marginato; angulis anticis obtusis, hebetatis; lateribus arcuatis, marginatis; angulis posticis
obtusis, subrotundatis; basi subrecta, utrinque scuteili subsinuata. Scutellum transversum,
subtriangulare, apice rotundatum. Elytra basi prothorace haud latiora, lateribus arcuata
et modice dilatata, ad apicem attenuata et apice separatio! late rotundata, 1 et Y4 tam
elongata quam in maxima latudine simul lata, subparce et subvalde punctata. Tibiae
anticse latse, extus denticulis pectinatis paulatim longioribus armatse. Stria marginalis
coxarum posticarum paulo ante apicem inflexa. Long. 2,5 mill.
Ovale, environ deux fois et demie aussi long que large, convexe, glabre, tres bril-
lant, d'un vert metallique avec la tele un peu cuivreuse; antennes rougeatres, parfois
assombries, rnais l**"" article toujours plus clair; pattes d'un testace rougeatre; dessous en
partie metallique; tete ä peine visiblement alutacee; prothorax surtout ä la base et elytres
tres nettement alutaces. Tete transversale, subdeprimee, assez densement et fortement
ponctuee; epistome sinue au milieu. Prothorax retreci en avant, ä peine ä la base, plus
de deux fois plus large dans sa plus grande largeur que long, couvert d'une ponctuation
un peu moins dense, mais sensiblement aussi forte que celle de la tete; bord anterieur
sinue et reborde de. chaque cöte; angles anterieurs obtus, emousses; cötes arques, re-
bordes par une etroite marge plane, s'arretant un peu avant la base; angles posterieurs
obtus, subarrondis; base sinuee de chaque cöte de l'ecusson. Ecusson subtriangulaire,
arrondi au sommet, environ une fois et demie aussi large que long, assez densement
ponctue. Elytres de la largeur du prothorax ä la base, arrondis aux epaules, arques sur
les cötes, faiblement elargis, attenues vers l'extremite, largement et separement arrondis
au sommet, environ une fois et un qiiart aussi longs que larges ensemble dans leur plus
(JUOUVKLI.K, CLAVICORNKS. 319
grande largeur, ponctues plus eparsement et plus fortement que le prothorax, presentant,
lorsque l'insecte est vu obliquement, de tres faibles traces de strigosites transversales;
uuirges laterales rebordees. Marges externes des tibias anterieurs crenelees de dents pec-
tinees progressivement plus longues. Strie femorale des hancbes posterieures recourbee
un peu avant l'extremite. JMetasternum du male impressionne longiludinalement et de-
prime au sommet.
Kilimandjaro: Kiboscho, 3000 ä 4000 metres. 8 exemplaires.
MeligetJies subcaeruleus nov. sp.
Ovatus, modiee convexus, nitidus, metallicus, valde alutaceus, subdense tenueque
cinereo-pubescens, caerulescens, vel atro-caeruleus, vel cyaneo-viridescens ; antennis, pedi-
bus, corpore subtus metasterno excepto nigris; hoc subaeneo, tibiis tarsisque piceis.
Caput transversum, convexiusculum, subdense punctatum; margine antico truncato. Pro-
thorax transversus, antice angustus, quam Caput minus dense punctatus; margine antico,
subtruncalo, utrinque tenuiter marginato; angulis anticis rotundatis, tenuiter raarginatis;
lateribus arcuatis, tenuiter marginatis, ante basin sublate et ad angulos posticos latissime
explanatis; angulis posticis subrolundatis; basi subarcuata. Scutellum transversum, apice
subrotundatum, parce punctatum. Elytra basi prolhorace band latiora, lateribus modiee
dilata, dein ad apicem convergentia, apice oblique subtruncata et separatira breviter
rotundata, paulo magis sesquilongiora quam simul lata, subdense punctata, punctis sub-
asperis; angulis suturalibus tenuiter denticulatis. Tibipe anlicag extus vix perspicue denti-
culatae. Stria marginalis coxarum posticarum fere ad apicem inflexa. 1,5 — 2 mill.
Ovale, environ deux fois et demie aussi long que large, moderement convexe, bril-
lant, metallique, fortement alutace, couvert d'une pubescence cendree, courte et modere-
ment dense, couleur variant du noir bleuätre au verl bleuatre; antennes sauf la base,
femurs, dessous du corps sauf le metasternum noirs; base des antennes, tibias et tarses
brun de poix, plus ou nioins fonce; metasternum bronze. Tete transversale; bords late-
raux en avant des yeux, droits, convergenfs; bord anterieur tronque; ponctuation un peu
ecartee sur le disque. Prothorax retreci en avant, ä peine ä la base, un peu plus de
deux fois plus large ä la base (jue long, couvert d'une ponctuation moins dense que celle
de la tete; bord anterieur subtronque, finement reborde aux extremites ; angles anterieurs
arrondis, finement rebordes; cöte arques, finement rebordes, peu largement explanes dans
la partie anterieure, tres largement devant les angles posterieurs; ceux-ci subarrondis; base
subsinuee de chaque cöte de l'ecusson. Ecusson transversal, en forme de triangle curvi-
ligne ä sommet subarrondi. Elytres de la largeur du prothorax, ä la base, arrondis aux
epaules, arques sur les cötes, presentant leur plus grande largeur pres de la base, atte-
nues ensuite vers l'extremite, obliquement sublronques au sommet et brievement et se-
parement arrondis, subacumines, plus de deux fois plus longs que larges ensemble, cou-
verts d'une ponctuation assez serree, subrapeuse, presentant vers la base quelques traces
d'aciculations transverses; angles suturaux tres finement dentes; marges laterales tres fine-
-B20 äJ0STEuT8 Kii.iji i A ii.i A K.11 mekI' kx f i:iiiTii i.n . 7. li
ment rebordees-explanees. Tibias anterieurs ä peine visiblement denticuley au bord ex-
terne. Ligne marginale des hanches posterieures recourbee tres pres de rextremite. Mela-
sternuui du male largement el faiblement excave au summet.
De nombreux exemplaires provenant du Kilhnandjaro: Kiboscho, 3000 ;i 4000 metres.
Fevrier.
Meligethes splendens uov. sp.
Ovatus, modice convexus, nitidus, metallicus, subvalde alutaceus, subdense tenueque
cinereo-pubescens, virido-aeneus vel cyaneus; antennis basi excepta nigris; basi antenna-
rum, pedibus anticis intermediisque rufescenlibus; pedibus poslicis piceis; corpore subtus
aeneo-nigro. Caput transversum, convexiusculum, subdense inmctatum; margine antico
truncato. Prothorax transversus, antice angustus, <(uam caput minus dense punctatus;
margine antico truncato, ulriii(|ue tenuiter marginato ; angulis anticis subobtusis, tenuiter
marginatis et praecipue ad basin sat late explanatis, angulis posticis subrotundatis ; basi
subtruncata, ad extremitates arcuata. Scutellum transversum, apice subrotundatum. Elytra
basi prothorace haud latiora, lateribus praecipue juxta basin arcuata, sulimodice dilatata,
ad apicem conjunctim rotundata, ses(juilongiora (|uam simul lata, subdense punctata.
Tibia^ anticaj extus vix perspicue denticulata^. Stria marginalis coxarum posticarum fere
ad apicem inflexa. Long. l,r, mill.
Ovale, environ deux fois et un tiers aussi long (|ue large, moderement convexe,
brillant, metalli(|ue, assez fortement alutace, couvert d'une pubesceiice cendree, courte et
moderement dense; couleur variant du bleuatre au vert bronze; antennes sauf la base
noires; base des antennes, pattes anterieures et intermediaires rougeätres; pattes poste-
rieures brun de poix; dessous du corps noir legerement bronze. Tete moins de deux
fois aussi large avec les yeux que longue; bords lateraux en avant des yeux sinues,
convergents; bord anterieur tronque; ponctuation un peu ecartee. Prothorax retreci en
avant, ä peine ä la base, environ deux fois plus large ä la base que long, couvert d'une
ponctuation moins dense que celle de la tete; bord anterieur tronque, finement reborde
aux extremites; angles anterieurs subobtus, fmement rebordes; cote subparalleles ä la base,
arques en dedans en avant, finement rebordes et assez largement explanes surtout aux
angles posterieurs, ceux-ci arrondis; base subsinuee de chaque cöte de l'ecusson, arrondie
aux extremites. Ecusson transversal, en forme de triangle curviligne, arrondi largement
au sommet. Elytres de la largeur du protliorax, ä la base, arrondis aux epaules, arques
sur les cötes, presentant leur plus grande largeur pres de la ba.se, arrondis ensemble au
sommet, environ deux fois plus longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur,
couverts d'une ponctualiou assez serree; marges laterales tres linement rebordeesexpla-
Tibias anterieurs ä peine visiblement denticules au bord externe. Ligne marginale des
hanches posterieures recourbee tres pres de l'extremite. Metasternum du rnäle largement
et assez fortement excave au sommel.
De numlireux exemplaires provenant du Mira, 3500 nieljes. Jaiivier.
GROUVELLE, CLAVICOBNES. 321
Pria ciuerascens Er.
Germ. Zeitschr. IV, 1843, p. 309. — Je rapporte ä celle espece, comme variete, un
exemplaire provenant de la region du Meru. Peut-etre s'agit-il d'une espece nouvelle qui
viendrait se placer entre les P. dulcamarce Scop. et cinerascens Er.
Itliyra hirsnta Reitt.
Verhandl. nat. Ver. Brunn, XII, 1873, p. 78. — Un exemplaire provenant de la
region des cultures de Kibonoto, KUimandjaro.
L'espece se rencontre dans loute l'Afrique, depuis le Gabon jusqu'a Zanzibar et l'Etat
du Cap-de-bonne Esperance.
Circopes africanus uov. sp.
Oblongus, convexus, nitidus, ferrugineus, pube flava, strata, subdense vestitus.
Antennae breves; articulis 2° — 3° subtequalibus, elongatis, 4° subelongato; clava oblonga,
sesquilongiore quam latiore. Caput transversum, parce praecipue in disco punctulatum,
apice truncatum, pubescentia fere in longitudinem inclinata, pilis sublineato-dispositis.
Prothorax transversus, antice valde angustus, lateribus rotundatus, in disco subparce, ad
latera densius punetatus; margine anlico late profundeque emarginato; lateribus praecipue
ad basin sublate explanato-marginatis ; basi utrinque bisinuata; pilis pubescentife fere in
longitudinem inclinalis, plurimes fasces pilorum convergentium efficienlibus. Scutellum
transversum, ad apicem rotundatum, subdense punctulatum, pubescens. Elytra ad latera
haud dilatata, ad apicem separatim rotundata, paulo longiora quam simul latiora, subdense
substrigosulo punctata ; punctis in disco sublineato-dispositis; Stria suturali subintegra;
pubescentia in lineis plus minusve ex fascibus compositis ordinata. Long. 1,7 mill.
Oblong, environ deux fois plus long que large, convexe, brillant, ferrugineux, cou-
vert d'une pubescence flave, couchee, en general orientee dans la longeur, dessinant sur
la tete quelques lignes irregulieres, formant sur le prothorax une Serie de fascies mal
limitees et rangees sur les elytres en lignes longitudinales plus ou moins composees de poils
convergents, donnant l'apparence de fascies. Antennes courtes, greles; 1"' article epais,
subcarre, 2""^ moins epais, allonge, 3""® grele, sensiblement egal au 2"^ 4"" suballonge,
gme ^ gme gubtrausversaux, O""" ä 11"" formant une massue oblongue, environ une fois
et demie aussi longue que large, moins longue que le tiers de la longueur totale de l'an-
tenne, compacte, ä dernier article plus etroit que le precedent. Tete subtriangulaire, en-
viron une fois et demie aussi large au niveau des yeux que longue, plus eparsement
ponctuee sur le disque que sur les cöle, sublronquee en avant; yeux ä petites facettes.
Prothorax fortement retreci en avant, arque depuis la base sur les cötes, environ deux
fois et un tiers aussi large ä la base que long, fortement echancre au bord anterieur,
borde sur les cötes par une explanation presque nulle au sommet, bien mar(iuee vers la
base; base assez fortement sinuee de chaque cöte de l'ecusson, moins. fortement et plus
largement vers les extremites; angles anterieurs obtus, emousses lorsque linsecte est vu
Sjöstedts Kiliiiiaiiiljaro-Mera Ej-pedifiim. 7. -. 41
322 SJÖSTE11TS KIl.IMAND.TATfOMERU EXPEDITION. 7: 15.
de dessus, posterieurs aigus, emousses, un peu sailtants en arriere; ponctuation un peu
eparse sur le disque, plus dense sur les cötes. Ecusson transversal, largement arrondi
au sonimet, presque densement ponctue. Elytres de la largeur du prothorax ü la base,
arrondis aux epaules, subparalleles, arrondis separement au somniet, un peu plus longs
que larges ensemble, couverts d'une ponctuation assez dense, subrapeuse, presque disposee
en lignes sur le disque; strie sulurale presqu'entiere ; pubescence formee de poils couches
allonges, dessinant des lignes longitudinales et de poils inseres entre res lignes et con-
vergents vers elles.
Küimandjaro. Acut. 1 exemplaire.
Cette espece se retrouve dans toute TAfrique tropicale depuis le Gabon jusqu'ä
Zanzibar.
Pallodes Sjöstedti nov. sp.
Breviter oblongus, convexus, nitidus, glaber, ater; antennis testaceis; 1° et 2° arti-
culo subinfuscatis, lateribus prothoracis et basi ad extremitates stricte rufo-niarginatis; corpore
subtus rufo, subinfuscato. Antenne subbreves ; articulo 2° subelongato, 3° duplo longiore
quam latiore, 4° et 5° subquadratis, 6° — 8° subtransversis, quam pr?ecedentibus iiaulo
angustioribus ; clava piriformi, dimidiam partem antennse longitudinis subattingente, ultimo
articulo prsecedente angustiore, apice pulvinato, acuminalo. Caput snbdepressum, sub-
dense punctatum. Prothorax transversus, antice valde angustus, parce pra^cipue in disco
punclatus; margine antico medio antice arcuato, utrinque sinuato; angulis anticis obtusis,
subhebetatis; lateribus arcuatis, stricte marginatis; angulis posticis rotundatis; basi medio
truncata, utrinque scutelli subprofunde sinuata, dein modice arcuata. Scutellum trans-
versum, subtriangulare, subparce punctatum. Elytra bumeris subhebetato-angulosa, late-
ribus rotundata, apice separatim rotundata, parce subtenuiterque punctata; punctis paulo
majoribus in lineas dispositis, inlermixtis. Metasternum in longitudinem carinatum. Corpus
subtus dense, subvalde sed haud profunde punctatum. Long. 3,2 mm.
Oblong, environ une fois et un tiers aussi long (jue large, convexe, brillant, glabre,
noir; antennes dun roux testaceclair; avec les deux premiers articles de la massue en-
fumes; marges laterales du prothorax et extremites de la base, etroitement bordes de
roux; dessous du corps roux, un peu enfume. Antennes tres moderement allongees;
l*"" article plus long que large, dilate, arrondis en dedans, 2°"^ un peu elargi, un peu
plus long que large, 3°"' deux fois plus long que large, 4"^ et 5"^ subcarres; 6™^ ä 8"""
subtransversaux, un peu plus etroits que les precedents; 9"^ ä ll^"® formant une massue
piriforme ä peu pres aussi longue que la moitie de la longueur totale de l'antenne, com-
posee d'articles transversaux ; 2""^ article plus conrt que le premier et le troisieme, troi-
sieme plus etroit que le precedent, termine par un bouton, subconique, surbaisse. Tete
transversale, subdeprimee, couverte dune ponctuation peu dense ; epistome tronque. Pro-
thorax tres retreci en avant, tres faiblement ä la base, plus de trois fois plus large dans
sa plus grande largeur que long, couvert d'une ponctuation plus fine et notablement plus
ecartee que celle de ki lete; bord anterieur arque en avant dans le milieu, sinue de
(.iUouvKr.LE, oLAviroKNKS. 323
{•liii(|iic colc, r(!l)oi-(l('' süiildans Ic milicii; angle?; anU'Ticnrs ' largement ol)tus, subemousses;
cotes arques, etroitemenl rchortley-explanes; angles poslrneurs forlement arrondis; base
tron(|U(''e devant l'ecusson, assez forlemenl siiiuee de cba(|ue c()te, puis faiblement arron-
die jusqiraux angles posterieurs. Ecusson subtriangulaire, plus de deux fois jilus large
que long, iin peu eparsenienl poncLue. Elytres sinues de cliaque Cüle de la base, en angle
droit im peu emonsse aux epaules, arrondis sur les cötes, presentant leur plus grande
largeur vers le premier (|uart de la longeur, attenues vers rextremite, arrondis separement
au sommet, environ aussi longs (|ue large dans leur plus grande largeur, couverts d'une
ponctualion fine et ecartee sur le disque, plus Corte et plus dense autour de l'ecusson,
plus line vers le sommet, entremelee de points un peu plus forts, mieux marques vers
le sommet, disposes en lignes presque regulieres; liords lateraux etroitement rebordes-
explanes sur les trois premiers quarts de la longueur. Pygidium roux testace fortement
et densement ponctue. Dessous du corps couvert d'une ponctuation grosse et forte;
prosternum longitudinalement carene.
Küimandjaro: Kibonolo, 1000 — 1300 metres. Avril. Un exemplaire.
Cryptarcha Sjöstedti nov. sp.
Ovata, convexa, nitidula, ocbracea, pube subelongata-flava, strata vesüta; pilis sub-
erectis in elytris intermixtis. Antenne graciles; articulo 1 — 5 elongatis, 3° longiore, 4°
et 5° suba^iualibus, brevissimis; clava elongata, oranibus articulis Iransversis, 2° paulo
latiore, ultimo per pulvinum acuminatum terminato. Caput transversum, convexiusculum,
dense profundeque punctatum, lateribus ante oculos rectis, valde convergentibus; margine
antico haud late sinuato. Prothorax transversus, antice valde, postice vix angustus, dense
sed capite minus valide punctatus; margine antico sat profunde emarginato, medio antror-
sum arcuato; angulis anticis acutis, hebetatis, productis; lateribus regulariter arcuatis,
tenuiter marginatis; angulis posticis subacutis, hebetatis; basi utrinqne bisinuata. Scutellum
transversum, subpentagonale, alutaceum, vix perspicue punctulatum. Elytra ovata, humeris
obtuse angulosa, lateribus subrecla, tenuissime marginata, ante apicem intus arcuata, apice
subseparatim acuminata, dense punctata; setis erectis in lineas irreguläres dispositis; striis
suluralibus ad apicem impressis, usque ad primum trientem longitudinis prolongatis.
Long, -i,? mill.
Ovale, environ deux fois et demie aussi long que large dans sa plus grande lar-
geur, convexe, un peu brillant, jaunätre, tres legerement assombri, couvert d'une pubes-
cence assez dense, formee de i)oils couches, assez longs, entremeles sur les elytres de
soies dressees, inclinees disposees en lignes irregulieres. Antennes greles; 1"'' article plus
epais, deux fois plus long que large, 2""" plus etroit que le premier et un peu moins
long, 3"® un peu plus grele que le second, plus de trois fois plus long que large, 4"^ et
ö""* subegaux, environ une fois et demie aussi longs que larges, 6"^ ä 8"® subtransversaux,
' Les angles antericnrs viis de far-e sont mnins obtns cl pIns ('■inousses, les posterieurs sont modere-
luenl arrondis et emousses.
324 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERÜ EXPEDITION. 7: 15.
gme -Y jjme fomiant une massue brusque, environ une fois et demie aussi longuo que
large, dont le deuxieme article est im peu plus large que les autres et dont le troisieme
est termine par un bouton conique, surbaisse, tres net. Tete triangulaire, nioins de deux
fois plus large que longue, subdeprimee, densement et peu fortement ponctuee; bords
lateraux devant les yeux droits, fortement convergents; jjord anterieur assez etroiteinent
sinue; labre un peu incline par rapport ä la surface de la tete, subarrondi en avant,
plus de trois fois plus large que long, brillant, moins fortement ponctue que la tete. Pro-
thorax retreci en avant, ä peine ä la base, environ deux fois plus large ä la liase que
long dans sa plus grande longeur, densement mais moins fortement ponctue que la tete;
bord anterieur profondement echancre, arque en avant dans le milieu, reborde aux ex-
tremites; angles anterieurs aigus, emousses, saillants en avant; cötes presque droits, faible-
ment arrondis aux extremites, finement rebordes, assez largement releves-concaves surtout
ä la base; angles posterieurs presque droits, emousses; base finement rebordee, faible-
ment bisinuee de chaque cöte; sinuosite interne large, sinuosite exferne plus courte et
plus accentuee. Ecusson triangulaire, deux fois plus large ä la base que long, alutace,
a peine ponctue. Elytres en angle obtus emousse aux epaules, attenues vers le sommet,
subacumines presqu'ensemble; presque deux fois aussi longs que larges ensemble; cötes
droits arques en dedans vers l'extremite, sub.sinues avant le sommet; ponctuation dense;
stries suturales bien marquees au sommet, prolongees jusqu'au premier tiers de la lon-
gueur ä partir de la base. Dessous du corps finement ponctue. Patles comprimees;
tibias assez larges.
Region du Meru; Regenwald. 1 exemplaire male.
Cryptarcha marmorata Faiem.
Le Naturaliste, 1880, p. 181. — Je rapporte avec doute ä cette espece un exem-
plaire provenant du Küimandjaro: Kibonoto inferieur. Septembre.
Le type de l'espece vient de l'Abyssinie. Chasses de A. Raffray.
Anister Raffrayi Grouv.
Bull. Soc. ent. Fr. 1901, p. 102. — Meru inferieure. Novembre.
Cette espece a ete decrite sur un exemplaire provenant de l'Abyssinie; eile se ren-
contre egalement en Tunisie.
Botlirideres parallelus Oestro.
Ann. Mus. Civ. Genova, 1881, XVI, p. 659. — Küimandjaro: Kibonoto inferieur.
Septembre. 1 exemplaire.
Le type de l'espece provient de l'Afrique oriental; Bogos.
Sosylus Sjöstedti nov. sp.
Elongatus, snbcylindricus, nifidulus, glaber, ater; antennis pedibusque rufo-piceis.
Primum articulura antennarum clava?, transversissimum secundum subhemispheericum.
OK()ÜVKI,l,K, CLAVIC'dKNKS. 325
Caput subtransversum, ad basin convexum, antice depressum, imo subconcavum ; fronte
in longitudinem subsulcata, haud dense punctata; inter bases antennaruni Stria parum
manifesta, valde arcuata; spatio ante eam striam subaspero. Prothorax antice rotundatus,
ad basin vix angustus, laterii)us subrectus, in longitudinem pra^ripue ad apicem convexus;
disco in longitudinem subcarinato, parce punctato; marginibus lateralibus densius valdius-
que punctatis; margine basilari medio, juxta basin, tribus impressionibus per carinas se-
paratis notato, impressione intermedia minore, carinis obliquis, depressis, subelongatis.
Scutellum oblongum, convexum. Elytra humeris subdentata, ad apicem valde arcuata,
pulvinato-marginata et conjunction rotundata; singulo quinquies carinato: l'^ carina inter
suturam et striam suturalem, depressa, iutegra, 2" discoidali, paulo ante apicem abbre-
viata, preecipue in initio elytrorum intlexionis apicalis elevata, 3" discoidali, 2" breviore,
elevata, 4" humerali, ad apicem intus inflexa et cum pulvino apicali juncta, elevata;
5* subhumerali, juxta apicalem pulvinum cum 4* juncta. Long. 7 mm.
Allonge, subcylindrique, un peu brillant, glabre, noir ; antennes et pattes rougeätres.
Premier articles des antennes, epais, suboblong, deuxieme insere ä l'angle apical interne
du jn-emier; premier article de la massue des antennes tres transversal, 2°'^ subbemisphe-
rique. Tete presqu'aussi longue que large, convexe ä la base, deprimee, meme legere-
ment concave en avant, marquee entre les bases des antennes par une strie peu visible,
fortement arquee en arriere aux extremites, partageant la surface de la tete en deux
parties : l'anterieure subchagrinee, la posterieure eparsement ponctuee. Prothorax arrondi
en avant, tres faiblement retreci ä la base, ä peine arque sur les cötes, environ aussi
long que large dans sa plus grande largeur, longitudinalement convexe surtout en avant,
longitudinalement subcarene, tinement alutace, couvert d'une ponctuation fme, peu serree,
un peu plus dense et plus forte sur les marges laterales; devant le milieu de la base
trois impressions separees par deux carenes divergentes en avant, mieux marquees ä la
base: Impression intermediaire, petite subponctiforme, bien marquee, externes plus allongees;
bords lateraux et base tinement rebordes. Ecusson oblong, convexe. Elytres pres de
quatre fois plus longs que larges ensemble, fortement convexes dans le sens de la lon-
gueur ä l'extremite, bordes au sommet par une marge concave et par un bourrelet, ar-
rondis ensemble; epaules presqu'en angle droit, subdentees; sur chaque elytres cinq ca-
renes longitudinales: la 1''^ entre la suture et la strie suturale, deprimee, peu elevee,
atteignant ä l'extremite le bourrelet apical; la 2""^ discoidale, plus elevee que la premiere,
atteignant presque le bourrelet apical, presentant un renforcement de son elevation sur
le commencement de la declivite apicale de l'elytre; la 3'"^ discoidale, elevee comme la
2""^ mais un peu moins longue; la 4"" humerale, elevee, inflechie en dedans vers l'ex-
tremite, puis recourbee pour venir se sonder au bourrelet apical; la 5""^ au dessous de
l'epaule, elevee, venant se sonder ä la 4"° contre le bourrelet apical; intervalles des
carenes ä peine ponctues sur le disque, plus concaves et plus ponctues ä l'extremite.
KüimancJjaro: Kibonoto, 1300 ä 1900 metres. Novembre. Trois exemplaires.
326 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEFU EXPEDITION. 7: l.'l.
Dastarciifs iiiteiriiptiis Fairm.
Ann. Soc. ent. Fr. 1881, p. 80. — Le type de cette espece provienl de Zanzibar;
il ful rapporle par l'auteur ä iin genre nouvean: Patodermus, Signale plus lard par
Pascoe comme identique au genre Dastarcus.
Un exemplaire de Kibnnoto, Küimancljaro.
Tenmochilidae.
Aliudria grandis Seev.
Enc. Mt'lh., X, p. 719 (1825). — Üe nombreux exemplaires provenanl du Kili-
mundjaro: Kibonoto; de la region inferieure du Meru.
Cette espece est repandue dans toute l'Afrique equatoriale.
Melambia gigas Fabr.
Suppl. Ent. Syst., p. 51 (1798). — Un exemplaire provenant de la region inferieure
du Meru.
Cette espece est repandue dans l'Afrique equatoriale, Senegal, Gabon, Assinie,
Achantis, Abyssinie etc.
Melambia striata Oliv.
Ent. 11, 19, |). 7, t. 1, f. 4 (1790). — Deux exemplaires provenant de la region
inferieure du Meru.
Gymnochila spaivsiita Thunb.
Schön. Syn. Ins. p. 133 et 134, notes (1808). — Un exemplaire provenant du
Küimandjaro : Kibonoto.
L'espece decrite du Gabon se retrouve dans toute l'Afrique equatoriale.
Ancyrona ciliata M.
Ann. Mag. Nat. Hist., Ser. 3, XIX, 1867, p. 337. — Kümaiidjaro: Kibonoto.
Region inferieure. 3 exemplaires. — Usamhara: Mombo. 2 exemplaires.
Ces insectes son rapportes avec un certain doute ä l'espece de Murray.
Cucujidae.
Passaiidra sexstriata Dalmak.
Scliönh. Syn. Ins. I, 3. 1817, App. p. 14-6, pl. 6, (ig. 3. — Trois exemplaire pro-
venant du Meru inferieur.
Cette espece, decrite de Sierra Leone, se retrouve dans toute lAfrique tropicale.
Hectarthruin quadriliiieatuni Smith.
Col. Brit. Mus. 1, 1851, p. 22. — Deux exemplaires. UsaiiilHira: Mombo. Juin.
Cette espece decrite du Senegal se retrouve dans loiilc TAfrique lro|)icale.
(MiolIVKI.l.K. CI.AVICOKNKS. 327
Inopeplns graudiss nov. sp.
Oblongo-elongatus, depivssus, nitidus, glaber, fulvo-testaceus ; capite prothoraceque
subrufescenlibus; elvtris ad apicem subinfuscatis. Caput Iransversum, subdense puuctu-
latuin, antice transversim et subarcuatim valde striatum, utrinque ad antennae basin in
longitudinem striolatum. Prothorax transversus, antice parum, basin versus valde angustus,
subparce punctatus, in longitudinem pra'cipue ad basin striato-inapressus, utrinque prope
latera sulcatus; sulco antice posticeque abbreviato; margine antico medio arcuato, utrinque
subsinuato; angulis anticis obtusis; lateribus antice rotundatis et paulo ante medium
sinuatis et angulosis; basi rotundata. Scutellum subsemicirculare, l»ve. Elytra ad basin
prolhorace latiora, ad apicem dilalata, apice oblique subtruncata et separatim subacumi-
nato-rotundata, parce punctata, in disco oblique et ex parte striata, longiora quam simul
latiora. Long. 7 mill.
Allonge, oblong, deprime, brillant, glabre, testace un peu fauve, avec la tete et le
prothorax legerement rougeatres et le sommet des elytres enfume. Antennes s'attenuant
vers Textremite. Tete transversale, a peine densement ponctuee, marquee sur le front
par une courte striole, bordee en avant par un sillon legerement arque, s'arretant un peu
en avant de la naissance des antennes, sans atteindre le bord lateral, presentant de chaque
cöte vers la base de Tantenne une courte striole longitudinale. Prothorax un peu retreci au
sommet, fortement ä la base, environ une fois et demie jilus large dans sa plus grande largeur
que long; bord anterieur legerement arrondi dans le milieu, sinue aux extremites; angles
anterieurs obtus; bords lateraux fortement arrondis en avant, assez profondement et
brievement sinues un peu avant le milieu et alors subdentes, puis convergents vers la
base qui est fortement arrondie et legerement echancree dans le milieu; sur le disque un
sillon longitudinal, plus fortement marque ä la base et de chaque cöte, parallelement ä la
marge laterale une Impression longitudinale attenuee aux extremites; ponctuation un peu
eparse. Ecusson presque demi circulaire, lisse. Elytres plus larges ä la base que le
prothorax, tronques ä la base, brievement arrondis aux epaules, elargis presqu'en forme
de trapeze vers le sommet, obliquement tronques ä la partie externe de la marge apicale
et arrondis-subacumines separement au sommet, environ une fois et demie aussi longs
que larges ensemble dans leur plus grande largeur; ponctuation eparse; sur le disque
quelques stries eparses plus ou moins completes.
Küimandjaro: Region inferieure, Obstgartensteppe. Decembre. Deux exemplaires.
Espece voisine de /. major Grouv. Ann. Soc. ent. Fr. 1906, LXXV, p. 117, dis-
tincte par ses antennes attenuees vers l'extremite et tout un ensemble de details de
structure.
Livmophlocus curtipennis Gkouv.
Rev. et Mag. de Zool. 1877, p. 297. — Un exemplaire de Kibonoto, 1300 a 1800
metres, Küimandjaro.
Se retrouve dans tuute la ri'gion tropicale.
328 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 7: 15.
SilTanus piiUiis Reitt.
Wien. ent. Zeitg. XVII, 1898, p. 56. — Küimancljaro: Kibonoto. Region des cultures.
Nombreux exemplaires. — Espece repandue dans tout l'Afrique tropical et subtropical.
Cryptophagidae.
Diphylliis fulvus nov. sp.
OblongLis, convexus, nitidulus, pilis flavis, plus minusve elongatis, dense vestitus,
rufo-fulvus; elytris fulvis. Antennee subelongataB ; ultimo clavse articulo prsecedente duplo
longiore. Caput transversum, antice (runcatum, dense punctatuin; oculis magnis; pilis
pubescentiaä elongatis, juxta oculos inagis densalis. Prothorax transversus, antice an-
gustus, fortius quam Caput sed irregulariter et parum dense punctatus; apice modice ar-
cuato; angulis anticis obtusis; lateribus parum arcuatis, subtenuiter pulvinato-marginatis ;
angulis posticis acutis; basi marginata, utrinque late subsinuata; utrinque disci duabus
carinis in longitudineni dispositis, subparallelis, approximatis, dense pubescentibus, intus
linea punctata marginatis: externa majore, ad angulum posticum initium capiente, antice
cum margine apicali arcuatim juncta; interna minus indicata; marginibus lateralibus et
intervallis carinarum dense punetatis; lateribus pra^cipue ad basin longe ciliaüs. Scutellum
transversissimum, suborthogonium. Elytra basi prolhorace haud latiora, humeris angulosa,
subdentata, lateribus arcuata, ad secundum trientem longitudinis maxime ampliata, dein
ad apicem attenuata et conjunclim subacuminata, magis duplo longiora quam simul la-
tiora, punctata-lineata; lineis ad basin substriatis; intervallis linearum pilis inclinatis, lon-
gioribus, inter se subparallelis, retrorsum ordinatis, dense vestitis; lateribus ciliatis, pilis
ad basin longioribus; ad basin inter striam suturalem et P™ dorsalem stria brevi addita;
striis externis, dorsalibusque ad apicem evanescentibus. Long. 2,3 mill.
Ovale, environ trois fois plus long que large dans sa plus grande largeur, convexe,
un peu brillant, roux fauve avec les elytres fauves, couvert d'une pubescence flave, plus
ou moins allongee, en general inclinee. ■ Antennes plutöt greles, finement pubescentes:
1" article epais, subcarre; 2"® un peu epais et un peu allonge; 3""" environ aussi long
que 2"""; 4""^ et 6"* subcarres; 5""^ plus long que le 4°"* et 6"°^; 7°"^ ä 9™* subtransversaux,
progressivement plus larges; 10'"'' ä profil demi-circulaire, legerement dissymetrique par
rapport aux articles precedents, plus de quatre fois plus large que le precedent; 11"^ ä
peine plus large que 10™^, deux fois plus long, ä profil oblong, subtronque ä la base.
Tete environ deux fois plus large que longue, faiblement convexe, tronquee en avant,
densement et assez fortement ponctuee; pubescence longue, ne mas(|uant pas le tegument,
un peu plus dense sur les cötes; yeux gros, ä petites facettes. Prothorax retreci en avant,
environ deux fois plus large ä la base (jue long, longitudinalement subdeprime sur le
disque et un peu convexe ä la base et au sommet; bord anterieur vu de dessus tronque;
angles anterieurs^ arrondis; cöte tres convergents, faiblement arques, plus fortement au
* Angles anterieur.s vus de face obtiis, legerement emousses, posterieurs obtus; (-(Mes arques. Lorsque
rin.secli' est \'u de dessus, on voit h peine les bords lateraux.
GROUVELLE, CLAVICORNES. 329
sommet, finement rebordes, assombris et subcreneles, longuement cilies de poils, pro-
gressivement plus longs vers la base, inclines en arriere; angles posterieurs aigus; base
subarrondie dans le milieu, largement subsinuee de chaque cöle, elroitement rebordee
surtout sur les cötes; de chaque cöte du disque deux carenes longitudinales, subparalleles:
l'externe mieux marquee, partant de l'angle posterieur, rejoignant le sommet en se re-
courbant, couverte de poils inclines, formant une ligne pubescente; l'interne rapprochee
de la !'■*', nioins bien marquee comme elevation et pubescence; ponctuation entre les
carenes formee de deux lignes de gros points; ponctuation sur le disque comprenant,
de chaque cöte, une ligne de gros points bordant la carene interne et sur le raste de la
surface des points peu serres, tres irreguliers; pubescence comprenant, en dehors des
lignes pubescentes des carenes, des poils allonges surtout sur le disque, Orientes vers les
angles posterieurs et le milieu de la base. Ecusson subrectangulaire, plus de trois fois
plus large que long. Elytres de la largeur du prothorax ä la base, en angle obtus aux
epaules, arrondis, puis attenues vers l'extremite sur les cötes, presentant leur plus grande
largeur vers le deuxieme tiers de la longeur, subacumines ensemble au sommet, environ
deux fois aussi longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur, ponctues en
lignes, substries ä la base; points attenues vers le sommet; intervalles tres nettement plus
larges que les points; une courte strie supplementaire ä la base entre la strie sulurale
et la 1'^ strie dorsale; pubescence comprenant des poils courts inclines et des poils longs
dessinant des bandes pubescentes sur les intervalles des lignes ponctues; bords lateraux
longuement cilies ä la base, brievement sur le reste de la longueur. Metasternum et
Segments de l'abdomen couverts d'une pubescence flave, allongee, assez dense. Deux
courtes carenes ä la base du mesosternum. Stries femorales des hanches posterieures
droites, tres nettement divergentes, entieres. Saillie du premier Segment de l'abdomen
subanguleuse. — Küimandjaro: Kibonoto, Region des cultures. 1 exemplaire.
Diphjiliis Sjöstedti nov. sp.
Oblongo-elongatus, modice convexus, capite prothoraceque subnitidus, elytris opacus,
flavo-cinereo pubescens, brunneo-niger; antennis pedibusque dilulioribus. Antennae sub-
elongatae; ultimo articulo prcecedente angustiore. Caput transversum, parce punctalum,
antice depressum et utrinque striolatum; fronte convexiuscula; pubescentia tenui, sub-
densata, strata. Prothorax transversus, antice angustus; margine antico subtruncato;
angulis anticis rotundatis; lateribus arcuatis, juxta basin subsinuatis, tenuiter pulvinato-
marginatis; basi medio subarcuata, utrinque subsinuala, tenuiter striato-marginata, breviter
ciliata; disco subvalide, profunde irregulariterque punctato, medio magis convexo et bifo-
veolato, utrinque in longitudinem bicarinato, carina interna vix perspicua; j)ubescentia
tenui, strata, in carinis externis magis densata. Scutellum transversum, subrectangulum.
Elytra basi prothorace haud latiora, humeris rotundata, lateribus arcuala, ad secundum
trientem longitudinis dilatatissima, apice conjunctim subacuminata, paulo duplo longiora
' Angles anterieurs vus de face obtus, legerement emousses, posterieurs obtus; cötes arques. Lorsque
l'insecte est vu de dessus, on voit ä peine les bords lateraux.
Sjöstedls KilimandjaroMeru Expedition. 7. 42
330 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERü EXPEDITION. 7: 15.
quam in maxima laludine simul latiora, punctato-lineata; punclis ad apicem evanes-
centihus; intervallis linearum quam punctis multo latioribus; pubescenlia tenui, densata,
pilis brevibus et crassioribus in singulo intervallo unilineato-dispositis. Striae femorales
coxarum posticarum, rectse, haud integrae, divergentes. Long. 3,3 mm.
Ovale, allonge, environ trois fois aussi long que large dans sa plus grande largeur,
moderement convexe, peu brillant sur la tele et le prothorax, opaque sur les elytres,
couvert d'une pubescence flave-cendree, üne, couchee, presque dense sur la tele et le pro-
thorax, tres courte et dense sur les elytres, noir un peu brunätre surtout sur le dessous,
avec les antennes et les tarses rougeätres. Antennes suballongees; 1"'' article subcylin-
drique, suballonge; 2™® subcarre; 3"", 4""^ et 5"^ subegaux, un peu jilus longs que larges;
ßme g[ gme trausvcrsaux ; 1'^^ subcarre; 9°"" transversal, un peu plus large que le prece-
dent; 10""* et 11""' formant une massue lache, environ une fois et demie aussi longue
que large, dont le V^ article est transversal, eu forme de tronc de cone renverse et dont
le 2°"^ subspherique est plus eh'oit que le precedent. Tete transversale, sublronquee en
avant, convexe sur le front, subdeprimee, obliquement pliee de chaque cölr ä la naissance
de l'antenne, bistriolee entre les naissances des antennes, couverte d'une poncluation
espacee et d'une pubescence presentant un point de convergence a la base du front.
Prothorax retreci en avant, environ deux fois et demie aussi large que long; hord an-
terieur fail)lement arrondi en avant; nngles anlerieurs arrondis; cötes arques, sinues-
echancres vers le premier quart de la longueur ä partir de la base, presentant leur
maximum d'ecartement au di'Ouit de cetlo sinuosite, finemenl rcbordes en bourrelet, cilies
de poils moderement allonges, inclines vers l'arriere; angles posterieurs aigus, subsaillants;
base moderement arrondie en arriere dans le milieu, subsinuee de chaque cöte, fmement
rebordee-striee ; de chaque cöte du disque une carene allongee, partant de l'angle posle-
rieur, arquee en dedans en avant et rejoignant presque le bord anterieur; en dedans
de cette carene un rudiment de carene peu marque; milieu du disque convexe marque
de deux impressions oblonges, assez nettes; poncluation foruK'e de i)oints assez gros,
profonds, irregulierement distribues, assez serres sur la partie anterieure du milieu du
du disque et sur les cötes; pubescence accentuant les carenes laterales, formant par con-
vergence des poils, une ligne longitudinale sur le milieu de la partie basilaire du pro-'
thorax. Ecusson transversal, subrectangulaire, sans pubescence plus forte. Elytres de la
largeur du prothorax ä la base, arrondis aux epaules, arques sur les cötes, presentant
leur maximum de largeur vers le 2™" tiers de la longueur, subacumines ensemble au
sommet, environ deux fois et un quart aussi longs que larges ensemble dans leur plus
grande largeur, ponctues en lignes ; points atlenues et effaces vers le sommet; intervalles
des lignes de points beaucoup plus larges que les points; pubescence entremelee de poils
un peu plus longs et plus epais disposes en ligne sur les intervalles ; Jiords laleraux plus
longuement cilies que les bords lateraux du prothorax. Stries marginales des hanches
intermediaires rejoignant l'episterne ä son sommet; stries marginales des hanches poste-
rieures droites, divergentes, n'atteignant pas le sommet du segment.
Küimandjaro: Kiboscho, 3000 ü iOOO metres. 2 exemplaires.
GROUVELLE, CLAVICOBNES. 331
Micraiiibe varicolor u. sp.
Oblonga, suhlata, modice convexa, nitidula, dense tenuiterque flavo-pubescens,
castaneo-testacea, clava anlennarum, capite prolhoraceque subinfuscaüs. Antenntp sub-
graciles; 1° articulo globoso; 2° subobloiigo, sesquilongiore quam latiore; 3" magis duplo
longiore quam latiore; 4° et 6° subanjualibus, sesquilongioribus quam latioribus; 5" quam
4° et 6° longiore; 7° paulo longiore quam 6°; 8° subelongato; clava elongata, articulis
[° et 2° vix transversis. Caput trianguläre, subdense tenuiterque punctatum ; labro sub-
producto. Prothorax transversus, basin versus angustus, in longitudinem vix convexus,
sicut Caput punctatus, in disco utrinque subimpresso; margine antico arcuato; angulis
anticis poculario-callosis, liaud productis; lateribus parallelis, in medio angulosis, ad basin
convergentÜKis et tenuiter denticulatis. Scutellum Iransversissimum, suboblongum. Elytra
ovata, basi prothorace latiora, liumeris rotundata, lateribus vix dilatata; ad apicem atte-
nuata et conjunctim subrotundata, dense punctata; punctis ad basin quam illis capitis
minoribus, ad apicem attenuatis; Stria suturali ultra medium indicata. Long. 2,8 mill.
Oblong, moins de trois fois plus long que large, faiblement convexe, peu brillant,
couvcrt d'une pubescence tlave, fine et dense, marron-testace ; massue des antennes, tete
et prothorax tres legerement assombris. Antennes assez greles; 1^'' article epais, globu-
leux; 2"'® un peu epais, suboblong, environ une fois et demie aussi long que large; 3"^
plus de deux fois plus long que large; 4""® et 6™^ environ une fois et demie aussi longs
que larges, plus courts que le 5"®; 7"^ un peu plus long que le 6"""; 8°''' suballonge;
gme /^ jj^me fonnant une massue lache dont les deux preraiers arlicles sont presque trans-
versaux. Tete subtriangulaire, environ deux fois plus large au niveau des yeux que
longue Sans le labre, subtronquee en avant, ä peine convexe sur le disque, deprimee sur
la marge anterieure, finement et assez densement ponctuee, couverte d'une pubescence
formee de poils couclies, peu allonges, dessinant par leur convergence une courte ligne
pubescente sur l'occiput; yeux moderement gros, ä facettes moyennes. Prothorax tres
faiblement convexe dans la longeur, beaucoup plus large dans sa plus grande lai'geur
(|ue la tete avec les yeux, retreci ä la base, environ deux fois plus large que long; bord
anterieur arque; angles anterieurs tronques obliquement, lermines par une section ob-
longue, subconcave, presentant un poiiit enfonce, occupanl environ le cinquieme de la
longueur totale du ccMe, continuant la courbure du bord anterieur, non saillante; cötes
finement rebordes, d'abord snbsinues, presque paralleles, puis anguleux, convergents et
tres finement denticules; angles posterieurs obtus; base sinuee de chaque cöte, tres fine-
ment rebordee avec une tres courte carene longitudinale devant le milieu du rebord marginal
et un point enfonce de chaque cöte, plus rapproche de l'extremite que du milieu; sur le
disque de chaque cöte une Impression peu accentuee; ponctuation et pubescence sem-
blables ä Celles de la tete, cette derniere dessinant sur le milieu, vers la base, une ligne
longitudinale convergente. Ecusson suboblong, transversal, plus de deux fois plus large
que long. Elytres longitudinalement subdeprimes sur les deux premiers tiers de la lon-
geur, arrondis aux epaules, alors moins d'une fois et demie aussi larges ensemble que
la base du prothorax, faiblement elargis vers le premier tiers de la longeur, attenues en-
Sjösted/s Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. ■ 42 •
332 SJÖSTEDTS KILIMANDJAR0-3IERU EXPEDITION. 7: 15.
suite et subarrondis ensemble au sommet, environ deux fois aussi longs que larges en-
semble dans leur plus grande largeur; ponctuation dense, plus fine ä la base que celle
du prothorax, attenuee vers le sommet; pubescence formee de petits poils tres courts,
presque serres, ne masquant pas le tegument, entreraeles de quelques poils dresses, peu
allonges, plus blancs; strie suturale marquee au sommet, effacee vers le milieu de la
longeur. Femelles heteromeres. — Küimandjaro: Kiboscho, 3000 ä 400 raetres, dans
les vieilles fleurs de Lobelia Deckeni. Nomlireux exemplaires.
Micraralie subinfiiscata n. sp.
Ovata, convexa, nitida, sat dense flavo-griseo-pubescens, rufo-castanea; elytris in
disco plus minusve nigricantibus. Antennae subgraciles; 1° articulo subelongato; 2° paulo
longiore quam latiore; 3° duplo longiore quam latiore; 6° et 7° longioribus et paulo
crassioribus quam vicinis, bis subfequalibus et parum elongatis; clava elongata, seepius
infuscata, ad apicem paulatim subincrassata; articulis 1 — 2 subtransversis. Caput triangu-
läre, transversum, convexum, sat dense punctatum ; labro minimo. Prothorax transversus,
basin versus angustus, in longitudinem regulariter convexus, ad latera sicut caput, in disco
magis parce et magis tenuiter punctatus; margine antico arcuato, angulis anticis pocula-
rio-callosis, postice productis; lateribus antice subparallelis, in medio subangulosis, ad
basin convergentibus et tenuiter denticulatis. Scutellum transversum, suboblongum. Elytra
ovata, basi prothorace latiora, bumeris rotundata, lateribus arcuata, ad apicem conjunctim
subrotundata, haud dense punctata; punctis ad basin majoribus quam illis capitis, ad
apicem attenuatis; Stria suturali solum ad apicem impressa. Long. 1,5 mill.
Oblong, environ deux fois et demie aussi long que large dans sa plus grande lar-
geur, convexe, brillant, couvert d'une pubescence flave-cendree, couchee, peu allongee et
assez dense, brun rougeätre plus ou moins clair, avec une täche discoidale noirätre plus
ou moins accentuee sur chaque elytre; massue des antennes parfois enfumee. Antennes
assez greles; 1"' article epais, suballonge; 2""" un peu epais, un peu plus long que large;
3"^ deux fois plus long que large; 5°'^ et 7°"® plus longs et un peu plus epais que les
voisins; ceux-ci subegaux et peu allonges; 9°"^ ä ll""" formant une massue lache, legere-
ment epaissie vers l'extremite, dont les deux premiers articles sont subtransversaux. Tete
subtriangulaire, environ deux fois plus large au niveau des yeux que longue, subtronquee
en avant, convexe, assez densement ponctuee, surtout sur l'occiput, pubescence dessinant,
par la convergence des poils, une ligne longitudinale sur presque toute la longueur du
front; yeux assez saillants, ä facettes moyennes; labre petit. Prothorax regulierement
convexe dans la longueur, presque deux fois plus large dans sa plus grande largeur que
la tete avec les yeux, retreci ä la base, moins de deux fois plus large dans sa plus grande
largeur que long; bord anterieur arquee; angles anterieurs tronques obliquement, termines
par une secUon oblongue, subconcave, presentant un point enfonce, occupant le tiers de
la longeur totale du cöte, continuant la courbure du bord anterieur et formant en arriere
un angle saillant, subrectangulaire, bien marque; cötes finement rebordes, d'abord sub-
sinues, subparalleles, puis ä peine anguleux, convergents et tres finement crOneles ; angles
GEOUVELLE, CLAVICORNES. 333
posterieurs obtus; base tronquee, finement rebordee, avec un ppint enfonce de chaque
cöte, plus rapproche du bord lateral que du milieu; ponctuation plus forte et plus espacee
sur le disque, que celle de la tete; pubescence formant par convfergence une ligne longi-
tudinale presqu'entiere sur le milieu du disque. Ecusson suboblong, puis de deux fois
plus large que long. Elytres longitudinalement deprimes ä la base, puis forlement con-
vexes, arrondis aux epaules, alors moins larges ensemble que le prothorax dans sa plus
grande largeur, fortement arrondis sur les cötes, presentant leur plus grande largeur vers
le 2"" cinquieme de la longeur, subarrondis ensemble au sommet, environ deux fois plus
longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur; ponctuation moins dense et plus
forte sur la region scutellaire que celle de la tete, attenuee vers le sommet; pubescence
legerement relevee, entremelee de quelques rares poils dresses, un peu plus longs; strie
suturale marquee seulement au sommet. Femelle heteromere. — KiUmandjaro: Kiboscho,
3000 ä 4-000 metres, de tres nombreux exemplaires, captures souvent dans de vieilles
fleurs de Lobelia Decheni.
Micrambe punctata Geouv.
1909, Revue d'Entom. XXVII, p. 199. — Je rapporte, avec un certain doute, ä
cette espece un exemplaire provenant du KiUmandjaro, sans designation de localitö
speciale. Le M. punctata a ete decrit sur des insectes recoltes au Cap de Bonne Esperance.
Micrambe goliath Grouv.
1909, Revue d'Entom. XXVII, p. 189. — KiUmandjaro: Kibonoto, Region des
cultures, octobre. Le type de l'espece provient de Vüsambara: Kwai.
Micrambe Kolbei Grouv.
1909, Revue d'Entom. XXVII, p. 194. — KiUmandjaro: Kibonoto, Region des
cultures. Le type de l'espece provient de VUsambara: Kwai.
Mycetophagidae.
TyphiP stercorea Linn.
Syst. Nat. 1758, X, p. 357. — Un exemplaire du KiUmandjaro.
Berginus Maindroni Grouv.
Ann. Soc. ent. Fr. 1902, p. 486. — KiUmandjaro: Kibonoto, Region des cultures.
Un exemplaire. Le type de l'espece provient de Ceylon.
Derinestidae.
Dermestes vulpinus Fab.
Sp. Ins. 1781, I, p. 64. — De nombreux exemplaires provenant du Meru et du
KiUmandjaro: Kibonoto. Espece cosmopolite. — II y a dans la coUection encore trois
especes de Dermestidee, chacune representee par un seul exemplaire. — Dermestes cada-
verinus Fab. Un exemplaire de Tanga (üsamhara). Espece cosmopolite.
Liste des Clavicorues reciieillis jiisqii'ici au Kiliiiiaiuljaro
et au Meru.
Silpliidae.
ThanafophÜHs wiraiis Fab.
MeUgethes gloriosus Grouv. n. sp
» siiljcoerulens Grouv. ii.
» spendens Grouv. n. sp.
Pria cinerascens Er.
Ifhyra hirsuta Reitt.
Circopes africanus Grouv. n. sp.
Pallodes Sjöstedti Grouv. n. sp.
Cryptarcha Sjöstedti Grouv. n. sp.
» marmorata Fairm.
Anister Eaffrayi Grouv.
Bothrideres parallelus Gestro.
SosylKs Sjöstedti Grouv. n. sp.
Dastairus interruptus Fairm.
sp.
Temiiochilidae.
29. Alindria grandis Serv.
30. Melambia gigas Fabr.
31. » striata Oliv.
32. Gymnorhyta sparsiita Thuxb.
33. Ancyrona riliata !\IURR.
Cucujidae.
3i. Passandra sexstriata Dalm. 37. Laemophhviis curtipennis Grouv. n. sp.
35. Hedarthrum qxadrilimatum Smith. 38. Silvanus pnllus Reitt.
36. Inopeplus grandis Grouv. n. sp.
Cryptopliagidae.
39. Diphyllns fiilvus Grouv. n. sp. ' 43. Micrambe pundata Grouv.
40. » Sjöstedti Grouv. n. sp. ! 44. » goliath (iROUv.
41. Micrambe varicolor Grouv. n. sp. i 45. » Knlbei (iROUV.
42. » stibirifuscata Grouv. n. sp. |
46. Tyj)hae stercorea Lin.
49. Dermestes vulpinus Fab.
Mycetopliagidae.
I 47. Bergitnis Maindroni Grouv.
Desmestidae.
7. COLEOPTERA.
16. Breiithidae
von
HILMAR V. SCHÖNFELDT.
Über Brenthiden vom Kilimandjaro ist eine spezielle Arbeit noch nicht vorliegend.
Aus Deufsch-Ost-Afrika finden sich Brenthiden in folgenden Werken: Gerst^cker
führt in seiner Gliederthierfauna des Sansibargebietes 1873, p. 249, Ceocephalus jricipes
Oliv. an. Kolbe beschreibt in der Stettiner Entomol. Zeit. 1892, p. 168 u. ff., UsambiMS
Conradti, Microsebus pusio, Basenius laticornis und ferner in »Die Ksefer Deutsch-Ost-
Afrikas», Vol. 4', 1897, p. 284 u. ff. Bnlbocranius numdibidans u. cribriceps, Usambius
Conradti Eupsalis brevirostris, taniensis, cidlosoyuttis, Spatherinus SfitJdmaum, Storeo-
somus saiisibar/'eus, Pari/phobreiiflius Beriiigei.
Aus den Ausbeuten der mit andauerndster Tätigkeit durchgefiihrten Expedition
Sjöstedt in das Gebiet des Kilimandjaro stammen nachfolgende 7 Arten, welche in zu-
sammen 87 Exemplaren vorliegen.
Zemioses porcatus Pasc.
Journ. of Ent. I, p. 394. — 3/(?/v<-Niederung, in den Akazienwäldern am Flusse
Ngare na nyuki; 1 Ex.
Auisognatlius distortus Westw.
Trans, ent. Soc. V, 1849, p. 206, t. 22, f. 3. — Eine in der Küiniandjaro-Kie-
derung (Obstgarten, Mischwald) und in der unteren Kulturzone häufige Art; wurde auch
sparsam in den oberen Teilen der Kulturzone bei 1,800 m. angetroffen; Jan., März, Aug.,
Nov., Dez.; 30 Expl. — Usomlxira: Mombo, Juni.
louthocerus Couratlti Senna.
Deutsch. Ent. Zeit. 1898, p. 374. — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, Sept.;
1 Ex.
Aiuorphoceplialus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto, Steppe, Okt.: 1 Ex.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. ' 43
336 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 16.
Enpsalis vulsellata Gyll.
Schönh. Gen. Curcul. I, p. 325. — KiUmandjaro: Kibonoto, Mischwald, Nov.; 1 Ex.
Rhinopteryx foveipennis Thoms.
Arch. ent. II, 1858, p. 119. — KiUmandjaro: Kibonoto, von der Niederung bis
an den oberen Teil der Kulturzone. März, Mai; 5 Expl.
Ceoceplialns picipes Oliv.
Oliv. Ent. V, 84, p. U2, t. 2, f. 18 ?. — Die häufigste Brenthide des Gebiets,
wo sie am KiUmandjaro von der Steppe bis an die obere Kulturzone angetroffen wurde.
Besonders war sie in der unteren Kulturzone unter der Rinde der Kandelabereuphorbien
häufig; Jan., Febr., März, Mai, Nov. — Auch von Mombo in Usamhara mitgebracht;
48 Expl.
7. COLEOPTERA.
17. Lucanidae
par
H. BOILEAU.
Avec deux figures dans le texte.
Les Lucanides rapportes du Kilimandjaro et de la region voisine par M. le Docteur
Sjöstedt, appartiennent ä quatre especes differentes (58 exemplaires), entre lesquelles se
repartissent, d'une maniere tres inegale, les specimens qui m'ont ete communiques.
Ces especes sont les suivantes:
Prosopocoelus Hanuiugtoui, Wateehouse.
Un male de forme mineure et iine femelle. — Kilimandjaro : Kibonoto, region des
cultures, Avril. — Merii, region des cultures, Dec. Ces exemplaires sont un peu plus
lisses et d'une coloration legerement plus claire que ceux que l'on re(;oit ordinairement.
Nigidius Delegorguei, Thomson.
M. Sjöstedt a capture ä la riviere Ngare na nyuki, dans les bois d'acacias au pied
du Meru, du 22 au 25 Nov. 51 exemplaires d'un Nigidius tres variable comme taille
et developpement mandibulaire, qu'il ne rne parait pas possible, malgre quelques legeres
differences, de separer specifiquement de N. Belegorguei Thomson habituellement regu
de Natal. Les grands mäles depassent la taille des Delegorguei typiques; ils sont un peu
moins ponctues sur le prothorax, mais la forme de la tete, le contour du corselet, la
repartition de la ponctuation, et la struclure en general, correspondent trop exactement
pour qu'on puisse considerer ces insectes comme distincts. 11s constituent tout au plus
une Variete locale (sub. var. meruensis). Les differences les plus caracterisliques sont les
suivantes: Les mandibules ont une ponctuation moins forte; leur corne superieure est un
peu plus developpee. Le bord posterieur des canthus oculaires est plus oblique. Le
disque du pronotum est un peu moins ponctue en arriere et la ponctuation est un peu
moins apparente. La carene mediane de la bordure anterieure du pronotum est plus faible
Sjöstedts Kilimandjaro Meru Expedition. 7. 43
338 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO MERU EXPEDITION. 7: 17.
et ä peine elargie en arriere. L'echancrare des angles lateraux anterieurs du prothorax
est plus profonde et ses angles sont plus marques. La ponctuation des elytres est un
peu plus fälble.
M. Sjöstedt a egalement rapporte un Nigiäius pris ä Kibonoto, Küimandjaro,
1000 — 1200 m. II n'existe presque aucune difference appreciable entre ce specimen et
les exemplaires typiques du Delegorguri. II est donc possible que la forme existant ä
Meru soit localisee dans ce massif montagneux.
Figuhis sublaevis, P. de Beauvois.
Cette espece, interessante par sa distribution geographique etendue, est representee
par trois exemplaires de petite taille. Le nombre et le developpement des slries ponc-
tuees des elytres varie suivant la provenance. Les deux specimens pris ä Kibonoto,
Kilimandjaro, 1300 ä 1900 m., 11 Nov. 1905, ne presentent que trois stries elytrales
ponctuees, disposition qui se retrouve chez les exemplaires de Zanzibar. L'exemplaire
de Mombo (Usambara) a une trace de strie supplementaire du cöte Interieur et une ligne
de points du cöte exterieur. II ressemble beaucoup aux exemplaires de Mahange,
quoique plus petit.
Le specimen le plus remarquable de la collection est un Figulide de petite taille,
appartenant ä un genre nouveau. Cet insecte est une femelle. Deux mäles de la
meme espece, anterieurement rapportes du Kilimandjaro par M. Ch. Alluaud sont con-
serves dans ma collection. La description suivante est basee sur I'etude de ces trois
insectes.
Cardanopsis n. g.
Tete petite, döprimee; canthus borizontaux ne divisant pas entierement les yeux;
levre superieure non lobee, levre inferieure tres arrondie sur les cötes, plane, brillante,
portant une ponctuation non confluente. Antennes courtes, robustes; le deuxieme article
plus fort et plus long que le suivant, glabre; les hui l derniers articles setigeres; le peigne
forme par les trois articles terminaux qui presentent tous, ä leur base, une zöne brillante
s'etendant sur la lamelle. Parties spongieuses du peigne limitees aux faces terminales
des lamelles, qui sont un peu bombees pour les articles 8 et 9, et developpee en arc
convexe pour le dixieme article. Partie anterieure du prothorax pourvue en dessus de
cinq dents plus ou moins developpees. Ecusson au moins aussi large que long. Elytres
presentant cinq cötes principales. Ponctuation generale relativement faible, reguliere, . de-
pourvue des gros points localises sur certaines regions chez les Figuhis et Xigidius.
Pattes et structure analogues ä celles des Figidus, mais plus greles.
Cardanopsis bicolor, n. sp.
cf: Tete de forme trapezoidale, petite, deprimee, anguleuse; bord anterieur tres
faiblement concave; angles lateraux et bord anterieur des canthus formant une ligne
egalement ä peine concave; cötes des canthus droits, plus ou moins convergents en ar-
riere. Tete retrecie derriere les yeux qui sont peu saillants et non entierement divises
BOILEAU, LUCANID^.
339
par les canthus. Surface superieure brillante, transversalement concave entre les protu-
berances voisines des angles anterieurs; eile porte une ponctuation cicatricielle assez fine
et eparse. Levre superieure (epistome) assez developpee, rectangulaire et mince. Levre infe-
rieure (menton) relativement large, tres arrondie lateralement et un peu concave en avant,
legerement deprimee sur la ligne longitudinale mediane, brillante, ponctuee, ainsi que le sous-
menton. JMandibules courtes, larges et tres peu epaisses; leur pointe terminale simple, forte-
ment developpee, est precedee d'une petite dent disposee comme chez les Cardanns; leur
arete externe carenee porte une forte saillie obtuse analogue ä celle que presentent les
mandibules des femelles de certains Nigidins.
Antennes courtes, scape tres large, aplati; fouet
de neuf articles; le premier (deuxieme de l'antenne)
est plus long que les autres articles non pectines du
fouet, les autres de largeur croissante, setigeres, ä peu
pres egaux en longueur (le quatrieme un peu plus long
que ses voisins); peigne de trois articles, analogue ä
celui des Fignlus, mais avec les regions spongieuses
plus developpees et Tarticle terminal convexe sur son
bord anlerieur.
Prothorax beaucoup plus large que la tete et de
forme tres complexe. Les cötes sont entierement arron-
Cardanopsis hicoior ? er"- dis et tres fmemcnt creneles; les angles anterieurs sont
aigus et peu saillants; le bord anterieur est legerement convexe, un peu anguleux au
milieu, le bord posterieur legerement convexe, les angles posterieurs tout ä fait arrondis.
La surface superieure est tr«"'S renflee, surtout en avant. Sur la ligne mediane se
trouve une depression legerement pyriforme, elargie en avant, devant laquelle existe un
leger bourrelet avec une pointe saillante simple prolongee anterieurement par une pelite
carene. De cette pointe mediane parf, de chaque cöte, un bourrelet en arc de cercle,
concave vers l'avant, dont l'autre extremite se termine egalement en pointe saillante.
Ces deux pointes laterales sont plus avancees et plus basses que la mediane et ä peu
pres sur la meme ligne que le denticule forme par l'extremite de la petite carene qui
prolonge anterieurement cette derniere pointe. Elles sont d'ailleurs reliees ä ce denticule
par deux petites courbes ä peine concaves. Au delä de chaque dent laterale et plus en
dehors, s'en trouve une autre, un peu plus faible, de sorte que le contour apparent an-
lerieur est conslitue par cinq saillies raccordees par des arcs concaves. En avant de cette
partie dentee, la surface descend brusquement en surplombant le bord anterieur. De
chaque cöte de la depression mediane en existent deux autres; l'une anterieure, allongee,
un peu irreguliere, commence entre les deux dents laterales et ne depasse pas le milieu
du prothorax; l'autre est punctiforme, arrondie, et beaucoup plus petite. La surface est
couverte de points peu enfonces, petits, un peu plus larges et cicatriciels dans les trois de-
pressions principales. Ecusson petit, large et court, en triangle, avec les angles de la base
fortement arrondis. Elytres longues, paralleles, arrondies ensemble ä l'extremite. Chacune
3-40 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 17.
porte cinq cötes arrondies. La suture, legerement deprimee est bordee par une ligne de points
enfonces. Ensuite vient la premiere cöte, lisse et brillante, puis, alternativement, un inter-
valle ponctue et une cöte saillante, jusqu'ä la marge externe. La premiere cöte est
lisse, la deuxieme et la troisieme presentent quelques points enfonces espaces, les deux
autres des points plus marques. Les intervalles deprimes sont pourvus d'une ponctuation
un peu irreguliere, qui dessine cependant deux vestiges de cötes secondaires plus distinctes
vers la base. La marge externe porte une ligne de points enfonces tres regulierement
alignes. L'angle humeral est saillant et marque par un petit tubercule.
Pattes courtes; femurs robustes; tibias anterieurs convexes exterieurement, armes
de neuf dents de grandeur croissante ä partir de rarticulation femorale. La fourche est
formee par la huitieme et la neuvieme dent, sensiblement plus fortes que les precedentes.
Les tibias intermediaires portent trois epines aigues, inclinees, de grandeur croissante,
precedees de tres peütes denticulations ; les posterieurs ont deux epines, egalement pre-
cedees de petites denticulations; la deuxieme epine est beaueoup plus forte que Lautre.
Les tarses anterieurs sont sensiblement aussi longs que les tibias; les medians et les
posterieurs sont plus courts. Le dernier article des tarses anterieurs est egal au trois
qui le precedent immediatement, pris ensemble; il est un peu plus long seulement que
le troisieme et le quatrieme pris ensemble pour les tarses medians et posterieurs.
La longueur totale de l'insecte est de 12 mm. ä 12,5 mm.
§: La femelle ressemble beaueoup aux deux milles; les principales differences sont
les suivantes: La taille est sensiblement plus faible (10 mm.). Les mandibules, dont la forme
generale est la meme ont l'apophyse dentiforme de la carene superieure moins developpee.
Les canthus oculaires ont leurs cötes externes sensiblement paralleles au lieu d'etre con-
vergents en arriere. Le prothorax est un peu plus court; ses angles anterieurs sont plus
arrondis; sa surface superieure presente les memes saillies et depressions que chez le
male, mais moins prononcees. En particulier, les pointes anterieures externes sont beau-
eoup moins fortes. Les tibias sont un peu plus fortement epineux et les tarses pa-
raissent un peu plus courts. Couleur: Les exemplaires des deux sexes ont la meme co-
loration, tout ä fait speciale pour des Figulides et meme pour des Lucanides. La tele est
presque noire avec le bord frontal, le col, le milieu des mandibules, le scape des an-
tennes, le menton et le sous-menton plus ou moin rougeatres. Le pronotum et les epi-
sternes sont d'un rouge acajou, avec une macule foncee au voisinage de la marge externe,
au niveau de l'angle median qui est ici completement arrondi. Les pieces sternales et
les Segments abdominaux sont d'un brun noir. Les femurs, les tibias et les tarses sont
d'un rouge brun. Les elytres et l'ecusson sont noirs. Toute la surface est brillante. —
Küimamljaro : Kibonoto, foret de ceinture, 2000 m., Octobre.
Aoüt 1909.
7. COLEOPTERA.
18. Scarabaeidae:
Trogiiiae, Melolontliiiiae, Rutelinae, Dynastinae, Tricliiinae,
Valgiiiae iiiid Cctoiiiiiiae
H. KOLBE.
Die Coleopterenfauna des Kiliamndjaro gliedert sich in 3 Zonen':
1. die Fauna der oberen Zone, oberhalb des Waldgiirtels, etwa von 2,600 oder
3,000 m. aufwärts; es ist die subalpine Region von 2,600 oder 3,000 bis 3,600 oder
4,000 ni. und die alpine Region von 3,600 oder 4,000 bis 4,500 m.;
2. die Fauna der mittleren Zone, welche den Waldgürtel und die sogenannte
Kulturzone umfasst, etwa von 1,300 bis 2,600 oder 3,000 m.; die Kulturzone reicht
von 1,300 bis 1,700 oder 1,900 m.; oberhalb der Kullurzone beginnt der Übergangswald,
der bald in den geschlossenen, aber im Osten und Nordwesten durch Strauch- und Gras-
formationen unterbrochenen dichten Wald übergeht, aus dem mir nur wenige und keine
sichere eigene (endemische) Arten von Coleopteren bis jetzt bekannt geworden sind.
3. die Fauna der unteren Zone, in der die Steppe herrscht, von etwa 750 oder
1,000 bis 1,300 m.; bei 1,000 bis etwa 750 m. geht das Bergmassiv in die weite
Steppenlandschaft der Ebene über, welche zum Hochlande Inner-Afrikas gehört.
Während die meisten Scarabteiden, welche bis jetzt vom Kilimandjaro (und vom
Meru) bekannt sind, über Ostafrika und teilweise noch weiter verbreitet sind, ist eine
Gruppe von Arten auf den Kilimandjaro und Meru beschränkt. Es sind folgende Arten:
Trox montanus m.
» setnlosus m.
Schizonycha montaim in.
» juncta m.
Oreotrogus Volkensi m.
Archocamenta ascendeiis in.
Isocmnenta montana in. (nur am Meru).
» amiivna ni. ( » > » ).
» 2^eti(lans ni. ( » ■'> Kilimandjaro).
Camenta Sjöstedti in.
Aulacoserica facilis Brsk.
' KoLBE, H., Über die Lebensweise und die geographische Verl)reitung der ooprophagen Lanieili-
cornier. (Zoolog. Jahrbücher. Suppl. VIII. Festschrift z. 80. Geburtstage des Herrn Geh. Reg.-R. Prof. Dr.
Karl Möbiüs, 1905, p. 475—594-, mit 3 Kartentaf.). — Der Kilimandjaro, p. 565—570.
Alluaud, Gh., Les Coleopteres de la faune alpine du Kilimandjaro avec notes sur la faune du Moni
Mein. (Ann. Soc. Ent. France, 1908, p. 21—32. Mit Textfig.)
Sjöstedts KiUmandjaroMeru Expedition. 7 . . 4.3 *
3-i2 SJÖSTKDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 18.
Autoserica dschaggana Brsk.
» küimandscharoana Brsk.
Troclmhis kilimanus m.
Apogonia lobata in.
Pycnoschema parvicornis Fairm.
Calometopus jilanatiisWTRH. (KiliiiiaiKijarn und Mern.)
Pseudotrochaliifi snhniidns m. ! Heterodita rorpuleuta (cER.st.
Triodonia meruana m. (Kilimandjai-o und Merii.) Leucocelis polyspiln m. (Kilimainljaro nnd Meru.)
Einige dieser Arten sind oberhalb der Waldzone gefunden, nämlich:
Trox montanus m. bei 3,000, 4,000 — i,500 m. in der oberen Zone des Meru:
» setulosus m. bei 2,600 — 3,000 m. Isocamenta montana m. bei 3,000 ni.
Archocamenta ascendens m. bei 2,000 — 3,000 in. ; » amitina m. bei 3,000 m.
Oreotrogus Volkensi m. bei 2,000—3,000 m.
(Jalomefopus planatus Wtrh.
Heterodita corpulenta (iERST. bei 2,600 m.
Calometopwt planatus Wtrh. liei 3,000 — 3,500 m.
Leucocelis 2iol!ispila m. bei 3,000 — 3,500 m.
Elaphinis adspersiila (Ierst. bei 3,000 — 3,500 m.
Manche der erwähnten Arten finden sich aucii am Berge abwärts; aber eine voll-
ständige Kenntnis von der vertikalen Verbreitung der Arten haben wir noch nicht.
CoelorJmm coiinata Heatii, welche bisher nur aus Britisch-Ostafrika (Kikuyu) bekannt
war, findet sich am Kilimandjaro nicht nur in der unteren Zone, sondern auch am Meru
bei 3,000 m. Ich halte diese Art fiir eine AdvenUvspezies der Fauna der oberen Zone
des Meru.
Die 7Vo./'-Arlen sind Bewohner der Steppen; nuch ausserhalb des Kilimandjaro,
besonders in der Massai-Steppe, werden sie gefunden. Nur Trox montanus m. bewohnt
die subalpine Zone und steigt auch bis zur alpinen Zone empor; bis zum Fusse des
Bergmassivs scheint er nicht hinabzusteigen. Auch Trox seftdosus scheint sich ähnlich
zu verhalten. Dagegen mi'issen wir annehmen, dass die übrigen Arten dieser Gattung
von den umliegenden Steppenlandschaften sich am Kilimandjaro und Meru aufwärts ver-
breitet haben.
Trox montanus, DiastellopuJpHS Johnsfoni Wtrh., Oreotrogus Volkensi, Calo-
metopus planatus, HeterocUta corpulenta, Leucocelis pohjspila, vielleicht auch einige
Camentinen, sind den benachbarten Steppenländern fremde Elemente. Wir nehmen an,
dass sie aus einer früheren Verbreitungsperiode stammen. Der Trox montanus ist eine
recht isolierte Form, der vielleicht noch auf den oberen Zonen anderer Berge seine con-
formen Verwandten hat. Der Oreotrogus Volkensi ist mit den Gattungen Rhizoproctus
m. aus Mlalo in Usambara, Lepidotrogus m. aus Derema im Usambara-Gebirge und
Lecanotrogus in. vom Ruvenzori (2,600 m. hoch) zunächst verwandt. HeterocUta corpu-
lenta hat nahe Verwandte im Caplande. Leucocelis polyspila ist eine eigenartige Form
der Gattung mit sporadischer Verwandtschaft.
Es ist dies ebenso wie bei gewissen Carabiden des Kilimandjaro: Orinodromus,
Carahomorphus etc. aus der Verwandtschaft von Calosoma ', deren nächste Verwandte
das Livingstone-Gebirge am Nyassa-See, den Gurui-Berg (nordwestlich von h-angi), den
' l^OLBE, H., Über die in Afrika gefundenen montanen und sulialpinen Gattungen der mit Calosoma
verwandten Coleopteren. (Sitzungsber. d. Ge.sell.sch. naturf. Freunde in Berlin, 1895, p. 50 — 69.)
KOLBE, SCABAB^ID*. 3-1-3
Kenia und die Gebirge und Hochländer Abyssiniens und Schoas bewohnen, in den
zwischen liegenden Ländern aber nicht gefunden sind.
Die Betrachtung der vorsiehenden zoogeographischen Verhältnisse giebt zu folgender
Hypothese Anlass: Die alpine, subalpine und montana Fauna oder vielmehr die ende-
mischen Elemente dieser Fauna stammen aus einer Zeit, in der die allgemeine Fauna
des Kontinents oder eines grossen Teiles des Kontinents eine andere war als jetzt. Die
jetzt auf die Gebirge beschränkten Arten waren früher über das ganze Land oder über
einen grossen Teil desselben verbreitet. Aber bei einer Änderung des Klimas^ starb
diese Fauna grossenteils aus oder beschränkte sich in reduziertein Maasse auf die Gebirge,
welche ihr den Charakter des bisherigen Klimas in gewisser Hinsicht ersetzten.
Das sind Änderungen im Klima, wie wir sie auch aus den jüngeren Perioden
anderer Kontinente, besonders Europas und Nordamerikas, kennen.
Die Fauna des Kilimandjaro, welche in neuerer Zeit besonders von Prof. Dr. Hans
Meyer, Prof. Dr. Volkens, Dr. Kretzschmer, Ch. Alluaud und Dr. Chr. Schröder er-
forscht ist, war bisher immer noch zu wenig, die des Meru noch weniger, bekannt. Es
ist dankbar anzuerkennen, dass Herr Professor Dr. Sjüstedt die Kenntnisse bedeutend
erweitert hat.
Das mitgebrachte Material umfasst 609 Exemplare (85 sp., 19 n. sp., 10 n. subsp.).
Hoffentlich werden auch bald die guten Sammelergebnisse Kretzschmer's und Schröder's
bearbeitet werden.
Scarabaeidae.
I. Subfamilie der Troginen.
Trox baccatus Gerst.
In der Niederung am Meru, am Ngare na nyuki, Oktober, 25. November, Januar;
häufig. — Durch Massai, Usagara, Mpapwa, Sansibar etc. verbreitet.
Trox sqnalidns Oliv.
In der il/'(?r«-Niederung am Ngare na nyuki, 22. — 25. November, Januar. Ausser-
dem am Kilimandjaro in der Kulturzone von Kibonoto (1,300 — 1,900 m.), 4. December.
Über Süd- und Ostafrika bis Abyssinien und Senegambien verbreitet.
Trox raduloides m.
Am Kilimandjaro in der Kullurzone von Kibonoto (1,300 — 1,900 m.) im August
und am 7. December. — Zuerst aus Massai (Manyara-See und Umbugwe) bekannt ge-
worden.
Trox Neiimanni m.
Am Meru, Niederung des Flusses Ngare na nyuki, Januar; am Kilimandjaro
(1,300 — 1,900 m.), 4-. December. — Zuerst aus Massai (Umbugwe, Manyara-See, Ngaruka,
Kavinjiro, Donje Ngai, Dalalani) bekannt geworden.
' KOLBE, H., Über die Entstehung der zoogeographi.«clien Regionen auf dem Ivontinent Afrika.
(Naturwiss. Woclienselirift. N. F. I. Bd. 1901. Hft. 13. p. 145—150).
344 SJÖSTEDT8 KILIMANDJABO-MEKU EXPEDITION. 7: 18.
Trox setulosus m.
In der JferM-Niederung, 2. December; am Kilimancljaro, Leitokitok im Mai. —
Zuerst vom Kiiimandjaro bekannt geworden: 2,600 — 3,000 m. (Volkens); D.schaggaland,
Madschame (Paesler).
Trox montanu^i m.
Kiiimandjaro, bei Kiboscho, auf den Bergwiesen (3,000 ni.), Regenwald (15. Februar).
— Oberhalb der Baumregion bei 2,600 — 3,000 m. von Prof. Volkens; am Kifinika, 2,500
— 2,700 m. (Dr. Kretzschmepx) und bei 4,000 — i,400 m. von Dr. Chr. Schröder gefunden.
IL Subfamilie der Ilclolonihinen.
Periproctus n. g. Pachydeminorum.
Mentum simplex, convexum, antice rotundatum. Epistoma fere semicirculare,
margine arcuato leviter reflexo. Sutura inter frontem et epistoma glabra, subrecta.
Frons plana. Antennae lOarticulatae, articulo terlio paulo elongato; flabellum 5-arti-
culalum, articulis flabelli aequilongis. Palporum raaxillarium articulus ullimus elongatus,
subcylindricus, apice rotundatus, prope basin leviter attenuatus. Prothorax mediocris,
lateribus rotundate ampliatus, margine postico lobato, bisinuato. Prosternum margine an-
teriore sublobatum. Pedes mediocres; tibiae primi paris extus bidentalae, dente apicali
elongato curvato; femora tertii paris perspicue incrassata. Tarsi elongati, articuli primi
et secundi parium proximales leviter dilatati, infra scoparii; unguiculi profunde fissi, parle
fissa inferiore parum abbreviata dentiformi.
Die.se Gattung ist mit Taniiproctus des südöstlichen Teiles des mediterraneisehen
Gebietes verwandt, nicht nur durch die Körperform und den Habitus, sondern auch durch
den 5-gliedrigen Fühlerfächer der 10-gliedrigen Antennen, sowie durch die erweiterten
Tarsen des 1. und 2. Beinpaares. Das Mentum ist zwar vorn etwas lappig vorgezogen,
aber es ist einfach, wie liei Pacliydema. Durch den lappigen Vorsprung des Prosternums
ist die neue Gattung von Tanyprodus verschieden.
Periproctus orestiiis u. sp.
Fusco-niger, griseo-pilosus, antennis palpisque rufo-ferrugineis, elytris pallide fuscis
atro-marginaüs, ad suturam infuscatis, pedibus anticis brunneo-testaceis, tibiis brunneis,
pedibus posterioribus piceo-nigris, tarsis brunneis; capite supra scabro, dense flavido-
setoso; |)rothorace nitido subrugoso-punctato, supra et lateraliter parce griseo villoso, an-
guhs anticis rectis, posticis rotundatis; elytris irregulariter rüde punctatis, quadricostatis,
costis parum elevatis, partim punctatis, irregulariter crenatis, costa prima (suturae pro-
piore) latiore, basin versus angustiore; tibiis anlerioribus parcius, posticis largius punc-
tatis. — Long. corp. 7,5 mm.
Am Meru, in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, Januar.
Autoserica mombasana Brsk. subsp. mussitans u.
Am 3Ieri(, sowohl in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki am 23. November,
als auch nördlich vom Berge am 27. December, je 1 Exemplar, (f.
KOLBE, SCAEABiEIDiE. 345
Diese Form ist der »HniilMimna zwar selir ühniich, ;il)er diircli das an den Seiten
weniger gerundete Epistom und die schmäleren Tibien des dritten Beinpaares verschieden.
Variat epistomate nonnihil angustiore, lateraliter minus rotundato, tibiis pedum
lerlii paris angustioribus. — Long. corp. 9,5 mm.
Aulacoserica facilis Brsk.
In der Niederung am Meru, 27. December. — Die typischen Stücke stammen vom
Kilimandjaro zwischen Moschi und Marangu (13. August 1894, Dr. Kretzschmer). Auch
'Oberleutnant Arel sammelte die Art hei seinem Aufenthalte am Kilimandjaro und Meru.
I'rofessor Volkens fand die Art in der Kulturregion des Kilimandjaro (1,300 — 1,700 m.).
Honialoseria sp.
Am Kiliminuljaro in der Kulturzone bei Kibonoto, 18. November, 1 Exemplar.
Trochalus bagamoiensis Brsk.
Am Kilimandjaro in der Kulturzone bei Kibonoto vom 16. bis 26. April, 7. und
11. Mai, September, 10. Oktober und 18. November (7 — 9,5 mm. long.); häufig.
Etwas grössere und längliche, sonst nicht verschiedene Exemplare wurden oberhalb
der Kulturzone bei 2,000 bis 3,000 m. Meereshöhe am 5. Januar, 6. October und
10. — 11. December gefunden. Aber auch in der Niederung am Kilimandjaro unterhalb
Kibonoto wurden am 7. Januar, 26. September, 1. und 11. November solche Exemplare
gefunden.
Trochalus coriuthia Geest.
Meru, Niederung des Flusses Ngare na nyuki, Januar.
Trochalus kilimanus n. sp.
Ferrugineus, nitidus, glaber; epistomate antice constricto, lateraliter arcuato, margine
apicali obtusato, supra parce crasse punctato; fronte similiter ac epistomate sed minus
parce punctata, convexa, carina frontali arcuata, carina oculorum postice abbreviata;
prothorace similiter ac fronte, paulo confertius punctato, marginibus lateralibus ante an-
gulos anticos sinuatis, his acutis; elytris perspicue punctatis, punctis partim seriahs. — •
Long. corp. 5 — 6 mm.
Am Kilimandjaro, sowohl in der Kulturzone bei Kibonoto, als auch unterhalb in
der Niederung am 1. und 2. November.
Dem Trochalus tridens ra. vom unteren Congo (Angola: Salvador) in Grösse, Gestalt
und Färbung sehr ähnlich; aber das Epistom ist vorn abgestutzt, nicht in der Mitte des
Vorderrandes gezähnt. Auch sind die Elytren stärker punktiert, die Punkte teilweise deut-
lich in Reihen geordnet.
Die ostafrikanische Form ist auch dem Tr. pilula Kl. ähnlich, aber kleiner und
dunkler.
Sphaerotrochalus rufosiguatus n. sp.
Subovatus, opacus vel subnitidus, infra parce griseo-pilosus, capite prothoraceque
nigrinis, colore viridi — vel subcupreo — metallico suffusis; elytris rufis, lateribus autem
marginalibus lotis plagaque elongata discoidah et macida subhumerah nigris; pedibus
Sjöstedts Kiliniandjaro-Meru Expedition. 7. 44
3iß SJÖSTEDTS KII.IMANDJÄEOMERU EXPEDITION. 7: 18.
fasco-nigris vel fuscis, nitidis, apice femorum spinisque übiarum brunneis, tarsis brunneo-
fuscis; fronte rugoso-punctata, postice laeviiis punctata (antice baud carinata); episto-
mate riigoso, margine laterali parum arcuato; clypeo leviter coarctato sublaevi, margine
apicali reflexo sublridentato, canthis oculorum anteriore et posteriore conjunctis, unitis
canthum integrum exhibentibus; antennis 9-articulatis, articulo secundo subglohulari,
crassiusculo, articulis 3., 4., 5. sat brevibus, 6. brevissimo, 7. — 9. foliaceis, flabello igilur
in utroque sexu trifoliata (in cf paulo elongato, in 5 abbrevialo); prothorace large
punctato, ante marginem posticum utriaque impresso, hoc medio lobato; elytris impresso-
striatis, interstitiis irregulariter punctatis, planis; tibiis anticis tridentatis, dente superiore
minuto; pygidio convexo parcius punctato, opaco, postice laevissimo, nitido. — Long,
corp. 4 — 5,5 mm.
Am Meru, m der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, Oktober, November,
December und Januar.
Var. obscurata n. Supra tota ati'a, subviridescens, interdum submaculata, maculis
elytrorum fere obsoletis. — Am Ngare na nyuki im Oktolier und Januar.
Sph. rufosif/iiafKS ist dem Sph. Böhmi Quedf. sehr ähnlich gefärbt und gezeichnet,
aber kleiner; die Kopfseiten sind weniger stark gebuchtet, die Stirn schwächer sculptiert,
das Epistom weniger gerunzelt.
Pseudotroclialiis subuudns u. sp.
Fuscus vel brunneus, subnitidus, oblongiusculus; fronte et epistomate rugoso-
punctatis, illa postice laxe punctata, verüce glabro, sutura inter frontem et epistoma haud
elevata; clypeo constricto laevissimo, nitido, antice sat profunde exciso; canthis oculo-
rum anteriore et posteriore spatio separatis; antennis 9-articulatis, flabello in utroque
sexu trifoliato; prothorace transverso, large aequaliter punctato, marginibus arcuatis,
angulis anticis fere rectis, posticis rotundate obtusis, margine postico bisinuato; elytris
subelongaüs, fere parallelis, striatis; striis impressis, punctatis, usque ad apicem distinctis,
interstitiis irregulariter punctatis; tibiis pedum primi paris extus tridentaüs, dente supe-
riore minuto, obtuso; tarsorum pedum secundi et tertii parium articulo primo breviore
quam secundo. — Long. corp. 4- — 4Y4 mm.
Am Meru in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, Januar. — Meruberg,
Oberleutnant Abel (Mus. Reg. Berol.).
Mit dem P. sulcipennis Gerst. nahe verwandt, aber kleiner; das Epistom an den
Seiten stärker eingeschnürt, vorn tiefer au.sgerandet; die Elytren braun; das Pygidium bis
zur Spitze reichlicher und dichter punktiert; die hinteren Coxen stärker punktiert.
Triodonta lueruana n. sp.
Sordide lutea, flavo-griseo pilosa, subnitida, capite tibiisque pedum posteriorum rufo-
brunneis, tarsis brunneis vel fuscis; capite confertim rugoso-punctato; epistomate antice
laevi, impunctato, attenuato, bilobo, lobis rotundatis; prothorace elytrisque lateraliter sat
longe ciliatis, illo quarta parte breviore quam latiore, antrorsum attenuato, angulis anücis
acutis, lateribus arcuato, ante angulum posteriorem marginum lateralium leviter sinuato,
KOLBK, SCABAB.^SID*.. 347
hoc recto, acuininato, doi'so ubique large punctato, margine posleriore bisinuato; elytris
longulis, prothorace paulo lalioribus, large puuclatis, slriati^j; pygidio convexo subnitido,
large punctato. — Long. corp. 7,5 — 8 mm.
Am Meru, in der Niederung des Flusses Ngare na nytiki, 23. November; am
KiJimandjaro in der Kullur/one, ()ktol)er.
Diese neue Art ist merklich grösser als Triodonta ßavofnsca m. (sub Hornalojjlia)
vom Ugueno-Gebirge (südlich vom Kilimandjaro). Sie unterscheidet sich von dieser durch
hellere Färl)ung, stihker vorgezogene Vorderecken und schwächer vorspringenden Median-
lobus des Prothorax, ferner durch schwächere Sculptiu- und gleichraässig erhabene Inter-
slitien der Elytren.
Triodouta sp.
Arn Meru in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, 22. November. — Diese
Art ist viel kleiner als die vorige.
Apogrouia lobata n. sp.
Testaceo-ferruginea, subnitida, glabra; capite nitido large punctulato; epistomate
sat prolongato, attenuato, apice reflexo sat profunde sinuato, bilobo (cf), in $ breviore,
apice parum emarginato; prothorace transverso, similiter ac capite punctulato, apice
attenuato, marginibus pone medium arcuato, angulis anterioribus aculis, posterioribus ob-
tusis; elytris crassius quam pronoto et irregulariter punctatis, singuhs quadricostatis,
costis subplanatis, lineis binis regularibus, parallelis signatis, interstitio, cosüs tertio et
quarto interposito, parce irregulariter punctato; tibiis pedum primi paris apice bidentatis,
vestigio dentis tertii nullo; tibiis secundi paris dente exteriore sat distincto, tertii paris
dente exteriore nullo exstrunctis.
5 Insignitus tarsorum omnium pedum articulis 1. — 3. dilatatis, articulo secundo
latissimo, articulo quarto minus dilatato, articulis pedum tertii paris paulo minus dilatatis;
pygidio paulo majore quam in femina, distincte punctato. — Long. corp. 7 — 7,5 mm.
Am Kühncnuljaro, Obstgartensteppe, 16. November, auch in der Kulturzone.
Das Epistom des Männchens ist ziemlich ausgebuchtet, die beiden Loben sind über
das gewöhnliche Älaass hinaus noch verlängert. Aber bei der Apogonia hicornuta m.
aus der Gegend von Tanga ist das Epistom des Männchens noch liefer, nämlich fast bis
auf den Grund gespalten, und die beiden Loben sind noch länger, und zwar in zwei
lange Hörnchen ausgezogen.
Die neue Art ist hinsichtlich der Bildung des männhchen Epistoms am ähnlichsten
der Apogonia nasalis Karsch aus Sennaar.
Cyrtocaiueuta piierilis Geest.
Meru, Niederung am Ngare na nyuki, 23. — 29. November 1905.
Ardiocaiueuta asceudens n. sp.
Elongata, brunnea, nitida, postice leviter ampliata, infra et lateraliter parce rufo-
setosa; clypeo parum arcuato, lateraliter reflexo, antice profunde exciso, fere planato,
epistomate lato, laxius punctato, lateraliter arcuato, fronte confertius minus grosse punc-
tata, leviter convexa, inaequali; antennarum articulo secundo incrassato, brevi, tertio
3Ü^ SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 7: 18.
elongato, quarto et quinto brevibus, hoc breviter lamellato, 6. — 10. longe foliaceis; pro-
lliorace transverso, brevi, large paulo remote punctato, postice medio subglabrato, latera-
liter arcuato, antrorsum cnnspicue attenuato, margine laterali crenulato, angulis anticis
acutis, posticis obtuse fere rotundate angulaüs; scutello impimrfato; elytris longe nee
densis.sime irregulariter conspicue pimctatis, ulroque leviter quadricostulato, costa secunda
fere obsoleta; tibiis pedum primi paris extus bidentaüs, dente apicali elongato, acuto;
pygidio laevi, impunctato, apicem versus rugoso-punctato. — Long. corp. 8,.=; mm.
Kilimandjaro, l cf (Mus. Berlin); Kilimandjaro, Kibonoto, 2,000 — 3,000 m., 11.
December 1905, 1 cf (Mus. Stockholm).
Empecameuta meniana n. sp.
Castanea, nitida, supra parce rufo vel flavido hirta, inha longe flavo-pilosa ; episto-
mate fronteque sutura separalis, confertim rüde punctatis, illius margine antico elevato,
bisinuato, clypeo glabro impunctato, margine antico medio .sinuato, utrinque rotundato,
antennis 10-articulatis; prothorace brevi, large nee dense mediocriter punetulato, un-
dique setis fulvis rigidis longis parce vesüto, lateraliter ampliato, ante angulos anticos
sinuato, his brevibus distincte angulaüs, linea media longitudinali disco impressa; elytris
crasse punctatis, parce longe setosis, inter puncta majora raro subtiliter interpunctatis;
tibiis pedum primi paris bidentatis, dente apicali elongato, unguiculis basi laciniatis;
pygidio minutissime confertim punctato.
cf' Insignitus antennarum clava 6-foliata, elongata, epistomate elypeoque junclis
longiore; pygidio sat convexo.
5 Differt antennarum clava ■i-foliata, minore, epistomate elypeoque junclis breviore ;
pygidio minus convexo. — Long. corp. 9 — 10 mm.
Meru, Niederung am Ngare na nyuki. Ende November.
Der E. usamharae Brsk. sehr ähnlich, Epistom und Frons dichter und gleichmässig
grob und sehr dicht punktiert. Prothorax feiner punktiert, Vorderecken desselben ebenso
kurz, deutlich gewinkelt, die Seiten vor den Vorderecken etwas gebuchtet. Oberseite des
Prothorax überall mit ebenso abstehenden Borsten, auf der Mitte hinten mit schwachem
länglichem Eindruck. Scutellum glatt erscheinend, vorn mit einzelnen Pünktchen. Elytren
sperriger und deswegen w'eniger reiehheh punktiert. Pygidium feiner punktiert.
Antennen 10-gliedrig, die Clava beim cf aus 6, beim $ aus 4 Gliedern bestehend.
Epistom an den Seiten etwas gerundet, vorn mit einem Querkiel. Stirn ohne deuthehen Querkiel.
Krallen mit einer Lamelle im Basalteile.
Eine Varietät mag iolgendermaassen cliarakterisiert werden:
Var. producta n. Major, angulis prothoracis anterioribus magis productis, acute
angulatis. — Long. corp. 12 mm.
Von demselben Fundorte, Oktober.
Isocaraonta montaiia n. sp.
Rufo-ferruginen, capite brunneo |)arce rufosetoso, setis longis ereetis; corpore infra
(praesertim peetore) rufo-subvilloso; capite confertim rüde punctato, poshce subtiliter
punetulato, sutura interoculari transversa subdistincla; epistomate antice transversim eari-
KOLBE, SCARABiSIDjE. 349
nato, carina bisinuata, clypeo antice modio sat profunde ninuato, laevi, parurn punctato;
|)ronol(i nitidd, parce iiiae(|iialitei' punctato, punctis ulrinque partim congregatis, margine
lalerali sul)angnlaio rotiuidato, angulis anterioribus vix productis, posterioribus rotundatis;
elytris conspicue elongatis, postice ampliatis, ubique sat conferUtn inaequaliler punctatis,
punctis majoribus subserialis, punrtis minnlis intermissis; pygidio convexo confertim
punctidato. — Long. corp. 11 — 12 mm.
Auf dem Mcru bei H,0()() m. Meereshöhe im Januar. — In der Grösse, Form
und Färbung der Empeeamenfd nirnunid m. iilinlicli, aber durch die Bildimg der Antennen
deutlich zu unterscheiden.
Isocameuta ainitiua n. sp.
Rufo-ferruginea, minor, breviter flavo-pilosa, lateraliter et infra parce longius pilosa;
capite castaneo-brunneo, antennis ferrugineis, pedibus castaneis; epistomate cum clypeo
lateraliter conlinuo rotundato; clypeo bilobo, nitido, excavato, alte marginato, antice punc-
tato; epistomate confertissime punctato, margine anteriore bisinuate carinato; fronte minus
dense crassius punctata, sutura frontaU arcuate parum elevata; prothorace lateraliter
valde rotundato, ante angulos anticos conspicue sinuato, his productis angulatis, supra
aequaliter nee confertim punctato; elytris quam in specie praecedente crassius et aequa-
liter punctatis (nee subtiliter interpunctatis), haud costatis; pygidio convexo subtiliter
nee dense punctato; pectore abdomineque confertim punctatis. — Long. corp. 7,5 — 8 mm.
In der Niederung am ifcr^-Berge an dem Flusse Ngare na nyuki, Ende November
und Anfang Üecember; auch oben am Meru bei 3,000 m. Meereshöhe im Januar.
Kleiner als /. moiitana m., auf der Oberseite kürzer und reichlicher behaart. Pro-
Ihorax mit viel länger vorgezogenen Vorderecken, am Seitenrande ziemlich tief ausge-
buchtet. Pygidium gleichmässiger und etwas dichter und grösser punktiert.
Eine ähnliehe Art ist Isocamenta petidans n. sp. Sic hat ungefälir die Grüsse und Färbung der I.
amitina, ist aber teilweise länger und abstehend behaart und dadurch der grösseren /. montana ähnlicher,
von beiden Arten aber durch die sehr abgekürzten (fast fehlenden) und breit abgerundeten Vordereeken des
Prothorax ausgezeichnet. Die Körperlänge beträgt 7 mm. Diese Art bewohnt dieselbe Gegend; sie wurde
auf dem Wege von Moschi nach Aruseha Mitte August 1904 von Professor Dr. C. Uhlig gefunden. (Mus.
Reg. Beroiin.).
Caiiienta Sjöstedti n. sp.
Ferruginea, subnitida, elytris vix obscurioribus, oculis, marginibus capitis, protho-
racis, scutelli, basi siittu'aque elytrorum dentibusque tibiarum anguste nigris; pectore
longe, abdomine sparsius flavo-villoso ; capite confertim fere subtiliter punclulato, fronte
posteriore media anguste laevigata; clypeo postice coarctato, antice medio parum sinuato ;
epistomate lateraliter rotundate paulo projecto et elevato, postice ante genas paulo co-
arctato; sutura frontali elevata; cantho oculorum postice lobato; prothorace supra toto
aequaliter et fere .subtiliter punctato, marginibus lateralibus modice rotundatis, anguhs
anticis paulo projectis subacutis, posticis rotundate obtusis, margine posteriore leviter lale
bisinualo, medio minime lobato; scutello punctulato, linea media longitudinali paulo ele-
vata; elytris leviter subrugose confertim punctatis, punctis quam prothoracalibus patilo
350 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEKU EXPEDITION. 7: 18.
majoribus, in disco obsolete tricostatis; tibiis pcduni primi paris acute bidentatis, dente
apicali parum elongato et curvato; larsis ejusdeni paris elongatis.
cf Insignitus antennis lO-articulatis; articulo tertio quam secundo paulo longiore,
infra conspicue denticuiato; clava 7-articulata valde elongata, tenui, curvata, quam pro-
noto fere longiore; pygidio convexo confertissime subtiliter punctulato, linea media longi-
tudinali elevata.
$ Differt antennarum articulo tertio infra indistincte denticuiato ; articulo quarto
dilatato; clava brevi, 6-articulata, folliculis quinque exterioribus aequilongis, folliculo sexto
brevi; pygidio convexiore similiter punctato, in dimidio autem basali plagis duabus laevi-
bus magnis ovalibus, nitidis, impunctatis praedito. — Long. corp. 18 — 13,.5 mm.
Am Kü'hnandjaro bei Kibouoto am 1. März 1 (f (Sjöstedt). — Bei Schira am
Kiliraandjaro am 30. April 1 $ (Dr. E. H. Förster). Mus. Reg. Berolin.
Schizonycha iiyukana n. sp.
Minor, subcylindrica, breviuscula, rufo-brunnea, capite pronotoque fusco-brunneis,
elytris rufotestaceis; fronte transversim rugoso-pnnctata, carina verticis distincte elevata;
epistomate punctato, carina anteriore curvata, utrinque paulo abbreviata; pronoto medio
anteriore impresso, rugoso-punctato, pone foveam bicallose laevigato, antice et utrinque
conferlim mediocriter punctato, punclis singulis seta appressa inserta, carina laevi secmi-
dum marginem posteriorem sat elevata medio interrupta; angulis obtusis; elytris cylin-
dricis large sat grosse aequaliter punctatis, subnitidis, punctis singulis seta appressa in-
serta; pectore albo-squamoso, squamis elongatis appressis; abdomine utrinque parce
setoso-squamoso, squamis appressis angustioribus quam in pectore; pygidio grosse nee
confertim punctato, nitido; tibiis pedum primi paris distincte tridentatis, tarsis gracillimis;
unguiculis omnium pedum apice fissis denticuloque subbasali armatis, duabus apicibus
utriusque unguiculi longitudine subaequalibus, parte superiore tenui; tarsorum articulis
duobus primis subaequalibus, tertii paris articulo basali paulo breviore; calcaribus
tibiarum pedum tertii paris in utroque sexu similibus, inferiore plus tertia parte breviore
quam altero, in cf paulo magis curvato, quam in $, apice rotundato. — Long. corp.
10,5 mm.
Am Mcru in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki am 22. und 25. November.
— Diese Art ist durch die kurz cylinderische Form des Körpers und den medianen Ein-
druck auf dem Pronotuiu in beiden Geschlechtern ausgezeichnet.
Schizoiiycha sp.
Flachland am Meru, 26. Decemljer.
Schizoiiycha luontaua n. sp.
Flavo-testacea, nitida; capite brunneo, carina anteriore curvata, usque ad oculos
pertinente, carina posteriore obtusa; epistomate fronteque punctatis, illo antice subsinuato;
prothorace brevi subconfertim punctato, utrinque antice impresso, angulis anterioribus
obtusis, posterioribus fere rectis, carina ante marginem posticuin brevi vel indistincla,
hoc bisinuato, medio breviter lobato; elytris mediocriter nee conferlim punctatis, postice
leviter ampliatis, prope suturam longitudinaliter impressis; tibiis pedum primi paris tri-
KOl.UK, SC.VKAfi/ElD.K. 35 |
dentalis, omnium pediim articulo larsi basali (|uam seciindo minore, pedum tertii paris
plus dimidio lireviore (|uain secundo; calcaribiis lihiarum UtIü paris aeqiialibus, inleriore
paiüo breviore et aculiore; pectore abdomineque iufra ulriiiijue laxe punclatis el l)re-
vissime parce (parum conspieue) pilosis; pygidio cra&se et laxe punctato. — Long. corp.
10,5 — n mm.
Am Kilimandjaro in der Kullurzonc in 1,1^)0 bis 1,700 m. Meereshöhe schon
vor mehreren Jahren von i*roressor Dr. Volkens in l Exemplar ($) gefunden (Mus. Reg.
Berolin.). F^in zweites FAem])lar (5) von Professor Dr. SjüSTEDt ebenfalls in der Kulfur-
zone bei Kibonoto am 5. April gefunden. — Die Art ist von der Grösse und ähnlichem
Aussehen wie ScMsoiii/cha pygmaea ni. und ohlonga Boh., aber von beiden Arten recht
verschieden.
Schizouycha major Kolbe.
Kilimandjaro, Leitokitok. Mai.
Scliizonyclia propiuqua m.
Diese Art scheint am Kilimandjaro und in der näheren Umgebung verbreitet zu
sein. Die vorliegenden Exemplare stimmen mit der Type iiherein. Sie wurden in der
Kulturzone bei Kibonoto (1,300 — 1,900 m.) am 27. Februar und 16. Dezember, in der
Obstgartensteppe am 14. Dezember, gefunden. Auch am Natron-See (1. Januar) und in
Usambara findet sich die Art.
Schizonjcha sp.
Am 3Ierii, Niederung. — Der kleineren Seh. angustata aus Witu sehr ähnlich, alier
die Schuppenhaare der Oberseite, ])esonders der Elytren, sind etwas kleiner. Ferner ist
das Pygidium glatter, weniger deutlich und weniger reichlich punktiert. Der äussere
Sporn der Tibien des 3. Beinpaares ist ähnlich gebildet, am Ende spateiförmig erweitert,
vor dem Endteil etwas eingeschnürt und an der Spitze abgestutzt.
Schizonjcha hecistopsiloides Besk.
Am Meru in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki während der Monate
Oktober, November und Januar gefunden. — Der absonderliche Fortsatz am 2. Gliede
des Tarsus des 1. Beinpaares geht von der Spitze der Innenseite aus. Der Fortsatz ist
ein merkwürdiger sexueller Charakter des männlichen Geschlechts, fast so lang wie die
Hälfte des zugehörigen Gliedes, abgeflacht, etwas gebogen, am Ende hakenförmig zuge-
spitzt, an der Vorderseite kammartig beborstet. Diese Borsten setzen sich an der Unter-
seite des Gliedes selbst fort. An den Tibien des 3. Beinpaares des cf sind beide Sporen
gekrümmt, der äussere Sporn ist schmal säbelförmig, der innere Sporn ähnlich, aber
stärker gekrümmt und etwas kürzer, beide an der Spitze abgerundet.
Pegylis usambarae Besk.
Am Kilimandjaro in der Obstgartensteppe am 22. März tief unten in einem Neste
von Termes hellicosns.
III. Subfamilie der Rutelinen.
Auomala tendiiiosa Geest, subsp. echo u.
Meru, Niederung des Ngare na nyuki (22. — 25. Oktober).
Der Prothorax ist glatt und punktiert beim q^, gerunzelt-punktiert beim $. Die
352 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7; 18.
Vorderecken des Prothorax sind kiiizer und weniger zugespitzt als bei der tenäinom von
Uru. Das Pygidium ist weniger stark gerunzelt und deutlicher punktiert.
Bei Exemplaren vom Kilimandjaro (Madschanie und Dscliaggaland) sind die Vorder-
ecken des Prothorax zugespitzt wie bei dem Exemplar von Uru. Das Pygidium ist glatt
gerunzelt.
Aiioiiiiila iisiimbica Kolbe subsp. incruana n.
Meru, Niederung Ngare na nyuki (22.-25. November). — Von der Usambara-Form
verschieden durch die allseits schwärzlichen Ränder der Elytren und den schwärzlichen
Humeralstreifen. Auch der Prothorax ist teilweise angedunkell, wenigstens am Vorder-
und Hinterrande. Zuweilen ist die schwärzhche Färbung auf den Elytren weiter ausge-
dehnt, so dass nur die äussere longitudinale Hälfte grösstenteils gelbbraun ist.
Beim Männchen ist die innere Kralle der Vorderfüsse viel kürzer als die äussere.
Das Pygidium ist glatt und sehr schwach runzlig skulptiert.
Beim Weibchen ist die innere Kralle der Vorderfüsse wenig kürzer als die äussere.
Das Pygidium ist runzlig und granuliert.
Auoiuala Kersteiii Geest.
Meru, Niederung Ngare na nyuki (22. November). — Über die Steppen des Deutsch-
und Britisch-Ostafrikas und bis Somali weit verbreitet. In die nähere Verwandtschaft von
pallida F. gehörig.
Popillia bipunctata F.
In Usamhara bei Mombo (Juni). — Eine der gemeinsten PojHlUa-Avieu, über die
Steppen von Somali, Galla, Britisch- und Deutsch-Ostafrika, das centralafrikanische Seen-
gebiet, Mosambik, Natal, Capland verbreitet; auch im Innern von Nieder-Guinea: Lunda.
Popillia sp.
Am Kilimandjaro, bei Kibonoto in der Kulturzone (4. Mai).
Adoretiis senatorius Haeold.
Kilimandjaro, Kibonoto, Kultnrzone (13. März und 3. April). — Die Art wird in
Deutsch- .und Britisch-Ostafrika gefunden.
Adoretus meticulosiis u. sp. c/' ?.
Testaceus, nitidus, parce flavido-pilosus, capite brunneo latera versus nigro-fusco,
epistomate testaceo, antennis pedibuscjue testaceis, genubus infuscatis, tar.sis brunneis;
capite parce punctato, epistomate rugoso-punctato; prothorace antice et postice an-
gustato, parce profunde jjunctato, angulis posterioribus rotundate obtusis; elytris sub-
costatis, interstitiis large rugoso-punctatis, subseriatim parce flavo-pilosis ; tibiarum primi
paris dentibus diverse inter se distantibus; unguiculo exteriore omnium pedum in utroque
sexu apice fisso; pygidio leviter rugoso et punctato, longius flavide piloso.
(f Insignitus capite cum oculis majore; antennarum clava fere dimidio longiore quam
funiculo (sine scapo); tijjiarum primi paris dentibus tribus aequaliter inter se distantibus.
$ Düfert capite cum oculis minore; antennarum clava item elongata, tertia autem
parte breviore quam in mare; tibiarum primi paris dentibus duobus posterioribus inter
se paulo approximatis. — Long. corp. 9—10,5 mm.
KOLBE, SCÄRABiEID^. • 353
Sowohl am Küinunnljaro in der ivulturzone bei Kibonoto am 19. November 1905
und in der SIeppe bei Kibonoto in einer Meereshöhe von etwa 1,000 m. am 28. März
1906, als auch in der Nietlerung am Flusse Ngare na nyuki nahe dem Meru Ende No-
vember 1905 gefunden.
Von dem ähnlichen Adoretus patruelis m. durch hellere bräunlichgelbe glänzendere
Färbung, gelbe feinere Behaarung, grösseren Kopf und längere Antennenkeule des Männ-
chens, kleineren und hinten sehr verschmälerten Prothorax, kleineres Scutellum, weniger
^ behaarte Elytren, längere Haare auf dem Pygidium und schliesslich noch dadurch unter-
schieden, dass die äussere Kralle an den Tarsen des dritten Beinpaares in beiden Geschlech-
tern am Ende ebenso gespalten ist, wie an den Tarsen des ersten und zweiten
Beinpaares. Diese Art gehört zur /c^ena<s-Gruppe (Ohaus).
Adoretus luustus n. sp.
Diese recht kleine Species ist erkennbar an der peschschwarzen Färbung der Unter-
seite und der rötlichbraunen verwaschenen Färbung der Seiten des Prothorax und der
Elytren. Auch die Mitte des Pronotums und die Naht der Elytren ist schmal rotbraun.
Ferner stehen auf den Elytren zwischen den niederliegenden weissgrauen Haaren einige
sehr vereinzelte aufgerichtete Borsten von weisser Färbung, welche wohl eine andere
Bedeutung haben als die niederliegenden. Diese Art gehört zur salishitriensis-Gru\:)pe.
Charakteristik der Spezies : Nigro-piceus, nitidus, supra et infra griseo-albido pilosus,
pilis elytrorum decumbentibus, pronoto elytrisque lateraliter horumque sutura brunneo-
limbatis, pronoto medio macula brunnea signato; necnon elytris, abdomine pedibusque
setis albis erectis longioribus raris insertis; pectore, abdomine pedibusque fere nigris,
nitidis, unguiculis castaneis; capife rüde granulato, quam prothorace dimidio angustiore;
protlwrace antice distinctius, postice parum vel vix attenuato, angulis posticis obtuse rotun-
datis, pilis paulo erectis curvatis latera versus brevioribus, disco toto laevi, nitido, parcius
crasse punctato; elytris rüde rugoso-punctatis, indistincte costatis, callis humerali et ante-
apicali subltevigatis ; pedum primi et secundi parium unguiculo exteriore apice fisso, tertii
paris integro, tibiarum anticarum dentibus duobus posterioribus inter se approximatis. —
Long. corp. 6 74 — 7 mm.
Kilimmidjaro: Kibonoto-Niederung, 9. und 16. November und 28. Februar. —
Es ist denkbar, dass die verschiedenen Fundzeiten (November und Februar) insofern
phsenologische Bedeutung haben, als man vielleicht daraus auf zwei Generationen schlies-
sen darf.
Adoretus amitimis n. sp.
A. tessulato Burm. cognatus, griseo-fuscus, griseo-pilosus, partim brunneo et nigro-
piceo variolosus, costis elytrorum parum elevatis, densius griseo partim pilosis maculisque
singulis nigro-fuscis depilibus interruplis; antennis fusco-brunneis, pectore brunneo, pedibus
ferrugineis, tarsis brunneis; capite subtililer vugoüo; prothorace transverso postice attenuato,
supra partim dense rugoso-punctato, utrinque medio callis irregularibus vel disseptis vel
plus ininusve conjunclis totis impunctatis interrupto, angulis posticis obtusis; elytris sub-
Sjösfedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. 46
354 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 7: 18.
costatis, interstitiis subseriatim rugoso-punctatis, apice, rugoso, scabroso; peäum primi el
secundi parium unguiculo exteriore apice fisso, tertii i)aris vaiegvo; pufiiäio convexo rugoso,
nitido, brevius et longius piloso, subhirto. — Long. corp. 8 — 9,5 mm.
J/f/v<-Niederung, am Ngare na nyuki, 1. November 1 cf ; Küimandjaro, Kibonolo-
Niederung 7. December 1 cf . — Durch die glatten, zwischen der dichteren Sculptur
stehenden Schwielen des Pronotums und die von dichter hellgrau behaarten und |3ech-
schwarzen unbehaarten Flecken unterbrochenen Rippen der Elytren ausgezeichnet.
Adoretus patruelis n. sp. cf 9
Testaceus, subnitidus, conspicue nee confertim albido-pilosus, infra subtilissime
flavo-albido pilosus, capite nigro, epistomate brunneo, pedibus testaceis, genubus anguste
infuscatis, tarsis brunneis; eapitc mediocri, in utroque sexu simili, quam prothorace multo
angustiore, convexo, rüde aciculato-granulato, oculis sat magnis; prothorace nitido brevi,
antice attenuato, postice lato, profunde nee dense punctato, angulis posterioribus rotun-
datis; clytris subcostatis, interstitiis large rugoso-punctatis, subseriate albo-pilosis; tibnmoi)
pedum primi paris dentibus fequahter inter se distantibus; unguiculo exteriore pedum
primi et secundi parium in utroque sexu apice fisso, tertii paris integro ; pygidio fere eodom
modo ac elytris albo-piloso. — Long. corp. 8,5 — 10 mm.
Meru, Niederung, am Ngare na nyuki, October und November.
Über die äusseren Geschlechtsunterschiede ist folgendes zu bemerken. Beim Männ-
chen ist die äussere Kralle der vier vorderen Beine an der Spitze gespalten, die des
dritten Beinpaares einfach. Das Pygidium ist gross und convex. Die Keule der Anten-
nen ist massig lang, etwas länger als beim Weibchen. Im weiblichen Geschlechle sind
die Krallen ebenso beschaffen wie beim Männchen. Das Pygidium hingegen ist kurz
und flach. Diese Art gehört nebst meiicnlosns m. zur y>^>-/c»s-Gruppe.
IV. Subfamilie der Dynastinen.
Cyplionlstes Tallatus Buem.
In der Jffr«-Niederung am Flusse Ngare na nyuki, 2-1. — 23. November.
PyciiosclKMiia parvicornis Faiem.
Am Kili)n(iii(lJ((ro bei Kibonoto in der Kulturzone, 7. September, 5. April.
Pycuoschenia scroplia Haeold.
Am Kilhnandjaro, bei Kibonolo in der Kailurzone, Mai und August.
Heteronjclms atratu.s Kl.
Am Küimandjaro in der Niederung von Kibonoto, im Miscliwald, vom 1. bis IG.
November, auch im Januar.
Heterouychus sp.
Am Kiliniandjarv, in der Niederung von Kibonoto, 1 November.
TemnorLynchu.s Sjöstedti n. sp. c/'?
In die Verwandtschaft des T. Baffrayi Fairm. gehörend; die lamina clypealis feiner
unti dichter sculptiert als bei dieser Art, beim Männchen tiefer ausgeschnitten. Der Pro-
KOI.MK, SCAUABÄlDiE. 355
llioi'üx clwa^ weniger kurz, oherseils weniger grol) punktiert, auf der Älitle des Prono-
Tums glatt, unpunktierl oder fein punktiert. Die Elytren vor der Spitze dicht punktiert
(iiei Rdf/rdi/i unpunktiertl. Letzte Abdominalplatle glatt (bei Raffraij! punktiert).
Diagnose der neuen Art: Älediocris, paulo robustulus, l'uscus vel brunneo-castaneiis,
nitidus, pone medium parum ventricosus; lamina clypeali subhexagono, transverso, tolo
confertim punclato, margine supero exciso, margine antico bidentato; mandibulis extus
acute tridenlatis; protlioracr transverso fere loto large punctato punctisque grossis, parum
, impressis, exsculpto, puncüs discoidalibus subülioribus vel obsoletis; ehjtris pone medium
nonnihil amplialis, glabris, in dorso vix vel obsolete serialo-punctatis, ante apicem ipsum
irregulariter confertim punctatis, scutdlo impunctato, glaberrimo, brevi, ]ilus du|)lo latiore
quam longiore; tibiis pedum primi paris valide et acute tridenlatis, calcare harum modice
elongato, acuto, abbreviato nee apicem dentis apicalis pertinente; tibiarum tertii paris
apice inferiore joarum elongato; pijgidio laxe scabro-punctato et setoso, punctis apicem
versus parcioribus, basi media glabra; lamina abdominali ventrali ultima laevi, impunctata.
(/ Area pronoti antica media depressa, glabra, mediocri; margine areae postico
integro; lamina clypeali supra profundius quam in femina emarginata, angulis subacutis.
— Long. corp. 16 — 19 mm.
Am 3Ieri(, in der Niederung und in der Kulturzone, 20. und 26. December. —
Ein Exemplar aus Mlalo in Nord-Usamhara ($) gehört wahrscheinlich hierher. Es ist
15,5 mm. lang und 8,.=; mm. breit. Auf den Elytren sind schwache, aber deutliche, rudi-
menlierte Punktstreifen verbanden.
Oryctes boas F.
Am Küimandjaro, bei Kibonoto in der Kulturzone (1,300 — 1,900 m.) am 13. No-
vember, 7. und 15. December, IMärz, Mai und August; auch unterhalb Kibonoto in der
Niederung am 24. September und 29. October; ferner an den Natron-Seen am 1. Januar.
Trioiiyclius l)itnberculatus Kl.
Am Mera, in der Niederung am Ngare na nyuki, 22. November. — Das Männ-
rJn'ii weicht von den typischen Stücken dieser Art etwas ab ; das Epistom springt an den
Seiten vor den Wangen weniger winklig vor (aber nicht bei allen Stücken). Das Prono-
tum ist vorn in der Mitte nur wenig eingedrückt und beiderseits nur schwach gehöckert.
Das Weihchen stimmt in der Stellung der beiden Tuberkeln des Pronotums mit den ty-
pischen Stücken deutlich überein.
Pseudosyrichtlius clathratus Gekst.
Am Meru, in der Niederung des Ngare na nyuki, 22. — 25. November und Januar.
V. Subfamilie der Tricliiinen.
Liotrichius anoiuala m.
Am Küimandjaro in der Kulturzone Ijei Kibonoto, 2. Januar; auch an den Natron-
Seen am Fusse des Kiümandjaro, 16. November. — Diese Art bewohnt sonst üsambara.
Calometopiis planatus Wtrh.
Auf dem llern bei 3,000 m. im Januar, bei 3,500 m. am 1. Februar. — Diese
Art wurde zuerst vom Küimandjaro beschrieben.
356 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMEKU EXPEDITION. 7: 18.
VI. Subfamilie der Valginen.
Coni.vthovalgiis kilim.ainis n. sp. •
Sowohl in dei- J/rr?«-Niederung am Flusse Ngare na nyiiki, October und November,
und an den Flusspferdseen, 25. und 29. November und i. December, als auch am
Küimandjaro, m der Kulturzone bei Kibonoto, 21. April und 9. Älai.
C. sansi'ban'co m. similis, paulo major, tarsis pedum primi paris nonuilul gracilio-
ribus, horum arUculi.s oranibiis leviter elongatis; libiis ejusdem paris pone dentem exterum
ultimum [irojectu denliformi subbasali exstructis (in C. saiisiharico integris).
Long. corp. ■!■ — 6 mm.
VII. Subfamilie der Cetoniinen.
1. Cetoniinae spuriae.
Pseiidoprotaetia pilicollis Keaatz.
Am Ilerii, in der Niederung des Ngare na nyuki, 24. November.
Elaphiuis adspersiila Geest.
Am 3Ien(, sowohl in der Niederung des Ngare na nyuki am 23. — 25. November,
2. December und Januar und in der Grassteppe am 24. December, also auch hoch am
Ifeni bei 3,000 und 3,500 m. im Januar und am 5. Älärz. — Gerst^cker beschrieb
die Art nach Exemplaren aus benachbarten Gegenden der Massaisteppe.
II. Cetoniinae genuinae.
Eiidicclla Suütlii subsp. inoutaua m.
Ann. Soc. Ent. Belg. T. LI. 1907 p. 373. — Ab E. Smitln differt capite viridi,
vertice minus crasse punctato; pygidio, pectore, ventre femoribusque plus minusve viridi-
bus, nonnihil rufescentibus; elytrorum seriebus punctorum partim distinctioribus, punctis
subtilioribus minus densatis, sutura angustius viridi-colorata, macula anteapicali minore.
Long. corp. 29 — 35 mm.
Aus der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto in einer Höhe von 1,300 bis
1,900 m., Anfang Januar, vom 5. April bis 11. Mai und Mitte November.
Coelorhina couuata Heath.
Sowohl in der Kulturzone des Küimandjaro bei Kibonoto bei 1,000 bis 1,200 m.
(Auf. Januar, Ende Februar, Anf. April und Anfang September), als auch in 3,000 m.
Meereshöhe am Meru (Januar). — Ursprünglich aus Kikuyu in Britisch-Ostafrika bekannt.
Dicrauorhiiia cariiifex IIaeold.
Am Meru am 4. December 1 cf. — Taita in Britisch-Ostafrika (Mus. Reg. Berol.).
Ptycliodestlies gratiosa Ancet.
Am Kilimandjaro bei Kibonoto in der Kulturzone bei 1,000 bis 1,300 m. Anfang
Januar, Mitte April, 9. Mai und Mitte November. — In Usambara nicht selten.
Genyodonta palliata Geest. (Jaiisoui Gesteo.)
Nur am Meru in der Flussniedernng des Ngare na nyuki am 22. Noveml^er. —
Aus dem Massailande beschrieben. Auch aus Arussi Galla bekannt [Jansoni Gestro).
KOI.IiK. SCAKAH.TÜD.i;. 357
(JiMiyodoula liioviplaga 1!ahk.
Ans dcv Kiilliii'ziiiu' des lülimandjdro bei Kibonolo, April bis JMai. Aiicb ans
Monibo in Usambara im Juni (l $). — Der hornförmige Forlsalz des Episloms variierl
in der l^reile.
Siiiaragilesthi'is Oertzeni Kolbe. subsp. kilimaua Kolbe.
Ann. Soc. Belg. 1907. Vol. LI p. 375. — Am Küimandjuro bei Kibonolo in der
Knlhuzone im Januar, April, August und November gefunden.
»Tota viridis, punclis plerisque elylrorum seriatis.»
Die mir vorliegenden Stücke der S. Oertzeni vom Kiliraandjaro sind ganz grün,
während die allermeisten Stücke aus anderen Gegenden Denlsch-Ostafrikas blau oder vio-
lett sind. Ausserdem sind bei der Form KüinHina die regelmässigen Punktstreifen der
Elytren gewöhnlich besser ausgebildet und deutlicher, als liei der genuinen Oertzeni, bei
der die Punktstreifen auf der hinteren Hälfte meist undeutlich sind und verschwinden,
um einer feinen unregelmässigen Punktierung zu weichen.
Taeiiiestlies specnlaris Geest.
In der Jfe/-«-Niederung am Flusse Ngare na nyuki am 22. November gefunden. Häufig.
Guatliocera cnida Jans, subsp. peregriua u.
In der Steppe bei Kibonolo (1,000 m.) am Kilimandjaro am 4^. April gefunden.
Nordöstlich vom 3Ieru, 25. IV. 1907 Dr. E. H. Förster (Mus. Reg. Berol.).
Der G. major m. sehr ähnlich, aber kleiner und auf dem Pronotum gröber punk-
tiert. Auch der typischen cruda Jans, sehr ähnlich, aber der Prothorax ist hinten mehr
verbreitert.
Pachuoda eplilppiata Gehst.
Am Kilimandjaro sowohl in der Niederung als auch in der Kulturzone bei Kibo-
nolo in 1,000 — 1,300 m. und 1,300 — 1,900 ra. Meereshöhe während der Monate Januar,
April, Mai, August, November und December. Häufig.
Auch in der Niederung am Iferu am Flusse Ngare na nyuki in October, Novem-
ber, Anfang December und Januar.
Pacliuoda trideiitata Oliv, subsp. lateristicta n.
Die in Westafrika heimatende PacJinoda tridentata Oliv, ist der sehr ähnlichen
olivacea F. [cordata Drury) nahe verwandt, unterscheidet sich aber von dieser durch
den kürzeren, breiteren und viel mehr eingeschnürten, auch vorn weniger abgerundeten
Mesosternalfortsatz ; ferner durch den stärker punktierten Kopf und das deutlich punktierte
Pronotum. Auch die Färbung des Körpers bietet Unterschiede. Die grosse dunkle, den
grössten Teil des Pronolums einnehmende Makel lässt bei olivacea den Hinterrand frei,
während sie bei tridentata bis an den Hinterrand selbst reicht. Die Zeichnung der Elyt-
ren ist bei olivacea in Flecke aufgelöst, aber bei tridentata zu einem grossen dunklen
Felde verbunden. Trotz dieser Tendenz, sich zu verbinden d. h. sich auszudehnen und
dadurch zu verschmelzen, ist die Zeichnung bei tridentata weiter vom Rande entfernt als
bei olivacea. Die Beine sind bei tridentata im allgemeinen dunkel, das 1 und 2. Bein-
358 S.TÖRTEDTS KIMMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 18.
paar braun, die Tihicn dunkelbraun bis schwarz, die Femora des 2. Beinpaares am
Grunde oft gelb; die Femora des 3. Beinpaares sind gelb, an der Spitze schwarz oder
schwarzbraun. Bei olivaced sind die Beine gelb, an der Spitze der Femora ein Fleck
braun; die Tibien sind rolgelb, die Tarsen ])raun, die Spitze der einzelnen Tarsenglieder
schwarz. Die Unterseile ist bei beiden Arten gelb, die Bänder der einzelnen Teile schmal
schwarz.
Subsp. latcrifsticta n.
Eine eigentümliche Form der fridentata liegt in zwei Exemplaren (cf 5) vom Vic-
toria-Nyansa (Kossova) vor. Sie steht der typischen fridentata zwar nahe. Die Elyt-
ren sind indessen hinter weniger winkelig, auch etwas mehr convex und kräftiger punkt-
streifig. Das Metasternum und die Pleuren des Meso- und Metaslernum sind deutlich
in Anastomosen querstreifig. Die Zeichnung der Elytren ist mehr aufgelöst, aber ganz
anders als bei olivacea. Die gemeinsame dorsale Makel der Elytren ist schmäler und
von dem kleinen humeralen Fleck weit getrennt. Ausserdem befindet sich je eine weisse
Tomentmakel an den Seiten der 1. bis 4. Abdominalplatte. (Mus. Beg. Berol.)
Mit diesen Exemplaren vom Victoria-Nyansa stimmen zwei Exemplare {(f §) der
SjöSTEDT'schen Sammlung vom Kilimandjaro überein. Nur ist das Weibchen dieses
Paares grösstenteils braunschwarz. Aber ein kleiner Fleck in den Yorderecken des Pro-
thorax, ein kleiner Fleck an den vorderen Coxen und zerrissene Flecke auf dem Metaster-
num und den Pleuren sind gelb. Die Beine sind grösstenteils kastanienbraun; die late-
ralen Flecke auf der 1. bis 4. Abdominalplatte weiss.
Diese beiden Stücke wurden am Kilimandjaro in der Steppe bei Kil^onoto (1,(J0Ü
m. Meereshöhe) am 6. April auf einer Akazie zusammen mit Ameisen gefunden.
Piicliuotla mastrucata Gekst.
In der J/erM-Niederung am Flusse Ngare na nyuki am 24. November 1 cP.
Pachuoda Petersi Haeold.
Ebenfalls in der J/e>'»-Niederung am Ngare na nyuki am 22. November, 29. De-
cember und im Januar.
Disehista ciiicta Gebe, var. marginata Mosee. /
In der 2Ieru-'N[edenmg am Ngare na nyuki, December, Januar.
Rliabdotls sobrina Goky Peech., subsp. virjuinea Kl.
Am Mfnt, in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, October, 22. November.
Mol.vnoptera inultiguttata Kraatz.
üsamlxtra: Mombo.
Diploguata silicea M'Leat.
Sowohl am Kilimandjaro in der Niederung bei Kibonoto (1,000 — 1,300 m.) am
2. Januar, 25. und 26. April, 11. Mai, 30. November und 30. December, — und in
der Kulturzone (1,300 — 1,900 m.) am 20. Januar, 8. Februar, 3. März, 5. und 9. April,
2. und 3. Mai und 10. December, — als auch in der il/rr/f-Niederung am Flusse Ngare
na nyuki am 2. und 28. December. Häufig.
KOI,HK, SCAEAUyKID/K. 359
I)il)Io£:u:itliia striata Jans.
rsdwJxira : iMoniho, Juni.
Pocciloiiotii maciilatissima Bon.
üsaiiilxira : Mombo, Juni.
Poecilouota tesscUata Mos.
Am K/!iiii(iii(JJ(iro sowohl in der Obstgartensteppe am 22. März, als auch bei Kibo
iiolo in (Irr K'nltarzone am 3. November je 1 Exemplar.
Nil»liotoi»li(»ra Hildebraiulti Harold.
Am KilinutHiljuro, in der Niederung von Kibonolo (Steppe) am 28. März.
Loiicocelis polyspila m.
Ann. Sog. Ent. Belg. T. LI. 1907, p. 373.
Major, Iota nigra, supra albo- vel flavo-albido large guttata; capite nitido nigro
parce pnnctulato; protliorace postice leviter ampliato, ante angulos posücos perspicue sinu-
ato, dorso parce pnnctulato; elytris hevibus subcostatis, partim snlcalis, trifariam gemi-
nate pnnctato-striatis, striis partim guttis interruptis, his plerisque impressis, limbo exte-
riore seriatim subtililer punclato; pygidio biimpresso, la^vi, parce punctalo, basin versus
conferlim punctato.
Am Meni in der Kulturzone, Januar, auch auf der Höhe des Berges bei 3,000 —
3,500 m. am 21. December. — Ausserdem findet sich diese Art am Kilimandjaro, im
Urwald (llus. Reg. BeroL).
Leucocelis limbata Ketz.
Am Meru, in der Niederung des Ngare na nyuki am 27. November und 2. December.
Leucocelis uiausaiia m.
Stettin. Ent. Zeit. 1895, p. 292. — Zu dieser variablen, ursprünglich nach Stücken
vom Victoria-Nyansa beschriebenen Art geiiören mehrere Varietäten, welche Prof. Sjüstedt
und andere am Meru und KiUmandjaro etc. gefunden haben. Die von Kraatz beschrie-
bene Leucocelis se.rfjiiffafd Kr.TZ. gehört als Varietät hierher.
\'ar. sexguttata Kraatz.
Nigra, robustula, postice vix attenuata, pronoto plaga utrinque rubra ornato et parce
albo-punctato, elytris viridibus albo-punctatis, pygidio piloso rubro, basin versus nigro. —
Long. corp. 9,.5 — 11 mm.
Sowohl am KiUmandjaro in der Niederung bei Kibonoto (Steppe) am 4. April, als
auch am Meru in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki am 29. December.
Auch der Missionar T. Paesler fand diese Form am KiUmandjaro, in Dschaggalande.
Var. nigdcoUis n.
Forma^ typicse fere ajqualis, pronoto vero toto nigro, parce albo-punctato.
Sowohl am KiUmandjaro in der Niederung bei Kibonoto (Steppe) bei 1,000 m.
Meereshölle am 21. März und i. April auf Gras, als auch in der Niederung des Meru
in der Grassteppe am 29. December. — Prof. Volkens fand diese Form am KiUmandjaro
in der Kulturregion bei 1,300 bis 1,700 m. Meereshöhe.
3ß0 S.TÖSTEDTS KILIMANDJAEO-JIEETJ EXPEDITION. 7: 18.
Var. viridicuprea n.
Variat pronoto nigro parce albo-guttalo, elytris viridibus cupreo-suffusis, albo-guüatis.
Am 3ren( in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki am 29. Decemljer und
im Januar.
Var. aiigustior n.
Variat corpore angustato; prothorace postice vix dilatato, ante angulos posteriores
subrecto, pronoto nigro albo-guttato; elytris saturate viridibus albo-guttatis. — Long. corp.
9,5 mm.
Zwischen dem KüiiiHnidjaro und dem 3Ient am Ngare na nyuki, 10. April 1907
(Dr E. H. Förster).
Var. solitaria u.
Major, pronoto tolo nigro (haud guttato), elytris saturale viridibus parce tantum
albo-guttatis. — Long. corp. 12 — 12,5 mm.
Am Natron-See, 18.— 21. November 1904 (Professor Dr. C. Uhlig).
Oametis balteata Geee.
Am Küimandjaro in der Niederung von Kibonoto und in der Kulturzone (11. —
15. November in Älehrzahl, am 13. November unter Rinde der Candelabereuphorbia;
1 Exemplar bei Kibonoto bei 1,000 — 1,300 m. am 9. Mai. Am Ileru in der Niederung
am 22. — 25. November. Ziemlich häufig. — Usamhara bei Mombo im Juni.
Gouiocliilus Haroldi Witte.
Am Küimandjaro bei Kibonoto in 1,000 bis 1,300 m. Meereshöhe am 11. Mai, sowie
oberhalb Kilionoto in der Kulturzone am 17. December.
Spiloplionis lugubris F.
Am Meni, in der Niederung des Flusses Ngare na nyuki, 22. November. — Diese
Art wurde zuerst aus dem Kaplande aufgeführt.
Lissogenius couspersus Buem.
In der iJ/er?f-Niederung am Flusse Ngare na nyuki, 23. und 25. November; an
den Flusspferdseen, 25. November und Januar; auch in der Niederung des Küimandjaro,
bei Kibonoto, '13. November.
Cjinopliorus uudatus Kieby (coufusus Ketz).
Am Küimandjaro bei Kibonoto in der Kulturzone im April.
Kraatz hat diese Arl mit Unrecht für unbeschrieben geiialten (l)eutsclie Ent. Zeilschr. 1899 p. 316);
der von ihm eingeführte neue Namen confusus ist daher synonym mit undaius Kirby. Kraatz hal sich
geirrt, wenn er Cymophorns undaius Ivirby und Cyniopliorus undaius BuRM. ffir identisch hält. Das liat auch
liURMEiSTER fälscWich beluuiptet (Handb. f. Ent. III. p. 648). Beide Arten sind nicht nur niclit {(h-nliscli,
sondern sie gehören sogar verschiedenen Gattungen an; undaius Kirby der Gattung Cymophorus mu\ vi)da1iis
ÜURM. (= lencosiicins Schaum) der Gattung AnaspUus m. (Stettin. Ent. Zeit. 1892 p. liO). Bürmeister
lieruft sicli auf ein angeblich typisches Stück Kirby's, das aber augenscheinlich verschieden war von dem
echten undaius Kirby, worauf sich Westwood (Thesaurus oxon. p. 19) stützt. Die Beschreibung und Ab-
bildung Kirby's liisst in dem WESTWOOD'sehen undaius den undaius Kirby deutlich erkennen. Aucii
BoHEMAN führt in den Ins. Caffr. den echten undaius Kirby unter diesem Namen auf. Schaum hat übrigens
diese Nomenclatur schon richtig gestellt (Ann. Soc. Ent. France 184-1 p. 395); aber Kraatz hat später
(1899) die Nomenclatur wieder in Gonfusion gebracht; confusus Kraatz ist nichts anderes als der alte «»'?«-
Ins Kirby. Diese Art ist von Bort Natal bis Sansibar und dem Kilimandjaro verbreitet.
Februar 1910.
Liste der bis jetzt aus dem Kiliinaudjaro und Meru bekannten
Arten der
Trosiineii, Melolontliiiieii, Rutelinen, Dynastineii. Tricliiineii.
Valgiiieii und Cetoniiiien.
I. Troginen.
1. Trox baccatus Gerst. 4. Trox setulosus Kolbe.
2. » squalidiis Oliv. 5. » Nemnamii Kolbe.
3. » raduloides Kolbe. I 0. » montanus Kolbe.
II. Melolonthinen.
7. Perqjrocius orestius n. sp.
8. Oreotrogtts Volkensi Kolbe.
9. Äutoserica mombasana Brsk.
subsp. mussitans n.
10. Aulacoserica facilis Brsk.
1 1 . Keoserica kilimandscharoana Brsk.
12. Homaloseria sp.
13. Trochalus bayamoiensis Brsk.
14. » corintMa Gerst.
15. • Idlimanus n. sp.
16. SphacrotrocJmlus rufosignatus ii. sp.
17. Pseudoirochahis mbtntdus n. sp.
18. Triodonta meruana n. sp.
19. Triodonta sp.
20. Ajwffonia lobata n. sp.
21. Cyrtocamenta puerilis Gerst.
22. Ärchocamenta ascendens n. sp.
40. Anomala tendinosa Gehst.
subsp. echo n.
41. » usambica Kolbe.
subsp. meruana n.
42. » Kersteni Gerst.
43. » Wellmani Ohs.
44. PopiUia Meinhardti Kolbe.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition.
III
23. Empecamenta meruaiia u. ^
24. Isocamenta montana n. sp.
25. » amitina n. sp.
26. •' petulans n. sp.
27. Camenta Sjöstedti n. sp.
28. Schizonycha nyiikana n. sp.
V-
46
362
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
18.
a.
52. CtjpJwnistes vallatus Burm.
53. PycnoscJiema parvicornis Fairm.
54. » scropha Harold.
55. Heteromjchus atratus Kl.
56. Heteronychns sp.
61. Liotrkhius anomala Kolbe.
63. Comythovalgus kilimanus n. sp.
64. Fornasinius Fornasinii Bertol.
sub.sp. Hauseri Kraatz.
65. Hypselogenia corrosa Bat.
69. Eudicella Smithi .subsp. montana n.
70. Coelorhina connata Heath.
71. Dicrcmorhiiia carnifex Har.
72. Pfychodesthes gratiosa Ancey.
73. Genyoäonta pjalliaia Gerst.
74. » laeviplaga Raffr.
75. Smaragdesthes Oertzeni Kolbe.
subsp. küimana Kolbe.
76. Taeniesthes specularis Gerst.
77. Gnathocera cruda Tans.
aubsp. peregrhia n.
78. Pachnoda ephippiata Gerst.
79. » tridentata Oliv.
subsp. lateristida n.
80. » mastrucata Gerst.
81. » Petersi Har.
82. Dischista chicta Geer.
var. marginata Mos.
IV. Dynastinen.
bl . Temnorhynclms Sjösfedti n. sp.
58. Orydes boas F.
59. Trionychus hifuberculatus Kl.
60. Pseudosyrichthtis dafhratus Gerst.
V. Trichiinen.
j 62. Calometopus idanatus Wtrh.
VI. Valginen.
VII. Cetoniinen.
Cetoniinae spuriae.
66. Heterodita corpulenta Gerst.
67. Pseudoprotaetia pilicollis Kraatz.
68. Elaj^hhiis adspersula Gerst.
Cetoniinae genuinae.
7. COLEOPTERA.
19. Tenebrioiüdae
von
HANS GEBIEN.
Mit 16 TextfiiTuren.
Es sind mir 3 Arbeiten bekannt, welche Tenebrioniden des Kilimandjaro-Gebietes
aufzählen: Fairmaire (7) (siehe Litteraturverzeichnis), Kolbe (2) und Waterhouse (1). Der
erste Autor führt 3 Arten an: Viefa lucfuosa Frm., V. montcma Frm. und Prioscelis
rugatifrons Frm. Es ist eigentümlich, dass Herr Prof. Sjö.stedt keine der 3 Arten mit-
gebracht hat. Leider gibt Fairmaire keinen genauen Fundort an, aber zweifellos sind
die Arten in einem andern Gebiet gesammelt worden, als das von Sjöstedt durchforschte.
Kolbe führt 3 Arten an: Melanolophus ater, Gonocephaluni micans (= shnjjlex) und
Phrynocolus imdafocostafus (letztere Art aus dem Ugueno-Gebirge). Waterhouse nennt
nur Melanolophus ater. Die letzgenannten Arten sind alle wieder aufgefunden w^orden.
Das angefügte Artenverzeichnis zählt 57 Arten auf, zu denen noch eine Anzahl kommen,
die nur in einzelnen Stücken mitgebracht wurden. Dieses Material (etwa 1,290 Ex.; 26
n. sp.) gestattet schon eher, einige Schlüsse geographischer Art zu ziehen. Schliessen
wir die Arten aus, welche höchstwahrscheinlich auf das Gebiet beschränkt sind, so blei-
ben noch 30 Arten nach. Davon sind:
I. Kosmopoliten: Alphitohms äiaperinus Panz uiiil piceus Ol., deren Vorkommen in allen Getreide-
und Brotvorräten ihre Verbreitung erklären.
II. Arten, die über das ganze tropiselie Afrika verbreitet sind und z. T. im subtropisehen und medi-
terranen Gebiet sich finden: Himatismus vülosus IIaag.j Gonocephalum prolixum Er., Simplex V.,
Ceropria Bomandi C. et Brll., Toxicum taurus F., Peltoides senegalensis Gast., Teiiebrioloma
semicostata Geb., Derosphaerus globicollis Th., Heterotarsus tenehrioides (iuER.
III. Art aus Süd- u. Ostafrika: Praorjena splendens Mäkl.
IV. Art vom Gongo, Ostafrika bis Abessinien: Platydema vagum Geb.
V. Arten ans Ostafrika: Himatismus trivialis Gehst., Peristeptus Haagi Har?, Adesmia transversalis
Kolbe, Scoriaderma cordirolle Wat., Psammodes suhplicatus (iEB., Selinus parallelus Ancey, BoH-
topertha novemcostata Geb., Hypophloeus volvulus Gerst., Menephilus gagatus Geb., Prioscelis iridens
3C4 SJÖSTEDTS KILIMANDJÄRO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
KoLBE, MeiaUonotus metalUcus F., v. Simulator Geb., Micrantereus variolosus Gerst., Hoplonyx hre-
vicollis Gerst., carhonarius Gerst., Strongylium suspicax Kolbe, Praogena festiva Gerst.
VI. Art, bisher nur aus Westafrika bekannt: Alphitohius parallelus Thoms.
Zopliosis cicatricosa n. sp.
Sehr kurz oval, schwarz, oft mit geringem ^letallschiminer, wenig glänzend. Kopf
flach, Clypeus gerade abgestutzt, ohne Spur eines Ausschnittes; Punktierung ungleich,
zwischen den Augen sehr fein und deutlich längsstrigos, vorn auf dem Clypeus sind die
Pünktchen rundlich und dicht stehend, der Nacken ist glatt, die Augen hinten mit schar-
fem, aber nicht nach vorn reichenden Augenkielchen, die Augen sind nach unten nicht
in einen Forsatz verlängert; die Seitenecken des Clypeus scharf gewinkelt, und die Seiten
vorher ausgeschweift. Fühler dünn, Glied 3 1 Y.<! mal so lang wie 4f, die folgenden zilin-
drisch, die letzten eine allmähliche Keule bildend, 9 und 10 quer, 11 oval. Mentum
fast glatt, mit schmalem, tiefem, fast schlitzartigem Ausschnitt am Vorderrand, der etwa
Vs der Länge des Mentums erreicht. Halsschild an der Basis über dreimal so breit
wie in der Mittellinie lang, die Hinterwinkel sehr weit die Schultern umfassend, sehr
spitz, die Vorderwinkel verrundet rechtwinkhg, die Seiten mit feinen, zerstreuten, stellen-
weise länglichen Punkten, die Mitte wenig deutlich punktiert, die Pünktchen rund, hart;
an der Basis befindet sich jederseits eine quere Grube. Die Naht der sehr kurzen Flü-
geldecken hinten schmal erhaben; die Oberfläche mit groben Quer- und Längsrunzeln,
die aber meist wenig hoch und zuweilen undeutlich sind, die Vertiefungen zwischen den
Bunzeln punktiert, die Punkte an den Seiten sehr deutlich und viel gröber; im vorderen
Drittel der Seiten befinden sich die bekannten Schrägkielchen, wie bei vielen andern Ar-
ten; die Epipleuralkante von oben nirgends sichtbar, doch bildet sie von unten gesehen
die eigentliche Begrenzung der Flügeldecken, sie ist vor der Spitze nicht geschweift.
Epipleuren nicht strigos, mit sparsamen Punkten, flach, auch vorn bei den Schultern
nicht konkav; die Propleuren ausserordenflich tief ausgehöhlt, besonders nach hinten
zu. Prosternalfortsatz sehr weit vorgezogen, hinten wagerecht, glatt, rings fein gerandet;
Mittelbrust sehr schräge abfallend, ohne Spur eines Eindrucks; die tiefe Längsfurche der
Hinterbrust reicht nach vorn fast bis zur Mitte. An den Hintertibien ist der längere
Dorn c:a '^/s so lang wie das erste Tarsenglied, dieses ist doppelt so lang wie das Kral-
lenglied. Die Vorderschienen schräg abgeschnitten, das Ende aber nicht nach aussen
springend.
L. 6—7 mm. 17 Expl.: meder-3Ieru: Okt., 22.-25. Nov., 2. Dez., Jan.
Diese sehr robuste Art stellt unter den Ostafrikanern wegen der regellosen, groben Ilunzeln auf
den Flügeldecken, dem ganz ungefurchten Mesosternum ganz isoliert. Nach Deyrolle's Tabelle wurde
man auf Z. orhimlnta kommen, mit der sie nicht zu vergleichen ist.
Zopliosis pterygomalis n. sp.
Eine ansehnhche, ovale, glänzend schwarze Art. Der Kopf zwischen den Augen
flach oder schwach grubig vertieft, der Vorderkopf deutlich und sehr dicht punktiert,
aber nicht längsstrigos; die Augenfalten hinten vorhanden aber wenig deuflich ; die Augen
GEBIEN, TENEBRIONID^. 365
sind nach unten in einen langen, parallelen Fortsatz ausgezogen; die Vorderecken des
Kopfes vor den Augen wenig breiter als diese, ganz breit, in grossem Bogen verrundet;
der f.lypeus gerade abgestutzt, seine Ecken sehr stumpf angedeutet. Glied H der Fühler
langer als 4, dieses dem zweiten gleich, die folgenden zilindrisch, 8 noch etwas länger
als breit, 9 so lang wie breit, 10 quer, 11 klein, zugespitzt nicht oval; der vordere Aus-
schnitt des JMentunis bildet einen kurzen Kreisbogen. Halsschild an der Basis dreimal
so breit wie in der Mitte lang, die Hinterwinkel wie gewöhnlich spitz, die Schultern um-
fassend, die Vorderecken bilden einen ziemlich breit verundeten Winkel von 75 — 80°;
die Seitenflügel des Spitzenrandes mit feinem Randkiel, der sich äusserst fein auch an
den Seiten des eigentlichen Vorderrandes betindet, in der Mitte aber geschwunden ist;
Basis jederseits ohne Quereindruck, die Oberfläche wie bei voriger Art auf äusserst fein
lederartig gewirktem Grunde mit zerstreuten, deutlichen Punkten besetzt, welche Neigung
haben, in die Länge zu fliessen; die Mitte spiegelblank, fast unpunktiert. Die ziemlich
lang ovalen Flügeldecken mit nicht kielig erhabener, hinten aber oft gewölbter Naht
und jederseits mit 8 stumpfen Rippen. Diese Rippen sind sehr deutlich, aber nicht sehr
stark konvex, viel breiter als die grob und dicht punktierten Zwischenräume; zerstreute
Punkte stehen auch auf den Rippen, besonders seitlich ; die Seiten neben der Epipleural-
kante mit deutlichen Schrägstrichen, der Seitenrand ist von oben im ersten Drittel schmal
sichtbar, läuft dann unter die Flügeldecken und ist vor der Spitze sehr kräftig geschwungen;
die Epipleuren mit feinen, zerstreuten Längskielchen ; die Propleuren hinten wenig tief
ausgehöhlt. Das Prosternum bildet von der Seite gesehen von der Vorderkante bis zur
äussersten Spitze einen flachen Bogen, der zuweilen sch\vach gewinkelt ist; das End-
drittel ist jedoch mehr oder weniger flach, die Spitze weit vorgezogen und ziemlich spitz,
seitlich fein gerandet; das Mesosternum ziemlich steil abfallend, mit tiefer, fast paralleler
Furche; die scharfe Furche der Hinterbrust reicht von hinten bis zur Mitte nach vorn.
Abdomen glatt, oder kaum bemerkbar punktuliert. Das Ende der Vorderschienen fast
gerade abgeschnitten; das erste Glied der Hinter tarsen doppelt so lang wie das Krallenglied.
L. Iiy2 mm. 5 Expl. Nieder-Merii 22. u. 25. Nov., Jan.
Auf den ersten Blick ähnelt die neue Art sehr der Z. agaboides Gerst. mit der sie, wie auch )nit
alfernata, die eigentiimlifhe Furche der Mittelbrust gemein hat. Ahagoides hat aber ziemlieh gleichmässig
und sehr dieht punktierte Flügeldecken und eine sehr scharfe doppelte Epipleuralkante (d. h. die Marginal-
rippe ist scharfkielig und liegt dieht über dem Seitenrand). Am nächsten steht ihr Z. alternata (iERST., die
Flügeldeckenskulptur ist ähnlich, die Punkte der Zwischenrinne sind aber fein punktiert, bei der neuen Art
grob, und das dicke Prosternum fällt bei Gerstäckers Art vorn in sehr steilem Bogen ab und der Fortsatz
ist kurz und an der Spitze ziemlich breit verrundet, und die Epipleuralkante ist an der Spitze schwach
geschwungen.
Zopliosis pniictatofasciata u. sp.
Gestreckt, elliptiscJi, doppelt so lang wie breit; stark glänzend schwarz, ohne Metall-
schimmer. Kopf auf der Stirn mit flachem Grübchen, sehr dicht und deutlich, stellen-
weise fast längsstrigos zusammenfliessend punktiert, Augenkiel hinten sehr fein aber deut-
lich; die Seitenecken des Kopfes ziemlich deutlich gewinkelt, wesentlich breiter als die
366 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
Augen, der innere Augenwinkel in einen breiten und ziemlich langen Fortsatz ausgezogen.
Clypeus gerade abgestutzt; Fühlerglied 3 dem zweiten gleich, Vorderrand des Mentums
mit kurzem bogigem Ausschnitt. Basis des Halsschildes weniger als dreimal so breit
als die Mittellinie lang; die Seiten kräftig gebogen nach vorn verengt, die Hinterwinkel
viel breiter als gewöhnlich, ca. 60° gross und nicht sehr weit nach hinten reichend ; die
Vorderwinkel deutlich, sehr kurz verrundet; die Seiten der Oberfläche dicht und deutlich
wie der Kopf punktiert, die Älitte viel weitläufiger aber deutlich punküert, die Basis in
sehr breitem Bogen nach hinten gezogen. Die Naht der Flügeldecken flach, hinten meist
breit niedergedrückt, die Oberfläche mit breiten, nicht oder sehr schwach gewölbten, gera-
den Längsstreifen, zwischen denen je ein breiter Streifen von dichten und deutlichen
Punkten steht; Zwischenräume und Streifen gleichhreit, die letzteren vorn nicht immer
deutlich, die Epipleuralkante von den Seiten der Flügeldecken vollständig überwölbt, von
unten gesehen bildet sie aber doch die eigentliche Begrenzung der Unterseite, neben
der die Seiten der Flügeldecken nur hinten etwas breiter sichtbar sind, der feine Kiel ist
vor der Spitze kaum bemerkbar geschwungen. Die Epipleuren mit sehr langen, feinen
Kielchen. Der Prosternalfortsatz wagerecht, wenig lang, nicht spitz vorragend, der hin-
tere Steilallfall ist fast senkrecht, hängt also nicht weit über wie bei fast allen andern
Arten, das Prosternum ist deutlich punktiert, die Randung vollständig, sehr fein, meist
ist ein schmaler Längseindruck sichtbar. Die Mittelbrust zwischen den Hüften sehr schmal,
vorn mit lang dreieckiger deutlicher Furche. Die Furche der Hinterbrust äusserst kurz,
nur Vs der Länge erreichend. Die kurz dreieckigen Vorderschienen sind am Ende schräg
abgesclmitten; an den Hintertarsen ist das erste Glied dreimal so lang wie das Krallen-
glied. Klauen und Sporen sind gelb, der längere Endsporn der Hinterschienen erreicht
nicht die Mitte des ersten Tarsengliedes.
Long. 5Vs — 7-/3 mm. 41 Exemplare. Nieder-ifer« 22. Nov.; Januar.
Ich kenne keine nahe verwandte Art. Die Skulptur der Flügeldecken i.st .sehr auffällig, einigermas-
sen derjenigen der vorigen Art älinlich. Es sind aber keine Rippen auf den Elytren vorhanden. Charak-
teristisch ist die Bildung des Prosternums, die äusserst kurze Furche der Hinterbrust, das lange erste Glied
der Hintertarsen.
Zopliosis spec. dub. ^
2 kleine, stark defekte Stücke, eines von Älomlio, Usamlxira. und eines vom Kilhnan-
(Ijaro (2. Nov)., sind ihres defekten Zustandes wegen niclit zur Neubeschreibung gezeignet.
Sie gehören offenbar 2 neuen Arten an.
Diodontes parvus n sp.
Sehr kurz oval, nait grauem Toment bedeckt, Abdomen mehr oder weniger glän-
zend schwarz. Kopf ohne Stirnwulst; Augenkiel sehr scharf, neben ihm eine breite
Furche, die vorn in die Querfurche übergeht, diese tief und wenig scharf begrenzt, in
der Mitte aber verflacht oder ganz geschw^unden. Der Clypeus gerade abgestutzt, die 3
Zähnchen an der Vorderseite sehr undeutlich; Stirn grob und dicht punktiert; Canthus
stark winklig nach aussen gezogen, kaum verrundet, die Augen schmal, viertel-mondförmig,
das zehnte Fühlerglied etwas breiter als das neunte, sein Ende stumpf gewinkelt. Hals-
GEBIEN, TENKBRIONIDiE. 367
Schild reichlich doppelt so hreit als in der Mitte lang, an der Basis am breitesten, gerad-
linig nach vorn verengt, die Basalkante jederseits vor der Glitte jeder Fli'igeldecke nieder-
gedrückt, die Vorderwinkcl vorgezogen, scharf rechtwinklig, die Oberfläche grob und
ziemlich gleichmässig, nicht zusammenfliessend punktiert, die Mittelfurche breit und nur
in der Hinterhälfte deutlich, jederseits in der Mitte eine rundliche, ziemlich tiefe Grube
und daneben nach dem Ende zu, meist etwas weiter nach vorn, eine andere Grube, die
selten fehlt. Flügeldecken nur wenig länger als zusammen breit, Nahl kräftig erhaben,
aber hinten weniger als vorn; die Skulptur ähnlich wie bei areolatns: die Längsrippen
bilden, durch Quererhabenheiten verbunden, grosse, aber sehr unregelmässige Felder.
Die Zähnung der Vorderschienen verschieden ausgebildet: bei frischen Stücken ist der
Endzahn sehr lang und spitz, fast so lang wie die ganzen Vordertarsen, in vielen Fällen
sind aber die Zähne kurz und viel kürzer als die Schiene breit. Vorderschenkel der
Männchen mit sparsamen Wimperborsten jederseits. Abdomen glänzend; das Anal-
segment und die Älittelbrust mit groben und sehr dichten l^nnkten, die übrigen Segmente
selten mit einzelnen Punkten, das erste an der Basis kurz längsgefaltet.
L. 6 — 773 mm. 17 meist stark defekte Exemplare. KieA^x-Meru, 23. — 25. Nov.,
Januar.
Diese Art ist von allen (lattung-sgenossen durch die geringe Grü-sse verschieden. Von D. areolatus
Gehst., der nächstverwandten Art, unterscheidet sie sich durch den breiteren Halsschild und dessen ganz
andere Skulptur und durch die Bildung des Kopfes, dem ein Stirnwulst fehlt.
ßhytidouota luargiiiata u. sp.
Eine ziemlich schlanke, zierliche Art. Kopf und Halsschild matt glänzend, Flügel-
decken mit starkem Glänze und meist deutlich metallisch. Kopf erloschen punktiert, in
der Mittellinie fast glatt, das Clypealzähnchen sehr klein, spitz, die Augen treten schwach,
aber scharf stumpfwinklig aus der Wölbung des Kopfes hervor, die einfachen, meist aber
sehr deutlichen Augen furchen und -Falten sind schräg nach innen gerichtet und reichen
vorn auf den Innenrand des Canthus, der nach der Mitte hin nicht durch Falten oder
einen Eindruck abgesetzt ist, aber nach dem Clypeus zu ein flaches, etwas deutlicher
punktiertes Grübchen hat. Fühlerglied 3 ist Vj-i mal so lang wie das vierte; die Unter-
seite des Kopfes ist jederseits sehr tief und scharf eingeschnitten, in der Mitte dagegen
ziemlich flach ausgehöhlt. Vorderrand des Mentums flach ausgeschnitten, die Mitte glatt,
die Seiten mehr oder weniger deutlich, fein tuberculiert. Halsschild etwas breiter als
lang, in der Mitte am breitesten, seitlich sehr stark gerundet, die Spitze etwas breiter als
die Basis, die Seitenrandkanten von oben nicht sichtbar, die Seiten vor den sehr
stumpfen aber in der Linie scharfen Hinterwinkeln nicht ausgeschweift, die Seitenrand-
kante sehr fein aber deutlich, vollständig, die Basalrandung viel breiter, dicker, die
Spitzenrandnng in der Mille breit unterbrochen; Oberfläche nicht wahrnehmbar punküert.
Flügeldecken nur wenig breiter als der Halsschild, fast doppelt so lang wie zusammen
breit; die Naht meist schmal rinnig verlieft, die Basis sehr fein, aber vollständig ge-
randet, die Bandlinie an den Schultern weder gezahnt, noch winklig abgesetzt, noch
368 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 19.
deutlich verbreitert; Oberfläche glatl. Prosteruum zwischen den Hüften schwach ge-
wölbt, hinten senkrecht abfallend, Unterseite, auch die Propleuren, glatt; an den Hinter-
tarsen ist das erste Glied den beiden folgenden gleich.
L. 8 — 11 mm. 71 Exempl. Nieder-i¥e/7t, 22. — 25. Nov.; Januar.
Diese neue Art is;t auf den ersten Blick der S. gracilis Gerst. sehr ähnlii-li, ist aber durehsclmitl-
lieli etwas kleiner und liat meist metallische Flügeldecken, die Seiten des Halsschildes sind vollständig,
gerandet, ebenso wie die Basis der Flügeldecken. Letzteres Merkmal unterscheidet sie sofort von der
grosseren P. })olita Fairm., deren stark metallische Elytren übrigens sehr auffallend sind. Die nächst-
verwandte Art ist Ji. (/laciUiDia Ancey, Fairm., die sich durch bedeutendere Grösse, ganz einfarbigen Körper,
andere Keldfurclie und schmaleren llalsschild luiterscheidet.
Rh j tidoiiota merueusis n. .sp.
Schwarz, glänzend, ohne Metallschimmer. Kopf erloschen punktiert, an den
Seiten jedoch deutlicher und etwas gröber. Die Augenfalten sind scharf und schmal, sie
sind mit dem vorderen Ende auf den Seitenwinkel des Kopfes gerichtet, auf dem Canthus
selbst lindet sich meist auch die Andeutung eines zweiten Fältchens; Grübchen auf dem
Vorderkopf jederseits sehr deutlich, in ihnen eine kurze Längsfurche, die Augen gerundet,
kaum aus der Wölbung des Kopfes vorragend; Fühler robust, Glied 3 so lang wie 4 und
5 zusammen. Halsschild deutlich quer, stark gewölbt, wie bei voriger Art, Seiten
stark . gerundet und zwar in gleichmässigem Bogen bis zu den Hinterecken, die nicht
vortreten, diese selljst sehr stumpf aber deutlich gewinkelt, die Vorderwinkel verrundet,
niedergedrückt, so dass der Seilenrand vorn von oben nicht sichtbar ist, wohl aber in
der hinteren Hallte, die Basalrandung kräftig und viel breiler als der feine Seitenrandkiel ;
Oberfläche unpunktiert. Flügeldecken viel breiter als der Halsschild, beim $ fast dop-
pelt so breit, eiförmig, in der Mitte am breitesten; Naht meist schmal rinnig vertieft, bei
vielen Exemplaren jedoch gewölbt und nur an der Spitze fein längsvertieft. Basis mit
feinem, vollständigem Randkiel, der an den Schultern verdickt, aber durchaus nicht zahn-
förmig abgesetzt ist. Skulellum so tief liegend, dass es in vielen Fällen fast geschwun-
den erscheint. Menlum wie bei voriger Art, aber auch auf der Scheibe mit einzelnen
Körnchen; die Querfurche sehr tief und scharf, auch in der Mitte rinnig, wenn auch
nicht so scharf wie an den Seiten. Prosternum zwischen den Hüften kräftig gewölbt,
das Ende winklig scharf vom Absturz abgesetzt, nicht senkrecht, sondern sogar etwas
überhängend. Unterseite und Beine wie bei voriger Art.
L. 1272— 16 mm. 77 Exempl. Nieder- Jf^'n«, 22.-24. Nov.; Januar. 1 Ex. vom
Kilimanäjaro.
Diese Art hat viele Verwandte, denen sie in der Kilrperform ähnlich ist. Sie unterscheidet sich von
aaifiroUis Frm., venfricosa Gerst., gravuhüa Gerst., anf/ulicollis Fairm. durch die gerandete Basis der
Flügeldecken; von lai'vis Kraatz, praeloHi/a Keiche, oxyonia Fairm., die ebenfalls eine gerandete Basis der
Flügeldecken haben, durch geringere Grösse, niidit zaliid'örmig vorspringende Schultern und nicht abgesetzte
Hinlerwinkel des Halsschildes.
Die jetzt ziemlich zahlreichen ostafrikanischen Arten der Gattung Elujtidonota lassen
sich in folgende Gruppen bringen:
GEBIEN, TENEBRIONIDiR. SßO
I. Seiten des Ihilsscliildes sjeiandet.
1. Ilalsscliild llacli, üasis gcrailo, Seiten natdi liinicn niolil, oder kanni vereng;!: siupida (iEUST.,
Ceichü (lESTHO, Martini Gestro, ahsurda Gestro, robusta (iahan.
2. Ilalsscliild gewölbt, Dasis und Seiten stark gerundet.
((. Uaiiil an den Schultern, zahnförniig, oder wenigstens heulig oder verhreitert.
n. Hasis der Flügeldecken nicht gcniiidcl: nniiirnlli^VKXRM., rentrirosa Gkhst., f/jwi'rf»?« (iERst.,
angulicoUif: Kairm.
fi. i3asis der Kliigeldecken gebrandet: lari'is Kraatz, praehniga Reiche, meniensis n. >\t.,
o.ri/oma Fairm.
h. Hand an den Schultern so fein wie an der llasis: (imcillima Ancey Fairji., maniinata n. sp.,
polita Fairm.
l[. Seilen des Halsschildes nach liiidcri andeutungsweise gerandel: (/raciUs Gerst.
Rhytidoiiota graeilis Gerst.
Arch. f. Naturg. XXXVII, 1871, p. 59; Beckens Reise III 2, 1878, p. 169. —
1 Exemplar, ümmhara : Tanga. 4. Juni.
Himatismus trivialis Gehst.
AiTl). f. Naturg. XXXVII, 1871, p. 63; Deck. Reis. III 2, 1873, p. 190. — lö
Exemplare. Nieder- J/crM, Okt. und 22. — 25. Nov.
Hiiuatisuiu.s villosns Haag.
Col. Hefte VI, 1870, p. 90. — l Exemplar dieser durch ganz Afrika verbreiteten
Art. 3/er«-Niederung, Flusspferdseen, 4. Dez.
Pogouobasis costata n. sp.
Eine sehr kleine, sehr robuste Art. Schwarz oder schwarzbraun, meist mit Erd-
überzug, der die Skulptur verdeckt; die Oberseite mit langen, aufrechten, gelben Haaren.
Der Kopf sehr dicht und fein runzlig punktiert; die Seiten des Kopfes vor den Augen
sehr lang und parallelseitig, nach vorn in breitem Bogen in den Clypeus übergehend, der
vordere tiefe Ausschnitt ist in scharfem, aber sehr stumpfen Winkel vom Clypeus seitlich
abgesetzt ; die Gruben vor den Augen rund und tief, meist nach hinten furchenartig ver-
längert, die Augenfalten wenig scharf; die Seitenwinkel des Kopfes stumpfwinklig. Fühler
kurz, robust, sie erreichen unten in normaler Lage unter dem Halsschild genau die Basis
desselben, die Glieder matt, das dritte wenig länger als das ^äerte, alle folgenden quer,
6 und 7 fast doppelt so breit wie lang, das letzte, etwas breitere, glänzend, und an der
Spitze ziemlich gleichmässig jederseits abgeschnitten, so dass es eine dreieckige Spitze
hat. Halsschild über dreimal so breit wie in der Mittellinie lang, die Spitze wesentlich
schmaler als die Basis stumpfwinklig deutlich, die Seiten sind verhältnismässig wenig aufge-
bogen; die grösste Breite liegt hinter der JNIitte, der Rand ist krenuliert; die Basalkante ist
jederseits der Mitte flach aber sehr deutlich (wenn nicht durch den Haarsauin verdeckt) zwei-
buchtig, die Hinterwinkel reichen darum etwas lappenförmig nach hinten. Die Scheibe hat in
der Mitte eine lange Querimpression, die in der Mittellinie oft unterbrochen ist, dort befindet
.sich zwischen Basalkante und iMitte ein rimder fiacher Eindruck; Oberfläche meist glatt,
sparsame, spitze Körnchen befinden sicii vorn und hinten auf der Scheibe und an den
Sjöstedts KilimanrJjaroMeru Expedition. 7. . 47
370 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 7: 1(1.
Seiten, der Seitenrand deutlich l<renuliert. Die Flügeldecken sehr kurz und stark ge-
wölbt, zusammen fast so breit wie lang, sie sind viel breiter als der Halsschild, dem
die Basis auf eine lange Strecke eng anliegt. Die Oberfläche ist mit groben, grübchen-
förmigen dichten Punkten bedeckt, die ziemlich ordenthche Reihen bilden; die Naht, der
vierte und der siebente Zwischenraum, sowie der Rand sind stärker erhaben, doch kann
man hier nicht, wie bei Peristeptus, von einer Seitenkante reden, da die Flügeldecken
seitlich sehr stark gewölbt sind; diese Rippen sind mit steifen, gelben, aufrechten Borsten
besetzt, die Zwischenräume dagegen zeigen nur sparsame, sehr kurze Börstchen. Epi-
pleuren grob punktiert, die Propleuren sehr fein gekörnt; das Prostern um sehr wenig
über die Hüften verlängert und winklig vor dem Absturz, doch ist dieser Winkel meist
mit feinem Haartoment bedeckt. Das Abdomen punktiert, jeder Punkt mit feinem, gelbem,
anliegendem Borstenschüppchen.
L. 6 — 71/2 mm. 119 Expl. Küimandjaro: Steppe, Aug.; 1. Nov., I.Jan.; Kibo-
noto, 1,300—1,900 m., 15. — 16. Nov.; Obstgartensteppe, 16. Okt. — Nieder-l/tr«,
Ngare na nyuki, Jan.
Wegen der aufrechten Beborstung der Flügeldecken ist die Art mit longipilis Fairm., hirsitta Per.
und seriepilosus Geb. verwandt, von den beiden letzteren unterscheidet sie sich ausser durch die andere
Skulptur der Flügeldecken (die 3 vollständige Rippen aufweist), durch die viel geringere Grösse. Longipilis
ist ebenso gross wie unsere Art, hat aber einen gekielten Kopf, anderen Halsscliild und andere Flugel-
deckenskulptur.
Eurychora ii. sp.
Ein einzelnes Exemplar einer interessanten neuen Art. Kxeäev-Meru, Ngare na
nyuki, Jan.
Peristeptus Haagi Hak.
Monatsber. Akad. Berlin 1878, p. 221. — 104 Expl. Nieder-iferw, Ngare na nyuki,
Jan.; Nied.-J/er?r Okt. Ich glaube, die Tiere richtig auf Harold's Art bezogen zu haben.
Harold giebt als Fundort Taita im Innern Sansibars an, einen Ort, den ich vergebens
im Atlas suche. Mit dem Innern Sansibai's ist zweifellos Deutsch-Ostafrika gemeint. Die
sehr dürftige Beschreibung passt in allen Stücken auf die gefundenen Tiere. Die Grösse
schwankt zwischen 572 und 9 mm. Die Art muss in die Gattung Peristeptus eingereiht
werden. Harold stellte sie zu Eiiri/cJwra.
Peristeptus marginalis u. sp.
Älit P. cribratus u. perforatus zu den schlanken Arten der Gattung gehörig. Ober-
seite, besonders die Flügeldecken mehr oder weniger glänzend schwarzbraun; der Kopf ist
am Canthus stark stumpf gewinkelt, dann plötzlich verengt und nach vorn erst parallel und
zuletzt in breitem, gleichmässigem Bogen verrundet, der Vorderausschnitt ist reichlicli
ein Viertelkreisbogen, die Gruben vor den Augen rundlich, tief, am Innenrand befindet
sich eine Art Wulst aber keine deutliche Falte. Fühlerglied 3 so lang wie 4 und 5 zu-
sammen, 4 — 6 so lang wie breit, die folgenden quer, 9 fast doppelt so lang wie breit,
das letzte ist an der Innenkante so lang wie breit, am Ende jederseits abgeschnitten, so
dass ein stumpfes Dreieck entsteht, dessen eine Seite länger als die andere ist. Die Ober-
GEBIEN, TENEBEIONID^. 371
fläche des Kopfes ist so dicht piinkli<'rt, dass vorne die Zwischenräume feine gewundene
Erhabenheiten J)ilden. Halsscliild so breit wie die Flügeldecken, reichlich dreimal so
breit wie in der .Alilte lang, die Basis gerade; an der Basalkante befinden sich 2 nach
hinten gerichtete, zuweilen etwas niedergedrückte Zähne, welche die Basis in 3 gleiche
Teile teilen, der mittlere Teil ist sanit doppelt geschwamgen. Eine ähnliche Bildung findet
sich auch bei P. scutellaris Haag, doch sind sie hier viel weiter nach aussen gestellt,
P. pcrforatus Fairm. hat die Zähnchen el)enso wie unsere Art, bei P. Haagi sind die
Zälmchen sehr klein, und meist winklig, sie werden daher leicht übersehen; üiierhaupt
muss man genau zusehen, da die langen Wirai)erhaare des Basalrandes die Zähne zu-
weilen verdecken. Bei P. Inevigatns, cribratus, Gesfroi und einer neuen Art aus dem
südlichen Deutsch-Ostafrika (ausgezeichnet durch 3 lappigen Clypeus) fehlen die Zähne
ganz. Der Quercindruck ist in dei" Mitte verflacht und läuft seitlich in grosse flache
Gruben aus, bei dem Exemplar vom Victoria-See ist jedoch die Falte gerade in der
Älitte tief und schmal. Die grösste l^reite findet sich hinter der Mitte, der Seitenrand ist
mit scharfen, aber ungleichgrossen, zuweilen doppelten Zähnen besetzt. Die Oberfläche
ist in der mittleren Partie ganz glatt und glänzend, die seitlichen Flügel sind mit schar-
fen Körnchen besetzt. Flügeldecken verhältnismässig flach, so breit wie der Hals-
schild; ihre grösste Breite liegt etwa in der Mitte. Die Oberfläche mit nicht sehr engen,
groben, stellenweise reihig geordneten r\mkten bedeckt; die Naht ist schwach erhaben;
auf den Flügeldecken stehen zerstreute, lange, aufrechte Haare, die aber bei älteren
Stücken abgerieben sind. Der Seitenrand ist sehr scharf, an den Schultern etwas ver-
breitert und in die Höhe gebogen, er ist mit gleichmässigen, spitzen Zähnchen besetzt,
dieser Rand ist nicht bis zur Spitze fortgesetzt, sondern unmittelbar vor derselben ver-
kürzt, den Spitzensaum selbst bildet die ebenfalls krenulierte innere Epipleuralkante, die
nach vorne faltenarUg gehoben, neben dem Vorderrand des vorletzten Segmentes ver-
schwindet. Die Basis der Flügeldecken ohne Eindrücke. Unterseite matt oder schwach
glänzend, l^rosternum hinten ganz niedergebogen. Alle Schienen hinten mit scharfer
Doppelkante, fast gefurcht.
L. 9 — 11 mm. 5 Expl. Küimandjaro: 17. Nov.; Kibonoto, Kulturzone, 21. April;
Kibonoto, Steppe, 1,000—1,200 m., 20. Okt. (im Nest von Termes helUcosus!); Nieder-
Ment, 24. Nov. Ferner 2 Exemplare meiner Sammlung, eines vom Kihmandjaro:
Mwika Vlll, 1907 (Type!) und eins von Bukumbi am Victoria-Nyanza.
Diei?e neue Art gehört zu der Gruppe mit scharf gezähntem Seitenrand der Flügeldecken. Von diesen
haben die beiden Arten Haagi und platessa eine viel geringere Gnisse iind andere Form, die erste überdies
ein sehr kurzes drittes Fülderglied, die letztere eine andere Form der Flügeldecken und undeutliche Zähn-
ehen an der Basis des Halsschildes. Perist. ovatus aus Caffrarien ist die nächst verwandte Form, hat aber
Flügeldecken, deren Punkte in der Mitte feiner als an der Seite sind, bei unserer Art ist es eher umgekehrt,
die Punkte auf der Scheibe grob und grübchenförniig. Ich kenne die Art nicht, Haag sagt, dass sie fast
ganz dem P. Icevigatus gleicht, von dem sie sich fast nur durch den gezähnten Seitenrand der Flügeldecken
unterscheidet. Von dieser Art ist unsere allerdings wesentlich verschieden.
Unsere Art ist bei Termes offenbar ein geduldeter Einmieter. Anpassung.'jorgane habe ich nicht
gefunden. Ich besitze aus Deutsch-Ostafrika eine neue Pogonobasisart, die ebenfalls aus Termitennestern stammt.
372 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
Geopliauus u. sp.
1 einzelnes Exemplar, das ich fraglich hierher stelle (Fiihlerbildung abweichend),
von der Jfe/v«-Niederang, Ngare na nyuki, Jan.
Adesuiia transversalis Kolke.
Stett. Ent. Zeit. LV, 1895, p. 180. — Jfm«-Niederung, 22. u. 23. Nov. 14 E.xeia-
plare.
Scoriaderma cordicoll«^ Wat.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) V, p. 214-. — Kilimaiiiljan», 1,300 m., 3(>. Nov.
2 Exemplare. In Usambara gemein.
Psamuiodes subplicatus i:om. nov.
Phnjnocolns plinttus Gehst. Arch. f. Naturg. XXXVll, 1871, p. 59; Deck. Reise
III (2), 1873, p. 144. Die Art gehört zu Psammodes, und muss wegen Ps. plicatus
Sgl. einen neuen Namen haben. 14 Exemplare. J/^/vj-Niederung, 22.-25. Nov.;
Us(i)iihara: Älombo, Juni.
P.sainmodes u. sp.
3 Arten, in je luu- einem Exemplar vorhanden, davon 2 überdies stark defekt; alle
jtffrM-Niederung, 22. — 25. Nov.
Psammodes spec. dub.
3 Exemplare einer vermutlich neuen Art vom KiH)i>(nuljaro, die ich abei- nicht zu
lieschreiben wage. Die Gattung mit ihren mehreren hundert Arten ist sclion jetzt so
uruibersichtlicli, dass ich es nicht für riclitig halte, sie mit einer neuen, sehr diflicijpn
Art zu lielasten.
Psammodes Sjoestedti n. sp.
Oval, mattschwarz. Kopf mit liefer (Juerfnrche, die Stirn sehr grob imd mehr
oder weniger grob längsrunzlig punkliert; der Cly])ens in schwachem Bogen ausgerandet,
mit groben aber nicht zusammenfliessenden funkten, der Ganthus flach, etwa so breit
wie die Augen und so lang wie ihr Durchmesser hinter ihm; der .Seitenwinkel des Kopfes
vor dem Canthus tief, stumpfwinklig ausgeschnitten, die Fühler gegen das Ende tun deul-
lich etwas kompress. Halsschild stark gewölbt, die Seilen sehr stark gerundet, bei
einem Exemplru' deutlich winklig, die grösste Breite liegt vor der Mitte, die Seitenrand-
kante von oben nicht sichtbar, die Spitze fein gerandet, die Basis ungerandet, die Breite
betragt wenig mehr als die Länge in der Mitte; die Oberfläche gleichmäs.sig sehr grob
und gedrängt punktiert, an den Seiten sind die Zwischenräume der Punkte kurze, fast
körnchenartige, glänzende Runzeln. Flügeldecken eiförmig, zusammen wenig breiter
als der Halsschild, malt; der Seitenrand überall breit sichtbar, eine Skulptur ist nicht zu
erkennen. Prosternum hinter den Hüften ganz niedergebogen, am Ende ohne Aus-
zeichnung, grob, aber nicht gedrängt punktiert; die Seiten neben den Hüften mit einigen
groben Punkten. Die Kehle mit einigen groben Ouei-falten, die vielleicht einen Schrill-
apparat bilden. Das 1. und 2. Abdominalsegment fein längsstrigos, alle sind weiug dicht,
fein punktiert. Beim einzigen cf' lindet sich auf dem ersten Segment eine, wahrschein-
GBBIEN, tenebkionxua;. 373
licli individuelle (inibe; der ausserordentlich grosse Tomentfleek des cf nimnil die B ersten
Segmente ein und ist auf dem ersten am besten entwickelt, auch die ganze Hinterbrust
ist gelb tomentiert, wenn auch nicht so stark wie das erste Segment. V'orderschienen
breit und sehr scharl'kantig, mit sehr grossem Endzahn, der die Länge der beiden ersten
Tarsenglieder erreicht; an der Aussenkante ist dicht unter der Basis eine sehr schwach
gerundete Erweiterung, liinterschienen am Ende schwach trompetenartig erweitert, das
erste Glied der hinteren Tarsen so lang wie das letzte.
Länge 11 '/i — 17 uim. o cf u. 1 $. i/^T«-Niederung, 22. — 26. Nov.
Die Art gehört zu I ähr.eus .^iiIjs;. Ocnodes, und hat alle seine c-harakteristisehen Merkmale, sie unter-
scheidet .«ich von allen Arten dureli ihre geringe Cirösse. Ps. Eridisoni von Benguela ist allerding.s nur
ebenso gross, liat alxT an der Basis des Halsschildes eine eingegrabene Bandlinie wie die meisten Arten.
Phryiiocolus ater \\ ateeh.
I'roc. Zool. Soc. 1885, p. 235, I. 15, f. G (Melanolophus). — 77 Exemplare.
Kilimancljaro: Kiboscho, ant den Bergwiesen, 3,000 — -4,000 m., 15. — 19. Febr.; Xatron-
see 28. Febr.
Pliryuocolus spec. dub.
10 Exemplare. Küimandjaro : Obstgartensleppe, li. Dez.; Kibonoto, 1,000 — 1,200
in., 22. April— 11. JMai; 1,300—1,900 m., 3. iMärz; Kibonoto, Kulturzone, 16. April.
3/i?n<-Niederung, 26. Dezember.
Sepidium luuscosuni (Ieest.
Arch. f. Naturg. XXXVII, 1871, p. 60; Decken's Reise III (2), 1873, p. 175,
t. 9, r. 2. — üsamlxird: Tanga, Mombo, Juni. 15 Exemplare.
Tieta u. sp.
1 Exempl. J/f'^vf-Xiederung, 27. Dez.
Tieta d. sp.
2 Exempl. J/( y/r-Niederung, \. Dez.; Jan.
Auchophthalinus variabilis u. sp.
(iedrungen gebaut, schwarz, wenig glänzend oder matt, imbehaail und imbeschuppl.
Kopf sehr dicht und fein punktiert, der Clypeus oft nur gering, meist aber deutlich
und ziemlich tief, etwa im Viertelkreishogen ausgeschnitten. Die Augen in der Mitle
nur wenig eingescliniirl, die letzten -4 — 5 Fhhlerglieder quer. Der Halsschild in der
Form sehr variabel, etwa doppelt so breit wie in der Miltellinie lang, die grösste Breite
liegt in der Mitte, von dort ist er nach hinten sehr oft parallel, d. h. kaum mtnidich
verengt, oft aber sind die Seiten ziemlich .^tark gebogen und nach hinten kräftig
verengt, der Seitenrand ist fein kielig aufgeworfen, die Vorderecken sind rechtwinklig,
kurz verrundet, die Hinlerecken, die weiter nach hinten reichen als die Älitte der Basis,
sind gerandet, auch die basale Randung fast immer ganz, wenn auch sehr fein, Ober-
fläche dicht und fein, aber nicht gedrängt i)unktiert, nur der flach gedrückte Seitenrand
fein runzlig. Neben dem Seitenrand läult ein kralliger Längseindruck, welcher die
Scheibe von den Seilen absetzt. Flügeldecken etwa in der Mitte am breitesten, der
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Seitenrand von oben überall sichtbar, die Schultern schräg abgeschnitten, nicht nach
aussen gezogen, sie bilden mit dem Seitenrand einen Winkel von ca. 120°, der Seiten-
rand dort nifhl oder nur wenig breiter abgesetzt. Die Oberfläche in der Skulptur un-
glaublich variabel: entweder sind (in seltneren Fällen) die Zwischenrinne fast gleichmässig
schwach konvex, oder aber scharf rippenförmig erhaben, oder der 3., 5., 7. Zwischen-
raum sind breiter und meist stärker erhaben, und zwar tritt das zuerst am 7. Zwischen-
raum auf, besonders an der Spitze fällt der Höhenunterschied auf, die Verbindung der
erhöhten Rippen an der Spitze ist ganz verschieden, verbunden sind 3 und 7 und 5 ein-
geschlossen, oder 5 u. 7 u. 3 s^chliesst sich an. Die Punkte der Streifen sind ziemlich
gross, ca. 30 im vierten Streifen, die Punkte stehen oft in kleinen Grübchen, die be-
sonders seitlich auf die Inlersütien greifen. ]Mentum in der Mitte kräftig erhöht, die
Pleuren der Vorderl^-ust vom Sternuni durch eine Furche ähnlich wie auf der Oberseite
abgesetzt, der abgesetzte flache Teil meist deutlich gerunzelt. Prosternum zwischen den
Hüften jederseits gefurcht, am Ende schwach niedergedrückt und dann senkrecht ab-
fallend. Abdomen glänzend, fein längsstrigos, die Seiten der Segmente ohne eingeschnit-
tene Linie. Beine in beiden Geschlechtern ohne Auszeichnung; die Erweiterung der
Vordertarsen des o^ so gering, dass man sie nur beim Vergleich mit dem $ sieht.
L. 10 — 15 mm. Jl/erH-Niederung. Okt. — Januar, ca. 120 Exemplare.
Ein cT (Type) vom KiUmandjaro: JNIwika VI, 1907, von kaum 10 mm. Länge in
meiner Sammlung.
E.S gicbt wenig Insekten, die es an Veränderlich lieit mit dieser Art aufnehmen können. Vielleielit sind
auch Afich. dathratus, obsoletiis und altcrnaius nur Formen einer ebenso variablen Art. Andwphthalmus sil-
phoides aus dem Küstengebiet sclieint mir die nächstverwandte Art zu sein, docli sind hier die Zwischen-
räume ganz gleichmässig, der Ilalsschild ist gedrängt runzlig punktiert und das Prosternum ganz wagerecht.
Selimis parallelus Ancey (Faieji.).
Le Natur. III, 1887, p. 468. Fairm. Ann. Fr. 1887, p. 284. — 36 Exemplare.
KiUmandjaro : Steppe, Aug., 22. Sept.; Kilimandjaro Aug., 12. Okt.; Kibonoto, 1,300 —
1,900 m., 13. — 15. Nov. i/fr??-Niederung: 27. Dez. u. 22. Nov., Ngare na nyuki, Jan.
Selinus simplicipes u. sp.
Eine kleine, unansehnliche Art. Schwarz, schwach glänzend, Fühler und Tarsen
bräunlich. Körper oval, oder lang oval, aber in der lAIitte beim Älännchen ziemlich
parallelseitig. Kopf sehr dicht und fein runzlig punktiert, der Canthus so breit wie die
Augen, nach vorn nicht erweitert, der Clypeus nicht wulstförmig abgesetzt, der vordere
Ausschnitt ziemlich tief, dick, an den Fühlern ist das dritte Glied l'/s mal so lang wie
das vierte, Glied 7 — 10 quer, das letzte so lang wie breit. Halsschild I72 mal so
breit wie lang, die hinteren -/s sind vollkommen parallel, das vordere ziemlich stark nach
vorn verengt, Vorderecken ca. 110° gross, scharfwinklig, die Hinterwinkel etwa 75° gross,
sehr kurz verrundet, Basis sehr fein gerandet, jederseits mit kurzem, bogigem Ausschnitt,
davor ein schwacher Eindruck; zuweilen ist die MittelUnie etwas angedeutet, neben dem
kräftig gekielten Seitenrand läuft eine parallele, nicht sehr tiefe Furche; Oberfläche ziem-
GEBIEN, TENEBRIONIDJ!.
375
Hell dicht, fein punktiert, die Punlvte wie die der Flügeldeckenzwischenräume mit äusserst
feinen, staubarligen Härchen. Flügeldecken ziemlich flach, im ersten Drittel parallel,
genau so breit wie der Ilalsschild an der Basis, der Seitenrandkiel der ganzen Länge
nach zu sehen, an den ziemlich scharf rechtwinkligen, nicht nach aussen tretenden
Schultern kaum breiter. Die Streifen tief, die Punkte deutlich, die Zwischenräume auf
der Scheibe schwächer, an den Seiten und an der Spitze stärker gewölbt, meist stark
rippenförmig, sie sind sehr fein und dicht punktiert. Prosteriium wagerecht, hinten
- mit verrundeter, dicker, scharf gerandeter Spitze, der Absturz senkrecht, der Rand der
Vorderbrust an den Seiten abgesetzt, verflacht, fein quergerunzelt. Abdomen glänzend, sehr fein
punktiert, mit staubarligen Härchen, das Analsegment fein gerandet. Die Vorderschienen
der Männchen gekrümmt, aber innen ohne Auszeichnung, die übrigen Schienen einfach.
Die Erweiterung der Vordertarsen schwach.
L. 7 — 8V2 mm. 11 Exempl. Küiniandjaro: Aug., 8. — 30. Sept.; Kibonoto 1,300
— 1,900 m., März.
Diese kleine, flaciio Art i.'it mit S. elevatus Gerst. und as2yefatiifi Fairm. verwandt. Von letzterer Art
untersotieidet sie sich durch ganz andere Skulptur der Flügeldecken und einfache V'orderschienen der .Männ-
chen; dieses Merkmal trennt sie u. a. auch sofort von S. elevatus, der breiter und flacher ist.
Selinus veutralis n. sp.
Fig. 1 — 3. — Ziemlich lang oval, mattschwarz, ohne Schüppchen. Kopf äusserst
fein und dicht punktiert, am Clypeus fast unpunktiert, der Ausschnitt bogig, tief, er nimmt
vorn die ganze Breite des Vorderrandes ein, seine Vorderecken deutlich gewinkelt. Der
Canthus ist um ein geringes breiter als die Augen, diese hinter ihm sehr schmal; Innenrand
der Augen nicht gefurcht. Die Fühler erreichen lange nicht die
Basis des Halsschildes, das dritte Glied nur wenig länger als das vierte,
beide zilindrisch, das 5. und 6. deutlich konisch, die folgenden Glieder
bilden eine deutlich flach gedrückte Keule, sie sind sämtlich quer, die
beiden vorletzten fast doppelt so breit wie lang. Das Mentiun in der
Mitte der Länge nach kräftig erhöht, nicht gehöckert. Halsschild nur
Vj^ mal so breit als in der Mitte lang, seine Seiten in den letzten
zwei Dritteln parallel, der glänzende Seitenrandkiel ziemlich dick,
gleichmässig; die Seiten vor den Vorderecken unmerklich ausgeschweift,
diese selbst einen scharfen, ca. 80° grossen Winkel bildend, die Hinter-
winkel reichen soweit nach hinten wie der basale Alitteflappen, die
Basis jederseits neben den Winkeln fein, oft undeutlich gerandet, meist rf^^^^Miueiübie Fi^''-^
die Randlinie längs der ganzen Basis deutlich ; der seitliche Ausschnitt vorderbeiu. vi«. 3. Ab-
domen von der Seite.
breit verrundet, nicht sehr tief; die Oberfläche ganz glatt, seitlich hegen
jederseits zwei flache Längseindrücke. Die Schultern der Flügeldecken sind deutlich
breiter als die Basis des Halsschildes, der Seitenrand ist beim cf ganz, beim 5 nur im
ersten Drittel übersehbar, er ist an den Schultern etwas breiter und schwach aufgebogen ;
der Nahtstreifen ist flach, alle übrigen sind sehr stark gewölbt, die Punkte der Streifen fein
37fi SJÖSTEDTS KILIMAND.TAEOMEEU EXPEDITION. 7: 19.
und e-ng, die Zwischenräume glatt, der Nahtstreif ist an der Spitze ganz Iciuz hervor-
gehohen. Epiplear(>n und Propleuren ganz glatt, die ganze Unterseite glänzend, Pro-
sternum ungefurcht, der Fortsatz am Ende ganz verrundet, der Absturz gerundet senkrechl.
c/. Erstes Bauchsegment vor dem Hinterrand in der Mitte mit einer hohen, von
vorn nach hinten etwas verflachter, fast etwas lamellenförraiger Tuberkel (ganz wie bei
manchen Blapsarten), das zweite Segment in der Mitte mit einem feinen Längskiel von
ca. Ye Segmentlänge, bei einem der 3 o^ statt des Kieles eine feine runde Tuberkel.
Die Hinterschenkel flach ausgehöhlt und unten in den ersten -/?,, die Mittelschenkel in
der Basalhälfte mit gelbem, kurzem Haartoment (wie bei vielen Pedinusarten). Vorder-
schienen gegen das Ende verdickt, innen in der Endhälfte vorn mit tiefem Ausschnitt,
dessen oberes Ende von der Basalhälfte scharf stumpfwinklig abgesetzt ist (ähnlich wie
bei frivialis, nur ist der Bogen und Winkel viel kräftiger), der vertiefte Eindruck innen
mit Behaarung; die Mittelschienen innen vor dem Ende mil kurzem, spitzem Zahn.
$. Abdomen und ;dle Beine einfach.
L. 1372 — 15 mm. I ,:f, 2 5 von Usamhara : Mombo, .Tinii. 2 (f (davon eines
Type!) von Dar es Salaaui in meiner Sammlung.
Diese Art i.sl <S'. irivialh (Ierst. am älinlichsten. Sie ist aber we.sentiirli grü.s.<er, die Inter.stitieii
der l'"lügeldeeken .sind .stark erliidien, die y|>itze beim -Nahtstreifen ausgezeichnet. Ganz besonders ist das
Männchen durch die Häufung von sekundären Geschlechtsmerkmalen auffallend; die Tuberkel auf dorn
ersten Ventralsegment ist eine so sonderbare Bildung, dass ich zuerst glaubte, eine ^Monstrosität vor mir zu
haben, bis ich in meiner Sammlung 2 weitere Exemplare entdeckte.
Selinu.s trivialis Gekst.
Arch. f. Naturg. XXXVIl, p. 60; Deck. Reis. III 2. 1873, p. 177. — 5 Expl.
Usambara: Tanga, 4. Juni. Die Art ist im Küstengebiet sehr gemein.
Selinu.s spec.
1 Weibchen, dessen Artzugehörigkeit nicht bestimmbar ist. Wahrscheinlich gehört
es einer neuen Art an. 3Ieru-Niederiing, 27. Dez.
Auonialipus heraldicu.s Geest.
Arch. f. Naturg. XXXVIl, 1871, p. 60; Deck. Reis. 111 2. 1873, p. 178, t. 9, f. 3.
— 1 rf von Usambara: Mombo, Juni.
(ilyptopteryx nov. gen.
Körper ziemlich schmal, parallelseitig, stark gewölbl. Kopf gross; Augen einge-
schnürt, aber nicht geteilt, der Vorderkopf stark entwickelt, der Canthus breiter als die
Augen, Clypeus bogig, nicht sehr tief ausgeschnitten. Die Fühler erreichen die Mitte des
Halsschildes, das dritte Glied ist verlängert; Oberlippe ganz versteckt, auch im Ausschnitt
nicht sichtbar. Mentum trapezisch mit fast geraden Seiten, die Vorderecken spitzig vor-
ragend, die Mitte hoch bucklig gewölbt; Labium flach, vorn nicht ausgeschnitten, ziemlich
stark vom Mentum bedeckt; Endglied der Labialpalpen schmal oval, die Aussenlade der
Maxillen breit, die Innenlade mit Hornhaken, dessen Spitze aber nicht überragt. Die
GEBIEN, TENEBRIONID^. 377
rechte Mandibel robust, stumpf zweiteilig, der Mahlzalin drciccidg, seine Oberkante in
grossem Bogen geschwungen; das Submentum schwach quergedrücl^t, die Kehle vorn
stumpf verrundet, äusserst fein quergerieft, so dass sie makroskopisch gesehen seidig glänzt.
Halsschild (|uer, die Hinlerecken weit nach hinten gezogen. Basis gerandel, Seilenrand
gekielt. Flügeldecken lang. Schullern stark entwickelt aber nicht nach aussen vor-
ragend, Körper ungellügelt (entsprechend dem kurzen Melasternum!), Naht verwachsen,
Oberfläche mit starken Rippen. Epipleuren vor dem Ende verkürzt. Prostern um hinten
senkrecht abfallend, Mesosternum eingedrückt, Melasternum sehr kurz, erstes Abdominal-
segment zwischen den Hüften schmal, aber am Ende gerade abgestutzt. Schenkel ohne
Auszeichnung, die Vorderschienen gegen das Ende verbreitert, ohne Zahn an der Aussen-
kante, das Ende ebenfalls nicht winklig nach aussen springend. Endsporen klein, gleich-
lang. Die Schienen aussen ungefurcht. Tarsen kurz, schmal, unten zweireihig kurz
beborstet.
Folgt man der von Reitter in den Bestiinmungstabellen Heft LIII, 1904, p. 107, gegebenen Ein-
teilung der Opatrina', so i.st diese Gattung in die 3. Abteilung Opatrhia zu stellen, bei der Tabelle dieser
Gruppe kommt man auf Penthicus Faldermann, mit der die neue Gattung tatsächlich die nächste Verwandt-
schaft hat. Die Ähnlichkeit mit l'hylax ist äusserlicli allerdings gross, aber die verkürzten Epipleuren und
andere Merkmale lassen eine Vereinigung mit den Phylacinen nicht zu. Die einzige verwandte afrikanische
Gattung ist Gonocephalnm, von dem sieh das neue Genus sehr weit entfernt durch den vor den Augen nicht
winklig erweiterten ("anthus, die unbeschuppte Oberseite, die ganz andere Bildung des Mentums; dieses ist
bei Gonocephalnm und bei Penihicus und Opafroides nach vorn in breitem Bogen ganz verrundet; bei Pen-
thicus sind ferner die Mandibeln ungefurcht, an der Spitze nur undeutlich ausgeschnitten, und der Horn-
haken der Innenlade der Maxillen springt weit vor. Vielleicht ist PAyZacastes Fairm. (Ann. Fr. 1897, [>. 116)
Hiil unserer Gattung näher verwandt; die Beschreibung ist aber leider ganz ungenügend und übergeiit fast
alle wichtigen Punkte, welche über die Verwandtschaft Auskunft geben können. Aber das eine Merkmal,
das die Oberlippe vorspringt, trennt die beiden Gattungen sofort.
Glyptopteryx forticostis n. sp.
Fig. 4. — Schwarz oder schwarzbraun, unbehaart und unbeschuppt,
Oberseite wenig glänzend, ziemlich schmal, parallelseilig. Der Kopf
dicht und deutlich, auf der Stirn fast längsstrigos punktiert, der Clypeus
feiner punkluliert, er ist von der Furche an ebenso breit, wie der Kopf
hinter ihm, am Innenrand der Augen eine breite, wenig auffallende Falte,
auf der Stirn ein schmaler, glänzender Längskiel. Der Canthus breiter
als die hinter ihm stark verengten Augen, nach den Seiten aber nichl
winklig vorspringend, er ist dick und vorn breit verrundet. Die mitt-
leren Fühlerglieder konisch, so breit wie lang, die letzten 3 oder 4 Glieder pj„ ^ Ghjptopterux
verbreitert, die beiden vorletzten doppelt so Ijreit wie lang, Glied 3 Vj-i forticostis. vergr.
mal so lang wie 4. Der Buckel des Mentums vorn zweiteilig. Der Halsschild V/i mal
so breit wie lang; die letzten drei Viertel ganz parallel, das erste stark nach vorn ver-
engt, aber nicht winklig an den Seiten abgesetzt, der Seilenrand vorn sehr schwach,
hinten breiter abgesetzt; die Vorderwinkel niedergedrückt, scharf rechtwinklig, die Hinler-
winkel nach hinten stark vorragend, die Basis in der Mitte gerade, jederseits neben dem
.ynstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. . 48
378 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 19.
Hinterwinkel in kurzem, wenig tiefem Bogen ausgeschnitten. Oberfläche ziemlich grob
und dicht, auf der Scheibe etwas längsrissig punktiert, die Mittellinie der Länge nach ein-
gedrückt, fast glatt, jederseits derselben ein langer Längseindruck, an dessen Hinterende,
aber weiter nach aussen stehend an der Basis sich ein kurzer Eindruck befindet, als Fort-
setzung des basalen Ausschnittes; neben dem Seitenrand ein dritter, oft wenig deutlicher
Längseindruck. Die Flügeldecken mit aufgebogenen, sehr kurz verrundet rechtwink-
ligen Schultern, der Seitenrand von oben nur im ersten Sechstel sichtbar. Die Naht mit
hoher Doppelrippe, ausser dieser auf jeder Flügeldecke 4 hochgekieltc Rippen, die sämt-
lich an der Basis beginnen und bis zum Ende hoch und scharf sind, fast immer sind
die erste und dritte Rippe an der Spitze vereinigt, ihnen schhesst sich meist die vierte
Rippe an, die zweite ist eingeschlossen, die Zwischenräume mit Doppelreihen ziemhch
grober nicht gedrängter Punkte, die den Rippen genähert sind und einen glatten, blanken
Raum zwischen sich haben. Epipleuren fast glatt; Propleuren mit groben, wenig
dichten Punkten. Prosternum zwischen den Hüften gewölbt, das Ende verrundet, gesenkt,
der niedrige Absturz senkrecht. Abdomen glänzend, in beiden Geschlechtern verschieden:
beim c^ sind die ersten Segmente flach grubig eingedrückt und ziemlich grob punktiert,
an der Basis deuthch längsstrigos, beim § sind die Segmente gewölbt, fein und ziemlich
weitläufig punktiert.
L. 6 — 872 mm. 161 Exemplare. JI/^eru-Niederung, 22. — 25. Nov. ; Ngare na nyuki,
Januar.
Die Art ist in Bezug auf Skulptur wenig variabel.
Gonoceplialum prolixum Er.
Wiegm. Arch. 1843, I, p. 248. — Seidl. Naturg. Ins. Deutschi. V, p. 40. — Eine
ausserordentlich weit verbreitete Art. 1 cf , 1 $. Kilimandjaro 1. Nov. u. Kiliman. -Steppe,
Aug. Beim (f ist der Zahn an den Hinterschienen sehr deutlich, die lappige Erweiterung
an dem Klauenglied der Vorderfüsse fehlt aber.
Gonoceplialum siiiiplex F.
Syst. El. I, p. 118 (nee Stev.j {syn. = mica)is Germ., erenatum Er., a'quale Er.,,
segne Thoms., hadroides Woll.). Die gemeinste afrikanische Gonocephalum-Art. 86 Exem-
plare. KüimandjaroSleppe Aug. — Okt.; Kibonoto 1,000 m., 28. März, 1,300 — 1,900 m.,
8.^15. Nov., 10.— 12. Dez. — ifm<-Niederung, Okt.
Gonoceplialum alternicostis n. sp.
Langgestreckt, parallelseitig, mit graubraunem, erdigem Toment bedeckt, die Flügel-
decken mit sehr kurzen, sparsamen, hakenförmig gekrümmten Borstenhaken bedeckt.
Kopf mit kräftigen Augenfalten, der Canthus weit nach aussen springend, etwas breiter
als der Längsdurchmesser des Auges hinter ihm; der Ausschnitt im Clypeus tief, winklig;
Fühler kurz, sie überragen die Mitte des Halsschildes nicht; die Stirn ohne Eindruck,
die Querfurche breit und wenig deutlich. Halsschild stark quer, an der Basis doppelt
so breit wie in der Mittellinie lang, in der Mitte am breitesten, oder von dort nach hinten
GEBIEN, TENEBKIONID.E. 379
parallel, die Seiten ziemlich stark gekrümmt, nach vorn stark verengt, so dass die Vorder-
winkel nahezu dem Ausschnitt an der Basis gegenüberliegen. Die weit vorragenden
Vorderwinkel sind verrundel, also lappenförmig; an der Basis lindet sich jederseits ein
tiefer, kurzer Ausschnitt, ähnlich wie bei Opatnoit emanjinatum Luc, doch ist die Basis
jederseits des Ausschnittes nach aussen wieder wagerecht, so dass die Hinterwinkel nicht
nach hinten vorragen, sondern scharf recht- resp. stumpfwinklig sind, die Seiten vor den
Winkeln nicht ausgeschweift. Die Oberfläche mit ziemlich grossen, nicht gedrängten,
stark erhabenen Körnchen, welche die Mittellinie frei lassen; die.se ist vertieft, so dass
der Spilzenrand, von vorne gesehen, doppelbuchtig ist; die Basalkante zwischen den
Ausschnitten bildet einen regelmässigen Fünftelkreisbogen, dessen Mitte angedeutet ist; die
Seiten .sind sehr breit flach abgesetzt. Flügeldecken an der Basis so breit wie die
Basis des Halsschildes, die Schultern scharf rechtwinklig; die Oberfläche zeigt nach ge-
höriger Reinigung Doppelreihen ziemlich grober Punkte, die durch eine Reihe sehr feiner
engstehender Körnchen getrennt sind; die Zwischenräume breit rippig erhaben ; ausser der
erhabenen Xaht sind auf jeder Flügeldecke 3 Rippen vorhanden, von denen die äusserste
von der Schulter abgeht, die Rippen sind namentlich am Absturz hoch erhaben, dort
tritt auch der vorn vertiefte Streifen neben der Naht erhaben hervor und bildet einen
winkligen Wulst, der die verbundenen Interstitien 3 und 7 einfasst. Prosternum hinter
den Hüften etwas vorgezogen und niedergebogen. Abdomen mit groben Borstenpunkten,
beim cT der Länge nach eingedrückt. Analsegment mit äusserst feiner Randlinie. Beine
ohne Auszeichnung, Vorderscliienen schmal, fast ganz wie bei simplex gebildet.
L. 8 — 9 mm. 4 Exemplare von J/em-Niederung, Jan., und Küimandjaro: Kibo-
noto, 1,300 m., 29. April. 1 (f (Type!) von Usamhara: Bomole, in meiner Sammlung.
Die pinzige Art mit iilinlicher Flügeldeckenslculptur i.st G. sex-costulaium Fairm. von Somali, dass
sieh aber durch ganz anderen Halssc-hild unterscheidet, auch sollen die Fühler die Mitte des Pronotums
überragen. Ausser der neuen Art besitze ich noch 2 ähnliche, bisher unbeschriebene Arten, ebenfalls mit
alternierenden Rippen. 1) eine von Abessinien, 12 mm. gross, hat den Halssehild ganz uneben und seitlich
vor den llintereckcn geschweift, die Rippen schwach erhaben und sehr feine Punkte in den Streifen. 2)
eine aus Deutsch-Ostafrika; sie hat einen Halsschild, der wenig breiter als lang und zudem sehr flach ist;
die Borsten der Flügeldecken sind ziemlich lang und gerade und der Prosternalfortsatz kaum niedergedrückt.
Bolitopertlia nov. gen.
Ganz von der Gestalt der EledoHct-Arien, besonders der agaricola. Der Kopf
ganz anders gebildet wie bei allen bekannten Bolitophagidengattungen. Die Augen sind
grob facettiert, sie sind zwar nicht sehr stark gewölbt, fallen aber durch ihre Grösse auf;
der Canthus schneidet nur ganz wenig (ca. V4) von vorn hinein. Der Canthus ist so
schmal und kurz, dass er nur als ganz schmaler Streifen sichtbar ist, der Kopf ist am
Canthus querüber gemessen sehr viel schmäler als die beiden Augen, der ganze Vorder-
kopf ist dadurch ausserordentlich schmal, der Clypeus nicht aufgeworfen; die Älandibeln
deutlich sichtbar, meist sogar vorragend. Die linke Mandibel aussen an der Spitze mit
sehr tiefer Furche, die 2 gleiche Spitzen erzeugt, in den Zwischenraum fasst die grössere
Spitze der rechten Mandibel, Mentum in der Mitte schw^ach erhöht. Fühler mit starker.
380 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEr EXPEDITION. 7: 19.
geblätterter 5-gliedriger Keule, es sind 11 Glieder vorhanden. Endglied der Maxillartaster
wie bei Eleodona zugespitzt. Der Kopf bei ^ und 5 ohne Auszeichnung. Halsschild
sehr stark quer, bis an den Rand gewölbt, also seitlich nicht verflacht. Flügeldecken
fast cylindrisch, mit feinen Kielen, die Epipleuren vollständig, schmal, vorn so breit wie
die Episternen der Hinterbrust. Prosternum sehr schmal, das Ende niedergebogen, die
Miltelbrust so schmal, dass auf den ersten Blick die Hüften zusammen zu stossen schei-
nen. Alle Schienen gegen das Ende verbreitert, und zwar stärker als bei Eledona; die
äussere Ecke scharf. Nach sehr langem Suchen entdeckte ich auch den sexuellen Dimor-
phismus in der Bildung der Mittel- und Hinterschienen, die beim ^ in einen sehr spitzen
und ziemlich langen Zahn aussen am Ende vorgezogen sind. In normaler Haltung ver-
decken die Tarsen diesen Zahn, der erst sichtbar wird, wenn man die Tarsen abbiegt.
Das Klauenglied aller Füsse so lang oder länger als die andern Glieder zusammen.
Diese neue Gattung ist auf den ersten Blick Eledona sehr älinlieh. Sie unterscheidet sich sofort
durch die Bildung des Vorderkopfes und die eigentümliche Bildung der Hinterschienen des Männchens. Die
nächstvervvandte Gattung ist eine noch neue aus Kamerun und Ostafrika Bolitolaemtis m., deren Beschreibung
noch nicht veröffentlicht ist. Sie unterscheidet sich durcli den in beiden Geschlechtern tuberkulierlen Kopf,
andere Beine und das kurz zahnförmig vorspringende Mesosternum.
Bolitopertha novemcostata n. sp.
Fig. 5 — 8. — Cylindrisch, matt, braunschwarz. Hinterkopf dick, fast so dick wie
der Kopf über den Augen gemessen, Stirn ohne Auszeichnung in beiden Geschlechtern.
j^unktierung ziemlich dicht, aber die Punkte deutlich getrennt, die Querfurche ist nur
neben den Augen schwach angedeutet, in der Mitte fällt die Stirn bis zum Clypealrand,
der nicht aufgebogen ist, in einer Linie ab; Gelenkhaut
breit; die Fühler ziemlich schlank, das dritte und vierte
Glied sind die kleinsten, kleiner als das zweite, die beiden
folgenden schon stark quer, die letzten 6 oder 5 bilden
eine Keule, deren Glieder fast blattartig quer sind, sie
sind fast dreimal so breit wie lang, innen spitz, aussen
breit, die Erweiterung also einseitig, das letzte fast kuge-
6 lig. Halsschild, sehr stark quer, von oben gesehen
Bolitopertha nnvemcosfata n. sp. , _ . . •, , , tt i , -i i i
Fig. fi. Kopf. Fig. G. Fühler. Fig. 7. Hinter- an der Basis am breitesten, der Vorderteil schwach ge-
«•hiene de.sMännoben.s, Fig. 8 des Weibchens. j.^j^^g^ vorgezogcu Und cbcuso Weit Vorragend wic die
Vorderwinkel, auch die Basis in der Mitte bogig nach hinten gezogen, die Seitenrandkante
unmerklich krenuliert, von oben gerade noch übersehbar. Genau von der Seite gesehen,
ist die Seitenrandkante etwa halb so lang wie die Mittellinie; die Oberfläche ist grob und
sehr dicht punktiert, die Zwischenräume der Punkte an den Seiten fast körnig. Flügel-
decken mit kantiger, nicht gekielter Basis, verrundeten (von der Seite gesehen, abge-
schrägten) Schultern, der Seitenrand von oben nicht sichtbar. Jede Flügeldecke mit 9
feinkieligen Rippen, deren Zwischenräume vollkommen flach sind, die Kielchen scharf,
vollständig bis zur Spitze; ausser den 9 Rippen eine sehr kurze am Seitenrand neben
der Schulter. Die Zwischenräume durch feine Querkiele in ziemlich gleiche, quere Felder
r.EBIKN, TENKHIUONID^. 381
geteilt. Naht flach. Die Wirderschienen sind an der Aussenkante, namentUch gegen das
Ende hin, auch an der ITnterkante dcullich gesägt, die Mittelschienen der Männchen
ausser etwas vor dem Ende mit spitzem Zahn, die Hinterschienen dagegen am ITnter-
ende ausgeschnitten so dass durch diesen Ausschnitt ein spitzer Zahn gebildet wird.
Abdomen grob und dicht punktiert, die Hinterbrust seitlich glatt.
L. 4 mm. 9 er" 3 $; Küimamljaro : Nieder-Kibonoto 30. Okt. 1 qP (Type!) von
Dar es Salaam 20. Febr. 1903 (Eichelbaum) in meiner Sammlung.
Platydeiua vagum n. sp.
Lang oval, seitlich in der Mitte etwas parallel, dunkelbraun oder schwärzlich, matt-
glänzend, Beine hellbraun oder rötlichbraun. Kopf beim cf' hinten, zwischen den Augen
mit 2 kräftigen, kegelförmigen Hörnern, von der Seite gesehen ist die Oberkante derselben
genau wagerecht, die Hörner sind kurz, nach vorn gerichtet, und schliessen eine Grube
ein. Der Canthus nach vorn so stark verrundet, dass seine Länge nicht gemessen wer-
den kann, er ist so breit wie die Augen, Clypeus gerade abgestutzt mit ganz verrunde-
ten Ecken. Die Querfurche beim $ sehr deutlich, der Vorderkopf vom Vorderrand der
Augen resp. dem vorderen Ansatz der Hörner so lang wie die Partie dahinter, die Ober-
fläche sehr fein und dicht punktiert. Die Fühler kurz, Glied 3 dem vierten an Länge
gleich, dieses so lang wie breit, alle folgenden massig quer, die vorletzten kaum doppelt
so lang wie breit, das letzte sehr breit oval, etwa so lang wie breit. Halsschild stark
quer, die grösste Breite an der Basis, die Seiten in schwachem Bogen nach vorn ver-
engt. Vorder- und Hinterwinkel stumpfwinklig, die vorderen kurz verrundet, die Randung
der Basis nur bei den beiden Eindrücken deutlich aber sehr fein, der basale Mittellap-
pen breit bogig nach hinten springend; Oberfläche sehr dicht und fein, an den Seiten
etwas gröber punktiert. Flügeldecken mit Punktstreifen, die an der Spitze und seitlich
wesentlich tiefer sind als auf der Scheibe, die Zwischenräume auf der Mitte plan, an der
Spitze stark konvex, an den Seiten schief, d. h. jeder Zwischenraum ist nach dem Innern
Streifen hin höher als nach" aussen, der (übrigens schwache und nicht sehr deutüche)
Schrägabfafl plan. Das Prosternum hinter den Hüften schwach gesenkt und dann
senkrecht abstürzend. Mesosternum scharfkantig V-förmig ausgeschnitten. Alle Beine in
beiden Geschlechtern einfach, die hinteren Schienen nicht deuthch gefurcht. Abdomen in
der Mitte schwächer punktiert, zuweüen fast glatt, seitlich grob und dicht punktiert.
L. 572— 6 Y2 mm. Diese Art ist in Mittelafrika sehr weit verbreitet: iferw-Niede-
rung 25. Nov. 1905 1 $. — In meiner Sammlung Exemplare von folgenden Fundorten :
Erithrea: Gundet, Sept. 4 Expl. (1 c/', 1 $ Type!), Dar es Salaam 1 5, Usambara,
Amani Nov. 1903 (Eichelbaum), 1 $, Kigonsera (Nyassa-Berge) 1 c/'; Congo, Borna
(Tschoffen) 1 $.
Diese Art steht dem Plat. Goryi C. et Pr. (Die Autoren stellten diese Art zur Gattung Hop-
locephala, mit der sie in der Körperform grosse Ähnlichkeit hat; ich hatte nicht erwartet, dass die Jlono-
graphen der Gattungen Hoplocephala und Platydema die Art nicht richtig placiert hätten und habe darum
382 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEBU EXPEDITION. 7: 19.
diese Species noch einmal unter dem Namen abnorme beschrieben) sehr nahe, die vom Senegal bis zum
Gabun verbreitet ist, sie vertritt diese Art im Gebiet des Kongobeckens in Ost- und Nordostafrika. Sie
unterscheidet sich sofort durch schwachen Glanz, nicht zilindrisehen Körper, einfach braune Oberseite und
durch die an der Spitze stark gerippten Flügeldecken.
Ceropria Koiuandi CUst. et Brll.
Ann. Sc. nat. XXIII. 1831, p. 403. — 54 Exemplare dieser gemeinen afrikanischen
Art, die von Senegal auf der West- und Abessinien auf der Ostseite bis zum Cap ver-
breitet ist. KiUmamljaro: Kibonoto 1,300—1,900 ni. 3. März und 14. Nov.- — üsam-
hara: Mombo, Juni.
Hypophloeus puuctipeunis n. sp.
Hellbraun, zu den robusten Arten gehörig, von der Gestalt, Farbe und Grösse des
H. unicolor, aber wesentlich gedrungener gebaut. Kopf fast wie bei dieser Art, über
den Augen gemessen am breitesten die Stirn ohne Auszeichnung, die Querfurche schwach
oder fehlend, vorn vor der Augen jederseits ist der Seitenrand grübchenartig eingedrückt;
er ist geradlinig nach vorn verengt, die Augen stark quer, unten bis zu den Maxillen
reichend (Hypophloeus s. str.). Fühler ganz ähnhch wie bei unicolor, doch sind die
mittleren Glieder noch loser an einander gefügt, deutlich kompress, etwa doppelt so lang
wie breit, das letzte ungefähr von kreisförmigem Umriss. Halsschild nach der Basis
zu sehr schwach verengt, nur sehr wenig schmaler als die Basis der Flügeldecken, die
Seiten bis zu den Hinterwinkeln geradlinig, die Vorderwinkel stehen (von oben gesehen)
sehr kurz spitz vor, der Vorderteil ist stark kissenförmig gewöll)t (noch stärker als bei
volvulus Gerst.) die ganze Oberfläche dicht und sehr deutlich punküert, der Halsschild
ist kurz, nur c:a Vji — Vj-.i mal so lang wie an der Basis breit, die Verengung der Sei-
ten nach vorn gering; in einzelnen Fällen erscheint der ganze Seitenrand sehr schwach
gebogen. Flügeldecken zilindrisch, Schultern nicht nach vorn vorgezogen, die Ober-
fläche mit 1 oder 2 Reihen sehr dicht stehender deutlicher Punkte, die Zwischenräume
mit Punkten, die fast ebenso gross sind, wie diejenigen der Streifen, welche übrigens nur
auf der Scheibe neben der Naht deutlich sind, die übrige Oberfläche, also die ganze
sehr breite seitliche Partie verworren und sehr deutlich punktiert, die Punkte gegen die
Spitze feiner. Prosternum vor den Hüften gefurcht, sehr schmal; zwischen den Hüften
gewölbt und hinten mit kleinem Vorsprung, Metasternum fast der ganzen Länge nach ge-
furcht, die Seiten der Vorder- und Hinterbrust grob und dicht punktiert; das Abdomen
feiner, aber auch sehr deutlich punktiert. Das Pygidium gewölbt, einfach, sehr fein
punktiert. Die Beine ohne bemerkenswerte Merkmale wie bei unicolor.
L. 472 — 672 mm. 20 Exempl. Küimandjaro: 11 nov. ; Kibonoto, 1,300 — 1,900
m., 3. März, 11. Nov.
Wie erwähnt, ist diese Art der gemeinen europäischen H. mikolor sehr ähnlich, besonders aucii in
dem hinten nur wenig verengten Halsschild, sie unterscheidet sich von allen mir bekannten Arten durch
die kräftige Punktierung der Oberseite, und nur 1 oder 2 deutliche Punktreihen der Flügeldecken, beson-
ders aber durch das vorn gefurchte Prosternum. Die zweite bekannte ostafrikanische Art (ich besitze noch
r.KHIEN. TENEBRIONID^. 383
einige unlx'schrieix'iu''^ II. voIvmIms Gerst ist ilm-cli andere Färbung, den iiinten stark verengten llalsscluld
und die viel schlankere Gestalt sofort goseliieden, sie hat überdies ein gestreckteres letztes Fühlerglied
und äusserst feine Punktur der Oberseite.
Hypoplioloeus volvulus Geest.
Arch. f. Naturg. XXXIII, 1871, p. 62; Decken's Reise III (2), 1873, p. 185. —
() Exemplare. Kilimandjaro : Dez.; Kibonoto, Kulturzone 8. Febr.; Kibonoto, 1,300 —
1,900 rn., 3. März, 11. Nov.; Obstgarlensteppe, 13. Dez.
Alphitobius diaperinns Panz.
Fauna Germanica 1797. 37. 16. — Seidl. Naturg. Ins. Deutschi. V. 1894, p.
604. — Kosmopolit wie die folgende Art. 3 Exemplare. Kilimandjaro: 16. Nov.;
Obstgartensteppe, 14. Dez.
Alpliitobius picens Ol.
Entom. III. 1795. 58, p. 17. t. 2., f. 13. a. b. ~ Seidl. Naturg. Ins. Deutschi.
V. 1894, p. 606. — 1 Exemplar, üsambara: Tanga.
AlphitobiiLS parallelus Th.
Arch. ent. II. 1858, p. 87. — 2 Exemplare. Kilimandjaro: Kibonoto, 1,300 —
1,900 m. 3. März. Das Vorkommen dieser bisher nur aus dem westlichen Afrika
(Gabun, Kamerun, frz. Kongo) bekannten Art am Kilimandjaro ist sehr interessant. Ein
genauer Vergleich mit Exemplaren vom Gabun zeigt keine greifbaren Unterschiede.
Peltoides seuegalensis Gast.
Ann. Fr. 1832, p. 401. Hist. Nat. II. 1840, p. 223. — Auch diese westafrika-
nische Art ist für Ostafrika neu. Es wurden 25 Exemplare vom Kilimandjaro mitge-
bracht: Kibonoto 1,300 m., 11. Mai; 1,300—1,900 m. 8.-15. Nov., 3 März; Kultur-
zone 8. Febr.; üsambara: Mombo, Juni. Ich besitze die Art ferner aus den Ukami-
bergen und der Plantage Usegi^ia (Eichelbaum).
Peltoides cl.vpealis n. sp.
Sehr breit oval, schwach glänzend braunschwarz, Oberseite schwach iridierend,
der Seitenrand des Halsschildes und der Flügeldecken
rötlich durchscheinend, Unterseite gelbrot, Abdomen in
der Mitte dunkler, jede Flügeldecke mit 2 roten Flecken.
Kopf äusserst fein und dicht punktiert, der Canthus
nicht breiter als die Augen, aber kürzer als das Auge
hinter ihm, er ist nach vorn breit verrundet, die Stirn
in beiden Geschlechtern eingedrückt; der Eindruck beim
„,,.,, ,. " ,.. „ ^ 2 aber viel schwächer, beim rf halbkreisförmig, auch
l^eltoides clypeahs n.sp. Flg. Q. er Kopf von ^ ' w o)
oben. Fig. 10. von der Seite. Fig. 11. Hals- hinten hochkautig abfallend, die Vorderenden des Ein-
schiid des Weibchens. drucks ragen als kurze, genau wagerechte, aber nur
384 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 7: 19.
schwach überstehende stumpfe Hörnchen nach vorn; Canthus und t'.lypeus schmal aut-
gebogen, der Vorderrand des Clypeus beim $ aber mit Beule, beim (f von oben gese-
hen stumpf dreieckig vorgezogen, von der Seite gesehen schwach hornartig aufgebogen.
Fühler robust, die mittleren Glieder doppelt so breit wie lang. Hals seh ild an der
Spitze nur halb so breit wie an der Basis, die Seiten nach vorn in schwachem Bogen
verengt; die Mitte der Basis in kleinem Bogen stark gerundet, viel kürzer und kräftiger
als bei andern Arten, jederseits des Bogens ein fast winkliger Ausschnitt, von dort seit-
lich wagerechf. Der I)asale Rlittellappen bei den beiden weiblichen Exemplaren sehr fein
und deutlich durch einen hufeisenartigen, nach vorn etwas lieferen Kindruck gerandet,
beim (f ist der Eindruck sehr undeutlich, und der Mitlellappen viel llacher bogig, vor
dem Ausschnitt ein schwacher basaler Eindruck, Längseindrücke seitlich auf der Scheibe
fehlen wie bei den andern gefleckten Arten; die Oberfläche äusserst fein und sehr dicht
punktiert. Flügeldecken seitlich gerundet mit stumpfwinkligen Schultern, der Seiten-
rand vorn vorhältnismässig breit, wie bei den grossen Arten abgesetzt, jede Flügeldecke
mit 2 grossen rotgelben Flecken, der vordere hinter der Basis ist von der Basis so weit
entfernt wie von der Naht, von dem Seitenrand aber deutlich weiter, er ist rund, hin-
ten nur sehr schwach gezackt, der hintere Fleck ist quer und läuft aussen dem Seiten-
rand parallel, ebenfalls der Naht an der Spitze mehr genähert als dem Fiand. Die
Punktreihen sind äusserst fein, die Punkte so fein wie die der Zwischenräume, nur hin und
wieder neben der Naht andeutungsweise sichtbar, im übrigen ist die ganze Oberfläche
sehr fein verworren punktiert, die Streifen sind auch nicht auf den gelben Flecken be-
merkbar, wo sie sonst bei den andern Arten sehr deutlich sind: Prosternuin zwischen den
Hüften stark gekrümmt, am Ende ganz niedergebogen, ganz am Grunde in einen kurzen
Fortsatz ausgezogen; Mesosternum ziemlich tief und scharf V- resp. U-förmig eingedrückt.
Die Vordertarsen der Männchen deutlich erweitert.
L. 572 — 6V.S mm. 1 rf 2 $. KüinxoxJjaro: Sept.; Kibonolo, Kulturzone, Nie-
der Kibonoto, 2. Jan.
Diese Art steht der ostafrikanisclicn Art 1'. Ekhdhauini in. .selir jialie, i,it aber viel iireiter, sihuacli
glänzend, hat einen vorragenden, spitz aufgebogenen Clypeus, fast ganz verworren punktierte Flügehh'cken
und einen anderen Prosternalfortsatz. P. 2mstulosus Fem. hat einen winkligen Canthus, der viel breiter als.
die Augen ist, eine gewölbte Stirn, rötlichen Halsschild, der bis zum Seitenrand gewölbt ist, und deutlich
gereiht punktierte Flügeldecken. I'. i-gnitatns Frm. ist lang oval, hochglänzend, mit flachbogigem l)asalen
Mittellappen des Halssehildes, deutlich gereiht punktierten Flügeldecken und hat einen Canthus, der wesentlich
breiter als die Flügeldecken ist.
Übersicht über die Arten der Gattung Peltoides.
Diese Gattung ist nur in Afrika vertreten. Die andern Arten, die als Peltoides ])eschrieben sind,
gehören einer anderen Gattung (z. B. Metulosonia) an. Peltoides seiiegale7)sis (Iast. ist die gemeinste grosse Art,
mit ihr ist, wie ich sicher glaube, P. politus Cheor. identisch, auch P. capensis FÄHRS, IjATES dürfte lüerlier
gehören. Fähraeus vergleicht die Art überhaupt nicht mit senegalensis und seine Beschreibung gibt gar
keine Differenz, Bates nennt kleine Unterschiede, die al)er sicher nur individuell sind (er kannte nur 1
Exemplar).
GEBIEN, TENEBEIONID^. 385
1. Jede Flügeldecke mit 2 gelben oder roten Fleeken. Kleine Arten 2.
Oberseile einfarbig. Grosse Arten 5.
2. Cunthus so breit wie die Augen, nach vorn breit verrundet. Mattglänzende Art,
cT' Clypeus zahnartig aufgebogen Clypealis n. sp.
Canthus breiter als die Augen, meist deutlich winklig, o^ Clypeus einfach 3.
3. Breit ovale, mattglänzende, sehwach irisierende Art, Halsschild stark bis zum Seiten-
rand gewiilbt, rötlich Pustuhmis Frm.
Schmäler ovale, starkglänzende, nicht irisierende Arten. Halsschild schwarz, Seiten-
rand abgesetzt 4.
4. Westafrikanisehe Art, 5 mm. lang, cf nid sehr schwachem Eindruck auf der Stirn, der
verrundete Kanten hat, Körper breiter 4 quttatus Frm.
Ostafrikanische Art, G mm. lang, c/' mit kräftigem, halbkreisförmigem, hochkantigem
Eindruck, Körper schmaler Ekhelhaumi G eb.
5. Flügeldecken besonders an den Seiten mit kurzen, aufrechten Borsten 6.
Flügeldecken ganz nackt 7.
6. Seitlicher Eindruck des Halsschildes sehr stark nach hinten vertieft. Schmälere Art.
Beborstung auch auf den Interstitien, Punkte ziemlich grob Biimpressus Geb.
Eindruck des Halssehildes schwächer, nach hinten verflacht. Breitere, ovale Art. Be-
borstung fast nur in der Streifen Senegalensis Gast.
7. Flügeldecken punktiert gestreift, Halsschild seitlich mit starkem, aufgebogenem Kiel
an den Seiten. Art von Madagaskar Hovanus Frm.
Flügeldecken fein gereiht punktiert. Seiten des Halsschildes fein gekielt, nicht auf-
gebogen. Art von Abessinien Longulus Frm.
Toxicuiu taurus F.
Syst. El. I. 1801, p. 153. — Gast. Hist. nat. II. 1840, p. 217. — 12 Exemplare.
Küimandjaro: Kibonoto, 1,300 — 1,900 m. 11. — 15. Nov.; ifent-Niederung, 25. Nov.
Im ganzen tropischen Afrika verbreitet.
Meuephiliis gagatus n. sp.
Kohlschwarz, wenig glänzend, von dem Körperumriss des Tenebr. guineensis, aber
schmäler und viel gewölbter. Kopf vor den Augen so breit wie über den Augen ge-
messen, parallelsei tig, hinten schwach verengt, Clypeus sanft ausgeschnitten; die Quer-
furche bildet einen ziemlich regelmässigen Kreisbogen, der Canthus an der Äliindungs-
stelle der Querfurche mit sehr kleinem Ausschnitt; Augenfalten deutlich, die Augen liegen
in der Mittellinie des Kopfes (bei Ten. guineensis weit dahinter). Die Fühler erreichen
kaum die Mitte des Halsschildes, Glied 3 IV2 mal so breit wie 4, dieses dem fünften
gleich, beide länger als breit, das sechste so lang wie breit, vom siebenten Gliede an bilden
die Fühler eine deutlich abgesetzte Keule, sie sind doppelt so breit wie lang, das letzte
gross, so lang wie breit. Mentum nach vorn kaum verschmälert und vorn kaum ausge-
schnitten, runzlig skulptiert. Halsschild quer, c:a 1-/" mal so breit wie lang, er ist
rings gerandet, die Randlinie vorn breit unterbrochen, die Seitenränder deutlich aufgebo-
gen, die grösste Breite liegt in der Mitte, die Seiten vor den Hinterwinkeln sehr schwach
Sjöstedfs Küimandjaro-Meni, Expedition. 7. 49
386 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. /: 19.
geschweift, diese also rechtwinklig, kaum nach hinten gezogen, die Vorderwinkel sind
verrundet und kaum weiter nach vorn gezogen als die Mitte des Vorderrandes, die Ober-
flache ziemlich fein und wenig dicht punktiert, zwischen den Punkten äusserst feine
Piinktchen, die Seiten sind rauh, zusammenfliessend punktiert. Flügeidecken mit tiefen
Punktstreifen, die Zwischenräume deutlich gewölbt, die Punkte der Streifen ziemlich gross,
nicht sehr dicht, miteinander durch eine deutliche, eingeschnittene I.>inie verbunden; Pro-
pleuren mit Längsrunzeln und an den Seiten grob punktiert. Prostern um hinter den
Hüften sanft niedergedrückt, am Ende nicht sehr flach, es ist zwischen den Hüften scharf
gerandet, die Randhnie läuft um die Spitze herum, Mesosternum ziemlich steil abfallend.
Uie ganze Unterseite ist glänzend, das Abdomen sehr fein punktiert und mit feinen Längs-
runzeln versehen. Analsegment gerandet. Beine kurz, die Vorderschienen deutlich ge-
furcht, die Älittel- und Hinterschienen flach gedrückt, nicht gefurcht, die vorderen gegen
das Ende aussen viel mehr verbreitert als an der Innenseite. Die Tarsen auf der Un-
terseite ganz behaart wie bei den andern Arten, im Gegensatz zu Tenehrio, wo sie in
der Mitte eine nackte Längsfurche haben.
L. I672 — 19 mm. Zahlreiche Exemplare in meiner Sammlung. In Ostafrika weit
verbreitet: Dar es Salaam, Tanganyika, Barikiwa (im Donde Gebiet), Lindi, Mwika am
Kiümandjaro, Lutindi in Usambara.
16 Exemplare vom Küimandjaro: Kibonoto, 1,000—1,200. 22. Apr. 1,800—1,900
m. 8.-22. Nov. i¥er!<-Niederung, Okt., 22.-25. Nov.
Hisher ist aus Afrika noch keine reinsehwai'ze Art bekannt. Es sind aber einige unbeschriebene
Arten in meiner Sammlung. Die nächst verwandte ist ebenfalls in Ostafrika läufig. Sie ist viel brei-
ter, hat ein ungerandetes Analsegment, trapezisches, vorn ausgeschnittenes Mentum. — Die Exemplare der
vorliegenden Art, die vom Kiliraandjaro stammen, haben einen viel grüber punktierten llalssehild und gröljcre
Punkte in den Streifen als die Tiere der Ebene.
Teiiebrioloma nov. gen.
Mit Menephilus verwandt, Körper gestreckt, parallel, oben flach gedrückt; geflügelt!
Kopf kaum halb so breit wie der Halsschild, hinter der Älitte am breitesten, die Augen
schräg nach vorn gerichtet, der Canthus breiter als die Augen, er tritt nicht von vorn
in die Augen, sondern ganz von der Seite, sie bis über die Mitte durchsetzend, die Augen
unten so weit von einander entfernt, wie die Seitenränder der Maxillenausschnitte ; sie sind
grob facettiert, innen mit kurzer, holier Augenfalte. Vorderkopf sehr lang, Clypeus kurz
bogig ausgeschnitten; in diesen Bogen passt die kurze Oberlippe, die keine sichtbare Ge-
lenkhaut zeigt. Fühler kaum bis zur Mitte des Halsschildes reichend, dick, die letzten
7 Glieder stark quer. Mentum etwa so lang wie breit, seitlich parallel, vorn nicht aus-
geschnitten, hoch gewölbt; Lal3ium wenig schmäler als das Mentum, nicht unter dasselbe
gerückt, vorn in flachem Bogen ausgeschnitten. Innere Lade der Älaxillen nur halb so
lang wie die äussere, schmal, mit kleiner Hornspitze, letztes Glied der Maxillartaster,
schmal oval, am Ende nicht zugespitzt. Die Mandibeln am Ende selir dünn, scharf ge-
furcht, die Oberseite der rechten Mandibel (Mundseite) mit stumpfwinkliger Erweiterung
GEBIEN, TENEBRIONIDJ?. :587
vor der Spitze. Der Malilzahn dreieckig, mil stark eingezogener, fast winldiger Unterkante.
Halsschild quer, ziemlich parailelseitig, Seiten und Basis gerandet. Schildchen drei-
eckig. Flügeldecken mit rechtwinkligen Schultern, aber ohne ausgesprochene Schul-
terbeulen, mit seitlichen Rippen, die Epipleuren nicht sehr breit, unvollständig, sie sind
der ganzen Länge nach innen gerandet, so dass die ganze Bildung ungemein an die falschen
und echten Epipleuren anderer Gruppen erinnert. Prostcriiu in hinter den Hüften nieder-
gedrückt. Mesosternum nicht vorgezogen und V-förmig ausgeschnitten, sondern es ist ge-
.wölbt und hat 2 scharfe Randkanten. Abdominalfortsatz spitz dreieckig, Analsegment
gerandet. Die Schienen breit, die vorderen ziemlich stark dreieckig verbreitert, Aussen-
kante ungezähnt, die Breite des unteren Endes ist etwa so gross wie die Länge der 4
ersten Tarsenglieder, an allen Schienen sind 2 kurze, spitze Enddornen. Tarsen kurz,
die ersten Glieder unter sich wenig verschieden, das Klauenglied an allen Füssen etwas
kürzer als die übrigen zusammen.
Die (iattung ist in mehrfacher Hinsicht ausgezeichnet. Sie erinnert in mancher Beziehung an die
Ulominen, gehört aber zu den Tenebrionina'. Hier lässt sie sich an mehreren Stellen unterbringen. Die
gerandeten Epipleuren, die schrägen Augen, die dreieckigen Vordersehienen, die sehr robusten Fühler (ähn-
lich den l'ioniinenfrihlern'i machen sie leicht kenntlich. Am besten steht sie neben Menephilns.
Tenebrioloma .semicostata n. sp.
Von der Grösse, Gestalt und Färbung vieler Uloma-arten, glänzend braun, oder
schwärzlich braun, Unterseite und Beine heller, Körper parailelseitig, oben mehr oder
weniger flach gedrückt. Kopf breiter als lang, am Canthus am breitesten, dieser breiter
als die schräg liegenden Augen, die Querfurche schwach und kaum angedeutet, die Ober-
fläche ziemlich dicht und deutlich, vorn etwas feiner punktiert, der Clypeus mit schma-
lem AusschnitI und verrundelen Vorderecken. An den kurzen, dicken Fühlern ist das
3. Glied etwas länger als das vierte, vom sechsten an sind
die Glieder über 2 mal so breit als lang, auch das letzte
quer. Halsschild quer, IY2 mal so breit wie lang, die
Seiten sind von ersten Drittel an ungelähr parallel, die
Spitze nur 7-> so breit wie die Basis, die seitUche Randung
,2 stark und etwas abgesetzt, die Absetzung vorn etwas breiler,
Tenebrioloma semicostata n. sp. SO dass die Vordercckeu schwach lappenartig vorspringen ;
Kopf. Flg. 12. j^jjg scharfe Basalrandung ist überall gleich breit, die Spitze
ist ganz ungerandet, die Hinterwinkel sind recht- oder schwach stumpfwinklig, jederseits
der Mitte an der Basis findet sich ein ziemlich tiefes Grübchen, ausserdem vor der Mitte
ein mehr oder weniger deutlicher Quereindruck, die Oberfläche ist nicht sehr dicht, aber
tief, an den Seiten gröber punktiert. Flügeldecken ganz parailelseitig. Die Schultern
rechtwinklig, mit feiner aber deuthcher Spitze versehen ; die Oberfläche ist punktiert und
die Punkte sind auf der Scheibe hin und wieder in Reihen gestellt, diese Reihen lassen
bei seitlich auffallendem Licht deuthche, glänzende Zwischenräume frei, die viel schmä-
ler sind als die (2 oder 3 fachen) Punktreihen, die Zwischenräume sind nach der Schul-
388 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
ter hin scharf rippenförmig erhaben, die seiÜichen dagegen wieder vollkommen eben.
Propleuren mit groben, tiefen Punkten nicht sehr dicht besetzt; das Prosternum ge-
furcht, das Ende verbreitert und niedergedrückt und gerandet; Abdomen auf den ersten
Segmenten weniger scharf, das Analsegment aber groI) und dicht punktiert, die Randlinie
dagegen ziemlich fein. Alle Schienen gerade, die vorderen verbreitert, die Aussenkante
etwas geschwungen, ungezahnt, das Ende spitz dreieckig vortretend.
L. 772 — 11 mm. Breite: 3 — 47-3 nim. 1 Exemplar von S. Thome: Ribeira Palma
III. 1900 (Fea) in der Coli, des Mus. Genua; 1 Exemplar von Senegal im Museum
Brüssel. 8 Exempl. von Erithrea: Ghinda (von Staudinger und Bang-Haas erhalten) in
meiner Sammlung (Type!). 2 Exemplare; Jf(?ni-Niederung, 23. — 24. Nov.
Die Art ist also weit verbreitet. Es ist bemerkenswert, dass diese ausgezeielinete Gattung nocli un-
beschrieben ist. Das Tier ist an der eigentümlichen Flügeldeckenskulptur leicht zu erkennen. Die Tiere
von Erithrea sind etwas kleiner, die Schultern etwas schärfer, die Punktierung feiner, doch wage ich nicht
sie als besondere Form abzutrennen.
Derospliserus globicollis Thoms.
Arch. ent. II. 1858, p. 99 (= brachialis Gerst). — 2 Exemplare von Usamhara:
Mombo, Juni. In Ost- und Westafrika häufig.
Heterotarsus tenebrioides Guer.
Icon. regn. anim. {). 121. t. 30. t. 11. a-d. — Im ganzen centralen und südlichen
Afrika weit verbreitet. 1 Exemplar von Küimandjaro : Kibonoto, Kulturzone, 16. Apr.
Das Exemplar unterscheidet sich von der typischen westafrikanisclien Form durch schmälere Gestalt,
sehr stumpfe Hinterecken des seitlieh sehr stark gerundeten Halsschildes. Ich weiss nach dem in meiner
Sammlung nur gering vertretenen Material (kaum 1 Dutzend Tiere) nicht zu beurteilen, ob sieh sehr nahe
stehende Arten auseinander halten lassen oder ob nur eine Art vorliegt.
Metalloiiotus metallicus var. Simulator Geb.
Deutsche Ent. Zeitschr. 1904, p. 330. — 7 Exemplare. Küimandjaro: Kibonoto,
Kulturzone, 21. April; Kibonoto 1,300—1,900 m. 3. März und 9. Mai.
Helopinus nieruensis n. sp.
Braunschwarz oder schwarz, w^enig glänzend, schmal oval (cf) oder breiter ($). Kopf
dicht punktiert, auf der Stirn längsstrigos, vorn dicht rauh, aber nicht längsrissig punktiert ;
die Querfurche deutlich, in der Mitte nicht unterbrochen, der Clypeus bo-
gig, gleichmässig ausgeschnitten, die Ecken deutlich, der Canthus so breit
wie die Augen, aber deutlich kürzer, die Augen sind rundherum durch
eine schmale Furche gerandet. Die Fühler schlank, beim cf schlanker,
Ghed 3 so lang wie 4 und 5 zusammen, die folgenden zilindrisch, die
'ö^
'^^ vorletzten deutlich konisch, 8 — 10 so lang wie breit. Halsschild quer,
Fig. 13. Helopinus ' *' ^ '
meruensis n. sp. ^ heim (f c:a 173, beim 5 172 mal so breit wie lang, die Seiten kräftig
Vorderschiene. gerundet, mit deutlichem Seitenrandldel versehen, der aber von der
Wölbung des Halsschildes ganz verdeckt, übrigens beim 5 schwächer ist, die Scheibe ist
flach gedrückt, die Wölbung an den Seiten darum ziemlich plötzlich, die Vorderwinkel
GEBIEN, TENEBBIONID^. 389
sind sehr kurz verrundet rechtwinklig wie die Hinterwinkel, die Hinterecken niederge-
drückt, die Spitze und Basis äusserst fein, vollständig gerandet; die ganze Oberfläche bis
auf die äussersten Seiten dicht und scharf längsstrigos, unpunktiert, die Seiten aber
punktiert und die Punkte fliessen nur undeutlich längs zusammen. Fliigeldecken auf
der Scheibe schwach depress, wie bei den Drosochrusarten mit scharf und schmal
erhabenen Rippen, die bis zur Spitze reichen, sie beginnen sämthch an der Basis, sind
also dort nicht abwechselnd verkürzt, die Zwischenräume der Rippen mit Doppelreihen
von meist schlecht begrenzten Punkten. Die letzte vollständige Rippe ist die sechste, die
hinter der Älitte unter der Wölbung der Flügeldecken verschwindet, neben der Schulter
ist vorn auch die siebente Rippe deutlich, die aber hinter der Mitte verscli windet, meist
ist auf dem umgeschlagenen Rand vorn noch eine achte Rippe angedeutet; die Punkt-
reihen der Seiten sehr deutlich. Prosternum zwischen den Hüften stark gewölbt, das
Ende aber ohne Fortsatz niedergebogen, doch ist das Prosternum hinten von seinem Ab-
sturz meist durch Querkiel abgesetzt. Prosternum und Mesosternum mit kurzen, steifen
Haaren. Die Propleuren längsstrigos. Das Abdomen deutlich behaart, dicht und grob
punktiert, beim 9 nicht eingedrückt oder verflacht. — o^: Vorderschienen dünn, etwas
gekrümmt, in der Mitte nicht verdickt, sondern dort mit einem schlanken, spitzen, ge-
krümmten, nach unten gerichteten Zahn versehen, unterhalb des Zahnes ein schwacher
Ausschnitt, in dem 2 weitere, kurze, nach innen gerichtete Zähnchen stehen; die ersten
Glieder der Vordertarsen nicht deutlich erweitert, die andern Schienen wie beim Weilichen
einfach gerade.
L. 6 — 8 mm. 5 cf, 3 $. J!/(?>-«(-Niederung 22. — 23. Nov.; Ngare na Nyuki, Jan.
Diese Art steht dem H. costatus in der Bildung der Vorder.scliienen am nächsten, doch sind diese in
der .Mitte nicht erweitert, der Halsschild ist, besonders beim 9. quer, die Seheibe deutlich depress, Proster-
num ohne F^ortsatz, die Rippen beginnen sämtlich an der Basis.
Micraiitereus parvideus n. sp.
Fig. 14- — 15. cf- Schwarz, ziemlich glänzend, Halsschild mattglänzend; 5 ^^^i,
zwischen den Tuberkeln der Flügeldecken grau tomentiert. Kopf ohne Augenfalten und
Augenfurchen, schwach gewölbt, die Querfurche gebogen und wenig deutlich, der Canthus
so lang wie das Auge hinter ihm, der Kopf quer über dem Canthus gemessen aber
schmäler als über den Augen gemessen, der Clypeus sehlich vom Can-
thus winklig abgesetzt, gerade abgestutzt, Oberfläche fein und dicht
aber nicht gedrängt punktiert ; die Fühler überragen die Mittelhüften etwas,
Glied 3 1 Y2 mal so gross wie 4, die Glieder zilindrisch oder sehr
schwach konisch, auch die vorletzten Glieder deutlich länger als breit
beim $, beim (f doppelt so lang. Halsschild fast doppelt so breit wie
in der Mitte lang, die Seiten sehr stark gerundet, ungefähr in der Mitte " "-"^n^^eus Carmens
am breitesten, nach vorn und hinten etwa gleich stark verengt, so dass Fig. 14. vorderscinene
Basis und Spitze nahezu gleich breit sind ; der Seitenrand ist von oben ^,. , . ^^.^^ , ' , .
° Flg. lo. Mittelschiene
bis hinter der Mitte breit zu sehen, so dass die Hinterwinkel von oben des cf.
390 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
kaum wahrnehmbar sind, mit andern Worten, der Halsschild ist vorn der Quere nach
schwach, hinten dagegen sehr stark gewölbt und die Hinterecken sind niedergedrückt;
das Pronotum ist rings gerandet, die basale Linie in der Älitte sehr fein und wenig tief,
die Oberfläche gleichmässig fein und dicht punktiert, beim cf glänzend, beim $ matt
Flügeldecken beim (f lang, beim § km'^^ oval, die ganze Oberfläche mit ziemlich grossen,
meist runden, oft auch mehr od. weniger länghchen und häufig zusammenfliessenden
Tuberkeln bedeckt, die gewöhnlich in 2 meist deutlichen Längsreihen angeordnet sind, bei
einem § sind sogar 2 sehr kräftige Längsrippen vorhanden, die Naht selbst ist erhöht
und fast glatt, zwischen den Tuberkeln sind, namentlich an der Spitze, einzelne Punkte
und seiir feine spitze Körnchen bemerkbar; eine verrundete Seitenrandkante ist durch
Tuberkeln angedeutet. jMentum gehöckert; Prosternum zwischen den Hüflen schwach
gewölbt, stark gefureiit und rings ziemlich lioch gerandet, Mittelbrust vorn nicht einge-
drückt, sondern gewölbt wie bei den meisten Arten; Hinterbrust stark längsrunzlig; Ab-
domen in beiden Geschlechtern stark glänzend, beim (/ der Hinterrand des ersten Seg-
ments mit Eindruck, in beiden Geschlechtern die ersten Segmente längsstrigos, die letzten
sehr fein punktiert. Die wichtigsten sekundären Sexualdimorphismen liegen an den Bei-
nen. — cT: Alle Schenkel etwas verdickt, die mittleren gekrümmt, die vorderen und hinteren
ohne Zahn, der Zahn der Mittelschenkel klein, kürzer als die Schiene dick, aussen recht-
Avinklig abgesetzt, er steht am Aussenrand; die Vorderschienen etwas unterhalb der Mitte
schwach, stumpfwinklig erweitert, zwischen dem Winkel und dem Ende in flachem Bogen
ausgeschnitten, die jMittelsrhieneii erscheinen genau von hinten gesehen vom ersten Vier-
tel an plötzlich verbreitert, dann parallelseitig, seitlich von innen erblickt man eine deut-
liche Kante, die in kürzei'em Bogen als die ungekantete Aussenseite ausgeschnitten ist,
diese Ausschnitte innen und aussen flach bogig. Hinterschienen lang, gekrümmt, innen
abgeflacht und auf der Fläche ziemlich dicht granuliert, die Grundglieder der Vordertarsen
erweitert und zwar ist das erste stark, das zweite weniger und das drille kaum erweitert,
das erste Glied doppelt so breit wie das dritte.
Beim 5 sind alle Beine einfach, ohne jede Auszeichnung.
L. 12—15 mm. Küimandjaro: 1. 16. XI; Kibonoto 1,300—1,900 m. 15. XL—
l(i. XII; Obstgartensteppe 16. XL, Nalronsee 28. II; Nieder Kibonoto 28. IL ferner vom
Küitnandjaro I cf und Kilimandjaro: Mwika XL 1907 1 (f (Type!) in meiner Samm-
lung. 31 Exemplare.
Von die-spr Art ial das .Männchen sofort an soinpn sekundären Geschlechtsmerkmalen zu erkennen,
die 9 der ostafrikani.schen Arten sind schwer zu unterscheiden; für unsere Art ist die Liildung des Hals-
sehildes charakteristisch; das Weibctien ähnelt dem des fimhritibius, hat al)er anderes Pronotum und eine
erhöhte Naht, die meisten Arten haben übrigens eine andere Bildung des Prosternums.
Micrauterexis Sjoestedti n. sp.
Fig. 16. — (/ schwarz, mehr oder weniger glänzend; 2 malt; Flügeldecken deut-
lich, Halsschild weniger gelbgrau tomentiert. Kopf beim cT vor den Augen innen mit
«EBIEN, TENKllKIONID^. 391
kurzer, flacher Schwiele, die dem $ fehlt; Augenfurchen und-falten
fehlen, Slirn ganz flach, der Canthus so lang wie das Auge hinter ihm,
wesentlich schmäler als diese. Clypealfurche hreit und wenig tief, der
(".lypeus deutlich gewiflstet, seitlich winklig vom Canthus abgesetzt. Füh-
ler schlank, die Glieder zilindrisch oder sehr schwach konisch, die vor-
letzten wie bei voriger Art also beim (f fast doppelt so lang wie breit,
beim $ nur etwas länger als hreit. Halsschild beim $ etwa doppelt
so breit wie lang, beim (f nur c:a 1 Vs mal. Beim Männchen ist ^''^' ^"■
MicrantereusSjoestedtt.
der Seiteiu'and seiner ganzen Länge nach übersehbar, auch bei den Miueitiinen des cf
niedergedri.ickteii Hinterwinkeln, die kurz verrundet rechtwinklig sind, ^'^'^'""s ^'"" i»"*'"-
die grösste Breite etwa in der Mitte; nach der Basis sehr wenig verengt, nach der Spitze
fast geradlinig, die Vorderwinkel sehr kurz verrundet rechtwinklig, die Randlinie ringsum
ununterbrochen, die Oberfläche sehr fein und dicht, sehr gleichraässig punktiert. Beim
Weibchen: die Punktierung äusserst fein und stellenweise fast geschwunden, die Ober-
fläche mit sparsamem, gelbem Haartoment, die Seiten stark gerundet, auch nach der
Basis zu, welche aber wesentlich breiter als die Spitze ist, die Seitenrandkante ist durch
die Wölbung des Halsschildes fast verdeckt. Flügeldecken beim $ kurz, beim cf lang
oval, Skulptur ähnlich wie bei femoratus Gerst. aus länglichen oft zu mehr od. weniger
deutlichen Rippen zusammenfliessenden Tuberkeln bestehend, die am Absturz höher und
spitzer sind, die Seitenrandkante durch unordentliche Doppelreihen von Tuberkeln ange-
deutet, der Grund mit deutUchen, nicht sehr feinen Punkten bedeckt. Unterseite ganz
wie bei voriger Art. Die Vorderschenkel ungezähnt und nicht deutlich gewinkelt, die
Mittelschenkel beim (f sehr charakterisüsch mit 2 starken, abgerundet winkligen Erweite-
rungen vor dem Ende, welche zwischen sich eine sehr tiefe Mulde freilassen, in welche
die Schiene passt; diese zeigt (von hinten gesehen) von der Mitte an innen eine plötz-
liche winklige Erweiterung, welche das Ende der Schiene doppelt so breit macht wie die
obere Hälfte; von der Seite aussen gesehen zeigt sich oberhalb der Mitte eine winklige
Erweiterung, unterhalb derselben eine starke Ausbuchtung, welche von der Aussenseite bis
zum Ende der~ Schiene nur eine schmale Kante übrig lässt; die Innenseite in der End-
hälfte dick und ungekantet. Die Hinterschenkel deutlich gekrümmt; die Vorderschienen
innen in der Mitte gerundet erweitert und darunter bogig ausgeschnitten. Die Hinter-
schienen gekrünmit und zwar die hinenkante stärker als die Aussenkante, die Vorderseile
dicht gekörnt. An den Vordertarsen ist nur das erste Glied deutlich erweitert, an den
hinteren ist das erste Glied viel länger als das Klauenglied. Beim § sind sämtliche Beine
einfach. L. 12—13 V2 mm. 10 (f und 6 $. 1/^^ne-Niederung 23.-25. XI.
Die Art ist dem M. femoratus Gerst. am näclisten verwandt, unterscheidet sieli aber sofort dureli
die geringere Grösse. Die Beinbildung der c/' ist recht ähnlieh, aber der hintere Zahn der Mittelschenkel
ist ebenfalls vernindet, die \'orderschenkel sind ungezähnt, die Vorderschienen gerundet erweitert, die Miltel-
schienen aussen nur schmal gekantet, das I'rosternum nicht ganz niedergedrückt.
Micrantereii.s variolosus Gerst.
Arch. f. Naturg. XXXVII. 1871, p. 64; Decken's Reise III. 2. 1873 p. 193, t 9..
392 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 19.
f. 9. Jahrb. Hamb. Wiss. Anst. I. 1884^, p. 56. — Ich beziehe auf diese Art 3 (/ und
1 2 vom Kühnandjaro in meiner Sammlung und 1 Pärchen von Jl[/er!<-Niederung. 24.
Nov. Das ursprünglich von Gerstäcker beschriebene $ gehört möghcherweise zu einer
anderen Art, als das in den Jahrb. Hamb. Wiss. Anst. beschriebene cf. Die Type des
Männchens ist im Hamburger Museum, mit ihm .stimmen die Tiere vom Kilimandjaro
überein.
Hoploiiyx pilosus n. sp.
Schwarz, matt, oder schwach glänzend, Oberseite mit ziemlich langen, auh-echten,
sparsamen Haaren bekleidet, die aber bei älteren Exemplaren nur bei Ansicht von vorn
oder von der Seite sichtbar werden. Stirn mit starker Längsfurche, die aber bei eini-
gen Exemplaren nur angedeutet ist, grob und mehr oder weniger ineinanderfliessend
punktiert, Zwischenraum zwischen den Augen etwas kürzer als das dritte Fühlerglied lang,
Querfurche scharf, meist tief eingeschnitten, Augenfurche fehlt, der Kopf quer über den
Augen gemessen etwas schmäler als die breiteste Stelle des Canthus, dieser so lang wie
das Auge hinter ihm, der Clypeus etwa halb so lang wie der Canthus (gemeint ist die
Breite von vorn nach hinton!). Die Fühler ziemlich robust, schwarz oder braun, die
ersten Glieder glänzend, zihndrokonisch, oder fast zilindrisch (die äusseren), das 3. GHed
etwas kürzer als 4 und 5 zusammen genommen. Halsschild kaum 1 Y2 mal so breit
wie lang, seitlich stark gerundet, nach der Basis weniger, nach der Spitze stark verengt,
diese hat 7* t^er Länge von der Basis; die Scheibe deutlich verflacht, sehr grob runzlig
punktiert, die Randlinie ringsherum (auch vorn) deutlich und ununterbrochen, die Basis-
winkel stumpf und etwas verrundet, die Vorderwinkel ziemlich scharf rechtwinklig. Flügel-
decken mit ziemlich tiefen Streifen grober Punkte, die gegen die Spitze hin feiner wer-
den, Zwischenräume gewölbt und reibeisenartig rauh punktiert, aus jedem Punkte ein
aufrechtes Haar entspringend; die Elytra sind seitlich fast parallel, der Seitenrand von
oben der ganzen Länge nach noch gerade übersehbar. Prosternum hinter den Hüften
gerundet senkrecht abfallend, das Ende zahnarlig nach hinten tretend, es ist mehr oder
weniger deutlich breit gefurcht, der Vorderrand ist nicht nach unten gebogen, so dass das
Prosternum von der Seite gesehen wagerecht erscheint. Abdomen glänzend, dicht und
deutlich punktiert. Der verhältnismässig schwache Zahn der Vorderschenkel geht aus-
sen breit verrundet in die Schenkelspitze über, nach innen fast geradlinig schräg, so
dass er etwas nach aussen gerichtet erscheint. Alle Schienen rund, ungefurcht, die vor-
deren lieim (/ schwach S-förmig gekrümmt, die Innenseite der Schienen und die Sohlen
mit leuchtend goldbrauner Pubescens, an den Hintertarsen ist das erste Glied dem
Krallenglied ohne Krallen gleich. L. 17 — 20 V^ mm.
JferM-Niederung 28. — 25. Nov. — Kilimandjaro: Kibonoto 1,300 — 1,900 m., 3.
März, 11. Mai, 14. November. Ein Exemplar vom Kilimandjaro: Mwika VIII. 1907.
(Type!) in meiner Sammlung.
Diese asrosse Art ist dem H. Casain Oestro ähnlieli, der aber ziemlich feine, nicht runzlige Punktie-
rung des Halsschildes hat, ferner ist der Zahn der Vorderschenkel bei der neuen Art ziemlich klein und
schwach, und die Gestalt schlanker, flacher.
4'iKiiiKN, tenehkmonid.t;. 393
Hoploiiyx biM^vicollis Gkust.
Arch. f. Naturg. XXXVU. 1.S71, p. 61- Deckens' Reise III. 2 p. 196, t. 10, f. 5
(Gonocnemis!) — 3 Exemplare: KilimKndjdi'o: Kibonoto, Knllnrzone 26. Febr. Iham-
hani: Monibo. Juni.
Hoploiiyx earbonarius Gerst.
Jahrb. llamb. Wiss. Anst. 1. 1883, p. 56 (Gonocnemis!) 5 Exemplare. Kilhnu-
ndjaro: Kibonoto 1,300 — 1,900 m. 11—13 Nov.; 3Iei' u-l^iederi\ng 22. Nov.
Hoplonyx spec. dub.
Ein einzelnes defektes Tier: üsambara: Mombo, Juni.
Gonocnemis n. sp.
2 Exemplare einer ausgezeichneten neuen Art: Usandxira: Alombo, Juni.
Gonocnemis spec. dub.
1 einzelnes Tier vom Küimandjaro: Kibonoto; Nieder. 2. Jan. Dieses Tier wage
ich nicht als neu zu beschreiben; es gehört in die nächste Nähe von strigipennis Th.
Paramarygiuns opacns u. sp.
Tief schwarz, matt oder raattglänzend, oval, weniger konvex als die meisten
Gattungsgenossen, Fühler und Taster rötlich, Beine pechbraun, oft auch bis auf die Füsse
schwarz. Kopf auf der Stirn flach, ohne Eindruck, die Querfurche, die den Clypeus
absetzt, wenig tief und scharf. Oberfläche wenig dicht, äusserst fein punktiert, die
Fühler schlank wie bei den andern ostafrikanischen Arten, also nicht perlig wie bei P.
femoral/s, Glied 3 1 Ys mal so lang wie 4, die mittleren Glieder konisch, etwas länger
als breit, das letzte gestreckt oval, die Taster gleichschenklig dreieckig, am Ende abge-
stutzt und wesentlich breiter als lang. Halsschild mit den Flügeldecken fast genau in
einer Kurve liegend, die Basismitte sehr schwach vorgezogen, die Vorderecken sehr scharf
genau rechtwinklig, die hinteren scharf stumpfwinklig, die Oberfläche kaum sichtbar
punktiert, die grösste Breite liegt an der Basis, von dort nach vorn in sehr schwachem
Bogen verengt, die Basis c:a 1 ^s mal so lang wie die Spitze. Flügeldecken verhält-
nismässig nicht sehr stark gewölbt mit fein eingeschnittenen Linien, deren Punkte sehr
klein sind und ziemlich weit auseinander stehen, Zwischenräume absolut flach, auch an
der Spitze; die Streifen gleichweit von einander entfernt. Prosternum etwas gesenkt,
aber wenig gekrümmt, schwacli gefurcht, die Älittelbrust wagerecht und scharf recht-
winklig, senkrecht abfallend, vorn ein U-förmiger tiefer Ausschnitt; die Hinterbrust vorn
und an den Seiten mit ziemUch weitläufigen, groben Punkten. Das Abdomen dicht,
ziemlich fein punktiert, die Basis der Segmente und die Seiten längsstrigos ; das Anal-
segment beim (f mit kleinem Fleck goldgelber Pubescens an der Spitze, das $ jeder-
seits an der Spitze mit einem kleinen Haarpinsel, der, von der Seile gesehen, sehr deut-
Sjösfedtn Kilimandjnro-Meni Expedition. 7. öü
394- S.TÖSTEDTS KILIMAND.TAEOMEBU EXPEDITION. 7; 19.
lieh ist, dieses Pinselchen ist bisweilen mehr oder weniger abgerieben. Beine ohne be-
sondere Auszeichung.
L. 6 y2 — 9 mm. 6 Exemplare: Kilimandjaro: Kibonoto, Kultiirzone 30. Okt.,
11 Nov. — 2 Exempl. (q^, ^ Type!) vom Kilimandjaro Ähvika. Juni 1907, die ich von
Herrn E. Hintz, Berlin, erhielt, in meiner Sammlung.
Dio Art ist von der ebenfalls fein gestreiften ienuistriatus und zanziharicus P'rm. durcii nielit eingedn'ickto
Stirn und die matten Flügeldecken verschieden (die sich bei keiner mir bekannten Art finden). Ein gutes
Artmerkmal bilden die sexuellen Zeichen auf dem Analsegment.
Stroiigyliiim siispicax Kolbe var.
Statt. Ent. Zeit. XL. 1894, p. 369. — Eine variable Arl, die möglicherweise mit
Stuhlmanni, brevicoUis, rapax etc. zusammenfällt. Einen durchgreifenden Unterschied
habe ich nicht finden können. 6 Exempl. Kilimandjaro: Kibonoto 1,300 — 1,900 m.
13. — 14. Nov., Kibonoto Kulturzone 9. April; Kibonoto-Niederimg. 2. Januar.
Strongjiium n. sp.
3 neue Arten, die leider sämtlich nur in einzelnen Stücken mitgebracht wurden:
Kilimandjaro, 7. Nov.; 3Ieru-'Niedevung 27 Dez., und Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung,
4 Jan.
Praogeua aiiiplicollis n. sp.
Robust, braun glänzend, schwach metallisch. Kopf von gewöhnlicher Form, Augen-
falten und Querfurche wenig tief, die ersteren roichen nach hinten bis zur Mitte der
Augen, Oberfläche sehr fein, wenig dicht punktiert. Fühler schlank und dünn, die Ghe-
der zilindrisch, Glied 3, 4, 5 gleich lang, die folgenden etwas länger. Halsschild stark
quer, etwa doppelt so breit wie lang, die Seiten stark gerundet und mit den Vorderecken
breit verrundet, die Basallinie fein und vollständig, jederseits mit deutlichem Eindruck,
Oberfläche äusserst fein, erloschen und wenig dicht punktiert. Flügeldecken ungefähr
von der Form wie bei cahduirica ; jede einzelne schmäler als der Halsschild, mit kräfti-
gen Punktslreifen, deren Punkte gegen die Spitze erloschen sind, Zwischenräume konvex,
namentlich nach hinten hin; sie sind kaum wahrnehmbar punktuliert. Unterseite braun,
nicht metallisch. Prosternum hinler den Hi'iften mit sehr kurzem, leicht übersehbarem
Fortzatz, der etwas gesenkt ist, die vorragende Spitze aber deutlich, Mittelbrust kurz, mit
schwachem Eindruck, Abdomen äusserst fein, beim cf" das Analsegment undeutlich flach
gedrückt, aber sonst ohne Auszeichnung. Schienen einfach, Tarsen lang, an den vorderen
sind die ersten Glieder etwas schmäler als lang, an den hinteren ist das erste gleich dem
vierten, die beiden Enddornen deutlich.
L. 13 V2 — 15 V-2 mm. 3 Exemplare: KiUmayidjaro: Obstgartensteppe 14. Dez.;
i)fe>-({-Niederung 22. u. 24 Nov. 1 Exempl. (Type!) von Umbugwe, Deutsch Ost-
afrika in meiner Sammlung.
Diese Art aus der ersten Gruppe Mäklins ist an dem schwachen Metallglanz, dem feinen Prosternal-
fortsatz und besonders an dem queren Thorax zu erkennen. Ich kenne keine nahe verwandte Art.
OKBIKN, TENKTITIIONTD«. 395
Praogeiia festiva Gerst.
Monatsber. Berl. Ac. 1854, p. 584; Peters Reise 1862, p. 293. Miikl. Monogr.
p. 475 (separ. p. 87). — 1 Exeinpl. Küiiiunidjdro: Kibonolo, Steppe 1,000 m. i. April.
Praogeua spleudciis Mäkl.
Mon. p. 572 (separ. p. 84). — Kilimandjaro: Kibonoto, Kulturzone 15. April,
Obstgartensteppe 22. März. 3 Exempl.
Literatiiriiacliweis.
Alluaud: Odonlopezus asper: Bull. Soe. Ent. Vv. 1892, p. CCXXXVIII.
C. F. Ancey: 1) Deseription de Coleopleres nouveaux. Le Natur. III. 1881. p. 401—468. 2) p. 509.
3. Contribution ä la l'\iune de l'Afrique Orientale; Descriptions de Col. nouv. Natur. Siciliano II.
1883, p. 118.
1-"r. Castelnau: Ilist. nat. II. 1840. Col. Heleromeres.
Fr. Castelnau et A. Brülle: Monographie du genre Diaperis. Ann. So. nat. XXIII. p. 325 — 410
(Separ. p. 1 — 86).
A. Chevrolat: Diagnoses de Diaperide.s nouv. Pet. Nouv. Ent. II. 1878, p. 242.
J. C. Fabricius: Systema Eleuterathorum I. 1801, p. 118.
Ol. Jm. FÄHR.iius: Coleoptera Caffrarifc, Heteromera. Öfv. Vet. Akad. Förh. 1870, p. 243—317.
L. Fairmaire: 1.) a) Coleopteres de l'Afrique Orientale: Comptes rend. Soc. Entoin. Belg. 1882, p. XLIX —
LH. b) 1891, p. CCXCI— CCXCVI.
2) Mission G. Revoil aux Pays Comali, Faune et Flore. Paris. 1882, p. 62—80.
3) Diagnoses de Coleopteres de l'Afrique Orient. Compt. rend. Soe. Ent. Belg. 1884, p.
4) Coleopteres des Voy. de M. Revoil chez les Somalis et dans l'interieur du Zanguebar. Ann. Fr.
1887, p. 165 — 186, 277 — 302.
5) Notes sur quelques Coleopteres de l'Afr. intertropieale. Ann. Fr. 1891, p. 247 — 204.
6) Coleopteres de Pays Somalis. Ann. Belg. 1893, p. 149—152.
7) Coleopteres du Kilimandjaro. Ann. Belg. 1894, p. 392 — 393.
8) Coleopteres de l'Afriiiue inh-rtropicale et Austräte:
a) Ann. Belg. 1894, p. 320—328.
b) Ann. Belg. 1894, p. 655—674.
c) Ann. Fr. 1897, p. 112—139.
9. Coleopteres d'Oboek. Ili-v. d'Ent. 1892, p. 106—115.
10. Note sur les Coleopl. du Clioa. Ann. Belg. 1893, ]). 27 — 30.
C. J. Gahan: 1) On Coleoptera from Aden a. Somaliland. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6) XVIII, 1896,
p. 453 —456.
2) On a Coli, of Insects made by Peel in Somaliland. Proc. zool. Soc. 1900, p. 27 — 31.
H. Gebien; 1) Revision der Pycnocerini. Deutsclio Ent. Zeitg. 1904, p. 101—176, 305—356.
2) Diagnosen der von C. Neave in Zentralafrika gesammelten Tenelsrioniden und Beschreibungen neuer
Arten aus Ostafrika. Ann. Belg. 1910 p. (NB. im Druck!).
A. GERSTiECKER: 1) Käfer in Peters Reise nach Mossambique, Berlin 1862, p. 271-294.
2) Beitrag, zur Insektenfauna v. Zanzibar: Diagnosen ins: Arch. f. Naturg. XXXVII. 1871, p. 57 —
65; Beschreibungen in: Beckens' Reisen in Ostafrika 1873. III. 2. p. 162 — 198.
3) Die von Fischer im Massailand gesammelten Coleopteren: Jahrb. Hamb. wiss. Anst. I. 1884,
p. 54 — 57.
396 8JÖSTEDT8 KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 7: 19.
R. Gestro: 1) Diagnosi cii alcune speeie miovi cli Col. dell Abi.s.sinia et del Paese dei Somali. Ann. Mu.s.
Genova XIIl. 1878, p. 319-322.
2) Aliquot Coleopterorum Musei Civici Januensis diagnoscs. Ann. Mus. Genova XVI. 1881, p. 660—663.
3) Di alcuni Coleotteri race nel Paese dei Somali. Ann. Mus. Genova. (2) XII. 1892, p. 762 — 776.
4) E.sploi-azione del Giuba. Ann. Mus. Genova (2) XV. 1895, p. 358—382.
G. Haag — Rutenberg: 1) Beiträge zur Kenntnis der Tenebrioniden I. Himatismus. Col. Hefte VI. p. 8-4 —
93; — Deutsctie Ent. Zeitsch. XXI. 1877, p. 273—283.
2) Revision der Familie der Moluriden: Col. Hefte VII. p. 24—111; VIII, p. 29 — 113, XI. p. 1—82.
3) Nachträge zu den Heteromeren-Monographicen der Molnrites etc. Deutsche Ent. Zeitsch. 1879,
p. 289—296.
E. V. Harolu: Beschreibungen neuer Coleopteren vorzüglich aus den Sammlungen des Herrn Hildebrandt
in Ostafrika. Ac. Wiss. Berl. 1878, p. 221—222.
II. J. KOLBE: 1) Xeue afrikanische Coleopteren aus dem Berliner zoologischen Museum. Entom. Nachr. XII.
1886, p. 289—298.
2) Aufzählung der von Dr. Hans Meyer im Gebiet des Kiliniandjaro und Ugueno-Gebirges gesammelten
Col. Stett. Ent. Zeit. LH. 1891, p. 25—30.
3) Coleopteren aus Afrika
a) Stett. Ent. Zeit. 1894, p. 365—373.
b) ibid. 1895, p. 179—183.
c) ibid. 1896, p. 359—366.
4) Über die von Stuhlmann in Deutsch-Ostafrika und Jlosambique gesammelten Col. Mitt. Naturhist.
Mus. Hamb. 1897, p. 91—93.
5) Coleopteren in »Stuhlmanns Ostafrika», Berlin 1897, p. 227 — 250.
6) Über einige interessante Lamellicornier und Tenebrioniden Afrikas. Berlin. Ent. Zeitschr. XLIX.
1904, p. 299—302.
G. Kraatz: 1) Rhytonota Esch. u. Verwandte. Berl. Ent. Zeit. 1880, p. 92 — 96.
2) Zwei neue ansehnliche Psammodesarten aus Ostafrika. Deutsche Ent. Zeitschr. 1897, p. 46—48.
M. LiNELL: List of Col. collected on the Tana River, East Africa etc. Proc. Un. St. Nat. Mus. XVIII.
1898, p. 697—700.
F. W. Mäklin: Monographie der Gattung Praogena. Akt. Fenn. 1S64.
Cl. Müller: 14 neue Heteromera. Tijdschr. v. Entom. XXX. 1887, p. 297 — 306.
E. V. Oertzen: Beitrag zur Kenntnis der Gattung Anomalipus. Deutsche Ent. Zeitschr. 1897, p. 33 — 46.
L. Peringuey: 1) 5. Contrib. South. Afr. Col. Fauna. Ann. S. Afr. Mus. I. 1900, p. 246—317.
2) 6. Contrib. etc. 1. c. III. 1904, p. 226—282.
J. Thomson: Voyage au Gabon. Arch. Ent. II. 1858, p. 84 — 102.
C. 0. WaterhousE: 1) On the Insects coli, on Kilimandjaro by Mr. H. H. Johnston. Proc. zool. Soc. 1885,
p. 234—235.
2) New Species of Col. belonging to the Fam. Lycidaj, Zophosinje (sie!) etc. Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) V. p. 214.
Liste der vom Kiliiiiaudjaro und Meru bisher bekaiiiiteii
Tenebrioniden.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
2-i.
25.
26.
27.
28.
29.
'/üphoais cicatricosa n. sp.
> pterygomalis n. sj).
» pundatofasdata n. sp.
Diodoiites parvus n. sp.
Rhyt idonota marginata n. sp.
» meruensis n. sp.
Himatisiiiiis frivialis Gehst.
» rillosus Haag.
Pogonobasis lostafa n. sp.
l'eristeplus Haagi Har.
marginalis n. sp.
Adesmia fransversalis Kolbe.
Scoriaderma cordicolle W'at.
Psammodes sahplicatus Geb.
SjöstedÜ n. sp.
Phryiiorolus ater Waterh.
> iindatocostafus Kolbe.
Sepidiam muscosum Gerst.
Vieia laduosa Fairm.
» moniana Fairm.
Anrhophthahnns variabilis n. sp.
Selinus jjarallelas 7\ncey.
» simplicipes n. sp.
» renfralis n. sp.
Glyptoptery.i- v. g. forticosHs n. sp.
Gonücephalum prolixum Er.
>' Simplex ]•'.
alternicostis n. sp.
Bolitoprrtha n. g. iwfemcostata n. sp.
30. Platydema vagum n. sp.
31. Ceropria Bomandi n. sp.
32. Hypophloeus pundipennis n. sp.
33. » volvuhis Gehst.
34. Älphitobius diaperinas Pauz.
35. » inceus Ol.
36. parallelns Thoms.
37. Peltoides senegalensis Gast.
38. » dypealis n. sp.
39. Toxicum taurus F.
40. Menephilus gagatus n. sp.
41. Ttinehrioloma n. g. semicostata n. sp.
42. Derosphaei-us globicollis Thoms.
43. Heterotarsus tenehrioides GuKR.
44. Prioscelis tridens Kolbe [= rugatifrons Fairm.).
45. Metallonotus metallicns F. var. Simulator Geb.
16. Helopimts meruensis n. sp.
47. Micranfereus parvidens n. sp.
48. » Sjoestedti n. sp.
49. » variolosus Gehst.
50. Hoptlonyx pilosus n. sp.
51. i> brevicollis Gehst.
52. » carbonarius »
53. Paramarygmus opacus n. sp.
54. Stroiigylium suspicax Kolbf, var.
55. Praogena amplicollis n. sp.
56. » festiva Gehst.
57. » spleiidens Mäkl.
Sjösfedts Kilimandjaro-Mefu Expedition.
öO'
T. COLEOPTERA.
20. Cicindelidae
villi
WALTHER HÖRN.
(■k'imlclii brt'vieollis Wdm. intermedia Klug.
Usambitni: Tanga 1 (f\ Mombo 1 (f, Juni.
Ciciiirtelii octoijHttata Faiu;. rectaiiicularis Klug.
Usaiiihiifd: Momho 1 J,^^. Juni.
Ciciiulela inelaiieholica I'abk.
J7l'7v^Ni(■del•^ng, Ngarc na nyuki, 1 $, 22. Nov.
Droiuica (Myrinecoptera) Batesi W. Hokx.
J/«^;v<-Niederung, Ngarc na nynki, 1 :f, 22. Nov.
.Heijacephala renalis Bon. aiiijulicollis Kolke.
J/e/-»-Nietleiung 1 cf, '^'^- Nov. 1905.
Das Exemplar hat die Flügeldecken-Tuherositäten stark entwickelt. Das Halssclüld
weicht von der Ivpisclien (ingxlicoHis Kolbe dadurch ab, dass der Vorderrand etwas
breiter ist, der Seilenrand keinen ausgesprochenen winkligen Vor.sprung nahe der Mitte
zeigt und die Clrista epipleuro-pronotalis etwas schwächer entwickelt ist sowie ein wenig
früher verlösciit (nur undeutlich jenseits der Mitte bis zur Höhe der Basalfurche durch-
geführt), h'gend eine erhebliche Bedeutung kommt diesen Abweichungen nicht zu, da
sich zwischen den zahlreichen Hassen der Meyacepluila renalis BoH. oft Ilbergangsrormen
linden. Ein absoluU'S LIbeieinslimmen scheint sich bei den tropischen Rassen dieser Art
überhaupt nur zwischen Exemplaren desselben Fundortes zu finden (cum grano salis!).
Die südafrikanischen Subspecies sebfd-nana Pkr. und Per'mcjueyi W. Hörn sowie tue
dort heimische Prioritätsform fregalis fi/picaj sind weit konstanter.
40(1 SJÖSTEDTS KILIMANDJAE0-3IERÜ EXPEDITION. 7: 20.
Liste aller im Kilimandscharo- Gebiet fim weiteren Sinne) vorhonimenden Cieindeliden.'^
1) Frotyma versicolor Dej. qiiadripustalata Boh., Ins. Caffr. I. 181-8 p. 14. — Peringuey, Tr. S. Afr. l'li.
Soc. 1893 p. 55 t. 1. f. 7. — \V. Hörn, Voeltzkow, Reise in O.stafrika 1903—05 II. p. 53. —
Die grosse Nordform dieser Kasse (nni 2 weissliclien Mitteltleeken auf jeder Flügeldecke ist von der
Insel Pemba (Brit. Ost-Afrika) und IJsaramo bekannt. Die kleinere Siidforni der Rasse (mit 1 Mittel-
lleoke) kommt in Transwaal, Zandjesi, .Mashonaland und Beira vor. Die l'rioritätsform (versicolor fi/pica)
reicht vom Senegal bis Abessinien.
2) Ciciiidela dongalensis Klug imperatrix Srnka, Deutsch. Ent. Zeitsch. 1891 p. 13. — \V. Dorn, Deutscii.
Ent. Zeitschr. 1891 p. 324. — Naiwasha, Tana und Ikuta (Brit. Ost-Afrika); Tabora, Kibanga, Ukami,
Rufigi (Deutsch Ost-Afrika); Uelle, Mpala (Oongo); ITnt. Zandjesi, Dclagoa Bav; Caprivi Zipfel (Deutscii
Zambesi). — Die Prioritätsform (dongalensis typi.cn) konnnl in Xnliien, am Bcnue (Hinterland von Ka-
merun) und Senegal vor.
3) Cicindela niloHca Dej. Sp. 1. 182,"> |i. 119. — Klug, Svmh. phvs. III. 1832, N:o 4 t. 21 f. 4. —
W. HoRN, Mon. pal. i'.'u-, 1891 p. Itiö l. 6 f. 9 und 25. Kgypten, Abessinien bis Delagoa Bav und
Zambesi, Senegambien bis Deutscii S. \V. Afrika.
4) Cicindela regalis Dej., Sp. V. 1831 p. 251. — Cast., Hist. Xal. Col. I. 184(» p. 15 t. 1 f. 6. — W. Born,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1907 p. 21. — Abessinien Iiis Xatal, .Maslionaland und Delagoa Bav; Senegal
bis Deutscii S. W. -Afrika.
5) Cicindela differens W . IIORX, Deutsch. Ent. Zeitsch. 1892 p. 82, 1890 p. 62. — Brit. Ost-Afrika liis
Zambesi, Buluwayo iiiul Bcira.
0) Cicindela brevicollis Wdm. intermedia Klug, .Monafsb. Beil. Akad. 1853 p. 245. — Peters Reisen 18(!2
p. 146 t. 9 f. 1. W. IIORN, Deutsch. Eni. Zeitsch. 1892 p. 216; 1899 p. 52. — Gandjule und Ga-
lana (S. Abessinien); Sega (Tanga) bis Delagoa-Bay und Xatal; Senegal bis Deutsch S. W. -Afrika;
Innere des tropischen Afrika. — Die Prioritätsform (brevicollis ti/pica) ist auf Süd-Afrika beschränkt
(Kap-Colonie).
7) Cicindela Neumanni Kolbe, Stell. Eni. Zeit. 1894 p. 3(il. — \V. Born, Deutsch. Eni. Zeitschr. 18il6
p. 02. — suhsp. pseudosoa \V. IIorn, Deutsch. Ent. Zeitsch. I9(Kt p. 208. — Die Prioritätsform (Ken-
manni typica) ist bei Magila und Xguelo (Esamhara) gefangen. Die Rasse psevdosoa kenne ich von
Ikuta (Brit. Ost-Afrika), l'saramo, Malienge und Kigonsera.
S) Cicindela angusticollis Bon., Ins. t'.affr. 1. 1848 p. 15. — Aliessinien bis Transwaal und Xatal: Sega
(Tangal; Togo bis Angola.
9. Cicindela (Bennigsenimn) planicornis W. ilORX, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1897 p. 61. — Deutsch Ost-
Afrika, Kigonsera.
10) Cicindela (Bennigseniim) Horni Kolüe, Ost-Afrika IV. Coleopl. p. ;'. i7 .Mombassa (Taru).
11) Cicindela hexasticta Fairm., Ann. Fr. 1887 p. 71. — Quadrigiittata Bat. Ent. M.-Mag. 22 1886 p.
189. Alamboia, Usagara, Usaranio.
12,1 Cicindela (Elliptica) flavovestita Fairm., Ann. Belg. 1881 p. 70; Ann. Fr. 1887 p. 71 I. 1 f. 1. —
Makdischu, Brava.
13"> Cicindela viciva Dej. Hauseri W. Born, Not. Leyd. Mus. 2(i. 1898 p. 105; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1901 p. 123. — Somali, S.-dalla, Brit. «Jst-Afrika (Ikuta), Kigonsera (Deutsch Ost-Afrika), Salisbury,
L'mtali. — Die Prioritätsform (vicina typica) kommt vom Senegal bis zum Bahr-el-Gasal (iebiet einer-
seits, bis Deutsch S. W. -Afrika, Rhodesia und Zomba andererseits vor.
14) Cicindela melancholica 1-'abr., Ent. Syst. Suppl. 1798 p. 63. — Dej., Spec. V. 1831 p. 243. — W.
Born, .Mon. pal. Cic. 1891 p. 130 t. 4 f. 8, t. 5 f. 40; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1905 ],. 62. —
cpgyptiaca Dej., Spec. [. 1825 p. 96; V. 1831 p. 213. — Klug, Symb. phys. III. 1832 X:o 7 I. 21
f. 7. — Chaud., Bull. Mose. 1844 IV. p. 803. — GuER., iMag. Zool. 1845 p. 12 t. 101 f. 1 a;
'■ Die Cicindeliden-Fauna dieses (iebietes ist verhältnismässig sehr gut bekannt!
HÖRN. rlCINDEI.IDJ!. 401
Rev. .Ma^'. Zonl. 18iil p. 116 i^Caloptria). — ludia Dej., t^pec. V. 1H31 p. 214. — Ho2)ei fiiSTL,
Syst. In,-;. I. 18:57 p. ,")I. — Maniili. liull. .Mo.'^c 1838 p. 208. — dentilabris Chaud., c/, Bull. Mose.
ISli p. 417. — hesperica .Motsc.h., cf, Huli. Mose. 184!) III p. 6.5; Klud. entoni. XI. 1862 p. 22
(Myriochile). — punctum Drap , Gem. et Hai', i. 1., .Müiifli. dal. I. 1868. p. 22. — microstida Klug,
Peters FU'isen 1862 p. 147. — dorsostriata (Jhevr., (ieiiiru. et llar. i. I. .\liineh. Cat. I. 1868 p. 22.
— tantUla I!OH. Ofvers. \'ct. Xr. i-'öi'li. 1860 p. 6. — mbsp. albomarginalis \V. HoRN, Deutsch. Ent.
Zeitsehr. 1900 p. 205. — conyrua Chaud., Kev. .Mag. Zonl. 1878 p. 71. — Die Prioritätsform
(melanclwUca typka) ist über ganz Afrika, Gap Verden, Inseln im (iolf von (uiinea, das ganze Mittel-
nieergebiet, Turkestan, Süd-Asien bis Indien verbreitet. Die Rasse albomarginalis \V. Hörn findet sich
von Mombassa bis Mozambique.
15) Cicindela ocloguttata Fabr. rectangularis Klug, Symb. phys. III. 1832 X:o 8 t. 21 f. 8. • — W. Horn,
Mon. pal. Cic. 1891 p. 130 t. 4 f. 7. — Fairm. Ann. Belg. 1893 p. 144. — Xubien, Danakil, Kri-
trea, Somali, Abessinien, I'saramo. Siid Arabien (Lahedsch). — Die Prioritätsform (octoguttata tijpica)
ist vom Senegal bis Kongo verbreitet (auch auf den Inseln im Golf von Guinea).
16) Dromica (Myrmecoptera) Erlangeri W . Horn, Deutseh. Ent. Zeitsehr. 1904 p. 426. Süd-Abessinien
(zwischen Gololoda und Gurgura) und Süd-Somali.
17) Dromica (Myrmecoptera) nobilitata Gerst., Reitr. Faun. .Mozanil). 1866 p. 9. Decken's Reisen III. In-
secten 1873 p. 55 t. 4 f. 1. — Zwischen Jipe See und Bura Bergen, Sega (Tanga), Taru (Mombassa),
Usaramo. — suhsp. reducta W . Horn, Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1903 p. 421. Ikula und Luitpold Kette
(Brit. Ost-Afrika).
18) Dromica (Myrmecoptera) Hildebrandti \V. Horn, Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1903 p. 421. — Britisch
Ost-Afrika.
19) Dromica (Myrmecoptera) Bennigseni W . Hurn, Deutsch. Ent. Zeitsch. 1896 p. 58. — Deutsch Ost-
Afrika, Lindi.
20) Dromica (Myrmecoptera) Neumanni Kolee, Ost-Afrika IV. p. 347. — Nyassa, Usagara, Uhehe, Victoria
Nyansa, Ukerewe Insel, Issansu.
21) Dromica (Myrmecoptera) Batesi \\ . Horn, Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1900 p. 363. — Stony Athi (Brit.
Ost- Afrika), Kilimandscharo infer; Neu Bethel (Usambara), Meru-Niederung (Ngare na nynki).
22) Dromica (Myrmecoptera) Schanmi W. Horn, Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1892 p. 220. — Madinula, Tana-
Fluss. — subsp. taraensis Kolbe, Ost-Afrika IV. p. 3-18. — Taru (Mombassa), Kilimandscharo infer.,
Mwatate (Wataita).
23) Dromica (Myrmecoptera) tarsalis W. Horn, Not. Leyd. Mus. 20. 1898 p. 103. — Jordani, W. Horn,
Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1899 p. 53. — Mpapwa, Kigonsera, Lukuledi, Lindi (Deutsch. Ost- Afrika); Zomba.
24) Dromica (Myrmecoptera) purpurascens Rat., Ent. M. Mag. 22. 1886 p. 189. — W. Horn, Deutsch.
Ent. Zeitsehr. 1906 p. 174 t. 1, f. 29 — 31. Issansu, Mamboia, Ugogo, Mpapwa, Uhehe, Lindi. In
Britisch Ost-Afrika (Ikuta) kommt eine Nordform vor, bei welcher das obere Ende der Apicalmakel
stark verdickt ist.
25) MegacepJiala regalis BoH. angulicollis Kolbe, Stett. Ent. Zeit. 1892 p. 145. Oberthüri Fairm., Ann. Relg.
1894 p. 387. — Meru-Niederung, Massai, Issansu, Kilimandscharo, Victoria Nyanza, ITjidji, .Mhonda,
Tabora, Ugogo, Usagara, Nyassa. — subsp. excelsa Bat., Ent. M. Mag. 10. 1874 p. 261. — Ikuta,
Mombassa (Ribe), Tanga, Kisaki-Steppe, Rufigi. — subsp. Neumanni Kolbe, Ost-Africa IV. p. 346. —
Bondei, Mhonda und Ukaramo (L'segua). — subsp. Hauseri \V. Horn, Not. Leyd. Mus. 20. 1898 p.
107. — Ikuta, Luitpold Kette. — subsp. Revoili Luc, Bull. Ann. Fr. 1881 p. 101. Fairm., Revoil,
Faun. Flora (^loniali. Gol. 1882 p. 3 t. 1 f. 1. — Die typische Form existiert im Somaliland, in Are
dare (S. Galla), Arussi Galla. Eine Aberration liegt mir vom Tana Fluss (Brit. Ost-Afrika) vor. — Die
Prioritätsform (regalis typica) ist bekannt von: Pandamatenka, f^affraria, Buluwayo, Plumtree (Rhodesia),
Salisbury, N'Gami-See, Zambesi. Schwarze Exemplare mit gelben oder schwarzen Beinen: Umtali,
Shilouvane (Transwaal), Maniealand. Die als var. herero von Peringuey beschriebene Form lässt sich
Sjöstedts KilimandjaroMeru Expedition. 7. ._ 51
402 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MEBU EXPEDITION. 7: 20.
bei grösserem Materiale nicht von der Stammform trennen: Damaraland, Outjo, Angola. — Von den
übrigen Rassen kommen 2 in Süd-Afrika vor: subsp. Peringueiji W. HoRN in Tschinde und Beira,
- subsp. sehakuana Per. in S.-Rliodesia. Von den sonstigen tropischen Rassen sind zu nennen: subsp.
baby W. Hörn (Fundort unbekannt), subsp. Ertli (Nyassa See), subsp. Oskari W. HORN (Pokodsch und
Gelo in Süd-Abessinien), subsp. Bennigseni W. Hörn (Lindi, Lukuledi, Rufigi). — Magacephala Baxteri
Bat. gilt noch als eigene Art (Ugogo, Mpapwa, Victoria Nyanza).
26) Megacephala (Stijphloderma) asperata Wat. Schaumi W. Hörn, Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1892 p. 369. —
Aegypt. -Sudan, Ukerewe Insel. — subsp. Morsi Fairm. C. R. Soc. Belg. 1882 p. ü. — subsp. oblon-
gula Fairm. Ann. Belg. 1894 p. 389. — "Deutsch Ost-Afrika", Issansu, Kilimandscharo. — subsp.
subopaca Fairm., Ann. Belg. 1894 p. 389. — Kilimandscharo, iloa, Lindi, Lukuledi. — Aberrationen
kommen in Kigonsera, Usaramo vor. — subsp. levicolUs Wat., Ann. Nat. Hist. 1880 p. 92. — Kib-
wezi und Ikuta (Brit. Ost-Afrika), Mponapona, Mpapwa, Kilimandscharo. — Die Prioritätsform (aspeiata
typica) ist vom Nyassa See, Tschinde und Beira bekannt. In Süd-Afrika kommt ausserdem noch subsp.
Dodsi Per. (Sebakue: S.-Rhodesia), im tropischen Afrika subsp. gratiosa W. Hörn (Lindi, Lukuledi) vor.
Resume der f/eographisehen Bezielmngen der Cidndeliden-Fa nna des
Kilimandscharo- Gebietes.
Von den 26 aufgezählten Arten gilt folgendes:
1) 6 sp. resp. subspecies sind identisch in l\.' und West-Afrika: Gkindela dongalensis imperatrij:,
nilotica, regalis, brevicoUis intermedia, angusticollis und melancholica.
2) 4 sp. sind in K. resp. West-Afrika durch differente Rassen vertreten: Prothyma versicolor (West-
Afrika ])is Abessin.) resp. subsp. quadripustidata (K.), Cicindela vicina (W^est) resp. subsp. Hauseri (K.),
Gic. odoguttata (West) resp. subsp. redangularis (K.), Megacephala regalis i,West) resp. subsp. nngulicollis,
excelsa. Neumanni, Hauseri, Eevoili (K.).
3) Die übrigen 16 sp. haben nicht gleichzeitig \'ertretcr in K. und West-Afrika.
4) 9 sp. resp. subspecies sind identisch in K. und Süd-Afrika: Prothyma versicolor (ptadripustulata,
Cicindela dongalensis imjierairi.r, nilotica, regalis, differens, brevicoUis intermedia, angusticollis, vicina Hauseri,
melancholica.
5) 2 sp. sind in K. resp. Süd-Afrika durch differente Kassen vertreten: Megacephala regalis und
Megacephala (Styphloderma) asperata.
6) 15 sp. haben nicht gleichzeitig Vertreter in K. und Süd-Afrika.
7) 3 sp. sind identisch in K. und im paläarktischen Gebiet: Cicindela nilotica, melancholica und
octoguttata redangularis.
8) 1 sp. ist in K. resp. im paläarktischen Gebiet durch differente Rassen vertreten: Cicindela dongar
lensis resp. subsp. imperatrix.
9) 22 sp. haben nicht gleichzeitig Vertreter in K. und im paläarktischen Gebiet.
10) Keine einzige der 26 sp. ist charakteristisch für das Kilimandscharo-Gebiet.
11) Über die vertikale Verbreitung der Cicindeliden am Kilimandscharo wissen wir nichts."
' Abkürzung für Kilimandscharo-Gebiet im weiteren Sinne.
" Cicindeliden kommen im Gebiete nur in der Steppe und den unteren Teilen der Berge vor(Y. S.).
Oktober 1907.
7. COLEOPTEllA.
21. Curciilionidae
von
CHR. AURIVILLIUS.
Mit 8 Textliguren.
Die von Professor Yngve Sjüstedt aus dem Kilimandjaro-Gebiet heimgeführten Cur-
eulioniden umfassen 150 Arten (etwa 1,280 Ex.), von denen nicht weniger als 46 für die
Wissenschaft neu sind. Wie in den übrigen hisei^tenfamihen, sind auch unter den Curcu-
lioniden die aus den höher gelegenen Teilen des Kilimandjaro- und Meru-Berges stammen-
den Arten von grossem Interesse. Die Otiorrhynchinen sind besonders dort sehr reich
vertreten und geben der Curculioniden-Fauna ein fast palpearktisches Gepräge.
In den alten vertrockneten Blütensammlungen der merkwürdigen, für die Bergwiesen
charakteristischen Lohelia Deckeni kamen die neuen Arten Parasj/sfafes minor, Hyp-
somias lobeh'cp und Cossonus lobelice zahlreich vor.
Die ausgeprägte Verschiedenheit zwischen der Fauna des Meru-Berges und der vom
Kilimandjaro, welche ich hinsichtlich der Schmetterlinge und der Cerambyciden hervor-
gehoben habe, trifft auch in Betreff der Curculioniden zu. S.iüstedt fand bei oder auf
dem Meru nicht weniger als 35 Curculioniden, welche er auf dem Kilimandjaro nicht
angetroffen hat.
Bisher waren vom Meru-Berg keine Curculioniden beschrieben oder erwähnt. Vom
Kilimandjaro aber finden sich Angaben über Curculioniden von Gerst^cker in Van der
Decken's Rei.se und in verschiedenen Arbeiten von Kolbe und Faust.
Microcerince.
Episus tuberosus Geest.
ilfer w-Niederung, Ngare na nyuki. 2 Ex. Jan., Nov.
Episus aiigusticollis Fabr.
i¥frj<-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Nov.
404- SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 7: 21.
Episus interruptiLS n. sp.
Oblongus, niger, griseo- et fusco- squamosus ; capite et prothorace stepe griseis,
elytris griseo- et fusco-variegatis; capite et rostro longitudinaliter sulcatis; fronte inter
oculos late transversim .sulcata palpebris vix ullis; rostro quam capite vix longiore; pro-
thorace angusto, utrinque ante medium obtuse tuberculato, prteterea capite parum latiore,
lateribus inter tuberculum et basin fere rectis, supra trisulcato; elytris latis, prothorace
fere duplo latioribus, brevibus, fere ut in E. Bohenumi Auriv. formatis, postice valde
dechvibus subtruncatis, area suturali quam in E. Bohemani angustiore, in medio valde
constricta, carina interstitii 2' terminata, hac carina paullo pone basin interrupta, aper-
tura autem tuberculis duobus interstitii 3" repleta; interstltiis 3'" et 4° ad medium callo
elongato transverso, strictura area' suturalis opjjosito, instructis; margine laterali (interstitio
5°) tuberculis 5 — 6 armato, carina interstitii 2' ad initium declivitatis tuberculum magnum
deplanatum formante, in declivitate tuberculis 2 — 3 parvis instructo. Long, corporis 10 mm.,
lat. max. 4 mm.
Jf(?;-«-Niederung, Ngare na nyuki. 3 Ex. Jan. — Diese kleine Art passt am besten
in der Contractus-Gruppe, besitzt aber auch Kennzeichen, welche an E. hieroglyphicus
erinnern.
Microcerus spiniger Geest.
üsambara: Mombo. 2 Ex. Juni. — Künnandjaro in der Kulturzone. 5 Ex. April,
Mai, Sept., Okt. — i¥"er«-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Nov.
Microcerus anmiliger Hak.
Küimandjaro. 1 Ex. Okt.
Microcerus subcaudatus Geest.
ife/M-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Jan.
Microcerus sp.
JtferM-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Jan.
Brachycerina'.
Brachycerus regius n. sp.
Ater, signaturis coccineo-squamosis ornatus; rostro capite multo longiori, a capite
sulco curvato profundo utrinque separato, supra longitudinaliter profunde excavato et
rüde punctato, marginibus calloso-elevatis postice conniventibus emarginatura apicali parva,
parum profunda; mandibulis dense punctulatis margine inferiore la?vi, subnitido; fronte
rüde punctata, palpebris nullis; prothorace transverso, utrinque medio rotundato et dense
tuberculato, margine antico in medio leviter rotundato, postico sat profunde emarginato,
supra in medio antice elevatione magna punctata biloba et pone eam fere omnino ut in
B. aptero L. sculpturato utrinque fascia lata coccineo-squamosa ornato; elytris ovatis, valde
aequaliter convexis, postice subverticalibus, undique nigro-granulatis, supra tuberculis magnis
depressis subnitidis nigris, in seriebus binis digestis instructis et undique maculis magnis
rotundatis subseriatis coccineo-squamosis, tenuiter pallido-cinctis ornatis; proslerno, coxis
anticis et intermediis, metasterno et abdomine utrinque nee non femoribus extus prope
apicem coccineo-maculatis; corpore infra profunde punctato. Long, corporis 31 mm.
AURIVll.MIJS, CURCULIONIDJi;. 405
Kilimandjaro: Kibonoto-Niederung. 1 Ex. Febr.
Diese schöne Art ist am nächsten mit B. densegranosus und sacer verwandt, unter-
scheidet sich aber sofort durch das an den Seiten gerundete, nicht gedornte Halsschild.
B. i^hriinopterns Kolbe in Werther: Die mittl. Hochländer von D. -Ostafrika, ist möglicher-
weise dieselbe Art, phrynopierus Fairm. aber ist sicher verschieden.
Brachycerus sp.
Kilimandjaro. 1 Ex. Aug. — Dem B. hrevieostatiis Fähr, sehr ähnlich, wahr-
scheinlich aber eine verschiedene Art, die ich jedoch nach diesem einzigen Stücke nicht
beschreiben will.
IJracliycerus nioerens Pasc. ?
Vsamh<(ra. 1 Ex. Juni. — Die Besclu-eibungen und l)esonders die Figur (Fig. 6,
nicht 8) Pascoe's stimmen recht gut mit dem vorhegenden Stücke überein; ohne Ver-
gleichung mit dem Type Pascoe's ist die Sache nicht sicher zu entscheiden.
Bracliycenis Eaflfrayi (hevr.
J/f/vz-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Nov. — Das Stück weicht ein wenig von
dem mir vorliegenden Typus Chevrolat's ab. Ob darauf eine besondere Rasse begründet
werden kann, ist ohne grösseres Material nicht möglich zu entscheiden.
Brach.vceropsis tuberculosus Gylh.
Kilimandjaro: Kihonoto, 1,000 — 1,300 m. 1 Ex. April.
Brachtjdirinae.
Blosyrns Haroldi Hartm.
Kilimandjaro. Kibonoto in der Kuiturzone. Etwa 50 Stück. April, Mai, Sept., Dez.
Blosynis sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 13 Ex. April, Älai, Sept. — Der vorigen
Art sehr ähnlich, aber mit viel breiterem und mehr unebenem Halsschilde, schwach ge-
bogenen Seitenrändern des Rostrums und viel grösseren und tieferen Punkten der Flügel-
decken.
BlosyriLs sp.
Usamhara: Moinbo. Nur ein Ex. Juni.
Siderodactylus iianpactoides Fairm.
Usambara: Mombo. 4 Ex. Juni.
Tanymecus inaffectatus Fähr.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,300 — 1,900 m. 1 Ex. Nov.
Taiiymeciis brevirostris n. sp.
T. inaffectato similis et affinis, rostro breviore, apicem versus distincte angustato,
apice supra impresso, oculis multo minus prominulis, parum convexis, fronte haud cari-
nulata, prothorace pauUulo longiore, elylris ad basin angustioribus humeris fere omnino
nullis et squamositale tenuiore, multo obscuriore et in elytris prajserlim postice fusco-
lineata et nebulosa dislinguenda. 11 — 12 mm.
Kilimandjaro in der Kulturzone. I- Ex. Jan., April.
406 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-ME'RU EXPEDITION. 7: 21.
Die Punktstreifen der Flügeldecken sind feiner als hei der vorigen Art und die
Zwischenräume auch an der Wurzel der Flügeldecken ganz flach.
HeteroStylus argeiiteoliis Faust.
üsamhara: Mombo. 1 Ex. Juni.
Otior'hi/)iehi)iae.
Eutypotraclielus Meyeri Kolbe.
Küimandjuro in der Niederung und bis zum Regenwald, 2,000 m., hinauf. 20 Ex.
Jan., März, April, Sept., Okt., Nov. — Mern in der Niederung bei Ngare na nyuki und
auf dem Berge bis zu 3,500 m. Zahlreiche Stücke. Jan., Dez. — Die Stücke aus dem Kili-
mandjaro wechseln in der Grösse von 9 — 17 mm., die Stücke vom Meru aber sind durch-
schnittlich grösser und haben eine Körperlänge von 14 — 21 mm. Die Beborstung der
Beine und Fühler ist bei Stücken aus den oberhalb 3,000 m. gelegenen Lokalitäten
kräftiger entwickelt als bei Stücken aus der Niederung.
Peritmetus (?) Sjö.stedti n. sp.
Niger, femoribus tibiisque rufis apicibus nigris, tarsis coerulescente-cinereo pubes-
cenlibus; corpore supra undique dense punctulato et in punctis squama rotundata viridi
aut grisea ornato, lateribus et basi elytrorum, basi apiceque prothoracis plus minus dense
flavido-squamosis; corpore infra dense flavido-squamoso ; rostro lateribus parallelis supra
ruguloso et ad basin obtuse carinato, fronte sulco brevi profundo instructa; prothorace
apicem versus angustato lateribus in medio levissime rotundalis, supra deplanato et pone
medium late leviter impresso, granulis paucis minutis nigris parum conspicuis consperso :
elytris ad basin elevato-marginatis et brevissime constrictis, deinde late rotundato-ampliatis
et apicem versus sensim subrecte angustatis, apice ipso lato obtuso, supra parum con-
vexis Seriebus 10 punctorum subobsoletis instructis, interstitiis planis hinc inde obsoletis-
sime transversim rngulosis, lateribus deflexis prope apicem profunde longitudinaliter im-
pressis; segmento ventrali ultimo maris convexo fovea elongata basaU profundissima
instructo, feminte subplana depressione apicali et fovea transversa triangulari basali prte-
dito. Long, corporis 11 — 15 mm.
Meru in der Niederung bei Ngare na nyuki und auf dem Berge bis zu 3,500 m.
16 Ex. Jan.
Die vorliegende Art muss nach der Beschreibung dem P. riridulus Kolbe sehr
ähnlich sein, weicht aber, wenn Kolbe's Figur richtig ist, durch die hinter der basalen
Erweiterung fast geraden Seiten der Flügeldecken und den oben nicht convexen (vergl.
Archiv f. Naturg. 64: 1 p. 256) Prothorax ab. Von Peritmetus weicht Sjöstedti übrigens
auch dadurch ab, dass das erste Bauchsegment, ganz wie bei Entypotrachelus, hinten
in der Mitte deutlich ausgerandet ist und die Naht der Hinterbrustepisternen nach hinten
zwar sehr fein, aber bis zu den Hüften vorhanden zu sein scheint. Die Beschaffenheit
der Naht der Hinterbrustepisternen ist wegen der Beschuppung oft sehr schwer zu sehen
und dürfte kaum von so grosser Bedeutung, wie Kolbe es glaubt, sein. Von Entypotrachelus
weicht Sjöstedti nur durch das stumpfe Höckerchen des Mesosternums und die kurzen,
fast kugeligen Geisselglieder 3 — 7 ab.
AUKI VILLI US, CUKCUI.IONID«.
't07
var. nigripes ii. var. — Minor; pedes nigri; squamulis punclorum flavo-griseis
8 — 11 mm. — Kilimandjnro: Kibonolo, Obstgartensteppe und Kulturzone. 9 Ex. Febr.,
i\Iärz, April, Aug., Okt.
Mccomeriutluis depres.siis Faust.
Kilimandjaro: Ivibonoto in der Kulturzone. 1 (/, 1 $. Okt., Dez.
3Ierullci nov. gen.
Rostrum capite parum angustius, fere duplo longius, apicem versus utrinque leviter
dilatatum, apice ipso in medio leviter emarginato, haud elevato-marginato, supra planum
lamina dorsali fere omnino parallela, a fronte sulco angulato parum profundo separatum.
— Scrobiculi antennarum insuper visibiles, relrorsum effusi. — AntenucC longas; scapus
subnudus, parum curvatus, apice leviter incrassatus, marginem anticum prothoracis sat
superans; funiculus scapo fere longior, filiformis, articuli 1 et 2 subtequales creteris lon-
giores, 3 — 7 turbinati, latitudine longiores, inter se fere teque longi; clava elongata, lati-
tudine fere triplo longior, articulis 5 — 7 funiculi simul sumtis vix brevior. — Prothorax
latitudine haud longior, basi apiceque truncatus. — Scutellum deest. — Elytra decem-
striata, convexa, regulariter ovalia. — Mesosternum simplex; epimera mesosterni minuta,
lineato-triangula, angulum humeralem haud attingentia. — Episterna metasternalia sat lata,
postice acuminata sutura distincta; metasternum inter coxas coxis intermediis longius. —
Abdominis Processus intercoxalis latissimus coxis posticis multo latius; segmentum primum
postice in medio leviter emarginatum, secundum tertio duplo longius. — Femora leviter
iucrassata, poslica apicem segmenti i* abdominis haud attingentia; tibia" simplices, rectee ;
corbicula tibiarum posticarum angusta, transversa, anguste clausa; tarsorum articulus
"2"^ triangulus latitudine apicali longior; unguiculi ad basiii connati.
Eine mit Epipedosoina, Amphitinetns und Mecostijlns nahe verwandte Gattung;
von den beiden erstgenannten durch das einfache, nicht tuberkulierte Mesosternum, von
Mecostjjhis durch die kralligeren, verschieden gebauten Fühler und von allen drei durch
die kürzeren Hinterschenkel, welche die Spitze des vierten Hinterleibgliedes nicht erreichen,
verschieden. Die Flügeldecken sind konvex und fast regelmässig elliptisch. Der Rüssel
ist oben flach ohne Mittelkiel oder Furchen.
Merulla vittata ii. sp.
Tota nigra, dorso elytrorum tenuissime griseo- vel
aenescente squamoso, lateribus elytrorum vitta lata dense
cuprescenle (r/l vel albido (2) squamosa; rosiro et capite
supra longitudinaliter ruguloso-punctatis; fronte fovea parva
media; prothorace apice quam basi paullo angustiore, late-
ribus leviter convexis, undique rüde ruguloso-punctato ;
elytris a medio usque ad apicem sensim declivibus, decli-
vitate postice leviter deplanata, interstitiis latis planis irre-
gulariter multifariam et subrugose granulatis ; corpore infra
subnudo, tenuiter tantum et adpresse setuloso, undique
granulalo. Long. corp. 12 — 15 mm. i.-i(r. i. Ma-uiia vutata .\uriv.
4fOS SJÖSTEDTS KILIMÄNDJAKO MEBU EXPEDITION. 7: 21.
(f. Elytris supra densius squamosis; abdomine infra ad basin late deplanato, sub-
plano, segmento ultimo denticulato-granulato.
5. Elytris supra parcissime et minutissime squamosis; abdomine infra usque ad basin
convexo, segmento ultimo subUevi.
Meru-Berg, Regenwald, 3,000 m. 2 ^, 1 $. Jan.
Dicasticus (i) funicularis Cheve. var. liPvior u. var.
Squamositate tenuiore et pallidiore, tuberculis elylrorum obsoletis et concoloribus a
forma typica differt.
Kilimandjaro in der Kulturzone. 15 Ex. Jan., März, April, Mai, Aug., Sept.
Chevrolat führte seine Art zu Si/states, mit welcher Gattung sie jedoch wegen der
geschlossenen Körbchen der Hinterschienen nichts zu tun hat. Da die Art offenbar mit
Dicasticus Gerstacheri Faust sehr nahe verwandt sein muss, stelle ich sie provisorisch
in dieselbe Gattung. Die Flügeldecken haben jedoch nur zehn Punktstreifen, was mit
der Beschreibung von Dicasticus nicht übereinstimmt.
'O
Ceratocrates grauulosus n. sp.
Niger, dense griseo vel flavescente-squamosus; antennis clava nigra excepta dense
flavo- vel griseo-setosis; rostri lamina dorsaüs apicem versus leviter angustata, inter an-
tennas vix constricta, plana vel ad basin carina media obsoleta instructa, a capite sulco
profundo, angulato separata; prothorace transverso lateribus fortiter rotundatis, in medio
basi elytrorum evidenter latiore, supra inaequaii area parva media et costis duabus obtusis
curvatis parum elevatis; elytris latis brevibus, profunde punctato-striatis, striis omnibus
fere usque ad apicem inter puncios granulis nitidis nigris instructis, macula saepe obso-
leta ante medium, fascia lata transversa communi pone medium et macula transversa
ante apicem fuscis vel nigricanübus. Long, corporis 10 — 15 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,000—1,300 m. 13 Ex. April, Mai, Sept.
Durch das kurze Halsschild, welches viel lireiter als lang und an den Seiten stark
gerundet ist, und durch die viel stärker und fast bis zur Spitze gekörnelten Punktstreifen
der Flügeldecken von den bisher beschriebenen Arten verschieden.
"o^
Ceratocrates iiigricoriiis n. sp.
Niger, dense flavido- et griseo-squamosus clava et funiculo antennarum nigris; rostro
supra apicem versum sensim fortiter angustato, fere conico, longitudinaliter leviter exca-
vato, a capite sulco fere transverso separate; prothorace transverso, utrinque rotundato,
supra vittis 4, duabus intermediis angustis et approximatis, fusco-brunneis ornato; elytris
latis brevibus, supra in medio leviter planatis, profunde striato-punctatis, Stria prima tan-
tum granulis 2 — 3 minutis nigris prope basin instructo, interstitiis alternis leviter costato-
elevatis, 2° et 4° prope medium, ad declivitatem et ante apicem magis elevatis et fusco-
squamosis, praeterea inter basin et declivitatem albidis aut griseis vittas duas formantibus.
Long, corporis 8 — 9 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto, 1,300 m. 2 Ex. Mai.
AtTBlVIT;I,HTS, CUBCULIONIDä!.
409
Das Halsschild hal ganz dieselbe Forin wie bei der vorigen Art. Von übrigen
Arten weicht diese durch die Farbe der Fühler, die Form des Rostrums und die Skulptur
der Flügeldecken ab.
Peribrotus variolosus Geest.
Mombo. ö Ex. Juni.
Usambara:
Usomhara:
Mombo.
Adorhabdotiiis bilineellus Chevr.
3 Ex. Juni.
Splirigodes margaritaceus Geest.
Usambara: Mombo.
10 Ex. Juni.
Leptospyris nov. gen.
Corpus robustum, convexum. Rostrum latum, supra inter antennas haud const.ric-
tum, capite dimidio longius, a capite haud aut obsolete separatum. Scrobes antennarum
antice insuper visibiles, oculos prominulos versus directi, postice dilatati et effusi. An-
tenna^ sat robuslae; scapus elongatus, prothoracis medium haud attingens, leviter curvatus;
funiculi articuli 1 et 2 aequales, modice elongati, 3 — 7 fere duplo breviores, obconici
sensim pauUulo breviores; clava elongata, funiculi articulis 4 — 7 simul sumtis parum bre-
vior, griseo-sericea, articulis \° et 2° a^que longis. Prothorax transversus aut subquadratus,
basi apiceque truncatus, discrete punctatus. Scutellum nullum. Elytra late ovata, decem-
striata, ad basin late emarginata, supra plus minus convexa, apice declivia et plus minus
planata. Mesosternum simplex, haud tuberculatum. Epimera mesosterni minuta, triangula.
Episterna metathoracis omnino libera, sutura usque ad coxas posticas distincta. Meta-
sternum inter coxas coxis intermediis multo longius. Processus intercoxalis abdominis
antice late truncatum, coxis posticis latior. Abdominis segmentum primum postice leviter
emarginatum, secundum 3° et 4° simul sumtis vix brevior. Corbicula? tibiarum posticarum
anguste lectte, haud squamosse. Tarsorum posticorum articulus 2'" latitudine apicali
longior. Unguicuh ad basin connati.
Von Mecosiyhis Kolbe durch die kürzeren und kräftig gebauten Fühler, von Am-
pMtmetus Kolbe durch die freien Episternen der Hinterbrust und von Parasijstates und
Systates durch die schmal, aber deutlich geschlossenen Körbchen der Hinterschienen und
vor allem durcli das nur punktierte, nicht aber gekörnelte Halsschild verschieden.
Leptospyris lateralis n. sp. ^.
Atra, nitida tarsorum articulo 4° rufo-brunneo;
lateribus prothoracis et elytrorum, nee non declivitate
postica elytrorum plus minus dense squamis elongatis
albidis aut griseis vestita; rostro apice incisura ])ro-
funda triangula, elevato marginata instructo, inter an-
tennas utrinque foveo lata, supra tricarinato et inter
carinas profunde punctato; rapite in medio foveato et
inter oculos punctato; prothorace transverso, apice
quam basi leviter angustiore lateribus rotundatis, supra
in medio paullulum planato, utrinque pone medium
Fig. 2. Lejitospi/ris laternlis AuRiv.
SjöstriJfx h'iliiiiiDirlj/iroMern E.i-jnyh'linn.
.i2
410 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO MERU EXPEDITION. 7: 21.
leviter foveolato, undique discrele punctato, haucl rugoso; elytris striis parum impressis,
fere seriato-punctatis, interstitiis planis, fere leevibus, prope apicem tantum obsolete rugu-
losis et obtuse granulatis, granulis niidis, nitidis; pectore et abdomine ruguloso- et granu-
loso-punctatis setis brevibas, adpressis parce obsitis; pedibus punctulatis densius setosis.
Long, corporis 11 mm.
Meni-Berg, 3,000 — 3,500 m. 2 Ex. Dez. — Das erste Hinterleibssegment ist
schwach ausgehöhlt und die Stücke sind darum wahrscheinlich Männchen.
Leptospyris moutaua n. sp.
Speciei prsecedenli affinis sed minor et latior, pra?sertim rostro apice subtruncato,
incisura media arcuata, parum profunda et haud elevato-marginata distinguenda; atra, sub-
nitida, tarsorum articuli 3'' apice et articulo -4° pallidioribus ; elytrorum interstio 8° et
apice squamuhs paucis minutissimis pallidis conspersis; rostro apice inter antennas haud
Ibveolato sed sulco valde arcuato instructo, in medio obsolete carinulato et undique punc-
tato; fronte medio foveolata et inter oculos punctata; prothorace subquadrato, lateribus
parum rotundato, supra convexo, linea media angusta excepta undique profunde, haud
dense punctato; elytris breviter ovatis in feminis latioribus quam in mare, punctato-
striatis, interstitiis subplanis (5) aut leviter elevatis (cf), Icevibus vel obsolete rugulosis,
irregulariter subuniseriatim punctis longe distantibus impressis, postice setulis paucis bre-
vibus erectis instructis; corpore infra brevissime adpresse setuloso et parum ruguloso; ab-
domine ad basin distincte (cT) aut obsoletius granuloso; pedibus punctulatis, minus dense
setosis. Long, corporis 8 — 9 mm., lat. max. 4 — 5 mm. — Meru-Berg, 3,000 m. und
in der Niederung bei Ngare na nyuki. 5 c/, 12 $. Jan.
Leptospyris sqiiamulosa n. sp.
A speciei praecedenti, cui valde affinis, differt rostro et capite obsoletius punctatis,
prothorace paullo angustiore, elytris paullulo minus convexis, subopacis, fere undique
squamis minutis margaritaceo-griseis vestitis et pra?sertim interstitiis elytrorum fere a basi
tuberculis nudis obtusis uniseriatis praeditis. Long, corporis 9 — 10 mm. — Küimandjaro:
Kiltoscho, an der oberen Grenze des Regenwaldes. 3 Ex. Febr. — Letztes Bauchsegment
an der Wurzel mit breitem, dreieckigem Quereindruck und dahinter mit stumpfem
Längskiel.
Parasystates nov. gen.
Rostrum apice integrum vel leviter emarginatum, a capite sulco angulato Scepe ob-
solete separatum; lamina dorsalis plana, apicem versus dilatata. Scrobiculi antennarum
profundi, elongati, postice dilatati, ad medium rostri desinentes. Antennte sat validee;
scapus rectus vel subrectus, apicem versus sensim parum incrassatus, apicem prothoracis
plus minus superans; articulus P' et 2"' funiculi subaequales, modice elongati, sequentes
sensim breviores, clava elongata, articulis funiculi 5 — 7 simul sumtis haud vel vix bre-
vior. Prothorax subquadratus, basi apiceque Iruncatus, ruguloso-ineequalis. Scutellum
deest. Elytra supra parum convexa aut sa^pe subplana, lateribus deflexis a dorso carina
plus minus acuta marginali separalis, decemstriata interstitio I " apice ipso calloso elevato.
AU KI VILLI US, curculioniua;.
411
Mesosternum tuberculatum aul fere simplex; epimera mesosterni sat magna, elongata,
angulum humeralem altingentia. Metasternum inter coxas coxis intermediis paullo longius;
episterna metasternalia postice a melasterno obsolete separata. Processus intercoxalis ab-
dominis coxis posticis multo latior apice rotundato truncatus. Abdominis segmentum
l""" postice leviter emarginatum, 2"" 3" et 4° simul sumtis haud vel vix brevius. Femora
medio leviter incrassata; postica segmentum 4""" haud vel parum superantia. Corbiculee
tibiarum posticarum omnino aperta?, riudae. Tarsorum posticorum articulus 2"' latitudine
longior. Unguiculi ad basin connati.
Von Leptospyris unterscheidet sich diese Gattung durch die ganz offenen Körbchen
der Hinterschienen, durch das gerunzelte Halsschild, die seitlich gekielten und an der
Spitze mit zwei Längswulsten ausgezeichneten Flügeldecken. Von Sysfafes weicht sie
durch das längere zweite Bauchsegmenl, die dickeren Fühler und die Bildung der Flügel-
decken ab.
Parasystates siibconvexus n. sp.
Niger vel brunneus (immalurus?) femoribus medio late rufis; rostro supra fere
piano in medio obsolete carinulato, longitudinaliter slriguloso, a capite sulco distincto,
acute angulato separato; capite in medio foveolato, longitudinaliter striguloso; prothorace
subquadrato, vermiculato-ruguloso-punctato, in medio dorsi longitudinaliter late sulcato-
impresso, pilis brevissimis, adpressis, pallidis vesüto; ely-
tris ovatis, modice convexis, supra subnitidis, lateraliter
opacis, distincte striato-punctatis, interstitiis vix convexis,
1 — 5 basi apiceque granulosis, in medio autem fortiter
transversim rugulosis, rugulis etiam strias plus minus tra-
jicientibus, 6 et 7 omnino granulosis, 8 — 10 sublaevibus
ad basin tantum granuiis paucis instructis; apice longitu-
dinaliter bicallosis; lateribus deflexis pone medium sulco
obhquo longitudinali, profunde impresso instructis; lateribus
et parte apicali dorsi pilis brevissimis, adpressis, pallidis
plus minus dense vestilis; corpore infra subnitido, leviter
granuloso inajquali, adpresse breviter piloso; segmento ventrali ultimo triangulo, in medio
elevato et sulco angusto profundo, nee basin nee apicem attingente, postice acutissimo
instructo. Long, corporis 15 — 17 mm., lat. max. 7 — 7,5 mm. — Jlfe/v(-Berg, im Regen-
wald, 3,000 m. 4 cf- Jan.
Durch die mehr gewölbten und eigentümlich skulptierten Flügeldecken von den
folgenden Arten verschieden.
Parasystates depressus n. sp.
Niger femoribus medio obscure rufescentibus; rostro et capite ut in specie prsece-
denti formatis; prothorace subquadrato lateribus leviter rotundato, vermiculato-ruguloso et
squamis elongatis albidis parce consperso; elytris summo apice excepto regulariter ellip-
ticis, supra omnino planis et medio utrinque depressione magna elongata, all^ido-squamosa
instructis, prope apicem abrupte declivibus, apice leviter bicallosis, obsolete decemstriatis,
Parasj/states suhconvexus Auriv.
412
SJÖSTEDTS KILIMANDJARO MEEU EXPEDITION. 7: 21.
Fig. 4. Farasystates deprtssus .\i'riv.
striis granulatis vix autem punctatis, interstiliis omnibus
irregulariter subdense granulatis, lateribus deflexis praesertim
ante medium dense flavescente-squamulosis; corpore infra
granuloso-insequali breviter setuloso; segmento 1° abdominis
leviter late impresso, ultimo subplano. Long, corporis
16 — 17 mm., lat. max. 7 mm. — i/ent-Berg, Regenwald,
3,000 m. 2 Ex. Jan.
Eine durch die oben ganz flachen und mit einem weiss-
lich beschuppten, grossen Längseindruck versehenen Flügel-
decken sehr ausgezeichnete Art. Ihr Seitenrand ist stumpfer
als bei den übrigen Arten. Ob das ^^ von suhconvexus?
Parasystates viresceus n. sp.
Niger; femoribus, basi apiceque nigris exceptis, rufis; lateribus deflexis elytrorum
brunneis, apice paUidioribus; dorso elytrorum squamis minutis viridibus dense vestito;
prothorace utrinque vitta abbreviata, humeros etiam occupante, albida; rostro supra a
capite haud vel obsolete separato, longitudinaliter striguloso, apice nitido, sublsevi; pro-
thorace subquadrato, utrinque ante medium leviter roUnidato, supra in medio obsolete
planato, undique granulis separatis, irregularibus, subnilidis obsito, fundo inter granulis
opaco, adpresse setuloso; elytris subellipticis, pone medium pauUulum dilatatis, supra
longitudinaliter leviter curvatis, leviter striato-punctatis, interstiliis planis irregulariter spar-
sim granulatis, apice subito deflexis fortiter bicallosis; corpore infra plus minus granuloso,
adpresse setuloso. Long, corporis 13 — 13,5 nun., lat. max. 5,.^ mm.
(f. Elytra supra ante medium trausversim sat convexa, pone medium transversim
plana et utrinque prope suturam late depressa. Corpus infra subnitidum, obsolete granu-
losum. Segmentum ventrale ultimum sulco medio Impressum et apice tumidiusculum.
$. Elytra supra usque a basi transversim omnino plana. Corpus infra fortius ru-
goso-granulosum. Segmentum ventrale ultimum fere planum.
Kilimandjaro: Kiboscho, an der oberen Grenze des Regenwaldes. 1 cf, 1 $. Febr.
Eine durch die matt grüne Beschuppung der Oberseite ausgezeichnete Art. Beim
(f sind der dritte und vierte Zwischenraum der Flügeldecken hinter der Mitte durch das
Zusammenfliessen der Körnchen deutlich quergerunzelt. Beim 5 tritt der Seitenrand der
Decken sehr stark hervor.
Parasystates alboTittatus n. sp.
Niger vel brunneo-fuscus; femoribus medio rufis; prothorace utrinque albovittato,
vitta in lateribus deflexis elytrorum saepe usque ad medium continuata; elytris squamis
setiformibus griseis sat dense vestitis; rostro a capite plus minus distincte separato, in
medio subtiliter carinulato, ruguloso, apice parum nitido subtilissime punctulato; protho-
race leviter transverso utrinque rotundalo, supra medio sulcato, sat dense rugulis et gra-
nulis nitidis obsito; elytris apice excepto fere ellipticis, longitudinaliter leviter convexis
usque a medio sensim declivibus, apice ipso bicallosis et subverticalibus, striato-punctatis
AUEIVILLIUS, CÜRCÜLIONID«. 413
et inter punctis subtiliter granulatis, inlersütiis subplanis granulis parvis irregulariter spar-
sis prseditis. Long, corporis 10 — 12 mm., lat. max. 5 mm.
(/• Elytra supra densius pubescentia ante medium transversim sat convexa, postice
in declivitate transver.sim subplana. Corpus infra subnitidnm, minute granulosum. Seg-
mentum ventrale ultimum sulco medio profundo Impressum et apice ipso tumidum.
$. Elytra supra parum pubescentia lata transversim fere plana. Corpus infra distiric-
tius granulatum. Segmentuni ventrale ultimum simplex, fere planum.
Meru-Berg, 3,500—4,460 m., 3 (f, 5 $. Jan.
Durch die haarähnlichen Schuppen der Flügeldecken sowohl von der vorhergehen-
den wie von der folgenden Art verschieden.
Parasystates miuor n. sp.
Speciei prsecedenti valde affinis, statura minore, colore pallidiore spepe brunneo-
fusco, prothorace supra medio vix sulcato sed plus minus distincte carinulato vitta late-
rali margaritaceo vel virescente; elytris fere nudis ($) vel squamis virescentibus aut mar-
garitaceo-griseis maculatim vestitis, interstitiis parcius vel in femina parcissime granulatis
fere unice distinctus. Long, corporis 7 — 9 mm., lat. max. 3,5 — 4,5 mm. — Küimandjaro :
Kiboscho in der Ericinella-Region, ."in den trockenen Blumen von Lohelia DecJieni,"
3,000—4.000 m. 11 (f, 8 ?. Febr.
Die Geschlechtsunterschiede sind dieselben wie bei der vorigen Art; die Weibchen
sind verhältnismässig schmäler.
Parasystates costulatus u. sp.
Tolus ater, feraoribus pone medium annulo all)0 cinctis; elytris dense violascente-
fusco-squamosis interstitiis alternis tuberculis obtusis distantibus saepe pallidius squamosis
ornatis; rostro capite parum longiore, a capite sulco angulato separato, supra obsolete
costulato et subtiliter ruguloso; prothorace subquadrato, lateraliter vix rotundato, supra
cequaliter convexo opaco et subtiliter granulato; elytris longitudinaliter et transversim
modice convexis, ovatis, postice erecte breviter pilosis, striato-punctatis, interstitiis 1, 3,
5, 7 leviter elevatis nee granulatis nee punctatis, 2, 4, 6, 8 rüde punctatis et tuberculis
deplanatis distantibus praeditis, dorso elytrorum prope apicem utrinque impresso, apice
ipso obsolete bicalloso; corpore infra aciculato et obsolete granulato. Long, corporis
8—10 mm. — Küimandjaro im Regenwald. 2 Ex. Febr. — Meru-Berg, Regenwald,
3,000 m. 1 Ex. Jan.
Diese Art weicht, besonders durch die Bildung der Flügeldecken, von den übrigen
erheblich ab.
Systate.s vulgaris Hak.
Kilimandjaro : Kibonoto in der Kulturzone. 80 Ex. April. Sept., Okt. — Meru-
Niederung. 1 Ex. Dez.
Bei dieser Art und bei der nahe verwandten S. niger Chevr. (als Sphrigoäes be-
schrieben; ? = aneolus Har.) ist die Basis .sowohl des Halsschildes wie der Flügeldecken
deutlich gerandet. Das erste Geisselglied der Fühler ist doppelt so lang wie das zweite,
414 8JÖSTEDTS KIIilMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 21.
bei niger aber nur wenig länger. — Das Stück aus der Meru-Niederung hat besser ent-
wickelte Tuberkeln der Flügeldecken als die übrigen.
Systates albohirtus Faust.
TÜ/ent-Niederung, Ngare na nyuki. 3 Ex. Jan., Nov. — Usambarn: Mombo.
1 Ex. Juni.
Systates denticollis Habtm.
Usamhara: Tanga. 2 Ex. Juni.
Systates coUaris Haetm.
Usamhara: Mombo. 1 $. Juni. — Das $ ist breiter als das cf, von dem mir ein
Stück ebenfalls aus Usambara vorliegt. Die Vorderschienen sind vor der Spitze winkelig
gebrochen, aber viel schwächer als beim cf und ohne Einschnitt.
Systates polliuosus Geest.
Kilimandjaro : Kibonoto in der Steppe und der Kulturzone. 16 cf, 8 $. Jan. — April,
Aug. — Nov. — Usamhara: Mombo. 3 cf, 4 $. Juni; Tanga. 1 (/, l $.
Systates creuatipenuis Faikm. (?).
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 10 cf, 14$. Aug.— Nov. — Fairmaires
Beschreibung scheint mir, so weit sie geht, mit der vorliegenden Art übereinzustimmen.
Systates elongatus u. sp.
Valde elongatus (cf) vel elongato-ovatus ($), ater, supra nudus, infra tenuiter grise-
scente-pubescens; rostro capite parum longiore, supra tricarinato, apice semicirculariter
emarginalo, inter carinas opaco, hevi, nee punctato nee ruguloso, area apicali et carinis
nitidis; antennis elongatis brunneis funiculo pallidiore, scapo distincte compresso, basi
attenuato, apice leviter clavato, articulo 1° funicuh valde elongato 2° et 3° simul sumtis
lere longiore, reliquis etiam elongatis, clava angusta nigrolüsca articulis 6° et 7° simul
sumtis longiore; oculis sat prominulis; fronte tevi, medio sulcata; prothorace fere cylin-
drico, lateraliter prope medium leviter tantum dilatato, subtransverso ($) vel latitudine
fere longiore ((/), granulis depressis nitidis dense obsito; elvtris striato-punctatis, striis
haud granulatis, interstitiis tevibus, praeserlim ad basin plus minus costato elevatis, su-
tura ad basin depresso-sulcata, poshce in declivitate elevato-carinata; femoribus leviter
incrassatis, nitidis, subnudis; tibiis breviter setosis. Long. cor])oris 10 — 11 mm.
cf. Elytra elongata, fere obconica, ad maximum 3 mm. lata, basin versus leviter
brevius, apicem versus sensim fortius angustata, interstitiis angustis costato elevatis, api-
cem versus subplanis; apex obtuse rotundatus. Abdoininis segmenta ventralia 1"" et
2'^" profunde latissime sulcata. Tibice intus serrato-dentatfe et breviter setosae; anticae
pone medium leviter curvatee, postica^ emarginatfe. Segmentum ventrale ultimum apice
late Impressum.
$. Elytra latiora, 4 mm. lata, lateribus rotundato-arcuata, apice sat acuta, inter-
stitiis laüoribus et parum convexis. Abdomen infra subplanum; segmentum primum
tantum postice late rotundato-depressum. Tibiae rectae.
3/em-Berg, Regenwald, 3,000 m. 13 (f, 7 $. Jan.; i/^rM-Niederung, Ngare na
nyuki. 1 (/.
AÜRIVII,1,IU8, CÜRCÜLIONID.«. 415
var. setulosus n. var. — Corpore etiani supra setulis brevissimis sparsis undique
obsito et prothorace magis ruguloso, granulis elongatis et confluentibus, a forma typica
tantum differt. — Kilimatidjaro: Kibonoto iiii Regenwald. 2 (f. Aug., Okt.
Systates pjriforniis n. sp.
cT- Elongatus, ater, nitidus, brevissime setuloso-pubescens, prothorace supra ely-
trisque nudis; rostro capite parum longiore, apice arcuato-emarginato, supra tricarinato,
carina media antice abbreviata, a capite sulco lenui transverso separalo, leviter punctu-
lato; capite fortius punctulato sulco medio obsoleto aut nuUo; fronte lata; oculis parum
prominulis; antennis modice elongatis, scapo vix compresso, fere cylindrico, apice leviter
clavato, funiculi articulo 1° 2° vix sesqui longiore, 2" et 3° simul sumtis haud longiore,
clava elongata articulis 5 — 7 funiculi simul sumtis haud breviore, prothorace subquadrato,
fere cylindrico, capite cum oculis parum latiore, ulrinque prope medium levissime rotun-
dato, undique dense granulato ruguloso; elytris angustis fere pyriformibus, apicem versus
sensim subrecte angustatis, striato-punctatis interstitiis parum convexis subtiliter alulaceis,
apice abrupte declivibus sutura vix elevata, apice ipso obtuse rotundato; tibiis intus bre-
viter setulosis et vix denticulatis, anticis apice parum curvatis, posticis totis arcuatis;
femoribus posticis apicem elytrorum attingentibus vel pauUo superantibus; segmento ven-
trali 1" latissime sulcato-depresso, 2° fere integro vel ad basin leviter semicirculariter im-
presso, ultimo leviter convexo. Long, corporis 7 — 7,5 mm., lat. max. 2,7 mm.
5. A mare differt elytris latioribus, scapo magis compresso, fronte sulcata abdo-
mine tibiis({ue simplicibus.
Küimandßaro in der Kulturzone und der Obstgartensteppe. 9 (/", 11 $. März,
April, Dez.
iAIit der vorigen Art nahe verwandt, davon aber durch die geringere Grösse, das
fein punktierte und beborstete Rostrum, die viel längeren Hinterschenkel und die anders
gebildeten Bauchsegmente sofort zu unterscheiden. Bei S. elongatus überragen die Hinter-
schenkel kaum die Mitte des letzten Bauchsegmentes. Beim 5 ist die Naht der Flügel-
decken hinten keilförmig erhöht und die Spitze fast senkrecht abfallend.
Systates albosetosus n. sp.
Breviter ovatus, niger, supra setis erectis albidis, in elytris longioribus sparsim ob-
situs, infra breviter .■^at dense griseo-setulosus ; rostro capite haud longiore, acute tri-
carinato et inter carinas profunde foveolato-impresso, nee punctato nee ruguloso, a capite
sulco transverso separate; fronte tevi, profunde sulcata; antennis elongatis tenuibus, scapo
setuloso omnino tereti, apice clavato, funiculi articulo 1" 2° et 3° simul sumtis fere a^quali,
sequentibus sensim brevioribus, clava articulis 5^ — 7 funiculi simul sumtis fere longiore;
prothorace subquadrato (cf) vel transverso, dense varioloso, lateribus leviter rotundatis;
elytris breviter ovatis, sequaliter convexis, late et obsolete decemstriatis striis bifariam
seriato-punctatis, interstitiis obsolete costato-elevatis, setis erectis, sat longis, pra^sertim
postice pr.T'ditis; femoribus posticis apicem ahdominis haud vel vix (^) attingentibus.
Long, corporis 7 — 9 mm.
416 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 7: 21.
cf. Tibife pilosse; anticee intus infra medium parum. postiere late emarginatce.
Segmentum ventrale primum late et profunde sulcatum, ultimum punctatum et apice
foveolato-depressum.
Küimandjaro : Kibonoto im Regenwald bei 2,500 m. 4 $. Jan., Okt., Dez. —
Jfe/vf-Niederung, Ngare na nyuki. 1 5- Jan.; Meru-Bexg im Regenwald, 3,000 m. 2 (/,
4 ?. Jan.
Durch die eigentümliche Skulptur der Flügeldecken, welche mit 19 — 20 Punktreihen
versehen sind, und die langen, weisslichen, sparsam stehenden Rorsten derselben weicht
diese Art von allen anderen mir bekannten ab.
Systates rhinorhytus u. sp.
Sat elongatus niger, plus minus senescens (pedibus interdum rufis dimidio apicah
femorum fusco), undique seüs minutis adpressis griseis vel virescente griseis vestitus et
insuper pilis erectis instructus; rostro capite longiore, a capite sulco angulato separate,
utrinque carinato, medio fere piano vel ssepissime longitudinaliter late sulcato (haud cari-
nato), apice leviter emarginato, supra leviter striguloso et punctis paucis setigeris im-
presso; fronte punctulata, medio foveolata vel breviter sulcata; antennis gracilibus, scapo
distincte compresso apice leviter dilatato; funiculi articulo 1° elongato, 2° et 3° simul
sumtis fere a?quali; prothorace fere cylindrico, latitudine basali paullo longiore, capite
cum oculis parum laüore, dense granuloso-ruguloso-puncfato et setuloso; elytris ovatis,
seriato-punctatis interstitiis planis nitidis, subtilissime rugulosis, pilis longis erecüs seriatis
instructis, longitudinaliter parum convexis, apice abrupte declivibus; pedibus longe setosis.
Long, corporis 7 — 8 mm.
cT. Segmentum ventrale primum latissime profunde Impressum, ultimum apice
leviter depressum. Tibiae omnes fere rectse.
5. Elytra multo latiora. Abdomen fere planum.
Küimandjaro: Kibonoto im Regenwald. 18 cf, 10 5. Jan., April, Aug. — Okt. —
Meru-Bexg, Regenwald, 3,000 m. h cf, 1 $. Jan.
Die Stücke vom Meru sind kleiner, haben rötliche Beine und grünliche Pubescens,
und können als var. riißpes bezeichnet werden. Die Art ist durch den oben flachen,
nicht gekielten, oder breit gefurchten Rüssel ausgezeichnet. Die Bekleidung besteht aus-
schliesslich aus haarähnlichen Bildungen, welche teils anliegend und sehr kurz, teils länger
und aufrecht sind; die aufrechten Haare der Flügeldecken sind viel länger als die auf-
rechten Borsten des Kopfes und des Halsschildes.
Systates setulosus u. sp.
Elongato-ovatus, ater antennis tarsisque pallidioribus, undique sat dense erecte pi-
losus et supra etiam setulis decumbentibus vestitus; rostro capite vix longiore, a capite
sulco recto separato, apice fere integro arcu elevato semiorbiculari instructo, supra tri-
carinato et ad basin insuper utrinque carina obhqua parum distincta pra?dito; fronte dis-
perse punctata, in medio sulcata; antennis gracilibus, setulosis, scapo tenui, subrecto,
omnino tereti, apice leviter incrassato, funiculi articuli 1" elongato, 2° et 3° simul sumtis
AHRIVII.MUS. ClTRCriilONID^,. 417
vix longiore, rhiva elongata arliculis 5 — 7 funiculi siiiiul siimtis fere cequali; prothorace
capite cum oculis latiore, leviter transverso. granulis depressis setigeris dense obsita; ely-
tris ovatis, sat profunde punctato-striatis interstitiis leviter convexis; pedibus longe erecte
setosis, femoribus crassiu.-^culis. Long, corporis 7 — 8 mm.
cf. Elytra paullo angustiora. Femora postica infra in medio dcnticulo armata.
Tibia? posticce ad basin crassa- et intus denticulata", dein late et profunde emarginatse.
Segmentum ventrale primum late depressum, ultimum apice foveolatum.
$. Elytra latiora. Femora postica inermia. Tibife omnes rectee. Segmenta ventralia
fere plana vel leviter convexa.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Steppe und der Kullurzone. 5 c/, 2 $. Aug., Sept.
Der vorigen xVrt beim ersten Anblick sehr ähnlich; von dieser aber sofort durch
den scharfen Mittelkiel des Rüssels, den drehrunden Fühlerschaft und die ziemlich tief
gestreiften Flügeldecken, sowie durch die Bildung der Hinterbeine beim qP verschieden.
Sjstates cordatiis n. sp.
Brevis, niger antennis, apice scapi et clava fuscis exceptis, brunneis, undique squa-
mulis rotundatis griseis vel cinereis sat dense vestitus; rostro capite haud longiore, api-
cem versus fere angustato, supra tricarinato; fronte lata, plana, punctulata, medio anguste
sulcata; ocuhs parum prominulis, elongato-rotundatis; antennis gracilibus, scapo tereti
apice incrassato, funiculi articulo 1" elongato 2° et 3° simul sumtis haud breviore; pro-
thorace capite parum latiore, subquadrato, utrinque leviter rotundato, subtiliter granulato-
punctato-ruguloso granulis squamositate fere omnino tectis; elytris brevibus, cordatis ($)
aut anguste ovatis ((/), striato-punctatis interstitiis planis (5) vel modice convexis (o^)
setis brevibus rigidis erectis preesertim postice sat dense obsitis, apice fortiter declivibus
((f) vel perpendicularibus ($) et distincte compressis, supra longitudinaliter fere planis;
pedibus adpresse setulosis. Long, corporis 6 — 7 mm.
rf. Elytra ovata. Tibia? anticce pone medium fortiter arcuata^, posticae pone medium
intus emarginatce et denticulatce. Segmentum ventrale primum late sulcatum; sulcus ut-
rinque carina elevata minute serrulata determinatus.
$. Elytra latiora, cordata. Tibia' rectcC. Metasternum postice et segmentum ventrale
primum depressione lata communi instructa.
Kilimandjaro in der Kulturzone, 12 o^, 13 5- April, Mai.
Die cf' sind durch die Kiele des ersten Bauchsegments und die 5 durch die herz-
förmige Gestalt der Flügeldecken leicht zu erkennen.
Systates sp.
Usambara: Mombo. 7 Ex. Juni.
Systates sp.
Usambara: Mombo. 3 Ex. Juni.
Systates spliiericiis Faust.
Usambara: JMombo. 11 Ex. Juni. — Die Yorderbrust hat etwas hinter den Hüften
einen kleinen, nach hinten gebogenen Dorn, welcher nicht von Faust erwähnt wird.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. T. . 5.3
418 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MEFU EXPEDITION. 7: 21.
Systatejs sp.
Kilmandjaro: Kibonoto in der Kulturzone und im Regenwald. 7 Ex. Jan., April,
Sept. — Nov.
Die Art ist offenbar mit S. rhinorhjtus nahe verwandt, hat aber einen oben fast
flachen Rüssel und schwache, stumpfe Erhöhungen auf den Zwischenräumen der Flügel-
decken. Alle Stücke scheinen mir Weibchen zu sein.
Die Gattung Systates ist sehr reich an Arten und scheint in Afrika dieselbe Rolle
wie Otiorliynchns in Europa zu spielen.
Mitophorus gravidus Gerst.
Küimandjnro: Kibonoto in der Steppe, l cf. 1 $■ März, Dez. — i/(?r?<-Niederung
bei Ngare na nyuki. Über 100 Ex. Jan. - Häufig an niedrigen Sträuchern und an
Steppengräsern.
Die Gattung Mitophorus ist offenbar mit Systates sehr nahe verwandt; da mir aber
die typische Art unbekannt ist, kann ich die Unterschiede nicht genau feststellen. Die
folgende Art scheint mir indessen wegen der Körperform und der kurzen Fühlergeissel
besser in MitopJiorns als in Systates zu passen.
Mitophorus siilciscapns n. sp.
Niger, subeenescens, nitidus, squamulis pallidis minutis setiformibus infra densius,
supra parce veslitus; rostro latitudine longiore, supra fere piano, utrinque carinato et in
medio carina brevi obsoleta basi apiceque evanescente instructo, longitudinaliter subtiliter
striolato et punctulato, apice leviter emarginato, a capite sulco transverso fere recto se-
parato; fronte lata, punctulata, medio sulcata; antennis sat validis, scapo brevi, protho-
racem vix attingente, difforini, valde compresso, apice incrassato, utrinque profunde longi-
tudinaliter sulcato, funiculo sat crasso articulo 1° reliquis singulis, sed 2° haud multo
longiore, 7° 6° longiore, clava articuUs 5 — 7 funiculi simul sumtis longiore; prothorace
transverso, fere cyhndrico, supra fere nudo et transversim ruguloso; elytris valde con-
vexis, globoso-ovatis, punctato-striatis interstitiis convexis et subtiliter alutaceis, supra fere
nudis, apice et lateribus deflexis distincte albido squamulosis; pedibus punctulatis, femo-
ribus posticis vix incrassatis, apicem elytrorum fere attingentibus, tibiis omnihus rectis.
Long, corporis 7 — 8 mm. — i/i?r?(-Niederung, Ngare na nyuki. 2 o^, 3 5- J^"-. D^z.
Bei zwei Stücken, die ich als c/ betrachte, sind die Flügeldecken weniger konvex
und schmäler als bei den übrigen. Sonst finde ich keine äusseren Geschlechtsunterschiede.
Durch die Bildung des Fühlerschaftes unterscheidet sich diese Art von allen mir bekannten
Systates und Mitophorus- Arten.
Hypsoiuias nov. gen.
Peritelinoruni.
Scrobes rostrales subapicales, apice fere superi, demde ante oculos subite deorsum
flexi. Rostrum a capite sulco transverso angulato separatum, supj'a subplanum, apice
leviter dilatatum et parum emarginatum, capite paullo longius. Antennae mediocres; scapus
AURIVILLIUS, CURCULIONIDüü.
419
curvatus, teres, apice valde clavatus, prothoracis marginein anlicum superans; funiculus
Septem articulatus scapo fere brevior, articiili T" et 2"^ elongati, obconici, l"** crassior,
3 — 7 transversi, rotundati; clava funiculo multo crassior, breviter ovata, apice acuminata.
Oculi semiglobosi, laterales. Frons lata, medio sulcata. Prothorax transversus, basi apice-
que truncatus, utrinque rotundatus. Scutellum deest. Elytra subelliptica huraeris rotun-
datis, decemstriata. Prosternum breve. Mesosternuin inier coxas angustura; epiniera
mesosterni minuta. Metasternum breve; episterna linearia omnino libera. Abdomen inier
coxas latum et apice truncatum; segmentum 2"" 3° et 4" simul sumtis fere longius, a
segmento 1" sutura leviter arcuata separatum. Femora inermia. Tibia^ leviter compressee,
rect;e; corbicnla poslicarum onniino aperla. Unguiculi ad basin connati. Corpus supra
squamis rotundatis hinc inte vestitum.
Diese Gattung erinnert am meisten an die Gattung Omias, hat aber verschieden
gebildete Fühlerfurchen, ganz gerundete Augen, einen durch eine Querfurche vom Kopfe
getrennten Rüssel und oben eine deutliche Schuppenbekleidung.
Hjpsomias lobeliie n. sp.
Totus ferrugineus vel capite elytrisque plus minusve infuscatis; capile, prothorace
preeserlim ulrinque ad marginem elytrisque squamulis rotundatis jjallide griseis vel mar-
garitaceo-virescentibus vestitis; rostro subnilido longitudinaliter canaliculato, inter antennas
transversim leviter depresso; fronte opaca, punctulata, sulco medio profundo instructa;
clava anlennarum plus minusve infuscata;
prothorace transverso, utrinque rotundato,
undique discrete profunde punctato, utrin-
que vitta pallidiore squamis condensatis
formata instruclo; elytris ad basin truncatis,
fere ellipticis laliludine media vix duplo
longioribus, punctatostriatis, interstitiis sub-
planis, irregulariter subplagiatim squamosis,
r?etis erectis brevissimis sat dense obsitis;
corpore infra pedibusque testaceis vel ferrugineis, subnitidis, pube tenui veslitis, abdemine
fere nudo. Long, corporis 3 — 3,5 mm.
Küimandjaro: Kiboscho, 3,000 — 4,000 m. Febr. — Häufig in den dürren Blüteii-
.<ammlungen von Lohelia Deckeni, etwa 50 Ex.
Mjiloceriis sp.
Küimandjaro: Kibonoto, Kulturzone, 1,300 m. 1 Ex. Dez. — Eine kleine, dicht
weissgrau beschuppte imd auf den Flügeldecken schwarzgefleckte Art.
Myllocerus sp.
iferw-Niederung. 1 Ex. Dez. — Viel dunkler und mehr einfarbig als die vorige Art.
Mylloceriis sp.
Küimandjaro: Leilokitok. 1 Ex. Mai. — Das Stück ist beschädigt, scheint aber
mit der vorigen Form sehr nahe verwandt zu sein. Alle drei Arten sind etwa 4 mm.
Fig. 5. Hijpsomias InheUce Ai'Rlv.
420 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEÜITION. 7: 21.
lang und nur durch die Farbe der Schuppenbekleidung verschieden. Ohne ein grösseres
Material ist es nicht möglich zu entscheiden, ob die Farbe konstant ist oder nicht.
Eremnince.
Platytraehelu.s (?) iiebulosus n. sp.
Alatus, fuscus, squamis rotundatis cuprescente-griseis undique vestitus elytris trans-
versaliter plus minus fusco-nebulosis; rostro capite longiore, a capite haud separato, apice
])rofundissime triangulariter inciso marginibus incisurfe acute elevatis, supra longitudinaliter
modice excavato et acute tricarinato, utrinque ante oculos carinis binis abbreviatis obli-
quis instructo; antennis elongatis fuscis, scapo curvato, articuHs 1° et 2° funiculi elongatis,
2° paullo longiore, clava elongata angusta; prothorace fere cylindrico, subquadrato antice
utrinque angulariter lobato, ad basin bisinuato, supra dense punctato et utrinque fusco-
vittato; scutello distincto; elytris ad basin prothorace multo lalioribus humeris distinctis,
longitudinaliter convexis et po.'^^tice abrupte declivibus, decemstriatis, striis basin versus
fortius punctatis, interstitiis planis; brevissime setosis; corpore infra dense griseo-squa-
moso et brevissime setoso. Long, corporis 8 — 9 mm.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Steppe und in der Kulturzone. 11 Ex. Jan.,
März, April.
Im Hal)itus einem Myllocerus ganz ähnlich, nach den Gattungskennzeichen aber
ein Platytraclielus. Von Plafi/frachelus pisfaehnis Bon. weicht nehuJosus durch die
Form des Halsschildes ganz erheblich ab. Die Schenkel haben unten einen kleinen spitzen
Zahn, die Körbchen der Hinlerschienen sind offen und das Abdomen ist ganz wie bei
PlatijtracJielus und Myllocerus gebildet. Die Klauen sind frei. Wenn man für diese
Art wegen der Bildung des Halsschildes eine neue Gattung oder Untergattung aufstellen
will, schlage ich für dieselbe den Namen Mylloceropsis vor.
Leptopince.
Spartecerns n. sp.
J!/(?rM-Niederung. 1 Ex. Nov. — Die Art ist ohne Zweifel unbeschrieben, da aber
das Stück nicht ganz rein ist, will ich darauf nicht eine neue Art begründen.
Hipporhinime.
Hipporliiuus teuuegranosiis Faikm.
Kilimandjaro bei den Natronseen und in der Kulturzone. 4 Ex. Jan., April, Mai.
Byrsopince.
Hoplitotrachelus orbitalis Kolbe.
ilf erw-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Jan.
TanyrJiyncJiina'.
Malo.sonms meriiainis u. sp.
Fuscus, squamositate cinerea, supra pra'sertim in prothorace et dorso elytrorum
brunnescente vestitus; capite et prothorace setis erectis brevissimis, - elytris setis paullulo
longioribus instructis; rostro et capite sulco tenui longiludinali prteditis; femoribus nigro-
AURIVILLIUS, C'ÜRCULIONIDJE. 421
fuscis; libiis tarsisque ferrugineis; tibiis posticis inlus non serralis; praeterea a Jf. abyssi-
tn'co haud differe vidclur. F.ong. corporis 4 — 4,5 mm.
il/l'T^-Niederung, Ngare na nyuki. 12 Ex. Jan., Dez.
JMarshalls Beschreibung von 31. abi/in^iiiirMs passl gut auf diese Art, ausgenommen,
dass die Borsten der Flügeldecken überall ähnlich gerichtet sind, dass die feine Furche
des Rüssels sich auch auf dem Kopfe fortsetzt und dass die Hinterschienen ganzrandig
sind. Eine Yergleichung der beiden Arten in Natura würde vielleicht auch andere Unter-
schiede zu Tage fördern. Die Flügeldecken haben wahrscheinlich bei abyssinicns eine
breitere Form als bei meruamis.
BJiyparosomince.
Oreoseotiis nov. gen.
Rostrum capite fere duplo longius, crassum, subcylindricum, apice leviter dilatatum
integrum, infra sulco transverso a capite separatum. Antennas prope apicem rostri in-
sertas, mediocres, fracta?; scapus leviter obconicus, oculos vix attingens, funiculo paullo
brevior; funiculus 7-articulatus, filiformis, articuli 1 et 2 latitudine paullo longiores, reli-
qui transversi; clava funiculo abrupte multo latior, late ovata, obsolete arliculata. Scrobi-
culi antennarum profundi, bene determinati, obliqui, laterales, partern inferiorem oculorum
versus directi. Oculi laterales, latitudine rostri latius distantes, rüde granulati, leviter
transversi, infra acuminati. Prothorax latitudine haud vel parum longior, ad basin fere
truncatus, utrinque rotundatus, apice breviter tubulatus et utrinque lobo rotundato oculum
rostro retracto tegente instructus, infra profunde emarginatus. Prosternum ante coxas
sulco lato, utrinque elevate marginato preeditum. Scutellum minulissimum. Elytra ad basin
prothorace paullo latiora, leviter emarginata vel fere truncata humeris subrectis, lateraliter
aequaliter arcuata, apice conjunctim obtuse rotundata, decemstriata stria 10* antice ab-
breviata. Mesosternum inier coxas obtuse elevatum, antice truncatum; epimera meso-
sternalia angusta, triangula, angulum humeralem attingentia. Mefasternum brevissimum,
inter coxas diametro coxarum intermediarum brevius; episterna distincta, sat lata. Ab-
domen longum, dimidio corporis parum brevius; processus intercoxalis latus, apice rotun-
datus; segmentum 2""" 1° vix brevius, 3° et 4° simul sumtis fere longius; ultimum trans-
versum apice late rotundatum. Coxa? anticee contigua?, intermedia modice distantes,
postiere transversas, processu intercoxali latiores. Femora inermia, medio leviter incras-
sata, infra ante apicem distincte emarginata. Tibi;^e recta?, compressae, haud infra emar-
ginatcc, apice interno mucrone brevi, tenui armata-; quatuor postica? extus pone medium
dentata-; corbicuke aperta^, angusta' usque ad dentem adscendentes. Tarsi breves, arti-
culi 1 — 3 infra spongiosi, 1 et 2 transversi, 3 profunde lobatus; 4 reliquis simul sumtis
parum brevior. Ungues liberi.
Die Arten dieser Gattung erinnern an die Erirhiniden, da aber die Hinterbrust sehr
kurz und der Rüssel auch kürzer und dicker als bei diesen ist, stelle ich die Gattung
vorläufig unter die Rhyparosomiden, obgleich der Habitus recht abweichend ist.'^Die sehr
grob facettierten Augen deuten auf eine versteckte oder nächtliche Lebensweise. Der
422
SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-KEEU EXPEDITION. 7: 21.
Fig. 6. Oreoscntus serrafus AUEIV.
Talus der Hinterschienen streclit sich hoch hinauf, fast das ganze letzte Drittel der Schiene
einnehmend und endet mit einem kleinen Zähnchen.
Oreoscotus serratus n. sp.
Niger, nigropiceus vel ferrugineus (immaturus?) an-
tennis pedibusque rufopiceis; capite rostroque sparsim punc-
tahs; prothorace latitudine haud longiore, utrinque valde
rotundato, apice constricto, supra profunde haud dense for-
titer punctato et in medio obtuse carinulato, lateraliter ut-
rinque dense rugoso-punctato; elytris longitudinaliter et trans-
versim a?quahter convexis, striis granulato punclatis, inter-
stitiis leviter costatis, tuberculatis vel dentatis, a latere visis
quasi serratis, postice et lateraliter brevissime setosis; sternis
et abdominis segmentis l** et 2° sparsim rüde punctatis brevissime setosis; pedibus bre-
viter setulosis. Long, corporis 6 — 7 mm.
Küimandjaro: Kiboscho auf den Bergwiesen, 3,000 — 4,000 m. 17 Ex. Febr.
Oreoscotus minor n. sp.
Speciei prsecedenti simillimus, statura minore, pronoto crebre reticulato- vel ruguloso-
punctato et interstitiis elytrorum tuberculis distinctioribus et magis rotundatis instructis
distinctus. Long, corporis 4 — 5 mm.
iferu-Berg im Regenwald, 3,000 — 3,500 m. 6 Ex. Febr. — Küimandjaro: Kiboscho
auf den Bergwiesen 3,000 — 4,000 m. 2 Ex. Febr.
Oreoscotus laevis n. sp.
Corpore paullo magis elongato, striis elytrorum fortius punctatis haud granulalis,
interstitiis omnino tevibus nitidis alternis magis elevatis a prcecedentibus differt. Pronotum
profunde remote punctatum. Long, corporis 6 mm.
Küimandjaro: Kiboscho auf den Bergwiesen, 3,000 m. 4 Ex. Febr.
Bei allen drei Arten kommen unter den fast schwarzen Stücken rotbraune, wahr-
scheinlich nicht ausgefärbte, vor.
Cleonince.
Amblysomus brevis Fahr.
Jfe/'^-Niederung, Ngare na nyuki. 5 Ex. Jan., Nov.
Pycnodactylus tibialis Faust.
ilfer^-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Jan. — Die kurze Beschreibung, welche
Faust liefert, passt, so weit sie geht, völlig auf das vorliegende Stück.
Pjcnodactyhis mitis Geest.
ü/erM-Niederung, Ngare na nyuki. 2 Ex. Nov.
Neodeoiius saiiuio Heebst.
Usamhara: Mombo. 2 Ex. Juni.
Phaulosomus kilimanns Faust.
Küimandjaro: Kibonoto in der Niederung und in der Kulturzone. 30 Ex. Jan.,
April, Mai.
AI'KIVII.MÜSi, CTTROlTMONIDi«. 4-23
Xaiitliocheliis sp. (beatns Faust?).
il/(?/'«/-Niederung. 1 Ex. Nov. — Das vStück ist ganz abgerieben, gehört aber wahr-
scheinlich zn beafKS Faust.
LixHs njeterophoriis Reiche.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 60 Ex. Jan., Febr., März, Okt., Nov.
— Meru in der Niederung und auf dem Berge bis zu 3,000 m. hinauf. 5 Ex. Jan., Dez.
— Die Art steht in Chevrolats Sammlung unter diesem Namen, ob aber mit Recht,
kann ich nicht sicher entscheiden, da die Beschreibung Reiches zu kurz ist. Eine feine
graue oder gelbliche Nahtlinie der Flügeldecken tritt bei allen Stücken deutlich hervor.
Die Skulptur des Halsschildes ist ziemlich veränderlich, indem bald die Runzeln, bald die
Punkte kräftiger entwickelt sind. Die Körperlänge wechselt von 20 — 24 mm. Der Rüssel-
rücken ist nahe an der Wurzel schwach erhaben und dort fast immer ohne Mittelfurche.
Eine ähnliche Art ist Lims Götzei Kolbe, welcher jedoch durch das fein gekörnelte
Halsschild leicht zu unterscheiden ist.
Lixus spiniiiiamis Boh.
Küimanrljaro: Kibonoto in der Obstgartensteppe. 3 Ex. März. — Usanihara: ]\Iombo.
2" Ex. Juni.
Lixus sulcinasus Faust.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 Ex. Febr., April, Nov.
Lixus sp.
Kilimandjaro in der Steppe. 1 Ex. Aug. — Mit der vorigen Art nahe verwandt,
Rüssel aber in der Wurzelhälfte mit drei breiten Furchen und das Halsschild oben sehr
grob gerunzelt.
Lixus pulclier d. sp.
Elytra apice brevissime acuminata, fere conjuncüm rotundata. Femora infra dentata,
postica segmentum 2°" superantia. Prothoracis lobi oculares breves, obtusi. Oculi valde
transversi, deplanati, infra angustati. — Niger, dense albido-hirtus, carina media vittisque
binis utrinque valde rugulosis prothoracis nee non vitta sulurali pone medium dilatata
lineisque irregularibus elytrorum plus minus denudatis nigris; fronte in medio haud foveato,
utrinque ad marginem superum oculorum foveato-depressa ; rostro praesertim ad basin
supra cOnvexum, nee sulcato nee carinato, leviter ruguloso; prothorace late obconico, ad
apicem distincte constricto, lateribus dense albo-pilosis et granulis perpaucis 3 — 4 nitidis
nigris instruchs, dorso valde in;pquali sulcis 4 irregularibus pilosis insculpto; elytris ad
basin prothorace haud latioribus humeris nullis, subcylindricis, seriato-punctatis interstitiis
fere planis, 3°, 5° et 6° ad basin modice calloso elevatis i)ilositate densa, hie inde tenui
maculas et vittas nigras formante; corpore infra cum pedibus fere a^qualiter hirsuto.
Long, corporis 11 mm.
J!/^/'«-Niederung, Ngare na nyuki. 2 Ex. Jan., Nov.
L. pidcher ist mit den drei vorhergehenden Arten verwandt, aber viel kleiner und
sowohl durch die Skulptur des Halsschildes wie durch die dichte weisse Behaarung leicht
zu unterscheiden.
.i.24 SJÖSTEOTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 21.
Lixufs cuneiformiis Fähr.
Kilimandjaro: Kibonolo in der Niederung und in der Kulturzone. 11 Ex. Jan., x\pril,
Sept., Okt. — Meru: in der Niederung und bis zu 3,000 m. hinauf. 5 Ex. Jan. —
üsambara: Mombo. 9 Ex. Juni.
Lixu.s rhoiuboidalis Boh.
Kilimandjaro. 1 Ex. Sept. — Üsambara: Mombo. 1 Ex. Juni.
Lixtis bifoveatiis Chevb.
Kilimandjaro in der Kulturzone und bei den Flusspferdseen. 8 Ex. März, April,
Mai, Nov., Dez.
Lixus sp.
üsambara: Mombo. 1 Ex. Juni. — Der vorigen Art ähnlich, die Flügeldecken
aber hinten in eine Spitze auslaufend.
Lixus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Niederung. 1 Ex. Jan. — Mit der folgenden Art
nahe verwandt, aber grösser und mit kurzen und stumpfen Endspitzen der Flügeldecken.
Lixu.s auritus Boh.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 Ex. März, April, — Meru-Bexg, im
Regenwald, 3,000 m. 4 Ex. Jan., Dez. — Üsambara: Mombo. 3 Ex. Juni.
Lixus biplicatus Chevr.
i/e/-»-Niederung, Ngare na nyuki. J Ex. Nov.
Lixus massaicus Kolbe.
Üferw-Niederung, Ngare na nyuki. 1 Ex. Jan.
Lixus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Steppe und in der Kulturzone. 2 Ex. März, April.
Lixus haerens Bon.y
il/fr«-Niederung. 2 Ex. Dez. — üsambara: Älombo. 1 Ex. Juni. — Es ist wahr-
scheinlich diese Form, welche in den Verzeichnissen aus Oslafrika als haerens aufgeführt
wird. Das Halsschild ist jedoch bei weitem nicht so grob punktiert wie beim typischen
haerens aus dem Caplande und das Tier erinnert viel mehr an L. pira Fabr.
Lixus sp.
Kilimandjaro : Kibonoto in der Kulturzone und in der Niederung. 3 Ex. Jan., April,
Nov. — Der vorigen Art sehr ähnlich, aber grösser und breiter.
Lixus piuguis Geest.
Kilimaudjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. April, Mai.
Lixus sp. (auguinus L. ?).
Kilimandjaro. 1 Ex. Dez. — Ist kleiner als anguinus, nur 11 mm. lang, scheint
mir aber sonst von diesem kaum unterschieden werden zu können.
Lixus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Niederung. 1 Ex. März.
Lixus sp.
i¥fr«-Niederung. 1 Ex. Nov. — Eine kleine nur 7 unn. lange Art.
AURIVILLI08, CTTRCULIONIDJ;:. 425
Lixus grauuliooUis n. sp.
Prothorax antice IruncaUis, Iiaud lobalus, loco loborum longe ciliatus. Elytra haud
apice producta. Femora inermia; poslica medium segmenti secundi abdominis vix super-
antia. Oculi lati, infra haud acuminati, parum transversa — Fuscus vel ferrugineus, pilis
brevibus adpressis flavescente-griseis parce vestitus; rosiro leviter arcuato, cylindrico, nee
sulcato nee earinato, undique punctato-reticulato ; antennis fere in medio rostri insertis,
ferrugineis clava fusea, funieuli artieuHs 1° et 2° subrequahbus, reliquis transversis, clava
' erassa, brevi; serobibus antennarum medium rostri parum superantibus; eapite minute
ruguloso-punctato, medio haud vel vix foveato; prothoraee eonico, latitudine basah vix
longiore, pone apicem parum conslrieto lateribus leviter arcuatis, undique dense punctato-
granulato, medio basin versus obsolete sulcato, ad Ijasin utrinque emarginato; elytris
eylindricis, apice singulatim obtuse rotundatis, striato-punetatis punetis profundis qua-
drangulis; corpore infra cum pedibus dense et sat rüde punetato. Long, corporis cum
rostro 7 — 9 mm.
Kilimandjaro : Kibonoto in der Kulturzone. 13 Ex. März, April, Mai.
Erirlvininae.
Bagoxis sp.
Kümamljaro : Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. Dez.
Cylaflinae.
Cylas ciirtipeimis Faiem. (?).
il!f(?n(-Niederung, Ngare na nyuki. 1 cf, 1 $. Jan. — Die Beschreibung ist unge-
nügend, pas.st aber, so weit sie geht, auf die vorliegenden Stücke.
Apoderinae.
^ Apoderus Sjöstedti n. sp.
Nitidus, testaeeus vel rubro-testaeeus antennis, apice tibiarum tarsisque nigris; eapite
cum rostro quam prothoraee fere longiore, pone oculos prominulos paulo longiore quam
latiore, retrorsum sensim angustato, utrinque parum arcuato, longitudinaliter obsolete
canaliculato, medio foveolato, ad basin haud tumido, lateribus obsoletissime strigulosis;
prothoraee fere earapanulato, latitudine basali haud longiore, supra parum convexo, niti-
dissimo, la?vi, sulco medio tenui instrueto, ad basin transversim profunde sulcato, apice
truneato; seutello magno, obtuse triangulo; elytris ad basin circa scutellum elevato-margi
natis, deinde utrinque inter suturam et striam 4^"" depressis, ad basin punclato-strialis
interstiüis 3° et 5° obtuse costato-elevatis, striis dorsalibus ante medium omnino evanes-
eentibus deinde obsolete seriato-punctulatis, striis duabus lateralibus apice suturam versus
prolongatis; pygidio punetato brevissime sericeo-setoso; mesosterno, metasterno et late-
ribus abdominis remote punetatis; femoribus apicem abdominis superantibus; tibiis fere
reelis, intus haud vel obsolete erenulatis. Long, corporis 7 — 8 mm.
Usamhara: Mombo. 4 Ex. Juni.
Offenbar dem A. arboretum Kolbe ähnlich, aber sofort durch die ganz anders
skulptierten Flügeldecken zu unterscheiden.
Sjöatedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. '■ 54
426 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 21.
Apoderus nigromarginatus n. sp.
Nitidus, niger; pronoto toto elytrisque, margine laterali et apicali postice lato ante
medium abrupte angustato, lineari, nigro excepto, flavo-testaceis ; abdomine testaceo late-
ribus anguste nigris; capite et prothorace fere omnino ut in specie pnecedenle formatis
et sculpluratis; elytris pone medium distinctius seriato-punctatis; sternis nitidioribus et
multo obsoletius punctalis; vitta laterali nigra abdominis profunde rüde punctata. Long,
corporis 7 — 8 mm.
KiUmandjaro: Kibonoto in der Kulturzone und im Regenwald. 2 Ex. Sept., Okt.
Apoderus spiuidorsis Kolbe.
Küimandjaro : Kibonoto in der Kulturzone. 3 Ex. März, April; Leitokitok. 1 Ex.
— üsambara : Mombo. 2 Ex. Juni. — Die Grösse wechselt von 5 bis 8 mm. und die
gelbglänzende Pubescenz ist bald deutlich, bald kaum wahrnehmbar. Die Art steht dem
A. dumosus Gylh. sehr nahe.
Apoderus horridus Boh.
Küimandjaro: Kibonoto von der Steppe bis in den Regenwald hinauf. 5 Ex. Jan.,
April, Mai, Okt. — Meru-Berg im Regenwald, 3,000 m. 1 Ex. Jan. — Usamhara: Mombo.
2 Ex. Juni. — Die Stücke weichen von den typischen aus Südafrika durch bedeutendere
Grösse, hellere Färbung (die Reine sind fast einfarbig gelb) und dadurch, dass alle Dor-
nen der Flügeldecken ausser den Seitendornen des Scutellums schwarz sind, ab und
mögen als var. hüimanus bezeichnet werden.
Trigonocolinae.
Trigonocolus costalis Fahr.
Küimandjaro: Kibonoto in der Steppe und der Kulturzone. 3 Ex. Jan., April.
Älcidinae.
Aleides olivaceus Gerst.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 6 Ex. April, Mai, Sept. — A. Walübergi
Chevr. ist nur ein Synonym zu dieser Art.
Aleides convexus Oliv. var. orieutalis Chevr.
Küimandjaro: Kibonoto in der Steppe und der Kulturzone. 12 Ex. April, Mai,
Sept., Okt.; Leitokilok. 2 Ex. Mai.
Aleides sp.
Usamhara: Mombo. 2 Ex. Juni. — Mit der vorhergehenden Form nahe verwandt,
aber viel kleiner und etwas anders gezeichnet.
Aleides trilobus Fabr.
KiUmandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. Febr., April.
Aleides sp.
KiUmandjaro: Kibonoto in der Ob.stgartensteppe. 1 Ex. März. — Dem A. Pai/lidli
Roh. ähnlich, aber grösser und mit verschieden gebildetem Halsschilde. Das einzige
vorliegende Stück ist abgerieben.
AUEIVILLIUS, CÜRCIILIONID*.
427
Alcidcs li;pmopteriis Boh.
Kili)ii(iu(lj(in>: Kilionolo in der KuUurzone. 1 Ex. Mai.
var. ator n. var. — Nitidus, aler, supra fere nudus, infra squamositate flavescente
sat dense vcslitus; pronotum verrucis magnis deplanatis aliisque minutis immixtis sat
dense olisitum, utrinque antice in sulco apicali et postice in lobo scutcllari flavo-squamosum;
elytra impressione brevi in medio aiteraque lineari ad apicem interstitii 2' nee non im-
pressione subquadrata in medio interstitii 5' et interdum interstitii 7' flavido-squamosis
ornata. Long, corporis (rostro excluso) 5—6 mm.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzonc. 6 Ex. Mai, Sept., Oi<t. — Durcb die
tieföchwarze Farbe, das oben fast nackte Halsschild und die kleineren und ktirzeren Flecke
der Fli'igeldecken von der Hauptform verschieden.
Aleides brevirostris Bon. var. obscurus n. uom.
(= var. ß in Schönh. Gen. Cure. 8: 1 p. 62). — Kilimandjaro : Kibonoto in der
Kulturzone und im Regenwald; Leitokitok. 4 Ex. Mai, Okt. — Stimmen mit Schönherrs
Exemplar aus Madagaskar gut iil)erein.
Aleides amitinus Kolbe.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 4 Ex. April, Mai.
Aleides deuticiilatiis Kolbe.
Küimandjaro. 2 Ex. Aug., Sept. — Mit der folgenden Art sehr nahe verwandt
und vielleicht nur das Weibchen derselben.
Aleides alboliueatiis Boh.
Küimandjaro: Kibonoto, 1,000 — 1,300 m. 3 Ex. April, Älai, Aug.
Aleides kiliinauus n. sp.
Obscure brunneus, capite et prothorace obscurioribus fuscis, rostro nudo excepto
undique pilis brevissimis adpressis flavescente-griseis tenuissime pubescens; rostro subrecto,
fere cylindrico, apice leviter dilatato et pauUulum depresso, capite cum prothorace fere
longiore; capite dense punctulato, fronte inter oculos foveolata; antennis nigro-fuscis, scapo
oculos haud attingente apice clavato, funiculi articulis 1° et 2° elongatis, subccqualibus,
3 — 6 brevibus subquadratis vel transversis, 7° multo majore, obconico, clavae adnexo,
clava articulis 5 — 7 funiculi simul sumtis vix longiore, griseotomentosa ; prothorace lati-
tudine basali breviore, apicem versus sensim angustiore lateribus leviter curvatis, ante
apicem parum constricto, ad basin utrinque profunde emarginato, dense (apice paullo
remotius) subrugose punctulato; scutello parvo, subnitido; elytris modice elongatis, ad basin
pronoto paullo latioribus humeris obtusis, apicem versus sensim leviter angustatis, apice
obtuse rotundalis, dorso a basi ultra medium longitudinaliter planis, deinde sensim decli-
vibus ad apicem interstitii 4' obtuse tuberculatis, punctato-striatis, punctis usque ad me-
dium magnis, profundis, pone medium multo minoribus, interstitiis leviter convexis, minute
punctulatis, pubescentia tenui fascias valde obsolelas formante; femoribus nitidis punctu-
latis, pone medium incrassatis et infra denle magno compresso extus denüculato armatis;
tibiis infra inermibus, leviter biemarginatis apice ungulo armatis; corpore infra punctato.
Long, corporis (rostro excluso) 10 — 11 mm., iat. ad humeros 4 mm.; roslrum 3 mm.
428 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEKU EXPEDITION. 7: 21.
cf. Submentum denticulo armatum. Rostrum opacum, usque ad apicem dense
ruguloso-punctatum. Antennse longe pone medium ad tertiam partem apicalem rostri in-
serta3. Tibiaj posticaj ul littera S leviter curvataj. Segmenlum ventrale ultimum trans-
versum, semiorbiculare, medio late depressum et utrinque tuberculo obtuso instructum.
$. Submentum inerme. Rostrum nitidum, minus profunde et remotius punctatum,
apice fere teve. Antennpe pauUo pone medium rostri insertas. Tibite posticse subrectfe.
Segmentum ventrale ultimum longius, utrinque ante apicem leviter emarginatum, sub-
planum, punctato-rugosum, haud tuberculatum.
KiUmandjaro: Kibonoto 1,000—1,300 m. 10 a^, 6 $. Jan., Febr., Mai, Okt.
Aleides meriianus n. sp.
Speciei prcecedenti forma et structura corporis valde affinis, stalura minore, corpore
toto nigro-fusco, pilositate densiore et longiore, leete flavido variegato et interstitiis ely-
trorum magis rugulosis fere unice distinctus. — Roslrum supra inter antennas plus minus
sulcatum. Pronotum flavo-trivittatum vittis lateralibus latis, male definitis. Elytra irre-
gulariter flavo-variegata. Long, corporis 7 — 8 mm.
(J^. Submentum denticulatum. Rostrum opacum, usque ad apicem dense puncta-
tum. Antennae ad tertiam partem apicalem rostri inserta). Tibice postica? ut littera S
leviler curvatae. Segmenlum ventrale ultimum medio late depressum, utrinque obtuse
tuberculatum.
5. Submentum inerme. Rostrum nitidum, remote, apice obsolete punctatum. An-
tenna? paullo pone medium rostri inserlee. Tibiae postica3 subrectae. Segmentum ventrale
ultimum subplanum, punctato-rugosum, utrinque ante apicem leviter emarginatum.
Mcru-BtYg 3,000—3,500 m. und in der Niederung bei Ngare na nyuki. 14 cf , 4 $.
Jan., Dez.
Obgleich diese Art beim ersten Anblick der vorhergehenden ganz unähnlich aus-
sieht, sind die Arten jedoch so nahe verwandt, dass" mernanus vielleicht nur als Lokal-
rasse von Mlimamis zu betrachten ist. A. deremius Kolbe scheint auch eine nahe ver-
wandte, aber verschieden gezeichnete Art zu sein.
Aleides bifaseiatus n. sp.
Elongatus, irregulariter, sat dense pilis brevibus, adpressis flavis vestitus, niger, basi
femorum, apice tibiarum, tarsis, scapo et funiculo anlennarum plus minus distincte ferru-
gineis; rostro fere recto, capite et prothorace simul sumtis pauUulo longiore, ante medium
fortius, apice levius vel obsolete punctato; submento inermi; capite punctato, inter oculos
foveolato; prothorace latitudine basali vix breviore, apicem vei'sus sensim angustato lale-
ribus parum arcuatis, ante apicem leviter coarctato, undique dense ruguloso-punctato et
flavo-piloso, dorso minus dense piloso, utrinque ad basin modice emarginato; scutello
parvo, transverso; elyiris elongatis subparallelis, prope apicem subite angustatis et apice
conjunctim acuminatis, ad basin pronoto vix laüoribus, punctato^striatis punctis a basi
ultra medium magnis foveiformibus deinde parvis, irregulariter dense flavo-pilosis, pilosi-
AURIVILLIUS, CURCULIONIDÄ. 429
täte fascias binas obliquas spatio subnudo nigricante separatas, a margine versus suturam
descendentes, sat distinctas formanle; corpore infra dense punctato, ad latera densius
tomentoso; femoribus infra ultra medium dente magno compresso extus denticulato ar-
matis; tibiis inermibus, anterioribus leviter arcuatis infra vix bisinuatis, posticis omnino
rectis. Long, corporis (rostro cxcluso) 8 — 10 mm., latitud. ad humcros 3,2 mm.
cT. Antennte longe ultra medium rostri inserta\ Roslruin ante medium opacum,
dense punctulalum, carina lenui parum distincta dorsali instructum, pone medium nitidius-
culum, levius et remolius punctulatum, summo apice fere teve. Segmentum ventrale
ultimum simplex, planum.
$. Antenuce pauUo ultra medium rostri insertse. Rostrum nitidum, ante medium
remote punctatum, apicem versus obsolete punctulatum vel omnino teve. Segmentum
ventrale ultimum planum et simplex.
Meru-Bevg, 3,000 m. und in der Niederung bei Ngare na nyuki. 14 cf, 8 ?• Jan., Dez.
Äusserlich dem A. meruamis ähnlich, durch die längeren, hinten zugespitzten
Flügeldecken, die deutlicheren Querbinden derselben und die ganz verschiedenen Ge-
schlechtsauszeichnungen leicht zu unterscheiden. Diese Art erinnert durch ihre Körper-
form sehr an einen Lixus.
Aleides sp.
Meru in der Niederung und auf dem Berge bei 3,000 m. 1 cf, 1 ?• Jan. — Eine
mit ^1. meruamis nahe verwandte Art.
Aloides sp.
Kilimandjaro. 1 Ex. Nov.
Cioninae.
Ciomis peiiatus Faust.
Kilimandjaro in der Obstgartensteppe. 14 Ex. Mai. ~ Die Raupen gelb, schleimig.
Die Kokonge wie bei den europäischen Arten gebildet.
Cioiius sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. April.
Cionus sp.
Jfertt-Berg bei 3,000 m. 1 Ex. Jan.
Cryptorhynchinae.
Tetracyplms odontoimis Chevk.
üsambara: Mombo. 4 Ex. Juni.
Ocladins tuberculatus d. sp.
Breviter ovatus, niger, brevissime setulosus et in elytris prope humeros breviter
piloöus; rostro subnudo usque ad insertionem anfennarum profunde 4-sulcato et supra
tricarinato; capite rüde punctato, utrinque leviter depresso et in medio obtuse carinato;
prothorace transverso, subgloboso, apice breviter angustato, ad basin distincte sulcato-
constricto lateribus rotundatis, undique valde rugoso-scrobiculato et medio carina tenui
basin non attingente instructo, foveis breviter setulosis, margine apicali angustissime la?vi,
subnitido; elytris breviter ovalibus, pone basin leviter conslrictis, apice obtuse rotundatis,
430 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO MERU EXPEDITION. 7: 21.
seriatim profunde foveatis, foveis unisetosis granulis magnis elevatis nitidis in septis
transversis positis separatis, interstitiis angustis rugulosis, undulatis, nee elevatis nee cari-
natis; abdomine subplano, rüde foveolato-punetato ; pedibus longitudinaliter punclato-
suleatis et carinulatis. Long, eorporis 8 mm., lat max. 5 mm.
i/erw-Niederung. 1 Ex. Nov.
Mit 0. variabüis Fähr, am näehsten verwandt, aber mit viel kürzeren, wenig
merkbaren Börstehen und nieht erhöhten Zwisehenräumen der Flügeldeeken. Die nieder-
gebogenen Seiten der Flügeldecken haben ganz wie bei variahüis etwas hinter den Sehul-
tern eine etwas schiefe Querreihe von kegelförmigen Tuberkeln. Die Behaarung der Flügel-
decken ist sehr sparsam und beim vorliegenden Stücke nur hinter den Schultern deutlieh
erhalten.
Ocladius seriatus Faust.
Küimandjaro in der KuUurzone. 21 Ex. März, April, Mai, Dez. — J/t^nt-Niederung.
2 Ex., Jan., Dez. — Usamhara: Mombo. 3 Ex. Juni.
Das zweite Ventralsegment ist bei dieser Art eigentümlich gebildet, indem es hinten
viel höher als das dritte ist und ganz steil zu diesem abfällt oder sogar hinten etwas
ausgehölt ist. Faust erwähnt diese Bildung nieht.
Ocladius nitidus n. sp.
Breviter ovatus, nitidus, ater, sparsissime et brevissime setulosus; rostro supra bisul-
cato et triearinalo sulcis uniseriatim punetulatis; eapite opaeo, rüde punelato, in medio
anguste leevi; prothoraee conico, apice vix constricto lateribus parum arcuatis, ad basin
haud eonstrieto, foveis elongatis longitudinaliter subseriatis impresso margine apicali late
Ipevi; elytris subglobosis, basin versus sensim areuato-angustatis (haud eonstrietis), apice
latissime rotundatis, nitidissimis, kevibus, remote seriato-punctulatis punctulis in dorso
obsoletis in lateribus deflexis distinetioribus; abdomine seluloso segmento 2° postice
abrupte elevato; pedibus suleatulis, brevissime setulosis. Long, corporis 3 mm, lat.
max. 2,2 mm.
Küimandjaro. 11 Ex. Aug. — Erinnert etwas an O. sidckollis Fähr., hat aber
breitere, fast kugelförmige Flügeldecken und ein ganz verschieden gebildetes Halsschild.
Meropsilus luaculipes Fähe.
Fuscus, rostro nudo excepto, undique squamis griseis aut brunneo-fuscis dense tectus,
rostro et eapite exceptis ocellato punetatus, punetis pronoti et elylrorum squama rolun-
data, lateris inferioris squama elongata pupillatis; rostro nudo nigro; eapite inter oeulos
fovea profunda nigra impresso; prothoraee quam latiludine basali haud longiore, ad me-
dium baseos utrinque leviter emarginato depresso et plus minus distincte nigro-veluüno,
lateribus a basi fere ad medium rectis, deinde usque ad apicem rotundato-angustatis et
ante apicem leviter eonstrietis, supra pauUum inpequali et sat dense oeellato-punctato,
setis rigidis brevissimis parce obsito; scutello seepissime nigro-velutino et area simili eineto,
elytris ad basin subreete truncatis, prothoraee multo latioribus liumeris subrectis, apicem
ver.sus sensim leviter angustatis, apice conjunetim obtuse rotundatis, profunde punetato-
striatis, interstitiis leviter convexis et faseieulis brevissimis nigro-velutinis parce obsitis, 2°
AUBIVILLIU8, CUECULIONIDÄ. 431
et 4° magis elevatis et pr^esertim in medio ssepe dense nigro-fasciculatis ; femoribus haud
clavatis sublinearibus, ad basin et paulio pone medium nigro-cingulatis ; segmentis tribus
uUirais abdominis sjepissime fere totis atris vel nigro-fuscis. — Long, corporis 5 — 12 mm.
(f. Rostrum opacum, usque ad apicem rugoso-punctulatum et ad basin supra ob-
solete carinulalum. Tarsi antici valde elongati, utrinque longe et dense fusco-ciliati.
Metasternum et segmenta duo basalia abdominis dense flavescente-hirsuta; pili breves,
erecti, apice recurvi.
5. Rostrum e maxima parte nitidum et remote punctulatum, ad basin tantum den-
sius punctulatum et subopacum. Tarsi antici minus elongati, baud ciliati. Metasternum
et basis abdominis flavo-squamosa, profunde punctata; puncta squama brevi flavida seti-
formi instructa.
Kilmandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 30 c/", 40 $. Nov., Dez.
Beide Geschlechter variieren in der Grösse ganz ausserordentlich. Die Art muss
wahrscheinlich mit MccMstocerus oceUo-punctatus Thoms. nahe verwandt sein. Die klei-
nen Pinsel am Vorderrande des Halsschildes, welche von Thomson erwähnt werden,
fehlen jedoch völlig bei maculipes und sind nur durch einige sehr kurze, dicke Börst-
chen vertreten. Die Hinterbrust ist vorn am Ende des Rüsselkanals gar nicht gerandet.
— Unter dem Borke alter Kandelaber-Euphorbien angetroffen.
Mechistocerus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. Febr., März.
Mechistocerus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. April. — Bei diesen beiden
Arten ist die Hinlerbrust am Ende des Rüsselcanals erhaben gerandet, ganz wie bei
M. impressus.
Mechistocerus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 12 Ex. Nov. — Eine kleine, -i — 7
mm. lange, unscheinbare Art.
Isorhaniphus brevipectus n. sp.
Ater, antennis tarsisque rufopiceis, setis brevibus rigidis fuscis in pedibus pallidis
remote vestitus; rostro arcuato nitidiusculo subkevi, ad basin opaco, punctulato et obso-
lete 3 — 5 carinulato; antennis fere in medio (5) vel pone medium ((/) rostri insertis
scapo oculos fere attingente, funiculi articulo 1° incrassato-obconico, 2° tenui 1° parum
longiore; capite squamuloso inter oculos rüde granulatos haud foveato; prothorace sub-
quadralo, ante medium rolundato-dilatato, ad basin truncato, prope apicem constricto,
sat dense rüde et profunde punctato, supra medio carinula tenui inslructo, rigide setuloso;
scutello minuti-ssimo; elytris ovatis, basin Iruncatam versus vix angustatis, ad basin lati-
tudine maxima pronoti vix latioribus, apice forliter declivibus et obtuse rotundatis, striis
decem profunde scrobiculato-punctatis, interstitiis vix convexis brevissime nigro-setosis et
fasciculis brevibus ferrugineis e squamis composiüs irregulariter postice densius con.sper-
sis; metasterno brevissimo, utrinque inter coxas coxis duplo breviore, antice inter coxas
432 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEETJ EXPEDITION. 7: 21.
intermedias elevato et angulato-emarginato, pone elevationem profunde biimpresso; seg-
mentis duobus primis abdominis remote scrobiculatis. Long, corporis 5 — 7 mm.
3Ieru-herg bei 3,000 m. 1 cT, 1 ?• Jan. — Weicht durch die sehr kurze Hinter-
brust und die Skulptur von /. luteolns Faust ab.
Cauiptoniiiiiiis sp. (fniter Kolbe?)
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone und an den Natronseen. 2 Ex. Febr.,
April. — Offenbar mit dem mir unbekannten C. frater Kolbe nahe verwandt oder damit
identisch.
Soplirononierus aflfaber Faust.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. April.
CryptorbyncluLS sp.
Küimandjaro in der Steppe. 2 Ex. Sept. Okt.
Menemachinae.
Menemacluis sp.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. Nov. — Offenbar mit M. Ca-
foli Hartm. nahe verwandt, aber fast ganz schwarz mit einigen rostbraunen Schuppen.
Meneniaclius sp.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. April.
Hoplitopales sp.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. Nov.
Isorhynchinae.
Meneiidetus zanzibaricus Faust.
Küimandjaro: Kibonoto. 7 Ex. Sept.
Meneiidetus sp.
Küimandjaro: Kibonoto. 2 Ex. Sept.
Zygopinoe..
Spliadasmus camelus Gtlh.
Küimandjaro: Kibonoto in der Steppe. 2 Ex. April. — i/f /-(«-Niederung : Ngare
na nyuki. 6 Ex. Jan.
Metialma kilimaua n. sp.
Nigro-fusca, rostro subnudo excepto, squamis pihformibus griseis plus minus dense
vestita pedibus sat longe pilosis; rostro arcuato, capite et prothorace simul sumtis lon-
giore, opaco et dense punctulato (cf) vel subnitido et minus dense punclulato 5; anten-
nis fere in medio (c/') vel ante medium ($) rostri insertis, scapo basin roslri fere attin-
gente, brunneo, funiculo fusco vel brunnescente, scapo haud longiore articulo 2° quam
1° graciliore et paullulo longiore, 7° apice dilatato, clava fusca; oculis fere contiguis,
latitudine parum longioribus; prothorace subquadrato, apice angustato, utrinque sequaliter
rotundato-arcuato, dense punctato, ad basin utrinque emarginato-depresso et in medio
obtuse et late lobato; scutello nigro; elytris dorso usque ad interstitium 5""° planis, nigro-
et griseo-nebulosis umbone apicali semper penicillo minuto albido praedito; corpore infra
eequaliter punctato et griseo-squamoso; femoribus clavato-incrassatis, anticis dente magno
AUEIVILLIUS, C'URCULIONID^.
433
Kilimamljaro. 1 Ex.
valde compresso triangiilo, posterioribus dente multo minore armatis; tarsis piceis. Long,
corporis (rostro excluso) 6,5 — 8 mm.
Küimaiuljaro: Kibonoto in der Kiilturzone unter dem Borke von Kandelaber-
Euplioi'bien gefunden. (J Ex. Nov.
Metialma sp.
Sept. — Eine nur 3,5 mm. lange Art.
Lohotrachelinae.
Rhadinocenis afflictus Fähr.
Usaiitbara : Mombo. 1 Ex. Juni. — Das Stück i.st etwas abgerieben, scheint aber
sonst kaum von afflktus abzuweichen.
Kliadiuocerus luoercus Fähr.
Usamhara: Tanga. 2 Ex. Juni. — Kilimandjaro. ■i Ex. April, Okt., Nov. —
il/<7-»-Niederung: Ngare na nyuki. — Die dunkle Beschuppung der Oberseite ist schwärz-
licher als bei Stücken aus Südafrika; die hellen Zeichnungen aber sind dieselben.
Ban'dhiar.
Baris Wahlbergi Boh.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 1 Ex. April.
Baris sp.
KiUmandiaro: Kibonoto in der Niederung und der Kulturzone. 2 Ex. Jan., Okt.
Baris liueolata sp.
Subparallela, nigrofusca, infra griseo-squamosa, pronoto maculis irregularibus
albidis, interstitiis elytrorum ad basin, in medio et prope apicem lineolis abbreviatis al-
bidis ornatis; rostro crasso subcylindrico, apice depresso et leviter dilatato, cum capite
continuo. ante medium punctulato, apicem versus subnitido; scrobibus antennarum brevi-
bus, valde obliquis, basin rostri haud attingentibus; antennis brevibus, robustis, scapo
oculos haud attingente, funiculi articulo 1° crasso obconico, reliquis transversis longiore,
clava magna ovata; prothorace subquadrato, lateribus a basi ultra medium subrectis,
prope apicem leviter arcuato-angustato, dense punctulato, carinula tenui media instructo,
utrinque ad basin emarginato, supra maculis 9 irregularibus griseo-albido-squamosis or-
nato; scutello fusco; elytris subparallelis, elongatis, latitudine basali fere duplo longioribus,
apice sinsim declivibus haud urnbonatis, tenuiter punctulato-striatis interstitiis fere planis,
linea duplice suturali a basi ad medium extensa, hneis basalibus incequalibus interstiorum
1' — 6' (2* et 4** longioribus), lineis brevibus irregalariter positis prope medium interstitio-
rum 1' — -i', 6' — 9' lineisque brevibus prope apicem interstitiorum 1' — 2', i' — 9' griseo-
albido-squamosis; corpore infra punctato, a?qualiter
squamis piliformibus vestito; femoribus fortiter in-
crassato-clavatis infra dente mediocri armatis; tibiis
brevibus, leviter curvatis, pone medium dilatato-com-
pressis et supra dentibus tribus parvis, acutis armatis;
tarsis ferrugineis unguiculis liberis. Long, corporis
4 mm., lat. max. 1,7 mm.
KiUmandjm-o: Kibonoto in der KuKurzone. 8 Ex.
Sjösteilfs Kiliinaiidjaro-Meru Expedition. 7. 55
Baris lineolata Auriv.
434 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO MERU EXPKDITION. 7: 21.
— Die Art ist durch die Bildung der Beine und des Bussels sehr ausgezeichnet und
muss bei einer künftigen Revision der Gattung Baris wahrscheinlich als Typus einer
neuen Gattung abgesondert werden.
Baris Helleri Haetm.
Küimandjaro: Kibonoto in der KuUurzone. 1 Ex. März.
Baris iiiassaica u. sp.
Late ovata, atra, profunde punctata, supra nuda, infra in punctis squama parva
flavescente instructa; rostro longo, arcuato, a capite bene distincto, sed vix ad basin
constricto, ante medium compresso et punctato, pone medium nitidiusculo, utrinque ab
insertione antennarum fere usque ad apicem sulcato; antennis nigris articulo 1° funiculi
elongato-obconico, reliquis multo longiore; prothorace fere conico lateribus leviter curvatis,
apice parum constricto, supra profunde discrete punctato et in medio vix carinulato, ad
basin utrinque late et profunde emarginato; scutello distincto, sublfevi; elytris brevibus,
ad humeros pronoto distincte latioribus, ab humeris apicem versus sensim angustatis, apice
late rotundatis, profunde anguste striatis striis ad liasin latioribus, nona ad apicem pro-
fundiore, interstitiis planis punctis oblongo-transversis uniseriatim impressis; sternis pedi-
busque rüde et profunde punctatis, opacis; abdomine nitido levius et remotius punctato.
Long, corporis 4; — 5, lat. max. 3 mm.
Küimandjaro. 4 Ex. Sept. — Von der ähnlichen B. TnrgardJn AuRiv. unter
anderem durch die Form des Halsschildes verschieden.
Baris sp.
Meru-Berg im Regenwald. 3,000 m. 1 Ex. Jan.
C'alan(]nnae.
Liocalaiulra imda Cheve.
Küimandjaro: Kibonoto in der Kulturzone. 2 Ex. Jan., Mai.
Stenophida linearis Pasc?
üsambara: Mombo. 1 Ex. Juni. — Das Stück ist beschädigt und ohne Beine.
Cossoninae.
Choerorliinus (?) sordidus n. sp.
Nigro-fuscus, rüde punctatus, nudus; rostro lato, depresso, brevi, apice fere trun-
cato, lateribus acute carinatis, medio breviter sulcato, punctato, margine apicah ferelccvi;
capite rostro vix latiore, punctato; oculis rotundatis; prothorace subquadrato, apice quam
basi vix angustiore, prope apicem constricto, lateribus leviter arcuatis, dense favoso-
punctato, punctis pone stricturam apicalem pulvere (?) flavido-griseo repletis; scutello
distincto, obtuso; elytris subcylindricis, ad basin pronoto latioribus, apice sat fortiter de-
clivibus et obtuse rotundatis, striis 9 striaque abbreviata subhumerali profunde punctatis
praeditis, interstitiis angustis acute costulatis, sternis et segmentis 1° et 2° abdominis rüde
punctatis, segmentis 3 — 5 minus fortiter punctatis; tarsis 4-articulaüs, nitidis, piceis, an-
ticis modice dilatatis {(f?) ; unguiculis hberis. Long, corporis 5 mm.
Küimandjaro. 1 Ex. — Durch bedeutendere Grösse und den breiteren, an den
Seiten gekielten Bussel von Ch. sqaalidus Fairm. verschieden.
AU EI VILLI US, CüRCULKINIllj!;,
435
Cossonus abscissus Bon.
Kühnandjaro: Kihonolo in der Kulturzone. 2 Ex. März, Nov. — if(?r«-Niederung.
1 Ex. Dez.
Cossonus iiumeritus Fähr.
KilinKiii(lj((n): Kibonolo in der Kulturzone. 6 Ex. Älärz, Mai, Nov.
ab. rnfesceiis n. ab. — Elytra plus minus late rufo-brunnea margine laterali et
apice tarnen fere semper nigris. — Kilimandjaro : Kibonoto in der Kulturzone. 95 Ex.
März, Nov. — An Saft unter dem Borke von Bäumen in Anzahl angetroffen.
Cossouus sp.
Kilimandjaro: Kibonoto in der Kullurzone. 1 Ex. Okt.
Cossonus lobeliae n. sp.
Subcylindricus, convexiusculus, nitidus, ater, antennis, tibiis tarsisque piceis, lateribus
prothoracis elytrorumque interdum rufis; rostro crasso, brevi, capite haud longiore, apice
depresso-dilatato, fere omnino tevi; scapo antennarum brevi, apice clavato, oculorum
medium fere attingente; capite fere Icevi inter aculos subtilissime punctulato; prothorace
subcylindrico, lateribus parum arcuatis, apicem versus
leviter angustato, supra modice convexo, nitidissimo,
subtiliter remote punctulato; elytris nitidis, convexis, cy-
lindricis, prothorace ad basin latioribus, subtilissime, e
parte obsolete, punctulato-striatis, interstitiis planis, hevi-
bus ; corpore infra nitidiusculo, punctulato, punctis meta-
sterni et basis abdominis distinctioribus ; pedibus nitidis;
tibiis anticis et intermediis apice mucrone valido acuto
armatis. Long, corporis 4 — ■i,5 mm.
Kilimandjaro: Kiboscho, 3,000 m. 11 Ex. Febr. — ifmt-Berg 3,500— 4,400 m.
9 Ex. Dez. Wurde in den trockenen Blüten von Lobelia Decheni angetrofTen.
Die in dieser Abhandlung nicht bestimmten Arten sind wohl ohne Ausnahme un-
beschrieben, da sie aber nur in einzelnen oder wenigen, gewöhnlich nicht gut erhaltenen
Stücken vorliegen, habe ich es nicht ratsam gehalten, dieselben zu beschreiben.
Mai 1910.
Fig. 8.
Cossonus lobeliae Aviriv.
Anm.: Zufolge der Weigerung des Verfassers, die sonst übliche Übersieht über alle bisher aus dem
Gebiete von den resp. Gruppen bekannt gewordenen Arten zusammenzustellen hat leider eine solche Übersicht
für die Curculioniden in das Werk nicht eingeführt werden können. Dass die unbeschriebenen Arten, die
bisweilen in 7 — 13 Exemplaren vorliegen, gewöhnlieh nicht gut erhalten sein sollten, habe ich bei näherer
Prüfung eigentlich nicht finden können (Y. S.).
PLANCHE 1.
S.TÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 7: 3.
Planche 1.
Fig. 1. Splienoptera Sjösfedti u. sp
2. Anthaxia montana n. sp.
.3. Sambus albopunctatus Fähr.
» 4. Sambus montanus n. sp.
» 5. Cryptodacfylus africmnis ii. sp.
6. Agrihis corcebiformis ii. sp.
7. Trachys massaica n. sp.
» 8. Trachi/s circumdata ii. sp.
» 9. Trachys ovis n. sp.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. Coleoptera.
Taf. 1.
Menger delin.
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm.
Kerremans: Buprestidce.
TAFEL 2.
SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 7: 7.
Tafel 2.
Fig. 1. Cylidrus sansibaricus Hau.
» 2. Strotocera Sjöstedti Schklg. n. sp. Figur 2 a. Fühler.
» 3. Biplophoms discoidalis Siiiklo. n. sp. Fig. 3 a. Fühler von der Seife, Fig. 3 b. Fühler von unten.
» 4. Apteroclerus(?) brevis Schklg. n. sp.
» 5. Caridopus monstruosus Schklg. n. sp.
» 6. Gyponyx tricolor Schklg.
» 7. » angustus Schklg. u. sp.
» 8. Stigmatium festivum Schklg. n. sp.
» 9. Episcaplia subcostafa Schklg. n. sp.
» 10. Amblyscelis longula Schklg. u. sp.
» 11. Banae rufula Reiche.
Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 7. Coleoptera.
Taf. 2.
E. Stender delin.
Schenkung : Clerida, Erotylidiv . Endomychidcs^
Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm.
TAFEL 3.
SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. }: 10.
Tafel 3.
1. Lycus (Lopholycus) Raffrayi Boukg., subsp. melanogaster Bourg. (J").
2. » (in sp.) inamplexus Bouug. (J").
3. » (in sp.) flaminatus Bourg. (J').
4. » (in sp.) flanimatus Büukg. (5).
5. » (in sp.) haniulifer Bourg. (J').
6. » (Merolycus) podagricus Bourg. (J*).
7. » (Merolycus) gibbulifer Boueg. (J).
8. Planeteros nigricauda Bhukg. (J").
9. Adoceta hirsutula Boueg. ($).
10. Diaplianes Volkensi Kolbe. ((^).
11. Silidius Sjöstedti Bourg. (J*).
12. » porrectus Boueg. ((/).
13. Hapalodirus (Hapalochrops) sumptuosus Bohem. (J").
14. Hapalochrus (Hapalochrops) detbrniipes Boueg. (J').
15. Hapalochrus (in sp.) Sjöstedti Bourg. (i^).
Sjöstedts Klllmandjaro-Meru Expedition.
7. Coleoptera.
Taf. 3.
Axel Ekblom delin.
Ljustr. Cederquists Graf. A -B., Slliltn.
Bourgeois : Malacodennata.
TAFEL 4.
SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION.
7: 12.
Tafel 4.
1. Peplopiera meruensis n. sp.
2. Melixanfhus Batest Jac. var.
3. Cryptocephalus aerifer n.
4. Melixatithus vitiuMus n.
5. Eremiella rubra n. .«p.
6. Jamesonia meruensis n. .sp.
7. Idacantha excavata n. sp.
8. Neumannia angiishda \Vs.
tortilis.
sp.
sp.
9.
10.
11.
12.
13.
14.1
15.J
Ifi.
Sjoestedtinia montivaga n. sp.
SteneUina meruensis n. sp.
LamjJedona Sjöstedti n. sp.
Eastcourtiana biformis n. sp.
Autotela pidicollis VVs.
Epilachna umbratills n. sp.
Leucasfea Sjöstedti n. sp.
Sjöstedts Kilimandjaio-Meru-Expedition.
7. Colcoplcra.
Taf, 4,
f
/
;
/ K
--:i^r
/
13
Sd^tJ
14
Ih
E. Stender delin.
UJ'^fSS : ChrysomelidcB, Coccinellidce.
Cederquists Graf. A.-B., Sllilra.
.^^^^^j^^
ttU^mm^t,..i.^tm